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architektur-technik.ch

2 – 2019 Corporate Architecture Architektur+Technik

 Corporate Architecture 

Schwerpunkt

Küchentrends

Bodenbeläge

Heizung, Lüftung, Klima


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NOLAX steht für Kompetenz, Lifestyle, Ästhetik, Sicherheit und Komfort. LICHTTEAM steht hinter der Lichtplanung für den einzigartigen Firmensitz. Licht ist unsere Leidenschaft. Als Team gestalten wir überraschende, innovative und nachhaltige Lichtkonzepte. Mit überzeugenden Lichtlösungen schaffen wir Lebensqualität. www.lichtteam.ch

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1 Inhalt Editorial

Schweizer Fachmesse für Bodenkompetenz

Editorial

Das nolax House in Sempach Station.

# 2 Aktuell 2 Szene 6 Standpunkt 8 Nutzung und Identität

Umweltschutz ist unbestritten eines der wichtigsten Themen unserer Zeit – wenn nicht sogar das Wichtigste. Und wir denken, dass es auch für uns an der Zeit ist, einen Beitrag zu leisten. Wir tun dies, indem wir für «Architektur + Technik» ab sofort ausschliesslich Papier verwenden, das zu 100 Prozent aus Altpapier rezykliert wird. Dabei nehmen wir in Kauf, dass die Anmutung der Zeitschrift anders ist als bisher und das eine oder andere Bild nicht die optimale Farbbrillanz haben wird.

APRIL

2019

Natürlich freuen wir uns, wenn dieser Entscheid bei möglichst vielen unserer Leserinnen und Leser auf Zustimmung stösst und auch als Anregung dient, im eigenen Umfeld die eine oder andere Änderung mit positiver Wirkung auf die Umwelt vorzu­nehmen. Schliesslich geht es doch für uns alle darum, unseren Lebensraum auch für die kommenden Generationen als lebenswert zu erhalten.

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Dossier 14 nolax House, Sempach Station 26 Manufakturzentrum, Schaffhausen 32 Ringier-Hauptsitz, Zürich

Einen Blick auf die Boden- und Raumgestaltung von morgen

Schwerpunkt 36 Küchentrends 44 Bodenbeläge 48 Heizung, Lüftung, Klima 54 Marktplatz Service 58 Messen 61 Veranstaltungen 62 Branchenspiegel 64 Vorschau und Impressum

3. – 5.

PATRONAT

Peter Boll, Verleger

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PARTNER

VERANSTALTERIN


2 Aktuell Szene

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DAM-Preis Der diesjährige Preis des Deutschen ArchitekturMuseums DAM geht an gmp – Architekten von Gerkan, Marg und Partner für den Umbau und die Modernisierung des Kulturpalastes Dresden. Der Kulturpalast wurde 1969 eröffnet. Bei der jetzt mit dem DAM-Preis ausgezeichneten Sanierung und Erneuerung des Hauses wurde der zentrale Multifunktionssaal durch einen modernen Konzertsaal im Wein­berg-Layout und einer darunter angeordneten Theaterbühne ersetzt. Alle anderen Bereiche im Inneren des Hauses wie auch die Fassade wurden sorgsam und detailliert restauriert. Nicht zuletzt ist durch den Einzug der Stadt­bibliothek das

Haus jetzt auch tagsüber ein zentraler Ort des öffentlichen Lebens. Seit 2007 werden mit dem DAM-Preis jährlich herausragende Bauten in Deutschland ausgezeichnet. ɁɁdam-online.de

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Foundation Award Gewinner des Foundation Award 2019 ist Studio Barrus in Zürich. Die Jury überzeugt die Haltung und die Art, wie diese im eingereichten Portfolio kommuniziert wird, sehr. Studio Barrus beschreibt sich darin selbst äusserst sympathisch und selbstkritisch als «jung, motiviert und etwas naiv», um dann ganz erwachsen nachzulegen, dass immer der Mensch und sein

Lebensraum im Zentrum der Architektur stehen. Der zweite Rang ging an Leuthold von Meiss Architek­ten, Zürich, den dritten Platz belegten LunaProductions, Deitingen. Der Foundation Award fördert jetzt im neun­ten Jahr innovative junge Architekturbüros in der Schweiz. Die Teilnehmer sollen in ihrer Arbeit die Konturen eines zukünftigen Potenzials erkennen lassen, das den Mainstream überschreitet und der Schweizer Architektur neue Wege eröffnen kann. Der Award von ComputerWorks möchte jungen Architekturbüros dabei helfen, ihren Platz in der Deutschschweizer Architekturlandschaft einzunehmen. Nicht die Qualität der Arbeiten eines Architekturbüros steht für die Jury des Nachwuchspreises

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an erster Stelle, sondern Sie interessiert sich vor allem für dessen Selbstbild. ɁɁfoundation-award.ch

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Neubau der Kriminal­abteilung In Zürich ist der Grundstein für den Neubau der StapoKriminalabteilung gelegt worden. Der Neubau wird Büros und Nebenräume für die Ermittlungs- und Fahndungsdienste, ein Detektiv­büro mit 24-Stunden-Dienst, die Leitung und die Admi­nistration sowie die Infrastruktur für Arrestantinnen und Arrestanten und weitere betrieblich notwendige Räumlichkeiten unter einem Dach zusammenfassen. Durch die räumliche Zusammenlegung der


3 Aktuell Szene

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Kriminalabteilung ergeben sich wertvolle betriebliche Synergien bei der Zusammenarbeit, ausserdem kann die betriebliche Effizienz gesteigert werden. Die Bauarbeiten verlaufen terminlich und finanziell nach Plan. Ab Mitte 2019 soll mit der Installation der Haustechnik begonnen werden. Die Eröffnung des Neubaus ist für Herbst 2021 vorgesehen. ɁɁzuerich.ch

4

Watt d’Or Das Bundesamt für Energie (BFE) hat zum zwölften Mal den renommierten Schweizer Energiepreis «Watt d’Or» verliehen. Unter den Preisträgern befindet sich auch das Forschungs- und Innova­

tionsgebäude Nest von Empa und Eawag. Nest sei eigent­ lich ein Rollenmodell, wie Forschung, Wirtschaft und Gesellschaft die anstehenden Veränderungen im Energie­ bereich gemeinsam erfolgreich bewältigen und aktiv gestalten können, so die Jury. Wesentliche Elemente der künftigen Energiewelt würden mit Nest vorweggenommen, getestet, weiterentwickelt, und so würde die Eintrittsschwelle dieser neuen Technologien in den Markt gesenkt. Eine spezielle Erwähnung erhielt die Nest-Unit «Solare Fitness & Wellness», geplant vom Architekten Peter Dransfeld und massgeblich mitgestaltet vom Schweizerisch-Liechten­ steinischen Gebäudetechnik­ verband suissetec. Die komplett solarbetriebene Unit demonstriert, dass Wellness-

Anlagen dank innovativer Technologie mit deutlich weniger Energie betrieben werden können als bis anhin. Die weiteren Preisträger sind die DEPsys SA mit der IBB Energie AG (Kategorie Energietechnologien), die dhp technology AG gemeinsam mit IBC Energie Wasser Chur (Kategorie erneuerbare Energien), die BLS AG mit der Universität Basel (Kategorie energieeffiziente Mobilität) sowie die Stiftung Habitat mit der Adev-Energiegenossenschaft (Kategorie Gebäude und Raum). Im Bild v.l.n.r zu Jury-Mitglied Daniela Decurtins, Verband der Schweizerischen Gasindustrie; Architekt Peter Dransfeld; Kai Udert, Eawag; Modera­torin Marianne Zünd, BFE; Peter Richner, Empa. ɁɁwattdor.ch

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Dies & Das

Forscherinnen und Forscher der Hoch­ schule Luzern haben eine schnelle und neuartige Plattform ent­ wickelt, die hilft, Häuser energietechnisch optimal zu renovieren. Die Plattform ist Teil des Projekts «Heat4Cool», das von der EU und vom SBFI gefördert wird. Darin wird untersucht, welche Renovations­ massnahmen den Gebäudepark in Euro­ pa am effizientesten energiespar­samer gestalten. ɁɁhslu.ch


4 Aktuell Szene

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5 Aktuell Szene

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Neubauten für die Medizin von morgen Mit der baulichen Gesamt­ erneuerung erhält das Uni­ versitätsspital Zürich (USZ) nicht nur eine topmoderne Infrastruktur. Die Mitar­ beitenden können dank den neuen Gebäudestrukturen besser und effizienter zu­ sammenarbeiten, was den ­Patientinnen und Patienten zugute kommt. Das Sieger­ projekt des Studienauftrags des Architekturbüros Christ & Gantenbein aus Basel und der B+P Baurealisation, Zürich, besteht in der ersten Etappe aus zwei Gebäuden, die mit den historischen Bau­ ten ein stimmiges Ensemble bilden. Die Freiräume sind

ausgewogen dimensioniert und ermöglichen eine einfa­ che Durchquerung des Spital­ areals. Das neue Spital um­ fasst helle Patientenzimmer und attraktive Arbeitsplätze. Es bietet interessante Orte, um sich zu begegnen – zum Beispiel Lounges in den Ver­ bindungsbrücken zwischen den Häusern, öffentliche Gärten oder Cafés. Insgesamt ergänzt das Siegerprojekt die zu erhaltenden Bauten von Haefeli Moser Steiger um fünf neue Häuser. Die Typologie, die Proportionen und der architektonische Ausdruck der neuen Gebäude sind mit dem ETH-Hauptgebäude und der Universität verwandt. Dank dieser prägnanten Bauten erhält das Universi­ tätsspital eine ganz neue architektonische Identität

und Präsenz in der Stadt Zürich. Die im Hochschulge­ biet vorgefundenen wie auch die im Weissbuch definierten Stadtraumtypologien werden sorgfältig aufgenommen und weiterentwickelt. Die Patien­ tenzimmer in den Neubauten von Christ & Gantenbein werden ausschliesslich als Einzelzimmer realisiert. Die Patientinnen und Patienten stehen im Spital der Zukunft noch stärker im Zentrum: Die Spezialisten besuchen sie für Untersuchungen, wenn immer möglich am Patienten­ bett. Nur wo grosse Geräte wie zum Beispiel Computer­ tomografen notwendig sind, werden die Patienten inner­ halb des Spitals transportiert. Mit den Neubauten erhält das Universitätsspital Zürich aus­serdem die Chance, die

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Gebäudestrukturen des Spitals an die Medizin von morgen anzupassen. Die erste Etappe mit zwei Gebäu­ den soll bis 2026 realisiert werden und bildet das Herz­ stück der baulichen Gesamt­ erneuerung. Sie enthält kompakte, standardisierte Hightech-Infrastruktur für Notfall- und Operationssäle sowie eine topmoderne logis­ tische Erschliessung. In den beiden neuen Häusern finden sich auch Patientenzimmer, Intensivstationen und La­ boratorien. Die Etappierung der Bauten macht es möglich, veränderte Bedürfnisse der Medizin von morgen auf­ zunehmen. Zudem erleichtert die Etappierung auch die Fi­ nanzierung der Bauvorhaben. ɁɁusz.ch/ bauliche-Gesamterneuerung


6 Aktuell Standpunkt

Corporate & Retail Architecture

Ein ganzheitliches Erlebnis

Das digitale Handeln mit Waren und Dienstleis­ tungen hat die gesamte Arbeitswelt und den Retail­ bereich fundamental verändert und auch Auswir­ kungen auf den Leerbestand von Verkaufs­flächen. Die Mobilität wird durch die Gentrifizierung gefördert: Wir wohnen in Vororten der Städte und pendeln täglich in unserer Freizeit zu unseren Ar­ beitsorten. Die Städte und Ladenstrassen entleeren sich nach Ladenschluss. Da sich auch die Work-LifeBalance zu Lasten der Freizeit verschiebt, wurden die Ladenöffnungszeiten verlängert, und es kann online eingekauft werden. Trotzdem sinken die Um­ sätze vieler Marken stetig; einige grosse und viele kleinere Labels sind bereits aus den Einkaufszonen verschwunden. Dies manifestiert sich leider in allen europäischen Metropolen. Etablierte und aufstre­ bende Marken suchen nach neuen Lösungen, um ihre Produkte den Kundinnen und Kunden nahezu­ bringen. Mit Unterstützung von Marketingfachleu­ ten werden Daten erfasst und es wird versucht, die Zielgruppen zu erreichen. Starke Marken haben er­ kannt, dass das gute Einkaufserlebnis wie auf einem Dorfmarkt ein Erleben mit allen Sinnen bedeutet. Käuferinnen und Käufer behandelt man vorzüglich, serviert ihnen Kaffee und berät wohlwollend und kompetent. Wir wollen uns beim Geldausgeben gut fühlen. Der Online-Handel deckt die Bedürfnisse der Kundinnen und Kunden in Bezug auf Auswahl und Angebot teilweise ab. Aber eben nur teilweise. Der Online-Handel wird vorübergehend freie Laden­ flächen übernehmen und so Kenntnisse über seine Kundschaft erlangen. In solchen «Touchpoints» und «Pop-up Stores» werden neue Produkte vor­ gestellt, Kundenkontakte geknüpft, Kundendaten optimiert und analysiert. Es braucht «Touch and

feel», um Kundenbeziehungen nachhaltig gestalten zu können. Planerinnen und Planer dieser spezia­ lisierten Innenarchitekturdisziplin entwickeln gemeinsam mit den Firmen ein Raumbewusstsein dafür, was die Kundschaft im Herzen berührt und mit der Marke verbindet. Die neuen Retail-Formate sollen an ein Erlebnis erinnern, mit dem die Kun­ dinnen und Kunden durch ein erworbenes Produkt mit der Marke emotional in Verbindung bleiben. Wenn neue Technologien sinnreich implementiert werden und das Personal gut ausgebildet und bera­ tend unterstützen kann, gelingt der Brückenschlag vom Online- zum Offline-Handel. Marken, die ihren Verkauf nicht durch einen eigenen Internethandel ergänzen können, suchen nach Mitteln, um am Markt langfristig zu bestehen. Sie können sich mit Mut, Innovation und Kreativität in Marktnischen begeben oder durch Qualität und Exklusivität einen eigenen Kundenstamm schaffen. Sie müssen ihre Kundschaft davon überzeugen, dass man sich «bil­ lig» nicht leisten kann. Die Technologie verschafft aber auch ihnen keine Verschnaufpause. Virtuelle Verkaufsräume, mit 3D-Brillen begehbar, fordern die Firmen erneut heraus, und auch die Planenden werden vor neue Aufgaben gestellt. Game-Architek­ tinnen und -Architekten werden bei der Entwick­ lung neuer Konzepte miteinbezogen, um ein mög­ lichst ganzheitliches Kauferlebnis zu kreieren. Der 3D-Boom wird aber das Bedürfnis nach zwischen­ menschlicher Kommunikation und dem haptischen Erleben nicht mindern. Auch wenn intelligente Spiegel die Auswahl erleichtern, möchten wir die Hose vor dem Kauf anprobieren. Das gekaufte Stück dann nach Hause zugestellt zu bekommen ist sehr komfortabel. Architektur, Technologie, Dienstleis­ tung und Logistik als ganzheitliches Erlebnis. ●

Andrea Renzo Lardelli, Innenarchitekt VSI.ASAI, ist seit 1991 selbstständiger Innen­ architekt. Er hat nach der Ausbildung für verschiedene namhafte Architektur­ büros im In- und Ausland gearbeitet. Dabei sammelte er Erfahrungen in den Bereichen Ladenbau, Flugzeug-Interior, Gastronomie und bei diversen Bau­ projekten für Privatund Firmenkunden.

