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architektur+ technik 3  2015

www.architektur-technik.ch

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kadawittfeldarchitektur, Aachen (D)

Authentische Integration ins Stadtleben Fachwerk — einmal anders Umbau Werkhof Glattbrugg / ZH Struktur — neu interpretiert

Fuss- und Radwegbrücke, Wenduine (B)


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Einführung

EDITORIAL

Tanya Hasler

VERBINDEN SIE DESIGN UND ANWENDUNG FÜR GLÄNZENDE MOMENTE

Wir treten Milliardenwerte mit Füssen Thema der vorliegenden Ausgabe sind Inf-

Infra struk tur verbunden. Der Gotthard-

rastrukturbauten. Sie sind die Basis unse-

pass und seine freie Benutzung waren

res Zusammenlebens. Die technische Inf-

1815 beim Wiener Kongress ein gewich-

rastruktur mit Verkehrs-, Kommunikations-,

tiger Grund für die «offizielle » Anerken-

Energie- und Wasserwegen auf der einen,

nung der Schweizer Neutralität durch die

Franke steht für hohe Qualitätsansprüche in Design und Funktionalität mit Liebe zum Detail.

die soziale Infrastruktur mit Bil dungs-,

Grossmächte. Goethe sah in dem Pass

Dienstleistungs-, Gesundheits- und Kultur-

sogar ein Sinnbild des Lebens, und Rudolf

Franke Water Systems ist ein weltweit führender Anbieter von intelligenten Waschraum- und Sanitärlösungen für den öffentlichen, halböffentlichen und gewerblichen Bereich.

bauten auf der anderen Seite. Ihr Ausbau

Koller hat mit seiner «Gotthardpost » den

und Unterhalt werden das be stimmende

Geist der neuen Zeit heraufbeschworen,

Make it wonderful at Franke.com

Bauthema der Zukunft sein. Und es geht

dem wir in aller Hektik noch heute nach-

dabei um den Erhalt von Milliardenwerten,

jagen. Beim Stichwort Gotthard kommt

die wir, zum Beispiel beim Überqueren

einem sofort das derzeit grösste und teu-

einer Strasse, «mit Füssen treten ».

erste Bauwerk der Welt in den Sinn : die

Die Infrastruktur begleitet die Menschheit

NEAT. Alt Bundesrat Moritz Leuenberger

seit ihren Anfängen. Bewun dernswert

meinte dazu : «Mit diesem Tunnel bauen

sind heute noch die Ruinen des Kolosse-

wir mit an den Infrastrukturen Europas

ums oder der römischen Aquä dukte, ohne

und beweisen so : Wir gestalten unseren

welche die Ewige Stadt mit ihren bis zu

Kontinent mit ...» Das Tunnel-Pendant für

einer Million Einwohnern nicht überle-

die Strasse drängt ja gerade wieder auf

bensfähig gewesen wäre. Auch die

die Abstimmungsagenda.

Schweizer Geschichte ist eng mit der

Uwe Guntern, Redaktor

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FRANKE_Architektur_Technik _250x350_bleed.indd 1

09.02.2015 16:45:59


3 2015

24 Ambiente — Beläge und Aufzüge

Aktuell Standpunkt

4 6 16

Kindergarten-Neubau, Gräfenroda (D)

18

Aufzüge

Kommentar

20

Aussenschächte als attraktive Türme.

Produkte 22

Eine grüne Oase in der Altstadt.

24 30

architektur + technik 3| 2015

ächer, ä

ung,

Auftakt : Dachsysteme

us o e 54

Umbau Werkhof Glattbrugg / ZH

56

Struktur — neu interpretiert.

Fachwerk einmal anders gedacht.

2

echnik

50

Dachschindeln für alle Anforderungen.

Authentische Integration ins Stadtleben.

Gebäude und Strukturen.

48

Mobilität für 145 000 Personen im Wiener Hauptbahnhof.

Architektur — Infrastrukturbau

Fenster zur Romandie

46

Fahrtreppen

Gute Gestaltung und Bauingenieure sind kein Widerspruch.

Fussgängerbrücke, Wenduine (B)

44

ussabdruc radi al reduziert

Termine

Umbau Hauptbahnhof Salzburg (A)

40

Textiler Bodenbelag o

Über Auszeichnungen und neue Partner.

Auftakt : Stadtgarten Zug

38

Fliesen-Serie berücksichtigt Bedürfnisse der Kinder.

Von neuen Hochschulbauten und Wohnquartieren.

Wirtschaftsnotizen

Auftakt : Holzverkleidung un tionalit t trifft stheti

Fussball und Infrastrukturbau im Wettbewerb.

Architekturszene

44

36

Wohnhaus, Balzers (FL) Ein «Adlerhorst » aus Schaumglas und Holz.

60


Lichtkuppeln

Durchsturzgitter

64 Forschungszentrum, Frankfurt am Main (D)

Flachdachfenster

64

Leichte Folienkissen als Innenhofüberdachung.

Produkte am Bau

66

Gründachoasen und Flachdachfenster.

Produkte

68

Baupraxis — Arbeitswelten im Diskurs Auftakt : Material-Revolution

70

Lichtbänder

Nachhaltig und multifunktional.

Flächenbedarf

72

Der Kampf um den letzten Boden.

Weiterbildung

78

Ausklang Fundstücke

79

Vorschau / Impressum

80 0

ISBA AG Industriestrasse 15 4222 Zwingen Tel. +41 61 761 33 44 Fax +41 61 761 33 60 info@isba.ch www.isba.ch

3| 2015 architektur + technik 3


Aktuell

STANDPUNKT FUSSBALL UND INFRASTRUK TUR Was hat Fussball mit Infrastrukturbau zu

Am 1. Juli 2014 lösten sich die Schweizer Fuss-

ten. Würde man Blatt für Blatt fein säuberlich

tun? Eine Frage, die sich nicht ohne Weiteres

ballträume in der Arena São Paulo in der

nebeneinanderlegen, entstünde eine Akten-

stellt beziehungsweise erschliesst. Aber

118. Minute mit einem Schlag — oder besser

sammlung von gut 14 km Länge. Und das

Benedikt Koch, Geschäftsführer des Fach-

mit einem Schuss — in Luft auf : Die Schweiz

Regelwerk wächst weiter : So nimmt das Bun-

verbandes Infra, zeigt die Zusammenhänge —

schied an der Fussball-WM 2014 aus. Das WM-

desrecht jährlich um mehrere Tausend Seiten

mit einem Augenzwinkern — auf und macht

Achtelfinal war ein attraktives, intensives

zu. Von der Regelungsflut und Regulierungs-

so die aktuelle Situation des Infrastruktur-

Spiel.

wut ist die Baubranche ganz besonders

baus deutlich. Beim Text handelt es sich um

betroffen : 140 000 Gesetzes- und Verord-

die Kurzversion eines Referates, das Ben-

Die Regeln

nungsartikel von Bund, Kantonen und

dikt Koch an der Infra-Tagung 2015 im KKL

Die ersten Spielregeln legte der englische

Gemeinden betreffen einzig und alleine das

Luzern gehalten hat.

Fussballverband vor 150 Jahren fest. Seitdem

Baurecht. Wie ein Bericht des Bundes zeigt,

TEXT Bendikt Koch

wurden sie ständig dem Zeitgeist und dem

kosten die Regulierungen alleine im Hochbau

technischen Fortschritt angepasst. Heute

1,6 Milliarden Franken pro Jahr.

wacht die FIFA auf dem Zürichberg über das

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architektur + technik 3| 2015

internationale Regelwerk, das insgesamt

Das Spielfeld

17 Spielregeln umfasst. Sie reichen aus, um

In der Regel Nummer 1 hat die FIFA das Spiel-

auf der ganzen Welt Fussball spielen zu kön-

feld definiert : Es muss rechteckig und mit

nen. Die Regeln für die Schweizer Bauwirt-

Linien gekennzeichnet sein. Die beiden län-

schaft werden weder in England noch in

geren sind die Seitenlinien, die beiden kürze-

Zürich, sondern im Bundeshaus und, weit

ren die Torlinien. Der Untergrund darf Natur-

umfangreicher, in den Amtsstuben der Bun-

rasen oder grüner Kunstrasen sein. So einfach

des verwaltung gemacht. Dort werden

ist das. Auf einem weit schwierigeren Spiel-

Gesetze, Verordnungen und Richtlinien am

feld bewegen sich die Akteure der Bauwirt-

Laufmeter produziert. So hat das Bundesrecht

schaft. Wie gross ist das Feld ? Wo verlaufen

heute rund 4800 Erlasse. Auf 67 000 A4-Sei-

die Begrenzungslinien? Niemand weiss das


ganz genau. Es ist auch nicht immer bekannt,

haben werden, hängt wesentlich von unse-

Spielraum auch im Infrastrukturbau zulassen,

wo die Tore stehen. Bekannt ist hingegen,

rem Engagement für den Nachwuchs ab.

damit jeder Beteiligte seine Stärken ausspie-

dass in den letzten Jahren das Spielfeld für

Diesbezüglich stehen wir bestimmt nicht

len kann, entsteht ein attraktives Spiel. Für

den Infrastrukturbau laufend kleiner wurde.

schlecht da. Die Anzahl der Lernenden im

die Spieler, den Schiedsrichter wie auch die

Und es hat nicht mehr nur vier, sondern

Berufsfeld Verkehrswegbau ist seit mehre-

Fans. Natürlich unter Einhaltung der existie-

unzählige Linien : Gesetze, Verordnungen,

ren Jahren konstant hoch. So besuchen über

renden Regeln und unter der Leitung eines

Weisungen, Richtlinien und Normen auf allen

1000 Lernende aus allen deutschsprachigen

kompetenten Schiedsrichters. So können

Stufen schränken den Spielraum enorm ein.

Kantonen und dem Fürstentum Liechten-

Planer planen und Unternehmer etwas

stein die Berufsfachschule Verkehrsweg-

unternehmen. Hoffen wir, dass das folgende

bauer in Sursee. Wie Fussball-Junioren brau-

Zitat von Günter Netzer über die Fussball-

Ein wichtiger Mann auf dem Fussballplatz ist

chen auch die Lernenden eine optimale

WM 2010 in Südafrika nicht dereinst auf den

der Schiedsrichter. Gemäss FIFA-Regel Num-

Betreuung — auf wie neben dem Platz. Dabei

Infrastrukturbau angewandt werden muss :

Der Schiedsrichter mer 5 sorgt dieser dafür, dass die Regeln ein-

ist nicht die Arbeit auf der Baustelle ent-

«Das war eine gut organisierte WM mit grau-

gehalten werden. Neue Regeln darf er aber

scheidend, ob eine Lehre erfolgreich abge-

samem Getöse, mit schlechten Schiedsrich-

nicht erfinden. Ein so hohes Mass an Good

schlossen werden kann. Es sind vielmehr die

tern und durchschnittlichem Fussball.»

