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Das Schweizer Fachmagazin für Hotellerie und Gastronomie 3-STERNE-HOTELLERIE

Warum die «Best 3 Star Hotels» bereits nach einem Jahr so erfolgreich sind HOTEL-TEST

Warum das weltberühmte Hotel Adlon Kempinski so einzigartig ist BLICK ÜBER DIE GRENZE

Warum die Chinesen jetzt bei Hilton einsteigen

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DER SIEGER

FELIX SUHNER ist «Hotelier des Jahres 2016».

Was zeichnet den Aargauer Hotel-Unternehmer besonders aus? GROSSES INTERVIEW UND BILDER auf den Seiten 14 bis 17.

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CHECK-IN EDITORIAL

Au revoir, liebe Hoteliers!

Ich habe in den letzten sieben Jahren rund die Hälfte meiner Zeit in Hotels verbracht. Das war nicht nur ein Job. Es war Leidenschaft.

Liebe Leserinnen und Leser, seit sieben Jahren betreue ich die Redaktion des Fachmagazins «Hotelier». Nun werde ich Ende Dezember das Mandat des im B + L Verlag erscheinenden Titels abgeben. Sie werden sich vielleicht fragen: Warum? Was sind die Gründe, dass der Macher und Hotel-Insider mit dem Kürzel HA jetzt aufhört? Ich bin der Meinung, dass man sich als Journalist spätestens nach sieben, acht Jahren neu orientieren und neue Herausforderungen annehmen sollte. Sie können sich vielleicht vorstellen, wie das ist, wenn man jeden Monat, sieben Jahre lang und ohne Pause eine Zeitschrift von A bis Z mehr oder weniger im Alleingang redaktionell verwirklicht. Es schleicht sich zwangsläufig eine gewisse Routine ein, auch wenn das Thema Hotellerie hoch spannend bleibt. Produktionsabläufe und Termine prägen die Agenda, sodass für neue Aufgaben und Herausforderungen kaum mehr Zeit bleibt. So kommt irgendwann der Moment, in dem man sagen muss: Stopp! Es reicht! Andere sollen das begonnene «Werk» auf ihre Weise weiterführen. Deshalb freut es mich, dass der Verlag mit Bernadette Bissig eine Fachjournalistin engagieren konnte, die den «Hotelier» mit viel Elan weiterführen wird. Bleibt noch die Frage, ob der hier Schreibende der Branche treu bleiben oder sich aus der Hotellerie zurückziehen wird. Betreut er in Zukunft Olivenbäume in der Toskana? Oder ein Weingut im Burgund? Oder führt er ab 2017 ein kleines Hotel auf Sardinien? Tönt doch verlockend für einen Menschen in der Alterskategorie 50plus, der den schönen und genussvollen Seiten des Lebens nicht abgeneigt ist … Nein, ich werde der Branche treu bleiben! Die Hotellerie, das Gastgewerbe – das sind Geschichten und Emotionen. Es dreht sich alles um den Menschen. Hotels sind Bühnen, grosses «Theater». Faszinierend. Was gibt es Schöneres, als Gästen Freude zu bereiten! Ja, ich gebe es offen zu: Ich bin ein Hotel-Freak, ich liebe die Welt der Hotellerie. Auch nach sieben Jahren noch. Dank einem weitverzweigten Netzwerk habe ich Einblick in diese faszinierende Branche. Ich kenne in der Zwischenzeit fast alle erfolgreichen Hoteliers im Land. Ich habe Hunderte Hotels im In- und Ausland besucht, erlebt und auch getestet. Und ich habe in den letzten sieben Jahren rund die Hälfte meiner Zeit in Hotels verbracht. Das war nicht nur ein Job. Es war Leidenschaft. Damit habe ich allerdings die oben gestellte Frage noch immer nicht beantwortet: Was tut der hier Schreibende ab 2017? Nun, so viel kann ich Ihnen bereits verraten: Ich werde künftig an neuen, spannenden Hotel-Projekten arbeiten, zum Beispiel im Bereich «Hotellerie-Fachbücher», über die ich mein Wissen und Know-how der Branche weiterhin zur Verfügung stellen kann. Ausserdem werde ich mit Partnern einen Klub gründen, in dem sich Hotel-Insider aus der ganzen Schweiz austauschen können. Es bleibt also garantiert spannend! In diesem Sinne wünsche ich Ihnen glückliche Festtage und ein erfolgreiches 2017. Bis bald einmal! HANS R. AMREIN, Chefredaktor (bis 31. Dezember 2016)

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CHECK-IN INHALT

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Editorial: Hans R. Amrein zu seinem Abschied beim Fachmagazin «Hotelier».

Imperial? Leidet Wien unter zunehmendem Preisdruck in der Hotellerie? Fragen an Jean-Paul Dantil, General Manager im «The Ritz-Carlton Vienna».

SZENE

FOOD & BEVERAGE

CHECK-IN

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4 People: Informationen und Geschichten rund um Menschen in Hotellerie und Gastronomie. 6 Schweiz Schwerpunkt: Wie bleibt der alpine Wintertourismus wettbewerbsfähig? Ausland Schwerpunkt: Warum die Chinesen bei Hilton einsteigen.

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ZU GAST

Hildegard Dorn-Petersen: Wellness ist und bleibt ein Megatrend!

SPECIAL Champagner: Charles Heidsieck gilt als einer der besten und traditionsreichsten Champagner der Welt. Immer mehr Luxushäuser in Europa schenken den edlen Champagner glasweise aus – eine wahre Exklusivität. Gastronomie: «Hotelier»-Degustation Käse und Wein. Welcher Käse passt zu welchem Wein? TECHNIK & AMBIENTE

30 Architektur und Design: Wie kann dem Kur-Hotel

Fiorenzo Fässler. Was bietet der einjährige Verein «Best 3 Star Hotels of Switzerland» seinen Mitgliedern?

und der «Privat-Klinik Im Park» im aargauischen Schinznach-Bad der Charakter eines Hotels gegeben und gleichzeitig den Gästen und Mitarbeitern die volle Funktionalität einer Klinik geboten werden, fragt sich der Hotel-Designer Karsten Schmidt.

HOTELIER-TALK

INNOVATION & ORGANISATION

10 FRAGEN AN

Hotelier des Jahres 2016. Grosses «Hotelier»Gespräch mit Felix Suhner, dem neuen «Hotelier des Jahres». Warum ist der Aargauer Unternehmer und Hotelier mit seinen Balance-Hotels so erfolgreich? Was bedeutet ihm der ehrenvolle Titel?

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BLICK ÜBER DIE GRENZE

«The Ritz-Carlton» in Wien. Ein Top-Luxushaus an bester Lage. Wie entwickelt sich das vor rund drei Jahren eröffnete Haus? Steht das «Ritz-Carlton» im Schatten der altehrwürdigen Grandhotels Sacher und

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Kooperationen: «Swiss Premium Hotels» und «Swiss Hospitality Collection» arbeiten ab Januar 2017 eng zusammen. Warum die Kooperation für die Hoteliers Sinn macht. Digitale Strategien. Hotel-Experte Daniel Plancic über die wichtigsten Erkenntnisse am 1. Swiss Innovation Day. Hotels brauchen eine Strategie für das digitale Zeitalter. Digitale Rekrutierung von Hotel-Mitarbeitern. Das gute alte Stelleninserat ist definitiv auf dem Weg ins Museum.

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CHECK-IN VERABSCHIEDUNG UND BEGRÜSSUNG

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Vom Ende einer Ära …

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E-MARKETING

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«Hotelier»-Round table: E-Marketing-Trends 2017. Was kommt im Jahr 2017 auf die Hoteliers zu? HOTEL-TEST

Hotel Adlon Kempinski, Berlin. Warum ist das berühmte, 1997 wiedereröffnete «Adlon» so einzigartig? RATGEBER

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Kommunikation: Wie werden wir auf Google besser sichtbar? Service & Gastronomie: Wo und wie Einzelpersonen im Restaurant platzieren?

Besondere Ereignisse verlangen besondere Massnahmen. Und so wende ich mich an Sie, geschätzte Leserinnen und Leser, in meiner Funktion als Geschäftsführer des B + L Verlags, der die Zeitschrift «Hotelier» seit mehr als 20 Jahren herausgibt. Der Anlass ist, Sie haben es sicher im Editorial gelesen, zunächst ein wehmütiger: Hans Amrein, unser langjähriger Chefredaktor, wird mit der Drucklegung dieser Ausgabe auch die fachliche Verantwortung für PHILIPP BITZER, VERLAGSLEITER «Hotelier» abgeben. Ich bedaure dies sehr und danke ihm an dieser Stelle von Herzen für seinen grossen Einsatz. Ich kenne viele Fachjournalisten, aber keinen, der so in seiner Rolle aufgeht, wie Hans: Für ihn ist Arbeit nicht Beruf, sondern Berufung. Für ihn ist das Schreiben keine Qual, sondern Lust. Und seine träfe Berichterstattung über die heimischen und benachbarten (Gast-)Höfe folgte stets nur dem Willen, seine geliebte Branche weiterzubringen. Dieses Ziel möchte Hans nun in einem anderen Rahmen verfolgen. Ich wünsche ihm dafür schon jetzt nur das Beste. Und komme damit zum frohgemuten Teil dieser Zeilen. Es freut mich nämlich ungemein, dass wir mit Bernadette Bissig eine Nachfolgerin für Hans engagieren konnten, die in seine – zugegebenermassen grossen – Fussstapfen tritt und wohl eine andere, aber nicht weniger gute Figur abgeben wird. Bernadette Bissig war bis vor Kurzem in der Redaktionsleitung des «Hotellerie Gastronomie Verlag» in Luzern tätig. Nun ist die Innerschweizerin mit Wahlheimat Zürich ab sofort für die Inhalte von «Hotelier» verantwortlich. Wir wünschen ihr dabei viel Erfolg! Und uns allen «e gfreuti Sach».

AM MARKT

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Neue Produkte und Dienstleistungen für Hotellerie und Gastronomie CHECK-OUT

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Stalder's Die letzte «Hotelier»-Kolumne von Adrian Stalder

Felix Suhner, «Hotelier des Jahres 2016», fotografiert von Tanya Hasler und Holger Jacob. 12|2016

HANS R. AMREIN Chefredaktor 2009 bis 2016

BERNADETTE BISSIG Chefredaktorin ab 2017


SZENE PEOPLE

BESTER SOMMELIER DER SCHWEIZ ASSP 2016

Reza Nahaboo hat es geschafft

Sommeliers, Wettbewerbsteilnehmer und ASSP-Exponenten bei der Siegesfeier im Hotel Beau-Rivage, Genf. In der Mitte (mit Pokal) Reza Nahaboo, «Bester Sommelier der Schweiz 2016».

Der «beste Sommelier der Schweiz 2016» heisst Reza Nahaboo. Vor einem grossen Publikum im Genfer Hotel Beau-Rivage und der professionellen Jury standen sich die drei Wettbewerbs-Finalisten Aurelien Blanc (Hotel Baur au Lac, Zürich), Fabien Mene (Hotel Mandarin Oriental, Genf) und Reza Nahaboo (Hotel Royal Savoy, Lausanne) gegenüber, um verschiedene praktische und theoretische Prüf­ungen zu bestehen. Ausgehend von einem vorher bestimmten Menu, mussten sie die richtigen Weine den Speisen zuordnen, vorzugsweise Schweizer Weine wählen, jedoch nur einen pro Kanton. Die Finalisten mussten ebenso ihre Fähigkeit im

Dekantieren beweisen sowie eine ausländische Weinkarte korrigieren. Im zweiten Teil des Wettbewerbes mussten die drei Finalisten ihre Kenntnisse zu verschiedenen Schweizer Weinen beweisen, «Grappe» und Spirituosen bestimmen und eine allgemeine Prüfung im Weinfach bestehen. Orga­ nisiert wurde der Anlass und Wettbewerb in Genf von der Vereinigung der Schweizer Sommeliers (ASSP). Verantwortlich für den Anlass waren die ASSP-Exponenten Piero Tenca, Präsident, Myriam Broggi-Praz, Präsidentin der französischen Schweiz, und Bruno-Thomas Eltschinger, Präsident der Deutschschweiz.

RESTAURANT MOOSPINTE, MÜNCHENBUCHSEE

buch-tipp Lenkerhof-Krimi Die Schweizer Buch-Autorin Nicole Amrein hat soeben ihren ersten HotelKrimi verfasst (Weber/Werd-Verlag, Thun). Die Geschichte spielt im Hotel Lenkerhof Gourmet & Spa Resort im Berner Oberland. Die Handlung: Hotel-Testerin Borgi Brauer (BB) wird im Hotel Lenkerhof Gourmet  &  Spa Resort, wo sich die Reichen und die Schönen tummeln, mit einer weiblichen Leiche konfrontiert. Warum musste die Frau sterben, und wie hat sich die Tat abgespielt? Gemeinsam mit ihrem Dackelrüden Gustav und der nicht ganz legalen Unterstützung des Juristen Adrian Scherz ermittelt BB im Todesfall. Ein Krimi, der den Leser wie auch die Ermittlerin selbst bis zum Schluss im Dunkeln tappen lässt, da jeder Verdächtige der Schuldige sein könnte. 1. Auflage 2016 104 Seiten 11 x 15,4 cm gebunden, Hardcover ISBN 978-3-03818-132-3798-6, CHF 15.– Weber / Werd-Verlag, Thun

Nicolas Hafner: Auf den Spuren von «Chrüter-Oski»? Wirkt jetzt als Pächter in der «Moospinte»: Nicolas Hafner.

Der aus dem Seeland stammende Nicolas Hafner kocht jetzt in der traditionsreichen «Moospinte» in Münchenbuchsee bei Bern: Nach verschiedenen Stationen im In- und Ausland hat der erfahrene Gastronom die «Moospinte» im Frühjahr dieses Jahres als Pächter und indirekter Nachfolger von Oskar Marti («Chrüter-Oski») übernommen. Bis Ende Februar 2016 wirkten Stefanie und Sascha Berther als Gastgeber in der «Moospinte» bei Münchenbuchsee. Nicolas Hafner (45) will seine Gäste mit einer «anspruchsvollen, gutbürgerlichen Küche» verwöhnen. Seine Gerichte sind unkompliziert, geschmackvoll und vielfältig. «Meine Ausbildung in der klassischen französischen Küche hat mich geprägt. Aber auch für die asiatische Küche interessiere ich mich sehr.» Nicolas Hafner führt die «Moospinte», wie vom Eigentümer gewünscht, in eigener Regie als Pächter. Als traditioneller Landgasthof soll sie das heutige Gastronomieangebot der Region ergänzen und in der Bevölke-

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rung zu einem beliebten Treffpunkt werden. Nicolas Hafner absolvierte seine Lehre als Koch in der Krone Bätterkinden. Seine Wanderjahre führten ihn unter anderem ins damals bestbekannte «Real» nach Vaduz, zu Anton Mosimann nach London sowie in die «Moospinte» zu Oskar Marti. «Das aussergewöhnliche Haus mit seiner fast 180-jährigen Tradition und der prächtige Park haben mich schon damals fasziniert», so Hafner. «Hotelier» meint: In der traditionsreichen «Moospinte» in Münchenbuchsee, wo der legendäre Oskar Marti, genannt «Chrüter-Oski», fast 30 Jahre erfolgreich wirkte, herrscht nun endgültig ein neuer kulinarischer Wind. Denn Nicolas Hafner setzt – im Vergleich zu seinen Vorgängern – nicht auf Gault-Millau-Punkte und Michelin-Sterne. Er positioniert die «Moospinte» als Landgasthof mit einer gutbürgerlichen Küche. Damit verliert die Region Bern ein weiteres, sogenanntes «Gourmet-Lokal». Zwar hat sich die «Moospinte» atmosphärisch kaum verändert, doch die Zeiten der 7-Gang-Menüs und der grossen Bordeaux-Gewächse gehören endgültig der Vergangenheit an. Mit Banketten, Hochzeiten und Geschäftsanlässen will man Geld verdienen. Früher, zu Oskar Martis «goldenen Zeiten», arbeiteten in der «Moospinte» bis zu 20 Köche und Serviceleute, heute sind es noch vier. Trotzdem: Die Küche von Nicolas Hafner überzeugt. Der gebürtige Koreaner arbeitet mit frischen, lokalen Produkten und setzt auf einen überaus persönlichen, ungezwungenen Service. Solche Landgasthöfe wünschen wir uns in der Region Bern noch mehr!

In der «Moospinte» setzt man auf eine gutbürgerliche Küche. Gault  & Millau-Punkte und Michelin-Sterne gehören der Vergangenheit an. 12|2016


SZENE PEOPLE

«MERIDIANO» IM KURSAAL BERN

Warum geht Jan Leimbach? Spitzenkoch Jan Leimbach verlässt das Restaurant Meri­ diano im Kursaal Bern in diesen Tagen «auf eigenen Wunsch, um sich einer neuen Herausforderung zu stellen», so die offi­zielle Medienmitteilung. Seit 1. Dezember 2016 wirkt im bisherigen 17-Punkte-Lokal in Bern Fabian Raff­ einer als Küchen­chef. Knapp dreieinhalb Jahre lang hat Jan Leimbach die Küche im Restaurant Meridiano mit seinem kulinarischen Können und seinen kreativen Künsten geprägt. Für seine herausra­ genden Leistungen im «Meridiano» wurde der Spitzenkoch im Herbst dieses Jahres erneut mit einem Michelin-Stern und 17 Gault-Millau-Punkten ausgezeichnet. Vor dem «Meridiano», wo Jan Leimbach im Sommer 2013 die Nach­ folge von Markus Arnold antrat, kochte er im 5-Sterne-Ho­ tel Lenkerhof Alpine Resort an der Lenk, wo er ebenfalls 17 Gault-Millau-Punkte erhielt. «Jan Leimbach hat das ‹Meri­ diano› mit Leidenschaft, Herzblut und unermüdlichem En­

Jan Leimbach: «Mir fehlte im Meridiano eine konkrete Perspektive.»

JAHRHUNDERTKOCH EHRT SCHWEIZER SPITZENKOCH

Grosse Ehre für Andreas Caminada

Zwei ganz Grosse der europäischen Kochkunst: Eckart Witzigmann und Andreas Caminada (rechts).

Der Schweizer 3-Sterne-Koch Andreas Caminada ist um eine Auszeichnung reicher. Der Bündner wurde mit dem in­ ternationalen Eckart-Witzigmann-Preis ausgezeichnet. Die Ehrung wird für herausragende Verdienste um Kochkunst und Esskultur vergeben. Mit dem «Eckart» würdigt Eckart Witzigmann, 1994 von Gault & Millau zum «Koch des Jahrhunderts» ausgezeich­ net, seit dem Jahr 2004 einzigartige Leistungen der Koch­ kunst und das besondere Engagement im facettenreichen Themenkreis der Lebenskultur. In Partnerschaft mit der BMW Group vergibt die Witzigmann-Akademie jährlich die Preise in den Kategorien «Grosse Koch-Kunst», «Innova­­ tion» und «Lebenskultur». 3-Sterne-Koch Andreas Caminada durfte am Gala-Abend die Auszeichnung für «Grosse Koch-Kunst» entgegenneh­ men. Der 33-Jährige führt seit 2010 das mit 3 Miche­ lin-Sternen und 19 Gault-Millau-Punkten ausgezeichnete Restaurant Schloss Schauenstein in Fürstenau (GR).

ROMANTIK HOTELS & RESTAURANTS SCHWEIZ

Neuer Präsident

Die Mitglieder der Romantik Hotels &  Restaurants-Kooperation in der Schweiz wählten bei ihrer Generalver­ sammlung Daniel Heiserer zum neu­ en Präsidenten. Er folgt auf Adrian K. Müller. Daniel Heiserer wurde ein­ stimmig gewählt und tritt das Amt als neuer Präsident der Romantik Hotels & Restaurants Schweiz per sofort an. Der 41-Jährige leitet zusammen mit seiner Familie das Romantik Hotel Ca­ stello Seeschloss an der Piazza Motta in Ascona. Daniel Heiserer (links) mit Adrian K. Müller. 12|2016

gagement in eindrücklicher Weise geprägt. «Wir bedauern seinen Weggang», so Kevin Kunz, CEO im Kursaal Bern. Gegenüber «Hotelier» erklärte Jan Leimbach, dass er «ei­ gentlich gerne im ‹Meridiano› und in Bern weiterkochen» würde, doch fehle ihm eine konkrete Perspektive. Er wisse auch nicht, was die Zukunft bringe, konkrete Job-Angebote habe er noch keine erhalten. Im «Meridiano» hat nun Fabian Raffeiner als neuer Chef de Cuisine begonnen. Er war zuletzt Küchenchef im Ho­ tel Eden Spiez. «Es ist eine spannende neue Herausforde­ rung für mich. Ich hatte sofort das Gefühl, dass es passt», sagt der Südtiroler. Der 30-Jährige, der bereits als Gault  & Millau-«Koch des Monats» ausgezeichnet wurde, arbeite­ te zuvor unter anderem als Executive Küchenchef im Hotel Viznauerhof (15 Gault & Millau-Punkte, 2 Hauben, 1 MichelinStern) sowie als Souschef im Grand Hotel Kronenhof in Pontresina und im Zürcher Restaurant Clouds.

gast-kommentar WIE WEITER IM «MERIDIANO»?

Der Weggang von Jan Leimbach ist sicher eine Herausforde­ rung für das «Meridiano». Offen gestanden schlagen zwei Herzen in meiner Brust: Ich bedauere seinen Weggang, er hat das «Meridiano» mit viel Engagement, Kreativität und Leidenschaft geprägt und das Lokal zum führenden «Fine dining»-Restaurant in Bern entwickelt. Auf der anderen Seite freue ich mich auf Fabian Raffeiner: Ein junger und ambitionierter Koch, der schon in hervorra­ genden Häusern gekocht hat. Mitte 2014 ist er bereits als Gault & Millau-Koch des Monats» ausgezeichnet worden. Ich bin sicher, dass er unsere Gäste mit seiner Kochkunst begeistert. Raffeiner kommt aus Südtirol und steht für eine unverfälschte und spannende Küche mit alpinen und mediter­ranen Einflüssen. Wir werden das «Meridiano» nicht neu positionieren! Fabian Raffeiner wird das Restaurant mit seinen Fähigkeiten wei­ terentwickeln. Und gemeinsam mit Restaurantleiter Gio­ vanni Ferraris wird er dafür sorgen, dass das «Meridiano» auch in Zukunft ein Ort für aussergewöhnliche kulinarische Erlebnisse mit einem herausragenden Service bleibt. Kevin Kunz, CEO Kursaal Bern

An der Spitze der 29 Romantik Hotels & Restaurants in der Schweiz wird er die Vereinigung der traditionsreichen Hotels in ihr grosses Jubiläumsjahr führen: 2017 feiert die Kooperation ihr 40-jähriges Bestehen: «Es ist eine grosse Ehre, mich für die Romantik-Hotels stark machen zu kön­ nen. Gemeinsam werden wir die direkte Vermarktung un­ serer Häuser weiter voranbringen und mehr Gäste für unser wunderbares Reiseland gewinnen», freut sich Heiserer auf die Herausforderung. Heiserer übernimmt die Nachfolge von Adrian K. Müller, Gastgeber im Romantik Hotel Stern in Chur. Dieser wird weiterhin im Vorstand bleiben.

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SZENE SCHWEIZ SCHWERPUNKT

NEUE STUDIE PRÄSENTIERT DIE ZENTRALEN HERAUS­ FORDERUNGEN FÜR DEN ALPINEN WINTER-TOURISMUS

Wie bleibt der alpine

Winter-Tourismus wettbewerbsfähig?

Wie kann der Winter-Tourismus in den Alpen im globalen Wettbewerb wettbewerbsfähig bleiben, sodass das Leben und Wirtschaften im ländlichen Raum möglich und lohnenswert bleibt? Die Antwort auf diese Frage gibt eine neue Forschungsstudie.

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gen die Alpenstaaten laut BAK Basel über 7,5 Millionen kommerzielle Betten. Nur jedes zweite Bett im Alpenraum ist ein kommerzielles, jedes Sechste ein Hotel-Bett. Mit aktuell 158 Millionen Skifahrer-Tagen bei 48,2 Millionen aktiven Skifahrern entfällt fast die Hälfte aller weltweit gezählten Skifahrertage (45 %) auf die Alpen: Ein Drittel davon kann allein Österreich für sich verbuchen (51 Millionen Skifahrertage), weitere 30 Prozent (48 Millionen Skifahrertage) gehen auf das Konto von Frankreich. Es folgen Italien (29 Millionen Skifahrertage), die Schweiz (25 Millionen Skifahrer­tage), Deutschland (4 Millionen Skifahrertage) und Slowenien (1 Million Skifahrertage).

Alle grossen Skiresorts in den Alpen

ls Folge des Forschungsprojektes «Winterreisen in den Alpen» hat ein Team aus Forschern aus fünf Alpenländern aktuelle Zahlen zu diesem Wirtschaftszweig auf der Basis verschiedener statistischer Quellen aufbereitet. Demnach zählen die Alpenländer zusammen (Stand 2015) rund 386 Millionen entgeltliche Übernachtungen von Touristen, das sind 14,4 Prozent der EU-28-Übernachtungen. Weitere 126 Millionen Übernachtungen gehen auf das Konto von Zweitund Freizeitwohnsitzen. Zusammen gerechnet entfällt nahezu jede fünfte Übernachtung in den EU-28 auf den Alpenraum.

Wie dem «2016 International Report on Snow  &  Mountain Tourism» von Laurent Vanat zu entnehmen ist, befinden sich 86 Prozent aller grösseren Skiresorts mit mehr als einer Million Besucher pro Wintersaison in den Alpen; 10 080 Seilbahnen und Lifte finden sich hier, das sind 38 Prozent aller weltweit gezählten Anlagen. Das «MCI Tourismus» in Innsbruck hat darüber hinaus aktuell erhoben, dass die 2174 Skischulen in den Alpen 84 Prozent aller Skischulen weltweit darstellen.

Winter-Tourismus in den Alpen – ein starker Wirtschaftsfaktor

Im Rahmen des «Alps Media Summit» im November 2016 in Innsbruck präsentierten die Forscher des Projektverbunds, Harald Pechlaner, Ralf Roth und Hubert Siller, mit drei sogenannten «zentralen Herausforderungen für Winter-Tourismus 2030» weitere Kernergebnisse und Thesen des Forschungsprojektes «Winter-Tourismus in den Alpen».

8,2 Prozent aller Übernachtungen der EU-28 fallen zwischen November und April im Alpenraum an. In den Alpen selbst ist die Wintersaison mit einem Anteil von 43,3 Prozent an den kommerziellen Übernachtungen sehr bedeutend. Gesamt betrachtet verfü-

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Die drei Herausforderungen für den Winter-Tourismus

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SZENE SCHWEIZ SCHWERPUNKT

1. Wirtschaftsfaktor Schnee «Schnee-Erlebnisse sind einzigartig und aus diesem Grund nicht zu ersetzen», so der Tourismus-Forscher Hubert Siller vom «MCI Tourismus» in Innsbruck. «Dass die Alpen hier hohe Kompetenz aufweisen, kann aus der enormen Gästezufriedenheit abgeleitet werden.» Die im Jahr 2014 vom MCI durchgeführte Bergprofil-Studie ergab beispielsweise, dass 62,5 Prozent aller deutschen Gäste mit ihrem Winterurlaub in den Alpen «sehr zufrieden» und zusätzliche 29,7 Pro­zent «zufrieden» sind. Aktuelle Auswertungen der Net Promotor Scores (NPS) in zahlreichen Wintersportregionen bestätigen mit Werten über 50 ( = exzellent) diese hohen Zufriedenheitswerte. Der «Wirtschaftsfaktor Schnee» ist und bleibt für viele alpine Regionen sowohl wirtschaftliches als auch soziales Rückgrat. Im Speziellen trifft dies auf Tirol, Salzburg, Vorarlberg, Graubünden und das Wallis zu, wo zumindest zwei Drittel der touristischen Wertschöpfung auf den Winter entfallen. Da die durchschnittlichen Winter-Tagesausgaben rund 30 Prozent höher sind als im Sommer, ist der Winter-Tourismus der Treiber für Investitionen von Unternehmen und Destinationen.

