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Bethlehem Mission Immensee

Jahresbericht 2010


Inhalt

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Die Einsätze 80 Fachpersonen in Lateinamerika, Afrika und Asien

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Lateinamerika «Andrés ist richtig aufgeblüht»

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Afrika Endlich wieder regelmässig Strom und Wasser

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Asien Gemeinsam die Vision weiterentwickeln

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Schweiz BMI-Jubiläum und Wechsel in der Führung

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Regionalstellen Bellinzona – Fribourg – Rottweil (Deutschland)

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RomeroHaus Begegnungen zwischen den Religionen

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Lesen, lernen, erfahren Bildungsstelle – WENDEKREIS – HOPLAA

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Leistungsbericht

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Jahresrechnung 2010

Titelbild: Der BMI-Einsatzleistende Ueli Gnehm (Mitte) mit Brian Tembo (rechts) und Dismas Sakala beim gemeinsamen Erörtern einer technischen Frage. (Sambia/Mpanshya) Foto: bmi-bild.ch

Impressum Herausgeberin: Bethlehem Mission Immensee www.bethlehem-mission.ch E-Mail: info@bethlehem-mission.ch Redaktion: Rosmarie Kayser,

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Organisation

Michelle Furrer, Veronika Sutter Bilder: bmi-bild.ch Gestaltung: Thomas Lingg Druck: Ziegler Druck- und Verlags-AG, Winterthur

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Jahresbericht 2010 Bethlehem Mission Immensee


Editorial

Liebe Leserin, lieber Leser

«Es gibt nichts Gutes, ausser man tut es.» Diese Zeilen schreibe ich einen Tag nach der Rückkehr aus Senegal, wo während sechs Tagen das Weltsozialforum stattgefunden hat. Ich bin sehr beeindruckt von den unzähligen Begegnungen mit Menschen aus allen Kontinenten und den vielen Diskussionen für eine gerechtere Welt. Weitherum besteht die Meinung, dass sich Afrika mit unserer Unterstützung selbst um gute Lösungen bemühen muss. Die Bethlehem Mission Immensee arbeitet in Ländern Afrikas, Lateinamerikas und Asiens mit einheimischen Organisationen zusammen. Mit unserer Solidarität und unserem Wissen unterstützen und kräftigen wir sie, damit sie in ihrem eigenen Land menschenwürdige Zustände erreichen. Unsere Partner im Süden sind in der Bevölkerung verankert. Sie sind selbstkritisch und kennen die Bedürfnisse der Menschen vor Ort. Unsere Fachpersonen beraten sie in ihrem Engagement und zeigen ihre Solidarität, indem sie nahe bei den Menschen wohnen und arbeiten. Dieser Ansatz wird sehr geschätzt. Sie begegnen in diesem Jahresbericht verschiedenen Stimmen aus Partnerorganisationen, die bezeugen, dass unsere Mitarbeit Wirkung zeigt. Aber unsere Arbeit wirkt auch in der Schweiz. Alle unsere Fachpersonen sind BotschafterInnen einer solidarischen Schweiz – einer Schweiz, die sich für Ausgleich und Frieden einsetzt. Wir danken auch Röbi Koller, der uns als BMI-Botschafter immer sehr unterstützt. Der Dank unserer Partner gilt auch Ihnen. Mit Ihrer finanziellen und ideellen Unterstützung tragen Sie dazu bei, dass wir hüben und drüben Verständnis und Zusammenarbeit stärken können. Dafür danke ich Ihnen ganz herzlich

Rosmarie Dormann Präsidentin Bethlehem Mission Immensee

Bethlehem Mission Immensee Jahresbericht 2010

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Die Einsätze Nicaragua Kolumbien

Weltweit präsent Unsere Fachpersonen engagieren sich für mindestens drei Jahre in Lateinamerika, Afrika oder Asien. In lokalen Partnerorganisationen bringen sie ihre Fachkompetenz ein. Sie sind in der Pastoralarbeit, in ökologischen Projekten, im Gesundheits- oder Bildungswesen tätig. Alle Einsatzleistenden leben vor Ort und teilen das Leben mit der Bevölkerung. Ende 2010 waren rund 80 Fachpersonen für die Bethlehem Mission Immensee im Einsatz, 10 von ihnen mit unserem Tessiner Kooperationspartner Inter-Agire.

Asien

Afrika

Lateinamerika

Taiwan: Kuo Stella | Taibei | Koordination Fengler Susanne | Taidong | Förderung behinderter Kinder Fuchs Regina | Zhongli | Begleitung und Beratung von ArbeitsmigrantInnen L’Homme Georg | Xinzhu | Begleitung von MigrantInnen, Organisationsentwicklung Pricker Xavera Sr. | Hualian | Interreligiöser Dialog bei Arbeit im Spital Rohde Claudia | Taidong | Frühförderung behinderter Kinder Callelo Maria Cecilia | Taibei | Chinesischstudium

Kenia: Wermelt Jutta | Nairobi | Koordinatorin / Förderung behinderter Kinder Birrer Eugen | Nairobi | Begleitung und Ausbildung von Flüchtlingen Näf Nelly | Nairobi | Personalmanagement in einer Pfarrei Heeskens Jochen | Isiolo | Finanzadministration im Vikariat Heeskens Katrin | Isiolo | Koordination Gesundheitsarbeit im Vikariat Estermann Sandra | Nairobi | Beratung von Kleinstunternehmen

Kolumbien: Brenner-Büker Susanne | Bogotá | Koordinatorin / Begleitung christlicher Basisgemeinschaften Büker Markus | Bogotá | Förderung befreiungstheologischer Bewegungen Jung Thomas | Pasto | Begleitung sozialpolitisch engagierter Gruppen Spiegler Norbert | Quibdó | Begleitung indigener Gemeinschaften Schönenberger Josef | Quibdó | Menschenrechtsarbeit Fabres Francisco | Bogotá | Bildung und Begleitung in der Menschenrechtsarbeit Imholz Christine | Tumaco | Förderung und Verteidigung der Menschenrechte Scharer Veronika | Cali | Begleitung und Bildung in der Zivilgesellschaft Repnik Friederike | Bogotá | Arbeit mit vertriebenen Menschen Klug Patrick | Bogotá | Kinder- und Jugendarbeit im Armenviertel Erazo Carlos | Tumaco | Bildung und Begleitung von pfarreilichen Sozialcaritas-Gruppen

Philippinen: Trautvetter Helen | Manila | Koordinatorin / Friedensförderung Jäggi Martin | Bontoc | Erwachsenenbildung, Exerzitien, Bibliodrama Boller Rolf | Bontoc-Lagawe | Walderhaltung und biologische Landwirtschaft Fleischlin Pia | Bontoc-Lagawe | biologische Landwirtschaft, Vernetzung und Marketing Schiessl Johanna | Bontoc-Lagawe | Stärkung der Basisgemeinden Baumann Nansoz Tom | Bontoc-Lagawe | Begleitung von Teams zur Überwachung von Bauprojekten Nansoz Baumann Melanie | Lagawe | Ethikunterricht und pädagogische Beratung

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Sambia: Von Borcke Miriam | Lusaka | Koordinatorin / Projektentwicklung im Bereich HIV/AIDS Bucher Theo und Margrit | Mishikishi | Biologischer Landbau Gisler Renate | Moomba | Home Based Care Jesse Regina | Kabwe | Palliative Pflege Gnehm Ueli und Judith | Mpanshya | Handwerkliche Ausbildung von Jugendlichen Seelhofer Roger und Christine | Mpanshya | Organisationsentwicklung im Spital Simbabwe: Heinzer Yvonne | Silveira | Aufbau homöopathischer Behandlung im Spital Betschart Urs | Silveira | Verbesserung der Infrastruktur von Spitälern

Ecuador: Egli Max | Quito | Koordinator / Pastoralarbeit in einem Randviertel Nussbaumer Esther | Quito | Pastoralarbeit in einem Randviertel Matter Maytain Ivan und Sophie | Yaruquíes, Riobamba | Berufsbildung von Jugendlichen


