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Aktuelle Technik Die Schweizer Fachzeitschrift für Automatisierungstechnik

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Engineering 2018 Aktuelle Technik

MACHINE LEARNING

Schwerpunkt Wie tickt ein Ingenieurbüro? Seite 4

Gespräch «Kundennähe ist immer wichtig» Seite 10

Umfrage Entwicklungsumgebungen für SPS Seite 43


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Editorial 1

Soll der geneigte Redaktor ein Editorial zu einem bestimmten Thema schreiben, hat er mitunter bereits eine Idee und nimmt für die Recherche gerne einmal die allerseits bekannte Internet-Suchmaschine zur Hilfe. Und siehe da, über die Zukunft des Engineerings in der Schweiz findet sich eine Studie, die von der Kiener Sozialforschung im Auftrag der ETH durchgeführt wurde. Hintergrund dafür bildeten Diskussionen um Mängel in den Bereichen der Aus- und Weiterbildung, der Forschung, Rekrutierung des Nachwuchses in den Ingenieurwissenschaften sowie Schwierigkeiten in der schweizerischen Innovationspolitik allgemein. Die Studie stammt aus dem Jahr 2005, zu dieser Zeit sprach man innerhalb der Branche weder von Industrie 4.0 noch von Technologien wie künstliche Intelligenz oder Internet of Things. Trotzdem oder gerade deswegen findet man in der Studie einige bemerkenswerte Stellen, insbesondere was die Zukunft des Ingenieur-Berufsbildes betrifft.

Die Zukunft des Engineerings

Die befragten Experten, die an der Studie teilnahmen, hielten praktisch ausnahmslos Ingenieure mit starker disziplinärer Basis auch in Zukunft als unverzichtbar und nichts von multidisziplinären Ingenieuren. Nach dem Motto, keine «Generalisten, die von immer mehr immer weniger wissen». Der Ingenieur hat sich weiterhin in erster Linie über eine solide Grundausbildung in einem Fachgebiet auszuweisen. Was ergänzendes Wissen betrifft, wurde von den Befragten an erster Stelle Projektmanagement-Kompetenz ge­ nannt und wurden in dieser Disziplin die grössten Defizite bemängelt. Weiter würden in Zukunft mehr Kostenbewusstsein in der Entwicklung gefordert sowie betriebswirtschaftliche Grundlagenkenntnisse. Was allgemeinere Fähigkeiten betrifft, hielten die Experten Teamfähigkeit, Offenheit, Flexibilität und Selbstständigkeit für einen erfolgreichen Ingenieur für wichtig.

Foto: Tanya Hasler

Und hat die Studie, was das heutige Berufsbild des Ingenieurs betrifft, recht behalten? Ich bin der Meinung, sie ist nicht weit von der Realität entfernt. Heute sind bei der Planung und Umsetzung von Smart Factory in der Tat interdisziplinäre Expertenteams mit spezifischem Fachwissen der Schlüssel zum Erfolg. Moderne Engineering Tools überstürzen durch ihre Struktur die ganzheitliche Betrachtungsweise einer Anlage oder einer Produktion. Mechanik und Elektronik werden bereits beim Projektstart als Einheit betrachtet. Auch was die zusätzlichen Kompetenzen betrifft, liegt die Studie richtig. In der vorliegenden Sonderausgabe erfahren Sie, wie das heutige Engineering als Dienstleistung am Kunden verstanden und ein Projekt umgesetzt wird. Andreas Leu, Redaktion

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Inhalt Übersicht 2

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10

Editorial Inhalt Impressum

Schwerpunkt 04 «Sie müssen die Aufgabenstellung verstehen, und zwar richtig» 10 «Kundennähe ist immer wichtig»

Themen

16 20 23 43 47

Kreativ, digital, remote und nah am Kunden Gemeinsam mit dem Kunden zur passenden Lösung Antriebs-Engineering aus einer Hand Engineering Tools für die Automation Wie der Kundenservice vom digitalen Zwilling profitiert

Markt 26 «Wir wollen dem Thema IoT in der Industrie einen gebührenden Rahmen verschaffen» 27 Sensorik in der Prozessindustrie 28 «Wir können flexibel auf unsere Kunden eingehen» 29 Sechs Trends bei der künstlichen Intelligenz 31 Von Bürki Electric bis Sigmatek: Firmen stellen sich vor

Round Table Experten vermitteln im Gespräch einen Eindruck von der Engineering-Landschaft in der Schweiz.

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Digitalisierung Mit der digitalen Transformation wandeln sich auch die Prozesse in der Industrieproduktion.

Umfrage Engineering-Tools für die SPS-Entwicklung.

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Impressum 3

Aktuelle Technik Die Schweizer Fachzeitschrift für Automatisierungstechnik 41. Jahrgang Herausgeberin BL Verlag AG Steinwiesenstrasse 3 8952 Schlieren Tel. 044 733 39 99 Fax 044 733 39 89 info@blverlag.ch aktuelle-technik.ch Verleger Peter Boll

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Redaktion Thomas Meier thomas.meier@blverlag.ch Andreas Leu andreas.leu@blverlag.ch Marianne Kürsteiner marianne.kuersteiner@blverlag.ch Anzeigenverkauf Peter Gut peter.gut@blverlag.ch Anzeigendisposition Silvia Weiss, silvia.weiss@blverlag.ch Anzeigenerstellung Nataša Mirković

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Layout Jessica Kottmeyer Fotos Tanya Hasler Holger Jacob Korrektorat Ullrich Noelle Christine Hinnen Druck AVD Goldach AG Sulzstrasse 10 — 12 9403 Goldach avd.ch Verkaufspreis Einzelexemplar: CHF 6.50 1 Jahr (12 Ausgaben): CHF 59.— 2 Jahre (24 Ausgaben): CHF 87.— Ausland: zuzüglich Porto WEMF/SW-Beglaubigung 2017 Total verbreitete Auflage: 10 353 Exemplare Davon verkauft: 3 126 Exemplare Alle Rechte vorbehalten. ISSN 2297-9425 Alle Rechte vorbehalten. Der Nachdruck von Artikeln ist nur mit schriftlicher Genehmigung der Redaktion und genauer Quellenangabe gestattet. Mit Verfassernamen beziehungsweise Kürzel gezeichnete Veröffentlichungen geben die Auffassung der Autoren und nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Publiziertes Bildmaterial, sofern nicht angeführt, wurde dem Verlag zum Abdruck zur Verfügung gestellt. Für unaufgefordert eingereichte Manuskripte und Bilder kann keine Haftung übernommen werden.

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Wie tickt ein Ingenieurbüro? Welche Leute braucht es da, und was ist der Unterschied zwischen einem guten und einem sehr guten Dienstleister in diesem Bereich? Ein Besuch bei Deleproject in der Nähe von Thun. Interview: Eugen Albisser Fotos: Holger Jacob

«Sie müssen die Aufgabenstellung verstehen – und zwar richtig»

Eugen Albisser – Das hatte der Journalist nicht erwartet : Ein langer, gedeckter Holztisch mit Brot, Butter, Konfitüre, Kaffee und fast das ganze Team von Deleproject sitzt an diesem Vormittag um diesen Tisch und plaudert. Doch nicht nur an diesem Vormittag ist das so arrangiert, sondern hier wird täglich gemeinsam gefrühstückt, und jeder redet mit jedem über an­ stehende Arbeiten oder über YB, Trump, Antriebstechnik, Herausforderungen bei einer SPS-Programmierung oder liest in Ruhe seine Zeitung oder liest etwas dem ganzen Team daraus vor. Wer denkt, das sei mit Gruppendruck verbunden, der darf sich sicherlich ohne grosse Um­ schweife hinzusetzen, wenn er zur ­Znüni-Zeit vorbeischaut in Uetendorf bei Thun. Und der Besucher wird bemerken : So geht schnörkelloses Team Building oder wie immer man das heute nennt.

Deleproject ist von aussen gesehen eines von vielen Engineering-Büros in der Schweiz und von innen gesehen dann doch sehr speziell. Die Leute sind ja nicht nur teamfähig, sondern auch spezialisiert auf Automatisierungs- und MES-Lösun­ gen für die Prozessindustrie. Sie designen und programmieren SPS-Steuerungen oder entwickeln und visualisieren HMI und Scada, erstellen Konzepte für MES-­ Lösungen, wissen Bescheid über Daten­ analyse und Datenanbindungen an ERP-Systeme und werden gerufen, wenn eine IT-Architektur aufgebaut werden muss. Zu den Kunden gehören Firmen wie Nestlé weltweit, Nespresso, Emmi, Philip Morris, Migros, Mibelle, Fortisa, Mondelez, Glas Trösch, Neopac oder Aebi. Im nächs­ ten Jahr steigt Deleproject bereits ins 40. Geschäftsjahr. Genug Erfahrung haben sie also gesammelt, um ein paar gewich­

tige Fragen rund um ihre Branche beant­ worten zu können. Unter anderem : Was unterscheidet ein gutes Ingenieurbüro von einem sehr guten wie jenes von Delepro­ ject? Hans­ueli Sigrist (CEO), Adrian Straub­ haar und Marcel Oester (beide Geschäfts­ leitung) beantworteten die Fragen ge­ meinsam als Deleproject. Teamgeist also, von dem noch die Rede sein wird. Wenn Deleproject einen Elevator-Pitch haben müsste, also einen Satz, mit dem man sich während einer kurzen Fahrt im Lift vorstellen muss, wie würde dieser lauten? Wir sind ein Ingenieurbüro mit einem jungen, aufgestellten Team und einem ziemlich einzigartigen Spirit. Unser ­Kundenstamm ist eher breit, darunter sind auch namhafte Kunden für die wir komplexe Automationslösungen


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ist es zu 95 Prozent deshalb, weil die Person nicht ins Team passt.

suchen für Industrieprozesse. Dabei sehen wir uns als Software-Architekten, die Konzepte und Lösungen kunden­ orientiert ausführen. Was meinen sie mit «einzigartigen Spirit»? Alle Leute, die sich bei uns vorstellen, sind erstaunt, was wir gemeinsam unter­ nehmen. Ausflüge zum Beispiel, Freitags­ bier am Feierabend oder eben das täg­ liche gemeinsame Frühstück. Der Team-­ Gedanke wird bei uns gelebt, und jeder kann jederzeit zu einem Kollegen gehen, wenn er Fragen hat. Wir haben extrem flache Hierarchien und schnelle Entschei­

«Wir sind ein Ingenieurbüro mit einem jungen, aufgestellten Team und einem ziemlich einzigartigen Spirit.» Engineering 2018

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dungswege, ausser uns dreien in der Geschäftsleitung gibt es keine Abstufung. Hilft dieser Teamgeist gerade auch bei einem Ingenieurbüro, um ­voranzukommen? Wir sind überzeugt davon. Denn die Mit­ arbeiter merken, dass sie nicht allein sind mit ihren Projekten. Wir geben allen die Gelegenheit, sich mit anderen Projekten zu identifizieren und sich einzugeben. Und weil unsere Mitarbeiter meist ein Pro­ jekt von A bis Z begleiten, sind sie auch oft draussen oder bei der Abnahme viel­ leicht irgendwo in der Wüste, und wenn sie ein Problem haben, dann wissen sie : Ich kann jederzeit jemanden im Büro anrufen und mir wird geholfen. Das gibt enorme Sicherheit und Vertrauen. Teamfähigkeit ist – so nehme ich an – eine Grundvoraussetzung, um bei einem Ingenieurbüro wie Deleproject arbeiten zu können. Es ist das Wichtigste überhaupt. Wir haben jetzt jemanden eingestellt, der kommt direkt vom Studium. Er kennt noch keine Tools, keine Prozesse – das macht uns keine Sorgen : Er wird das alles lernen können. Aber wir wussten aus dem Bauch heraus, dass er zu uns passt und wir als Team zu ihm. Der Grund, warum wir in erster Linie auf die Persönlichkeit der Person schauen und erst in zweiter Linie auf sein Wissen, ist einfach : Wenn es abgesehen von wirtschaftlichen Gründen zu einer Entlassung kommt, dann

Sie haben beim Elevator Pitch auch gesagt, dass sie komplexe Auto­ mationslösungen erstellen. Das hört sich noch sehr generell an – muss sich ein Ingenieurbüro nicht auch spezi­ alisieren und eine Nische suchen? Eine Nische ergibt sich im Laufe der Zeit. Denn es werden Kunden kommen, die plötzlich etwas Spezielles brauchen, und schon befasst man sich mit dem Thema. Dann kommt der Kunde vielleicht wieder, weil er mit der Arbeit zufrieden war und auch weil er weiss, dass man sich bereits mit dem Thema auskennt. Auf diese Weise sind wir zum Beispiel in Berührung gekommen mit den Lebensmitteltech­ nologien. Wir haben dann plötzlich nicht mehr nur programmiert und die Daten visualisiert und analysiert, sondern uns auch mit den Abläufen innerhalb der Lebensmittelbranche auseinanderge­ setzt. Das war für die Kunden ein grosser Vorteil, denn plötzlich konnte man auf Augenhöhe diskutieren, was für sie einen deutlichen Mehrwert darstellt. Sie haben also nicht aktiv eine Nische gesucht? Ich muss sagen, dass wir im Normalfall ganz alltägliche Automatisierungslösungen entwickeln, die nicht einer Nische zu­ geordnet werden. Wir lösen sicherlich komplexe Aufgabenstellungen, was vielleicht schon in Richtung Nische geht, aber abgesehen davon würde ich sagen, dass wir nicht von Nischenaufträgen leben. Aber es ist gut, eine zu haben, für ­Spezialaufträge, bei denen Kunden sich automatisch an uns wenden. Sie haben die Lebensmitteltechnologie angesprochen: Was sind das für Projekte? Für Nestlé mischen wir zum Beispiel Pulver. In diesem sehr heiklen Bereich haben wir ein grosses Know-how bei den Prozessen gesammelt. Daher ist es bei der Zusammenarbeit mit Nestlé so weit gekommen, dass wir weltweit Pro­ jekte betreuen dürfen. Es geht dort darum, gewisse Pulver richtig zu dosieren und zu mischen. Da darf nichts falsch gehen, sonst wird es heikel und Menschen könnten krank werden oder sterben. In diesen Bereich haben wir sehr viel inves­ tiert, bis wir das Know-how aufgebaut


hatten. Wir waren natürlich auch selber neugierig, und wir haben eine Applikation entwickelt, also ein Software-Modul, das diesen Dosier- und Mischvorgang sicher beherrscht. Nestlé hat das ­honoriert, und anerkennt uns als Single Source Supplier. Welche Eigenschaften muss man an den Tag legen, um ein gutes Ingenieur-Projekt anzugehen? Flexibilität ist sicher eine Stärke von uns, denn die Projektzeitpläne werden immer kürzer, aber wir versuchen mit allen Mitteln, es einzurichten, auch wenn es eng wird. Wir glauben auch, dass Seriosität eine Charaktereigenschaft ist, die man uns nachsagt. Wir sind auch ehrlich und offen, wenn etwas nicht funktioniert ; wir wollen dies dann nicht ­kaschieren, sollte irgendetwas einmal nicht problemlos laufen. Kann man daraus bereits ableiten, was ein gutes von einem sehr guten Ingenieurbüro unterscheidet? Oder was macht den Unterschied aus? Darunter sind sicher viele sogenannte Soft Skills, die entscheidend sind und mit den Mitarbeitern an der Front zu tun haben. Denn eines muss dieser Mitarbeiter können : die Aufgabenstellung verstehen. Viele denken, dass sollte doch einfach dazugehören ; aber zuzuhören, nachzuhaken, die richtigen Schlüsse zu ziehen und dies dann wieder zusammen mit dem Kunden zu verifizieren, ob man das ­ leiche gemeint hat, das ist weder oft vor­ G

Marcel Oester, Hansueli Sigrist und Adrian Straubhaar.

handen noch einfach zu erlernen. Aber wer das nicht beherrscht, kann Projekte schon mal zum Scheitern verurteilen oder aber zumindest erheblich erschweren. Und das Tragische ist : Man weiss es oft nicht, sondern merkt höchstens vielleicht, dass irgendwo der Wurm drinsteckt. Wie kann sichergestellt werden, dass Mitarbeiter und Kunden nicht aneinander vorbeireden? Unsere Mitarbeiter müssen kommunizieren können und die Fähigkeit haben, die richtigen Fragen zu stellen. Sie müssen auch den Mut haben, die Fragen zu klären. Ausserdem müssen wir alle verschiedene Sprachen beherrschen. Ich meine damit nicht Englisch oder Französisch, sondern mit dem IT-Menschen spricht man besser in der IT-Sprache, mit dem Prozess-Menschen muss man die Prozess-Sprache anwenden. Gibt es da eine Art Qualitätssicherung, um Fehler in der Kommunikation zu umgehen oder aufdecken zu können? Wir haben unsere eigenen Abläufe so diszipliniert, dass die einzelnen Schritte immer eine Art Kontrollfunktion inne­ haben, sodass Lücken deutlich hervor­ treten in der Aufgabenstellung. Wie sehen diese Schritte konkret aus? Zuerst kommt bei uns das Anforderungsmanagement. Das machen wir oft schon in der Offerten-Phase. Das ist für uns auch der Auftakt, um zu verstehen,

was die Aufgabenstellung ist. Dann kommt die Design-Phase, wo wir in unserer Sprache, manchmal auch mit grafischen Hilfsmitteln, schon ziemlich Software-nah beschreiben, was der Prozess macht. Dann kommt ein Review mit dem Kunden. Das dient als Gegencheck : Wir sitzen mit dem Kunden zusammen und erklären ihm die ganzen Prozesse, so wie wir sie verstanden haben. Spätestens zu diesem Zeitpunkt sieht der Kunde endgültig : Der Programmierer hat das begriffen oder eben nicht. Man erkennt, dass sich einer da zu sehr verzettelt oder

«Wir werden oft bei Projektbeginn einfach vergessen.» gradlinig aufs Ziel zusteuert. Wenn hier alle Punkte geklärt sind, machen wir uns ans Programmieren und Implementieren, dann folgt die Software-Abnahme bei uns im Haus und schliesslich die Inbetrieb­ nahme beim Kunden vor Ort. Wird Deleproject auch als Problem­ löser wahrgenommen? Ich würde hier definitiv Ja sagen. Das fängt bereits damit an, dass wir oft zu Beginn eines Projekts nur wenige Anforderungen aufgetragen bekommen. Das ist auch ein Zeichen für uns, dass uns der Kunde eine Problemstellung anvertraut und dass wir auf die Frage : «Wie würden sie diese Aufgabe am besten lösen», eine solide Antwort bekommen, und zwar auch dann, wenn die Aufgabe komplex ist oder die Anforderungen dem Auftraggeber nur in groben Zügen klar sind. Wenn man als Problemlöser gesehen wird, kann es wohl auch sein, dass man ab und zu erst zu spät gerufen wird, um dann wirkliche Probleme zu lösen. Das ist zwar so, allerdings geht die ­Automatisierung generell oft unter. Wir sehen es natürlich gerne, wenn die Firmen sehr früh zu uns kommen, damit wir von Anfang an im Boot sind. Dann können wir auch flexibel reagieren und


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im Kleinen zu schauen, dass jedes Detail funktioniert. Beides gleichzeitig geht nicht, und man verzettelt sich sofort. Das tönt nach handfestem ­Projektmanagement. Deshalb tragen wir das Wort auch in unserem Firmennamen. Projektmanage­ ment ist eine Aufgabe, die wir ständig ausüben. Wir teilen Projekte auch sorgfäl­ tig in verschiedene Schritte auf. Wir fangen mit einem Vorprojekt an in Form eines Workshops, bei dem wir Interviews führen und die Aufgabe analysieren – und aus diesem sollte dann ein Lastenheft entstehen, das zu diesem Zeitpunkt oft noch nicht vorhanden ist. Der Kunde weiss vielleicht, dass er sich eine MES-Im­ plementierung wünscht, aber über die Anforderungen hat noch niemand nachge­ dacht. Das tun wir also in diesem ersten Schritt gemeinsam.

mithelfen bei der Lösungsgestaltung. Vor vollendeten Tatsachen zu stehen ist dann schon eine viel schwierigere Auf­ gabe und nicht immer angenehm ; denn man muss automatisch ein paar Abstri­ che machen und vieles ist bereits vorge­ geben. Sind wir von Anfang an dabei, können wir die Aufgabe eleganter, schlan­ ker, moderner und oft auch kosten­ günstiger lösen. Deshalb wären wir auch gerne schon bei der Konzeptphase dabei, wo wir Einfluss nehmen könnten auf die Architektur des Systems und der Software. Wird die Automation denn einfach vergessen oder unterschätzt? Beides. Wir werden oft einfach bei Pro­ jektbeginn vergessen. Und Steuerungen und Automationslösungen werden in einem Gesamtprojekt immer unterschätzt. Wir werden daher zeitlich als Letzte an­gefragt für ein Angebot. Dann ist der ganze Prozess schon klar und die mecha­ nische Integration bereits vollbracht – erst jetzt macht man sich Gedanken zur Automatisierung. Woran liegt das? In den Planungsgremien befinden sich oft keine Sachverständigen, die eine Affinität haben für Automation und Steue­ Engineering 2018