Ohne Schnee läuft nichts! Schnee ist dabei die Grundlage und gleichzeitig ein zentraler Erlebnisfaktor: Aktuelle Marktforschungs-Studien zeigen, dass Bewegung, aktive Erholung in winterlicher Atmosphäre und frische Luft die positivsten Assoziationen der Gäste mit Winterreisen in den Alpen darstellen. Die grösste Herausforderung für die Weiterentwicklung der «Snow Experience Economy» sieht der Tourismus-Forscher Hubert Siller in der erfolgreichen und nachhaltigen Heranbildung von künftigen Generationen von Wintersport-Enthusiasten, vor allem vor dem Hintergrund sich rasch ändernder Gesellschaftsstrukturen in den wichtigen Herkunftsmärkten.

2. Nachhaltig Reisen im Zeichen des Klimawandels In der Fachwelt, das bestätigen die Ergebnisse der Studie, besteht Konsens darüber, dass sich das Klima in den letzten Jahrzehnten auch im Alpenraum wesentlich verändert hat. Anerkannten Szenarien zufolge ist anzunehmen, dass die mittlere Lufttemperatur in den Wintermonaten im Alpenraum bis 2100 um etwa 2 ° C ansteigen wird.

Aber: «Insbesondere für die nahe Zukunft sind standortbezogene Wintersport-Rahmenbedingungen wie Temperatur, Niederschlag und Schneedeckenandauer nicht vorhersagbar», so der Klimaforscher Ralf Roth. Daher wären gerade bei alpinen Winterreisen eine qualitative Entwicklung mit Augenmass sowie eine zunehmende Risikostreuung über ergänzende Angebote angesagt. Fakt ist auch, dass Investitionen in ein nachhaltiges Energie-, Wasser- und FlächenManagement wirtschaftlich sind und zu einem Wettbewerbsvorteil im internationalen Tourismus werden können.

Wintergäste kommen vor allem aus Alpenländern Der überwiegende Teil der Wintergäste kommt aus den Alpenländern selbst (Schweiz 55 Prozent), Italien (65 Prozent) und Frankreich (70 Prozent). Nur Österreich und Andorra generieren mehr Skifahrertage aus dem Ausland. Die Forscher sind sich einig: Eine Substitution von Winterreisen in den Alpen durch Fernreisen, Sun & Beach oder Kreuzfahrten hätte eine deutliche Verschlechterung des touristischen Klima-Fussabdrucks zur Folge. Und dennoch: Der motorisierte Individualverkehr zählt zu den grossen Herausforderungen des Winter-Tourismus, es braucht daher noch mehr innovative Mobilitäts­ lösungen zwischen Smart Cities und Wintersportorten.

Winter-Tourismus fördert die Gesundheit Die Forschungsgruppe hat sich im Besonderen auch mit der Frage der sozialen Nachhaltigkeit von Winterreisen befasst: Winterwandern, Skilanglauf,

Schlittenfahren, aber auch regelmässiges Skifahren reduzieren nachweislich Faktoren für Volkskrankheiten und fördern somit die Gesundheit, die Leistungsfähigkeit und das Wohlbefinden.

3. Produktverjüngung im Zeichen des Change Management Mit dem Klassiker «Skiurlaub in den Bergen» haben die Alpenländer eine Marke gesetzt, die im internationalen Vergleich ihresgleichen sucht. Vor allem technisch wurde in den vergangenen Jahren aufgerüstet, um dem Wintergast ein eindrucksvolles Wintersport-Erlebnis zu bieten. Die Herausforderung für die Zukunft des Winter-Tourismus in den Alpen besteht im Fine-Tuning, in der Erweiterung dieses Produkt-Klassikers sowie in der emotionalen Ausgestaltung. H

background HINTERGRUNDINFORMATION ZUM FORSCHUNGSAUFTRAG Der Verein AlpNet. hat sich 2016 dem für den alpinen Tourismus essenziellen Thema «Zukunft von Winter-Tourismus in den Alpen» gewidmet und einen Forschungsauftrag vergeben, der sich im Wesentlichen folgender Fragestellung widmet: Wie kann der Winter-Tourismus in den Alpen im globalen Wettbewerb wettbewerbsfähig bleiben, sodass das Leben und Wirtschaften im ländlichen Raum möglich und lohnenswert bleibt? Es war und ist das erklärte Ziel von «AlpNet.», mit diesem Forschungsprojekt einen möglichst den gesamten Alpenraum umfassenden, über den klassischen Wintersport hinausgehenden interdisziplinären Ansatz anzulegen. Der Untersuchungsfokus wurde daher nicht allein auf Fragen des Wintersports gelegt, sondern umfasste auch Themenfelder wie Innovation, Destinationsentwicklung und Destinationsmanagement, Gesundheit, Nach­haltigkeit, Klimawandel, Mobilität, Reise- und Konsumverhalten und andere mehr.

thesen INSGESAMT FASSTEN DIE TOURISMUS-FORSCHER DIE STUDIENERGEBNISSE ZU FÜNF KERNAUSSAGEN ZUSAMMEN (VERGLEICHE HAUPTTEXT): 1. Skifahren bleibt auch künftig das Kernprodukt, aber die ergänzenden Angebote gewinnen an Bedeutung. 2. Die Alpen haben aufgrund ihrer Gesamt-Performance eine überdurchschnittliche Wettbewerbsstärke. 3. Schnee-Erlebnisse sind einzigartig. Für Kinder und Jugendliche ist zu sorgen, dass sie Zugang in diese Erlebniswelt erhalten. Sie sind dafür aus ihren Lebens­räumen abzuholen. 4. Nicht der Klimawandel, sondern Wetter, Schnee und Erreichbarkeit der Gebiete sind von existenzieller Bedeutung. 5. Es fehlt eine Sektoren-übergreifende Kommunikationsund Entwicklungsstrategie, die vom SportartikelHandel bis zu den touristischen Dienstleistern des Alpenraums getragen wird.

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SZENE AUSLAND SCHWERPUNKT

DIE CHINESISCHE HOTEL-GRUPPE HNA KAUFT EIN VIERTEL DER HILTON-HOTELS

Warum die Chinesen bei Hilton einsteigen

Gehören schon bald alle grossen Hotel-Gruppen der Welt den Chinesen? Mitte Oktober gab Hilton bekannt, dass die chinesische Unternehmensgruppe HNA 25 Prozent der Hotel-Kette für 6,5 Milliarden Dollar erworben hat. Mit dem Ziel vor Augen, auf dem heimischen Markt und auf ausländischen Märkten zu expandieren, erwarb HNA vor Kurzem Carlson-Hotels und hält derzeit 29,5 Prozent der spanischen Hotelgruppe NH-Hotels.

info

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Das 4000. Hilton-Hotel weltweit: Hilton Shijiazhuang in China.

Es sieht danach aus, als würden chinesische Investoren unaufhaltsam die Kontrolle über westliche Hotel-Ikonen übernehmen. Und wenn es bei diesem Tempo bleibt, stellt sich unweigerlich die Frage, wie lange Marriott noch die grösste Hotel-Gruppe der Welt bleiben wird», meint die deutsche Hotel-Expertin Maria Pütz-Willems (Hospitalityinside). Nur wenige Wochen, nachdem Marriott und Starwood die letzte Etappe abgeschlossen und endgültig grünes Licht von den chinesischen Behörden erhalten hatten, sich zur grössten HotelGruppe der Welt zusammenzuschliessen, gab Hilton bekannt, dass die chinesische Unternehmensgruppe HNA 25 Prozent der Anteile von Blackstone aufkaufen wird. Das Volumen dieser Transaktion wird auf etwa 6,5 Milliarden Dollar oder 26,25 Dollar pro Aktie in bar geschätzt. HNA wird zwei Direktoren in Hiltons Vorstand stellen. Im Gegenzug ist es HNA für einen

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Zeitraum von zwei Jahren nicht gestattet, seine Anteile an Hilton zu veräussern, und man benötigt Hiltons Zustimmung, um über die bisherigen 25 Prozent hinaus weitere Anteile des Unternehmens zu erwerben. Die Transaktion soll im ersten Quartal 2017 abgeschlossen werden.

Ein überraschender Schachzug «Obgleich bekannt ist, wie tief HNA finanziell in die Tasche greifen kann, ist der Deal mit Hilton durchaus ein überraschender Schachzug», so Maria Pütz-Willems. In der Tat: Viele Branchen-Experten haben nicht

WERTVOLLSTE HOTEL-MARKE Hilton Worldwide ist die aktuell wertvollste Hotel-Gruppe, wie aus einer Untersuchung der Unternehmungsberatung Brand Finance hervorgeht. Auf dem zweiten Platz liegt die Hotel-Kette Marriott, die mit dem Kauf von Starwood zum grössten Hotel-Konzern der Welt wird. Die strategische Unternehmungsberatung Brand Finance untersucht jährlich die Top-Hotel-Marken weltweit. Diese werden analysiert und je nach Macht und Wert in ein Ranking gebracht. Die wertvollste Marke der Top 50 ist mit Abstand Hilton Worldwide mit einem Wert von 7,8 Milliarden US-Dollar. Die US-Hotel-Kette ist zudem die wertvollste Hotel-Gruppe mit sechs Hilton-World­wideMarken in den Top 50. Auf dem zweiten Platz liegt Marriott mit einem Wert von 5,3 Milliarden Dollar, die Gruppe hat insgesamt acht Marken in den Top 50 – deren kombinierter Wert ist jedoch tiefer als jener der Hilton-Marken. Im nächstjährigen Ranking dürfte Marriott jedoch den Wert von Hilton übersteigen: Mit dem Kauf von Starwood entsteht nicht nur der grösste Hotel-Konzern der Welt – Starwood liegt mit sechs Marken ebenfalls in den Top 50 der wertvollsten Hotel-Gruppen. 12|2016


SZENE AUSLAND SCHWERPUNKT

zu expandieren», so ein Experte in der «China Daily News». Aus seiner Sicht verfolgt HNA das Ziel, «seinen Ruf als Komplett-Anbieter im Reisesegment durch das Angebot von Flügen, Reisevermittlung, Hotels, Finanzierung, Bezahlsystemen und verbundenen Technologien zu festigen.» Hilton Garden Inn in Davos.

Hotel-Käufe in China sind schwierig

Hilton Airport Hotel in Zürich.

Während es für ein chinesisches Unternehmen leicht scheint, im Ausland einzukaufen und zu investieren, ist es umgekehrt deutlich schwieriger für einen westlichen Investor, Käufe in China zu tätigen oder die offizielle Genehmigung einer Fusion zu erhal-

Quellen: hospitalityinside.com, «Hotelier»-Archiv, dpa, Hilton, HNA

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damit gerechnet, obwohl die Transaktion für den chinesischen Luftfahrt- und Logistik-Riesen nicht die Erste dieser Art ist. Erst im April hatte HNA mit den Carlson-Hotels den Eigentümer der Radisson-Hotel-Kette, einschliesslich des Mehrheitsanteils von 51,3 Prozent an der Rezidor Hotel Group, erworben. Zudem hält man mittlerweile 29,5 Prozent der spanischen Hotelgruppe NH-Hotels.

Investoren zählen auf Besucher aus China Die Absicht der Chinesen, irgendwann die weltweite Reise-Industrie zu beherrschen, ist längst kein Geheimnis mehr. HNA will ihr Hotel-Portfolio ausbauen und die Synergien zwischen ihrer Luftverkehrssparte und dem Hotel-Geschäft stärken, indem man den Fernreise-Boom unter den Chinesen ausnutzt. Die Unternehmensgruppe ist als Betreiber oder Teilhaber an beinahe 2000 Hotels weltweit beteiligt, darunter zahlreiche Luxus- und Business-Marken. «Indem man in Hilton investiert, kann HNA vom weltweiten Netzwerk der Kette profitieren und High-End-Reisepakete mit Flugtickets und Hotel-Zimmern anbieten. Darüber hinaus kann man Hilton eine Vielzahl neuer Kunden bringen und dem Unternehmen dabei helfen, in China

einer regionalen Fluggesellschaft auf Hainan zu einem global operierenden Unternehmen entwickelt mit Anlagen im Wert von mehr als 90 Milliarden Dollar, einem Jahresumsatz von 30 Milliarden Dollar und weltweit beinahe 200 000 Mitarbeitern. HNA ist ein vertikal integrierter internationaler Player mit marktführenden Positionen in den Bereichen Luftfahrt, Hotels und Reiseservices. Das Unternehmen betreibt und investiert in beinahe 2000 Hotels mit mehr als 300 000 Zimmern in allen grossen Märkten und besitzt 1250 Flugzeuge, die über 90 Millionen Passagiere in 260 Städte auf der ganzen Welt befördern. Hilton ist das zweitgrösste Beherbergungsunternehmen der Welt mit einem Portfolio von mehr als 4700 Hotels, die bewirtschaftet, als Franchise betrieben, im Eigentum stehen oder gepachtet sind, und Timeshare-Immobilien mit mehr als 775 000 Zimmern in 104 Ländern und Regionen. H

Hilton Worldwide-Konzernchef Chris Nassetta.

ten. «Marriott und Starwood können ein Lied davon singen. Fairplay sieht anders aus, könnte man sagen. Ja, das tut es, aber wie immer regiert Geld die Welt, und chinesische Firmen scheinen in letzter Zeit jede Menge davon zu besitzen», so Maria Pütz-Willems.

Was steckt hinter HNA? Die HNA Group wurde 1993 gegründet und hat sich von

HILTON WORLDWIDE AUF EXPANSIONSKURS Hilton Worldwide setzt weiterhin auf weltweite Expansion: Kürzlich hat der US-Hotel-Konzern sein Haus Nummer 4000 – das Hilton Shijiazhuang in China – eröffnet. International sind laut Tophotelprojects derzeit 334 Hotel-Bauprojekte mit mehr als 72 600 Zimmern in Entwicklung. Wobei China auch weiterhin im Fokus der Hilton-Expansion bleibt. Aktuell sind im Reich der Mitte 35 Häuser des Hotel-Konzerns in Betrieb. Aktuell werden im grössten Hotel-Markt in Asien 31 neue Hotels mit über 9000 Zimmern gebaut. Hilton will in China in den nächsten zehn Jahren bis zu 120 neue Häuser mit über 42 000 Zimmern entwickeln. Zu den bekanntesten Hotel-Marken von Hilton Worldwide zählt – neben Conrad – Waldorf Astoria. Nach der Eröffnung eines Super-Luxus-Hotels der Marke Waldorf Astoria in Berlin stehen bis Anfang des nächsten Jahres weitere drei Neueröffnungen an: Im Oktober wird im Emirat Ras Asl Khaimah (Vereinigte Arabische Emirate) ein neues Haus mit Butler-Service, eigenem 18-Loch-Championship-Golfplatz und Helikopter-Landeplatz eröffnet. Zudem steht die Einweihung des Waldorf Astoria Jerusalem in Israel (220 Zimmer) an. Anfang 2017 wird das Waldorf Astoria Amsterdam in den Niederlanden eröffnet – das Luxus-Hotel vereint sechs historische Paläste aus dem 18. Jahrhundert.


Spa-Expertin Hildegard Dorn-Petersen über den «Global Wellness Summit 2016» in Kitzbühel (Österreich)

Wellness ist und bleibt

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er «Global Wellness Summit» ist der weltweit führende Branchen-Event. Zum 10-jährigen Jubiläum traf sich die Wellness-Community Mitte Oktober in Kitzbühel. Bereits 2009 war der Summit im deutschsprachigen Raum, nämlich im «Victoria Jungfrau Resort & Spa» in Interlaken. «Wir steigen an, bis wir am Himmel sind. Wir sind die Gipfelstürmer, hoch hinaus, bis zum Wolkenrand der Welt. Wir ziehen los, immer weiter, immer höher und immer schneller.» So lautet der Refrain in einem Songtext von «Unheilig». Rekorde konnte der «Global Wellness Summit» in diesem Jahr viele verzeichnen: über 500 Delegierte aus 40 Ländern – und damit ausver-

« WÄHREND WELLNESS FRÜHER EIN

LUXUS WAR, WIRD DAS THEMA NUN VON ALLEN ASPEKTEN DES TÄGLICHEN LEBENS BEEINFLUSST – VON DER ARBEITSWELT BIS ZUM REISEVERHALTEN. 

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HILDEGARD DORN-PETERSEN

kauft. Vor allem aber gigantische Wachstumszahlen, die bestätigen: Wellness ist und bleibt ein Megatrend! In Kitzbühel stellte Ophelia Yeung erste Auszüge aus dem «2016 Global Wellness Economy Monitor» vor, der Anfang 2017 erscheinen wird. Die neuen Zahlen sind beeindruckend: Der globale Markt im Wellness-Tourismus hat ein Volumen von 563,2 Milliarden US-Dollar erreicht. Das ist ein Zuwachs von 14 Prozent und damit mehr als doppelt so viel wie im klassischen Tourismus (+ 6,9 Prozent). «Wir konnten eine deutliche Veränderung feststellen, wie die Reisenden Wellness konsumieren», meint Katherine Johnston: «Während Wellness früher ein Luxus war, wird das Thema nun von allen Aspekten des täglichen Lebens beeinflusst – von der Arbeitswelt bis zum Reiseverhalten.» Um die Macht der Zahlen wie auch die Vielfalt des globalen Wellness-Marktes anschaulich zu machen, präsentierten die beiden Senior-Researcherinnen die Marktsegmente anschaulich in zehn unterschiedlich grossen, bunten Bällen. Sie symbolisieren die Umsatzzahlen von 2015, bei denen die Ausgaben für die Schönheit (Beauty) immer noch an erster Stelle stehen. Für das Schlusslicht – Wellness am Arbeitsplatz wie auch Wellness-Communities im Segment Real Estate – prognostizieren die Experten das grösste Wachstumspotenzial. Apropos Zahlen: Eine «Top Twenty»-Liste der führenden Wellness-Märkte weltweit wurde am 8. November 2016 auf dem «World Travel Mart» in London vorgestellt. Demnach stehen die USA auf Platz 1 mit einem Umsatz von rund 200 Milliar-

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den US-Dollar, gefolgt in weitem Abstand von Deutschland auf Platz 2 mit rund 60 Milliarden US-Dollar und Frankreich auf Platz 3 mit rund 30 Milliarden US-Dollar Umsatz (unverändert gegenüber 2013). Einen grossen Sprung nach vorne – von Rang 9 auf Rang 4 – konnte China verzeichnen, während Österreich auf Rang 6 rutschte. Auch die Schweiz musste Federn lassen und kam mit 12,2 Milliarden US-Dollar auf Platz 11. Doch genug der Zahlen und Superlative. Es fällt schwer, unter rund 60 Vorträgen auszuwählen. Ein besonderes Highlight für mich war ein Referat zur künftigen Rolle von Wellness in Architektur und Design. Ann Marie Aguilar von Arup (UK) führte anschaulich vor, wie man heute schon die Wirkung von Räumen auf die Nutzer in einem Soundlab prüfen kann, um Fehlplanungen zu vermeiden, und wie sich möglicherweise künftig die Treatment-Räume in Farbe, Temperatur und Musik genau den Bedürfnissen der Kunden anpassen. Lars Krückenberg von der deutschen Architektengesellschaft Graft berichtete von einer gemeinsamen Studie mit der Berliner Charité, in der gemeinsam ein positiv auf die Genesung einwirkender Raum für eine Intensivstation entwickelt wurde. Das von der Presse als Trendsetter und «Popstars der Architektur» bezeichnete Architekten-Team arbeitet eng mit den Entwicklern neuer Six-Senses-Resorts zusammen – das Ergebnis sind Gebäude, die sich an die Landschaft anpassen und schon mal die Form von Dünen annehmen. Erfrischend war die Präsentation von Irene Forte, der Tochter von Sir Rocco Forte, zum «Thema Millennials». Sie ist das lebende Bild dieser Generation und hat es geschafft, viel von ihrem aktiven und gesunden Lebensstil und dem ihrer Freunde direkt in die Häuser der HotelGruppe zu integrieren. Rasch hat sie festgestellt, dass es kaum City-Hotels mit einem überzeugenden Spa-Konzept gibt. Seit Januar 2016 wird deshalb ihr eigenes Konzept in allen Hotels umgesetzt. Es basiert auf vier Säulen: «Rocco Forte Rituals» mit Signature Treatments und einer eigenen Produktlinie, «Rocco Forte Fitness», u. a. mit eigens entwickelten Sightseeing-Karten für Jogger und Yoga-Kurse auf der Dachterrasse des Berliner Hauses, «Rocco Forte Nutrition» mit gesunder Ernährung sowie «Rocco Forte Mind». Einen Volltreffen hat Irene Forte mit einer eigenen Mitarbeiter-Career-App, «Map My Future», gelandet. Aus der Motivation, Millennials als Mitarbeiter zu gewinnen, hat sie eine

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ZU GAST HILDEGARD DORN-PETERSEN

ein Megatrend! eigene App zur interaktiven Kommunikation mit den Team-Mitgliedern entwickelt. Die können hier kleine Schulungsprogramme abrufen und Verbesserungsvorschläge machen. Wenn man die rasante Entwicklung der Digitalisierung sieht, hat Irene Forte sicherlich recht mit ihrer Feststellung, dass die Hotel-Industrie bei der Nutzung technologischer Möglichkeiten noch unglaublich hinter anderen Branchen hinterherhinkt. Dem kann ich nur zustimmen. Dabei gibt es gerade in der Hotellerie unendlich viele Touchpoints mit dem Gast. In der Individualisierung, verbunden mit einer intelligenten Nutzung von Daten, liegt die Zukunft – anderes gesagt: Je mehr ich über meinen Gast weiss, umso besser kann ich mit ihm kommunizieren und positive Erinnerungen an einen schönen Aufenthalt oder ein genussvolles Essen wecken. Etwas gewagt, aber interessant fand ich den Spannungsbogen, den Dr. David Bosshart von der neuen Macht der Daten bis zur Ernährung aufbaute. Der CEO des «Gottlieb Duttweiler Instituts» ist überzeugt: «Wir leben hier

« FÜR DAS SCHLUSSLICHT – WELLNESS

nis zu schaffen, wie man es zum Beispiel beim Bergsteigen erfahren kann. Eine grosse Möglichkeit sieht Dr. David Bosshart in der Ernährung – eine neue globale Rolle «von gutem Essen zum guten Leben» –, gesund, ethisch korrekt und nachhaltig. Zum Glück kann man weder Geruch noch ein besonderes Geschmackserlebnis auch in Zeiten von 3D-Druckern digitalisieren! Damit landen wir aus Sicht eines promovierten Philosophen wieder beim ganzheitlichen Wellness-Verständnis, in dessen Mittelpunkt nur einer steht: der Mensch, das Individuum, der Gast. Für alle, die es im Oktober des nächsten Jahres in die Ferne und vielleicht auch in die Wärme zieht: Der «Global Wellness Summit 2017» fi ndet vom 9. bis 11. Oktober 2017 im Sunshine-State Florida (USA) statt. Die Location ist vielversprechend: das legendäre «The Breakers» am Strand von Palm Beach. Die in 1896 begründete Hotel-Legende beschäftigt 2000 Mitarbeiter und ist das einzige Luxus-Hotel in den USA, das sich noch in Händen der ursprünglichen Eigentümerfamilie befi ndet. H

AM ARBEITSPLATZ WIE AUCH WELLNESS-COMMUNITIES IM SEGMENT REAL ESTATE – PROGNOSTIZIEREN DIE EXPERTEN DAS GRÖSSTE WACHSTUMSPOTENZIAL.

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HILDEGARD DORN-PETERSEN

und jetzt im digitalen Zeitalter!» Ein grosser Fehler wäre es allerdings, sich nur auf die Daten und ihren Nutzwert zu konzentrieren. Stattdessen rät Bosshart den Hoteliers, das Zuhören zu üben: Hören auf die eigenen Gefühle, vor allem aber dem Gast zuhören, wo seine Wünsche und Bedürfnisse liegen. Zwei Chancen sieht er für die Branche – zum einen, sich mithilfe von Daten mit der Natur zu verknüpfen, unterschiedliche Zielgruppen zusammen zu führen und ein gemeinsames Erleb-

DIE AUTORIN Hildegard Dorn-Petersen ist eine der renommiertesten Expertinnen für Wellness-Fragen in der Hotellerie. Sie verfügt über eine fundierte Ausbildung und langjährige Berufserfahrung im Hotel-Fach. Sie ist seit 1996 Mitglied im Deutschen Wellness-Verband und erhielt als eine der ersten Expertinnen die Zertifizierung als «Autorisierte Consultant» (DWV). Sie gehört auch dem Vorstand des internationalen Beraterverbandes FCSI an. www.spa-hotel-consult.de

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FRAGE AN HOTEL-EXPERTE FIORENZO FÄSSLER («BEST 3 STAR HOTELS»):

Was bieten Sie den Hoteliers? Die besten 3-Sterne-Hotels der Schweiz haben sich im Verein «Best 3 Star Hotels of Switzerland» organisiert. Im Oktober 2015 wurde der Verein in Zürich gegründet. Gut ein Jahr später sind bereits 17 Top-3-Sterne-Häuser dabei. Wie lautet die erste Zwischenbilanz? «Hotelier» stellte Fiorenzo Fässler, Hotel-Experte und Geschäftsführer des Vereins, 10 Fragen zum einjährigen Jubi­läum der «Besten» im 3-Sterne-Segment.

Fiorenzo Fässler, Geschäftsführer des Vereins «Best 3 Star Hotels of Switzerland»: «Durch die Gütesiegel-Dachmarke erhöht sich für jedes Hotel die Wahrnehmung am Markt.»


