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Schweizer Fachmagazin für Hotellerie und Gastronomie

12 | 2015

PHILIPP FRUTIGER

Warum das neue Atlantis by Giardino Erfolg haben wird E-MARKETING

Was erwartet die Hoteliers 2016? HOTELIER-RATING

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Das sind die besten Champagner 2015

DER SIEGER

RAPHAEL WYNIGER IST DER ERSTE

«HOTELIER DES JAHRES». Was zeichnet den 40-jährigen Basler Dreisterne-Hotelier besonders aus? INTERVIEW UND BILDER auf den Seiten 20 bis 27.


CHECK-IN EDITORIAL

Auf die Zukunft! Nur die Guten, die Erfolgreichen und die Innovativen werden überleben. Klar positionierte, einzigartige Hotel-Betriebe, die über authentische, regional verankerte und nachhaltige Angebote verfügen.

Wechselkursprobleme und Rahmenbedingungen hin oder her, die zentralen Fragen für die Hotellerie lauten: Was sind die künftigen Herausforderungen für unsere Branche? Wie lauten die Schlüsseltrends? Was erwartet der Gast in fünf oder zehn Jahren? Was kann und will ich dem Gast anbieten? Um es vorwegzunehmen: Nur die Guten, die Erfolgreichen, die Professionellen und die Innovativen werden überleben. Klar positionierte, einzigartige Hotel-Betriebe, die über passende, authentische, regional verankerte, nachhaltige und zielgruppenspezifische Angebote verfügen – und in jedem Bereich des Hotels Top-Serviceleistungen bieten. Egal, ob Privat- oder Ketten-Hotel, Budget- oder Luxushaus. Laut einer in England publizierten wissenschaftlichen Studie über die Hotellerie der Zukunft sind folgende Trends absehbar: Die Preissensibilität nimmt in allen Segmenten massiv zu. Über 80 Prozent der Gäste (Business und Freizeit) achten bereits heute auf die beste Rate, wenn sie ein Zimmer oder Ferien buchen. Erfolg werden künftig vor allem Marken-Hotels haben. Hotels mit einem klaren Brand oder Image. Das gilt auch für eher kleine Privat-Hotels. Ein weiterer Trend: BusinessGäste verlangen immer mehr auch Freizeitangebote. Das reine Business-Hotel ist out, gefragt sind Häuser, wo der Geschäftsreisende auch Vergnügen und Erholung findet (Stichwort City-Resorts). Der Wettbewerb unter den Hotels nimmt zu. Die Folge: Innovations- und Investitionsdruck. Hotels werden deshalb vermehrt kooperieren. Und in der KettenHotellerie kommt es zu Fusionen (Beispiel Marriott - Starwood). Weiter gehen die Trendforscher von einer wachsenden Segmentierung aus. Es geht also darum, die für das Hotel relevanten Zielgruppen durch gezieltes Marketing anzusprechen. Und ganz wichtig: Hotels, die sich von ihren Konkurrenten abheben wollen, müssen mehr bieten als «ruhige Zimmer mit Frühstück». Der Gast erwartet Mehrwert in Form von Service oder Zugaben. Der Einfluss der digitalen Medien und Plattformen auf die Hotellerie nimmt weiter zu. Vor allem, wenn es um Auswahl, Buchung und Bewertung geht. Keine Frage, die eigene Website ist ein Muss. Doch rund 30 Prozent(!) der Schweizer Hotels sind noch immer nicht online. Der Gast verlangt Preistransparenz und eine gewisse Preistreue. Fazit: Die Hoteliers müssen artikulieren und beweisen, weshalb ihr Angebot den ausgewiesenen Preis wert ist. Social Media ist zwar (theoretisch) ein grosses Thema, aber die wenigsten Hoteliers nutzen die Social-Media-Kanäle (Facebook usw.) richtig und sinnvoll. Das wird in Zukunft anders sein. Und: Buchungen über mobile Applikationen (Apps) nehmen rasant zu. Die Mobiltelefone (Smartphones) werden das Gästeverhalten revolutionieren. Kurz und gut: Der Gast sucht in Zukunft bewusst das passende Hotel-Konzept für seinen Bedarf. Sie sehen, liebe Hoteliers, die Zukunft wird spannend und herausfordernd. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Glück, gute Ideen und – Wechselkurs hin oder her – nur das Beste für 2016. Auf die Zukunft! HANS R. AMREIN, Chefredaktor

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CHECK-IN

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Editorial: Chefredaktor Hans R. Amrein über das Hotel-Jahr 2015 und die Zukunft der Branche.

HOTELIER-EVENT

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Mehr als 300 Hoteliers trafen sich beim grossen Event «Hotelier des Jahres 2015» im Volkshaus Basel. Die Bilder des Events – exklusiv im «Hotelier».

SZENE

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People: Informationen und Geschichten rund um Menschen in Hotellerie und Gastronomie. Event: Hoteliers und Hotel-Experten am Igeho-Talk «Die Krise der 3-Sterne-Hotellerie». Schweiz: Neue Hotels, Projekte, Konzepte, Eröffnungen. News aus der Schweizer Hotel-Szene. Ausland – Schwerpunkt: Der unglaubliche Fall des Schweizer Luxus-Hoteliers Reto Wittwer: «Davongejagt wie ein gemeiner Dieb». Ausland – Schwerpunkt: Wenn Roboter Gäste betreuen. Im Hotel Henn-na bei Nagasaki erledigen Roboter einen Grossteil des Services – und senken die Personalkosten. Ist das schon bald – auch in der Schweiz – die Zukunft der Low-Budget-Hotellerie? ZU GAST

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FOOD & BEVERAGE

SPECIAL Champagner: Das europäische Weinmagazin «Vinum» wählte Charles Heidsieck zum «Champagner-Haus des Jahres 2015». An der Champagne & Sparkling Wine World Championship 2015 wurden die edlen Schaumweine von Charles Heidsieck mit Bestnoten («Best in Class») ausgezeichnet. Champagner-Rating 2015: 12 Wein-Experten und Sommeliers aus der ganzen Schweiz haben mehr als 130 verschiedene Champagner getestet (Blinddegustation). Die Resultate im aktuellen «Hotelier». E-MARKETING

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«Hotelier»-Round Table: E-Marketing-Trends 2016. Was erwartet die Hoteliers im neuen Jahr?

Hans Peter Spreng über echte Gastfreundschaft. Worauf es wirklich ankommt! 10 FRAGEN AN

Philipp Frutiger, CEO der Giardino Hotel Group: «Wachstum ja, aber nicht um jeden Preis.» HOTELIER-TALK

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Wer ist der «Hotelier des Jahres 2015»? Wie denkt er über den Award, was bedeutet ihm diese Ehre, und warum gilt er als «Vorzeige-Hotelier» für die Branche? Lesen Sie das grosse Interview. 12 I2015


CHECK-IN INHALT

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TECHNIK & AMBIENTE

Hotel-Design: Nach einer vollständigen Renovation wurde am 1. Dezember das Hotel Atlantis by Giardino auf dem Zürcher Üetliberg wiedereröffnet – als «Urban Retreat» mit 95 Zimmern und Suiten. INNOVATION & ORGANISATION

Public Relations und Hotellerie: Ein Interview mit PR-Profi Tomas Niederberghaus über HotelGeschichten und das, was man heute «Storytelling» oder die «Kunst des Erzählens» nennt. 10 Jahre Stalderprojects: Wie geht es weiter mit der Schweizer Hotellerie? Ein Interview mit dem Experten und Kolumnisten Adrian Stalder. RATGEBER

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Marketing: 4 Sterne nur wegen Corporate-Geschäft? Kommunikation: Wer schreibt meine Jubiläumsrede für mich? Food & Beverage: Wo gibt es die besten Austern? HOTEL-TEST

Grand Hotel du Lac, Vevey: 1868 eröffnet, verfügt das Grand Hotel du Lac in Vevey über gerade mal 50 Zimmer – und mit dem Restaurant «Les Saisons» über ein Michelin-Lokal. Wie weit trifft der Slogan «Entdecken Sie neue Gefühle» auf das Boutique-Luxushaus zu? CHECK-OUT

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Stalder's: Die Kolumne von Adrian Stalder.

Titelseite «Hotelier des Jahres 2015» (mit Pokal und Champagner Charles Heidsieck), fotografiert von Tanya Hasler und Holger Jacob. 12 I2015

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CHARLES HEIDSIECK

Champagner-Haus des Jahres 2015 3


SZENE PEOPLE

KONGRESS UND KURSAAL BERN

Kevin Kunz wird neuer CEO

Ab Mai 2016 wieder in Bern: Kevin und Karin Kunz.

Der Verwaltungsrat der Kongress und Kursaal Bern AG hat den Hotelier Kevin Kunz zum neuen CEO für den Kursaal Bern und das Hotel Allegro gewählt. Er tritt die Nachfolge von Elisabeth Dalucas an, die den Kursaal Bern kurzfristig verlassen hat. Kevin Kunz wird die Aufgabe als CEO des Berner Kursaals und des Viersterne-Superior-Hotels Allegro zusammen mit seiner Frau Karin am 1. Mai 2016 überneh-

men. Das Ehepaar Kunz führt aktuell seit acht Jahren erfolgreich die SeilerHotel-Gruppe in Zermatt mit dem Flaggschiff «Mont Cervin Palace». Der gebürtige Berner kehrt nach über 20 Jahren, damals als Direktor des Hotels Belle Epoque, in die Bundes-

stadt zurück. «Ich freue mich sehr auf die spannende und herausfordernde Aufgabe, die Geschicke der Kongress und Kursaal Bern AG in den nächsten Jahren mitbestimmen und prägen zu dürfen», sagt Kevin Kunz. Als CEO führte der 55-Jährige seit März 2007 die SeilerHotel-Gruppe in Zermatt. Zu den Häusern der Gruppe gehören das Viersterne-Boutique-Hotel Monte Rosa mit 41 Zimmern, das Fünfsterne-Hotel Mont Cervin Palace mit 150 Zimmern sowie fünf Restaurant-Betriebe. Kunz setzte sich in Zermatt entscheidend für das touristische MICEGeschäft ein. Kevin Kunz wird die Geschäfte des Berner Kursaals zusammen mit seiner Frau Karin führen. Sie war bereits in früheren Jahren als Leiterin HR und Administration für den Kursaal Bern tätig. Karin Kunz führte in Zermatt das «Mont Cervin Palace» und zeichnete für Marketing und Sales der Seiler-Hotels verantwortlich. Vorgängige Stationen des Hotelier-Paares Kunz waren das Club Resort Giverola in Spanien und das American-Colony-Hotel in Jerusalem. Beide verfügen über ein weites nationales und internationales Netzwerk. Kevin und Karin Kunz folgen auf Elisabeth Dalucas, die das Unternehmen verlassen hat. Lukas Meier wird in seiner Stellvertreter-Funktion des CEO interimistisch das operative Tagesgeschäft führen, bis das Ehepaar Kunz im Frühjahr die Leitung übernimmt.

RELAIS & CHÂTEAUX

Preis für Dario und Tamara Cadonau Von Frankreich bis Taiwan und Brasilien, von den legendären Restaurants des Napa Valley bis zum luxuriösen Schweizer Retreat «In Lain Hotel Cadonau» stehen die Gewinner der Relais & Châteaux Trophy für den speziellen «Way of Life», der die Hotel-Vereinigung auszeichnet. «Mit ihren exzellenten Ideen und Leistungen und der Präzision in der Umsetzung haben sich die zwölf Häuser ihre Auszeichnungen verdient», so Relais & Châteaux in einer Mitteilung. Das «In Lain Hotel Cadonau» hatte sich durch den Umbau des traditionsreichen Haupthauses und den modernen Erweiterungsbau mit Lounge-Bar und elf Suiten für den Innovation Award qualifiziert.

An der Delegiertenversammlung der Hotel & Gastro Union wurde Esther Lüscher als Nachfolgerin des scheidenden Präsidenten Georges Knecht gewählt. Die 47-jährige Aargauerin Esther Lüscher ist eidg. dipl. Hauswirtschaftsleiterin. Sie ersetzt Georges Knecht, der aufgrund der Altersbeschränkung zurücktrat.

Gewinner des Swiss Travel Award 2015

Gamal Aziz, Präsident und Geschäftsführer von Wynn Macau Limited, wurde von der Ecole hôtelière de Lausanne (EHL) in ihr internationales Advisory Board (IAB) berufen. Gamal Aziz bringt einen langjährigen Background in der Spiel- und Hospitality-Branche mit. Er bekleidete zahlreiche Funktionen im Senior Management namhafter Betriebe in den USA, darunter die Hotels Caesars Palace, MGM Grand und Bellagio in Las Vegas, das Plaza in New York sowie das St. Francis in San Francisco.

Was Rang und Namen in der Schweizer Reisebranche hat, war auch an der diesjährigen Verleihung der Swiss Travel Awards 2015 dabei. Ausgezeichnet wurden dort einmal mehr die Top-Leistungen in der Reisebranche. Mövenpick Hotels & Resorts durfte sich dabei erneut über einen Preis freuen: Peter Keller, International Sales Director für die Schweiz und Zentral-Europa, nahm im Namen der internationalen Hotel-Kette die höchste Auszeichnung in der Kategorie «Hotel Chains» entgegen.

Andy Kunz ist neuer General Manager im thailändischen Resort Point Yamu der Como Hotels and Resorts. Der Schweizer ist für 106 Villen, Suiten und Zimmer verantwortlich. Kunz bringt 20 Jahre Erfahrung in der HotelIndustrie mit nach Thailand. Der Schweizer machte seinen Abschluss an der Ecole Hôtelière de Lausanne.

Sie freuen sich über den Award: «Wir sind sowohl Gastgeber als auch Unternehmer, die ständig innovieren.»

MÖVENPICK HOTELS & RESORTS

Mövenpick-Manager Peter Keller mit dem Preis in der Kategorie «Hotel Chains».

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SZENE PEOPLE

HOTELLERIESUISSE

Christoph Juen tritt 2016 zurück

Hotelleriesuisse-Präsident Andreas Züllig: «Christoph Juen hat hervorragende Arbeit im Dienste des Verbandes und der gesamten Branche geleistet.»

Christoph Juen, langjähriger CEO von Hotelleriesuisse, hat sich entschieden, die operative Führung des Unternehmerverbandes der Schweizer Hotellerie an der Delegiertenversammlung am 7. Juni 2016 abzugeben. Seit dem Jahr 2000 steht Christoph Juen als CEO an der Spitze des Unternehmerverbandes der Schweizer Hotellerie. Unter seiner Führung hat sich Hotelleriesuisse zu einer hoch professionellen Organisation entwickelt, welche die Interessen der Ho-

tellerie in Wirtschaft, Medien und Politik engagiert und glaubwürdig vertritt und als konstruktive, lösungsorientierte Partnerin wahrgenommen wird. Nach 16-jähriger Verbandstätigkeit hat sich Christoph Juen in Absprache mit Präsident und Verbandsleitung entschieden, die operative Führung an der Delegiertenversammlung am 7. Juni 2016 in jüngere Hände zu legen. Die Verbandsleitung bedauert den Rücktritt, versteht aber seinen Wunsch, einen neuen Lebensabschnitt zu planen. Der heute 62-Jährige wird sich nach seinem Rücktritt auf strategische Aufgaben innerhalb und ausserhalb der Hotel- und Tourismusbranche konzentrieren und entsprechende Verwaltungs- und Stiftungsratsmandate übernehmen.

RADISSON BLU HOTEL, ZÜRICH-AIRPORT

Abschieds-Party für Werner Knechtli Fünf Jahre lang führte er mit grossem Erfolg das Radisson Blu Hotel, Zürich-Airport, seit über 30 Jahren steht er in Diensten der Rezidor-Hotel-Gruppe. Er eröffnete und führte grosse Hotels von Rezidor im Mittleren Osten, in London, Wien, Frankreich und Berlin. Jetzt zieht sich Werner Knechtli aus dem operativen Alltagsgeschäft zurück. Am 9. Dezember lädt der 63-jährige Hotelier mit Aargauer

Wurzeln Freunde und Hoteliers aus aller Welt zur grossen Abschiedsparty ins Radisson Blu Hotel im Zürcher Flughafen. Werner Knechtli will in Zukunft als Berater und Verwaltungsrat für verschiedene Hotels und HotelGruppen aktiv sein.

Geht Ende Dezember in den Ruhestand: Werner Knechtli.

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TALK LIVE

Wenn sich 3-Sterne-Hoteliers

treffen

BILDER Holger Jacob

«Hotelier»-Chefredaktor Hans R. Amrein führte an der diesjährigen Schweizer Fachmesse Igeho in der Messe Basel drei Talk-Runden mit Hoteliers und Hotel-Experten durch. Am ersten «Hotelier Talk live» diskutierten Hoteliers und Experten über die «Krise in der Dreisterne-Hotellerie» und den neuen Verein «Best 3 Star Hotels of Switzerland». Fazit: Das DreisterneSegment hat eine grosse Zukunft, sofern die Hoteliers in ihre «Produkte» investieren, Gäste-Bedürfnisse erkennen und sich klar positionieren.

Adrian Stalder (mit neuem Buch).

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Roland Tischhauser («Bad Bubendorf»), Heike Schmidt, Jan Stiller («Lenkerhof»).

Fiorenzo Fässler und Claudia Wettstein (Smarket AG). 12 I2015


SZENE PEOPLE HOTELIER TALK AN DER IGEHO 2015

Martin Studer, Petra Emmel (Hotel-Manager), Roland Berger (Berater).

Michael Thomann (CEO Sorell-Hotels), Raphael Wyniger («Teufelhof Basel»).

Peter Grossholz (Moderator), Dominique Dresel (Messeleiterin Igeho).

Daniel Beerli (Hotelleriesuisse), Adrian Stalder, Hans U. Gerber (Lead-Auditor).

Laurenz Schmid, Heiner Lutz («Ermitage», Schönried). 12 I2015

Beat Krippendorf (Präsident SQHI).

Philipp Hangartner (Swissfeel).

Felix Suhner (Balance-Hotels) mit Gattin Rhéane.

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SZENE SCHWEIZ

MARRIOTT ÜBERNIMMT STARWOOD-HOTELS

Grösste Hotel-Gruppe der Welt

Gehört zu Starwood: Sheraton-Hotel Zürich-West.

In den letzten Monaten überschlugen sich die Spekulationen zum Kauf von Starwood Hotels & Resorts. Seit Mitte November ist klar: Für 12,2 Milliarden US-Dollar übernimmt Marriott International den Konkurrenten Starwood. Damit entsteht das weltweit grösste Hotel-Unternehmen. Die beiden US-amerikanischen Hotel-Konzerne Marriott International und Starwood Hotels & Resorts Worldwide haben am 16. November bekannt gegeben, dass die Verwaltungsräte beider Firmen einstimmig einen definitiven Fusionsvertrag gebilligt hätten.

Das kombinierte Unternehmen wird mit 1,1 Millionen Zimmern in mehr als 5500 Hotels in über 100 Ländern der weltweit grösste Hotel-Konzern. Für den Kauf der nationalen Konkurrentin zahlt Marriott International 12,2 Milliarden US-Dollar. Starwood-Aktionären sollen je Papier 0,92 Aktien von Marriott und zwei US-Dollar angeboten werden. Der Deal soll bis Mitte nächsten Jahres abgeschlossen sein. Durch den Zusammenschluss erwartet Marriott Kosteneinsparungen von rund 200 Millionen Dollar pro Jahr. Starwood-Hotels soll weiterhin Hotel-Immobilien verkaufen und so die eingeplanten 1,5 bis 2 Milliarden Dollar als Nachsteuerergebnis einfahren. Durch die Transaktion soll für die führenden elf LifestyleMarken von Starwood dank einer starken Präsenz von Marriott im Luxus-, Kongress- und Resort-Segment ein umfassendes Portfolio geschaffen werden, schreiben die beiden Unternehmen. Der Umsatz beider Unternehmen belief sich zwischen September 2014 und September 2015 auf 2,7 Milliarden US-Dollar. Mit dem Mega-Deal nehmen die Spekulationen zum Kauf von Starwood ein Ende. Seit dem Bekanntwerden der Verkaufsabsichten im Mai kamen verschiedene Käufer ins Gespräch. Zu den häufig genannten Interessenten gehörten unter anderem die chinesischen Unternehmen HNA Group Co. und Jin Jiang International (Holding) Co. oder die europäischen Gruppen Accorhotels und Intercontinental Hotels (IHG) sowie die US-amerikanische Hotel-Kette Hyatt. In der

Gehört zu Marriott: Renaissance-Hotel Zürich-West.

Schweiz gehören das Zurich-MarriottHotel, die beiden Renaissance-Hotels in Zürich und Luzern, das Zurich Tower Hotel, die beiden zur Autograph-Collection gehörenden The Hotel Lucerne und das Kameha Grand in Zürich sowie die beiden Courtyard Hotels in Zürich und Basel zur Marriott-Gruppe. Starwood ist hierzulande im Besitz des Sheraton Davos-Hotels Waldhuus und der drei Sheraton-Hotels in Zürich sowie des Hotels President Wilson in Genf und des Hotels W Verbier.

STEIGENBERGER ALPENHOTEL, GSTAAD

Neue Leitung und neues Konzept Nach dem Verkauf ihres Alpenhotels & Spa in Gstaad-Saanen an die HUUS Gstaad AG, zieht sich die Steigenberger Hotel Group aus dem Berner Oberland zurück. Das Viersterne-Haus wird im Dezember 2016 unter dem neuen Namen «HUUS» mit neuem Konzept und neuer Leitung wiedereröffnen. Die Acron Helvetia II Immobilien AG hat Mitte November den Verkauf der Hotel-Immobilie Steigenberger Alpen-Hotel & Spa in Gstaad-Saanen bekannt gegeben. Die Investitionsliegenschaft – mit Hotel und Personalhaus – wurde für 26,2 Millionen Franken an die HUUS Gstaad AG verkauft. Im Zuge dieser Übernahme gibt die Steigenberger Hotel Group ihren Standort im Berner Oberland auf. Seit 1981 war das Viersterne-Hotel Bestandteil der Steigenberger-Gruppe, die den Betrieb noch bis zum 31. März 2016 führen wird. Zum Ende der Wintersaison 2016 soll dann die Übergabe der Immobilie an die HUUS Gstaad AG stattfinden. Das Hotel wird von der neu gegründeten HUUS Gstaad AG im Dezember 2016 unter dem Namen «HUUS» wiedereröffnen. Die neue Eigentümerin kündigte ein neues, «aussergewöhnliches» Konzept an. Von April bis Anfang Dezember 2016 werden am Haus umfassende Umbau- und Renovationsarbeiten vorgenommen. Die HUUS Gstaad AG investiert in den Kauf der Immobilie und die Renovation einen hohen zweistelligen Millionenbetrag. Zur Kreation «einer neuen und eigenen Ferienwelt, die sämtliche Sinne anspricht», werden alle Zimmer und vor allem die Hotel-Halle mit Lobby, Rezeption, Bar und Shop neu gestaltet. Zudem soll der

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diesen Monat

Die neuen Inhaber des Steigenberger-Hotels im Saanenland: Marwan Naja, VR-Präsident (l.), und Günter Weilguni, Gastgeber und CEO des «HUUS».

Spa- und Wellness-Bereich ausgebaut werden. Gäste sollen sich im neuen Hotel HUUS wie zu Hause fühlen. Dazu werden ihnen Ausrüstungen für Outdoor-Aktivitäten wie Ski, Rucksäcke und Mountainbikes zur Verfügung gestellt. Im Verwaltungsrat der HUUS Gstaad AG sind Marwan Naja (Präsident) und Günter Weilguni. Marwan Naja ist Gründer und CEO des in Genf ansässigen Private-EquityUnternehmens Manixer. Das Management-Team des 2016 neu eröffnenden Hotels setzt sich aus Günter Weilguni und Mirka Czybik zusammen. Weilguni war von 1990 bis 2009 während 19 Jahren im «Steigenberger, Gstaad-Saanen» tätig. Davon fünf Jahre als stellvertretender Direktor und 14 Jahre als Direktor. Seit 2009 leitet er die «Alpine Lodge, Gstaad-Saanen». Im «HUUS» wird Weilguni die Funktion des Gastgebers und CEO wahrnehmen.

Für das konkursite Fünfsterne-Hotel Waldhaus in Flims liegt ein Angebot in Höhe von 40 Millionen Franken vor. Damit sollte nach Angaben des Konkursamtes ein Grossteil der Gläubigerforderungen gedeckt werden können. Die Summe kann noch bis Mitte Dezember überboten werden. Das Flimser Hotel-Flaggschiff hatte Anfang April dieses Jahres die Bilanz deponiert. Seither führt den Betrieb eine Auffanggesellschaft, die das Hotel vom Konkursamt mietete. Im September dieses Jahres haben die Schweizer Hotels 1,0 Prozent weniger Logiernächte verzeichnet als in der Vorjahresperiode. Dass der Rückgang nicht stärker ausfiel, ist den Gästen aus Asien zu verdanken. So nahmen die Buchungen aus Asien gegenüber September 2014 um mehr als einen Viertel oder 95 000 Logiernächte zu. Die Société des Hôteliers de Genève (SHG) hat Thierry Lavalley zu ihrem neuen Präsidenten gewählt. Der General Manager des Grand Hotel Kempinski Geneva übernimmt die Nachfolge von Marc-Antoine Nissille. 12 I2015


SZENE SCHWEIZ

HOTEL DES VIGNES, SION

Zimmer für 1 Mio. Franken umgebaut Der gebürtige Berner Hotelier Daniel Leuenberger hat sein Viersterne-Hotel des Vignes in Sion für über 1 Million Franken umgebaut. Laut Leuenberger wurden 2 Suiten, 8 Duplex-Zimmer für Familien sowie 30 Doppelzimmer renoviert. Ausgeführt hat die Renovationsarbeiten die renommierte deutsche Firma Appia Contract. Das 40-Zimmer-Hotel des Vignes beschäftigt 22 Mitarbeiter und ist primär ein Business- und Seminar-Hotel. Das Hotel-Gebäude wurde ursprünglich im mediterranen Stil nach dem Vorbild eines Klosters gebaut. Es liegt mitten in den Reben in einem 10 Hektaren grossen Park. Hotelier Leuenberger umschreibt das Design des Hauses «zeitlos, elegant und

diesen Monat Neu gestaltetes Zimmer im Hotel des Vignes in Sion.

mit einem leicht alpinen Chic». Warum man mit Appia Contract zusammengearbeitet habe? «Nach einer erfolgreichen Renovation von 47 Zimmern zusammen mit Appia im Hotel Solsana in Saanen war es für uns keine Frage, wieder mit einem äusserst verlässlichen Partner zu planen und den Umbau auszuführen», so Hotelier Leuenberger.