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rungssysteme. Ich kann da ein neueres Beispiel aus der Lebensmitteltechnologie geben : Ein Spin-off ist mit seinen For­ schungsresultaten an den Punkt gelangt, wo es um die industrielle Umsetzung ging. Bei diesem Start-up sind viele For­ scher dabei ; später sind auch noch ­Investoren dazugestossen. Sie alle ken­nen sich gut mit den Prozessen aus und wissen, wie die funktionieren müssen, um industriell fertigen zu können – doch keiner von ihnen kannte sich mit der Auto­ mation aus. Das also ist der Normalfall. Glücklicherweise waren wir bei diesem Projekt seit einem Jahr im Gespräch mit diesen Leuten, und die waren von An­ fang an offen und interessiert und woll­ ten genau wissen, was man heutzutage auch mit zukunftsorientierten Themen wie Industrie 4.0 und IIoT erreichen kann. Wie gehen Sie in einem solchen Fall vor? Wie erwähnt, ist es wichtig, dass wir verstehen, was die Firma schliesslich erreichen will. Das Automatisieren eines Prozesses ist für uns dann ein iterativer Prozess, und wir gehen grob gesehen vom ganz Grossen auf das Kleine zu. Doch das Wichtigste dabei ist, dass man den Fokus immer am richtigen Ort hat. Ein­ mal geht es darum, den Gesamtprozess im Auge zu behalten, und ein andermal,

Arbeiten Sie da mit bestimmten Tools? Wir verwenden hier gerne das System «Footprint », denn damit lassen sich Anforderungen sehr gut strukturieren und visualisieren. Man erkennt auch schnell verborgene Anforderungen und kann sie also frühzeitig einbringen. Das System

«Unsere Mitarbeiter müssen kommunizieren können.» hat auch den Vorteil, dass es ziemlich ein­ fach ist und Spezifikationen ergibt, die alle Beteiligten nachvollziehen können. Was folgt danach? Es kommt nochmals zu einem Review, und erst dann treten wir in die Angebots­ phase. Wir präsentieren verschiedene Lösungskonzepte jeweils mit einem Preis­ schild darunter. Je weiter entfernt aller­ dings eine Phase ist, umso ungenauer ist der angegebene Preis. Das ergibt sich auch aufgrund der iterativen Vorgehens­


weise bei einem Projekt. Ja, und dann folgen die Evaluationsphase und eine erste Realisierungsphase. Trotz einem iterativen Vorgehen sollte man klugerweise sehr weit voraus­ schauen bei der Planung der einzelnen Phasen. Hilft da die Erfahrung? Ja, das ist so. Wir müssen sicher vorausdenken können, und zwar weiter als der Kunde. Da der Kunde oft kein Spezialist ist auf dem Gebiet der Automation, müssen wir zeigen, welche Möglichkeiten er auch noch hätte – und welche Folgen das haben kann. Apropos neue Mitarbeiter, wie erkennen sie, ob jemand diese Fähigkeit hat? Wir haben gute Erfahrungen gemacht, wenn wir mit den Bewerbern ein tägiges Assessment machen. Wir stellen eine Aufgabe, und schauen dann nicht primär die technische Lösung an, sondern eher wie die Person ihre Lösung präsentiert. Daran erkennen wir auch, welche Fragen sich der Bewerber zur Aufgabe gestellt hat und ob diese Fragen vorausschauend

genug sind. Nicht jeder bei uns muss zu hundert Prozent konzeptuell denken und entwickeln können, aber ein Flair dafür sollte er haben. Tickt ein Mitarbeiter in einem Ingenieur­ büro anders als in der Entwicklungs­ abteilung bei einem Konzern? Unsere Leute müssen flexibel und leistungsfähig sein ; sie müssen sozusagen den Karren mitziehen können. Denn bei einem KMU merkt man sofort, wenn das nicht der Fall ist. Ein riesiger Unterschied besteht auch darin, dass unsere Leute Spezialisten und gleichzeitig auch Generalisten sein müssen. Denn von der Konzeptphase über die Implemen­tierung bis zur Inbetriebnahme ist bei uns oft dieselbe Person verantwortlich. ­Ausserdem stehen fast alle Mitarbeiter im direkten Kundenkontakt. Es ist sicher nicht einfach, all diese Aufgaben unter einen Hut zu bringen. Doch ein Highlight davon ist, dass der Mitarbeiter am Ende eines Projekts auch die Lorbeeren selbst abholen darf beim

Kunden. Ich glaube, diese Vielseitigkeit ist es, welche die Arbeit in unserem Ingenieurbüro interessant macht. Aber viele ihrer Mitarbeiter sind richtige IT-Leute, die man sich auch gerne als Nerds vorstellt, also eher nicht die Leute an der Front, sondern versteckt hinter einem Bildschirm. Wenn wir den Leuten erklären, was wir machen, dann stellt tatsächlich der eine oder der andere die Frage, ob wir denn solche IT-Nerds seien. Aber das würde nicht funktionieren. Wir arbeiten zwar mit den gleichen Tools, aber wir müssen nach draussen gehen an die Front, und wir brauchen ein gutes technisches Verständ­ nis für Mechanik, für Elektrotechnik und für Verfahrenstechnik. Und weil wir so nahe bei Kunden sind, können wir unsere Dienstleistung auch nicht einfach auslagern und irgendwo in Indien eine Anlage programmieren lassen.

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Engineering als Dienstleistung ist ein weites Feld. Neben d ­ em Fachkräftemangel beschäftigen die Branche auch globale Trends, wie etwa die Digitalisierung. Interview: Thomas Meier Fotos: Tanya Hasler

«Kundennähe ist immer wichtig» Thomas Meier — Im Dienstleistungsland Schweiz gibt es viele Engineering-­ Unternehmen. Wie arbeiten deren Ingeni­ eure? Wie schaffen sie es, immer mit den neues­ten Technologien mitzuhalten? Und was braucht es, damit die Schweiz auch in Zukunft als Denkplatz brillieren kann? Drei Experten, die es wissen müssen, tra­ fen sich zu einem Gespräch in Schlieren. Stefan Zimmermann, Geschäftsführer der comtac AG, ehemals Bettschen Elektronik, beschäftigt 17 Mitarbeiter, die Elektronikentwicklung vom Sensor bis in die Cloud wie auch klassisches Elektronik-Engineering machen. Das Unter­ nehmen gehört neben Firmen wie elfab oder Grossenbacher Systeme zur Amalthea Holding, die insgesamt über 350 Mitarbeiter beschäftigt. Daniel Brüngger leitet als Geschäfts­ leitungsmitglied beim Software-Dienstleister Noser Engineering 170 Mitarbeiter. Das Unternehmen gehört zur Noser Group mit etwa 550 Mitarbeitern. Thomas Järmann ist Elektroingenieur, promovierte später in Physik an der ETH im Bereich Medizintechnik und ist seit 2005 an der ZHAW, mittlerweile als Leiter Lehre, also verantwortlich für Bachelorund Master-Ausbildungen wie auch Weiter­ bildung. «Die School of Engineering ist eines der grösseren Departemente der Engineering 2018

Aktuelle Technik

Hochschule mit 2200 Studierenden in acht verschiedenen Bachelor-Studiengängen und einem Master-Studiengang », sagt er und fügt an : «In den letzten zehn Jahren haben wir die Zahl der Studie­ renden verdoppelt und unser Angebot weiter verbreitert.» Womit hat das zu tun? Järmann : Die Nachfrage nach Tertiär­ bildung wurde grösser, sowohl von Studen­ ten wie auch von den Firmen. Die Nachfrage nach Ingenieuren ist gestiegen. Zimmermann : Die Lehrgänge wurden flexibler, man kann heute in Teilzeit studieren. Viele unserer Ingenieure wollen sich weiterbilden und können das heute parallel zu ihrer Arbeit tun. Järmann : Absolut. Von den erwähnten acht Studiengängen bieten wir vier in Teilzeit an. Gerade bei diesen Angeboten stellen wir eine steigende Nachfrage fest. Sprechen wir zunächst über ihr ­Tagesgeschäft. Was macht ein Engineering-Dienstleister? Zimmermann : Wir entwickeln vor allem Hard- und Firmware. Dazu braucht es viel Erfahrung, gerade bei Themen wie EMV, Normen oder Zulassungen. Wir beraten unsere Kunden, welche Normen wo wichtig sind, und merken, dass viele keine

genauen Vorstellungen haben, was es wirklich braucht. Wenn wir einen Hochschulabgänger einstellen, braucht es etwa zwei Jahre, bis er im Thema drin ist. Järmann : Braucht es nach dem ­Studium doch noch zwei Jahre? Das ist gut zu wis­sen, wir gehen immer von einem Jahr aus. Zimmermann : Wir haben viele kleine Projekte, bei denen junge Ingenieure ­erstmals die Leitung übernehmen. Da merken wir, dass man den Umgang mit dem Kunden erst lernen muss. Hier braucht es oft noch Schulung, wie man adä­quat kommuniziert. Die zweite Schwierigkeit ist das komplexe Feld der Normen und Zulassungen, das braucht einfach Zeit, bis man sich zurechtfindet. Wie sieht das bei Noser Engineering aus? Brüngger: Beratung ist ein zentraler Punkt. Viele Kunden sind auf ihre Märkte und Produkte fokussiert und weniger auf Methoden und Technologien. Sie erwarten, dass wir diese Lücke füllen und ihnen helfen, ihre meist sehr anspruchsvollen Ziele zu erreichen. Wir offerieren lösungsorientierte Beratung, übernehmen gesamte Projekte oder leisten Engineering-­ Dienstleistungen vor Ort. Wir arbeiten heute mit agilen Methoden und nutzen deren Vorteile auch in regulierten Bran-


chen, wie Bahn- oder Medizin­technik. Bei der Wartung, Support und Betrieb übergeben Kunden vermehrt die Aufgaben an uns, damit sie sich stärker auf die eigenen Hauptaufgaben fokussieren können. Wie lange braucht bei Ihnen ein Ingenieur, bis er Projekte selbst­ständig bearbeiten kann? Brüngger: Wir gehen davon aus, dass Absolven­ten einer ETH oder FH etwa ein bis zwei Jahre an zusätzlicher Schulung, Projektarbeit und Coaching benötigen, bis sie selbstständig in einem Projektteam mitarbeiten können. Järmann : Ah, da gehen die Erfahrungen offenbar etwas auseinander. Brüngger: Wir sind in der glücklichen Situation, dass wir über vergleichsweise grössere Entwicklungsteams verfügen. So können wir Senior-Projektleiter und ITArchitekten mit grosser Erfahrung ein­ setzen und gleichzeitig jüngere Team-Mitglieder mitarbeiten lassen. Um die Qua­ lität sicherzustellen, arbeitet eine Person mit mehrjähriger Erfahrung mit. Welche Dienstleistungen bietet die ZHAW in Sachen Engineering? Järmann : Die Hochschule ist in vier Leistungsbereichen tätig : Ausbildung, Weiterbildung, Dienstleistung und F & E. Der

Daniel Brüngger, Stefan Zimmermann, Thomas Meier und Thomas Järmann (v.l.n.r.)

Dienstleistungsbereich wird bewusst klein gehalten. Wir wollen Engineering-­ Dienst­leister nicht konkurrenzieren, sondern unterstützen. Ein Beispiel sind Forschungs- und Entwicklungsprojekte, oft zusammen mit Innosuisse. Brüngger: An der Hochschule laufen gute Projekte in der angewandten ­Forschung und Entwicklung. Ein Beispiel ist Sinet (Siemens Interlocking Network. An der Machbarkeitsstudie für diese neuartige Netzwerk-orientierte Topologie für Stellwerke war die ZHAW beteiligt). Als Sinet in die Industrialisierung zu über­führen war, kamen wir als Dienstleister für Siemens ins Spiel. Das funktionierte Hand in Hand. Diese Zusammenarbeit ist optimal. Warum lagern Kunden das Engineering an einen Dienstleister aus, statt es einfach selbst zu machen? Zimmermann: Der Kunde muss gut sein im Produktmanagement. Wie er es dann aber technisch umsetzt und welche Technologien überhaupt verfügbar sind, darin liegt unsere Kompetenz. Wir können ihn fundiert beraten, weil wir viel Erfahrung aus anderen Projekten mitbringen. Ausserdem kann er auf unsere Ressourcen genau dann zugreifen, wenn er sie braucht. Eine interne F & E-Abteilung

«In den letzten zehn Jahren haben wir die Zahl der Studierenden verdoppelt.» Thomas Järmann


Schwerpunkt Engineering 12

besteht über das ganze Jahr und kostet auch über das ganze Jahr.

«Den Marktplatz Schweiz erlebe ich als attraktiv.» Stefan Zimmermann

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Haben Sie mit der steigenden Komplexi­ tät der Technologisierung zunehmend mehr Kunden, weil es für die immer schwieriger wird, das Engineering selbst zu machen? Brüngger: Wir sehen gegenläufige Trends. Einerseits eignet sich Software hervor­ ragend für die Globalisierung. Nichts lässt sich einfacher und günstiger transferie­ ren als Programmcode. So sind die Preise für entsprechende Dienstleistungen stark unter Druck. Eine Engineering-Stunde in Bangladesch kostet etwa fünf Dollar, in Osteuropa sind es rund 30 Dollar. Auf der anderen Seite ist der kleinste Teil des Engineerings die reine Codierung. Eine effiziente Produktentwicklung verlangt nach verschiedenen Disziplinen wie Bera­ tung, Anforderungsanalyse, Projektlei­ tung, Architektur und Testmanagement – alles sehr kommunikationsintensive Arbeiten, die grosse physische und kultu­ relle Nähe bedingen. Dazu kommt, dass Innovation in vielen Branchen immer mehr in Software abgebildet wird. Das ist ein Trend, der uns hilft. Viele Firmen sind Experten auf ihrem angestammten Gebiet, müssen aber auf einmal einen neuen Bereich adaptieren. Da können wir mit unserer Expertise helfen. Was sind typische Kunden? Brüngger: Siemens, ABB, Schindler und andere Unternehmen aus der klassischen Industrie. Wir unterstützen auch Med­ tech-Firmen, die nicht eine reine Enginee­

ring-Kompetenz suchen, sondern zusätz­ lich Expertise im regulatorischen Umfeld benötigen. Hier kann man sich als An­ bieter sehr gut einbringen. Dann haben sie durchaus auch grosse Firmen als Kunden. Ich dachte, es wären eher kleine, die sich keine eigenen Entwickler leisten können. Brüngger: Auch grosse Entwicklungs­ abteilungen haben ihre Kernkompetenzen. Wenn Neues dazu kommt wie IoT, Digita­ lisierung, Cloud, Mobile oder agile Metho­ den wie Scrum, dann greifen sie oftmals auf Unterstützung von «aussen » zu und können so schneller Produkte realisieren. Järmann : Wie kommen sie denn zu der Innovation? Sie müssen sich dieses Know-how ja auch aneignen. Brüngger: Wir stellen unter anderen direkt Abgänger von Uni, ETH und Fach­ hochschulen ein und integrieren sie in unser Trainee-Programm und die Projekte. Das gibt einen guten Mix von neuen Technologien und solidem Software Handwerk. Wir haben aus diesem Grund auch ein sehr grosses Budget für die Weiter­bildung unserer Mitarbeiter. Die Kunden dürfen von uns erwarten, dass wir uns in den neuesten Technologien bestens auskennen. Richten wir den Fokus auf den Standort Schweiz. Im Hinblick auf strenge Nor­ men und das hohe technische Niveau: Kann da ein Konkurrent aus Bang­ ladesch qualitativ überhaupt mithalten? Zimmermann : Wir brauchen die Nähe zum Kunden. So arbeiten wir auch  haupt­


sächlich im D-A-CH-Raum. Hier sind wir sprachlich und kulturell zu Hause. Bei vielen Projekten sind wir auf einen engen Austausch angewiesen, was beim Out­ sourcing in ein fremdes Land nicht mehr so gut funktionieren würde. Wir arbeiten auch für grössere Kunden wie etwa Geberit. Über den Firmenverbund bieten wir hier die gesamte Leistung. Das heisst, wir produzieren, liefern komplette Geräte und schulen die Servicestellen. Wir betreuen unsere Kunden intensiv und sehen uns auch mit hohen Erwartungen konfrontiert. Den Marktplatz Schweiz er­ lebe ich als attraktiv. Wir entwickeln auch viel im deutschen Raum. Da dreht sich die Diskussion immer um den Stundensatz. Aber wir gewinnen Projekte, das heisst, unter dem Strich stimmt es. Sind wir in der Schweiz denn besonders effizient? Oder ist die Qualität im ­Vergleich etwa zu Bangladesch höher? Zimmermann : Ich glaube, es sind verschiedene Faktoren. Mittlerweile haben wir für unsere Arbeit einen Baukasten entwickelt und können auf frühere Projekte zurückgreifen. Wir haben in der Schweiz auch relativ schlanke Strukturen. Mit dem Eurokurs haben wir un­sere Geschichte mitgemacht und mussten effizienter werden. Andere hatten diesen Druck nicht und sind etwas schwer­fälliger. Wenn ich alles summiere, ist der Standort Schweiz sicher kein Nachteil mehr. Wie ist das im Software-Engineering? Brüngger: Kundennähe ist immer wichtig. Wenn Auftraggeber und Dienstleister weit entfernt sind, braucht es umfangreiche Spezifikationen, und das macht die Prozesse langsamer. Schnell verstehen, liefern, da­raus lernen, erneut liefern, das geht nur über Kundennähe. Wir durften für einen Grosskonzern ein innova­tives Projekt realisieren. Danach fielen Aussa­ gen wie : «Ihr habt zwar höhere Stun­ densätze, zusammen waren wir aber dreimal schneller, als wenn wir’s allein ­gemacht hätten.» Das ist sicher nicht die Regel, aber wenn man sich in seinem Gebiet auskennt und Erfahrung mitbringt, hat man schon ein gutes Tempo. Järmann : Ist in der Informatik der Druck aus dem Silicon Valley gestiegen? Brüngger: Ich habe das Gefühl, die Wirtschaft läuft gut, und die positiven Ten­ denzen überwiegen. Einerseits gibt

es einen Innovationsdruck, andererseits haben wir wirkliche Champions in der Schweiz, also Firmen, die weltweit eine grosse Rolle spielen und sehr interessante Projekte durchführen. Ich glaube, dass das überwiegt. Wie erleben Sie den Ingenieurmangel? Brüngger: Wir pflegen ein umfangreiches Recruitment-Programm, welches uns einen hohen Zulauf an Bewerbungen sichert. An gewissen Standorten ist es etwas schwieriger, aber im Grossen und Ganzen dürfen wir uns über grosses Interesse freuen. Zimmermann : Wir sind in der Region Schaffhausen, und es gibt viele aus dieser Gegend, die nach dem Studium wieder in der Region arbeiten wollen. Ich denke, wir sind ein attraktiver Arbeitgeber. Järmann : Also ist Fachkräftemangel bei Ihnen gar nicht so ein Thema? Zimmermann : Wir können jedes Jahr einen Ingenieur der ZHAW einstellen. Etwa die Hälfte unseres Teams besteht aus jüngeren Mitarbeitern, die andere Hälfte sind erfahrene Fachkräfte. Sie suchen pro Jahr einen neuen Ingenieur? Zimmermann : Ja, das ist natürlich nicht viel. Aber wie viele Elektroingenieure schliessen pro Jahr ab? Järmann : An der ZHAW jähr­lich etwa 40 bis 60 Elektroingenieure. Was muss ein Ingenieur mitbringen, damit er im Arbeitsmarkt besteht? Järmann : Für uns ist die Berufsbefähigung der Absolventen essenziell. Deshalb

«Viele Kunden sind auf ihre Märkte konzentriert und weniger auf Methoden und Technologien.» Daniel Brüngger


Schwerpunkt Engineering 14

evaluieren wir zusammen mit unseren Industriepartnern die Kompetenzen unserer Abgänger. Anfang Jahr haben wir das mit breit angelegten Interviews ge­ macht, und es hat sich gezeigt, dass das Fachwissen ohnehin vorausgesetzt wird, daneben aber immer mehr Metho­ denkompetenzen gefragt sind. Bei­ spielsweise Wissenstransfer, analytisches Denken oder Selbständiges erkennen und schliessen von Wissenslücken. Auch Selbst- und Sozialkompetenzen werden je länger, je wichtiger. Wir spüren auch eine Internationalisierung. Interkulturelle Kompetenzen oder Englisch als Fach­ sprache werden nachgefragt. Deshalb bieten wir Studiengänge, bei denen Stu­ dierende zu Firmen ins Ausland gehen oder Auslandsemester absolvieren. Zimmermann : Bei vielen unserer Projekte ist der Entwickler auch gleich der Projektleiter. Da ist für uns Sozialkompe­ tenz sehr wichtig. Das schränkt die Suche nach Mitarbeitern etwas ein. Brüngger: Gute Methodenkenntnisse sind gefragt. Heute wollen die Kunden schnell lauffähige Resultate sehen. Die Technologie hat sich auch verändert. Früher hat man in der Software-Entwick­ lung vieles von Grund auf programmiert. Heute stehen den Ingenieuren umfang­ reiche Frameworks zu Verfügung, mit denen sich effi­zient lauffähige Applikatio­ nen erstellen lassen. Diese Frameworks müssen die Ingenieure gut kennen und mit

ihnen Schritt halten. Zudem hat es eine Verschiebung in Richtung Kommunikation gegeben. Wir erwarten heute von jedem Mitarbeiter starke Soft-Skills. Er muss den Kun­den verstehen und dessen Bedürf­ nisse so dokumentieren, dass sie klar und umsetzbar sind. Wie verändert die Digitalisierung Ihre Geschäftsfelder? Brüngger: Die Digitalisierung ist ein Glücksfall für Noser Engineering. Man spricht in der breiten Gesellschaft über das, was wir seit Jahrzehnten machen. Durch neue Technologien rücken zudem spannende Innovationen in Reichweite. Einerseits arbeiten Sie an Kunden­ projekten, aber andererseits müssen Sie sich ständig mit neuen Technologien vertraut machen. Wie geht das? Brüngger: Etwa 20 Prozent der Arbeitszeit unserer Mitarbeiter kalkulieren wir als nicht produktiv. Dazu zählt beispielsweise die strukturierte Weiterbildung mit Zer­ tifikats-Abschluss, aber auch die intrin­ sisch motivierte Beschäftigung von Seniors mit neuen Technologien und der Entwicklung von neuen Geschäftsideen. Wir haben dazu verschiedene Gefässe wie Hackathons oder Coding Dojos. Bei den Coding Dojos beispielsweise setzen sich die Ingenieure abends zusammen und entwickeln Prototypen mit neuen Techno­ logien und tauschen sich aus. Die Resul­

tate werden dann intern oder auf Kon­ gressen präsentiert. Ist aus einem solchen Prototyp auch schon ein Produkt entstanden, das sie vertreiben? Brüngger: Nein, da ziehen wir eine scharfe Grenze. Ähnlich wie eine Hochschule nicht in die Auftragsentwicklung geht, gehen wir nicht in die Produktentwicklung. Das können und wollen wir uns nicht leisten. Wenn ein Kunde die Befürchtung haben muss, dass wir seine Erkennt­ nisse nutzen, um eigene Produkte zu bauen, wird er uns nicht mehr an seinen Kernproblemen arbeiten lassen. Wir entwickeln zwar eigene Werkzeuge für die Entwicklung, um in Projekten effizienter zu sein. Aber wir bringen diese nicht auf den Markt. Järmann : Bei uns ist Digitalisierung auch ein grosses Thema, vor allem in zwei Bereichen. Der eine sind digitale Lern­ formen. Da investieren wir auch, damit unsere Dozenten neue Tools auspro­ bieren können. Zum anderen versuchen wir die digitalen Skills unserer Absol­ venten zu fördern. Ein Thema ist zum Beispiel die Analyse von Big Data. Führt das auch zu neuen Modulen oder gar neuen Studiengängen? Järmann : Genau. Auch in der Weiterbildung gibt es bereits ein MAS Data Science, das für die nächsten zweieinhalb Jahre

