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architektur-technik.ch

9 –2015 Bildungsbauten Architektur+Technik

Bildungsbauten

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1 Inhalt Editorial

Bildungsbauten

Der Learning Hub der Nanyang Technology University – ein neuer Ort des Lernens in Singapur.

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Aktuell 2 Szene 6 Betrachtungen 16 Standpunkt 20 26 32 36 40 44

Dossier Ruhr-Universität Bochum Nanyang Technology University, Singapur Kindergarten, Wiesenbach Sporthalle, Magden Science Center Phänomenta, Lüdenscheid Lebensraum Schule

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Marktplatz Boden- und Wandbeläge Licht Sicherheit und Brandschutz IT für Architekten Schaufenster

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Service Messen und Veranstaltungen Aus- und Weiterbildung Termine Branchenspiegel Vorschau und Impressum

Bildung bestimmt, wie und wo wir an der Gesellschaft teilnehmen. Sie sollte auch ein entsprechendes Zuhause haben. Wie zum Beispiel die Ruhr-Universität Bochum, die ihren IC-Komplex zu einem zukunftsorientierten Forschungsgebäude revitalisiert hat. Studierende und Wissenschafter haben hier die Möglichkeit, in einer technisch bestausgestatteten, funktional einwandfreien und architektonisch ausgewogenen Umgebung zu studieren und zu forschen. Oder der Learning Hub der Nanyang Technology University in Singapur. Die organische, von den Benutzern ausgehende Herangehensweise der Architekten des Studios Heatherwick ist prägend. Sie wurden dafür als «Architects oft the Year» ausgezeichnet. Nicht zuletzt ist eine Bildungsbaute, insbesondere eine Schule, auch Lebensraum. Und dieser Lebensraum Schule ist nicht nur für das Wohlbefinden der Kinder Voraussetzung, sondern auch für das Gelingen der Lernprozesse. Dazu liegt eine Veröffentlichung des Fraunhofer-Instituts mit Beiträgen zu grundlegenden Aspekten aus Sicht der verschiedenen Fakultäten vor, wie dieser pädagogisch wertvolle Lebensraum geplant, gestaltet und entwickelt werden soll.

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Uwe Guntern, Redaktor

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AKTU EL L

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Ein Schiff ist ein Haus Für die Schifffahrtsgesellschaft des Vierwaldstättersees (SGV) baut die Shiptec AG in Luzern derzeit ein Fahrgastschiff für 1000 Passagiere. Mit an Bord sein werden innovative Extras für die Passagiere, beispielsweise ein Raum mit Unterwasserfenstern. Auch punkto Energieeffizienz soll die «MS 2017» ein Flaggschiff werden. Hierfür arbeitet die Schiptec AG eng mit der Hochschule Luzern zusammen. Gemeinsames Ziel ist es, den Energieverbrauch gegenüber herkömmlichen Schiffen um 20 Prozent zu senken. Dazu gehört nicht nur der Hybrid-Motor, auch die Gestaltung der Schiffshülle und

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die Technik sollen dazu einen wesentlichen Beitrag leisten. «Ein Schiff ist ja eigentlich nichts anderes als ein schwimmendes Haus», sagt Urs-Peter Menti, Leiter des Zentrums für Integrale Gebäudetechnik (ZIG) der Hochschule Luzern. So haben er und sein Team auch für das Fahrgastschiff eine exakte Simulation des Energieverbrauchs gemacht. Zur «Gebäudetechnik» des Schiffs gehört beispielsweise ein Wärmespeicher, der es möglich macht, die Wärme der Motoren länger zu nutzen. Nach dem Abstellen der Motoren kann die «MS 2017» noch rund eineinhalb Stunden mit dieser Wärme geheizt werden. Die Ingenieure haben auch eine Lüftung ins technische System integriert, die mittels CO2-Sensoren


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gesteuert wird. Sie sorgt immer dann für Frischluft, wenn die Luftqualität in den Innenräumen sinkt. Ɂ hslu.ch/mz1905

Orten zu betreten. Obwohl in seiner Farbigkeit und Materialisierung «künstlich», korrespondiert der Pavillon überraschend mit der Natur. (Bilder: Iwan Baan, Naaro) Ɂ serpentinegalleries.org

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Spielerische Architektur Die spanischen Architekten José Selgas und LucÍa Cano überraschen in ihren Projekten immer wieder mit neuen Perspektiven. Für den diesjährigen Pavillon im Park der Serpentine Gallery haben selgacano einen amorphen, doppelwandigen und transluziden Raumkörper entwickelt. Die Kunststofffolien und -bänder sind ineinander verwoben und ermöglichen es den Besuchern, das Innere an ganz verschiedenen

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HSLU mit drei Designs nominiert Drei Projekte der Hochschule Luzern wurden für den Design-Preis Schweiz 2015 nominiert. «TexPavillon» zeigt ein mobiles Tragwerk aus Textil, mit dem leichte, stabile und schöne Pavillons gebaut werden können. Im Projekt «Dafat» (Bild) wurde eine Applikationstechnik entwickelt, mit der Farbe dreidimensional auf Stoffe

aufgetragen werden kann. Und Tiziana Artemisio erfand für ihr Abschlussprojekt «reverso» in Bachelor Graphic Design ein mehrdimensionales, Scrabble-ähnliches Würfelspiel. Der Design-Preis Schweiz ist seit 2003 einer der beiden grossen Design-Preise der Schweiz. Er wird alle zwei Jahre verliehen. In diesem Jahr hoffen 42 Nominierte auf den Gewinn in 12 Kategorien. Ɂ hslu.ch Ɂ designpreis.ch

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Architekturführer Schweiz Architekturführer werden gemeinhin von einheimischen Fachleuten verfasst, welche die Szene aus dem Effeff kennen. Es überrascht, dass der

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«weltweit erste Architekturführer der gesamten Schweiz» (Callwey-Verlag) vom deutschen Architekturjournalisten Alexander Hosch verfasst wurde. Er berücksichtigt (fast) alle Bauaufgaben: von Hochhäusern und Museen über Schutzhütten und Stellwerke bis hin zu Brücken und Sesselliften. Insbesondere der Gegenwartsarchitektur wird viel Raum gegeben. «Hier vereinen sich», so der Autor, «gestalterischer Mut, nachhaltige Bauweise und eine einzigartige Beziehung zur umgebenden Natur.» Der Architekturführer Schweiz wird vom SIA und dem Callwey-Verlag herausgegeben und ist im Buchhandel erhältlich. Ɂ 280 Seiten, 670 Abbildungen, ISBN 978-3-7667-2149-5, CHF 40.90


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Under the bridge Das Interesse der österreichischen Fotografin Gisela Erlacher gilt hybriden, improvisierten urbanen Situationen. Vor dem Hintergrund globaler Beschleunigung und Urbanisierung und dem dadurch ansteigenden Druck auf den öffentlichen Raum rücken die verdrängten, «unbewussten» Orte in den Fokus. In «Himmel aus Beton» bildet Gisela Erlacher jene Räume und Situationen ab, die durch Überbauung oder Aneignung unter Brückenbauwerken entstehen. In China, Grossbritannien, den Niederlanden und Österreich fotografierte sie jene «NichtOrte», die geprägt sind durch das «Darunter» und die daraus erwachsenden und immer wieder verblüffenden räumlichen

Konfigurationen und Nutzungen. Dieses neue Buch zeigt erstmals eine Auswahl der eindrucksvollen, auf mehreren Ebenen lesbaren Fotografien, ergänzt durch Essays von Lilli Lička und Peter Lodermeyer über die Arbeit von Gisela Erlacher und die Räume, die sie in ihren Bildern festhält. Ɂ 112 Seiten, 43 Abbildungen, ISBN 978-3-906027-92-0, CHF 39.00

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Underground In New York City entstand mit der Revitalisierung der stillgelegten High Line ein neuer begrünter Erholungsraum. Ein Gruppe junger Architekten und Unternehmer will nun mit der gleichen Idee in den Untergrund. Ihre Vision: ein

Park im ehemaligen Williamsburg-Trolleybus-Terminal in Lower East Side. Das Besondere von «The Low Line» ist die «Beleuchtung». Das Sonnenlicht wird über reflektierende Schüsseln in den Untergrund geleitet. Weitere Ideen, was für eine Infrastruktur sich die Bewohner von diesem neuen Park wünschen, wurden in Workshops abgeholt. Falls das technisch machbare Projekt finanziert und realisiert werden kann, soll hier ein neuer dynamischer Kulturort für die Bewohner entstehen. Ɂ thelowline.org

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Schindlerpark Die öffentliche Parkanlage Schindlergut in Zürich bestand über lange Zeit aus

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zwei unterschiedlichen Bereichen: dem historischen Teil um die Villa und jenem aus den 1980er-Jahren über dem damals neu gebauten Milchbucktunnel. Das Landschaftsarchitekturbüro Umland hatte von «Grün Stadt Zürich» die Aufgabe bekommen, die heute intensiv genutzte Parkanlage räumlich und gestalterisch aufzuwerten. Mit Baumgruppen wurde dabei eine Neugliederung der Räume erreicht, mit Obstbaumgruppen neue Aufenthaltsorte. Auch die Spielbereiche wurden – alles mit Bedürfnisabklärung des belebten Quartiers – erneuert und den heutigen spielerischen Anforderungen angepasst. Dadurch entstanden neue Aufenthaltsqualitäten für die ganz unterschiedlichen Nutzer aller Generationen. Ɂ umland.ch


5 Aktuell Szene

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6 Aktuell Betrachtungen

Team Bob Gysin & Partner BGP: Über den Umgang mit den Kriterien der Nachhaltigkeit.

Die Verantwortung der Architektur Von Team Bob Gysin + Partner BGP Architekten ETH SIA BSA Zürich (Text und Bild)

Verantwortung stellt für BGP einen der zentralen Aspekte des Berufsbildes des Architekten dar. Es sind die Einflussmöglichkeiten bei der Gestaltung unserer Umwelt, welche die grosse Faszination unseres Berufes ausmachen. Nicht nur in Hinblick auf die Form und den Raum, sondern auch auf die sozialen, ökonomischen und ökologischen Zusammenhänge. Als Architekten haben wir die Möglichkeit, unsere Lebensrealität und -qualität auf vielfache Weise zu beeinflussen und zum Positiven zu verändern. Und wie bei jeder einflussreichen Tätigkeit gibt es zwei unterschiedliche Seiten der gleichen Medaille – genauso wie dieser tief greifende Gestaltungsspielraum unser Bedürfnis nach Kreativität und Selbstverwirklichung anspricht, fordert er von uns zugleich auch ein Höchstmass an Verantwortung für die Ergebnisse unseres Handelns. Gestalten hat neben einer räumlich-materiellen immer auch eine ethische Dimension. Mit der gleichen Leidenschaft, mit der BGP sich für die architektonische Qualität eines Projektes einsetzt und dafür zu kämpfen bereit ist, stellen wir uns der Herausforderung, Architektur nicht als selbstrefe-

renziellen Diskurs um Formen, Stile und Ästhetik zu betrachten, sondern sie als Beitrag zu den zentralen Fragestellungen und Problemen unsere Zeit zu verstehen. Tun wir das nicht, verliert die Architektur für unser gesellschaftliches und politisches Leben ihre Bedeutung. Dem Agglomerat von Aspekten, zusammengefasst unter dem Begriff der Nachhaltigkeit, begegnet BGP mit Neugier und auf eine lustvoll-kritische Weise. Im Sinne einer ganzheitlichen Betrachtungsweise suchen wir nach Lösungsansätzen, die den kommenden Generationen einen qualitativ hochwertigen Lebensraum sichern, auf demografische Veränderungen eingehen, aber auch Problemstellen thematisieren. Dabei gilt es, nicht nur den Modus operandi der Entwurfs- und Planungsprozesse von Architektur, sondern ebenso die Wertvorstellungen unserer Konsum- und Wegwerfgesellschaft zu beleuchten. Denn entgegen der Annahme, dass Lebensqualität proportional zum Verbrauch wächst, sind wir überzeugt, dass ein massvoller Lebensstil und hohe Lebensqualität sich nicht gegenseitig ausschliessen. Wir verstehen Suffizienz deshalb als eine wichtige Ergänzung zu den vorherrschenden Effizienz- und Konsistenzmassnahmen. Seine Denkansätze zum Thema Nachhaltigkeit in der Architektur hat BGP in einer Publikation zusammengefasst: «Nachhaltiges Bauen – Gedanken und Positionen zur Verantwortung der Architektur». Ɂ bgp.ch

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7 Aktuell Betrachtungen

Erstes Interesse von BGP gilt der Analyse der Aufgabenstellungen und der Formulierung spezifischer Ziele. Wir verstehen zentrale Aspekte wie den verantwortungsvollen Umgang mit Boden und Ressourcen sowie eine dauerhafte und ökologische Bauweise nicht nur als Anforderung, sondern auch als Ausgangspunkt unserer Überlegungen, als Inspirationsquelle für unsere Ideen und Gestaltungsansätze. Durch eine umfassende Analyse des Kontextes auch in Bezug auf seine energetischen und klimatischen Potenziale entwickeln sich oftmals unerwartete Ansätze und Konzepte, die nicht in vorgefertigte Schemata und Bilder hineinpassen. So wie durch die gesamte Baugeschichte Strömungen beobachtet werden können, die eine andere Auseinandersetzung zwischen Mensch, Architektur und Umwelt fordern – von der Arts and Crafts über die Gartenstadtbewegung bis zur Auseinandersetzung mit dem Genius loci –, so ist auch die architektonische Gestalt einem steten Wandel unterworfen. Sich verändernde gesellschaftliche, technische, ökonomische oder ökologische Rahmenbedingungen und Möglichkeiten sind von jeher Auslöser und Ursache für die Entstehung neuer Architekturstile. Als Ausdruck dieses Wandels,

neuen Wissens und eines veränderten Verständnisses unserer Umwelt findet Architektur – unabhängig vom Konstrukt Nachhaltigkeit – immer neue Gestalten. Der Wandel zu einer nachhaltigkeitsorientierten Gesellschaft bedeutet für BGP dabei nicht Umkehr unserer Verhaltensmuster, sondern stellt vielmehr die logische Weiterentwicklung unserer gesellschaftlichen Bedürfnisse dar. Diese Haltung verstehen wir als einen elementaren Bestandteil des Bauens, aus der wir Architektur entwickeln wollen. In den letzten Jahren hat sich BGP durch die intensive Auseinandersetzung mit den verschiedensten Strategien und Ansätzen nicht nur in der planerischen Praxis, sondern auch in Forschung und Lehre die Möglichkeit erarbeitet, Nachhaltigkeitskriterien als Qualitäten zu erkennen und zu verstehen, mit ihnen zu arbeiten, zu gestalten und zu entwerfen. Gleichzeitig bieten uns quantitative und qualitative Bewertungsmethoden bereits während des Entwurfsprozesses die Möglichkeit, Vor- und Nachteile besser sichtbar zu machen. Entscheidend ist für uns aber die dadurch vorhandene Gewissheit, einen Kompass für das eigene Handeln zu haben, eine Leitlinie, die als Orientierung und als gemeinsame Grundlage unserer Diskussionen dient. ●

Im Oktober erscheint im Hatje Cantz Verlag das Buch «Nachhaltig Denken in Architektur und Kunst». Darin werden projektierte und realisierte Bauten von BGP dargestellt und die gleichzeitige Praxis von Architektur und Kunst unter einem Dach thematisiert. Es geht dabei auch um Nahtstellen und Zusammenhänge zwischen Architektur, Kunst und Nachhaltigkeit.

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Dies & das

Anlässlich des neuen Festivals «ZeitRäume Basel», das ab September 2015 biennal Architektur mit Musik verknüpft, präsentiert das Schweizerische Architekturmuseum S AM eine Ausstellung, die sich dem Klang von Räumen widmet. Für «Klang der Architektur» wurde für die Räumlichkeiten des Museums ein speziell auf die Ohren zugeschnittenes Ausstellungskonzept entwickelt. (bis 18. Oktober) Ɂ sam-basel.org

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Ein märchenhaftes Haus Die «documenta» der Stadt Kassel hat ein im Wortsinn märchenhaftes Haus realisiert: Ein Museum, das den Brüdern Jacob und Wilhelm Grimm gewidmet ist. Eröffnet wurde das Ausstellungshaus mit der Architektur von kadawittfeldarchitektur und der Szenografie der Schweizer Architekten Holzer Kobler Anfang September. Erbaut ist es in einem Gartendenkmal, weshalb die Architekten das Gebäude als eine Art begehbare und erlebbare Skulptur interpretiert haben. Im Innern des skulpturalen Baukörpers setzen Split-LevelEbenen den Duktus der terrassierten Landschaft fort. Von einem zentralen Auftak-

traum können die Besucher die einzelnen Ebenen mit ihren ganz unterschiedlichen Themenwelten erschliessen. Das kuratorische Konzept für die «Grimmwelt» sucht der Vielschichtigkeit des Grimmschen Werks gerecht zu werden. Neben den bekannten Märchen ist es die Welt der Wörter, der Sprache und des Buches sowie die Biografie der beiden Brüder und ihre Hinterlassenschaft, die erlebnisreich inszeniert werden. Ɂ grimmwelt.de

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Holzkohle in Helsinki 2017 wird in Abu Dhabi ein neues Guggenheim-Museum von Frank Gehry eröffnet. Doch damit nicht genug: Auch

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in Helsinki soll ein solches gebaut werden. Und wie es aufsehenerregende Kulturbauten so an sich haben, entwarfen auch für das Projekt in Finnlands Hauptstadt unzählige Architekten und Büros. Das Siegerprojekt überzeugte die Jury vor allem mit seinem System verbundener Pavillons. Es setzt nicht primär sich selbst, sondern vor allem auch die Umgebung im Süden der Hauptstadt am Meerufer in Szene. Die zueinander in Beziehung gesetzten Pavillons mit einem Aussichtsturm bestehen aber auch durch die Wahl des Fassadenmaterials aus angekohltem Holz. Autoren des Siegerprojekts sind die Japanerin Hiroko Kusunoki und der Franzose Nicolas Moreau aus Paris. (Bild: Moerau Kusunoki) Ɂ designguggenheimhelsinki.org


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Pool haben in Biel gewonnen Die Zürcher Architekturgenossenschaft Pool hat den Projektwettbewerb für den Neubau des Campus Biel der Berner Fachhochschule (BFH) gewonnen. Ein unter der Leitung des Amts für Grundstück und Gebäude (AGG) stehendes Preisgericht hat dies einstimmig entschieden. Das Projekt überzeugte die Jury in der städtebaulichen Integration, in seiner betrieblichen Eignung und dem präzisen Bezug zu seiner Umgebung. «Trèfle» – so der Name des Projekts – auf dem «Feldschlössli-Areal» in Biel soll zu einem neuen Campus für die technischen Disziplinen werden. Das Projekt von Pool zeichnet sich durch eine helle,

transparente Lernlandschaft aus, die den Austausch mit geschickt platzierten Kommunikationspunkten fördern soll. Ɂ be.ch

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Das Bugholz der klassischen Moderne 1936 war’s, als der finnische Architekt Alvar Aalto zusammen mit seiner ersten Frau Aino die Produktionsfirma artek gründete. Hintergrund war es damals (nebst der angestrebten Demokratisierung des neuen, funktionalen Designs), die selbst entworfenen Möbelstücke auch gleich selber herzustellen und so ihre Qualität besser überwachen zu können. Am damals revolutionären Verfahren

zum Holzbiegen, das dem legendären «Stool No. 36» zugrunde liegt, wurde bis heute konzeptionell nichts geändert. Heute wird einzig die benötigte Kraft maschinell ausgeübt. Und auch der Leim trocknet in den heutigen Maschinen besser. Was das Ganze mit der Schweiz zu tun hat? Nun, artek gehört seit Kurzem zum Schweizer Möbelkonzern Vitra, was den finnischen Design-Klassikern zu noch mehr Bekanntheit verhelfen dürfte. Ɂ artek.com

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Dynamik in Istanbuls Ausgehmeile Architizer ist eine der grössten Online-Plattformen für

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Architektur und Design. Mit einer Special Mention ausgezeichnet wurde beim diesjährigen «Architecture A+ Award» von Architizer die Fassadengestaltung «Augmented Structures». Die Installation, die 2011 an Istanbuls berühmter Ausgehmeile Istiklâl Street realisiert wurde, ist ein Gemeinschaftsprojekt aus Architektur, Mathematik und Visueller Kunst und visualisiert die Dynamik der Kulturmeile: Als Ausgangspunkt dienten den Machern aufgenommene Geräusche des Platzes, die in eine architektonische und geometrische Oberfläche übersetzt wurden. Die hybride Oberfläche besteht aus einer Stahlstruktur, Sperrholzstäben, Stahlseilen und einer gespannten Membrane. Ɂ alperderinbogaz.com


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Räume als Info-Quelle Architektur kann aus vielerlei Richtungen und unter vielen Aspekten betrachtet werden. Selten jedoch werden Fragen nach dem atmosphärischen Gehalt eines Gebäudes oder Raumes gestellt. Wie erleben Raumnutzer ihr unmittelbares Umfeld, welchen «Charakter», welche besonderen Eigenschaften hat ein Gebäude, haben die darin eingeschriebenen Räume? Was ist Atmosphäre, mit welchen architektonischen Mitteln kann sie erzeugt werden? Irmgard Frank vom Institut für Raumgestaltung der Technischen Universität Graz geht der Frage nach, wie und wodurch sich der architektonische Raum in seiner

Qualität, Beschaffenheit und Atmosphäre konstituiert und wirksam wird. Im Zentrum steht die Frage nach der architektonischen Übersetzung, ein Vorgang, der immer eng an spezifische Raumideen gekoppelt ist. Gegliedert in drei Kapitel Raum, Material und Licht präsentiert das Buch Textbeiträge und Projektanalysen, die jeweils mit einem «atmosphärischen Seismografen» abschliessen. 208 Seiten, 206 farbige und 98 s/w Abbildungen, Grafiken und Pläne, CHF 49.00, ISBN 978-3-906027-95-1

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Spannungsfeld Architektur und Design Vom 18. bis 22. November öffnet die Interior-Design-Messe

«neue räume» ihre Tore in der Zürcher ABB-Halle, um auch in diesem Jahr wieder zeitgemässes Wohn-Design zu präsentieren. Eine Sonderschau namens «meuble – immeuble» dürfte dabei auch für Architekten spannend sein, da bei den dort präsentierten Projekten und Inszenierungen die Beziehung zwischen Architektur und Design beleuchtet und hinterfragt wird: So wird beispielsweise eine Installation zu den Feldhäusern von MVRDV in Emmen präsentiert. Und zwar als Eins-zu-eins-Nachbau von einem der bunten Häuschen, die zurzeit auf dem Grundstück des ehemaligen «Schindlerdörfli» entstehen. Daneben fokussiert eine Schau namens «Raumstimmung» auf die Transformation des ehemals industriell genutzten Zwicky Areals am Stadtrand von

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Zürich in Dübendorf/Wallisellen. Ziel ist es, die beispielhafte Planung von Mischnutzungen anhand von Raumperspektiven, Modellen und Materialmustern aufzuzeigen und an zwei Podiumsdiskussionen zu vertiefen. Parallel dazu werden zwei Projekte mit studentischer Beteiligung gezeigt – die Gestaltung eines Appartements im neuen Hard Turm Park (siehe Abbildung) sowie ein Stadtplanungskonzept für Glasgow. Ɂ neueraeume.ch

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Das Buch des Architekten Architekten schreiben Bücher lesen Bücher, lieben Bücher, sammeln Bücher. Bücher zeugen vom Versuch, über


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Architektur zu sprechen, sie sind Inspirationsquelle, Mittel zur Polemik, Ausdruck von Träumen und Wunschvorstellungen und vieles mehr. Die Ausstellung «Book for Architects» am Institut gta Ausstellungen der ETH Zürich, die bis zum 4. Dezember dauert, zeigt einerseits eine historische Auswahl von besonderen «Büchern für Architekten», andererseits zeigt sie «Buchbeiträge» zeitgenössischer Architekten, Historiker und Theoretiker, die auf zahlreiche Aspekte des Buches für Architekten konzeptuell und konkret eingehen. Die Ausstellung inszeniert zudem räumlich das Lesen, Schreiben und Sammeln von Büchern durch ausgewählte Objekte. Die Ausstellung wird kuratiert von Fredi Fischli, Andri Gerber und Niels Olsen. Im Rahmen

der Ausstellung finden mehrere Veranstaltungen statt, unter anderen ein Besuch und Gespräch in der Bibliothek Werner Oechslin. Ɂ ausstellungen.gta.arch.ethz.ch

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Vom Polstermöbler zum Customized Furnisher Im Jahr 1965 legte Hans Weibel den Grundstein für die erfolgreiche Geschichte des Schweizer Möbelherstellers Intertime. Weibel begann – zunächst in Zürich durch den Ankauf der Kyburz Sitzmöbelfabrik AG und kurz darauf nach dem Umzug ins aargauische Endingen – mit der Fertigung von hochwertigen Polstermöbeln. Ganz

dem damaligen Zeitgeist entsprechend wurde 1970 die «neudeutsche» Intertime Collection eingeführt (siehe Abbildung), und bereits ein Jahr darauf wurde in Endingen der erste Erweiterungsbau nötig, dem 1995 ein Zweiter folgen sollte. Heute wird Intertime als Familienunternehmen in der zweiten Generation von Weibels Söhnen Johannes und Lukas geleitet und beschäftigt rund 70 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Neben der angestammten Produktion von formschönen und funktionalen Sitzmöbeln, die zu 100 Prozent in der Schweiz erfolgt, werden vermehrt Projekte im Objektbereich betreut und zusammen mit Kunden aus der Bauindustrie individuelle Lösungen im Bereich Customized Furniture erarbeitet. Ɂ intertime.ch

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Das Olympische Museum Lausanne zeigt bis zum 29. November mit «Get active!» eine aussergewöhnliche Rauminstallation des Design-Trios Aurel Aebi, Armand Louis und Patrick Reymond, besser bekannt als Atelier Oï. «Get active!» richtet sich an «Couch potatoes», also all jene, die Sport entweder mit Mord gleichsetzen oder zumindest herzlich wenig damit anfangen können. Ɂ olympic.org/content/the-olympic-museum


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Schweizer Virtuelle Ein chinesisch-nigeMaurer holt Windparks rianisches ArchitekWM-Diplom turbüro namens CRG Mit der «Energiestrategie Architecture ConsulMitte August fanden in 2050» der Schweizer RegieSão Paolo in Brasilien die rung haben erneuerbare tants überrascht mit Berufsweltmeisterschaften Energien, vor allem auch einem eigenwilligen der Lehrlinge, die sogeWindenergie, eine entscheiVorschlag für eine neu- nannten WorldSkills, statt. dende Bedeutung für die artige Hochhaus-FasAuch der Schweizerische hiesige VersorgungssicherBaumeisterverband war vor heit bekommen. Zugleich sade: Gebaut wurde Ort vertreten. Mit Maurer sind Planung und Umsetzung sie aus 2500 ausranSandro Dörig, der die Heraus- von Windenergieprojekten gierten Schiffscontforderungen der 20 Wettoft schwierig. Anwohner ainern, die um einen kampfstunden gut meisterte, und Schutzorganisationen hat es zwar nicht ganz für kritisieren die Pläne wegen Betonkern herum eine Medaille, aber doch für der Veränderung des Landaufeinandergestapelt ein Diplom gereicht. Der Sieg schaftsbildes und wegen des und schliesslich die ging an den Südtiroler Florian befürchteten Lärms. Bislang Hülle eines rund 400 m Hochgruber. Beflügelt ist fehlten jedoch Instrumente, hohen Wolkenkratzers Sandro Dörig auf jeden Fall. die sowohl eine optische als Er wird im Herbst ein Archiauch eine akustische Bewerbilden würden – innotekturstudium tung von Windparks ermöglivativ und nachhaltig. Ɂ crgarchitects.com/containscraper

beginnen.