ENTSCHEID DER WETTBEWERBSKOMMISSION

Hotelleriesuisse will jetzt ein Gesetz Die Schweizerische Wettbewerbskommission (Weko) verbietet den Hotel-Buchungsportalen zwar wettbewerbsbeschränkende Klauseln. Die Preisparitäts- und Verfügbarkeitsgarantien dürfen aber in den AGBs der Portale zum Teil weiter verankert bleiben. Der Verband Hotelleriesuisse erwägt nun, die freie Preisgestaltung für die Hoteliers per Gesetz zu erwirken. Der in der Branche lange erwartete Entscheid der Schweizerischen Wettbewerbskommission (Weko) fällt halbherzig aus. Die Kommission verbietet zwar den Hotel-Buchungsportalen Booking.com und Expedia die Wiedereinführung der widerrechtlichen Vertragsklauseln. Ebenso wird HRS verpflichtet, entsprechende Anpassungen noch vorzunehmen, dennoch würde gegen die Unternehmen keine Busse verhängt werden, da ihr Verhalten nicht unter die Kategorie der direkt sanktionierbaren Verhaltensweisen fällt, schreibt die Weko. Hinweise für einen möglichen Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung hätten sich nicht erhärtet, wird erklärt. Die Verwendung der umfassenden Vertragsklauseln habe die Weko jedoch als Verstoss gegen das Kartellgesetz gewertet und mit Verfügung vom 19. Oktober 2015 verboten, wie die Kommission weiter verlauten liess. Kürzlich haben Booking.com sowie Expedia europaweit weniger restriktive Bestimmungen eingeführt. Deren abschliessende Beurteilung sei in kartellrechtlicher Hinsicht mangels aussagekräftiger Erfahrungswerte der-

zeit noch nicht möglich, wie die Weko weiter schreibt. Sie behalte sich jedoch vor, die Entwicklungen am Markt zu beobachten und bei Bedarf erneut einzugreifen. Im Vordergrund der am 11. Dezember 2012 auf Initiative von Hotelleriesuisse eröffneten Untersuchung der Weko standen die von den Plattformen verlangten Vertragsklauseln. Diese legen fest, dass die Hotels auf keinem anderen Vertriebskanal tiefere Preise vereinbaren oder eine grössere Anzahl Zimmer anbieten dürfen. So konnten Hotels auf Vertriebskanälen mit tieferen Kommissionen keine vorteilhafteren Angebote anbieten. Für Hotelleriesuisse ist der Entscheid der Kommission unbefriedigend, weil er die Marktmacht der Buchungsplattformen sogar noch stärkt. «Der Weko-Entscheid bedeutet, dass die Hoteliers zwar auf den ersten Blick mehr Freiheit bekommen, weil sie die Preisparitätsgarantien nicht mehr absolut einhalten müssen. Sie haben jedoch weiterhin keine Möglichkeit, auf ihrer eigenen Website ihren Gästen direkt Buchungsvorteile anzubieten, und sind somit in ihrer unternehmerischen Freiheit eingeschränkt.» Nach dem für die Schweizer Hotellerie unbefriedigenden Entscheid will sich Hotelleriesuisse nun auf dem Gesetzesweg für ein Verbot der sogenannten Preisparitäts- und Verfügbarkeitsklauseln stark machen. Dies nach dem Vorbild von Frankreich und Italien, wo das jeweilige Parlament die Klauseln per Gesetz untersagte.

Eine Milliarde Gäste haben bisher über die Online-Plattform Booking.com eine Unterkunft gebucht. Allein im letzten Jahr nutzen 285 Millionen Bucher die Dienste der Website. Gebucht werden neben Hotel-Zimmern immer mehr Unterkünfte aus alternativen Kategorien. Den Kunden von Booking.com stehen heute insgesamt über 820 000 Unterkünfte in 220 Ländern zur Auswahl. Diese bieten insgesamt 21 Millionen buchbare Zimmer an. Im Rahmen der Generalversammlung in Den Haag hat Hotrec, der Dachverband der europäischen HospitalityVerbände, den Liechtensteiner Hotelund Gastronomieverband (LHGV) als 29. Mitglied aufgenommen. Gleichzeitig trat das Fürstentum der Hotelstars Union bei. Die Domaine de la Ville de Morges hat den Titel des Weinguts des Jahres 2015 gewonnen. Es ist das erste Mal, dass Waadtländer den Hauptpreis des Grand Prix du vin suisse für Weiss- und Bioweine abräumen. Der beste Rotwein stammt aus dem Tessin. RICHTIGSTELLUNG: Mönche als Umsatztreiber Es ist nicht korrekt, das «Silent Retreat»Angebot des Hotels The Alpina in Gstaad mit einem ZEN-Tretreat zu vergleichen, was laut der Hotelverantwortlichen auch gar nie das Ansinnen war. Die Autorin des Artikels «Mönche als Umsatztreiber» (Hotelier Nr. 11/2015), Nicole Amrein, entschuldigt sich für dieses Missverständnis bei der Hotelleitung!


DER UNGLAUBLICHE FALL DES SCHWEIZER LUXUS-HOTELIERS RETO WITTWER Er galt als einer der ganz Grossen in der Hotellerie: Ex-Kempinski-Chef Reto Wittwer (66), rechts im Bild. Vor einem Jahr ging er offiziell in den Ruhestand. Es wurde still um Reto Wittwer. Und plötzlich steht der Erfolgs-Hotelier als «Betrüger» in der Öffentlichkeit. Die Branche ist schockiert. Wie kam es dazu?

«Emirates Palace» in Abu Dhabi: Hier wurde Reto Wittwer «in die Wüste geschickt».

Kempinski-CEO Alejandro Bernabé: «Wir wollen unser Geld zurück.»

Davongejagt wie ein gemeiner Dieb Reto Wittwer war ein Vorzeige-Hotelier mit Charisma, Stil und Charme. Vorbild für eine ganze Generation Hoteliers. Die Erfolgsgeschichte von Kempinski war die Erfolgsstory von Reto Wittwer. Mit 73 Luxushäusern und Resorts in 31 Ländern und einem Jahresumsatz von über 1 Milliarde Euro ist Kempinski heute eine der erfolgreichsten Luxus-Hotel-Gruppen der Welt. Fast 20 Jahre stand Reto Wittwer an der Spitze des Hotel-Unternehmens mit deutschen Wurzeln. Sein Wissen und Know-how sowie sein weltweites Netzwerk wurden in der Branche geschätzt.

Der plötzliche Ruhestand Als Wittwer im Oktober 2014 überraschend in den Ruhestand ging, sorgte sein abrupter Abgang in der Branche für Verwunderung. Kempinski beschwichtigte – und lobte den gebürtigen Zürcher überschwänglich: «Der Aufsichtsrat dankt Reto Wittwer dafür, dass er einen so grossen Teil seiner Karriere der Gruppe gewidmet hat. Wir hoffen, dass er uns trotz seines verdienten Ruhestands auch in seiner neuen Rolle als President emeritus weiterhin eng verbunden bleibt.» Über die genauen Gründe für den raschen Abgang des CEO und Präsidenten – sein Vertrag wäre

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erst in diesem Jahr ausgelaufen – schwiegen beide Seiten eisern. Bis Anfang November.

Strafanzeige eingereicht Am 2. November 2015 erstattete die Kempinski-Gruppe Strafanzeige bei der Genfer Generalstaatsanwaltschaft gegen ihren ehemaligen operativen Chef und Präsidenten. Die Vorwürfe sind massiv: Wittwer wird «verdächtigt, in betrügerischer Absicht Gelder aus dem Unternehmen geschleust und dabei alle internen Kontrollmechanismen umgangen zu haben». Und, was besonders schlimm klingt, dies auch «zu Zeiten, in denen Kempinski zu Budget-Kürzungen und drastischen Einsparungen bei den Personalkosten gezwungen war.»

Deliktsumme: 6 Millionen Franken Gegenüber der deutschen Online-Fachplattform «Hospitality Inside» wird der neue Kempinski-CEO Alejandro Bernabé noch konkreter: Bei der Deliktsumme gehe es um «mehr als 6 Millionen Schweizer Franken». So sollen Provisionen, die Kempinski für die Vermittlung von Projektpartnern in Afrika und im Nahen Osten 12 I2015


gezahlt hat, an die Empfängergesellschaft Reincke's Son Ltd. mit Sitz auf den British Virgin Islands geflossen sein. Solche Provisionen sind in der Branche nicht ungewöhnlich. Trotzdem hat die Sache wahrscheinlich einen Haken: Wittwer soll an der Empfängergesellschaft beteiligt sein – ein Teil des Geldes könnte so also in seine eigene Tasche geflossen sein.

Wittwer bestreitet die Vorwürfe Neben der Strafanzeige geht Kempinski auch zivilrechtlich gegen Wittwer vor. Man wolle nicht nur Gerechtigkeit, sondern auch die 6 Millionen Franken zurück, heisst es am Hauptsitz von Kempinski in Genf. Wann das Verfahren gegen Wittwer eröffnet wird, ist noch nicht bekannt, die Generalstaatsanwaltschaft nehme die Ermittlungen erst auf, heisst es in Genf. Wittwer will von den Vorwürfen gegen ihn nichts wissen. Er bezeichnet sie laut «Hospitality Inside» als «diffamierend und vor allem faktisch unrichtig». Er werde «mit allen juristischen Mitteln» gegen die Anschuldigungen vorgehen (vgl. «Hotelier»-Info).

Wittwer musste schweigen Dass die Kempinski-Gruppe ein Jahr mit der Strafanzeige zugewartet hat, hat einen einfachen Grund: So lange hatte eine unabhängige, internationale Investigationsfirma den Fall untersucht. Dass aber auch Reto Wittwer so lange zu seinem Ausscheiden geschwiegen hat, war keineswegs freiwillig: Er habe eine einjährige Schweigepflichterklärung unterschreiben müssen, die am 1. November ausgelaufen sei.

In Abu Dhabi «in die Wüste geschickt» Wie es zu diesem Vertrag gekommen sein soll, tönt abenteuerlich: Auf einer Promotionstour für einen Film, den Kempinskis Aufsichtsratsvorsitzender Michael D. Selby produziert hatte, kam es im Luxus-Hotel Emirates Palace in Abu Dhabi zum Showdown.Plötzlich sei er, Wittwer, von Selby in einen Raum gebeten worden, in dem bereits Mitglieder des Aufsichtsrates und Anwälte auf ihn warteten. Wittwer wurde gefeuert – «und davongejagt wie ein gemeiner Dieb», so Wittwer zu «Hospitality Inside». Nach eigenen Aussagen wurde er gezwungen, einen Knebelvertrag zu unterschreiben. Sonst, so habe ihm Selby gedroht, würde er in Abu Dhabi festgehalten und der Scharia unterworfen werden.

Preis für Lebenswerk storniert Der Mann, der 2013 vom Wirtschaftsmagazin «Bilanz» noch zum «mächtigsten Schweizer Luxus-Hotelier der Welt» gekürt wurde, hätte Mitte November an der Hotel-Fachschule Lausanne (EHL) einen Preis für sein Lebenswerk entgegennehmen sollen. Doch nach der Strafanzeige zog die Schule die Auszeichnung zurück. H

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NEU: Dienstag – Freitag

12. – 15. 1. 2016

info RETO WITTWER REICHT GEGENKLAGE EIN Der frühere Chef der Luxus-Hotel-Kette Kempinski, Reto Wittwer, holt zum Gegenschlag aus. Er kündigte Mitte November an, dass er gegen zwei Vertreter von Kempinski Klage wegen Verleumdung und übler Nachrede eingereicht habe. Die Klage war an die Genfer Staatsanwaltschaft adressiert. «Reto Wittwer bestreitet standhaft, die internen Kontrollmechanismen umgangen zu haben mit dem Ziel, grosse Geldsummen abzuziehen», erklärt Marc Oederlin, Anwalt des früheren Kempinski-Chefs. Wittwer klagt gegen den Präsidenten der Gruppe, Michael David Selby, und gegen Alejandro Bernabé, Chef der Hotel-Kette. Laut dem Anwalt hat Reto Wittwer aus den Medien erfahren, dass Kempinski eine Klage gegen ihn eingereicht hat. 12 I2015

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IST DAS DIE ZUKUNFT DER LOW-BUDGET-HOTELLERIE?

Wenn Roboter

Gäste betreuen

Hotel Henn-na bei Nagasaki.

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SZENE AUSLAND SCHWERPUNKT

Japaner lieben Roboter. Im Hotel Henn-na bei Nagasaki erledigen sie einen Grossteil des Services – und senken die Personalkosten. Ist das schon bald – auch in der Schweiz – die Zukunft der LowBudget-Hotellerie? TEXT Nicole Amrein

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enna-na ist Japanisch und heisst «verrückt». Das ist es auch! Ein automatisiertes Hotel, das von zehn Androiden in Menschengestalt und Dinosaurier-Kostüm geführt wird und in dem die Nacht 65 Euro kostet. Immerhin: Im Hintergrund sind noch weitere zehn Mitarbeiter aktiv – aus Fleisch und Blut. Tatsache ist aber: Das Automatisierungskonzept hilft Personalkosten zu sparen. Ein entscheidender Faktor auch für europäische und Schweizer Hotels. Standardisierte Buchungs- und Check-in-Verfahren reduzieren die Kosten – so zum Beispiel auch im Hotel Schani in Wien. Buchen über die HotelWebsite, bei Ankunft automatisch per Smartphone einchecken und per Handy auch die Zim12 I2015

mertür öffnen – immer mehr Geschäftsreisende bevorzugen diese Vorgehensweise, da das Einchecken im Hotel schnell und bequem zu handhaben ist.

Japaner lieben Roboter Fragt sich: Muss es denn gleich ein Roboter sein wie im Hotel Henna-na in Nagasaki? Japaner lieben Roboter. Und sie lieben sie umso mehr, wenn die Androiden – wie im Hotel Hennana – einen menschlichen Touch haben, also fast aussehen wie echte Menschen. Der Jour- ❯

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SZENE AUSLAND SCHWERPUNKT

nalist Felix Lill beschreibt seine erste Begegnung mit dem Hotel-Roboter so: Hinter der Zimmertür wartet die erste Überraschung. Es ist schon jemand da! Das Geschöpf sitzt auf meinem

« DIE HOTEL­ROBOTER

SIND IN DER LAGE, GÄSTE IN VERSCHIEDENEN SPRA­ CHEN ZU BEGRÜSSEN, GEPÄCK AUF DIE ZIMMER ZU BRINGEN, EINEN KAFFEE ZUZUBEREITEN …

»

NICOLE AMREIN

Nachttisch, es trägt ein rosa T-Shirt und einen weissen Rock: «Ich bin Chuuri-chan, freut mich sehr. Ich möchte dir helfen, deinen Aufenthalt angenehm zu gestalten.» Chuuri-chan hat einen gut spannenlangen Körper und darauf einen viel zu grossen Kopf. Neben ihr liegt die Gebrauchsanweisung: «Sprechen Sie laut und deutlich!»

Mit den Kapsel-Hotels fing alles an Neben Chuuri-chan gibt es im Hotel Henn-na auch eine automatisierte Rezeptionistin, einen Concierge, Taxianrufer, Kofferträger und einen Gepäckaufbewahrer – und das, obwohl das Roboter-Haus am Rande eines riesigen Themenparks gelegen ist, der nichts anders will, als die Romantik des alten Kontinents, sprich Europa, zu vermitteln. Doch wie gesagt: Japaner lieben Roboter. Ein Roboter-Hotel zu eröffnen, war also nur logisch. Zumal Japan nicht nur in Sachen

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Roboter-Technologie führend ist, sondern auch, wenn es um Effizienz in der Hotellerie geht. Vor knapp 40 Jahren schon überraschte Osaka mit dem ersten Kapsel-Hotel: einem Haus, in dem Besucher kein eigenes Zimmer haben, sondern nur eine Röhre mit Matratze auf dem Boden und Fernseher mit Kopfhörern an der Decke. Bis heute sind KapselHotels eine beliebte, preisgünstige Alternative zu herkömmlichen Unterkünften. Aber ein Hotel mit nur wenigen menschlichen Arbeitskräften?

Mehrsprachige Roboter Auch das geht. Diese bemerkenswerten Roboter sind in der Lage, Gäste in verschiedenen Sprachen zu begrüssen, Gepäck auf die Zimmer zu bringen, einen Kaffee zuzubereiten und sogar mit einem Lächeln ihrerseits zu kommunizieren. Zurzeit ist das Hotel-Restaurant noch ausgelagert – und deshalb ein herkömmliches Lokal. Auch der Room Service ist noch konventionell, was sich aber im Frühjahr 2016 ändern wird, wenn Drohnen das Essen auf die Zimmer bringen. Was die Roboter –  ausser Kostensenkung – bringen? Aus Sicht der Hotel-Betreiber ist die ganze Automatisierung vor allem unterhaltsam: Die androiden, also menschenähnlichen Roboter sind eine Attraktion, weil sie neu sind. Neben Entertainment soll das Hotel Henn-na aber auch besseren Service bieten als andere Unterkünfte: Für den Eintritt ins Zimmer braucht man keinen Schlüssel – eine Kamera neben der Tür erkennt das Gesicht. Die automatischen Karts in der Lobby begleiten – mit Koffern beladen – den Gast aufs Zimmer. Und am Ende geht es natürlich auch um Geld: Die Personalausgaben liegen 60 Prozent niedriger als bei gewöhnlichen Hotels in Japan. H

info IMMER MEHR ROBOTERHOTELS AM START Roboter in Monstergestalt an der Re­ zeption? Was ein Hotel in einem japanischen Themenpark (vgl. Haupt­ text) vormacht, wird in Europa und in den USA vorerst die Ausnahme bleiben. Doch bei der Starwood­Marke Aloft sind Roboter als Service­Helfer bereits gelebte Zukunft. Nach dem Pilotprojekt in einem Hotel in Kalifornien versorgen nun die «Botlr» genannten Roboter die Gäste in anderen US­Hotels der Lifestyle­ Marke von Starwood Hotels. Laut Tophotelprojects sind weltweit 94 neue «Zukunfts­Hotels» dieser Art in Bau. Der neue «Mitarbeiter» ist zunächst im Zimmerservice tätig. Er bringt beispiels­ weise Amenities zu den Gästen – mit eigener Uniform und Namensschild. Künftig serviert «Botlr» auch Snacks im Hotel­Park oder bringt neue Handtücher zu den badenden Gästen. Weitere Aufgaben sind das Servieren von Back­ waren und Süssigkeiten oder der Tages­ Verpflegung. Auch in einem weiteren Service­Bereich will Aloft neue Standards etablieren: Per E­Mail­Icon kann nun der Zimmer­Service geordert werden. Die Wünsche schickt man einfach per SMS an die Rezeption – mit dem eige­ nen Nachnamen und der Zimmernum­ mer. Das Pilotprojekt ist gerade im Aloft Hotel im Financial District in New York City gestartet. Der Einsatz des ersten Service­Roboters im Silicon Valley hatte für weltweites Aufsehen gesorgt. Roboter­Technologien kommen in der Hotellerie verstärkt zum Einsatz: Das «Yotel» in New York setzt seit Jahren einen Roboterarm zur Gepäckverstau­ ung ein. 12 I2015


HERZLICHEN GLÃœCKWUNSCH

DIE SORELL HOTELS GRATULIEREN RAPHAEL WYNIGER ZUR WAHL ZUM HOTELIER DES JAHRES 2015. SO R E LLH OT E LS .COM A member of ZFV


Hotel-Experte Hans Peter Spreng über echte Gastfreundschaft

Worauf es dabei

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anz viele Hotels sind heute «schön» – auf den ersten Blick. Und auch wenn wir wissen, dass der Begriff «schön» überhaupt keine objektive Wirklichkeit darstellt, ist es ein mögliches Verkaufsargument. Logischerweise drängt sich die Frage auf, wo denn weitere Argumente liegen könnten, die Hotels auch auf den zweiten Blick «schön» machen? Viele Gäste unterschiedlichster HotelKategorien wissen ganz genau, was für sie den Unterschied zum Durchschnitt ausmacht. Nämlich, wenn nette Menschen die Architektur und die Innengestaltung durch ihr passendes, persönliches Verhalten bereichern. «Wie war Ihre Anreise? Schon mal was zu trinken?» Wer kennt sie nicht, diese stereotypen Floskeln, die selten etwas mit persönlicher Ansprache zu tun haben und doch komischerweise immer noch als vermeintliche Zeichen von Gastfreundschaft inszeniert und trainiert werden. Ist das «ein passendes Verhalten»? Die eingangs befragten Menschen wissen genau, welches Verhalten sie erwarten: Sie wollen nebst einem tollen Ambiente eine tolle Dienstleistung durch tolle Menschen, die sie als Gegenüber wahrnehmen, Menschen, die ihnen in die Augen schauen und zeigen, dass sie als Gast jetzt gerade die wichtigste Person sind. Echte Gastfreundschaft also, die spürbar von Herzen kommt

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und nicht antrainiert ist. Eben Dienstleitung, die aus Leidenschaft erbracht wird. Und hier liegt der Unterschied zum Durchschnitt. Daraus ergibt sich die logische Frage: Kann «echte Gastfreundschaft» denn wirklich erlernt werden? Meine Erfahrung zeigt, dass dies selbstverständlich möglich ist, wenn die richti-

« DIE SITUATION ZEIGT,

DASS HOTELS QUER DURCH DEN KONTINENT IMMER AUSTAUSCHBARER WERDEN, WEIL SIE EINFACH NUR ‹SCHÖN› SIND.

»

HANS PETER SPRENG

gen Wege dazu gewählt werden. Und ich würde es nicht «erlernen» nennen, sondern über «das Sich-selbst-Kennenlernen» sich «einfühlen lernen» in das Gegenüber und dabei die ganze Klaviatur der eigenen Persönlichkeit ins Spiel bringen. Denn «echte Gastfreundschaft» entsteht ganz einfach: Der Mitarbeitende tritt mit seinem Gast bewusst «in Beziehung» und darf dies mit seiner ganzen Persönlichkeit zum Ausdruck bringen. Ja, das ist anspruchsvoll, denn nebst der individuellen Selbstentfaltung sollen auch die wesentlichen Grundsätze des Hauses respektiert und gelebt werden. Dazu braucht es eine entsprechende Grundhaltung und ein paar griffige Massnahmen. Als Grundsatz gilt: Die Mitarbeitenden hin zu echter Gastfreundschaft zu entwickeln gelingt nur über die eigenen Führungskräfte. Es geht also nicht um «erlernen», sondern darum, sich miteinander zu «entwickeln». Und anderen den Rahmen bieten zur Entwicklung kann nur, wer selbst bereits an seiner Entwicklung gearbeitet hat. Gute Chefs geben ihren Führungskräften folglich die Gelegenheit, sich mit geeigneten, einfachen Tools mit sich selbst auseinanderzusetzen. Es gilt, sich ein Bild von den eigenen Wertvorstellungen zu machen und die persönliche Wirkung auf andere kennenzulernen. Gemeinsam inszeniert in der Folge die Gesamtheit der einzelnen Führungspersönlichkeiten das gemeinsame «Stück», an dem sich in der Folge alle Mitarbeitenden orientieren. Darin defi nie-

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ZU GAST HANS PETER SPRENG

wirklich ankommt! ren sie das Wesentliche im Umgang mit Menschen, gleichzeitig sind sie in ihrem eigenen Verhalten Beispiel für das Angestrebte und schulen in einfachen, kurzen Trainings ihre Team-Mitglieder, damit diese auf einfache und knackige Art lernen, sich selbst besser zu kennen und sich damit «passend» ins Szene zu setzen. Sie geben ihren Mitarbeitenden Raum zur Entfaltung des individuellen Potenzials und stimmen dies ab für den gemeinsamen betrieblichen Weg in die Zukunft. Sie fördern durch Fordern! Und das heisst nichts anderes, als dass sie stets an einer stimmigen Passung zwischen der Persönlichkeit des Unternehmens und den vielen Persönlichkeiten im Team arbeiten. Das tönt alles sehr einfach. Bedauerlicherweise zeigt die Realität aber ein ernüchterndes Bild: Führungskräfte stehen sich selbst und damit auch der Entwicklung ihrer Mitarbeitenden oft im Wege, denn über 50 Prozent der Führungskräfte delegieren ungenügend, über 50 Prozent sind zu wenig durchsetzungsstark, was nichts anderes heisst, als dass von den Mitarbeitenden zu wenig gefordert wird. Echte Gastfreundschaft kann folglich nur entstehen, wenn dieses Thema zur Grundhaltung des Unternehmens gehört, das heisst, wenn in der obersten Führung die Notwendigkeit erkannt

« WIR SOLLTEN ENDLICH AUFHÖREN,

DIE ENTWICKLUNG VON MENSCHEN MIT STANDARDISIERTEN PROGRAMMEN VERMEINTLICH VORANBRINGEN ZU WOLLEN.