«Bei unserer Arbeit ist Sozialkompetenz sehr wichtig.» Stefan Zimmermann

Engineering 2018

Aktuelle Technik


ausgebucht ist. Also die Nachfrage ist durchaus vorhanden. Zimmermann : Auch wir spüren Aus­ wirkungen der Digitalisierung. Die Hard­ ware wird immer kleiner, weil sich die Intelligenz in die Cloud verschiebt. Das ist für uns eine Chance, weil es immer ­weniger Mitbewerber gibt, die diese Kom­peten­zen noch haben. Wie gehen Sie mit aktuellen Trend­ themen wie Machine Learning um? Brüngger: In verschiedenen Projekten ver­ wenden wir bereits Machine Learning, etwa um Maschinen einzustellen oder für die Datenanalyse. Für uns ist das auch ein Lernprozess. Produktionsfirmen sind dort etwas zurückhaltend, Anlagen­ bauer sehen darin aber grosses Potenzial. Järmann : Wie kommen Sie zum Knowhow in den Bereichen künstliche Intelligenz und Machine Learning? Brüngger: Einer unserer erfahrenen Ingenieure besuchte einen Data Science-­ Lehrgang der ZHAW. Einige Abgänger der ETH haben bereits im Studium Machi­ ne-Learning-Vorlesungen besucht und Semester-/Diplomarbeiten damit gemacht. Wie schätzen sie die Bedeutung ­schweizerischer Engineering-Leistun­ gen im globalen Umfeld ein? Zimmermann : Wenn es um grosse Volu­ men für den Consumer-Bereich geht, sind wir die Falschen. Unsere Stärke liegt in der Langfristigkeit. Unsere Kunden wollen ihre Geräte noch zehn Jahre bauen kön­ nen. Das ist eine Herausforderung, weil viele Bauteile gar nicht so lange am Markt verfügbar sind. Wir haben auch Kunden, die nach China exportieren. Natürlich in einen Nischenmarkt, der volumenmässig für China zu klein ist. Können Sie ein Beispiel nennen? Zimmermann : Wir haben eine elektrische Zahnbürste entwickelt. Unser Kunde hatte chinesische Kunden, die aber kein chine­ sisches Produkt wollten, sondern etwas Hochstehendes mit dem Label Swiss Made. Wir haben die Elektronik entwickelt, aber das Geld verdient unser Kunde mit den Bürstenköpfen, die er in der Schweiz voll automatisiert herstellt. Brüngger: Man darf nicht vergessen, dass wir in der Schweiz viele Vorteile geniessen. Wir leben in einer stabilen Gesellschaft, verfügen über eine gute

Schulbildung und haben damit auch gut ausgebildete Ingenieure. Ausserdem leben wir in einer gut automatisierten, relativ wohlhabenden Gesellschaft. Das heisst, wir haben die Chance, über­ haupt erst auf Problemstellungen zu stossen, wofür wir innovative Lösungen entwickeln können. Was sehen Sie, wenn Sie in die Zukunft blicken? Järmann : Wir sehen, dass sich die Nach­ frage nach Fachkräften in den letzten Jahren nicht stark verändert hat. Sie ist etwas breiter geworden und hat sich leicht verstärkt. Das zeigt mir, dass wir ein florierendes Engineering haben in der Schweiz. Ich glaube, generell ist der Bil­ dungsstandort Schweiz sehr gut. Wir haben universitäre Hochschulen, Fach­ hochschulen und auch sonst optimale Rahmenbedingungen. Ich glaube, dass wir genügend hoch technologisierte Branchen haben, die sich auch in Zukunft noch entwickeln werden. Was wir uns wünschen, ist, dass Firmen noch mehr in Lehrstellen investieren. Sie nehmen unsere Ingenieure mit Handkuss. Aber insbesondere grosse Unternehmen könnten noch mehr in Lernende investie­ ren, weil das zukünftige Ingenieure sind. noser.com comtac.ch zhaw.ch / engineering

«Unser MAS Data Science ist für die nächsten zweieinhalb Jahre ausgebucht.» Thomas Järmann


Themen Digitalisierung 16

ABB

Kreativ, digital, remote und nah am Kunden

Die Bedeutung von Remote Services wächst. Zu identifizieren, welche Lösungen für ein Unternehmen passen, ist eine kreative Aufgabe..

Kreative Über­ legungen schaffen neue Ideen für den Einsatz digitaler Lösungen. Bilder: ABB

Die Industrieproduktion der Zukunft wird immer stärker digitale Lösungen nutzen und mit Remote Services Anlagen betreuen. Was zunächst nach einer banalen Erkenntnis klingt, birgt viel Diskussionspotenzial. Mit welchen Technologien ist dieser Wandel der klassischen Industrieproduktion verbunden? Wie schnell und wie umfassend wandeln sich die Prozesse? Auf welche Weise behalten Unternehmen in der datengetriebenen Produktion die Hoheit über ihr Wissen und ihre Entwicklungen? Und : Welche neuen Services und kreativen Lösungen sind diejenigen, die die Anforderungen meines Unternehmens individuell Engineering 2018

Aktuelle Technik

Industriedaten, die für Prozesse und Produkte sicherheitsrelevant sind. Sowohl die Verfügbarkeit der Informationen zur richtigen Zeit am richtigen Ort als auch der Wertvolle Daten Diskussionsbeiträge und Antworten auf Schutz vor Datenmanipulation sind unabdiese Fragen liefern Experten und Ver- dingbar. Zudem sind Industriedaten als bände. Offensichtlich ist, dass die Entwick- digitales Abbild von Verfahren und Produklung in vollem Gang ist : Gemäss Angaben ten für Betreiber und Hersteller ein zu des Branchenverbandes Swissmem gehö- schützendes Geschäftsgeheimnis. ren Bereiche wie Sensorik, Datenanalyse und Predictive Maintenance zu den wich- Globalisierung treibt an tigsten Digitalisierungsthemen in der Nach Meinung von Prof. Karl-Heinz Niemann, Schweizer Industrie. Beim Betrieb intelli- Lehrgebiet Prozessinformatik und Automagenter, vernetzter Produktionssysteme tisierungstechnik an der Hochschule Hanentstehen wertvolle und hoch sensible nover, wird die weiter fortschreitende Gloam besten erfüllen, und mit welchem Partner kann ich sie umsetzen?


balisierung der Märkte eine Triebfeder für Fleet Assessment und Asset Optimization. Kunden, sich mit der gleichen Effizienz und Remote Services sein : «Unternehmen ver- Die Roboter sind mit der Cloud verbunden, Professionalität um ihre Roboter zu kümtreiben ihre Produkte weltweit. Um einen und ABB überwacht den Be­t rieb anhand mern, wie es der ABB-Service tut.» guten Service bieten zu können, wird die von Messdaten. «Es genügt nicht, nur ein Ferndiagnose das Mittel der Wahl für einen Tool zu programmieren. Die Organisation Digital Services für Leitsysteme umfassenden Support sein.» und der Service dahinter müssen ebenfalls Wie bei einzelnen Robotern geht es auch stimmen», sagt Zingg. Das Angebot nutzen bei Lösungen für die ungleich komplexeren inzwischen ABB-Kunden an mehr als 750 Leit­s ysteme um Daten. Mario Drinovac, Kreativ zu passgenauen Lösungen Um die Frage zu beantworten, welche Produktionsstätten. Local Business Unit Manager der Control neuen Lösungen aus der Welt der digitalen Technologies von ABB Schweiz, sagt dazu : Services die spezifischen Anforderungen Kunden nutzen dieselben Tools «Wenn wir von digitalen Produkten spreder Kunden am besten erfüllen, setzt ABB Die digitalen Connected Services sind durch chen, meinen wir Lösungen, bei denen auf kreative Methoden und Prozesse. Wich- das eng verzahnte Zusammenspiel mit dem wir die Daten einer Produktionsanlage im tig ist zudem eine enge Kommunikation mit physischen Service ein Erfolgsmodell. Ihre Fokus haben.» Ausgangspunkt ist der Scan den Kunden, um ein gemeinsames Ver- Qualitäten spielen sie sowohl bei kleineren der Daten, wozu die Spezialisten keine ständnis der jeweiligen Aufgabenstellung und mittelständischen Anwendern als auch Software installieren müssen, sondern den aus unterschiedlichen Perspektiven zu ent- bei grösseren Unternehmen, die Hunderte Service Product Data Collector (SPDC) – wickeln und anschliessend passgenaue von Robotern an mehreren Standorten von der Handhabung her ein Memory Stick – Lösungen zu finden. optimieren wollen, aus. «Viele unserer einsetzen. Er sammelt umfangreiche Daten In der Schweiz betreibt ABB mit dem Kunden legen Wert darauf, dieselben Tools der Leitsystem-Hard- und -software sowie «Co-Innovation Lab » in Baden-Dättwil wie wir für den Service der Roboter zu nut­ Daten zum Stand der System-Performance eine Einrichtung, die genau diesem Zweck zen », sagt Zingg. «Indem wir ihnen diese und der Cyber-Sicherheit. «Wichtige Infordient. Andreas Koch, Leiter Service Schweiz zur Verfügung stellen, befähigen wir unsere mationen liefert bereits die Inventarisiebei ABB, erklärt : «Wir führen Co-Creation-Workshops mit Kunden durch, in denen wir zunächst deren Herausforderungen in den Blick nehmen. Daraus entwickeln sich oft Ideen durch die Kombination der Betriebserfahrung des Kunden und der Datenscans Nutzer von My Control System technischen Kompetenz von ABB. Konkrete technische Lösungsansätze werden in einer zweiten Phase besprochen, wenn die Problematik und der mögliche Kundennutzen klar sind. Dabei verwenden wir verschiedene Innova­tionstechniken, beispielsweise die Methode Design Thinking. Als Resultat der Workshops entscheiden wir häufig, den erarbeiteten Lösungsansatz als minimale Lösung zu verifizieren und den Wert in einer Pilot-Installation nach­ zuweisen. Diese agile Vorgehensweise schliesst den Lernkreis rasch, um schnell positive oder negative Erfahrungen zu sammeln, den Ansatz zu korrigieren und Länder Systeme gescannt weiterzuentwickeln.»

10 000

39

Connected Services für Roboter Ebenfalls im engen Schulterschluss mit den Kunden arbeitet der ABB-Geschäftsbereich Robotics mit seiner Lösung Connected Services. Marc-André Zingg, Local Business Unit Manager Robotics, erläutert : «Dank der Connected Services erhöht sich die Verfügbarkeit eines Roboters. Es geht um längere Roboter-Lebenszyklen und optimale Leistung.» Die Connected Services bündeln fünf Bausteine : Condition Monitoring, Backup-Management, Remote Access,

«Es genügt nicht, nur ein Tool zu programmieren. Der Service dahinter muss stimmen.»

12 000

2000

Ability Digital Services für Leitsysteme in Zahlen.


e

Themen Digitalisierung 18

rung des Leitsystems. Unserer Erfahrung bar. «Mit den digitalen Services des ABB nach wissen viele Anlagenbetreiber nicht Ability Asset Health für Leitsysteme kön­ im Detail, was installiert ist », sagt Drinovac. nen wir eine automatisierte Analyse in «Das liegt daran, dass man bei vielen Anla- kurzer Zeit erstellen und unsere Kunden gen und Steuerungen oft die Historie nicht mit vertretbarem Aufwand bei der Performehr überblickt.» mance-Optimierung unterstützen», erklärt Drinovac. Die Analyse der Daten geschieht Messdaten analysieren auf der ABB-Ability-Plattform, auf der auch Die Performance- und Sicherheitsanalyse die Knowledge Base liegt. Der Datenzugriff erfolgt typischerweise anhand von 100 bis 150 KPIs (Key Performance Indicator) mit je fünf bis zehn Parametern. Das ergibt eine erhebliche Datenmenge, welche die Experten für digitale Services innerhalb der ABB Ability Asset Health für Leitsysteme vollautomatisch analysieren. Als Vergleichsmassstab dient die Knowledge Base — eine Datenbank, die zu allen älteren und neuen ABB-Systemen über 500 KPIs enthält ; bis Ende 2018 werden es 1000 sein. Der erste Schritt der Analyse ergibt den Anlagen­ status. Im nächsten Schritt ermittelt ABB Ability Asset Health für Leitsysteme die Hintergründe und Ursachen, prüft die Aus- erfolgt über das Portal «My Control Sys­ wirkungen der gemessenen Daten auf die tem », das sich automatisch für die jeweiPerformance und die Cyber-Sicherheit, pri- lige Anlage kundenspezifisch einstellt und orisiert die Wartung von Elementen und alle gesammelten und ermittelten Daten wie Inventarlisten, Life-Cycle-Planung, beschreibt dann die Fehlerbehebung. aktuelle operative Risiken und empfohlene Wartungsmassnahmen bereit stellt. Die Verfügbarkeit steigt und Aufwand sinkt Bisher war es häufig so, dass Anlagen nur Vorteile für die Kunden liegen auf der Hand : sehr selten so detailliert durchgearbeitet Sie können vorausschauend Probleme wurden. Das wäre zwar sinnvoll gewesen beheben, bevor sich diese negativ auswirund hätte die Anlagenverfügbarkeit und ken. Die Betriebssicherheit und die VerfügSicherheit erheblich gesteigert, war aber barkeit steigen, während die Kosten sinken. aus Gründen des Aufwands nicht realisier- Notwendige Stillstände können besser

«Die Digitalisierung erlaubt eine noch engere Zusammenarbeit»

geplant und vorbereitet werden. Es erfolgt ein Strategiewandel von einer reaktiven zu einer proaktiven Wartung. Nachfrage wächst schnell Digitale Services für Leitsysteme wachsen schnell. Seit der Einführung vor drei Jahren hat sich die Nachfrage jedes Jahr verdoppelt. «Ein Erfolgsgeheimnis besteht darin, dass wir die Service-Leistungen so gestalten, dass wir alle – auch ältere – Anlagen mit den gleichen Leistungen bedienen können », sagt Drinovac. Im Portal «My Control System» sind 12 000 Anwender aus 39 Ländern registriert. Mittlerweile sammeln Kunden im Rahmen von ABB Ability Digital Services für Leitsysteme ihre Daten selbst und laden sie dann zur automatischen Analyse ins Portal hoch. Digitale Dienstleistungen Digitale Services erfordern spezifisches Wissen. Daher baut ABB an 12 Standorten in Europa, Asien und Amerika Collaborative Operations Center (COC) auf, in denen Experten 24 Stunden pro Tag verfügbar sind. «Die Digitalisierung der Dienstleistungen ermöglicht eine noch engere Zusammenarbeit », erklärt Drinovac. «Collaborative Operations verbindet die Mitarbeiter unserer Kunden mit den Technologie- und Prozessexperten von ABB.» Digitale Antriebslösung Ability Condition Monitoring für den Antriebsstrang ist eine digitale Lösung, die

Der Betrieb von Robotern lässt sich im Rahmen von Connected Services komfortabel per Tablet-PC analysieren. Engineering 2018

Aktuelle Technik


Smart Sensor für Pumpen: Die von ABB und Egger gemeinsam entwickelte Lösung überwacht mithilfe der Datenanalyse die Temperatur, die Vibrationen und den Lagerzustand insbesondere von Abwasserpumpen. Wie bei einzelnen Robotern geht es auch bei Lösungen für komplexe Leitsysteme um Daten.

«Viele Anlagenbetreiber wissen nicht detailliert, was installiert ist.» Sensor- und Antriebsdaten mit einer cloud­ währleisten. Anwender können damit über basierten Analyse über alle in einer Indus- ein einziges integriertes Cloud-Portal die trieanlage verwendeten Komponenten Betriebszustände von industriellen Anhinweg zu einer Einheit verbindet. Das triebssträngen fernüberwachen. Ronald Condition Monitoring für den elektrischen Wenger, Digital Leader Local Division RoAntriebsstrang nimmt Frequenzumrichter, botics & Motion bei ABB Schweiz, beschreibt Motoren, Lager und Pumpen in den Blick. die Vorteile so : «Unsere neue ZustandsEs ist der erste integrierte Service dieser überwachung verbindet das Know-how von ABB mit Sensor- und Analyse-Tools. Art in der Industrie. Die Lösung visualisiert die wichtigsten Dieser digitale Vorteil verbessert bei den Betriebsparameter einzelner Anlagen als Kunden die Prozesslaufzeit und Leistung einheitliches System und bietet den Kun­ bei geringeren Risiken und Kosten.» den — mit Unterstützung durch ABB — Einblick in die notwendigen Wartungsmass- Smart pumpen nahmen für einen optimalen Betrieb. Das Bei der Fernüberwachung von NiederspanCondition Monitoring für den Antriebsstrang nungsmotoren beinhaltet die Lösung einen führt zu Verbesserungen im Betrieb. Das Smart Sensor, der an den Antrieben angeErgebnis sind geringere Ausfallzeiten, eine bracht wird. Damit werden Stillstandzeiten verlängerte Lebensdauer der Anlage, gerin- um bis zu 70 Prozent verringert, die Motorgere Kosten und eine höhere Rentabilität. lebensdauer um bis zu 30 Prozent verlängert und der Energieverbrauch um bis zu 10 Prozent reduziert. Die Prozesslaufzeit verbessern Wesentliches Element des digitalen AnBeim Smart Sensor für Pumpen arbeitriebsstrangs ist die Überwachung : Jeder tet  ABB mit Pumpenherstellern wie der physische Antriebsstrang mit allen seinen Schweizer Emile Egger & Cie SA zusammen. Komponenten sendet über ein Netzwerk Die ursprünglich für Egger entwickelte Messdaten an die Cloud, die dann dem Be- Lösung überwacht mithilfe der Datenanadiener auf einem einfachen Dashboard an- lyse die Temperatur, die Vibrationen und gezeigt und je nach Status grün, gelb oder den Lagerzustand insbesondere von Abrot ausgewiesen werden. Die ermittelten wasserpumpen, um ein Verstopfen oder Daten ermöglichen eine umfassende Ana- andere Probleme zu verhindern. Bisher lyse und Wartungsplanung, die einen ef- mussten die Pumpen mitunter mehrmals fektiven Betrieb der Antriebstechnik ge- pro Woche in mühsamer und zeitraubender

Arbeit auf Verdacht überprüft werden. Die Experten und Forscher von ABB haben ihre Erfahrung genutzt und den bewährten Motorsensor so weiterentwickelt, dass sie über ihn nun auch Werte wie Pumpendrehzahl, Gesamtvibration, Unwucht, Kavitation, also die Bildung von Dampfblasen in Flüssigkeiten, oder Verstopfung auslesen können. 2017 testeten ABB und Egger Prototypen des Smart Sensors für Pumpen in der realen Betriebsumgebung. Einfach überwachen In diesen Pilotanlagen kam auch der gesamte digitale Background der ABB-Ability-Smart-Sensor-Technologie zum Einsatz : Zustandsmeldungen und Leistungskennzahlen werden nicht nur erfasst, sondern über ein Gateway an die Ability Cloud übertragen. Die Pumpenbetreiber können einfache Daten über eine App auf ihrem Smartphone oder über ein Web-Portal ablesen. ABB und spezialisierte Partnerunter­ nehmen führen in der Cloud zusätzliche Analysen durch, um relevante Tendenzen für den Betrieb zu erkennen. Heute ist der Smart Sensor für Pumpen bereits in mehreren Anlagen rund um die Welt im Einsatz, so auch bei einigen Kunden von Egger. Dort hat er erheblich zur Vereinfachung der Pumpenüberwachung beigetragen. ch.abb.com


Themen Logistik 20

Harting

Gemeinsam mit dem Kunden zur passenden Lösung SSI Schäfer realisiert als Generalunter­ nehmer Logistiksysteme von der Planung und Beratung bis zur fertigen Anlage. Aber auch kundenspezifische Wartungsangebote gehören ins Portfolio.