Ɂ baumeister.ch

chen – und zwar noch, bevor sie gebaut sind. Die Empa

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hat nun zusammen mit der ETH Zürich eine Simulation entwickelt, die dies ermöglicht. Eine Software arbeitet dabei mit digitalen Daten des Bundesamts für Landestopografie. Mittels Leinwand und Lautsprechern werden geplante Windparkanlagen in einer interaktiven 3D-Darstellung (Bild) der realen Landschaft simuliert. So lässt sich der optische Eindruck der Windenergielandschaft und die akustische Störwirkung der Windräder einschätzen. Gezeigt wird die Simulation an der Thurgauer Herbstmesse vom 24. bis zum 28. September. (Bild: ETH Zürich) Ɂ empa.ch


15 Aktuell Szene

Finn. Markante Eckverbindung als Programm. Als Stuhl, Hocker und als Tisch. Design: Alexander Rehn.

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16 Aktuell Standpunkt

Hedonomie am Bau

Raumkomfort allein genügt nicht

Gute Architektur ist keine abstrakte Hülle, die von den Benutzern später in Beschlag genommen wird. Gute Gebäude sind eher ein präzises Interface zwischen Nutzer, Nutzergruppen und ihrer Umwelt. Dieses Interface sollte dem Gebrauchszweck angemessen realisiert werden. Fragt man aber die Nutzer, so werden mindestens zur Hälfte emotionale Bedürfnisse genannt, die mit einer funktionalistischen Gestaltung nicht gelöst werden können. Dank Gesetzen und Baustandards können die physiologischen und Sicherheitsansprüche in der gebauten Umwelt vorausgesetzt werden. Bei den höheren drei Stufen der menschlichen Bedürfnisse, den sozialen, Wertschätzungs- und Selbstverwirklichungsbedürfnissen (Maslow, 1977), herrscht immer noch Nachholbedarf. Wie aber können diese Nutzeransprüche, die über die Erstellung von physiologischem Raumkomfort hinausgehen, in der Architektur umgesetzt werden? Freude und Vergnügen einbauen

Im Gegensatz zur Ergonomie, die durch das Verhindern von unangenehmen Empfindungen Komfort schafft, beschäftigt sich die Hedonomie mit dem Ermöglichen von Freude und Vergnügen in der Mensch-Umwelt-Interaktion. Ein gutes Beispiel dafür ist der sogenannte «Ikea-Effekt», der von Norton, Mochon und Ariely 2011 entdeckt wurde. Sie stellten fest, dass Personen, die ein Produkt selber zusammengebaut haben, einen höheren Wert darin sahen als in einem vergleichbaren Objekt, an dem sie nicht gearbeitet hatten. Die Einbusse an Komfort durch den Aufwand der Herstellung wirkte sich paradoxerweise positiv auf die Wertschätzung und die Identifikation mit dem Produkt aus. So erreicht Ikea mit der Auslagerung der Montage nicht nur tiefere Produktpreise: Durch die Involvierung des Kunden steigt auch die Produktzufrie-

denheit. Aus der Sicht der Hedonomie wirken sich folgende nutzungsbezogene Handlungsoptionen positiv auf die Wertschätzung aus: – Sich anstrengen können – Sich Zeit nehmen können – Etwas individualisieren können – Gemeinschaft erleben können – Kontrolle ausüben können – Ziele erreichen können – Kompetenz zeigen können Dank Internet und Big Data hat die Bauindustrie die Möglichkeit, Räume zu planen, welche die emotionalen Anforderungen der Nutzer unterstützen. Die zukünftige Aufgabe der Designer, Innenarchitekten und Architekten wird es aber immer weniger sein, abstrakte und rein ästhetische Objekte zu schaffen. Vielmehr müssen sie mit dem neu verfügbaren Wissen Räume und Produkte gestalten, welche die weitergehenden Bedürfnisse nach Wertschätzung, persönlicher Entwicklung und emotionaler Verwirklichung erfüllen. Dies fordert einerseits ein Unterordnen des gestalterischen Egos unter die Gebrauchsanforderung und anderseits eine intensive Auseinandersetzung mit dem Menschen und seinen Bedürfnissen. Dazu braucht es die Kompetenz, den Raum als spezifisches, räumliches Interface zu gestalten. Traditionell beschäftigen sich Innenarchitekten am stärksten mit diesen Problemen, da sie im Planungsprozess den persönlichen Wünschen der Auftraggeber am direktesten ausgesetzt sind. Nicht zufällig hat der ausgebildete Innenarchitekt und Architekt Peter Zumthor diese Problematik treffend beschrieben: «Im Idealfall passt das Gebäude zu seinem Gebrauch wie der Handschuh zur Hand, erfreut die Menschen, die es benutzen, durch seine Schönheit und verfügt über eine Präsenz, die seine Umgebung bereichert.» ● Architektur+Technik 9/15

Prof. Dominic HaagWalthert hat Design und Innenarchitektur an der ZHdK sowie Architektur an der ETH Zürich studiert. 2000 gründet er das Planungsbüro Haag Wagner in Zürich. Seit 2008 forscht und unterrichtet er an der Hochschule Luzern, wo er den BachelorStudiengang Innenarchitektur gründete. Er ist Autor und Herausgeber verschiedener Publikationen im Bereich Architektur und Innenarchitektur.


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Der IC-Komplex der Ruhr-Universität Bochum wurde einer zweijährigen Revitalisierung unterzogen und zu einem zukunftsorientierten Forschungsgebäude entwickelt.

Intuitive Orientierung geschaffen Von Uwe Guntern (Redaktion), Hans-Jürgen Landes (Bilder) und Gerber Architekten (Copyrights)

Die 1965 bis 1970 errichtete Ruhr-Universität Bochum zeichnet sich durch ihre klare Gebäudestruktur aus. Das einheitliche Aussehen und die Funktionalität dieser Baustruktur spiegeln die damaligen architektonischen Ideologien wider. Der Entwurf der Architekten HPP umfasst die dreizehn Institutsgebäude der Fakultäten Medizin, Natur-, Geistesund Ingenieurwissenschaften, die auf einem einheitlichen Raster aufgebaut sind, sowie die fakultätsübergreifenden und administrativen Bereiche im Zentrum des Universitätskomplexes. Am nordöstlichen Rand des Gesamtareals befindet sich die I-Reihe, die von den Ingenieurwissenschaften genutzt wird. Der von Gerber Architekten revitalisierte IC-Komplex ist Teil dieser Gebäudereihe und setzt sich aus den dreigeschossigen Flachbauten ICFW und ICFO sowie dem darauf aufgelagerten Hochhausriegel IC zusammen. Das städtebauliche Ziel von Gerber Architekten war es, die als Funktionsschwäche identifizierte fehlende innere Erschliessung durch den Gesamtkomplex zu schaffen und für eine intuitive Orientierung zu sorgen. Für den IC-Komplex wurden zwei neue Erschliessungsachsen angelegt: die Nord–Süd-Magistrale innerhalb des IC-Hochhauses und die Ost–

West-Magistrale, die den gesamten Ingenieurkomplex IA bis ID miteinander verbindet. Ein weiterer neuer Haupteingang befindet sich im Norden und ist über die Nord–Süd-Magistrale mit dem Bestandseingang verbunden. Gezielte Blickbeziehungen in die Bibliothek, dem Herzstück des Gebäudes, und in den grünen Innenhof verleihen dieser Achse ihre zusätzliche Raumqualität. Die Ost–West-Magistrale beginnt am südlichen Bestandseingang des IC-Hochhauses und ermöglicht die innere Erschliessung – eiDie neuen Balkone werden teils mit einer geschlossenen Aluminiumverkleidung, teils aufgelöst ausgebildet. Lageplan

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nerseits Richtung Neubau ID und andererseits bis zum Hochhausriegel IA. Die neuen dreigeschossigen Freitreppen wurden in Form von galerieartigen gläsernen Vorbauten innerhalb der Höfe ergänzt. Somit ist jede Ebene der unterschiedlich hohen Gebäudeteile über diese Magistrale direkt erreichbar. Gebäudetypologie berücksichtigt

Ansicht der Gebäude von Süd-Ost. Grundriss E04 des Hochhauses.

Die Galerieebenen werden als Kommunikationszonen genutzt. Sie erhalten durch die Lufträume und den direkten Blick in die drei Innenhöfe eine zusätzliche Aufenthaltsqualität. Die Innenhöfe wurden nach den Originalentwürfen der Gartenarchitekten Georg und Rosemarie Penker rekonstruiert. Die Bestandsmaterialien wurden dafür weitestgehend restauriert und teilweise ersetzt. Der Baukörperkomplex der Ruhr-Universität Bochum erfüllte die in den 1970er-Jahren benötigte

Funktionalität eines universitären Hochhausbaus, wird jedoch den heutigen Ansprüchen an Forschung und Lehre nicht mehr gerecht. Die bestehenden Gebäuderessourcen sind dennoch im Sinne der Nachhaltigkeit erhaltenswert, sodass man sich für eine Revitalisierung der gesamten Anlage entschieden hat. Der Entwurf des I-Komplexes von Gerber Architekten berücksichtigt grundsätzlich die vorgegebene Gebäudetypologie der Bestandsbauten. Die Gesamtkubatur, aber auch die funktionale Gebäudestruktur, bleiben erhalten und werden mit einem neuen Innenraum- und Fassadenkonzept modernisiert. Zwei Hörsäle mit jeweils 340 Plätzen, 57 Labors und zahlreiche Seminar- und Büroräume bieten rund 5000 Studierenden und Wissenschaftern die Möglichkeit, in einer technisch bestausgestatteten und funktional einwandfreien Umgebung zu studieren und zu forschen. Zwischen den beiden Fakultäten Maschinenbau und Bau- und Umweltingenieurwissenschaften gibt es eine deutliche räumliche Trennung innerhalb des Gebäudes. Während sich die Räume der Maschinenbauer im Wesentlichen in den östlichen Flachbauten sowie den drei unteren Hochhausebenen befinden, erstrecken sich die Räume der Bau- und Umweltingenieurwissenschaften im westlichen Flachbau sowie in den drei oberen Hochhausebenen. Die zentralen Bereiche wie die Bibliothek, CIP-Inseln, Fachschaften, Dekanate und Verwaltung liegen im Kernbereich der Flachbauten unterhalb des Hochhauses. Fakultätsübergreifende und stark frequentierte Bereiche sind direkt an der Nord–Süd- Magistrale angeordnet. Die beiden Hörsäle und die Seminarräume werden von allen Fakultäten genutzt und sind im südlichen Bereich der Flachbauten situiert. Das neue Institut ICAMS ist ebenfalls an dieser präsenten Lage angeordnet und als eigenständiger «Baustein» in der Gebäudestruktur des IC-Komplexes ablesbar. Die Grundrisse in den Standardgeschossen des Hochhauses folgen einer klassischen Dreibundstruktur mit aussen liegenden Büro- und Seminarräumen und einer Versorgungs- und Erschliessungsstruktur mit geschlossenen Besprechungsbereichen in der Mittelzone. Sämtliche stän-

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Die Innenhöfe wurden nach Originalentwürfen von Georg und Rosemarie Penker rekonstruiert.

Die horizontale Bandstruktur der Fassade des IC-Gebäudes wurde beibehalten.

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Der frisch sanierte IC-Komplex der Ruhr-Universität Bochum. Die modernen zukunftsfähigen Labors sind flächeneffizient nutzbar und flexibel anpassbar. Als Marktplatz wird der Treff-, Aufenthalts- und Kommunikationspunkt für das tägliche Miteinander bezeichnet. Die Nord – SüdMagistrale verbindet die zwei sich auf unterschiedlichen Ebenen befindenden Haupteingänge des IC-Gebäudes.

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digen Arbeitsplätze können somit natürlich belichtet und belüftet werden. Die studentischen Arbeitsplätze sind ebenfalls in den Regelgeschossen angeordnet und bieten einen Ausblick in den Innenhof und in die grüne Umgebung des Standorts. Die Ebenen entlang der Magistraltreppe sind auf dem Prinzip eines Marktplatzes konzipiert, ein Treff-, Aufenthalts- und Kommunikationspunkt für das tägliche Miteinander im IC-Komplex. Moderne zukunftsfähige Labors sollten flächeneffizient nutzbar und flexibel anpassbar sein, um auf die nutzungsspezifischen Anforderungen der jeweiligen Fachbereiche eingehen zu können. Die vorgegebene Raumstruktur der Flachbauten des ICKomplexes bot die ideale Voraussetzung, um diese nutzungsoptimierten Labors realisieren zu können. Konstruktion und Schadstoffe

Das IC-Gebäude ist, wie die gesamte Anlage der Ruhr-Universität, durch eine industrielle Bauweise der 1960er-Jahre geprägt. Die bestehende Rohbaustruktur basiert auf einem Stützenraster von 7,5 m auf 7,5 m. Aufgrund der hohen Gebäudetiefe von 22,5 m wurden die Räume im Dreibund organisiert. Diese Geometrie und die kleinteilige Fassadenstruktur ermöglichen eine hohe Flexibilität im Grundriss. Somit ist das Institutsgebäude durch den Einsatz leichter Trennwände auch in Zukunft an die sich verändernden Forschungsanforderungen problemlos anpassbar. Die vorhandene Typologie des IC-Gebäudes wurde unter Berücksichtigung denkmalpflegerischer Gesichtspunkte beibehalten, um so die Silhouette und die architektonische Charakteristik der Gesamtanlage zu erhalten. Hierfür wurde der eigens für die Ruhr-Universität aufgesetzte Sieben-Punkte-Plan berücksichtigt, da das Gebäude offiziell noch nicht unter Denkmalschutz steht. Das Bestandsgebäude wurde seitens «Hochtief» bis in den Rohbauzustand rückgebaut, energetisch und ökologisch ertüchtigt, und alle Materialschäden und Schadstoffe wurden beseitigt. Das gesamte Gebäude wurde zudem im Sinne der Nachhaltigkeit umgeplant. «Wir bauen Dinge, die auch in 50 Jahren noch der gleichen Bestimmung gerecht werden können. Je weniger dafür in der Zukunft verändert werden muss, desto preiswerter und nachhaltiger sind die Gebäude. Und zudem ist es für uns als Architekten

schöner, da das Projekt so erhalten bleiben kann, wie es von uns geplant wurde», bekräftigt Prof. Eckhard Gerber seine Entwurfsintention. Das Fassadenkonzept

Das Erscheinungsbild der alten Fassade war geprägt durch Fensterbänder und die umlaufenden Fluchtbalkone. Aus brandschutztechnischen Gründen werden die Balkone nach der Sanierung nicht mehr benötigt. Dennoch entschlossen sich Gerber Architekten dazu, in Anlehnung an den Sieben-Punkte-Plan der Denkmalpflege, mit der Sanierung neue Balkone zu errichten. Einerseits unterstützen diese nun den Sonnenschutz in den Büros, und andererseits ermöglichen sie die Reinigung der Fassade ohne grossen technischen Aufwand. Die neuen Fassadenelemente und Balkone verleihen dem Gebäude eine neue Identität. Sie bestehen aus einer leichten Stahlkonstruktion, deren Brüstungen teilweise mit einer geschlossenen Aluminiumblechverkleidung ausgebildet, teilweise aufgelöst werden. Sowohl diese im Hochhausbereich neu ausgebildeten Balkone als auch die horizontale Bandstruktur und die vertikalen Stützenverkleidungen, die das Tragwerkraster von 7,5 m aufnehmen, berücksichtigen den städtebaulichen Zusammenhang des Areals und den Denkmalschutz. Als gestalterische Auflockerung der ansonsten sehr stringenten Fassadengestaltung wird an den Längsseiten des Gebäudes, zueinander versetzt, ein dreigeschossiger Bereich geschaffen. Dieser bietet einerseits einen grösstmöglichen Ausblick in die grüne Umgebung der RUB, andererseits wird durch den gestalterischen Bruch die interne Institutstrennung nach aussen sichtbar gemacht. Die Glastreppenhäuser entlang der Ost – West-Magistrale wurden additiv in das Gebäude integriert. Dadurch konnte die erforderliche Breite der Erschliessungswege garantiert werden, ohne dass in die Bestandsstatik des Gebäudes eingegriffen werden musste. Um den Sonnen- und Wärmeeintrag in diesen neuen Gang- und Treppenbereichen zu minimieren, wurden die Dachflächen entlang der Höfe mit massiven Bauteilen geschlossen. Die neuen Fassaden werden den modernsten energetischen und ökologischen Ansprüchen gerecht und erhalten zudem eine gestalterisch ansprechende Optik. ●

Bautafel

GmbH, Niederlassung NRW

Bauherr Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW

Landschaftsarchitektur

Architektur/Innenarchitektur Sondermöbel

WES & Partner Landschaftsarchitekten

Gerber Architekten

Bauphysik /Schall- und Raumakustik

Innenarchitektur Sondermöbel Hochtief Building

Tohr Bauphysik

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Universität Singapur


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Das Studio Heatherwick ist «Architects of the Year» der diesjährigen Iconic Awards. Mit dem Learning Hub der Nanyang Technology University in Singapur ist ihm ein bildstarkes Bauwerk gelungen.

Aktive Lernformen Von Christina Horisberger (Text) und Hufton and Crow (Bilder)

Die Iconic Awards werden alljährlich in fünf Hauptkategorien von Architektur, Interior Design und Kommunikation vergeben (iconic-architecture. com). Heatherwick Studio hat international mit dem UK Pavilion für die Shanghai Expo 2010 und 2012 mit dem olympischen Feuer in London von sich reden gemacht. Ɂ heatherwick.com

Wie mehrere aneinandergereihte Wespennester wachsen die einzelnen Etagen des neuen Learning Hub der NTU in die Höhe, basierend auf einem organisch sich durchdringenden Grundriss. Inhalte in eine sprechende architektonische «Bildersprache» zu übersetzen, macht das Wesen ikonischer Architektur aus. Beim Learning Hub sind es die interdisziplinären Lernkonzepte, für die Heatherwick Studio in London eine adäquate Architektur und entsprechende Raumkonzepte gesucht und gefunden haben. Mit ihren 33000 Studierenden ist die NTU eine der grössten Universitäten der Megacity Singapur. Das aussergewöhnliche Gebäude ist Teil der Neuorganisation des Universitätscampus und hat die Rolle eines neuen Wahrzeichens.

Zeit stattfindet. Das neue Universitätsgebäude der NTU besitzt neuartige Raumstrukturen, in denen die Studierenden und Professoren aus den verschiedensten Disziplinen sich begegnen und austauschen können.» Aus zwölf «Türmen» besteht der Learning Hub, gestapelt aus ovalen Lerninseln, sogenannten «Tutorial Rooms», die gegen innen fliessend in ein lichtdurchflutetes Atrium übergehen. Die insgesamt 56 eher klein dimensionierten «Turorial Rooms» funktionieren als Orte des Lernens nur,

Smarte Klassenräume

«Anstelle der traditionellen Lernorte mit Meilen von Korridoren, an die sich schachtelförmige Vorlesungsräume reihen, haben wir nach einer Architektur gesucht, die ein Abbild zeitgemässer Lernkonzepte darstellt», erklärt Thomas Heatherwick, Inhaber des Londoner Architekturbüros Heatherwick Studio. «Die digitale Revolution macht es heute möglich, dass das Lernen überall und zu jeder Architektur+Technik 9/15


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weil an der NTU neue pädagogische Konzepte angewandt werden: Es wird nicht im Vorlesungssaal doziert, sondern in kleinen Gruppen aktiv und interaktiv gelehrt und gelernt. Die ovalen Raumstrukturen ohne erkennbares Vorne und Hinten ermöglichen es den Professoren, die Studierenden besser einzubinden. «Hier soll es möglich sein», so NTU-Professor Kam Chan Hin, «dass alle miteinander und voneinander lernen.» Auf jedem Stockwerk öffnen sich die Räume jeweils hin zu Erschliessungszonen um ein licht- und luftdurchflutetes Atrium. Diese werden unterbrochen von offenen Zonen mit Aufenthaltsqualitäten und informellen Gartenterrassen. Dies ermöglicht einen visuellen Kontakt der Studierenden untereinander während der Pausen, die auf ganz verschiedene Art und Weise genutzt werden können: zum Plaudern, Herumspazieren oder Ausruhen. Innovationen ermöglichen Die Fassaden der zwölf einzelnen Türme bestehen aus Betonelementen, die wie Schichtungen wirken. Die organische Struktur findet im Atrium mit seinen grünen Nischen und Dachterrassen eine Entsprechung.

Die dynamische, durchlässige und organische Organisation des Atriums erinnert in seiner räumlichen Organisation an das Bürogebäude der Centraal Beheer Insurance Company (1970 bis 1973) in Apeldoorn des holländischen Architekten Hermann Hertzberger. Konzipiert als «Worker’s Village» sollten die offenen, individuell gestaltbaren und überschaubaren Arbeitsinseln ein kollektives Gefühl der Zusammengehörigkeit der Mitarbeitenden fördern. Das Centraal-Beheer-Gebäude mit seiner labyrinthischen Struktur konnte damals zwar nicht alle Ansprüche zur Zufriedenheit erfüllen. Doch die Architekturikone des europäischen Strukturalismus spiegelte zum ersten Mal einen neu entstandenen Trend der Arbeitswelt wieder: Dass ein kleinteiliger Massstab («human scale») den Bedürfnissen der Mitarbeitenden gerechter wird und dazu beitragen kann, das Arbeitsklima zu verbessern. Vor diesem historischen Hintergrund sind weder die aktuellen

«Hier soll es möglich sein, dass alle miteinander und voneinander lernen.» Smart-Office-Konzepte noch der Learning Hub von Heatherwick Studio ein eigentliches Novum. Während bei Grossunternehmen der luxuriöse Umgang mit Raum aber nicht selten am geforderten «Return on Investment» scheitert, finden neuartige Arbeitsund Vermittlungsformen in Bildungsbauten auf Hochschulebene durchaus ein Abbild in der Architektur (z. B. Rolex Learning Center in Lausanne). Dass sich allerdings das Cluster-artige Lernen in so deutlicher Weise ausdrückt wie im Learning Hub in Singapur, sorgt für Aufsehen. «Der neue Learning Hub verschmilzt Lern-, soziale und Erholungsorte auf eine Weise, dass durch den informellen und ungezwungenen Austausch neue Ideen entstehen können und Innovationen möglich werden», ist NTU-Professor Kam Chan Hin überzeugt. Wissen als Aneignungsprozess

Wie der Mensch sich die Welt aneignet, wie Lernprozesse genau ablaufen und wie Wissen abgerufen und angewandt wird, beschäftigt die Hirnforschung intensiv. Längst ist erwiesen, dass unser Gehirn bis ins hohe Alter form- und veränderbar ist. Diese Formbarkeit drückt sich in gewisser Weise auch in der «Topografie» der Fassade des Learning Hub aus. Die Oberflächen der zwölf Türme bestehen aus Betonelementen mit unregelmässig geformten horizontalen Streifen, die wie dynamische Schichtungen in Erscheinung treten. Verwendet wurden hierfür zehn anpassbare Silikon-Matritzen. Die lehmartige

Schnitt

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Transparenz und Offenheit: Die ovalen «Tutorial Rooms» ordnen sich um das lichtdurchflutete Atrium und sind einsehbar. Für die Wandreliefs hat die Illustratorin Sara Fanelli 700 Vorlagen aus Wissenschaft, Kunst und Literatur zusammengetragen.