»

HANS PETER SPRENG

wird und die Bereitschaft besteht, sich auf diesen Prozess einzulassen. Wir sollten endlich aufhören, die Entwicklung von Menschen mit standardisierten Programmen vermeintlich voranbringen zu wollen. Diese helfen weder dem Menschen noch der Unternehmung, denn die gut «ausgebildete» (leider oft unbewusst wirkende) Empathie-Fähigkeit unserer Gäste entschlüsselt relativ rasch, ob sie ein Gegenüber in echter Herzlichkeit begrüsst – oder nur in angelernter Freundlichkeit. Das Aufdecken dieser «unechten» Gastfreundschaft führt zu doppelter Frustration: Beim Gast entstehen negative Emotionen und somit negative Erfahrungen. Der Gastgeber verliert oft einen wichtigen Gast und hat gleichzeitig einen frustrierten Mitarbeiter, da die negative Emotion des Gastes auch bei ihm Gefühle von Irritation und Unsicherheit auslöst. Keine gute Ausgangslage also, um auch ein Unternehmen weiterzuentwickeln. Höchste Zeit, dies zu erkennen, denn wenn wir es jetzt nicht tun, werden es andere vor uns machen. Die Situation zeigt bereits heute, dass Hotels quer durch den Kontinent immer austauschbarer werden, weil sie einfach nur «schön» sind. Höchste Zeit also für vorausschauende Weiterdenker, die das enorme Potenzial, das

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in unseren Mitarbeitenden schlummert, wecken und nutzen wollen. Als innovative, couragierte Führungskraft erkenne ich und kümmere mich um die sich dazu bietenden neuen Wege zur Persönlichkeitsentwicklung. Investitionen in die Entwicklung von Persönlichkeit stellen Investitionen in die Zukunft dar! Gleichzeitig sind es Investitionen in einen gemeinsamen Spirit, der das Gesamtbild eines Hauses spür- und erlebbar macht und letztlich dafür sorgt, dass der Wunsch nach Verän-

« ALS GRUNDSATZ GILT: DIE MITARBEITENDEN HIN ZU ECHTER GASTFREUNDSCHAFT ZU ENTWICKELN GELINGT NUR ÜBER DIE EIGENEN FÜHRUNGSKRÄFTE.

»

HANS PETER SPRENG

derung bei den Einzelnen sinkt, nicht unwesentlich im angespannten Arbeitsmarkt. Allenfalls aufkeimend einschränkende Argumente der Ökonomie müssen den neuen Chancen auf den gewinnbringenden Nutzen gegenübergestellt und geprüft werden. Was also ist zu tun? Gehen Sie als Chef mit gutem Beispiel voran! Machen Sie einen ersten Schritt – kümmern Sie sich um sich selbst! Oder zweifeln Sie etwa daran, dass auch Sie mehr können, als Sie glauben? «Ich muss mich jetzt auf den Weg machen, um zu verstehen, wer ich selbst bin.» Karl Valentin, der 1948 verstorbene Münchner Komiker, hat es schon damals treffend gesagt: «Heute Abend gehe ich mich besuchen, hoffentlich bin ich zu Hause.» Also, verbringen auch Sie den heutigen Abend einmal zu Hause. Dies ist Ihr erster wichtiger Schritt zur Unverwechselbarkeit – für Sie selbst, aber auch für Ihr Unternehmen! Sie werden sehen, wie Ihre Wirkung sich verändert, und schon sind Sie Beispiel für den Unterschied, den wir so dringend brauchen im Markt der Unübersichtlichkeit von immer gleichen und schönen Produkten. H

DER AUTOR Hans Peter Spreng verfügt über 20 Jahre aktive Führungs-

erfahrung und ist heute erfahrener Coach und Trainer und in diesem Kontext Spezialist für anspruchsvolle, komplexe Fragestellungen und Coachings im Bereich Führung, Dienstleistungshaltung und Unternehmenskultur sowie persönliche Reifung und Entwicklung von Menschen. Spreng arbeitet als Prozessberater und Coach für Verwaltungsräte, Direktoren und Führungskräfte sowie ganze Teams aus verschiedensten Dienstleistungsunternehmen (Hotellerie, Gesundheitswesen, Finanzdienstleistung, Konsumgüter, Bildung) in der ganzen Schweiz sowie im deutschsprachigen Ausland. Hans Peter Spreng absolvierte die Hotel-Fachschule Lausanne (Hotelier EHL) und studierte an der Universität St. Gallen Ökonomie und Unternehmensführung. www.concluso.ch spreng@concluso.ch

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«Albergo Giardino» (Ascona), «Giardino Lago» (Minusio), «Giardino Mountain» (St. Moritz) – und jetzt das «Atlantis by Giardino» in Zürich. Damit nicht genug: Im Dezember 2016 will CEO Philipp Frutiger das «Giardino Grindelwald» eröffnen. Weitere Hotel-Projekte plant der gebürtige Berner Oberländer Hotel-Profi derzeit. Entsteht schon bald eine Schweizer Luxus-Hotel-Gruppe mit zehn oder noch mehr Häusern?

PHILIPP FRUTIGER, CEO GIARDINO HOTEL GROUP

Wachstum ja,

aber nicht um jeden Preis! 18

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10 FRAGEN AN PHILIPP FRUTIGER

Ein Luxushaus am Üetliberg, etwas abseits von der City gelegen – einige Zürcher Hoteliers sind skeptisch und sagen: Ein Fünfsterne-Haus kann nur in der Innenstadt Erfolg haben. Was entgegnen Sie diesen Kollegen? Dass es ziemlich sinnlos ist, sich eine Meinung zu bilden, bevor man das Produkt kennt. Für ein «Urban Retreat» kann ich mir keine bessere Lage vorstellen! Zudem haben wir mehrfach bewiesen, dass wir auch ausserhalb einer 1A-Lage erfolgreich sein können. Die Skepsis dieser Kollegen spornt mich erst recht an! Wie schaffen Sie es, die bisherige Giardino-Philosophie in der Stadt Zürich wirkungsvoll und für den Gast sinnund reizvoll in Szene zu setzen? Die Giardino-Philosophie wird nicht in Szene gesetzt, denn wir sind die Philosophie. Und wir leben diese Philosophie! Wir können gar nicht anders. Der Zürcher Hotel-Markt leidet, wie viele Hoteliers sagen, auf hohem Niveau – trotzdem sind die Zimmerpreise unter Druck. Wie lautet Ihre Preisstrategie im «Atlantis by Giardino»? Wir bieten faire Preise an, da sind viele Leistungen inklusive. So sind zum Beispiel das Frühstücksbuffet sowie die Minibar (alkoholfrei), der Zugang zum «Dipiù Spa & Fitness» sowie viele kleine Extras in den Zimmerpreisen inkludiert. Unser Motto: Dem Gast Mehrwerte bieten statt Dumping-Preise. Wie würden Sie die Positionierung des «Atlantis» in wenigen Worten umschreiben? Oder anders gefragt: Worin unterscheidet sich das Haus von den Mitbewerbern? Es ist ein Ferien-Hotel mit allen notwendigen Business-Facilities. Das Urban Retreat! Es entsteht also so etwas wie ein «City Resort» (Beispiel «The Dolder Grand»), wo Business und Leisure eine Rolle spielen. Sind «City Resorts», so wie Sie es definieren, die Zukunft der Stadt-Hotellerie? Durch flexiblere Arbeitszeiten, wechselnde Arbeitsorte und mobiles Arbeiten vermischen sich Freizeit und Arbeit in der westlichen Welt immer mehr. Im beruflichen Umfeld, das in der Regel stärker durch Hektik und Stress geprägt ist, wird das kurzfristige Drücken der «Escape-Taste» für die Hotellerie zentral. Lieber als im Büro zu sitzen, beantwortet man Mails auf der Couch, surft an der Bar oder telefoniert auf der Terrasse. Wer es sich leisten kann, nutzt jedes Zeitfenster zwischen beruflichen Terminen und Verpflichtungen, um sich kurz auszuklinken. Diese Erkenntnisse, die wir alle aus unserem Arbeitsleben kennen, haben wir in unseren Konzepten übernommen. Dies gilt sicherlich nicht für alle Hotel-Segmente, aber für die Luxus-Hotellerie ganz besonders. 12 I2015

Auf welcher Basis betreiben Sie das «Atlantis by Giardino» in Zürich: Pachtoder Management-Vertrag? Mit einem Management-Vertrag. Wie lauten Ihre betriebswirtschaftlichen Zielsetzungen für das Haus? Mit anderen Worten: Ab wann verdienen Sie mit dem Hotel gutes Geld? Jeder Hotelier, der mal einen Businessplan gemacht hat, weiss, dass Papier sehr geduldig ist. Im Ernst: Wir rechnen mit einem positiven Ergebnis innerhalb der ersten drei Jahre. Giardino-Hotels gibt es jetzt in Ascona, St. Moritz und Zürich. Nächstens kommt Grindelwald dazu. Wie lautet Ihre Wachstums- oder Expansionsstrategie? Ist es Ihr erklärtes Ziel, eine Gruppe mit zehn oder 15 Hotels aufzubauen? Die Giardino Group ist in der Schweiz im LuxusSegment einzigartig. In einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld suchen viele Hotel-Besitzer neue Betreibermodelle. Entsprechend häufig werden wir für Miete, Pacht oder Management angefragt. Wir sind jedoch sehr selektiv und sehr vorsichtig. Wachstum um jeden Preis ist nicht unsere Strategie! Einerseits benötigen wir für unsere Expansion die besten Mitarbeiter, und andererseits muss ein Projekt geografisch Sinn machen und unsere bestehenden Hotels ergänzen. Momentan sind wir in Verhandlungen für weitere Standorte – nebst Grindelwald. Doch spruchreif sind diese Projekte noch nicht. Starker Franken und wirtschaftliche Rahmenbedingungen (hohe Kosten) machen der Branche derzeit arg zu schaffen. Wie geht es Ihren Hotels, wenn Sie aufs Jahr 2015 zurückschauen? 2015 war in der Tat ein schwieriges Jahr. Unsere Hotels befinden sich in Regionen, die typischerweise über 50 Prozent Schweizer Gäste beherbergen. Hinzu kommen die europäischen Gäste – nochmals fast 50 Prozent. Wir konnten in allen Giardino-Hotels den Anteil Schweizer Gäste erhöhen, dies konnte jedoch den Verlust der europäischen Gäste nicht ganz wettmachen. Zum Glück ist es uns gelungen, die Raten zu halten. Leider haben wir einen Branchenverband, der bisher keine Reaktionen gezeigt hat. Es gäbe ja viele Möglichkeiten, die Kosten zu senken. Man schaut jedoch tatenlos zu, wie eine Branche in gewissen Regionen der Schweiz um ihre Existenz kämpft. Ebenso erstaunen mich die touristischen Marketing-Organisationen, die anscheinend wie gelähmt sind und noch nicht gemerkt haben, dass wir das «Produkt Schweiz» nur noch als Luxus-Brand im Ausland vermarkten können. Wird das «Atlantis by Giardino» eigenständig am Markt auftreten? Das «Atlantis by Giardino» ist Mitglied bei Design-Hotels wie die anderen Hotels der Giardino-Gruppe auch. H

SO KAM DIE GIARDINO GROUP ZUM HOTEL ATLANTIS Am 1. Dezember wurde es eröffnet – das «Atlantis by Giardino» am Üetliberg in Zürich. Wie kam die Giardino Hotel Group auf das legendäre ehemalige «Atlantis Hotel»? «Wir haben rund um den Globus nach dem bestmöglichen Management gesucht und mit der Giardino Group das qualifizierteste gefunden», erklärt Issa G. Al-Kawari, Verwaltungsratspräsident der «Neuen Hotel Atlantis AG». Das «Atlantis» wurde 1968 bis 1970 errichtet. Es gehörte zu den wichtigsten Bauten der Nachkriegsmoderne. Die jüngere Vorgeschichte: Anfang Januar 2013 war fast alles klar, die Verträge lagen auf dem Tisch: Die weltweit tätige Hotel-Gruppe Kempinski hatte die feste Absicht, das legendäre Hotel Atlantis in Zürich auf der Basis eines Management-Vertrages zu übernehmen und zu führen. Doch Kempinski verzichtete auf ein Engagement im «Atlantis». Laut Insider-Informationen konnte sich Kempinski mit den Eigentümern der Immobilie, einer Familie des Emirs von Katar, nicht einigen, wie das Haus genutzt werden sollte. Das Fünfsterne-Hotel galt nach der glanzvollen Eröffnung Ende der 1960erJahre als Luxus-Hotel der Extraklasse. Nachdem die Aktionäre sich zerstritten hatten, musste das Hotel im Jahr 2004 geschlossen werden. Es stand lange Zeit leer, bis es vorübergehend als Unterkunft für Asylsuchende diente. Als es erneut leer stand, zogen Hausbesetzer ein. Schliesslich wurde das Hotel Atlantis eine Zeit lang als Wohnheim für Studierende genutzt. Im Sommer 2013 wurden die umfassenden Renovationsarbeiten gestartet. Hinter der neuen Hotel Atlantis AG stehen private Investoren aus dem Umfeld des Emirs von Katar, die mit dem Staatsfonds von Katar, der auf dem Bürgenstock für rund 500 Millionen Franken ein Resort baut, nichts zu tun haben. Gegen 70 Millionen Franken haben die neuen Besitzer ins «Atlantis» investiert. Vgl. Bildbericht in der Rubrik «Innovation & Organisation» in dieser Ausgabe.

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Der grosse Moment: Jury-Präsident André Witschi überreicht Raphael Wyniger den Pokal und gratuliert ihm herzlich. In der Mitte: TV-Moderatorin Sandra Studer.

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HOTELIER TALK RAPHAEL WYNIGER

RAPHAEL WYNIGER IST DER ERSTE «HOTELIER DES JAHRES»

Ich bin überwältigt und auch überrascht! Mit einer grossen Gala fand am 24. November im Basler Volkshaus die Verleihung des ersten Schweizer FachAwards «Hotelier des Jahres 2015» statt. Drei Nominierte harrten vor mehr als 350 Gästen auf den Entscheid der Fach-Jury. Die Wahl fiel auf einen innovativen DreisterneHotelier, der mit seinem Kunst- und Kultur-Hotel Teufelhof in Basel neue Massstäbe setzt und eine konsequente Positionierung verfolgt. Die Rede ist von Raphael Wyniger. Was sagt der erste «Hotelier des Jahres» zu dieser grossen Ehre? Was zeichnet ihn besonders aus? INTERVIEW H ans R. Amrein BILDER T anya Hasler und Holger Jacob

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aphael Wyniger, was ging Ihnen durch den Kopf, als die Moderatorin Sandra Studer sagte: «Hotelier des Jahres 2015 ist – Raphael Wyniger»? Ich konnte mir nicht lange Gedanken machen. Als ich auf die Bühne schritt, klopfte mein Herz rasend. Ich war aufgeregt und konnte es irgendwie kaum glauben. Doch dann kam grosse Freude auf. Haben Sie vor der Preisverleihung damit gerechnet, diesen ersten Award zu gewinnen? Nein. Aber ich wurde in den letzten Tagen vor dem Event extrem oft auf meine Nomination und die Preisverleihung angesprochen. Als ich an der

ALS ICH AUF DIE BÜHNE SCHRITT, KLOPFTE MEIN HERZ RASEND. ICH WAR SO AUFGEREGT UND KONNTE ES KAUM GLAUBEN. Igeho weilte, konnte ich keine fünf Meter gehen, ohne darauf angesprochen zu werden! Ich hatte plötzlich auch Angst, denn so ein Titel bedeutet ja eine gewisse Verantwortung. Jetzt sind Sie also der erste «Hotelier des Jahres» in der Schweiz, der mit einem Fach-Award ausgezeichnet wurde. Was bedeutet das für Ihren Alltag als Hotelier und Gastgeber? Ich bin mir bewusst, dass diese Auszeichnung nicht nur mit der Person Raphael Wyniger zusammenhängt, sondern mit allem, was den «Teufelhof» prägt – und vor allem mit meinem Team. Zudem ist der Preis ganz sicher eine starke Motivation für mich und für Kollegen aus der Branche, die einen ähnlichen Weg gehen. Doch mein Alltag als Hotelier wird sich nicht verändern. Ich werde mich als «Hotelier des Jahres» nicht anders verhalten. Ich bleibe so, wie ich bin! Sie haben den «Teufelhof» glasklar als Kulturund Kunst-Hotel positioniert und stets weiterentwickelt. Jury-Präsident André Witschi spricht vom «Gesamtkunstwerk Teufelhof». Sie zeigen der Branche, wie man Erfolg haben kann … … ob dies mit meiner Person zusammenhängt, kann ich nicht sagen. Ja, vielleicht hat unser Konzept Vorbildcharakter. Ich kann nur sagen: Wir haben das «Konzept Teufelhof» seit der Neueröffnung im Jahr 2009 konsequent umgesetzt. Doch als Hotelier koche auch ich nur mit Wasser.

Sandra Studer beim Interview mit Raphael Wyniger auf der grossen Volkshaus-Bühne.

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An der Preisverleihung im Volkshaus Basel haben Sie gesagt: «Ich sehe mich als Coach und Motivator.» Richtig. In jeder Abteilung des Hotels habe ich Leute, die ihren Job viel besser machen, als ich das könnte. Meine Aufgabe als Coach ist es, für meine Leute ideale Rahmenbedingungen zu schaffen, sodass sie ihre Aufgabe so optimal wie möglich erfüllen und die Gäste begeistern können. Ich kann zwar die Strategie des Spiels festlegen und 12 I2015


HOTELIER TALK RAPHAEL WYNIGER

background Hublot-Managerin Tanja Fruithof überreicht Raphael Wyniger den Hauptpreis, eine exklusive Uhr der Luxusmarke Hublot.

2011 KAM DER DURCHBRUCH. WIR KONNTEN DEN UMSATZ UM 35 PROZENT STEIGERN. die Mannschaft aufstellen – aber das Spiel machen meine Leute. Apropos Spiel: Ein Kollege hat Sie gestern als «Pep Guardiola der Hotellerie» bezeichnet. (lacht). Als Trainer des FC Bayern ist Pep Guardiola sehr erfolgreich! Sie sind als Trainer des «FC Teufelhof» genauso erfolgreich … … vielen Dank, aber nein!

WARUM EIN FACH-AWARD «HOTELIER DES JAHRES»? Der in diesem Jahr erstmals vergebene Award «Hotelier des Jahres» steht unter der Trägerschaft von Hotelleriesuisse und der Hotel-Fachhochschule Lausanne (EHL). Organisiert und konzipiert wird der Branchenanlass von Fiorenzo Fässler, Managing Director der Tourismus-Marketing-Agentur Smarket AG (Zürich). Die Auszeichnung hat zum Ziel, aussergewöhnliche Leistungen zu belohnen und die Exzellenz in der Schweizer Hotellerie zu fördern. Der alljährliche Event findet jeweils im November abwechslungsweise in Basel (während der Igeho) und in Lausanne an der EHL statt. Titelsponsor ist die Luxusuhrenmarke Hublot. Die neunköpfige Fachjury steht unter dem Präsidium von André Witschi, EHL-Stiftungsratspräsident und Präsident der SSTH Passugg. Jury-Mitglieder sind Dr. Christian Lässer, Professor für Tourismus und Dienstleistungsmanagement, Uni St. Gallen; Michel Rochat, Generaldirektor EHL; Fred Hürst, ehemaliger General Manager Hyatt Hotel Group und Partner MRP-Hotels Schweiz AG; Anne Cheseaux, VR-Präsidentin CFB Network; Gabriele Bryant, Expertin und Beraterin für Marketing und Social Media in Hotellerie und Gastronomie; Martin Werlen, CEO Bocco Group; Hans R. Amrein, Publizist und Chefredaktor Fachmagazin «Hotelier», und Gery Nievergelt, Chefredaktor HTR Hotel Revue und Mitglied der erweiterten Geschäftsleitung Hotelleriesuisse. www.hotelierdesjahres.ch

Erklären Sie mir in wenigen Worten Ihr Erfolgsprinzip. Unser Denken orientiert sich immer am Konzept, das wir konsequent umsetzen. Wir lassen uns von Dingen, die unser Konzept vielleicht infrage stellen könnten, nicht irritieren. Kurz gesagt: Man muss ab und zu mit dem Kopf durch die Wand. Glauben Sie mir: Ich habe einen harten Kopf. Und das reicht, um Erfolg zu haben? Hinzu kommen natürlich Dinge wie Top-Qualität, Top-Service, hervorragende Küche, Aufmerksamkeit, Herzlichkeit … Dinge, die jeder Hotelier im Alltag konsequent umsetzen sollte. Sie sind eines der erfolgreichsten Dreisterne-Hotels der Schweiz und neu auch Mitglied im Verein «Best 3 Star Hotels of Switzerland». Warum nur drei Sterne und nicht vier oder gar fünf? Kurz gesagt: In einem Dreisterne-Haus kann ich die Erwartungen der Gäste übertreffen. Und genau das ist ja unser Ziel! Kommt hinzu, dass wir in vielen Hotel-Bereichen Vier- oder gar Fünfsterne-Leistungen erbringen. Und der Gast ist positiv überrascht, denn er erwartet diese Leistungen in einem Dreisterne-Haus mit Dreisterne-Preisen nicht … … so ist es!

Sandra Studer mit Rolf Kaspar, «Investor des Jahres 2015». 12 I2015

Sie erzielen eine Jahresauslastung von über 90 Prozent. Der Trust-Score liegt bei 90 bis 95, was für ein Stadt-Hotel ein hervorragender Wert ist. Der «Teufelhof» ist eine Erfolgsgeschichte. Ja, aber das war nicht immer so! Die ersten zwei

persönlich WER IST RAPHAEL WYNIGER? Der 40-jährige Absolvent der Hotel-Fachschule Luzern und ehemalige Vizedirektor von «Basel Tourismus» führte das Gast- und Kulturhaus Teufelhof in Basel zum Erfolg, nachdem er 2009 den Dreisterne-Superior-Betrieb von der damaligen Besitzerfamilie Thommy-Kneschaurek übernommen hatte. Wyniger nahm die «Herausforderung Teufelhof» an und begab sich auf die Suche nach finanziellen Mitteln. Kein leichtes Unterfangen, denn mehrere Banken lehnten – trotz Erfolg versprechendem Business-Plan – ab. Raphael Wyniger musste fast bei «null» anfangen. Die Positionierung des Dreisterne-Superior-Hotels als «Gastund Kulturhaus» mitten in Basel ist höchst spannend und am Ende eine Erfolgsgeschichte: Der «Teufelhof» umfasst insgesamt 33 Zimmer. Acht davon und eine Suite sind als bewohnbare Kunstwerke kreiert und befinden sich im historischen Gebäude – dem Kunst-Hotel. Im moderneren Teil des Hauses, dem Galerie-Hotel, sind Zimmer und Gänge mit Bildern und Objekten zeitgenössischer Künstler ausgestattet. Hinzu kommt ein Gastrobetrieb mit Bar, ein Weinladen und zwei Restaurants, darunter das «Bel Etage», welches seit Jahren mit 1 Michelin-Stern und 16 Punkten bewertet ist. Unter Wyniger wurde das Angebot im MICE-Geschäft ausgebaut. Zudem bietet das Hotel ein eigenes Theater, das auf Kabarett und Satire setzt. Die durchschnittliche Zimmerauslastung im «Teufelhof» beträgt über 90 Prozent. In den letzten drei Jahren erzielte Hotelier Wyniger mit dem «Teufelhof» stets neue Rekorde. Das Haus erzielt heute einen Jahresumsatz von über 8 Millionen Franken. www.teufelhof.com

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HOTELIER TALK RAPHAEL WYNIGER

HOTELIER DES JAHRES 2015

Jahre nach der Neueröffnung waren knallhart. 2011 kam der Durchbruch, und wir konnten den Umsatz um 35 Prozent steigern. Seither erzielen wir zweistellige Umsatzraten. Und wie sieht das zu Ende gehende Jahr 2015 aus? Das wird ein Rekordjahr. Und wie war das Jahr 2014? Auch ein Rekordjahr. Doch jetzt stossen wir an eine Wachstumsgrenze, denn unsere 33 Zimmer und Suiten sind fast immer ausgebucht. Deshalb würden wir gerne in einem Gebäude gegenüber vom «Teufelhof» ein zweites Hotel mit 32 Zimmern realisieren. In diesem Fall würden wir 65 Zimmer anbieten können. Die ideale Grösse. Die Finanzierung des Projektes steht, jetzt warten wir auf die Bewilligungen. H Raphael Wyniger, ich wünsche Ihnen viel Erfolg und nur das Beste für die Zukunft!

IN EINEM DREISTERNE-HAUS KANN ICH DIE ERWARTUNGEN DER GÄSTE ÜBERTREFFEN. Jury-Präsident André Witschi hält die Laudatio für Raphael Wyniger.