Governance bei der FIFA verdient Anerken-

weichen Faktoren wie ein gutes Arbeits-

nung. Im Infrastrukturbau ist es nämlich

klima, gegenseitiges Vertrauen, eine offene

etwas anders. Als unberechenbarer Schieds-

Gesprächskultur und klare, verbindliche

richter führt sich zurzeit die Wettbewerbs-

Regeln.

kommission auf. So stellt sie ohne Not bewährte Instrumente, die als Orientie-

Die Fans

rungshilfe für Bauherren, Planer und Unter-

Ein kaum zu unterschätzender Faktor beim

nehmer dienen und absolut nichts mit Preis-

Fussball sind die Fans. Diese wollen etwas

absprachen zu tun haben, infrage. Es scheint,

erleben und ihre Mannschaft zum Siegen

dass die WEKO inzwischen das halbe Spiel-

antreiben. Sehr zum Leidwesen der Klubs

feld zum Strafraum erklärt und nur schon bei

und der Polizei geschieht dies immer häufi-

der Gefahr eines Fouls irgendwo auf dem

ger auch mit unerlaubten Mitteln. Weil Aus-

Platz einen Penalty pfeift. Hilft eine solche

schreitungen an Fussball-Spielen nicht per

eigenmächtige Auslegung der Spielregeln

se ein sportliches, sondern vielmehr ein

durch eine Behörde tatsächlich einer inno-

gesellschaftliches Problem sind, zeigen sich

vativen und wettbewerbsfähigen Volkswirt-

ähnliche Entwicklungen auch in der Bauwirt-

schaft ? Vielleicht sollten sich die zuständi-

schaft. Von Hooliganismus zu sprechen,

gen Herren von der WEKO mal mit Sepp

wäre zwar etwas vermessen. Doch auch bei

Blatter auf einen Kaffee verabreden und sich

uns gehören die Zuschauer längst zur Mann-

von ihm die Aufgaben eines Schiedsrichters

schaft : Medien, Politiker, Parteien, Verbände,

Benedikt Koch

erklären lassen.

Gemeinden und Einzelpersonen bringen sich

Nach seiner Dissertation am Institut für

ein und glauben, die beste Lösung und

Agrarwirtschaft der ETH Zürich zum Dr. sc.

klügste Taktik zu kennen. Alle wollen mit­

techn. absolvierte Benedikt Koch eine Aus-

Die Mannschaften Im Fussball wie auch im Infrastrukturbau

reden, wenn es darum geht, wie ein Spiel

bildung zum Projektmanager Bau an der

sind die Mannschaften von grösster Bedeu-

ablaufen und ausgehen soll. Einige

Hochschule Technik+Architektur Luzern.

tung. Die richtigen Spieler auf der richtigen

be­schrän­ken sich auf Fan-Gesänge, andere

Zunächst war er als Wissenschaftlicher Mit-

Position : Das ist die zentrale Herausforde-

brennen jedoch permanent Pyros ab.

arbeiter an der ETH tätig. Über die Batigroup

rung jedes ambitionierten Fussballklubs. Der Schlüssel zum Erfolg ist sicher die Nach-

Mehr Raum für alle

Holding AG und die Implenia Schweiz AG fand er zum Fachverband Infra, dessen Geschäfts-

wuchsabteilung. Die Frage, ob wir in Zukunft

Fussballer brauchen Raum, um schöne

führer er seit 2007 ist.

genügend gute Leute in der Bauwirtschaft

Angriffe lancieren zu können. Wenn wir den

www.infra-schweiz.ch

3| 2015 architektur + technik 5


Aktuell

ARCHITEKTURSZENE Design & Kunst in Emmenbrücke

Gewerbehaus im Baurecht

Der Umzug der Hochschule Luzern — Design & Kunst nach Emmen-

Die vom Winterthurer Möbel-Designer Stefan Irion ins Leben geru-

brücke wird immer konkreter.

fene Genossenschaft Gewerbehaus Taggenberg plant, auf städtischem Land ein Gewerbehaus im Baurecht zu erstellen. Dies,

Mit der Baubewilligung des Gemeinderates von Emmen können in

nachdem die Stadt Winterthur ein entsprechendes Projekt vor

der Viscosistadt in Emmenbrücke die Umbauarbeiten am «Bau 745 »

zwei Jahren beerdigt hat.

in Angriff genommen werden. Im Sommer 2016 wird die Hälfte der Das Interesse an einem genossenschaftlichen Gewerbeprojekt mit

Industriegebäude einziehen. Für die Viscosistadt AG ist es der Start-

vielen KMUs unter einem Dach, günstigen Mieten und direkt an der

schuss für die Neuausrichtung des Areals — dazu gehört auch der Bau

Autobahnausfahrt in Winterthur Wülflingen sei zu gering. Mit die-

des Emmenparks.

sen Worten beerdigte der Winterthurer Stadtrat Anfang 2013 sein

Im «Bau 745 » der Zürcher Architekten EM2N werden in Zukunft den

Projekt «Gewerbehaus A1 ». Der Möbelbauer Stefan Irion liess sich

Studierenden neben Ateliers und Unterrichtsräumen schallgeschützte

davon nicht beirren und beantragte bei der Stadtentwicklung einen

Tonstudios und Schnittplätze zur Verfügung stehen sowie Medienla-

Baurechtsvertrag. Stefan Irion begründete gegenüber dem «Land-

bors, Austellungsräume, eine Lounge sowie eine Bibliothek. «In der

boten » vom 23. Januar 2015 sein Engagement damit, dass «das

Viscosistadt besteht bereits heute ein Netzwerk aus Industrie, Krea-

Projekt der Stadt nicht schlecht [war], aber es war auch nicht fer-

tivwirtschaft, Gewerbe, Handwerk und Kultur. Für die Designerinnen

tig ». Gewerbler wünschen sich im Allgemeinen eher einen Land-

und Künstler der Hochschule Luzern bietet Emmen zudem breite Mög-

kauf zur Alleinbewirtschaftung. Das Potenzial sieht Stefan Irion

lichkeiten der gesellschaftlichen Beteiligung », freut sich Gabriela

aber darin, dass eine genossenschaftliche Nutzung auch Vorteile

Christen, Direktorin des Departements Design & Kunst. Dieser enge

birgt. Nicht nur sind es günstige Gewerbeflächen, sie sind auch noch

Bezug zum Umfeld schlägt sich auch in der Architektur des Gebäudes

unkompliziert zu bekommen und gewähren Stabilität auf lange

nieder. Das durchlässig gestaltete Erdgeschoss mit Bibliothek, Aus-

Sicht. Die genossenschaftliche Trägerstruktur macht eine reine

stellungsräumen und Aktionsraum ist öffentlich und soll sich zum kul-

Kostenmiete über mehrere Generationen möglich. Eine Chance des-

turellen Zentrum des neuen Stadtquartiers entwickeln. Das 80 000 m²

halb für Betriebe, die selber bauen möchten, aber dafür zu klein

grosse Gelände der Viscosistadt steht mit dem Einzug der Hochschule

sind oder den Aufwand meiden wollen. Die Genossenschaft inves-

im Sommer 2016 vor einer bedeutenden Veränderung. Innerhalb der

tiert rund 22 Millionen Franken in das Gebäude. Sie benötigt dafür

nächsten Jahre soll es sich vom klassischen Industrie-Areal zu einem

etwa 8 Millionen Franken Eigenkapital. Nun sind zwei weitere Mit-

vielfältigen Werk- und Denkplatz entwickeln. Bereits heute sind mehr

glieder nötig, um die Genossenschaft zu gründen, die dem Planer-

als 50 Firmen oder Freischaffende aus Industrie, Gewerbe und Bil-

team den Auftrag für die Baueingabe erteilen kann. Ein ambitio-

dung aus über 15 Branchen auf dem Areal tätig.

niertes, aber auch zeitgemässes Projekt.

www.hslu.ch / www.viscosistadt.ch

www.gewerbehaus-taggenberg.ch

Rendering : EM2N

Hochschule Luzern — Design & Kunst als Mieterin ins ehemalige

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architektur + technik 3| 2015


Wohnen in Leutschenbach-Mitte

Die SBB haben die Architektur-Projekte für die Überbauung Zoll-

Der junge Zürcher Architekt Andreas Feurer hat zusammen mit

strasse am Zürcher Hauptbahnhof vergeben. Gewonnen haben

Atelier Oriri in Kehrsiten mit dem Projekt «souq» ein neues Wohn-

das Projekt Made in Sàrl in Genf für den Perimeter Dienstleistung,

bauprojekt für das rasant wachsende Quartier im Norden von

Esch Sintzel Architekten in Zürich für den Perimeter Wohnen.

Zürich für sich entschieden.

Die Europa-Allee auf dem Südareal des Hauptbahnhofes bekommt in

Das ehemalige Gewerbe- und Industriegebiet Leutschenbach ist bis

den kommenden Jahren ein Pendant. Nördlich der Gleise an der Zoll-

heute noch mehrheitlich von Büro- und Gewerbebauten geprägt ;

strasse planen die SBB in enger Zusammenarbeit mit der Stadt Zürich

dieses Bild wird jedoch in den kommenden Jahren stark aufgemischt.

eine attraktive Überbauung mit Wohnungen, Dienstleistungen, Gas-

In den nächsten 10 bis 15 Jahren ist mit einer (weiteren) Bevölke-

tronomie und Läden. Die SBB hatten für den östlichen Teil des Areals

rungszunahme von rund 7000 Einwohnern zu rechnen: 2000 neue

Zollstrasse — das Teilareal West wurde an die Genossenschaft Kalk-

Wohnungen sollen das Quartier beleben.

breite verkauft — zwei Architektur-Wettbewerbe ausgeschrieben,

Die Voraussetzungen in Leutschenbach sind gut, um die bestehen-

deren Resultate seit Anfang Februar vorliegen. Aus dem Projektwett-

den Strukturen mit einer städtischen Siedlung zu ergänzen, so den

bewerb «Wohnen » gingen Esch Sintzel Architekten in Zürich als Sie-

Anteil an gemeinnützigen Wohnungen zu erhöhen und eine leben-

ger hervor. Das Projekt überzeugte die Jury durch eine robuste städ-

dige Durchmischung des Quartiers zu erreichen: Die neu konzipierte

tische Architektur, die gut im Kreis 5 verankert ist. Verteilt auf drei

Leutschenbachstrasse mit den gepflanzten Bäumen verbindet quasi

Gebäude entstehen insgesamt rund 130 Mietwohnungen. In den Erd-

als Boulevard Zürich-Leutschenbach mit dem wachsenden Wohn-

geschossen sind publikumsorientierte Nutzungen geplant. Die unter-

quartier Glattpark, der Leutschenpark ist eröffnet, der Riedgraben

schiedlich geformten Gebäude haben gestaffelte Höhen von sechs

renaturiert und die Anbindung an den öffentlichen Verkehr ist attrak-

bis acht Geschossen. Sieger beim Projektwettbewerb «Dienstleis-

tiv. Das Siegerprojekt «souq » überzeugte die Jury mit seiner klaren

tung » ist das Genfer Architekten-Team Made in Sàrl. Für die Jury aus-

und einfachen städtebaulichen Setzung. Die beiden aufeinander aus-

schlaggebend war das Konzept für zwei neue Bürogebäude am Kopf

gerichteten, leicht gestaffelten U-förmigen Baukörper bilden eine

der Zollstrasse und entlang des Perrons. In den Erdgeschossen mit

weitläufige Grossform und entsprechen dem Leitbild Leutschenbach

einer dynamischen Glasfront sind öffentliche Nutzungen geplant,

(2012). Die eingeschriebene, «souq »-ähnliche Gestaltung des

darunter Richtung Bahnhof ein Restaurant mit einer Terrasse. Der

Innenbereichs — nutzbar für Quartier und Bewohner — ist grosszü-

Gestaltungsplan schreibt vor, dass die Überbauung die Energiekenn-

gig verbunden mit dem Leutschenpark und bringt einen überzeu-

werte von Minergie-P-Eco einhält. Ein Mobilitätskonzept soll autoar-

genden, identitätsstiftenden Mehrwert fürs urbane Leben. Er über-

mes Wohnen ermöglichen. Die Stadt plant den Umbau der Zollstra-

lagert den Grossmassstab mit einer kleinteiligen Gewerbe- und

sse in eine fuss- und velofreundliche Strasse.