Textur erinnert an organisch Gewachsenes, von Hand Geformtes, das genauso wenig wie unser Gehirn einem starren Bauplan folgt. Auf der anderen Seite hat sich die Menschheit Wissen auch über Jahrhunderte hinweg angeeignet. Auch diese Tatsache ist in die Architektursprache des Learning Hub eingeflossen: An den Wänden von Treppen, Aufzügen und Erschliessungszonen wurden Betonreliefs eingefügt, die an Reliefs antiker Tempelanlagen erinnern. Der menschliche Massstab

Die organische, stark von den Benutzern ausgehende Herangehensweise des Studios Heatherwick macht sich in zahlreichen seiner Projekte bemerkbar – vom Design-Produkt bis zur Architektur. So hat Heatherwick Studio für den Learning Hub das

Design entwickelt. Die Realisierung vor Ort wurde durch CPG Consultant geleistet. Der Learning Hub sorgte in den Architekturblogs weltweit für grosse Aufmerksamkeit. Aktuellstes Projekt des Studios (zusammen mit Bjarke Ingels von BIG) ist der Entwurf eines Masterplans für einen neuen Google Campus in Silicon Valley (Google Mountain View Campus in North Bayshore); heute noch eine Ansammlung heterogener Bürogebäude mit endlosen Parkflächen. Das Projekt versucht in einer neuen Gesamtanlage Arbeitswelten (Bürogebäude) und Freizeitmöglichkeiten in einer parkähnlichen Landschaft unter einem «Dach» zu vereinen. Damit soll die Welt der Mitarbeitenden mit jener der Bewohner in North Bayshore verwoben werden. ●

Bautafel

Heatherwick Studio 14 000 m2 Landschaftsarchitektur Green Mark Platinum Design-Beratung Heatherwick Studio (Leitung Ole Smith) Architektur

Grundstückfläche

Baurealisation CPG Consultant (Leitung Vivien Leong) Generalunternehmer Newcon Builders Nachhaltigkeitsberatung CPG Consultants Baustatik TYLin International

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Kindergarten Wiesenbach


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Durchlässige Raumstrukturen, warme Materialien, viel Platz zum Spielen: So präsentiert sich der neue Kindergarten von Bernardo Bader Architekten in Dornbirn in der ländlichen Vorarlberger Gemeinde Schlins.

Raum zum Spielen überall Von Bernardo Bader / Christina Horisberger (Text) und Albrecht Schnabel (Bilder)

Der Raum als «dritter Pädagoge»: Der Kindergarten Wiesenbach in Schlins ermöglicht durch sein offenes, lichtdurchdrungenes Raumkonzept eine hohe Aufenthaltsqualität für die spielenden Kinder.

Die Aufgabe für das Dornbirner Architekturbüro Bernardo Bader bestand aus zwei Hauptthemen: Zum einen wurde der Gebäudebestand (alter Kindergarten) aus den 1960er-Jahren revitalisiert und in ein Eltern-Kind-Zentrum umgebaut. Auf der anderen Seite entstand ein neuer Kindergarten für vier Gruppen. Die beiden Gebäude wurden so zueinander in Beziehung gesetzt, dass ein spannungs-

volles Ensemble entstand mit einem Fokus auf freie Blickbeziehungen, einem differenzierten Umgang mit dem Gelände und dem hochwertigen alten Baumbestand. Das neue Ensemble entspricht in seiner Massstäblichkeit und Körnung des baulichen Umfeldes sowie der Typologie frei angeordneter Einzelbauwerke dem ländlichen Siedlungsbild. Aus pädagogischer Sicht ist erwiesen, dass der Raum in seinen vielschichtigen Qualitäten bis hin zu Materialisierung und Farbgebung einen mass-

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Grundriss Erdgeschoss mit neuem Kindergarten (rechts) und umgebautem ElternKind-Zentrum.

Im Untergeschoss des neuen Kindergartens befindet sich eine Turnhalle für Bewegungsspiele. Die grosszügigen bandartigen Fensterbereiche nehmen in ihrer Tiefe Sitz- und Spielmöglichkeiten auf und ermöglichen vielfältige Ausblicke.

geblichen Einfluss auf die Entwicklung und das Wohlbefinden von Kindern hat; gerade in so einer entscheidenden Phase wie dem Kindergartenalter, wo sich Kinder die Welt spielerisch aneignen und ihren Erfahrungshorizont mit allen Sinnen erforschen und erweitern. Der Neubau des Kindergartens ermöglicht dies zusammen mit dem umgebauten Eltern-Kind-Zentrum auf ganz unterschiedlichen Ebenen. So wird die neue – autofreie und räumlich gefasste – Ankunftssituation bestimmt durch einen von Bäumen und Sitzmöbeln gestalteten Vorplatz. Das grosszügige «Ankunftsdeck» ermöglicht neben dem Kommen und Gehen Flächen für Dreiradfahren und Strassenkreidemalereien fernab vom Strassenverkehr. Über die wettergeschützte Eingangsnische kommen die Kinder, Eltern und Betreuenden in einen grosszügigen Aula- und Ankunftsbereich. Ebenso multifunktional und flexibel in ihrer Nutzung sind die Erschliessungszonen und die Gruppenräume samt Nebenräumen angelegt. Diese verteilen sich auf zwei Ebenen. Struktur und Durchlässigkeit in den Gruppeneinheiten bringen eine optimale Verteilung der Kinder mit sich. Die grosszügigen bandartigen Fensterbereiche nehmen in ihrer Tiefe Sitz- und Spielmöglichkeiten in alle Richtungen auf. Die inneren Raumfolgen sind spannungsvoll und abwechslungsreich mit einer sehr hohen Aufenthaltsqualität und vielfältigen Ein- und Ausblicken. ● Architektur+Technik 9/15


Sporthalle Magden


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Die Gemeinde Magden hat neben der bestehenden Sporthalle eine neue Doppelturnhalle, inklusive Räumen für die musischen Vereine, erstellt.

Geschlossen, vorgegraut und vertikal Von Uwe Guntern (Redaktion) und Joe Käser (Bilder)

Auf dem engen Grundstück zwischen der bestehenden Halle Juch, der Juchstrasse und dem Maispracherbach ist innerhalb von 14 Monaten die neue Halle «Matte» entstanden, eine Sporthalle mit Übungsräumen für die musischen Vereine, mitten im Zentrum von Magden. Der Neubau orientiert sich an der bestehenden Halle und übernimmt deren Geometrie. Die Auskragung des Obergeschosses markiert den Eingang und führt die Besucher zur Halle «Matte». Durch einen Versatz zur bestehenden Halle gelingt es, einen angemessenen Vorplatz zu schaffen. Die Aussenabmessungen des Bauwerks

betragen, inklusive Garderoben und Kopfbau, rund 33 mal 60 Meter. Der Neubau erfüllt die Anforderungen an die Minergie-Bauweise. Die Halle ist in Mischbauweise konstruiert. Die Bereiche unter Terrain sowie der Kopfbau und der Garderobentrakt sind in Massivbauweise ausgeführt. Eine dichte Reihung von Brettschichtholzträgern prägt das Bild der Halle, die wie die Aussenwände in Holzsystembauweise erstellt ist. Ein durchgehendes Fensterband auf der Nordseite bringt regelmässiges, blendfreies Licht in die Halle. Ein Oberlichtband im Süden garantiert eine gleichmässige Ausleuchtung. Die Zuschauerränge liegen als hochklappbare Tribünen unter dem Fensterband. Für den Trainingsbetrieb kann die Halle zweigeteilt werden. Wandbekleidungen aus vertikalen Latten zwischen den Stützen dienen der Dämpfung der Raumakustik und bilden die Brüstungen entlang der Galerien. Das sekundäre Dachsystem im Hallenbereich besteht aus einer sichtbaren Balkenlage, die mit einer Dreischichtplatte beplankt ist. Die Aussenwände im Hallenbereich sind komplett in Rahmenbauweise ausgeführt. Im Bereich Kopfbau und Garderobe ist eine Hybridbauweise in Kombination mit dem massiven Tragwerk umgesetzt. Das sichtbare Volumen wird durch das Absenken der Halle um rund 3,25 Meter in der Höhe reduziert und fügt sich damit in die Umgebung ein. Die Volumetrie macht die verschiedenen Nutzungen abArchitektur+Technik 9/15

Die Fassade besteht aus einer geschlossenen, vertikalen Nutund-Kamm-Schalung. Die Fassadenbretter aus Weisstanne haben einen vorvergrauenden Anstrich.


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Das primäre Tragwerk der Halle besteht aus pultdachförmigen Vollwandträgern, die auf Brettschichtholzstützen auflagern.

lesbar. Das Obergeschoss mit den Vereinsräumen kragt über dem Erdgeschoss aus, und der Neben­ raumtrakt ist eingeschossig an das Hallenvolumen angeschlossen. Der Baukörper wird durch eine ein­ heitliche Materialisierung zusammengebunden. Vertikalschalung

Die Fassaden sind mit einer geschlossenen, vor­ vergrauten Vertikalschalung aus Weissanne beklei­ det. Der Horizontalstoss wird durch die leicht vor­ springende Schalung des oberen Bereichs abgedeckt. Die Auskragung und der eingeschossige Garde­ robentrakt werden in das Volumen eingebunden. Drei grosse Fassadenöffnungen sind als präzise Aus­ schnitte auf den Eingang, die Halle und die Übungs­ räume ausgerichtet. Die Aussenwände sind im Hal­ lenbereich als Holzrahmenbauwände konstruiert. Im Bereich des Kopfbaus sind die Aussenwand­ elemente auf den Massivbau aufgesetzt. Auf der Aus­ senseite ist eine hinterlüftete Holzfassade aufge­ bracht. Die Innenseite der Halle ist mit sichtbar geschraubten Dreischichtplatten verkleidet. Das er­ forderliche Gefälle des Daches wird durch die pultdachförmigen Vollwandträger ausgebildet. Die Träger spannen über rund 26 Meter und haben eine

Breite von 200 Millimeter bei einer Höhe von 1,8 bis 2,3 Meter. Die sekundäre Balkenlage des Flachdaches ist jeweils über zwei Tragwerkachsen von je rund 3,7 Meter gespannt. Die Dreischichtplatte auf der Balkenlage ist zur Aussteifung des Daches über die gesamte Dachfläche als statische Scheibe ausgebil­ det. Die vertikale Lastabtragung der Träger erfolgt über Brettschichtholzstützen von 200 mal 400 Mil­ limeter. Die Aussenwandelemente sind zwischen den Vollwandträgern montiert, sodass diese die Ga­ bellagerung des Trägers gewährleisten. Privilegierter Blick

Zur Ausbildung der Dachscheibe wurde die Drei­ schichtplatte auf der sekundären Balkenlage ange­ setzt. In Längsrichtung der Halle sind die Gurthölzer der Dachscheibe mittels Schweissgrund direkt an den Massivbau angeschlossen. Quer zur Halle ist die grossflächige Giebelwand aus Holz als statische Scheibe ausgebildet, und im Bereich des Kopfbaus werden die Schubkräfte infolge Wind und Erdbeben mit einem speziellen Stahlteil direkt in den Beton eingeleitet. Der Eingangsbereich unter der Auskragung öff­ net sich gegen Westen zum Dorfplatz hin und führt Architektur+Technik 9/15


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die Nutzer in die Halle. Die Innenbekleidung besteht aus Dreischichtplatten aus Fichte. Diese wurden sichtbar auf den Installationsrost geschraubt. Die Oberflächen wurden mit einem Vergilbungsschutz behandelt. Die Akustikbekleidung im Wandbereich besteht aus einer Fichteverkleidung 40/48 Millime­ ter mit einem Zwischenraum von 8 Millimeter Da­ hinter liegen ein Akustikvlies und die Akustik­ dämmung. Die Oberflächenbehandlung entspricht derselben der Innenbekleidungen. Die Zuschauer betreten zunächst die Besucher­ galerie mit einem privilegierten Blick in die darunter liegende Sporthalle, bevor sie anschliessend über eine Treppe zu den Tribünen im Untergeschoss ge­ führt werden. Bei grösseren Veranstaltungen lässt sich die Galerie, inklusive des Aussenbereichs, möblieren und durch das zentrale Buffet bewirt­ schaften. Die Sportler nutzen die seitliche, zur Halle offene Sportlergalerie, um die Garderoben und Du­ schen zu erreichen. Über die Treppe am Ende der Galerie gelangen sie unabhängig von den Zuschau­ ern in die Halle. Die musischen Vereine wiederum kommen, ohne den Sportbereich zu betreten, direkt vom gemeinsamen Vorraum zu ihren Räumen im Obergeschoss. ●

Ansicht der Konstruktion von der Südseite.

Bautafel Bauherrschaft Gemeinde Magden Architekten ds.architekten eth sia, Basel Holzbauingenieur Pirmin Jung Ingenieure für Holzbau AG, Rain Holzbauer Hürzeler Holzbau AG, Magden

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Science Center Phänomenta

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Mit dem neuen Turm auf dem Science Center Phänomenta im deutschen Lüdenscheid hat die Stadt ein neues Wahrzeichen erhalten. Der markante Turm beherbergt ein Foucoultsches Pendel.

Fast nur aus Geometrie Von Form TL (Text) und Christina Horisberger (Redaktion)

In einem erweiterten Sinne ist auch das Science Cen­ ter Phänomenta im deutschen Lüdenscheid eine «Bildungsbaute», lässt sich hier doch vieles über die physikalischen Zusammenhänge unserer Welt aktiv und interaktiv in Erfahrung bringen. Physikalische Kräfte galt es auch bei der Konstruktion des neuen markanten Turms zu berücksichtigen. Als ein neues Wahrzeichen ragt er über dem Erweiterungsbau – eine ingenieurtechnisch raffinierte Konstruktion. In interdisziplinärer Zusammenarbeit von KKW Archi­ tekten, Werner Bauingenieure und Form TL Inge­ nieure entstand ein ausdrucksstarker Stahl­Fach­ werk­Turm, in dessen Innenraum eine helixförmig gespannte Membran eingeschrieben ist. Diese Pri­ märkonstruktion umhüllt nach dem Turm­im­Turm­ Prinzip ein Foucaultsches Pendel, das an einem se­ kundären Tragwerk separat aufgehängt ist. Durch diese konsequente Trennung kann sich das Pendel unbeeinflusst vom Wind sowie von den Eigen­ schwingungen der Primärstruktur bewegen und so den Besuchern des Science Centers die Erdrotation veranschaulichen.

von expressiven Formen geprägt sind. Diese gewähr­ leisten einerseits die Funktionsfähigkeit des Aus­ stellungsbereichs und resultieren andererseits aus den Anforderungen der Turmgeometrie. Denn der monolithisch gestaltete Betonbau dient zugleich als Fundament für die anspruchsvolle Stahlkonstruk­ tion – so setzt sich das Stabwerk durch schräg ge­ stellte Stützen im Betonbau fort. Die klare Optik des Membrankräfte aus Vorspannung und Wind werden direkt in die Knotenpunkte der Stahlkonstruktion eingeleitet, sodass Biegebeanspruchungen der Stäbe weitgehend vermieden werden (Visualisierung Form TL).

Aus Stabdreiecken gebildet

Der Turm ist nur ein Teil der Erweiterung für die «Phänomenta»: Ein zweigeschossiger Anbau bietet weitere 1400 m2 Ausstellungsfläche mit Räumen, die Architektur+Technik 9/15


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halb der komplexen Knoten-Geometrie revidierbare Schraubverbindungen in den Stäben angeordnet und mit speziellen Halbzylinderblechen verdeckt. Dadurch waren keine Schweissarbeiten in grosser Höhe erforderlich, und die montagetechnisch notwendige Segmentierung ist nicht ablesbar.

Der Schnitt links zeigt, wie der Erweiterungsbau zugleich als Fundament für die Stahlkonstruktion dient.

Filigrane Membranhelix

Turms beruht auf einem von Stabdreiecken gebildeten schlanken Stahl-Fachwerk aus luftdicht verschweissten Rundrohr-Hohlprofilen. Vor allem die Knotenpunkte, bei denen bis zu sechs Rohre in unterschiedlichen Winkeln ineinander laufen, erforderten eine anspruchsvolle 3D-CAD-Analyse. Membrankräfte aus Vorspannung und Wind werden direkt in die Knoten eingeleitet, sodass Biegebeanspruchungen der Stäbe weitgehend vermieden werden. Um den Turm in Einzelsegmenten einheben und fügen zu können, wurden etwas ausser-

Die Membranhelix innerhalb des Stahl-Tragwerks erscheint filigran und leicht – «eine Konstruktion, die mit fast nichts auskommt», wie es Form-TL-Geschäftsführer Gerd Schmid formuliert – und erzielt trotzdem eine beeindruckende Wirkung. Die Helix besteht aus lediglich drei Bausteinen: 990 m² Membrane, drei formgebenden Seilen und neun Abspannungen mit ihren Beschlägen. Diese wenigen Elemente reichen aus, um die Membrane der sich drehenden und nach oben verjüngenden Turmstruktur folgen zu lassen. Während die errechnete Grösstform die Kollisionsfreiheit zu den äusseren Turmrohren sicherstellt, verhindert die ermittelte Kleinstform Berührungen mit der inneren Pendelkonstruktion. Besonders markant wirkt die Schraubenlinie nachts, wenn die Nähte der hinterleuchteten Bespannung und die Schatten der Seile konisch nach oben zusammenlaufen und so den Turm noch höher erscheinen lassen. Die Lichtplanung für diese eindrucksvolle Illumination haben KKW Architekten gemeinsam mit wbp Ingenieure entwickelt. Das Lichtmanagement der LED-Leuchten ist Teil der technischen Gebäudeausrüstung von wbp Ingenieure. Das am Sekundärtragwerk aufgehängte Foucaultsche Pendel visualisiert für die Besucher nicht nur die Drehung der Erde, es macht auch die dabei verstreichende Zeit erlebbar. Denn für den Raum darunter entwarfen die Ausstellungs-Designer von beier+wellach projekte das «Phänorama»: Eine 360°-Projektion der Stadt «Lampen- und Leuchtenstadt» Lüdenscheid und ihres Umlands, die wie ein überdimensionales Kaleidoskop von der Schwingungsdauer des 30m langen Pendels gesteuert wird. Ɂ phaenomenta.de/luedenscheid/

Bauherr Stiftung Phänomenta, Lüdenscheid

Membranhelix Form TL Ingenieure für Tragwerk und Leichtbau

Projektsteuerung DU Diedrichs Projektmanage-

Tragwerkplanung Ausschreibung, Fachbauleitung

ment AG & Co. KG Planer-ARGE KKW / Werner / wbp Ingenieure Architekt KKW Architekten, Altena

GmbH, Radolfzell Lichttest ERCO, Lüdenscheid Windgutachter Ruscheweyh Consult GmbH, Würselen Prüfingenieur Prof. Dr.-Ing. Jürgen Güldenpfennig, Aachen Bauleitung KKW Architekten, Altena

Bautafel

Tragwerksplanung Stahlturm und Massivbau, Brandschutz, Wärmeschutz Werner Bauingenieure,

Menden Haustechnik Winkels Behrens Pospich

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Ausstellung Konzeption, Gestaltung, Planung und Bauüberwachung beier + wellach Projekte Foucault-Pendel

Kurt Hüttinger GmbH & Co. KG, Schwaig, Matthias Rudloff


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In der Nacht sind die Nähte der sich nach oben verjüngenden Membrane gut sichtbar. Berührungsfrei schwingt im Innern das beeindruckende Pendel.

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Der Lebensraum Schule ist nicht nur eine Voraussetzung für das Wohlbefinden der Kinder, sondern auch für gelingende Lernprozesse.

Raumkonzepte

Lebensraum Schule Von Uwe Guntern (Redaktion) und Fraunhofer IRB (Bilder)

Gründliche Vorbereitung spart nachher Arbeit. Beim späteren Streichen lernen die Kinder, ausdauernd und sorgfältig zu arbeiten.

Was macht einen pädagogisch wertvollen Lebensraum aus? Wie kann eine gute Schule geplant, gestaltet und entwickelt werden? Diesen Fragen wird in den Beiträgen des Fachbuchs «Lebensraum Schule» nachgegangen. Wo ist die Schnittstelle zwischen schulischem Lernen als pädagogischem Prozess und Schulraum als Teil unserer Lebenswelt? Was sind die praktischen Konsequenzen einer zukünftigen Gestaltung der Schule als Lebens- und Erfahrungsraum? Die Herausgeber Günther Opp und Angela Bauer halten den Lebensraum Schule für einen wesentlichen Aspekt des Wohlbefindens von Kindern und sehen ihn als grundlegende Voraussetzung für gelingende Lernprozesse. Wenn 30 Kinder einen ganzen Schultag lang in engen Klassenzimmern mit ihren Lehrern und Lehrerinnen verbringen müssen, erzeugt allein die räumliche Dichte Stress und Konfliktpotenzial. Konflikte können auch dadurch befeuert werden, dass sich die Akteure nicht aus dem Weg gehen können. Überhaupt ist es wichtig, dass soziale Spannungen und Anspannungen durch Bewegungsmöglichkeiten, Aktivitäts- und Raumwechsel entschärft werden. Das Waldklassenzimmer ist diesbezüglich ein kreativer Ansatz für die Auslotung Architektur+Technik 9/15


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Zusammen mit Landschaftsarchitekten und Spielplatzbauern beteiligen sich Kinder und Jugendliche an der Erstellung eines Spielplatzes.

praktikabler Alternativen zum Lernen im Klassen­ zimmer und zur Ausweitung schulischer Handlungs­ räume. Grundlegende Aspekte

Die Beiträge dieser zweiten, ergänzten Auflage um­ fassen grundlegende Aspekte wie reformpäd­ agogische Impulse über Raumstrukturen sowie kon­ zeptionelle Überlegungen zur flexiblen Gestaltung und praxiserprobte Beispiele zur Gestaltung von Klassenraum und Schulfreiräumen, die Begrünung und Beleuchtung von Schulräumen sowie ein Be­ richt über ein Pilotprojekt über Schulspeisung aus Schülerhand. Ein neuer Schwerpunkt in der schuli­ schen Diskussion ist zum einen eine deutliche Inten­ sivierung der Frage nach schulischer Inklusion, auf die beispielsweise ein Beitrag zur Barrierefreiheit in Schulen reagiert. Ziel ist es, dass Schülerinnen und Schüler sowohl mit als auch ohne Behinderung ge­ meinsam am Unterricht teilhaben können. Auch das Thema der schulischen Ganztagsbetreuung wird an Gewicht gewinnen. Eine solche Entwicklung ver­ langt konzeptionelle Neuausrichtungen, die sich auch in baulichen Veränderungen spiegeln müssen. Dies müssen keineswegs teure Institutionen sein. Die Einrichtung und Ausgestaltung sollte jedoch so

beschaffen sein, dass gebaute Pädagogik – vom Kind aus gedacht – entsteht und genutzt werden kann. Das Lernen und Lehren in einem Waldklassenzim­ mer wird ebenfalls thematisiert und geschildert. Der Fokus liegt darauf, das Umweltverständnis im hei­ matlichen Naturraum zu fördern, sinnliche Wahr­ nehmungen zu schulen und künstlerische Aktivitä­ ten zu ermöglichen. Schliesslich kommen auch die Schüler selbst zu Wort, wenn Schulraum aus Schü­ lerperspektive vorgestellt wird. Anliegen der Publikation ist es, dass sich die Päd­ agogik als Theorie und Praxis verstärkt im Diskurs um die Gestaltung des sozialen Lern­ und Lebens­ raumes Schule engagiert. Günther Opp folgert dazu: «Auch angesichts der zunehmenden Institutiona­ lisierung von Kindheit gewinnt die Frage nach der pädagogischen Gestaltung schulischer Lebens­ welten immer mehr Gewicht. Dabei geht es weniger um die Realisierung von Träumen als vielmehr um Abwägungen, Priorisierungen und Kompromisse zwischen dem, was man sich wünscht, sowie den vorhandenen Möglichkeiten und verfügbaren Res­ sourcen. Die perfekte Gestaltung pädagogischer Räume – der Traum vom pädagogischen Raum – bleibt dabei eher eine Fiktion, gleichwohl eine pädagogi­ sche Leitvorstellung.» ● Architektur+Technik 9/15

Günther Opp und Angela Bauer (Hg.), Lebensraum Schule, Fraunhofer-IRB-Verlag 2015, ISBN (Print) 978-3-8167-9419-6, CHF 77.50 ISBN (E-Book) 978-3-8167-9420-2, EUR 49,00


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47 Marktplatz Übersicht

MARK TPL AT Z 48 Boden- und Wandbeläge Natürliche Baumaterialien stehen derzeit hoch im Kurs. Ein Artikel zum Thema Naturstein zeigt seine Anwendungsmöglichkeiten, die derzeitigen Trends und die weiteren Entwicklungen auf. Zudem Berichte über die Materialien Keramik und Holz sowie über textile Beläge.