10 FRAGEN AN FIORENZO FÄSSLER

Die Hotel-Gruppe «Best 3 Star Hotels» wurde im Oktober 2015 gegründet. Welches Fazit ziehen Sie nach gut einem Jahr? Bereits in der Vorbereitungsphase war zu erkennen, dass ein sehr grosses Interesse seitens vieler 3-Sterne-Hotels an einer solchen Gruppe besteht. Das Potenzial ist enorm. Mit aktuell 17 Mitgliedern dürfen wir mehr als zufrieden sein. Es geht für uns ja primär darum, die richtigen Hotels zu finden, und weniger darum, sehr schnell zu wachsen. Unser ehrgeiziges Qualitätssystem hat sich bewährt und ist sicherlich ein Schlüsselfaktor für unsere Entwicklung. Daneben haben wir auch viele Dienstleister als Partner gewonnen, die sich über uns einen systematischen Zugang zu einem Segment versprechen, das bisher kaum zugänglich war. Unsere gemeinsamen Aktivitäten, allen voran unser Cross-Selling mit Stammgästen, sind sehr gut gelaufen, weshalb wir zuversichtlich sind, dass unsere Vereinigung Zusatz-Business bietet. Welchen Nutzen haben Hotels durch eine Mitgliedschaft? Durch die Gütesiegel-Dachmarke er­­ höht sich für jedes Hotel die Wahr­ nehmung am Markt. Zusatzgeschäft ist und bleibt das wichtigste Argument, weshalb Hotels bei uns mitmachen. Können Hotels auch Kosten sparen, wenn Sie Mitglied des Vereins «Best 3 Star Hotels» sind? Ja, Kostenreduktion durch gemeinsamen Einkauf kann ebenso ergebniswirksam sein. Die allermeisten unserer Hotels haben kein Marketing-Personal, weshalb wir im Promotionsund PR-Bereich einspringen. Welche Rolle spielt der Weiterbildungsbereich? Der Bereich Weiterbildung soll im kommenden Jahr ebenfalls aufgebaut werden. Schliesslich bringen das Networking und der Erfahrungsaustausch mit gleichgesinnten Kollegen, die sich ebenfalls an höheren Kategorien orientieren, sehr viel. Thema Qualitätskontrollen: Welches sind die Key-Findings nach einem Jahr? Gab es auch schon ungenügende Kontrollergebnisse? Unser Qualitätssystem hat eine rasante Entwicklung durchgemacht: Heute besteht es aus 18 generellen Must-Kriterien, die zu 100 Prozent erfüllt sein müssen, dazu weitere 39 Bereichskriterien, die ebenfalls gänzlich zu erfüllen sind, plus 92 Optional-Standards, die allesamt entweder 4- oder 5-Sterne-Qualitätsstandards darstellen. Von diesen Zusatz-Standards müssen 60 Prozent erfüllt sein. Es gab in der Tat einige Kontrollen, die resultatmässig ungenügend waren. Das Problem lag dabei nie bei der fehlenden Gastfreundschaft, sondern vielmehr bei mangeln12|2016

den Strukturen im Zimmer und in den Bädern. Eine wesentliche Erkenntnis! Aus unserer Sicht sind Dinge wie Freundlichkeit und Aufmerksamkeit oder die Sauberkeit ein nicht verhandelbares Must! Es braucht jedoch mehr, um ein BEST 3 STAR HOTEL zu werden, nämlich zeitgemässe Strukturen, die von den Gästen on- und offline «vorzüglich» beurteilt werden. Welches sind die Kriterien für eine Aufnahme? Bevor unsere Qualitätsprüfungen stattfinden, prüfen wir die Klassifikation, die Unabhängigkeit, das Online-Boo­­kingTool sowie das Trustyou-Minimalscore von 4.2. Falls diese Bedingungen erfüllt sind, kann die Aufnahmeprüfung stattfinden. An welchem Punkt Ihrer Entwicklung stehen die «Best 3 Star Hotels» ? Wir wissen sehr genau, wohin wir wollen. Um unseren Idealzustand zu erreichen, fehlt uns noch einiges. Das allgemeine Publikum kennt unsere Marke noch nicht. Unsere Promotionsmassnahmen starten erst 2017. Auch die «letzte Meile» ist erst rudimentär abgedeckt, vor allem durch das Booking-Tool von «Switzerland Travel Center». Im Moment halten wir mit einer sehr einprägsamen Marke dagegen, die mit dem Sternenhimmel eine ideale Ergänzung gefunden hat. Auch unser Claim, «Greifen Sie zu den richtigen Sternen», kommt gut an. In welchen Regionen sind die «Best 3 Star Hotels» präsent? Hinsichtlich nationaler Abdeckung sind wir im Tessin schwach und in der Romandie gar nicht präsent. Ziel wäre jedoch, mit den besten 3-Sterne-Hotels zusammenzuarbeiten. Mit einer breiteren Mitgliederbasis wird die Markenbekanntheit auch grösser. Welche Gäste wollen Sie ansprechen? Da unsere Hotels sowohl in Agglo­ merationen als auch in ländlichen Gebieten oder in den Alpen liegen, sprechen wir sowohl den Freizeit- als auch den Businessgast an. Unsere Kundschaft ist preisund gleichzeitig qualitätsbewusst und schätzt persönliche Betreuung. Unsere Betriebe sind mit durchschnittlich 35 Zimmern, übrigens der Durchschnitt übt alle 3-Sterne-Hotels, eher klein. Wir sind so ziemlich das Gegenteil der globalen Ketten-Hotels. Bei uns ist jedes Mitglied ein eigenes Bijou, die Direktion bewegt sich an der Front, und man fühlt sich wie bei sich zu Hause. Was genau ist für 2017 geplant? Die vier Schwerpunkte sind Promo­ tionsmassnahmen, die «letzte Meile», Mitglieder- und Partner-Akquisition sowie Weiterbildung. Neben unserem Hauptmarkt Schweiz sind Aktivitäten in den Nachbarmärkten geplant. H

info Der Verein «Best 3 Star Hotels» wurde am 1. Oktober 2015 mit 7 Mitgliedern gegründet. Nun gehören bereits 17 Mitglieder zur Gruppe. Genau zum Jubiläum stösst das jüngste Mitglied, das Hotel Schönegg Wengen, dazu. «Die Entwicklung der Vereinigung ist grossartig», sagt Präsident Michel Wichman. «Unsere Geschäftsstelle steht mit mehreren weiteren Interessenten in Kontakt, was beweist, dass wir auf dem richtigen Weg sind.» Strategisch beanspruchen die «Best 3 Star Hotels» die Qualitätsführerschaft im 3-Sterne-Bereich. Zu den wichtigsten Zielen der Gruppe gehören Distribution und Verkauf, Cross-Selling, Qualitätsentwicklung, Marketing, Weiterbildung und Kostenreduktion. DIE MITGLIEDER • Der Teufelhof, Basel • Hotel Nidwaldnerhof, Beckenried • Bad Bubendorf Hotel, Bubendorf • Hotel Bären, Gonten • Hotel Kreuzlingen am Hafen, Kreuzlingen • Hotel Gasthaus Krone, La Punt-Chamues-ch • Hotel Ochsen & Lodge, Lenzburg • Hotel International au Lac, Lugano • Hotel Allegra, Pontresina • Aparthotel, Rotkreuz • Hotel Spitzhorn, Saanen/Gstaad • Hotel Chesa Randolina, Sils-Baselgia • Hotel Restaurant Engel, Stans • Hotel Waldhaus am See, St. Moritz • Hotel Schönegg, Wengen • Hotel Bellerive, Zermatt • Hotel Florhof, Zürich www.best3starhotels.ch

Hotel Florhof, Zürich.

Hotel Bären, Gonten.

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FELIX SUHNER IST DER «HOTELIER DES JAHRES 2016»

Eine

wunderbare Anerkennung

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HOTELIER TALK FELIX SUHNER

Mit einer grossen Gala fand am 29. November an der Hotel-Fachschule Lausanne (EHL) die Verleihung des Schweizer Fach-Awards «Hotelier des Jahres 2016» statt. Sieben nomi­nierte Hoteliers harrten vor mehr als 300 Gästen auf den Entscheid der Jury. Die Wahl fiel auf Felix Suhner, Inhaber der «Balance Hotels». Der 52-jährige Aargauer ist einer der erfolgreichsten und innovativsten HotelUnternehmer der Schweiz. INTERVIEW Hans R. Amrein BILDER Tanya Hasler, Holger Jacob

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F

elix Suhner, herzliche Gratulation zur Wahl «Hotelier des Jahres 2016»! Was sagen Sie zu dieser Auszeichnung? Es ist für mich natürlich eine grosse Ehre, diese Auszeichnung entgegennehmen zu dürfen. Denn die Auswahl der Nominierten und der Entscheid ist ja von einer sehr profes­ sionellen, breitgefächerten Jury getroffen wor­ den. Es ist eine wunderbare Anerkennung für meine bis anhin geleistete Arbeit, wofür ich sehr dankbar bin. Sie gelten in der Schweizer Hotellerie als äusserst erfolgreicher Unternehmer und Hotelier. Wie lautet eigentlich Ihr Erfolgsprinzip? «Unsere Gäste gehen glücklich» oder auch «immer aus der Sicht des Gastes sehen» – das sind für mich und alle Mitarbeitenden die wich­ tigste Voraussetzung für erfolgreiche Hotel-Be­ triebe. Dazu braucht es viel Freude am Beruf, Engagement, Mut, Durchhaltewillen und Men­ schenkenntnis. Und rechnen sollte man auch können! Was zeichnet den erfolgreichen Hotelier aus? Oder anders gefragt: Über welche Fähigkeiten und Eigenschaften sollte ein Hotelier unbedingt verfügen? Ich glaube, dass es in unserer eher klein­betrieb­ lichen Schweiz engagierte, frontorientierte Gast­ geber braucht, die ein Gespür für Menschen haben, zudem müssen sie auch die Kosten im Griff haben. Es braucht also gute AllrounderQualitäten. Wollten Sie schon als junger Mann Hotelier werden? Mein Entscheid für die Kochlehre und damit auch für die (voraussichtliche) Übernahme des elterlichen Betriebes fiel im Alter von 15 Jahren. Wie würden Sie Ihr Führungsprinzip umschreiben? Meine Vision ist «das Gute leben». Ganz nach dem Prinzip: Wer Gutes sät, wird Gutes ernten. Im November 2012 haben Sie Ihre damals vier Betriebe (drei Hotels, ein Restaurantbetrieb) in den «Balance Hotels» zusammengefasst. Warum? Die vier einzelnen Betriebe sollten unter einer gemeinsamen Gruppen-Dachmarke erkennbar sein und die gemeinsamen Synergien stärker genutzt werden.

Ihr Stammhaus, das «Seerose Spa & Resort», haben Sie 1994 von Ihrem Vater übernommen. In der Zwischenzeit haben Sie dort rund 40 Millionen Franken investiert. Hat es sich gelohnt? Da sage ich jeweils: Wenn es ums Geldverdienen geht, sind wir in der falschen Branche. Da hätte ich Banker werden müs­ sen (lacht). Bei jedem Erwei­ terungsbau musste ich jeweils die Hälfte der Investitionen abschreiben. Dies ging nur, weil ich zuvor das Fremdka­ pital zurückbezahlt und viele stille Reserven gebildet hatte. Doch das ist in der Schweizer Hotel-Landschaft (leider) eine unternehmerische Tatsache. Trotzdem hat es sich für mich gelohnt, da wir nun im Markt hervorragend positioniert sind und eine gute Wertschöpfung erzielen können.

Ihr jüngstes «Kind» ist das Kur-Hotel Bad Ramsach Sie sind einer der wenigen in Baselland, das Sie im Sommer erworben haben. Privat-Hoteliers in der Schweiz, Was haben Sie da für Pläne? Das «Bad Ramsach Quellhotel» ist an wunder­ die laufend und kräftig barer (Aussichts-)Lage inmitten der Natur gele­ investieren können. Wie gen. Es ist ein grosses Entwicklungspotenzial finanzieren Sie Ihre Projekte? vorhanden, da wir auch unser eigenes, aner­ Und wie lautet Ihre Investitionskanntes Heilwasser und Mineralwasser haben, und Wachstumsstrategie? eine Geschichte bis zurück ins 15. Jahrhundert, viel Land und Park­ plätze – und Platz zum Durch­ atmen. Mittel- und langfristig gesehen habe ich dafür Entwick­ lungspläne – ähnlich wie damals für die «Seerose» oder das «Bad Bubendorf». FELIX SUHNER

Die Finanzierung erfolgt durch HypothekarKredite von Banken, also ganz konventionell. Bei den Investitionen denke ich sehr langfristig, wie dies eben nur Familienunternehmen machen. Doch nach einer Investition muss diese zuerst durch eigene Kraft amortisiert werden, bevor ein weiteres Wachstum in Frage kommt. Nach welchen Kriterien erwerben Sie Hotels wie soeben das Kur-Hotel Bad Ramsach? Dafür habe ich mir eine «Wunschliste» erstellt, die ich wie eine Checkliste bei einem Objekt anwenden kann. Das Wichtigste dabei ist die Lage und nochmals die Lage. Haben Sie die Absicht, aus den «Balance Hotels» eine Hotel-Gruppe mit vielleicht 10 oder 15 Betrieben aufzubauen? Solange ich Freude daran habe, werde ich die «Balance Hotels» weiter aufbauen. Allerdings kann die Entwicklung nicht so schnell stattfin­ den, wie dies bei Management-Betrieben der Fall ist. Für mich gehören die Liegenschaft und der Betrieb zusammen. Sie kaufen die Hotel-Immobilien. Sie könnten die Betriebe ja auch auf der Basis von Pacht- oder Management-Verträgen führen. Die meisten grossen Hotel-Gruppen machen das so. Warum Felix Suhner nicht? Weil ich da nachhaltig als Familienunternehmer denke! Bei einem Betrieb, der mir gehört, kann ich investieren und ein tolles Gesamtkunstwerk für die Gäste schaffen. Wir haben bereits so viele Gesetze, Normen und Auflagen einzuhalten, dass ich min­ destens bei der Hotel-Immobilie mein eigener Chef sein will.

« DIE SCHWEIZER HOTELLERIE

STEHT IN DER TAT VOR GROSSEN HERAUSFORDERUNGEN. 

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In welchen Regionen der Schweiz möchten Sie gerne noch ein Hotel betreiben? 12|2016


HOTELIER TALK FELIX SUHNER

Sie führten ja mal Gespräche mit den Inhabern des «Le Vieux Manoir» am Murtensee. Das wunderschöne Haus am See ist seit drei Jahren geschlossen … Auf meiner «Wunschliste» steht grundsätzlich Deutschschweiz. An einzigartigen Lagen, mit viel Land und renovationsbedürftig ist auch in Ordnung. So kann ich eine wohltuende Oase bauen, die Feriengefühl und Ambiance an Sonnenlage vermittelt. Herr und Frau Müller-Opprecht schätze ich sehr, und ich kann mich in ihre nicht einfache Lage hineinversetzen. Das «Le Vieux Manoir» ist ein tolles Haus, allerdings ganz und gar nicht renovationsbedürftig. Welches Schweizer Hotel würden Sie sofort übernehmen, wenn Sie könnten? Es gibt schon noch ein, zwei Hotels, die mir gut gefallen würden. Doch alles zu seiner Zeit! Aktuell haben wir für das Bad Ramsach Renovationen anstehen und für die «Sonne» am Sempachersee einen Erweiterungsbau. In Ihrem Portfolio fehlt ein Stadt-Hotel in Bern, Zürich oder Basel. Nächstens ein Thema? Nein, ein Stadt-Hotel kommt nicht infrage. Die Schweizer Hotellerie steckt seit einigen Jahren in einem Strukturwandel. Gewisse Hoteliers sprechen von einer «Krise». Wie beurteilen Sie die Lage der Branche im November 2016?

« ICH GLAUBE, DASS ES IN UNSERER

EHER KLEINBETRIEBLICHEN SCHWEIZ ENGAGIERTE, FRONTORIENTIERTE GASTGEBER BRAUCHT, DIE EIN GESPÜR FÜR MENSCHEN HABEN, ZUDEM MÜSSEN SIE AUCH DIE KOSTEN IM GRIFF HABEN.

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FELIX SUHNER

Wir haben ein sehr schwieriges Branchenumfeld. In unseren Nachbarländern sind die Kosten um mindestens einen Drittel tiefer, und trotzdem stehen wir mit diesen Betrieben in Konkurrenz. Die benötigte Wertschöpfung zu erzielen, wird stets anspruchsvoller – und die qualifi zierten Arbeitskräfte teurer. Wir stehen in der Tat vor grossen Herausforderungen.

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Schlussfrage: Welcher Schweizer Hotelier beeindruckt Sie aufgrund von Leistung und Erfolg? Auch da gibt es doch eine Handvoll Hoteliers, vor denen ich grösste Hochachtung habe. Für einen habe ich gearbeitet, bevor ich bei der «Seerose» eingestiegen bin: Urs Karli, Unternehmer und Inhaber der «Astoria-Gruppe» in Luzern. H

WER IST FELIX SUHNER? Der 52-jährige Hotelier und Unternehmer führte das «Seerose Resort & Spa» am Hallwilersee (Stammhaus der Balance Hotels) von 1994 bis 2014. Dank seiner langjährigen Erfahrung in der Hotellerie, seinem Wissen und seinen unternehmerischen Fähigkeiten hat sich der Hotel-Betrieb stets und erfolgreich weiterentwickelt. Seine Grundausbildung begann Suhner mit der dreijährigen kantonalen Handelsschule in Baden und einer anschliessenden Kochlehre im «Badrutt's Palace» in St. Moritz, die er mit dem besten Abschluss von 5,9 abgeschlossen hat. Dann besuchte er die Hotel-Fachschule in Luzern (SHL) und eignete sich vertieftes Know-how im Hotel-Management an. Sämtliche Kurse wie auch den Abschluss schloss er im 1. Rang ab. Sein theoretisches Wissen konnte er in seinen ersten Arbeitsstellen in Cully, Zermatt, Davos und Arosa anwenden. Als Unternehmersohn aufgewachsen, war es ihm stets wichtig, als Geschäftsführer Erfahrungen zu sammeln, bevor er diese Stelle im eigenen Betrieb übernahm. Und so war er als Geschäftsleiter zunächst im Hotel Martinshof in Zuchwil tätig, wo er auch die Liebe zu Thailand und seiner Küche entdeckte, bis er 1994 dem Ruf seines Vaters ins Hotel Seerose folgte. Damit verbunden war auch die Übernahme des Restaurants Mürset in Aarau. Felix Suhner baute innerhalb von 20 Jahren das Hotel Seerose vom Landgasthof mit 18 Zimmern zu einem der führenden 4-Sterne-Business- und Wellness-Resorts mit 91 Zimmern auf. Seit 1997 ist er Eigentümer und Verwaltungsratspräsident der Seerose AG. Dank seinem Erfolg war er in der Lage, zwei weitere Betriebe zu übernehmen – zum einen das Hotel Bad Bubendorf (Baselland) zusammen mit seinem Geschäftspartner Roland Tischhauser, und zum anderen das «Sonne Seehotel» in Eich am Sempachersee. Zusammen mit den Mürset-Restaurants in Aarau und seit Mai 2016 mit dem Bad Ramsach Quellhotel (Baselland) sind diese Familienbetriebe seit 2012 unter der Dachmarke «Balance Hotels» zusammengefasst. Die von Felix Suhner geführte Unternehmenseinheit beschäftigt rund 300 Mitarbeitende (Vollzeitstellen). Felix Suhner ist verheiratet und hat zwei Kinder. Seine Frau Rhéane ist Familien-Managerin und daneben ebenfalls im Betrieb tätig. Die Hobbys des Hotelier-Paares sind Bordeaux-Weine, Messebesuche sowie Weiterbildungsreisen ins Ausland.

Felix Suhner, vielen Dank für das Gespräch und weiterhin viel Erfolg!

felix.suhner@seerose.ch www.seerose.ch www.balancehotels.ch

Wie lauten Ihre Prognosen für das kommende Jahr 2017? Geht es wieder bergauf mit der Hotellerie – oder eher das Gegenteil? Es wird vermutlich eine Stabilisierung auf tiefem Niveau (mit Ausnahme vielleicht der Stadt-Hotellerie) stattfi nden. Doch die Grundproblematik liegt darin, dass die benötigte Wertschöpfung für Investitionen ungenügend erzielt werden kann. So leben leider heute viele Hotels von ihrer Substanz, die auch mal aufgebraucht ist. Sprechen wir noch kurz über die Privatperson Felix Suhner. Ihre grösste Leidenschaft – neben der Hotellerie? Das Wichtigste ist die Familie. Wir gehen sehr gerne miteinander auf Reisen und schauen uns dabei schöne Hotels an. Gibt es so etwas wie ein «Traum-Hotel» auf dieser Welt für Sie? Es gibt viele Traum-Hotels auf dieser Welt. Ein ganz besonderer Ort ist für uns Fran zösischPolynesien – unser letzter Besuch dort war neben einfacheren Häusern auch das «Taha’a Resort», das ich auch zur Kategorie TraumHotels zählen würde.

Gewinner Felix Suhner (rechts) mit Veranstalter Firenzo Fässler.

persönlich

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HOTELIER-GESPRÄCH MIT GENERAL MANAGER JEAN-PAUL DANTIL

Wir alle sind Ladies und Gentlemen…

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BLICK ÜBER DIE GRENZE THE RITZ CARLTON VIENNA

«The Ritz-Carlton» in Wien. Ein Top-Luxushaus an bester Lage. Wie entwickelt sich das vor rund drei Jahren eröffnete Haus? Steht das «Ritz-Carlton» im Schatten der altehrwürdigen Grandhotels Sacher und Imperial? Leidet Wien unter zunehmendem Preisdruck in der Hotellerie. Fragen an Jean-Paul Dantil, General Manager im «The Ritz-Carlton Vienna».

« DIE SCHWEIZER

Jean-Paul Dantil, worin unterscheidet sich das «The Ritz-Carlton» von all den andern Luxus­häusern in Wien? Wie Sie wissen, lautet unser Credo bei «The Ritz-Carlton»: «We are Ladies and Gentlemen serving Ladies and Gentlemen». Nun, das ist mehr als nur ein Leitsatz, es ist eigentlich unsere DNA. Unsere «Ladys und Gentlemen» gehen jeden Tag aufs Neue die «Extra-Meile», um nicht nur die ausgesprochenen, sondern auch die nicht ausgesprochenen Wünsche unserer Gäste zu erfüllen. Dabei setzen wir uns selbst keine Grenzen und können somit jedem Gast einen unvergesslichen Aufenthalt in Wien ermöglichen. Jean-Paul Dantil, General Manager im «The Ritz-Carlton Vienna».

Wunderbare Grundsätze, aber in Wien existieren derzeit nicht weniger als 21 Hotels im 5-Sterne-­Segment. Herrscht da nicht ein enormer Verdrängungswettbewerb mit dem Fazit, dass die Preise unter Druck geraten, so wie zum Beispiel in Berlin? In der Tat: 21 Luxus-Hotels sind eine Menge, doch sehen wir das eher positiv, da man sich nur in einem Markt mit starken Mitbewerbern wirklich absetzen kann. Wir tendieren nicht dazu, uns durch Verdrängungsanzeichen unter Druck setzen zu lassen, sondern setzen vielmehr auf einen unabdingbaren Service- und Qualitätsanspruch unserer Gäste, die sich das Erlebnis «The Ritz-Carlton» auch gerne etwas kosten lassen. Warum sollte ein Gast oder Business-Kunde im «The Ritz Carlton Vienna» absteigen? Oder anders gefragt: Was bieten Sie, was andere Luxushäuser nicht bieten können? Hier möchte ich erneut auf unsere Service-Philosophie hinweisen! Nur bei «The Ritz-Carlton» bekommen Gäste höchst personalisierten, exzellenten Service. Glauben Sie mir: Wir lesen unseren Gästen die Wünsche von den Augen ab! Darum freuen wir uns besonders über viele Stammgäste – nicht nur aus dem Business-Travel-Bereich. Im «The Ritz-Carlton Vienna» findet der nationale, aber auch der internationale

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HOTELLERIE WAR IMMER PIONIER UND BENCHMARK IN DER BRANCHE. 

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JEAN-PAUL DANTIL

Geschäftsreisende ein Umfeld, dass seine Vor­ haben in Wien noch angenehmer und erfolgreicher gestalten lässt. Service, aber insbesondere auch Konstanz, Effizienz, Schnelligkeit, Zugang zu Hightech-Infrastruktur, aber auch unsere Lage im Herzen der Stadt und natürlich die Anreize eines international präsenten Hotel-Konzerns mit einem der weltweit führenden Loyalty-Programme sind für Geschäftsreisende besonders wichtig. Ursprünglich wollte die asiatische Hotel-Gruppe Shangri-La das Haus am Schubertring 5 bis 7 betreiben. Die Asiaten sind kurz vor der Eröffnung ausgestiegen – und «The Ritz-Carlton» ist ein­gestiegen. Warum haben Sie sich damals für Wien entschieden? Es sind bei dieser Frage vor allem zwei Punkte entscheidend: Erstens, Wien ist eine der kulturell bedeutendsten Hauptstädte Europas, und zweitens, Wien ist ein wichtiges Tor nach Osteuropa. In diesem Bereich in Europa gibt es sehr viel Potenzial für die internationale Luxus-Hotellerie – erst im März 2016 hat unser Schwesterhaus in Budapest eröffnet. Kurze Zwischenbilanz: Wie hat sich das «The Ritz-Carlton» in Wien seit der Eröffnung vor rund drei Jahren entwickelt? Wir sind mit der Entwicklung unserer Auslastung sehr zufrieden. Wir haben es auch geschafft, den lokalen und international Reisenden von uns zu überzeugen. Fazit: immer mehr Stammgäste. Auffallend ist, dass Sie überdurchschnittlich motivierte, aufmerksame und sehr gut ausgebildete Mitarbeitende beschäftigen. Wo und

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wie rekrutieren Sie Ihre Mitarbeitenden? Viele Hoteliers, auch in Wien, sagen, man finde derzeit fast keine guten, qualifizierten Mitarbeiter … Vom Hintergrund und Zusammenhalt eines in­ ternationalen weltweiten Hotel-Konzerns pro­ fitieren wir natürlich sehr. Unsere «Ladys und Gentlemen» entwickeln sich in der Regel gerne innerhalb des Unternehmens weiter und haben so die Chance, andere Länder und Kulturen ken­ nenzulernen. Darüber hinaus pflegen wir gute Beziehungen zu nationalen, aber auch interna­ tionalen Bildungseinrichtungen, die in Europa hohes Ansehen für ihre sehr gut ausgebildeten Absolventinnen geniessen.

deln stets leiten. Grenzen in der Standardisierung sehen wir insbesondere dann, wenn der «Faktor Mensch» in den Hin­ tergrund zu geraten droht. Wir sind ein «Peoples' Busi­ ness» – und das dürfen wir nie vergessen! Der Gast ent­ scheidet sich nicht für uns, weil die Rechnung nach einer vor­ gegebenen Zeit bereit ist, son­ dern weil jeder Moment genutzt wird, eine Beziehung zum Gast aufzubauen.

«The Ritz-Carlton» gehört zur Marriott-Gruppe. Bei amerikanischen Hotel-Ketten sind sehr viele Dinge im Betrieb standardisiert. Wo sehen Sie die Grenzen der Standardisierung? Standards sind enorm wich­ tig für die Qualitätssicherung – nicht nur in einem internationa­ len Unternehmen, wie wir es sind. Trotz der Standards geniesst das «The Ritz-Carlton Vienna» die erforderliche Flexibilität, sodass unsere Damen und Herren immer die besten Entscheidungen zum Wohle unseres Gastes treffen können, denn seine Zufrieden­ heit steht an oberster Stelle und wird unser Denken und Han­

Wie unabhängig können Sie den Betrieb in Wien operativ führen? Welche Bereiche werden global gesteuert, welche lokal?

« NUR BEI ‹THE RITZ-

CARLTON› BEKOMMEN GÄSTE HÖCHST PERSONALISIERTEN, EXZELLENTEN SERVICE. 

»

JEAN-PAUL DANTIL

background ZUFRIEDENE GÄSTE BEI «THE RITZ CARLTON» The Ritz-Carlton Hotel Company ist zur Top-Luxusmarke im Bereich Gästezufriedenheit gewählt worden, das besagt die J. D. Power 2016 North America Hotel Guest Satis­faction Index Study. Das Hotel-Unternehmen hat damit seine eigene Höchstwertung aus dem Jahr 2015 um vier Punkte übertroffen und erreichte in diesem Jahr 896 von 900 möglichen Punkten. Ritz-Carlton hat diese Auszeichnung bereits in den vergangenen sechs Jahren erhalten und nun die höchste Wertung aller Zeiten unter allen Luxusmarken erzielt. Die J.-D.-Power-Studie untersucht seit 20 Jahren Service und Gästezufriedenheit in insgesamt acht Kriterien, darunter den Reservierungsvorgang, die Effizienz beim Check-in und Check-out, die Gästezimmer, Essen und Getränke, den Hotel-Service, die Anlagen sowie Kosten und Gebühren. Die Zufriedenheit wird aufgrund einer 1000-Punkte-Skala berechnet. Besonders interessant an der Studie ist, dass die Gesamtzufriedenheit bei Gästen, die ihren Aufenthalt in sozialen Medien teilen, um 40 Punkte höher ist. The Ritz-Carlton Hotel Company mit Sitz in Chevy Chase, Maryland (USA), betreibt 90 Hotels und Resorts in Nord- und Südamerika, Europa, Asien, Afrika, der Karibik und im Nahen Osten. Über 30 weitere Hotels und Eigentums­anlagen sind weltweit in Voreröffnung oder Planung. Ritz-Carlton, gegründet 1983, gehört zur Hotel-Gruppe Marriott International (USA) und beschäftigt weltweit 35 000 Mitarbeitende.