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8 Aktuell Nutzung und Identität

Stadtzentren im Dilemma

Genug geklagt: Es gibt Lösungsansätze Lädelisterben, drohende Abwärtsspirale und die Angst um eine Verödung unserer Stadt- und Gemeindezentren: In immer schnellerem Takt erscheinen diese Themen in den Medien. Sie begegnen nicht nur uns Architekten und Stadtplanern als dringliche Herausforderung. So manche tra­ ditionelle, alteingesessene Ladenbesitzer, Gastro­ nomen und Dienstleistungsanbieter fürchten um ihre Existenz. Bürger wollen ihr Zentrum als lebens­ werten Bezugspunkt nicht verlieren. Auf die Politi­ ker prasselt die zunehmende Unzufriedenheit in Form von Anschuldigungen und Ansprüchen ein. Wie es zu diesen Problemen kommen konnte, ist bekannt. Es begann mit dem Bedeutungsverlust

unserer Zentren durch die Suburbanisierung. Dabei redete man nicht nur über den Detailhandel, son­ dern über den Verlust ganz unterschiedlicher Zen­ trumsfunktionen. Gegenläufig kam eine Zeit der «zu erfolgreichen» Zentren mit enorm steigenden Mieten, die sich nur die immer gleichen Filialen leisten konnten. Das Resultat: «Würde jemand vom Himmel in eine Fussgängerzone fallen, er wüsste nicht, in welcher Stadt er wäre.» So beschrieb vor ein paar Jahren die «Stuttgarter Zeitung» passend die Austauschbarkeit unserer Zentren. Heute wird der Flächenbedarf der Filialbetriebe wieder kleiner. Aber einer Neuausrichtung oder Rückkehr der Erdgeschosse zu einer höheren Vielfalt stehen Architektur+Technik 2/19

Renommierte Anbieter haben sich des Modells der Zwischennutzungen angenommen. Am Paradeplatz in Zürich präsentierte und verkaufte Vitra während dreier Monate ihren Eames Plastic Chair und bot im Zentrumsleben einen erfrischenden Farbklecks. Foto: Dejan Jovanovic, Copyright: Vitra


9 Aktuell Nutzung und Identität

«Würde jemand vom Himmel in eine Fussgängerzone fallen, er wüsste nicht, in welcher Stadt er wäre.» oft die hoch gebliebenen Mietpreiserwartungen der Eigentümer entgegen. Und zu «guter» Letzt sind wir heute bei der scharf geführten Diskussion um sich änderndes Konsumverhalten wie dem Einkaufstourismus und der Abwanderung der Kaufkraft ins Internet angelangt. Augen auf! Es gibt vielversprechende Lösungsansätze

Sinnvoller, als weiter zu klagen: Gedanken und Ansätze jener aufgreifen, die ihre Energie auf neue Lösungsansätze richten und unsere Stadtzentren bereits erfolgreich mit neuen, attraktiven Inhalten füllen. Detailhandel ist dabei nicht alles. Die Öffnung des Detailhandels zu neuen Konzepten

Neu ist beispielsweise, dass die Stadt Zürich in einem städtischen Lokal innovative Ladenkonzepte testen möchte. Vor kurzer Zeit noch undenkbar – was fällt der Stadt, dem Staat ein, sich in die Domäne der Wirtschaft einzumischen! «Handel im Wandel» – und was sind die Auswirkungen auf die Stadt Zürich? Dem zugrunde liegen fünf Szenarien, in denen die Stadt Zürich unter der Leitung von Anna Schindler, Direktorin der Stadtentwicklung Zürich, aufzeigt, wie Raum und Detailhandel zu neuen Konzepten geführt werden können. Zentral ist die Herausforderung, wie die verschiedenen Akteure in der Stadt zu einer echten Zusammenarbeit motiviert werden können und welche Angebote zu schaffen sind, die den Konsumenten der Zukunft interessieren. Die angestrebte Vielfalt geht dabei weit über den Konsum hinaus, hin zu kulturellen, sozialen und gesellschaftlichen Angeboten.

ten haben, den Eigentümern bringen gute Zwischennutzungen aber die Chance zur Neupositionierung ihrer Immobilien und den Zentren (den Einwohnern) mehr Abwechslung und Bewegung. Querfinanzierung

Effektiv, aber noch ungewohnt ist der Ansatz der Querfinanzierungen, bei denen das Wohnen die publikumsorientierten Flächen mitträgt. Das Netzwerk Altstadt zeigt im Sinn von «kleiner, aber dafür feiner» schon seit einigen Jahren auf, wie bei Altstadthäusern Rückräume der Erdgeschosse zu Wohnungen mit guter Rendite umfunktioniert werden können. Und wie dafür die kleiner gewordenen Ladenflächen zu geringen Mietkosten an attraktive Anbieter vergeben werden. Auch Grossinvestoren und Pensionskassen erkennen zunehmend, dass Querfinanzierungen ein geeigneter Lösungsansatz zur Schaffung lebendiger, identitätsstarker (und damit renditeträchtiger) Orte sind. Koordinierte Vermarktung

Gewerbevereine setzen sich für ihre Zentren ein und bringen es dabei immer wieder zu frischen Ansätzen. Pro City Schaffhausen hat sich vehement für ein besser koordiniertes Marketing innerhalb der Altstadt stark gemacht. Der Ansatz und die Partnerschaften sind gewachsen, und aktuell entsteht eine Webplattform (erleben.sh.ch, die App dazu soll folgen), auf der Angebote innerhalb des Kantons gut aufeinander abgestimmt präsentiert werden – orchestriert wie in einem professionell geleiteten Shoppingcenter, allerdings deutlich vielfältiger. «Zwangsmassnahmen»

Zwischennutzung

Dann ist die Zwischennutzung aktuell, die sich nicht mehr auf Ausstellungen von Künstlern hinter den sonst leeren Schaufenstern reduziert. Es finden sich innovative kommerzielle Anbieter und inzwischen auch spezialisierte Markenanbieter, die es gezielt auf diese wandelbaren Improvisationsräume an besten Lagen abgesehen haben. Pop-ups mögen als Modebegriff den Zenit ihres Marketingeffekts überschrit-

Noch nicht in der Schweiz angekommen sind Ansätze wie die in mehreren Ländern Europas erfolgreich geführten Business Improvement Districts. Sie zwingen Eigentümer und Anbieter innerhalb eines definierten räumlichen Bereichs zu Abgaben, die ausschliesslich für Massnahmen der Attraktivitätssteigerung von ebendiesem genutzt werden. Mit ihnen ist es schon so mancher «heruntergewirtschafteten» Einkaufsstrasse der Turnaround Architektur+Technik 2/19

Der Stadtplaner Dr. Götz Datko zeichnet bei Intosens AG – Urban Solutions für die Projekte zur Stärkung von Schweizer Stadt- und Gemeindezentren verantwortlich. Sein Schwerpunkt dabei ist der Ansatz der «kooperativen Zentrumsentwicklung», welcher die Kräfte vielfältiger, unterschiedlicher Zentrumsakteure auf gemeinsame Lösungen bündelt.

Der vorliegende Artikel gehört zur Reihe «Nutzung und Identität», einer Zusammenarbeit von «Architektur +Technik» mit Intosens Urban Solutions AG, Spezialistin für Nutzung und Identität.


10 Aktuell Nutzung und Identität

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Eine gelungene «Pop-Up-Gallery» in Graz: Sofern sie professionell ausgeführt ist, kann die temporäre Bespielung von Leerständen durch Kunst durchaus attraktiv sein. Foto: Eva Walisch /  annenpost.at

«Spürbar ist eine grosse Lust auf dynamische Fortschritte. Alte Zöpfe werden abgeschnitten, Experimente gewagt.» gelungen. Trittbrettfahrer gibt es nicht, schliesslich ist jeder zur (finanziellen) Beteiligung gezwungen. Derartige Zwangsmassnahmen sind in der Schweiz unpopulär (und aufgrund der Gesetzgebung ohnehin nicht eins zu eins übertragbar), dennoch lohnen erfolgreiche Beispiele einen Blick über die Landesgrenzen hinaus.

schiedliche Zentrumsakteure, bündelt ihre Kräfte und Interessen wirkungsvoll und bewegt sie zu einem gemeinsamen Vorgehen bei der Zentrumsentwicklung oder -revitalisierung. Seine Unterstützung kann sowohl die Energie als auch die Erfolgschancen bemerkenswert erhöhen. Klar ist: Es muss etwas passieren

Der Citymanager

Um noch einen letzten Lösungsansatz zu nennen: Nach rund zwei Jahrzehnten der Vergessenheit wird aktuell das Berufsbild des Citymanagers wiederentdeckt. St. Gallen, Luzern und Rapperswil-Jona sind drei Städte, die über die Schaffung dieser Stelle diskutieren. Der Citymanager koordiniert unter-

Alte, gängige Rezepte genügen heute nicht mehr, um die Zen­tren fit zu halten. Spürbar ist eine grosse Lust auf dynamische Fortschritte. Alte Zöpfe werden abgeschnitten, Experimente gewagt. Wenn es damit gelingt, die Zentren als Identifikationsanker und Mittelpunkt des städtischen Lebens zu festigen, dann gewinnen alle. ●

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Corporate Architecture 


nolax House   Sempach Station 


15 Dossier Corporate Architecture

Das nolax House in Sempach Station ist ein aussergewöhnliches InnovationsZentrum, das schon durch sein äusseres Erscheinungsbild Aufsehen erregt.

Entstanden aus einem Dialog Von Uwe Guntern (Text), Kuster Frey und Luca Deon, DEON AG, Luzern (Bilder) Das nolax House vereint Labor, Anwendungstechnik und Büros unter einem Dach in einem offenen, transpa­ renten Ganzen und ermöglicht Begeg­ nung und Dialog.

Das nolax House macht nicht den Eindruck eines repräsentativen Firmensitzes. Es protzt nicht. Es ruht in sich als Haus, ja man möchte fast sagen, als eine Heimstatt. Und so betritt man das nolax House durch eine Eingangstür, wie sie auch ins e­igene

Wohnhaus führen könnte. Beim Eintreten spürt man eine besondere Atmosphäre. Man fühlt sich als Gast, man fühlt sich wohl. Es gibt keinen offiziellen Empfang, sondern man steht unten in einem Atrium. Von dort wird der Besucher unweigerlich vom Licht die Treppe hinaufgezogen. Einmal quer durchs Gebäude. Von einer Ebene

Zunächst betritt der Besucher ein Atrium. Es dient auch als Aula und als Platz fürs Mittagessen. Auf einen Empfangs­ bereich wurde bewusst verzichtet.

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16 Dossier Corporate Architecture

auf die Nächste. Oben kann er sich sofort orientie­ ren. Er kann die Grösse des Hauses erfassen, sieht von überall auf die Landschaft hinaus. Zur angenehmen Atmosphäre trägt nicht nur die Architektur bei, sondern auch das Verhalten der Mit­ arbeiter. Sie leben die Kultur des Hauses. Auch hat man sofort Einblick in die verschiedenen Arbeits­ bereiche und merkt: Hier wurde Platz geschaffen, um die Ideen und Visionen der unterschiedlichen Mitarbeiter und ihrer Tätigkeiten zu verbinden. Im «Licht» angekommen, treffen wir auf den Ar­ chitekten Luca Deon und vonseiten der Bauherr­ schaft auf den Inhaber der Nolax AG, Stefan Leu­ mann, und Projektleiter Kari Huber. Mit ihnen haben wir uns über die Vision unterhalten, aus der die au­ ssergewöhnliche Architektur des nolax House her­ vorgegangen ist.

Bauherrschaft Wir haben bei uns die Kultur der Freiheit

Die Nolax AG wurde 2008 von Stefan Leumann ge­ gründet. Stefan Leumann hatte ein komplett neues Geschäftsmodell, es war ein spezielles und auf je­ den Fall anderes. Die Essenz von Nolax ist, dass das Unternehmen kein Wettbewerber in der KlebstoffIndu­s­­trie mehr ist, wie Collano es noch war. Man

versucht ganz neue Märkte zu erschliessen, die es heute noch nicht gibt. Nolax ist im Grunde ein Lie­ ferant von Innovationen, neuen Technologien, neuen Geschäftsmodellen, die dann der KlebstoffIndustrie zur Verfügung gestellt werden. «Unser Ansatz ist revolutionär», so Stefan Leumann, «und wenn man radikal Neues kreieren will, geht das nicht im stillen Kämmerlein. Das geht nur über Aus­ tausch, über enge Kollaboration. Teams müssen sich finden, sich intensiv austauschen und wieder auseinandergehen. Dann finden sich neue Teams – und so weiter.» Die neue Geschäftsidee forderte auch eine neue Arbeitsweise, die im alten Gebäude nicht möglich war. So war das heutige n ­ olax House vor zehn Jahren bereits mitgedacht. Dazu kam, dass ein weiterer Teil der Belegschaft in anderen Gebäuden an verschie­ denen Orten war. «Ich wollte alle unter einem Dach haben», so Leumann weiter. «Ich wollte ein Ge­ bäude, in dem wir dieses Arbeitsmodell, diesen ­Austausch, diese sehr flexible Formation von inter­ disziplinären Teams und kreativen Gedanken reali­ sieren können.» So wurde das nolax House zu einer ausser­ gewöhnlichen, besonderen Form von Corporate Ar­ chitecture, geboren aus der Voraussetzung. Und eine Grundphilosophie von Leumann, die in die Archi­ tektur einfliessen musste, ist, dass sich die Mitarbei­ tenden wohlfühlen, dass sie sozusagen heimkom­

Tische, an den nicht gearbeitet wird, sind leer.

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Flexibilität war beim Raumprogramm das oberste Prinzip. Denn Start-ups bilden das Kerngeschäft der Nolax AG, und sie benötigen zum Wachsen die räum­liche und infrastrukturelle Flexibilität.

Die Labors liegen auf Höhe der Baumkronen: eine inspirierende Verbindung zwischen der künstlichen Laborwelt und den natürlichen Bäumen.

Der Applicationsbereich ist von aussen einsehbar.

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18 Dossier Corporate Architecture

men und nicht zur Arbeit fahren. Denn nur wer sich wohlfühlt, kann wirklich kreativ sein. Der Mensch im Mittelpunkt

Wie schon der Eingang an eine Haustür erinnert, so arbeitet im Innern jeder, wie er es zu Hause tun würde: Der eine am Schreibtisch, der andere mit dem Laptop auf dem Sofa, jeder, wie es ihm am bequemsten ist. «Als der Bau fertig war», ergänzt Projektleiter Kari Huber, «hörten wir oft: Das ist ja eine Wohlfühloase. Meine Antwort war dann immer: Hätten wir uns ein Unwohlfühloase bauen sollen? Wir haben jetzt im ersten Jahr die V ­ eränderung gespürt. Ein unglaublicher Anstieg des Austausches und der Zusammenarbeit im Vergleich zu vorher.» Es war von Anfang an klar, dass das Haus dem Menschen dienen soll. Das war auch der Ausgangspunkt für den Architekten. Der Weg von der Idee bis zum fertigen nolax House, in dem heute Kreativität gelebt wird, war lang. Schon bei der Wahl des Architekten liess man sich bewusst Zeit. «Mit Luca Deon sind wir zusammengekommen», erklärt Stefan Leumann, «weil wir bei ihm gespürt haben, dass er ein Künstler ist und ein Visionär, der begreifen kann, was wir wirklich wollen. Es war ein absoluter Bauchentscheid für ihn.» «Ganz wichtig war auch», so Kari Huber, «dass die Mitarbeiter mitgenommen wurden. Bereits in einer sehr frühen Phase. Sie mussten verstehen, dass es eine wesentliche Veränderung geben würde. Es begann, als Stefan Leumann Nolax vorstellte: Plötzlich verkauften wir keine herkömm­ lichen Produkte mehr, wir hatten keine Mitbewerber und mussten völlig anders arbeiten. Das war für viele Ältere gar nicht so einfach. Trotzdem hat das Unbekannte fas-

ziniert. Alle hatten ja gespürt: Wenn wir weiter so arbeiten, bekommen wir Probleme. Die Mitarbeiter mussten wissen, dass sie nicht mehr ihr Arbeitspult mit Familienfoto, Zimmerpflanze und so weiter haben würden. Aber es gibt sehr viele andere Vorteile. Entscheidend war, dass der Chef vorausging. Er räumte als Erster sein Büro, bereits noch im alten Gebäude, nachdem der Entscheid gefällt worden war, das nolax House zu bauen, und ihm folgte die Führungscrew.» «Man muss», so Stefan Leumann, «als Führungsperson, als Unternehmer ein Zeichen setzen. Deshalb gab ich mein Chefbüro frei und ging sofort in ein Sitzungszimmer, das ich verlassen musste, wenn andere es buchten. Man muss vorangehen, sonst ist man einfach nicht glaubwürdig. Es war ja nicht nur ein Umdenken. Die Leute mussten überzeugt sein: Es ist richtig so.» Zum Konzept gehörten von Anfang an auch externe Start-ups, denn das Unternehmen wollte sich nach aussen öffnen. Es sollten zwei oder drei Startups ins nolax House ziehen, mit denen man sich austauschen konnte. «Es gehört zur Öffnung und schafft etwas Einzigartiges», erläutert Stefan Leumann. «Bewusst in andere Branchen gehen, anderes Denken, andere Meinungen erfahren. Immer auf der Suche nach Perspektivenwechsel.» «Wir hatten die Vision einer ‹open and inspiring world›», ergänzt Kari Huber, «und das heisst, auch nach aussen offen sein. Also auch zu Branchenfremden, die nichts mit der Verbindungstechnologie zu tun haben, in der wir zu Hause sind.» Nolax erwartet von den Externen keine Miete. Sie können auch einen Beitrag zur Gemeinschaft leisten, einen Mehrwert bieten. So kann jemand zum Beispiel je nach Neigung oder Können mittags kochen oder Gymnastik anbieten.

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Das nolax House sucht einen respekt­ vollen Dialog zwi­ schen den Zielsetzun­ gen, der Umgebung sowie den nach­ haltigen Aspekten des modernen Büro- und Forschungsgebäudes.

Querschnitt


Architektur Am Anfang war eine Vision

Durch Split-Levels wird die Geschossigkeit überwunden und die Geschoss-übergreifene Kommunikation ermöglicht.

«Flexibilität, Respekt und Vertrauen», erläutert Luca Deon, «sind die Grundlagen der Nolax AG. Diese Grundlage haben wir gelebt, und sie hat uns schliesslich zu einem faszinierenden Projekt geführt. Die klare Vision von nolax House hat uns immer wieder geholfen, im Entwurfslabyrinth und in der Planungs-Odysee den roten Faden nicht zu verlieren.» Die Typologie des Gebäudes orientiert sich am Geländeverlauf der Landschaft und verschmilzt mit ihr zu einer Einheit. Der Dialog mit der Umgebung setzt sich im Gebäude-Innern mit den nachhaltigen Aspekten des modernen Büro-, For­schungs- und Laborgebäudes fort. «Für uns war die sogenannte Hecke wichtig», stellt Luca Deon fest. «So bezeichnen wir die 80- bis 90-jährigen Stieleichen, die das gegenüberliegende Fabrikareal vom nolax House trennen. Sie geben dem Ort eine spezifische Identität, und wenn sie zuwachsen, bilden sie einen grünen Filter.» Es ist gelungen, die übliche Geschossigkeit aufzulösen, und zwar durch Split-Levels in Kombination mit einem Innenhof. Das Ergebnis ist ein optimaler, Ebenen-übergreifender Kommunikationsfluss zwischen Architektur+Technik 2/19

Geständerte Betonplatten lagern auf hölzernen Unterzügen.