Atelierwelt sowie Plätzen für Spiel und Zusammensein.

www.sbb.ch /sbb-konzern

www.stadt-zuerich.ch

SBB Zürich

Zollstrasse Zürich

3| 2015 architektur + technik 7


Aktuell

Perfekt geeignet

Neuer Showroom

Die ultrakompakte Oberfläche Dekton von

Der Zürcher Showroom von Artemide zeigt

Cosentino eignet sich perfekt für vorge-

sich in neuem Kleid. Für die Auffrischung

hängte hinterlüftete Aussenfassaden.

des Farb- und Ausstellungskonzepts verantwortlich zeichnete die Designerin Carlotta de Bevilacqua.

Mit dem Europäischen Bewertungsdokument (ETA 14 / 0413) wird neu bescheinigt, dass sich Dekton aufgrund seiner hervorragenden

Gegründet 1960 — in den aufstrebenden Jah-

technischen Eigenschaften unter Verwen-

ren des italienischen Designs, ist Artemide

dung verschiedener unsichtbarer Befesti-

heute einer der bekanntesten Leuchtenher-

gungen aus Stahl oder Aluminium perfekt zur

steller weltweit. Repräsentiert durch die Phi-

Dekton wurde im Bewertungsverfahren

BUCHTIPP Rom des Ostens

besonders im Hinblick auf Windwiderstand,

Wer die Architektur von Vilnius kennt, weiss,

Innovation und «Made in Italy ». Artemide hat

Schlagfestigkeit, Brandverhalten und Lang-

dass sie über das homogenste barocke

mit diversen Leuchten einen wesentlichen

lebigkeit bewertet.

Ensemble nördlich der Alpen verfügt. Die

Beitrag zur internationalen Entwicklung des

Durch diese Zertifizierung wird das ultra-

grösste Altstadt Osteuropas, bekannt als

Designs beigetragen und Ikonen geschaffen,

kompakte Material offiziell zum Multitalent.

«Rom des Ostens » ist zudem UNESCO-Welt-

die weltweit in den wichtigsten Design-

Somit überzeugt es nicht nur durch seine

kulturerbe. Wenige wissen jedoch, dass die

Museen vertreten sind. Dazu gehören unter

vielseitigen Anwendungsmöglichkeiten im

florierende Baltikum-Metropole eine wech-

anderem die beliebte Architekten-Lampe

Bereich des Innenausbaus und der Fassade,

selvolle Geschichte hat, die sich auch in ihrem

«Tolomeo », 1989 von Michele De Lucchi und

sondern auch durch seine technischen

Stadtbild widerspiegelt. Hier finden sich

Giancarlo Fassina entworfen, oder auch

Eigenschaften. Zum idealen Material für Fas-

auch alle Stilrichtungen der jüngeren und

«Pipe » (2004) von Herzog & De Meuron.

sadenverkleidung wird Dekton unter ande-

jüngsten Architektur-Geschichte.

Seit 2008 besitzt Artemide einen eigenen

rem durch seine hohe mechanische Wider-

Der «Architektur-Führer Vilnius » von DOM

Showroom an der Bärengasse in der Zürcher

standsfähigkeit, geringe Wasserabsorption,

publishers wandelt nicht auf den abgetrete-

Innenstadt, der von Carlotta de Bevilacqua

sehr gute Farb- und Formstabilität, hohe UV-

nen Pfaden der Altstadt, sondern spürt der

gestaltet wurde. Im erneuerten Showroom mit

und Fleckenbeständigkeit bei Hitze, Frost

litauischen Baukunst nach 1900 auf. Denn

seinem klaren Gestaltungskonzept kann sich

und Tau.

ungeachtet der wechselnden politischen

das Sortiment der Ambiente- und Architektur-

www.cosentinogroup.net

Verhältnisse waren die in Vilnius bauenden

Leuchten von Artemide bestens entfalten.

Architekten stets bestrebt, eine eigene,

www.artemide.ch

Integration in hinterlüftete Fassaden eignet.

losophie «The Human Light » steht der Leuchtenhersteller stellvertretend für Design,

unverwechselbare Architektur zu schaffen. Sie verbanden traditionelle Motive mit internationalen Einflüssen und schufen so ein individuelles Stadtbild. Während der Sowjetzeit war der litauische Serienbau führend, doch auch darin hat die Architektur ihre Eigenständigkeit bewahrt und sich eher an Skandinavien als an Russland orientiert.

Julija Reklaite / Ruta Leitanaite (Hg.)

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architektur + technik 3| 2015

252 Seiten, über 300 Abbildungen, Softcover, ISBN 978-3-86922-356-8, DOM publishers, Berlin 2015, CHF 38.20

zvg

zvg

Vilnius


Innovativer Architektur-Diskurs Jan De Vylder, Inge Vinck und Jo Taillieu sind wichtige Protagonisten des innovativen Architektur-Diskurses in Belgien. Mit temporären Eingriffen hinterfragen sie bis 5. April die Ausstellungsräume von gta Ausstellungen der ETH auf dem Hönggerberg.

Das Architektur-Büro hinterfragt unter ande-

BUCHTIPP Kultivierung des Gewöhnlichen

rem mit spielerischer Leichtigkeit KonventioTypologien und Materialien. Mit bildlichen Ins-

BUCHTIPP Strategische Antworten

pirationen erzeugen sie Assoziationen, um

Die erste Monografie zum Schaffen des Zür-

nen von baulichen Funktionen, Proportionen,

Auf dem ehemaligen Gleisbereich des Wiener

einen rein deterministischen Pragmatismus

cher Architektur-Büros Galli Rudolf präsen-

Nordbahnhofs ist ein spannendes zeitgenös-

zu vermeiden und die Grenzen der Architek-

tiert ein Spektrum architektonischer Arbei-

sisches Wohnbauensemble entstanden. Die

tur zu erweitern. Entwurf und Konstruktion

ten an der Schnittstelle von Städtebau und

jüngst vollendete Überbauung ist das Resul-

sind in konstanter Entwicklung und reagieren

Landschaftsraum. Charakteristisch für die

tat einer internationalen Zusammenarbeit

ad hoc auf Vorschriften und Wünsche der Auf-

Entwürfe von Andreas Galli (*1958) und Yvon

dreier Büros : Architekt Werner Neuwirth

traggeberschaft. Die Architektur von De Vyl-

Rudolf (*1962) sind ihr umsichtiger und raf-

(Wien), von Ballmoos Krucker Architekten

der, Vinck und Taillieu ist nie ganz vollendet :

finierter Umgang mit typologischen, denk-

(Zürich) und Sergison Bates Architects (Lon-

Die Unvollständigkeit soll die Vorstellungs-

malpflegerischen und raumplanerischen Fra-

don). Auftraggeber ist die Gemeinnützige

kraft der Nutzer erweitern und ihnen die Frei-

gen. Die Siedlungsentwicklung an den

Bau-, Wohn- und Siedlungsgenossenschaft

heit geben, das Gebaute selber weiter zu

städtischen Rändern und in ausserstädti-

Neues Leben. Die Baumonografie widmet

gestalten.

schen Gebieten stellt eine der dringendsten

sich dem Ensemble mit seinen drei Gebäuden

Die Architekten sind von gta Ausstellungen

Planungsaufgaben der letzten Jahre dar.

mit einem Gesamtvolumen von rund 90 Woh-

eingeladen worden, deren Ausstellungsräume

Anhand von rund zehn Bauten wird das Werk

nungen. Sie verkörpern drei stark individu-

zu überdenken. Mit temporären baulichen Ein-

von Galli Rudolf vorgestellt — mit Plänen,

elle Architektur-Kulturen, jede mit einem

griffen haben sie einen ortsspezifischen Vor-

Grundrissen und zahlreichen Fotografien,

eigenen Ansatz zum zeitgenössischen städ-

schlag entwickelt.

unter anderen von Helène Binet, Tom Bisig,

tischen Wohnbau. Die drei Häuser stehen in

www.ausstellungen.gta.arch.ethzh.ch

Ralph Feiner, Roger Frei, Hannes Henz und

einem komplexen Bezug zueinander,

Dominique Mar Wehrli.

wodurch auch der öffentliche Grund zwi-

Mit Beiträgen von Reto Pfenninger, Yehuda

schen ihnen zu einem markanten Teil des

E. Safran, Caspar Schärer und Sabine von

Projekts geworden ist. Mit Texten von

Fischer sowie einem Gespräch von Inge

Lorenzo De Chiffre, Dietmar Steiner und

Beckel mit Andreas Galli und Yvonne Rudolf.

Klaus-Jürgen Bauer. Fotografien von Karoline Mayer und Stefan Müller.

Drei Häuser in Wien

Sabine von Fischer (Hg.)

96 Seiten, 45 farbige und 19 schwarz-weisse Abbildungen und Pläne Broschur, ISBN 978-3-906027-53-1, Park Books, Zürich 2014, CHF 34.—

Galli Rudolf Architekten 320 Seiten, 166 farbige und 367 sw Abb. und Pläne, geb., ISBN 978-3-906027-50-0, Scheidegger & Spiess, Zürich 2014, CHF 69.—

3| 2015 architektur + technik 9


Aktuell

ARCHITECT@WORK

ARCHITECT@WORK Mittwoch / Donnerstag, 6.+7. Mai 2015 11—20 Uhr, Messe Zürich www.architectatwork.ch

Auch dieses Jahr findet vom 6. bis 7. Mai in der Messe Zürich der Fach-Event ARCHITECT@WORK statt; exklusiv für ArchitekturSchaffende, Innenarchitektinnen und -architekten sowie Ingenieurbüros und andere Planer. Schwerpunktthema ist «Holz und Architektur».