Ecuador Peru Bolivien Brasilien Kenia Sambia Simbabwe Taiwan Philippinen

Ein grosses Dankeschön an unsere Spenderinnen und Spender Für Ihre  wertvolle Unterstützung im letzten Jahr möchten wir Ihnen ganz herzlich danken! Sie haben die Arbeit unserer Fachpersonen vor Ort anerWetzstein Léonie | Amaguaña/Quito | Integration behinderter Jugendlicher in die Arbeitswelt Peters Friederike | Coca | Begleitung der Fernschule für indigene Gemeinschaften Peru: Moreira-Wachtel Suzete | Lima | Koordinatorin Ginet Constantin und De Brito Joana | Cusco | Lebensqualität durch Solarenergie Pollock Sebastiano und Le Coq Alexandra | Huancayo | Begleitung des Wassermanagements Elmiger-Roth Othmar und Roth Elmiger Judith | Huancayo | Bildungs- und Netzwerkarbeit im Umweltbereich Ré Luciano und Quispe-Ré Rosalia | Yauri | Förderung der Anwendung von Solarenergie Steeb Thomas | Apurímac | Beratung der Umweltabteilung der Regionalregierung Simeon Fabian | Lima | Nationale und internationale Solidaritätsarbeit Bolivien: Estermann Josef | La Paz | Koordinator / Theologische Aus- und Weiterbildung Jansen Estermann Colette | La Paz | Aus- und Weiterbildung von PsychologInnen Jäckel Markus | Santa Cruz | Jugendarbeit Ducroq Serge und Poyetton Virginie | El Alto | Begleitung von städtischen Basisorganisationen

kannt und darauf vertraut, dass wir Ihre Spende wirkungsvoll einsetzen. Ihr Mittragen ermöglichte den Einsatz von 80 Fachpersonen in 11 Ländern. Dank Ihnen konnten wir Lebenssituationen von Kindern, Frauen und Männern verbessern und ihnen Hoffnung auf eine bessere Zukunft schenken. Wir würden uns sehr freuen, auch im 2011 auf Ihre Unterstützung zählen zu dürfen. Josef Schmid Leiter Spendendienst

Roux Julien und Monika | El Alto | Betreuung von Strassenkindern Margot Nicolas | Patacamaya | Ausbildung in Katechese Juarez Gomez Joel-Louis und Wilfer Helga | Santa Cruz | Aufbau und Begleitung kirchlicher Gemeinschaften

Einsätze des BMI-Partners Inter-Agire Nicaragua: Aieta Giuseppe | Matagalpa | Programmbegleitung: Mikrokredit für Bauern Scarpellini Diana | León | Kleinkredite für Frauen Mati Filippo | León | Umwelterziehung Matasci Valentina | Estelí | Gesundheitsförderung in marginalisierten Vierteln Bolivien: Pellitteri Barbara u. Alessandro | Cochabamba | Gesundheitsförderung für Strassenkinder Nesta Lucio | Sucre | Förderung der politischen Partizipation Jugendlicher Sperotto Nesta Sara | Sucre | Schul- und Berufsbildung für marginalisierte Kinder Beltrami Matteo | Cochabamba | Arbeit mit Strassenkindern Attanasio Nicole | Cochabamba | Kinderrechte: Recht auf ganzheitliche Entwicklung Brasilien: Vedana Patrik | Pedregal / Aracati | Psychosoziale Begleitung marginalisierter Kinder

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Lateinamerika

Bildung für behinderte Jugendliche in Ecuador

«Andrés ist richtig aufgeblüht»

Léonie Wetzstein bei ihrer täglichen Arbeit im Bildungszentrum für Behinderte von Quito. (Ecuador/Quito)

D Ein neues Bildungszentrum in Quito fördert behinderte Jugendliche aus armen Verhältnissen. Die Sozialpädagogin Léonie Wetzstein arbeitet seit Mitte 2008 tatkräftig mit und bringt ihr Fachwissen ein.

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er 16-jährige Andrés lebt mit seiner Mutter und zwei Geschwistern in einem einfachen Zweizimmerhaus im Süden von Quito. Er besuchte nur ein Jahr lang eine spezielle Schule für Behinderte, länger konnte seine Mutter das Schulgeld nicht auf bringen. Seit November 2010 kommt er nun regelmässig ins Bildungszentrum für behinderte Jugendliche der Stiftung Tierra Nueva. Hier möchte er vieles lernen, vor allem lesen und schreiben – und es macht ihm sichtlich Spass. An der Weihnachtsfeier sagte seine Mutter, Andrés sei richtig aufgeblüht. Er helfe zu Hause mehr mit, sei frecher geworden, und er habe sich zum Ziel gesetzt, in drei Jahren eine Arbeit zu finden: als Hilfsarbeiter in einer Schreinerei oder in einem Warenlager.

Selbstständigkeit fördern Dass Andrés das Bildungszentrum besuchen kann, ist vor allem der neuen Staatsverfassung von Ecuador zu verdanken, die vor zwei Jahren angenommen wurde: Seit Kurzem hat das Land ein sehr fortschrittliches Gesetz in Bezug auf die Rechte Behinderter. Deren Familien erhalten neu einen monatlichen Beitrag von 25 Dollar. Viele Eltern können erst dank dieser Unterstützung ein Schulgeld bezahlen. Ziel des noch jungen Bildungszentrums ist es, die Lebensqualität und die Eigenständigkeit von behinderten Jugendlichen zu verbessern. Dafür stehen eine Werkstatt für Holzbearbeitung und eine Computerwerkstatt zur Verfügung. Im Weiteren erhalten die Jugendlichen Unterricht in allgemeinen schulischen Fächern und


«Léonie ist mehr als eine Unterstützung – sie hat unser Projekt auch mitentwickelt. Sie hat das neue Curriculum geprägt und die Möglichkeit, sich in lebenspraktischen Fertigkeiten wie Hausarbeiten, Einkaufen oder dem Umgang mit Geld zu üben.

Zum Beispiel Elternarbeit Als BMI-Fachperson habe ich eine besondere Rolle im Team des Zentrums. Als Ausländerin kann ich Fragen stellen, ohne dass mir dies gleich als Unfähigkeit ausgelegt wird, und die gegenseitige Neugier öffnet Türen. Bereits nach einem Jahr kannte ich viele Institutionen und konnte dank dieser «offenen Türen» drei Jugendliche ans Zentrum vermitteln. Durch den Umstand, dass ich direkt mit unseren Klientinnen und Klienten arbeite, bin ich fassbar, und ich erlebe gewisse Notwendigkeiten hautnah mit. So wird es nachvollziehbar, wenn ich persönliche Ideen einbringe. Eine dosierte Hartnäckigkeit und mein Bestreben, auch Fremdes zu verstehen, machten mich im Team glaubwürdig. Als diese Hürde genommen war, wurde ich auch in Planungsfragen miteinbezogen. So konnte ich beispielsweise das mir so wichtige Thema Elternarbeit einbringen und Verständnis dafür wecken. Denn mit guten Elterngesprächen entsteht Vertrauen, und Hilfe zur Selbsthilfe wird möglich.

Es geht weiter Das Bildungszentrum für Behinderte steht erst am Anfang. Dringend müssten Physiotherapie, Sprachtherapie und Ergotherapie angeboten werden. Die meisten Jugendlichen waren jahrelang ohne besondere Betreuung zu Hause. Daraus sind soziale und körperliche Defizite entstanden. Auch Andrés braucht unbedingt Sprachtherapie, damit er auch von Leuten, die ihn nicht kennen, verstanden wird. Um das Bildungszentrum beim Umsetzen dieser Angebote zu begleiten, wird nach meinem Abschied im Sommer 2011 eine andere BMI-Fachperson vor Ort sein. Léonie Wetzstein

Bolivien-Koordination

Menschen mit ihren Geschichten

brachte ihre professionelle Erfahrung in der Arbeit mit behinderten Menschen ein. Sehr wichtig ist ihr Einfluss in der Arbeit mit den Eltern und Familien der Jugendlichen.»

Alexandra Paredes, Verantwortliche des Bildungszentrums für behinderte Jugendliche

Josef Estermann

der Stiftung Tierra Nueva in Quito

In meiner Tätigkeit als Koordinator der BMI in Bolivien ist die Aufgabe der Personalführung eine der spannendsten. Unsere Fachpersonen sind Menschen, die alle mit ihrer eigenen Geschichte von Erfahrungen, Träumen, Illusionen, Beziehungen und Enttäuschungen hier ankommen. Zudem bringen sie, vielleicht auch unbewusst, eine Menge kultureller Normen und Werte mit, die sie zwar relativieren können, die aber im Alltag immer wieder «dreinfunken». Wenn es um interkulturelle Kommunikationsstörungen geht, steht wohl die sprichwörtliche «Unpünktlichkeit» und «Informalität» der Bolivianerinnen und Bolivianern an oberster Stelle. Bei den meisten Fachpersonen dauert es ein Jahr oder länger, bis sie mit der hiesigen Zeitauffassung mitschwimmen können. Andere ecken bis an ihr Einsatzende an und ärgern sich, oft auch über sich selbst. Der Umgang mit der häufig undurchsichtigen Bürokratie ist ein weiteres Feld, in dem ich die Einsatzleistenden aktiv unterstütze. Um ohne Bezahlen von Schmiergeld zur Aufenthaltsbewilligung zu kommen, braucht man sehr viel Zeit, Nerven und Frustrationstoleranz. Josef Estermann

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Afrika

Technischer Unterhalt in Spital in Simbabwe

Endlich wieder regelmässig Strom und Im Spital der Missionsstation Silveira sorgt der Elektrotechniker Urs Betschart dafür, dass die technischen Einrichtungen funktionieren. Von seinem Fachwissen profitieren auch die einheimischen Angestellten.