Was sagt die Jury zu Raphael Wyniger? Die Positionierung des «Gast- und Kulturhauses Teufelhof» mitten in Basel ist höchst spannend und am Ende eine Erfolgsgeschichte: Das Unternehmen umfasst einen Gastrobetrieb mit Bar, einen Weinladen und zwei Restaurants, eines ist seit Jahren mit 1 Michelin-Stern und 16 Punkten bewertet. Zudem bietet das Hotel ein eigenes Theater, das auf Kabarett und Satire setzt. Als Raphael Wyniger das Hotel übernahm, begab er sich auf die Suche nach finanziellen Mitteln. Kein leichtes Unterfangen, den mehrere Banken lehnten – trotz Erfolg versprechendem Business-Plan – die Kreditanträge Wynigers ab. Man darf sagen, dass Raphael Wyniger fast bei «null» angefangen hat. Die herausfordernde Anlaufzeit von zwei Jahren spricht für seinen Durchhaltewillen als Unternehmer, der sich trotz Gegenwind nicht von seinem Weg und von seinen Ideen abbringen lässt. Mit sicherem Instinkt und einzigartigen Innovationen im Bereich Kunst und Kultur entwickelt Raphael Wyniger das Gesamtkunstwerk «Teufelhof Basel» stets weiter. Der Teufelhof ist derzeit zweifellos eines der erfolgreichsten Dreisterne-Superior-Hotels der Schweiz. Ein Vorzeigebetrieb, von dem andere Hoteliers eine Menge lernen können. Die Jury hat Raphael Wyniger den Award «Hotelier des Jahres 2015» aufgrund seines innovativen Geistes und seiner Durchsetzungsfähigkeit, ein strategisch arriviertes Konzept ständig zu erneuern und zu verbessern und gleichzeitig vorzügliche wirtschaftliche Ergebnisse zu erzielen, verliehen. André Witschi, Jury-Präsident

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Ein glückliches Paar: Raphael Wyniger mit seiner Partnerin Nathalie Reinhardt.

info ZUR PERSON NAME: Raphael Wyniger GEBURTSDATUM: 20. Juli 1975 PARTNERIN: Nathalie Reinhardt KINDER: 2 (3- und 9-jährig) HOBBYS: Laufen (Marathon, trainiert 4 bis 5 Mal pro Woche), Wein und Bücher ARBEITSZEIT: 12 bis 13 Stunden täglich, 6-Tage-Woche BETRIEBSZAHLEN KULTUR- UND GASTHAUS TEUFELHOF BASEL: ÖFFNUNGSTAGE: 365 JAHRESUMSATZ: CHF 8 Mio. AUSLASTUNG: 90,1 Prozent DURCHSCHNITTLICHER ZIMMERPREIS (DZ): CHF 200.– ANTEIL F & B AM GESAMTUMSATZ: 75 Prozent 12 I2015


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Gäste am grossen Gala-Abend

TV-Moderatorin Sandra Studer. Im Hintergrund die drei Nominierten: Carlo Fontana, Daniel F. Lauber und Raphael Wyniger.

Es kamen mehr als 350 Hoteliers aus der ganzen Schweiz ins Basler Volkshaus, darunter die gesamte Hotel-Prominenz der Branchenverbände. Am 24. November wurde in Basel erstmals in der Schweiz der Fach-Award «Hotelier des Jahres» verliehen. Der Gala-Event, moderiert von TV-Frau Sandra Studer, war ein grosser Erfolg und übertraf die Erwartungen der Gäste. Raphael Wyniger (vgl. «Hotelier Talk») ist der erste Gewinner des neuen Awards. Den «Special Award» erhielt Rolf Kaspar, Investor, Gründer und Besitzer der «Aargau-Hotels». Das Gala-Programm bot spannende Referate und Jazz. Der österreichische Hotel-

und Tourismus-Experte Dr. Manfred Kohl sprach über die Zukunft der Hotellerie, und der deutsche Jazz-Pianist Dirk Raufeisen begeisterte die Gäste mit einem Piano-Solo (er spielte auf einem digitalen Flügel von «Roland») und seinem «Hotelier-Jazz-Trio». Am Cocktail vergnügten sich die Gäste mit Champagner von Charles Heidsieck und edlen Weinen aus dem «Wyhus Belp». H BILDER Tanya Hasler und Holger Jacob

Gäste am grossen Thomas Allemann (Vizedirektor Hotelleriesuisse), Andreas Züllig (Präsident Hotelleriesuisse), Peter Gloor (SGH).

Patric Vogel («Märchenhotel Bellevue», Braunwald), Gisela und Daniel Heller («Selfness-Hotel Eiger», Grindelwald).

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Fiorenzo Fässler (Organisator), André Witschi (Jury-Präsident).

Martin Hilzinger (Marketing-Experte), Jörg Arnold («Storchen», Zürich), Michael Thomann (CEO Sorell-Hotels).

Claudia Wettstein (Smarket AG), Beat Fleischmann (Hotelier).

Pierre-André Michoud (Vizepräsident Hotelleriesuisse), Marc-Antoine Nissille (AD-Hotels). 12 I2015


HOTELIER DES JAHRES 2015 EVENT

Stephan Hirt (CEO Schwob AG), Manuel Küng (Schwob AG), Philipp Hangartner (Swissfeel AG), Hanspeter Meier (Schwob AG).

Olaf Reinhardt (Präsident Private-Selection-Hotels), Beatrice Reinhardt (Hotel Adula), Josef Planzer («Ferienart Resort & Spa», Saas-Fee).

Samuel Salvisberg (EHL), Hanna Rychener (Höhere Fachschule für Tourismus IST AG), Michel Rochat (Generaldirektor EHL).

Lucas Meier (Macun Capital Partners), Felix Suhner (Hotelier).

André Gribi (Kohl & Partner), Sabrina Glanzmann (Stv. Chefredaktorin HTR), Frank Reutlinger (Kohl & Partner).

Andreas Hunziker (CEO ZFV Unternehmungen), Beat Kuhn (Hotel-Chef SV Group).

Eric Favre (Hotel The Alpina, Gstaad), Guglielmo L. Brentel (Präsident Holding EHL), André Witschi (Jury-Präsident).

René Lerch, Daniel Ingold und André Nievelstein (Wyhus Belp). 12 I2015

Claudio Giger und Roland Walker (Beck Konzept AG).

Paola Masciulli (Le Grand Hôtel), Peter Kämpfer (Hotel Park Weggis).

André Witschi (Stiftungsratspräsident EHL), Dr. Manfred Kohl (Referent) und Hans R. Amrein (Chefredaktor «Hotelier» und Publizist).

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-WEINEXPERTE MARKUS HUNGERBÜHLER ÜBER DIE ERFOLGSGESCHICHTE VON CHARLES HEIDSIECK

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12 I2015


FOOD & BEVERAGE SPECIAL CHAMPAGNER

C

yril Brun begrüsst uns freundschaftlich zur Degustation verschiedener gereifter Jahrgänge der Champagner von Charles Heidsieck in Zürich. Der Franzose ist seit Mai dieses Jahres der neue «Chef de Caves» bei diesem Traditionshaus. Nach dem überraschenden Tod von Thierry Roset übernahm der ausgebildete Önologe die Verantwortung für die Produktion der Champagner von Charles Heidsieck in Reims. Mit seiner langjährigen Berufserfahrung und Leidenschaft setzt er die erfolgreiche Arbeit seiner Vorgänger fort. Cyril Brun wuchs in einer Winzerfamilie der Champagne auf und arbeitete schon im Alter von 16 Jahren in den Reben der Champagne. Die Ernennung zum «Chef de Cave» führt Cyril Brun eigentlich zum Anfang seiner Karriere zurück, denn für seine erste Arbeitsstelle nach seiner Ausbildung bewarb er sich bei Charles Heidsieck. Das Schicksal (oder die französische Post) wollte, dass ein anderes Traditionshaus ihn zuerst kontaktierte und anstellte. Mit seiner neuen Funktion als «Chef de Caves» bei Charles Heidsieck hat er mutmass-

der edle

charles

Das europäische Weinmagazin «Vinum» wählte Charles Heidsieck zum «Champagner-Haus des Jahres 2015». An der Champagne & Sparkling Wine World Championship 2015 wurden die edlen Schaumweine von Charles Heidsieck mit Bestnoten («Best in Class») ausgezeichnet. Damit nicht genug: Im aktuellen «Hotelier»-Champagner-Rating 2015 liegt «Charles der Grosse» in allen Kategorien mit Höchstnoten an der Spitze. Was steckt hinter der 163-jährigen Erfolgsgeschichte der vor vier Jahren neu lancierten Champagner-Marke?

12 I2015

lich die Spitze seiner Karriere erreicht, sagt er heute im Alter von 46 Jahren. Und er wünscht sich, bis zu seiner Pensionierung bei Charles Heidsieck zu arbeiten. Diese langfristige Perspektive von Cyril Brun entspricht der Haltung und Philosophie traditionsreicher Häuser.

Langfristig denkende Familienbetriebe Charles Heidsieck und Champagne Bollinger sind unabhängige und seit dem 19. Jahrhundert bestehende Familienunternehmen. Derart strukturierte und entsprechend finanzierte Unternehmen denken nicht in Jahren, sondern in Jahrzenten, wenn nicht gar in Generationen. Mehrere diesem Denken entsprechende «Generationen-Champagner» konnten an der von Cyril Brun geführten Vertikal-Degustation für Fachleute aus Hotellerie, Gastronomie und Medien verkostet werden. Die vorgestellten Champagner reichten vom 1981er-Champagner Charlie bis zum neu lancierten 2006erVintage Rosé. Sensorischer Höhepunkt war jedoch der Charles Heidsieck Blanc des Millénaires 1983. Dieser Jahrgang steht leider im Schatten des berühmten 1982er und wird somit häufig übersehen und unterschätzt. Das hat jedoch den Vorteil, dass einige Flaschen dieses raren Champagners sogar noch erhältlich sind. Die ausserordentliche Qualität des Jahrgangs 1983 überzeugte auch die kritischen Juroren der «Champagne & Sparkling Wine World Championship»: An der Prämierung wurde dieses Jahr der sublime Charles Heidsieck Brut 1983 aus der Magnum als Bester der Kategorie «Library Vintage» ausgezeichnet. ❯

29


« BEKANNTLICH WIRD CHAMPAGNER

AUS DEN TRAUBENSORTEN PINOT NOIR, CHARDONNAY UND MEUNIER HERGESTELLT. BEI CHARLES HEIDSIECK KOMMT ABER NOCH EINE VIERTE TRAUBENSORTE: DIE ZEIT.

»

MARKUS HUNGERBÜHLER

Mit seiner neuen Funktion als «Chef de Caves» bei Charles Heidsieck hat Cyril Brun mutmasslich die Spitze seiner Karriere erreicht.

30

12 I2015


FOOD & BEVERAGE SPECIAL CHAMPAGNER

Die «vierte Traubensorte» Bekanntlich wird Champagner aus den Traubensorten Pinot Noir, Chardonnay und Meunier hergestellt. Bei Charles Heidsieck kommt aber noch eine «vierte Traubensorte», die Zeit, dazu, wie Stephen Leroux, CEO von Charles Heidsieck, bildlich zu sagen pflegt. Die Zeit sei einer der wichtigsten Faktoren für die hohe Qualität und den eleganten Stil der Champagner von Charles Heidsieck. Bereits die Grundweine als Hauptbestandteil der einzelnen Cuvées seien bei Charles Heidsieck oft viel länger gereift als bei anderen Produzenten oder als gesetzlich vorgeschrieben, betont Stephen Leroux. Hinzu kommen die Réserve-Weine, die allein schon für den Brut Réserve (ohne Jahrgang) im Durchschnitt länger als zehn Jahre gereift sind. Charles Heidsieck hat diesem aufwendigen Konzept entsprechend eine der besten und exklusivsten Kollektionen von Réserve-Weinen in der ganzen Champagne. Das Haus verfügt zum Beispiel noch über einen ganzen Tank RéserveWein aus Cramant des Jahrgangs 1996!

stellen könne. Für diese erste Ernte für Charles Heidsieck hat sich der «Chef de Caves» zu überlegen, wie er dieses hohe Potenzial optimal umsetzen soll. Diese wichtige Frage hat önologische, wirtschaftliche, kommunikative, historische und schon fast philosophische Aspekte. Es ist abzuwarten, wie der umsichtige Cyril Brun damit umgehen wird. Vielleicht finden wir den Jahrgang 2015 in einem Vintage-Champagner, in einem Blanc des Millénaires 2015 oder gar in einem an die grossartige Geschichte anknüpfenden, neuen Champagne Charlie … H

« CYRIL BRUN IST AUFGRUND

Vom optimalen Zeitpunkt

DES WITTERUNGSVERLAUFS SEHR ZUFRIEDEN MIT DER QUALITÄT DER TRAUBEN DES JAHRGANGS 2015. FÜR IHN SEI ES DER BESTE JAHRGANG, DEN ER IN SEINER KARRIERE IN DER CHAMPAGNE ERLEBT HABE.

Die Aufgabe des «Chef de Caves» ist es einerseits, die Reifedauer der einzelnen Cuvées bis zu ihrer Perfektion zu beobachten, und andererseits auch über den optimalen Zeitpunkt der Lancierung der Champagner zu entscheiden. Es geht darum, jeder Cuvée und jedem Jahrgang individuell gerecht zu werden. Und für Cyril Brun ist nun die Zeit für den Vintage Rosé 2006 gekommen, der neu bei Jeroboam SA in der Schweiz erhältlich ist. Nach dem Jahrgang 1999 MARKUS HUNGERBÜHLER präsentiert Charles Heidsieck mit diesem Produkt erstmals wieder einen Rosé-Jahrgangs-Champagner. Er glänzt hell-kupfern und duftet nach reifen Beeren, Brotkruste und ein wenig Tabak. Die grosse Finesse im Gaumen ist verbunden mit einer sehr gut integrierten Mousse bei einer mittleren aromatischen Länge. Es ist ein Champagner mit burgundischer Eleganz und deutlicher Stilverwandtschaft zum ebenfalls neu in der Schweiz lancierten Charles Heidsieck Vintage 2005 (Brut). Hingegen darf der hervorragende Vintage Rosé 2005 noch in den historischen Crayères von Charles Heidsieck in Reims schlummern. Anlässlich der Vertikal-Degustation zeigte sich der noch nicht degorgierte 2005er-Rosé als verschlossen, aber intensiv und mit sehr langem DER AUTOR Markus Hungerbühler Abgang. Zweifellos hat dieser Champagner aus ist Weinakademiker und verfügt dem Spitzenjahrgang 2005 eine mehr als zehn- über das Diplom in Wines and Spirits jährige Genussphase vor sich, die mit einer früh- des renommierten Wine & Spirit zeitigen Lancierung vergeben würde. Education Trust in London. Als

»

Der Traumjahrgang 2015 Cyril Brun ist aufgrund des Witterungsverlaufs sehr zufrieden mit der Qualität der Trauben des Jahrgangs 2015. Für ihn sei es «der beste Jahrgang, den ich in meiner Karriere in der Champagne erlebt habe», das Beste, was man sich vor12 I2015

Weinberater ist er seit mehreren Jahren als Juror an verschiedenen Weinprämierungen im In- und Ausland tätig. Als Weinjurist studierte er in Reims Weinrecht und die komplexe Weinindustrie der Champagne.

info AUSGEZEICHNETE CHAMPAGNER Die Champagner von Charles Heidsieck wurden im Jahr 2015 erneut und mehrfach ausgezeichnet: An der 32. International Wine Challenge (IWC) in London erhielt Charles Heidsieck für den Blanc des Millénaires 1995 einerseits die Daniel-Thibault-Trophy 2015 als «Champion Sparkling Wine 2015» und andererseits die «National Vintage Blanc de Blancs Champagne Trophy 2015». Mit dieser Auszeichnung wurde bereits zum vierten Mal in den letzten sieben Jahren ein Champagner von Charles Heidsieck zum «Champion Sparkling Wine» gekürt. Gleichzeitig erhielt das Haus beim IWC Special Award auch die renommierte Len-Evans-Trophy 2015 für seine Konsistenz über fünf Jahre hinweg. Ferner wurde Cyril Brun in Anerkennung der Leistungen des verstorbenen Thierry Roset auf die Shortlist als «IWC Sparkling Winemaker of the Year 2015» gesetzt. An der auf Schaumweine aus aller Welt spezialisierten Champagne & Sparkling Wine World Championship 2015 in Royal Tunbridge Wells (GB) wurden die Champagner von Charles Heidsieck in verschiedenen Unterkategorien als «Best in Class» aus Frankreich ausgezeichnet: • Charles Heidsieck Rosé Réserve Brut in der Kategorie Champagner ohne Jahrgang Rosé • Charles Heidsieck Brut Réserve in der Kategorie Champagne ohne Jahrgang Blend • Charles Heidsieck 1983 Brut (Magnum) in der Kategorie Champagne Library Vintage Gleichzeitig erhielten diese Champagner eine Gold-Medaille. Gold haben auch die neu auf den Markt gebrachten Charles Heidsieck Brut Vintage 2005 und Blanc des Millénaires 1995 erhalten. Die hohe Qualität der Champagner von Charles Heidsieck überzeugte auch die Redaktion des europäischen Weinmagazins Vinum: Charles Heidsieck wurde zum «Champagner-Haus des Jahres 2015» gewählt. «Charles Heidsieck und der Schweizer Importeur für die Hotellerie und Gastronomie, die Jeroboam SA in Zürich, freuen sich über diese ehrenvolle Anerkennung der Qualität der Champagner von Charles Heidsieck», so Andreas Etter, Geschäftsführer von Jeroboam.

event PARTNER DES EVENTS «HOTELIER DES JAHRES 2015» Charles Heidsieck war 2015 der offizielle ChampagnerPartner des zum ersten Mal in der Geschichte der Schweizer Hotellerie durchgeführten Events «Hotelier des Jahres». Am 24. November wurde im Volkshaus Basel zum ersten Mal der Award «Hotelier des Jahres 2015» verliehen. Am grossen Gala-Event im Volkshaus Basel wurde den über 300 Gästen der Champagner «Brut Réserve» ausgeschenkt. www.charlesheidsieck.com www.jeroboam.ch

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-CHAMPAGNER-RATING 2015

besten 2015 Brut

Das sind die

Charles Heidsieck Brut Reserve Louis Roederer

Brut Premier

Tsarine

Brut Cuvée Premium Brut Black Label Excellence Brut

Lanson Gosset Philipponnat

Mandois

Brut Royale Reserve Cuvée des Crayères Brut Origine

Egly-Ouriet

Grand Cru Brut

Taittinger

Brut Reserve

Ruinart

Brut

Perrier Jouët

Grand Brut

Lanson Jacquart

Brut White Label Dry Brut Mosaique

Mumm

Cordon Rouge

Piper-Heidsieck

Brut

Besserat

Brut

Eric Rodez

12 Wein-Experten und Sommeliers aus der ganzen Schweiz haben mehr als 130 verschiedene Champagner getestet (Blinddegustation). Die Punkte basieren auf einer umfassenden Checkliste (Degustationsnotizen und Bewertung). Es wurden die Kategorien Brut, Rosé, Blanc de Blanc und Jahrgangs-Champagner getestet. Alle hier publizierten Champagner sind Top-Produkte und haben die Bewertung von mindestens 2 Punkten (sehr gut) erzielt. Das Rating hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

VVE Alice Margot Brut Veuve Clicquot

Brut

Laurent-Perrier

Brut

Moët & Chandon

Moët Imperial

5 Jeroboam www.jeroboam.ch 5 Maisons Marques et Domaines www.mmdsuisse.com 5 Divinco GmbH, Dornach www.divinco.ch 5 Haecky Drink & Wine www.haecky.ch 5 Martell AG, St. Gallen www.martell.ch 4 Baur-au-Lac-Weine www.bauraulacvins.ch 4 Zürcher-Gehrig AG www.the-champagne.ch 4 Siebe Dupf Kellerei AG www.siebe-dupf.ch 4 Zürcher-Gehrig AG www.the-champagne.ch 4 Globalwine AG, Zürich www.globalwine.com 4 Moët Hennessy www.moet-hennessy.ch 4 Pernod Ricard Swiss www.pernod-ricard-swiss.com 4 Haecky Drink & Wine www.haecky.ch 3 Jacquart Suisse SA www.jacquart.ch 3 Pernod Ricard Swiss www.pernod-ricard-swiss.com 3 Dettling & Marmot www.dettling-marmot.ch 3 Divinco GmbH, Dornach www.divinco.ch 2 Diwisa Willisau SA www.diwisa.ch 2 Moët Hennessy www.moët-hennessy.ch 2 Laurent-Perrier Suisse www.laurent-perrier.ch 2 Moët Hennessy www.moet-hennessy.ch


Laurent-Perrier

FOOD & BEVERAGE SPECIAL CHAMPAGNER

Rosé

Cuvée Rosé

5 Laurent-Perrier Suisse www.laurent-perrier.ch Lanson Brut Rosé 5 Haecky Drink & Wine www.haecky.ch Ruinart Brut Rosé 5 Moët Hennessy www.moët-hennessy.ch Tsarine Rosé 5 Divinco GmbH, Dornach www.divinco.ch Dom Pérignon Rosé 2004 5 Moët Hennessy www.moët-hennessy.ch Charles Heidsieck Rosé 5 Jeroboam www.jeroboam.ch Mandois Brut Rosé 4 Siebe Dupf Kellerei AG www.siebe-dupf.ch Bruno Paillard Rosé Première 4 Martell AG, St. Gallen www.martell.ch Besserat Cuvée Brut Rosé 4 Divinco GmbH, Dornach www.divinco.ch Perrier-Jouët Rosé 4 Pernod Ricard AG www.pernod-ricard-swiss.com Louis Roederer Brut Rosé 2009 4 MMD Suisse SA www.mmdsuisse.com Jacquart Rosé 3 Jacquart Suisse SA www.jacquart.ch André Clouet Brut Rosé 3 Baur-au-Lac-Weine www.bauraulacwein.ch Moët + Chandon Rosé Impérial 3 Moët Hennessy www.moët-hennessy.ch Veuve Devaux Cuvée D Rosé 3 Zürcher-Gehrig AG www.the-champagne.ch Taittinger Brut Prestige Rosé 2 Globalwine AG, Zürich www.globalwine.com Veuve Clicquot Rosé 2 Moët Hennessy www.moët-hennessy.ch Piper-Heidsieck Rosé Sauvage 2 Dettling & Marmot www.dettling-marmot.ch

Taittinger

Blanc de Blanc

Tsarine

Comtes de Champ. 5 2005 Blanc de Blanc 5 1er Cru 2010 Blanc de Blanc 5

Dom Pérignon

Blanc 2006

5

Mumm

De Cramant

5

Ruinart

Blanc de Blanc

5

Champagne de Saint-Gall Philipponnat

Blanc de Blanc

5

Mandois

Laurent-Perrier

Grand Blanc Brut 5 Millésimé 2006 Brut Blanc 5 de blanc 2009 Blanc de Blanc 4

Besserat

Blanc de Blanc

LermandierBernier Bonnaire

Longitude 4 Extra-Brut Prestige Grand Cru 4 Blanc de Blanc Blanc de Blanc 3 2006 Grand Vintage 3 Blanc 2006 Blanc de Blanc 3

Louis Roederer

Jacquart Moët + Chandon Jacquart

4

Globalwine AG, Zürich www.globalwine.com Siebe Dupf Kellerei AG www.siebe-dupf.ch Divinco GmbH, Dornach www.divinco.ch Moët Hennessy www.moët-hennessy.ch Pernod Ricard Suisse www.pernod-ricard-swiss.com Moët Hennessy www.moët-hennessy.ch Martell AG, St. Gallen www.martell.ch Baur au Lac Vins www.bauraulacvins.ch Maisons Marques et Domaines www.mmdsuisse.com Laurent-Perrier Suisse www.laurent-perrier.ch Divinco GmbH, Dornach www.divinco.ch Zürcher-Gehrig AG www.the-champagne.ch Zürcher-Gehrig AG www.the-champagne.ch Jacquart Suisse SA www.jacquart.ch Moët Hennessy www.moët-hennessy.ch Jacquart Suisse SA www.jacquart.ch

Jahrgangs-

champagner

Charles Heidsieck Brut Vintage 2005 Taittinger Comte de Louis Roederer André Clouet Dom Pérignon Bruno Paillard Mandois

5 Jeroboam www.jeroboam.ch 5 Globalwine AG, Zürich Champagne 2006 www.globalwine.com Brut Vintage 5 MMD Suisse SA 2008 www.mmdsuisse.ch Brut Millésimé 5 Baur au Lac Vins 2008 www.bauraulacvins.ch Millésimé 1998 5 Moët Hennessy www.moët-hennessy.ch Brut Millésimé 5 Martell AG, St. Gallen 2004 www.martell.ch Victor Cuvée 5 Siebe Dupf Kellerei AG Préstige 2005 www.siebe-dupf.ch

Piper-Heidsieck

Rare 2002

5 Dettling & Marmot www.dettling-marmot.ch Perrier-Jouët Belle Epoque 4 Pernod Ricard AG 2006 www.pernod-ricard-swiss.com Laurent-Perrier Millésimé 2004 4 Laurent Perrier CH www.laurent-perrier.ch Jacquesson 2005 4 Zürcher-Gehrig AG Dizy Corne Bautray www.the-champagne.ch Taittinger Brut Millésimé 4 Globalwine AG, Zürich 2008 www.globalwine.com Eric Rodez Empreinte de 4 Zürcher-Gehrig AG Terroir 2002 www.the-champagne.ch Lanson 2002 4 Haecky Drink & Wine www.haecky.chd

Hinweis: Über das Champagner-Rating wird keine Korrespondenz geführt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Händler bzw. Produzenten hatten die Möglichkeit, vier verschiedene Champagner in den genannten Kategorien einzureichen. Die Bewertung (Blind-Test) erfolgte durch eine unabhängige und neutrale Jury.


Dies ist die einzigartige Erfolgsgeschichte der ersten Lachsräucherei der Schweiz, der Manufaktur Dyhrberg in Balsthal: 1965 gründeten die drei Unternehmer-Pioniere Ove Hansen, Brido Petersen und Leo Belser die erste Lachsräucherei der Schweiz. Daraus hat sich die in der Branche bekannte Lachsräucherei Dyhrberg in Balsthal entwickelt.