Das Exyz (RBG ) von SSI Schäfer für eine vollauto­ matische Lage­ rung von Paletten. Bilder: Harting

Für einen Anbieter von hochperformanten pen, um einerseits die Beschaffungspro­ schlüsselfertigen Anlage und massge­ Lager- und Logistiksystemen hat die zesse zu optimieren und den internen schneiderten Service- und Wartungsange­ Betriebssicherheit und Zuverlässigkeit der Logistikaufwand zu verschlanken. Anderer­ boten. Hochperformante Softwarelösun­ eingesetzten Komponenten hohe Priorität. seits lassen sich so auch die Montage- und gen zur Abdeckung aller Vorgänge von der Ein Ausfall oder die Reparatur der Systeme Wartungszeiten reduzieren. Lager- bis zur Materialflussverwaltung runden unser Leistungsportfolio ab.» Für wirkt sich direkt negativ auf die Durchsatz­ leistung aus. Dies gilt es durch angepasste Partnerschaftliche Zusammenarbeit den Kunden hat dies neben der Flexibilität Elemente und standardisierte Baugruppen «Wir planen und konzipieren ganzheitliche und Effizienz den Vorteil, dass er nur einen weitgehend zu verhindern. Zusätzlich soll­ Intralogistiklösungen passgenau über alle Ansprechpartner für alle Fragen rund um ten die Strukturen so ausgelegt sein, dass Branchen hinweg », erklärt Markus Sellen, den Bau, die Installation und den Betrieb eine Wartung oder Reparatur möglichst Product Manager Storage Technology bei hat. «Als Generalunternehmer tragen wir wenig Zeit beansprucht. SSI Schäfer. «Als global tätiger General­ auch die volle Verantwortung», stellt Sellen Vor diesem Hintergrund setzt der Intra­ unternehmer realisieren wir komplexe klar. «Aus diesem Grund arbeiten wir nur logistikspezialist SSI Schäfer als General­ Logistiksysteme, ausgehend von der mit Lieferanten zusammen, die zum einen unternehmer auf standardisierte Baugrup­ System­planung und -beratung bis hin zur dem Systemgedanken Rechnung tragen Engineering 2018

Aktuelle Technik


und zum anderen technische Anforderun- Eigenregie konfektioniert. Aber aus wirtgen antizipieren, um uns die entsprechen- schaftlichen Gründen nutzen wir seit 2012 den Lösungen und Weiterentwicklungen ausschliesslich vorkonfektionierte Systeme, die an der jeweiligen Baustelle nur zur Verfügung zu stellen.» Darin liegt die besondere Kompetenz von noch eingebaut werden müssen. Da ist eine Harting und Igus. Im Umfeld zunehmender einfache, schnell und sicher durchzufühModularität und mit dem fortwährenden rende Montage gefragt.» Anspruch an immer schnellere Prozesse gilt es, passende Lösungen bereitzustellen, die Flexible Lösungen mit ­geringem ­Platzbedarf optimal aufeinander abgestimmt sind. Um die Warenverfügbarkeit im Lager sicherzustellen, haben BetriebssicherVorkonfektioniert und anschlussfertig igus liefert schon seit 2012 vorkonfektio- heit und Zuverlässigkeit der zum Einsatz nierte, anschlussfertige Readychain-Ener- ­kommenden Komponenten eine hohe Prigiezuführungen für das Regalbediengerät orität. Die Energiekette mit den Leitungen Exyz (RBG) des Logistikspezialisten. Das und den Steckerverbindersystemen muss Exyz ist die ideale Lösung für eine vollau- zusammen Hitze und Kälte sowie die Fahrtomatische Lagerung von Paletten. Es ist und Hubgeschwindigkeiten bis 240 bzw. unter tropischen Bedingungen ebenso 90 m / min dauerhaft aushalten. Mit diesem ­einsetzbar wie in Tiefkühllagern. Natürlich Anforderungsprofil haben anfangs alle auch für Anwendungen in Standard-, Kanal-, ­Projektpartner gemeinsam an einer Lösung Durchlauf- und Kommissionier­lagern bis zu gearbeitet. Um einen Ketten- oder schlimms­ einer Höhe von 45 Metern. Die Bezeichnung tenfalls einen Leitungsbruch auszuschlieExyz leitet sich aus Effizienz (E) bezüglich ssen, wurde zunächst das «guidelok »-SysEnergieverbrauch und Leistungsfähigkeit tem installiert. Dabei handelt es sich um ab, und dies auf allen drei Arbeitsachsen X, eine Führungsrinne für vertikale AnwenY und Z des Lagers, also für Längsfahrt, dungen, die speziell bei RegalbediengeräHub- sowie Ein- und Auslagerungsbewe- ten zum Einsatz kommt. «Das war damals ­ eimeister. gungen. Igus liefert die passende System- der Durchbruch», erinnert sich L lösung Readychain, die aus einer im Innen- «Mit der Entwicklung und der Installation radius aufklappbaren Energiekette  ein­ der Rinne für vertikale Bewegungen konnschliesslich Zugentlastung, ausfallsicheren ten alle Toleranzen eingehalten und damit Chainflex-Steuer- und Datenleitungen die Verfügbarkeit dauerhaft sichergestellt werden.» Heute wird bei SSI Schäfer das sowie Bus- und Motorleitungen besteht. «Wir setzen schon seit vielen Jahren auf Nachfolgemodell «guidelok slimline  P » die Energiezuführungen von Igus », sagt installiert. «Das vorgeprüfte System wird Sebastian Leimeister, Teamleiter Lager­ kundenindividuell in einem Ladungsträger maschinen-Hardware bei SSI Schäfer. «Vor verpackt und an die jeweilige Baustelle der Einführung des RBG Exyz haben wir in geliefert. Es muss dann vor Ort nur ange-

schlossen werden », hebt Till Brinkmann, Produktmanager bei Igus, die Vorgehensweise hervor, «und das funktioniert aufgrund der Standardisierung einwandfrei.» Harting macht Plug & Play erst möglich Um den unterschiedlichen Anforderungen der Anlage in Bezug auf die zu übertragenden Leistungen oder auch Daten gerecht zu werden, kommen Han-Steckverbinder zum Einsatz. In Abstimmung mit Igus werden die entsprechenden Systemver­ kabelungen kundenspezifisch gefertigt und mit den Anlagenmodulen kombiniert. Das erlaubt eine Plug & Play-Installation mit kurzen Aufbauzeiten. Wird das RBG im Kühllager eingesetzt, kommen im Kältebereich ausschliesslich korrosionsbeständige Steckverbinder zum Einsatz. Neben Standard-Einsätzen zur Signal- und Leistungsübertragung werden auch spezielle Lösungen für die Datenkommunikation über RJ45-Schnittstellen verwendet. Gerade die Kombination unterschiedlicher Übertragungsmedien, möglichst in einer kompakten Einheit, wird im industriellen Umfeld immer mehr gefordert. Vereinfacht wird dies unter anderem durch die Verwendung einzelner Module für unterschiedliche Übertragungsmedien. Das Prinzip der Modularität als Auslöser Egal, ob Signale, Daten bis zu Übertragungsraten von 10 GBit / s, Ströme bis zu 200 A pro Kontakt und auch Druckluft lassen sich in Industriesteckverbinder-Gehäusen unterschied­licher Varianten und Standardgrössen kombinieren. Mit Indu­ striesteckverbinderlösungen werden so flexible Schnittstellen mit geringem Platzbedarf und vielen Funktionen einfach handhabbar. «So sind trotz der Vorgabe einer Standard-Schnittstelle individuell unterschiedliche Anforderungen im gesamten Anlagenumfeld umsetzbar, und wir stellen die geforderte Variabilität bei den Leitungskonfigurationen sicher », stellt Brinkmann klar. Dass innovative Unternehmen profitabler sind und schneller auf Marktveränderungen reagieren können, ist durch eine Vielzahl von Studien belegt. Eine Studie von PricewaterhouseCoopers zeigte Das flexible Gehäu­ sesystem Flexbox, welches sich auf vielfältige Kundenbedürfnisse leicht anpassen lässt.


Themen Logistik 22

Han-ModularSteckverbinder zum schnellen Aufbau und Wech­ sel von Energie­ kettensystemen.

aber auch, dass Kooperationen ein zen­ Igus entstanden ist, gemeinsam weiterzu­ trales Kriterium darstellen. Wer also auf entwickeln und zur Marktreife zu bringen. seinen Märkten führend bleiben möchte Der dahinterliegende Modularitätsgedanke oder sogar Zukunftsmärkte erobern will, hat viele Vorteile. Zum einen ist es einfa­ muss die Fähigkeit haben, Innovationen in cher, ein komplexes Gesamtsystem aus einem branchenübergreifenden Wissens­ definierten, standardisierten und genorm­ transfer zu entwickeln und zu vermarkten. ten Einzelteilen zusammenzufügen. Dies Während Harting und Igus zu Beginn der bringt einen Zeitvorteil bei der Montage Zusammenarbeit hauptsächlich in Bezug und bei Wartungsarbeiten mit sich. Zum auf den Einsatz von Standardlösungen für anderen trägt die Senkung der Fehlerhäu­ kundenspezifische Energiekettensysteme figkeit zur hohen Effizienz bei. Durch den kooperierten, kam die Idee auf, ein gemein­ Einsatz von Modulen lassen sich also Pro­ sames Co-Engineering aufzuziehen. Denn duktions- und Arbeitsprozesse verkürzen, denkt man die technischen Anforderungen die Entwicklung vereinfachen, die Kosten von SSI Schäfer weiter, ist es nur logisch, senken und die Qualität dauerhaft sicher­ dass ein auf nahezu jede Geometrie der stellen. So liessen sich alle technischen und Energiekette anpassbares Steckergehäuse wirtschaftlichen Forderungen von SSI auf grosses Kundeninteresse stossen würde. Schäfer, aber auch von anderen Kunden­ termingerecht erfüllen. Technische und wirtschaftliche ­Forderungen erfüllen Gemeinsame Stärken nutzen So kamen die beiden Unternehmen überein, Bei Harting nennt man diesen Co-Enginee­ diese Idee, die in der Konfektionierung bei ring-Prozess Connect & Collaborate und Engineering 2018

Aktuelle Technik

versteht darunter, gemeinsame Entwick­ lungen mit der Kombination aus unter­ schiedlichen Kernkompetenzen voran­ zutreiben. Das erste Ergebnis dieses Modularisierungsansatzes mit einem nicht unerheblichen Einsparpotenzial wurde auf der Hannover Messe erstmals vorge­ stellt. Die Han-Modular-Flexbox (Igus-Be­ zeichnung Module Connect) ist ein innova­ tives Gehäusekonzept, welches sich auf vielfältige Kundenbedürfnisse anpassen lässt. Das Baukastenprinzip schafft eine Vielzahl individuell gestalteter Schnittstel­ len. Die Möglichkeit, die Flexboxen unter­ einander zu verbinden und somit eine Kom­ bination aus einzelnen Steckverbindern zusammenzuführen, bringt eine erhebli­ che Platzeinsparung in der Anwendung. Ausserdem resultiert eine signifikante ­Zeiteinsparung, da nur noch ein einzelnes Steckverbindersystem zum Einsatz kommt, das für die Verbindung einer Energiekette genutzt werden kann. Integrierte Dichtun­ gen innerhalb der Flexbox, die in diversen Durchmessern für die entsprechenden Kabeldurchführungen zur Verfügung stehen, sorgen dafür, dass die Box flexibel anpass­ bar ist. Zusätzlich verfügt das Gehäusekon­ zept über eine integrierte Zugentlastung, die optional genutzt wer­den kann. Folglich ist es den beiden Unternehmen dank dem Co-Engineering-Prozess gelungen, alle Funktionen eines industrietauglichen Steckverbinder-Gehäuses innerhalb dieser Flexbox zu vereinen. Kundenanforderungen kennen und ­verstehen Der Entwicklung der Flexbox waren diverse Abstimmungen unter den Partnern voran­ gegangen. Im Rahmen des Co-Enginee­ rings müssen viele Fragestellungen geklärt werden, etwa zur Funktionalität. Denn daraus ergeben sich die Anforderungen für die Herstellung. Der Fokus eines Entwick­ lers bei einem Energiekettenhersteller ist dabei meist ein anderer als der des Steck­ verbinderherstellers, und gerade deshalb ist ein persönlicher Austausch unabding­ bar. Bringt man den zentralen Aspekt eines Co-Engineering-Prozesses wie im Fall von Harting und Igus auf den Punkt, kann man sagen : Wissen fliesst in beide Richtungen und kommt dem Kunden zugute. So wird die Kombination komplementärer Kompe­ tenzen zur Eintrittskarte in neue Märkte. harting.com


Themen Verpackungstechnik 23

Stöber

Antriebs-Engineering aus einer Hand

Der Maschinenbauer E & V Systeme hat eine Verpackungsmaschine mit einem Pick-and-Place-Palettier­ roboter entwickelt.

E & V Systeme hat eine Verpackungs­ maschine mit einem Pick-and-­ Place-Palettier­ roboter entwickelt, der befüllte und verschlossene Kartons schnell und geordnet auf Paletten ablegt. Bilder: Stöber Antriebstechnik GmbH + Co. KG

«Lebensmittel und Getränke, Kosmetik Faltschachteln, Palettierer für Kanister und oder Pharmaindustrie, die Produkte unse­ Eimer und auch Pick-and-Place-Palettie­ rer Kunden werden immer vielfältiger. rer für befüllte Kartons. «Betreiber legen Damit werden auch immer höhere Anfor­ immer mehr Wert auf eine kompakte Bau­ derungen an die Verpackung gestellt », weise der Maschinen. Sie sollen bediener­resümiert Johannes Stocker, Elektrokon­ und wartungsfreundlich sein, hohe Stand­ strukteur bei E & V Systeme. Das Unterneh­ zeiten und eine geringe Störanfälligkeit men sitzt in Egling, einer Gemeinde im aufweisen. Dazu kommen die steigenden ober­bayerischen Landkreis Bad Tölz-Wolf­ Anforderungen an die Maschinensicher­ rats­hausen. «Wir liefern seit 1999 ange­ heit », sagt Stocker. Bei modernen Maschi­ passte Etikettier- und Endverpackungs­ nen und Automatisierungseinrichtungen lösungen aus einer Hand. Mit unseren steht fast immer der Themenkreis Steue­ Maschinen müssen Betreiber immer flexi­ rung und Antriebstechnik im Fokus. bler reagieren und gleichzeitig einen hohen Output bei geringen Durchlaufzeiten er­ Zulieferer als Entwicklungspartner zielen können, um sich gegen ihre Wettbe­ Bei Zukaufteilen setzt E & V Systeme auf ausgewählte Lieferanten. Dabei legt der werber durchzusetzen », erklärt Stocker. Maschinenbauer Wert auf Flexibilität, ­Liefertreue und gleichbleibende Qualität. Kompakte Maschinen sind gefragt Neben halb- und vollautomatischen An­ Denn die benötigten Komponenten müssen lagen gehören auch Setzmaschinen mit bei Bedarf zuverlässig und schnell vor Ort Kartonaufrichter und -verschliesser zum sein und die gewünschten Aufgaben genau Programm. Hinzu kommen Sammelpack­ erfüllen. «Wichtig ist auch die fachliche maschinen für Trays, Kartonmaschinen für Kompetenz : Im besten Fall unterstützen Engineering 2018

Aktuelle Technik

uns die Zulieferer bei der Produktentwick­ lung mit ihrem Know-how », sagt Stocker. Zu diesen Partnern gehört die Stöber An­ triebstechnik GmbH + Co. KG aus Pforzheim, Hersteller und Entwickler antriebstechni­ scher Komponenten wie Getriebe, Motoren, Antriebsregler, Motion Controller und Auto­ matisierungslösung. «Von diesen Partner­ schaften profitieren wir vor allem im Son­ dermaschinenbau. Denn hier sind häufig ganz spezifische Lösungen gefragt », erläu­ tert Stocker. Workshop beim Spezialisten E & V Systeme arbeitet mit Stöber schon seit einiger Zeit erfolgreich zusammen. Für ein Projekt lieferte der Antriebsspezialist zum Beispiel Synchron-Servomotoren für Gewindetriebe für eine Hubachse sowie die passenden Antriebsregler und die Steu­ erungslösung. «Diese waren auch der Aus­ löser für einen viertägigen Workshop in Pforzheim, um unser Wissen rund um die Produktbereiche Steuerung und Antriebs­


Themen Verpackungstechnik 24

ausgeführt. Eine Sprachumschaltung ist ebenso enthalten wie eine Benutzerverwaltung. Der Mitarbeiter kann mit auf ihn angepassten Einstellungen und Eingriffsmöglichkeiten die Maschine benutzerkonform handhaben. «Unsere Entwicklungsumgebung AutomationControlSuite AS6 umfasst alle in Codesys V3 enthaltenen Funktionen für Motion Control », erläutert Benedickt. Für Hohe Performance «Wir haben den Motor mit einem Doppel- die Programmerstellung stehen hochleisachsregler aus unserer Antriebsreglerbau- tungsfähige «Drive & Motion »-Bibliothereihe in Anreihtechnik SI6 kombiniert », ken zur Verfügung, mit denen sich die erläutert Benedickt. «Mit dem Konzept der ­Anwendung mit deutlich reduziertem ProAnreihtechnik werden die Aufgaben in grammieraufwand realisieren lässt. dieser Verpackungsanlage wirtschaftlich gelöst.» Der SI6 kann Encoder-Informatio- Sicher im Einsatz nen bis zu 64 Bit verarbeiten. In Verbindung «Mit der Vier-Achs-gesteuerten Transport­ mit den integrierten, hochauflösenden einheit stellen wir eine geringe Störan­ ­Encodern der Servomotoren erreichen wir fälligkeit sicher und erreichen eine hohe eine hohe Positioniergenauigkeit. Die Stückleistung », erklärt Stocker – und führt hochdynamische Baureihe erreicht kurze die Anlage vor. Die Kartons laufen über eine Ausregelzeiten bei schnellen Sollwert­ angetriebene Rollenbahn mit Vereinzelung änderungen und Lastsprüngen. Zudem über pneumatische Stopper. Zeitgleich entsetzt sie bei der Sicherheit auf die Funktion nimmt die Anlage Leerpaletten automaSTO (Safe Torque Off) und ist nach EN tisch aus einem Magazin und fördert sie zur 13849-1 im höchsten Performance-Level e Befüllstation. Hubgabeln heben die Palet(Kat. 4) zertifiziert. ten in Arbeitshöhe und die zu verarbeitenden Kartons in Aufnahmeposition. Das Geringer Programmieraufwand Vier-Achs-gesteuerte Saugsystem nimmt Die Steuerung übernimmt bei dieser An­ die Kartons auf. Lage für Lage stapelt es lage der Motion Controller MC6, der sich für die Kartons nach einem von der Software Robotikfunktionen sehr gut eignet. Bei berechneten Muster auf die Palette. AnE & V Systeme ist dieser als Touch-Panel schliessend senkt die Anlage den vollen

technik in einem praktischen Training zu Absolutwertgeber eine One Cable Solution. vertiefen», erinnert sich Stocker. Überzeugt Die schnelle Prozessdatenübertragung von den Lösungen, setzt der Maschinen- mittels EtherCAT sorgt für eine hohe Aufbauer bei der Entwicklung einer neuen an- lösung und Genauigkeit. Die Schnittstelle spruchsvollen Verpackungsmaschine in erfüllt zudem hohe SicherheitsanforderunKombination mit einem Pick-and-Place-Pa- gen, und Wartungstechniker können Fernlettierroboter wieder auf die Antriebs- und diagnosen übers Internet bequem und Automatisierungstechnik des Spezialisten. schnell vorbereiten. Stabil, ruhig, zuverlässig Besonderen Wert haben die Ingenieure auf die Gesamtperformance von Verpackungsmaschine und Palettierroboter gelegt, um Laufruhe, Zuverlässigkeit und Bedienerfreundlichkeit sicherzustellen. Erforderlich war dazu eine Komplettlösung des Antriebs- und Steuerstrangs. «Für uns war es hilfreich, mit Stöber einen Partner mit Kompetenz und einem lückenlosen Produkt­ programm an unserer Seite zu wissen », berichtet Stocker. Und die Spezialisten lieferten alles aus einer Hand. Dazu gehören vier Planetengetriebemotoren für Gewindetriebe. «Diese hochpräzisen Getriebe werden mit den dynamischen Servomotoren ohne Motoradapter direkt verheiratet », sagt Martin Benedickt, bei Stöber zuständig für den Vertrieb von Antriebs- und ­Automatisierungstechnik. Das spart nicht nur Bauraum, es verringert auch das Gewicht, reduziert Laufgeräusche und bietet eine hohe Dynamik. Für eine einfache und schnelle Montage bietet der Spezialist mit dem im Motor integrierten Hiperface-DSL-

Mit Stöber hat E & V Systeme einen Partner mit Kompetenz und einem lückenlosen Produktprogramm an der Seite. Engineering 2018

Aktuelle Technik


Ladungsträger ab und transportiert ihn aus der Maschine. «Weil wir Roboter-Kine­ matiken in die Maschine integriert haben, kann der Betreiber eine flexible Produktion erreichen », beschreibt Stocker. Mit dem Prototyp auf den Markt E & V Systeme hat mit dieser Anlage einen leistungsstarken Prototyp entwickelt. Nun geht es darum, sie erfolgreich am Markt einzuführen. Damit will sich der Maschinenbauer weiter in seinen Zielbranchen eta­ blieren und die Marktbekanntheit steigern. Weil Stöber alles aus einer Hand geliefert hat, liess sich der Kreis der Ansprechpartner hinsichtlich Problemstellungen klein halten. Sämtliche Herausforderungen, die sich während der Gestaltung und Programmierung der Maschine ergeben haben, konnten durch die effiziente Zusammen­ arbeit schnell und sauber gelöst werden. «Wir sind mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Wir werden auch weiterhin auf die fachliche Unterstützung von Stöber setzen », ist ­Stocker überzeugt.

stoeber.at

Oben: Johannes Stocker (links), Elektro­kon­ strukteur bei E & V Systeme, und Martin Bene­dickt von Stöber (Mitte) an der Anlage. Links: Das VierAchs-gesteuerte Saug­system; das hochpräzise Planetengetriebe ist mit dem dynamischen Servomotor ohne Motoradapter verheiratet. Das spart Bauraum, ver­ringert Gewicht, ist leise und dynamisch.