D

as Missionsspital der Diözese Masvingo ist Zielspital für zirka 150 000 Einwohnerinnen und Einwohner im ländlichen Südosten Simbabwes. Es verfügt über 200 Betten und beschäftigt rund 130 Angestellte. Zwei Ärzte, einer davon Schweizer, führen jährlich zirka 3000 chirurgische Eingriffe durch und begleiten etwa 2000 Geburten. Doch wegen der desolaten wirtschaftlichen und politischen Situation im Land war das Spital kaum noch in der Lage, die technischen Einrichtungen zu unterhalten. Seit Ende September 2009 ist es nun meine Aufgabe, zusammen mit einheimischen Fachleuten

die notwendige Infrastruktur zu warten und zu verbessern. Der Elektriker Patrick Zhou, der Hilfselektriker Godfrey Shate und der Sanitär Shomei Dube bilden mit mir zusammen das technische Team. Uns wurde ein ehemaliger Abstellraum zur Verfügung gestellt. Mit Hilfe des Spitalangestellten John Tschutschu schweissten wir Gestelle zusammen; wir beurteilten das vorhandene Material und statteten unsere Werkstätte mit dem Nötigsten aus. Damit waren wir eingerichtet, um die technischen Probleme im Spital anzugehen. Vor Kurzem stellte uns die Spitalleiterin Schwester Emma

Urs Betschart instruiert eine Operationsschwester im Umgang mit dem neuen Desinfiziergerät für Operationsmaterial. (Simbabwe/Silveira) 8

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«Wir schätzen die Arbeit von Urs Betschart sehr. Als Elektrotechniker kümmert

Wasser

er sich um den Unterhalt aller elektrischen Geräte

Miti einen weiteren Raum zu Verfügung. Bald können wir dort eine mechanische Werkstätte in Betrieb nehmen.

Der Pikett-Mann kann wieder schlafen Ein grosses Problem in Simbabwe sind lang anhaltende Stromausfälle, weil sich die meisten Kraftwerke in marodem Zustand befinden. Auch im Spital sind mehrtägige Ausfälle keine Seltenheit. So war die Reparatur des seit zwei Jahren defekten Generators besonders wichtig. Seit März funktioniert dieser nun wieder zuverlässig. Und die Ärzte, die Röntgenabteilung, die Wäscherei, das Labor- sowie das Administrationsteam können sich ungestört ihrer täglichen Arbeit widmen. Das Spital verfügt nun auch wieder über ausreichend Trinkwasser. Dank eines gespendeten Hochspannungstransformators konnten wir zwei Grundwasserpumpen wieder in Betrieb nehmen. Vier andere Pumpen rüsteten wir mit neuen Steuereinheiten aus. Nun schalten sie bei schwankender Stromversorgung automatisch. So kommt der Pikett-Mann endlich wieder zu ausreichend Schlaf. Vorher musste er sich – meistens in der Nacht – auf einen zweistündigen Marsch begeben, um die Pumpen wieder einzuschalten.

Begierig, Neues zu lernen Patrick und Godfrey freuen sich, Neues zu lernen. Hauptsächlich geschieht das direkt bei der Arbeit. In theoretischen Lektionen und mit Fachliteratur ergänzen sie das praktische Wissen. Die beiden zeigen grosses Interesse an der Weiterbildung und bombardieren mich oft mit Fragen. Die neuen Kenntnisse geben ihnen mehr Selbstvertrauen, und von der Spitalleitung werden sie nun auch als Berater angefragt, wenn ein technisches Problem auftritt oder Material beschafft werden muss. Anfangs 2011 stösst zudem ein junger Elektrolehrling zu unserem Team – eine besondere Chance für einen Jugendlichen in dieser Gegend, in der es kaum Ausbildungsmöglichkeiten gibt.

Kenia-Koordination

Aufbau neuer Partnerschaften

und repariert Fehlerhaftes. Dank seines Könnens funktionieren der Generator und die Wasserpumpen endlich wieder. Auch unsere Handwerker profitieren sehr, weil er ihnen viel von seinem Wissen weitergibt. Wir fühlen uns privilegiert, Urs Betschart bei uns zu haben.»

Schwester Emma Miti, Leiterin des Spitals Silveira

Jutta Wermelt

Vor gut einem Jahr habe ich die Koordinationstätigkeit in Kenia übernommen. Mit unseren vier bestehenden Partnerorganisationen funktioniert die Zusammenarbeit sehr gut. Eine meiner Aufgaben ist es nun, weitere Partnerschaften aufzubauen. So bin ich selbst auf der Suche nach geeigneten Partnern. Eine Herausforderung dabei sind die unterschiedlichen Vorstellungen einer Zusammenarbeit. Oft wird erwartet, dass eine schweizerische Organisation auch Projektgeld mitbringt. Eine weitere Herausforderung für mich ist die richtige Auswahl. Nimmt man die Nachhaltigkeit als Hauptkriterium, haben viele Organisationen, vor allem die aus dem Gesundheitsbereich, oft keine Chance. Aber gerade dort wird viel bedeutende Arbeit geleistet. Für mich als BMI-Koordinatorin ist es wichtig, die Wirkungen der Arbeit nicht in volkswirtschaftlichen Wachstumsraten zu suchen – es geht vielmehr darum, inwieweit es gelingt, die menschliche Entwicklung zu fördern. Mit möglichen neuen Partnern stehe ich in Kontakt. Aber es braucht noch Zeit für den Vertrauensaufbau und klärende Gespräche, bis sich eine konkrete Zusammenarbeit ergibt. Jutta Wermelt

Urs Betschart Bethlehem Mission Immensee Jahresbericht 2010

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Asien

Waldschutz und nachhaltige Landwirtschaft in den Philippinen

Gemeinsam die Visionen weiterentwickeln

Rolf Boller diskutiert mit Joel Faruden, wie man die Schädlinge an einem Bio-Orangenbaum organisch bekämpfen könnte. (Philippinen/Bontoc)

Den Wald schützen und sich gleichzeitig ein Einkommen sichern – der Forstingenieur Rolf Boller und die Kauffrau Pia Fleischlin unterstützen die Menschen im Bergland dabei, dieses Ziel zu erreichen.

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olf Boller, Sie und Ihre Partnerin Pia Fleischlin sind seit Herbst 2008 im Vikariat Bontoc-Lagawe in den nördlichen Philippinen, um sich für Umweltschutz und die örtliche Landwirtschaft zu engagieren. Was unternehmen Sie konkret? Rolf Boller: Wir bilden interessierte Bauern in Biolandbau aus und beraten sie, wenn sie das Gelernte im eigenen Betrieb anwenden. Gleichzeitig engagieren wir uns für eine nachhaltige Bewirtschaftung des Waldes: Wir erarbeiteten zusammen mit Jägern aus der Gegend ein Programm für Ökotourismus und unterstützen Bauerngruppen bei der Herstellung von Produkten aus Waldfrüchten und bei der Produktion von Kaffee für den fairen Handel. Weiter arbeiten wir mit einem Verein

für die professionelle Vermarktung der Produkte und unterstützen die Bauern bei der ökologischen Bekämpfung von Ratten, die oft die Reisfelder heimsuchen. Sie haben Jean-Robert Escher-Schalbetter von der BMI bei diesem Einsatz abgelöst. Wie war es, in ein laufendes Projekt einzusteigen? Unser Vorgänger hat zusammen mit den einheimischen Partnern die einzelnen Teilprojekte entwickelt und viele Grundsteine gelegt. So konnten wir rasch ins Projekt einsteigen und seine Arbeiten nahtlos weiterführen. Wir mussten uns aber schnell in viele neue Aufgabengebiete einarbeiten und dann unseren eigenen Stil der Zusammenarbeit finden.