E

50 Jahre

s ist kaum zu glauben: Bis 1965, also bis zur Gründung der Räuchermanufaktur Dyhrberg, wurden Rauchfische ausschliesslich konsum­ fertig aus nordischen Ländern in die Schweiz importiert. Obwohl das qualitativ hochstehende Räuchern von Fleisch- und Wurstwaren in der Schweiz auf eine lange Tradition zurückblicken konnte, hatte das Räuchern von einheimischen und ausländischen Fischen hierzulande nie wirklich Fuss gefasst – und dies nicht einmal in jenen Zeiten, als einige Lachse noch bis zum Rheinfall hinauf schwammen. Saumon fumé galt damals als teure Delikatesse, die sich nur wenige Schweizer leisten konnten. Gastronomie-Pionier Ueli Prager popularisierte den Rauchlachs in seinen Mövenpick-Betrieben. Das Ziel des Unternehmer-Trios Hansen, Petersen und Belser war jedoch nicht die Popularisierung und Vulgarisierung des Rauchlachses (wie dies heute leider zum Teil infolge der industriellen Massen- und Billigproduktion zu beobachten ist), sondern primär die Qualitätssteigerung und damit die Profilierungsmöglichkeit in der Schweizer Gastronomie. Mit Dyhrberg-Rauchlachs sollten Gastronomen und Restaurateure in der Schweiz in die Lage versetzt werden, ihren Gästen erstklassige, qualitativ überdurchschnittliche Rauchlachsprodukte anzubieten. Qualität als Unternehmensmaxime Qualitätssteigerung ist damals wie heute auch eine Frage des effizienten Transports der Frischfische in die Schweiz. Durch die damals langen und

vielfach eher unprofessionellen Transportmethoden endete der Fischtransport in der Schweiz öfters mit verdorben riechenden Produkten. So wurden erstmals alle Anstrengungen darauf ausgerichtet, den frisch gefangenen Lachs gekühlt in die Schweiz zu transportieren, ihn sofort zu verarbeiten, zu räuchern und noch am gleichen Tag auszuliefern. Die gesamte Strategie wurde von Anfang an auf höchste Qualität und nicht auf Massenproduktion ausgerichtet – eine Unternehmensphilosophie, die sich in den 50 Jahren des Bestehens der Manufaktur Dyhrberg ausgezeichnet bewährt hat und den eigentlichen Grundstein für den nachhaltigen Erfolg der ersten Lachsräucherei der Schweiz bildete. Handwerkliche Zubereitung Nur auserlesene, edle Lachse aus Pazifik und Atlantik finden den Weg nach Balsthal. Diese werden ausschliesslich von Hand, ohne jegliche Maschinen filetiert und trocken mit wertvollem Meersalz bestreut, danach traditionell und einzigartig im Holzofen veredelt – wie es seit Hunderten von Jahren in den nordischen Ländern und in Russland praktiziert wurde. In der Lachsräucherei Dyhrberg in Klus/Balsthal werden heute rund 60 Prozent Wildlachs und etwa 40 Prozent kontrollierter Zuchtlachs geräuchert. Die Lachse werden über Nacht gewässert und am nächsten Tag von Hand filetiert und gesalzen. Es ist grobes Meer­ oder bei Spezialitäten Himalajasalz, das auf den Fisch kommt – auf das dünne Schwanzende etwas weni-


Advertorial

Die einzigartige Erfolgsgeschichte des Holzofenlachses – dem vielleicht besten Räucherlachs der Welt.

Dyhrberg ger, auf das dicke Mittelstück etwas mehr. Keine Stelle darf zu wenig oder zu viel gesalzen sein. Die gleichmässige Würzung des Lachses ist eines der Erfolgsgeheimnisse der Dyhrberg-Produkte, was mit viel traditioneller Räucherkunst und engagiertem Arbeitseinsatz verbunden ist. Zwei bis drei Tage liegt der Lachs im Salz, bis er die optimale Menge Flüssigkeit verloren hat. Traditionelle Räucherkunst Später werden die so vorbereiteten Lachse in den mit Buchen- und Eichenholz belegten Räucheröfen sorgfältig geräuchert. Das Räuchern im aus Stein gemauerten Holzofen erfolgt ausschliesslich nach traditionellen Methoden. Der Fisch soll sein ursprüngliches Aroma behalten. Deshalb verzichtet Dyhrberg konsequent auf die Beifügung von Farb- und Geschmackszusätzen sowie -verstärkern. «Fine Food» vom Feinsten Die Qualität und Kontinuität hat seine Spuren hinterlassen: Immer mehr private Kunden wollen in den Genuss dieser hochstehenden Lachsprodukte kommen. Waren bis vor einigen Jahren die Gastronomie, diverse Catering-Unternehmen und Fluggesellschaften die Hauptkunden der Manufaktur Dyhrberg, ist sie heute auch in diversen namhaften Detailhandelsketten mit Eigenmarken vertreten. Obwohl der Markt immer mehr mit Billig- und Billigstprodukten überschwemmt wird, gibt es doch wieder ver-

mehrt Kunden, die bereit sind, für Qualität ein wenig mehr zu bezahlen. Ob Globus oder Coop Fine Food, die Manufaktur Dyhrberg ist der Partner im Premium-Bereich. Dyhrberg – der Seafood-Spezialist Neben dem Räucherlachs vertreibt die Dyhrberg-Tochtergesellschaft Interlachs unter dem Markennamen «Krista» qualitativ hochstehende tiefgekühlte Krusten- und Schalentiere sowie Menu-Fische. Eine weitere Kernkompetenz, die heute kaum mehr wegzudenken ist. Fazit Die Marke Dyhrberg steht seit 1965 nicht nur für Exklusivität, Qualität und Innovation, sondern ebenso für Fairness gegenüber dem Fisch und seinem Handel. Dabei gilt nach wie vor der Grundsatz, ausschliesslich mit kleineren und mittleren Fischerei- und Fangbetrieben zu kooperieren. Die Manufaktur Dyhrberg bietet das umfangreichste Räuchersortiment an – alles traditionell in der Schweiz von Hand verarbeitet. Für jeden Geschmack das richtige Produkt aus verschiedensten Provenienzen: Atlantischer «Salmo Salar»-Holzofenlachs aus Schottland, Irland und Norwegen, aus dem Pazifik anada, Alaska die Sorten Silber, Sockeye und hum. Beste, auserlesene Qualität – das ist Kernpunkt und Philosophie der Räucher-Manufaktur Dyhrberg in Balsthal.

Weitere Informationen: Dyhrberg AG Erste Lachsräucherei in der Schweiz Solothurnerstrasse 40 lus alsthal S Telefon 062 386 80 00 Fax 062 386 80 19 admin@dyhrberg.ch www.dyhrberg.ch


-ROUND TABLE: E-MARKETING-TRENDS 2016


E-MARKETING AUSSICHTEN 2016

Das digitale Hotel-Marketing wird immer wichtiger – und immer komplexer. Booking & Co. beherrschen den Online-Buchungsmarkt, Social Media prägen den HotelAlltag, neue Tools verändern die Vertriebskanäle. Frage an die «Hotelier»-Fachautoren Gabriele Bryant, Heiko Siebert und Wilhelm K. Weber: Welche digitalen Trends und Entwicklungen werden 2016 die Hotellerie besonders herausfordern?

E-Hotel-Business: Was kommt 2016?

« HOTELS UND DESTINATIONEN SOLLTEN

SICH NICHT VON GEOGRAFISCHEN ZIELGRUPPEN ABHÄNGIG MACHEN, SONDERN MIT EINER STARKEN POSITIONIERUNG FÜR UNTERSCHIEDLICHE MÄRKTE UND ZIELGRUPPEN INTERESSANT SEIN.

»

GABRIELE BRYANT


W

elche Herausforderungen für die Distribution werden 2016 die Hoteliers beschäftigen?

Gabriele Bryant: Die Vertriebsmacht der OTAs wird 2016 weiter zunehmen. Auch Google möchte direkter in den Hotel-Vertrieb einsteigen. Ich bin gespannt, ob es Google wirklich gelingt, eine für Gast und Hotel einfach nutzbare Oberfläche zu bieten und so zum effektiven Vertriebskanal zu werden. Ob Google wirklich als «Freund der Hotels» zu sehen ist? Eher nicht, denn die Abhängigkeit von Google ist nicht kleiner als die Abhängigkeit von Booking & Co. Die Hoteliers sollten ihre Distributionsstrategie weiterhin sauber definieren und dafür sorgen, dass ihre Hotel-Website für den Direktverkauf optimiert ist – auch mobile: Eine NichtMobile-taugliche Website wird 2016 vom Gast definitiv nicht mehr akzeptiert! Heiko Siebert: Zweifellos wird die Konsolidierung bei den OTAs weiter zunehmen. Ich sehe auch starkes Wachstum im Bereich «Metasearch» – insbesondere durch die kürzlich entwickelten Direktbuchungsangebote. Und – ob wir es gut finden oder nicht – die Para-Hotellerie wird wachsen. Die Online-Distribution bleibt eine spannende Herausforderung für jeden Hotelier!

Wilhelm K. Weber: Angesichts der Machtkonzentration bei den Buchungsportalen sollten Hoteliers aufhören, alle Bedingungen zu «schlucken» und stattdessen in einen konstruktiven Dialog treten, um die Regeln für ein partnerschaftliches Miteinander mitzugestalten. Neue Player, wie zum Beispiel Google und Apple, sind im Sinne des Wettbewerbs zu begrüssen. Da die Grenzen zur Para-Hotellerie verschwimmen, sollten Hoteliers sich überlegen, wie sie die Popularität von Plattformen wie Airbnb nutzen können.

Sprechen wir über neue Technologien 2016: Worauf dürfen wir uns freuen – oder auch nicht? Gabriele Bryant: Virtual Reality (VR) Tools werden 2016 zu normalen Instrumenten, um Destinationen oder Hotels aus der Ferne «real» erlebbar zu machen. Die bestehenden Angebote von HTC, Samsung oder Google werden mit «Oculus Rift» noch verstärkt, und auch Facebook wird seine Plattform entsprechend ausbauen. Auf YouTube gibt es heute schon 360-Grad-Videos, die mit Virtual Reality Headsets angeschaut werden können. ShangriLa Hotels & Resorts haben gerade alle Verkaufsbüros mit VR-Brillen ausgestattet und bieten die Videos auch zum Download an. Bisherige 360-Grad-Panoramen werden damit «old school», und wer wirklich up to date sein will, wird in die Produktion von VR-Inhalten investieren. Hinzu kommen Wearables, das heisst Kommunikations-Tools wie die Apple Watch, die direkt am Körper getragen werden. Ob sie sich auf breiter Basis durchsetzen oder ein Mode-Gag bleiben, wird sich zeigen. Was sich auf jeden Fall durchsetzt, ist die iBeacon-Technologie, mit der die Nutzer von Smartphones oder Wearables direkt vor Ort mit massgeschneiderten Angeboten und Informationen angesprochen werden können. Facebook hat dieses Jahr in den USA schon mit kostenlosen Beacons für lokale Unternehmen experimentiert.

« DIE UNABHÄNGIGE HOTELLERIE

ERLEBT IN DER ONLINE-DISTRIBUTION EINE GEWISSE RENAISSANCE.

»

HEIKO SIEBERT

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12 I2015


E-MARKETING AUSSICHTEN 2016

Heiko Siebert: Wearables werden sicher nicht wie bei «Google Glass» ganz im Sande verlaufen, dazu sind die anfänglichen Erfolge bereits zu gross. Sie funktionieren jedoch ohne Smartphone in der Nähe nur bedingt und müssen unabhängiger werden. Daher sehe ich hier noch keinen unmittelbaren Handlungsbedarf für Hotels. Die Entwicklungsmöglichkeiten der iBeacons sind spannender, insbesondere die Erkennung von Gästen an bestimmten Orten. In Verbindung mit Gästebindungsprogrammen kann hier in kurzer Zeit ein Mehrwert geschaffen werden.

Gabriele Bryant: Die wirtschaftliche Lage vieler Länder ist sehr unvorhersehbar geworden. Hotels und Destinationen sollten sich nicht von geografischen Zielgruppen abhängig machen, sondern mit einer starken inhaltlichen Positionierung für unterschiedliche Märkte und Zielgruppen interessant sein. Die aktuelle Migrationswelle nach Europa könnte der Hotellerie dringend benötigte Arbeitskräfte bescheren – wenn ausbildungstechnische und gesellschaftliche Hürden genommen sind. Heiko Siebert: Die unabhängige Hotellerie erlebt in der OnlineDistribution eine gewisse Renaissance. Sobald alle Hotel-Ketten angeschlossen, Märkte weltweit ausgebaut und Nischen besetzt sind, gibt es noch Wachstumschancen für Technologie- und Servicedienstleister – und es entstehen neue Möglichkeiten, zum Beispiel auch Kooperationen oder Hotel-Ketten.

Wilhelm K. Weber: Die Digitalisierung im Tourismus geht weiter. Für mich ist das Thema Drohnen und Roboter sehr interessant. Es mag nach Science-Fiction klingen, ist aber heute bei manchen HotelKetten schon Realität. Angesichts unserer Personalkosten ist es verwunderlich, dass in der Schweiz nicht mehr SelfCheck-out-Lösungen im Einsatz sind – oder Room-ServiceRoboter!

Thema Ratenparität – quo vadis?

Welche sonstigen Entwicklungen und Veränderungen können uns 2016 betreffen?

Wilhelm K. Weber: Die Berg- und Ferienhotellerie muss den bisherigen «Skiferien»-Wintertourismus neu definieren. Junge fahren heute weniger, weniger lang und weniger oft Ski – und Ältere mögen/dürfen nicht mehr. Die Ski-Woche stirbt aus, aber ein Kurztrip mit Selfie auf dem Gletscher ist so populär wie einen Nachmittag Wellen reiten auf Bali.

« DIE BERG- UND FERIEN-HOTELLERIE MUSS DEN BISHERIGEN SKIFERIENWINTERTOURISMUS NEU DEFINIEREN.

Gabriele Bryant: In Frankreich ist die Parität gekippt, in Italien ist sie am Schwanken, und sogar die Schweizer WettbeWILHELM K. WEBER werbskommission (Weko) hat sich nun dagegen ausgesprochen. Mutige Hoteliers argumentieren bereits mit Direktbuchungsvorteilen. Die OTAs halten bis jetzt still oder «strafen» mit schlechteren Rankings. Die Möglichkeiten, den Preisvergleich direkt auf der Hotel-Website anzuzeigen, werden zunehmen. Heiko Siebert: Die Parität zwischen den OTAs darf in mehreren europäischen Ländern nicht mehr vertraglich verlangt werden. OTAs sind jedoch nicht verpflichtet, Hotels immer anzuzeigen, sondern werden die Hotels präferieren, die sich weiterhin an die Parität halten. Für mich ist die Zeit der «Giesskannen-Distribution» vorbei. Es wird in Zukunft darum gehen, die effektivsten Buchungswege und -plattformen zu identifizieren, intensiv zu bearbeiten und dabei ständig den ROI zu überwachen. Wilhelm K. Weber: Die Ratenparität ist Geschichte,

aber der Kampf dauert an. Aktuell zählen vor allem zwei Dinge: die Angebotsdifferenzierung seitens des Hoteliers und das gemeinsame Auftreten der Branche. Die OTAs bauen wieder Druck auf, indem sie «ungehorsame» Hoteliers mit schlechteren Listings bestrafen. Wenn Hotels sich jetzt erpressen lassen, werden die OTAs nie aufhören, ihre Machtposition auszunützen! 12 I2015

Wie lauten die wichtigsten «To-dos» für 2016?

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Gabriele Bryant, Heiko Siebert und Wilhelm K. Weber:

1. Klare Kante zeigen Für eine klare und authentische Positionierung im Markt sorgen – auf der Basis von gastrelevanten Stärken und Themen. Die Fra ge des Gastes: «Warum dieses Hotel?», überzeugend beantworten und den Mut zur Einzigartigkeit haben. 2. Strategisch planen und neugierig bleiben Eine spezifische Marketing- und Distributionsstrategie definieren, die nach Kosten und Nutzen austariert ist. Bei der Umsetzung den Kopf über dem Tellerrand halten, Chancen erkennen, Neues ausprobieren, von Anbietern wie Airbnb lernen und besser werden. Den Wandel lieben lernen! 3. Website optimieren Die eigene Website als Herzstück des Online-Marketings erkennen und für den Verkauf und für Google optimieren – auch in der Ansicht auf mobilen Geräten! 4. Gäste binden Bestehende Gäste und ihre Daten sind bares Geld wert! Daher in die Bindung mittels Post- und Pre-Stay-Kommunikation und effektiver Newsletter investieren. 5. Social Media Social Media als Chance begreifen, um mit effektivem Content und Interaktion Sichtbarkeit zu erreichen und emotionale Gast-Beziehungen aufzubauen. H

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ADVERTORIAL

White Christmas

mit Champagne Lanson

Champagne Lanson wurde 1760 gegründet; das Traditionshaus in Reims kann somit auf eine über 250-jährige Geschichte zurückblicken. Als besonders privilegierte Kellerei erhält Lanson seine Trauben von über 800 Hektaren aus Premier- und Grand-Cru-Lagen, die zu den Besten der Champagne zählen. Lanson gehört zu den wenigen Kellereien in der Champagne, die keine malolaktische Gärung durchführen. Diese besondere Herstellung garantiert die typische, unnachahmliche Fruchtigkeit und Frische des Champagners und begünstigt zudem eine sehr gute Alterung. Das breite Lanson-Sortiment umfasst die klassische Linie mit Lanson Brut, Demi-Sec und Rosé/Pink Brut sowie Lanson Gold-Label mit Jahrgang. Die Prestige-Cuvée Lanson Extra Age Brut und Rosé ergänzen die Range aufs Schönste.

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Die feierlichen Tage und Festlichkeiten zu Weihnachten und Neujahr nähern sich – es ist die Zeit für grosse Momente! Lassen Sie sich vom himmlischen Geschmack des Lanson White Label Sec einfangen und begeistern. Lanson White Label ist eine einzigartige Cuvée mit überwiegend Chardonnay-Trauben, die ihr

Feinheit und Eleganz verleihen, sowie Pinot-NoirTrauben, denen sie ihr kräftiges Aroma verdankt. Die Cuvée duftet nach weissen Blumen und Birne. Sie wird ergänzt durch mineralische Noten. Mit einer Dosage von 28 g/l Zucker liegt der White Label Sec zwischen einem Brut und einem Demi-Sec; ein wahrlich duftendes Die strahlend weisse Flasche setzt zudem mit gold-schwarzen Veredelungen ein visuelles Highlight. Lanson White Label lädt zum Experimentieren ein: Es ist der erste Champagner weltweit, der speziell für den Genuss mit natürlichen Zutaten wie Minzeblätter, Orangenzesten oder auch Himbeeren kreiert wurde. Der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt. Lanson White Label Sec verstärkt auf natürliche Weise die zugegebenen Aromen. www.haecky.ch

Geschmackserlebnis.

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Lassen Sie sich vom himmlischen Geschmack des Lanson White Label Sec einfangen und begeistern. Ein Champagner für jeden festlichen Anlass.

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Wish for a White Label Christmas

Probieren Sie Champagne Lanson White Label Sec mit Orangenzesten, Minzeblätter oder Himbeeren. Am besten schmeckt der White Label sehr kalt bei 7° C, serviert in grossen Weingläsern.

Das Traditionshaus Lanson in Reims

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Wish for a White Label Christmas

White Label


Wish for a White Label Christmas Lassen Sie sich vom himmlischen Geschmack des Lanson White Label Sec einfangen und begeistern. Ein Champagner fĂźr jeden festlichen Anlass.

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ATLANTIS BY GIARDINO (ZÜRICH)

So sieht die neue

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TECHNIK & AMBIENTE HOTEL-DESIGN

Luxus-Oase aus! Nach einer vollständigen Renovation wurde am 1. Dezember das Hotel Atlantis by Giardino auf dem Zürcher Üetliberg wiedereröffnet – als «Urban Retreat» mit 95 Zimmern und Suiten. Das Design spielt auf die Architektur des Gebäudes, die Lage und auf seine Geschichte an. Und so sieht die neue Luxus-Oase von Zürich aus!

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Cigar Lounge.

Bad einer Junior-Suite.

Giardino Bar Hide & Seek.

Bett in einer Junior-Suite.

Ballroom Wave.

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TECHNIK & AMBIENTE HOTEL-DESIGN

Restaurant Hide & Seek.

ES GILT ALS ARCHITEKTONISCHES JUWEL DER NACHKRIEGS-MODERNE – DAS LEGENDÄRE ZÜRCHER HOTEL ATLANTIS.

Junior-Suite.

Pool im Giardino Dipiù-Spa. 12 I2015

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TECHNIK & AMBIENTE HOTEL-DESIGN

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s gilt als architektonisches Juwel der Nachkriegsmoderne – das legendäre Zürcher Hotel Atlantis. Es gingen Stars ein und aus. So etwa gab Freddy Mercury am Flügel in der Bar ein Privatkonzert, Shirley MacLaine flirtete mit einem Angestellten, und Box-Legende Muhammad Ali war zehn Tage zu Gast. Vor wenigen Tagen, am 1. Dezember, wurde das Luxus-Hotel am Üetliberg eröffnet – und lässt alte Zeiten wieder aufleben. Die Geschichte des zwischen 1968 und 1970 erbauten Hotels erzählt Inge Moore, Creative Director des Londoner Büros HBA. Sie zeichnete für die Innengestaltung des «neuen» Hotels Atlantis verantwortlich. Wo früher Marmor und Holz waren, hat die Designerin die gleichen Materialien verwendet. In der Lobby liegt wieder dunkelgrauer Marmor, darauf stehen zwei restaurierte Sessel – ganz wie früher. Neue Möbel wurden von der italienischen Manufaktur Molteni gefertigt. Leuchten aus Glas hängen wie wirbelnde Blätter von der Decke. Eine Tresor-Wand in der Bar spielt auf die besondere Lage des Hotels an: «Das ‹Atlantis by Giardino› liegt dort, wo der Wald des Üetlibergs in das Grün der Gärten und Parks von Zürich übergeht», beschreibt die Giardino Group, die das Management führt, die Lage ihres neuen «Urban Retreat» im 5-Sterne-Superior-Segment. Zur Bahnhofstrasse mit ihren Banken und Geschäften sind es 15 Minuten, ein kurzer Spaziergang führt hinauf zum Gipfel des Zürcher Hausberges. Aus der Vogelperspektive gleicht das Gebäude des Hotels mit seinen drei Flügeln einem Ypsilon. Die moderne Infrastruktur des «Atlantis by Giardino» ist sowohl auf Business-Gäste als auch Zürich-Touristen ausgerichtet, welche die Stadt erleben möchten. Das Hotel bietet einen 25-m-Aussen-Pool und einen Indoor Pool sowie ein 1500 m² grosses «Dipiu»-Spa mit Sauna, Dampfbad und Ruhezonen, TechnogymFitnessraum sowie Aveda-Hair-Salon und Bar-

« WO FRÜHER MARMOR

UND HOLZ WAREN, HAT DIE DESIGNERIN DIE GLEICHEN MATERIALIEN VERWENDET. IN DER LOBBY LIEGT WIEDER DUNKELGRAUER MARMOR, DARAUF STEHEN ZWEI RESTAURIERTE SESSEL – GANZ SO WIE FRÜHER.

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bershop. Die beiden Restaurants des Hotels, das «Ecco» und das «Hide & Seek», schaffen unterschiedliche Erlebnisse. Der mit zwei MichelinSternen und 17 Punkten ausgezeichnete Spitzenkoch Rolf Fliegauf bringt sein Konzept aus den Giardino-Hotels in Ascona und St. Moritz ins «Ecco» nach Zürich. Bastian Mantey ist Executive Chef des «Hide & Seek» mit 80 Plätzen. Er hat lange in Asien gearbeitet und war Sieger des Food-Festivals in Malaysia – das prägt seine Küche. Für Events und Meetings stehen drei flexible Räume zur Verfügung, in denen vom Board Meeting mit acht Personen bis zum Cocktail-Empfang mit 200 Gästen alles möglich ist. Die Zimmerpreise starten bei 549 Franken, inklusive Frühstück. H

Hinweis: Vgl. Rubrik «10 Fragen an Giardino-Chef Philipp Frutiger» in dieser Ausgabe.

General Manager im «Atlantis by Giardino»: Martin Vossen.

persönlich MARTIN VOSSEN General Manager des Hotels Atlantis by Giardino ist Martin Vossen. Ihm zur Seite stehen Kai Spehr, Rolf Fliegauf, Stefan Heilmann, Bastian Mantey, Frederik Kubierschky sowie Sabine Schanzenbach-Laukhuf. Der 40-jährige Martin Vossen leitete zuletzt das «Mirihi Island Resort» auf den Malediven. Als Deputy General Manager steht ihm Kai Spehr zur Seite; der 42-Jährige verantwortet den Bereich Food & Beverage. Er hat bereits das «Park Hyatt» in Zürich mit eröffnet und war zuletzt als Director of Rooms Divisions im «The Dolder Grand» in Zürich tätig. Im «Ecco» bringt Sternekoch Rolf Fliegauf (34) sein Konzept nach Zürich. Executive Chef des Restaurants ist sein bisheriger Souschef Stefan Heilemann (33). 12 I2015


Gesamtanbieter Innenausbau für Gastronomie und Hotellerie. beck konzept ag Gewerbezone 82 6018 Buttisholz T 041 929 60 30 info@beck-konzept.ch www.beck-konzept.ch

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EX-HOTEL-KRITIKER TOMAS NIEDERBERGHAUS ÜBER PUBLIC RELATIONS IN DER HOTELLERIE

Der Hotel-Gast will

Geschichten erleben Public Relations für Hotels erfordern originelle Ideen, journalistisches Gespür und oft auch Mut zum Unkonventionellen, sagt Tomas Niederberghaus, bis vor drei Jahren Autor und Hotel-Kritiker der renommierten deutschen Wochenzeitung «Die Zeit». Ein Interview über Hotel-Geschichten, Emotionen und das, was man heute «Storytelling» oder die «Kunst des Erzählens» nennt. INTERVIEW Hans R. Amrein

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INNOVATION & ORGANISATION PUBLIC RELATIONS

T

homas Niederberghaus, Ihre Agentur trägt im Titel nicht den Begriff PR, sondern Media Consulting. Signalisieren Sie damit ein breiteres Leistungsspektrum, als es eine klassische PR-Agentur bietet? Als Journalist bei der «Zeit» war ich im Umgang mit PR-Agenturen oft verdutzt, wie oberflächlich dort gearbeitet wird. Viele Mitarbeiter kannten die Hotels, die sie vertreten, nicht einmal persönlich! Und die Pressemeldungen waren nicht selten Ansammlungen von Floskeln. Ich habe den Begriff PR deshalb vermieden. Wenn ich heute Pressearbeit für Hotels mache, gehe ich noch immer mit dem journalistischen Blick in die Häuser meiner Kunden. Wir bringen Themen in Hotels, die für die Medien interessant sind. Auf Wunsch erstellen wir auch Folder und Gäste-Magazine. Damit ist textlich und fotografisch alles aus einem Guss.