58 Licht Bei der Konzeption eines Autohauses stand die perfekte Präsentation der PremiumFahrzeuge im Vordergrund, sie mussten ins rechte Licht gerückt werden. Das neu eröffnete Studiengebäude der Belvoirpark-Hotelfachschule Zürich steht für eine Symbiose von Architektur und Lichtplanung. Ausserdem mehr über Lichtquellen, Lichtszenarien und Lichtmanagement.

66 Sicherheit und Brandschutz Die Vereinigung Kantonaler Feuerversicherungen VKF über ihre neuen Brandschutzvorschriften und die Erfolgsstory des Brandschutzes in der Schweiz. Nachrüsten von modernen Entrauchungsanlagen auch in älteren Gebäuden. Und schliesslich neue Produkte und Anwendungen.

Architektur+Technik 9/15

74 IT für Architekten Die Wasserspinne diente an der Univ ersität Stuttgart als Vorbild für Computer-basierte Fertigungsverfahren. Im Zentrum steht nicht nur das Endprodukt, sondern vor allem auch der Weg dorthin. Zentrales Werkzeug bei diesem Prozess ist das digitale Gebäudeinformationsmodell BIM.


48 Marktplatz Boden- und Wandbeläge

Naturstein steht als Baumaterial hoch im Kurs. Seine Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig.

Boden- und Wandbeläge

Gut geschützt und natürlich Von Uwe Guntern (Interview)

Naturstein ist wohl unser ältestes Baumaterial. Unter den verschie­ denen Facetten seiner Anwen­ dung nimmt Naturstein als Boden­ belag nochmals eine besondere Stellung ein. «Architektur + Tech­ nik» unterhielt sich zum Thema Natursteinböden mit Alexander Teepe, Verwaltungsrat der stone­ naturelle AG. Welche Tendenzen sehen Sie im Bereich der Bodenbeläge? Alexander Teepe ist Verwaltungsrat der stonenaturelle AG.

Alexander Teepe: In der Summe gibt es neue Tendenzen, die auch die Arbeit von Architekten beeinflussen. Erstens wird die Imprägnierung zum branchen­ üblichen Standard. Der Kunde wünscht sich fleckenfreie Böden und dafür den bestmöglichen Schutz. Das ist ein branchenüber­ greifender Trend, der sich analog auch bei Parkettböden beobach­ ten lässt, wo eine schützende

Öl­Lasur inzwischen standard­ mässig mitverkauft wird. Auch bei uns ist die Nachfrage nach Imprägnierung immens und wird bei mehr als jeder zweiten Bestellung mitverkauft. Architek­ ten sollten dies bei ihren Aus­ schreibungen und bei den Kostenvoranschlägen für ihre Kunden berücksichtigen. Zwei­ tens treibt Kunden das Thema Nachhaltigkeit, sie wollen gut geschützte Böden, so natürlich wie möglich. Pflegemittel für Naturstein sollten deshalb – wenn überhaupt – sehr wenig Lösungsmittel beinhalten. Der Markt dafür boomt. Welche Materialien sind im Trend?

Wir setzen bei der Auswahl unseres Sortiments in erster Linie auf Design. Besondere Natursteine aus der Türkei, Brasilien oder anderen Ländern sind deshalb im Portfolio vertre­

«Der Kunde wünscht sich fleckenfreie Böden und dafür den bestmöglichen Schutz.» Architektur+Technik 9/15

ten. Türkischer Travertin wie der Rustic ist aufgrund seines rusti­ kalen Charmes sehr gefragt, oder ein brasilianischer Schiefer Grey Slate (Jaddish) ist für seinen grau­grünlichen Schimmer weltweit bekannt. Können Sie noch etwas konkreter in Bezug auf die Neuheiten werden?

Der erwähnte Travertin Rustic für den Aussenbereich ist ein Beispiel für alle, die nach einem Smart­Deal Ausschau halten. Er steht für «Ästhetik zu Niedrig­ preis» und ist sehr gefragt. Früher wurde die sogenannte Com­ mercial­Qualität, wie die eines Travertin Rustics, aussortiert. Heute ist er gefragter denn je, denn die Kunden haben erkannt, dass die offenen Poren (die den Stein so günstig machen) sogar chic und rustikal sind. Der Stein ist obendrein 100 Prozent frostfest. Ein weiterer Neuling ist der Granit Urban Grey Line. Er ähnelt Schweizer Steinen sehr und kommt doch aus China. Das attraktive Preis­Leistungs­ Verhältnis macht den schönen und besonders robusten Granit sehr beliebt. Ähnlich verhält es sich mit dem Blaustein Azur, der aufgrund seiner harmonischen


49 Marktplatz Boden- und Wandbeläge

Zwei Beispiele für Natursteinböden: Links aus Schiefer, den es nicht nur in Grautönen gibt, und unten Travertin mit einer harmonischen Farbnuancierung.

Farbgebung sehr gut zu modernen Terrassen mit schlichten Möbeln passt. Was wird drüber hinaus für Architekten von Interesse sein?

Riesenformate und Inspirationsvideos beschäftigen derzeit den Naturstein-Sektor. Grossformatige Fliesen und Platten sind ein bekannter Trend. Aber nur wenige wissen, dass das Riesenformat speziell zu verlegen ist, damit es auch dauerhaft schön aussieht. Aufgrund der Plattengrösse sollte man bei der Verlegung unbedingt zu zweit sein, denn die Platten sind sehr unhandlich und können beim Tragen (gerade wenn man alleine ist) leicht brechen. Ausserdem neigen die Riesenplatten zu

Schüsseln, das beschreibt im Fachjargon Dellen und Wölbungen des Materials aufgrund nicht fachgerechter Verarbeitung. Bieten Sie spezielle Dienstleistungen an?

Insbesondere Architekten schätzen unsere Videos und unseren Musterversand. Videos geben einen inspirierenden Eindruck des verlegten Materials. Die Produktvideos geben eine Idee der Raumwirkung und der Gestaltungsmöglichkeiten mit Naturstein, während wir mit unseren Reportagen Architekten und ihre Projekte vorstellen. Damit bieten wir ihnen eine Plattform, um ihre Arbeit mit Naturstein und ihr Architekturbüro bekannt zu machen. ● Architektur+Technik 9/15


50 Marktplatz Boden- und Wandbeläge

Neue Produkte der Holzwerkstoff-Kollektion Zoom von Egger laden dazu ein, eigene Ideen und Vorstellungen auszuleben.

Neue Werkstoffe für vielfältige Gestaltung

ale. In der Gestaltung von Lebens- und Ar-

beitsräumen spielt die Individualität eine zentrale Rolle. Mit den Zoom-Neuheiten 2015/2016 unter dem Motto «Erweitere die Perspektive» fordert der Holzwerkstoffhersteller Egger dazu auf, eigenen Gestaltungsideen freien Lauf zu lassen. Die neue Produktkategorie PerfectSense, neue Schichtstoff-Dekors mit farbigem Kern und die Erweiterung des Arbeitsplatten-Sortiments ermöglichen Architekten und Verarbeitern ein hohes Mass an Individualität. «Mit Oberflächen auf höchstem Qualitätsniveau, authentischen und natürlichen Dekors und Strukturen regen wir dazu an, die Perspektiven zu erweitern», sagt Klaus Monhoff, Leiter des Dekor- und Design-Managements bei Egger. Ab September 2015 schickt Egger die Neuheiten auf den Markt und bietet unzählige facettenreiche Gestaltungsmöglichkeiten, inklusive der bekannten Serviceleistungen. High-End-Oberflächen

Mit der Produktneuheit PerfectSense hebt Egger Melaminharz-beschichtete Platten in ihrer Optik, Haptik und Robustheit auf ein neues Qualitätsniveau. Die neue Produktkategorie steht für hoch glänzende oder matte Dekorplatten in Premium-Ausführung auf Basis bewährter MDF-Qualität. Durch ein in Zusammenarbeit mit der Firma Hymmen

neu entwickeltes Beschichtungsverfahren mit UV-Technologie ist es Egger möglich, Oberflächen optisch und haptisch auf ein noch höheres Niveau der Veredelung zu bringen. Ohne sichtbare Kanten und Fugen

Zudem weitet Egger sein Dekorangebot von Schichtstoffen mit farbigem Kern aus und gewährleistet damit grenzenlose Gestaltungsfreiheit: Farblich durchgängige Anwendungen können mit homogener Optik, ohne sichtbare Stosskanten und Fugen, realisiert werden. Herkömmliche Schichtstoffe sind im Kern schwarz oder braun. Die durchgefärbte Optik der neuen Schichtstoffe von Egger entsteht durch den mehrlagigen Aufbau aus gleichfarbigen imprägnierten Dekorpapieren. Dieses Produkt ist auch als Kante einsetzbar und wird für Anwendungen mit besonders breiten Kantenflächen verwendet. Das aktualisierte Dekorangebot umfasst neben Weiss fünf weitere Uni-Dekors. Egger greift damit den Trend zu Reduktion und Neutralität auf. Je reduzierter ein Möbelstück, desto mehr Augenmerk legt man auf Details, welche die Wertigkeit eines Designs ausmachen. Mit der neuen Farbpalette können Objekte durchgehend, ohne sichtbare Fugen, in den trendigsten neutralen Farben konstruiert werden. Ɂ egger.ch

Zu den Neuheiten der Zoom-Kollektion gehören auch Schichtstoffplatten mit farbigem Kern in einer trendigen Farbpalette.

Architektur+Technik 9/15


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52 Marktplatz Boden- und Wandbeläge

Inspiration durch die Natur Die Serie Imago von Agrob Buchtal basiert auf handgefertigten Entwürfen, die von Strukturen und Oberflächen von Muscheln und Austern inspiriert wurden. Aktuelle Formate, ein Schnittmosaik und ein Schmuckelement ergänzen die naturbezogene Serie. Ɂ agrob-buchtal.de

Hersteller Agrob Buchtal Produkt Wandplattenserie Imago Material Steingut, Feinsteinzeug Einsatzort Bad Formate Steingutplatte 30 × 60 oder 30 × 90 cm Oberfläche Steingutplatte HT-veredelt Farben Steingutplatte Weissgrau oder Naturbeige Feinsteinzeugplatten Mosaik, Bordüre, Dekoplatte Farben Feinsteinzeug Weissbeige, Graubraun Passend dazu Bodenserie Emotion

Glasierte Keramik im DesignBereich Die Linie Granitogres von Casalgrande Padana wird mit der Serie Architecture abermals erweitert: Eine neue Kollektion von keramischen Platten, die ganz spezifisch für den Design-Bereich entworfen wurde. Ɂ bringhen.ch

Hersteller Casalgrande Padana Produkt Plattenserie Granitogres Architecture Einsatzbereich innen und aussen Einsatzort Boden und Wände

Basis dieser Neuentwicklung sind Wandfliesen aus Steingut in den aktuellen Formaten 30 × 60 und 30 x 90 cm. Sie verkörpern subtil den Seriennamen Imago (lateinisch: Bild, Abbild, Ebenbild): Oberflächen bzw. Strukturen von Austern und Muscheln dienten als Inspirationsquellen für das Design, das auf einem handgefertigten Entwurf basiert. Dabei werden Farbe und fein gekörntes Material definiert aufgetragen und in mehreren Arbeitsgängen bearbeitet, um so ein harmonisches «Bild» zu kreieren, bei dem sich feine Strukturen mit perlmuttartig changierenden und ruhigeren Bereichen abwechseln. Akzente setzt das Schmuckelement ART, das als Volldekor und Bordüre verfügbar ist. Es macht seinem künstlerisch angehauchten Namen alle Ehre, denn entsprechende Intentionen spielen hier eine tragende Rolle: Die Gesamtanmutung erinnert an jene temporären Gebilde, die das rauschende Meer in Form von feuchten und abtrocknenden Stellen in den Sand zeichnet.

Der Büroklassiker ganz gross

Material Feinsteinzeug glasiert Formate 15 × 60, 30 × 60, 60 × 60 und 90 × 90 cm Stärke 10,5 mm Farben 12 neutrale Farbtöne Wasseraufnahme ≤ 0,1 % Bruchfestigkeit 50÷60 N/mm2 Frostbeständigkeit garantiert Chemische Beständigkeit keinerlei Veränderung Lineare thermische Ausdehnung 6,6 × 10-6 Lichtbeständigkeit keinerlei Veränderung Fleckenunempfindlichkeit garantiert

Für den Neubau der Europäischen Zentralbank in Frankfurt wurde der textile Bodenbelag Kugelgarn Creation von Fabromont gewählt. Der Einbau der 67 500 m2 Module war eine technische und logistische Herausforderung, die erfolgreich gemeistert werden konnte. Ɂ fabromont.ch

Hersteller Fabromont Produkt Teppichboden Kugelgarn Creation Einsatzbereich Objektbereich innen Material Polyamid und Polypropylen Aufbau dreischichtig Komfortklasse gut Optik richtungsfrei Farben 12 Beanspruchungsklasse 33 Trittschallverminderungsmass 20 dB Bahnenbreite 2,0 m Gewicht 2,0 kg/m2 Stärke 5,5 mm Verfügbarkeit ab Lager bis 1000 m2

Architektur+Technik 9/15


53 Marktplatz Boden- und Wandbeläge

Muster, Farbe und Struktur in Harmonie

Stufenlos mit dem richtigen Profil

Für die individuelle Gestaltung von Wänden sind überstreichbare Wandbeläge erste Wahl. Das Sortiment Relief sowie die Granulat-Musterungen des Sortiments Relief XL überzeugen durch rationelle Verarbeitung im Wandeinbettungsverfahren aufgrund des stabilen Vliesträgers. Ɂ brillux.ch

Das neu entwickelte Click ’n’ WalkRampenprofil dient zur Ergänzung des robusten Keramikfliesen-Systems. Damit können nun auch Übergänge von bestehenden zu neu verlegten Flächen gefahr- und stufenlos ausgeführt werden – zum Beispiel im Shopund Ladenbau. Ɂ clickandwalk.com

Hersteller Brillux Produkt Struktur-Wandbelag Relief Ausführungen Relief, Relief XL Einsatzbereich innen Einsatzort Wände, Decken Werkstoff spezielle Zellstoff- und Textilfasern Bindemittel Polymere

Hersteller Click ’n’ Walk Produkt Bodenverlegesystem Einsatzbereich innen und aussen Material Keramik oder Naturstein Verlegung trocken (schwimmend) Trittschalldämmung 17 – 18 dB Trittsicherheit R10 Formate 30 × 30 und 30 × 60 cm Höhe 15,5 oder 20,5 mm Anzahl Dekors 12 Fugenbreite etwa 3,4 mm Brandschutz Klasse 5 VKF Begehbarkeit sofort Wiederverwendbar ja Zubehör Abschluss- und Rahmenprofile

Dessins 27 Relief, 15 Relief XL Rollenbreite etwa 0,53 oder etwa 1,06 m Rollenlänge etwa 10,05 oder etwa 25 m Waschbeständig ja Brennbarkeit B1 nach DIN 4102 Abziehbar ja

Einfach, vielfältig und durchdacht Die Parkett-Neuheit «Formpark» ist so schlicht wie genial: Die Kombination von zwei Parkett-Formaten und drei Farben ergibt Hunderte verschiedene Verlegemöglichkeiten, ob Diagonalverband, Fischgrat, Schiffsboden, Flechtmuster oder völlig neue Varianten. Ɂ bauwerk-parkett.com

Hersteller Bauwerk Parkett AG Produkt Parkett «Formpark» Material Eiche Design Studio Hannes Wettstein Designer Simon Husslein, Stephan Hürlemann Breite 260 mm Länge 520 oder 780 mm Behandlung tief gebürstet, naturgeölt Farben Eiche, Eiche Avorio, Eiche geräucht Zusatz-Dienstleistung Online-Konfigurator

Architektur+Technik 9/15

Und wie so oft ist es die Einfachheit der Idee, die überzeugt: Die Proportionen der zwei Parkett-Formate aus Eiche wurden so gewählt, dass die Dielen in unterschiedliche Richtungen verlegt werden können. Ein Element ist 520 mm lang, das andere 780 mm, beide sind 260 mm breit – diese ungewöhnlichen Formate erlauben es, sogar fliessende Übergänge von einem Muster zum anderen zu gestalten. Verschiedene Sortierungen geben dem Boden einen ruhigen oder einen charaktervollen Look. Zudem sind alle Elemente von Formpark tief gebürstet, naturgeölt und 4-fach gefast. Drei Holzsortierungen von wenigen Asteinschlüssen bis zur auffälligen Maserung, drei Farben, Hunderte von Mustervarianten sowie nahtlose Übergänge zwischen einzelnen Mustern erlauben eine präzise Umsetzung von Bedürfnissen und Wünschen der Bewohner und machen «Formpark» zu einem einzigartigen Produkt. Zudem wird für die Herstellung ausschliesslich Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft verwendet.


54 Marktplatz Boden- und Wandbeläge

Die Antike lebt im Design weiter An der Cersaie 2015 vom 28. September bis 2. Oktober präsentiert Ceramiche Refin die neue Plattenkollektion Labyrinth des italienischen Industrie-Designers Giulio Iacchetti. Ɂ refin-fliessen.de

Verschlungene, sich überlappende und verschnörkelte Linien wie Spuren und Zeichen einer mystischen Vergangenheit – so lässt sich die neue Kollektion Labyrinth aus dem Hause DesignTaleStudio, dem Kreativlabor von Ceramiche Refin, beschreiben. Entworfen von Giulio Iacchetti ist sie eine Hommage an die sagen-

umwobenen Formen der Antike, die auch in den letzten Jahrhunderten Schriftsteller, Künstler, Poeten und Architekten begeisterten. Inspiration erhielt Giulio Iacchetti durch die Kupferstiche und architektonischen Bauten von Giovanni Battista Piranesi aus dem 18. Jahrhundert. Iacchetti

Ein Touch Luxus mit Halbedelsteinen

Handwerk fördern für bessere Qualität

Die Ramseier Holzbau AG bietet ganzheitliche und qualitätsbewusste Lösungen in Sachen Holz und setzt sich das Ziel, zum Handwerk des Zimmermanns und des Schreiners Sorge zu tragen. Dies heisst, dass bei der Ausbildung der Lehrlinge und auch später ein breit gefächertes Wissen und handwerkliches Geschick gefördert werden. Ɂ ramseierholzbau.ch

So wie ein Diamant den Ring zieren kann, so kann ein Detail aus Halbedelsteinen ein Badezimmer oder eine Küche in luxuriösem Glanz erstrahlen lassen. Deshalb bietet Blanc Carrare ein Sortiment an hochwertigen Halbedelstein-Platten in Plattengrössen von bis zu 3 × 1,8 m an. Neben der Kollektion sind auch individuelle Lösungen möglich. Ɂ ca-eckert.ch

Architektur+Technik 9/15

beschreibt die Herausforderung: «Stelle ich mir eine Oberfläche vor, versuche ich, Konzepte von Unendlichkeit und Dreidimensionalität zu erzielen. Dabei beginne ich mit einem modularen Design, das sich dann ins Grenzenlose ausdehnt.» Labyrinth erweckt durch das variierende Zickzack-Muster, gepaart mit gebrochenen Linien, eine einzigartige Kombination geometrischer Komplexitäten und Formen. Die dahinterstehende expressive Idee wird auf der Platte optimal zur Geltung gebracht und erreicht dadurch eine authentische Abbildung der Vergangenheit. So lebt die Antike bis heute weiter. Mit dieser Kollektion zeigt Ceramiche Refin erneut, zu welchen Entwicklungen der italienische Feinsteinzeughersteller in der Lage ist. Denn Labyrinth vereint einmal mehr die hohen Ansprüche an Design und technische Umsetzbarkeit. Die Kollektion wird zusammen mit anderen neuen Kollektionen vom 28. September bis 2. Oktober 2015 auf der Fliesenfachmesse Cersaie in Bologna präsentiert.

Trittschall auf Balkonen und Terrassen

Schallschutz spielt gerade im Mehrgeschossbau eine immer wichtigere Rolle, sowohl im Innen- als auch im Aussenbereich, auf Dachterrassen und Balkonen. Eine aktuelle Untersuchung der Hochschule RheinMain zeigt, dass Gutjahr-Flächendrainagen den Trittschall im Aussenbereich wirksam um bis zu 33 dB mindern. Ɂ gutjahr.com


55 Marktplatz Boden- und Wandbeläge

3 in 1: Design mit Laminatdielen

Wohnlichkeit mit Industrieboden

«Kaindl 3in1» vereint drei Breiten auf einer Standarddiele mit 1383 ×193 mm. Dies erlaubt es, Böden mit unvergleichlicher Lebendigkeit zu gestalten, ein Eindruck, der bislang allenfalls mit exklusiven Parkettböden zu erzielen war. Ɂ kaindl.com

Texolit Rustico ist die Antwort auf das Bedürfnis, Industrieböden auch in Wohn- und repräsentativen Arbeitsräumen einzusetzen. Der Design-Belag ist reinigungsfreundlich, unterhaltsfrei und kann sogar in Nassbereichen eingesetzt werden. Ɂ texolit.ch

Hersteller Kaindl Produkt Laminatdiele «Natural Touch» 3 in1 Länge 1383 mm Breite 193 mm Stärke 8 mm Oberfläche RF Farco Anzahl Dekors 3 Nutzungsklasse 32

Hersteller Texolit AG Produkt Mineralischer Spachtelbelag Rustico Einsatzbereich innen, auch Nassbreiche Einsatzort Böden, Wände Farbe frei wählbar Verlegung mehrschichtig Untergrund Zement, Anhydrit, Grundputz usw. Versieglung Polyurethanlack 2-schichtig Belagstärke 2 – 3 mm Druckfestigkeit etwa 40 N/mm2 Biegezugfestigkeit etwa 10 N/mm2 Rutschfestigkeit-Standard R10 / GS 1 Rutschfestigkeit maximal R11 / GS3 / GB 2 Kunststoffanteil < 4% Brandkennziffer 6q.3

Formaldehydemission < 0,1 ppm Wärmedurchlasswiderstand 0,0780 m2K/W Lichtechtheit besser als Stufe 6 Blauwollskala Brandverhalten Bfl s1 Gleitreibung ≥ 0,3 Dimensionsstabilität ≤ 0,9 mm Kantengeradheit ≤ 0,30 mm/m

Grosse Formate sicher verlegen Fermacell bietet neue Lösungsansätze für die Verlegung von grossformatigen Platten auf Trockenestrichen – sicher und ohne Beschränkung der Plattengrösse. Ɂ fermacell.ch

Gipsfaser- oder zementgebundene Estrich-Elemente sind für die Verlegung von unbegrenzten Feinsteinzeug-Plattenformaten geeignet, sofern bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden. Für viele handelsübliche Trockenestriche besteht jedoch oftmals eine Beschränkung der Fliesengrösse, da eine Gefahr von Rissbil-

dung besteht. Fermacell hat jetzt neue Lösungsansätze entwickelt, die eine sichere Verlegung von Grossformaten auf Trockenestrichen gewährleisten. Auf Fermacell-Estrich-Elementen oder auf Powerpanel TE können grossformatige Platten problemlos verlegt werden. Allerdings setzt dies besonders hohe Anforderungen Architektur+Technik 9/15

an die Verarbeitung und die Qualität des Untergrundes voraus. Fermacell hat jetzt gemeinsam mit verschiedenen Herstellern von Plattenkleber spezielle Lösungsansätze erarbeitet, die eine sichere Verlegung auf Fermacell-Estrich-Elementen sowie auf Fermacell Powerpanel TE gewährleisten. Demnach muss ein fester und formstabiler Untergrund hergestellt werden. Ausserdem wird die Steifigkeit der Tragschicht bei Fermacell-EstrichElementen durch eine zusätzliche 10 mm dicke Fermacell-Gipsfaser-Platte erhöht, bei Powerpanel TE kommt eine dritte Lage Powerpanel H2O in 12,5 mm Dicke zum Einsatz. Die dritte Komponente ist die Verlegung der Platten mit einem speziell abgestimmten Klebersystem, bestehend aus einer Grundierung auf ReaktionsharzBasis zur Unterbindung einer Rückfeuchtung des Trockenestrichs sowie einem hoch flexiblen, zementären Plattenkleber. Das System nimmt so eventuell auftretende Restspannungen zwischen Oberbelag und Trockenestrich auf.