An diesen beiden Frühlingstagen wird das Messegelände in ZürichOerlikon wieder zum Schauplatz eines der weltweit erfolgreichsten Fach-Events für Architekten. Bereits bis Anfang Februar haben sich über 130 Hersteller aus allen Bereichen der Baubranche für die Veranstaltung in Zürich angemeldet. Erstmals konnte die Vereinigung der Schweizer Innenarchitekten/-architektinnen (www.vsi-asai.ch) als Kooperationspartner gewonnen werden. Schwerpunktthema der diesjährigen Veranstaltung wird «Holz und

ARCHITECT@WORK finden zum Thema Baustoff Holz Vorträge

Architektur » sein. Der Baustoff erlebt in der zeitgenössischen, vor-

renommierter Architekten statt sowie eine Sonderschau der Mate-

nehmlich in der mitteleuropäischen und skandinavischen Architek-

rialplattform raumProbe. Das Vortragsprogramm wird vom Partner

tur seit Jahren ein Revival und beflügelt die Architektur-Visionen

Stylepark (www.stylepark.com) kuratiert, einer unabhängigen und

ebenso wie die Entwicklung neuartiger Materialien, Konstruktions-

internationalen Plattform für Architektur und Design.

weisen und Lösungen im mehrgeschossigen Holzbau. Auf der

www.architectatwork.ch

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architektur + technik 3| 2015


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Aktuell

Grossprojekte mit Holz

Hölzerner Pavillon

Im Auftrag des Bundesamts für Umwelt BAFU hat der Kompetenz-

Für den Uni-Campus der EPF Lausanne baut Kengo Kuma den holz-

bereich Marktforschung und Baumonitoring der Berner Fachhoch-

gedeckten Pavillon «Under One Roof». Vergangenen Februar

schule Architektur, Bau und Holz die Marktentwicklung bei Gross-

wurde der Grundstein gelegt, der Bau soll im Herbst 2016 fertig-

projekten in Holzbauweise untersucht. Der Schlussbericht zeigt:

gestellt sein und das Montreux Jazz Lab mit Café, ein Museum der

Die Anzahl der bewilligten Grossprojekte hat von 2010 bis 2013

Zukunft und Ausstellungsflächen bei sich aufnehmen.

um über 20 Prozent zugenommen.

Kengo Kuma gewann das Projekt 2012 in Zusammenarbeit mit dem Das Forschungsprojekt stützte sich auf die Baubewilligungen von

Zürcher Architektur-Büro Holzer Kobler. Der 260 m lange markante

Grossprojekten in Neubau und An-/Umbau der Jahre 2010—2013

Pavillon soll eine Plattform werden für experimentelle Kunst und

gemäss Gebäudedatenbank der BFH. Die Daten wurden für die

Wissenschaft, das Montreux Jazz Lab (die EPFL digitalisiert u.a. die

Gebäudekategorien Wohnen, Gewerbe und öffentliche Bauten ana-

Audio- und Videoträger des Montreux Jazz Festivals) beherbergen

lysiert. Dabei konnte evaluiert werden, dass in den untersuchten Jah-

sowie den Uni-Campus mit weiteren Einrichtungen beleben. Nicht

ren in der Schweiz über 8500 Grossprojekte mit rund 20 000 Gebäu-

nur der Bund steuert 18 Millionen Franken bei, auch private Insti-

den bewilligt wurden. In den 2013 bewilligten Grossprojekten (2300)

tutionen wie etwa die Grandur Foundation of Art finanzieren das

besitzen 7,3 Prozent eine Tragkonstruktion aus Holz und 11,5 Pro-

Projekt mit. Jean Claude Grandur gründete sein Engagement mit

zent eine Fassade mit Holz. An der online durchgeführten Befragung

der Überzeugung, dass sich Kunstmuseen der Zukunft vermehrt

nahmen an die 300 Experten teil. Die Ergebnisse zeigen, dass Gross-

an den Schnittstellen und im Bereich des Experimentes positionie-

projekte mit Tragkonstruktionen in Holz überdurchschnittlich oft

ren sollten. Die Verbindung zwischen Kunst und Wissenschaft

Holzfassaden aufweisen und dass zu knapp 80 Prozent Holz- bzw.

bringt der neue Pavillon durch seine Länge und im Sinne eines

Holz-Metall-Fenster eingesetzt werden. Bei Grossprojekten mit Kon-

«Rückgrates » quer durch den Cosandey-Platz zum Ausdruck.

struktionen in Holz werden die Materialentscheidungen nach Anga-

«Unsere Absicht war es, die drei neuen Orte — das Museum der

ben der Teilnehmenden grundsätzlich früher getroffen als bei Mas-

Zukunft, das Montreux Jazz Lab [im südlichen Teil zum See] und

sivbauten. Dies trifft auch auf den Entscheidungsprozess bei

das Kunstmuseum unter einem Dach zu vereinen », erklärt Kengo Kuma. Die Jury des offenen Wettbewerbs im Jahr 2012 überzeugte

weise sind neben der Nachhaltigkeit und der Statik auch Anschaf-

dabei vor allem die Einfachheit der Holzstruktur als eines traditi-

fungs- und Erstellungskosten, Aussehen /Ästhetik und Raumkom-

onellen und modernen Materials als auch die Offenheit zum Platz,

fort. Die Kostendifferenz zwischen Holzbau- und Massivbauweise

der u.a. vom Rolex Learning Center (SANAA Architekten) flankiert

wird aus Sicht der Experten als eher abnehmend eingeschätzt,

wird. Auch die Glimmersandsteinbedachung ist von traditioneller

besonders wenn gleichwertige Lösungen verglichen werden.

Architektur inspiriert.

(Quelle und ausführlicher Medienbericht : www.lignum.ch)

www.actu.epfl.ch /news /where-science-art-and-society-meet

EM2N Überbauung Hegianwandweg Zürich

Fassaden zu. Wesentliche Entscheidungskriterien für die Holzbau-

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architektur + technik 3| 2015


Dreiarmige Passage Insgesamt sieben Häuser haben die Architekten Meili Peter, Zürich und München, in der Münchner Innenstadt neu gebaut, saniert oder umgestaltet.

Auf dem Areal, abgeschottet von der Öffentlichkeit, wurden einst die «Süddeutsche Zeitung » und die «Abendzeitung » gemacht. Nach den Plänen von Meili Peter ist aus dem Hofstatt-Areal ein vielgestaltiger Ort geworden mit einer Mischung aus Wohnen, Arbeiten und Einkaufen. Für die Architekten galt es, sowohl Neubauten als auch denkmalgeschützte Objekte im Geviert zu einem grossen Ganzen zusammenzufügen. Die gewachsene Struktur des Blocks blieb dabei unangetastet. Zusammenhalten und mit der Umgebung in Verbindung gebracht ist die Überbauung durch eine dreiarmige, geschwungene Passage, die sich wie ein inneres Organ in die Gebäudestruktur einfügt und heute den öffentlichen Zugang aus drei Richtungen ermöglicht. Für die Fassaden arbeiteten die Architekten mit dem Fassadenspezialisten HD Wahl zusammen. Meili Peter haben in München einige Projekte in Planung, u.a. die Wohnüberbauung Gleisharfe.

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3| 2015 architektur + technik 13


Aktuell

Architektur der Unabhängigkeit

(Un)möglich?

Das Vitra Museum zeigt bis zum 31. Mai in der Ausstellung «Afri-

Architektur als künstlerische Fragestellung, das kreative Aufbre-

kanische Moderne» experimentelle und futuristisch anmutende

chen des materiellen Raums, Gebäude als hellwache Träume: Was

Architektur, die in den Jahren der Unabhängigkeit und wachsen-

geschieht, wenn Kunstschaffende ihren unkonventionellen Blick

den nationalen Identität der jungen Staaten entstanden ist.

auf das Bauen und die Bedingungen des Raums richten. Dieser Frage geht die Ausstellung «(un)möglich!» nach, die bis 31. Mai

Als viele afrikanische Länder südlich der Sahara in den 1960er-Jah-

im MARTa Herford Museum in Herford (Deutschland) zu sehen ist.

ren ihre Unabhängigkeit erlangten, wurde experimentelle und futuristisch anmutende Architektur zu einem wesentlichen Mittel, die

Erstmalig werden in einer umfassenden Überblicksausstellung rea-

nationale Identität der jungen Staaten zum Ausdruck zu bringen. Die

lisierte Gebäude und Räume, Modelle und Entwürfe möglicher Bau-

Ausstellung in der Vitra Design Museum Gallery präsentiert diese

ten sowie utopische Ideen und Experimente vorgestellt, die aus-

aussergewöhnliche Periode der jüngsten Architektur-Geschichte,

schliesslich von bildenden Künstlern stammen. Das MARTa Herford

recherchiert und kuratiert vom Architekten und Autor Manuel Herz

Museum — von Frank Gehry erbaut — ist ein lebendiges Beispiel

und einem Beitrag des Fotografen Iwan Baan. «Architektur der Unab-

dafür, wie Architekten ihre Bauten bisweilen als Skulpturen denken. Was aber geschieht, wenn sich diese Perspektive umkehrt, wenn sich also Künstler mit Architektur beschäftigen ? Im

den Parlaments-, Banken-, Universitäts- und Konferenzgebäude

«MARTa »-Jubiläumsjahr erschliesst sich ein völlig neuer Blick auf

sowie etliche Unabhängigkeits-Gedenkstätten spiegeln den hoff-

diese Zusammenhänge : Können Künstler als Architekten innova-

nungsvollen Geist wider, der damals in diesen Ländern herrschte.

tiver, radikaler, provokanter sein, wenn sie sich nicht um Bauvor-

Gleichzeitig verkörpert jene Architektur auch die Widersprüche, in

schriften, Realisierbarkeit und Investorenwünsche kümmern müs-

denen sich die jungen Nationen während ihres Unabhängigkeitspro-

sen? Träume von (un)möglichen Räumen, Zeichnungen utopischer

zesses befanden, kamen doch Entwürfe und Architekten meist aus

Stadtentwürfe, begehbare Raumkonstruktionen und fiktive

dem Ausland — nicht selten den ehemaligen Kolonialmächten ent-

Museen sind faszinierende Ergebnisse einer solchen Umkehrung.

stammend. Die Ausstellung verfolgt und erforscht anhand der

Dabei präsentiert die Ausstellung die gesamte Vielfalt der künst-

gezeigten Projekte die Beziehung zwischen der Architektur der fünf

lerischen Grenzüberschreitungen und wirft mit exemplarischen

Länder und ihren Prozess der Staats- und Nationalbildung. Sie bildet

Beispielen auch einen Blick zurück ins 20. Jahrhundert und damit

den Auftakt für den thematischen Fokus des Vitra Design Museums

auf die Anfänge dieses intensiven Austausches räumlicher Ideen

im ersten Halbjahr 2015. Er wird fortgesetzt mit der grossen Aus-

und Fragestellungen. Zur Ausstellung erscheint ein 120 Seiten

stellung «Making Africa — A Continent of Contemporary Design », die

starkes Magazin mit erläuternden Texten und zahlreichen Abbil-

noch bis 13. September gezeigt wird.

dungen zur Ausstellung.

www.design-museum.de

www.marta-herford.de

Foto : Iwan Baan

Dionisio Gonzales, Nova Heliopolis III

hängigkeit » dokumentiert über 80 Bauten aus fünf Ländern: Kenia, Côte d’Ivoire, Sambia, Ghana und Senegal. Die oft heroisch wirken-

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architektur + technik 3| 2015


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«Die Böhms », das sind in erster Linie Gottfried, Jahrgang 1920, Pritzker-Preisträger von 1986, und seine Söhne Stephan, Peter und Paul.