«BMI-Fachpersonen sind anders als andere Ausländer hier: Sie passen sich an unsere Kultur an, lernen

Philippinen-Koordination

Beziehung kommt zuerst

unsere Sprache und bauen Sie haben Bestehendes weitergeführt und ausgebaut. Können Sie dafür ein paar Beispiele nennen? Jean-Robert hat die Produktion von Früchten und die biologische Landwirtschaft initiiert. Wir förderten in diesen Bereichen dann vor allem das Marketing. Heute operieren die Bauern als selbstständige Kleinunternehmer und erwirtschaften Gewinn. Beim Waldschutz hat sich unser Vorgänger auf die strategisch-politische Ebene konzentriert. Hier haben wir zusammen mit den Nutzern der Waldgebiete, den Jägern und den Viehhirten, konkrete Projekte gestartet. Ganz neu ist unter anderem der von uns aufgebaute Vertrieb von Saatgut und Material für die biologische Landwirtschaft. Alle neuen Ideen haben wir jeweils zusammen mit den einheimischen Partnern entwickelt. Wie läuft die Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen des Vikariats, die schon länger mit Fachpersonen der BMI arbeiten? Die Zusammenarbeit ist herzlich und von Vertrauen geprägt. Wir akzeptieren gegenseitig unsere verschiedenen Arbeitsweisen, und so wird die Zusammenarbeit auch zu einem lehrreichen Prozess für beide Seiten. Was vom Erreichten freut Sie besonders? Es ist sehr schön zu spüren, dass die Leute uns vertrauen, die Zusammenarbeit schätzen und motiviert sind, an den Visionen weiterzuarbeiten. Im zweiten Halbjahr 2011 werden Sie in die Schweiz zurückkehren. Wie geht es dann weiter mit den verschiedenen Projekten? Alle Projekte zielen darauf hin, dass sie den Menschen ein Einkommen bringen und dass sie schliesslich selbstständig funktionieren. Doch das braucht noch etwas Zeit. Deshalb wird uns eine weitere Fachperson der BMI ablösen, die auf die Nachhaltigkeit der Projekte achten und an der konkreten Weiterentwicklung arbeiten wird. Interview: Rosmarie Kayser

echte Partnerschaften auf. So sind auch Rolf Boller und Pia Fleischlin Teil unserer Vikariats-Familie geworden. Sie inspirieren uns, bringen neue Ideen ein, ermutigen und motivieren die Menschen hier. Und wir müssen ihnen nicht ständig auf die Finger schauen – sie arbeiten systematisch und eigenständig.»

Marion Buyagawan, stellvertretender Leiter des Sozialen Aktions- und Entwicklungszentrums des Vikariats BontocLagawe

Helen Trautvetter

Zu meinem ersten Treffen mit Bischof Beltran, dem Vorsteher einer unserer langjährigen Partnerorganisationen im Norden der Philippinen, hatte ich einen Stapel Papiere mitgebracht, die ich mit ihm besprechen wollte. Nach etwas Small-Talk kam ich auf meine Anliegen zu sprechen und händigte dem Bischof Kopien meiner Unterlagen aus. Da meinte er nur: «Oh Helen, das besprechen wir doch das nächste Mal.» Und er legte die Dokumente zur Seite. Ich hatte noch nicht realisiert, dass die wichtigste Grundlage unserer Zusammenarbeit unsere Beziehung ist und diese zuerst unsere Aufmerksamkeit braucht, bevor wir uns den anstehenden Themen widmen. Unterdessen plane ich für die Treffen doppelt so viel Zeit ein, um genügend Freiraum für die Beziehungspflege zu haben. So ist mit der Zeit eine Vertrauensbasis entstanden, die uns auch durch schwierige Situationen getragen hat. Im Mai 2011 werde ich nach fast fünf Jahren meine Arbeit an meinen Nachfolger übergeben. Neben den Unterlagen, die ich für die Übergabe vorbereite, wird es am wichtigsten sein, ihn mit den Menschen an den Schlüsselstellen unserer Partnerorganisationen und Netzwerke bekannt zu machen. Ich werde ihm den Tipp geben, zu diesen ersten Treffen kein Papier mitzubringen. Helen Trautvetter

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Schweiz

Jubiläum der BMI

Zehn Jahre gemeinsam unterwegs Seit einem Jahrzehnt besteht die Bethlehem Mission Immensee (BMI) als zivilrechtlicher Verein – Anlass, zurückzublicken und zu feiern.

A

m 26. Juni 2010 herrschte in Immensee Feststimmung: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Mitglieder der Missionsgesellschaft Bethlehem (SMB) und des Partnervereins sowie zahlreiche geladene Gäste feierten den Geburtstag der BMI. Wie schon am Gründungstag im Jahr 2000 stand Bischof Ivo Fürer dem Festgottesdienst vor. «Unser Leben sei ein Fest» lautete das Thema und in diesem Sinne ermunterte er alle mit «Immensee» verbundenen Menschen, ihre von Gott geschenkten Talente mit Freude in die Welt hinauszutragen – und dabei nicht zu bescheiden zu sein. «Als der Verein Bethlehem Mission Immensee gegründet wurde, hat das ein Zeichen innerhalb der Kirche gesetzt», sagte Josef Meili, Generaloberer der SMB, am anschliessenden Podiumsgespräch. Und die Entwicklungsexpertin Anne-Marie Holenstein ergänzte: «Männer und Frauen, Ledige und Verheiratete, Priester und Fachpersonen haben die gleichen Rechte erhalten. In der katholischen Kirche ist dies bislang weltweit ein einmaliges Programm.» In der Diskussion, moderiert von

Der BMI-Botschafter Röbi Koller moderiert die Podiumsdiskussion in Immensee.

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Jahresbericht 2010 Bethlehem Mission Immensee

BMI-Botschafter Röbi Koller, kam auch die Frage zur Sprache, ob der religiöse Hintergrund eher eine Hypothek oder eine Chance sei. «Man hat erkannt, dass Pastoralprojekte manchmal viel entwicklungsrelevanter sind als klassische Entwicklungsprojekte», stellte der DEZA-Vertreter Konrad Specker dazu fest. Noch-BMI-Geschäftsleiter Sepp Gähwiler zeigte das Gemeinsame der unterschiedlichen Projekte auf: Egal, ob es sich schwerpunktmässig um Frieden, den Erhalt von Lebensgrundlagen, Integrale Pastoral oder Umweltschutz handle, immer gehe es darum, Menschen zu unterstützen und zu stärken, damit sie ihr Leben selbst in die Hand nehmen. Schliesslich würdigte die BMIPräsidentin Rosmarie Dormann die topmotivierten Fachpersonen in den Einsatzländern: «Sie verzichten auf vieles, geben ihr Know-how weiter und bauen Beziehungen auf. Sie setzen sich weit über die durch den Einsatz auferlegten Pf lichten hinaus ein.» Mit einem fröhlichen Fest, bei Sonnenschein, feinem Essen und Musik wurde der Geburtstag ausgiebig gefeiert.


Übergabe der Geschäftsleitung Die BMI ist eine Organisation mit Gespür Am Abend des 31. August durfte ich von Sepp Gähwiler die symbolischen Schlüssel der BMI übernehmen. Die Offenheit und Herzlichkeit, mit der ich aufgenommen wurde, haben mich beeindruckt. In den ersten vier Monaten habe ich mir einen ersten Überblick verschaffen können. Die Bethlehem Mission Immensee ist eine wichtige Akteurin im Nord-Süd-Austausch. Aber nicht nur dort, wo die BMI-Einsätze stattfinden, treten wir in einen Dialog. In der Schweiz kann die Bevölkerung aus einem Wissenstransfer von Süden nach Norden neue Erkenntnisse gewinnen. Mit einem vielfältigen Angebot werden die multikulturelle Zusammenarbeit und der interreligiöse Austausch gefördert.

Sepp Gähwiler

«Ich kann die BMI gut verlassen»

Ende August ging Sepp Gähwiler in Pension. Bei der Vorbereitung der BMI-Gründung und als ihr erster

Als zivilrechtliche Organisation stehen wir im Dienste einer ganzheitlichen Entwicklung und haben dabei ein besonderes Gespür für die religiöse Dimension menschlichen Seins. Dadurch hebt sich die Bethlehem Mission Immensee von anderen Organisationen ab. Gerade dieser ganzheitliche Aspekt in der Entwicklungszusammenarbeit ist bedeutend und kann eine klare Positionierung unterstützen. Wenn ich die Bethlehem Mission von innen her betrachte, sind mir zwei Punkte besonders wichtig. Da ist zum einen der Brückenschlag zwischen der Bewusstseinsbildung, der Kommunikation und der daraus resultierenden Bildung von Synergien. Zum andern ist mir die gegenseitige Wertschätzung zwischen der Gründerorganisation SMB, den Mitgliedern des Partnervereins und den Mitarbeitenden ein grosses Anliegen, sei es beim Diskutieren von offenen Fragen oder beim Austausch von Erfahrungen. Teres Steiger-Graf

Geschäftsleiter hat er die heutige BMI entscheidend mitgeprägt. Ein persönlicher Rückblick in seinen eigenen Worten. Sepp Gähwiler zu seiner Vorgehensweise: «Es liegt mir in der Natur, viel zu hinterfragen und zu überlegen, ob man Dinge nicht einfacher und besser machen kann. Ich bin auch neugierig. Aus der Analyse und dem Gwunder heraus habe ich jeweils versucht, andere Formen zu entwickeln.» Zu neuen Projekten: «Es ist mir vieles gelungen, tatsächlich. Es gab natürlich auch Konflikte und die Arbeit kostete oft viel Energie. Und ich musste lernen, meine manchmal hoch gesteckten Ziele etwas zurückzunehmen.» Zu seiner Leitlinie: «Das Ziel aller Aufbau- und Reformarbeit war, die Wirkung der BMI für lebensfreundliche Zustände dort und hier zu verbessern.» Zu den Höhepunkten in seiner Zeit als Geschäftsleiter: «Ein sehr schöner Moment war für mich, als die erweiterte Generalversammlung 2003 unser erstes Programm verabschiedete. Damit hatte die BMI eine wirkliche Strategie bekommen. Ein besonderes Erlebnis war auch die Verleihung des Herbert-Haag-Preises 2007. Dadurch wurde das, was wir aufgebaut hatten, als pionierhaft anerkannt.» Und seine Bilanz: «Die BMI ist eine sehr lebensfähige, auf Wirkung ausgerichtete Organisation. Ich kann sie gut verlassen, weil ich weiss, dass es so gut weitergehen kann. Die Aufbauarbeit ist eigentlich abgeschlossen. Jetzt kommt die Phase der Konsolidierung und Sicherung.»