« WER ÜBER JAHRE EIN HOTEL

BESITZT, SIEHT DAS POTENZIAL SEINES HAUSES OFT NICHT MEHR – DAS IST WIE IN EINER ALTEN EHE.

»

TOMAS NIEDERBERGHAUS

Sie arbeiten nach journalistischen Grundsätzen. Was sind denn die Vorteile für die Hotel-Kunden? Wer über Jahre ein Hotel besitzt, sieht das Potenzial seines Hauses oft nicht mehr – das ist wie in einer alten Ehe. Hoteliers sind Gastgeber, YieldManager und F & B-Experten. Sie sind keine Texter und keine Medienprofis. In den Hotels meiner Kunden recherchiere ich. Ich versuche, die DNA des Hauses zu erfassen, spreche mit den Mitarbeitern, erlebe das Hotel und entwickle schliesslich die Themen. Nicht nur der Inhalt einer Botschaft ist wichtig, sondern auch der Zeitpunkt, wann sie veröffentlicht wird – und welches Thema zu welchem Medium passt.

«Waldhaus», Sils-Maria Ein Hotel wie das Waldhaus in Sils-Maria, über das bereits viel geschrieben wurde, heute in die Medien zu bringen, ist eine Herausforderung. Niederberghaus gelang es über eigene Themensetzungen, das Hotel innerhalb eines Jahres in zahlreiche Publikationen zu bringen, von «Vogue» (sechs Seiten) über «Die Zeit» bis zum Berliner «Tagesspiegel» und zum «Standard» in Wien.

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Geben Sie uns bitte ein oder zwei Beispiele für erfolgreiche PR-Konzepte. Bei Recherchen für unseren Kunden Kärntnerhof in Wien etwa fand ich in Archiven heraus, dass das Haus in den 50er-Jahren ein Bordell war. Als nach der aktuellen Renovierung die Wiedereröffnung bevorstand, gab ich ihm den Titel «Das kleinste Grandhotel Wiens» und schickte eine Meldung an die Presse: «Vom Bordell zum Grandhotel». Die Betreiber waren am Anfang ein bisschen ängstlich. Doch dann machten Zeitungen und Magazine ihr Hotel bekannt, selbst das Fernsehen berichtete darüber. Ein anderes Beispiel ist das «Hotel Thessoni Classic» in Regensdorf bei Zürich. Nach Regensdorf fahren manche nur in Begleitung der Polizei – dort ist das Gefängnis der Stadt. Ich schlug dem ❯

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INNOVATION & ORGANISATION PUBLIC RELATIONS

Hotel Giardino Ascona TN Hotel Media Consulting arbeitet seit Ende 2012 mit der Giardino Group. Die Hotels sind seitdem regelmässig mit eigenen Themen in Magazinen und Tageszeitungen präsent. Zuletzt entwickelte Niederberghaus das Programm «Guided by Giardino», in dem talentierte Mitarbeiter Gäste zu besonderen Touren mitnehmen. Mauro Pacchioli etwa. Der Restaurantleiter ist auch ein erfahrener Pilot und fliegt nun mit Gästen über den Lago Maggiore – zahlreiche Medien wie die «Brigitte» und die «SonntagsZeitung» berichteten darüber.

Inhaber des Hotels ein Paleo-Konzept für sein Restaurant vor. Das passte zu seinem Haus, und das gab es in der Schweiz noch nicht. Nach der Eröffnung schrieb ich eine Presse-Information. Die Gourmet-Kritiker und Magazin-Journalisten wurden neugierig. Heute ist das Restaurant in der ganzen Stadt bekannt, und Gault & Millau haben ihm 14 Punkte verliehen. Der Begriff «Storytelling» ist heute in aller Munde. Warum? Was steckt genau dahinter? Storytelling ist die Kunst, eine Geschichte zu erzählen. Sie muss ein Thema haben und natürlich wahr sein, sie sollte überraschen und Emotionen wecken. So bleibt sie in Erinnerung und wird weitererzählt. Storytelling ist von jeher die Arbeit von Journalisten. PR und Social Media haben sich den Begriff zu eigen gemacht und strapazieren ihn ein wenig. Wie wichtig ist eigentlich Sprache? Sehr wichtig! Die Sprache für die Medien darf keine Werbesprache sein. Ein falsches Wort in der Headline einer Pressemeldung kann schon ausreichen, dass ein Redaktor gleich die DeleteTaste drückt. Wie wird sich die PR-Arbeit für Hotels in den nächsten Jahren verändern? Jeden Tag machen neue Hotels auf. Der Markt wird geradezu überschwemmt. Hinzu kommt die Konkurrenz von Airbnb. Und alle heischen um Aufmerksamkeit, wollen in die Medien. Es wird für die Hotel-PR in Zukunft noch viel wichtiger, das Eigene und Eigenwillige eines Hauses herauszustellen und Inhalte im Sinne des Storytelling zu schaffen. Das erfordert originelle Ideen und eine kontinuierliche Arbeit. Zudem werden sich PR und Marketing noch viel stärker verzahnen als bisher. Welche Rolle spielen Social-Media-Kanäle bei der Verbreitung von Inhalten? Ja, und wie beurteilen Sie die Bedeutung von Bloggern? Social Media ist eine relativ junge Disziplin. Sie wird immer bedeutender und zu einem festen Bestandteil der Unternehmenskommunika-

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tion werden. Viele Vertreter in Social Media sind im Geschichtenerzählen jedoch nicht geübt. Das kann ein Nachteil sein. Wenn 30 Hotels über ihren neuen Drink tweeten, dann sind das 30 zu viel. Das Gleiche gilt fürs Bloggen. Gerade unter den Reise-Bloggern gibt es bisher nur wenige Profis. Redakteure werden heute über verschiedenste Kanäle mit Informationen versorgt – man könnte auch sagen: überschüttet. Wie schafft man es, aus der Masse herauszuragen und Journalisten für ein Thema zu begeistern? Mit einer guten Geschichte, die aber nicht allen gefallen muss. Denn manchmal ist es gut, zu polarisieren. Einer meiner Hotel-Kunden hat neuerdings einen Flug-Butler, der Gästen die Schönheit der Umgebung aus der Luft zeigt – auch ein Thema, das wir für den Kunden kreiert haben. PR lässt sich mittlerweile schnell, bequem und kostengünstig per Mail transportieren. Macht es noch Sinn, eine aufwendig gestaltete Pressemappe per Post zu verschicken? Wer in Zeiten digitaler Informationsflut einen handgeschriebenen Brief auf schönem Papier bekommt, wird das nicht so leicht vergessen. Ähnlich ist es mit der Pressemappe. Für ein besonderes Hotel macht es durchaus Sinn, mal wieder eine besonders gestaltete Pressemappe zu verschicken. Werden wir nicht alle gerne überrascht? Welche Rolle spielt der persönliche Kontakt? Es ist wichtig, sich immer wieder mit Journalisten auszutauschen. Welche Themen bewegen sie? Planen sie Schwerpunkte? Manchmal entsteht ein Hotel-Thema auch beim gemeinsamen Lunch. Ist der Erfolg guter Medienarbeit eigentlich messbar? Auf jeden Fall. Nach einer gewissen Zeit wird Bilanz gezogen. Dann schaut man aufs Clipping und sieht, welche Artikel in welchen Medien erschienen und von welcher Qualität sie sind. Gute Medienarbeit ist kein Schnellschuss. H

persönlich Tomas Niederberghaus war viele Jahre Autor und Hotel-Kritiker bei der Hamburger Wochenzeitung «Die Zeit». Er besuchte Hunderte Hotels auf der ganzen Welt, seine Texte erschienen zum Teil auch in Büchern. Bekannt geworden ist er mit «Menschen im Hotel». Darin porträtierte er Hotel-Persönlichkeiten wie Sir Rocco Forte, Paris Hilton im Hilton Paris und den Concierge des Hotels Splendido in Portofino. Ende 2012 gründete er TN Hotel Media Consulting. Die Agentur macht Pressearbeit für Hotels und stellt darüber hinaus auch Image-Broschüren und Kundenmagazine her – zum Team gehört u.a. ein Hotel-Fotograf. Für die Präsenz in US-Medien ist die Agentur mit einem eigenen Büro in New York vertreten. Kunden sind u. a. die Schweizer «Giardino Hotel Group» sowie das «Waldhaus» in Sils-Maria und das Hotel Aldier in Sent. Niederberghaus ist auch Dozent an der Hamburg Media School und bietet Seminare zum Thema «Medienarbeit für Hotels» an. www.tn-hotelconsulting.com 12 I2015


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FRAGE AN DEN HOTEL-EXPERTEN ADRIAN STALDER:

Wie geht es weiter mit der

Hotellerie?

Seit genau zehn Jahren ist Adrian Stalder als Experte für die Hotellerie und Gastronomie tätig. Er gilt als einer der renommiertesten Experten der Branche. Seit sechs Jahren verfasst der 54-jährige Hotel-Profi die Kolumne «Stalder’s» im Fachmagazin «Hotelier». Soeben ist ein Buch mit den 50 spannendsten Kolumnen erschienen. Wie hat Adrian Stalder die letzten zehn Hotel-Jahre erlebt? Was hat sich in der Schweizer Hotellerie verändert? Wie sieht Stalder die Zukunft der Branche?

A

drian Stalder, Sie sind seit 10 Jahren als Experte, Berater und Coach in der Schweizer Hotellerie und Gastronomie tätig. Was hat sich in der Branche in diesen 10 Jahren wirklich verändert? Der Kunde ist untreu geworden und nicht mehr klar «segmentierbar». So sucht der Fünfsterne-Gast heute den Luxus – und morgen das unkonventionelle Basic-Erlebnis in einer SAC-Hütte, der Jugi, bei AirBnB oder beim «Glamorous Camping». Die Prophezeiung der Strukturbereinigung bewahrheitet sich nicht. Neue und immer grössere Betriebe drängen auf den Markt und erhöhen das Zimmer-Angebot und den Konkurrenz-Druck. In allen Kategorien und Destinationen drückt der Verdrängungswettbewerb auf den Preis. OTAs wie Booking.com werden zum Hauptbuchungskanal und drücken auf die Marge. Der «Fall» des Bankgeheimnisses für Ausländer und der Euro-Parität reduziert die Nachfrage bei den Gästen aus dem Euro-Raum markant. Die Annahme der Zweitwohnungsinitiative stellt vor allem die Betreiber kleiner und mittelgrosser Hotels vor grosse Nachfolge-Probleme. Viele KleinUnternehmen haben ihre Reserven aufgebraucht und leben «von der Hand in den Mund».

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Welche aktuellen Themen oder Herausforderungen beschäftigen Ihre Kunden derzeit besonders? Und setzen wir die Prioritäten richtig? Die Marktsituation verlangt vom Betreiber, an allen Fronten gleichzeitig aktiv zu sein und TopQualität zu einem attraktiven Preis zu erbringen. Und dies alles trotz fehlenden Fachmitarbeitern und einer hohen Lohnstruktur. Es stellen sich viele Fragen, zum Beispiel: Welchen Zusatznutzen können wir dem Kunden trotz Kostendruck bieten? Und welche Partnerschaften und Kooperationen könnten die Marktnachfrage steigern? Der Nachfolgegeneration fehlen oft attraktive Perspektiven. Ja, und welche Investitionen sind trotz rückläufigen Umsätzen unabdingbar? Viele in der Tourismusbranche sprechen seit dem Wegfall der Franken-Untergrenze im Januar dieses Jahres von einer «Krise». Steht es wirklich so schlimm um die Hotellerie und den Tourismus? 12 I2015


INNOVATION & ORGANISATION ADRIAN STALDER

Die Rahmenbedingungen haben sich schon vor Jahren verändert. Der Wegfall der Euro-Parität hat die Situation zusätzlich verschärft. Wer sich über die Jahre klar positioniert hat, über klar definierte Alleinstellungs-Merkmale verfügt und in den «guten Zeiten» Reserven und Rückstellungen gebildet hat, wurde von der aktuellen Situation weniger überrascht. Wer jedoch in der Bilanz einen tiefen Eigenfinanzierungsgrad aufweist, ein knappes Ebitda erarbeitet und über einen Investitionsstau verfügt, dem steht «das Wasser bis zum Hals». Worin sehen Sie die grössten Gefahren und Risiken für die Branche in zwei bis fünf Jahren? Dass es vermehrt Hotel-Schliessungen geben wird! Entweder, weil diese Betriebe nicht über das notwendige Volumen verfügen (Kapazität und Umsatz), nicht mehr der Marknachfrage entsprechen – oder weil die Nachfolge nicht geregelt werden konnte. Dass die «Alters-Guillotine» unter die 50er-Grenze rutscht und vermehrt «Erfahrung» durch «preiswert» ersetzt wird. Dass Routine-Abläufe wie Reservation, Check-in und Check-out vermehrt automatisiert werden. Dass der Margendruck und die Abhängigkeit von Vermittlern/OTAs zunehmen werden. Nochmals: Welchen Herausforderungen muss sich die Hotellerie in der Schweiz in Zukunft stellen? Welche Themen werden die Branche in den nächsten 10 Jahren besonders beschäftigen? Konzentration auf das Kerngeschäft: Welche Dienstleistungen sind für die Nachfrage relevant, und welche könnten reduziert oder gestrichen werden? Welche Dienstleistungen lassen sich auslagern und werden so zu variablen statt zu fixen Kosten? (Wellness, FM/House-Keeping). Welche Allianzen/Partnerschaften helfen dem Individualbetrieb, mehr Aufmerksamkeit auf dem Mark zu erlangen? Wie kann die Wettbewerbsstellung im Markt gefestigt werden? Durch eine hohe Dienstleistungsqualität oder einen tiefen Preis? Wie lauten denn die Trends für die Hotellerie in Zukunft? «Community» statt «Sternen-Kategorie»: Das Preis-/Zimmer-Angebot wird breiter und reicht von «Economy» bis «First Class»; gemeinsame Erlebnis-Räume und Begegnungszonen gewinnen an Bedeutung. Generationen «Y» und «Z»: Diese Kunden setzen andere Prioritäten bei der Wahl ihrer Hotels. «Plausch und Lifestyle» kommen vor «Plüsch und Prunk»: Auch in der Top-Hotellerie und Gastronomie kommt «herzlich» vor «steif». Und wie lauten die Trends für die Gastronomie? Welche neuen Konzepte und Innovationen werden die Branche vielleicht sogar revolutionieren? Street Food- und Pop-up-Konzepte gewinnen an Bedeutung: gesund, schnell, gut und Spass sind hier die Erfolgsfaktoren. Authentizität: Ehrlichkeit und Echtheit im Produkt, der Zubereitung, dem Ambiente wie auch der Gastfreundschaft werden in Zukunft entscheidend sein. Gerichte müssen «Geschichten» erzählen! 12 I2015

Fast alle in der Branche sprechen von Qualität, Freundlichkeit, Aufmerksamkeit, klarer Positionierung der Betriebe, Differenzierung … Sind das nur schöne Worte, oder lebt die Branche diese Dinge bereits? Ihre Erfahrungen? Das sind Erfolgsfaktoren, die in der Hochkonjunktur leider etwas in Vergessenheit geraten sind. Höchste Zeit, dass diese Punkte jetzt und auch künftig wieder «Match-entscheidend» sein werden. Der «Prozess» in der Dienstleistung wird wieder wichtiger als das «Resultat».

« DER KUNDE IST UNTREU

GEWORDEN UND NICHT MEHR KLAR ‹SEGMENTIERBAR›.

»

ADRIAN STALDER

Sagen Sie uns 5 Dinge oder Grundsätze, die jeder Hotelier im Land dringend umsetzen sollte, sodass er mit Erfolg über die Runden kommt? Mehr Effizienz an der Kundenfront: Prozesse straffen, Abläufe überprüfen. Fokus auf Direktbucher: Attraktive Angebote auf der Website, Zusatz-Nutzen vor Ort, bewusste Ansprache der Gäste beim «Check-in» und «Check-out» … Kunden-Portfolio überarbeiten und breiter abstützen: Neue Märkte prüfen, Allianzen und Kooperationen suchen … Bewusstes Schulen der Basis-Prozesse: Der erste Eindruck am Telefon, Empfang und Verabschieden im Hotel, Reklamations-Handling, Verkauf am Telefon … Krisen-Szenarien erarbeiten – und so auf weitere Überraschungen» vorbereitet sein. Zum Schluss: Was waren für Sie die schönsten, positivsten Erlebnisse oder Ereignisse in den letzten zehn Jahren? Stolz bin ich verständlicherweise auf die Betriebe, die ich mitentwickeln und aufbauen durfte und die heute noch schweizweit grosse Beachtung finden. Aber auch die Betriebe, denen ich als Coach helfen konnte, Krisen zu überwinden und den Fortbestand zu sichern, habe ich in positiver Erinnerung. Mit Schmunzeln denke ich aber auch an die zum Teil skurrilen Erlebnisse im Zusammenhang mit den Kunden-Workshops zurück – wie die Übernachtung im Altersheim oder im gemischten 6er-Zimmer einer Schweizer Jugi sowie die Suche nach dem richtigen Flussschiff in der stockdunklen Werft am Rhein. Bleibend sind die Erlebnisse mit Menschen in allen Branchen und auf allen Stufen – von Verwaltungsräten über Private Banker bis zu Zimmerfrauen. Ich habe von diesen Menschen immer vieles Lernen können und bleibe hoffentlich auch ihnen in positiver Erinnerung! H

Adrian Stalder (54) verfügt über 25 Jahre Führungserfahrung, davon zehn Jahre als Hotel-Direktor in Vierund Fünfsterne-Hotels. Im Jahr 2000 wurde Stalder von «Ernst & Young» als «Entrepreneur of the year» ausgezeichnet, und 2002 war er «ESPRIX PrizeWinner – dem Swiss Award for Excellence». Seit 10 Jahren ist Stalder als selbstständiger Berater (Widder-Hotel, Zürich, Migros), Coach («Belvedere Locarno», «Club zur Geduld», Winterthur) und Workshop-Trainer (Neumann Zanetti & Partner, Meggen/Luzern, Premium Conferences) für das mittlere und obere Management kleiner und mittelgrosser Unternehmen sowie als Verwaltungsrat (Martel, St. Gallen, Guardaval Sporz, Lenzerheide, FINMAHotel Ascot, Zürich) im Einsatz. Zu den erfolgreichen Projekt-Umsetzungen gehören u. a. das Hotel Saratz in Pontresina, das Guarda Val in Sporz-Lenzerheide, das Seven in Ascona und das «AuGust» im Widder-Hotel in Zürich. www.stalderprojects.ch

buchtipp STALDER’S KOLUMNEN AUS DER HOTEL-WELT In den im Buch zusammengetragenen 50 Kolumnen hält Autor Adrian Stalder der Hotel-Branche den Spiegel vor – mal mit Augenzwinkern, mal mit erhobenem Zeigefinger. Immer aber konstruktiv und aus der Optik des Gastes, dem wichtigsten Schauspieler auf der Bühne Hotellerie und Gastronomie. So ist das Buch nicht nur für Hoteliers, Gastronomen, Mitarbeiter, Auszubildende und Lieferanten lesenswert, sondern auch für Gäste und Branchenfremde. Sie erkennen sich in den Geschichten wieder und fühlen sich in ihren Bedürfnissen ernst genommen. Der Leser wird feststellen, dass die Kernaussagen auch für andere Unternehmen Gültigkeit haben und die beschriebenen Erfolgsrezepte sich im People-Business von Machern erfolgreich umsetzen lassen. Buch-Bestellungen: adrian@stalderprojects.ch www.stalderprojects.ch Postadresse: Adrian Stalder stalderprojects sagl Ai Ronch 1 CH-6653 Verscio TI

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RATGEBER LESER FRAGEN

MARKETING

4 Sterne nur wegen

Corporate-Geschäft? Hinweis Die Frage zur 4- beziehungsweise 3-Sterne-Klassifizierung wird diesmal von fünf Hoteliers beantwortet, die über langjährige Erfahrung im Corporate-Geschäft verfügen und mit Erfolg im 3-Sterne- oder 3-SterneSuperior-Segment positioniert sind.

Isabelle Zeyssolff, Directrice Hotel Florhof, Zürich

FRAGE Wir sind ein 4-Sterne-Haus in einer mittleren Schweizer Stadt in Bahnhofsnähe. Wir leben unter der Woche vor allem von Corporate-Gästen – und wir denken, dass es in diesem Zusammenhang wichtig ist, im 4-Sterne-Bereich klassifiziert zu sein. Andererseits wären wir gerne ein 3-Sterne-Superior-Haus, da wir uns als solches von unseren Mitbewerbern deutlich abheben oder differenzieren könnten. Wahrscheinlich wären wir sogar das beste 3-Sterne-Haus am Platz. Kommt hinzu, dass es in unserer Stadt sehr viele gute oder sogar hervorragende 4-Sterne-Häuser gibt. Was meinen Sie? Könnten wir es riskieren, freiwillig auf einen Stern zu verzichten? F. K., Hotelier

Mario Noti, Direktor Hotel Bellerive, Zermatt

DIE ANTWORTEN Isabelle Zeyssolff, Directrice Hotel Florhof, Zürich

Michel Wichmann, Direktor Hotel Spitzhorn, Saanen

Viele unserer Gäste sind Corporate-Gäste – und sehr oft aus dem Luxussegment. Sie sind aber auf der Suche nach Individualität, Ehrlichkeit und einem persönlichen Ort. Dinge, die in Ketten-Hotels schwierig zu finden sind. Das «Home away from Home»-Feeling wird immer wichtiger bei Geschäftsreisenden, die oft allein unterwegs sind. Auch gibt es viele Branchen, die gar nicht mehr in 4- oder 5-Sterne-Hotels buchen dürfen.

Mario Noti, Direktor Hotel Bellerive, Zermatt Raphael Wyniger, «Der Teufelhof», Basel

Roberto Schmid, Direktor Hotel International au Lac, Lugano

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Experten, die den 4-Sterne-Bereich für eine zwingende Voraussetzung für das CorporateGeschäft sehen, sind wohl auch der Meinung, dass ein Haus erst ab 50 Zimmern rentabel zu führen ist … Wir beweisen das Gegenteil und sind auch überzeugt, dass sich im 3-SterneBereich erfolgreich mit Corporate-Gästen arbeiten lässt.

Michel Wichmann, Direktor Hotel Spitzhorn, Saanen Greifen Sie zu den richtigen Sternen! Für uns haben Qualität und Dienstleistung Priorität.

Aufgrund der weltwirtschaftlichen Situation hat sich die Einstellung der Gäste sehr in Richtung «Gut & preiswert» verändert. Der Schwerpunkt liegt nicht mehr darin, in einem PrestigeHaus, sprich 4- oder 5-Sterne-Hotel, abzusteigen, sondern es wird wieder vermehrt auf ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis geachtet. Das sehen wir ganz deutlich an unserem sehr variantenreichen Gästemix, der aus Familien, BusinessSeminarteilnehmern, Pensionierten oder Sportlern besteht. So stehen zum Beispiel auf unserem Hotel-Parkplatz der Bentley und der Porsche neben dem Subaru und dem Motorrad des einheimischen Bauern.

Raphael Wyniger, Gastgeber «Der Teufelhof», Basel Man brauche 4 Sterne, um im CorporateGeschäft erfolgreich mitmischen zu können? Das ist falsch, wir beweisen das Gegenteil!

Roberto Schmid, Direktor Hotel International au Lac, Lugano Bei den Corporate-Kunden, die unser 3-SterneHotel kennen, sind wir sehr geschätzt und erfolgreich. Anders bei grossen internationalen Organisationen, die generell 4 Sterne als MinimumStandard ausnahmslos durchsetzen. H 12 I2015


RATGEBER LESER FRAGEN

KOMMUNIKATION

Wer schreibt mir meine Jubiläumsrede? Unser Hotel feiert sein 50-jähriges Bestehen. Wir laden zu diesem Anlass etwa 100 Gäste und Partner des Hauses ein. Als Hotelier und Inhaber des Hauses sollte ich eine Jubiläumsrede halten, aber ich habe keine Ahnung, wie ich diese Rede gestalten soll, sodass diese für die Gäste auch interessant ist. Ich habe gehört, dass man für das Verfassen von Reden auch Profis engagieren kann. Können Sie mir sagen, ob das Sinn macht und mit welchen Kosten zu rechnen ist?