Seit drei Jahren befindet sich die Therme Vals mit angegliedertem

Gemeinsam und doch jeder für sich entwerfen sie Architektur im sel-

Hotel im Besitz des Churer Immobilieninvestors Remo Stoffel, der

ben sachlichen, geräumigen Atelier-/Wohnhaus auf dem Römerberg

Therme und Hotel in Ziffern umbenannt hat. Mit der Renovation des

in Köln. Aber da ist auch die temperamentvolle Mutter, ebenfalls

«7132 Hotels » beauftragte Stoffel Kengo Kuma. Die konkrete Aus-

Architektin, die als Mitwirkende, Kommentatorin, Kritikerin und

führung und Überwachung des Projekts wurde in die Hände des

Erzieherin am kreativen Output beteiligt ist. Nach dem ersten Drit-

Schweizer Büros Giubinni Architekten gelegt. Renoviert wurden

tel des Films stirbt sie, doch ihre Präsenz besteht fort : In der Plastik,

unter anderem Zimmer, die nun von Kengo Kuma mit dynamisch

die man Gottfried bedächtig und konzentriert modellieren sieht, in

geschichteten, grossflächigen «Holzschindeln » belegt wurden. Auch

den Worten der Söhne — und in der riesigen Trauerweide, die sie in

die Bäder wurden einer Erneuerung unterzogen. Natürlichkeit und

den späten 1940er-Jahren als junge Braut gepflanzt hatte. Domini-

naturnahe Materialien sind oberstes Credo des japanischen Archi-

kus Böhm, Vater von Gottfried und berühmter Kirchen-Architekt,

tekten. So kamen für die 530 m² Zimmerflure des Hotels im weites-

wacht als Bronzebüste über den Zeichentischen. Als Entwerfer des

ten Sinne nur handgewebte Wollteppiche infrage. Nach einem sorg-

1932 fertiggestellten Atelier-/Wohnhauses darf er das Verdienst

fältigen Ausleseprozess entschied man sich für ein Produkt des

des Set-Designers für sich beanspruchen.

Langenthaler Unternehmens Ruckstuhl.

«Die Böhms » ist kein Architektur-Film, wie ihn Sydney Pollack über

Der Objektteppich «Trap » besteht vorwiegend aus Ross- und Zie-

Frank O. Gehry oder Christoph Schaub über Santiago Calatrava

genhaaren sowie Schurwolle. Mit dem gewählten Beige-Ton wird der

gedreht haben. Es ist auch keine Werkmonografie, die sich um Voll-

Innenraum zusammen mit Holz und Licht mit dem äusseren Natur-

ständigkeit bemüht. Im Zentrum stehen vielmehr die Familie und die

raum in Beziehung gesetzt. Nicht nur stimmungsmässig, sondern

Beziehungen zwischen den einzelnen Mitgliedern. Und dabei han-

auch konkret verweist schon der Hotel-Prospekt augenzwinkernd

delt es sich um komplexe Beziehungen: Vater, Söhne und Mutter sind

auf eine Besonderheit von Vals : 1000 Einwohner, 1000 Schafe,

mitunter auch professionelle Konkurrenten. So ist auch «Boss » bei

1000 Hotel-Betten. So tragen auch Tiere ihren Teil an das Wohl-

den Böhms kein Kosename, sondern widerspiegelt den Architektur-

fühlambiente von Vals bei.

Betrieb mit seinen Härten und Unwägbarkeiten.

www.ruckstuhl.com

Manuel Pestalozzi, www.bau-auslese.ch

3| 2015 architektur + technik 15


Aktuell

WIRTSCHAFTSNOTIZEN Red Dot Design Award wird 60

iF DESIGN AWARD vergeben

Der «Red Dot» steht für Bestleistungen in Design. Unternehmen,

Zum dritten Mal gewinnt der Badezimmereinrichter talsee aus

die im globalen Massstab formschöne, leicht zu gebrauchende

Hochdorf / LU den international renommierten iF Design Award.

und funktionale Produkte auf den Markt bringen, erhalten das

Preisträgerin ist die Badlinie mood. In der schnelllebigen Zeit von

begehrte Qualitätssiegel. Die Auswahl trifft jährlich eine Jury

heute sorgt die Kontinuität der Design-Auszeichnungen bei tal-

aus unabhängigen Gestaltungsexperten — und das seit 60 Jahren.

see für ein Stück Sicherheit.

1955 kam erstmals auf Initiative der Firma Krupp und des Bundes-

Eine internationale Expertenjury hatte unter fast 5000 Einreichun-

verbands der Deutschen Industrie eine Expertenrunde zusammen,

gen aus 53 Ländern das Gütesiegel zu vergeben. Seit 1953 widmet

um produzierte Bestleistungen zu küren und in einer «Ständigen

sich iF der Organisation von integren, unabhängigen und seriösen

Schau formschöner Industrieerzeugnisse » in der Villa Hügel auszu-

Design-Wettbewerben. Das weltweit anerkannte iF-Gütesiegel steht

stellen. Bis Anfang der 90er-Jahre blieb der Schwerpunkt des Design

für ausgezeichnete Gestaltung und herausragende Design-Leistun-

Zentrums NRW überwiegend bei deutschen Produkten. Unter der

gen. Mit der neuen Badlinie mood lässt sich ein individuelles und

Leitung von Professor Dr. Peter Zec wurde der Award international

erlebbares Badmöbel gestalten. «mood » vereint organische Formen

ausgeschrieben und erhielt im Jahr 2000 den Namen «Red Dot

mit puristischem Design. Der fugenlos gestaltete Möbel-Monolith

Design Award.»

mit der flächigen Front und den leicht vorstehenden Schubladen-

Alleine im Produkt-Design-Wettbewerb wurden 2014 mehr als 4800

fronten wirkt zeitlos und elegant. Die harmonisch ineinanderflie-

Teilnahmen verzeichnet — viel zu diskutieren und zu bewerten für

ssenden Radien des Waschbeckens sind das Ergebnis aus funktio-

die rund 40-köpfige Jury, denn die Produkte werden physisch einge-

nalem Design und formal stimmiger Ergänzung zur Badlinie. Der

reicht. Dazu rekrutiert «Red Dot » jedes Jahr ein Aufgebot internati-

Waschtisch ist aus hochwertigem Mineralguss und in matt oder glän-

onal bedeutender Design-Experten. Im Jubiläumsjahr 2015 wurde

zend erhältlich. «mood » ist massvariabel und wandelbar, individu-

ein besonders hochrangiges Gremium berufen.

ell und abgestimmt auf die Bedürfnisse und das Budget des Kunden.

Dazu gehört Werner Aisslinger, der mit seinem mobilen Wohn-Wür-

Der Kunde gestaltet sein persönliches Bad gemeinsam mit einem

fel «Loft Cube » Weltruhm erlangte. Aisslingers Produkte sind ebenso

Badberater nach dem gewünschten Farbkonzept, den Bedürfnissen

im Bestand des Museum of Modern Art, New York, wie die von «Red

und dem Grundriss.

Dot »-Jurymitglied Hans Ehrich, dem «Grandseigneur » der schwe-

Das Design stammt aus dem renommierten Studio StauffacherBenz.

dischen Design-Kultur. Für die Kategorie «Mode, Lifestyle und Acces-

Das Wirkungsfeld von StauffacherBenz ist weit gefasst und reicht

soires » konnte erneut der Fashion- und Schuhgestalter Jimmy Choo

von handfestem, klassischem Produkt-Design bis zu leichtfüssigen,

gewonnen werden, ein Superstar der internationalen Design-Szene.

verspielten Design-Statements.

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architektur + technik 3| 2015


Übernahme der Generalvertretung Die Oekotherm AG in Laupen/ZH , Spezialistin für WarmwasserErwärmer (Boiler), übernimmt die Schweizer Generalvertretung von Ochsner-Wärmepumpen. Die Vertriebsstruktur wurde neu ausgerichtet und der Service für Installateure ausgebaut.

«Unsere Kunden stellen erhöhte Anforderungen an Beratung, Verkauf und Planung von Wärmepumpen-Heizungen und –Boilern. Diese Herausforderung nehmen wir gerne an », sagt Andreas Knapp, Inhaber und Geschäftsführer der Oekotherm AG. Mit der österreichischen Ochsner Wärmepumpen GmbH, die als technologischer Marktleader bei Wärmepumpen gilt, besteht seit vielen Jahren eine erfolgreiche Zusammenarbeit. Diese wurde nun erweitert. Anfang Jahr ist Oekotherm der offizielle Generalvertreter von Ochsner-Wärmepumpen in der Schweiz. Neben der guten persönlichen Zusammenarbeit mit Ochsner schätzt Knapp auch deren «Flüster-Management ». Es steht für leiseste Luft-Wasser-Wärmepumpen mit hohen COP-Werten. Dies belegen Messungen des Wärmepumpen-Testzentrums in Buchs SG.

Der Designklassiker – mit weniger will ich mich nicht zufrieden geben. www.forster-kuechen.ch

3| 2015 architektur + technik 17


Aktualität

TERMINE Bois Construction

Suisse Floor

11. ZIG-Planerseminar

5. Internationales Holzbau-Forum

Fachmesse für Bodenkompetenz

Veranstaltung

Termin 15.bis 17. April

Termin 15. bis 17. April

Termin 25. März, 13.30—17.30 Uhr

Ort Centre Prouvé Grand Nancy (F)

Ort Messe, Luzern

Ort Hochschule Luzern, Horw / LU

Kontakt www.forum-boisconstruction.com

Kontakt www.suissefloor.ch

Kontakt www.hslu.ch/planerseminar

Das Forum bleibt seinem Konzept treu: Es

Die Suisse Floor hat sich als einzige

Namhafte Referierende aus dem In- und

folgen Plenarveranstaltungen und paral-

Schweizer Fachmesse im Bereich der

Ausland berichten über aktuelle Themen

lel verlaufende, thematisch eingegrenzte

Bodenkompetenz etabliert.

und laufende Projekte. Die Veranstaltung

Blöcke, dazwischen trifft man sich immer

Mit der Erschliessung neuer Segmente

richtet sich an ein breites Fachpublikum

wieder bei den Ausstellungsständen. Das

bietet die Fachmesse eine Branchen-

aus den Bereichen Architektur, Energie

diesjährige Forum trägt den Bemühungen

übersicht. Zu den bisherigen Segmenten

und Gebäudetechnik sowie aus verwand-

Rechnung, CLT in Frankreich auf breiterer

wie Parkett, resiliente und textile Boden-

ten Disziplinen.

Basis einzuführen. Auch geht es um

beläge kommen neu Keramik und Natur-

Das ZIG-Planerseminar bietet zudem aus-

mehrstöckigen Hochbau, Niedrigenergie

stein sowie die Fachbereiche Bauten-

gezeichnete Netzwerk-Möglichkeiten für

und nicht zuletzt um kurze Verarbei-

schutz und Abdichtungen dazu. Damit

jedermann an. Veranstalter ist das Zent-

tungszyklen mit lokalem Holz und Laub-

deckt die Suisse Floor alle Fachbereiche

rum für Integrale Gebäudetechnik (ZIG)

holz, und es werden die aktuellsten Pro-

der Bodenbranche ab und fördert deren

der Hochschule Luzern — Technik & Archi-

jekte vorgestellt.