20 Dossier Corporate Architecture

den Mitarbeitern. Zudem ist auch Kommunikation über die Diagonale möglich. Eine Symbiose aus Architektur, Tragwerk und Gebäudetechnik

«Stefan Leumann sagte zu Beginn, die Firmenkultur sei ein offener Geist in einem offenen Raum», so Luca Deon weiter. «Wir haben im Gebäude diese Firmenkultur umgesetzt. Alles kann fliessen, die Begegnung, das Wissen und der Austausch. Ausserdem gliedern gezielt platzierte Körper im Raum, die verschiedene Funktionen beherbergen, die Geschosse. Diese modulare Zellenstruktur ermöglicht bei Bedarf einfache Um- und Ausbaumöglichkeiten und begünstigt technische Flexibilität. Dies führt zu einer interdisziplinären Symbiose aus Architektur, Tragwerk und Gebäudetechnik. Der Gebäudeausdruck ist innen wie aussen durch das statische Grundgerüst geprägt. Im Inneren dominieren vorfabrizierte Betonstützen und Holzbalkenträger, die über Metall­stifte miteinander verbunden sind. Die linearen Elemente entwickeln sich dreidimensional im Raum zu einem den Raum prägenden kompositen Traggerüst. Die Ausformulie-

rung der Träger hat sowohl statische als auch räumliche Bewandtnis.» Eine mutige Entscheidung war, bewusst auf einen Empfang verzichtet und an die Mündigkeit der Be­ sucher zu appellieren. Und für die die Orientierung war es wichtig, ohne Signaletik auszukommen. Nur das Nötigste – wie Fluchtwege – ist signalisiert. «Hier können gute Ideen wachsen», meint Luca Deon. «Denn gute Ideen entstehen selten am Arbeitstisch. Viel eher kommen sie in der freien Natur oder beim Spazieren oder auch im Bett, im Auto oder im Zug. Daher wird im nolax House ein örtlicher und klimatischer Wechsel der Arbeitsumgebung angestrebt und provoziert. Direkte Zugänge ins Freie sind auf jeder Etage vorhanden. Arbeiten im Freien ist erlaubt und erwünscht. Möglichkeiten gibt es auf der Wiese vor dem Haus, im Schatten der grossen Stieleichen, auf den Terrassen und Loggien und auf der Dach­terrasse. «Ein innerer Weg entlang der Fassade hat den kontemplativen Charakter eines Kreuzgangs», so Luca Deon. «Auf einem Spazierweg lässt sich gut schlendern. Verschiedene ‹Pfade› kürzen den Weg quer durch die Abteilungen hindurch ab.» Architektur+Technik 2/19

Die Typologie des Gebäudes orientiert sich am Gelände­ verlauf der Landschaft und verschmilzt zu einer Einheit. Hier trifft Kultur auf Natur, und es verbinden sich Himmel und Erde.


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Für Stauraum ist im Parterrebereich gesorgt. Jeder hat hier seine Box für Privates. Im Parterre sind auch die Maschinenräume untergebracht. Hier im Back-Stage-Bereich befinden sich auch die Anlieferung, die komplette Technik und der Lift. Ein Haus mit Seele

Das nolax House ist ein Haus mit Seele, das zum Bleiben animiert. Der Dialog, aus dem es entstanden ist, findet sich in jedem Bereich, in jedem Teil des Gebäudes wieder. Aus der Ausrichtung des Unternehmens, Verbindungen zu schaffen, stellt das Bauwerk selbst auch Verbindungen her: Auf der einen Seite die Flexibilität in der Nutzung, auf der anderen die Unverwechselbarkeit im äusseren Ausdruck. Es gibt nonterritoriale Arbeitsplätze, die eigentlich anonym sind, aber durch die eigene Wahl des Arbeitsplatzes eine tägliche Vertrautheit schaffen. Die natürliche Welt der schönen Kulturlandschaft in der Umgebung trifft im Innern auf die kultivierte Welt einer neuen Arbeitslandschaft. Vom unteren Niveau mit Parkplätzen und Eingang erfährt man im oberen Geschoss die Weite sowohl im Gebäude als auch der weite Blick aus den Fenstern. Auf der Ebene des Materials verbinden sich Holzträger mit Betonplatten und der kühle, silberfarbene Sonnenschutz mit dem warmen, goldfarbenen Öffnungsflügel. Im nolax House verspricht ein Ar­beits­ tag eben immer auch Lebensqualität.

Längsschnitt

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Statik Von Dr. Joseph Schwartz, Dr. Schwartz Consulting AG, Zug

Das Tragwerk im Grundriss.

Die Tragstruktur und das räumliche Konzept des nolax House bilden eine untrennbare Einheit in e­ inem Gebäude mit fliessenden, multifunktionalen Räumen unterschiedlichster Stimmung ohne eigentliche Erschliessungszonen. Dank intensiver Zusammenarbeit zwischen Architekt und Bauingenieur ab der Konzept-Phase bis und mit Ausführung ist sowohl gestalterisch als auch tragwerktechnisch eine kräftige Struktur entstanden, deren Ausdruck durch die Materialisierung der Holz-Beton-Verbundbauweise weiter gestärkt wird. Treiber der interdisziplinären Bestrebungen war die architektonische Entwicklung einer innovativen Bürolandschaft, die den Anforderungen der Bauherrschaft möglichst gut gerecht wird. Rückzugsorte für konzen­triertes Arbeiten, offene Begegnungsbereiche für Kommunikation und Austausch, Flexibilität und Erweiterungspotenzial waren Aspekte, auf die das Raumkonzept einzugehen hatte. Als Antwort darauf wurde die Struktur zum Generator der Räume deklariert, und die Split-Levelartige Geschossigkeit mit einem über alle Geschosse reichenden zentralen Aufenthalts- und Erschliessungsbereich organisiert. Erreicht wurde dies mithilfe einer Tragstruktur, die in der Lage ist, Räume ­sowohl anzudeuten als auch auszuformulieren, die gleichzeitig einem klaren Schema folgt und trotzdem erweiterbar bleibt. So sind die im Grundriss seriell windmühlenartig angeordneten hölzernen Unter-

züge auf unregelmässig angeordneten Holzstützen aufgelegt, von denen sich immer wieder vier zu Rechtecken ordnen, um Räume oder Kerne auszubilden. Die Stützen und die Unterzüge sind von aussen erkennbar als tragende Elemente, bleiben aber im Gegensatz zu den Betonbrüstungen, die dem Bauwerk Horizontalität und Dynamik verleihen, im Hintergrund. Gleichzeitig lässt das starke Öffnungsverhalten der stark verglasten Fassade Aussenraum und Landschaft ins Gebäude hineinfliessen. Tragwerk und konstruktive Lösungen

Das flach fundierte Gebäude weist ein Untergeschoss auf, das in konventioneller Bauweise erstellt wurde. Die horizontale Aussteifung unter Wind- und Erd­ bebeneinwirkungen erfolgt über die massiven Stahlbetonwände sowie über die eingespannten vorfabrizierten Stahlbetonstützen. Diese sind einerseits über Bolzen mit den Brettschichtträgern und anderseits mittels durchgehender, nachträglich eingelegter vertikaler Bewehrung mit den Decken verbunden, ­sodass sie mit den Decken Rahmentragwerke bilden. Die Decken wurden in Stahlbeton erstellt. Zur Erzielung eines statischen Zusammenwirkens der Decken mit

Das komposite Tragwerk vereint statische, räumliche und gebäudetechnische Überlegungen.

Vorgespannte Brüstungen.

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den unterzugartigen Holzträgern wurden geneigte Stahlbinder in die Holzträger eingelassen. Die Decken mit den integrierten Gebäude­technik­ leitungen übernehmen diverse tragwerktechnische Funktionen: Sie tragen die Eigen- und Nutzlasten zu­ sammen mit den Holzbalken zwischen den Stützen ab, dienen zudem als sekundäre Tragelemente in die Querrichtung zwischen den Balken und wirken als Zugelemente im Bereich der Auskragungen, in denen die Holzbalken auf Druck beansprucht sind. Zur Er­ zielung eines guten Verhaltens im Gebäudeunterhalt wurden die Decken vorgespannt. Zur Vermeidung be­ weglicher Spannköpfe in den Randbereichen und der damit verbundenen Spannnischen in den sichtbaren Deckenstirnen wurden Spannnischen in den Decken­ feldern angeordnet, die nicht bis an die Deckenunter­ sicht reichen, sodass der Sichtbeton ungestört durch­ laufen konnte. Weitere Herausforderungen stellten sich bei den Übergängen vom Aussen- ins Innenklima: Hier wur­ den die Stahlbetonplatten mit Kragplattenanschlüs­ sen versehen, durch die einerseits die Spannkabel hindurchgeführt wurden und die anderseits zur Erhö­ hung des Schubwiderstands mit einfachen Rundstäh­ len ergänzt wurden. Zur Aufnahme der grossen nega­ tiven Momente bei den Auskragungen quer zu den Holzträgern werden die Stahlbetonbrüstungen her­ angezogen, die so vorgespannt wurden, dass deren Umlenkkräfte die ständigen Lasten vollständig kom­ pensieren, sodass die Verformungen der Decken ge­ ring bleiben und keine Probleme mit den Fenstern ­infolge Kriechverformungen der Decken auftreten.

Der Beitrag der Ingenieure beim nolax House be­ steht einerseits in der gelungenen interdisziplinären Konzeption der Raum- und Tragstruktur in Zusam­ menarbeit mit den Architekten und anderseits in der sehr sorgfältigen konstruktiven Ausbildung des bis an die Grenzen des Machbaren getriebenen Tragwerks, stets unter ausgeklügelter und konsequenter Verfol­ gung der inneren Kräfte. Das Tragwerk stellte sehr hohe Anforderungen an die Planenden und die Ausführenden. Dank bewusster und engagierter interdisziplinärer Zusammenarbeit ab der ersten Konzeptphase, dem sehr starken Ver­ trauensverhältnis sowohl der Planenden untereinan­ der als auch mit der Bauherrschaft sowie dem grossen Einsatz und dem respektvollen Umgang aller Beteilig­ ten in der Ausführungsphase konnten die grossen ­Herausforderungen souverän gemeistert werden.

Büroplanung Von Bettina Atzgerstorfer, Vitra AG, Workplace Consultant

Von der Überzeugung ausgehend, dass die Gestaltung und Möblierung von Räumen grossen Einfluss sowohl auf die Motivation als auch auf die Performance und Gesundheit der Mitarbeiter hat, entwickelte Vitra in enger Zusammenarbeit mit dem Auftraggeber und den Architekten ein auf die Bedürfnisse und Anforde­ rungen von Nolax ausgerichtetes Nutzungskonzept. Auf Grundlage der individuellen und kollektiven Be­ dürfnisse der Mitarbeiter und ihrer unterschiedlichen

Der freie Grundriss ermöglicht unter­schiedliche Nutzungs-Szenarien.

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Grössere Bereiche können für Workshops oder Sitzungen genutzt werden.

Arbeitsweisen wurde eine Lösung erarbeitet, die durch das sorgfältig austarierte Zusammenspiel der verschiedenen Räume und Raumkonzepte die Werte, die Kultur und die Prozesse der Organisation widerspiegelt und erlebbar macht. Die konsequent auf das Gesamtkonzept abgestimmte Auswahl von Möbeln, Farben, Textilien und Licht resultierte in einer Collage aus für die j­ eweilige Nutzung – Begegnung, informeller Austausch, Team- oder Einzelarbeit – optimierten Räume und Zonen mit differenzierter Atmosphäre. Flexibles Nutzungskonzept

Die moderne Arbeitswelt ist zunehmend geprägt von Digitalisierung und Automatisierung. Die damit ­einhergehenden Veränderungen verlangen von den Mitarbeitern ein hohes Mass an Unvoreingenommenheit und Anpassungsfähigkeit und von den Unternehmen kurze Reaktionszeiten. Die kontinuier­liche technische Entwicklung geht einher mit der Entwicklung und Umsetzung neuer Arbeitsmethoden und -mo-

delle. Mehr denn je braucht es deshalb flexible Raumlösungen. Eine offene Architektur mit möglichst ­wenigen tragenden Wänden schafft die dafür benötigten Voraussetzungen, um eine zukunftsgerechte Arbeitsweise zu ermöglichen. Für die angestrebte bereichs- und funk­tionsübergreifende Zusammenarbeit – innerhalb bestehender Strukturen wie auch in Projektteams – braucht es geeignete, auf die spezifischen Anforderungen ausgerichtete flexible Arbeitsplätze. Der über Jahre einem einzelnen Mitarbeiter fest zugeordnete Arbeitsplatz wird zunehmend die Ausnahme sein und zulasten der sogenannten aktivitätsbasierten Arbeitsweise (Activity Based Working, ABW) früher oder später wohl ganz verschwinden. Durch das Sichtbarmachen von Arbeit und Prozessen leisten räumliche Offenheit und Transparenz einen wesentlichen Beitrag dazu, dass sich innerhalb des Unternehmens ein Wir-Gefühl entwickelt. Arbeit findet nicht mehr hinter geschlossenen Türen oder versteckt hinter massiven Aktenschränken statt. Offene Strukturen und klar erkenntlich ihrer Funktion zugeordnete Zonen begünstigen und fördern den für Innovation und Identifikation mit dem Unternehmen wünschenswerten informellen Austausch innerhalb der Organisation ganz allgemein, besonders aber auch zwischen jenen Mitarbeitenden, die dazu sonst nicht unbedingt Veranlassung oder Möglichkeit hätten. Das von Nolax für den Neubau verlangte flexible Nutzungskonzept und die architektonische Übersetzung der Architekten bildeten sowohl für den ­eigentlichen Planungsprozess als auch für eine Resultat- und lösungsorientierte Zusammenarbeit eine ausgezeichnete Basis. Die durch offene Strukturen gewährleistete Durchlässigkeit über die jeweils versetzten Geschosse sowie die durchdachte Platzierung von Sitzungsräumen und Erschliessungen ­ermöglichten eine in sich flexible, sich aus der räumlichen Struktur ergebende logische und klar zuordenbare Verortung der verschiedenen Zonen. Bei der Entwicklung des Konzepts stand die Multi­funktionalität im Sinn von «arbeiten ist überall möglich» stets im Vordergrund. Die Lösungsfindung erfolgte in einem von der Verkehrsführung ausgehenden kontinuierlichen Dialog mit Nolax und Deon auf Grundlage der 2D-Pläne. Ausgehend vor allem vom Verhalten und der Arbeitsweise der Mitarbeiter ging es im Rahmen dieses ersten Prozessschritts in erster Linie darum, die ­verschiedenen Zonen und Räume hinsichtlich ihrer Funktion und Bestimmung zu definieren: als Ort der Begegnung und des informellen Informations­ austauschs oder als Rückzugsraum für Projekt­beziehungsweise konzentrierte Einzelarbeit.

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Nach der räumlichen Zuordnung ging es im zweiten Schritt darum, für die verschiedenen Zonen und Räume eine dem funktionalen Anspruch entsprechende Atmosphäre durch die dafür geeignete optisch und materiell differenzierte Ausstattung zu entwickeln. Das sich daraus ergebende breite Spek­trum verschiedener Lösungen umfasste Arbeitsplatzsituationen mit abgestufter Privatheit für Team- und ­Einzelarbeit, ausgestattet mit Tischen auf Sitzhöhe, Steh- oder höhenverstellbaren Tischen, individuell zu nutzende Touchdown-Bereiche mit Arbeits­flächen entlang des Lichthofs, eine Projektzone mit flexiblem Mobiliar sowie mit Sofas und Sesseln ausgestattete Zonen mit der Möglichkeit des informellen Austauschs oder des temporären Rückzugs. Das Herzstück des Gebäudes bildet die im Atrium platzierte Sitztreppe mit angrenzender Kaffee-Ecke. Um Klarheit zu schaffen und den Mitarbeitenden die Gelegenheit zu geben, sich frühzeitig selber ein Bild vom neuen Nutzungskonzept ohne fest zugeteilte Arbeitsplätze und ohne physische Ablage zu machen, wurden bereits rund eineinhalb Jahre vor dem Umzug im damals genutzten Gebäude verschiedene Arbeitsplatzsituationen mit wenig Aufwand implementiert und getestet.

grund der vom Auftraggeber definierten Anforderungen an ein innovations- und identi­ fi­ ka­ tions­ freundlichen Arbeitsumfelds war das Projekt zum Zeitpunkt des Bezugs durch die Mitarbeitenden voll funktionstüchtig, das Gebäude aber noch nicht bis ins letzte Detail und die hinterste Ecke fertig möbliert und eingerichtet. Dies deshalb, um das Konzept so flexibel und entwicklungsfähig zu halten wie die Menschen, die darin arbeiten. Darum besteht innerhalb des vom Konzept eingefassten Rahmens im wahren Wortsinn noch viel Raum für Anpassungen und Veränderungen. Dieses Verständnis von nolax widerspiegelt die ausserordentliche Agilität und die zukunftsorientierte Kultur des Unternehmens. ●

Es gibt Rückzugsplätze und Powernapping-Bereiche. Die Gliederung der verschiedenen Geschosse erfolgt durch gezielte Platzierung von Körpern im Raum.