FRAGE

S. H., Hotelier, Kanton Graubünden ANTWORT Naturtalente, die aus dem Stegreif eine von A bis Z packende Rede halten können, dürfen sich glücklich schätzen. Sie verfügen über eine seltene Gabe. Normalerweise ist von der Bestimmung der Botschaften über die Festlegung der Inhalte bis zur Formulierung der Rede viel Arbeit nötig, um ein Publikum zu fesseln. Häufig fehlt die Zeit für diese aufwendige Vorbereitung. Dann ist es sinnvoll, einen Ghostwriter mit der Ideenfindung, der Recherche und der sprachlichen Umsetzung zu beauftragen. Diese Schreibprofis sind es gewohnt, gesprochene oder geschriebene Texte für andere Personen zu verfassen – und dafür deren Sprache und Stil zu übernehmen. Viele Kommunikationsagenturen bieten Ghostwriting als Dienstleistung an. Auch ich verfasse regelmässig Reden für meine Kunden. Dabei gehe ich auf die jeweiligen Bedürfnisse ein: Meistens sind ausformulierte Texte gewünscht, entweder auf Schriftdeutsch oder in

Mundart. Geübten und sicheren Rednern genügen oft Stichwörter oder ein Mindmap, um den roten Faden in der Argumentation sicherzustellen. Manchmal machen die Kunden detaillierte Vorgaben zum Inhalt, manchmal definieren wir diesen gemeinsam, und manchmal mache ich einen Vorschlag. Manchmal überlässt mir der Kunde alle erforderlichen Informationen, und manchmal trage ich sie zusammen. Selbstverständlich redigiere ich auch Rede-Entwürfe oder gebe Feedback zu einer «Hauptprobe». Sie sehen: Das Ghostwriting unterscheidet sich von Kunde zu Kunde und von Rede zu Rede. Deshalb kann ich Ihnen auch keinen Preis nennen. Grundsätzlich gilt: Je genauer Sie den Auftrag umschreiben und je mehr relevante Informationen Sie dem Schreibprofi geben, desto effizienter und damit kostengünstiger kann dieser arbeiten. Am besten fordern Sie bei einer auf Ghostwriting spezialisierten Kommunikationsagentur eine unverbindliche Offerte an. H

DIE AUTORIN Nora Fehr ist Partnerin und Mitglied der Geschäftsleitung bei Dr. Schenker Kommunikation AG in Bern. Bis 2010 wirkte die eidg. dipl. PR-Beraterin als Kommunikationsleiterin bei Hotelleriesuisse. Sie ist Expertin an den Berufsprüfungen für eidg. dipl. Marketingfachleute und Dozentin an der Wirtschafts- und Kaderschule WKS Bern. Seit 2014 ist sie auch als Mediatorin tätig. KONTAKT

n.fehr@schenkerkom.ch www.schenkerkom.ch

FOOD & BEVERAGE

Wo gibt es die besten Austern? Im Herbst und Winter ist wieder Austern-Saison. Können Sie uns sagen, wo man die besten Austern beziehen kann? Und macht es überhaupt Sinn, solche Meeresfrüchte speziell anzubieten? Wir haben nämlich die Absicht, eine kleine Austernbar vor dem Restaurant-Eingang zu platzieren.

FRAGE

H. G., F & B Manager, Kanton Zürich

DER AUTOR Roland Brandtner ist

Küchendirektor im Kursaal Bern. Vorher arbeitete er u. a. als Executive Chef im Grand Hyatt Santiago (Chile), im Great Eastern Hotel, London, und im Hyatt Regency Köln. Bei der Neueröffnung des Adlon in Berlin (1997/98) war er Souschef. KONTAKT

info@kursaal-bern.ch www.kursaal-bern.ch

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ANTWORT Ich bin überzeugt, dass sich viele Gastronomen jedes Jahr mit dem Thema Austern, ihrer Präsentation und Vermarktung beschäftigen. Allerdings muss sich der Gastronom bewusst sein, dass Austern sehr speziell sind und er damit nur wirkliche Liebhaber anspricht. Austern werden von allen führenden Meeresfrüchte-Lieferanten gehandelt. Wichtig ist, dass der Käufer die Priorität auf absolute Frische legt, da der wahre Genuss nur im Rohzustand erlebt werden kann. Es werden verschiedene Austern und Grössen angeboten. Für welche man sich schlussendlich entscheidet, hängt vom Konzept, vom Gast sowie von der Preisgestaltung ab. Meine persönlichen Favoriten sind unter anderem die holländische «Imperial», die französischen «Belon» und «Fine de Claire». Mir gefällt die Idee mit der Austernbar recht gut! Meine Empfehlung zum Angebot: Nicht

mehr als zwei Sorten Austern, klassisches Chesterbrot, eventuell Tabasco, Schalotten-Essig und Limone dazu servieren. Wichtig ist, dass die Austern fachgerecht und am besten vor dem Gast geöffnet werden. Geschulte Mitarbeiter, ein trockener Weisswein, Champagner oder ein Premium-Wodka runden das Angebot ab. Viel Spass dabei! H

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HOTEL-TEST IM «GRAND HOTEL DU LAC», VEVEY

Traum-Hotel am Genfersee? 1868 eröffnet, verfügt das «Grand Hotel du Lac» in Vevey über gerade mal 50 Zimmer – und mit dem Restaurant «Les Saisons» über ein Michelin-Lokal. Knapp die Hälfte der Gäste verbringt im FünfsterneSuperior-Haus an den Gestaden des Genfersees die Ferien, 55 Prozent sind Business-Leute. Wie weit der Slogan «Entdecken Sie neue Gefühle» auf das von Direktor Luc Califano geführte Boutique-Luxushaus zutrifft – ein «Hotelier»-Tester wollte es genau wissen. 56

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HOTEL-TEST «GRAND HOTEL DU LAC», VEVEY

zur russischen Revolution, verkehrten hier viele russische Gäste. Ab 1933 hiess das Haus nur noch «Hotel du Lac». 1970 verkaufte die Familie Delajoux den Besitz für 2,6 Millionen Franken an das «Hotel Trois Couronnes». 2005 erwarb die erwähnte Investorengruppe das Hotel. Seither heisst es wieder «Grand Hotel du Lac». Bevor der heutige Direktor, Luc Califano, das Hotel im Februar 2014 übernahm, führte der bekannte Hotelier Christopher Rudolph das kleine Boutique-Hotel am See. Rudolph übernahm 2014 das Four-Seasons-Hotel Westcliff in Südafrika.

Reservation Wir sind als Deutschschweizer in der Westschweiz einiges an Sprach-Diskriminierung gewohnt – und deshalb höchst erfreut über die Tatsache, dass die Website des «Grand Hotel du Lac» in Vevey nicht nur in Chinesisch und Russisch, sondern auch in Deutsch abrufbar ist. Mit einem Schönheitsfehler: Sobald man auf Details klickt, Dinge wie «Newsletter», «Geschichte» oder «Factsheet», wechselt die Sprache sofort auf Englisch. Dafür loben wir die Bildsprache umso mehr, die ruhigen Fotos vom Haus und von der Umgebung, die Lust darauf machen, eines der Packages zu buchen. Nur, wo tut man das? Denn die Buchungsmaske sieht keine Packages vor. Sowieso scheint uns diese Maske nicht vollständig durchdacht – mal abgesehen von der absoluten Preistransparenz, die den «Normal-Gast» eher verwirren dürfte – fehlt die Möglichkeit, Spezialwünsche wie Restaurant-Reservation, Kissen-Wunsch oder Massage-Anfragen anzubringen. Und einmal mehr greifen wir zum bewährten Telefon und wählen eine 800erNummer. Und siehe da: Wir landen irgendwo in den USA. Nein, in deutscher Sprache nehme man keine Reservation entgegen, erklärt die Dame im fernen Amerika. Wir bleiben hartnäckig und wählen die Hauptnummer des Hotels in Vevey. Auch dort: «French or English?» Wir geben nicht nach, denn eine der Landessprachen in der Schweiz ist ja bekanntlich Deutsch. Also? Ja, man werde uns zurückrufen. Was über eine halbe Stunde später(!) auch tatsächlich geschieht. Die telefonische Buchung läuft routiniert ab, die schriftliche E-Mail-Bestätigung folgt noch am selben Tag mit allen gewünschten Details wie «Tisch in der Ecke» oder «Massage um 15 Uhr». Und das alles – man staune – in deutscher Sprache. Geht doch, oder?

Anfahrt

S

eit 2007 Mitglied von «Relais & Chateaux», hat das «Grand Hotel du Lac» in Vevey im Jahr 2008 den fünften Stern erhalten, seit 2009 ist das Haus Mitglied der «Swiss Deluxe Hotels». Und zuvor? Zuvor wurde das Hotel 2005 von einer arabischen Investorengruppe erworben und für zwei Jahre geschlossen. Gut 22 Millionen Franken hat man in die Renovierung der «alten Lady» investiert. Umgesetzt hat die Innenarchitektur damals der weltberühmte Hotel-Designer Pierre-Yves Rochon aus Paris, der auch schon dem Hotel Sacher in Wien, dem «Baur au Lac» in Zürich oder dem «Beau Rivage» in Lausanne seinen einzigartigen Stempel aufgedrückt hat. Erstmals eröffnet wurde das «Grand Hotel du Lac» am 18. Dezember 1868. Dreizehn Jahre später wurde es für rund 630 000 Franken an einen Architekten verkauft. Bis 1917, also bis 12 I2015

Wer ohne Navigationsgerät im Auto unterwegs ist und in Vevey das «Grand Hotel du Lac» sucht, wird das Haus am See wahrscheinlich nie finden. Denn wer bei der Kreuzung rechts fährt, fährt direkt ins Zentrum. Wer zum «du Lac» will, sollte eben links fahren – nur steht das auf keinem Wegweiser oder Hotel-Schild. Nach einer etwa 15-minütigen Irrfahrt durch die Altstadt von Vevey liegt das Hotel direkt vor uns. Wir fahren auf den Vorplatz mit altem Baumbestand. Vor unserem geistigen Auge sehen wir bereits den Portier, wie er uns herzlich und lächelnd empfängt, die Türen des Wagens öffnet und uns sofort in die Lobby des wunderschönen Hauses begleitet …

Check-in … Wir sitzen im Wagen und warten. Zwei Minuten, fünf Minuten. Nichts. Kein Portier weit und breit. Befinden wir uns tatsächlich vor dem «Grand Hotel du Lac», einem Fünfsterne-Superior-SwissDeluxe-Hotel? Wir bewundern die Fassade des Hauses, die hohen, alten Bäume im Vorhof und fühlen uns wie vor einem französischen Schloss. Einzigartig. Nächstens tritt der Butler aus der Tür oder der Schlossherr persönlich … Man scheint unsere Ankunft im Innern des Hauses nicht registriert zu haben, deshalb verlassen wir den Wagen auf eigenes Risiko, steigen die Treppe hoch und fragen uns: Wo könnte sie sein, die Rezeption? Links, rechts, in der Mitte der wunderbar mit Herbstblumen dekorierten Lobby? Ein Traum-Hotel! Die Stimmung in der Lobby, das antike Mobiliar, die schweren Kristallleuchter an den Decken, die Lichtstimmung, die Blumen – eine einzigartige Atmosphäre. Pierre-Yves ❯

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Rochon lässt grüssen! Der Star-Designer aus Paris hat es auch in Vevey geschafft, historische und neuartige Stilelemente kunstvoll in Harmonie zu bringen, so wie ihm das auch im «Baur au Lac» in Zürich, im Four Seasons «George V» in Paris oder im Sacher-Hotel Wien gelungen ist. Geblendet vom wunderbaren Ambiente erreichen wir die Rezeption. Man nimmt uns erstmals zur Kenntnis: «Bonjour Monsieur!» Wir fragen die junge Empfangsdame hinter dem antiken Schreibpult, das als Rezeptionstheke dient: «Sprechen Sie Deutsch?» «Moment!» Man ruft eine Deutschschweizerin. Sie empfängt uns herzlich und in breitem Basler Dialekt. «Sind Sie gut angereist?» Es folgen die üblichen Check-in-Rituale: Meldezettel (ist die Adresse korrekt?), Reservationen in Restaurants, Frühstückszeiten, Spa-Angebote … Wir haben ein Deluxe-Zimmer mit Seesicht reserviert. 390 Franken pro Nacht, inklusive Frühstück. Hinzukommen 50 Franken für den Hund und 40 Franken für den Parkplatz vor dem Haus. Das Hotel ist, wie wir später feststellen, nicht ausgebucht, die Auslastung liegt bei vielleicht 40 bis 50 Prozent, wenn überhaupt. Wir steigen zum ersten Mal in diesem Hotel ab. Wir bleiben zwei Nächte, essen in den Restaurants, haben Massagen gebucht. Bei der Buchung des Zimmers gaben wir uns alles andere als preissensibel. Im Gegenteil: Wir hätten auch eine Suite gebucht, hätte man uns ein entsprechendes Angebot gemacht … Ja, warum offeriert man solchen Gästen nicht ein «Upgrade»? Die gebürtige Baslerin – es handelt sich um die Front Desk Managerin – führt uns kurz durch die traumhaften Räume des Hauses: Die asiatische Bar mit Japan-Motiven an den Wänden, die Lobby mit chinesischem Porzellan und Mobiliar, die orientalische Lounge, wo marokkanischer Tee oder auch «Afternoon Tea» serviert wird … Wir sind begeistert und fragen (zwangsläufig) nach der Smokers' Lounge. «Gibt es hier nicht, leider kein Platz», lautet die Antwort der Baslerin. «Wenn Sie Zigarren rauchen wollen, dann auf der Terrasse.» Im Winter bei 0 oder minus 5 Grad – ein erfrischendes Vergnügen.

Balkon, die Sicht auf den See – perfekt. Die Front Desk Managerin erklärt uns, wo sich Safe, Minibar und Kaffeemaschine befi nden, doch sie zeigt uns die erwähnten Dinge nicht. Auf dem Salontisch entdecken wir zwei Mandarinen und etwas offene Schokolade. Man nennt das «Früchteteller». Leider fehlen Servietten und Zusatzteller. Die Willkommenskarte des Direktors ist vorgedruckt, wobei Anrede und Unterschrift von Hand geschrieben sind. Die Klimaanlage funktioniert tadellos, die Temperatur im Zimmer liegt bei 20 Grad. Wir öffnen den Wandschrank, wo sich Safe, Minibar und Kaffeemaschine befi nden. Aber aufgepasst! Die kleine, schwere Tür des Safes fällt uns beinahe ins Gesicht … Leider hat man es versäumt, den Wasserbehälter der Kaffeemaschinen aufzufüllen. Wir inspizieren das Zimmer in der Hoffnung, doch noch so etwas wie einen «Welcome Drink» zu entdecken. Nichts. Warum man dem Gast nicht wenigstens eine kleine Flasche aus dem nahen «Lavaux» offeriert – ein weiteres Rätsel. Wer die Minibar frequentiert, tut dies mit Kostenfolge. Dass man da auch Rotwein (Pinot Noir) lagert … Die kleine Flasche «Louis Roederer Brut» kostet stolze 80 Franken, die Cola light steht mit 6 Franken auf der Liste. Zwischenfazit: Design, Stil und Materialien im Zimmer sind top. Leider vernachlässigt man das, was wir «die Details» nennen. Wie sagt Peter C. Borer, CEO der PeninsulaHotels in Hongkong, so schön: «Es sind die vielen Kleinigkeiten, die den Hotel-Aufenthalt perfekt und unvergesslich machen.»

Bad Auch im eher kleinen Badezimmer ist die Handschrift des Pariser Hotel-Designers klar erkennbar. Die auf «Retro» gestylten Armaturen, der «goldene» Spiegel, der Waschtisch im Empire-Stil – typisch Pierre-Yves Rochon. Die Frotteewäsche ist hochwertig, auch die Bademäntel und die Kosmetik-Produkte («Guerlain»). Störend fi nden wir, dass die Toilette direkt bei der Badezimmertür platziert wurde, zudem gehören abgetrennte Toiletten heute schon fast zum Standard in der Luxusklasse. Geduscht wird in der Badewanne hinter einer massiven Glaswand, wobei der Duschkopf durch ein stärkeres Modell ausgewechselt werden sollte. Das Bad wurde perfekt gereinigt. Kompliment den Hausdamen!

ES SIND DIE VIELEN KLEINEN DETAILS, DIE DEN GROSSEN UNTERSCHEID AUSMACHEN.

Fazit Check-in-Prozess Fassen wir uns kurz: Die ersten und die letzten fünf Minuten sind laut Four-Seasons-Gründer Isadore Sharp die «wichtigsten Momente». Sie entscheiden, ob der Hotel-Aufenthalt für den Gast am Ende perfekt oder eben nur gut, möglicherweise auch unbefriediSuite Léman. gend war. Laut unseren TestKriterien im Fünfsterne-Superior-Segment und laut Qualitätskriterien von «The Leading Hotels of the World» ist der persönliche Empfang durch den Portier bei der Ankunft ein «Muss». Dass Meldezettel und andere Formalitäten den Check-in-Prozess in der Luxus-Hotellerie in keiner Weise dominieren dürfen, liegt auf der Hand. Dass man dem «normal buchenden Gast», wenn immer möglich, ein «Upgrade» offerieren sollte, liegt auf der Hand und wird nicht nur in Luxus-Hotels praktiziert. Warum man dem Gast kurz nach der Ankunft keinen «Welcome Drink» oder sonst eine Erfrischung offeriert, bleibt uns ein Rätsel.

Zimmer Man begleitet uns aufs Deluxe-Zimmer mit der Nummer 203. Auch da: Design-Meister Pierre-Yves Rochon hat ganze Arbeit geleistet. Diskrete Farben und Stoffe, passende Gardinen und Teppiche, schlichte Eleganz. Man fühlt sich sofort wie zu Hause! Der kleine

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Bar & Lounge Wir scheinen derzeit die einzigen Gäste zu sein – nebst einem russischen Ehepaar. Kurz nach 18 Uhr, Samstagabend, Zeit für den Aperitif. Wir sitzen in der Lounge, es riecht nach Holzkohle. Wie in einem englischen Landhaus. Im Humidor liegen noch ein paar vergessene Davidoff, die man – wenn überhaupt – nur auf der Terrasse rauchen darf. Dabei wäre gerade die Bar die ideale «Cigar Lounge». Der junge Servicemann versteht kein Deutsch, also sprechen wir Englisch. (PS: Wir weigern uns während des gesamten Aufenthalts, Französisch zu sprechen, da wir die Hotel-Crew in puncto Sprachen etwas herausfordern wollen). Der Sauvignon Blanc aus der Region schmeckt vorzüglich – und der Kellner macht alles richtig. Man serviert uns ein Apéro-Gebäck und … sonst nichts. Warum nicht diverse Häppchen oder «Amuses-bouche» als Vorgeschmack auf das spätere Menu? Warum der Hauspianist erst um 19 Uhr mit seinen Musikaktivitäten beginnt … Ja, das sind Details! Doch sie machen das Produkt «Grand Hotel du Lac» zum einzigartigen Erlebnis für den Gast. 12 I2015


HOTEL-TEST GRAND HOTEL DU LAC, VEVEY

Terrasse Wir sitzen draussen auf der stilvollen Terrasse mit Blick auf Park und See – und genehmigen uns eine kleine Zigarre zum Aperitif. Wir blicken auf den See, die untergehende Sonne und warten. Auf den Service. Einsam und verlassen beschäftigen wir uns mit dem Smartphone. Unser Blick ins nahe Restaurant «La Veranda» zeigt, dass sich die Kellner gerade mit dem «Mise en Place» beschäftigen. Auch das muss sein. Und der Gast auf der Terrasse? Soll er sich den Wein selber holen? PS: An der Decke der Terrasse hängt eine kleine Video-Kamera. Ein Blick auf den Monitor im Office genügt – und der einsame Gast draussen in der Kälte wäre nicht mehr einsam.

Restaurant «Les Saisons»

Lounge in der Hotel-Halle.

Wow! Diese Atmosphäre! Das brennende Holz im französischen Kamin, die leuchtenden Kerzen, das edle Mobiliar, die wunderbar aufgedeckten Tische. Hohe Schule. Besteck, Servietten,

DAS ‹GRAND HOTEL DU LAC› IN VEVEY IST ZWEIFELLOS EINES DER SCHÖNSTEN LUXUS-HOTELS DER SCHWEIZ. STIL, DESIGN, INNENARCHITEKTUR, LAGE AM SEE, ATMOSPHÄRE – EINZIGARTIG.

Junior-Suite.

Porzellan – alles hochwertig und stilvoll, passend zum Ambiente. Leider brennen die beiden Kerzen auf dem Kamin nicht (ein Detail). Man serviert uns stilvoll und korrekt ein Glas «Louis Roederer» (Rosé). Hervorragend. Schön, dass man hier auf ein Edelprodukt und nicht auf einen Konzern-Champagner setzt. Im «Les Saisons» kocht der 42-jährige gebürtige Deutsche Thomas Neeser. 16 Punkte (Gault & Millau 2016) und 1 Michelin-Stern dekorieren seine innovative, kreative und regional geprägte Marktküche (so steht es im Gastroführer). Laut «Bilanz» ist Neeser auch «Hotel-Koch des Jahres 2015», wobei man solche Titel stets mit Vorsicht erwähnen sollte.

Das Menu

Salon Oriental. 12 I2015

Wir ordern das «Menu Voyage Gastronomique» (6 Gänge, 175 Franken). Die «Langoustine» an Avocado und Sellerie, dazu das passende «Tartare langoustines»: geschmacklich hervorragend, kunstvoll arrangiert und schlicht zubereitet. Etwas Mühe bereitet uns – rein optisch – die zweite Vorspeise: «Ris de Veau» (Kalbsbries) auf Karotten-Püree. Die vielen kleinen «Nebenschauplätze» (Dekorationen) auf dem Teller machen das Gesamtbild nicht attraktiver. Weniger wäre mehr, so unser Tipp an die Küche. Die folgende Seezunge «Petit bâteau» mit der extra servierten Auster – ein Gedicht. Die perfekt gebratene Taube (Hauptgang) stammt bestimmt nicht von den Dächern oder Plätzen der Altstadt, aber Tauben sind nicht jedermanns Sache. Da hätte man uns eine Alternative (Rind, Kalb) anbieten müssen. Teller-Dekorationen sind schön und gut, aber die mit Kaffeepulver, Schalotten und Pilzen verzierte Tellerplatte macht wenig Sinn. Es folgt der Käse- ❯

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wagen. Kurz gesagt: eine fantastische Auswahl. Wunderbar gereifte französische Weichkäse (von Maître Antony?) sowie regionale Produkte. Und was uns der Patissier am Ende an Desserts und süssen Aroma-Variationen präsentiert, verdient das Prädikat «absolute Spitzenklasse». Da steht ein wahrer Meister in der Konditorei!

tet. Genau um das geht es beim Thema «Service Exzellenz». Nur eine kleine Anregung: Lassen Sie spezielle Buchzeichen drucken. Darauf steht: «Wir wünschen Ihnen eine spannende Lektüre und eine wundervolle Nacht im Grand Hotel du Lac … Ihr Gastgeber …». Das Buchzeichen legen Sie ins Buch des Gastes, das vielleicht auf dem Nachttisch liegt. Keine neue Idee, aber die Überraschung ist perfekt.

Fazit Küche «Les Saisons»

Brunch (Sonntag)

Thomas Neeser ist – gesamtheitlich gesehen – mit 16 Punkten und 1 Stern derzeit gut bedient. Der 42-jährige Deutsche geht Experimente ein, kombiniert ungewöhnliche Aromen, kreiert einzigartige Saucen, stellt dabei aber stets das Hauptprodukt ins Zentrum seiner Gerichte. So gesehen hat Neeser garantiert noch Potenzial. Seinem Credo zu mehr «Natürlichkeit» und einer möglichst authentischen, unverfälschten Küche können wir nur beipflichten. Apropos Potenzial: 17 oder gar 18 Punkte und irgendwann vielleicht sogar der zweite Michelin-Stern liegen absolut im Bereich des Möglichen.

So wie viele andere Hotels auch bietet das «Grand Hotel du Lac» seinen Gästen einen Brunch am Sonntagmorgen. Das Buffet wird im grossen «Salon Viennois» aufgebaut. Und siehe da: Hotel-Gäste und (vor allem) externe Gäste aus der Region vergnügen sich am Buffet und an den umliegenden Tischen. 79 Franken kostet das sonntägliche Vergnügen – und es lohnt sich. Für Gäste und Hotelier. Eine ideale Möglichkeit, den Sonntag etwas zu beleben. Die Speisen sind vorzüglich zubereitet und präsentiert. Der Service funktioniert tadellos.

Service und Weine Die Weinkarte im «Les Saisons» ist nicht umfangreich, muss sie auch nicht sein. Der Schwerpunkt liegt in der Westschweiz und im Wallis. Gut so! Die Auswahl an hervorragenden «Chasselas» ist beachtlich, zudem entdecken wir auch echte Raritäten auf der Karte, zum Beispiel den Pinot Noir «Lettres de Noblesse» von Badoux in Aigle (2012, CHF 95.–). Ein Top-Wein, der es auch mit Spitzengewächsen aus der Herrschaft oder gar aus dem Burgund aufnehmen kann. Wer denn hier die Rolle des Sommeliers «spiele», wollen wir wissen. Niemand, jeder im Service kenne sich bei den Weinen «einigermassen» aus, so der junge Kellner. Wir sind der Meinung, dass gerade beim Wein enormes Potenzial schlummert. Denn die Weine werden zu wenig engagiert und professionell angeboten, den Kellnern fehlt der nötige Background. Und das führt dazu, dass Weine eben nicht aktiv und im Sinne von Zusatzverkäufen verkauft werden. Warum bietet man uns keinen Süsswein zu den Desserts an? Warum keinen passenden Wein zum Käse? Warum keine Digestifs zum Kaffee? Allerdings: Der Service im «Les Saisons» ist grundsätzlich in Ordnung, routiniert und speditiv. Die Kellner beherrschen ihr Handwerk.