Bethlehem Mission Immensee Jahresbericht 2010

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Regionalstellen

Bellinzona

Aktive Solidaritätsgruppen

Diana Scarpellini und Filippo Mati informieren über ihr Projekt in Nicaragua.

Fribourg

Bildungsmodule zur Entwicklungszusammenarbeit

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ich solidarisch engagieren für eine gerechtere Welt – das ist in erster Linie eine Frage der persönlichen Überzeugung und Motivation. Doch wichtig ist auch die Entwicklung der persönlichen Kompetenzen, um richtig handeln zu können. Deshalb hat die Bethlehem Mission Immensee in der Westschweiz zusammen mit E-Changer und Eirene Suisse (zwei andere Organisationen der Personellen Entwicklungszusammenarbeit) einen Bildungszyklus von zehn Modulen entwickelt. Die Kurse richten sich in erster Linie an Personen, die an einem Einsatz in einem Land des Südens interessiert An diesem Bildungszyklus nehmen Personen

Rottweil (Deutschland)

Steigendes Interesse an Einsätzen

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Jahresbericht 2010 Bethlehem Mission Immensee

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as Interesse für Einsätze mit der Bethlehem Mission Immensee nimmt in Deutschland zu: Im Jahr 2010 hat sich die Zahl der Anfragen an die Regionalstelle in Rottweil auf 210 verdoppelt und 42 konkrete Bewerbungen gingen ein (Vorjahr 24). Mit 16 Interessierten hat die Regionalstelle eingehende Erstgespräche geführt, an denen gemeinsam über die Teilnahme am weiteren Auswahlverfahren entschieden wurde. Dieses führt jeweils die Arbeitsgemeinschaft für Entwicklungshilfe (AGEH) durch, die deutsche Partnerin der BMI für die Personalauswahl. Von der AGEH erhalten die Re-

gionalstelle in Rottweil und das Ressort Mission in Immensee eine detaillierte Empfehlung, aus der hervorgeht, ob die entsprechende Person als geeignet eingestuft wird oder nicht. Der definitive Entscheid über einen Einsatz wird dann in Immensee gefällt. Das spezielle Auswahlverfahren erfordert laufende Kommunikation und genaue Klärung der Abläufe zwischen der Bethlehem Mission Immensee und der AGEH. Die Zusammenarbeit bewährt sich, und nicht zuletzt dank der AGEH ist die BMI in Deutschland noch bekannter geworden.


I

n der italienischen Schweiz unterstützen persönliche Solidaritätsgruppen den Einsatz der Fachpersonen in Übersee. Dies bedingt aktive Öffentlichkeitsarbeit der Einsatzleistenden schon vor der Ausreise. So haben beispielsweise Diana Scarpellini und Filippo Mati, die im Oktober 2010 nach Nicaragua ausgereist sind, bereits im April begonnen, ihre Solidaritätsgruppe aufzubauen. Sie haben für die Bevölkerung ihres Wohnortes und für die Angestellten des Unternehmens, bei dem Diana Scarpellini gearbeitet hat, Informationsabende organisiert, an lokalen Märkten und Sportveranstaltungen Informationsstände aufgebaut und Sport-

vereine dazu bewegt, die Einnahmen von Veranstaltungen der BMI zu spenden. Aufgrund dieser Aktivitäten wurden sie von lokalen Radiosendern zu mehreren Interviews eingeladen. Diese Art von Öffentlichkeitsarbeit ermöglicht es der Regionalstelle, mit neuen Zielgruppen in Kontakt zu treten. Mitglieder der Gruppe von Diana Scarpellini und Filippo Mati haben während der Weihnachtszeit an vier verschiedenen Orten selbstgemachte Weihnachtsdekorationen verkauft. Damit haben sie nicht nur Geld eingenommen, sondern gleichzeitig auch die Arbeit der BMI-Regionalstelle und die Projekte der beiden Ein-

satzleistenden weiter bekannt gemacht. Die Gruppenmitglieder waren von dieser Erfahrung so begeistert, dass sie schon eine Reihe von innovativen Ideen für das Jahr 2011 vorgeschlagen haben. Die Bethlehem Mission arbeitet in der italienischen Schweiz seit 2009 mit InterAgire zusammen. Inter-Agire ist seit 1970 in der Personellen Entwicklungszusammenarbeit tätig und hat während diesen 40 Jahren mit über 120 Fachpersonen verschiedene Projekte im Süden unterstützt.

sind. Sie sind aber auch offen für alle, die sich von Themen der Entwicklungszusammenarbeit herausfordern lassen. Im Lernprozess gilt es manchmal, alte Vorstellungen loszulassen, um Neues lernen zu können. Deshalb gehen die zwei- bis viertägigen Module von den Erfahrungen, Kenntnissen und Zweifeln der Teilnehmenden aus, um darauf auf bauend zu neuen Erkenntnissen zu führen. Die Themen der Module reichen von «Motivation und Kompetenz in der Entwicklungszusammenarbeit» über «interkulturelle Kompetenz» und «Projektmanagement» bis hin zu «Gender-Ansatz»; geleitet

werden sie zum grossen Teil von Fachleuten der beteiligten Organisationen. Die ersten beiden Zyklen (2009 und 2010) mit durchschnittlich fünfzehn Teilnehmerinnen und Teilnehmern sind auf sehr positives Echo gestossen. So ist unbestritten, dass der Bildungszyklus weiterhin jährlich durchgeführt wird.

Enzo Ritter

Sylvie Roman

teil, die an einem Einsatz interessiert sind.

Nach der Rückkehr können Einsatzleistende Angebote beider Organisationen nutzen: Die AGEH lädt zu mehrtägigen Kursen für Rückkehrerinnen und Rückkehrer ein. Die BMI ihrerseits bietet Gespräche zur Neuorientierung an, vermittelt Adressen von Initiativen, wo die Rückkehrenden anknüpfen können, und organisiert jedes Jahr ein Netzwerk-Wochenende für ehemalige Einsatzleistende. Angelika Hartmann

Angelika Hartmann (r.) im Gespräch mit einer Interessentin über Einsatzmöglichkeiten.

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RomeroHaus

Begegnungen zwischen den Religionen

Fremdes als Bereicherung erlebt Weltoffene Spiritualität und interreligiöser Dialog – dafür setzte das RomeroHaus Luzern 2010 starke Zeichen.

G

elegenheit zu besonderen interreligiösen Begegnungen bot das tibetisch-uigurisch-schweizerische Begegnungsfest im August. An Ständen, bei Vorträgen und Filmen trafen sich Menschen, die Beziehungen zu diesen Völkern pf legen. Zum Höhepunkt wurde das SandMandala, an dem Lama Wongdue Sangpo in der Kapelle des RomeroHauses während einer Woche arbeitete. Sand-Mandalas haben im tibetischen Buddhismus eine uralte Tradition; sie werden auf streng rituelle Weise hergestellt und dienen der Meditation. Als Abschlussfeier wurde das Mandala wieder aufgelöst und der Sand dem Würzenbach und so an die Natur zurückgegeben.

scher und christlicher Spiritualität auseinander. Dass es dabei um weit mehr als blosse Wissensvermittlung ging, bezeugen folgende Aussagen von Teilnehmenden: «Es war ein Erlebnis, einen so engagierten Rabbi leibhaftig zu erfahren und eine dialogische Atmosphäre zu spüren.» – «Ich fand dieses Seminar sehr bereichernd, weil die Dozentin nicht akademisches Wissen über den Hinduismus vermittelt, sondern eine lebensnahe Spur gelegt hat, um Tantra als spirituelle Praxis kennen zu lernen und für die eigene spirituelle Praxis nutzbar zu machen.» Dieser Masterlehrgang wird in Kooperation mit der Universität Salzburg und dem Lassalle-Haus durchgeführt. Module zu Islam und Buddhismus folgen 2011.