Bautafel Bauherr Nolax AG, Sempach Station Architektur und Generalplaner DEON AG, Luzern Landschaftsarchitektur Vogt Landschaftsarchitekten AG, Zürich Tragwerk Dr. Schwartz Consulting AG, Zug Bauphysik RSP Bauphysik AG, Luzern Konzeption Gebäudetechnik Prof. Urs Rieder HLK Olos AG, Baar Sanitärplanung Aregger Partner AG, Luzern Elektroplanung Jules Häfliger AG, Luzern Laborplanung Aicher, De Martin, Zweng AG, Luzern

Konsequente Umsetzung

Stefan Leumanns klare Vision für das nolax House, das grosse Engagement und die Beharrlichkeit des Projektteams sowie die konsequente Umsetzung waren aus Sicht von Vitra die ausschlaggebenden Kriterien für die erfolgreiche Umsetzung des vor­ geschlagenen Raum- und Nutzungskonzepts. Auf-

Bauleitung Christian Müller Baumanagement AG, Rothenburg Baumeister Estermann AG, Geuensee Holzbau Tschopp Holzbau AG, Hochdorf Büroplanung Vitra AG, Zürich Inneneinrichtung Waldis Büro und Wohnen AG, Kriens Sonnenschutz Storama AG, Burgstein-Station Beleuchtung Lichtteam AG, Rothenburg

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Der Entwurf von ATP architekten ingeni­eure, Zürich, für das IWC Manufaktur­zentrum in Schaffhausen fügt sich harmonisch in die Landschaft ein und erinnert an pavillonartige Gebäude der Moderne.

Inspiriert von Luxus und Präzision  Manufakturzentrum   Schaffhausen 


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Glastrennwände sorgen für Transparenz.

Der Aussenauftritt des Gebäudes: Präzise Fügung der Fassade, filigrane Auskragungen aus weissen AlucobondPlatten wechseln mit schwarzen geschlossenen Flächen.

Von Uwe Guntern (Redaktion), IWC und ATP /Jantscher (Bilder) «Unter diesem Dach vereinen wir unsere Kernpro-

zesse und jene Fertigungsschritte, die in der Vergangenheit auf verschiedene Standorte verteilt waren», erklärte Andreas Voll, Chief Operating Officer von IWC, anlässlich der Eröffnung im vergangenen Jahr. Im neuen Bau platziert der Luxusuhrenhersteller eine optimierte Produktionslogistik, welche die gesamte Gehäuse- und Werkteilfertigung sowie die Montage der Manufakturwerke umfasst. Seit der Amerikaner Florentine Ariosto Jones die International Watch Company 1868 in Schaffhausen gegründet hat, sind IWC und die Schweizer Stadt untrennbar miteinander verbunden. Der amerikanische Uhrmacher-Pionier setzte auf die Handwerkskunst der Schweizer Uhrmacher genauso wie auf moderne Technologie, und er machte sich auch die Wasserkraft des Rheins zunutze. 1874/75 baute IWC eine Fabrik, die bis heute als Headquarter dient.

2005 und 2008 wurde der Bau in der Schaffhauser Altstadt erweitert. Trotzdem stiess das Unternehmen am Hauptsitz auf Kapazitätsgrenzen und entschied, im acht Kilometer entfernt gelegenen Merishausertal ein neues Manufakturzentrum zu schaffen. Der Neubau ist also bereits die dritte Standorterweiterung in 13 Jahren und steht für das kontinuierliche Wachstum des Traditionsbetriebs genauso wie für 150 Jahre Handwerkstradition. Exquisite Manufaktur

Mit ATP architekten ingenieure, Zürich, fand IWC den idealen Partner für den Bau dieses neuen Manufakturzentrums, das Besuchern die Welt von IWC präsentiert. Grundsätzlich orientiert sich der Entwurf von ATP architekten ingenieure an pavillon­ artigen Gebäuden der Moderne. Ebenso liessen sich die Entwerfer von den eleganten Präzisions­ stücken, die IWC fertigt, inspirieren.

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Besucher können im Visitors Room an speziellen Tischen selbst einzelne Arbeitsschritte ausführen.

Blick in die Produktion. Die Werkund Gehäuseteile werden mit hoch­ präzisen Dreh- und Fräszentren gefertigt.

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«Das Gebäude wirkt so schlicht, so filigran und so zeitgemäss wie eine IWC-Portugieser-Uhr», betont Jürgen Zipf, Gesamtprojektleiter bei ATP Zürich für den Neubau. Gebaut wurde also kein herkömm­liches Produktionsgebäude, sondern eine exquisite Manufaktur. Die Arbeitsplätze finden sich in grossen, lichtdurchfluteten Hallen. Diese geräumigen Produktionsstätten erleichtern die Zusammenarbeit und können für künftige Herausforderungen in der Produktion auch flexibel angepasst werden. «Das Gebäude entspricht auch in dieser Hinsicht den ­Vorgaben und Wünschen der IWC. Es könnte täglich ­anders genutzt werden – und das mit minimalem Aufwand», so Zipf. Als massgeblich für die Gestaltung des Gebäudes erwies sich auch der räumliche Kontext.«Lokale Gegebenheiten wie Wald und Fluss haben unsere Planung beeinflusst. Und mit dem Hang haben wir gespielt», erklärt Zipf. Das neue Manufakturzentrum steht selbstbewusst an einem leichten Geländesprung am Ende des kleinen Gewerbegebiets im von Wäldern gesäumten Merishausertal. Der zweigeschossige Neubau thront weder überheblich auf der Anhöhe, noch duckt er sich verschämt in den Hang. Vielmehr nimmt er subtil Bezug auf die Topografie des Tals und schmiegt sich als sichtbares architektonisches Zeichen an den Geländesprung. Eine grosszügige Dachterrasse vor der Kantine im zweiten Obergeschoss setzt die Aussicht auf das liebliche Tal besonders in Szene. Bis zu 400 Mitarbeiter können zukünftig in den neuen Hallen arbeiten. Diese sind räumlich flexibel. Die Flexibilität basiert auf einem durchgehenden Konstruktionsraster von 13,5 mal 13,5 Metern für die grossen Produktionsflächen, die für Möblierung und Maschinenaufstellung zur Verfügung stehen und

eine flexible Raumeinteilung zulassen. Nebenträger im Abstand von 2,25 Metern treffen immer wieder auf das Hauptraster von 1,50 Metern. Die Raumabfolge des 139 Meter langen Baus orientiert sich an den Produktionsprozessen mit den unterschied­ ­ lichen Anforderungen der einzelnen Arbeitsschritte – von der offenen Produktion über die Räume für chemische Galvanikprozesse oder Qualitätssicherung bis zum Sauberraum. Kaum sichtbar fassen Medien­ säulen ­diverse Anschlüsse und Installationen zusammen – in einer einheitlichen, optisch ansprechenden Lösung. Im Obergeschoss finden sich Kantine und Dachterrasse. Ausserdem ist es ein Ort, an dem die Besucher das Know-how sehen können, das Hightech mit alter Handwerkskunst vereint. Sie erleben die Manufaktur als Showroom, in dem sie alle Produk­ tionsprozesse mitverfolgen können. Die Sprache der Fassade

Die Entwerfer integrierten das Corporate Design des Luxusuhrenherstellers in die Sprache der Gebäudehülle. Die Präzision, die für die Produktion der Uhren eingesetzt wird, spiegelt sich in der präzisen Fügung der Fassade wider. Dort ist auch ein Teil der Zuluftanlagen wie selbstverständlich angebracht. Fassade und Innenausbau wurden konsequent auf einem Raster von 1,5 mal 1,5 Metern geplant und gebaut. Die Pfosten-Riegel-Fassade verfügt über geschlossene Brüstungen. Weisse Alucobond-Platten prägen die Aus­ kragungen, die für den pavillonartigen Charakter verantwortlich sind. Sie wechseln mit schwarzen, ­geschlossenen Flächen. Aussenliegende, raumhohe Stoffstore sorgen für die Verschattung. Sie werden auch über die geschlossenen Brüstungen geführt. Das ausladende, filigrane Vordach kragt über drei Meter

Ansicht West

Ansicht Nord

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Den lichtdurchfluteten Produktionsräumen liegt ein Konstruk­ tionsraster von 13,50 × 13,50 Metern zugrunde. Dies bietet viel Flexibilität bei künftigen Änderungen der Produktionsprozesse.

BIM-Explosions­ zeichnung

Architektur

Digitale Planung

Baustatik

Das IWC Manufakturzentrum wurde bei ATP Zürich mittels eines detaillierten digitalen Gebäudemodells mit BIM (Building Informa­tion Modeling) geplant. Diese Methode bildet Bauwerke anhand eines detailgetreuen digitalen Gebäude­modells mit allen relevanten Informationen in einer Datenbank ab. Dieser digitale Zwilling wird über den gesamten Planungsprozess von allen Projektbeteiligten mit Informa­ tionen angereichert und unterstützt so eine bessere Planung, Ausführung und spätere Bewirtschaftung des Gebäudes. Die Integrale Planung von ATP kann die Vorteile von BIM umfassend ausschöpfen. Der von ATP über mehrere Jahre entwickelte BIM-Standard trug zur Österreichischen BIM-Norm (ÖNORM A 6241) bei. ATP stellt ihn über die Wissensplattform BIMpedia allen Marktteilnehmern zur Verfügung.

Haustechnik

Gesamtmodell

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frei aus. Nicht-tragende Edelstahlstützen zieren die elegante Konstruktion. Die Fassaden-Verglasung ist dreifach isoliert. Die Lust am Luxus spüren Besucher bereits beim Entrée. Eine imposante breite Betonfreitreppe unter einem neun Meter ausladenden Vordach führt nach oben, inklusive Effektbeleuchtung für die Abendstunden. Die Treppenelemente bestehen aus einem 13 mal 1,20 Meter grossen Block, der in einem Guss gefertigt wurde. Die Befestigung für die Glasge­ länder wurde unsichtbar integriert. Die grazilen ­Auskragungen weisen den Weg ins Innere, wo aus­ gewählte, edle Materialien und Farben eine elegante Eingangshalle fassen. Ein überdimensionales Prä­ zisionsuhrwerk prangt als Kunstwerk hinter dem Empfang. Innen sorgen Glastrennwände für Transparenz. Besucher treffen aber auch auf massive ­Betonkerne. Eine Design-Holzwand dient der Be­ sucherführung. Abgehängte Metalldecken über den Hauptverkehrsflächen unterstützen dies. Die Farben Schwarz und Weiss dominieren und kontrastieren in den Innenräumen. Hellgraue Böden, schwarz lasierte Betonwände und Holzwände mit einer leicht ins rötlich neigenden Farbigkeit und feiner, dezenter Maserung ergänzen die edle Materialwahl. Die Beleuchtung wurde in Form quadratischer LED-Leuchten ebenso ins Gebäuderaster eingefügt – als Schachbrettmuster über die gesamte Produk­ tionsfläche. Auf den Arbeitsflächen liefern die Leuchten bis zu 900 Lux aus fünf Metern Höhe. Ebenso fügt sich die gesamte Lüftung in dieses quadratische Raster. Repräsentativer Aussenbereich

Bei den repräsentativen Aussenanlagen im Westen sorgen gepflegte Rasenflächen für freie Sicht auf das elegante Gebäude. Felder aus Reitgras und Lavendel rahmen sie. Kies aus weissem Carrara-Marmor ­markiert den Übergang von den Freiflächen zum Gebäude. Besondere konstruktive Elemente und ­ ein ausgeklügeltes Lichtkonzept unterstützen den repräsentativen Charakter dieses Bereichs. Die ­Betonelemente sind Sonderanfertigungen und farblich abgestimmt auf das Foyer. Die Mitarbeiterparkplätze im Osten befinden sich auf Rasengittersteinen. Asymmetrisch gepflanzte Hainbuchen lockern den Aussenraum auf. Im Norden und Süden geht der gepflegte Rasen jeweils fliessend in bunt blühende Wiesenflächen über. ­ Die Heckenformationen entlang der Nord- und ­Südgrenze dienen künftig als Bewegungskorridor für die lokale Fledermauspopulation. Die Pflanzungen resultieren aus Auflagen für die Bewilligung des Neubaus. Die Nebengebäude bestehen aus Sichtbeton

Situationsplan

mit schwarzer Lasur. Die Oberflächen in AnthrazitSchwarz orientieren sich am Neubau. Technische Gebäudeausrüstung

Den Wunsch nach präziser Eleganz kann man auch daran ablesen, dass die komplexe Technik am Dach kaum sichtbar ist. Weite Bereiche des Flachdaches nimmt eine Photovoltaik-Anlage ein, welche einen grossen Teil der benötigten Energie bereitstellt. Der hohe Energiebedarf wird weiter über Wärmerück­ gewinnung aus Luft und Wasser sowie durch die Nutzung des Grundwassers für Kühl- und Heiz­ zwecke gedeckt. Alle wärmedämmenden Mass­ nahmen orientieren sich am Minergie-Standard. Bei den komplexen Fragestellungen der Energieeffizienz, Nachhaltigkeit und Lebenszyklusorientierung macht sich die Erfahrung eines integral planenden Architekturbüros besonders bezahlt. Das Grundwasser wird für Kühl- und Heizzwecke genutzt. Das Dachwasser wird zu 100 Prozent in ­Retentionsflächen abgeleitet, weiter fliesst es in den Bach Durach. Das anfallende Umgebungsregenwasser wird nicht in die Kanalisation abgeleitet, sondern über die Schulter versickert. Das Gebäude verfügt über ein intelligentes Abfall- und Recyclingmanagement zur Wiederaufbereitung des Produktionsabfalls. Insgesamt haben 25 Ingenieur- und Planungs­ büros, über 70 Baufirmen und mehr als 1000 Handwerker ihren Beitrag zum Gelingen des Projekts geleistet. Für 13 500 Quadratmeter Pro­duk­tions­fläche wurden 8400 Kubikmeter Beton mit über 1000 Tonnen Bewehrungsstahl und 3300 Quadratmeter Glas verbaut. Bodenplatte, tragende Wände und Treppenhauskerne bestehen aus Sichtbeton, das Haupttragwerk aus Stahl. Die Decken sind Stahlverbunddecken. ● Architektur+Technik 2/19


32 Dossier Corporate Architecture

Öffnung und Transparenz  Ringier-Hauptsitz   Zürich 

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33 Dossier Corporate Architecture

Umbau des Ringier Hauptsitzes zu einem transparenten, modernen Medienhaus.

Das futuristisch gestaltete RadioEnergy-Studio.

Blick in den Meeting-Raum.

Von Uwe Guntern (Redaktion), Mint Architecture, Ringier und Thomas Buchwalder (Bilder)

Die neu gestaltete Fassade mit bodenlangen Fenstern gibt den Blick frei ins Innere des Medienhauses.

Das Ringier-Haus im Zürcher Seefeld öffnet sich nach aussen und baut den Hauptsitz zu einem modernen Medienhaus um. Mint ­Architecture begleitet den gesamten Umbau und kreiert einen Empfangsbereich, der Treffpunkt und Begegnungsort ist. Ringier ist längst ein international agierender Medienkonzern mit einem diversifizierten Medienangebot. Der Fokus liegt dabei sowohl auf Digita­ lisierung als auch auf Entertainment. Mit einem umfassenden Umbau sollte dem Wandel auch am Hauptsitz des tra­ ditionsreichen Medienhauses Rechnung getragen werden. In Zusammenarbeit Architektur+Technik 2/19


34 Dossier Corporate Architecture

Das grosszügige Foyer mit einem im­posanten Empfangs-Desk des Objektkünstlers Liam Gillick.

Das Radiostudio schliesst direkt an das Café «The Studio» an. Von dort können die Gäste den Machern bei der Arbeit zusehen.

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35 Dossier Corporate Architecture

Im Café «The Studio» können die Gäste bei einer Verschnaufpause der Musik von Radio Energy lauschen.

mit Mint Architecture und Fachspezialisten wurden das Erdgeschoss und das erste Obergeschoss komplett erneuert. Nach strengen Vorschriften

Eine Öffnung nach aussen, mehr Transparenz und ein junges Konzept, das dem Wandel in der Medienwelt entspricht: Diese Ziele verfolgt der traditionsreiche Medienkonzern mit dem Umbau seines Stammhauses an der Dufourstrasse im Zürcher Seefeld. Mint Architecture begleitet das Projekt mit den beiden Auftraggebern Ringier und Radio Energy in allen Phasen, wobei der Planung aufgrund strenger baulicher Vorschriften im Bereich Brandschutz und Fluchtwege eine besonders hohe Bedeutung beigemessen wird. Neben der Grundlagenerarbeitung für die Anpassungen der beiden betroffenen Stockwerke, analysiert und beurteilt Mint Architecture mit Fachspezialisten die Grundrisse bezüglich der Vorgaben und erstellt die Gestaltungspläne für die von ihnen geleiteten Umbauten. Die neu gestaltete Fassade mit bodenlangen Fenstern gibt den Blick frei ins Innere des Medienhauses mit drei eigenständigen Bereichen. Als Erstes angezogen werden die Vorbeigehenden vom futuristisch gestalteten Radio-Energy-Studio. Statt

hinter Mauern versteckt zu sein, erhalten die Radiomacher einen Standort an bester Passantenlage. Im Innern schliesst das Radiostudio direkt an das Café «The Studio» an, in dem die Gäste bei einer Verschnaufpause der Musik von Radio Energy lauschen und den Machern bei der Arbeit zusehen können. Der dritte Bereich umfasst ein grosszügiges Foyer mit einem imposanten Empfangs-Desk des Objektkünstlers Liam Gillick, eine Kunstgalerie mit wechselnden Ausstellungen zeitgenössischer Werke sowie einen einladenden Meeting-Raum. Diese Kunden- und Begegnungszone wird von Mint Architecture entworfen und zusammen mit dem Radio­studio und dem Gastrobereich zu einem architek­tonischen Ganzen zusammengeführt. Sich infor­mieren, konsumieren, verweilen, sich treffen und geniessen: Dies alles ist im neuen Medienhaus heute möglich. Das Umbauprojekt umfasst neben der Fassadenöffnung und dem Erdgeschoss auch das erste Obergeschoss. Hier werden weitere futuristische Radiostudios von Radio Energy sowie neue Büro- und Meeting-Räume realisiert. Mint Architecture übernimmt das Baumanagement des gesamten Umbaus, der nach fünf Monaten erfolgreich abgeschlossen wurde. ●

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36 Schwerpunkt Küchentrends

Der Schweizer Designer Alfredo Häberli stellte an der «LivingKitchen» mit der Sonderschau FutureKitchen seine Zukunftsvision der Küche vor.