56 Marktplatz Boden- und Wandbeläge

Neuheiten und Trends für den Boden Als Anbieter von Bodenbelägen ist HGC am Puls der Branche. Über Trends und Neuheiten kann man sich auch in einer der 21 Ausstellungen beraten lassen. Ɂ hgc.ch

Trends sind in der Bodenbranche stets zu beobachten. Ein nach wie vor grosses Thema sind Keramikplatten in immer grösseren Formaten. Auch der grosse Anteil an verkauften Keramikplatten mit Holz- oder Steinoptik zeugt von steigender Beliebtheit. Die Naturoptik, gepaart

3D-Effekt sorgt für visuelle Spannung Mit dem Tisca Scalino ist es dem Teppichhersteller Tisca Tiara gelungen, verschiedene Webbindungen in einen Teppichboden zu integrieren. Durch den Miteinbezug der dritten Dimension entsteht ein vielfältiger Ausdruck mit spannenden Flächen- und Höhenanordnungen, die einen 3D-Effekt schaffen. Ɂ tiscatiara.com

mit den Eigenschaften einer keramischen Fliese sind für den Einsatz im Nass- oder Küchenbereich sehr beliebt. Vintage ist das derzeitige Modewort. Damit der Rahmen für die besondere Ausstrahlung vergangener Zeiten stimmt, sind moderne Fliesen im «historischen» Look hoch im Hersteller Tisca Tiara

Produkt Teppichboden Tisca Scalino Einsatzbereich Objektbereich innen Einsatzort Boden Herstellungsart gewebt Besonderheit verschiedene Webbindungen Material Polyamid 6,6 Stapelfaser Basisqualität Tisca Colorrips Nutzungsklasse 33 Gesamtstärke etwa 4,5 mm Breite etwa 200 cm Rollenlänge etwa 30 lfm Brandverhalten Cfl s1 Lagerfarben 36 Sonderfarben ab 500 m2 möglich

Trend. Fast vergessene Formen wie Hexagone, Bodenplatten mit Abnutzungsspuren und einer Patina oder altbekannte Ornamente verleihen einem entsprechend eingerichtetem Raum vollkommenen Charme. Auch Materialien aus vergangener Zeit werden wieder aktuell – so die Zementfliese. Ein weiterer Megatrend ist, den Bodenbelag von innen bis auf die Terrasse zu verlegen. Immer mehr Keramikplatten sind deshalb auch für die Aussenanwendung erhältlich. Mit der sogenannten Inkjet-Technologie lassen sich heute beliebige Bilder auf eine Keramikfliese aufbringen. Dadurch können auch Einzelstücke oder eigene Designs realisiert werden, ob ein Bild von sich selbst oder ein Firmenlogo. Bei Trends und Neuheiten sollte jedoch immer die Frage gestellt werden, wie lange die Einrichtung genutzt werden soll und wie stark man einem Trend folgen will, der in absehbarer Zeit wieder abgelöst werden kann. Wer über einen Zeithorizont von fünfzehn Jahren und mehr hinausdenkt, verbaut eher zeitlose Designs.

Natürlich, langlebig und hautfreundlich Der Bioboden Purline ist der einzige duroplastische Fussboden, der aus den natürlichen Rohstoffen Rizinusöl und Kreide hergestellt wird. Das PolyurethanMaterial ist unbedenklich hinsichtlich Hautkontakt und eignet sich daher bestens für den Einsatz in Kindergärten. Ɂ wineo.de

Hersteller Windmöller Polymer Technologie Produkt Bodenbelag wineo Purline Einsatzbereich innen, auch Nassbereiche Material Bio-Polyurethan, Kreide Stärke 2,5 mm Breite 2 m Rollenlänge 20 m Gewicht 3,6 kg/m2 Nutzungsklasse 23 / 34 / 43 Brandverhalten Cfl s1 Rutschhemmstufe R 9 Lichtechtheit ≥ 7 Wärmedurchlasswiderstand etwa 0,01 m2K/W Trittschallverbesserungsmass etwa 4 dB Dimensionsstabilität ≤ 0,05 %

Architektur+Technik 9/15


57 Marktplatz Boden- und Wandbeläge

Modulares Linoleum für mehr Optionen Mit Marmoleum Modular präsentiert Forbo Flooring einen zukunftsfähigen Linoleumboden in Elementen, der alle Vorzüge eines natürlichen Materials mit den Verlegevorteilen einer modularen Produktvariante vereint. Ɂ forbo.com

Hersteller Forbo Flooring Produkt Marmoleum Modular Material Linoleum Einsatzbereich innen Farbe diverse Farben und Dekors in 4 Serien Breite 15 – 50 cm Länge 25 – 100 cm Anzahl Formate 6 Rutschsicherheit R9 Flächengewicht 2900 g/m2 Trittschallverbesserung ≤ 5 dB

Die neue modulare Produktausführung bietet dieselben funktionellen Vorteile wie PVC-Design-Beläge: einfache Verlegung, bequemes Handling, weniger Verschnitt, partielle Austauschmöglichkeit, multi-optionale Verlegevariationen. Mit dem zusätzlichen Plus der Natürlichkeit und einer hervorragenden Ökobilanz. Anstelle des Juterückens sorgt ein Polyestervlies für die nötige Flexibilität und Stabilität. Der «Blaue Engel» bescheinigt Marmoleum Modular Umweltfreundlichkeit und Wohngesundheit. «In dieser verlegefreundlichen Ausführung zielt Linoleum auf neue Einsatzbereiche wie Ladenbau, Büro und Gastronomie. Und auch für private Wohnumgebungen ist dieses modulare Produkt geradezu prädestiniert, vereint es doch natürlich anmutende Optiken mit echter Nachhaltigkeit», ist Martin Thewes, Geschäftsleitung Forbo Flooring D/A/CH, überzeugt. Die neue Kollektion mit verschiedenen Optiken und Formaten wurde erstmals auf der «Suissefloor 2015» in Luzern präsentiert.

MACHEN SIE MEHR AUS IHREM OBJEKT Der richtige Boden steigert die Attraktivität eines Objektes nachhaltig. Bauwerk bietet Ihnen in den Parkettwelten ein umfassendes Sortiment von 320 hochwertigen Böden, clevere Tools und grosse Musterplatten. In grosszügiger Atmosphäre beraten Sie unsere Objektspezialisten kompetent zu Themen wie Einsatzbereich, Wohngesundheit und Werterhaltung. www.bauwerk-parkett.com Wir freuen uns auf Ihren Besuch in: Chur | St.Margrethen | Wallisellen | Kriens | Rothrist | Basel | Gümligen | Lausanne | Genf | Massagno

Architektur+Technik 9/15


58 Marktplatz Licht

Bei der Konzeption des neuen Autohauses BMW Gregoir im flämischen Puurs stand die perfekte Präsentation der Premium-Fahrzeuge im Vordergrund.

Licht

Leuchtende Zeichen Ausser der Präsentation der Premium-Fahrzeuge mussten der eigenständige Charakter und die typischen Merkmale eines jeden BMW transportiert werden. Das innovative Beleuchtungskonzept, für das der österreichische Leuchtenhersteller Zumtobel verantwortlich zeichnet, entstand in enger Zusammenarbeit mit den Architekten und dem Elektroplaner. Anfang 2014 übernahm der belgische Autohändler Hervé Gregoir das Autohaus, das Neu- und Gebrauchtwagen der Premium-Marke BMW führt. Gravierende Veränderungen an der angrenzenden Schnellstrasse erforderteneinebaulicheÜberarbeitung des Autohauses, das vom erhöhten Zubringer aus nicht mehr über die gewünschte Aufmerksamkeit verfügte. Ebenso entgun.

Der Neubau von BMW Gregoir im belgischen Puurs erstreckt sich über zwei Stockwerke und strahlt weithin sichtbar.

sprach der Bestandsbau nicht mehr den Design-Richtlinien von BMW. Hervé Gregoir entschied sich für einen Neubau und beauftragte das belgische Architekturbüro Lécharny & Bertrand mit der Planung des Gebäudes. Neu konzipiert

Mit Ausnahme der Werkstatt sollte der gesamte Komplex neu konzipiert werden. Die in Wilrijk ansässigen Architekten entwickelten unter Berücksichtigung der strengen Design-Vorgaben der BMW Group ein zeitgemässes architektonisches Konzept für ein zweistöckiges Autohaus, das die Premium-Fahrzeuge weithin sichtbar in Szene setzt. Für diesen Neubau entwickelte Zumtobel gemeinsam mit Lécharny & Bertrand und dem

Architektur+Technik 9/15

Elektroplaner Jan Muyshondt ein individuelles Beleuchtungskonzept, das die präzise Linienführung und die kraftvoll modellierten Flächen der Fahrzeuge betont und damit ein spannendes Spiel von Licht und Schatten inszeniert. Zumtobel setzte mit «Intro» ein modulares Beleuchtungssystem ein, das unterschiedliche Leuchten-Typen auf Basis neuester LED-Technologie bündelt. Die in Puurs verwendeten LED-Akzentstrahler können um 360 Grad gedreht und nach aussen und innen geschwenkt werden – sie ermöglichen so eine inszenierende und punktgenaue Beleuchtung im Autohaus. Darüber hinaus ist die Systemleistung, Farbtemperatur und Lichtverteilung der Strahler individuell kombinierbar, was BMW Gregoir maximale Flexibilität beschert. Von Vorteil ist auch die komfortable Montage des modularen Beleuchtungssystems. So können die Lichteinsätze beispielsweise bei Nutzungsänderungen jederzeit werkzeuglos auch später aus- und wieder eingebaut werden. Um sowohl Strahler als auch diffuse Lichtlinien in einem einzigen Lichtkanal zu integrieren, setzte Zumtobel noch vor dem eigentlichen Verkaufsstart das flexible Lichtsystem


59 Marktplatz Licht

Die Beleuchtung des Autohauses unterlag strengen Gestaltungsvorgaben. Hier die Inszenierung der Neuwagenübergabe unter einem Lichtrahmen. Für die Beleuchtung des Showrooms wurde eine Sonderlösung entwickelt.

ein. Unter der Projektleitung von Hans Lambrechts entwickelte der Leuchtenhersteller eine individuelle Sonderlösung , die zwei innovative LED-Leuchtensysteme miteinander verbindet: Auf einer Länge von 135 m trägt der in die Decke eingelassene Installationsrahmen über 200 «Intro»-Akzentstrahler sowie rund 60 speziell an den Rahmen angepasste «Slotlight II»-LED-Deckenleuchten. Das diffuse Licht der Lichtlinien verleiht dabei den reflektierenden Oberflächen der Fahrzeuge eine klare Kontur, während gezielt platzierte Spots ein brillantes Licht erzeugen, um Details sichtbar zu machen und die Dynamik der Fahrzeuge zu betonen. Im Aussenbereich des Eingangs wurden LED-Einzelleuchten verbaut, die in der Schutzart IP54 maximalen Schutz vor Spritzwasser und Staub garantieren. Im Inneren des Eingangs sowie in den Büros und der Lobby kommen 175 LED-Einbau-Downlights zum Einsatz. Für die Fahrzeug-

übergabe realisierte man mit einem abgesetzten, 11 × 5 m grossen Lichtquader rechtwinklige «Slotlight II»-Eckverbinder, die mit der Unterstützung präziser «Panos infinity Downlights» diesen integrierten Übergabebereich definieren. Für das richtige Ambiente bei der Aushändigung der Neuwagen

programmierte Zumtobel eine kleine Licht-Musik-Show. Im Moment arbeitet Zumtobel daran, die Beleuchtung der Werkstatt in Puurs fertigzustellen, die Überarbeitung des Lichtkonzepts für ein weiteres Autohaus ist bereits in Arbeit. Ɂ zumtobel.ch

Architektur+Technik 9/15


60 Marktplatz Licht

Das neu eröffnete Studiengebäude der Belvoirpark-Hotelfachschule Zürich steht für eine Symbiose von Architektur und Lichtplanung.

Im besten Licht

gun. Seit Kurzem wird im modernen Neubau der Belvoirpark-Hotelfachschule Zürich unterrichtet. Rund 300 Studierende werden hier geschult und fit gemacht für den beruflichen Aufstieg in der Hotellerie. Die Schule ist die Kaderschmiede für Studierende des Hotelmanagements und eine international renommierte Ausbildungsstätte für Führungsaufgaben in Hotellerie, Gastronomie und Tourismus. Nach knapp zwei Jahren Bauzeit ist das rot-braune Gebäude aus den 1980er-Jahren einem Neubau gewichen. Das neue Gebäude des Zürcher Architekturbüros Prof. Peter Märkli beherbergt die neuen Schul- und Ausbildungsräume, bietet nebst Schul- und Konferenzräumen zwei Restaurants und zwei unterschiedliche Muster-Hotelzimmer ( je eins mit Dreisterne- und eins mit Fünfsterne-Standard). Mit dem Ersatzneubau wird der zusätzliche Raumbedarf gedeckt, der sich unter anderem aufgrund neuer LehrArchitektur+Technik 9/15

und Lernformen ergibt. Die BelvoirparkHotelfachschule ist eine Schule, die wie ein Hotel konzipiert ist; inklusive Schulungsräumen mit schallisolierten Wandverkleidungen, die gleichzeitig als Pinnwand dienen, sowie Reception-Desks, von wo Videoaufnahmen direkt in den Seminarraum überspielt werden können, mit Schweizer Ulmenholzmöbeln und samtroten Teppichen. Sanfte Ornamentik

Die Schule bietet zudem eine Demonstrationsküche, eine Übungsbar sowie eine Luxus-Suite. Durch die Lage an der Geländekante zwischen Seestrasse und Belvoirpark sind die untersten zwei Geschosse nur vom Park her sichtbar und bilden hier einen breiten Sockel, auf dem die obersten drei, identisch geformten Etagen sitzen. Dunkle Natursteinapplikationen strukturieren den hellgrauen Baukörper und verleihen ihm eine sanfte


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Trauben von Leuchten unterstreichen die Grandezza des Raumes. Die feinen Bubbles im Glas der Belvoir-Leuchten sind durch die Beimengung von Zucker entstanden.

Ornamentik, die Anleihen von den altehrwürdigen Villen des seenahen Quartiers erahnen lassen. Der Neubau verkörpert eine Symbiose aus aussergewöhnlicher Architektur, projektspezifischer Lichtplanung und gehobener Gastronomie an prominenter Lage. Form und Funktion, ein stringentes Raumprogramm, repräsentative Gestaltung und projektspezifisch entwickeltes Design sind beim neuen Schulungsgebäude harmonisch vereint worden. Die erhabene Architektur wird durch das hochwertige und ausgeklügelte Beleuchtungskonzept gekonnt in Szene gesetzt: Eigens entwickelte Leuchten für den Seminar- sowie den Restaurantbereich unterstreichen die Individualität und den einzigartigen Charakter des Gebäudes. Es wurden zudem neue Standards bezüglich Funktionalität, Infrastruktur und Ästhetik gesetzt. Ɂ belvoirpark.ch Ɂ reflexion.ch


62 Marktplatz Licht

Kaum sichtbare Lichtquelle Ob blendfreie Akzen­ tuierung oder Fassa­ denflutung – in der kompakten Aussen­ raumleuchte Gecko verbirgt sich eine grosse Bandbreite lichttechnischer Fähig­ keiten. Als Schein­ werfer, Fluter und Linsenwandfluter erhältlich, eignet sie sich für unterschied­ liche Inszenierungen. Ɂ erco.com

Biodynamisches Licht fürs Büro

Hersteller Erco Produkt Gecko Einsatzbereich Aussenraum Leuchtmittel LED Material Aluminiumguss Linse optisches Polymer Ausführungen Scheinwerfer, (Linsenwand­)Fluter Lichtverteilung Narrow spot bis Wallwash Lichtfarbe Warmweiss oder Neutralweiss

Waldmann hat mit Pulse VTL ein Lichtmanagement­ system entwickelt, das auf das natürliche Lichterlebnis und dessen positive Wirkung setzt. Die autarke LED­ Stehleuchte Lavigo ist eine erste Umsetzung der biodynamischen Tageslichtnachführung. Ɂ waldmann.ch

Hersteller Waldmann Produkt Stehleuchte Lavigo DPS480/P Einsatzbereich Objektbereich innen Bestückung 5 LED­Module Lichtfarbe 3000 – 6500 K, einstellbar Farbwiedergabe Ra = 80–89 Leistungsaufnahme etwa 94 W Leistungsfaktor etwa 0,966 Leuchtenlichtstrom etwa 11500 lm Lichtausbeute etwa 122 lm/W Lichtverteilung direkt/indirekt Direktanteil etwa 17 % Technik PULSE HFMD Leuchtdichte <2800 cd/m2 Material Stahl/Kunststoff

Schaltbar möglich DALI ja Leistung 8 –18 W Lichtstrom 800 – 2385 lm Energieeffizienz Klasse A Schutzart IP65

LED-Licht nach Mass gestaltet Die LUX­Manufaktur der Beat Bucher AG liefert kundenspezifische LED­Lösungen innert kurzer Zeit. Das Tool «Projekter» erleichtert die Bestellung. Ɂ bbag.ch

Im Küchen-, Möbel- und Innenausbau hat die LED-Lichttechnik rasant Einzug gehalten und wird sich im Markt auch weiterhin stark entwickeln. Die Beat Bucher AG in Tägerwilen hat sich als kompetenter Anbieter für Licht und massgeschneiderte Beschläge seit über 40 Jahren einen Namen in der Branche geschaffen,

der für qualitativ hochstehende Beleuchtung und Halbfabrikate im Küchen- und Innenausbau steht. In diesem Bereich ist ein starker Trend in der Beleuchtung spürbar, weg vom Einbau-Spot, hin zur LED-Langfeldleuchte in beliebiger Länge und Spezifikation. Das ist einer der Gründe, weshalb Bucher viel in diesen Architektur+Technik 9/15

Bereich investiert und sich zum Spezialisten entwickelt hat, der diese LED-Module auf Mass konfektioniert und steckerfertig anbieten kann. Mit der LUX-Manufaktur hat Bucher ein Team von Lichtplanern, Elektronikern, IT-Spezialisten und Konfektionären gebildet, das sicherstellt, dass kundenspezifische LED-Leuchten (auf Mass gefertigte Alu-Profile, mit LED bestückt, inkl. Zubehör) einfach, schnell und zuverlässig erfasst, konfektioniert und geliefert werden können. Der Komplexität und Vielfalt an Anwendungen bewusst, hat sie für den Anwender ein Hilfsmittel, den «Projekter», geschaffen. Diese bebilderte Bestellmappe führt den Planer oder Besteller durch die Vielzahl von Anwendungen und Möglichkeiten und unterstützt ihn bei der Auswahl. Er hat nur noch die Masse einzugeben und zu bestellen. Für den Rest sorgt ein Leuchten-Konfigurator. Dies erlaubt eine durchgängige Automatisation der Abläufe und Prozesse, was die Lieferfristen kurz und die Kosten tief hält.


63 Marktplatz Licht

Besonders sparsam mit dem Strom Ein Aufstockungsprojekt der TBGN wurde für seine ausgezeichnete Energieeffizienz und Ergonomie mit einem Beitrag aus dem EM ecowin Fonds honoriert. Ɂ elektro-material.ch

Mit der EM-ecowin-Initiative setzt EM ein Zeichen im Bereich Energieeffizienz und prämiert Energiesparprojekte, die halten, was sie versprechen. Das EMecowin-Projekt mit dem Energieversorgungsunternehmen TBGN (Technische Betriebe Glarus Nord), grösster und stark kundenorientierter Energieversorger der

Intelligenz kommt ans Licht

Region, führt vor, wie sich heute im eigenen Hause der Energieverbrauch konsequent senken und damit Geld sparen lässt. Das Projekt «Aufstockung Werkhof Risi Näfels» wurde 2013 lanciert und 2014 umgesetzt. Als Initiator und Projektleiter für die Gebäudeautomation hielt Franco A. Bonutto, Geschäftsführer und Inhaber Hersteller Trilux

Produkt Lichtmanagement-System LiveLink Einsatzbereich Objektbereich innen Kompatible Sensoren LiveLink von Steinel Kompatible Leuchten alle Trilux-DALI-Leuchten

Intuitiv, schnell, sicher – mit LiveLink wird Lichtmanagement für jede Branche und jeden Anwendungsbereich zur Selbstverständlichkeit. Das System entstand durch die Kooperation des Lichttechnik-Spezialisten Trilux mit dem Sensor-Spezialisten Steinel. Ɂ trilux.com

Steuerung App oder Taster Verfügbarkeit App iOS und Android DALI ja Besonderheit einfache Steuerung Voreingestellte Raumkonfigurationen ja Konstantlichtregelung ja WLAN autark verschlüsselt Mögliche Energieersparnis >50 % Launch 17. September

der Soltris GmbH, die Fäden in der Hand. Das Projekt dient als eindrückliches Beispiel, weil bei der Aufstockung (Neubau Büroräume) sehr grosser Wert auf energieeffiziente und ergonomische Arbeitsplätze gelegt wurde. Für Tony Bürge, Geschäftsleiter TBGN, war es wichtig, Arbeitsplätze zu schaffen, an denen sich die Mitarbeitenden wohlfühlen und nur ein Minimum an Energie verbraucht wird. Die Ziele der Aufstockung waren umfassend und erstreckten sich vom Heiz-/Kühlbetrieb über Lüftung und Klimaregelung bis zu Beleuchtung und Sonnenschutz. Die anvisierte Stromeinsparung: satte 30 Prozent! Das Projekt überzeugte auch im Rahmen der EM-ecowin-Initiative. Mit einem Beitrag aus dem EM-ecowin-Fonds honorierte die EM-ecowin-Initiative dieses energieeffiziente und erfolgreich umgesetzte Projekt von TBGN. EM als Lieferantin von Elektromaterialien für die Gebäudeautomation und Lichtsteuerung war damit wesentlich am Erfolg dieses grossartigen Projektes beteiligt.

HSLU ist nun organisch beleuchtet Luzern ist um eine Attraktion reicher: An der Hochschule Luzern (HSLU) wurde von der Ribag Licht AG die schweizweit erste Deckenbeleuchtung mit besonders energiesparenden, blendfreien und langlebigen OLED-Panels installiert. Ɂ ribag.com

Hersteller Ribag Light AG Produkt OVISO-Anbauleuchte Montage Decke oder Wand Material Aluminium, Polycarbonat Farbe Grau métallisé, weitere auf Anfrage Leuchtmittel OLED CRI 95, integriert Lichtfarbe 3000 K Nutzlebensdauer 40 000 h Betriebsgerät EVG 230 V / 50 Hz Strom Konstantstrom 500 mA Lampe austauschbar nein DALI ja Leuchtenschutzklasse III Leuchteschutzgrad IP 20 Energieeffizienz Klasse A bis A++

Architektur+Technik 9/15


64 Marktplatz Licht

Die RGB-Lichtfarbe wechselt stündlich – eine sanfte Anzeige der Pausenzeit. Das komplexe Lichtprogramm musste an jede Tages- und Nachtzeit angepasst werden, da die Produktion bei Octapharma ununterbrochen läuft.

Licht ist Emotion: Licht-Szenarien von Artemide gestalten ein umgebautes Betriebsrestaurant abseits jeglicher Norm.

Neue (Licht-) Farben für die Mittagspause

«Licht ist für uns ein immens wichtiges Gestaltungsmittel», sagen Gregorio Lubroth und Chieh-shu Tzou von Tzou Lubroth Architekten. Entsprechend spielt Licht, in diesem Fall von Artemide, neben Materialien die Hauptrolle bei Umbau und Neugestaltung des Betriebsrestaurants «Oben» des weltweit tätigen Konzerns Octapharma. Als Gewinner eines geschlossenen Wettbewerbs machten sich Tzou Lubroth daran, der riesigen Industriehalle in Wien mithilfe von Licht und Materialien eine menschliche Dimension zu verleihen. Die Herausforderung bestand darin, den Mitarbeitenden je nach Tages- oder Nachtzeit – die Produktion läuft 24/7 – unterschiedlichste Szenarien zu bieten. Unter dem Motto «Licht ist Emotion» entwarfen Tzou Lubroth ein Licht-Programm, das einerseits aus Artemide-Leuchten wie Tagora, andererseits aus programmierten Lichtszenarien besteht, die je nach Tageszeit oder Anforderungen abgerufen werden können. ale.

Programmierte Vielfalt

«Ausgangspunkt unserer Überlegungen war, dass das Restaurant rund um die Uhr genutzt wird, somit ein immer wieder verändertes Erlebnis bieten sollte – mit Licht als emotionalem Hauptakteur. Wir analysierten die Lichtsituation während des Tages und entwarfen passend dazu verArchitektur+Technik 9/15

schiedene Szenarien mit RGB-Licht. So wechselt die Lichtfarbe stündlich und signalisiert den Mitarbeitenden intuitiv, wann die Pausenzeit zu Ende geht», sagt Gregorio Lubroth. Umgesetzt wurde das komplexe Lichtprogramm mit der Leuchte SuperSpike, die dimmbares, hochkonzentriertes LEDLicht bietet. Das farbige Licht dient nicht nur der Orientierung, sondern betont zugleich die unterschiedliche Materialität der Bereiche: Die Buffetstationen bestehen aus Granit, beleuchtet mit dem Strahler Parabola, das Selfservice aus pulverbeschichtetem Stahl, der Speisesaal mit Holztischen wird mit insgesamt 90 CATA-LED-Strahlern akzentuiert. Manfred Peckal, Vertriebsleiter Artemide Österreich: «Die komplexe Programmierung der Lichtszenarien nach den detaillierten Vorgaben von Tzou Lubroth war eine schöne Herausforderung für Artemide. Sie zeigt, dass Artemide auch bei hohen technologischen und qualitativen Anforderungen im Objektbereich ein kompetenter und verlässlicher Partner ist.» Sowohl die LED-Technologie als auch die Programmierung sind Teil der Nachhaltigkeitsüberlegungen. So spielt Licht bei diesem Projekt nicht nur die Hauptrolle bei der Gestaltung, sondern erfüllt auch die Nachhaltigkeitsphilosophie von Artemide. Ɂ artemide.de


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66 Marktplatz Sicherheit und Brandschutz

Seit Anfang Jahr sind die neuen Brandschutzvorschriften Vereinigung Kantonaler Feuerversicherungen (VKF) in Kraft.