Vernetzung.

tektur in Horw/ LU.

Bodenstabilisierung

Le Corbusier — der Künstler

ETH-Tagung

Workshop

Verkaufsausstellung

Neue Erkenntnisse zur Zuverlässigkeit von Brettschichtholz

Termin 26. März

Termin noch bis zum 2. Mai

Termin 31. März

Ort Bau und Wissen, TFB , Wildegg

Ort Galerie Mera, Schaffhausen

Ort ETH Zentrum, Zürich

Kontakt www.bauundwissen.ch

Kontakt www.galerie-mera.ch

Kontakt www.s-win.ch

Aufgrund der wirtschaftlichen Entwick-

Er war ein Berserker an Schaffenskraft,

Bauteile aus Brettschichtholz (BSH) haben

lung in den letzten 30 Jahren sind in der

sagenhaft produktiv, unerhört kreativ : als

gegenüber Bauteilen aus Vollholz signifi-

Schweiz die nutzbaren Baulandreserven

Architekt ein Bahnbrecher der Moderne,

kante Vorteile wie geringere Streuung der

knapp geworden. Die Bauherren sind

als Urbanist und Autor ein Garant für

Festigkeits- und Steifigkeitseigenschaf-

daher in der Wahl des Baugrundes einge-

Furore, als Gestalter Schöpfer zeitloser

ten und die freiere Wahl der Abmessungen.

schränkt. Die Ingenieure, Bauunternehmer,

Fauteuils.

Ausserdem ist es möglich, unterschiedli-

Strassenbauer und Geotechniker sehen

Seit Jahren auf das künstlerische Werk Le

che Lamellen-Qualitäten ent sprechend

sich ihrerseits oft mit schwierigen Böden

Corbusiers spezialisiert, präsentiert die

den statischen Anforderungen im BSH-

konfrontiert. Zudem werden die noch

Galerie Mera in ihrer Verkaufsausstellung

Träger anzuordnen. Durch diese Vorteile

nutzbaren Kiesreserven immer beschei-

in Schaffhausen handsignierte Lithogra-

hat sich BSH zu einem der wichtigsten Pro-

dener. Die Referenten werden Lösungen

fien und Kupferstiche, zusammen mit

dukte im Holzbau entwickelt. Die Tagung

für solche Randbedingungen aufzeigen,

einer 7 m grossen Tapis serie sowie ein-

stellt die wesentlichen Resultate und

die sich bereits vielfach bewährt haben.

zelnen Werken in Öl und Aquarell.

Erkenntnisse der Forschungsprojekte vor.

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architektur + technik 3| 2015


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Aktuell Kommentar

NICHT KÜR, SONDERN ESSENZ rausgehen. Ein zweiter Schritt, um den Einfluss von Infrastrukturbauten auf den gestalteten Lebensraum in den Fokus zu rücken, ist gezielte Öffentlichkeitsarbeit. Ein gutes Beispiel ist der von ETH-Professor Thomas Vogel initiierte Reiseführer StrucTuricum. Darin werden 51 Bauwerke im Grossraum Zürich vorgestellt, darunter der Bahnhof Stadelhofen, die Wartehalle Bellevue oder die Quaibrücke — Sensibilisierung für Ingenieurbaukunst.

Mehr Anerkennung! Die Arbeit am Berufsverständnis und eine umfassende Kommunikation sind aber nur die eine Seite. Auf der anderen Seite müssen Foto: Lea Hepp

auch Medien, Bauherrschaften und PreisAuslober ihren Beitrag leisten. Dass Bauingenieure und Architekten in Publikationen über einzelne Bauprojekte gleichermassen als Planungsbeteiligte erscheinen, ist

Claudia Schwalfenberg verantwortet beim Schweizerischen Ingenieur- und Architekten-Verein SIA das Thema Baukultur.

immer noch nicht selbstverständlich. Auch bei den Planungswettbewerben besteht ein eklatantes Ungleichgewicht. Bei den Wett-

«Gut gestaltet » ist nicht unbedingt der erste

gerade zur Nachahmung an. Um die gestalte-

bewerben, die zur Prüfung an den SIA gelan-

Gedanke, der einem bei Infrastrukturbauten

rische Dimension von Infrastrukturbauten

gen, bewegt sich der Anteil von Ingenieur-

in den Sinn kommt. Und hinter einem brillan-

bewusster zu machen, ist die Ausbildung von

wettbewerben im einstelligen Bereich. Nicht

ten Entwurf dürften viele Menschen eher

Bauingenieurinnen und Bauingenieuren der

zu vergessen die zahllosen Auszeichnungen

einen Designer als einen Bauingenieur

erste Ansatzpunkt.

vermuten. Fritz Leonhardt, Ingenieur von

für gutes Bauen, die sich hauptsächlich an Architekten richten. Eine Ausnahme bildet

Weltruhm, bemerkte bereits 1974: «Wenn

Ausbildung und PR

ein Bauingenieur Bauten entwirft, die in der

Die Berufsgruppe Ingenieurbau im SIA hat

Öffentlichkeit Beachtung finden, dann wird

vor gut drei Jahren ein Anforderungsprofil

Gestaltung des Lebensraums. «Umsicht »

er in den Zeitungen als Architekt ange-

an Studienabgängerinnen und Studienab-

würdigt sowohl Architekten als auch

hier «Umsicht — Regards — Sguardi », die Auszeichnung des SIA für die zukunftsfähige

sprochen.» Daran hat sich bis heute kaum

gänger aus Sicht der Praxis veröffentlicht.

Ingenieure und andere Beteiligte. Die Anfor-

etwas geändert.

Das Anforderungsprofil benennt die kultu-

derungen an Infrastrukturbauten steigen

Dass gute Gestaltung und Bauingenieure in

relle Dimension als einen von fünf Pfeilern

alleine schon deshalb, weil die Infrastruktur

der Fremdwahrnehmung — und teilweise

der allgemeinen Grundausbildung. Konkret

bei immer engeren Budgets mehr Men-

wohl auch im Selbstbild — nicht zusammen-

sieht das Profil vor, dass Absolventen «über

schen dienen soll. Die Bedeutung der Bau-

gehören, ist fatal für den gestalteten Lebens-

Grundkenntnisse der Baugeschichte » ver-

ten für den Lebensalltag wächst aber noch

raum. Infrastrukturbauten machen einen

fügen und «spezifische Kenntnisse der

aus einem anderen Grund : Je mobiler wir

erheblichen Teil der gebauten Umwelt aus.

Theorie und Geschichte der Ingenieurbau-

sind, desto mehr Zeit ver bringen wir zum

Deshalb müssen sie gut gestaltet sein. Wenn

kunst » besitzen. Sie sollen ausserdem über

Beispiel auf Wegen und Stras sen oder in

herausragende Leistungen von Bauingenieu-

Entwurfskompetenz verfügen und zum

Flughäfen. Gute Gestal tung von Infra-

rinnen und Bauingenieuren ohne grössere

interdisziplinären wie zum interkulturellen

strukturbauten ist da keine Kür, sondern

Beachtung bleiben, regt das aber nicht

Dialog fähig sein, wenn sie in die Praxis

Essenz.

20

architektur + technik 3| 2015


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Auftakt

ARCHITEKTUR STADTGÄRTEN

Eine Oase in der Zuger Altstadt Auf dem Zeughaus-Areal im Süden der

Die Arbeitsgemeinschaft aus dem Land-

akzentuierten. Die obere Ebene, die das Vor-

Stadt Zug wurde ein Stadtgarten erstellt.

schaftsarchitektur-Büro Planetage GmbH

gelände zum Zeughaus bildet, soll zum Ver-

Das zuvor unattraktive Gelände ist durch

und Ramser Schmid Architekten hatte die

weilen einladen. Sie ist offen konzipiert und

die Umnutzung zu einem öffentlichen

Aufgabe übernommen, deren besondere

mit einem Wasserbecken ergänzt.» Die

Raum von hoher Qualität geworden. Die

Herausforderung darin bestand, dass der Ort

untere Stadtgartenebene, die auch weiter-

Situation am südlichen Ende der Zuger

seit den 70er-Jahren von einer öffentlichen

hin als Zufahrt zum Parkhaus Casino dient,

Altstadt hat eine deutliche Aufwertung

Parkgarage besetzt war.

ist mit heckengefassten Gärten gesäumt.

erfahren.

«Die Ausgangslage war nicht ganz einfach »,

REDAKTION und FOTOS Uwe Guntern

so die Landschaftsarchitektin Marceline

Holzpavillon als Blickfang

Hauri vom Büro Planetage. Denn mit dem

«Die Geländekante zwischen den beiden

historischen Zeughaus am oberen und der

Ebenen wurde zur Aussichtsterrasse —

Parkhauseinfahrt am unteren Ende des

beschattet von neu gepflanzten Bäumen —,

22

architektur + technik 3| 2015

abfallenden Geländes galt es, zwei völlig

und die Parkhauseinfahrt haben wir mit

unterschiedliche Rahmungen in ein Gesamt-

einem Holzpavillon überhöht.» Sein exzen-

konzept zu integrieren. Hauri : «Wir lösten

trisch auskragendes Dach bildet den eigent-

den Gegensatz auf, indem wir das Areal in

lichen Blickfang des neuen Stadtgartens. Um

eine obere und eine untere Ebene glieder-

diese Mitte herum entstand eine lockere

ten und den Übergang zwischen den Ebenen

Platzanlage mit Wasserbecken, eingefass-


EINFACH NÄHER

Ronny Trefzer Abnahmetechniker

Das exzentrisch auskragende Dach bildet den eigentlichen Blickfang des Stadtgartens.

ter Wiese und freier Bestuhlung. Mit dem Stadtgarten wurde ein öffentlicher Raum von hoher Qualität, der die Situation am südlichen Ende der Altstadt deutlich aufwertet, geschaffen. Das Gelände zwischen Zeughaus, Pulverturm und ehemaliger Kaserne hat wieder jene Funktion erhalten, die es früher einmal besass. Nach dem Bau des

Aufzüge sind mein Ding

Parkhauses Altstadt-Casino und der Zivilschutzanlage in den 70er-Jahren hatte das Gebiet nach und nach an Attraktivität eingebüsst. Die städtebauliche Aufwertung an dieser Gelenkstelle zwischen Altstadt, Zugerberg und Zug Süd war besonders wichtig. Die Neubebauung des KantonsspitalAreals und verschiedene Vorhaben an der Hofstrasse haben eine Belebung dieses Stadtquartiers mit sich gebracht.