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Grundsätzlich werden alle Be­­ reiche des Hotels lokal gesteuert, natürlich auf der Basis der international gülti­ gen Standards unseres Kon­ zerns. Unsere Food & Bevera­ ge-Outlets haben eigenstän­ dige Marken-Identitäten. So können wir spezifisch auch auf lokale Zielgruppen einge­ hen. Eine der Erfolgsgeschich­ ten – das «Dstrikt Steakhouse» – hat sich bei den Wienern als eines der besten Steak-Restau­ rants der Stadt positioniert – 80 Prozent der Gäste kommen aus Wien und Umgebung. Das lockt wiederum auch unsere Hotel-Gäste in das Restau­ rant, schliesslich ist es immer ein guter Indikator, wenn auch Einheimische das Hotel-Res­ taurant besuchen. Thema Gästestruktur: Welche Herkunftsländer sind besonders wichtig? Wo sehen Sie noch Potenzial? Fast 30 Prozent unserer Gäste kommen aus den USA, somit ist dies unser stärkster Herkunfts­ markt, gefolgt von Grossbritan­ nien, Österreich, Deutschland, Arabien und Asien. Grosses

info LUXUS-SUITEN UND GUERLAIN-SPA Die luxuriösen Zimmer und Suiten im Hotel «The RitzCarlton Vienna» sind ungewöhnlich grosszügig konzipiert. Im Gegensatz zum historischen Äusseren hat man bei der Innenaus­stattung auf modernes Design gesetzt. Unter den 43 Suiten ist die Präsidenten-Suite hervorzuheben. In den 190 m² grossen Räumlichkeiten hat man originale dekorative Bestandteile wie Wandverkleidungen und Deckenfresken aus dem 19. Jahrhundert erhalten und in das moderne Interior-Design-Konzept integriert. In der «The Ritz-Carlton Club Lounge» auf der 7. Etage des Hotels können Gäste, die Club-Zimmer gebucht haben, eine exklusive Atmosphäre mit privatem Service geniessen. SPA UND WELLNESS Im «The Ritz-Carlton» in Wien befindet sich der erste Guerlain-Spa Österreichs. Ein Wellness-Bereich mit Sauna und Dampfbad, ein professionell ausgestatteter Fitness-Raum und ein 18 m langer Pool mit Unterwassermusik komplettieren das Angebot für die Hotel-Gäste. GASTRONOMIE Im Dstrikt Steakhouse geniessen Gäste eine grosse Auswahl an österreichischem Fleisch, serviert mit einheimischen Produkten aus nachhaltiger Landwirtschaft und Erzeugung. Die besondere Zubereitung in einem «Josper»-Holzkohlengrill umhüllt das Fleisch mit einem aromatischen Edelholz-Rauch und verleiht ihm so seinen Geschmack. Auf der Dachterrasse im 8. Stock bietet die Atmosphere Rooftop Bar & Lounge einen sensationellen Blick über Wien und seine Sehenswürdigkeiten. Serviert werden hier Drinks und Cocktails sowie eine spezielle Weinauswahl. In der Adventszeit verwandelt sich die Lounge in Wiens höchsten und exklusivsten Christ­kindlmarkt. Die Melounge Lobby Lounge bietet eine Mischung aus entspannter Atmosphäre und geschäftigem Treiben eines internationalen Hotels. Hier kann auch gefrühstückt, können schnelle Snacks eingenommen oder kann die Spezialität des Hauses – heisse «Criollo-Schokolade», die aus einer der teuersten Kakao-Sorten der Welt hergestellt wird – genossen werden. Die D-Bar ist eine klassische, in den Farben Rot und Schwarz gehaltene Bar mit direktem Blick auf die Ringstrasse. Das Hauptaugenmerk liegt hier auf klassischen Cocktails und einer besonderen Auswahl an Rums aus verschiedenen Ländern, die mit der passenden Zigarre begleitet werden können. Das «Falstaff-Magazin» zeichnete die D-Bar als Österreichs «beste Hotel-Bar» aus.

Die Lobby im «The Ritz-Carlton Vienna». 12|2016


BLICK ÜBER DIE GRENZE THE RITZ CARLTON VIENNA

« STANDARDS SIND ENORM

WICHTIG FÜR DIE QUALITÄTSSICHERUNG, ABER NICHT NUR IN EINEM INTERNATIONALEN UNTERNEHMEN, WIE WIR ES SIND. 

»

Suite.

JEAN-PAUL DANTIL

kommentar Rezeption.

künftiges Potenzial sehen wir in den Herkunftsmärkten China und Indien. Hier konnten wir mit ersten Marketing-Initiativen bereits grossartige Resultate erzielen. Der Mittlere Osten wächst ebenfalls stark und wird auch für uns in Zukunft immer bedeutungsvoller werden. Thema Preisstrategie: Wie lautet diese bei Ihnen? Ist Preis-Dumping ein Thema in Wien? Unsere Preisstrategie orientiert sich am Wert unserer Marke – The Ritz-Carlton. Preis-Dumping sehe ich aktuell in Wien noch nicht als grosses Problem. Selbstverständlich gibt es in der Luxus-Hotellerie auch grössere Kosten, die es zu decken gilt – und jeder Hotelier sollte sich bewusst sein, dass es der Marke und Positionierung langfristig schadet, wenn nur das Volumen fokussiert wird und man sich unter dem Wert verkauft. Wie hoch ist die durchschnittliche Aufenthaltsdauer im «The Ritz-Carlton» in Wien? Rund drei Tage. Wie hoch ist der Anteil Leisure-Gäste? Dieser liegt bei rund 50 Prozent. Wien gilt ja als Wochenend-Destination mit starkem Städte-Tourismus. Fazit: Am Wochenende volles Haus, unter der Woche eine eher geringe Auslastung. Das kann man für unser Haus nicht pauschal sagen. Kongresse und Grossveranstaltungen in der Stadt beeinflussen selbstverständlich die Auslastung unter der Woche. Vor allem in der Weihnachtszeit, aber auch im Sommer sind die Wochenenden meist stärker gebucht. 12|2016

Wie beurteilen Sie die aktuelle Lage des Tourismus und der Hotellerie in Wien? Wien ist bereits beim Luxusreisenden gut positioniert, jedoch gibt es hier noch immer viel Potenzial nach oben. Wien vereint imperiales Erbe mit Kultur, aber auch mit modernen Aspekten, für die Wien in der Welt noch nicht so bekannt ist. Daran muss weiter gearbeitet werden. Als Hotel muss man immer auch die Destination mitverkaufen. Ich denke, dass wir hier – über viele Interessensfelder und Altersgruppen verteilt – grössere Aufmerksamkeit für die modernen Seiten Wiens generieren müssen. Schlussfrage: Wie beurteilen Sie aus Wiener Optik die Schweizer Hotellerie? Die Schweizer Hotellerie war immer Pionier und Benchmark in der Branche. Aus meiner Sicht gab es in den letzten Jahren einige Herausforderungen mit besonders hohen Betriebs­ aufwendungen, hinzu kommt der starke Schweizer Franken. Trotzdem sind die bekannten «Platzhirsche» immer noch das Vorbild von vielen Hoteliers auf der ganzen Welt. H

TYPISCHES KETTEN-HOTEL? Keine Frage, das Hotel Sacher in Wien zählt zu den zehn berühmtesten und legendärsten Luxushäusern der Welt. Es hat Geschichte wie kaum ein anderes Haus. Das «Imperial» am Ring versetzt den Gast trotz ameri­ kanischem Management (Starwood) zurück in die imperiale, königliche Welt von Kaiser Franz Joseph & Co. Wie können sich da die «Neuen» unter den 21 Luxushäusern in Wien abheben oder positionieren? Das «Palais Hansen Kempinski» am Schottenring und «The Ritz-Carlton Vienna» machen es vor. Man setzt zwar auch auf Tradition, vor allem was die Architektur betrifft, aber im Zentrum dieser neuen Luxushäuser steht das, was man «Service Exzellenz» nennt. Trotz Standards in vielen Bereichen des Hauses (Qualität, Serviceabläufe) gelingt es dem Wiener Management von «The Ritz-Carlton», den Gast als Individuum mit all seinen Sonderwünschen und Bedürfnissen wahrzunehmen. Selten haben wir einen solch persönlichen und authentischen Service erlebt wie im «The Ritz-Carlton Vienna». Da arbeiten überdurchschnitt­ lich motivierte und hervorragend ausgebildete Profis an der «Gästefront». In der Tat ein Top-Team! Ein besonderes Highlight: der Service im «Dstrikt Steak­ house». Zwar «nur» ein Steakhouse, aber jedes Detail in dem stimmungsvollen Lokal stimmt: die hauchdünnen, hoch­ wertigen Weingläser (Szalto), die Brot- und Butterqualität, das süchtig machende Olivenöl, die exzellenten Weine, serviert von einer hoch professionellen Sommelière. Und Markus, der junge Service-Mann, ist ein Talent. Sein Engagement, seine Präsenz am Tisch, sein Wissen und seine lockere, natürliche Art, den Gast zu umsorgen – der junge Mann spielt in der Champions League des Gastgewerbes. Wir wünschen uns mindestens zwanzig solche Lokale in der Schweiz. Sterne und Punkte, Michelin und Gault & Millau sind hier kein Thema. Was zählt, sind Service und Produkte. Das «Dstrikt Steakhouse» beweist einmal mehr: Es muss nicht immer Hummer und Kaviar sein. Frisches Brot, ein unbeschreiblich gutes Olivenöl, dazu ein wunder­barer, trink­ bereiter Rotwein, serviert von herzlichen, auf­­­merk­samen und lächelnden Menschen. Was will man mehr! Auch Rezeption, Frühstücksbereich und Lounge-Service «funktionieren» im «The Ritz-Carlton Vienna» tadellos. Von anonymer, standardisierter Ketten-Hotellerie keine Spur! Hans R. Amrein

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DAS PARK HOTEL VITZNAU SETZT AUF CHAMPAGNE CHARLES HEIDSIECK

«Charles» erobert die Luxus-Hotellerie Champagne Charles Heidsieck gilt als einer der besten und traditionsreichsten Champagner der Welt. Immer mehr Luxushäuser in Europa schenken den edlen Champagner glasweise aus – eine wahre Exklu­sivität. Wie es Charles Heidsieck gelingt, die Luxus-Hotellerie zwischen London, Paris und Vitznau zu erobern, berichtet Weinexperte Markus Hungerbühler.

T

TEXT Markus Hungerbühler

he Connaught Hotel im schicken Mayfair in London, das Mandarin Oriental Hotel im urbanen Tokio, «Les Trois Rois» am Rheinufer in Basel und das Park Hotel Vitznau am Vierwaldstättersee haben nicht nur je fünf Sterne, sondern zeichnen sich auch durch eine jeweils exzellente Weinkarte in ihren Spitzenrestaurants aus. Besonderes Augenmerk verdient die Auswahl an glasweise offerierten Champagnern. Diese Hotels ermöglichen ihren Gästen den Genuss «by the glass» eines Champagners von Charles Heidsieck, des im Jahr 1851 in Reims gegründeten Champagnerhauses. Im «Mandarin Oriental» in Tokio wird der Charles Heidsieck Brut Réserve glasweise ausgeschenkt. Das ist die vor Kurzem als «World Best Non-Vintage Blend» ausgezeichnete, klassische Cuvée brut ohne Jahrgang. Im «The Connaught» in London hingegen wird der Charles Heidsieck Blanc des Millénaires 1995 glasweise offeriert. Das ist höchst bemerkenswert, handelt es sich bei diesem ebenfalls preisgekrönten Champagner um die Prestige-Cuvée des Hauses. Welche Erfahrungen die gehobene Hotellerie in der Schweiz mit Champagne Charles Heidsieck bisher gemacht hat, mag das Beispiel des renommierten Park Hotel Vitznau illustrieren. In diesem Luxus-Hotel am Vierwaldstätter­see ist der Charles Heidsieck Brut Réserve der Haus-Champagner und wird auch glasweise ausgeschenkt.

Sechs Weinkeller für zwei Restaurants

Mit dem «Champagne Cosmopolite» lanciert Champagne Charles Heidsieck eine elegante Jéroboam-Flasche mit historischem Etikett.

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Ausgezeichnet mit 16 Punkten von Gault & Millau und 1 Stern von Michelin bereitet Head Chef Patrick Malher unter der Leitung von Executive Chef Christian Nickel im Restaurant Prisma authentische Speisen zu, die von der Vielfalt dieser Welt inspiriert sind. Im Fine-Dining-Restaurant Focus – mit 18 Punkten von Gault & Millau und 2 Sternen von Michelin – kreiert Head Chef Nenad Mlinarevic mit seinem Team naturbezogene Genüsse aus ausschliesslich regionalen und saisonalen Zutaten. Nachdem das Park Hotel Vitznau 2014 von Gault & Millau zum «Hotel des Jahres» ernannt worden war, kürte Gault & Millau den Kochkünstler 12|2016


FOOD & BEVERAGE CHAMPAGNER

Nenad Mlinarevic auch zum «Koch des Jahres 2016». Um die Bedürfnisse der Gäste des Hotels und der Restaurants angemessen abzudecken, verfügt das Park Hotel Vitznau über sechs verschiedene Weinkeller. Geordnet nach Themen – Alte Welt, Neue Welt, Frankreich, Champagner, Château d’Yquem und Raritäten –, liegen in den optimal temperierten Räumen mehr als 32 000 Flaschen! Zu den Schätzen dieser Keller gehört etwa eine Serie von 114 Jahrgängen ab 1864 von Château Lafite Rothschild oder eine 9-Liter-Flasche Grande Cuvée TBA No. 6 von Kracher.

Sommelier Alexandre Hristov Die sechs Weinkeller in Vitznau sind das Reich von Chef-Sommelier Alexandre Hristov. Zusammen mit Restaurant-Manager Marian Henss

kreter, eleganter Aufmachung sein. Es soll ein ansprechender, verständlicher Champagner im klassischen Brut-Stil mit intensivem Aroma, feiner Mousse, Balance und vorzüglicher Länge sein. Als Champagner «by the glass» soll er den Geniessern etwas Neues bieten, und schliesslich muss er sich durch ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis auszeichnen.

«Charles by the glass» Als es 2014 darum ging, einen neuen HausChampagner für den glasweisen Ausschank zu finden, wählte Sommelier Alexandre Hristov ein etwas ungewöhnliches, aber umso erfolgreicheres Vorgehen. Überzeugt, dass der neue Champagner vor allem den anspruchsvollen Gästen gefallen muss und erst in zweiter Linie

« MIT DEM CHARLES

HEIDSIECK BRUT RÉSERVE KANN ICH DIE GÄSTE MIT SEHR GUTER QUALITÄT ÜBERRASCHEN, WEIL DAS HAUS CHARLES HEIDSIECK BISHER NUR WENIGEN BEKANNT IST. 

»

SOMMELIER ALEXANDRE HRISTOV

Park Hotel Vitznau am Vierwald­ stättersee. – Mit der Jéroboam-Flasche «Champagne Cosmopolite» unter­ streicht das Boutique-Champagnerhaus Charles Heidsieck seinen Anspruch auf höchste Qualität und seine Offen­ heit gegenüber der Welt.

und Junior-Sommelier Dominic Lackner ist es seine Verantwortung, die passenden Weine auf dem Markt zu beschaffen, den Bestand zu pflegen und insbesondere die Gäste zu beraten und die gewünschten Weine fachgerecht auszuschenken. Aufgrund seiner Ausbildung in Frankreich und der langjährigen Arbeitserfahrung auf dem höchst kompetitiven britischen Weinmarkt, kennt Alexandre Hristov die Herkünfte, Qualitäten und Stile der Weine, aber auch deren Preise und Kalkulationen sehr genau. Für ihn muss ein Haus-Champagner, der auch glasweise ausgeschenkt werden kann, verschiedene Voraussetzungen erfüllen: Der Champagner muss von konstanter und zuverlässiger Qualität und dis12|2016

auch dem Sommelier, wählte er fünf Non-Vintage-Brut-Champagner im etwa gleichen Preissegment aus. Diese fünf Champagner erfüllten alle die genannten Voraussetzungen. Doch welcher sollte es nun sein? Eine zehnköpfige Jury, bestehend nicht nur aus weinaffinen Mitarbeitern des Hotels, dem Hotel-Direktor und dem Hotel-Eigentümer, verkostete diese fünf Champagner blind und ohne jegliche Kenntnis über Preis, Produzent oder Lieferant. Massgebend für die Beurteilung waren ausschliesslich die Freude am Geschmack und die positiven Emotionen der Verkoster. Das Resultat war eindeutig: Der Charles Heidsieck Brut Réserve schwang mit grossem Abstand oben aus und war preislich ❯

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FOOD & BEVERAGE CHAMPAGNER

Einer der sechs Weinkeller im Park Hotel Vitznau. Hier liegen mehr als 32 000 Flaschen, darunter zahlreiche Raritäten.

sogar einer der Vorteilhaftesten der ausgewählten Champagner. Sommelier Alexandre Hristov erstaunte dieses Resultat nicht. Er kennt die vorzügliche und stete Qualität dieser Cuvée seit seiner lehrreichen Zeit in England, wo er diesen Champagner zum ersten Mal verkostete. Offenbar löste der erste Schluck Charles Heidsieck Brut Réserve bei ihm damals einen bleibenden Eindruck aus, denn er erinnert sich heute noch mit Freude an diesen Moment. Seit der Einführung von Charles Heidsieck Brut Réserve als Haus-Champagner erhielt Sommelier Alexandre Hristov von den positiv überraschten Gästen viele sehr gute Rückmeldungen. Einige Gäste nehmen ein Glas zum Aperitif und dann gleich den Rest der Flasche zum Essen … Weil die Gäste sehr zufrieden sind mit diesem Champagner, sieht sich Sommelier Hristov mit seinem Vorgehen und der Wahl bestätigt. Es freut ihn sehr, dass er mit dem Charles Heidsieck Brut Réserve den Gästen etwas Neues und Exklusives bieten kann. So können sie ebenfalls den Effekt erleben, den er selbst damals in England und die Jury bei der Verkostung erfuhren. Wahrlich ein Fünf-Sterne-Genuss.

DieseJéroboam-«Champagne Cosmopolite»-Flasche ist eine höchst exklusive Edition des Charles Heidsieck Brut Réserve, wurden insgesamt doch nur 150 Flaschen für den weltweiten Vertrieb produziert. Während     125    Jéroboam-Fla­ schen in Holz­­schatullen ge­­­­­­­­­liefert werden, wurden 25 Flaschen als Ultra- Deluxe-Version in ein originelles Buch des Hauses Charles Heidsieck in­­­­­­­­­te­g riert. Mit der Jéroboam-Flasche «Champagne Cosmopolite» unterstreicht dieses Boutique-Champagnerhaus seinen Anspruch auf höchste Qualität und seine Offenheit gegenüber der Welt. H

Eine Fünf-Sterne-Exklusivität von «Charles» Das Boutique-Champagnerhaus Charles Heidsieck bringt Grosses hervor: Mit dem «Champagne Cosmopolite» lanciert Champagne Charles Heidsieck eine elegante Jéroboam-Flasche mit historischem Etikett. Diese luxuriöse Ausgabe enthält die Menge von vier Standard-Flaschen des wiederholt ausgezeichneten Charles Heidsieck Brut Réserve. Als Referenz an die Weltgewandtheit des Gründers Charles (-Camille) Heidsieck und seine abenteuerlichen Reisen in die Vereinigten Staaten, nach Russland und Skandinavien ziert eine Faksimile des vor 150 Jahren kreierten «Cosmopolite»-Etiketts diese eindrückliche Flasche. Passend zur Affinität des Hauses Charles Heidsieck zum Reisen und eleganten Segelsport zeigt das Etikett eine damalige Hochseejacht (das Flugzeug war noch nicht erfunden) und zwei Seiten des Erdballs.

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Alexandre Hristov, Sommelier im Park Hotel Vitznau.

persönlich Sommelier Alexandre Hristov besuchte in Strasbourg die Hotel-Fachschule und arbeitete in Frankreich und Deutschland. In den anschliessenden sechs Jahren als Chef-­Sommelier im angesehenen Hotel The Bath Priory in Bath, aber auch im Hotel Gidleigh Park in Devon lernte er nicht nur gutes Englisch, sondern auch andere (Wein-)Kulturen kennen. Angelockt von den sechs Weinkellern fand der ambitionierte, aber bescheidene heute 29-Jährige im Jahr 2014 seine Traumstelle im Park Hotel Vitznau. Als Sommelier möchte er dazu beitragen, dass die Gäste den Restaurant­besuch als ein stimmiges Gesamterlebnis wahrnehmen. Deshalb ist sich Alexandre Hristov auch nicht zu schade, Teller abzuräumen und seine Kollegen zu unterstützen, wo immer es nötig ist. Er mag keine arroganten Berufskollegen, schätzt aber Professionalität, Serviceorientierung und Lernbereitschaft. Die Schweiz gefällt ihm sehr, er ist glücklich, dort arbeiten zu können, wo andere Ferien machen.

event DER AUTOR Markus Hungerbühler

ist Wein-Akademiker und verfügt über das Diploma in Wines and Spirits des Wine & Spirit Education Trust in London. Als Weinberater ist er seit mehreren Jahren als Juror an verschiedenen Weinprämierungen im In- und Ausland tätig. Als Weinjurist studierte er in Reims Weinrecht und die komplexe Weinindustrie der Champagne.

PARTNER DES EVENTS «HOTELIER DES JAHRES 2016» Charles Heidsieck ist seit 2015 der offizielle Champagner-Partner des zum zweiten Mal durchgeführten Events «Hotelier des Jahres 2016». Am 29. November wurde an der Hotel-Fachschule Lausanne (EHL) zum zweiten Mal der Award «Hotelier des Jahres 2016» verliehen. Am grossen Gala-Event in Lausanne wurde den rund 300 Gästen der Champagner «Brut Réserve» ausgeschenkt. www.charlesheidsieck.com www.jeroboam.ch 12|2016


To Another Great Year

IHRE WELTREISE IN DÜSSELDORF: Sie wären lange unterwegs, um sich diesen BranchenÜberblick zu verschaffen: Über 6.000 Aussteller aus mehr als 60 Ländern machen die ProWein zur größten Weinund Spirituosenmesse der Welt. Und Sie um viele Kontakte reicher. Willkommen zur ProWein in Düsseldorf!

The World’s No. 1: International Trade Fair for Wines and Spirits

19.-21.03.2017 Düsseldorf, Germany

www.prowein.com mas-concept AG Neugasse 29 _ 6300 Zug Tel. +41 (41) 711 18 00 info@mas-concept.ch www.mas-concept.ch Hotel- und Reiseangebote: www.duesseldorf-tourismus.de _ www.travelxperts.ch


«HOTELIER»: KÄSE-UND-WEIN-DEGUSTATION Wein-Profi Giovanni Ferraris («Meridiano», Kursaal Bern) und Käse-Profi Christian Moser (Jumi AG, Vechigen, Wien und London) haben für «Hotelier» ganz spezielle und exklusive Käse und Weine ausgesucht und degustiert.

TEXTE Giovanni Ferraris und Christian Moser BILDER Hans R. Amrein PROTOKOLL & ORGANISATION Petra Anna Siebert

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FOOD & BEVERAGE KÄSE UND WEIN

Käse Wein?

Welcher passt zu welchem

Käse und Wein gelten dank ihrer jahrhundertealten Tradition und ihrer unendlichen Vielfalt als Kulturgüter. Kein Wunder, dass Käse und Wein für Feinschmecker, aber auch für Gastronomie-Profis ein unerschöpfliches Thema sind. Zumal sich die jeweiligen Geschmacksnuancen perfekt zu einem tollen Erlebnis verbinden können – wenn die Beziehung zwischen Käse und Wein stimmt. Giovanni Ferraris, Restaurantchef und Sommelier im 17-Punkte-Gourmet-Lokal «Meridiano» im Kursaal Bern, und Christian («Chrigu») Moser, Käse-Experte und Mitglied des Führungsteams von Jumi, haben für «Hotelier» ganz spezielle, exklusive Käsesorten und dazu passende Weine ausgesucht und degustiert. Hier das Resultat.

Mürgu

Hanf-Mutschli Cremiger Halbhartkäse aus Kuhmilch mit knusprig gerösteten Hanf-Samen und Hanf-Öl. Der Käse hat eine rahmige Note und eine erfrischend leichte Säure. Die ergänzt sich mit den knackigen Hanf-Samen und ergibt eine insgesamt überraschende Geschmacksmischung.

EMOZIONE BRUT DOCG

Chardonnay / Pinot Nero / Pinot Bianco 2011 Villa, Monticelli Brusati – Brescia Der Franciacorta passt hervorragend zu diesem Käse. Die feinen Perlen polieren den Gaumen und unterstützen die Säure des Käses. Er bietet ein vielfältiges Bouquet mit Noten von Brotkruste, Pfirsich und Szechuan-Pfeffer.

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Blauschimmelkäse aus Kuhmilch. Dieser Käse braucht seine Zeit: Er wird erst nach drei bis vier Wochen in seine Form gebracht. Zugesetzt werden ihm sowohl Weiss- als auch Blauschimmelkulturen. Der Mürgu hat einen leicht körnigen Teig mit dem typischen Blauschimmelaroma und einer nussigen Note. Er schmilzt im Mund und entfaltet sein Aroma beim ersten Biss.

CASIMIRO IGT 2012

Merlot / Arinarnoa / Petit Verdot / Tannat / Cabernet / Gamaret / Egiodola/Marselan Agriloro, Arzo – Sottoceneri Dieser interessante Wein aus dem Tessin ist im wahrsten Sinne des Wortes einzigartig, weil nur dieser Winzer all die verschiedenen Trauben für diese Cuvée hat. Der Wein ist nicht zu intensiv – trotz seiner sehr interessanten Struktur und Persistenz. Das Bouquet erinnert an rote Beeren, Leder und Unterholz. Er weckt bei mir die Sehnsucht nach dem Tessin. Insgesamt hat der Rotwein gerade so viel Kräftigkeit, wie der Mürgu braucht.


La Bouse mit Trüffel

Füfesächziger «65»

Weichkäse aus Kuhmilch. Besonders am La Bouse ist, dass der Rahm aus der Käsefabrikation vom Vortag über Nacht vorgereift ist und ihm dann frische Rohmilch zugefügt wird. So wird der Käse besonders zart und weich. Umhüllt von Weissschimmel und gefüllt mit einer Crème aus erlesenen Trüffeln. Die Trüffelnote passt zur Herbstsaison. Der Käse schmeckt im Frühling und im Sommer blumig, im Herbst und im Winter hat er einen cremigeren Geschmack.

Hartkäse aus Schafsmilch mit Pfeffer nach einem Jahr Handreifung. Davon befindet er sich die ersten 65 Tage in einer Grotte und den Rest des Jahres in einem Steinkeller. Diesen Käse zeich­ net ein voller Geschmack mit leicht süsslicher Note aus. Er wird nur von März bis November produziert, da die Tiere im Winter trächtig sind.

TRAMINER AOC

ÉLÉVATION DE FICHILLIEN

Gewürztraminer 2015 Vessaz – Cru de L’Hôpital, Môtier – Vully

AOC Gamaret / Malbec 2012 Vessaz – Cru de l’Hôpital, Môtier – Vully

La sanglée

des couardises

Rotschmierkäse aus Kuhmilch, der aus dem Jura kommt. Vier Wochen lang wird er geschmiert und reift im Fichtenspan. So ent­ steht ein cremiger Käse, der durch die Fichtenrinde ein feines Wald­ aroma erhält und dem die Rot­ schmiere zusätzlich einen würzi­ gen Geschmack verleiht.

LUMERA IGT

Syrah/Nero d’Avola /  Pinot Nero /Tannat 2015 Donnafugata, Marsala – Trapani Der Rosé allgemein wird ja oft be­­lächelt und als schwach im Geschmack empfunden. Aber die­ ser Wein ist kein gewöhnlicher Rosé, er hat einen eigenen Charak­ ter. Ich habe diesen Wein während meiner Militärzeit in Sizilien kennengelernt: eine interessante Cuvée mit vier roten Trauben­ sorten, leichter Gärung und kurzer Tanninextration. Die Farbe ist etwas dunkler als gewohnt, was an den Trauben­sorten liegt. Der Wein bietet ein würziges Bouquet und liegt komplex und sehr mineralisch im Gaumen mit einer langen Persistenz. Er passt gut zum Käse, weil er das Waldaroma und den würzigen Geschmack des Käses sehr gut ergänzt.

Dies ist kein traditioneller Wein vom Murtensee, sondern hier wur­ den für dieses Anbaugebiet ausser­­ge­ wöhnliche Trauben gekeltert. Ein traditioneller Pinot Noir vom Murten­ see passt nicht so gut zu diesem Käse, er wäre zu schwach und nicht ausreichend strukturiert. Der Malbec hingegen hat eine grosse Kraft, viel Intensität und eine ausgezeichnete Struktur. Er verfügt über mehr Tannin, was ihm auch mehr Konsistenz verleiht. Der Gamaret passt gut zum Käsearoma und ergänzt den Trüffel­geschmack. Dieser Wein ist eine ungewöhnliche Mischung und ein sehr interessantes Produkt aus unserer Umgebung.