Markt Messe 26

Easyfairs

«Wir wollen dem Thema IoT in der Industrie einen gebührenden Rahmen verschaffen»

David Henz, Messeleiter der «auto­ mation & electronics», spricht im Interview über die interaktive Netz­ werkplattform Stage 7. Das Format macht Aussteller zu Referenten und bietet so einen praxisnahen Austausch.

Die Plattform richtet sich direkt an Entwick­ interessierten Besuchern mittels kurzen ler aus den Bereichen Elektronik, Elektro­ Präsentationen ein Maximum an Know-how technik und Software. Entsprechend waren weitergeben und über Trends und Innova­ auch über 60 Prozent der Besucher der tionen rund um das Internet der Dinge in­ Erstveranstaltung aus der Entwicklung, der formieren. Im Vergleich zum vergangenen Forschung und ähnlichen Bereichen. Jahr wollen wir die Vorträge noch informa­ Selbstverständlich heisst die «Stage 7 » tiver und spannender gestalten – das Pro­ aber auch Besucher aus allen weiteren Be­ gramm ist aktuell in der Vorbereitung. reichen will­kommen und informiert über Themen, Trends und Innovationen aus dem Welchen Stellenwert nehmen die Bereich IoT. Themen Engineering und die Ausbildung für technisches Fachpersonal an der Veranstaltung ein? Wie hat das Messepublikum darauf reagiert? Vor allem der Fachkräftemangel und dem­ Positiv. Die «Stage 7 » wurde sowohl von entsprechend die Aus- und Weiterbildung der Mehrzahl der Aussteller wie auch der sind ein grosses Thema und bewegen die Besucher gelobt und als gut respektive Branche. Hier sind wir mit verschiedenen sehr gut befunden. Anklang fanden vor Partnern in Kontakt und finalisieren momen­ allem das abwechslungsreiche Vortrags­ tan die Umsetzung eben dieser Themen auf programm auf unserer offenen Stage, der der Messe. spannende Mix mit verschiedenen Ausstel­ lern sowie die Möglichkeit des Networkings Aus welchen Gründen sollte das im David Henz, Messeleiter in entspannter Atmosphäre. tech­nischen Bereich tätige Publikum die Easyfairs. beiden Messen auf keinen Fall verpassen? Bild: easyfairs Die «automation & electronics » ist die ein­ Wird es für die nächste Ausstellung im 2019 noch Änderungen, Anpassungen zige Deutschschweizer Messe im Jahr 2019, oder Erweiterungen am Konzept geben? Anlässlich der «automation & elec­tro­ die eine komplette Übersicht über die in­ Wir halten für das kommende Jahr am Kon­ dustrielle Automation gibt. Die Veranstal­ nics» wurde 2017 zum ersten Mal die «Stage 7» durchgeführt. Was waren zept fest. Das heisst, die «Stage 7 » wird tung beschränkt sich nicht ausschliesslich die Gründe für diese Veranstaltung, und wiederum parallel zur «automation & elec­ auf die Fachmesse, sondern informiert mit­ welche Ziele verfolgen Sie damit? tronics » in der Halle 7 der Messe Zürich tels Start-up-Zone, der SciencePlaza, des Die «Stage 7 » versteht sich als eigene stattfinden. Ebenfalls werden die drei Ele­ SolutionCenter sowie des neuen a & e Plattform, die mit der automation & electro­ mente – Expo, Bar und Stage – wieder das FutureLab auch ausserhalb der Messe­ nics eine Synergie bilden soll. Es geht uns Gerüst der Veranstaltung bilden. stände und bietet einen idealen Mix aus vordergründig darum, dem Thema IoT in Die Expo gibt den Besuchern die Möglich­ Business, Know-how und Networking. der Industrie einen gebührenden Rahmen keit, Hersteller, Distributoren und Dienst­ Durch die Kombination mit der «Stage 7» zu verschaffen. Entsprechend richtete sich leister aus den Bereichen Industrie-Elekt­ wird zusätzlich das Thema IoT tiefer gehend die «Stage 7 » von Anfang an direkt an ronik und Digitalisierung sowie deren Pro­ aufgegriffen und damit der Product-Life­ Elektronik- und Elektrotechnik-Entwickler, dukte und Services kennenzulernen. Die cycle komplettiert. die wir mit der Fachmesse allein nicht er­ Bar mit ihrem Catering-Angebot dient so­ Jedes Eintrittsticket ermöglicht dabei reichten, die nun aber mit der «Stage 7 » zusagen als Marktplatz. Als klassische Net­ den Zutritt zu beiden Veranstaltungen – eine Plattform vor­f inden, auf der sie sich working-Zone gibt sie Besuchern, Ausstel­ somit kann sich der Besucher also prob­ einfach und kompetent informieren und lern und Referenten die Möglichkeit sich in lemlos vollumfänglich informieren und zwanglosem Ambiente auszutauschen. austauschen können. zwischen den verschiedenen Messehallen Die Stage stellt erneut das Herzstück der hin und her bewegen. Veranstaltung dar. Erneut werden dabei auf Welche Zielgruppe sprechen Sie easyfairs.com mit der Stage 7 an? der offenen Bühne Referate gehalten, die Engineering 2018

Aktuelle Technik


Markt I / O-Link 27

IFM

Sensorik in der Prozess-Industrie

In der Prozess-Industrie ist verlässliche Sensorik gefragt. Die Verwendung von I/O-Link erschliesst zusätzliche Informationen.

Kontinuierliche Füllstandmessung. Bild: IFM

Der LMT-Füllstandsensor von IFM lässt sich als Schalter zur Bestimmung von niedrigem und hohem Füllstand oder von Pumpen-­ Trockenlauf in Behälterapplikationen einsetzen. Typischerweise ist der Schaltausgang aktiv, wenn Medium vorhanden ist, und inaktiv, wenn keines vorhanden ist. Bei Verwendung von I /O-Link sind zusätzliche Informationen verfügbar: Hier steht der reale digitale Prozesswert zur Verfügung. Damit lässt sich etwa die Art des Mediums bestimmen. Der I /O-LinkWert kann verwendet werden, um zwischen Medium und Ablagerung auf der aktiven Fläche zu unterscheiden. Das Erkennen des Mediums ist z. B. für Applikationen mit einem Waschprozess wichtig. Wenn das Medium herausgespült ist, kann der Reinigungsprozess gestartet werden, um die Produktionszeit zu maximieren.

I /O-Link erlaubt den Zugriff auf reale Temperatursignale über ein einziges Kabel Druckwerte, ohne dass das Signal skaliert übertragen und überwacht werden. Die werden muss. Zum Beispiel wird bei einem redundanten Temperatur-Signale ermögliDrucksensor von 0 bis 10 bar derselbe Wer- chen eine kundenspezifische Drift-Erkentebereich ohne Skalierung präzise an die nung auf der Grundlage des Maschinen­ Steuerung übertragen. Die Abfrage von prozesses und bieten eine Lösung bei hohen und niedrigen Sensordruckwerten reduzierter Sensorkalibrierung. erlaubt die direkte Überwachung von unerwar­teten Druckspitzen oder von Kühlwasserüberwachung Druckabfall. Das ist wichtig, weil ansonsten in der Giesserei ein Sensor­ausfall oder kontaminierte Pro- In einem typischen Ofen ist das Kühlsystem dukte auftreten können. wichtig für den ordnungsgemässen Betrieb der Maschine und für den Fertigungs­ prozess von hochwertigen Teilen. AusserRedundante Temperaturmessung Bei der Milchverarbeitung ist es sehr wichtig, dem verbessert das präzise Kühlen der dass die richtige Temperatur einge­halten Elemente die Lebensdauer sowie die wird. Temperaturtransmitter der Baureihe Sicherheit der Maschine. Dazu müssen TAD von IFM sorgen mit Selbstüberwa- mehrere Strömungsparameter des Kühlchungs- und Diagnosefunktionen für eine wassers, z. B. Temperatur und Strömung, hohe Prozesssicherheit. Der TAD-Sensor genau überwacht werden. Deshalb sind bietet eine Drift-Erkennung für die Lebens- mehrere Sensoren und Montagepunkte an mittelindustrie. Er ist mit zwei unabhän­ der Maschine notwendig. Kontinuierliche Füllstandmessung gigen Messelementen mit unterschied­ im Behälter Ein magnetisch-induktiver SM-DurchDer Drucksensor PI verfügt über einen Ana- lichen Kennlinien ausgestattet, die direkt fluss-Sensor von IFM überträgt per I /Olog-Ausgang mit 4 bis 20 mA und einen die Prozesssicherheit erhöhen. Wenn eine Link Strömung, Temperatur und einen Schaltausgang. Herkömmliche Analog­ Drift auftritt, wird sofort ein Warnsignal an Totali­s ator-Wert über eine dreiadrige Standard­leitung. Dadurch entfallen mehsignale sind anfällig bei EMV-Störungen die Steuerung gesendet. und müssen skaliert werden, um der SPS Mit I /O-Link können beide Temperatur­ rere kostspielige Analogkarten, zusätzliche den realen Systemdruck anzuzeigen. Hohe elemente überwacht werden. Zusätzlich Rohr­v erschraubungen, zahlreiche Abund niedrige Druckspitzen werden im wird ein dritter Wert, d. h. der Durchschnitt schlusspunkte und ein hoher Lagerbestand. Sensor gespeichert, haben aber keinen beider Werte, an die Steuerung gesendet. ifm.com direkten Zugriff auf die Steuerung. Das heisst, es können drei unterschiedliche Engineering 2018

Aktuelle Technik


Themen Software 28

Krauer

«Wir können flexibel auf unsere Kunden eingehen»

Die Krauer Engineering GmbH entwickelt massgeschneiderte B2B-Software­ lösungen. Das Unternehmen bietet aber auch Beratungsdienstleistungen, Kurse und Workshops an.

Krauer bietet auch Beratungsdienstleistungen sowie Kurse und Workshopsan. Bild: Krauer

Worin liegt die Kernkompetenz von Krauer Engineering? Unsere Kernkompetenz liegt bei der Erstellung von individueller Software für Test- und Kontrollsysteme in LabView. Wir entwickeln nicht nur Software, unsere Ingenieure stehen unseren Kunden und Partnern auch für Einsätze vor Ort, z. B. bei personellen Engpässen, zur Verfügung. D ­ arüber hinaus bieten wir Unterstützung im Embedded-­Software-Bereich an.

unser Partner Produkte von anderen Anbietern, binden wir diese selbstverständlich ebenfalls in unsere Software mit ein, der Aufwand an Software wird tendenziell damit aber etwas grösser. Aktuell sind wir dabei, eine eigene, kostengünstige Embedded-Hardware für kleinere Test- / Steuersysteme zu entwickeln.

Richtet sich das Embedded-System, das Sie derzeit entwickeln, an eine spezielle Kundschaft? Nicht direkt. Der Vorteil liegt wie schon a ­ ngetönt beim Preis. Wenn z. B. mehrere Systeme ausgerüstet werden Von welchen Vorteilen profitieren Ihre Kunden mit Ihnen als Softwarepartner? müssen, dann ist man mit einer individuellen Hardware Wir können flexibel auf die Bedürfnisse ­u nserer schnell kostengünstiger als mit möglicherweise überKunden eingehen. Beispielsweise bei Ressourceneng- dimensionierter NI-Hardware. Zudem wird das System pässen als Unterstützung vor Ort. Dies können kurze modular aufgebaut und individuell auf den Kunden sowie auch langfristige Engagements sein. Darüber zugeschnitten sein. hinaus können unsere Kunden mit der ­fundierten ­Erfahrung unserer topausge­b ildeten, zertifizierten Bieten Sie nebst den Soft- und Hardware­lösungen LabView-Entwicklern rechnen. Selbstverständlich weitere Dienstleistungen an? können wir sämtliche Projekte auch in unseren Büros Ja, wir bieten Beratungsdienstleistungen sowie Kurse in Rapperswil-Jona per Remote-Zugriff ­bearbeiten. und Workshops im Bereich LabView an. Als Kunde profitieren Sie von unseren praktischen Erfahrungen aus LabView eignet sich hervorragend für alle Aufgaben ­Industrieprojekten und von der Unterrichts­praxis an im Mess- und Prüfbereich. Welche Hardware höheren Fachschulen. Wir verfü­gen zudem über aus­verwenden Sie vorzugsweise für Ihre Prüfsysteme? führliche und effiziente Schulungs- bzw. Kursunter­ Wenn wir von unserem Partner hierzu keine weiteren lagen, die viele praktische Übungen enthalten. Vorgaben haben, dann setzen wir vorzugsweise auf Hardware von National Instruments (NI). Die Anbindung an LabView ist somit optimal gewährleistet. Verwendet krauer-engineering.ch

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Aktuelle Technik


Themen Gastkommentar 29

Mathworks

Sechs Trends bei der künstlichen Intelligenz Bruce Tannenbaum (oben) und Paul Pilotte, KI-Marketing und Leiter Daten-Analysen, MathWorks. Bilder: MathWorks

Je stärker KI, Deep Learning, DatenAnalysen, IoT und andere Konzepte zusam­men­wirken, desto näher rücken Anwen­dungen, die noch vor einiger Zeit futu­ris­tisch erschienen.

Ingenieure und Wissenschafter, die KI-An- tät umzusetzen, müssen bestimmte Kritewendungen erforschen, entwickeln und rien erfüllt sein. Beispielsweise sind für einführen möchten, sind noch damit be- s­ icherheitskritische Anwendungen höhere schäftigt, neue Konzepte, Entwurfsabläufe Zuverlässigkeit und Prüfbarkeit erforderund Fähigkeiten für ihre sich stetig weiter- lich, während fortschrittliche Entwurfs­ entwickelnden Aufgaben zu erlernen und ansätze in der Mechatronik mechanische, zu verinnerlichen. Dieser Artikel zeigt sechs elektrische und andere Komponenten inteTrends auf, mit denen Entwickler in Zukunft grieren müssen. zu rechnen haben. 3. Interoperabilität Die Interoperabilität wird unverzichtbar, um 1. KI nicht mehr nur für Daten­ wissenschafter eine vollständige KI-Lösung zusammen­ Ingenieure und Wissenschafter, und nicht zustellen. Es gibt kein einzelnes Framework, nur Datenwissenschafter, werden zur trei- das für alle Aspekte der KI optimal geeignet benden Kraft der Erprobung und Einfüh- ist. Zurzeit konzentriert sich jedes Deep-­ rung von Deep Learning. Neugier auf Tech- Learning-Framework im Wesentlichen auf nologien, die geschäftliche Notwendigkeit, wenige Anwendungen und Produktionsdas Potenzial der KI zu realisieren, und plattformen, während es für effektive LöAutomatisierungs-Tools werden mehr Inge- sungen notwendig ist, Elemente aus mehnieure und Wissenschafter dazu bringen, reren unterschiedlichen Methodiken zuKI zu nutzen. Neue Workflow-Tools verein- sammenzustellen. Dies führt zu Reibungsfachen und automatisieren die Synthese, verlusten und schadet der Produktivität. Kennzeichnung, Optimierung und Bereit- Organisationen wie ONNX.ai konzentrieren stellung von Daten. Ausserdem bieten sie sich darauf, diesen Herausforderungen der breitere Anwendungsmöglichkeiten – von Interoperabilität zu begegnen, damit EntBildverarbeitung und Computer Vision bis wickler das beste Tool frei wählen und ihre zu Zeitreihenanalysen wie Audio-, Signal- Lösungen auf verschiedenen Produktionsund IoT-Daten. plattformen bereitstellen können.

Anwendungen zunehmend Cloud-basiert sind. Für Ingenieure und Wissenschafter erleichtert die Cloud-basierte Entwicklung die Zusammenarbeit und ermöglicht die bedarfsgesteuerte Nutzung von Rechnerressourcen. 5. E  dge Computing Das Edge Computing wird KI-Anwendungen in Szenarien ermöglichen, in denen die Verarbeitung lokal durchgeführt werden muss. Fortschritte bei Sensoren und energiesparenden Rechnerarchitekturen wer­ den ein Edge Computing mit leistungsstarken, echtzeitfähigen und zunehmend komplexen KI-Lösungen ermöglichen.

6. Komplexität erfordert intensivere Zusammenarbeit Die zunehmende Nutzung von Machine Learning und Deep Learning in komplexen Systemen wird weit mehr Mitwirkende und mehr Zusammenarbeit erfordern. Erfassung, Synthese und Kennzeichnung von Daten führen dazu, dass Umfang und Komplexität von Deep-Learning-Projekten steigen. Dadurch werden grössere und dezentrale Teams notwendig. System- und Embedded Ingenieure werden die Inferenz-Modelle flexibel in Rechenzentren, auf 2. Spezialisierung auf Anwendungen 4. C  loud Computing und Bereiche Öffentliche Clouds werden zunehmend die Cloud-Plattformen und auf Embedded ArBranchenanwendungen werden zu einem Host-Plattform für die KI darstellen, sich in chitekturen wie FPGAs, ASICs und Microwesentlichen Einsatzort für die KI, aber er- Richtung geringerer Komplexität weiter- controllern bereitstellen müssen. Dafür fordern auch neue Spezialisierungen. Visi- entwickeln und weniger von IT-Abteilungen bedürfen sie Kenntnisse der Optimierung, onäre Konzepte wie intelligente Städte, abhängig sein. Leistungsstarke GPU-Ins- der Energieverwaltung und der WiederverPredictive Maintenance, Industrie 4.0 und tanzen, flexible Speicheroptionen und pro- wendung von Komponenten. andere Anwendungen basieren vor allem duktionsreife Container-Technologien sind auf dem IoT und der KI. Um sie in die Reali- nur einige der Gründe dafür, weshalb KI-­ mathworks.ch Engineering 2018

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Firmenporträt Bürki Electric AG 31

Massgeschneiderte Lösungen für spezielle Anforderungen Schalten – Steuern – Go! Bürki Electric überzeugt nicht nur durch das technische Verständnis, sondern auch durch das flexible Eingehen auf die Kundenbedürf­ nisse. Wir sehen uns als kompetenten Partner für anspruchsvolle Steuerungen und Schaltanlagen.

Firmengründung 1974 Geschäftsleitung Thomas Aeschlimann Anzahl Mitarbeitende 35 Kernkompetenzen Steuerungen und Automation Dienstleistungen Engineering / Planung, Produktion, ­Montage, Inbetriebnahme vor Ort, Wartung, Überwachung der Anlagen Kontakt Bürki Electric AG Schwäbismattweg 8 3613 Steffisburg Telefon +41 33 439 65 65 Fax +41 33 439 65 69 info@buerki-electric.ch buerki-electric.ch

Für die Kunden aus der Maschinenindustrie zählt im europäischen Vergleich jeder eingesparte Franken. Als Teil der Wertschöpfungskette leistet Bürki Electric einen wichtigen Beitrag zum kostenoptimierten Steuerungsbau. Sie als unser Kunde profitieren von unserer grossen Erfahrung in Engineering und Produktion. Das vielseitige Know-how der Spezialisten aus unterschiedlichen Anwendungsgebieten schafft die Voraussetzung für eine erfolgreiche Zusammenarbeit. Je früher wir im «Industrialisierungsprozess» involviert sind, desto grös­ser die Vorteile: von der soliden Basis im Proto­typenbau bis zur Serienfertigung. Dabei reduzieren durchdachte Lösungen den Produktionsaufwand auf ein Minimum. Egal, wie Ihre Wünsche aussehen  – wir haben genau das Passende für Sie. Bei bestehenden Elektrounterlagen fertigen wir die Steuerung nach Ihren Vorgaben, mit oder ohne Materialbeschaffung. Und wenn Sie Ihren Aufwand minimieren möchten, zeichnen wir gerne auch das Elektroschema für Sie. Unsere Steuerungsspezialisten sind ausserdem in der Lage, die geplante Lösung auf Normenkonformität und Sicherheitsri-

Thomas Aeschlimann, Geschäftsleiter

«Wir legen Wert auf eine hohe Qualität, eine erstklassige Prozesssicherheit und Effizienz in allen Arbeitsabläufen. Dabei sind uns moderne Arbeitsmittel und ein angenehmes Arbeitsklima für die Mitarbeitenden wichtig.»

Engineering 2018

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siken hin zu beurteilen. Benötigen Sie Unter­ stützung, um eine Serienreife zu erlangen oder Software für SPS, HMI oder Antriebslösungen zu entwickeln? Die Profis von Bürki Electric bieten wertvollen Support. Auch hier greift unsere langjährige Erfahrung. Ein optimales Arbeitsumfeld Der Standort der Bürki Electric in Steffisburg befindet sich am Autobahnzubringer Thun Nord. Hier verfügen wir über eine moderne und zweckdienliche Infrastruktur, welche uns vorteilhafte Abläufe ermöglicht. Ein leistungsstarkes Team, topausgerüstet mit einem optimalen Maschinenpark, bietet Ihnen eine hohe Kapazität mit maximaler Flexibilität. Leistungsfähige Produktion Wir produzieren für Sie standardisierte Steuerungsserien an Lager. Bei Bedarf rufen Sie die benötigten Baugruppen kurzfristig ab und wir beliefern Ihre Produk­ tionslinie just in time. Selbstverständlich gehören die geeigneten Verpackungen und Begleitpapiere mit dazu. Wir freuen uns, wenn Sie unsere Leistungsfähigkeit testen.


Firmenporträt comtac AG 32

Engineering mit Schweizer Raffinesse Firmengründung 1988 Geschäftsleitung Herbert Bettschen, Oliver Roth, Stefan ­Zimmermann

Wenn Erfahrung auf ungebrochene Innovationskraft trifft und sich klassische ­Kernkompetenzen im Engineering in der Mess- und Regeltechnik sowie ­Leistungselektronik mit Expertise für innovative Internet-of-Things-­ Technologien verbinden – dann hat man es mit comtac AG zu tun.