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Architektur Umbau Hauptbahnhof Salzburg (A)

AUTHENTISCHE INTEGRATION INS STADTLEBEN Seit 2008 waren die Arbeiten am historischen Hauptbahnhof

(D) hat ein urbanes Verdichtungsprojekt geschaffen, das nicht

Salzburg im Gang. Im November 2014 war der Umbau des ehe-

nur der Mobilität und dem Komfort dient, sondern auch öffent-

maligen Kopfbahnhofs zu einem modernen Durchgangsbahn-

lichen Raum schafft und Quartiere verbindet.

hof abgeschlossen. Das Büro kadawittfeldarchitektur in Aachen

REDAKTION Uwe Guntern

Um den Bahnhof neu in die Stadt zu integrieren, bestand die komplexe Aufgabe für kadawittfeldarchitektur nicht nur darin, die Gleisanlagen neu zu ordnen. Es ging vor allem darum, den historischen Bahnhof von 1860 in seiner authentischen Erscheinungsform in eine neue Gesamtkonzeption zu integrieren, die die Stadtteile diesseits und jenseits der Gleise über mehrere Brücken- und Passagenbauwerke neu verbindet. Über 18 Gleise hinweg war die Stadt zenden Stadtteile Elisabeth-Vorstadt und Schallmoos im Bahnhofbereich lediglich mit einem schmalen Steg oberhalb der Glei se verbunden gewesen. Der hoch lie gen de Gleiskörper und Lärmschutzwände ver-

Robert Deopito

neu zu vernetzen. Bisher waren die angren-

stärkten die Barrierewirkung. Die Neupla-

Das dynamische Raumgefüge interpretiert die Bewegung der anfahrenden beziehungsweise

nung sah darum zur Integration des Bahn-

abbremsenden Züge.

hofs in die Urbanität funktionale wie städtebauliche Elemente vor : eine zent-

heit des inzwischen für einen Wiederauf-

schen Bahnsteigdächer bilden mit den fili-

rale, bis zu zwanzig Meter breite Passage

bau eingelagerten Marmorsaals war die

granen historischen Bahnsteighallen von

unterhalb der Gleise und im Westen des

räumliche Situation des Zentralperrons

1908 am neuen Standort eine überra-

Bahnhofs den Austausch von drei Eisen-

unbefriedigend und angesichts der offenen

schende und komfortable Grossform. Die

bahnbrücken, darüber hinaus den Entwurf

Grenzen nach dem Schengener Abkommen

Gleise wie die Bahnsteige werden insge-

von Neubauten am Rand des Gleisfelds.

überflüssig geworden. Die dunklen unter-

samt überdeckt, zu grossen Teilen mit Glas,

irdischen Gleiszugänge und die sicherheits-

transparenten Membrandächern und pneu-

technischen Anforderungen an einen zeit-

matischen Luftkissen. Dabei entsteht eine

gemässen Bahnhof waren ein weiterer

sehr helle und transparente Bahnsteighalle

Der Inselbahnhof des Zentralperrons aus

Anlass zum Umbau des Bahnhofs. Ein gro-

in völlig neuer Ausprägung.

dem Jahr 1909, der zum Zweck der Zollab-

sser Reiz des neuen liegt in der ästhe-

Die grosse Höhe historischer Bahnsteighal-

fertigung als Kopfbahnhof angelegt war,

tischen Harmonie aller historischen und

len, die seit der Einstellung des Verkehrs

wurde dabei aufgehoben. Trotz der Beliebt-

modernen Elemente. Die neuen dynami-

mit Dampflokomotiven funktional nicht

Vom Kopf- zum Durchgangsbahnhof

24

architektur + technik 3| 2015


Taufik Kenan

Die GleisunterfĂźhrung wurde zu einer Ladenpassage aufgeweitet.

3| 2015 architektur + technik 25


Architektur Umbau Hauptbahnhof Salzburg (A)

4 1

4 3

2

5

5

Querschnitt: 1. Historische Empfangshalle 2. Hausbahnsteig 3. Bahnsteige 4. Historische Bahnsteighalle 5. Fussgängerpassage mit Shops, Läden und Servicebereich 6. Neuer Zugang Schallmoos

mehr notwendig ist, verlagert sich in Salzburg in eine zweite, untere Ebene. Die quer zu den Bahnsteigen geführte, über die historische Empfangshalle erschlossene, nach oben offene Passage unterhalb der Gleise weitet den Blick bis unter die historischen Tonnengewölbe der Bahnsteige. Damit wird die Bahnsteighalle in Salzburg zu einem neuen Bautyp des Bahnhofsbaus. Die schwierige Problematik der unterirdischen Gleiserschliessung überspielte kadawittfeld architektur mit der neuen Raumtypologie einer dynamischen Passagenführung. Mit ihrer lebendigen Linienund natürlichen Lichtführung vermittelt die Passage das Bild eines offenen, sich weitenden und wieder verengenden Strassenraums in bewegter urbaner Topografie.

Die Passage unterhalb der Gleise ist sowohl Erschliessungsachse für die Bahnsteige als auch stadtstrukturelle Verbindung.

Im laufenden Betrieb Der Ausbau des Salzburgers Bahnhofs im

gegründet. Die darin integrierte Erdwärme-

ÖBB ein hohes Mass an Flexibilität und

laufenden Betrieb war bei etwa 750 Zügen

anlage gewährleistet nahezu den gesam-

Verständnis. Der Hauptbahnhof Salzburg

und 25 000 Passagieren täglich eine sehr

ten Wärme- und Kältebedarf des Bahnhofs.

ist ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt im

komplexe Planungsaufgabe. Für den

Versorgungstunnel sichern die Logistik der

transeuropäischen Netz wie auch im neu

Umbau der bestehenden Gleisanlagen

3800 m² grossen Ladenflächen und des

geschaffenen S-Bahn-Verkehr. Bis zum

oberhalb der Passage wurden acht, zum Teil

ÖBB-Service im Verborgenen. Für jede Bau-

Ende des Jahrzehnts werden 35 000 Passa-

weit gespannte Gleistragwerke neu errich-

phase war eine neue Kundenführung erfor-

giere täglich erwartet. Umso wichtiger wird

tet und auf 30 m tief reichenden Pfählen

derlich und verlangte von den Kunden der

es, die Verkehrsströme des Fern- und

26

architektur + technik 3| 2015

3

5


3

3

3

6

Angelo Kaunat

5

Die den Gleisen folgenden, geschwungenen Bahnsteigdächer schmiegen sich mit respektvollem Abstand an die behutsam sanierte, filigrane, historische Bahnsteighalle.

S-Bahn-Verkehrs über die historische Emp-

Bahnhofs markiert den neuen Bahnhofzu-

die beiden ehemals durch den Gleiskörper

fangshalle und den neuen Vorplatz des

gang an der Lastenstrasse und überdeckt

zäsierten Stadteile verbindet. Beim Queren

Bahnhofs im Stadtteil Schallmoos unmit-

den Aufgangsbereich, die neu errichtete

der Passage — angefangen beim restaurier-

telbar an das Nahverkehrssystem der Stadt

Radstation und den stadtseitigen Vorplatz-

ten Auf nah me gebäude von 1860 / 1909

anzuschliessen.

bereich samt Kiss-and-Ride-Spur. Der offene

über die neue Dachlandschaft über den Glei-

Das im November 2014 als letztes Element

Schutzbau bildet den östlichen Ein- und

sen, eine Synthese aus den feingliedrigen

des Gesamtprojekts fertiggestellte Dach-

Ausgang der neuen lichten Passage, die als

historischen Hallen (19 0 9) und der

bauwerk auf der Schallmooser Seite des

linearer Stadtraum den Bahnhof kreuzt und

geschwun genen Bahnsteigüberdachung

3| 2015 architektur + technik 27


Architektur Umbau Hauptbahnhof Salzburg (A)

Schnitt Zugang Schallmoos

(2013), bis zur neuen Dachskulptur des öst-

stadtseitige Adresse des Bahnhofs defi-

Nach Baubeginn 2009 hat kadawittfeld-

lichen Zugangs (2014) — passiert der Rei-

niert, sondern auch den Wandel des Haupt-

architektur mit der Fertigstellung des Bahn-

sende auch die Geschichte des Salzburger

bahnhofs vom stadträumlich trennen den

hofbetriebs 2014 mehr als 5 Jahre an diesem

Hauptbahnhofes. Das 120 m lange und bis

zum verbindenden Element signalisiert.

Jahrhundertbauwerk gearbeitet.

zu 25 m breite, geschwungene Dach des neuen Zugangs fungiert als städtebauliches Zeichen und bildet den neuen Empfang auf der vormals «vergessenen » Seite. Aufsteigend von 7 m Höhe im Randbereich erreicht sie über der Radstation 11 m und sinkt über dem Passagenzugang auf 3,50 m ab. Damit folgt die fliessende Gestalt der parabolisch gekrümmten Dachfläche den Bewegungsströmen der Reisenden. Von sieben V-förmigen Stahlstützen getragen, erfolgte die Konstruktion als Stahlträgerrost aus geschweissten Stahlhohlkastenprofilen, die die Ausbildung der schwingenden Form ohne komplexe Verwindungen erlaubte. Die wasserführende Schicht wurde als zweifach gekrümmtes Struktur von unten offen sichtbar bleibt. Der jüngste Baustein ergänzt den Bahnhof um eine angemessene Vorplatzsituation mit

Carl Brunn

Stehfalzdach ausgeführt, wäh rend die

Kiss-and-Ride-Spur, eine Radstation mit

kadawittfeldarchitektur

Platz für 600 Fahrräder, einen Radshop

1999 in Aachen gegründet, steht das Archi-

sowie eine Reparatur- und Servicestation

tektur-Büro heute für weit mehr als archi-

Mehrwert-Raum. Ein junges, kreatives Team

und wird so den Anforderungen an Mobilität

tektonisches Gestalten. Der interdisziplinäre

(im Bild das Team Hauptbahnhof) schafft

und Komfort eines Verkehrsknotenpunktes

Ansatz in der Arbeit, in der Verknüpfung von

Mehrwert-Architektur als Lebensraum,

Architektur, Innenarchitektur und Design

Kommunikationsraum, Wohnraum und

zum einen und an der Schnittstelle von städ-

Arbeitsraum. Der Umgang mit Volumen,

dieser Grössenordnung gerecht. Mit dem neuen Zugang bekommt der Salzburger Hauptbahnhof ein neues Gesicht im Stadtteil Schallmoos. Es entsteht eine markante Eingangssituation, die nicht nur die

28

architektur + technik 3| 2015

wider. kadawittfeldarchitektur entwickelt

tebaulichen Planungen und urbanen Projek-

Material, Tragwerk und Nutzung ist vom

ten zum anderen, spiegelt heute die Band-

Streben nach Integration in das urbane

breite des kreativen Schaffens des Büros

Umfeld geprägt.


Angelo Kaunat Robert Deopito

Das Dach des neuen Zugangs bildet den neuen Empfang auf der vormals «vergessenen» Seite.

Eine Radstation mit Platz für 600 Fahrräder, ein Radshop sowie eine Reparatur- und Servicestation ergänzen den Bahnhof. 3| 2015 architektur + technik 29


Die neue Fachwerkbrßcke und die bestehende Treppenanlage gehen nahtlos ineinander ßber und ergänzen sich.