Blaus Hirni Frischkäse aus Kuhmilch, der von einem Pelz aus Blauschimmel ummantelt wird. Das «Hirni» gibt es in verschiedenen Reifegraden. Denn in seinen Töpfen reift der Käse weiter und wird von Woche zu Woche intensiver. Von einem schneeweissen Käse mit dem frischen, leichten Geschmack von Frischkäse bis hin zu einer schwarzen Masse mit sehr inten­ sivem Geschmack.

Dieser Wein stammt vom gleichen Winzer wie der Wein zum La Bouse mit Trüffel, nämlich vom Murtensee. Ich habe ihn bei einer Tour mit dem Velo gefunden, und er hat mich sofort begeistert. Dieser Gewürz­ traminer hat eine Aromatik mit einem Hauch von Mineralität, Persistenz und einer interessanten, guten Struktur. Zu diesem Käse ist es keine selbstverständliche, sondern eher eine unerwartete Zusammenstellung. Aber es ist eine wirklich optimale Begleitung. Das Ergebnis dieser KäseWein-Paarung überzeugt sowohl die Skeptiker als auch die Käse-Spezia­ listen bei Jumi.

BAROLO CHINATO

Barolo DOCG / China Calisaya / Diverse Kräuter 2007 Az. Agr. Conterno Fantino, Monforte d‘Alba – Cuneo Einen Wein für diesen Käse zu finden, war gar nicht einfach. Ich empfehle diesen trockenen Rotwein mit einer Art Kräuter­ destillat aus China Calisaya, die von den Hügeln des Piemonts stammen. Die habe ich dort schon als kleiner Junge bei Wanderungen mit meinem Vater gepflückt. Insgesamt hat dieser Rotwein eine grosse Aromatik, ein viel­ fältiges Bouquet und eine gute Struktur. Dies ist eine wunderbare Ergänzung für den Käse, der ja in verschiedenen Reifegraden auf den Tisch kommt. Dies ist kein alltäglicher Wein, eine Art Kreuzung aus Portwein und Sherry. Er passt übrigens auch hervorra­ gend zu Bitterschokolade.

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FOOD & BEVERAGE KÄSE UND WEIN

Cironé

Dr. Bsoffnig

Hartkäse aus Kuhmilch, der insgesamt drei Kellergänge durchläuft. In den ersten 12 Monaten wird er geschmiert, dann kommt die für den Cironé typische Phase, in der die Rinde durch Milben abgefressen wird. Dadurch kann der Käse weiterreifen und erstickt nicht an seinem Mantel. Zu guter Letzt lagert der Käse im Ölkeller, wo er nur noch massiert wird. Dieser kräftig-würzige Käse besitzt eine fruchtige und nahezu Kara­mell-Note.

Hartkäse aus Kuhmilch mit Trester und Rotwein. Der neun Monate alte Käse wird einen Tag lang in den Brunnen gelegt, damit sich die Rinde auflöst. Dann wird er einen Tag getrocknet, eingestochen und in Trester gewälzt, anschliessend wird Wein über den Käse gegossen. Wein und Trester kommen aus Ligerz am Bielersee. Der Käse zeichnet sich aus durch einen schmelzenden Teig mit kleinen Salzkristallen und knusprig gerösteten Trauben­kernen, wenn man die Rinde mit­essen möchte.

SOGNO DOC

RUSTER AUSBRUCH

Pigato 2015 Az. Agr. VisAmoris, Imperia

Spahn Hartkäse aus Kuhmilch. Der acht Monate alte Käse hat ein säuerliches und kräftiges Aroma, was am beigefügten Zieger liegt. Mit zunehmendem Alter baut sich dieses säuerliche Aroma ab, der Geschmack ist im reifen Käse dennoch sehr intensiv. Unbedingt ausprobieren sollte man den Spahn mit Trüffelhonig.

LACCENTO DOCG Ruché 2014 Soc. Agr. Montalbera, Castagnole Monferrato – Asti Dieser Käse erinnert an einen Castelmagno, deswegen habe ich einen Wein aus dem Piemont gewählt. Der Ruché ist eine autochthone Traubensorte, die es haupt­ sächlich dort in der Region gibt. Er wird leider selten exportiert, aber viele meiner Stammgäste schätzen ihn sehr. Dieser Rotwein hat ein fruchtiges Bouquet und erinnert an Erdbeerkonfitüre und Lakritze. Dazu kommt ein Hauch von Mineralität. Er ist im Gaumen ab­gerundet und ausgewogen, dabei nicht zu strukturiert. So ist er eine ideale Ergänzung zu dem Käse mit dem ungewöhnlichen, fast schon rauen Geschmack.

Welschriesling / Furmint 2010 Schröck, Rust – Burgenland Zu diesem Käse schlage ich einen interessanten österreichischen Wein aus der Einzellage Rust vor. Er bietet ein Bouquet von Honig und Akazienblüten. Im Gaumen ist der Süsswein intensiv und strukturiert. Der Trester und die getrockneten Trauben geben dem Käse Säure und eine bittere Note, die wir ab­­ runden. Das harmoniert auch mit Gelée aus Rosenblättern oder Früchtebrot. Unser Wein stellt dem Käsegeschmack seine süsse Note entgegen. Damit wirkt der Käse leichter, der Gaumen bleibt offen.

Der Pigato ist eine autochthone Traubensorte, die auf den Hügeln Liguriens wächst. Jeder Hügel bringt einen Pigato mit einer anderen Struktur hervor – wegen der unterschiedlichen Exposition und dem unterschiedlichen Terroir. Ich fahre dort oft in den Urlaub und bin immer sehr fasziniert davon. Dieser Wein hat ein feines Bouquet mit blumigen Noten, ist sehr frisch, passt ideal zu dem kräftig-würzigen Aroma des Käses. Der Wein stellt dem etwas wilden Käsearoma eine fruchtige und harmonische Eleganz entgegen.

Brunette Ein Hartkäse aus Ziegen-Rohmilch. Wie der Name bereits sagt, trägt die Brunette eine braune Rinde. Der leicht brüchige und mürbe Teig schmeckt frisch und blumig. Durch die eher kleine Laibgrösse entwickelt der Käse ein intensives Aroma mit nur leicht tierischer Note.

BLANC DE NOIR VDP Pinot Noir 2013 Hasler, Tüscherz Alfermée – Bielersee

Dieser Weisswein ist aus roten PinotNoir-Trauben gemacht. Doch wurde nur der Saft der Trauben genommen, es gab keine Gärung mit der Haut. Es gibt nicht viele Winzer, die den Mut haben, einen solchen Wein zu machen. Er ist eine echte Trouvaille mit floralem Bouquet und Bittermandelnote. Im Gaumen liegt er mit einer mittleren Persistenz und einer eleganten Struktur. Zu diesem Käse passt er hervorragend, weil die leicht und angenehm bittere Note des Weines den Geschmack des Käses ergänzt.

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« MEIN ZIEL WAR ES, DIE

LOBBY SO ZU GESTALTEN, DASS SIE BEHAGLICHKEIT UND HOHE WERTIGKEIT AUSSTRAHLT, GLEICHZEITIG ABER AUCH MODERN UND ÄSTHETISCH IST. 

»

KARSTEN SCHMIDT-HOENSDORF

TEXT Karsten Schmidt-Hoensdorf


TECHNIK & AMBIENTE KURHOTEL SCHINZNACH-BAD

HOTEL-DESIGNER KARSTEN SCHMIDT ÜBER DAS KUR-HOTEL SCHINZNACH-BAD

Behaglichkeit in Perfektion Wie kann dem Kur-Hotel und der «Privat-Klinik Im Park» im aargauischen Schinznach-Bad der Charakter eines Hotels gegeben und gleichzeitig den Gästen und Mitarbeitern die volle Funktionalität einer Klinik geboten werden, fragt sich der renommierte Hotel-Designer Karsten Schmidt-Hoensdorf.


TECHNIK & AMBIENTE KURHOTEL SCHINZNACH-BAD

Fumoir.

E

ines meiner aktuellen Projekte ist die Renovierung des Kurhotels und der «Privat-Klinik Im Park» in Schinznach-Bad. Die Rehabilitationsklinik bietet ihren Gästen eine ausgezeichnete medizinische Betreuung, die Anwendung modernster Diagnostik und Therapie und ein erfahrenes Team aus spezialisierten Ärzten und Therapeuten. Die Räumlichkeiten befinden sich in einem wunderschönen historischen Gebäude, das teilweise aus der Gründerzeit und aus dem Klassizismus stammt. Das Kurhotel und die Privat-Kli-

Bibliothek.

fähig, feuchtigkeitsresistent und einfach zu reinigen sein. Die Gästezimmer hingegen müssen die Vorzüge und Ästhetik eines Hotel-Zimmers und gleichzeitig die volle Funktionalität eines Klinikzimmers bieten. In der Lobby liegt der Haupt­­ fokus auf der Behaglichkeit, und gleichzeitig muss sie überall rollstuhlgängig sein.

Leben im Kur-Hotel Durch die eingeschränkte Mobilität verbringen die Gäste den grössten Teil ihres Aufenthaltes in den Räumlichkeiten des Kur-Hotels. Diese Herausforderung, keine Langeweile aufkommen zu lassen, kennt bestimmt jeder Hotelier sehr gut. Um diese Herausforderung bestens zu meistern, setzt das Kur-Hotel in Schinznach-Bad auf viel Abwechslung und einen hohen Wert an Behaglichkeit, damit sich die Gäste während ihres gesamten Aufenthaltes wohlfühlen. So können die Gäste beispielsweise jeden Nachmittag Kaffee und Kuchen geniessen, während ein Pianist auf dem Piano spielt. Die Lobby ist sehr geräumig. Sie offeriert den Gästen eine Vielzahl verschiedener Angebote wie einen Fernseh- und Billardraum, ein Spielzimmer, ein Piano, ein Fumoir, eine gut bestückte Bibliothek, die Rezeption und eine Cafeteria.

« GUTE INNENARCHITEKTUR MUSS MEHR KÖNNEN ALS NUR GUT AUSSEHEN. » KARSTEN SCHMIDT-HOENSDORF

nik sind von einem mehr als 50 Hektar grossen Park umgeben, haben die stärkste und ausgewogenste Schwefelquelle der Schweiz und bieten damit einen Ort der Ruhe und Erholung. Wie kann dem Kurhotel und der «Privat-Klinik Im Park» der Charakter eines Hotels gegeben und gleichzeitig den Gästen und Mitarbeitern die volle Funktionalität einer Klinik geboten werden?

Was ist gute Innen-Architektur in einem Kur-Hotel? Für eine erfolgreiche Innen-Architektur ist es wichtig, im Vorfeld detailliert zu analysieren, welche Ansprüche mit dem neuen Design erfüllt werden sollen. Zum einen müssen die Bedürfnisse und Funktionalitäten der Gäste, die gerade operiert wurden, als auch der Gäste, die einen längeren Aufenthalt im Kurhotel verbringen, berücksichtigt werden – und zum anderen auch die Bedürfnisse der Mitarbeitenden. Denn gute Innen-Architektur muss mehr können als nur gut aussehen. Eine der Herausforderungen bei einem Kur-Hotel besteht in den höheren Ansprüchen und Anforderungen, die an die Materialien ge­­ stellt werden. In den Therapieräumen müssen die Materialien für die Böden und Möbel strapazier-

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und dunkel wurde gezielt ausgewählt, um die Architektur des Gebäudes auch in der Lobby in Szene zu setzen und widerzuspiegeln.

Fazit Kur-Hotels bieten mit ihrer be­ stehenden Infrastruktur in den meisten Fällen bereits das Umfeld und die Attraktivität für Gäste aus dem In- und Ausland, die Ruhe, Erholung und medizinische Behandlung suchen. Die Schweiz wird auch für ausländische Patienten und Gäste immer attraktiver, da sie eine hervorragende medizinische Betreuung, eine intakte Natur zur Erholung und politische Stabilität bietet. Mit der richtigen Innen-Architektur kann ein Kur-Hotel sich neue Gästegruppen erschliessen und bestehende Gästegruppen ausbauen. H

Hochstehende Möbelauswahl und qualitativ hochwertige Materialien Mein Ziel war es, die Lobby so zu gestalten, dass sie Behaglichkeit und hohe Wertigkeit ausstrahlt, gleichzeitig aber auch modern und ästhetisch ist. Dies wurde durch die hochstehende Möbelauswahl und die qualitativ hochwertigen Materialien erreicht. Die schlichte klassizistische Architektur des Gebäudes wird durch die zurückhaltende, harmonisch ausbalancierte Materialisierung betont. Bei der Möblierung der Lobby wurde auf warme Erdtöne und natürliche Materialien wie Holz gesetzt. Ausgewählte Designerstücke wie Leuchten von Tom Dixon, Sofas von Minotti und Hochtische von Riva setzen moderne Akzente. Das Zusammenspiel der verschiedenen Kontraste antik und modern, hell

DER AUTOR

Karsten Schmidt-Hoensdorf ist Gründer und kreativer Kopf des Zürcher Architekturbüros und Interior Design Studios IDA14. Der Branchen­fokus liegt in den Bereichen Hotellerie, Branding und Kultur. In den letzten 20 Jahren verwirklichte er zahlreiche Projekte in der Privat- und Ketten-Hotellerie und war weltweit als Berater nationaler und internationaler Hotel-Projekte tätig. karsten.schmidt@ida14.ch www.ida14.ch 12|2016


Das perfekte Instrument für Hotel, Restaurant und Piano Bar Für professionellste Ansprüche, unverstimmbar, die Lautstärke kann an jede Räumlichkeit angepasst werden.

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SWISS PREMIUM HOTELS UND SWISS HOSPITALITY COLLECTION ARBEITEN AB JANUAR 2017 ENG ZUSAMMEN

Weshalb die

Kooperation für die Hoteliers

Sinn macht SWISS PREMIUM HOTELS

Hotel Einstein St. Gallen.

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Hotel Engimatt, Zürich.

Hotel Steinenschanze, Basel.

12|2016


INNOVATION & ORGANISATION KOOPERATIONEN

T

Um individuelle Hotels optimal zu unterstützen, spannen die «Swiss Premium Hotels» (SPH) und die «Swiss Hospitality Collection» (SHC) zusammen. Ab Januar 2017 bündelt die SHC ihre Kräfte in Vertrieb und Online-Marketing mit den Stärken der Vermarktung und Qualitätssicherung der «Swiss Premium Hotels». Im Fokus steht die Nutzung von Synergien sowie die Wahrung der Identität und Unabhängigkeit der Schweizer Privat-Hotels.

hierry Geissmann, wofür stehen die Organisationen «Swiss Hospitality Collection» und «Swiss Premium Hotels»? Thierry Geissmann (TG): Die «Swiss Hospitality Collection» versucht, die privaten Hoteliers in der Schweiz zu unterstützen – im Bestreben kommissionsarmen Umsatz zu generieren. Dabei baut die «Swiss Hospitality Collection» auf eine selbst gegründete Plattform von Leistungen von professionellen Anbietern in der Hotellerie zu besonderen Konditionen. Diese Konditionen erreichen wir dank unserem Verhandlungsvolumen mit vielen Hotels. Die Anbieter werden von Branchen-Experten handverlesen, wobei oft die Digitalisierung im Fokus steht. Corinne Balz (CB): «Swiss Premium Hotels» ist eine Marketing-Organisation für individuell betreute, meistens inhabergeführte Häuser in der Schweiz und teilweise im Ausland, die sich durch herzliche Gastfreundschaft, hohen Komfort, Qualität und Authentizität hervorheben. Wir sind spezialisiert in der Vermarktung und im Branding von persönlichen Hotels sowie in der Qualitätssicherung. Unser Ziel ist es, die Unabhängigkeit der Mitglieder-Hotels langfristig sicherzustellen. In einem zusehends unpersönlichen Reisemarkt sollen sich unsere Hotels behaupten und optimal positionieren können. Was sind die wichtigsten Gründe, die für eine Kooperation der Leistungen sprechen? TG: Spezialisiert auf die Online-Präsenz und Distribution von Business-Hotels wird die «Swiss Hospitality Collection» optimal ergänzt – durch den Brand «Swiss Premium Hotels» sowie dessen Vermarktung von Hotels, vorrangig in Leisure-Destinationen. Gemeinsam bieten wir ein umfassendes Leistungspaket an, das der Hotelier aus einer Hand bezieht. Diese Bedürfnis­ orientierung, gepaart mit Effizienz und Individualität, sehen wir als zukunftsweisend.

SWISS HOSPITALITY COLLECTION

« UNSER ZIEL IST ES, DIE

UNABHÄNGIGKEIT DER MIT­ GLIEDER-HOTELS LANGFRISTIG SICHERZUSTELLEN. 

»

CORINNE BALZ

Hotel Bellerive Zermatt.

12|2016

Hotel Basel, Basel,

Passen die beiden Hotel-Organisationen überhaupt zusammen? Wenn ja, wie ergänzen sie sich? CB: «Swiss Premium Hotels» und «Swiss Hospitality Collection» fügen sich bestens zu­­sammen! Wir haben zum einen den Brand, den Qualitätsfokus und die Manpower in der Vermarktung der «Swiss Premium Hotels». Als Gegenstück die Stärken der «Swiss Hospitality Collection» als Plattform sowie den Einsatz von Manpower und Know-how in Bereichen wie Sales und Online-Distribution. Die Manpower – sprich Experten auf den jeweiligen Gebieten, die sich in die Strukturen der Hotels einfügen – ist einer ❯

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INNOVATION & ORGANISATION KOOPERATIONEN

der wichtigsten Vorteile. Jede Organisation bietet so ihr Spezialgebiet auf höchstem Niveau an, natürlich unter Wahrung der Individualität des Hotels. Wie werden die beiden Organisationen in Zukunft in der Branche oder in der Öffentlichkeit auftreten? Unter einer gemeinsamen Dachmarke oder wie bisher als einzelne Brands? CB: Gegen innen, sprich gegenüber Hotels, Kunden und Partnern, behält jede Organisation ihre Identität. Nach aussen trat die «Swiss Hospitality Collection» bisher gar nicht auf, neu wird es nun einen einheitlichen Auftritt unter dem Markendach «Swiss Premium Hotels» geben.

« GEMEINSAM BIETEN WIR

EIN UMFASSENDES LEISTUNGSPAKET AN, DAS DER HOTELIER AUS EINER HAND BEZIEHT. 

»

THIERRY GEISSMANN

Thierry Geissmann, für was steht diese neue Kooperation? Wie lauten Strategie, Zielsetzungen und Positionierung der Organisation? TG: Wir sehen uns als Vereinigung von Schweizer Premium-Hotels mit gemeinsamen Interessen. Dabei stehen wir dem Hotel im Bereich der Digitalisierung zur Seite und nutzen, durch die gemeinsame Volumen-Konzentration, Synergien im Einkauf und Verkauf. Weiter unterstützen wir unsere Mitglieder in der Positionierung und Vermarktung sowie der Qualitäts­ sicherung. Damit kann sich ein individuelles Hotel gegen Ketten-Hotels behaupten, indem es Leistungen einer Gruppe modular beziehen kann. Gemeinsam möchten «Swiss Premium Hotels» und «Swiss Hospitality Collection» eine alternative Lösung sein für Schweizer Privat-Hoteliers, um langfristig nachhaltig und unabhängig wirtschaften zu können. Vermarktung und Qualitätssicherung spielen eine zentrale Rolle. Was verstehen Sie konkret darunter? TG: Der Trend in der Individual-Hotellerie ist klar: Grundsätzlich steigen die Kosten, und dies bei rückläufigem Umsatz. Um dem entgegenzuwirken, muss sich ein Hotel differenzieren können. Hier setzen wir an – mit dem Ziel, durch hohe und nachhaltige Qualität sowie einer modernen Verkaufsgestaltung die Abhebung vom Marktumfeld erreichen zu können. Worin liegt der konkrete Nutzen oder Mehrwert für die Mitglieder der beiden Organisationen? CB: Der Hotelier kann bei der «Swiss Hospitality Collection» und bei «Swiss Premium Hotels» Leistungen nach Mass beziehen, diese lassen sich bis zu einem umfassenden 360-Grad-Service ausweiten. Entscheidend sind hierbei auch die Konditionen – als Teil der Vereinigung erwirbt der Hotelier die Leistungen exklusiv zu attrak-

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tiven Preisen. Hinzu kommt die neue, schweizweite Abdeckung, aus der sich ein interessantes Portfolio ergibt. Reichweite und Bekanntheit können wir so steigern. Zudem lässt sich so eine Community aufbauen und lassen sich erweiterte Sales-Möglichkeiten in Angriff nehmen. Ihr grosses Thema nennt sich «Hospitality Next Generation». Was verstehen Sie darunter? TG: In der Hotellerie gab es einen Paradigmenwechsel. Die Hotellerie von dazumal wurde mit einer neuen Art der «Hospitality» abgelöst; es weht ein neuer Zeitgeist in der Hotellerie. Um den Bedürfnissen der neuen Generationen von Millenials gerecht zu werden, müssen Hoteliers fit sein für die Zukunft. Genau bei dieser Aufgabe unterstützen wir die Hotels, wobei die «Swiss Hospitality Collection» dies als «Hospitality Next Generation» bezeichnet. Ab Januar 2017 entsteht nun eine der grössten Hotel-Kooperationen der Schweiz. Ist Grösse so wichtig? CB: Im gesunden und nachhaltigen Rahmen, ja. Denn nur so erreichen wir eine gewisse Durchschlagskraft im Verkauf und Einkauf. Auch für das Branding ist es wichtig. Wir wollen eine Community, also eine Gemeinschaft, bilden, in der Wissenstransfer, gemeinsame Aktivitäten und Unterstützung durch Manpower Trumpf sind. Ihr Ziel ist es, weitere Schweizer Privat-Hotels für die neue Kooperation zu gewinnen. Wie sieht denn das ideale Partner­-Hotel aus? CB: Aktuell haben wir ein besonderes Augenmerk auf potenzielle Mitglieder aus dem Leisure-Bereich. Infrage kommen individuell geführte Hotels mit Premium-Charakter. TG: Bei «Swiss Hospitality Collection» möchten wir weiter in den Städten der Westschweiz und im Tessin wachsen sowie auch unsere Position in den Deutschschweizer Städten verstärken. Unser ideales Partner-Hotel ist jenes, das am meisten von «Swiss Hospitality Collection» und «Swiss Pre-

mium Hotels» profitiert. Das sind vor allem Business-Hotels der Mittelklasse mit 50 und mehr Zimmern. Was kostet die Mitgliedschaft? TG: Die Kosten sind transparent und klar budgetierbar, denn wir arbeiten nicht auf Kommissionsbasis. Im Gegenteil: Durch die Kooperation und die damit erreichte Grösse wollen wir die Kommissionen für den Hotelier weiter senken. Die Organisationen finanzieren sich hauptsächlich durch die Modul-Einnahmen – die «Swiss Hospitality Collection» zudem durch Rückvergütungen. Dementsprechend tief ist die BasisMitgliedschaft angesetzt, zwischen 2000 und 5500 Franken pro Jahr. Ergänzend dazu entscheidet der Hotelier jährlich, welche Zusatz-Module er möchte, um Leistungen in Form von Manpower, Qualitätssicherung und Vermarktung nutzen zu können. H

personen SIE STEHEN HINTER DER KOOPERATION VON SWISS HOSPITALITY COLLECTION (SHC) UND SWISS PREMIUM HOTELS (SPH):

Corinne Balz Ansprechperson SPH Marketing Manager

Thierry Geissmann Ansprechperson SHC Project Manager

Nicole Pandiscia-Hasler Managing Director SPH

Gianluca Marongiu Verwaltungsrat SHC  

KONTAKT

t.geissmann@swisshc.ch 12|2016


BURGENLAND KOSTBARE KULTUR

BURGENLAND – eine geschützte Ursprungsbezeichnung der EU für österreichischen Qualitätswein In der Sonne des Burgenlandes reifen die großen Rotweine Österreichs heran. Aber auch trockene Weißweine und edelsüße Raritäten der Weltklasse sind Ausdruck dieser einzigartigen pannonischen Landschaft. www.österreichwein.at


Hotel-Experte Daniel Plancic über die wichtigsten Erkenntnisse am 1. Swiss Innovation Day

Hotels brauchen eine Strategie Der 1. Swiss Innovation Day vom 6. September 2016 an der Schweizerischen Hotel-Fachschule Luzern bot eine Plattform für neue Ideen und Technologien für die Schweizer Hotellerie. Ausgewählte Entscheidungsträger aus der Branche traten zusammen, um gemeinsam innovative Ansätze zu entdecken und zu diskutieren. Aufgrund der überwiegend positiven Rückmeldungen von Teilnehmenden und Sponsoren wird 2017 der 2. Swiss Innovation Day stattfinden. Event-Organisator und Hotel-Experte Daniel Plancic über die wichtigsten Erkenntnisse und Thesen:

B

ei der Veranstaltung handelt es sich um den Nachfolge-Event des «Distribution Day». Wilhelm K. Weber erzählt die Anekdote, dass beim letzten «Distribution Day» alle drei Speaker zu Beginn des Events – darunter Andreas Züllig, seines Zeichens Präsident von Hotelleriesuisse – Innovation in der Branche gefordert haben. So entstand die Idee, den «Distribution Day» in den «Swiss Innovation Day» zu transformieren. Schliesslich blieb es nicht nur beim Namenswechsel. Ein wichtiges Ziel des Events war es, die Interaktion zwischen den Teilnehmenden zu fördern. Konsequent wurde deshalb die maximale Teilnehmerzahl reduziert und auf 100 Gäste beschränkt. Eine weitere Neuerung ist die Teilung des Tages. Die Veranstaltung zeichnete sich durch ihre moderne und zeitgenössische Thematik sowie durch ihr unkonventionelles Teilnahme- und Ablaufkonzept aus. Während internationale Gastredner ihre Expertise in Kurzreferaten illustrierten, erhielten die Teilnehmer während des zweiten Teils der ganztägigen Veranstaltung die Gelegenheit, sich mit ihresgleichen auszutauschen und Probleme sowie Lösungs­ ansätze aufzuarbeiten. Um einen animierenden Einstieg in den ereignisreichen Tag zu ermöglichen, wurden Experten aus Österreich, Belgien, Deutschland und der Schweiz eingeladen, ihre Einblicke, Prognosen und Meinungen bezüglich neuartiger Ideen und Technologien innerhalb der Tourismusbranche zu schildern. Dabei machte der Trendforscher René Massatti den Anfang, der in seinem Input-Referat einen Überblick über die Gesamtheit neuer Technologien und Medien und deren Anwendung in verschiedenen Geschäftsbereichen offenlegte. Die Themen reichten hierbei von Wear­ables bis zur angewandten Robotik sowie weiteren massgebenden technologischen Trends. Im Verlaufe des Morgens übernahm Dr. Michael Gerards das Wort und illustrierte während seines Kurzvortrags die Möglichkeiten der innovativen «Powertools» von Virtual Reality-Technologien im Hinblick auf Wahrnehmungs-, Konsum- und Rezeptionsschemen. Der belgische Psychologe Herman Konings, der bereits durch seine TED-Talks auf sich aufmerksam machen konnte, stellte eloquent und humorvoll die Wichtigkeit lang­fristiger Gedanken- und Planungsgänge im Hinblick auf Zukunftstechnologien dar und verband diese mit den demografischen Strukturen der heutigen Gesellschaft. Abschliessend gewährte Vanessa Borkmann vom Fraunhofer-Institut Ein-

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blicke in die Forschungsmethoden von Innovationen mit einem expliziten Schwerpunkt auf Hotel-Konzepte und den damit zusammenhängenden Anforderungen an die Hotellerie. Gleich nach der Mittagspause konnten die Teilnehmer des «Swiss Innovation Day» ihre ge­ sammelten Eindrücke innerhalb mehrerer Kleingruppen aufarbeiten und unter den Gesichtspunkten der zentralen Themen des

« WIR STEHEN ERST

AM ANFANG DER DIGITALEN TRANSFORMATION. 