Anzahl Mitarbeitende ca. 15 in Flurlingen ca. 300 in der Unternehmensgruppe Kernkompetenzen Wireless, Low Power Network (LPN), Leistungselektronik, Mess- und ­Regel­technik und vieles mehr Produkte Clevere Module für Ihre LPN-Anwendung Neben unserer Kompetenz, Sie mit spezifischen Entwicklungen zu unter­ stützen, haben wir Module entwickelt, die applikationsübergreifend zum Einsatz kommen können.

Dienstleistungen Hardwareentwicklung, Software­­­ entwicklung, Projektmanagement, Proof of concept, Produktion, Consulting Kontakt comtac AG Allenwindenstrasse 1 CH-8247 Flurlingen Tel. +41 52  6 47 30 30 info@comtac.ch comtac.ch

Die comtac AG aus Flurlingen bei Schaffhausen hatte 1988 als Bettschen Elektronik das Licht der Welt erblickt und sich zunächst auf Mess- und Regeltechnik sowie – damals noch bedeutender  – klassi­s che gedrahtete Feldbustechnik spezialisiert. Im Jahr 2014 begann zusätzlich die Beschäftigung mit Low-Power-Netzwerk-Technologien (LPN) und Lösungen für das Internet der Dinge (Internet of Things, IoT). 2016 führte diese Entwicklung zur Umbenennung in comtac, was als Kürzel für «communicate and take action» steht. Der aktuelle Name ist damit eine Reaktion auf das wachsende inter­n ationale Kundeninteresse an Produkten und Lösungen aus dem IoT-Umfeld – etwa smarte Module im Bereich Sensorik, Bridges und Gateways.

Ganzheitliches Denken Engineering-Know-how in der Mess- und Regeltechnik sowie der Leistungselektronik kombiniert die comtac AG heute mit Funktechnik-Expertise speziell in den Bereichen Kundenspezifische Lösungen «Nach wie vor entwickeln wir mit unserem LPWAN und Bluetooth 5 sowie MethodenEngineering-Know-how spezifische Lösun- und Fachkompetenz für die Programmiegen für unsere Kunden – zum Teil mit Bezug rung der jeweiligen Softwareumgebung.

Stefan Zimmermann, Geschäftsleiter

«Wir bieten unseren Kunden ganzheitliche Lösungen. Ganzheitlich bedeutet für uns nicht nur, die gewünschte Funktionalität umzusetzen, sondern auch, uns bei der Produktgestaltung aktiv einzubringen und auch an Produktionskosten und Industrialisierung zu denken.» Engineering 2018

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zu IoT, zum Teil ohne. Beides ist für die com­ tac AG gleichermassen wichtig», beschreibt comtac Geschäftsführer Stefan Zimmermann die aktuelle Situation. Immer häufiger ist zudem die Kombination aus klassischer Produktentwicklung und IoT-Technologie gefragt, sodass sich das Unternehmen umfassend in Kundenprojekte einbringen kann. «Ob früher als Bettschen oder heute als comtac, wir verfügen über ein breites Engineering-Wissen, das wir in zahlreichen Projekten für namhafte Kunden in der Schweiz und international unter Beweis gestellt haben», so Stefan Zimmermann weiter.


Firmenporträt Easyfairs Switzerland GmbH 33

automation & electronics Zürich 2019 Die Fachmesse für die Industrie Thematik Antriebstechnik, Engineering, Industrial Handling, Robotik, Mechatronik, Sensorik, Steuerungstechnik, Bauelemente, Em­ bedded Systems, Micro Systems, Mess- und Prüftechnik, Displays, Elektronikdesign, Engineering im Elektronikbereich

Stage 7 2019 Discover IoT Thematik Die Netzwerkplattform zu den Themen IoT, Digitalisierung & Elektronik. Von Spezialisten für Spezialisten. Kontakt David Henz Head of Sales Tel. +41 61 228 10 24 David.henz@easyfairs.com Veranstaltungsort Messe Zürich Wallisellenstrasse 49 CH-8050 Zürich Hallen 5 bis 7 Öffnungszeiten Mittwoch, 5.6.2019 Donnerstag, 6.6.2019

9.00 – 17.00 Uhr 9.00 – 16.00 Uhr

automation & electronics und Stage 7 2019 Willkommen zur automation & electronics & Stage 7 vom 5. und 6. Juni 2019 in der Messe Zürich.

Die Fachmesse automation & electronics ist für die Schweizer Automatisierungsbranche zu einem etablierten Anlass geworden. Sie findet am 5. und 6. Juni 2019 in der Messe Zürich statt. Aussteller stellen ihre neusten Produkte, Trends und Innovationen vor – von der Antriebstechnik über Steuerungen bis hin zu Bauelementen, Messtechnik und Stromversorgung. Dabei beschränkt sich die automation & electronics jedoch nicht ausschliesslich auf die Fachmesse, sondern informiert mittels Start-up-Zone, SciencePlaza, Solu­tionCen­ ter sowie dem neuen a & e FutureLab auch ausserhalb der Messestände und bietet einen idealen Mix aus Business, Know-­how und Networking. Alle wichtigen Informationen finden Sie unter automation-electronics.ch. Stage 7 als interaktive Netzwerk­plattform Nach der erfolgreichen Premiere vor zwei Jahren öffnet auch das neue Format Stage 7

Veranstalter Easyfairs Switzerland GmbH St. Jakobs-Strasse 170 a CH-4132 Muttenz Tel. +41 61 228 10 00 easyfairs.com Kooperationspartner Swiss T.Net

David Henz, Head of Sales

«Die Stage 7 versteht sich als eigene Plattform, die durch ihre Paralleldurchführung mit der automation & electronics eine ideale Synergie bilden soll. Es geht darum, dem Thema IoT in der Industrie einen gebührenden Rahmen zu schaffen.» Engineering 2018

Aktuelle Technik

wieder seine Türen. Die interaktive Netz­ werkplattform von Spezialisten für Spezia­ listen steht unter dem Motto «Discover IoT». «An der Stage 7 dreht sich alles um die The­ men Internet of Things, Digitalisierung und industrielle Elektronik», sagt David Henz, Head of Sales, Easyfairs Switzerland. «Ent­ sprechend wenden wir uns an Aussteller und Besucher, die Lösungen, Innovationen und Dienstleistungen rund um Themen wie elektronische Komponenten, Power Supply, M2M Communication, Cloud Solutions, In­ dustrial IT Security, Wireless Solutions, IPC, Embedded Systems, Connecting and Swit­ ching Devices anbieten und su­chen.» Wissenstransfer in einem neuen Format soll Aussteller zu Referenten machen und so einen praxisnahen Austausch garantie­ ren. Hier steht vor allem das Netzwerken, der Wissenstransfer und der praxisnahe Austausch im Vordergrund. Weitere Informationen finden Sie auf stage-7.ch.


Firmenporträt Faulhaber Minimotor SA 34

Faulhaber Antriebssysteme Firmengründung 1962 Geschäftsleitung Karl Faulhaber Kernkompetenzen Faulhaber ist ein führender HightechAnbieter im Bereich der Miniatur- und Mikroantriebstechnik. Produkte – DC-Kleinstmotoren – Bürstenlose DC-Motoren – Motion Control Systems – Schrittmotoren – Lineare DC-Servomotoren – Präzisionsgetriebe – Encoder – Servokomponenten – Steuerungen

We create motion – Antriebssysteme von Faulhaber sind Meisterwerke der Feinund Elektromechanik an der Grenze des technisch Machbaren. Als Pionier und Gründer einer Hochtechnologiebranche zählt der Antriebsspezialist zu den ­innovativsten Unternehmen weltweit. Seit über 50 Jahren ist Faulhaber auch in der Schweiz ansässig. Das von Dr. Fritz Faulhaber Sen. gegründete Unter­ nehmen entwickelt, produziert und liefert Antriebslösungen auf Basis der Glocken­ ankertechnologie für eine Vielzahl von anspruchsvollen Anwendungen im ­Schweizer Markt sowie international.

Faulhaber bietet das umfangreichste Portfolio an Miniatur- und Mikroantriebstechnologien, das weltweit aus einer Hand erhältlich ist. Von leistungsstarken DC-Motoren über bürstenlose DC-Motoren und Linearmotoren bis hin zu Schrittmotoren wird jeder Antrieb so optimiert, dass er bei einem Minimum an Baugrösse und Gewicht maximale Leistungen erreicht. Für den Aufbau von Komplettsystemen sind passende Präzisionsgetriebe, Encoder, Linearkomponenten und Antriebselek­tronikBaugruppen erhältlich. Auf Basis seiner Technologievielfalt konzipiert Faulhaber Antriebslösungen, die hinsichtlich ihrer Präzision und Zuverlässigkeit auf kleinstem Raum einzigartig sind. Zu ihren Einsatzgebieten zählen im Wesentlichen die Produk-

Kontakt Faulhaber Minimotor SA Zona Artigianale 8 Madonna del Piano CH-6980 Croglio Tel. +41 91 611 31 00 Info@faulhaber.ch faulhaber.com

Rolf Leitner, Verkaufsleiter Schweiz

«Immer noch mehr Leistung, noch kleiner, noch robuster, und das zu den gewohnt tiefen Preisen: Das sind die Kundenanforderungen die es heute zu erfüllen gilt. Faulhaber macht das möglich.»

Engineering 2018

Aktuelle Technik

tionsautomation und Robotik, Luft- und Raumfahrt, optische Systeme sowie die Medizin und die Labortechnik. Die 1947 gegründete internationale Firmen­g ruppe hat ihren Stammsitz in Schönaich (D). Daneben führt Faulhaber weitere Entwicklungs- und Produktions­ standorte in der Schweiz, USA, Schweden, Rumänien und Ungarn. Vertriebspartner und -niederlassungen gibt es darüber hin­aus in über 30 Ländern weltweit. Momentan beschäftigt der Antriebsspezialist über 1900 Mitarbeitende, davon 280 am 1962 ge­gründeten Standort Croglio in der Schweiz. Mehr über Faulhaber Antriebssysteme online auf faulhaber.com


Firmenporträt Hoffmann + Krippner Schweiz GmbH 35

Von der Idee zur Komplettlösung Hoffmann + Krippner ist seit über 45 Jahren einer der führenden Hersteller kunden­ spezifischer Bediensysteme. 1972 als Pionier der Folientastatur gestartet, hat sich das Familienunternehmen im Odenwald zum Experten für komplexe Eingabe­ lösungen entwickelt. Durch den Zusammenschluss mit den Firmen TES Front­ design und Helicom ist eine mittlerweile fast 400 Personen starke Firmengruppe mit einem umfassenden Know-how im MMI-Bereich herangewachsen, welche in ­Zukunft unter dem Namen HK Input Systems GmbH am Markt auftreten wird.

Firmengründung 1972: Hauptsitz Deutschland 1997: Niederlassung Schweiz 2007: Niederlassung USA Geschäftsleitung Peter Furrer (H + K Schweiz) Anzahl Mitarbeitende Schweiz: 2 bis 3 Weltweit: > 350 Kernkompetenzen Entwicklung und Produktion von Eingabeund Bediensystemen, Metallgehäuse und Trägerteile, Sensorik, Printed Electronics und IoT-Lösungen für die Industrie, Automatisierung, Verkehrs- und Medizintechnik. Dienstleistungen – Entwicklung – Produktion – Beratung und Vertrieb Zertifizierungen – ISO 9001:2015 – ISO 13485:2016 – ISO 14001:2015

Kundennähe war schon immer ein wichtiger Erfolgsfaktor im Haus, sodass bereits 1997 mit der Hoffmann + Krippner Schweiz GmbH die erste Auslandniederlassung gegründet wurde. Das Portfolio von der Folien­tastatur bis zum Touchsystem wird seit 2016 perfekt durch kundenspezifische Edelstahlfronten und -gehäuse sowie ­Aluminium-Trägerteile der Firma TES Frontdesign in Neuruppin ergänzt. Abgerundet wird das Produktprogramm durch IoT-­ Lösungen der Firma Helicom in Münster. Durch dieses Zusammenspiel können intelligente Bediensysteme, von der Front über

das Gehäuse bis zum Datentransfer, aus einer Hand geliefert werden. Folgerichtig wird nun das gesamte Know-how der Partnerfirmen Hoffmann + Krippner, TES Frontdesign und Helicom unter dem Dach der neu gegründeten Vertriebsgesellschaft HK Input Systems vereint. Aus ursprünglich drei Anbietern für Einzelkomponenten entsteht nun ein Anbieter für Komplettlösungen. Die Wertschöpfungskette, das Know-how und die Erfahrung decken ganzheitlich alle Anforderungen von der Idee bis zum kompletten Produkt ab.

Kontakt Hoffmann + Krippner Schweiz GmbH Dorfstrasse 81 CH-8954 Geroldswil Tel. +41 56 641 27 70 Fax +41 56 641 27 71 info@tastatur.ch tastatur.ch

Eingabesysteme — Folientastaturen — Touchsysteme — Embedded-Systeme — Sensorik & Printed Electronics Peter Furrer, Geschäftsführer Schweiz

«Durch den Firmenverbund von Hoffmann + Krippner, TES und Helicom bleibt die Aussage ‹alles aus einer Hand› bei uns nicht nur eine leere Floskel, sondern wird zur erfolgreich umgesetzten Realität.»

Engineering 2018

Aktuelle Technik

Gehäuselösungen — Edelstahl, Aluminium — Veredelung & Finish — Mechanische Bearbeitung — Dichtungen

Datentransfer — Embedded Hard-  & Software — IoT-Lösungen — Mobile Kommunikation — Datenerfassung


Firmenporträt Ifm Electronic AG 36

40 Jahre ifm electronic in der Schweiz Bereits seit 40 Jahren beliefert die ifm electronic ag einen breit gefächerten ­Branchenmix in der Schweizer Industrie mit innovativen elektronischen ­Produkten. ifm steht für die Optimierung und Lösung von technischen Abläufen durch Sensorik, Kommunikations- und Steuerungssysteme.

Firmengründung 1978 Geschäftsführer Peter Bader Anzahl Mitarbeiter In der Schweiz: 18 Weltweit: 5500

Kundennähe sowie Produktqualität und -inno­vationen haben ifm in vielen Bereichen zum Marktführer gemacht. Dank der konsequenten Kundenorientierung mit qualitativ hochwertigen Produk­ ten und zuverlässigem Service konnte die ifm electronic ag ihre Marktposition in der Schweiz auf dem Gebiet der Sensorik und Steuerungstechnik stetig ausbauen. Die derzeit über 3000 Kunden werden vom Hauptsitz in Härkingen SO und von fünf Regionalbüros — zwei in der Westschweiz und je eines in der Ostschweiz und im Kanton Zürich — von insgesamt 18 Personen betreut.

Kernkompetenzen — Messen — Regeln — Steuern — industrielle Automatisierung

AS-Interface und Steu­e­rungs­systeme sind erhältlich.

ifm electronic gmbh Das Mutterhaus der ifm-Unternehmensgruppe mit Hauptsitz in Essen zählt weltweit zu den führenden Herstellern in der Automatisierungsbranche. Seit der Firmengründung 1969 optimiert ifm kontinuierlich technische Abläufe fast aller Industriezweige. Heute entwickeln und vertreiben mehr als 5500 Mitarbeitende in über 70 Län­ dern Lösungen für 130 000 Kunden aus Maschinenbau und Industrie. Die Erfindung induktiver Näherungs-­ Sensoren war 1969 der Anfang der Erfolgs­ geschichte des Familienunternehmens. Das Angebot Die Positionssensorik beinhaltet induktive Heute ist der Markenname «efector» und kapazitive Näherungsschalter, Mag- ­Syno­nym für Positions- und Fluidsensorik, netsensoren, Sicherheitssensoren, Zylin- Objekterkennung, Diagnose- und Iden­ derschalter, optoelektronische Sensoren, tifikationssysteme. Die Marke «ecomat» optoelektronische Systeme, inkrementale steht für Kommunikations- und SteueDrehgeber und absolute Winkel-Codierer, rungssysteme. Überdurchschnittliche ProAuswertsysteme und Netzteile. Die Fluid-­ duktqualität, prämierter Ideenreichtum, Sensorik umfasst induktive Ventilsensoren, erstklassiger Kundenservice und umfasFüllstandsensoren, Strömungssensoren, sende Fachkompetenz sind sowohl eigener Druck- und Temperatursen­s oren. Auch Anspruch als auch Merkmal der ifm-Gruppe. industrielle Kommunikationssysteme wie 2017 setzte ifm über 720 Millionen Euro um.

ISO-Zertifizierungen 9001–2008 Patente — Über 600 Patente — 70 Patentanmeldungen 2014 Markenvertretungen ifm electronic gmbh, DE-Essen Vertrieb ifm electronic gmbh, DE-Essen Kontakt ifm electronic ag Altgraben 27 4624 Härkingen Tel. dir. +41 62 388 80 30 Service-Phone 0800 88 80 33 Service-Fax 0800 88 80 39 info.ch@ifm.com ifm.com/ch

Peter Bader, Geschäftsleiter

«Höchste Prozesssicherheit und eine gleichbleibend hohe Produktqualität sind unsere Maxime für unsere Kunden. Wir stehen für zuverlässige Automatisierungstechnik für die Industrie.»

Engineering 2018

Aktuelle Technik

Kompetenz in Sensorik und Automatisierung


Firmenporträt Krauer Engineering GmbH 37

Krauer Engineering rückt Software ins richtige Licht Die Krauer Engineering GmbH hat sich als Dienstleister im Bereich Hardwarenaher Software-Entwicklung positioniert. Das Dienstleistungsspektrum umfasst die Entwicklung von Testsystemen mit kundenspezifischer Soft- und Hardware sowie den Einsatz der Ingenieure bei Kunden und Partnern vor Ort.

Firmengründung 2014 Geschäftsleitung Nicolas Krauer

Krauer Engineering wurde im Jahr 2014 von Nicolas Krauer gegründet und positioniert sich als Dienstleister in der Entwicklung von Hardware-naher Software. Gestartet als Ein­mannbetrieb, besteht das Team heute aus fünf Mitarbeitern, die in den Büros in Rapperswil-Jona oder vor Ort bei den Kun­ den eine Vielzahl spannender Software-Lösungen entwickeln.

Anzahl Mitarbeiter 5 Dienstleistungen Entwicklung von Hardware-naher und in­di­vidueller Software in LabVIEW, Unter­stützung der Entwicklungsteams unserer Partner vor Ort, Entwicklung von Embedded Systemen, Planung und Bau von Testsystemen, Beratung, Schu­lun­gen und Kurse in LabVIEW

Die Kernkompetenz Als Kernkompetenz bezeichnet Krauer Engineering die Erstellung individueller Software in LabVIEW. Aber auch im Bereich Embedded Systems unterstützt Krauer Engineering sowohl mit Soft- als auch mit Hardware. Egal, ob den Kunden nur noch ein «Puzzle-Stück» fehlt, oder ob sie einen Partner für den gesamten Entwicklungsprozess benötigen. Krauer Engineering bietet Hand von der Ausarbeitung der Spezifikationen bis zur Überführung in die Serie.

Kontakt Krauer Engineering GmbH Untere Bahnhofstrasse 2 8640 Rapperswil-Jona Telefon +41 (0) 79 344 62 44 info@krauer-engineering.ch krauer-engineering.ch

Nicolas Krauer, Firmengründer und Geschäftsführer, eidg. dipl. El.-Ing. FH

«Wir sind Dienstleister und Spezialist im Bereich Software-Entwicklung: LabVIEW, Testsysteme und Embedded Systems. Als junges und dynamisches Unternehmen können wir flexibel und unkompliziert auf die Bedürfnisse unserer Kunden eingehen.» Engineering 2018

Aktuelle Technik

Planung und Bau von Prüfsystemen Nicht nur bei der Entwicklung von Hardware-naher Software, sondern auch bei Planung und Bau von kompletten Prüfsystemen, inkl. Hardware, setzen die Kunden von Krauer Engineering auf einen zuverlässigen Partner. Die langjährige Erfahrung im Bereich Mess- und Prüftechnik sowie eine Vielzahl von Referenzen in diesem Bereich sind überzeugend. Weitere Dienstleistungen Ebenfalls bietet Krauer Engineering individuelle Kurse und Workshops für Einzelpersonen oder Gruppen im Bereich LabVIEW an. Krauer Engineering verfügt in diesem Bereich über ausführliche und effiziente Schulungs- bzw. Kursunterlagen. Diese wer­ den laufend aktualisiert und enthalten viele praktische Übungen. Auch wenn ein System oder eine Software einen Blick von aussen benötigt, steht Krauer Engineering gerne beratend zur Seite.


Firmenporträt Kundert Automation AG 38

Kundert Automation AG – der Industrie-4.0-Spezialist Kundert Automation AG mit Sitz in Schlieren plant kundenspezifische Lösungen für die Digitalisierung und die Automatisierung der Produktionsprozesse. Durch die breite Fachkompetenz von der Elektroplanung bis zum Software-Engineering für Leitsysteme und MES / Produktions-Controlling liefert Kundert Automation schlüsselfertige Lösungen für moderne voll digitalisierte Produktionsumgebungen.