Die Küchenvision von Alfredo Häberli

Future Kitchen

Wie sieht das Küchen-Design von morgen aus, wie verändern die Ernährungstrends die Technologien in der Küche, und wie smart können wir Kochen und Konsumieren, Wohnen und Essen vernetzen? Parallel zur «imm cologne» zeigten Markenhersteller und Designer auf der «LivingKitchen» im Januar ihre Vision vom Leben in der Zukunft mit vielen Produktneuheiten und attrak­tiven Events. Im Rahmen der «LivingKitchen» stellte der Schweizer Star-Designer Alfredo Häberli seine Küchen­vision vor. Ein bisschen verströmte die Installation aus grün gestrichenen Regalen, Wänden und Ablagen den Charme eines GreenscreenStudios. Sie vermittelte den Besuchern einen visionären Ausblick auf die Küche der nahen Zukunft. Eine Zukunft, in der die Küche weiterhin im Zentrum des Wohnens steht, in der neben ihren traditionellen Funktionen als Zubereitungsort der Speisen und als sozialer Treffpunkt noch eine andere Kultur gepflegt wird. Denn in Alfredo Häberlis Future Kitchen wird der bewusstere Umgang mit den Ressourcen zum Alltagsritual. Und Häberli denkt auch in anderer Hinsicht weiter: Nicht gun.

Der Schweizer Designer Alfredo Häberli erläuterte die Konzepte seiner Wohninstallationen.

nur die Medien werden mobil – auch so ursprünglich unverrückbare Geräte wie Herd oder Ofen wandern in seiner Future Kitchen mit den Küchenbenutzern von einem Platz zum anderen oder werden platzsparend verschoben. Die Seele des Hauses

Für Alfredo Häberli ist die Küche die Seele des Hauses. Schon mehrmals hat er sich mit zeitgenössischen Formen der Küche aus­ einandergesetzt. Überraschende Klarheit und Geradlinigkeit charakterisieren Alfredo Häberlis Vision von der Zukunftsküche. Der renommierte Designer nimmt die Historie der Küche, abstrahiert die Idee von der Form und bietet eine architektonische Projektionsfläche. Auf der scheint auf einmal wirklich alles möglich: Raum für technologische Innovationen, modernes Produkt-Design und sinnliche Materialien, aber auch Raum für soziale Interaktion und individuelle Bedürfnisse – das ist der Rahmen, in dem die Küche der Zukunft Gestalt annimmt. Häberli verdeutlichte die sinn­liche Ausrichtung seiner Konzeption für die Ausstellung, die mit konventionellen Seh- und Denkgewohnheiten bricht. Ausserdem Architektur+Technik 2/19

setzte er sich hierbei plastisch und architektonisch mit der zunehmenden Verknappung von Ressourcen auseinander. Die Entwürfe sind auch Ausdruck von Häberlis Suche nach sinnhaf­ ter Reduktion und damit ganz im Geist seines Vorbildes, des Illustrators Saul Steinberg, der mit wenig Material und Strichen viel aussagt. Bekannt geworden ist Häberli für seine Kooperationen mit namhaften Firmen wie Alias, Camper, Iittala, Luceplan, Vitra und Moroso. Dabei gestaltete er in erster Linie Alltagsgegenstände, darunter das Tafelservice Origo und die Trinkglas-Serie Essence. Doch auch Möbel wie der Sessel Take a Line for a Walk oder der Stuhl Segesta gehören zum bekannten Portfolio des Designers, der 1964 in Argentinien geboren wurde. Häberli beschäftigt sich immer wieder mit der Weiterentwicklung des menschlichen Wohnens und Lebens. So auch 2008, als er für den italienischen Hersteller Schiffini eine futuristische Konzeptküche mit Werkstattcharakter entwarf, bei der die Oberflächen von Kupferkesseln inspiriert waren und die Kochinsel mit speziellen Absauglampen überraschte. ɁɁlivingkitchen-cologne.de


37 Schwerpunkt Küchentrends

Das Projekt reflektiert die Suche nach neuen Gestaltungs­ möglichkeiten. Bilder: Studio Alfredo Häberli, Zürich; Kölnmesse

Das Haus ist durch die Küche erreichbar. Die Beziehung zum Garten mit haus­ gemachten Lebens­ mitteln erhöht auch das Bewusstsein für das Wesentliche.

Die Küche ist wie ein Werkzeug, um neue, unentdeckte Welten zu erforschen.

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38 Schwerpunkt Küchentrends

Die hohen Anforderungen an die Luftqualität erfordern, dass man die Dunstabzugshaube frühzeitig in der Lüftungsplanung berücksichtigt. Dunstabzugshauben

Smarte Geräte im Trend Von Giancarlo Fugazzaro, Leiter Produktmanagement Wesco AG

Dadurch, dass die Gebäude energetisch besser gedämmt werden, dringen weder Aussenluft noch Aus­ sengeräusche durch Spalten ins Innere. Dadurch werden Betriebsgeräusche von Geräten bewusster wahrgenommen als bisher. Hinsichtlich der Luftqualität hat dies auch zur Folge, dass der erforderliche Luftwechsel bewusst erfolgen muss. Gerade die hohen Anforderungen an die Luftqualität erfordern, dass man die Dunstabzugshaube frühzeitig in der Lüftungsplanung

berücksichtigt. In der frühen Planungsphase lassen sich Abluftleitungen noch einfach planen und umsetzen. Dies ist später nur mit hohem Aufwand möglich. Bauherren empfehlen wir generell den Abluftbetrieb oder, wenn dies aus baulichen Gründen nicht möglich ist, wenigstens eine sehr gute Umluftlösung. Wesco gibt hier auch für Kunden eine Orientierung mit der Klassi­fizierung von Geruchsfiltern. Konnektivität

Ein Trend in der Gerätewelt sind smarte Geräte. Komfortabel lasArchitektur+Technik 2/19

sen sich neu die Geräte mit KNXAnbindungen, Apps oder Fernbedienung von der Couch aus via Bluetooth steuern. Wesco hat zur einfachen Anbindung das Connect-Programm lanciert, um den Wohn- und Bedienkomfort von Anwendern spürbar zu erhöhen. Design von Hauben

Die Übergänge von Küche und Wohnraum werden immer flies­ sender. Es ist auf der Möbelseite zum Teil gar nicht mehr wahrnehmbar, ob man schon in der Küche steht oder noch im Wohnraum. Diese Entwicklung führt bei


Die Einbauhaube 211 sorgt für Ruhe und Frische. Dank neuer Filtertechnologie sorgt die EVME 211 auch als Umlufthaube für beste Ergebnisse bei deutlich reduzier­ tem Energieverbrauch.

Nicht nur Design und Materialisierung sind bei einem Dunst­ abzug massgebend, sondern auch das Innenleben. Deshalb forscht Wesco für Dunstabzüge an neuen Filtrations­tech­ nologien. Resultat sind die neuen Geruchsfilter für Umlufthauben wie der innovative Geruchsfilter Plasma Compact mit Plasmatechnologie.

Dunstabzugshauben dazu, dass diese entweder stark im Mittelpunkt stehen (z.B. Berbel Frame) oder sich sehr stark integrieren (z.B. Wesco EVME 211). Neben dem Betriebsgeräusch der Haube wird der Beleuchtung eine immer wichtigere Rolle zugeteilt.

Helios in neuer Dimension.

Kopffreiheit an der Insel

Keine andere Produktkategorie ist im Moment so stark im Aufwind wie Tischhauben. Darunter fallen alle Geräte, welche nach unten absaugen, wie Kochfeldabsaugungen oder Tischlifthauben, die auf eine bestimmte Höhe herausfahren – man möchte sich nicht mehr den Kopf anstossen. Mit dem Trend steigt jedoch die Komplexität der Abluftplanung. Hier wird oft mangels Erfahrung oder Machbarkeit eine Umluftlösung eingesetzt, da diese einfacher einzubauen ist. Leider stellen wir fest, dass einfache Umluftlösungen zulasten der Luftqualität gehen. Die Wartungsintervalle sind in der Regel kurz (ca. ein halbes bis ein Jahr), und die Anwender wechseln den Geruchsfilter nicht, da er oft schwer zugänglich ist. ɁɁwesco.ch

Helios AIR1 – die neue Grösse energieeffizienter Kompaktlüftungsgeräte. Wenn Sie Grosses planen, finden Sie jetzt bei Helios genau die richtige Lösung. Denn die neue Helios AIR1 Produktfamilie besteht aus 3 Geräteserien mit 22 Gerätetypen und bietet in einem Volumenstrombereich von 500 bis 15.000 m3/h mehr als 100 verschiedene Konfigurationen. Optimierte Lüftung mit Wärmerückgewinnung – energieeffizient und für alle Anwendungsbereiche. www.HeliosAIR1.com


40 Schwerpunkt Küchentrends

Neues BackofenSortiment

Das komplett neu entwickelte Sortiment von V-Zug an Backöfen ist übersichtlich, hoch­ wertig und in Zug produziert. Es bietet zuverlässige Geräte, die noch präzisere Backergebnisse liefern. Zur Auswahl stehen drei Komfortstufen: vom Einstiegsprodukt Combair V200 bis zum

Combair V600, der die höchste Ausstattung in der Advanced Line bietet. Die Komfortstufen unterscheiden sich vor allem in den verfügbaren Anwendungen. Eines haben sie alle gemeinsam: das moderne, puristische und zeitlose Design. Dieses ist in den Farben Schwarz, Weiss und Chrom erhältlich. Für eine perfekte Integration in die Küche sind zudem die Blendenhöhen für den Unter- und Obereinbau differenziert, damit sie mit den anderen Küchen­ geräten perfekt harmonieren. Die Bedienung der neuen Linie ist einfach, intuitiv und modern. Die neue Form des Drehgebers ermöglicht eine noch angenehmere Handhabung der Geräte. Standardmässig vernetzt, profitiert man zudem von zahlreichen Vorteilen in der App.

ɁɁvzug.com

Puristische und zeitlose Küche Aufs Wesentliche reduziert: Dank der puristischen Oberflächen, der klaren Formen und der grifflosen Möbel lässt diese Küche Raum für Begegnungen. Modernste Geräte wie beispielsweise ein zentrales Steuerungssystem mit Touchscreen lassen in Sachen Handling Träume wahr werden.

ɁɁsabag.ch

Kochfeldabzug mit mehr Luxus

Der neue 2-in-1-Kochfeldabzug von Silverline zeigt sich jetzt mit noch mehr Luxus. Nebst den bisher bekannten Innovation und Features, die das Kochen regelrecht auf den Kopf stellen, wird das prämierte «Flow in» um weitere hilfreiche Funktionen erweitert. Auch eine kratzresistentere Oberfläche sowie die effizientere Flächeninduktion mit Slidersteuerung und Direktanwahl stellen weitere Mehrwerte dar. Das innovative Design und die hohe Funktionalität stehen für das erlebnisorientierte Kochen von heute. Der kompakte und leise Sockelmotor mit 700m³/h Leistung arbeitet mit Energieeffizienzklasse A. Die 2-in-1Lösung ist übrigens vom Plus X Award als «Bestes Produkt des Jahres 2016/2017» ausgezeichnet worden. «Flow in» arbeitet effi­ zient, leise und sorgt zuverlässig für gute Luft in der Küche. ɁɁsilverline24.de

Architektur+Technik 2/19

Formschöne Einheit Eine Elbau-Küche ist stets ein Unikat, nach Mass gefertigt und genau an die baulichen Gegebenheiten angepasst. In ihr spiegeln sich die Vorstellungen und Wünsche des Besitzers wider, sein Stilempfinden – und seine Persönlichkeit. So auch bei der abgebildeten Küche. Das aufgesetzte Holzelement strukturiert die Kücheninsel und sorgt in Verbindung mit dem Parkettboden für einen stimmigen Kon­ trast zur komplett weissen Küche aus satiniertem Glas. Ein besonderes Highlight ist die spezielle, von der Decke abgehängte Dunstabzugshaube mit integrierter Glasplatte und Beleuchtung, die durch die Ausführung in den gleichen Dimensionen wie die Küchen­ insel eine formale Einheit entstehen lässt. Die Hintergrundbeleuchtung der Glasrückwand kann farblich variiert werden und sorgt für eine individuelle Stimmung. ɁɁelbau.ch


41 Schwerpunkt Küchentrends

Profi-Einhebel­ mischer Dornbracht erweitert sein Angebot an Profi-Einhebelmischern für die Küche um eine neue, kompaktere Variante: Mit einer Höhe von nur 45 Zentimetern und einer Ausladung von 20 Zentimetern eignet sich die neue kleine ProfiArmatur auch für Küchen mit begrenztem Platz um die Wasserstellen. So kann der neue ProfiEinhebelmischer beispielsweise in Nischen, unter Hängeschränken oder Regalen installiert werden – räumliche Gegebenheiten, die in Privathaushalten oft vorhanden sind. Dank seiner reduzierten Formensprache fügt sich der neue Profi-Einhebelmischer ästhetisch in verschiedene Einrichtungsstile ein. Zudem kann er frei an der Wasserstelle positioniert werden. Daraus ergibt sich eine Vielzahl an Gestaltungsmöglichkeiten. Der Silikonschlauch des Profi-Einhebelmischers ist äus­

Eine Armaturenlinie – viele Aus­ führungen

serst flexibel und vergrössert den Aktionsradius der Armatur erheblich. Je nachdem, welcher ­ Arbeitsschritt in der Küche erfolgt, kann er komfortabel nach unten aus der Konushalterung genommen oder stabil daran ­fixiert werden.

ɁɁdornbracht.com

Küchen, die nahtlos in den Wohnraum übergehen, laden ein, gesellige Anlässe unter Freunden zu kultivieren. Eine offene Küche bedeutet auch, dass Armaturen und Geräte für jeden sichtbar sind. Eine Armaturenlinie, die sich unaufdringlich in topfunktionelle Küchenumgebungen einfügt, ist Arwa-Twinplus. Das Design ist von logischen Übergängen und Materialeffizienz geprägt, was den Armaturen eine moderne Nonchalance verleiht. Die Küchenarmaturen sind in verschiedenen Formen

und Ausführungen erhältlich und bieten somit Hand für die unterschiedlichsten Ansprüche und Vorlieben. Zur Auswahl stehen Modelle in den Ausführungen Chrom oder Edelstahl, mit geradem oder gebogenem Auslauf, mit oder ohne Auszugsbrause sowie mit seitlich oder oben angebrachtem Bedienhebel. Für Spülen, die vor einem öffenbaren Fenster platziert sind, wird ausserdem eine sehr schöne Küchenarmatur als Vorfenster­ lösung angeboten.

ɁɁsimilor.ch

Unerwartet. Überraschend. Und doch so, als ob sie schon immer da gewesen ist. +VENOVO

1227 Les Acacias (Genève) Ébénisterie Luthi SA · 1227 Carouge (Genève) Poggenpohl Studio Cuisine · 1815 Clarens (Montreux) Dimension Cuisine Sàrl · 1920 Martigny Thomas Cuisines SA · 2017 Boudry Divine Cuisine Sàrl · 3097 Liebefeld/Köniz küchenakzente ag · 3250 Lyss ROOS Küchen AG · 3250 Lyss soltis küchen ag · 3800 Unterseen/Interlaken grüneisen küchen ag · 3900 Brig-Glis A. Schwestermann SA · 4702 Oensingen Hans Eisenring AG · 6003 Luzern Poggenpohl Küchenstudio · 6343 Rotkreuz linear küchen ag · 6616 Losone/Ascona PRISMA · 7260 Davos Dorf Küchenstudio Davos · 8048 Zürich Poggenpohl Küchenstudio · 8370 Sirnach Hans Eisenring AG · 8604 Volketswil Hans Eisenring AG poggenpohl.com


42 Schwerpunkt Küchentrends

Wenn Küche zu schweben beginnt

Zum Kühlen und Gefrieren Die Kombination von je einem eintürigen freistehenden Kühl- sowie Gefrierschrank bietet mit einer Breite von 121 Zentimetern optimal in grossen Küchen und für Familien mit vier und mehr Personen Platz für insgesamt 736 Liter Nutzinhalt. Dadurch ist eine systematische und komfortable Lagerung der Lebensmittel garantiert. Das ansprechende Design der Advanced Line von Gorenje sorgt für einen Blickfang in der modernen Küche. Der Kühlschrank R 6193 sowie der Gefrierschrank FN 6192 bieten viel Komfort, modernste Technologie und mit A+++ resp. A++ sehr gute Energieeffizienz­ klassen. Die elektronische Steuerung erfolgt bei beiden Geräten über ein LED-TouchControl-Display in der Gerätetür aussen für ­hohen Bedienkomfort. Das AdaptTech-System mit Memory-Funktion registriert, wie oft und wann der Kühlschrank geöffnet wird und passt die Kühlleistung entsprechend an.