»

DANIEL PLANCIC

Events diskutieren. Die Teilnehmergruppen zirkulierten während des gesamten Nachmittags durch den «Innovation Parcours», der an jeder Station neue Eindrücke ermöglichte und Gespräche herbeiführte. In kleinen, agilen Gruppen von 20 Personen wurden die Gäste vom Veranstalterteam der «Swiss Hospitality Solutions» durch den «Innovation Parcours» an der SHL geführt. Besonderes Augenmerk galt es hierbei auf den innovativen Playroom zu legen, der durch seine namensgebende, spielzentrierte Struktur die anwesenden Teilnehmer zum Ausprobieren, Erkunden und Erleben animierte. Fernab der Dynamiken konventioneller Tagungen und Schulungen konnten die Interessierten innerhalb des zur Verfügung gestellten Playrooms neue Technologien spielend erfahren und sich somit selbst ein Bild der neuen Herausforderungen und den damit verbundenen Möglichkeiten machen. Nun, was sind die Erkenntnisse des 1. Swiss Innovation Day?

12|2016


KOLUMNE DANIEL PLANCIC

für das digitale Zeitalter Technologische Entwicklung Die am 1. Swiss Innovation Day präsentierten Trends und Technologien machten vor allem eines klar: Wir stehen erst am Anfang der digitalen Transformation! Deshalb war es ein wichtiges Ziel des Tages, in die Zukunft zu schauen und daraufhin die möglichen künftigen Entwicklungen zu diskutieren. Virtuelle Realität und künstliche Intelligenz sind die gegenwärtig grössten Visionen im Silicon Valley. Es ist jedoch nicht ganz klar, wohin die Reise geht. Sicher ist, dass die Technologie kontinuierlich weiterentwickelt wird. Es ist deshalb eine äusserst wichtige Aufgabe der Hotellerie, diesen Entwicklungen Beachtung zu schenken. Die anwesenden Hoteliers waren denn auch lernbereit – und genau das dürfte eine der wichtigsten Eigenschaften sein, um den digitalen Herausforderungen der Branche zu begegnen. Der digitale Hotelier muss die neusten Entwicklungen auf dem Markt stets im Auge halten. Es lohnt sich auch, die Entwicklung in andern Branchen zu verfolgen. Bewertungsskalen können bei der Priorisierung unterstützen. Ja, wir leben in einer spannenden, aber auch verwirrenden Welt. Deshalb macht es Sinn, sich eine persönliche Strategie zum Monitoring der technologischen Entwicklungen anzulegen.

Schwerpunkt Design Gutes Design beschränkt sich nicht nur auf das optische Erscheinungsbild, sondern auch auf die Funktionalität eines Produkts. Ein Ziel des 1. Swiss Innovation Day war es, den Hoteliers Methoden zu präsentieren, mit denen sie ihre Produkte reflektieren und überprüfen können. Gepaart mit ihrer Lernbereitschaft, ihrer Offenheit für Neues und ihrer Kreativität können sie ihre Hotels und Geschäftsmodelle auf dem neuesten Stand halten, denn es gibt keine Checklisten für Innovation! Eine spannende Methode für die Hoteliers der Zukunft könnte das sogenannte «Design Thinking» sein. «Design Thinking» basiert auf den Methoden und Denkweisen von Designern und kann nicht nur in der Produktentwicklung, sondern auch bei andern Innovationsvorhaben angewendet werden. Ziel ist es, die Denkweise von Designern anzueignen und so kreative und unkonventionelle Lösungen für Probleme des Geschäftsalltags zu fi nden. Im Vordergrund steht dabei das «Human Centered Design», die Benutzerfreundlichkeit eines Produkts oder einer Dienstleistung. Und schliesslich (sehr spannend für die Hotellerie!) geht «Design Thinking» davon aus, dass Innovation durch einen strukturierten und gestalterischen Team-Prozess entsteht.

Digital Hospitality Leadership Es wird immer deutlicher, dass die Digitalisierung nicht nur ein technologisches IT-Thema ist, sondern alle internen Prozesse und das Geschäftsmodell Hotel als Ganzes betrifft. Wichtig: Die digitale Transformation eines Unternehmens ist Chefsache! Dabei gilt es mit kleinen Schritten zu starten. Auch bei der Digitalisierung bleibt die Kundenorientierung sehr wichtig. Es geht darum herauszufi nden, was Ihre wichtigsten Gästegruppen wirklich wollen; der Gast will nicht immer alles, was möglich ist. «Design Thinking» kann eine Lösung sein – eine

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« ES WIRD IMMER DEUTLICHER,

DASS DIE DIGITALISIERUNG NICHT NUR EIN TECHNOLOGISCHES IT-THEMA IST, SONDERN ALLE INTERNEN PROZESSE UND DAS GESCHÄFTSMODELL HOTEL ALS GANZES BETRIFFT.

»

DANIEL PLANCIC

strukturierte statistische Analyse von Kundendaten und die richtigen Aktionen daraus abzuleiten (Stichwort: Big Data) eine andere. Fest steht: Die Digitalisierung braucht Mut. Wir können durchaus gewisse Trends und Entwicklungen vorhersehen und versuchen zu antizipieren. Welche Technologie sich jedoch am Ende wirklich durchsetzt, können wir kaum mit letzter Gewissheit sagen. Die Digitalisierung muss jedenfalls ein konstantes Thema in den Hotels sein. Menschen bleiben auch im Digitalisierungsprozess die wichtigste Variable in einem Unternehmen. Binden Sie Ihre Mitarbeitenden in diesen Prozess mit ein! Kommunizieren Sie aktiv mit ihnen und schulen sie ihr Team. Denn für den digitalen Erfolg braucht es – neben einem verstärkten Verständnis für IT und Technologie – auch neue Formen der Zusammenarbeit und des Coachings. Die digitale Transformation erfordert neue Formen der Führung. Alles in allem brauchen Hotels eine Strategie für das digitale Zeitalter. Dabei geht es auch darum, eine Innovationskultur zu etablieren. Auf der Suche nach besseren Lösungen und der ständigen Verbesserung der Qualität spielt die Digitalisierung eine immer wichtigere Rolle. Die Digitalisierung ist ein ständiger, oft unvorhersehbarer Prozess und sollte deshalb als Denk- und Handlungsmodell im Hotel verankert werden. H

DER AUTOR Daniel Plancic ist seit Mai 2016 Education Manager bei «Swiss Hospitality Solutions» (SHS). In dieser Funktion ist er als Projektleiter für den «Swiss Innovation Day» und das Bildungsprojekt ACADEMY verantwortlich. Ab 2017 wird SHS gezielte Schulungen im Bereich Digitalisierung für die Schweizer Hotellerie anbieten. Darunter eine «Master Class» für «Digital Hospitality Leadership». d.plancic@swisshospitalitysolutions.ch


Viktor Calabrò ßber digitale Rekrutierung in der Hotellerie

Das gute alte Stelleninserat ist auf dem Weg ins Museum!

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INNOVATION & ORGANISATION HUMAN RESOURCES

D

ie Rekrutierung von Personal für das Hotel- und Gastgewerbe hat sich – genau wie in allen anderen Branchen – zu einem grossen Teil in die digitale Welt verschoben. Der Wandel ist fundamental und auch Ausdruck von neuen, flexiblen Arbeitsmodellen. Diese bieten nutzenswerte Chancen, erfordern jedoch auch eine entsprechend veränderte Einsatzplanung. Und bei allem digitalen Recruiting sollten Hoteliers nicht vergessen, dass ein guter Arbeitgeber immer noch die beste Empfehlung für künftige Mitarbeitende bleibt. Das gute alte Stelleninserat ist wohl auf dem Weg ins Museum. Auch in der Hotellerie hat sich die Personalsuche innerhalb der letzten zwei Jahrzehnte fast vollständig in den Online-Bereich verschoben. Blicken wir etwa zurück ins Jahr 1997: Damals war für die meisten Hoteliers die rosarote «Profi l»-Beilage der «htr hotelrevue» eine der Hauptrekrutierungsquellen und wöchentlich gut 40 Seiten stark. Mit der Verlagerung der Personalsuche ins Internet hat sich die Hotellerie anfänglich schwergetan und damit an den Bedürfnissen der Arbeitnehmenden vorbei kommuniziert. Denn wenn potenzielle Arbeitnehmende sich online für eine Stelle bewerben, werfen sie auch einen Blick auf die Website des künftigen Arbeitgebers. Gerade kleine Betriebe hatten anfänglich, als eine Website noch mit zum Teil beträchtlichen Kosten verbunden war, schlicht nicht die Mittel dafür. Heute haben viele Hotel-Betriebe ihre «digitalen Hausaufgaben» gemacht und verstanden, dass sie in die entsprechende Infrastruktur und in das Know-how investieren müssen. Dies sowohl, um in Sachen Employer Branding einen guten Eindruck zu hinterlassen, als auch, um ihren Gästen die von ihnen gewünschten Dienstleistungen und Erlebnisse zu ermöglichen. Insbesondere die internationalen Hotel-Ketten, die auch immer stärker auf den Schweizer Markt drängen, beschleunigen diesen digitalen Wandel. Die gute Nachricht auch für Kleinbetriebe ist, dass dank den Auftritten im Web und in den Social Media die öffentliche Sichtbarkeit heutzutage auch für das kleine und kleinste Budget realisierbar ist.

Just-in-Time: Nie mehr zu viel oder zu wenig Personal Die Personalrekrutierung verlagert sich aber nicht nur in den Online-Bereich. Sie verlagert sich auch vom strategischen Ansatz her. Insbesondere in Branchen mit hoher Volatilität und geringen Margen, wie dies im Gastgewerbe der Fall ist, können digitale Tools helfen, das sogenannte Just-in-Time-Personalmanagement zu handhaben. Das bedeutet, genügend Mitarbeitende zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu haben. Das Kernteam, die sogenannten Keyplayer unter den Mitarbeitenden, bildet dabei die Basis des Personal-Pools. Dieses Team kennt die Werte des Betriebes und seine Prozesse. Es kann kurzzeitig und kurzfristig durch flexible Mitarbeitende aufgestockt werden. Dadurch kann auf Personalengpässe oder -ausfälle schnell reagiert werden. Mit der agilen Personalplanung können also Fixkosten reduziert und die Flexibilität massiv erhöht werden. Die Rekrutierung und die Administration für kurzfristige Einsätze sind mit herkömmlichen Methoden aber zu kostenintensiv. Neue Tools wie beispielsweise vollautomatische Online-Personalverleih-Plattformen schaffen hier Abhilfe. Sie ermöglichen den Just-in-Time-Einsatz von geeigneten Mitarbeitenden aus entsprechenden Pools. Zusätzlich minimieren sie das Risiko kostenintensiver Fehlbesetzungen, da Arbeitgeber und Arbeitnehmende sich gegenseitig nach den jeweiligen Arbeitseinsätzen bewerten.

Digital und persönlich – der Mix bringt Mitarbeitende Was gilt es in Sachen Personalrekrutierung heute sonst noch zu beachten? Die wichtigsten Stichworte dazu heissen «Aktualität», «Flexibilität» und «Vertrauen»:

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• Seien Sie aktuell: Egal, wo man online mit Stellenangeboten präsent ist, sei es auf Stellenportalen, auf der eigenen Website oder in den Social Media: Entscheidend ist die Aktualität. Stellen, die ausgeschrieben sind, sollten auch wirklich noch offen sein! Die Realität, gerade auf den Websites von Hotel-Betrieben, sieht leider oftmals anders aus. • Managen Sie die Flexibilität: Je kleiner die Margen, desto wichtiger wird es, die Personalkosten im Griff zu haben. Wenn das Wetter plötzlich ändert und die Terrasse voll ist, braucht es spontan mehr Mitarbeitende in Küche und Service. Und wenn kurzfristig eine Reisegruppe absagt, hat die Hauswirtschaft weniger Zimmer zu reinigen als geplant. Um diese Volatilität aufzufangen, bedarf es neben dem Kernteam eines Pools mit ausreichend vielen und ausreichend qualifi zierten Mitarbeitenden, die kurzzeitig und kurzfristig bei Personalengpässen einsetzbar sind. Viele Betriebe verfügen zwar über einen solchen Pool an Mitarbeitenden, aber diese sind oftmals noch in anderen Pools registriert und im entscheidenden Moment oft nicht verfügbar. Diese Engpässe können mit den ergänzenden externen On-Demand-Marktplätzen, auf denen oftmals Tausende Einsatzkräfte buchbar sind, bewältigt werden. • Seien Sie ein guter Arbeitgeber: Online-Präsenz ist heute Pfl icht. Was aber viele Arbeitgeber vergessen und auch Umfragen der letzten paar Jahre mit schöner Regelmässigkeit immer wieder bestätigen: Entscheidend für eine Kandidatur ist immer noch die mündliche Empfehlung. Diese ist mit Werten von 60 bis 70 Prozent mit Abstand der grösste Treiber, sich bei einem möglichen Arbeitgeber zu bewerben. Zuerst fragt man also bei den Kolleginnen und Kollegen nach, ob denn das Hotel XY empfehlenswert sei, danach schaut man sich den Betrieb online näher an. Am wenigsten kostet Personalsuche deshalb, wenn es Hoteliers gelingt, sich um ihre Mitarbeitenden zu sorgen, Vertrauen aufzubauen, gut zu führen und Vorbild zu sein, damit sie den Betrieb unaufgefordert weiterempfehlen. Recruiting beginnt also lange bevor man eine Stelle ins Netz stellt, nämlich beim Chef und bei der Chefi n selbst. H

DER AUTOR Viktor Calabrò ist Gründer, Inhaber und CEO der Staff Finder

AG. Das Unternehmen ist weltweit der erste Anbieter für Just-in-TimePersonalverleih und mobile Arbeitslösungen. Auf dem On-Demand-Marktplatz fi nden Unternehmen innerhalb von maximal vier Stunden – 365 Tage im Jahr und rund um die Uhr – qualifiziertes Personal für die unterschiedlichsten Einsatzgebiete aus den Branchen Hotellerie und Gastronomie, Detailhandel und Logistik, Promotion und Event sowie für kaufmännische und administrative Aufgaben, die branchenübergreifend anfallen. Über 100 000 Menschen, die an temporären Einsätzen interessiert sind, haben sich bereits registriert, davon rund 30 000 mit Berufsprofi len im Gastgewerbe. Über 6000 Arbeitgeber nutzen die grösste vollautomatische Just-in-Time-Plattform der Welt. Derzeit vermittelt Staff Finder jeden Monat einige tausend Jobs – Tendenz steigend. Viktor Calabrò wurde für seine innovative Idee im Oktober 2014 mit dem «Entrepreneur of The Year Award» ausgezeichnet und 2015 für den «Swiss Economic Award» nominiert. 2016 wurde Staff Finder von der Organisation «Disrupt 100» als einziges Schweizer Unternehmen auf der Liste der 100 disruptivsten Unternehmen der Welt ausgezeichnet. www.staff-fi nder.jobs

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«HOTELIER» ROUND TABLE: E-MARKETING-TRENDS 2017

E-Hotel-Business: Was kommt

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E-MARKETING AUSSICHTEN 2017

Das digitale Hotel-Marketing wird immer wichtiger – und immer komplexer. Booking & Co. beherrschen den OnlineBuchungsmarkt, Social Media prägen den Hotel-Alltag, neue Tools verändern die Vertriebskanäle. Frage an die «Hotelier»Fachautoren Gabriele Bryant, Heiko Siebert und Wilhelm K. Weber: Welche digitalen Trends und Entwicklungen werden 2017 die Hotellerie besonders herausfordern?

2016 war ein Jahr voll rasanter technologischer Entwicklungen. Die Basics im Hotel-Online-Marketing sind immer noch wichtige Grundlagen. Aber während wir im Dezember 2016 noch über die Entwicklung der Ratenparität und die mögliche Entwicklung von Google zum OTA diskutierten, haben uns in den letzten Monaten vor allem Themen wie Robotics, Chatbots, Virtual Reality, Big Data und ihre Auswirkungen auf die Gästebetreuung stark beschäftigt. Und sie werden es auch 2017 weiter tun. Hier die wichtigsten Trends und die entsprechenden Empfehlungen für 2017:

Die Hotel-Website: mobil ist Pflicht! Gabriele Bryant, Heiko Siebert: Die mobile Website war bis jetzt schon sehr wichtig, nun wird sie kritisch! Wer auf dem Smartphone keine funktionierende Website bietet, wird bei Google mit einem schlechteren Ranking «bestraft». Die optimal aufgestellte, mobilfähige Website ist die unabdingbare Grundlage Ihres Online-Marketings und hat direkte Auswirkungen auf den Erfolg anderer Marketing-Massnahmen. Wilhelm Weber: Dabei auch den Mehrwert der mobilen Seite hinterfragen! Es bringt nichts, dem Gast auf dem Smartphone auch im Hotel das Thema «Anreise» aufzudrängen.

Distribution und Metasearch Heiko Siebert: Direktbuchungen werden forciert, Metasearch wächst weiter, und auch Google ist dabei. Insgesamt ist der Markt mit vielen Anbietern noch unübersichtlich, und eine Konsolidierung ist zu erwarten. Priceline/Booking mit Kayak, Expedia mit Trivago sowie Tripadvisor und Google sind hierbei bestens positioniert. Investieren Sie 2017 in eine nutzenbringende Zusammenarbeit mit Metasuch-Plattformen. Wilhelm Weber: Die Kosten pro Click (CPC) sind mittlerweile explodiert: Wer keine gute Conversion Ratio erzielt, zahlt hier am Ende mehr als über die OTA!

Die wichtigsten OTA für die Distribution Heiko Siebert: Auch im nächsten Jahr bleibt «PET» die Formel für die Distribution: P wie Priceline/Booking, E wie Expedia, T wie Tripadvisor und ihre angeschlossenen Portale. Ich bin gespannt, ob auch in der Schweiz die leidige Paritätsklausel 2017 endlich vollständig fällt. Investieren Sie in die aktive, konstruktive Zusammenarbeit mit ausgewählten Plattformen: Klasse schlägt Masse!

« DIGITALISIERUNG IST

NICHT NUR DER EINSATZ VON SOFTWARE, SONDERN EINE VERÄNDERUNG, DIE UNS BIS IN DIE ORGANISATIONSSTRUKTUR UND -KULTUR BEEINFLUSST. 

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WILHELM K. WEBER

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Google als OTA? Heiko Siebert: Google streitet es zwar ab, aber Angebote wie «Hotel Price Ads» oder die «Google Trips App» zeigen, dass Google auch in diesem Bereich die One-Stop-Lösung für Nutzer werden will. Wilhelm Weber: Definiert man OTA als Mittler von Buchungen gegen Kommission, so heisst es klar Ja für die neuen Produkte bei Google (und Tripadvisor). Die beiden Plattformen definieren sich zwar anders («We are not an OTA, because we are not the merchant of the guest record»), aber aus der Sicht der Hotellerie und praktisch betrachtet ist die Antwort Ja! ❯

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E-MARKETING AUSSICHTEN 2017

Social Media Gabriele Bryant: Facebook baute 2016 stark aus mit 360-Grad-Fotos und -Videos, Blog-Funktion, Shop-Funktion, Live-Streaming, erweiterten Werbefunktionen und Statistiken. 2017 kommt u. a. der Einsatz des Messengers als Chatbot. Instagram ist heute für viele Hotels Pflicht statt Kür und bietet bald neue Business-Funktionen. Video-Content wird immer wichtiger, und dieser sollte mehrfach eingesetzt werden können. Investieren Sie in Know-how, damit Sie alle Möglichkeiten kennen und nutzen können!

Neue Technologien für digitale Gästebetreuung Gabriele Bryant: Neue technologische Entwicklungen haben direkten Einfluss auf die Gäste­ betreuung. Robotics wird vor allem bei den Ketten weiter ausgebaut – auch im Service. Smartphone-Apps, mit denen Gäste in Hotels und Restaurants ein- und auschecken, bestellen, bezahlen, sich informieren oder ihre Daten speichern können, werden 2017 auch für Einzel-Hotels sehr interessant. Die Apps nutzen NFC oder iBeacons und das Smartphone, das Gäste sowieso immer dabei haben. Gut möglich, dass Drittgeräte wie Check-in-Automaten bald schon wieder verschwinden. Wilhelm Weber: Technologie ermöglicht neue Prozessgestaltung. Es geht nicht um «Computer oder Mensch», sondern um ein gut orchestriertes Miteinander. Der Kellner kann die App-Bestellung des Gastes mit einer persönlichen Begrüssung servieren. Das Persönliche verschwindet nicht, sondern wird durch Technologie gefördert. Laut ersten Studien ziehen Gäste in gewissen Bereichen Technologie dem persönlichen Kontakt sogar vor, zum Beispiel beim «Room Service Robot», der kein Trinkgeld will, oder beim mobilen Check-out, mit dem man keine Zeit verliert. Gabriele Bryant: Chatbots mit «künstlicher Intelligenz» werden 2017 weiterentwickelt. Sie lernen von ihren Nutzern und können als digitale

« AUCH IM NÄCHSTEN

JAHR BLEIBT «PET» DIE FORMEL FÜR DIE DISTRIBUTION: P WIE PRICELINE/BOOKING, E WIE EXPEDIA, T WIE TRIP­ AD­VISOR UND IHRE AN­­­­­­­GE­ SCHLOSSENEN PORTALE. 

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HEIKO SIEBERT

Concierges zu jeder Tages- und Nachtzeit Gästefragen selbstständig beantworten. Auch die Alltagstauglichkeit sprachgesteuerter Apps wird 2017 Fortschritte machen. Wilhelm Weber: Wer sich an die neuen digitalen Helfer wie Alexa/Amazon, Siri/Apple oder Cortana/Microsoft gewöhnt hat, geniesst den Ser-

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« NEUE TECHNOLOGISCHE ENT­WICKLUNGEN HABEN DIREKTEN EINFLUSS AUF DIE GÄSTEBETREUUNG. » GABRIELE BRYANT

vice. Ich habe neulich selbst schon mit dem Sprachbefehl «Alexa, ich brauche ein Taxi in 15 Minuten» ein Taxi bestellt. Die E-Mail-Bestätigung kam sofort, das Taxi nach 15 Minuten. Da die Buchung über die App «MyTaxi» lief, war auch die Zahlung schon erledigt, und ich konnte am Flughafen aussteigen – ohne mein Telefonat unterbrechen zu müssen.

Virtual Reality und immersive Optik Gabriele Bryant: Virtual Reality ist ein grosses Thema. Die dazu nötigen Brillen sind schon sehr erschwinglich, aber die Produktion von VR-Content bleibt für die meisten Einzel-Hotels zu komplex und kostenintensiv. Immersion in 360-Grad-Ansichten ist aber heute schon für alle Betriebe möglich, z. B. mit 360-Grad-Fotos, Videos und Panoramen. Diese Optik wird zum Standard in der HotelPräsentation. Wilhelm Weber: Hier liegt grosses Potenzial für unsere Branche. Auf den virtuellen Rundgang durch das Standard-Einzelzimmer kann man vermutlich gut verzichten. Virtuelle Erlebnisse wie Tauchgänge am Riff oder Off-PisteRides in den Bergen können aber durchaus direkte Buchungs-Motivation sein.

Big / Smart Data und CRM Wilhelm Weber: Ein Thema, das uns 2017 stark beschäftigen wird. Wir müssen in der Gäste-Kommunikation relevanter und persönlicher werden. Saisonale «One content

fits all»-Mailings oder Newsletter verlieren spätestens bei den Millennials jede Wirkung. Die grösste Herausforderung ist die Integration der Hotel-Systeme und -Abläufe mit den Anforderungen und Möglichkeiten der Big-Data-Lösungen. Oft scheitert es am Interface zum PMS oder am Kompetenzstreit zwischen Abteilungen. Digitalisierung ist eben nicht nur der Einsatz von Software – sondern eine Veränderung, die uns bis in die Organisationsstruktur und -kultur beeinflusst! Wir sagen seit Jahren, dass der Gast im Mittelpunkt steht. Nun, der Gast erwartet heute mehr, und wir müssen uns dieser Erwartung stellen. Wenn wir es nicht tun – die Ketten, OTA und Googles der Welt tun es! H

autoren Wilhelm K. Weber ist Partner bei SHS Swiss Hospitality Solutions, Dozent für Revenue Management und Autor zahlreicher Fachartikel und zweier Bücher. w.weber@swisshospitality­ solutions.ch

Gabriele Bryant ist Partnerin bei der Blum, Bryant AG und spezialisiert auf Online-Marketing und Social Media für Hotellerie und Tourismus. gabriele.bryant@blumbryant.ch

Heiko Siebert ist E-MarketingExperte in Hotellerie und Tourismus. Weitere Schwerpunkte seiner Beratungs- und Trainingsdienstleistung sind alle Aspekte des Onlinevertriebs in der Hotellerie und im Tourismus. heiko.siebert@hstc.ch 12|2016


Fruchtige

Vielfalt Rauch-Tal! aus dem


HOTEL-TEST «ADLON KEMPINSKI», BERLIN

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HOTEL-TEST ADLON KEMPINSKI, BERLIN

Warum das

«Adlon» so einzigartig ist Das Hotel Adlon Kempinski in Berlin, direkt am Brandenburger Tor am Pariser Platz gelegen. Es ist eines der berühmtesten Stadt-Luxus-Hotels der Welt, in dem sich Staatsoberhäupter, Stars, Künstler und Literaten treffen. 1997 wurde das Hotel wiedereröffnet, nachdem es kurz nach dem Zweiten Weltkrieg bis auf die Grundmauern niedergebrannt war. «Hotelier»-Tester besuchten die deutsche Hotel-Ikone und wollten wissen: Warum ist das «Adlon» so einzigartig?

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Terrasse des Restaurants «Quarré».

K

aum ein anderes Luxus-Hotel in Deutschland bietet so viel Geschichte wie das «Adlon». 1907 vom Mainzer Hotelier Lorenz Adlon öffnet, war das Haus zwischen 1910 und 1935 der Treffpunkt in Berlin für Adelige, Diplomaten, Politiker, Schauspieler, Künstler und gekrönte Häupter aus aller Welt. Lorenz Adlons Vision damals: Sein für 20 Millionen Goldmark errichtete «Adlon» sollte ein «Hotel der Superlative» werden, Standards für die Zukunft der Hotel-Industrie setzen. Der erste Besucher des historischen «Adlon» und sein treuester Gast war Kaiser Wilhelm II. Er verlangte, dass niemand vor ihm einen Fuss in das Hotel setzte und betrachtete es als einen seiner Paläste. Später stiegen im alten «Adlon» prominente Gäste wie Greta Garbo, Charlie Chaplin, Teddy und Franklin D. Roosevelt oder Thomas Mann ab, der im «Adlon» auf dem Weg nach Stockholm übernachtete, um dort den Nobelpreis für Literatur entgegenzunehmen. Während des Zweiten Weltkrieges blieb das Hotel Adlon geöffnet und nahezu unbeschadet, trotz aller Knappheit und Probleme wurden die gleichen Standards eingehalten wie zuvor. Doch kurz nach dem Ende des Krieges brannte das Hotel bis auf die Grundmauern nieder. Das «neue Adlon» wurde am 23. August 1997 eröffnet. Die neuen Eigentümer (Fundus-Gruppe) investierten rund 245 Millionen Euro in die Realisierung des Hauses am Pariser Platz. Das wiederaufgebaute «Adlon» bietet seinen Gästen heute 307 Zimmer und 78 Suiten, drei Restaurants (eines davon mit zwei Michelin-Sternen), zwei Bars, 15 Veranstaltungsräume, zwei Festsäle, ein Fitnesscenter und den «Adlon Spa by Resense». Das Hotel liegt direkt am weltberühmten Brandenburger Tor, mitten im Regierungs- und Botschaftenviertel von Berlin.

Anfahrt und Check-in Kein Wunder, trafen sich Angela Merkel und US-Präsident Barack Obama im «Adlon», als sie zusammen unter vier Augen dinie-

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« EIN TOLLES, LEBENDIGES,

VIELSEITIGES LUXUS-STADT-HOTEL, DAS SEINEM RUF, EINES DER TOP-STADT- UND BUSINESS-HOTELS DER WELT ZU SEIN, IN FAST JEDER HINSICHT NACHKOMMT.