Firmengründung 1. Januar 2013 Geschäftsleitung Pirmin Kessler Reto Burkart Kernkompetenzen – Software-Erstellung – Industrie 4.0 – Elektroplanung

Unternehmen Die Anfänge der Kundert Automation AG liegen 68 Jahre zurück bei dem 1950 gegründeten Ingenieurbüro für Vakuumtechnik – der späteren Kundert Ingenieure AG. Aus dieser Firma ist die Kundert Automation AG im Jahre 2013 durch ein Management Buy-out hervorgegangen. Mit Industrie 4.0 hat die vierte industrielle Revolution begonnen. Moderne Informations- und Kommunikationstechnologie sowie Produktionstechnik verschmelzen zu einer neuen Stufe der Wertschöpfung. Die Verfügbarkeit von Informationen in Echtzeit durch die Vernetzung aller Beteiligten im gesamten Wertschöpfungsprozess führt zu dynamischen und unternehmensübergreifenden Wertschöpfungsnetzen. Angetrieben durch diesen Hype werden immer mehr Systeme mit durchgängigen Datenstrukturen installiert. Kundert hat sich mit einem eigenen MES-System darauf spezialisiert, die Lücke zwischen den Unternehmens-Planungssystemen (ERP) und der Steuerungswelt zu schliessen. Dazu ist ein hoch spezialisiertes Wissen über die Systemschnittstellen, die Kundenprozesse und die dazugehörenden Daten unabding-

Produkte – MES-Systeme – Prozessleitsysteme Kontakt Kundert Automation AG Ifangstrasse 6 8952 Schlieren Tel. +41 44  4 41 52 70 info@kundert-automation.ch

Die Inhaber Reto Burkart und Pirmin Kessler

«Die zunehmende Digitalisierung beschleunigt alle Lebensbereiche enorm. Deshalb gilt heute umso mehr: Wer stehen bleibt und sich ausruht, fällt immer schneller zurück.»

Engineering 2018

Aktuelle Technik

bar. Hoch qualifizierte Mitarbeiter sind die Basis für die erfolgreiche Umsetzung solcher Projekte. Viele haben die Chancen von Industrie 4.0 zwar erkannt, zögern aber trotzdem noch mit einer Einführung. Dabei bietet die Einführung von Lösungsansätzen von Industrie 4.0 die Chance, auf die sich verändernden Bedingungen globaler Märkte zu reagieren. Immer kürzere Produkt- und Innovationszyklen und der zunehmende Verdrängungswettbewerb sind nur Beispiele für die Herausforderungen, denen sich die Hersteller heute stellen müssen. Konkret bedeutet Industrie 4.0 für diese Firmen, dass sie sich individueller auf Kundenwünsche einstellen und eine Variantenvielfalt bis zur Losgrösse 1 anbieten können. Die Lösungsansätze von Industrie 4.0 erlauben es, Produktionsnetze aufzubauen, die effizient zu geringen Kosten produzieren. Vor diesem Hintergrund hat es sich die Kundert Automation AG zur Aufgabe gemacht, flexible, aufeinander aufbaubare Produkte anzubieten, die jeden Kunden dort abholen können, wo er sich gerade in seinem digitalen Entwicklungsprozess ­befindet.


Firmenporträt Negal Engineering AG 39

Leistungselektronik mit Zukunft Firmengründung 1996

Die Firma Negal Engineering AG entwickelt seit über 20 Jahren hoch effiziente Lösungen für die Bereiche Leistungselektronik, Schaltnetzteile, Steuerungen und kundenspezifische Antriebstechnik.

Geschäftsleitung Ralf Negele Anzahl Mitarbeiter Schweiz: 6 Kernkompetenz – Leistungselektronik mit Si, SiC sowie GaN-Halbleiter – Hoch effiziente, voll digitale Schaltnetzteile – Ultradynamische, bidirektionale HV-Stromversorgungen – Antriebsysteme und Wechselrichter – Kundenspezifische Steuerungen – Busanbindungen Produkte Kundenspezifische Stromversorgungen und Steuerungen. Dienstleistungen Leistungselektronik und FirmwareEntwicklung von der Konzeptphase bis zur Serienreife.

Dank unserer langjährigen Erfahrung verfügen wir über ein breites Portfolio gut erprobter Lösungen. Wenn es jedoch die Umsetzung einer innovativen Produktidee erfordert, schrecken wir auch nicht davor zurück, gänzlich neue Wege zu beschreiten. Ziel ist es stets, für unsere Kunden einen echten Mehrwert zu generieren oder gar ein neues Marktsegment zu erschliessen. Für ein gutes Ergebnis ist eine System-Analyse am Anfang einer Entwicklung von entscheidender Bedeutung. Sehr wichtig ist hierbei eine partnerschaftliche Zusammenarbeit mit unseren Kunden.

Wirkungsgrad optimierter DC / DC-Wandler mit Peltier-Regelung und GaN FETs Für einen Laserdiodentreiber wird eine präzise Stromregelung, inkl. Temperaturregelung der Dioden, aufgebaut. Um der Anforderung eines hohen Wirkungsgrades von rund 98 Prozent, einer kompakten Bauform und des Verzichts auf zusätzliche Kühlung gerecht zu werden, kommen neuartige Gallium-Nitrit-(GaN-)FETs mit ihren verbesserten Schalteigenschaften zum Einsatz. In Bezug auf Miniaturisierung und Wirkungsgrad eröffnet dies völlig neue Möglichkeiten.

Netzgeräte mit integrierter Batterie-Ladung Für sicherheitsrelevante Anwendungen oder um Datenverlust zu vermeiden wer­ HV-Stromversorgung mit hoch dynamiden Akkus verwendet. Um den Einsatz eines scher digitaler Regelung bidirektional zusätzlichen Lade-Reglers zu vermeiden, Durch ein komplett neues synchrones, wurde eine digitale Stromversorgung readigitales Schaltungskonzept kann eine va- lisiert, welche die Ausgangsspannung riable Hochspannung erzeugt werden, die gemäss einer Ladekennlinie steuert. Durch innerhalb von Millisekunden Spannungen diese digitale Regelung ist eine kostenim Kilo­volt-Bereich präzise erzeugen kann. günstige Integration in unsere SchaltnetzBesonders stolz sind wir hierbei auf die er- teile möglich. Besonderes Augenmerk legen folgreiche Patent-Anmeldung des zu- wir dabei auf ein batterieschonendes Lade­ grunde liegenden Funktionsprinzips. management.

Einige unserer aktuellen Projekte möchten wir hier kurz vorstellen.

Kontakt Negal Engineering AG Gaiserwaldstrasse 16a CH-9015 St. Gallen Tel. +41 71  245 87 03 info@negal.ch negal.ch

Ralf Negele, Geschäftsleiter und Inhaber

«Negal investiert viel, um technologisch stets auf dem neusten Stand zu sein. Unseren Kunden können wir so statt eines Produktes von heute Lösungen für morgen anbieten.» Engineering 2018

Aktuelle Technik


Firmenporträt Noser Engineering AG 40

Gemeinsam Innovationen weltweit vorantreiben Im Zeitalter der Digitalisierung braucht es starke und zuverlässige Partner auf Augenhöhe. Firmen, die mit neusten Technologien gemeinsam mit den Kunden Lösungen und Geschäftsmodelle entwickeln und so einen grossen Schritt in die digitale Zukunft machen.

Firmengründung 1984 Geschäftsleitung Geri Moll (CEO), Markus Märki, Daniel ­Brüngger Anzahl Mitarbeitende 178 Kernkompetenzen Lösungen für Maschinenindustrie / Produktion / Energie / Automobilbranche / Logistik- und Transportbereich / Gebäudetechnik / Medizinbereich und Health, Applikationsentwicklung, Projektmanagement/Projektleitung, Requirements Engineering, ICT-­ Architektur, Softwareentwicklung, Testmanagement und DevOps, Mobile, Cloud, Embedded Produkte Individuallösungen für Kunden Dienstleistungen Beratung / Consulting, Software / Hardware Services, Quality & Test Services, Web Application Development, Cloud Solutions, Mobile Solutions, Embedded Solutions, Testsystembau, Maintenance / Support / Operations Kontakt Noser Engineering AG Daniel Brüngger Rudolf-Diesel-Strasse 3 CH-8404 Winterthur Tel. +41 52  2 34 56 11 winterthur@noser.com noser.com

Die Noser Engineering AG ist ein seit mehr als 30 Jahren etabliertes Schweizer Soft­ ware-­Unternehmen, welches Kunden von der Vision über Realisierung und Betrieb bis zu Wartung und Weiterentwicklung ­begleitet. Die rund 170 Consultants und Ingenieure haben für unsere Kunden schon viele Geschäftsmodelle, Produkte und Lösungen erfolgreich realisiert. So war Noser Enginee­ring zum Beispiel vor rund zehn Jahren massgeblich an der Entwicklung des Android-Betriebssystems mitbeteiligt. Google hatte sich damals bewusst für die Experten aus der Schweiz entschieden. Heute dürfen wir alle Zeugen davon sein, zu welchem Höhenflug dieses Betriebssystem in den vergangenen Jahren angesetzt hat. Breit aufgestellt Noser Engineering ist in vielen Wirtschaftszweigen für ihre Kunden unterwegs und weist hohe Kompetenzen und umfassende Erfah­ rung in den folgenden Branchen auf: Maschi­ nenindustrie, Produktion, Energie, Auto­mo­ bilbranche, Logistik- und Transportbereich, Gebäudetechnik und Medizinbereich. Auch im Health-Bereich durfte Noser Engineering

Daniel Brüngger, Filialleiter Winterthur, Mitglied der Geschäftsleitung

«Die Digitalisierung ist für uns ein Glücksfall. Man spricht in der Gesellschaft über das, was wir seit Jahrzehnten schon sehr erfolgreich machen: Geschäftsmodelle und technologische Lösungen aufzuzeigen, effizient umzusetzen und zu integrieren.» Engineering 2018

Aktuelle Technik

zusammen mit dem Krankenversicherer SWICA kürzlich ei­nen grossen Erfolg feiern: Mit der Lancierung der ersten Schweizer SymptomCheck-­A pp BENECURA hat das partnerschaftliche Duo im Ranking von «Best of Swiss App Award» Silber erzielt. Neue Technologien als Schlüssel zum Erfolg Neue Technologien schiessen fast täglich aus dem Boden, und nur wenige haben wirklich das Potenzial, auch positive Veränderungen herbeizuführen. Deshalb ist es umso wichtiger, dass Experten sich schon in einem sehr frühen Stadium mit neuen Technologien beschäftigen und diejenigen mit grossem Potenzial herausfiltern. Mit der hauseigenen Weiterbildungsakademie sind die Experten von Noser Engineering nahe am Geschehen, können sich in den neuen Technologien fortlaufend weiterbilden und demzufolge ihr Wissen gewinnbringend in Kundenprojekten einsetzen. Noser Engineering ist ein spezialisierter Technologiepartner, der Kunden getreu dem Motto «we know how» jeden Tag aufs Neue begeistert und gemeinsam mit ihnen nachhaltig ihre Geschäftsziele erreicht.


Firmenporträt Pilz Industrieelektronik GmbH 41

Engineering – die gesamte Projektkoordination von Pilz Firmengründung 1996

Die gesamte Projektkoordination beginnt mit der Planung und Konzeptionierung, geht über die Beschaffung der geeigneten Komponenten, die Auswahl von Zulieferern für Installation und Montage sowie die Konstruktion von Hard- und Software bis hin zur ­Inbetriebnahme.

Geschäftsleitung Marcel Mettler Anzahl Mitarbeitende Schweiz: 24 Personen Weltweit: ca. 2500 Kernkompetenz Führend in der Automatisierungstechnik. Unsere Komponenten, Systeme und Dienstleistungen unterstützen Sie bei der Automatisierung Ihrer Maschinen und Anlagen. Angetrieben durch unsere Vision «The Spirit of Safety» nutzen wir all ­unsere Leidenschaft und unser Know-how, um Ihnen die bestmöglichen Automati­ sierungslösungen zu bieten. Wir sind die Automatisierer, die sich der Sicherheit verschrieben haben! Produkte Sensorik, Schaltgeräte, Kleinsteuerungen, Steuerungen, Antriebstechnik, Bedienen und Beobachten, Software & Netzwerke Dienstleistungen Unsere Servicefachleute bieten in allen Branchen praktische Lösungen für die spezi­ fischen Anforderungen Ihres Unterneh­ mens. Von der Festlegung des Konzepts bis zur Inbetriebnahme bietet Pilz die gesamte Projektkoordination und das Engineering an. Kontakt Pilz Industrieelektronik GmbH Gewerbepark Hintermättli CH-5506 Mägenwil Tel. +41 62  889 79 30 pilz@pilz.ch pilz.ch

Von der Festlegung des Konzepts bis zur InIm Pflichtenheft werden alle Spezifikabetriebnahme übernimmt Pilz die gesamte tionen der Sicherheitsanforderungen, die Projektkoordination und das Engineering detaillierte Beschreibung der Funktionen für Sie. Von der Risikobeurteilung über die und des Aufbaus, die Auswahl der KompoInbetriebnahme bis hin zur CE-Zertifizie- nenten sowie die Festlegung von Safety rung bieten wir Ihnen eine Gesamtpro- Integrity Levels (SIL) oder Performance Levels (PL) und Verifikation des entsprejektkoordination. chenden Levels aufgeführt. Der erste Schritt zur Maschinensicherheit ist die Risikobeurteilung, mit der im Hinblick In der Designspezifikation geht es um auf Bedienung und Funktionsweise der Ma- die Gestaltung von Mechanik, Elektronik, schine die einzelnen Risiken nach den gel- Elektrotechnik, Software und Steuerungstenden Normen eingeschätzt werden. Das systemen, das Planen und Vergeben von Ergebnis der Risikobeurteilung bestimmt Zulieferarbeiten (Mechanik, Schaltschrankletztlich die Anforderungen an die techni- bau etc.) unter Berücksichtigung von Deschen Schutzmassnahmen. Die Herausfor- signprüfung und Validierung. Eine gute derung bei solchen Projekten besteht Designspezifikation ist Grundlage, um die sowohl in der ganzheitlichen Betrachtung Verfügbarkeit der Maschine zu steigern, und Beurteilung des Gesamtprozesses als Ausfallzeiten auf ein Minimum zu reduzieauch darin, die einzelnen Risiken richtig ren und nachträgliche Kosten zu vermeiden. einzuschätzen. Zuverlässigkeit bei Planung, Qualität und Das Sicherheitskonzept beschreibt die Durchführung sowie praktisches Know-­how technischen Massnahmen und gewährleis- sind die Voraussetzung für eine erfolgreitet die Sicherheit von Maschinen. Ziel ist es, che Umsetzung von Systemintegrationen. die Kosten für die Umsetzung, das Zusam- Mit Inbetriebnahme, Funktionstest, Validiemenspiel zwischen Mitarbeiter und Ma- rung, Dokumentation und CE-Zertifizierung schine sowie Produktivität und Wartungs- schliesst sich der Kreis der gesamten umfang zu optimieren. ­Projektkoordination von Pilz.

Raphael Lanz, Teamleiter System Integration

«Profitieren Sie von unserer Rolle als Anbieter von Komplettlösungen. Unsere Fachkenntnisse führen zur passenden Lösung und final zu einem erfolgreichen Projekt.»

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Firmenporträt Sigmatek Schweiz AG 42

Firmengründung 1988 in Lamprechtshausen (Österreich) 2008 in Illnau-Effretikon (Schweiz) Geschäftsführer Beat Meili Anzahl Mitarbeitende Weltweit: 550 Schweiz: 6 Weitere Standorte Deutschland, Grossbritannien, USA, China, Korea, weltweit Vertriebspartner Branchen-Know-how Kunststofftechnik, Montage- und Hand­ habungstechnik, Robotik, Verpackungsund Food-Industrie, Energie und Umwelt, Textilindustrie, Medizintechnik Produktportfolio für Industrie 4.0 Steuerungssystem, I/O-Systeme, HMI, Industrie-PC, Motion Control, Safety-System, Engineering-Tool Lasal, Echtzeit-Ethernet Varan, ­Kommunikation-Tools Kontakt Sigmatek Schweiz AG Schmittestrasse 9 8308 Illnau-Effretikon Tel. +41 52  354 50 50 Fax +41 52 354 50 51 office@sigmatek.ch sigmatek-automation.ch

Web-Visu 4.0 – flexibel und performancestark Der neue webbasierte Lasal VisuDesigner von Sigmatek macht dank grafischem Editor und einer umfangreichen Bedienelemente- und Grafikbibliothek das E ­ rstellen selbst komplexer Visualisierungen ohne spezielle Programmierkenntnisse möglich. Gleichzeitig haben HTML5-Spezialisten alle Individualisierungsfreiheiten.

Der VisuDesigner basiert auf aktuellen stützt auch Multitouch-Interaktionen. Es Webstandards wie HTML5, CSS3 und Java- bietet Spezialisten alle erdenklichen FreiScript. Hardwareplattformunabhängige, heiten, die modernen Webtechnologien zu bedienerfreundliche Visualisierungslösun- nutzen. Individuell gestaltete Grafiken, gen mit optimaler Anzeige auf unterschied- Controls, Animationen, Videos und Audiolich grossen HMI-Geräten können so ein- dateien lassen sich auf einfache Weise einfach umgesetzt werden. Diese laufen dank binden. optimiertem Browser auch auf weniger Bei Maschinenkonzepten mit Optionsleistungsfähiger und kostengünstiger Hard­ modulen können die Parametersätze der ware flüssig. tatsächlich vorhandenen Maschinenmodule dynamisch nachgeladen werden. Dadurch gestattet der Lasal VisuDesigner eine dyKonfigurieren statt programmieren Projektierung und Konfiguration der grafi- namische Berücksichtigung von Ausstatschen Oberflächen erfolgen unter Verwen- tungsvarianten und bietet so die Vorausdung moderner Design-Themes und einer setzung für Maschinen mit der Fähigkeit zu umfangreichen Bibliothek an vorgefertig- Plug & Produce. ten Controls. Diese können im grafischen Editor zu Funktionseinheiten wie z. B. Tem- All in one peraturzonen gruppiert und beliebig wie- Der VisuDesigner ist Teil der Engineering Suite Lasal. Alle Automatisierungsauf­ derverwendet werden. Auch die intelligente Logik hinter den gaben können auf der objektorientierten grafischen Elementen lässt sich ohne spe- Entwicklungsplattform durchgängig realizielle Programmierkenntnisse aus puzzle- siert werden: Steuerungsprogrammierung ähnlichen Bausteinen komfortabel zusam- (Class), Visualisierung (Screen und webbamensetzen. siert mit dem VisuDesigner), Motion Control (Motion), Safety (SafetyDesigner) sowie Fernwartung (Service) und Datenaustausch Für alles offen Das moderne HMI-Tool ist als modulares via OPC UA-, Web- und VNC-Server / Client Baukastensystem aufgebaut und unter- sowie FTP-Protokoll.

Beat Meili, Geschäftsleiter

«Der VisuDesigner basiert auf HTML5 und JavaScript. Hiermit erfüllen wir die Anforderungen des Marktes an ein modernes, Industrie 4.0 gerechtes HMI-Tool für eine durchgängige und plattformunabhängige Visualisierung.»

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Themen Automation 43

Engineering Tools für die Automation Entwicklungsumgebungen für Steuerungen sind mehr als reine Programmier-Systeme. Wie werden Disziplinen wie Safety, Inbetriebnahme und ­Fehlersuche heutzutage gelöst? Wir fragten bei vier führenden Anbietern nach. B & R: Automation Studio Bild: B & R

1. Die Integration von Antrieben, Visualisierung in die Programmier-Umgebung ist schon lange Normalität. Seit einigen Jahren wird die Sicherheit nicht mehr in eine separate Steuerung ausgelagert, sondern auf der Hardware- wie auch auf der Software-Ebene integriert. Dies muss für den Programmierer einfach und trotzdem komfortabel vonstattengehen. Wie wurde dies bei der Entwicklungs-Umgebung gelöst? 2. Mit den fünf SPS-Sprachen nach der IEC-61131-3Norm lassen sich gewisse Routinen nicht mehr lösen. Der Programmierer nimmt dazu in der Regel eine Hochsprache zuhilfe. Welche Möglichkeiten bietet das Programmier-Tool, und wie wird der Quell-Code integriert? 3. Die Anlagen und somit auch die SPS-Programme werden immer komplexer. Wie wird mit Ihrer ­Entwicklungs-Umgebung der Programmierer unter­stützt, damit bereits bei der Erstellung des Codes die Fehlerrate minimiert wird? 4. Um eine Anlage effizient in Betrieb zu nehmen, benötigt der Software-Ingenieur nützliche Hilfen, wie zum Beispiel einen Data Analyzer. Welche hilfreichen Tools bietet die Entwicklungsumgebung Ihres Unternehmens. 5. Wenn eine Anlage einen Fehler aufweist, und sie produziert nicht mehr, kommt es auf jede Minute an, denn ungeplanter Stillstand bedeutet Verlust. Wie kommt der Service-Ingenieur mit Ihrem Tool schnell auf die Ursache, und wie ist die Fernwartung gelöst? 6. Letztlich zählt die Zeit vom Software-Konzept bis zur Implementierung. Welche Dienstleistungen bietet Ihr Unternehmen an, um den Anwender bei der Software-Erstellung und -integration optimal zu unterstützen?