Lebendiger Master-Lehrgang Vertieft mit interreligiöser Begegnung und deren Voraussetzungen beschäftigten sich die 33 Absolventinnen und Absolventen des Master-Lehrgangs «Spirituelle Theologie im interreligiösen Prozess». Sie setzten sich in mehreren drei- bis viertägigen Seminarmodulen mit hinduistischer, jüdi-

RomeroTage und Filme zum Thema Menschenrechte Ein weiterer Höhepunkt 2010 waren die Zentralschweizerischen RomeroTage anlässlich des 30. Gedenktages der Ermordung Erzbischof Romeros. Verschiedene Solidaritätsorganisationen und Hilfswerke boten auf Initiative des RomeroHauses Veranstaltungen an, und über 500 Besucherinnen und Besucher nahmen daran teil. Ebenfalls auf viel Interesse stiessen die Filmtage Luzern zu den Menschenrechten (im stattkino), an denen drei Tage lang Filme über die aktuelle Situation der Menschenrechte im In- und Ausland zu sehen waren. Toni Bernet-Strahm

Zahlen aus dem RomeroHaus

Tibetischer Mönch gestaltet ein Mandala mit farbigem Sand im RomeroHaus.

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Jahresbericht 2010 Bethlehem Mission Immensee

Rund 3800 Personen besuchten im Jahr 2010 eine Veranstaltung und ca. 70 Personen einen Kurs des RomeroHauses. Im Durchschnitt waren es 50 Personen pro Veranstaltung. Rund 350 externe Gastgruppen sowie über 5000 Hotelgäste gingen im RomeroHaus ein und aus. Bewohnt und belebt wird das Haus zudem von einer Gruppe der Immenseer Patres, vom Interreligiösen Meditationszentrum, von drei Familien, die in der Schweiz Asyl gefunden haben, und von Schülerinnen und Schülern des Tages- und Mittagshorts.


Lesen, lernen, erfahren

Wertvolle Lebenserfahrungen mit HOPLAA

Frischer WENDEKREIS

Bildungsstelle: ein Blick in die weite Welt Der vormalige Bildungsdienst wurde 2010 neu als Bildungsstelle organisatorisch dem Ressort Mission zugeteilt. Damit ist deren Bezug zur Arbeit der BMIEinsatzleistenden direkt gegeben. Denn die Rückvermittlung ihrer Erfahrungen ist ein wichtiger Teil dieser Stelle. Die Angebote der Bildungsstelle richten sich an Jugendliche und Erwachsene, die sich mit globalen Themen auseinandersetzen möchten. Der Bildungsreferent José Amrein führt Veranstaltungen für Pfarreien und Gruppierungen vor Ort oder beim Missionshaus in Immensee durch. Freie Mitarbeitende bringen ihren Erfahrungshintergrund aus einer andern Kultur ein; die Förderung des interkulturellen Dialoges ist dabei ein wichtiges Anliegen. Erfahrungen der BMI-Fachpersonen f liessen ein, die Lerngemeinschaft Weltkirche wird im Austausch erlebbar, und die Nähe zur historischen Stätte der Hohlen Gasse bietet sich an, um auf Fragen von Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität einzugehen und sich darüber auszutauschen. Ein Bildungsangebot – lebensnah und mit einem Blick in die weite Welt.

Kleider machen Leute, wusste bereits Gottfried Keller. Die Zeitschrift WENDEKREIS will aber nichts vorstellen, was sie nicht ist, im Gegenteil. Das Ende 2010 aufgefrischte Layout gibt den fundierten Inhalten das Gewicht, das sie verdienen. So verweist das Titelblatt neu nicht nur auf das Dossier, sondern immer auch auf die Weltweit-Themen, die wesentlicher Bestandteil des WENDEKREIS bleiben werden. Das reiche Innenleben hat optisch noch mehr Luft bekommen. Besonderes Augenmerk wird auf die Bebilderung gerichtet, das können auch mal textunabhängige Bildstrecken sein. Der LeserInnenkreis dankte die Auffrischung mit positiven Zuschriften. Auch das Abo-Marketing schloss das Jahr mit erfreulichen Resultaten ab: Die abonnierte Auf lage konnte gehalten werden – keine Selbstverständlichkeit angesichts der Krise im Zeitschriftenmarkt. Veränderung gab es auch im Redaktionsteam. Neu kümmern sich Isabelle von Arx und Paula Marty zusammen mit Ruth Eberle um einen gehaltvollen WENDEKREIS.

Dreizehn junge Menschen haben 2010 ein Hospitationspraktikum (HOPLAA) der Bethlehem Mission Immensee absolviert. Für drei Monate haben sie mit weniger priviligierten Menschen in Afrika, Lateinamerika oder Asien das Leben geteilt. Begleitet und betreut wurden sie von Fachpersonen der BMI vor Ort. Und waren bisher vor allem junge Frauen dabei, so haben die Männer letztes Jahr tüchtig aufgeholt: Erstmals machten sie mit sechs an der Zahl fast die Hälfte aus. Einer von ihnen, Silvan Kamber fasst seine Erfahrungen auf den Philippinen zusammen: «Wenn man etwas Neues wagt und sich in ein unbekanntes und fremdes Abenteuer stürzt, macht man sehr wertvolle Erfahrungen, die sich auf ganz unterschiedliche Bereiche auswirken können. Denn im Praktikum setzt man sich direkt mit den sozialen und kulturellen Aspekten des Landes auseinander.» Dies kann den weiteren Lebensweg beeinf lussen. So haben sich mehrere ehemalige Praktikantinnen und Praktikanten später für einen dreijährigen Einsatz entschieden, oder sie bleiben auf andere Weise mit der Entwicklungszusammenarbeit verbunden. Informationen: Christine Suter Tel. 041 854 13 88, www.bethlehem-mission.ch/hoplaa und neu auch auf Facebook: facebook.com/hoplaa.praktikum

www.wendekreis.ch Abobestellung: Madelaine Müller Tel. 041 854 13 91 mmueller@bethlehem-mission.ch

Kontakt: José Amrein, Tel. 041 854 12 52 jamrein@bethlehem-mission.ch

Bethlehem Mission Immensee Jahresbericht 2010

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Leistungsbericht

Leistungen der BMI

Leistungsbericht BMI 2010

Gut vernetzt Die BMI ist gut vernetzt. In 11 Einsatzländern haben die Fachpersonen (FP) der BMI in Entwicklungsprojekten von Ortskirchen und lokalen NGOs mitgearbeitet. Die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit DEZA unterstützt diese Arbeit finanziell. In der Schweiz kooperiert die BMI u.a. mit: Unité, dem Dachverband von Organisationen der Personellen Entwicklungszusammenarbeit; Missionskonferenz für die deutsche und die rätoromanische Schweiz; Kageb, katholische Arbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung Schweiz; Interreligiöse Arbeitsgemeinschaft Schweiz IRAS; Klima-Initiative sowie mit der Arbeitsgemeinschaft für Entwicklungshilfe (AGEH) in Deutschland.

Arbeiten in Partnerschaft Die Zusammenarbeit mit Partnerorganisationen in den Einsatzländern stellt hohe Anforderungen an alle Beteiligten. Die BMI erkennt darin sowohl ein grosses Potenzial für wirksame Entwicklungszusammenarbeit wie auch Spannungsfelder. Das Profil für Fachpersonen ist komplex und anspruchsvoll, beruf liche und persönliche Qualifikationen, interkulturelle und kommunikative Kompetenzen sind erforderlich. Diese Erwartungen stehen in Spannung zum Freiwilligenstatus, der von den FP finanziellen Verzicht und Unsicherheit im Blick auf die berufliche Karriere bedeutet. Das Anforderungsprofil hängt mit der Grundkonstellation der Mitarbeit in Partnerorganisationen zusammen: Die FP bringen hohe Kompetenzen mit, doch die Entscheidungsverantwortung liegt bei der Partnerorganisationen und ihren lokalen Mitarbeitenden. Damit die gemeinsam erarbeiteten Ideen in der Praxis Wirkung zeigen, sind die FP in der Umsetzung auf die lokalen PartnerInnen angewiesen.