+Venovo ist ein neues Produkt von Poggenpohl, das die Grenze zwischen Küche und Wohnen endgültig auflöst. Den Menschen, die damit leben, schenkt +Venovo besondere Freiheiten: Flexibilität beispielsweise, denn das Design leitet sich aus dem offenen Grundriss ab und nicht mehr von der klassischen Küche mit ihren fest definierten Be­ reichen. Möchte man sich neu orientieren, die Stadt wechseln, kann man mit +Venovo umziehen und das Möbel unkompliziert wieder aufstellen. In Kombination mit frei stehenden Highund/oder Sideboards entstehen so vielfältige, kreative Wohnvarianten. Mehr noch: (Erlebens-) Räume werden damit von den Kunden selbst neu geschaffen und definiert.

ɁɁpoggenpohl.com

Grosszügige und elegante Spülbecken

ɁɁsibirgroup.ch

Formschön und technisch ausgefeilt

Die neue Atlas-Neo-Armatur besteht aus massivem Edelstahl und besitzt eine Finish aus mattierendem Rundschliff. Dies setzt die neue Armaturenlinie noch wertiger in Szene und überzeugt durch die Reduktion aufs Wesentliche mit einem modernen Erscheinungsbild. Dazu trägt auch das bewusste Weglassen der Rosette bei. Das schlichte ­Design ist nicht nur formschön, sondern auch funktional. ɁɁfranke.com

All-in-one-Kochinsel Orea T, die visionäre modulare und variabel einsetzbare All-in-one-Kochinsel, ist über die gesamte Länge verschiebbar und ermöglicht eine optimale und situationsangepasste Flächennutzung. Orea T greift die flexible Anordnung standardisierter Flächen des Game-Klassikers Tetris auf. Dies ermöglicht unzählige Kombinationsmöglichkeiten, was zu neuen, überraschenden Momenten in der Küche führt. Die Neuinterpretation der Küchenabdeckung als funktionales Gesamtkonzept formt das Erscheinungsbild der Kochinsel.

ɁɁorea-kuechen.ch

Architektur+Technik 2/19

In der Küche sind Geräumigkeit, Robustheit und Hygiene gleichermassen entscheidende Qualitätsmerkmale eines Spülbeckens. Mit dem umfangreichen Beckensortiment von Hi-Macs haben kreative Planer alle Optionen, wunderschöne und zugleich hochfunktionale Küchen zu entwerfen. Alle Becken können flächenbündig, fugenlos und absolut hygienisch ins Plattenmaterial eingesetzt bzw. unter­gebaut werden. Über das Standardsortiment hinaus sind spezielle Massanfertigungen möglich. ɁɁhimacs.ch


Individuelle Küchen Sehr individuell ist diese Küche der Herzog Küchen AG mit spritzlackierter Front und seidenmatt lackierten aufgefrästen Griffleisten. Die Arbeitsplatte ist ein Quarzkomposit der Firma Erler und weitergezogen zum Wohnraum, wie eine Bar, aber auf gleicher Ebene wie Arbeitsplatte.

Die Geräte sind von V-Zug und die Armatur von KWC Ono. Die Auszugssysteme stammen von Blum; die Arbeitsflächenbeleuchtung ist eine LED Streifenleuchte und bündig eingebaut. Der Unterschrank neben der Spüle ist für einen Geschirrspüler vorbereit. ɁɁherzog-kuechen.ch

Neue Leichtigkeit Küchen sind nicht mehr der Ort, an dem nur gekocht und gespült wird. Sie sind ein Treffpunkt, sind Wohnraum und Spielzimmer, bieten Platz für Gespräche. Design und Funktionalität gehen bei der Küchengestaltung Hand in Hand – bis ins kleinste Detail. Die Armatur Kludi Bingo Star XS fügt sich mit ihrer ­ausdrucksstarken, eleganten Formgebung in jedes moderne K ­ üchenambiente ein. ɁɁkludi.at

Autonomer Geschirrspüler

Der neue autonome Geschirrspüler G 7000 von Miele dosiert den Reiniger automatisch und verwendet ein eigens hierfür entwickeltes Pulvergranulat. Zudem lassen sich die neuen Geschirrspüler per App auf vielfältige Weise mobil steuern und programmieren. Nur be- und entladen muss der Nutzer noch selbst, und gelegentlich die PowerDisk wechseln. Alles Weitere erledigt das Gerät. Auch die Körbe und die Besteckschublade hat Miele weiter optimiert. Die PowerDisk lässt sich einfach und schnell in die dafür vorgesehene Vorrich-

tung an der Türinnenseite ein­ setzen und gibt pro 360-Grad-Rotation eine vorge­gebene Menge an Pulvergranulat in den Spülraum. Dabei dosiert das System automatisch die genau passende Menge, abgestimmt auf das gewählte Programm. Speziell im Programm «Automatic» richtet sich die Dosierung nach dem Grad der Verschmutzung, den wiederum ein Sensor ermittelt. So wird bei starker Verschmutzung mehr dosiert, bei geringer verschmutztem Geschirr ist es ein Viertel weniger.

ɁɁmiele.ch


44 Schwerpunkt Boden

Dieser Industrieboden kann auch in Wohn- und repräsentativen Arbeitsräumen eingesetzt werden.

Industrielle Optik für Exklusivbauten

Texolit Rustico, eine Eigenkreation der Texolit AG aus Buchs ZH, ist die Antwort auf das Bedürfnis, in der modernen Architektur Industrieböden auch in Wohn- und repräsentativen Arbeits­ räumen einzusetzen. Der Industrieboden ist ein mineralischer, fugenlos gespachtelter Design­ belag für die individuelle Gestaltung von Boden- und Wandflächen. Er basiert je nach gewünschter Farbgebung auf Grauoder Weisszement und wird in mehreren Arbeitsgängen gespachtelt und geschliffen. Die Belagsoberfläche wird mit einem ökologischen, dauerhaften und unterhaltsfreien Polyurethanlack versiegelt, der das Eindringen von Flüssigkeiten und Schmutz ins Belagsgefüge verhindert und einen hohen Reinigungskomfort bie-

gun.

Das Entrée des ­Hauses Krone.

tet. So kann Rustico sowohl in Trockenals auch in Nassbereichen eingesetzt werden. Der entstehende Belag hat eine Gesamtstärke von zirka 3 Millimetern, ist sehr strapazierfähig und wird in der Regel auf Unterlagsböden auf Zementoder Anhydritbasis, auch mit Bodenheizung, verlegt. Nach entsprechenden Vorarbeiten kann Rustico auch auf tragfähige Altbeläge sowie auf Holzkonstruktionen oder Doppelböden aufgebracht werden. Wandbeschichtungen erfolgen auf Grundputz oder Gips­karton. An der Oberfläche zeigt Rustico sichtbare Verarbeitungsspuren und eine dezente Wolkigkeit, womit jede ausgeführte Fläche zu einem Unikat wird. ɁɁtexolit.ch

Das Ayverdi’s im Schlotterbeck-Areal in Zürich.

Die Schalterhalle der Raiffeisenbank in Niederrohrdorf.

Architektur+Technik 2/19


Fugenlose Beschichtungen

Ein Boden für die raue Wirklichkeit Manche Böden müssen echte Nehmerqualitäten haben. Vor allem, wenn sie starken Beanspruchungen ausgesetzt sind, wie etwa im gewerblichen oder öffentlichen Bereich. Auch in Kellern, Dielen, Küchen, Werkräumen etc. dürfen Böden alles, nur nicht zimperlich sein. Die Antwort auf diese Herausforderungen lautet Solid, ein Vinylboden der neusten Generation und die jüngste Produkt­reihe unter den Kaindl-Design-Böden. In der neuen Flooring Collec­ tion befinden sich zwei ausgesuchte Bodenvarianten zur Auswahl: Solid und Solid Pro. Alle extrem belastbar, wasser- und rutschresistent sowie lichtecht – Eigenschaften, die sie als robuste Bühne fürs wahre Leben prädestinieren. Solid trotzt hohen Begehungsfrequenzen ebenso wie Nässe sowie groben Verschmutzungen und ist unempfindlich ­ gegen Abrieb, Kratzer, Flecken und Druck. Bei aller Widerstandsfähigkeit wirkt seine fusswarme Oberfläche dennoch weich und ist antibakteriell. ɁɁkaindl.com

Ästhetisch, modern und funktionell – der Trend zu fugenlosen Beschichtungen nimmt in der modernen Architektur einen immer grösseren Stellenwert ein. Die Sika bietet für den öffent­ lichen, gewerblichen sowie privaten Bereich ein umfangreiches Sortiment an. Dekorative Boden- und Wandbeschichtungen finden zuneh-

mend den Weg in die zeitge­ nössische Architektur. Als Er­ gänzung zu klassischen Belägen aus Keramik, Naturstein, Parkett, Linoleum oder Textilien kommen die Beschichtungen vermehrt bei Neu- sowie Umbauten zum Einsatz. Dabei sind der Kreativität kaum Grenzen gesetzt. Durch die Farbtonvielfalt und unterschiedlichen Applika-

Feinsteinzeugplatten

tionstechniken erhält jeder Belag seine Einzigartigkeit. Ob strukturiert, glatt, auf Kunstharz- oder mineralischer Basis – fugenlose Böden und Wände ermöglichen ein einmaliges Raumerlebnis. Fugenlose Beschichtungen sind reinigungsfreundlich und pflegeleicht und minimieren somit den Unterhalt. ɁɁsika.ch

Die «Avantime»-Farbpaletten lassen den Gestalter eigene Welten erschaffen. «Avantime Opal» zum Beispiel assoziiert Wasser, Nebel, Meer, Licht und Frische. Die hochwertigen Feinsteinzeugplatten «Avantime» sind in den verschiedensten Formaten, Stärken und Oberflächen erhältlich und stehen für Kreativität und Qualität. ɁɁhgc.ch/keramik

MultimediaLaufsteg

Der Konrad-Adenauer-Saal im Congress Centrum Nord der Koeln­messe stand während der Orgatec 2018 ganz im Zeichen der Innovation: Auf zwei Kongressen wurde aus verschiedenen Blickwinkeln die Zukunft der Arbeit ausgeleuchtet. Für Atmosphäre und eine kongeniale Spiegelung des Themas im Interieur sorgte ein besonderer Laufsteg. Dieser Laufsteg bestand aus dem Glasboden LumiFlex von ASB, einem Videofussboden, der den gesamten Bodenbereich zum multifunktionalen Moni-

tor macht. Die patentierte Glasoberfläche erfüllte gleich mehrere Funktionen: Sie überraschte die Besucher beim Betreten des Raums mit einem futuristischen Ambiente, setzte während der Vorträge und Diskussionen at-

Architektur+Technik 2/19

mosphärische Akzente und gab den Veranstaltern die Möglichkeit, bestimmte Inhalte zu platzieren, wie zum Beispiel Logos der Sponsoren oder auch Programmpunkte der Veranstaltung.

ɁɁasbglassfloor.com


46 Schwerpunkt Boden

Hohe Wertigkeit

Wasserabweisenden Bauplatten

Putz

Tapete

Was früher eine Nasszelle war, wird heute zur privaten WellnessOase: Die Ansprüche und Wünsche ans Badezimmer haben sich in den vergangenen Jahren stark gewandelt. Für ältere Bäder, die neu erstrahlen und gleichzeitig mit einer barrierefreien Gestaltung hohen Nutzwert bieten sollen, sind flexible und hochwertige Sanierungslösungen gefragt. Mit Jackoboard-Produkten, von den Plano-Premium-Bauplatten bis zu den Canto-Premium-Winkelelementen, lassen sich individuelle Badträume besonders schnell

Farbe

Das Landhausdielenparkett der Linie «Pro Casa» von Richner verleiht jedem Raum Stil und Klasse, ist beständig und altert so würdevoll, dass die Ausstrahlung seines edlen Designs auch nach Jahren unverändert wirkungsvoll bleibt. Möchte man einem Raum eine besondere Wertigkeit verleihen, so ist «Pro Casa» mit seinem Zweischichtaufbau sowie einer Nutschicht von 4 Millimetern Eichenholz und einer Multi­ plex-Unterlage aus Birkenholz genau das richtige Produkt dafür. Der Zweischichtaufbau verhindert allzu ausgeprägte Dehn- und Schrumpfbewegungen.

Fliesen

und einfach verwirklichen. Die zeitsparende Modernisierung mit den Jackoboard-Produkten bietet Generalisten vielfältige Möglichkeiten. Was die Auswahl der Materialien für die Wandgestaltung angeht, sind dem persönlichen Geschmack kaum Grenzen gesetzt: So können z. B. Tapeten, Farben, Putze oder Spachtelmassen, aber auch Fliesen auf­ gebracht werden. Jedem Bad lässt sich so ein aussergewöhnliches und überraschendes Design verleihen.

ɁɁbaubedarf-richner-miauton.ch

ɁɁjackon-insulation.ch

Gewebe in neuer Technik Das hoch strapazierfähige Jacquard-Gewebe und die dreidimensionale Oberfläche prägen den unverwechselbaren Charakter von ROC, einem gestalterischen Produkt, das Arbeitswelt oder Hotel neu inszeniert. Dabei überzeugt es mit exzellenten Komfort- und Strapazierwerten, die für den Einsatz in stark beanspruchten Bereichen ausgelegt

sind. ROC belebt grosse Flächen und sticht ebenso heraus, wenn es die Mittelzone inszenieren kann. Der Flachweb-Teppichboden schafft Strukturen voller Komplexität.

ɁɁcarpet-concept.de

Variantenreich und trendbewusst

Zwischen Technologie und Natur Mit der Teppichfliesenkollektion VisualCodeundderLuxury-Vinyl-­ Tiles-Kollektion (LTV) Drawn Lines präsentiert Interface gleich zwei Neuheiten, die ihre Inspiration im Spannungsfeld zwischen Technologie und Natur finden. Visual Code, von Produktdesigner David Oakey entworfen, vereint High-Tech und High-Touch: Einerseits ist die Kollektion inspiriert von grafischen Elementen der digitalen Welt, andererseits zeichnet sie sich durch schlichte Texturen aus, die an traditionelle Webstoffe und Teppiche erinnern.

Ausdrucksstarke Akzente setzt die Farbpalette aus Grautönen und leuchtend kräftigen Farben. Drawn Lines, entworfen von Interface-Lead-Product-Designerin Kari Pei, ist eine neue LVTKollektion, die mit aus der Natur entlehnten geometrischen Formen und Fraktalen spielt. Feine Faserstrukturen erzeugen in mehrfachen Schichtungen sowie unterschiedlichen Stärken und Abständen ein geometrisches Gesamtbild aus Prismen in diversen Massstäben.

ɁɁinterface.com

Mit über 140 abwechslungsreichen, attraktiven Dekoren umfasst die neue Kollektion Egger Pro 2018 – 2020 Designs für alle Kundenbedürfnisse. Von eleganten über rustikale und natürliche Holz- und Steindekore bis hin zu verspielt-kreativen Materialreproduktionen und Ornamentik ist

alles dabei. Zudem sind die neuen Laminat-, Comfort- und DesignBöden besonders funktional. Sie bieten ausgezeichnete technische Merkmale und Oberflächen, eine hohe Anwendungssicherheit und eine unkomplizierte Verlegung durch ausgereifte Klicksysteme.

ɁɁegger.com

Architektur+Technik 2/19

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WIR LIEBEN KERAMIK. WIR MÖGEN DESIGN. Anz_ArchitekturTechnik_HEL_platin_230x300_d_ZS.indd 1

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14.01.19 16:39


Das umfangreiche Rahmenprogramm der ISH bietet einen kompakten Überblick über die neuesten Trends und Entwicklungen der Branche.

In Frankfurt am Main findet vom 11. bis 15. März 2019 die ISH statt. Über 2400 Aussteller zeigen an der Weltleitmesse für Wasser, Wärme und Klima ihre Neuheiten.