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DIE HOTEL-TESTER

ren und brisante Gespräche führen wollten. Vor drei Tagen war Obama hier, es war sein letzter Staatsbesuch als US-Präsident in Berlin. Er residierte in der Präsidentensuite (maximal 25 000 Euro pro Nacht) und traf seine «Freundin Angela» (Zitat Obama) in der «Bibliothek» im ersten Stock des Hotels, wo die beiden Spitzenpolitiker drei Stunden lang dinierten. Das Hotel glich in diesen Tagen einer Festung, einem Hochsicherheitstrakt, bewacht von rund 300 Sicherheitsbeamten und Polizisten. Wir fahren mit dem Taxi direkt vors Hotel, der Portier eilt herbei und nimmt uns das Gepäck ab. Leider begleitet uns niemand bis zur Rezeption, so wie das in Luxushäusern eigentlich Standard ist. In der kürzlich für 6 Millionen Euro neu gestalteten Lobby im «indischen Stil» mit dem berühmten Elefantenbrunnen aus dem Jahr 1930 (Geschenk eines indischen Maharadschas) herrscht Hochbetrieb. Menschen trinken Tee und Kaffee, essen Kuchen und Snacks, Businessleute und Touristen eilen durch die Halle, vor der runden Theke (Rezeption) warten mindestens 15 bis 20 Gäste auf ihr Check-in. Schlange stehen in einem der berühmtesten Fünfsterne-Hotels der Welt? 14 Uhr 10. Unsere Suite ist noch nicht bezugsbereit, weil offensichtlich amerikanische Geheimdienstleute damit beschäftigt sind, Telefonanlagen in den Zimmern und Suiten umzubauen, denn vor knapp zwölf Stunden residierte hier noch Barack Obama mit seinem Tross. Leider bietet man uns keine «Alterna- ❯ 12|2016


HOTEL-TEST ADLON KEMPINSKI, BERLIN

Der berühmte «Palais-Saal». 12|2016

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ger Tor. Der Überraschungseffekt ist garantiert. Ja, wir sind in Berlin! Das Design der Suite ist schlicht, zeitlos, eher im englischen Stil (Holz). Mobiliar und Textilien sind hochwertig und passend. Alte Fotografien aus dem Berlin der 20erund 30er-Jahre erinnern daran, dass wir uns in der deutschen Hauptstadt befi nden – und nicht in Paris, Madrid oder New York. Die Hausdamen (Housekeeping) haben einen perfekten Job gemacht: Böden, Armaturen, Möbel und Oberflächen wurden perfekt gereinigt. Man fühlt sich in der mit Kaffeemaschine, iPad (Gäste-Informationen) und bequemen Sofas ausgestatteten Suite sehr wohl. Auf dem Salontisch steht eine grosse Früchteplatte, davor ein «Brandenburger Tor» aus Schokolade. Eine Flasche Champagner (Moët & Chandon brut), in Eis gekühlt, lässt uns den etwas missratenen Check-in-Prozess vergessen.

Room Service Wir bestellen beim Room Service einen chinesischen Rauchtee (Lapsang) sowie einen doppel-

BEWERTUNG He

Website: Check-in: Zimmer: Bad: Service: Mitarbeiter/Freundlichkeit: Housekeeping: Schlafkomfort: Spa & Wellness: Lage (Standort): Gastronomie: Frühstück: Bar: Preis-Leistungs-Verhältnis:

Der Elefanten-Brunnen in der Lobby.

tive» zur Suite an. Motto: Wie überbrücken wir die Zeit bis zum Zimmerbezug … Immerhin verfügt das Hotel über zwei Bars, drei Restaurants und einen Spa. Oder wie wär’s mit einem «Welcome Drink»? Der Mann an der Rezeption: «Schön, dass Sie wieder bei uns sind.» Wieder? Der gute Mann irrt sich, denn wir steigen zum ersten Mal im «Adlon» ab. Wir setzen uns in die «Smokers' Lounge», wo ein effi zientes Boden-Lüftungssystem dafür sorgt, dass es nie nach Zigaretten- oder Zigarrenrauch riecht. Und wo steckt der Service? Überfüllte Aschenbecher zeugen davon, dass hier schon seit einiger Zeit kein Service mehr stattgefunden hat. Wir bestellen an der Rezeption eine «Cola light». «Kommt sofort», so der Kommentar der jungen Rezeptionistin. Doch auch nach zwanzig Minuten erscheint kein Kellner mit einer «Cola Light» …

Zimmer (Suite) Man führt uns später in unsere Suite im sechsten Stock. Die Suite «Pariser Platz» mit direktem Blick auf den Pariser Platz und das Brandenbur-

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rr r vo

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ten Espresso. Und was serviert ✓ uns der Room-Service-Kellner ✓ knapp zehn Minuten später? ✓ Beutel-Tee von Lipton. Ein Mas✓ sen-Convenience-Produkt, das ✓ in billigen Ketten-Hotels ange✓ boten wird. Nun, es handelt sich um ein Missverständnis! ✓ Der gute Kellner hat, so scheint GESAMTEINDRUCK: es, «Lipton» mit «Lapsang» verwechselt. Und noch etwas: «Lipton» gibt es im «Adlon» normalerweise nicht. Nur, weil kürzlich ein arabischer Gast «Lipton-Tee» wünschte, waren noch ein paar Beutel übrig …

Apéritif in der Lobby Franz. Franz Höckner. So heisst der Bar-Chef im «Adlon». Seit etwa 16 Jahren führt der gebürtige Salzburger die legendäre Bar und Lounge in der Lobby. Franz ist ein Profi. Ein Vollblut-Barmann. 2012 erhielt er von «Gault-Millau Deutschland» den ehrenvollen Titel «Bar-Chef des Jahres». 18 Uhr 05. Wir sind zu früh, denn das japanisch-thailändische Restaurant «Sra Bua by Tim Raue» öffnet erst um 19 Uhr. Franz reagiert sofort und bietet uns in der Lobby-Bar einen Tisch an. Wir möchten gerne was Kleines essen und erwähnen dieses Bedürfnis ganz nebenbei. Franz, der Bar-Profi und geborene Gastgeber, reagiert sofort – und organisiert uns eine kleine «Salzburger Jause», bestehend aus 12|2016


HOTEL-TEST ADLON KEMPINSKI, BERLIN

Trockenfleisch und Schinken, dazu etwas Brot, Oliven und gesalzene Butter. Damit nicht genug: Franz Höckner überrascht uns mit einem Cocktail, den er erst in ein paar Tagen erstmals ausschenken wird – am Bundespresseball 2016. Eine echte Premiere, super! Nebenbei erzählt uns Franz seine Adlon-Erlebnisse mit Barack Obama. «Barack war schon da, als er noch Senator und Präsidentschaftskandidat war. Damals war er ein ganz normaler Gast, der spontan durch die Hotel-Halle spazierte – ohne Leibwächter.»

Bar im «Sra Bua by Tim Raue»

Suite «Pariser Platz».

« FÜR KEMPINSKI LOHNT SICH DAS

Um es gleich vorwegzunehmen: Ein geniales Gastro-Konzept hat Tim Raue hier im «Adlon» umgesetzt – einen Mix aus japanischer, thailändischer und europäischer Küche. Jedenfalls überrascht man uns bereits in der Bar, die zugleich eine «Smokers' Lounge» ist. Der überaus motivierte Barmann serviert uns einen japanischen Drink mit dem Namen «Arigato mon amour». Ein Geschmackserlebnis der Sonderklasse! Das japanisch geprägte Design der Bar, die Stoffe, das diskrete Licht, das Ambiente – einzigartig.

‹ABENTEUER ADLON› IN JEDEM FALL. DAS HAUS IST EIN PRESTIGEOBJEKT, EGAL WIE DER CASHFLOW AM ENDE AUSSIEHT.

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DIE HOTEL-TESTER

Treppenaufgang.

Restaurant «Sra Bua by Tim Raue»

Man serviert uns ein 8-Gang-Menu, bestehend aus den Highlights der Küche. Kurz und gut: Jeder Gang, jede Speise entpuppt sich als aromatisches Erlebnis. Mal Feuerwerk, mal diskrete Aroma-Kombination, dazu die passenden Weine aus Japan, Deutschland und Frankreich: Ein Konzept, das uns nicht nur überrascht, sondern schlicht begeistert. Genial! Und die Service-Crew? Da arbeiten junge Menschen, die ganz einfach Spass haben, Gäste zu überraschen. Sie tun das mit hoher Kompetenz. Sie wirken dabei echt und alles andere als gekünstelt. Von oberflächlicher Inszenierung keine Spur. Ein Top-Team ist da am Werk. Grosses Kompliment!

Frühstück

Restaurant «Sra Bua by Tim Raue». 12|2016

Das «Kempinski Grand Hotel des Bains» in St. Moritz ist bekannt für das «grösste Frühstücksbuffet der Schweiz», bei welchem dem Gast mindestens 30 verschiedene Konfitüren und fast 40 Käsesorten vorgesetzt werden. Das Frühstücksbuffet im «Adlon» steht dem Buffet von St. Moritz in keiner Weise nach. Oder hat man Ihnen in einem Hotel zum Frühstück schon mal drei verschiedene edle Kaviar-Variationen offeriert? Vier verschiedene Lachse? Sechs Milchsorten (Buttermilch, Soja-Milch, laktosefreie Milch, LightMilch, normale Milch usw.)? Zehn verschiedene kleine Süssigkeiten von bester Qualität? Eine Brotauswahl, die an eine mittelgrosse Bäckerei erinnert? Eine Tee-Auswahl, die aus 20 bis 30 verschiedenen Sorten besteht? Und noch etwas: Der Cappuccino wird original nach italienischem Vorbild zubereitet – von einem ausgebildeten Barista, der den Kaffee an einem Halbautomaten klassisch mit Kännchen ❯

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HOTEL-TEST ADLON KEMPINSKI, BERLIN

(Milchschaum) zubereitet. Fazit: Das «Adlon» bietet eines der besten und hochwertigsten Frühstücksbuffets der Welt. In jeder Hinsicht top. Ganz hohe Schule!

ten. Kein Wunder, hat auch US-Präsident Barack Obama im Fitness-Raum des «Adlon» ganze 60 Minuten auf dem Laufband verbracht. Die Hygiene und Sauberkeit im Spa-Bereich: tadellos.

Restaurant Quarré

Snack in der Hotel-Halle

Das Hotel Adlon Kempinski bietet seinen Gästen drei unterschiedliche Gastronomiekonzepte: das japanisch-thailändische «Sra Bua by Tim Raue», das Gourmet-Lokal «Lorenz Adlon Esszimmer» (zwei Michelin-Sterne) und das eher klassische «Quarré» mit regionalen, deutschen und französisch geprägten Gerichten. Man hat uns einen Tisch direkt am Fenster mit Sicht auf das Brandenburger Tor reserviert. Die Kellner sind überdurchschnittlich aufmerksam, wobei das Lokal an diesem Sonntagabend nur zu einem Viertel besetzt ist. Das Simmentaler Rinds-Tatar schmeckt vorzüglich, das frische Brot mit Fenchelaroma und die gesalzene Butter sind von bester Qualität – und die Hauptspeise, ein klassisches Chateaubriand, ist auf den Punkt «medium» gebraten. Das Fleisch ist zart und lange genug abgehangen, die Saucen dazu sind ein Gedicht. Auch die Weinkarte über-

Kurz vor der Abreise geniessen wir ein «Club Sandwich» und eine Tagessuppe in der Lobby. Bar-Chef Franz Höckner ist sofort zur Stelle und erkundigt sich nach besonderen Wünschen. Das «Club Sandwich». Wird der Klassiker unter den Hotel-Snacks auch im «Adlon» so eindrücklich und perfekt zubereitet und serviert wie zum Beispiel im «Badrutt's Palace» in St. Moritz, wo laut Hotel-Insidern das «wahrscheinlich beste Club Sandwich der Welt» geboten wird? In der Tat: Das «Adlon Club Sandwich» hält mit, überzeugt uns, was Präsentation und Zusammensetzung betrifft. Kompliment!

« DAS ‹ADLON› BIETET EINES DER

Fazit Das Hotel Adlon Kempinski ist zweifellos eines der besten und legendärsten Stadt-Hotels der Welt. Die Lage direkt am Brandenburger Tor, dem Wahrzeichen Berlins: einzigartig. Die Ausstattung der Zimmer und Suiten: hervorragend. Man verbindet zeitlose Eleganz mit moderner Zimmertechnologie und einem Design, das klassisch-modern und hochwertig ist. Die Gas­ t ronomie: drei verschiedene Restaurant-Konzepte, alle passen sehr gut zum Stil des Hauses. Der Service: aufmerksam, professionell, speditiv und eher ungezwungen. Die Service-Crew zelebriert eine Lockerheit, die der moderne Luxusgast heute erwartet. Von steifem und elitärem Getue kann im «Adlon» keine Rede sein. Kempinski führt das Haus auf der Basis eines Pachtvertrages. Nur drei der über 70 Kempinski-Hotels weltweit werden als Pachtbetriebe geführt (Berlin, St. Moritz und Wien). Damit geht die Gruppe im «Adlon» auch gewisse Risiken ein. Im Gegensatz zu den Hotels, die als reine Management-Betriebe geführt werden. Das Preisniveau in Berlin ist auch im Luxussegment tief. Mit einem Revpar von 260 Euro liegt das «Adlon» jedoch an der Spitze der Berliner 5-Sterne-Hotellerie. Ob die Rechnung für Kempinski in Berlin unter dem Strich aufgeht, können wir nicht beuteilen, denn die Gruppe gibt keine Betriebs- und Finanzzahlen bekannt. Nur so viel: Die Jahresauslastung im «Adlon» liegt bei 70 bis 75 Prozent, das Haus beschäftigt rund 520 Mitarbeitende. Und der Jahresumsatz? Schätzungsweise liegt dieser bei 450 bis 500 Millionen Euro. Feststeht: Für Kempinski lohnt sich das «Abenteuer Adlon» in jedem Fall. Das Haus ist ein Prestigeobjekt, egal wie der Cashflow am Ende aussieht. Alles in allem ein tolles, lebendiges, vielseitiges Luxus-Stadt-Hotel, das seinem Ruf, eines der Top-Stadt- und Business-Hotels der Welt zu sein, in fast jeder Hinsicht nachkommt. Deshalb steigen hier laufend prominente Politiker, Staatsoberhäupter, Stars und Künstler ab. Man geht in Berlin eben ins «Adlon». Wohin denn sonst? H

BESTEN UND HOCHWERTIGSTEN FRÜHSTÜCKSBUFFETS DER WELT. IN JEDER HINSICHT TOP. GANZ HOHE SCHULE! 

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DIE HOTEL-TESTER

rascht uns: Wir entdecken deutsche Rieslinge, Weiss- und Spätburgunder von kleinen Winzern aus Baden, aus der Pfalz und aus Sachsen. Ja, es gibt in der Tat hervorragend gekelterte Spätburgunder aus dem ostdeutschen Sachsen! Zum Beispiel aus dem Weingut Schloss Proschwitz. Ein echter Geheimtipp für Freunde des Pinot Noir.

Lobby Die neue Lobby im «Adlon» ist ein Treffpunkt der Berliner. Man sitzt auf bequemen Sofas und Sesseln, trinkt Kaffee, Tee oder abends einen Apéritif, im Hintergrund plätschert der Elefantenbrunnen, oben auf der Galerie spielt ein Gitarrist oder Pianist. Man trifft sich im «Adlon» mit Freunden oder Business-Partnern – und geniesst dabei das Ambiente eines Grandhotels, das eigentlich gar kein Grandhotel ist, denn das Haus wurde ja erst 1997 eröffnet. Es ist den Architekten und Designern gelungen, den alten und vergangenen «Adlon-Stil», sozusagen die Geschichte und Tradition des Hauses, mit der neuen Welt in eine gewisse Harmonie zu bringen. Man fühlt sich in der Lobby tatsächlich in die Jahre um 1910 bist 1920 zurückversetzt. Fazit: eine der lebendigsten und attraktivsten Hotel-Hallen der Welt.

Spa & Wellness Alles da: Top-Fitness-Geräte, Sauna, Dampfbad, Beauty- und Massage-Angebote vom Bes-

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ERÖFFNUNGSJAHR: 1997 INHABER DER IMMOBILIE: Fundus Fond HOTEL-BETREIBER: Kempinski MITARBEITENDE: 528 ZIMMER: 307 SUITEN: 78 RESTAURANTS: 3 SPA & WELLNESS-BEREICH: 1 VERANSTALTUNGSRÄUME: 15 FESTSÄLE: 2 DURCHSCHNITTLICHE AUSLASTUNG (2015): 73 % DURCHSCHNITTSRATE DZ: Euro 274.– REVPAR: Euro 260.– UMSATZANTEIL F & B: 36,4 % UMSATZANTEIL LOGIS: 55 % UMSATZANTEIL SONSTIGE LEISTUNGEN (SPA, FITNESS, TELEFON): 8,2% DURCHSCHNITTLICHE AUFENTHALTSDAUER: 1,6 Tage ADRESSE: Hotel Adlon Kempinski Unter den Linden 77 D-10117 Berlin www.kempinski.com 12|2016


RATGEBER LESER FRAGEN

KOMMUNIKATION

Wie werden wir besser sichtbar auf Google? FRAGE Unser Hotel kommt bei den Suchergebnissen von Google erst weit unten auf der Liste. Wie können wir hier besser sichtbar sein? B.  M., Hotelier Zürich­­­­ ANTWORT Es ist richtig, der Google-Suche be­­ sondere Beachtung zu schenken: Über 90 Prozent der Schweizer Suchanfragen werden auf dieser Plattform gemacht. Und tatsächlich ist der «Rank», die Höhe der Platzierung, mitentscheidend für den Erfolg. Nur wenige User schauen sich die zweite Ergebnisseite von Google an. Entsprechend gross ist auch das «Gedränge», um mit seinem Hotel möglichst weit oben platziert zu sein. DER AUTOR Patrick Moeschler ist Berater und Teamleiter für digitale Kommunikation und Social Media bei Dr. Schenker Kommunikation AG in Bern. Bis Anfang 2015 wirkte er als Social Media-Verantwortlicher bei Swisscom. Er ist ein ausgewiesener Fachmann für digitale Kommunikation und Dozent am MAZ in Luzern.

Um Ihre Platzierung in der Google-Suche zu verbessern, gibt es zwei Möglichkeiten: • Search Engine Optimization (SEO): Hier geht es darum, Ihre Website so Google-freundlich wie möglich zu machen, damit sie gut gefunden und gut gerankt wird. Hierbei sind Themen wie Keyword-Platzierungen, Verlinkungen von anderen Seiten oder die URL-Systematik Ihrer Seite zu beachten – nebst vielen anderen Faktoren. Der Eindruck täuscht nicht: SEO ist kompliziert und am besten unter Einbezug einer Fachperson zu machen.

• Search Engine Marketing (SEM): Hier geht es darum, Ihre Website im bezahlten Bereich der Google-Ergebnisse als «Anzeige» zu platzieren. Dazu buchen Sie sogenannte Ad­Words, die sich an den mutmasslichen Suchwörtern der potenziellen Kunden ausrichten. Versuchen Sie sich hier in den Suchenden hineinzuversetzen und wählen Sie Suchwörter, die möglichst spezifisch sind: Also nicht nur «Hotel Zürich», sondern zum Beispiel «Hotel Zürich Spa» – so konkurrenzieren Sie sich weniger mit allen anderen Hotels, die «Hotel Zürich» als Keyword gebucht haben. AdWords können mit wenig Budget gebucht werden. Die tatsächlichen Kosten pro Klick auf Ihre Anzeige können dann aber schon ein paar Franken betragen. Beide Wege sind erfolgversprechend, bedingen aber einiges an Know-how. Vergessen Sie deshalb nicht, dass auch andere digitale Kanäle wie Social Media oder E-Mail-Marketing Kunden auf Ihre Website bringen können. Entscheiden Sie im Rahmen einer digitalen Strategie, welcher Kanal was leisten und kosten soll. H

SERVICE & GASTRONOMIE

Wo und wie Einzelpersonen im Restaurant platzieren? FRAGE Was halten Sie davon, Einzelpersonen im Restaurant an Tischen zu platzieren, wo bereits andere Gäste sitzen? Wir haben festgestellt, dass einzelne Gäste oder sogenannte Singles oft nicht gerne an Einzeltischen sitzen. Wie lauten da Ihre Erfahrungen? G. L., Restaurantleiter, 3-Sterne-Hotel, Kanton Bern ANTWORT Das Zauberwort in der Gastronomie heute ist Authentizität. Es geht darum, eine einzigartige Erfahrung für den Gast zu schaffen, eine Erfahrung, die der Gast nur in dem bestimmten Restaurant machen kann. Deshalb muss es authentisch sein. Ich glaube, darin steckt auch die Antwort auf Ihre Frage. In einem Gourmet-Restaurant würde es niemandem in den Sinn kommen, einzelne Personen an einen Tisch mit anderen Gästen zu setzen, da die Gäste, die ein solches Lokal ausgewählt haben, oft etwas zelebrieren, sei es ein privates Ereignis, eine berufliche Beziehung oder einfach die Freude am Leben und den Genuss am Essen. Dies erfolgt eigentlich immer in einem kleinen sozialen Rahmen. Eine fremde Person wäre hier fehl am Platz. Ist das Konzept des Restaurants hingegen auf Begegnung, Entdecken, Austausch und Gemütlichkeit ausgelegt, wie dies oft an belebten Orten der Fall ist, dann ist das Zusammen­ 12|2016

setzen von Gästen absolut angebracht, immer unter der Voraussetzung, dass alle Parteien damit einverstanden sind. Wir haben diese Erfahrung mit zwei Pop-up-Konzepten gemacht; beide fanden am selben Ort statt mit jeweils einer Tafel für rund 20 Gäste. Eines der Konzepte fokussierte das gastronomische Erlebnis mit individuellem Tellerservice, das zweite Konzept war ausgelegt auf Gemütlichkeit und gemeinsames Essen im Family-Style. Die Reaktionen auf den grossen Tisch sind komplett verschieden ausgefallen. Während sich die Gäste beim gastronomischen Abend eher mehr Privatsphäre gewünscht haben, haben die Gäste beim Family-Style-Dinner den Austausch mit den Tischnachbarn als unterhaltsam und angenehm eingestuft. Daher ist die erste und wichtigste Frage, die man sich stellen muss: Ist die Begegnung Teil meiner Marke, eine Erfahrung, für die mein Restaurant steht? Falls diese Fragen mit Ja beantwortet wer-

DER AUTOR Beat Ganz ist seit

einem Jahr als F & B-Direktor im «Badrutt’s Palace» in St. Moritz tätig und dabei für sieben Restaurants, drei Bars und einen Nachtklub verantwortlich. KONTAKT

www.badruttspalace.com BGanz@badruttspalace.com

den können, ist es nicht nur eine gute Idee, sondern wünschenswert, Einzelpersonen mit anderen Gästen oder Gäste-Gruppen zusammenzuführen. Eine Art «Treffpunkt Tisch» kann, mit dem passenden Konzept, in einem Markt zum Verkaufsargument werden. H

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Vilarnau

Cavas der höchsten Qualitätsstufe

Vilarnau ist der Name eines kleinen Weingutes im Anbaugebiet Penedès im Westen von Barcelona, das hochwertige Cavas produziert. Dabei kontrolliert es als eines der wenigen Weingüter der Region die Weinbereitung zu 100 % selber. Bei Vilarnau wird grosser Wert darauf gelegt, den Herstellungsprozess von Anfang bis Ende selbst durchzuführen. Damit wird sichergestellt, dass jede Flasche Cava vom einzigartigen Charakter der einzelnen Rebsorte und des jeweiligen Terroirs geprägt ist. Das in der Nähe liegende Mittelmeer hat einen wichtigen Einfluss auf die Weinberge. Die Cavas von Vilarnau spiegeln die Besonderheiten des mediterranen Bodens Kataloniens wider.

Alle Cavas von Vilarnau werden nach traditioneller Methode hergestellt, bei der die zweite Gärung in der Flasche – analog dem Champagner – und eine ausgedehnte Reifung von teilweise mehr als drei Jahren auf der Hefe stattfindet. Dabei entstehen die für Schaumweine von Weltklasse typischen Noten von Biskuit und Toast. Nach der Reifung werden die Flaschen vorsichtig per Hand oder auch mithilfe eines cleveren Systems namens Gyropalette gerüttelt, um den feinperligen Schaum zu erhalten. Bester Cava weltweit – 2015 und 2016

Vilarnau steht für Cavas ausgezeichneter Qualität: Bereits zum zweiten Mal in Folge gewinnt Vilarnau Brut Reserva eine Goldmedaille und «Best in Class» beim World Championship der Champagner und Schaumweine, einem der strengsten Wettbewerbe weltweit. Nur gerade 11 der eingereichten Cavas haben eine Goldmedaille erhalten. Lassen auch Sie sich von den schönen Qualitäten überzeugen. www.haecky.ch

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Von Köchen für Köche kreiert Goldgelber Eierteig mit einer würzigen Füllung aus Süss­ kartoffeln, Federkohl & Rohschinken – das ist die Gewinner­ pasta von Thomas Bissegger (30), Leiter des Fachbereichs Küche bei der Hotel & Gastro Formation in Weggis. Seine Siegerkreation konnte beim diesjährigen Buitoni Grande Concorso Pasta voll überzeugen und wird ab Januar 2017 im Foodservice-Kanal als Buitoni’s Pasta des Jahres erhältlich sein.

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www.frisco-findus.ch

«Vegi Planet»

Immer mehr Schweizerinnen und Schweizer sind Teilzeit-Vegetarier. Ein massvoller Fleischkonsum ist ihnen wichtig, und sie verzichten der Umwelt oder der Gesundheit zuliebe öfters auf Fleisch. Dieser Trend führt zu einer stetigen Nachfrage nach Fleisch­alternativen. Unter der Marke «Vegi Planet» lancierte Bischofszell Culinarium deshalb eine Linie mit fleischlosen Produkten. Diese basieren auf Sojaprotein und verfügen über eine gelungene Sensorik, die auch Teilzeit-Vegetarier begeistert. Die Fleischersatzprodukte sind gemäss den Vorgaben des Swissveg-Verbandes zertifiziert und bieten eine vielfältige Ergänzung der Speisekarte für den Gastronomen. www.vegiplanet.ch.