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Jahresbericht 2010 Bethlehem Mission Immensee

Die Personelle Entwicklungszusammenarbeit (PEZA) und die Informations- und Bildungsarbeit in der Schweiz ergänzen sich gegenseitig, die FP vermitteln ihre Erfahrungen für die Lebenswelt Schweiz. Das Ziel ist, bessere Rahmenbedingungen für die Bevölkerung in den Einsatzländern zu schaffen. 80 freiwillige Fachpersonen der BMI, 46 Frauen und 34 Männer, leisteten 2010 bei rund 50 Partnerorganisationen in Lateinamerika, Afrika und Asien ihren Einsatz. 6 Praktikanten und 7 Praktikantinnen haben das Bildungsangebot HOPLAA absolviert. Redaktion und Verlag WENDEKREIS haben 14 709 Abonnentinnen und Abonnenten mit 9 Ausgaben à 48 Seiten bedient. Mit Medienarbeit in allen drei Sprachregionen, der Website und einem elektronischen Newsletter wurde kontinuierlich über die Arbeit in Übersee und in der Schweiz informiert. Im RomeroHaus fanden rund 350 Veranstaltungen statt, die von total 3 800 Personen besucht wurden. In den vergangenen 5 Jahren wurden die Kurstage von Gastgruppen verdoppelt und die Anzahl der Kursteilnehmenden stieg gut anderthalbfach. Der Hotelbetrieb im RomeroHaus wurde weiter ausgebaut und erhielt das Qualitätsgütesiegel Q1 von Schweiz Tourismus. Über 5000 Hotelgäste gingen im Romerohaus ein und aus.

Finanzierung und Mitteleinsatz Ihre Tätigkeit finanziert die BMI durch Spenden und Legate in der Höhe von Fr. 5 534 699.– sowie durch Beiträge von öffentlichen und privaten Institutionen im Umfang von Fr. 2 277 913.–. Der betrieblich erwirtschaftete Ertrag aus Abonnements, Kursgeldern, Honoraren, dem Gästebereich des RomeroHauses etc. belief sich auf Fr. 2 227 149.–. In die PEZA wurden Fr. 4 111 373.– investiert. Für Bildungs- und Sensibilisierungsarbeit hat die BMI Fr. 4 271 926.– aufgewendet. Die restlichen Gelder wurden in der Mittelbeschaffung und Administration eingesetzt. Teres Steiger-Graf, Geschäftsleiterin BMI


Jahresrechnung 2010

Bilanz 2010 31.12.2010 CHF

31.12.2009 CHF

Umlaufvermögen Flüssige Mittel Forderungen aus Lieferung und Leistung Übrige Forderungen Forderungen gegenüber nahestehenden Organisationen Warenvorräte Aktive Rechnungsabgrenzung Total Umlaufvermögen

9 565 701.38 67 023.70 161 735.59 – 27 536.43 19 062.00 38 368.75 9 824 354.99

2 170 897.31 92 347.85 9 180.24 – 40 932.28 23 850.00 38 326.15 2 293 669.27

Anlagevermögen Mobilien Maschinen, Fahrzeuge Informatik Feste Einrichtungen in fremden Bauten Immatrielle Werte Darlehen an nahestehende Organisationen Total Anlagevermögen

75 537.23 11 680.00 29 907.79 1 001 138.32 10 811.16 – 1 129 074.50

59 028.99 22 946.18 108 556.41 1 069 054.52 21 622.33 8 400 000.00 9 681 208.43

10 953 429.49

11 974 877.70

Kurzfristiges Fremdkapital Kurzfristige Verbindlichkeiten Passive Rechnungsabgrenzung Kurzfristige Rückstellungen Rückstellung Wiedereingliederung Total kurzfristiges Fremdkapital

274 678.89 171 428.10 142 749.25 538 194.00 1 127 050.24

234 789.36 83 062.35 205 450.00 434 287.80 957 589.51

Langfristiges Fremdkapital Langfristige Verbindlichkeiten Total langfristiges Fremdkapital

58 400.00 58 400.00

58 400.00 58 400.00

Fondskapital zweckgebunden Fonds Einsätze Übersee Dr. Maria Fischer-Fonds Fonds für Auslandeinsätze Fonds Projekte Übersee Total Fondskapital zweckgebunden

3 978 979.03 208 122.50 137 756.71 254 951.78 4 579 810.02

4 148 529.16 273 122.50 204 389.51 410 392.53 5 036 433.70

Organisationskapital Einbezahltes Kapital Erarbeitetes freies Kapital Total Organisationskapital

4 820 000.00 368 169.23 5 188 169.23

4 820 000.00 1 102 454.49 5 922 454.49

10 953 429.49

11 974 877.70

AKTIVEN

AKTIVEN

PASSIVEN

PASSIVEN

Bethlehem Mission Immensee Jahresbericht 2010

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Jahresrechnung 2010

Betriebsrechnung 2010 Anm.

2010 CHF

Vorjahr CHF

4 865 844.34 668 855.20 526 314.00 110 000.00 206 599.25 1 400 000.00 35 000.00 7 812 612.79

5 325 616.91 483 628.56 500 639.60 105 000.00 373 250.42 1 400 000.00 5 000.00 8 193 135.49

935 098.58 62 659.10 148 512.10 1 072 833.10 8 046.40 2 227 149.28

958 921.01 89 083.40 184 940.25 1'089 785.70 134 948.35 2 457 678.71

10 039 762.07

10 650 814.20

– 2 348 559.04 – 1 026 912.72 – 269 983.33 – 461 178.22 – 2 060.75 – 2 679.93 – 4 111 373.99

– 2 487 037.11 – 1 142 981.08 – 233 314.45 – 557 279.63 – 11 727.00 – 3 641.10 – 4 435 980.37

Projekte Inland Personalaufwand Sachaufwand / Werbung Unterhaltskosten Abschreibungen Total Projekte Inland

– 2 425 760.70 – 1 573 079.40 – 95 849.57 – 177 236.38 – 4 271 926.05

– 2 835 690.48 – 1 514 422.96 – 96 399.57 – 236 315.91 – 4 682 828.92

Total direkter Projektaufwand

– 8 383 300.04

– 9 118 809.29

– 1 505 736.38 – 935 437.69 – 116 767.38 – 175 121.42 – 2 733 062.87

– 1 515 858.47 – 1 015 921.21 – 87 013.79 – 157 001.10 – 2 775 794.57

– 11 116 362.91

– 11 894 603.86

– 1 076 600.84

– 1 243 789.66

138 140.47 – 97 007.82 41 132.65

241 262.13 – 55 155.32 186 106.81

– 1 035 468.19

– 1 057 682.85

301 182.93

121 259.48

– 734 285.26

– 936 423.37

734 285.26

936 423.37

0.00

0.00

ERTRAG Zuwendungen Dritter Spenden Legate / Erbschaften Beiträge Missionsgesellschaft Bethlehem und SMB-Regionen Beitrag Fastenopfer Beiträge kirchlicher Organisationen / Dritter Beitrag Bund (DEZA) Beitrag Stiftung Geschwister Butz Total Zuwendungen Dritter

A

Ertrag aus Leistungserbringung WENDEKREIS, BMI-Bild, Karten Bildungsangebot / Kampagnen / Dienstleistungen Eigene Kurse und Veranstaltungen (RomeroHaus) Gästebereich (RomeroHaus) Diverse Erträge Total Ertrag aus Leistungserbringung Total Ertrag AUFWAND Projekte Übersee Personalaufwand / Fremdhonorare Einsatzkosten Fachpersonen Einsatzkosten Koordinationen Übriger Projektaufwand Unterhaltskosten Abschreibungen Total Projekte Übersee

Administrative Dienste und Spendendienst Personalaufwand Sachaufwand Unterhaltskosten Abschreibungen Total administrativer Aufwand

B

C

Total Aufwand für Leistungserbringung Zwischenergebnis 1 Finanzergebnis Finanzertrag Finanzaufwand Total Finanzergebnis Zwischenergebnis 2 Fondsergebnis Entnahme aus zweckgebundenen Fonds Ergebnis vor Zuweisung an Organisationskapital Entnahme erarbeitetes freies Kapital Ergebnis nach Zuweisung an Organisationskapital

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Jahresbericht 2010 Bethlehem Mission Immensee

D


Anmerkungen Betriebsrechnung A

Diözesen, Deutscher Kath. Missionsrat, Adveniat, Solidarität Dritte Welt

B

Projekte Übersee nach Einsatzgebiet Programme und Projekte Lateinamerika Programme und Projekte Afrika Programme und Projekte Asien Personalgewinnung und Ausbildung Projektbearbeitung und Programmsteuerung

C

Vorstand, GV, GL, Rechnungswesen, Informatik, Spendendienst

D

Jede für ein Projekt bestimmte Spende fliesst in das entsprechende Projekt. Erst wenn die jährlich budgetierten Projektkosten gedeckt sind, wird die Spende einem anderen Projekt im gleichen Land, danach einem anderen Projekt im gleichen Kontinent zugewiesen.