Brandschutz

Eine Erfolgsstory Von Uwe Guntern (Redaktion) und VKF (Bilder)

Michael Binz ist bei der Vereinigung Kantonaler Feuerversicherungen (VKF) für den Geschäftsbereich Brandschutz zuständig.

Der Brandschutz in der Schweiz ist eine Erfolgsgeschichte. Gemäss der «Geneva Association for the Study of Insurance Economics» verzeichnet einzig Singapur jährlich weniger Brandtote als die Schweiz. Ein Grund hierfür ist mit Sicherheit die lange Erfahrung in diesem Bereich. «Die VKF gibt es bereits seit 1903», so Michael Binz, bei der VKF für den Brandschutz verantwortlich. «Schon damals vertrat sie alle Kantonalen Gebäudeversicherungen.» Bereits im Jahr 1933 erarbeitete die VKF die ersten Brandschutzvorschriften. In der Zwischenzeit hat sich der Brandschutz in der Schweiz stetig weiterentwickelt. Heute sind die Brandschutzvorschriften der VKF in allen 26 Kantonen rechtlich verbindlich und bezwecken den Schutz von Personen und Sachen vor Bränden und Explosionen. Sie bestehen aus der Brandschutznorm und insgesamt 19 Brandschutzrichtlinien. Die Norm bestimmt die geltenden Sicherheitsstandards und befasst sich mit den Grundsätzen und den wichtigsten Anforderungen des vorbeugenden Brandschutzes. Die Richtlinien führen die spezifischen Anforderungen der

Brandschutznorm in verschiedenen Bereichen, z. B. Baustoffe und Bauteile, Tragwerke oder Fluchtund Rettungswege, aus. Damit die Schweiz weiterhin eine Vorreiterrolle im Brandschutz übernimmt, werden die Vorschriften regelmässig überarbeitet. Am 1. Januar dieses Jahres traten die neuen Brandschutzvorschriften in Kraft. «Wir gaben dazu der ETH den Auftrag», so Michael Binz, «eine Forschungsstudie zu erarbeiten. Diese Studie leistet einen methodisch und inhaltlich neuartigen Beitrag zur Kosten-Nutzen-Bewertung im vorbeugenden Brandschutz.» So orientiert sich die neue Brandschutzvorschrift an der Wirtschaftlichkeit. Die Neuerungen im Überblick

Gemäss den politischen Vorgaben müssen die neuen Vorschriften das Sicherheitsniveau für Personen halten, die volkswirtschaftlichen Kosten des Sachwertschutzes wo möglich senken und die neuen Erkenntnisse aus Schadenanalyse und Forschung umsetzen. Eigentümer, Nutzer und Planer dürfen zukünftig von zahlreichen Erleichterungen profitieren. Bei Einfamilienhäusern sind inskünftig keine BrandschutzArchitektur+Technik 9/15

massnahmen mehr zu beachten. Ausgenommen davon sind Gebäude mit einer Holzfeuerung und Brennstofflagerung. Das Gleiche gilt für Gebäude mit geringen Abmessungen (bis 600 m² Grundfläche und maximal zwei Geschossen). Davon profitieren KMU-Betriebe, die ihre Gebäude gleichzeitig privat nutzen, zum Beispiel mit einem Handwerksbetrieb im Erd- und einer Wohnung im Obergeschoss. Die zulässige horizontale Fluchtwegdistanz im Raum bzw. der Nutzungseinheit beträgt 35 m (bisher 20 m), und bei der Festlegung der Anzahl Treppenhäuser ist die Einhaltung der Fluchtweglängen massgebend. Die möglichen Brandabschnittsgrössen bei Industrie und Gewerbebauten werden in einzelnen Bereichen um bis zu 200 % erhöht. Gebäude in Holzbauweise können neu in allen Gebäudekategorien erstellt werden. Es wird nicht mehr zwischen brennbarer und nicht brennbarer Konstruktion unterschieden. Die Brandschutzanforderungen im Hochrisikobereich dagegen wurden, wo notwendig, erhöht. Bei Gebäuden mit erhöhter Personengefährdung wie Spitälern oder Pflegeheimen haben sich aufgrund von Erfahrungen wenige Verschär-


67 Marktplatz Sicherheit und Brandschutz

Die Vereinigung Kantonaler Feuerversicherungen (VKF) wurde 1903 als Dachorganisation aller Kantonalen Gebäudeversicherungen (KGV) gegründet. Sie richtet ihren Fokus auf die Minimierung von Personen- und Gebäudeschäden. Ihr Tätigkeitsgebiet umfasst insbesondere den Brandschutz und den Gebäudeschutz gegen Naturgefahren.

fungen aufgedrängt, die sich auf die Baukosten auswirken können. Komplexe Bauten sind künftig brandschutztechnisch durch eine Fachperson zu begleiten. Erste Reaktionen

«Nach über einem halben Jahr sind die Reaktionen recht positiv», berichtet Michael Binz weiter. «Die Betroffenen können mit den Vorschriften gut arbeiten.

Fragen, die uns erreichen, werden vom Ausschuss für Brandschutzvorschriften beantwortet. Auch seitens der Bauherren, mit denen wir zwar keinen direkten Kontakt haben, hören wir über die zuständigen Brandschutzbehörden positive Reaktionen.» Eine erste Konsequenz aus den neuen Brandschutzvorschriften ist bereits gezogen worden. Denn die neuen Anwendungsmöglichkeiten von Architektur+Technik 9/15

Ingenieurmethoden im Brandschutz, in denen der risikobasierte Ansatz verankert ist, verlangen nun neue Ausbildungswege bis auf ETH-Stufe. Die VKF hat daher ein entsprechendes Umschulungs- und Ausbildungskonzept verabschiedet. Die Umsetzung erfolgt in enger Zusammenarbeit und Koordination mit Brandschutzbehörden, Fachverbände. und Hochschulen. ●


68 Marktplatz Sicherheit und Brandschutz

Die Nachrüstung von modernen Entrauchungssystemen ist auch in älteren Gebäuden technisch und wirtschaftlich sinnvoll möglich.

Sicherheit und Brandschutz

Nachrüsten von Entrauchungsanlagen gun. Die maschinelle Entrauchung

Ein häufiger Fall ist die technische Ausrüstung von Einstellhallen, deren Brandschutz oft sehr ungenügend ist beziehungsweise den neuen Brandschutzvorschriften VKF (siehe vorhergehenden Artikel auf Seite 66) nicht entspricht.

von Gebäuden und Einstellhallen ist das Spezialgebiet der Bonotec Lufttechnik AG. Sie berät Fachplaner und Installateure rund um dieses Thema. Derzeit betreut das Unternehmen ein Projekt in Basel, bei dem eine bestehende Einstellhalle mit einer MRWA nachgerüstet werden muss. Die Schwierigkeiten dabei sind eingeschränkte Stockwerkshöhen, schwierige Führung von Ersatz- und Abluft, Berücksichtigung der umgebenden Gebäude und Verkehrswege sowie der Belange grenzüber-

schreitender Anrainer. Die Ausgangslage: Einstellhalle mit 2 Geschossen (EG und 1.UG) zu je 10 000 m³. Das Entrauchungsvolumen ergibt bei zehnfachem Luftwechsel 100 000 m³ pro Stunde. Die Nachströmung kann über vier Schächte à 2 m² erfolgen, die Abluft muss über den bestehenden Kamin geführt werden. Die Raumhöhe ist zwischen 2,30 und 2,40 m, die Mindestdurchfahrthöhe liegt bei 2,00 m. Als Hauptschutzziel wurde die Rauchfreihaltung der Fluchtwege zum Zwecke der Selbstrettung definiert. Die Pro-

blematik: die Raumhöhe knapp grösser als die Durchfahrthöhe, was ein klassisches Konzept mit Entrauchungskanälen praktisch verunmöglicht. Das Gebäude befindet sich in unmittelbarer Nähe einer Autobahn sowie der Staatsgrenze, was eine genauere Überprüfung der Rauchführung erfordert. Die CO-Belüftung der Einstellhalle muss ebenfalls integriert werden. Lösungsansätze: Die baulichen Gegebenheiten verursachen bei einer klassischen Lösung mit Entrauchungskanälen häufig verschiedene kostenintensive Schwierigkeiten. Nicht selten werden dadurch auch Entrauchungskanäle geplant mit einem Querschnitt von 2000 mal 400 mm, die keinerlei Prüfzertifikat besitzen. Der externe Druckverlust verdoppelt sich häufig, was zu einer Verteuerung der Entrauchungsventilatoren führt, da sich der Leistungsbedarf vervierfacht. Eine ähnliche Situation gab es auch bei diesem Projekt, weshalb diese Lösung verworfen wurde. Die Massnahmen

Der einfachste Ansatz, mit einem erhöhten Luftwechsel eine Durchströmung zu erreichen, wurde mittels einer CfD-Simulationüberprüft und verworfen, da die Architektur+Technik 9/15


69 Marktplatz Sicherheit und Brandschutz

Der Vergleich zeigt die Effektivität des modernen Entrauchungssystems. Unten links die Situation vor Beginn der Nachrüstungsarbeiten: Die knappe Raumhöhe verunmöglicht klassische Entrauchungskanäle. Links der Zustand nach den Massnahmen.

Schutzziele nicht erreicht wurden. Insbesondere die Dauer bis zur Rauchfreiheit und die Problematik von verrauchten Ecken konnte mit diesem Lösungsweg nicht gelöst werden. Der optimale Ansatz wurde mit dem «Jetfan-System» gefunden, also mit der Unterstützung von Schubventilatoren im Brandraum anstelle von Entrauchungskanälen zur Rauchführung. Mit diesen Ventilatoren ist es möglich, den Rauch gezielt zu lenken und zu beschleunigen, sodass ganze Berei-

che zeitnah raucharm bis rauchfrei gehalten werden können, was besonders für die Fluchtwege, aber auch für die Zugangswege der Rettungskräfte wichtig ist. Durch die niedrige Bauhöhe der Geräte sowie einer cleveren Platzierung ist es möglich, die Fahrwege, aber auch die Parkflächen nicht wesentlich zu beeinträchtigen. Eine weitere Schwierigkeit stellte die Abluftführung der Rauchgase im Brandfall dar, da sich, wie erwähnt, in unmittelbarer Nähe eine vierspurige Architektur+Technik 9/15

Hauptverkehrsstrasse befindet, zudem grenzt das Grundstück direkt an die Staatsgrenze, sodass hier noch die Belange und Einsprachen der Anrainer berücksichtigt werden mussten. Mittels einer umfangreichen Simulation wurden hierzu verschiedene Szenarien sowie Wind- und Wettersituationen untersucht, um nachweisen zu können, dass bei einem Brandfall keine gefährliche oder ungewünschte Situation entstehen kann. Ɂ bonotec.com


70 Marktplatz Sicherheit und Brandschutz

CE-zertifizierte Brandschutzlösungen für ganz Europa.

Grössere Freiheiten bei der Planung

Die Einführung der neuen Bauproduktverordnung per Oktober 2014 bringt den Herstellern von Bauprodukten, die unter harmonisierte Normen fallen, eine erhöhte Rechtssicherheit durch klare Pflichtenhefte und Richtlinien bei der Konstruktion und Herstellung von Bauprodukten. Der Anwender profitiert durch ein deutlich gewachsenes Produktangebot sowie eine erhöhte Transparenz. Die Herstellung und Prüfung eines Produkts hat nach speziellen Vorgaben zu erfolgen, die Einhaltung wird von einer notifizierten Stelle fremd überwacht und mit einem jährlichen Audit überprüft. gun.

Nach erfolgter Erstinspektion des Herstellwerkes hat der Hersteller eine Leistungserklärung für die Produkte zu erstellen und darf das CE-Kennzeichen anbringen. Das CE ist aber noch keine Garantie für die Brauchbarkeit eines Produkts; für die Anwendung sind – im Beispiel Brandschutz – die Brandschutzbehörden zuständig. Ein wichtiges Ziel der Bauproduktverordnung ist die Transparenz (Vergleichbarkeit der Produkte). Vorbei sind die Zeiten, in denen man dicke Bücher durcharbeiten musste, um herauszufinden, was ein Produkt kann. Eine übersichtliche, mit allen notwendigen Informationen ausgestattete Leistungserklärung gibt auf einen Blick Auskunft über die Verwendbarkeit eines Bauprodukts. Für ihre Produkte wie Brandschutz- und Entrauchungsklappen, aber auch Brandgasventilatoren, die unter harmonisierte Normen fallen, hat die Trox Hesco Schweiz AG in Rüti/ZH die Leistungserklärungen auf ihrer Website zu Verfügung gestellt. Bereits 1974 erhielt das Unternehmen die erste Zulassung für seine Brandschutzklappen. Für die Weiterentwicklung steht das hauseigene Brandschutzcenter zur Verfügung. So konnte Trox der erste Anbieter in Deutschland mit CE-Zertifizierung für Weichschott-Einbaulösungen der Brandschutzklappen FK-EU und FKRS-EU werden. Das bedeutet für den Anwender eine deutlich grössere Fle-

Die Brandschutzklappen FK-EU (links) und FKRS-EU (oben links) können horizontal oder vertikal in Wand, Decke oder Leitung eingebaut werden.

Architektur+Technik 9/15


Die Entrauchungsklappe EK-EU erfüllt die höchste Druckstufe 3.

Unsere

! t i e h u e n t l e W

xibilität bei der Planung und Ausführung von Wand- und Deckendurchbrüchen. Seit September 2012 werden die Brandschutzklappen mit dem nach Produktnorm DIN EN 15650 erforderlichen CE-Zeichen versehen. Damit entsprechen alle Verwendungen der beiden Serien brandschutztechnisch allen europäischen Anforderungen. Einbau mit Weichschott

Der Trockeneinbau der Brandschutzklappen FK-EU und FKRS-EU mit Weichschott in Wände und Decken wurde erfolgreich bis Leistungsklasse EI 120 S getestet und CE-zertifiziert. Als Weichschott bezeichnet man hoch feste brandschutzbeschichtete Steinwolleplatten, die in Leichtbau- und Massivwänden mit einer Stärke von mindestens 100 mm und in massiven Decken mit einer Stärke von mindestens 150 mm zur Anwendung kommen. Die häufigsten Anwendungen sind Kabel- und Rohrschotts. Durch die Zertifizierung werden eine flexiblere Planung und grössere Freiheiten bei der Brandschutzmontage ermöglicht. Der Einbau der Brandschutzklappen ist sowohl in horizontale als auch vertikale Luftleitungen mit beliebiger Luftrichtung in Massivwänden oder Decken, Brandwänden aus Beton, Porenbeton, Mauerwerk oder massiven Gips-Wandbauplatten sowie in Leichtbauwänden mit Metallständerwerk und beidseitiger Beplankung möglich. Ungenauigkeiten von Einbauöffnungen durch Planung oder Ausführung können damit aufgefangen werden. Ɂ troxhesco.ch

KOMPLETT INNENBÜNDIG UND PFLEGELEICHT! Die neue rahmenlose Duschwandserie Collection 3 Plus erfüllt technisch und optisch allerhöchste Ansprüche. Ein direkt im Glasrand positioniertes Clip-in System für Wasserabweisprofil und Dichtung sorgt für noch grössere Transparenz und Pflegeleichtigkeit der Duschwand. Denn Klemmleisten, in denen sich Kalk und Shampooreste ansammeln können, entfallen. Ergänzt mit einem flachen Magnetverschluss erhalten Sie mit Collection 3 Plus die erste komplett innenbündige Duschwandserie weltweit. Für Ihre Zeit, für Ihren Komfort!

www.duscholux.ch


72 Marktplatz Sicherheit und Brandschutz

Stilvoll schmale Zutrittskontrolle

Türsteuerung für jeden Bereich

Matrix AIR ist ein flacher elektronischer Beschlag, der dank kontrastierenden Details und edlen Oberflächen nicht nur zur Zugangssicherheit, sondern auch zur modernen Raumgestaltung beiträgt. Für sein herausragendes Design erhielt er auch den iF Gold Award. Ɂ dorma.com

Um Automatiktüren komfortabel und barrierefrei, zuverlässig und wirtschaftlich zu betreiben und ihre Funktionalität optimal an die Bedürfnisse der Nutzer anpassen zu können, bietet GEZE ein Produktprogramm von Ansteuerelementen für jede Türsituation und Nutzung. Ɂ geze.ch

Hersteller DORMA Produkt Matrix AIR Beschlag Funktion Zutrittskontrolle Ausführungen für Vollblatt-

oder Rohrrahmentüren Farben Schwarz oder Weiss LED-Signal Ja Türdicken 40 –113 mm Betriebsarten online oder offline

Hersteller Geze Produkt GC 365 Kombimelder Einsatzbereich innen und aussen Technologie Radarwellen / Aktiv-Infrarotstrahlen Betriebsspannung 12 – 30 V DC / 12 – 24 V AC Betriebsstrom etwa 100 mA Höhe 61 mm Breite 267 mm Tiefe 38 mm Montagehöhe 2000 – 3500 mm Anschlusskabel 3000 mm Gewicht 270 g Schutzart IP 54 Betriebstemperatur -20 – 55°C Zulassungen DIN 18650, EN 16005

Dicke 10,5 –11,5 mm Schlüsselausschnitt möglich ja Steuerung per App ja Voraussichtliche Verfügbarkeit September 2015 Weitere Ausführungen Zylinder, Leser Zubehör OGRO-Türdrücker und -knäufe

Unkompliziertes Schliesssystem Salto präsentiert an der diesjährigen Fachmesse SICHERHEIT in Zürich erstmals das komplette Line-up seiner neuen Produktlinie XS4 2.0, die geringe Installationsanforderungen mit modernster Technik und anmutigem Design vereint. Ɂ saltosystems.com

Hersteller Salto Produkt XS4 mini Kurzbeschlag Farben Schwarz oder Weiss Höhe 127 mm Breite 58,5 mm Tiefe 22,5 mm Gewicht 550 g Programmierung kabellos über NFC Besonderheit für Brandschutztüren geeignet Zubehör 3D-Simulator-App LED-Signal ja

Architektur+Technik 9/15

Neben dem bereits erfolgreich lancierten elektronischen Kurzbeschlag XS4 Mini gehören zur Produktlinie der Langbeschlag XS4 One sowie der XS4-2.0-Wandleser und die XS4-2.0-Steuerung. Die neue Linie vereinheitlicht das moderne und benutzerfreundliche LED-Produkt-Design über alle Produkte hinweg, was eine optisch hochwertige und homogene Innenraumausstattung erlaubt. Die neue Optik birgt zugleich den Vorteil, dass die per Wireless-Technologie funkvernetzten Beschläge und Zylinder äusserlich nun den Offline-Komponenten gleichen. Das Wireless-Element ist in der XS4 2.0Serie auf der Aussenseite untergebracht, was neben einem besseren Aussehen auch zu einer besseren Konnektivität mit den Gateways führt. Der Anwender bestimmt das Sicherheitsniveau seiner Zutrittslösung selbst. Auf Wunsch sind einzelne ID-Technologien abschaltbar. Darüber hinaus erleichtert Salto die Installation und Konfigurierung: Die Programmierung der neuen Produktlinie erfolgt kabellos.


LICHT SCHAFFT MÖGLICHKEITEN

Modular, einfach und sicher Das elektronische Schliesssystem eLOCK eXpress bietet eine einfache und sichere Lösung für kleine bis mittlere Objekte. Die Schliessanlage wird individuell auf die Bedürfnisse abgestimmt und besticht mit besonders einfacher Handhabung. Ɂ opertis.de

Ob im Industrie-, Büro-, Gastronomie- oder Wohnbereich, der Lichtgestaltung sind heute kaum noch Grenzen gesetzt. Als einer der profiliertesten Schweizer Anbieter im LED-Bereich beraten wir Architekten, Planer und Facility Manager bei Projektierung, Planung und Realisation innovativer Beleuchtungsanlagen. Sprechen Sie mit uns über gutes Licht.

Hersteller Opertis Produkt eLOCK-eXpress-Zylinder Einsatzbereich innen und aussen Batterien 2× Lithium CR2 Schnittstellen NFC Profilform Europrofil gemäss DIN 18252 LED-Signal ja Buzzer ja Ereignisspeicher 10 000 Ereignisse Kupplungsdauer 5 Sekunden Lesereichweite bis zu 15 mm Varianten einseitig oder beidseitig Oberfläche Edelstahloptik, weitere auf Anfrage Steuerung Software, NFC

Das Handy wird zum Schlüssel AirKey ist ein elektronisches Schliesssystem aus dem Hause Evva, das vor allem für Unternehmen mit verteilten Standorten eine Lösung bietet. Der Schlüssel wird per Internet verschickt, dazu braucht es nur ein NFC-fähiges Handy, das Internet und einen AirKey-Zylinder oder -Wandleser. Ɂ evva-airkey.com

Hersteller Evva Produkt AirKey-Zylinder Einsatzbereich innen und aussen Besonderheit Handy dient als Schlüssel Weitere Identmedien optional IT-Infrastruktur nicht notwendig Verwaltung webbasiert oder App Profilform Euro- oder Rundprofil Oberflächen Nickel oder Messing Panikfunktion optional Ereignisspeicher 1000 Ereignisse Schutzart IP 65 Batterie 4× Lithium CR2 Schnittstellen NFC

elektro-material.ch


74 Marktplatz IT für Architekten

An der Universität Stuttgart wird das Anwendungspotenzial neuer computerbasierter Verfahren in der Architektur untersucht.

Forschung

Cyberphysisches System Von Uwe Guntern (Redaktion) und ICD/ITKE (Bilder)

Das Institut für Computerbasiertes Entwerfen (ICD) und das Institut für Tragkonstruktionen und Konstruktives Entwerfen (ITKE) setzen mit dem ICD/ITKE-Forschungspavillon 2014-15 eine Reihe von Versuchsbauten an der Universität Stuttgart fort, die das Anwendungspotenzial neuer computerbasierter Entwurfs-, Simulations- und Fertigungsverfah-

ren in der Architektur untersuchen. Der Pavillon entstand an der Schnittstelle zwischen der Forschung der beiden Institute und der Lehre im Rahmen des interdisziplinären und internationalen ITECH-Master-Studiengangs. Er ist das Ergebnis einer anderthalbjährigen Entwicklungsarbeit von Wissenschafterinnen und Wissenschaftern sowie Studierenden aus Architektur, Ingenieur- und Naturwissenschaften.

Am Beginn der Konzeptentwicklung standen Untersuchungen biologischer Konstruktionsprozesse von faserverstärkten Strukturen. Diese sind relevant für Anwendungen in der Architektur, da industrielle Fertigungsprozesse für Faserverbundwerkstoffe auf die Massenfertigung identischer Bauteile ausgelegt sind und somit den wechselnden Anforderungen individueller Bauwerke und ihrer lastgerechten Ausle-

Architektur+Technik 9/15

Der Forschungspavillon soll die entwickelten computerbasierten Entwurfs-, Simulations- und Fertigungsmethoden demonstrieren und das Innovationspotenzial interdisziplinärer Forschung und Lehre aufzeigen.