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AM MARKT NEUE PRODUKTE – MIX

PRODEGA (TRANSGOURMET)

«Les Chefs en Or» Am traditionsreichen Kochwettbewerb «Les Chefs en Or» in Paris kocht sich die Schweiz an die Spitze. Silvan Oswald, Gewinner von «gusto16», siegt in der Kategorie Lernende, während sich Christoph Hunziker, «Schüpberg-Beizli», Silber holt. «Les Chefs en Or» hat in Frankreich langjährige Tradition. Dieser Wettbewerb wurde 2014 erstmals international durchgeführt. Alle sieben Länder, in denen die Transgourmet-Gruppe präsent ist (Schweiz, Frankreich, Deutschland, Rumänien, Polen, Russland und seit 2016 auch Österreich) entsandten je einen Profikoch sowie einen Kochlernenden ans grosse Finale vom 6./7. November nach Paris. Die Schweiz wurde in der Kategorie Kochlernende von Silvan Oswald, 3. Lehrjahr bei der Hotel &  Gastro formation in Weggis sowie Gewinner des nationalen Kochwettbewerbes «gusto16», und in der Kategorie Profiköche von Christoph Hunziker, «Schüpbärg-Beizli» in Schüpfen, erfolgreich vertreten. www.transgourmet.ch

HYDROPLANT

Grüne Räume machen gesund Weltweit haben wissenschaftliche Studien ergeben: In begrünten Räumen arbeiten Menschen motivierter und mit besseren Ergebnissen. Mehr noch: Professionelle Raumbegrünung trägt aktiv zur Gesunderhaltung bei. Denn Pflanzen wirken stressmindernd und motivierend. Die Begrünung von Hotellerie- oder Gastronomie-Betrieben – von Arbeitsplätzen, Gästezimmern oder Aufenthaltszonen – schlägt sich folglich sofort positiv in der Bilanz nieder. www.hydroplant.ch

PROWEIN 2017

Die ganze Welt der Weine Die ProWein in Düsseldorf ist die weltweit wichtigste Fachmesse für Weine und Spirituosen. Hier trifft sich einmal im Jahr die gesamte Branche, um sich zu informieren und zu ordern. Die nächste Ausgabe der ProWein findet vom 19. bis zum 21. März 2017 statt. Mit dabei sind rund 6200 Aussteller – Produzenten aus allen relevanten Weinregionen dieser Welt. Zu den grössten Ausstellernationen zählen Italien, Frankreich, Deutschland, Spanien, Österreich, Portugal und Übersee. Dazu kommen rund 420 Aussteller aus 30 Ländern mit ihren besonderen Spirituosen. Insgesamt belegt die ProWein neun komplette Messehallen. www.prowein.de

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FRANKE

A1000: Die neue Genuss-Dimension Die A1000 ist die Summe aus Know-how, Erfahrung, Innovationsgeist und Leidenschaft von Franke Coffee Systems. Sie ermöglicht eine noch nie da gewesene Individualität und erfüllt jeden noch so persönlichen Wunsch nach einem Lieblings-Kaffee. A1000 heisst also der neueste Massstab bei vollautomatischen Kaffeemaschinen. Mit ihr eröffnet der führende Hersteller Franke eine neue Genuss-Dimension. Die A1000 wurde geschaffen, damit alle Gäste täglich ihre persönlichen Momente des Genusses erleben. Egal, wie speziell ihre Ansprüche an ihren Lieblings-Kaffee auch immer sein mögen: Die A1000 erfüllt sie. Mit der A1000 wird Kaffee somit zum ganz persönlichen Lebensstil. www.franke.com

KLAFS

Microsalt SaltProX Hoher gesundheitlicher Nutzen, einfache Bedienung und Wartung sowie handliches Format: Der neue und pünktlich zum Marktstart beim renommierten Plus X Award ausgezeichnete SaltProX von KLAFS ist das erste Microsalt-Gerät speziell für private Kunden. Mit diesem sehr kompakten Gerät lässt sich jetzt also im Handumdrehen jede Sauna oder Infrarotkabine in einen Salzinhalationsraum verwandeln und das von der patentierten und preisgekrönten Microsalt-Technologie bekannte Mikroklima mit Trockensalznebel geniessen. Mit dem neuen SaltProX hat es KLAFS geschafft, diese einzigartige und patentierte Technologie für private Haushalte ganz einfach zugänglich und erschwinglich zu machen. www.klafs.de

ZIEFLEKOCH

Modernisierung im Traditionshaus Im Hotel Deutsches Haus in Bonn wurden sieben Zimmer im Dachgeschoss von ZiefleKoch Hotel- und Objekt-Einrichtung im Rahmen der aktuellen Modernisierungsarbeiten komplett neu eingerichtet. Die Zimmer sind modern und zeitlos gestaltet mit Möbelelementen in Eiche, kombiniert mit freundlichen, erdigen Zimtfarbtönen. Die Tapete nimmt die Harmonie der angenehm warmen Farbgebung im floralen Muster fliessend auf. Die Rezeption und der Frühstücksbereich wurden ebenfalls von ZiefleKoch neu ausgebaut. Die Buffet-Anlage, inklusive Kühl- und Wärmeplatten, wurde in Eiche gefertigt und in Kombination mit Zimtfarbtönen eingerichtet. Neben allerlei Köstlichkeiten zum Frühstück präsentiert das neue Buffet mit grossem Wandbild einen einladenden Ausblick auf das Bonner Panorama. Möblierung und Innenausbau der Rezeption in Eiche, auf Wenge gebeizt, mit Kunststeinrückwand sind farblich stimmig im Stil der neuen Einrichtungsbereiche im modernen Traditionshaus.

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www.deutscheshaus-bonn.de www.zieflekoch.de

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AM MARKT NEUE PRODUKTE MIX

ROBERT PARKER WINE ADVOCATE

A Matter of Taste Robert Parker Wine Advocate kommt erstmals mit seinem exklusiven Wein-Event «Matter of Taste» in die Schweiz. An dieser zweitägigen Veranstaltung, die am 4. und 5. Februar 2017 im «The Dolder Grand» stattfinden wird, können die Teilnehmenden über 400 Weine von mehr als 100 renommierten Weingütern aus der ganzen Welt degustieren. Alle präsentierten Weine haben mindestens 90 Parker-Punkte, und im Angebot figurieren auch Spitzengewächse von heimischen Produzenten wie Georg Fromm oder Schlossgut Bachtobel. In der ganzen Woche vor dem Haupt-Event finden spannende Wein-Dinners in den Top-Gastro-Destinationen rund um Zürich statt. Tickets sind erhältlich unter www.a-matter-of-taste.com

LAURENT-PERRIER

Schmuckstück für festliche Tafeln

ST. MORITZ GOURMET FESTIVAL 2017

Discover the Best … Das St. Moritz Gourmet Festival 2017 lockt mit hoch­karätigen Köchen aus den Vereinigten Staaten. Die amerikanische Gourmet-Küche, durch unterschiedlichste Kulturen beeinflusst und geprägt, garantiert vom 30. Januar bis 3. Feb­ruar unter dem Motto: «USA – Discover the Best from the West» eine Vielfalt an Genusserlebnissen. All diejenigen Feinschmecker, die solch aussergewöhnliche Vielfalt, verbunden mit einer unvergleichlichen Event-Kultur, nicht verpassen wollen, sollten sich dieses Datum in der Agenda vormerken. Bereits garantiert ist: «Feinschmecker erwartet ein kulinarisch spannender Mix hochkarätiger Vertreter aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten im Oberengadin», so Reto Mathis, Präsident der Event-Organisation. Mit den amerikanischen Spitzenköchen und den ebenfalls mehrfach ausgezeichneten Küchenchefs der Partner-Hotels wird das St. Moritz Gourmet Festival 2017 ein gewohnt vielfältiges Event-Programm bieten: Den genussvollen Auftakt macht das «Grand Julius Bär Opening» im Kempinski Grand Hotel des Bains, gefolgt von den individuellen Gourmet-Dîners und den Gourmet-Safaris, der legendären Kitchen Party im «Badrutt’s Palace» sowie Tastings, Weinanlässen und weiteren Special Events in den Partner-Hotels und Event-Locations. Beim «Great BMW Gourmet-Finale» im Kulm-Hotel St. Moritz werden alle Gast­köche und Küchenchefs gemeinsam für den fulminanten Abschluss dieser Festivalwoche sorgen. Den Kreis der langjährigen Partner-Hotels, die gemeinsam mit den Event-Locations im Verein St. Moritz Gourmet Festival zusammengeschlossen sind und das Festival ausrichten, ergänzt neu das 4-Sterne-Superior-Hotel Nira Alpina in Silvaplana-Surlej.

Die nur für kurze Zeit erhältliche Geschenkverpackung «Bijou» präsentiert die Cuvée Rosé Laurent-Perrier wie ein wertvolles Schmuckstück, als wäre sie von schimmernden Armreifen in Roségold umschlungen. Dieser Rosé-Champagner trinkt sich als Apéritif genauso gut wie in Kombination mit Speisen wie Graved Lachs, Gänseleber, Poularde oder Ente. Er passt somit ausgezeichnet auf festliche Tafeln oder als Geschenk unter den Weihnachtsbaum. Erhältlich im Weinhandel (CHF 95.20 empfohlener Verkaufspreis). www.laurent-perrier.com

Gesucht Investoren/Unternehmer Die Gemeinde St. Moritz sucht für die Entwicklung der Reithalle Investoren/Unternehmer mit einem geeigneten Projekt, welches die Sanierung und neue Nutzung der Reithalle St. Moritz für die Öffentlichkeit mit einschliesst. Dafür würde die Gemeinde das historische Gebäude samt umliegendem Grundstück im Baurecht abgeben.

Vision Die Reithalle wird einer neuen, attraktiven und öffentlichen Nutzung zugeführt. Der historische Charakter des unter Denkmalschutz stehenden Hauptbaus bleibt erhalten.

Bewerbung Interessenten können Ihre Projektidee bis Ende Januar 2017 an die Gemeinde St. Moritz einreichen. Diese muss folgende Komponenten enthalten: • Idee/Konzept • Finanzierung (es ist von Investitionen von mehreren Mio. CHF auszugehen) • Businessplan • Vorgehen bei der Umsetzung

Der Vorverkauf für die Event-Tickets startet am 1. Dezember 2016. www.stmoritz-gourmetfestival.ch 12|2016

WEITERE INFORMATIONEN Das vollständige Dossier mit allen wichtigen Informationen kann auf der Gemeindewebseite unter www.gemeinde-stmoritz.ch/reithalle eingesehen werden.

Der Hotelier, 90x131 mm, Dienstag 6.12.16

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Master und 1. Rang Kategorie Classic: Restaurant toi et moi, Bern

Master geht an «toi et moi»

Der neue Master kommt aus Bern

Die 13. Austragung von «Best of Swiss Gastro» beweist einmal mehr, wie vielfältig, innovativ und in steter Bewegung das einheimische Gewerbe ist. 168 Betriebe durften wir prämieren, darunter haben 36 Hotels ihr Restaurant oder ihre Bar ins Rennen geschickt. Alle Bilder: zvg Mitte Jahr hat die Fachjury die 168 innovativsten Gastro-Betriebe der Schweiz nominiert. Danach stellten sich die Restaurants, Cafés, Take-Aways und Bars drei Monate lang ihrem Publikum und dessen Urteil. An der Award Night wurden die Ausgezeichneten geehrt und die Gewinner be kannt gegeben. Hier sind sie.

Master.

Restaurant toi et moi, Bern

Dass die Berner «einfach gmögig» sind, das weiss die Schweiz schon lange. Dass sie in Sachen Gastro-Trends aber auch ganz weit vorne liegen, das beweist das Restaurant toi et moi. Das urbane Lokal besticht mit jungen, tagesfrischen und innovativen Gerichten, deren Zutaten möglichst vom Bauern aus der Region stammen. Die Innenarchitektur und das Design sind wahrlich unvergleichlich und suchen bis weit über die Kantonsgrenzen hinaus nach ihresgleichen. Und der Service beweist, dass das Berner Klischee zutriff t: «einfach gmögig». www.toietmoi.ch

Trend.

1. Rang: The Butcher – burgerlicious, Zürich 2. Rang: Carlton Restaurant, Zürich 3. Rang: Ace Café Luzern, Rothenburg

Weitere ausgezeichnete Hotel-Betriebe: • «Baltho Küche & Bar» im Hotel Marktgasse, Zürich • Restaurant im Hotel Bad Kyburg, Kyburg-Buchegg • Restaurant im Hotel Longhin, Maloja • Restaurant Stüvas im Hotel Chesa Rosatsch, Celerina/Schlarigna • «Route twenty-six» im Hotel Sheraton, Zürich

authentische Charme des «Bärghuis» und nicht zuletzt eine unvergleichliche Küche.

www.jochpass.ch

3. Rang: Restaurant Linde im JUCKERs Boutique Hotel, Tägerwilen

Activity.

1. Rang: Restaurant Hafen, Romanshorn 2. Rang: Bärghuis Jochpass, Engelberg In wahrlich stilsicherem Ambiente im historischen Dorfkern von Tägerwilen gelegen, schaff t das Restaurant Linde elegant den Zusammenschluss von 400-jähriger Tradition und moderner Gegenwart. Die Philosophie des Hauses: Natural Gourmet – vom Einkauf bis zum Gast. www.juckers-hotel.ch

Kein Navi der Welt führt den Gast auf den Jochpass, denn er ist nicht mit dem Auto zu erreichen. Die Wanderung oder für Bequemere die Gondelfahrt auf 2222 Höhenmeter lohnt sich in vielerlei Hinsicht. Die wunderbare Bergwelt, der urchig-

Weitere ausgezeichnete Hotel-Betriebe: • Restaurant im Hotel Chetzeron, Crans-Montana • Restaurant im Hotel Geltenhorn, Lauenen • Restaurant im Walserhuus Sertig Hotel, Davos Sertig


Advertorial

 Bar & Lounge.

1. Rang: Il Fermento – Birrificio Urbano, Lugano 2. Rang: Das weisse Schaf, Luzern 3. Rang: Bar «Chrüter & Choller» im Hotel Hirschen, Wildhaus «Chrüter» heisst auf gut Toggenburgerisch der schwarz gebrannte Alpen-Whisky. «Choller» meint, den Bergkoller oder eben den «Blues» haben. Bei Letzterem geht es vor allem um die Musik mit zwölf Takten, die ihre Wurzeln im tiefsten Süden der USA hat. Ebenso wie der Bourbon. Beides prägt Kultur, Genuss und Tradition der Amerikaner. Drei Dinge, die im Toggenburg genauso verwurzelt sind. Die Bar bietet das alles in einem spannenden Mix.

2. Rang: Restaurant Montana im Park Hotel Oberhofen, Oberhofen am Thunersee Vor dem schweizweit wohl schönsten Panorama der berühmten drei Berner Gipfel stilvoll tafeln, das bietet das Restaurant Montana im Park Hotel Oberhofen. Natürlich wird hier nur mit naturnahen und saisonalen Produkten gekocht, wie man es von einer Spitzenküche erwarten darf. Klassische Gerichte werden kreativ neu interpretiert und mit präziser Handwerkskunst zubereitet.

dings alles andere als aristokratisch kompliziert und überheblich. Die Küche ist ehrlich und schnörkellos, gekocht wird mit marktfrischen Zu­­taten aus der unmittelbaren Nachbarschaft. Das «Schlössli» ist liebevoll dekoriert und kommt trotz seinem stolzen Alter frisch und stilsicher daher. www.schloesslisax.ch

www.parkhoteloberhofen.ch

www.hirschen-wildhaus.ch

Weitere ausgezeichnete Hotel-Betriebe: • Bar 1873 im Hotel Bellevue Wiesen, Davos Wiesen • Blue Bar & Smoker's Lounge im Renaissance Lucerne Hotel, Luzern • Onyx Bar im Park Hyatt Zürich, Zürich

3. Rang: Hotel Restaurant Rössli, Bad Ragaz Wer das «Rössli» kennt, setzt sich an einen Tisch und lässt sich ohne Blick in die Speisekarte auftragen. Dieses Vertrauen ist definitiv ein Gütesiegel für die Küche. Diese ist erfinderisch, saisongerecht und marktfrisch, das Fleisch stammt aus der Metzgerei der Familie. Wer den Mix aus unkompliziertem Ambiente und Spitzenküche mag, der ist im «Rössli» definitiv am richtigen Ort.

3. Rang: Hotel Restaurant Engel Stans, Stans Der Selbstbeschrieb des Restaurants Engel Stans hat etwas Überirdisches: teuflische Verführung, göttliche Küche und himmlische Atmosphäre. Die göttliche Küche setzt auf Frischprodukte von persönlich bekannten Produzenten und bietet eine reichhaltige klassische Speisekarte mit innovativen Akzenten.

 Coffee.

1. Rang: ViCAFE Bellevue, Zürich 2. Rang: Kafi Franz, St. Gallen 3. Rang: KAFISCHNAPS, Zürich Weitere ausgezeichnete Hotel-Betriebe: • Café Vienna im Campus Hotel Hertenstein, Weggis

 Fine Dining.

1. Rang: Gourmetstübli im Hotel Aplenblick, Wilderswil/Interlaken Das «Gourmetstübli» im Hotel Alpenblick bietet in rustikal-romantischem Ambiente ein absolutes Verwöhnprogramm für Gaumen und Magen. So manch vielgereister Gast dürfte sich die Augen reiben, was die regionale Alpenküche alles

www.engelstans.ch

www.roessliragaz.ch

Weitere ausgezeichnete Hotel-Betriebe: • Panoramarestaurant im The Alpina Mountain Resort & Spa, Tschiertschen • Restaurant Caspar's im Hotel Euler, Basel • Restaurant Cocon im Seerose  Resort & Spa, Meisterschwanden • Restaurant im Hotel Kettenbrücke, Aarau

 International.

1. Rang: Bebek, Zürich 2. Rang: Gasthaus Krone, Cham 3. Rang: Barfüsser, Zürich Weitere ausgezeichnete Hotel-Betriebe: • Restaurant Nippon Sun im Hotel Seedamm Plaza, Pfäffikon • Restaurant Pacifico im Renaissance Lucerne Hotel, Luzern

an Leckerbissen hergibt. Ein kleines Beispiel: Flusskrebsli in Rosé-Krustentiersauce mit Kirsch aus Spiez oder das Ragout aus Eierschwämmli und einem fritierten Wilderswiler Wachtelei. www.hotel-alpenblick.ch

 Classic.

1. Rang: Restaurant toi et moi, Bern 2. Rang: Restaurant im Hotel Schlössli Sax, Sax Getafelt wird in einem echten Schloss, das 500 Jahre auf dem Buckel hat. Der Betrieb ist aller-

Weitere ausgezeichnete Hotel-Betriebe: • «Heimatli» im Hotel Chesa Rosatsch, Celerina • Hotel Restaurant Collina, Lenzerheide • Panorama Restaurant im Hotel Swiss Star, Wetzikon • Restaurant im Hotel Bellevue, Sursee • Restaurant im Hotel zum Sternen, Würenlingen • Restaurant im Idyllhotel Appenzellerhof, Speicher • Restaurant Jarno im Hotel Meierhof, Davos Dorf • «Stüvetta» im Hotel Chesa Randolina, Sils-Baselgia • Restaurant Albert im Seminar- und Wellnesshotel Stoos, Stoos

 On the move.

1. Rang: Hiltl Sihlpost, Zürich 2. Rang: Carcajou 18, Schaffhausen 3. Rang: Le Schnauz Food Truck, Solothurn Weitere ausgezeichnete Hotel-Betriebe: • delish Café Take-out im Hotel Marktgasse, Zürich Weitere Informationen: www.bosg.ch


LATE CHECK-OUT

ZEIGEN SIE FARBE!

T

umulte beim Spiel Argentinien gegen England – anlässlich der Fussball-Weltmeisterschaft 1966 – waren Auslöser für das Einführen der gelben und roten Karten im Fussball: Der Lärm im Stadium machte das Kommunizieren unmöglich. Um sich in ähnlichen Situation künftig «Gehör zu verschaffen» und sich bei Regelverstössen (gelb) oder unsportlichem Verhalten (rot) klar durchzusetzen, mussten die Schiedsrichter zu optisch sichtbaren Mitteln greifen. Damit auch die Zuschauer am Schwarz-Weiss-TV zu Hause den Griff zur Karte richtig interpretieren konnten, deponierten die Schiris die gelbe Karte in der Brusttasche und die rote Karte in der Gesässtasche. So zeigt auch heute noch die Handbewegung, welche Strafe nach einem Abpfi ff zur Anwendung kommt. Verständlicherweise ist die rote Karte – im Volksmund aufgrund des Griffs auch «Arschkarte» genannt – noch gefürchteter als die Gelbe. Denn bei dieser Karte ist für diesen Spieler Schluss – zumindest auf dem Platz: Er muss sofort das Spielfeld verlassen, darf auch nicht ersetzt werden und ist in den meisten Fällen für eines oder mehrere Folgespiele gesperrt. Interessanterweise gibt es viele Parallelen zwischen dem weltweit beliebtesten Mannschaftssport und der Teamarbeit im Restaurant und im Hotel: • So können auch in userem People-Business Erfolge nur dank regelmässigem Training gefeiert werden … • So weiss jeder Chef – der auf «Stufe Champions-League» spielen will –, dass er mit den Topscorern der Branche antreten muss – und dieser Level hat seinen Preis … • So spürt jeder Gast, wenn ein Mitarbeiter seinen Job beherrscht, Ehrgeiz hat und zu den Besten gehören will – oder eben auf Stufe «Grümpel-Turnier» seine Arbeit erledigt … • So prägt beim Gast immer das Team das erfolgreiche Restaurant- und Hotel-Erlebnis – und nicht der Einzelkämpfer … • So sollten in unseren Betrieben nicht nur die Frontspieler wichtig und wahrgenommen werden, sondern auch die Team-Mitglieder im Hintergrund. Im Fussball ist es zum Beispiel eine Selbstverständlichkeit, dass nach dem Match auch der zweite Torwart von der Ersatzbank beim Feiern mit dabei ist – und nicht nur die Torschützen … • So sollten auch im Unternehmen für den Gast weder Regelverstösse noch unsportliches Verhalten im Team toleriert werden … Als Hotelier habe ich mit meinen Team-Mitgliedern den Einsatz der gelben und roten Karten spielerisch erarbeitet. Jeder

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wusste, dass Fehler passieren dürfen und eine gelbe Karte noch kein Unglück ist. Team-Mitglieder müssen im Geschäftsalltag mutig entscheiden können und nicht Angst vor Strafen und Sanktionen haben. Aber «Fehlerfreudigkeit» hat nichts zu tun mit «Fehlerhäufigkeit» und nichts mit «Toleranz beim Regel-Missbrauch». So habe ich im Wiederholungsfall – nach der dritten gelben Karte – bewusst die rote Karte gezückt: Für den betroffenen Mitarbeitenden hiess das «freigestellt für das Spiel in einer anderen Mannschaft». Das mag hart klingen – wer aber nicht den Mut hat, Team-Mitglieder zu entlassen, die mehrmals gegen die gemeinsam erarbeiteten Team-Regeln verstossen, wird keine Top-Mannschaft aufbauen und führen können. Im Gegensatz zum Fussball gibt es in unserem Business keinen «Unparteiischen», der den Spielverlauf kontrolliert und auf zwei gegnerische Teams gleichsam achtet. Bei uns darf und muss der Chef Stellung beziehen und Farbe bekennen, wenn überdurchschnittlich gut gearbeitet wird und wenn Top-Leistungen vollbracht werden. Auch wenn diese Karte im Fifa-Set für Schiedsrichter fehlt, sie muss im betrieblichen Alltag unbedingt von den Chefs eingesetzt werden: die grüne Karte für Lob und Anerkennung. Zu oft ist gut geleistete Arbeit und überdurchschnittliches Engagement selbstverständlich und wird nicht oder zu wenig beachtet. Damit diese Karte schnell zur Hand ist, sollte sie in der linken Brusttasche – beim Herzen – getragen werden. So kann ein Lob auch spontan mitten im Service oder beim Check-in – für alle sichtbar – mit der Karte angezeigt werden. Im Fussball braucht es die grüne Karte nicht: das Lob übernehmen die Fans, die Sponsoren, die Trainer und Teamkollegen. Im Betriebsalltag gibt es meist zu wenig Lob, und deshalb sind Sie als «Schiri» gefragt, liebe Chefs! Zum einen macht so die oft unbeliebte Arbeit der Kontrolle viel mehr Spass, und zum anderen haben sie schnell ein tolles und in allen Sprachen verständliches Motivations-Tool zur Hand. Liebe Chefs: Machen Sie’s spielerisch, geben Sie sich sportlich und zeigen Sie Farbe! H

DER AUTOR Adrian Stalder (55), gelernter Koch

und dipl. Hotelier, ist heute einer der erfolgreichsten und innovativsten Berater für Hotellerie und Gastronomie. Er führte in den neunziger Jahren u. a. das Hotel Saratz in Pontresina. Heute entwickelt er in enger Zusammenarbeit mit den Kunden Restaurantkonzepte, wie zum Beispiel jenes des Restaurants Boucherie AuGust im Widder Hotel Zürich. Er hat auch mitgeholfen, das Konzept für das Guarda Val in Sporz, Lenzerheide (in dessen Verwaltungsrat er heute noch ist), zu entwickeln und umzusetzen. adrian@stalderprojects.ch

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VORSCHAU HOTELIER 1 – 2 I 2017

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HOTELIER TALK

Jean-Jacques Gauer Jean-Jacques Gauer ist Hotelier mit Leib und Seele. Für sein Lebenswerk wurde er Ende 2016 mit dem «Milestone Excellence in Tourism» ausgezeichnet. Nachdem er schon in jungen Jahren in die Fussstapfen seines früh verstorbenen Vaters getreten war, prägt er seit nunmehr über vierzig Jahren die Branche – nicht zuletzt als Präsident der «Leading Hotels of the World». «Hotelier» sprach mit JeanJacques Gauer über die Luxus-Hotellerie sowie seine Projekte für die Zukunft.

INSERENTENVERZEICHNIS

45 Caffè Chicco d'oro, Balerna

25 Düsseldorfer Messegesellschaft

GmbH, D-Düsseldorf

59 Gemeinde St. Moritz, St. Moritz

54 Haecky Import AG, Reinach BL

63 Hydroplant AG, Zürich

37 Österreich Wein Marketing

GmbH, A-Wien

63 Provalora CS AG, Wigoltingen

45 RAUCH Fruchtsäfte

GmbH & Co OG, A-Rankweil

33 Roland (Switzerland) AG, Itingen 2. US Romer's Hausbäckerei AG,

Benken SG

4. US Siemens Schweiz AG, Zürich

55 TKS GmbH, D-Stadtlohn

9 Ziefle Koch GmbH, D-Waldachtal

10 FRAGEN AN

Die Führung der Militärkantine Zwei Jahre geöffnet und bereits zwei Auszeichnungen erhalten: Die «Militärkantine» in St. Gallen ist von Icomos Suisse zum «Historischen Hotel des Jahres 2017» ernannt worden. Der Schweizerische Heimatschutz lobt die «Militärkantine» als eines der schönsten Hotels der Schweiz. Wunschlos glücklich also, so die Vermutung. Was das Führungstrio im daily business umtreibt, lesen Sie in der nächsten Ausgabe von «Hotelier».

Hotelier 23. Jahrgang www.hotelier.ch Herausgeberin B + L Verlags AG Steinwiesenstrasse 3, 8952 Schlieren Tel. 044 733 39 99 Fax 044 733 39 89 info@blverlag.ch, www.blverlag.ch Verleger Peter Boll Verlagsleitung Philipp Bitzer philipp.bitzer@blverlag.ch Redaktionsleitung Hans R. Amrein hans.amrein@blverlag.ch Redaktion Marianne Kürsteiner marianne.kuersteiner@blverlag.ch Autoren dieser Ausgabe Patrick Baeriswyl (Reporter) Anzeigen Sabina Guggenbühl sabina.guggenbuehl@blverlag.ch Anzeigendisposition Silvia Weiss silvia.weiss@blverlag.ch Layout Claudia Meier claudia.meier@blverlag.ch Anzeigenerstellung Nataša MirkoviĆ natasa.mirkovic@blverlag.ch Korrektorat Ullrich Noelle ullrich.noelle@blverlag.ch Fotos Tanya Hasler tanya.hasler@blverlag.ch Holger Jacob, holger.jacob@blverlag.ch Hans R. Amrein Druck AVD Goldach AG Sulzstrasse 10 – 12, 9403 Goldach www.avd.ch Preise Abonnement 1 Jahr (10 Ausgaben): CHF 64.– 2 Jahre (20 Ausgaben): CHF 96.– Ausland, zuzüglich Portokosten Einzelheft: CHF 8.–, zuzüglich Porto ISSN 1664-7548 WEMF / SW-Beglaubigung 2016 Total verbreitete Auflage: 7613 Exemplare Davon verkauft: 4096 Exemplare Zertifiziert als Qualitäts-Publikation durch den Verband SCHWEIZER MEDIEN

Im B + L Verlag erscheinen ausserdem Aktuelle Technik, Architektur + Technik, idea, PHŒNIX, Swiss Wedding, traumhaus

INSERATESCHLUSS 12. Januar 2017

ERSCHEINUNGSDATUM 8. Februar 2017

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KÜCHENPORTRÄT

Sebastian Tietz

Sebastian Tietz kocht seit knapp einem Jahr im Hotel Villa Honegg in Ennetbürgen. Der langjährige Küchenchef von Stefan Wiesner im Porträt.

Alle Rechte vorbehalten. Der Nachdruck von Artikeln ist nur mit schriftlicher Zustimmung der Redaktion und mit genauer Quellenangabe gestattet. Die mit Verfassernamen bzw. Initialen gezeichneten Ver­öffentlichungen geben die Auffassung der Autoren und nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Für unaufgefordert eingereichte Manuskripte und Bilder kann keine Haftung übernommen werden. «Hotelier» ist das offizielle Publikationsorgan des SVS (Sommelierverband Deutschschweiz) sowie der Schweizerischen Fachschule für Sommeliers und Weinkenner.

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