Kälte-, Klima- und Lüftungstechnik facettenreicher und grösser

Die ISH 2019 stellt sich neu auf Die ISH erfindet sich 2019 strukturell und visuell neu und setzt damit Massstäbe für die Zukunft. Der Neubau der Halle 12 erfordert eine grundlegende Umstrukturierung der Hallenbe­ legung. Die neue Clusterung der Themen schafft mehr Übersicht und Transparenz für die Besucher und erzielt zahlreiche Synergien auf Ausstellerseite. Die zweijähr­ lich stattfindende Weltleitmesse präsentiert mit ihrem breiten An­

gun.

gebot an zukunftsweisender Ge­ bäudetechnik zahlreiche prakti­ sche Lösungen und spricht gezielt aktuelle politische sowie wirt­ schaftliche Themen an. Die stetig weiterentwickelte Internationa­ lisierung ermöglicht es der Bran­ che, viele Fragestellungen und Lösungen in einem interdiszipli­ nären Austausch zu platzieren. Im Zug des technologischen Wandels beeinflusst die Digitali­ sierung massgeblich alle Bereiche Architektur+Technik 2/19

der ISH. Im stark gewachsenen Bereich ISH Energy dreht sich al­ les um intelligente und effiziente Gebäudetechnik. Schwerpunkt­ themen sind unter anderem die Sektorkopplung, das stärkere Zu­ sammenwachsen von Wärme und erneuerbarem Strom, die digitale Heizung und die damit einher­ gehende zunehmende Integration von IT in innovative Heizungs­ technologien. Weiterhin sind die Themen Home Energy Manage­


49 Schwerpunkt Heizung, Lüftung, Klima

ment Systems (HEMS) und hy­ bride Heizsysteme in diesem Seg­ ment von grosser Bedeutung. Der Bereich der Kälte-, Klimaund Lüftungstechnik präsentiert sich 2019 facettenreicher und grös­ser denn je. Hier stehen unter anderem moderne Gebäudelüf­ tungssysteme mit dem Thema In­ door Air Quality (IAQ) sowie zen­ trale und dezentrale Lösungen für Neubau und Sanierung im Fo­ kus. Energieeffizienz, behagliches Raumklima, der F-Gase Phase Down und die einhergehende Ver­ knappung von Kältemittel sowie die Entwicklung von Alternativen werden ebenso diskutiert wie die technischen Herausforderungen der Branche. Gewerkeübergreifende Kompetenz

Die Präsentation der gewerke­ übergreifenden Kompetenz im Einklang mit innovativer Gebäu­ deautomation auf der ISH leistet für integrale Planungs- und Aus­ führungsprozesse einen wichtigen Beitrag. Im Zug der allumfassen­ den Digitalisierung ist das Inter­

net of Things (IoT) in Verbindung mit Building Information Mode­ ling (BIM) auch ein stetig wach­ sendes Segment und ein wichtiger Baustein für Smart Buildings. Nachhaltige Lösungen

Der Bereich ISH Water fokussiert sich vorwiegend auf nachhaltige Sanitärlösungen und hochmoder­ nes Baddesign. Hier geht es un­ ter anderem um intelligente Was­ sermanagement-Systeme und darum, diese bestmöglich zu si­ chern, zu steuern und zu regeln. Auch sauberes Trinkwasser ist vor dem Hintergrund zunehmender Urbanisierung von hoher Bedeu­ tung. Dabei darf im Bad das Design nicht fehlen. Die Herausforderun­ gen für die Badplanung bestehen zukünftig weiterhin in der Ver­ knüpfung unterschiedlicher As­ pekte des demografischen Wan­ dels und Themen wie Gesundheit, Wellness, Komfort, aber auch Res­ sourcenschonung. Die Aussteller stellen hierzu zukunftsweisende Badlösungen vor. Neben den umfangreichen Präsentationen der Hersteller bie­

tet das Rahmenprogramm eben­ falls wieder ein breites Angebot. Zur besseren Übersichtlichkeit für die Besucher sind die Events in drei Cluster «Selection@ISH», «Skills@ISH» und «Career@ ISH» gegliedert. Der Bereich «Se­ lection» präsentiert Awards, das Trendforum «Pop up my Bath­ room» und geführte Messerund­ gänge. Unter «Skills» gliedern sich fachwissenschaftliche Foren zu ­allen relevanten Branchenthe­ men. Das Cluster «Career» wid­ met sich ausschliesslich dem Thema Nachwuchsförderung. ɁɁish.messefrankfurt.com

In Frankfurt werden sich auch innovative Start-ups aus der Gebäudeund Sanitärtechnik präsentieren.

Der Bereich der Kälte-, Klima- und Lüftungstechnik ist 2019 facettenreicher und grösser denn je. Fotos: Messe Frankfurt GmbH

Architektur+Technik 2/19


50 Schwerpunkt Heizung, Lüftung, Klima

Produkt-Übersicht

Wärmepumpen Eine Wärmepumpe ist wirtschaftlich und umweltfreundlich. Sie benötigt wenig Strom und keinen Brennstoff, denn sie generiert die Energie aus der Luft, dem Grundwasser oder der Erde. Zur Unterstützung bei der Planung zeigen wir hier eine ausgewählte Produkt-Übersicht.

Hersteller Produkt Energieklasse Leistung Wärmequelle Anwendung Masse (H × B × T) Gewicht Besonderheiten Website

Hersteller Produkt Energieklasse Leistung Wärmequelle Anwendung Masse (H × B × T) Gewicht Besonderheiten Website

Glen Dimplex Thermal Solutions System M Comfort Plus Cooling A++ bei A-7W35 bis 9,4 kW Luft Heizen, Kühlen und Warmwasser Aussen 1230 × 850 × 600 mm, innen1400 × 600 × 750 mm Aussen 98 kg, innen 175 kg Modular aufbaubar, um jeden wichtigen Kundenwunsch erfüllen zu können. ɁɁ gdts.one

Alpha Innotec alpha innotec alira LWCV 122 A+++ 8,5 kW bei A-7/W35 (EN14511) Luft Heizen, Warmwasser, Kühlung 1880 × 845 × 820 mm 227 kg Inverter-Technologie. Teilbar in 3 Module für die leichte Einbringung. ɁɁ alpha-innotec.ch

Hoval UltraSource B compact A+++ 1 – 30 kW (Einfamilienhaus) Luft/Wasser Heizen, Warmwasser und Kühlen 1950 × 602 × 770 mm (Innengerät) 270 kg (Innengerät) Luft-Wasser-Split-Wärmepumpe (Innen- & Aussengerät), Regelung TopTronic E. ɁɁ hoval.ch

Architektur+Technik 2/19

Ariston Thermo Group AQUATOP S A++ – A+++ 6,7 – 21,3 kW (bei W10/W35) Wasser Heizen, Innenaufstellung 1330 × 600 × 770 mm 208 – 243 kg

ɁɁ elco.ch

NIBE Climate Solutions F2120 Luft/Wasser-Wärmepumpe A+++ 5,2 – 13,5 (EN14511) Luft Heizen, Warmwasser, Kühlung 1165 × 1280 × 612 mm 183 kg Meilenstein in Effizienz und Schallemission. ɁɁ nibe.ch


51 Schwerpunkt Heizung, Lüftung, Klima

Bosch Bosch CS7000i AW IR / OR A++ 6 – 14 kW Luft und Wasser Heizen 930 × 1380 × 440 mm 71 – 132 kg Sehr kompakt, intuitiv zu bedienen und über das Internet steuerbar. ɁɁ meiertobler.ch

CTA AG Optiheat Inverta TWW A++ 2 – 9 kW Geothermie Einfamilien- und Mehrfamilienhäuser 700 × 600 × 1900 mm 300 kg 3 in 1: Heizen, Free Cooling, Trinkwarmwasserspeicher ɁɁ cta.ch

Domotec AG NUOS II S 200 A+ 2,7 kW Luft Warmwassererwärmung 1737 × 600 × 680 mm (innen) 90 kg Die sparsame und leistungsstarke Warmwasser-Wärmepumpe für Alt-/Neubau. ɁɁ domotec.ch

Hersteller

ROTEX/Domotec HPSU CU 04/06/08 A++ 4 kW, 6 kW, 8 kW Luft Heizen und Warmwasser 1905 × 786 × 786 mm (innen) 99 kg Sparsames und leises Heizen und Warmwasser in einem kompakten Gerät. ɁɁ domotec.ch

Stiebel Eltron AG LWZ 504 E A+++ 7,96 kW (A-7/W35) Luft Heizen, Warmwasser, Kühlen, Lüften 1885 × 1430 × 812 mm 442 kg Heizen, Warmwasser, Kühlen und Lüften in einem Gerät vereint. ɁɁ stiebel-eltron.ch

Weishaupt AG Weishaupt WWP LS A++ bis 16 kW Luft Heizen und Kühlen 791 × 600 × 427 mm (Innengerät) Gerät innen 60 kg / aussen 67 – 120 kg Leistungsstark, energiesparend, leise und zuverlässig.

Hersteller

ɁɁ weishaupt-ag.ch

Website

Architektur+Technik 2/19

Produkt Energieklasse Leistung Wärmequelle Anwendung Masse (H × B × T) Gewicht Besonderheiten Website

Produkt Energieklasse Leistung Wärmequelle Anwendung Masse (H × B × T) Gewicht Besonderheiten


52 Schwerpunkt Heizung, Lüftung, Klima

SoleWasserWärmepumpe

Die Residenza Orbello in Arbedo ist das erste Mehrfamilienhaus im Tessin, das nach Minergie-A-Standard zertifiziert worden ist. Er steht für den schonenden Umgang mit Energie und Ressourcen. Für hohen Wärme- und Warmwasserkomfort sorgt eine Sole-Wasser-Wärmepumpe Aquatop T35 von Elco, die auch zur Passivkühlung eingesetzt wird. Die Sole-Wasser-Wärmepumpe hat eine Heizleistung von 36,7 kW und einer Leistungszahl (COP) von 4,4 (B0/W35) eingebaut. In den Sommermonaten kann das System zur Küh-

lung des Gebäudes genutzt werden. Diese als Freecooling bezeichnete Art des Kühlens gewinnt in Neubauten an Bedeutung, kann damit doch das Raumklima namhaft verbessert werden. Überschüssige Raumwärme wird über einen Wärmetauscher direkt an die Erdsonde abgegeben und ins Erdreich geleitet. Die Kälteleistung wird allein durch den passiven Wärmeaustausch zwischen Erdreich und Verteilsystem erreicht. Die im Boden gespeicherte Abwärme kann im Winter zur Wärmeerzeugung verwendet werden. Damit wird die Tem-

peraturdifferenz zwischen Wärmequelle und Vorlauftemperatur des Heizwassers kleiner und die Effizienz der Wärmepumpe verbessert. Die elektrische Energie, die im Haus für Heizung, Warmwasser sowie für fest installierte Geräte und Leuchten benötigt wird, wird auf dem Dach des Hauses erzeugt. Dazu steht eine Photovoltaikanlage mit einer Fläche von 187 Quadratmetern bzw. einer Leistung von 30 kW zur Verfügung, die mehr Strom produziert, als im Haus gesamthaft verbraucht wird. ɁɁelco.ch

Online-Tool zur Konfiguration von RLT-Geräten Mit Helios Air1 erweitert der Lüftungsexper­te Helios Ventilatoren sein Programm an energieeffizienten Kompaktlüftungsgeräten um 22 Geräte in einem Luftleistungsbereich von 500 bis 15 000 m³/h. Die neu entwickelten Online-Software (Air1Select.com) führt in kürzester Zeit zu einer massgeschneiderten Lüftungslösung. Mit wenigen Klicks erhält der Nutzer bereits detaillierte Informationen und Berechnungsergebnisse für sein individuell konfiguriertes Lüftungsgerät.

Gutes Klima im Holzhaus Das neue Gebäude der Vögeli Holzbau AG in Kleindöttingen ist ein echter Blickfang. Bei der Montage der Klimageräte achtete Krüger deshalb auch auf das Innendesign. «Holz hat ja bekanntlich klimaförderliche Eigenschaften», sagt Karin Wüthrich von der Vögeli Holzbau AG. «Ohne Klimageräte wäre es aber im neuen Gebäude viel zu heiss – vor allem im oberen Stock.» Hier, wo grosse Glasfenster Tageslicht ins Büro hereinlassen, sind acht Klimageräte eingebaut und sorgen für Luftzirkulation und angenehme Temperaturen. Die Wandgeräte wurden leicht versetzt über den Arbeitsplätzen und mittig über den

Türen montiert. Das habe einen Grund, erklärt Hansjörg Schmutz, der als technischer Berater zusammen mit dem Krüger-Team des Standorts Dielsdorf für die Planung und Umsetzung verantwortlich war. Das Klima empfindet jeder anders. Dank der optimalen Platzierung der Wandgeräte spüren die Mitarbeitenden keine Zugluft. Damit praktisch und optisch nichts stört, arbeitete das KrügerTeam eng mit den Handwerkern vor Ort zusammen. So sehen die Kabelkanäle unter den Klimageräten auf den ersten Blick aus, als gehörten sie zum Fensterrahmen.

ɁɁhelios.ch

ɁɁkrueger.ch

Architektur+Technik 2/19

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System UNI-Fix für Dachrand- und

Terrassenabschlüsse

Terrassen- und Dachrandabschluss mit System UNI-Fix erstellt.

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Das von ALBANESE® entwickelte Dachrand- und Terrassenabschlusssystem bietet dem Architekten eine einfache, stabile und sichere Lösung für kältebrückenfreie Flachdachränder und Terrassenabschlüsse, die allen ästhetischen Ansprüchen gerecht wird und den Bauablauf rationalisiert, vereinfacht und obendrein die Sicherheit erhöht.

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54 Marktplatz Schaufenster

Innert 45 Minuten enstand aus dem 3D-Drucker ein Schacht nach individuellen Ansprüchen.

Gedruckter Beton für die Baustelle

Creabeton Matériaux ist es gelungen, ein Verfahren umzusetzen, das es ­erlaubt, flüssigen Beton aus lokalen Rohstoffen einfach und schnell zu drucken und auszuhärten, ohne irgendwelche Schalungen verwenden zu müssen. In Eigenentwicklung entstand eine 3DDruckanlage mit Robotereinsatz. Die innovative Technologie eröffnet neue Dimensionen in der Planung, der Herstellung und im Einsatz von Betonprodukten. Der speziell entwickelte Beton und das ausgeklügelte Verfahren sorgen dafür, dass Betonelemente in kürzester Zeit gedruckt werden, nach 24 Stunden ihre Grundfestigkeit erreicht haben und eingebaut werden können. gun.

Verschiedene Einsatzgebiete

Die Technologie zielt auf verschiedene Einsatzgebiete. Für welche Anwendungen sie sich eignet, testet Creabeton Matériaux momentan in verschiedenen konkreten Projekten zusammen mit Kunden. Die Faktoren, die für einen Einsatz sprechend, sind der Zeitgewinn, die Wirtschaftlichkeit und die Möglichkeit, auf individuelle Kundenbedürfnisse gezielt eingehen zu können. Und dies nicht zuletzt unter dem Einsatz von lokalen Rohstoffen und damit einem ­äusserst schonenden Umgang mit der Umwelt. Eines dieser Objekte entstand zusammen mit der Frutiger AG im Auftrag von Swisscom. Die Druckdaten wurden nach den Plänen des Bauherrn aufbereitet. Mittels 3D-Druckverfahren erstellte Creabeton Matériaux in nur 45 Minuten einen massgeschneiderten Schacht. Nach den abschliessenden Arbeiten wurde der Schacht just in time ausgeliefert und mit dem Lastwagenkran direkt in die Baugrube versetzt. Der Projektverantwortliche bei Creabeton Matériaux, David Maier, ­ meinte nach der erfolgreichen Umsetzung: «In Zukunft werden immer weitere ­Aktionsfelder mit dem neuen Verfahren sinnvoll und effizient bedient werden. Formenfreiheit und Zeitgewinn machen es für Einzelanfertigungen besonders attraktiv.»

Der 3D-Drucker mit Roboter.

Der fertig gedruckte Schacht.

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Architektur+Technik 2/19


55 Marktplatz Schaufenster

Holzbauplatte für hohe Anforderungen

OSB-Platten der verschiedenen Qualitäts­ klassen sind für die unterschiedlichsten Anwendungsbereiche gedacht. Für Kon­ ­ struktionen mit hohen Anforderungen an die Leistung, die Beständigkeit und die Qua­ lität bietet Egger die Holzbauplatte Egger OSB 4 Top. Wird die Platte als tragendes Bauteil in Wand-, Dach- und Deckenaufbauten einge­ setzt, werden mit nur einem Produkt die für Konstruktionen nötigen Anforderungen an Aussteifung, Dampfbremse und Luftdicht­ heit abgedeckt. Gerade die wichtige bauphysi­ kalische Eigenschaft Luftdichtheit, die durch die OSB-Herstellungsnorm EN300 nicht ­geregelt ist, bestätigt Egger mit der OSB-4Top-Platte als einziger Holzwerkstoffherstel­ ler auf Basis entsprechender Prüfungen in der CE-Leistungserklärung als zugesicherte Eigenschaft.

Damit die Verarbeitung sorgenfrei erfol­ gen kann, sind in der OSB-4-Top-Holzbau­ platte beste ökologische Werte mit überzeu­ genden statischen und bauphysikalischen Produkteigenschaften vereint. Hinzu kommt, dass dank perfekten Zuschnitts grosse Flä­ chen winkelgerecht ohne Nacharbeiten be­ plankt werden können. Mit einem hohen Anspruch an die Präzision bei der Plattenfer­ tigung werden die vorgegebene Dickentole­ ranz, die Masstoleranz in Länge und Breite sowie die Geradkantigkeit und Rechtwinklig­ keit zuverlässig eingehalten. Dank der pass­ genauen Ausformung des verlegeoptimierten Nut- und Federprofils fügen sich die Platten wie von selbst und dabei fugenfrei ineinan­ der. Mit ihrer hohen Feuchte- und Dimensi­ onsstabilität trotzen die Holzbauplatten dem härtesten Baustellenalltag.

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Wärmedämmplatten

Die Wärmedämmplatten Typ DPS, DPL und DPX der Frinorm AG sind vielseitig ein­ setzbar. Sie lassen sich in Deckenschalungen von Tiefgaragen, Garagen und Kellerräumen von Wohnhäusern sowie von Gewerbe-, In­ dustrie-, Landwirtschafts- und öffentlichen Bauten einlegen. Das einfache Montagekon­ zept und das handliche Format ermöglichen eine schnelle Verlegung der pflegeleichten, abwaschbaren und hochdruckreinigerfesten Platten. Mit hervorragenden Wärmedämm­ werten von bis zu 0,1 W/m² K, einer hohen Schlagfestigkeit und der ästhetischen Ober­ fläche sorgen die Wärmedämmplatten für langlebige und ansprechende Decken. ɁɁfrinorm.com

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56 Marktplatz Schaufenster

Owa erhielt auf der «Bau» in München den Baka Award 2019.