75 Marktplatz IT für Architekten

Zu Beginn des Entwurfs- und Bauprozesses wird die Schalengeometrie, einschliesslich der Hauptrichtungen der Faserverstärkung, mittels computergestützter Formfindungsmethoden generiert und statisch simuliert.

gung nicht gerecht werden. Biologische Prozesse hingegen formen individuell angepasste faserverstärkte Strukturen auf sehr materialeffiziente und funktional integrierte Weise. Wasserspinne als Vorbild

Als diesbezüglich besonders interessant hat sich der Netzbauprozess der Wasserspinne (Argyroneta aquatica) herausgestellt. Im Rahmen des Projekts wurde das

Netzbauverhalten von Wasserspinnen untersucht, sodass die zugrunde liegenden Verhaltensmuster und Konstruktionsregeln analysiert, abstrahiert und in ein technisches Verfahren übertragen werden konnten. Die Wasserspinne verbringt nahezu ihr gesamtes Leben unter Wasser, wozu sie eine stabile Luftblase zum Atmen benötigt. Die Spinne errichtet zunächst ein horizontales Netz, unter dem die

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Luftblase platziert wird. Diese wird in einem weiteren Schritt von innen mit Fasern verstärkt. Dadurch entsteht ein stabiles Konstrukt, das mechanischen Belastungen wie Wasserströmungen standhalten kann und der Spinne ein sicheres Habitat bietet. Dieser natürliche Fertigungsprozess zeigt auf, wie faserverstärkte Strukturen an individuelle Umgebungsbedingungen angepasst und mit minimaler Hilfskons-


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Der natürliche Fertigungsprozess der Wasserspinne zeigt auf, wie faserverstärkte Strukturen an individuelle Umgebungsbedingungen angepasst und mit minimaler Hilfskonstruktion erstellt werden können.

truktion erstellt werden können. Für den Transfer dieses biologischen Konstruktionsprozesses in eine bautechnische Anwendung wurde ein Verfahren entwickelt, bei dem ein Industrieroboter in einer luftgestützten Folienhülle aus ETFE platziert wird. Diese zunächst weiche und ausschliesslich durch den Luftüberdruck getragene Hülle wird dann von innen mit Carbonfasern verstärkt. Abfallfreies Bauprodukt

Diese graduelle Aussteifung erfolgt solange, bis sich eine selbst tragende Schalenkonstruktion bildet, die nicht weiter pneumatisch gestützt werden muss. Da die Carbonfasern hierbei nur dort aufgebracht werden, wo sie zur Verstärkung der Konstruktion benötigt sind und die pneumatische Schalung gleichzeitig als funktional integrierte Gebäudehülle verwendet wird, handelt es sich hierbei um einen abfallfreien und ressourcenschonenden

Bauprozess. Zur Platzierung der Carbonfasern auf der Innenseite der nachgiebigen Folie wurde ein prototypischer robotischer Fertigungsprozess entwickelt. Die sich verändernde Steifigkeit der pneumatischen Schalung und die dadurch schwankenden Verformungen während des Faserablageprozesses stellen eine besondere Herausforderung an die Roboter-Steuerung dar. Zur Anpassung dieser Parameter im Verlauf des Fertigungsprozesses muss die aktuelle Position und Anpresskraft über eine integrierte Sensorik erfasst und in Echtzeit in die Steuerung des Roboters integriert werden. Die Entwicklung eines solchen cyber-physischen Systems erlaubt eine konstante Rückkopplung zwischen den realen Fertigungsbedingungen und der digitalen Generierung des Robotersteuerungscodes. Dies stellt nicht nur eine wichtige Entwicklung im Rahmen dieses Projekts dar, sondern zeigt generelle neue Architektur+Technik 9/15

Möglichkeiten für robotische Bauprozesse auf. Der prototypische Charakter des Fertigungsprozesses erfordert die Entwicklung eines speziell angepassten RoboterWerkzeugs, welches das fehlerfreie Platzieren der Carbonfasern auf der nachgiebigen Folie durch Sensorik sicherstellt. Der ICD/ITKE-Forschungspavillon 2014-15 dient als Demonstrator für die entwickelten computerbasierten Entwurfs-, Simulations- und Fertigungsmethoden und zeigt das Innovationspotenzial interdisziplinärer Forschung und Lehre auf. Der Versuchsbau artikuliert den anisotropen Charakter des Faserverbundmaterials als architektonische Qualität und spiegelt die zugrunde liegenden Prozesse in einer neuartigen Textur und Struktur wieder. Das Ergebnis ist somit nicht nur eine besonders materialeffiziente Konstruktion, sondern auch eine innovative und ausdrucksstarke Architektur. ●


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Dank integraler Planung haben die Aardeplan-Architekten vor Ort stets den aktuellen Projektstand auf dem Tablet dabei.

Informationstechnik

Integrale Planung mit BIM Die Verbindung von hochstehender Architektur mit Nachhaltigkeit ist ein zentrales Thema der Aardeplan AG in Baar/ZG. Das Büro kombiniert Architektur, Beratung, Forschung und Lehre und setzt dabei integrale Planung ein. Im Zentrum steht nicht nur das Endprodukt, sondern vor allem auch der Weg dorthin. Zentrales Werkzeug bei diesem Prozess sind das digitale Gebäudeinformationsmodell Building Information Modeling (BIM) und Archicad. Aardeplan-Gründer Manfred Huber stellt dazu fest: «BIM kann man nicht einfach nur kaufen. Man muss es verstehen und richtig einsetzen.» Dazu gehört auch das Filtern der Informationen – für den gun

Statiker ist nicht wichtig, welche Farbe eine Wand hat. Und der Designer interessiert sich nur in den seltensten Fällen für den konstruktiven Aufbau eines Bauteils. LOD als roter Faden

«Es geht bei uns immer um die Frage, wer wann welche und wie genaue Informationen braucht», erklärt Huber weiter. Das «Level of development», «Level of detail» oder «Level of definition» (kurz «LOD») bilden bei uns den roten Faden im Planungsprozess. Darum zeichnet das Aardeplan-Team nicht einfach Striche, sondern definiert von Anfang an Bauteile. In Archicad lässt es sich sehr einfach zuordnen, ob eine

Manfred Huber gründete 1999 das Büro Aardeplan.

Wand «tragend» oder «nicht tragend» ist, oder ob es sich um eine Aussen- oder Innenwand handelt – die Materialisierung, das Produkt und die Ausgestaltung kommen erst später hinzu. «Die wichtigsten fünf bis sieben Zuordnungen gleich zu Beginn zu definieren, geht mit sehr wenig Mehraufwand, schafft aber einen grossen Mehrwert», so Manfred Huber. «Damit sind der Statiker und der Energiespezialist mit präziseren Informationen bedient, und auch der Kostenplaner hat von Anfang an genauere Grundlagen über «open BIM», wie es in Archicad Standard ist, lässt sich jede andere Spezial-Software problemlos anspielen und die Resultate der Spezialisten wieder ins Architekturmodell einbauen. Diese Rückführung zu koordinieren und allfällige Konflikte sofort zu erkennen, ist sehr wichtig», stellt Manfred Huber fest: «Erfolgreich bauen heisst für mich integral planen. Sauber arbeiten lautet das Credo.» Simulieren statt nachweisen

Bei Aardeplan gibt es drei Arten von Teilprozessen: sequenzielle, parallele und reziproke. Dass Letztere immer wichtiger werden, drückt Manfred Hubers steArchitektur+Technik 9/15


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Für die professionelle Bewirtschaftung sind virtuelle Gebäudemodelle eine perfekte Grundlage.

tes Streben nach dem Optimum aus. «Wir müssen vom Nachweis-Denken wegkommen. Das ist Minimalismus, und der reicht im Zeitalter des energieeffizienten Bauens nicht mehr für ein gelungenes Gesamtwerk. In meinen Augen werden, speziell im Komfortbereich, Simulationen immer

wichtiger. Nur so kann man das bestmögliche Resultat für das angestrebte Ziel erreichen!» Das Ziel – zum Beispiel Minergie-P/a, Minergie-Eco oder Minergie – vereinbart Aardeplan mit den Auftraggebern ganz am Anfang. Dann entsteht der BIM-Nutzungsplan, und daraus gibt es eiArchitektur+Technik 9/15

nen BIM-Modellplan sowie einen BIM-Koordinationsplan. Dabei geht es vor allem, aber längst nicht nur um Baufragen: Denn gerade bei energieeffizienten Gebäuden spielt das Nutzerverhalten eine grosse Rolle. Ɂ aardeplan.ch Ɂ idc.ch


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Holzfaserdämmung an Dach, Wand und Fassade bietet gesunden und nachhaltigen Wohnkomfort.

Nachhaltig bauen

Wohnen mit Weitblick Von Uwe Guntern (Redaktion) und Stephan Lichius (Bilder)

Energieeffizienter und ökologischer Wohnkomfort auch im Schlafzimmer mit Blick auf das Alpenpanorama im bayerischen Stephanskirchen.

Grosszügig, energieeffizient und ökologisch sollte das neue Zuhause der Bauherren eines Einfamilienhauses im oberbayerischen Stephanskirchen sein. Um diesem Wunsch gerecht zu werden, realisierte das Ingenieur- und Holzbauunternehmen Stephan Lechner eine dreigeschossige Holzrahmenbaukonstruktion, die innen und aussen mit einer Dämmung aus natürlichen Holzfasern versehen ist – eine Entscheidung für einen zuverlässigen Wärmeschutz in schneereichen Wintern, angenehme Kühle während der sonnenreichen Sommermonate und nicht zuletzt für einen gesunden Wohnkomfort über das gesamte Jahr. Gut ein Jahr nach dem Einzug steht fest: Der Holzrahmenbau aus vorgefertigten

Fassaden- und Wandmodulen erfüllt mit einem Heizwärmebedarf unter 15 kWh/(m2a) und dem Primärenergiebedarf von 21 kWh/ (m2a) den Passivhaus-Standard. Massgeblichen Anteil haben die 340 Millimeter dicke Fassadendämmung aus WDVS und Gefachdämmung auf Holzbasis, die Dreifach-Verglasung der grosszügigen Fensterflächen und die Dämmung des Pultdaches, ebenfalls mit einem 360 mm dicken Dämmpaket aus Holzfasern. Zudem sorgt eine Wärmepumpe für den energiesparenden Wärmehaushalt. Die ökologische Bauweise und das vorbildliche Heiz- und Lüftungsverhalten der Bewohner zeigt sich auch im Wohnklima, das nach der Messung der Luftfeuchtigkeit sehr gute Werte erhält. Hinter dem hoch gedämmten Wandaufbau bietet sich im Erdgeschoss auf mehr als 70 m² ein fliessender Übergang zwischen Küche, Essbereich und Wohnzimmer. Mit grosszügigen Terrassen und bodentiefen Fenstern öffnet sich das Gebäude von dort zum grossen Garten nach Süden. Während das erste Geschoss mit fast gleich grossen Zimmern und einem in der gesamten Fassadenbreite angelegten Südbalkon für die Kinder reserviert ist, hält das Architektur+Technik 9/15

Dachgeschoss den Schlaf- und Arbeitsbereich für die Eltern bereit. Die Etage wirkt wie ein solitär auf dem Flachdach platzierter Pavillon: Weite Fensterfronten eröffnen den Blick auf das Alpenpanorama und durchfluten den gesamten Wohnbereich unter dem Pultdach mit viel Tageslicht. Die bodentiefen Schiebetüren gewähren zudem Zutritt auf die Terrasse, welche die Fassade an zwei Seiten umläuft. Fertige Elemente geliefert

Um das grosse Raumangebot mit vier Kindern voll zu nutzen, legten die Bauherren Wert auf eine gesunde Bauweise: So wurde das Wohnhaus in Holzrahmenbauweise aus vorgefertigten Fassaden- und Wandmodulen errichtet. Für die Ständerwerke der Module wählte die Zimmerei massives Konstruktionsvollholz, das besonders resistent gegen die Bildung von Rissen und Verformungen ist. Sowohl für die Elemente der Aussenfassade als auch für die Dämmung der Innenwände setzten die Holzbauexperten auf flexible Dämmmatten und Putzträgerplatten auf Holzfaserbasis. Die Aussenhülle des Wohnhauses ist über ein natürliches Wärmedämm-Verbundsystem mit Energie-Plus


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comfort von Homatherm gedämmt. Mit 100 mm Dicke sorgt die druckfeste Putzträgerplatte für einen wärmebrückenfreien Wärme- und Hitzeschutz: Die geringe Wärmeleitfähigkeit verdankt die im Trockenverfahren hergestellte Putzträgerdämmplatte der besonders homogenen Struktur und den natürlichen Eigenschaften der Holzfaser. Die Fassadenmodule wurden zudem mit den flexiblen Holzflex-Dämmmatten in einer Dicke von insgesamt 240 mm wärmebrückenfrei ausgefacht – im Zusammenspiel mit dem Holzfaser-WDVS ermöglicht das Dämmpaket auf diese Weise ein optimales Wohnklima über das ganze Jahr. Die Holzfaserdämmstoffe sind sorptionsfähig und dampfdiffusionsoffen, sodass sie die anfallende Feuchte der Raumluft sehr gut zwischenspeichern und auch geregelt wieder abgeben. Diese natürliche Regulierung gewährleistet den lang anhaltenden Schutz und Erhalt des Gebäudes. Dazu trägt zudem die gute Wärmespeicherfähigkeit der Dämmstoffe bei, die einer Ver-

Die Fassadenmodule wurden fix und fertig mit Gefachdämmung und Holzfaser-WDVS geliefert und vor Ort nur noch montiert. Die druckfesten Putzträgerplatten schliessen die Gebäudehülle wärmebrückenfrei ab.

schmutzung durch Algen und Moose vorbeugt und die feine Putzstruktur langfristig erhält. Um den gesunden Wohnkomfort in energetischer Hinsicht effizient zu gestalten, setzten die Planer des Gebäudes auch im Dach auf eine Holzfaserdämmung. Mit einer Dämmstärke von insgesamt 360 mm sorgt die Dämmung mit den flexiblen Dämmmatten daher im Dach des Einfamilien-

hauses für wärmebrückenfreien Wärmeschutz im Winter und Hitzeschutz im Sommer. In der Kombination von 200 mm Zwischensparren-Volldämmung und 160 mm vollflächiger Dämmung erweisen sich die Holzflex-Produkte bei einer niedrigen Wärmeleitfähigkeit von λ D = 0,038 W/ mK sowie einer hohen Wärmespeicherfähigkeit als Hochleistungsdämmmatten. ●

Architektur+Technik 9/15

Über drei Geschosse zeichnet sich das Wohnhaus durch eine homogene Oberfläche aus.


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Die beiden 4K-Monitore, ColorEdge CG248-4K und ColorEdge CG318-4K, sind mit einem flimmerfreien Wide Gamut LED-Backlight und zwei 3D-LUT (Look-Up-Table) für eine exakte Farbwiedergabe bei Videos und Bildern ausgestattet und decken die Farbräume DCIP3-Standard, Rec. 709, EBU, SMPTE und Adobe RGB zu fast 100% ab. Dunkle Töne behalten auch in schwach beleuchteten Räumen ihre Tiefe, selbst wenn der Bildschirm aus einem Winkel heraus betrachtet wird. Das Kontrastverhältnis bleibt stabil, und die Farbtöne wirken nicht ausgewaschen. Als Hilfsmittel unserer Tätigkeit sollte der Monitor keinen zusätzlichen Aufwand generieren. Der integrierte Kalibrationssensor klappt sich bei Gebrauch selbstständig aus und läuft vollautomatisch. Mit einer Aufwärmzeit von nur 3 Minuten ist der Monitor jederzeit sofort einsatzfähig. Das flimmerfreie High End IPS-Panel und der hoch flexible Standfuss sorgen für entspanntes Arbeiten selbst über eine lange Zeitspanne.

und grösstenteils als Holzbau ausgeführt. Die grosszügigen Klassenzimmer wurden mit kompakt dimensionierten freitragenden Unterzügen aus Baubuche realisiert. Bei der Planung der Holzbau-Module spielt der Transport eine wichtige Rolle: Da die vorgefertigten Bauteile per Lkw auf die Baustelle kommen, entspricht die

Breite eines Moduls in etwa der Breite der Lkw-Ladefläche. Auf der Baustelle wurden die Module mithilfe eines Autokrans montiert: Aus drei Modulen wurde so jeweils ein Klassenzimmer. Die beiden äusseren Module bestehen dabei aus einer Brettsperrholzwand und einem frei spannenden Unterzug. Über dem mittleren Modul spannen sich über bis zu 9 m lediglich zwei frei tragende Unterzüge, welche die Deckenlasten aufnehmen. Um dieses Tragwerk zu realisieren, wurden Holzträger aus Baubuche eingesetzt. Aufgrund ihrer hohen Festigkeit sind die Träger aus dem industriell hergestellten Furnierschichtholz speziell für schlanke Konstruktionen mit grossen Spannweiten bestens geeignet. Mit Baubuche können Bauteile – im Vergleich zu Nadelholz – bei gleicher Belastung deutlich «schlanker» ausgeführt werden. Durch den Einsatz der Unterzüge aus Baubuche war es möglich, die erforderliche Breite der Klassenzimmer zu erzielen und gleichzeitig die Höhe der Deckenkonstruktion gering zu halten.

Neue 4K-Profis mit hoher Leistung EIZO lanciert zwei ColorEdge-Monitore mit hoher Auflösung, absoluter Farbverbindlichkeit und höchster Darstellungsqualität. Die beiden 4K-Modelle sind für Profi-Anwender in Videoproduktion, Fotografie und Prepress entwickelt worden. Ɂ eizo.ch

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Viel Licht für die Schulerweiterung Lichtdurchflutet und leicht ist der von NKBAK Architekten entworfene dreigeschossige Erweiterungsbau der Europäischen Schule in Frankfurt am Main. Ɂ pollmeier.com

Offiziell ist der Bau als «temporäre Erweiterung» des bestehenden Schulareals gedacht. Weil die beliebte Schule im Nordwesten Frankfurts dringend neue Flächen benötigte, stand für Planung und Realisierung nur wenig Zeit zur Verfügung. Der Neubau für 550 Kinder zwischen 4 und 8 Jahren wurde daher in Modulbauweise

Architektur+Technik 9/15


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Schutz . . . . . . . . vor . . . . .Feuer . . . . . . .und . . . . .Rauch . . . . . . . eine . . . . . .Brand................. .......................................................................................... . . . . . . . . . . .schutzverglasung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 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Kantenschutz ............................... . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . sowie . . . . . . . . . . .spezieller . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . machen ............... . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .®. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Pilkington . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . zu . . . . . . . . . .zuverlässigen, ............................................. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Pyroclear . . . . . . . . . . . . . . . .einer . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . wirtschaftlichen ............................. .......................................................................................... . . . . . . . . . . .und . . . . .montagefreundlichen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .Lösung . . . . . . . . .im . . . baulichen . . . . . . . . . . . .Brandschutz. .......................... .......................................................................................... .......................................................................................... .......................................................................................... .......................................................................................... .......................................................................................... .......................................................................................... ..........................................................................................

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Das Austauschprodukt Schindler 6300 kommt neu mit nur 2,40 m Schachtkopfhöhe aus. Das bietet volle Flexibilität.

Der neue Massstab bei Aufzugsersatz

ale. Den alten Aufzug raus, den neuen rein: So einfach geht das selten. Denn sobald bestehende Komponenten – zum Beispiel ein Rollengerüst oder Lifttüren – mit neuen Bauteilen zusammenarbeiten müssen, sind individuelle Lösungen gefragt. Dann kommt der Schindler 6300 ins Spiel: Er eignet sich perfekt für einen Ersatz. Seine Kabine lässt sich in 10-Millimeter-Schritten optimal an das bestehende Schachtmass anpassen. Damit nutzt der Schindler 6300 den Platz bestmöglich aus und bietet mehr Kabinenraum als Konkurrenzprodukte.

Als standardisiertes Produkt lässt sich der Aufzug zudem schnell einbauen. Einmal in Betrieb genommen überzeugt er durch modernes Design, hohe Laufruhe, Sicherheit und gute Energieeffizienz. Nur: Bisher benötigte auch der Schindler 6300 eine Schachtkopfhöhe von über 2,90 Metern. «Die Antriebe alter Aufzüge befinden sich oft in einem Maschinenraum oder sind auf einem Rollengerüst im Schachtkopf platziert», erklärt Dominique Flaction, Produktmanager bei Schindler. Moderne Aufzüge benötigen für den Antrieb üblicherweise keinen Maschinenraum mehr – dafür aber genügend Platz im Schachtkopf. Dies ist jedoch Platz, der in bestehenden Gebäuden nicht immer ausreichend vorhanden ist. Für den Ersatzaufzug ist dann eine technisch aufwendige Speziallösung mit Maschinenraum oder ein Dachaufbau für den neuen Aufzug notwendig. Klare Vorteile ohne Überfahrt

Da Wohnraum ein knappes Gut ist, lassen viele Liegenschaftsbesitzer Dachstöcke zu begehrten und rentablen Wohnungen ausbauen. Allerdings: Ein Dachstock lässt sich nur durch einen Aufzug mit kleinem Schachtkopf erschliessen – oder es ist auch hier ein Dachaufbau erforderlich. Bis anhin waren darum oft Kompromisse oder Speziallösungen gefragt – teilweise mit Abstrichen. Mit einem Dachaufbau sind zwar alle Etagen bedient, doch ist eine solche Lösung teuer und erfordert ein zusätzliches Baubewilligungsverfahren. Dachaufbauten haben auch weitere Nachteile: Sie bilden energetische Schwachstellen, durch die die Wärmeverluste eines Gebäudes steigen. Und nicht zuletzt leidet die Optik: Dachaufbauten stören das Dachbild und verändern die ursprüngliche Architektur. «Der neue Schindler 6300 mit kurzem Schachtkopf löst all diese Probleme», erklärt Dominique Flaction. «Wir können unser bewährtes Produkt für den Aufzugsersatz jetzt noch flexibler einsetzen.» Somit setzt die Schachtkopfhöhe von 2,40 Metern neue Massstäbe beim Aufzugsersatz – und garantiert optimale Lösungen für jede Situation.

Mit dem neuen Schindler 6300 ist ein Aufzugsersatz ohne Dachaufbau oder aufwendige Maschinenraum-Lösung möglich.

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Architektur+Technik 9/15


85 Marktplatz Schaufenster

Breite 800, 1000 oder 1200 mm

2015 erweiterte Wesco sein Sortiment mit weiteren wegweisenden Dunstabzugshauben. Ausgestattet mit technischen Highlights und gefertigt aus hochwertigen Materialien, passen diese Hauben sowohl funktionell als auch optisch perfekt in die Küche von heute. Zu den Neuheiten gehört auch die Deckenhaube Evre, die sich schlicht und elegant in die Decke über der Kochzone einfügt. Das zeitlose Randabsaugpanel aus Glas ist in Weiss oder Schwarz erhältlich. Über die serienmässige Fernbedienung lässt sich dieses Kraftpaket bequem steuern. Für eine Komplettausleuchtung der Arbeitsfläche kann die integrierte LED-Kochfeldbeleuchtung um externe Beleuchtungselemente erweitert werden. Diese lassen sich aufgrund der intelligenten Elektronik des Deckenlüfters zusammen mit der integrierten Beleuchtung bedienen. Das Randabsaugpanel lässt sich für eine gute Zugänglichkeit zur einfachen Reinigung herunterklappen, die gesamte Innenschale und der Filter sind herausnehmbar.

«Von der Reinhard AG Sachseln haben wir 2012 den Auftrag erhalten, ihre Stahlkonstruktion für die Pavillons mit einer Membrane zu bespannen», sagt Projektleiter Simon Halter von der HP Gasser AG. Für die Segel werden 15 m² grosse Membrane an der 2,5 m hohen Stahlkonstruktion befestigt und horizontal

gespannt. Ein wettergeschützter Raum entsteht. Das Gewebe von der Firma Sefar ist nur knapp 1 mm dick, ist dauerhaft UV-beständig sowie schmutz- und wasserabweisend. «Es ist ein langlebiges und qualitativ sehr hochwertiges Material», weiss Simon Halter. Die Segel sollen vor allem auch den kleinsten Bewohnern von «Sun Wilen» entgegenkommen: Dank der UV-Beständigkeit können Kinder unbekümmert und vor Sonne geschützt im Sandkasten spielen. Für genügend Licht ist trotz der Überdachung gesorgt: Die Lichtemission erreicht den guten Wert von 38 Prozent. Für die HP Gasser AG ist das Material eine Herausforderung: «Sobald das Segel in der Luft hängt, sieht man jede Naht bis ins Detail, weil viel Licht hindurchscheint», erklärt Simon Halter. «Wir müssen in der Produktion sehr exakt arbeiten.» In der Fabrikation in Lungern wird das Material zugeschnitten, in der passenden Form des Segels zusammengeschweisst und für den Transport gerollt – es sollen keine Knicke entstehen.

Leise Lüftung für die Küche Die minimalistische Deckenhaube Evre von Wesco besticht mit schlichten Linien und modernster Technik. So lässt sie sich besonders leicht reinigen und bequem steuern. Das leistungsstarke Gerät ist zudem energieeffizient und leise im Betrieb. Ɂ wesco.ch

Hersteller Wesco Produkt Dunstabzugshaube Evre-L 5 Leistungsstufen 3+i Nennleistung Lüfter 950 m3/h Leistungsaufnahme Motor 156 W Beleuchtung 2 LED-Leiste 20 Watt, dimmbar Lichttemperatur 3000 K Beleuchtungsstärke 760 lux Energieklasse B Tiefe 540 mm

Sicher vor Sonne und Wetter In Wilen bei Sarnen entsteht die Überbauung «Sun Wilen». Für die Aussensitzplätze fertigt die HP Gasser AG zusammen mit der Firma Reinhard AG Sachseln fünf Segel. Ɂ membranbau.ch

Das Dorf Wilen im Kanton Obwalden erhält ein neues Ortsbild: Mit der Überbauung «Sun Wilen» entstehen 42 neue Eigentumswohnungen mit Aussenräumen, die bei jedem Wetter attraktiv und zugänglich sein sollten. Dafür wurden Tische, Bänke und Sandkästen in Pavillons platziert.