2010 – 1 638 577 – 755 180 – 528 956 – 703 839 – 484 821

Vorjahr – 1 813 176 – 1 048 375 – 461 853 – 613 060 – 499 517

Anhang zur Jahresrechnung 2010 (Auszug) Grundsätze der Buchführung und der Rechnungslegung Die Jahresrechnung wird in Übereinstimmung mit den Fachempfehlungen zur Rechnungslegung Swiss GAAP FER erstellt. Es wird das gesamte Regelwerk eingehalten. Sie entspricht dem schweizerischen Gesetz wie auch den Grundsätzen und Richtlinien der Stiftung ZEWO sowie den Bestimmungen der Statuten. Die Jahresrechnung vermittelt ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage (true and fair view). Bilanzstichtag ist der 31. Dezember. Verpflichtungen Es bestehen weder Bürgschaften, Garantieverpflichtungen, Pfandbestellungen noch Eigentumsvorbehalte zu Gunsten Dritter. Forderungen / Verbindlichkeiten / Transaktionen gegenüber nahestehenden Organisationen Ab dem Geschäftsjahr 2010 verrechnet das Missionshaus Bethlehem an die Bethlehem Mission Immensee die Büroräumlichkeiten in Immensee sowie die Räumlichkeiten im RomeroHaus Luzern. Der gesamte Mietzinsaufwand betrug im Berichtsjahr CHF 528'000.–. Der Austausch der übrigen Leistungen zwischen den nahestehenden Organisationen erfolgt zu internen Verrechnungssätzen.

Erläuterungen zur Bilanz Aktive Rechnungsabgrenzung Auslagen Projekte im neuen Jahr Total

Sachanlagespiegel

Bestand am 1.1.2010 Zugänge Abgänge Bestand am 31.12.2010 Abschreibungen Kumulierte Abschreibungen per 1.1.2010 Zugänge Abschreibungen 2010 Kumulierte Abschreibungen per 31.12.2010 Buchwert am 31.12.2010

Passive Rechnungsabgrenzung Auslagen Projekte im alten Jahr Total

31.12.10 38 368.75 38 368.75

31.12.09 38 326.15 38 326.15

Mobilien

Maschinen Fahrzeuge

EDV

Feste Einrichtungen

714 992.54 35 542.20 – 750 534.74

140 139.55 – – 140 139.55

1 282 843.36 39 912.95 – 1 322 756.31

1 528 821.20 127 448.65 – 1 656 269.85

– 655 963.55 – 19 033.96 – 674 997.51 75 537.23

– 117 193.37 – 11 266.18 – 128 459.55 11 680.00

– 1 152 664.62 – 129 372.74 – 1 282 037.36 40 718.95

– 459 766.68 – 195 364.85 – 655 131.53 1 001 138.32

31.12.10 171 428.10 171 428.10

31.12.09 83 062.35 83 062.35

Bethlehem Mission Immensee Jahresbericht 2010

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Jahresrechnung 2010

Rückstellung Wiedereingliederungssumme

Wiedereingliederungssumme Wiedereingliederungssumme für Langzeiteinsätze Total

Bestand 1.1.2010

Zugang

Abgang

Bestand 31.12.2010

403 870.00 30 417.80 434 287.80

268 440.00 2 576.20 271 016.20

– 162 710.00 – 4 400.00 – 167 110.00

509 600.00 28 594.00 538 194.00

Pro Monat wird grundsätzlich eine bestimmte Summe gemäss Vertrag mit den Einsatzleistenden zurückgestellt. Die Wiedereingliederungssumme wird bei Vertragsende an die Einsatzleistenden ausbezahlt.

Veränderung Fondskapital zweckgebunden Einsätze Übersee Fonds Asien Fonds Afrika Fonds Lateinamerika Spezialfinanzierungen FP Fonds für Auslandeinsätze Dr. Maria Fischer-Fonds Total zweckgebundene Mittel

Bestand 1.1.2010

Zugang

Abgang

int. Transfer

Bestand 31.12.2010

142 768.17 1 060 385.29 2 945 375.70 410 392.53 204 389.51 273 122.50 5 036 433.70

60 520.65 – 115 897.04 128 202.65 – – 304 620.34

– 111 205.25 – 147 817.20 – 86 945.37 – 283 643.40 – 66 632.80 – 65 000.00 – 761 244.02

– – – – – – –

92 083.57 912 568.09 2 974 327.37 254 951.78 137 756.71 208 122.50 4 579 810.02

Zuwendungen mit einschränkender Zweckbindung werden als Fondskapital ausgewiesen. Die aufgeführten Fonds haben folgende Zweckbestimmungen: Einsätze Übersee / Fonds für Auslandeinsätze

Die geäufneten Mittel werden zur Finanzierung der Tätigkeit der BMI im Ausland eingesetzt.

Spezialfinanzierungen Finanzierungsprojekte

Die gesammelten Mittel, welche für ausserhalb des eigentlichen Tätigkeitsgebietes der BMI, jedoch damit in engem Zusammenhang stehenden Spezialprojekte verwendet werden, sind unter dem Fondskapital separat ausgewiesen.

Dr. Maria-Fischer Fonds

Die Mittel dieses Fonds dürfen nur für Frauenförderungs- und Gesundheitsprojekte in Südamerika eingesetzt werden.

Veränderung des Organisationskapitals

Einbezahltes Kapital Erarbeitetes Kapital Total

Bestand 1.1.2010

Zugang

Abgang

Bestand 31.12.2010

4 820 000.00 1 102 454.49 5 922 454.49

– – –

– – 734 285.26 – 734 285.26

4 820 000.00 368 169.23 5 188 169.23

Das einbezahlte Kapital umfasst diejenigen Mittel, welche die Mitglieder bei der Gründung der BMI eingelegt haben. Die kumulierten Jahresgewinne und -verluste werden unter der Position «erarbeitetes Kapital» ausgewiesen.

Erläuterungen zur Betriebsrechnung Entschädigung an Vorstand, GV, Delegierte Sitzungsgelder Präsidium Sitzungsgelder Vorstandsmitglieder Spesen Total Fundraisingaufwand Fundraisingaufwand Total Transaktion mit Nahestehenden Anteil Wertschriftenertrag SMB Total

2010 16 264.00 46 053.55 15 037.65 77 355.20

Vorjahr 9 332.45 32 088.95 9 636.90 51 058.30

2010 1 339 824.34 1 339 824.34

Vorjahr 1 379 785.42 1 379 785.42

2010 125 589.05 125 589.05

Vorjahr 180 000.00 180 000.00

Die vollständige Jahresrechnung nach Swiss GAAP FER sowie der Prüfungsbericht der OPES Revision AG ist auf unserer Homepage abrufbar. www.bethlehem-mission.ch

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Jahresbericht 2010 Bethlehem Mission Immensee


Organisation

Verein

Vorstand

Mitglieder

Der Verein Bethlehem Mission Immensee (BMI) wurde am 17. November 2000 gegründet. Er engagiert sich in der Personellen Entwicklungszusammenarbeit sowie der Informations- und Bildungsarbeit in der Schweiz. Er führt die Tätigkeiten weiter, die mit der Gründung der Missionsgesellschaft Bethlehem (SMB) vor 90 Jahren (1921) ihren Anfang nahmen.

Der Verein wird vom Vorstand unter dem Präsidium der ehemaligen Nationalrätin Rosmarie Dormann geleitet. Die weiteren Vorstandsmitglieder sind: Emilio Näf, August Blunschi, Simone Dollinger und Andreas Heggli.

Träger des Vereins BMI sind die Missionsgesellschaft Bethlehem (SMB) und der Partnerverein Bethlehem. Beide sind im BMIVorstand vertreten und wählen ihre Delegierten, welche an der Generalversammlung die Strategie der BMI diskutieren und festlegen.

Die SMB ist eine Gemeinschaft von Priestern und Brüdern. Der Partnerverein ist ein Zusammenschluss von Mitarbeitenden, von im Ausland Einsatz leistenden Fachpersonen und von der BMI nahestehenden Personen. Diese Struktur ermöglicht eine partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Klerikern und Laien.

Organigramm Stabstelle

Geschäftsleiterin Teres Steiger-Graf

Ressort Finanzen

Ressort Personal

Zentrale Dienste Regionalstelle italienische Schweiz IT-Support

Gremien-Sekretariat Ressort Mission Franz Erni

– Programmverantwortung Lateinamerika, Afrika, Asien – Personalgewinnung, Bildung und HOPLAA – Fachpersonen in Lateinamerika, Afrika, Asien – Regionalstellen Fribourg und Rottweil (D)

Ressort Kommunikation Veronika Sutter

– Spendendienst – Redaktion WENDEKREIS – PR/Medienarbeit/Marketing – Dienstleistungen

Ressort RomeroHaus Toni Bernet-Strahm

– Veranstaltungen und Kurse – Gastgruppen und Hotel

Geschäftsleitung

Bethlehem Mission Immensee Jahresbericht 2010

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Bethlehem Mission Immensee

Bethlehemweg 10 Postfach 62 CH-6405 Immensee Tel. +41 (0)41 854 11 00 Fax +41 (0)41 854 14 00 Postkonto 60-394-4 E-Mail: info@bethlehem-mission.ch www.bethlehem-mission.ch


Jahresbericht 2010