Die neue Dimension individueller Raumgestaltung

gun. Für Owa, den Baustoffhersteller in Amorbach (D) verlief die «Bau München» sehr erfolgreich. Neben der neuen Website mit Produktfinder, Akustikrechner und weiteren praktischen Anwendungen, die am ersten Messetag live geschaltet wurde, zeigte «Owa» drei neue Deckensysteme und wurde mit dem Baka Award 2019 ausgezeichnet. Der Baka Bundesverband Altbauerneuerung e. V. und die Messe München GmbH zeichneten die Corpus-Decken­segel mit dem Baka Award 2019 als «ästhetische, dreidimensionale Akustikelemente, inklusive Beleuchtung, als modularer Baukasten» aus. Damit ist der kreative Deckenbaukasten aus der OwaConsult Collection mit

Maximilian von Funck (im Bild oben links), geschäftsführender Gesellschafter von Owa, nahm den Preis zusammen mit Marketingleiter Matthias Meyer (im Bild oben rechts) entgegen.

bisher neun renommierten Awards ausgezeichnet worden. In der OwaLifetime Collection wurden die Vlies-kaschierten Mineraldecken um 4 neue Sinfonia-Produkte erweitert: Silencia, Balance, Privacy und Reflecta. Die Produktlinie erlaubt mit insgesamt 6 akustisch unterschiedlich wirksamen Varianten eine punktgenaue Gestaltung der Raumakustik bei gleicher Oberfläche. Damit besteht die Möglichkeit, je nach Anforderungen und räum­ lichen Gegebenheiten, die Akustik subtil anzupassen, ohne optische Unterschiede wahrzunehmen. Unter der Bezeichnung RAW bietet Owa in seiner OwaConsult Collection 3 neue Mineraldecken-Oberflächen für das angesagte puristische Industrie-Design an: Grey, Structure und Clay – alle mit natürlicher Materialoptik. Die Produktlinie kombiniert das Rohe und Ursprüngliche der Owa-Mineral­ decken mit akustischer Performance für High-End-Projekte. Für weite, verputzte Decken ohne Fugen hat Owa sein fugenloses Deckensystem OwaPlan ebenfalls zur OwaConsult Collection elementar überarbeitet. Durch die werkseitige Vlies-Kaschierung wird die Verarbeitung bauseitig noch angenehmer. OwaPlan lässt sich harmonisch in jede Architektur integrieren und sorgt gleichzeitig für eine angenehme Raumakustik und mehr Wohl­befinden. ɁɁowa.de

Das fugenlose Deckensystem OwaPlan.

Die neue Mineral­deckenOberfläche RAW.

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Die Zeitgemässe Smart-Home-Lösung

Thermische Trennung von Wänden Per 1. Januar 2019 hat der Bauproduktehersteller Schöck von der Tebetec AG in Därstetten BE alle Produktions-, Patentund Vermarktungsrechte für das Produkt Alphadock erworben. Dieser dämmende Armierungsanschluss reduziert Wärmebrü-

cken im Anschlussdetail von Stahlbetonwänden. Alphadock reduziert analog dem Schöck-Isokorb die Wirkung von Wärmebrücken in Stahlbetonwänden. Die Anwendung erfolgt sowohl beim Anschluss der Wand an die Bodenplatte als auch auf oder unter der Geschossdecke. Dank eines Druckpuffers aus ultrahochfestem Beton (UHPC), der mit XPS-Dämmmaterial umschlossen und von Stahlbügeln durchdrungen ist, wird der Energieabfluss über die Wärmebrücke bis zu 90 Prozent reduziert. Durch das Prinzip eines Gelenks werden die aufkommenden Druckkräfte so gebündelt, dass die Tragfähigkeit und Erdbebensicherheit trotz der stark minimierten Standfläche vollumfänglich gewährleistet bleiben. Somit können grosse Gebäude mit starken statischen Belastungen in hohen Energiestandards realisiert werden. ɁɁschoeck-bauteile.ch

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250  00 Besuche­rinnen und Besucher kamen zur BAU nach München.

Die BAU 2019 erreichte erneut Spitzenwerte. Auf einer Fläche von 200 000 Quadratmetern zeigten 2250 Aussteller aus 45 Ländern ihre Produkte und Lösungen in der Baubranche. BAU 2019

Digitalisierung nimmt weiter Fahrt auf Einmal mehr wurde der ­Stellenwert der BAU als Weltleitmesse für Architektur, Materialien und Systeme bestätigt. Mit annähernd 70 000 Teilnehmern kam jeder vierte der 250 000 Besucher aus dem Bereich Architektur, Ingenieurwesen und Planung. Messe-Geschäftsführer Reinhard Pfeiffer blickt daher zufrieden auf die BAU 2019 zurück: «Das starke Besucherinteresse in den Bereichen Gebäudeautomation sowie BAU-IT zeigt, dass die Digitalisierung weiter Fahrt aufnimmt und endgültig in der Baubranche angekommen ist. Mit unseren Leitthemen zur BAU 2019 haben wir bereits im Vorfeld den Fokus auf den digitalen Wandel gelegt.» An der Spitze des Besucherrankings stehen auch diesmal Österreich, die Schweiz und Italien. Dank starker Zuwächse belegun.

gen die Russische Föderation mit mehr al 4000 und China mit mehr als 3500 Besuchern erstmals die Plätze vier und fünf. Im Hinblick auf die zunehmende Bedeutung der Digitalisierung im Bauwesen hat die Messe München im Rahmen der BAU gemeinsam mit dem Bundesverband Bausoftware (BVBS) das neue Messekonzept DigitalBAU vorgestellt. BVBS-Geschäftsführer Michael Fritz ist vom Erfolg der neuen Veranstaltung fest überzeugt: «Wir sehen einen hohen Bedarf bei allen Anbietern von digitalen Anwendungen, neben der überaus erfolgreichen BAU eine weitere Messe zu etablieren. Planer, Bauunternehmer und Handwerker müssen sich über die ­bevorstehenden Anforderungen informieren, und dafür bieten wir mit der DigitalBAU eine hervorraArchitektur+Technik 2/19

gende Möglichkeit.» Die DigitalBAU findet erstmals vom 11. bis zum 13. Februar 2020 in Köln statt. Ein neuer Ausstellungsbereich sowie ein Leitthema der diesjährigen BAU waren Gebäudetechnologien und Licht. Im Mittelpunkt standen neben der Verknüpfung verschiedener Anwendungen in Wohnung, Haus und Büro auch die unterschiedlichen Aspekte und Einflüsse von Beleuchtung auf die Architektur. München aus verschiedenen Perspektiven

Auch in diesem Jahr fand die lange Nacht der Architektur statt. Über 35 000 Architekturbegeisterte erlebten München aus verschiedenen Perspektiven. Die Besucher konnten in diesem Jahr sieben verschiedene Busrouten nutzen, die zu den teilnehmenden Gebäu-


59 Service Messen

den führten. Die zentrale Anlauf­ stelle für die Teilnehmenden war der Odeonsplatz, von dort starte­ ten die sieben kostenfreien Bus­ shuttles. An bestimmten Knoten­ punkten überschnitten sich die Routen – so hatten die Besucher die Möglichkeit, verschiedene Touren miteinander zu kombi­ nieren. Die Bauwerke in der In­ nenstadt erkundeten viele Besu­ cher zu Fuss, wahlweise mit oder ohne Führung. Zu den 19 teilneh­ menden Gebäuden gehörten bei­

spielsweise das Palais an der Oper, die Architekturgalerie und die Hofstatt. Auch die sieben Thementou­ ren, die exklusiv für Aussteller und Besucher der BAU angeboten wurden, waren bereits im Vorfeld wieder restlos ausverkauft. Damit bot man dem Fachpublikum ne­ ben der BAU ein weiteres kultu­ relles Highlight und übertrug die Themenschwerpunkte der Fach­ messe auf die Stadt. ɁɁbau-muenchen.com Ihr gewerbe­ übergreifender ­universeller Ansatz macht die BAU zum wichtigsten Branchentreffpunkt.

98 Prozent der Besucher bewerteten die BAU mit «ausgezeichnet bis gut», 97 Prozent wollen in zwei Jahren wiederkommen.


60 Service Messen

Die Giardina präsentiert das Leitthema «Lieblingsplätze».

Führende Gartenund Balkongestalter zeigen, wie auch in bereits bestehenden Gärten und auf Terrassen persönliche Lieblingsorte entstehen.

Vom 13. bis 17. März 2019 findet in Zürich die Giardina statt.

Gartentrends im Zeichen des Wandels

Die europaweit grösste Indoor-Veranstaltung für das Leben im Garten rückt zwei hochaktuelle Themen in den Fokus: Die besten Gartengestalter der Schweiz zeigen, wie in Zeiten eines milderen Klimas in Gärten und auf Terrassen ganz­ jährig nutzbare Lieblingsplätze entstehen. Gleichzeitig setzt die Giardina 2019 einen Schwerpunkt auf die Themen Technik und Digitalisierung. An der diesjährigen Giardina veranschaulichen renommierte Gartengestalter und Newcomer mit spektakulären 1:1-Gartenbeispielen, wie mit gekonnter Bepflanzung, raffinierten Lichtkonzepten und einer sorgfältigen Einrichtung Flächen, Nischen und Ecken entstehen, die zu Wohlfühlorten in der Natur werden. Dies ganz auf die individuellen Bedürfnisse der Gartenbesitzer angepasst. Technik und Digitalisierung halten bei der Planung, Gestaltung und Pflege des Gartens Einzug und spielen eine ebenso grosse Rolle wie im Haus. An der Giardina 2019 zeigen führende Hersteller, wie Technik im Garten sinnvoll eingesetzt wird. Die Projektgruppe «The Visionaries» greift mit ihrem Projekt «Digital Garden» das Thema der digitalen Planung und Gestaltung des Aussenraums auf. 14 innovative Unternehmen nehmen die Begun.

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sucherinnen und Besucher mit auf eine interaktiv gestaltete Reise durch die Entstehung eines Vorgartens – von der Planung über den Bau bis hin zur Umsetzung. Gartengestalter Rolf von Burg wiederum setzt seine Vision von Nachhaltigkeit um und präsentiert ein Projekt, das Solar- und Elektrotechnik elegant in einen Vorgarten integriert. Für ein besonderes Highlight sorgt der deutsche Gartengestalter Reinhold Borsch, der bei seiner dritten Teilnahme einen 400 Quadratmeter grossen Japangarten westlich interpretiert. Passend zum diesjährigen Leitthema erwarten die Besucherinnen und Besucher zahlreiche Ideen für Lieblingsplätze und Rückzugsorte im Garten, auf der Terrasse und dem Balkon. ɁɁgiardina.ch


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Stadt­ reparatur Bern Ost

Der Fachbereich Architektur der Berner Fachhochschule lädt jährlich zu einer Ausstellung mit Begleitveranstaltungen zu einem aktuellen Thema der Architektur ein. Gezeigt werden ausgewählte Projekt- und Abschlussarbeiten aller fünf Studienjahre sowie Ergebnisse aus Forschung und Entwicklung. Die Veranstaltung im Herzen der Stadt Bern findet seit mehr als zehn Jahren im Kornhausforum statt und dauert bis zur Berner Mu­ seumsnacht. Die diesjährige Jahresausstellung des Fachbereichs Architektur befasst sich unter dem Titel «Stadtreparatur Bern Ost – Vom Stauraum zum Stadtraum» mit dem architektonischen und städtebaulichen Potenzial der geplanten Autobahnverlegung zwischen Bern Wankdorf und Muri. Zu sehen sind Projektund Abschlussarbeiten der Bachelor- und Master-Studierenden aller Jahrgänge. Begleitend zur Ausstellung findet eine Vortragsreihe statt, die verschiedene angrenzende Themenfelder aus heutiger Sicht aufgreift. Präsentation

Mit der Autobahnverlegung in rund 20 Jahren erhalten die anliegenden Quartiere die Chance, zusammenzuwachsen und an Identität sowie räumlicher Qualität zu gewinnen. Im Frühlingssemester 2018 widmeten sich alle Architekturstudentinnen und Architekturstudenten der BFH diesem Thema. An sieben verschiedenen Standorten entlang einer auch in Zukunft stark befahrenen Stadtstras­se gingen sie der Frage nach, wie mit kleinen, aber präzisen örtlichen Eingriffen, mit neuen Übergängen oder Verbindungen die Stadtstruktur repariert und die Lebensqualität verbessert werden kann. Ihre Ideen und Visionen präsentieren sie nun der Stadt, den Behörden und der Bevölkerung vom 6. bis 22. März im Kornhausforum in Bern. ɁɁahb.bfh.ch/jaa

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62 Service Branchenspiegel

Ein Modell für eine zukunftsfähige Raumplanung in der Schweiz

Wakkerpreis 2019 geht an Langenthal

Die Marktgasse, das vom Wasser geprägte Zentrum Langenthals.

gun. Der Schweizer Heimatschutz zeichnet die

Stadt Langenthal mit dem Wakkerpreis 2019 aus. Das Zentrum des bernischen Oberaargaus hat nach Jahren der wirtschaftlichen Krise ein neues bau­ liches Wachstum erfahren, das vom Stolz auf das industrielle Erbe, von guter Planung und der Bereit­ schaft zum Dialog geprägt ist. Der Zusammenbruch der traditionsreichen Porzellanfabrik Langenthal hatte eine Schock­ wirkung auf die Stadt. Weil auch andere bedeu­ tende Industriefirmen schwächelten, waren zur Jahr­tausendwende weit über 1000 Arbeitsstellen verloren gegangen. Die Stadt Langenthal überwand die Krise nicht zuletzt dank einer Rückbesinnung auf die Quali­ täten vor Ort und mit Mut zur Innovation. Dies zeigt sich besonders im Umgang mit dem reichen gebauten Erbe der Industriegeschichte: Fabrik­ areale, Arbeitersiedlungen, öffentliche Gebäude

und Villenanlagen wurden systematisch inventari­ siert und als zentrale Ankerpunkte für die künftige Entwicklung in der Planung festgeschrieben. Dialog und Fachwissen fördern Qualitäten für die Zukunft

Sinnbildlich für die Herangehensweise der Stadt steht die gemeinschaftliche Testplanung für das Areal der Porzellanfabrik. Die Stadt verlangt von den Investoren Verantwortung und eine Gesamtsicht bei der Entwicklung neuer Werte und ist im Gegenzug bereit, Fachwissen und Geld in einen Prozess einzu­ bringen, der Qualität und Langfristigkeit sichern soll. Auf Weitsicht und Dialog setzt die Stadt auch bei der baulichen Verdichtung in wertvollen Quartieren. In Langenthal kehrt ein Workshop-Verfahren die üblichen Prozesse um: Fachleute des Städtebaus und der Denkmalpflege bewerten ein Projekt nicht erst bei der Vorlage eines Baugesuchs. Vielmehr beglei­

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63 Service Branchenspiegel

Die Porzellanfabrik. Eine Testplanung skizziert, wie aus der geschichtsträchtigen Industriebrache län­ gerfristig ein neues, lebendiges Stadt­ quartier werden soll.

Der Wuhrplatz wurde zu einem neuen Begegnungsraum.

Das alte Mühleareal besitzt geschichts­ trächtiges Nutzungs­ potenzial.

ten sie Architekten und Investoren von der Ideensuche bis zur Baueingabe. Dieser relativ kostengünstige, auf kurze 60 Tage angelegte Prozess klärt Interessen und Wünsche frühzeitig und schafft im Idealfall Mehrwerte für Eigentümerschaft und Öffentlichkeit. Das lebendige Zentrum einer ländlichen Region

Die Stadt Langenthal hat in den letzten Jahren markant in die Aufwertung der öffentlichen Räume im Zentrum und an wichtigen Achsen investiert. Dasselbe gilt für die Renovation und Aktualisierung vieler Bildungsbauten und des Stadttheaters. Mit diesen Massnahmen erklärt die Stadt selbstbewusst, dass sie ein lebendiges und urbanes Zentrum einer grösseren ländlichen Region sein will. Die offizielle Preisübergabe findet am 29. Juni 2019 im Rahmen einer öffentlichen Feier in Langenthal statt. ● Architektur+Technik 2/19


64 Impressum Vorschau

42. Jahrgang architektur-technik.ch Herausgeberin BL Verlag AG Steinwiesenstrasse 3 8952 Schlieren Tel. 044 733 39 99 Fax 044 733 39 89 info@blverlag.ch blverlag.ch Verleger Peter Boll

Überbauung am Juraweg in Dornach SO

Redaktion Uwe Guntern (gun) Anzeigen Antje Jakob (Leitung) Reto Schnider Elvis Sahman Anzeigendisposition Denise Bucher Leserdienst Stefanija Nojić Gestaltungskonzept Menzi Design (Zürich) Layout Ines Häny NataŠa Mirković Jessica Kottmeyer Korrektorat Christine Hinnen Ullrich Noelle Druck AVD Goldach AG Sulzstrasse 10 –12 9403 Goldach SG avd.ch Verkaufspreis * Einzelexemplar CHF 7.– 1 Jahr (12 + 2 Ausgaben) CHF 64.– 2 Jahre (24 + 4 Ausgaben) CHF 96.– * Einzelheft und Ausland-Abos, zzgl. Versandkosten ISSN-Nr. 2296-3715 WEMF / SW-Beglaubigung 2018 Total verbreitete Auflage 7342 Exemplare (davon verkauft 1661)

Publikation2019 FOKUSSIERT KOMPETENT TRANSPARENT

Zertifiziert als Qualitäts-Publikation durch den Verband SCHWEIZER MEDIEN

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Alle Rechte vorbehalten. Der Nachdruck von Artikeln ist nur mit schriftlicher Genehmigung der Redaktion und genauer Quellenangabe gestattet. Mit Verfassernamen beziehungsweise Kürzel gezeichnete Veröffentlichungen geben die Auffassung der Autoren und nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Publiziertes Bildmaterial, sofern nicht angeführt, wurde dem Verlag zum Abdruck zur Verfügung gestellt. Für unaufgefordert eingereichte Manuskripte und Bilder kann keine Haftung übernommen werden.

Die nächste Ausgabe von Architektur +Technik erscheint am 15. März mit dem Dossier Haus- und Wohnungsbau.

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