Turndown Bett aufgedeckt, Gardinen gezogen, Badezimmer aufgeräumt, gebrauchte Frottee-Wäsche ersetzt, Frühstückskarte auf dem Kissen, dazu zwei kleine Tafeln Schokolade. Und sonst? Der Turndown-Service ist korrekt, so wie ihn der Gast in einem durchschnittlichen FünfsterneHaus erwartet. Auch da liegt unsere «Kritik» im Detail verborgen. Warum nicht ein etwas originelleres «Präsent» auf dem Kopfkissen? Eine kleine Süssigkeit aus der Region? Oder zwei qualitativ hochwertige Pralinen aus der eigenen Patisserie? Warum nicht das TV-Programm (aufgeschlagen) auf dem Nachttisch? Warum räumt die Hausdame die Mandarinen-Schalen auf dem Salontisch nicht weg? Den Gast überraschen – mit Kleinigkeiten, die er nicht erwar-

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Orientalische Lounge Wir sitzen in der orientalischen Lounge, wo normalerweise Minztee serviert wird. Wir trinken ein Bier und fühlen uns trotzdem wie in einem marokkanischen Palast. Es ist 17.05 Uhr. Nach etwa 30 Minuten sind die Biergläser leer – und die Lust auf ein zweites Bier gross. Der Service? Scheint gerade in der «Zimmerstunde» zu sein. So viel zum Thema Aufmerksamkeit.

Spa Klein, aber fein. So könnte man den Spa im zweiten Stock des Hauses umschreiben. Das Angebot: Sauna, türkisches Dampfbad, Fitnessraum mit ein paar Geräten, Beauty und Massagen. Fazit der 50-minütigen Ganzkörpermassage (CHF 160.–): wohltuend. Die Masseurin hat Erfahrung, nimmt sich viel Zeit für den Gast und dehnt Muskeln und Sehnen mit professionellem Handwerk. Die Hygiene im Spa ist tadellos.

Restaurant «La Veranda»

BEWERTUNG

nd ge rra gut o v r hr ut He Se G

Website: Reservierung: Check-in: Zimmer: Bad: Gastronomie: Frühstück: Spa/Wellness: Mitarbeiter/Freundlichkeit: House Keeping: Schlafkomfort: Service-Kultur: Check-out: GESAMTEINDRUCK:

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Hinweis: Der Hotel-Test basiert auf einer 467 Kriterien umfassenden Checkliste. Das «Grand Hotel du Lac» in Vevey wurde auf der Grundlage der Standards und Kriterien in der Kategorie «Fünfsterne-Superior-Hotels» getestet. Diese beinhalten u.a. die Qualitätskriterien von «The Leading Hotels oft the World».

Erstaunlich, aber wahr: Küchenchef Thomas Neeser kocht nicht nur für sein Gourmet-Lokal «Les Saisons» (25 Plätze), sondern zeichnet auch für die Küche des Restaurants «La Veranda» verantwortlich, wo eher klassische, regionale Gerichte serviert werden. Die Vorspeise: «Fois gras de canard». Warum uns der Kellner nicht den passenden Süsswein dazuserviert – ein weiteres Rätsel. Und warum verkauft man uns einen viel zu jungen Pinot Noir (2014)? Der Hinweis, dass wir junge «Blauburgunder» nicht mögen, scheint nicht angekommen zu sein. Fazit: Die 3,75-dl-Flasche (CHF 67.50) bleibt nahezu voll, wird aber voll verrechnet. Das Entrecôte (Hauptgang) ist von bester Qualität und perfekt gebraten, die Beilagen dazu frisch und subtil zubereitet. Einmal mehr: Beachten Sie, liebe Serviceleute, die Details auf dem Tisch! Leere Brotteller, leere Wasser- und Weingläser entsprechen nicht dem Standard eines Luxushauses. Regel Nummer eins: Dem Gast

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HOTEL-TEST GRAND HOTEL DU LAC, VEVEY

genau zuhören, stets auf seine Wünsche und Anliegen eingehen und allfällige Kritik sofort in positive «Ereignisse» umwandeln.

WAS SAGT DER HOTELIER ?

Frühstück Ein Highlight – und zwar in jeder Hinsicht. Das Frühstücksbuffet lässt keine Wünsche offen. Perfekt! Beste Produkte, schönste Präsentation (Brotbuffet), tadelloser Service un d ein junger, höchst motivierter und talentierter Kellner, der sich selbst übertrifft. Er kennt uns mit Namen, erkundigt sich nach unserer Jogging-Tour am frühen Morgen, bietet uns eine (deutsche) Zeitung an … Ein Profi mit Herz. Solche Mitarbeiter wünschen wir uns im ganzen Haus – auch wenn Sie «nur» Englisch oder Französisch sprechen.

Check-out Wir bleiben dabei und sprechen hartnäckig Deutsch – und wenn es nicht anders geht, wechseln wir auf Englisch. Die «Front Desk Managerin» aus Basel hat heute ihren freien Tag. Fazit: An der Rezeption spricht niemand mehr Deutsch. So verläuft der korrekte, eher konventionelle Check-out-Prozess in englischer Sprache. Die Rechnung ist korrekt, alle Details wurden registriert und aufgeführt. Das Gepäck wird durch den Personalausgang befördert und im Wagen verstaut. Der Wagen bleibt dann – bis zur Abfahrt – auf dem Parkplatz stehen. Und? Wir erinnern uns gerne an Abschiedsrituale in Luxushäusern in Basel, Gstaad oder St. Moritz, die uns in bester Erinnerung bleiben: Der Wagen wird vorgefahren, die Türen geöffnet, der Motor läuft, man schüttelt uns die Hand und wünscht eine «wunderschöne und sichere Fahrt» …

Als Erstes möchte ich mich im Namen meines Teams bei den Hotel-Testern für ihren detaillierten und wertvollen Bericht bedanken. Um Stillstand zu ver meiden, ist es meiner Meinung nach für jedes Unternehmen wichtig, regelmässig kritisches und fundiertes Feedback von aussen einzuholen – auch wenn dieses Feedback nicht nur positiv ausfällt. Wir sind stolz auf unser traditionsreiches Haus. Es macht uns glücklich, dass die Tester das Grand Hotel du Lac als «eines der schönsten

Luxus-Hotels der Schweiz» wahrnehmen und sowohl die Innenarchitektur und das Design als auch die Atmosphäre als einzigartig bezeichnen. Trotz der langen Historie unseres Hauses sehen wir uns als junges, modernes Fünfsterne-Superior-Hotel, das auch mal bereit ist, übliche Standards zu hinterfragen. Zahlreiche positive Rückmeldungen von Gästen zeigen uns, dass wir dabei auf dem richtigen Weg sind. Gleichzeitig sind wir offen für konstruktive Kritik, wie sie im Hotel-Test aufgebracht wird. Als Fünfsterne-Superior-Haus haben wir nicht zuletzt die höchsten Ansprüche an uns selbst und sind stets bestrebt, unsere Arbeit zu hinterfragen und die Service-Qualität und die Abläufe im Grand Hotel du Lac zu perfektionieren. Wie die Tester sind auch wir der Meinung, dass es oft die weichen Faktoren sind, die einen Hotel-Aufenthalt zum unvergesslichen Erlebnis machen. Wir werden daher die Inputs berücksichtigen und mit unserem Team besprechen. Gerne wollen wir unseren Gästen auch künftig beweisen, dass das Grand Hotel du Lac zu Recht als «Traumhotel am Genfersee» bezeichnet wird. H

Luc Califano, General Manager

Fazit Das «Grand Hotel du Lac» in Vevey ist zweifellos eines der schönsten Luxus-Hotels der Schweiz. Stil, Design, Eleganz, Innenarchitektur, Lage direkt am See, Atmosphäre – einzigartig. Ein Haus, das wir gerne selber führen würden. Luc Califano und seine Frau Nina Molling Califano (zuständig für Marketing und Business Development) sind privilegierte Hoteliers, sie dürfen stolz sein auf ihr wunderbares «Produkt» (Hardware). Das gastronomische Angebot erfüllt die Erwartungen weitgehend, wobei Thomas Neeser (Küchenchef) noch Potenzial hat. Wer in der Champions League der Schweizer Luxus-Hotellerie spielt, als Fünfsterne-Superior-Haus klassifiziert und Mitglied der edlen Vereinigung «Swiss Deluxe Hotels» ist, sollte eine Service-Exzellenz aufweisen, die internationalen Standards entspricht. Die Hardware (Architektur und Design) ist das eine, viel wichtiger und erfolgsentscheidend sind die sogenannt weichen Faktoren: Service, Aufmerksamkeit, hohe Individualität, Herzlichkeit, Liebe zum Detail. Die Service-Abläufe müssen perfekt funktionieren, die üblichen Standards genügen längst nicht mehr, der Gast mit seinen Befindlichkeiten und Bedürfnissen steht Tag und Nacht im Zentrum der Bemühungen. Und es sind die vielen kleinen Details, die den grossen Unterscheid ausmachen. Wir wünschen Luc Califano und seinem Team nur das Beste für die Zukunft! H 12 I2015

KLASSIFIZIERUNG: 5-Sterne-Superior ERÖFFNUNG: 1868 INHABER: Grand Hotel du Lac SA DIREKTION: Luc Califano ZIMMER: 50 BETTEN: 100 MITARBEITENDE TOTAL: 70 DAVON LERNENDE: 12 RESTAURANT LES SAISONS: 28 Sitzplätze (16 Punkte GM, 1 Michelin-Stern) RESTAURANT LA VÉRANDA: 28 Sitzplätze BAR: 30 Plätze TERRASSE: 60 Plätze Gartenrestaurant «Marina Garden Lounge» (30 Plätze) DURCHSCHNITTLICHER (DZ): CHF 350.– MINDEST-ZIMMERPREIS: CHF 270.– MAX. ZIMMERPREIS: CHF 690.– PREIS FRÜHSTÜCK: CHF 39.– HERKUNFT DER GÄSTE Schweiz: 35 %, Grossbritannien: 15 %, Frankreich: 10 %, Deutschland: 8 %, Business-Gäste: 55 %

BANKETT- UND SEMINARRÄUME: 4 (15 bis 180 m2) WELLNESS/SPA: «Swiss Bellefontaine Spa» (180 m2), Sauna, Hamam, Fitness, Freischwimmbad, drei Behandlungszimmer BETRIEBSZAHLEN: ÜBERNACHTUNGEN PRO JAHR: etwa11 000 ZIMMERAUSLASTUNG: 60 % JAHRESUMSATZ: CHF 8 Mio. ANTEIL F & B AM GESAMTUMSATZ: 45 % ÖFFNUNGSTAGE: 365 BEHERBERGUNGSMOYENNE: CHF 350.– REVPAR: CHF 210.– Grand Hotel du Lac Rue d’Italie 1 CH-1800 Vevey www.ghdl.ch nina.molling-califano@ghdl.ch

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AM MARKT NEUE PRODUKTE HEIMTEXTIL 2016

Plattform für Möbel- und Deko-Stoffe

AMBIENTE 2016

Trendbarometer für Gastronomie

Die Heimtextil, weltweit Leitmesse für Wohn­ und Objekt­ textilien, erfährt aktuell eine grosse Nachfrage im Bereich Deko­ und Möbel­Stoffe. Die Produktbereiche «window» und «upholstery» werden für die Heimtextil 2016 vom 12. bis 15. Januar 2016 stark erweitert und belegen künftig zusätzlich zur Halle 3.0 und 4.1 auch ein grosses Areal in der Halle 4.0. «Schon bei der letzten Veranstaltung äusserten vermehrt namhafte Hersteller von Deko­ und Möbel­Stoffen den Wunsch, zur Heimtextil zurückzukehren. Aus Platzgründen konnten wir diesem Wunsch nicht nachkommen», erklärt Objektleiterin Ulrike Wechsung. «Zur Heimtextil 2016 ha­ ben wir es – nicht zuletzt durch eine neue Location für den ‹Theme Park› in Halle 6.0 – geschafft, zusätzlich zu den Hallen 3.0 und 4.1 eine grosse Angebotsfläche in der Halle 4.0 bereitzustellen. So können wir dem aktuellen Boom bei den Möbel­ und Deko­Stoffen optimalen Raum bieten.» www.heimtextil.messefrankfurt.com

Vom 12. bis 16. Februar 2016 trifft sich die globale Konsumgüterbranche in Frank­ furt am Main. Als Trendbarometer, Order­ und Design­Plattform ist die «Ambiente» das Messe­Highlight des Jahres. Unterteilt ist sie in die drei Angebotsbereiche Di­ ning, Living und Giving. Der Ostteil des Geländes mit den Hallen 1 bis 6 ist für Di­ ning reserviert. Giving und Living belegen den Westteil des Messegeländes. Damit bildet die Ambiente die gesamte Konsumgüterpalette rund um die Themen Tisch, Küche, Hausrat und Genuss sowie Schenken, Wohnen und Einrichten ab. Zur «Ambiente 2015» kamen 4814 Aussteller aus 95 Ländern nach Frankfurt und zeigten auf 328 400 m²fünf Tage lang ihre Neuheiten und Innovationen. Die Schweiz war mit 53 Unternehmen vertreten. Auf Besucherseite liegt sie auf dem siebten Rang. Von den 135 000 Messebesuchern aus 152 Ländern reisten 2901 aus der Schweiz an. 53 Prozent der Fachbesucher kamen aus dem Ausland – so viele wie noch nie. www.messefrankfurt.com

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12 I2015


STALDER STALDER’S

LATE CHECK-OUT

SELBST & STÄNDIG

G

12 I2015

enau 10 Jahre ist es her, dass ich mich mit «stalderprojects» selbstständig gemacht habe. Auslöser für den Entscheid war meine Kündigung als Direktor des Park Hotel Delta in Ascona, das damals noch mit fünf Sternen klassiert war und unter dem Druck der starken Mitbewerber vor Ort litt. Da weder Mittel für eine Vorwärtsstrategie bereitgestellt wurden, noch der Mut für eine klare Positionierung als Viersterne-Familien-Hotel vorhanden war, verliess ich den Betrieb nach nur zwei Jahren. Meine Familie fühlte sich im Tessin zu Hause, und wir hatten eine schöne Wohnung in Ascona gekauft. So war es naheliegend, dass ich meine neue berufl iche Herausforderung in der Region fi nden musste. Dank der erfolgreichen Lancierung des Restaurants «Delta Beach Lounge», ehemals «Lido am See» – das bereits im Jahr nach dem Umbau die UmsatzErwartungen massiv übertroffen hatte –, sprach mich der Investor Stefan Breuer auf seinen Traum vom eigenen Restaurant am Lungolago von Ascona an. Fast zeitgleich wurde mir ein Mandat vom Möbelbauer USM in Zermatt angeboten. Sein Hotel – das nach nur 7,5 Wochen Öffnungszeit bereits seit sieben Jahren umgebaut wurde – musste nun endlich wiedereröffnet werden. Diese beiden Anfragen gaben mir den Mut, mich im Bereich Projektentwicklung und Coaching selbstständig zu machen. Aus der alten «Pizzeria Lago» in Ascona wurde das «Seven», das mit Ivo Adam schweizweit bekannt wurde, und aus der Dauerbaustelle auf dem Berg das «The Omnia» – das Hotel mit Matterhornblick und den schönsten Suiten von Zermatt. Die Erfolge der beiden Betriebe waren die beste Referenz für weitere Aufträge. Ein weiteres Betätigungsfeld baute ich mir im Trainings- und Schulungsbereich auf und moderierte als Freelancetrainer für den Kommunikationsprofi «Neumann Zanetti & Partner» jährlich 40 Workshops in Deutsch und Italienisch in den Bereichen Kundenfokus und TeamSpirit. Diese beiden Standbeine wurden durch Verwaltungsrats-Mandate ergänzt, die mir heute noch wertvolle Einblicke in die strategische Ebene der jeweiligen Unternehmen ermöglichen. Rückblickend kann ich Kolleginnen und Kollegen, die sich mit dem Sprung in die Berater-Selbstständigkeit beschäftigen, folgende Tipps geben: Budget: Einen Business-Plan habe ich nicht geschrieben – aber ohne Budget hätte ich mich nie in das Abenteuer der Selbstständigkeit gestürzt. Die Rechnung ist simpel: Der erwartete Jahreslohn – zuzüglich 13. Monatslohn und Arbeitgeber-Sozialleistungen – plus 35 Prozent, dividiert durch 130. Das Resultat entspricht dem notwendigen Netto-Umsatz bei 130 möglichen Honorar-Tagen und einer klassischen Berater-Brutto-Marge von 65 Prozent. 130 Tage sind für einen Einmannbetrieb ein hohes Ziel und entsprechen 2 bis 3 Honorar-Tagen pro Woche. Die verbleibenden 3 bis 4 Tage werden für Marketing, Akquise, Planung, Büro, Offert-Stellung und Verrechnung benötigt. Also keine 5-Tage- und keine 42-Stunden-Woche … Netzwerk: Ein vorgängig aufgebautes Netzwerk vereinfacht den Start und sichert die Zukunft.

Ohne Netzwerk ist Selbstständigkeit eine Trapez-Nummer ohne Netz! Tipps von Kollegen und Spezialisten: Dank den offenen Gesprächen mit Branchen-Kollegen konnte ich viele klassische Anfangsfehler vermeiden. Der Broker half mir von Beginn an, die notwendigen und richtigen Versicherungen abzuschliessen. Der Buchhalter stellte sicher, dass die Buchhaltung vom 1. Tag an Steuer- und MwSt.konform war und Revisoren professionell geführte Bücher vorfanden. Gesellschaftsform: Sich unbedingt vor der Firmengründung Gedanken machen, welche Gesellschaftsform die Richtige ist. Eine nachträgliche Änderung ist aufwendig und kostenintensiv. Kommunikation: Ohne offene und transparente Information über meinen Weggang im Park Hotel Delta wären keine Kunden mit Aufträgen auf mich zugekommen. Eine @bluewin-Adresse ist ebenso ein «No-Go» wie eine unprofessionelle Website. Entsprechend braucht es eine zum Firmen-Namen passende Domain und MailAdresse. Offi zielle Auftritte wie Key Notes oder Podiums-Gespräche, Blogs oder Kolumnen erhöhen den Bekanntheitsgrad und schonen das Marketing-Budget. Mehr als nur ein Standbein: Viele Berater leiden unter den Pausen zwischen den verschiedenen Engagements. Da ich mein Betätigungsfeld breit abstützte, kannte ich diese Umsatzlücken nicht. Denn wenn bei drei Beinen eines einknickt … Das Pareto-Prinzip: Ich bin mir bewusst, dass ich mit 20 Prozent meiner Kunden 80 Prozent des Umsatzes generieren muss. Wenn ich 80 Prozent des Umsatzes mit weniger Kunden erarbeite, bedeutet dies ein «Klumpenrisiko». Wenn ich dazu mehr als 20 Prozent Kunden brauche, riskiere ich ein «Verzetteln». Mut und der richtige Zeitpunkt: Der Entscheid, auf eigene Rechnung zu arbeiten, braucht Mut. Sicher auch eine Portion Glück und den richtigen Moment … Ich freue mich, wenn meine persönliche Geschichte und die angefügten Tipps einige Unentschlossene motivieren, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen – immer im Bewusstsein, dass alles viel mit «selbst & ständig» zu tun hat. Übrigens, das Park-Hotel Delta in Ascona ist heute ein Viersterne-Hotel … H

DER AUTOR Adrian Stalder (54), gelernter Koch und dipl. Hotelier, ist heute einer der erfolgreichsten und innovativsten Berater für Hotellerie und Gastronomie. Er führte in den neunziger Jahren u.a. das Hotel Saratz in Pontresina. Heute entwickelt er in enger Zusammenarbeit mit den Kunden Restaurant-Konzepte, wie zum Beispiel jenes des Restaurants Boucherie AuGust im Widder-Hotel in Zürich. Er hat auch mitgeholfen, das Konzept für das Guardaval in Sporz (Lenzerheide) zu entwickeln und umzusetzen, und ist heute noch im Verwaltungsrat des Hotels. adrian@stalderprojects.ch

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VORSCHAU HOTELIER 1–2/2016

impressum

HOTELIER TALK

Peter C. Borer

INSERENTENVERZEICHNIS 15

Appia Contract GmbH, D-Dietersburg

47

Beck konzept ag, Buttisholz

62

Cafina AG, Hunzenschwil

5 4. US

Eberl GmbH, AT-Mayrhofen EM Elektro-Material AG, Zürich

41

Haecky Import AG, Reinach

47

Leinenweberei Bern AG, Bern

51

Porzellanfabrik Langenthal AG, Langenthal

25

Roland (Switzerland) AG, Itingen

15

Sorell Hotels Switzerland, Zürich

51

Stuhl-+ Tischfabrik AG, Klingnau

11

tf solutions GmbH, Fällanden

25

Wyhus Belp AG, Belp

9 2. US

Der CEO der Peninsula-Hotels und Executive Director der Hongkong und Shanghai Hotels Limited (HSH), der Schweizer Peter C. Borer, ist vom amerikanischen Fachmagazin «Hotels» in New York vor zwei Jahren mit dem Titel «Corporate Hotelier of the World 2013» ausgezeichnet worden. Während seiner 34-jährigen Karriere bei Peninsula spielte Peter Borer eine entscheidende Rolle für die Umsetzung von Visionen und das Wachstum des Unternehmens. So war er unter anderem für die Planung der Renovierung des «Peninsula» in Hongkong und seines spektakulären, 30 Stockwerke hohen Turmanbaus verantwortlich. Mit dem «Peninsula» in Beverly Hills wagte Borer die Expansion ausserhalb Asiens, in Schanghai und Tokio wurden unter seiner Ägide neue Wege im Hotel-Design beschritten, und mit der Eröffnung des «Peninsula» in Paris, der ersten Dependance in Europa, setzte der Schweizer Top-Hotelier die Erfolgsgeschichte der renommierten Hotel-Gruppe fort. «Hotelier»-Chefredaktor Hans R. Amrein sprach mit Borer über das Erfolgsprinzip von «Peninsula».

Ziefle Koch GmbH, D-Waldachtal Zürcher-Gehrig AG, Zürich

Hotelier 22. Jahrgang, www.hotelier.ch Herausgeberin B + L Verlags AG, Steinwiesenstrasse 3, 8952 Schlieren, Tel. 044 733 39 99, Fax 044 733 39 89, info@blverlag.ch, www.blverlag.ch Verleger Peter Boll Geschäftsleitung Patrick Schmid (CEO), patrick.schmid@blverlag.ch Philipp Bitzer (COO), philipp.bitzer@blverlag.ch Redaktionsleitung Hans R. Amrein, hans.amrein@blverlag.ch Redaktion Nicole Amrein, namrein@nicoleamrein.ch Marianne Kürsteiner, marianne.kuersteiner@blverlag.ch Autoren dieser Ausgabe Patrick Baeriswyl (Reporter), Bruno-Thomas Eltschinger (Weinkolumne), Heinz Sommer (Weinexperte) Anzeigen Antje Jakob, antje.jakob@blverlag.ch Anzeigendisposition Silvia Weiss, silvia.weiss@blverlag.ch Layout Claudia Meier, claudia.meier@blverlag.ch Anzeigenerstellung Pascal Zingg, pascal.zingg@blverlag.ch Korrektorat Ullrich Noelle, ullrich.noelle@blverlag.ch Fotos Tanya Hasler, tanya.hasler@blverlag.ch, Holger Jacob, holger.jacob@blverlag.ch, Hans R. Amrein Druck AVD GOLDACH AG, Sulzstrasse 10 – 12, 9403 Goldach www.avd.ch Preise Abonnement 1 Jahr (10 Ausgaben): CHF 64.– 2 Jahre (20 Ausgaben): CHF 96.– Ausland, zuzüglich Portokosten Einzelheft: CHF 8.–, zuzüglich Porto WEMF / SW-Beglaubigung 2014 Total verbreitete Auflage: 7756 Exemplare Zertifiziert als Qualitäts-Publikation durch den Verband SCHWEIZER MEDIEN

Davon verkauft: 3903 Exemplare

KÜCHENPORTRÄT

Robert Speth INSERATESCHLUSS 14. Januar 2016

ERSCHEINUNGSDATUM 10. Februar 2016

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Seine «Cuisine pure» prägt seit 30 Jahren das Restaurant Chesery in Gstaad. Gradlinig ist seine Kochkunst, basierend auf den besten Produkten, die auf den regionalen und internationalen Märkten zu bekommen sind. Sich selbst nimmt der «Koch des Jahres 2005» gerne bescheiden zurück – zugunsten der Stars in der Küche, auf deren Auswahl Robert Speth grösstes Augenmerk legt. «Hotelier» sprach mit Robert Speth über Produkte, Regionalität und neue Küchen-Trends.

Im B + L Verlag erscheinen ausserdem at – aktuelle technik, architektur + technik, idea, Swiss Wedding, traumhaus Alle Rechte vorbehalten. Der Nachdruck von Artikeln ist nur mit schriftlicher Zustimmung der Redaktion und mit genauer Quellenangabe gestattet. Die mit Verfassernamen bzw. Initialen gezeichneten Veröffentlichungen geben die Auffassung der Autoren und nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Für unaufgefordert eingereichte Manuskripte und Bilder kann keine Haftung übernommen werden. «Hotelier» ist das offizielle Publikationsorgan des SVS (Sommelierverband Deutschschweiz) sowie der Schweizerischen Fachschule für Sommeliers und Weinkenner.

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Hotelier 12 2015  
Hotelier 12 2015