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Aktuelle Technik

Beckhoff Automation 1. Beckhoff geht den konsequenten Weg, mit TwinCAT alle Werkzeuge für das Software Engineering in das aus der IT-Welt bekannte Tool zu integrieren : Visual Studio von Microsoft. Neben der Programmierung in IEC 61131 wird auch C++ unterstützt. Die Konfiguration von Antrieben und die Visualisierung sind natürlich in der gleichen Umgebung verfügbar. Für die Sicherheitstechnik, d. h. für die TwinSAFE-Komponenten steht im Visual Studio eine eigene Konfigurations- und Programmiermöglichkeit zur Verfügung. 2. Die Integration der Engineering-Oberfläche in das Visual Studio von Microsoft erlaubt die einfache Verwendung der im Visual Studio üblichen Programmiersprachen und Werkzeuge. Deshalb ist C / C++ mit den Visual-Studio-Editoren, Compilern und Debugging-Werkzeugen natürlich unterstützt. Das Gleiche gilt für die Quell-Code-Verwaltung. Egal ob Microsoft-Team-Foundation-Server oder Git – alle im Visual Studio zur Verfügung stehenden Funktionen lassen sich auch für die Automatisierungstechnik nutzen. 3. Die IEC 61131 bietet in der dritten Edition die Möglichkeit, auch objektorientiert zu programmieren. Dies wird von TwinCAT natürlich unterstützt. UML (Unified Modeling Language) mit Klassendiagramm und State Chart macht den Umgang mit Objektorientierung leicht in der Konzeption der Software und im grafischen Beschreiben des Verhaltens. Statische Code-Analyse-Tools helfen die Software-Qualität zu erhöhen, z. B. durch Prüfen von Namenskonventionen. 4. Schon bei der Maschineninbetriebnahme sind Unterstützungen durch eine Automatisierungs-­ Software wie TwinCAT absolut notwendig. So können mithilfe von TwinCAT Scope zyklusgenau Daten aufgezeichnet und auch abgespeichert werden. Besonders zur Analyse und Optimierung


Themen Automation 44

von Motion-Control-Applikationen ist ein solches Software-Oszilloskop ein Muss. Ist die Maschine in Betrieb, hilft das Sammeln und Auswerten von konkreten Maschinendaten. Diese Informationen können mit den TwinCAT-IoT-Produkten einfach in eine Cloud übertragen sowie mit den TwinCAT-­ Analytics-Produkten analysiert werden. 5. Das TwinCAT-Analytics-Paket enthält ein spezielles Tool für Servicetechniker. Hier können Maschinendaten einfach analysiert werden. Historische Daten werden über einen Cloud Storage Provider in eine Datenbank geschrieben und passend wieder ausgelesen. Das TwinCAT Scope stellt die Daten dann grafisch dar und markiert hierbei die Stellen, an denen besondere Ereignisse aufgetreten sind. Weiterhin lassen sich diese Informationen zusätzlich z. B. um Bilder einer Kamera direkt vor Ort an der Maschine anreichern. 6. Alles beginnt mit Schulungen, die natürlich auch die Software-Konzepte wie Objektorientierung enthalten. Zusätzliche individuelle Workshops kön­ nen bei Bedarf angeboten werden. Mit den passenden Werkzeugen wie UML und statische CodeAnalyse wird ein ganzer Werkzeugkasten für die effiziente Software-Erstellung angeboten. beckhoff.ch

B & R Industrie-Automation 1. Die Entwicklung der Sicherheitsapplikation wird vollständig im Automation Studio (Entwicklungs-­ Tool) realisiert, und daher haben wir Zugriff auf die normalen und die sicheren I / Os. Nach dem Zusammenstellen der Hardware kann man direkt mit dem Programmieren beginnen, dies testen und ebenfalls die Dokumentation erstellen. Beckhoff: TwinCat Bild: Beckhoff

2. Bei B & R ist man in der Lage, nebst den IEC-Sprachen auch Hochsprachen wie ANSI C und C++ zu implementieren. Die Hochsprachen kann man entweder parallel zu IEC einsetzen oder diese direkt in Bibliotheken kapseln und in den IEC Sprachen aufrufen. 3. Die Entwicklungs-Umgebung unterstützt alle gängigen Diagnosemöglichkeiten, Variablen anzuzeigen, Haltepunkte zu setzen, die Variablen in zeitlichem Ablauf aufzuzeichnen. Der Compiler und der Editor weist sie, bei der Erstellung des Codes, auf Schreib- und Syntaxfehler hin. Mittels des integralen Unit Test Framework im Automation Studio können auf dem Target installierte Tests jederzeit ausgeführt werden. Bei der Ausführung wird der Report generiert und ausgeliefert. Das Framework liefert eine Oberfläche zum Aufrufen und Auswerten von Tests. Daneben können Tests auch von extern (z. B. Build Servern) gestartet werden. 4. Das Automation Studio stellt dem Anwender eine Reihe von Diagnosewerkzeugen für die Inbetriebnahme und für die Fehlersuche zur Verfügung. Die Palette der verfügbaren Werkzeuge reicht dabei vom einfachen Monitoring von Betriebszuständen (Variablen und Programmstatus, I/O), Forcen von I/O-Kanälen, Tracing von Variablen­ zuständen, Profiling des gesamten Laufzeitverhaltens, Debugging von Programmen und Biblio­ theken bis hin zur Simulation und zur Inbetriebnahme von Achsen. Die Auswahl des richtigen Werkzeuges ist ausschlaggebend für den schnellen Erfolg bei der Problemanalyse. – Debugger – Contextual Watch – Statusleiste – CPU Simulation – Informationen zum Zielsystem – I / O-Simulation – Forcen – Monitor Modus – Trace – NC Diagnose – Profiler – Logger – Network Analyzer 5. Dadurch werden keine anwenderspezifischen Diagnosewerkzeuge oder das Automation Studio zur Analyse einer Steuerung für Konfigurationsoder Laufzeitproblemen mehr benötigt. Die einzige Voraussetzung ist ein Web Browser und eine TCPIP-Verbindung zur Steuerung. Folgende Diagnosemöglichkeiten sind im System Diagnostics Manager realisiert :

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– Hochladen des System Dump zur Systemanalyse – Motion Achsinformation, Trace-Daten und Operationen, Hochladen des Netzwerkkommando-Trace – Hardware-Analyse zur Erkennung von Konfigurations- oder Hardwareproblemen des Zielsystems – Analyse der Systemkonfiguration und von Laufzeitparametern (z. B. konfigurierte IP-Adresse, …) 6. Wir unterstützen den Kunden im Hardware- und Software-Konzept, mit Schulung in den Bereichen Steuerung, Antriebstechnik, Sicherheitstechnik, Visualisierung und Robotik / CNC sowie direkter Applikationsdienstleistung bis hin zum After Sales Support aus einer Hand. br-automation.com

Siemens Schweiz 1. Die Integration aller notwendigen Komponenten und Systemeigenschaften einer Automatisierungslösung ist elementarer Bestandteil des TIA Portals. Der Begriff Safety Integrated bedeutet hierbei, dass aufgesetzt auf die Standard-Applikation auch fehlersichere Anwendungen nahtlos umgesetzt werden. Hierfür steht zum einen ein umfangreiches fehlersicheres Hardware-Port­ folio von Controllern, mobilen HMI-Geräten und Peripheriesystemen bis hin zu Antrieben zur Verfügung. Zum anderen ist die Parametrierung und Programmierung von fehlersicheren An­ wendungen im TIA Portal mit STEP 7 Safety und weiteren Editoren unterstützt. 2. Neben den typischen in der IEC 61131 definierten Programmiersprachen wie beispielsweise KOP oder ST unterstützt Siemens im TIA-Portal auch objektorientierte Ansätze. Mit den Software Units ab TIA Portal V15.1 können logische objekt­ orientierte Software-Einheiten gebildet werden. Hier sind auch die Zugriffe untereinander anwen­ derdefiniert einschränkbar. Darüber hinaus bietet das Simatic ODK 1500S Unterstützung für die Entwicklung von Windows- und Echtzeit-Funktionen und kombiniert die SPS-Programmierung und Programmierung in komplexen Hochsprachen, wie zum Beispiel C++, auf die einfachste Art für ODK-fähige Simatic-Steuerungen. 3. Der Funktionstest ist elementarer Bestandteil des Entwicklungsprozesses von Maschinen und Anlagen. Im TIA-Portal wird die Simulation des Steuerungsprogramms als auch der Visualisierung

in Kombination ermöglicht. Dabei ist keine TestHardware notwendig. Darüber hinaus ist auch die Validierung von Software-Bausteinen bis hin zu vollständiger virtueller Inbetriebnahme möglich. Dabei wird die virtuelle S7-1500-Steuerung, S7-PLCSIM Advanced, an unsere mechatronischen Simulationswerkzeuge angebunden. Dazu zählt der Simatic Machine Simulator, der in Kombination mit dem NX-Mechatronics-Concept-Designer eine Validierung von Maschinen ermöglicht. 4. Im TIA-Portal sind keine externen Tools erforderlich, um im Detail Maschinenprogramme zu diagnostizieren. Es sind umfangreiche Mechanismen für die Fehlererkennung, -identifikation und – behebung automatisch in Firmware und Engineering integriert. Die Diagnose beschränkt sich auch nicht auf den Controller, sondern kann für das ganze Automatisierungssystem, inkl. Antriebe und Peripherie, genutzt werden. Bezogen auf Datenanalyse ist hierbei die Trace-Funktion zur zyklusgranularen Aufzeichnung für den Controller als auch unsere Sinamics-Umrichter zu nennen, die ohne zusätzliche Hardware direkt in der Komponente genutzt werden kann. 5. Auch hier beginnt die Diagnose bei der Fehlererkennung und –identifizierung. Mit Simatic ProDiag bietet Siemens im TIA-Portal eine Lösung, die beide Komponenten anhand automatisch generier­ ter Diagnoseprogramme in der Steuerung und Diagnosebildern im HMI abdeckt. Dazu zählen automatische System- und Applikationsfeh­ lermeldungen als auch Controls, mit denen ohne Engineering das Steuerungsprogramm an der relevanten Stelle analysiert werden kann. Für die Fernwartung liegt ein umfangreiches Portfolio vor, das den Fernzugriff auf alle Komponenten zu jeder Zeit und mit sicherer Authentifizierung über das Internet ermöglicht.

Siemens: Totally Integrated Automation (TIA) Bild: Siemens


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6. Siemens ist ein Anbieter für Automatisierungs­ lösungen, der mit der weltweiten Aufstellung von der Planung bis zur Realisierung Unterstützungs­ dienstleistungen und Produkte in Hard- und Software bietet. Das umfasst sowohl kostenfreie technische Beratungen über die Fachberatung in der Schweiz als auch Customer Support Hotlines für konkrete technische Anfragen. Darüber hinaus bieten wir eine Sammlung an kostenfreien FAQs, Handbüchern, Applikationsbeispielen etc. an. siemens.ch / industry

Sigmatek Schweiz 1. Sigmatek bietet mit der Engineering-Suite Lasal eine Komplettlösung für alle Disziplinen im Bereich der modernen, objektorientierten SW-Ent­ wicklung. Der Lasal-Safety-Designer ist in dieses Komplettpaket eingebettet und ermöglicht das komfortable Erstellen von komplexen Safety-Pro­ grammabläufen mittels TÜV-zertifizierter Funk­ tions-Bausteine. Die Safety-Inseln lassen sich im Gesamtsystem dezentral nach dem Master-Sla­ ve-Prinzip realisieren. Sie werden im Lasal-Safe­ ty-Designer zentral verwaltet und konfiguriert. Mit einem vor-designten SW-Template (Add-on), inklusive Visualisierung, kann die Safety-CPU neu geladen werden. 2. Grundsätzlich lassen sich mit den fünf normierten SPS-Programmiersprachen alle Aufgaben lösen. Allerdings werden vermehrt auch Hochsprachen in die SPS-Programme eingebunden, da so Pro­ grammierer aus der IT-Welt ihren gewohnten Pro­ grammierstil weiterpflegen bzw. Programm-­ Fragmente aus älteren, IT-basierten Steuerungs­ systemen übernehmen können. Zudem wünscht sich ein moderner Programmierer im Zusammen­ Sigmatek: Lasal Bild: Sigmatek

hang mit Industrie 4.0 eine durchgängige, objekt­ orientierte Entwicklungs-Umgebung. 3. Sigmatek bietet effiziente Tools, um die Fehlerrate zu verringern. Hierzu zählt der Auto-Vervollstän­ digungs-Mode. Dieser vereinfacht die Auswahl der deklarierten Variablen, Methoden usw. Eine umfangreiche Bibliothek mit vorgefertigten Klas­ sen, inklusive Online-Hilfe, steht dem Anwender zur Verfügung. Mit unseren vielfältigen intelligen­ ten Funktionstemplates, den «Lasal-Add-ons » lässt sich bei der Erstellung der Applikation viel Zeit sparen. Bereits geprüfte Programm-Funktionen können einfach in ein aktuelles Projekt integriert werden. Hilfe bietet anschliessend der Compiler, der jede Code-Zeile auf Syntax überprüft und vermeintliche Fehler auflistet. 4. Lasal bietet dem Anwender dank der OOP-basier­ ten grafischen Programmstruktur eine übersichtli­ che Darstellung der Gesamtapplikation. Diese besteht aus den einzelnen mechanischen Maschi­ nen-Modulen bzw. Maschinenfunktionen, die in der Applikation äquivalent dargestellt werden. So ist ein transparenter und komfortabler Zugriff auf alle einzelnen Maschinen-Komponenten möglich. Mittels Data-Analyzer, Breakpoints in verschie­ denen Ebenen, Cycle Counter, Watch-Windows, Callstack, Registeranzeige, Task-Manager und PLC-Trace View erhält der Inbetriebnehmer umfangreiche Systeminformationen. 5. Mit den im letzten Punkt aufgeführten Debugging Tools lässt sich ein aufgetretener Fehler an der Maschine / Anlage mittels Fernwartung kosten­ günstig und schnell lokalisieren und beheben. Speziell für den Bereich Fernwartung und Cloud-­ Services bietet Sigmatek nebst einer grösseren Auswahl an Hardware-Modems auch ein Software-­ Paket, mit dem direkt auf der SPS-CPU eine sichere, VPN-basierende und mit SSL-Verschlüsse­ lung versehene Kommunikationsstrecke bis zum Programmier-Port aufgebaut werden kann. Über ein Push-Message-System werden die verant­ wortlichen Systembetreuer aktiv über aufgetre­ tene Fehlfunktionen informiert. 6. Sigmatek Schweiz bietet nebst Grundschulungen vermehrt Workshops in Form von Training on the Job direkt beim Kunden an seiner Maschine vor Ort an. Dies hat den Vorteil, dass gemeinsam mit dem Kunden schnell und effizient das Grundgerüst für seine zukünftigen Maschinen- bzw. Anlagen-­ Applikationen erstellt werden kann. Die Support-­ Anrufe werden nach dieser Schulung «on the job » kostenlos bearbeitet. sigmatek-automation.com

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Themen After Sales 47

Coresystems

Wie der Kundenservice vom digitalen Zwilling profitiert

Im Interview spricht Manuel Grenacher, CEO der Coresystems FSM AG, über neue Geschäfts­ modelle, die durch die Digitalisierung im Service entstehen.

ausgerüstet sind. Durch Skaleneffekte werden die Kosten für diese Infrastruktur in den kommenden Jahren weiter rasant sinken. Ich erwarte für die Zukunft eine zu­nehmende Verbreitung von Sensoren, die gleichzeitig einfacher einsetzbar, widerstandsfähiger und günstiger werden. Welche Vorteile ergeben sich auf ­Kundenseite, wenn der Service auf die Daten eines digitalen Zwillings zugreifen kann? Unvorhergesehene Anlagenstillstände können dank vorausschauender Wartung weitgehend vermieden werden. Auch lassen sich Anhaltspunkte dafür gewinnen, wie bestimmte schädliche Betriebs­ zustände verhindert werden können, bei­ spielsweise erhöhte Temperaturen, die zu schnellerem Verschleiss führen. Durch solche Massnahmen lässt sich der ­fehlerfreie Betrieb deutlich verlängern.

Manuel Grenacher

Erklären Sie bitte kurz, was ein digitaler Zwilling ist. Grenacher: Kurz gesagt bilden digitale Zwillinge eine Anlage im Computer nach. Im Idealfall werden dazu Daten aus der Engineering-Phase – von 3D-Model­ len bis zu Detailinformationen verbau­ ter Kom­ponenten – in die Betriebsphase übernommen. Sensoren liefern Live-­ Informationen der Betriebszustände, und zusätzlich werden alle technischen ­Neuerungen an der Anlage, etwa der Ein­ bau eines Ersatzteils, im digitalen Zwilling nachvollzogen. Da dieser immer auf dem neuesten Stand ist, dient er als detail­ liertes Nachschlagewerk mit allen Infor­ mationen zur Anlage. Wie wichtig sind digitale Zwillinge Ihrer Einschätzung nach derzeit im Service? Sie erlauben die Umsetzung einer vor­ ausschauenden Wartung. Durch das Sammeln von Daten lassen sich Messda­

ten einem bestimmten Anlagenzustand zuordnen. So wird oft schon im Vorhinein anhand sich ändernder Messzustände deutlich, dass ein bestimmtes Bau­teil in absehbarer Zeit ausfallen wird. Damit lassen sich geplante Anlagenstillstände besser koordinieren und Repa­raturzyklen der zu erwartenden Wahrscheinlichkeit eines Ausfalls anpassen. Ist das mit heutiger IoT-Technologie schon gegeben? Mit genügend Sensoren in der Anlage und einer systematischen Auswertung der Daten lassen sich bevorstehende Ausfälle von Komponenten schon heute sehr gut voraussagen. Hier ist technisch aber mehr möglich, als vielfach in den Werken noch anzutreffen ist. Wegen noch laufen­ der Abschreibungen oder aus anderen betriebswirtschaftlichen Gründen inves­ tieren Unternehmen erst nach und nach in Anlagen, die mit moderner IoT-Technik

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Aktuelle Technik

Können Sie beschreiben, wie der zunehmende Einsatz von digitalen Zwillingen den Kundenservice in den kommenden Jahren verändern wird? Digitale Zwillinge bieten das Potenzial, mit ihrem immensen Datenmaterial so­ wohl im Service als auch im Bereich Business Intelligence ganz neue Anwen­ dungsbereiche zu kreieren. Der Einsatz von Sensoren ermöglicht es, Maschinen­ zustände und die erzielte Produktqualität in Echtzeit abzubilden – ebenso wie Prognosen über Probleme, die sich erst im Anfangsstadium befinden. Auf diese Weise kann der Service eingreifen, bevor es zu teuren Maschinenausfällen kommt. Auch Wartungsintervalle können auf Basis der Live-Informationen dynamisch an die tatsächlichen Erfordernisse an­ gepasst werden. Wie wird ein digitaler Zwilling in zehn oder 15 Jahren im Vergleich zu heute aussehen? Ich erwarte eine extreme Verdichtung des Sensornetzwerks in Industrieanlagen


Themen After Sales 48

und der gesamten Logistik. Gleichzeitig werden diese Sensoren immer leistungsfähiger und günstiger. In Zukunft werden sämtliche Anlagen eines Unternehmens, aber auch alle Ersatzteile, Werkzeuge, Behälter und Produkte durch ihre digitalen Spiegelbilder repräsentiert sein – eine komplette Fabrik im Computer. Die Vielzahl an Daten, die dadurch gesammelt werden kann, wird im Zusammenspiel mit der Auswertung durch KI-Anwendungen ganz neue Einsichten ins Zusammen­ wirken der Betriebsprozesse ermöglichen. Das führt bis hin zur vollautomatisierten Smart Factory, die sich dank KI und digita­ ler Zwillinge praktisch ohne menschlichen Eingriff selbst steuern kann.

vom Hersteller nur noch die Leistung einer Maschine einkaufen statt die Maschine selbst – inklusive des Services, um deren konstante Leistung zu gewährleisten. Service-Lifecycle-Management spielt in diesem Konzept eine zentrale Rolle. Rund um solche Konzepte werden künftig ganze Ökosysteme aus neuen Leistungsund Serviceanbietern entstehen.

Predictive Maintenance ist ein wichtiges Thema im Service. Gibt es Emerging Technologies, die bald ähnlich wichtig werden könnten? Augmented Reality wird schon bald erfahrenes Personal mit entsprechender digitaler Unterstützung vor Ort in die Lage versetzen, qualifizierte Arbeiten ohne Detailwissen über die jeweilige Welche neuen Geschäftsmodelle Maschine vorzunehmen. Diese fehlenden ­erwarten Sie im Servicebereich als Details werden dem Techniker zum Folge der zunehmenden Anlagen­ ­Beispiel über eine Datenbrille zugeliefert. digitalisierung? Industrie 4.0 kann ohne digitales Service- So lassen sich qualifizierte Kräfte ins Instandhaltungs- und Skill-Management konzept nicht funktionieren, denn der integrieren, die nicht zum MitarbeiterBereich Service gehört zur Digitalisierung unbedingt dazu. Die Abgrenzung zum stamm des Serviceunternehmens gehören, Wettbewerb erfolgt bereits heute meisohne dass firmenspezifische Schulungen tens über den Service und nicht mehr erforderlich sind. Auch das Machine über das Produkt, da dieses oft zu ähnlich, Learning wird in den kommenden Jahren ja austauschbar ist. Kunden wählen sein volles Potenzial entfalten: So er­ möglicht der Einsatz künstlicher Intelligenz deshalb vor allem den Partner, der mehr eine Einschätzung, welches ungenutzte und schnelleren Service bietet. Ziel jedes Unternehmens sollte es deshalb sein, Potenzial aus einer Maschine zu holen ist und inwiefern sich ihr Einsatz in einem seine Kunden besser zu verstehen, bestimmten Anwendungsgebiet oder ­bessere Touchpoints zu schaffen und den -szenario lohnt. Service zu verbessern. Hier ordnen sich neue Konzepte wie «Machine as ­a coresystems.ch Service» ein, bei denen Unternehmen

Info Coresystems ist ein führender Anbieter von mobilen und cloudbasierten Softwarelösungen in den Segmenten Field Service Management und Workforce Management. Seit der Gründung im Jahr 2006 vertrauen mehr als 190 000 Anwender weltweit auf die Kompetenz und die Lösungen des IT-Unternehmens. Im Fokus steht die Software für Field Service Management. Sie versetzt mittlere und grosse Unternehmen in die Lage, Instandhaltungs­ services sowie alle damit verbunden Prozesse signifikant zu verbessern. Coresystems ist jetzt Teil von SAP.

Mit einer systematischen Auswertung der Daten lassen sich bevorstehende Ausfälle von Komponenten schon heute sehr gut voraussagen. Bilder: Coresystems Engineering 2018

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Gespräch «Kundennähe ist immer wichtig» Seite 10

Umfrage Entwicklungsumgebungen für SPS Seite 43

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