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JUBILÄU

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AWARD

www.marketingarchitektur.ch Jurypräsident Christof Glaus Dipl. Architekt ETH, Stücheli Architekten AG, Zürich

Jurymitglieder René Eugster (Jury-Vizepräsident) Creative Director Agentur am Flughafen, Altenrhein Jury-Mitglied seit 2012 Steff Fischer CEO und Gründer der Firma Fischer AG Immobilienmanagement, Zürich Jury-Mitglied seit 2016 (NEU) Michael A. Grund Prof. Dr. rer. pol. Leiter «Center for Marketing» HWZ, Zürich Jury-Mitglied seit 2010 Markus Gut Chief Creative Officer (CCO) der Y&R Group Switzerland, Fachdozent SAWI, ADC/BSW Kreative-Schule, HSG und HWZ, Jury-Mitglied seit 2016 (NEU) Tristan Kobler Dipl. Arch. ETH, SIA. Architekturbüro Holzer Kobler Architekturen, Zürich, Berlin, Shanghai, Prof. Haute École d’Art et du Design, Genf Jury-Mitglied seit 2016 (NEU) Thomas Müller Dipl. Architekt ETH Leiter Kommunikation SIA, Zürich Jury-Mitglied seit 2010 Basil Rogger Dozent Zürcher Hochschule der Künste und Kulturunternehmer, Zürich Jury-Mitglied seit 2008 Judit Solt Fachjournalistin BR/dipl. Architektin ETH Chefredaktorin TEC21 Jury-Mitglied seit 2014

WettbewerbsAusschreibung Der «Award für Marketing + Architektur» wird am Freitag, 22. April 2016 im KKL Luzern zum 5. Mal durchgeführt. Prämiert werden Firmen, Institutionen, Architekten und Bauherren, die Corporate Architecture-Projekte in kreativer, identitätsstiftender und nachhaltiger Weise umgesetzt haben. Wettbewerbskategorien 1. Büro- und Geschäftshäuser, Industrie- und Gewerbebauten 2. Läden, Kundencenters, Flagship-Stores 3. Publikums-Bauten, Sportanlagen, Spitäler, Bahnhöfe, Schulhäuser, Parkanlagen, Kulturbauten 4. Hotels, Restaurants, Bars, Touristikanlagen, Wellnessanlagen, Residenzen 5. Temporäre Bauten und Messebau 6. Transformationsobjekte (Umnutzungen, Revitalisierungen, Zwischennutzungen) 7. Standortentwicklung 8. Teampreis Die Ausschreibungsunterlagen sowie Informationen zu Terminen und Teilnahmebedingungen finden Sie auf der Homepage www.marketingarchitektur.ch Veranstalter

Pat Tanner Architekt FH/BSA/SIA, Partner: mlzd Jury-Mitglied seit 2016 (NEU) Baukoma AG Kreuzbergstr. 19, Postfach 3210 Kerzers Tel. + 41 31 755 85 84, info@baukoma.ch www.baukoma.ch, www.marketingarchitektur.ch

Uwe Tännler Präsident Zentralvorstand Swiss Marketing (SMC), Olten Jury-Mitglied seit 2008

Presenting Partner

Goldsponsoren

Hauptsponsoren

Medienpartner

Partner

Locationpartner


87 Service Übersicht

S ER VICE 88 Messen und Veranstaltungen Vorschau auf den 8. Europäischen Kongress EBH: Effizientes Bauen mit Holz im urbanen Umfeld. Er findet am 21. und 22. Oktober in Köln statt.

90 Aus- und Weiterbildung Durch die Vernetzung von Wärmepumpe, FotovoltaikAnlage und anderen Strombezügern lassen sich grosse Synergien nutzen. Die Technik fürs All-electric-House ist vorhanden. Was fehlt, sind Fachleute. Fragen an Professor Jürg Bichsel von der Fachhochschule Nordwestschweiz.

92 Termine Interessante Veranstaltungen, übersichtlich, kurz und knapp zu Sicherheit und Qualität oder Holzbau sowie Preisverleihungen.

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94 Branchenspiegel Klatsch und Tratsch aus der Industrie und Handel, neue Protagonisten, Jubiläen, Zusammenschlüsse, Umsatzzahlen und neue Marktauftritte.


88 Service Messen und Veranstaltungen

Am 21. und 22. Oktober 2015 findet der 8. Europäische Kongress EBH 2015 im Kongresszentrum Gürzenich in Köln statt.

Kongress

Effizientes Bauen mit Holz im urbanen Umfeld Es werden starke Signale zum effizienten Bauen mit Holz im urbanen Umfeld zu vernehmen sein. Gestützt auf eine breite Trägerschaft – angefangen vom international bestellten forum holzbau als Veranstalter über die mitveranstaltenden Institutionen und Hochschulen bis zu den ideellen und finanziellen Supportern – hat sich diese Holzbau-Veranstaltung in der Domstadt zu einem Branchen-Event mit grosser Teilnehmerresonanz entwickelt. Für den praxisorientierten Wissenstransfer werden 30 renommierte Referenten aus fünf europäischen Ländern vor Ort sein, die von einem kompetenten Moderatoren-Team begleitet werden. Neben der umfassenden Wissensvermittlung gun.

Im Kongress-Vorfeld findet am 20. Oktober ein Dozententag statt, der ausschliesslich Hochschullehrern vorbehalten ist. Anschliessend beginnt die Exkursion mit Besichtigung des «Gemeindezentrums Köln», das mit dem Deutschen Holzbaupreis und dem Deutschen Architekturpreis 2015 ausgezeichnet wurde. Anmeldung unter: Ɂ info@landesbeiratholz-nrw.de

eröffnet sich den Teilnehmenden des EBH 2015 in Köln die Möglichkeit, in der angegliederten Fachausstellung neueste Entwicklungen und Innovationen im Holz(haus)bau in Augenschein zu nehmen, wobei der gegenseitige Informations- und Erfahrungsaustausch mit Fachleuten der europäischen Holzbau-Szene ebenso wertvoll ist. Das Programm ist in aller Ausführlichkeit mit detaillierten Angaben zu den thematischen Beiträgen und ihren Referenten, zu den Rahmenveranstaltungen sowie mit Hinweisen zur Teilnahme und zu den Anmeldeformalitäten auf der Website des Veranstalters forum holzbau nachzulesen. Anmeldeschluss ist der 9. Oktober. Ɂ forum-holzbau.com

Architektur+Technik 9/15

Das Programm Mittwoch, 21. Oktober – Zukunftsperspektiven Bau bei veränderten nationalen und internationalen Rahmenbedingungen – Nachhaltig Bauen und Planen: Ökologie angekommen im Alltag – Raumzellen im Bauwesen Bemessung und konstruktive Herausforderungen in Neu- und Umbau – Brandschutz: Konstruktionsdetails und Lösungen für den Holzbau – Architektur: Holzbauprojekte in Nordrhein-Westfalen und in den Beneluxländern Donnerstag, 22. Oktober: – Stahl und Holz: Gleichwertige Partner im Hochbau – Gebäudehülle: Gestaltung – Schutz — Funktion – Holzarchitektur international


Individualität, Ästhetik und Sicherheit

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90 Service Aus- und Weiterbildung

Der Trend zu voll elektrifizierten Häusern ist ungebrochen. Doch an Fachleuten mit dem nötigen Know-how fehlt es. Die FHNW bietet jetzt eine Weiterbildung an.

Weiterbildung

Enormes Potenzial für Synergien Von Othmar Humm (Interview)

Prof. Dr. Jürg Bichsel leitet das Institut Energie am Bau der Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) und das CAS Elektrische Energie am Bau. Als Fachmann für Gebäudeautomation bringt er langjährige Erfahrung aus der Praxis in die Weiterbildung ein.

Um die klimapolitischen Ziele des Bundes zu erreichen, verschärfen die Kantone ihre Energiegesetze. Die Version 2014 der Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich (MuKEn) wurde im Januar 2015 von den Energiedirektoren definitiv verabschiedet. Ziel ist eine deutliche Senkung des Energieverbrauchs von Alt- und Neubauten und eine Verminderung der CO2-Emissionen. Deshalb legen die MuKEn 2014 erstmals einen Mindestanteil der Nutzung erneuerbarer Energien fest. Neubauten dürfen praktisch nur noch mit erneuerbarer Energie beheizt werden. Die neuen Mustervorschriften nehmen damit einen Trend auf: Wurden im Jahre 2000 noch in fast 70 Prozent der neuen Einfamilienhäuser fossile Heizungen eingebaut, waren es 2013 nur noch gut 7 Prozent. Wärmepumpen dürften künftig, wie schon in den letzten Jahren, die mit Abstand am häufigsten installierten Wärmeerzeuger sein: In 90 Prozent der neuen Einfamilienhäuser und bei einem Drittel der Gesamtsanierungen kommen diese elektrisch betriebenen Wärmeerzeuger zum Einsatz. Der dadurch

erhöhte Stromverbrauch passt sehr gut zu einer weiteren Auflage der MuKEn 2014 für Neubauten: Ein Teil des Stromes muss in der Liegenschaft erzeugt werden, beispielsweise mit einer Fotovoltaikanlage. Ziel ist ein «Nahezu-null-Energie-Gebäude». Weiterbildung im Trendsektor

Der Trend geht klar in Richtung All-electric-House: Mit der Wärmepumpe nutzt ein grosser Verbraucher den gleichen Energieträger wie alle anderen elektrischen Geräte. Vor diesem Hintergrund bietet die Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) den Zertifikatskurs «Elektrische Energie am Bau» an. Im Zentrum steht das Verstehen und Beurteilen komplexer Energiekonzepte im Gebäudebereich. Im folgenden Interview äussert sich Jürg Bichsel zum CAS Elektrische Energie am Bau. Der Begriff All-electric-House ist immer häufiger zu hören. Was bedeutet er genau?

Jürg Bichsel: Immer mehr Gebäude werden heute nur noch mit Wärmepumpen, also mit Elektrizität, beheizt und gekühlt. Andere Energieträger wie Öl, Gas Architektur+Technik 9/15

oder Holz braucht es nicht mehr. Das All-electric-House verwendet für Haustechnik, Haushaltsgeräte und Kommunikation nur noch elektrischen Strom. Dadurch lassen sich all diese Komponenten einfach über ein Managementsystem zentral steuern und Synergien nutzen. Die Fotovoltaik-Anlage auf dem Dach produziert den benötigten Strom: Das Haus wird zum Kraftwerk. Worin liegt die Bedeutung dieses Konzeptes?

Wird Strom nachhaltig erzeugt, also aus Wasserkraft, Wind- oder Sonnenenergie, kann der Ersatz von fossilen Heizsystemen durch Wärmepumpen einen erheblichen Beitrag zur Reduktion des CO2-Ausstosses leisten. Da Gebäude nach wie vor für 46 Prozent des fossilen Energiebedarfs der Schweiz verantwortlich sind, übernehmen sie eine Schlüsselrolle bei der Umsetzung der Energiestrategie 2050. Sind «elektrifizierte» Häuser effizienter als herkömmliche?

Nicht per se. Die Wärmepumpe nutzt aber einen Prozess, der mit wenig Zusatzenergie Umge-


91 Service Aus- und Weiterbildung

bungswärme auf ein anderes Temperaturniveau bringt. Je kleiner die Temperaturdifferenz, desto effizienter ist dieser Prozess. Deshalb braucht es nicht nur ein elektrifiziertes, sondern vor allem ein gut gedämmtes Gebäude. Wenn wir den Verbrauch an fossiler Energie eins zu eins mit Strom ersetzen, geht die Rechnung nicht auf. Wichtig ist auch hier, zuerst den Verbrauch zu reduzieren. Betrachten wir den Gebäudepark Schweiz: Die 1,6 Millionen Gebäude benötigen heute für Heizzwecke durchschnittlich 17 Liter Öl pro Quadratmeter und Jahr. Dieser Wert kann durch eine bessere Dämmung der Gebäudehülle problemlos auf 4 Liter gesenkt werden. Eine Wärmepumpe mit einer Jahresarbeitszahl von 4 braucht hierfür noch ein Äquivalent von 1 Liter Heizöl. Damit liegen wir um den Faktor 17 unter dem heutigen Wert. Würden die rund 170 000 Elektro-Direktheizungen in der Schweiz durch Wärmepumpen mit einer Jahresarbeitszahl von 4 ersetzt, könnten mit derselben Strommenge gegen 680 000 Häuser beheizt werden. Das ist fast die Hälfte des schweizerischen Gebäudeparks – ohne mehr Strom aufzuwenden. Mit Sensoren und Regelungstechnik lässt sich ein zusätzliches Sparpotenzial ausschöpfen. Auch die Vernetzung der Komponenten spart Strom, beispielsweise durch

«Durch die Vernetzung von Wärmepumpe, Fotovoltaikanlage und anderen Strombezügern lassen sich grosse Synergien nutzen.»

die Abstimmung von Verbrauch und Produktion: Das Energiemanagementsystem setzt ein Gerät, zum Beispiel den Tumbler, erst in Gang, wenn die Solaranlage genügend Strom liefert. So lässt sich ein grosser Teil der Energiebezüge in geeignete Zeitfenster schieben. Eignet sich das All-electric-House auch für Erneuerungen?

Auf jeden Fall, das Konzept ist breit anwendbar. Da das Gebäude als Gesamtsystem betrachtet wird, eignet es sich sogar besonders gut für den Erneuerungsmarkt. Im Vergleich mit einem wassergeführten Heizsystem oder einer Lüftungsanlage lassen sich Elektroleitungen verhältnismässig einfach im Nachhinein einbauen. Welche zusätzlichen Funktionen übernimmt das Gebäude in Zukunft?

Das zukünftige Haus ist ein aktives Element im Stromnetz. Es verbraucht, erzeugt und speichert Energie. Der höhere Eigenversorgungsgrad der Gebäude kann das Stromnetz entlasten und helfen, Schwankungen auszugleichen. Wichtig ist, dass alle diese Funktionen automatisch und ohne Zutun der Benutzer im Hintergrund ablaufen, sonst fehlt es an Akzeptanz. Eine andere wichtige Voraussetzung ist die Standardisierung der

Infos zur Weiterbildung Die Absolventen und Absolventinnen des Zertifikats-Kurses «Elektrische Energie am Bau» kennen die relevanten Grundlagen, Normen und gesetzlichen Rahmenbedingungen rund ums Thema elektrische Energie im Haus und die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten und Zusammenhänge. Die Weiterbildung richtet sich an Baufachleute aus Architektur, Gebäudetechnik,

Kommunikation. Funktioniert der Datenaustausch zwischen der Gebäudeautomation und dem Stromnetz, erhält der Nutzer Rückmeldungen zu seinem Verbrauch. Das motiviert Beteiligte. Die FHNW bietet eine Weiterbildung zum Thema Elektrische Energie am Bau an. Weshalb?

Es fehlt eindeutig an Know-how, gerade bei Architekten. Um ein komplexes, vernetztes Gebäude zu verstehen und zu planen, braucht es spezielles Fachwissen. Das Gebiet entwickelt sich rasant. Was vor fünf Jahren noch kein Thema war, ist heute brandaktuell: Wer hätte geglaubt, dass Strom aus Fotovoltaik bereits heute zu einem konkurrenzfähigen Preis für den Eigenverbrauch eingesetzt werden kann? Neue Technologien wie farbige Fotovoltaik-Paneele an der Fassade, Elektromobilität und neue Batteriespeicher stehen kurz vor dem Durchbruch am Markt. Für diese Herausforderungen braucht es Fachleute. ●

Immobilien und Bauherrenberatung mit Hochschulabschluss. Für Interessenten mit anderer Ausbildung sind Ausnahmen möglich. Das berufsbegleitende Studium startet im Februar 2016 und findet im FHNW-Weiterbildungszentrum in Olten statt. Es wird mit einer schriftlichen Prüfung und einer Zertifikatsarbeit abgeschlossen. Die Lerninhalte des CAS Energie am Bau werden vorausgesetzt. Der CAS FHNW Architektur+Technik 9/15

Elektrische Energie am Bau 2016 kann als solitäre Weiterbildung oder als Modul für die Masterstudiengänge MAS FHNW Nachhaltiges Bauten und MAS FHNW Energie am Bau sowie für den Diplomstudiengang DAS FHNW Energieexperte/-in Bau besucht werden. Weitere Infos: Telefon 061 467 45 45 oder Ɂ fhnw.ch/wbbau


92 Service Termine

Qualität und Sicherheit Vom 8. bis zum 9. Oktober finden in Rosenheim die 43. Rosenheimer Fenstertage zum Thema Qualität und Sicherheit statt. Ɂ ift-rosenheim.de

Das Interesse an nachhaltigen Qualitätsprodukten und an der Sicherheit von Bauteilen wird durch ein mediales Feuerwerk zu steigenden Einbruchzahlen und un-

glaublichen Baumängeln genährt. Auch in der Normung steigen die Anforderungen – Stichwort Nutzungs- und Kindersicherheit. Auf der anderen Seite steht der Preis-

Infoabend zum MAS Holzbau

Verleihung des 25. Solarpreises

Am Dienstag, den 29. September 2015, veranstaltet die Solar Agentur Schweiz in Genf die 25. Solarpreis-Verleihung. Es werden die effizientesten Bauten und Anlagen sowie die engagiertesten Persönlichkeiten und Institutionen im Solarbereich mit dem Schweizer Solarpreis ausgezeichnet. Ɂ solaragentur.ch

Ein Studienführer beantwortet viele Fragen. Noch mehr Informationen bietet der Info-Abend am 23. September 2015 in Zürich: Dann präsentieren die zuständigen Personen in Zürich den MAS Holzbau sowie die verschiedenen CAS. Am anschliessenden Apéro lassen sich die letzten offenen Fragen klären. Der Weiterbildungsstudiengang im Überblick: – MAS Holzbau – CAS Brandschutz im Holzbau – CAS Bauphysik im Holzbau – CAS Bauen mit Holz – CAS Holztragwerke Eine Anmeldung ist erwünscht. Die Teilnahme ist kostenlos. Ɂ ahb.bfh.ch/infotag

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druck des globalen Wettbewerbs. Zum Verkauf von Qualität und Nutzen gehören aber viel Knowhow, Erfahrung und ein Blick für die Interessen und Bedürfnisse des Kunden. Die Rosenheimer Fenstertage 2015 stellen sich dieser Herausforderung und präsentieren die unterschiedlichsten Aspekte dieser Thematik. In dreizehn Themenblöcken werden die unterschiedlichsten Facetten betrachtet – inbegriffen sind Energieeffizienz ebenso wie der Schutz vor Naturkatastrophen, der «Verkauf von Qualität» oder internationale Fassadentrends. Daneben werden natürlich praktische Themen wie Anforderungen in Sonderbauten, Glasdimensionierung, Einbruchhemmung oder Schalldämmung behandelt. Neu ist ein Power-Workshop für Fensterbauer sowie die Baubesichtigung des ift-Technologiezentrums und Show-Prüfungen.

EnergieArchitektur

Ein Tag für Architekten und Planer. Objekte aus aller Welt, Prototypen aus der Forschung, spannende Vorträge und ausgeklügelte Energiekonzepte – am 15. Oktober 2015 treffen sich Fachleute beim 4. Fachkongress Energie-Architektur in der METAstadt Wien. Die Themen drehen sich um energieeffiziente Bauweisen und Methoden. Ɂ energie-bau.at


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94 Service Branchenspiegel

Hawa mit neuem Marketingleiter

10 Jahre Ramseier Woodcoat

Ezequiel Di Claudio ist neuer Leiter Marketing und Vertrieb beim SchiebebeschlagSpezialisten Hawa in Mettmenstetten bei Zürich. Ɂ hawa.ch

Seit 2005 ist das Thuner Unternehmen spezialisiert auf Pulverbeschichtung von Holzsubstraten/MDF. Ɂ woodcoat.ch

Di Claudio bringt beste Voraussetzungen mit. Er ist gelernter Metallbaukonstrukteur und hat sein Studium der Betriebsökonomie an der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften erfolgreich abgeschlossen. Sein beruflicher Werdegang erstreckt sich von der technischen Grundausbildung über Erfahrungen als Konstrukteur und Projektleiter sowie eine achtjährige Tätigkeit bei Hawa in unterschiedlichen Bereichen bis zum Verkaufsleiter bei einem technologisch führenden Weltunternehmen, wo er die letzten fünfeinhalb Jahre tätig war.

Fusion von Dorma und Kaba Die Ende April 2015 angekündigte Zusammenführung der beiden Unternehmen Dorma und Kaba zu dorma + kaba wurde Anfang September vollzogen. Ɂ dormakaba.com

Umsatzplus für EggerGruppe

Die dorma + kaba-Gruppe ist damit eines der globalen Top-drei-Unternehmen für Sicherheits- und Zutrittslösungen mit einem Umsatz von über 2 Milliarden Franken und mehr als 16 000 Mitarbeitenden in rund 50 Ländern. Die Eigentümerfamilie von Dorma hat ihr unternehmerisches Engagement durch den Erwerb einer Beteiligung von 9,1 % an die Kaba Holding AG erhöht und bildet zusammen mit den Familienaktionären von Kaba einen starken, langfristig ausgerichteten Ankeraktionär der kombinierten Gruppe. Die Familienaktionärsgruppen halten zusammen 27,3 % der Aktien.

Der Holzwerkstoff-Hersteller konnte Marktchancen nutzen und schliesst sein Geschäftsjahr 2014/2015 mit einer Umsatzsteigerung von plus 2,1 Prozent ab. Ɂ egger.com

Architektur+Technik 9/15

Diese innovative Oberflächenveredelung für Holzsubstrate ist ein Spezialverfahren, das eine Design-Freiheit mit allen gewünschten Farben und Formen gewährt. Die äusserst robuste Oberfläche umschliesst das gesamte Werkstück, inklusive der Kante, und kann gestalterische und ergonomische Aufgaben über das ganze Werkteil übernehmen. Das Ergebnis ist ein Möbel, ein Werkstück oder ein Gesamtkonzept, das durch diese Oberflächenveredelung eine individuelle und einzigartige Optik und Haptik vermittelt.

Die Tiroler Egger-Gruppe blickt zufrieden auf ihr Ende April abgeschlossenes Geschäftsjahr 2014/2015 zurück. Mit einer konsequenten Innovations- und Investitionsstrategie in die 17 bestehenden Werke konnte der Holzwerkstoff-Hersteller mit nunmehr insgesamt 7400 Mitarbeitern seine Marktstellung behaupten und weiter ausbauen. Zum Umsatzplus von 2,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr trugen vor allem der Bereich der dekorativen Holzwerkstoffe und hier besonders die Märkte Grossbritannien, Deutschland, Italien sowie Teile Zentral- und Osteuropas bei.

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95 Service Branchenspiegel

Raiffeisen erhält Auszeichnung Raiffeisen erhielt eine Auszeichnung des «Prix Visarte» für die Kunstinstallation in der Geschäftsstelle Diessenhofen der Raiffeisenbank Untersee-Rhein. Ɂ prixvisarte.ch

Anfang September wurde erstmals der «Prix Visarte» des Schweizer Berufsverbandes visuelle Kunst verliehen. Bei der Gestaltung von Bauten und urbanen Räumen der öffentlichen Hand wie auch privater Investoren sind künstlerische Fragestellungen ein wichtiges Thema. Die urbanen Zentren erfahren durch die Verdichtung von bestehender Bausubstanz und durch die Umnutzung ehemaliger Industriezonen eine fundamentale Veränderung. Wenn neue Quartiere und neue Wohnformen geschaffen werden, spielen kulturelle und gesellschaftliche Fragestellungen eine immer grössere Rolle. Insbesondere der Kunst kommt in diesem Zusammenhang eine wichtige Bedeutung zu, denn sie kann heikle Prozesse begleiten, brisante Themen erörtern und neue Identitäten schaffen. Obwohl in den letzten Jahren A+T Inserat_3_15_Layout 1 05.08.15 11:17 Seite 1

Die Geschäftsstelle Diessenhofen, die Villa Rosenheim und das imaginative Volumen der Bau-Visierstangen.

bahnbrechende Kunstwerke im Zusammenhang mit der baulichen Entwicklung des Landes geschaffen wurden, fehlt bislang eine gesamtschweizerische Wahrnehmung und Bewertung dieser Projekte. Mit der Ausschreibung des «Prix Visarte» soll diese Lücke geschlossen werden und ein Gütesiegel entstehen, das alle zwei Jahre herausragende Kunstwerke, die im aktuellen Kontext der Fragestellung Kunst und Bau/Kunst im öffentlichen Raum entstanden sind, prämiert. Raiffeisen erhielt eine Auszeichnung des Preises für die Kunstinstallation «Das Instrument des Horizontes – Die Partitur des Blicks» von Yves Netzhammer in der Geschäftsstelle Diessenhofen der Raiffeisenbank Untersee-Rhein. Die Installation entstand in enger Zusammenarbeit mit dem für den Um- und Neubau verantwortlichen Architekten Roman Giuliani

von moos giuliani herrmann. Das fragile Werk vereint Alt und Neu, indem mit branchenüblichen Bau-Visierstangen ein «imaginatives, eigengesetzliches Volumen über der bestehenden Villa Rosenheim und der neu gebauten Filiale Diessenhofen der Raiffeisenbank Untersee-Rhein angezeigt wird». Tradition und Offenheit für Neues erscheinen vereint. Zwei weitere Auszeichnungen gingen an Navid Tschopp für sein Werk «Renaissance/Résistance», mit dem er in Zürich West ohne Auftrag und als Einzelkämpfer gleichzeitig subtil und in seiner politischen Aussage auch plakativ in den öffentlichen Raum eingreift, und an Katja Schenker für ihren Zaun «Kerberos» aus rostigem Stahldraht in Winterthur, der mit seiner Polarisierung zwischen billigem Material und durch das Kunstwerk verursachte Kosten Entrüstung auslöste.

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96 Vorschau Impressum

38. Jahrgang architektur-technik.ch Herausgeberin B + L Verlags AG Steinwiesenstrasse 3 8952 Schlieren Tel. 044 733 39 99 Fax 044 733 39 89 info@blverlag.ch www.blverlag.ch Verleger Peter Boll Geschäftsleitung Patrick Schmid, Philipp Bitzer Inhaltskonzept B + L Verlags AG Gestaltungskonzept Menzi Design (Zürich) Redaktion Uwe Guntern (gun) Christina Horisberger (chh) Anna Ettlin (ale) Philipp Bitzer (phb)

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Die nächste Ausgabe von Architektur +Technik erscheint am 13. November mit dem Dossier Gesundheitsbauten.

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Architektur+Technik 09 2015  
Architektur+Technik 09 2015