30

architektur + technik 3| 2015


Architektur Fussgänger- und Radwegbrücke, Wenduine (B)

FACHWERK EINMAL ANDERS «Wrakhoutbrug» heisst die neue Brücke von Wenduine (B). Sie

zufällig angespülten Holzbalken bildhaft in Szene. Ihr Trag-

verbindet unauffällig auffällig Meer, Düne und Hinterland. Zwei

werkskonzept erschliesst sich nur dem genauen Betrachter.

aufgelöste Fachwerkträger setzen den Entwurfsgedanken von

TEXT S. Jacob-Freitag FOTOS : GWZ Wijma Kampen, wo nicht anders vermerkt.

Der kleine Ort Wenduine gilt als Königin unter den Feriendestinationen an der flämischen Küste. Er steht auf der Liste der 50 schönsten Dörfer Flanderns. Als Fischerdorf im Mittelalter entstanden, hat er sich im 20. Jahrhundert zum Badeort mit 4000 Einwohnern entwickelt — in der Saison vervielfacht sich die Zahl der Bewohner durch die Touristen. Hochbauten mit mehr als fünf Geschossen sind hier nicht erlaubt. Ein 12 km langer Sandstrand, der längste an der flämischen Küste, erstreckt sich von Wenduine bis nach De Haan und ist zwischen 55 und 80 m breit. Darüber hinaus kann man sich in Wenduine als einem der wenigen Orte an der Küste über einen rund 4 km langen durchgehenden Dünenstreifen freuen, der bis zum Nachbarort

Hölzerne Windverbände stabilisieren die Obergurte und wirken wie ein schützendes Dach.

Blankenberge reicht. Wie ein Schutzschild trennt er den Strand vom Ort sowie von der «Koninklijke Baan », der vierspurigen Nationalstrasse (N34) am Fuss der Düne. Parallel neben der N34 verlaufen zudem die zwei Gleise der «Küstentram », die fast alle Orte der 67 km langen Küste anfährt. 2012 beschloss der Gemeinderat, Fahrradund Wanderwege entlang der Düne anzukenberge. Gleichzeitig sollten sie auch die Strandbesucher und Wanderer vom Querfeldeinlaufen abhalten und damit das sensible Sand-/Pflanzengefüge der Dünen vor Erosion schützen. Zusätzliche Bepflanzungen und neue Grünflächen helfen, sie langfristig zu befestigen. Seitdem sind auf und zu diesen attrak-

www.johnlewismarshall.com

legen. Sie verbinden Wenduine und Blan-

tiven Wegen immer viele Menschen

Die Brücke aus über 1000 Bongossi-Balken wirkt wie eine riesige Skulptur. Was willkürlich zusammen-

unterwegs. Zu Fuss oder mit dem Rad wol-

gebaut erscheint, folgt dem Prinzip einer Fachwerkbrücke.

len sie von Wenduine oder vom Naturschutzgebiet «Uitkerkse Polders » im Hin-

Strandgebieten anbieten zu können,

Die neue Brücke sollte viele verschiedene

terland zu den Dünen ans Meer oder

musste dringend eine Fuss- und Radwegbrü-

Anforderungen erfüllen: Zum einen galt es,

umgekehrt. Einen direkten Weg dorthin gab

cke über den N34/«Küstentram »-Verkehrs-

mit dem Bauwerk so wenig wie möglich in

es bislang nicht, man kam nur über Umwege

streifen her. Die Abteilung «Küste » der

die Natur und das Gelände einzugreifen.

zum Ziel. Um den Einwohnern und den vie-

Behörde «Maritieme Dienstverlening en

Zum andern hatte der Entwurf eine hohe

len Besuchern eine direkte und sichere Ver-

Kust » (MDK) hat das erkannt und sich dieser

architektonische Gestaltungsqualität auf-

bindung zwischen den Wohn-, Urlaubs- und

Aufgabe angenommen.

zuweisen und sich gut in die Landschaft

3| 2015 architektur + technik 31


Architektur Fussgänger- und Radwegbrücke, Wenduine (B)

Seitenansicht

einzufügen. Ausserdem musste die Konstruktion an die bestehende Treppenanlage anschliessen können, die von der Düne herabführt. Zugleich sollte die Brücke den Besuchern, Wanderern und Radfahrern als Aussichtsplattform auf Meer, Dünen und die Umgebung dienen. All das auf einen Nenner zu bringen, stellte die besondere Herausforderung für die Planer dar.

Entwurfskonzept aus Holz als logische Antwort Von fünf eingereichten Arbeiten entschieden sich der Bauherr und der Gemeinderat von De Haan für den Entwurf der West 8 urban design & landscape architekten aus Rotterdam. Sie wählten eine gitternetzar-

U-förmige Stahlbetonbügel dienen als Brückenauflager. Sie sind zueinander quer versetzt angeordnet.

tige Holz-Stahl-Konstruktion, die auf mehreren U-förmigen Stahlbetonbügeln aufliegt. Eingebettet zwischen Meer, Düne und Natur-

einanderliegen. Als nachwachsender Roh-

sogar an eine Fahrradkette oder ein wurm-

schutzgebiet, erschien den Architekten Holz

stoff repräsentiert Holz die Natur ausserdem

ähnliches Ungeheuer ... Der Bau startete im

als logische Antwort auf die gewünschten

auf ideale Weise und fügt sich bestens in sie

Sommer 2013, nachdem die Küstenbefesti-

Eigenschaften der Brücke. So ist das Gitter-

ein. Form und Gestaltung der Brücke lassen

gung abgeschlossen war.

netz als Metapher für angespülte Hölzer zu

aber auch ganz individuelle Assoziationen

Um Kosten zu sparen und einen Übergang

verstehen, die in zufälliger Anordnung bei-

zu. So erinnert sie den Betrachter vielleicht

von Düne zu Düne mit möglichst wenig

32

architektur + technik 3| 2015


Höhenunterschied zu erhalten, hat man auf einer Seite Sand aufgehäuft und für den Höhenausgleich eine Art künstliche Düne errichtet. So konnte eine lang gestreckte Rampe entfallen.

83 m lange Brücke überspannt acht Felder Die Brücke mit einer lichten Gehbahnbreite von 4,0 m überspannt eine Länge von 83 m über acht Felder (Feldweiten : 6,75 m — 7,98 m — 12,95 m — 13,47 m — 14,19 m — 13,86 m — 9,83 m — 3,99 m). Die Feldweiten und die erforderlichen Höhen der Stahlbeton-Auflagerbügel ergeben sich aus dem, was unter den Brückenfeldern stattfindet : Wo etwa die Fahrbahnen der N34 bezie-

Per Autokran wurden die sechs Brückenteile auf die Betonrahmen aufgelegt.

hungsweise die Gleise der «Küstentram » durchführen, entsprechen sie mindestens deren jeweiligen Lichtraumprofilen. Um die

Abmessungen der Stützen und Riegel vari-

leichter erscheinen zu lassen. Dass sie quer

vier Prozent Neigung der Brückengehbahn

ieren ebenfalls. Sie sind grösser gewählt als

versetzt hintereinander angeordnet sind, ist

zu erzeugen, liegen die Riegel der U-förmi-

die erforderlichen Bemessungsmasse. Der

als Analogie zu den scheinbar zufällig ange-

gen Stahlbeton-Auflager auf unterschiedli-

Grund : Ausgewogene Proportionen, denn

ordneten Holzbalken der Fachwerkkonstruk-

chen Höhenkoten. Die grösste lichte Höhe

die Architekten wollten die Brücke nicht auf

tion der Brücke zu verstehen. Für das Brü-

eines Auflagers liegt bei etwa 6,50 m. Die

allzu schlanken Rahmen auflagern, um sie

ckentragwerk haben die Planer eine

3| 2015 architektur + technik 33


Architektur Fachwerkbrücke, Wenduine (B)

Brückenaufsicht

Holz-Stahl-Mischkonstruktion gewählt —

treffen in einem Knotenpunkt zwi schen

teilt. Als die Architekten die abgebundenen

das ermöglichte ein insgesamt filigraneres

vier und sechs Balken zusammen. Dabei

Balken in der Produktionshalle des ausfüh-

Tragwerk als Holz alleine. Sie wird von zwei

sind nicht alle Diagonalen Teil des Fach-

renden Holzbau-Unternehmens Wijma in

aufgelösten Holz-Fachwerkträgern und

werks. Viele sind eingebaut, um das Bild

Kampen (NL) sahen, kamen sie ihnen

einer liegenden Stahlrahmenkonstruktion

des Entwurfsgedankens der zufällig ange-

zunächst sehr klobig vor. Sie befürchteten,

aus Längs- und Querträgern mit Auskreu-

schwemmten Hölzer zu erzeugen.

dass die Fachwerke zu dicht wirken könn-

zungen gebildet. Zur Kippsicherung der

ten. Balken für Balken bauten die Monteure

tion stehende, biegesteife Rahmen in

Vormontage erfolgte Balken für Balken vor Ort

H-Form im Abstand der Widerlager einge-

Die Balken sind jeweils 12 cm breit und bis

Da war klar, dass die Proportionen stimm-

fügt. Sie sorgen zusammen mit den Stahl-

zu 6 m lang. In der Höhe variieren sie zwi-

ten, und die anfänglichen Bedenken waren

auskreuzungen für die Aussteifung der

schen 20 cm und 35 cm. Stahlgewindestan-

verflogen. Der Gehbahnbelag, ebenfalls aus

Brücke. Mit Balkenquerschnitten aus wit-

gen mit Durchmessern von bis zu 65 mm

Bongossi, wurde im Fischgrätenmuster auf

terungsbeständigem (FSC-zertifiziertem)

werden durch die in die Balken eingebau-

einer Unterkonstruktion aus Holzlängsträ-

Bongossi-Holz und «was ser dichten »

ten Stahlhülsen durchgeführt und beidsei-

gern verlegt, die zwischen die Querträger

Anschlüssen trauten sich die Architekten,

tig verspannt. Sie stellen die kraftschlüs-

der Stahlrahmen eingehängt sind. Über der

eine ungeschützte Brücke, das heisst nicht

sige Verbindung her. Die an die Hülsen

Gehbahn erhielt die Brücke zusätzlich höl-

überdachte Brücke, zu bauen. Die Stahlkon-

angeschweissten Anschlussplatten schüt-

zerne Windverbände, um die Fachwerko-

struktion schützt ein schwarzer Anstrich

zen das Holz in den Bohrungen gegen Was-

bergurte gegen Horizontalkräfte wie Wind

vor Korrosion. Man muss gut hinschauen,

ser. Abstandshalter und Zwischenringe sor-

zu stabilisieren. Optisch wirken sie wie ein

um in der vermeintlichen Unordnung der

gen dafür, dass jeweils 1 2 mm Luft

schützendes Dach. Kräne hoben schliess-

Holzbalken eine schlichte Fachwerkbrücke

zwischen den Balken bleiben, sodass

lich die in sich stabilen Brückensegmente

zu erkennen. Sie besteht aus aufgelösten

Feuchtigkeit in den sich überkreuzenden

auf die Stahlbeton-Widerlager, auf denen

und mehrteiligen Ober- und Untergurten,

Balkenbereichen wieder austrocknen kann.

sie über die Fusspunkt-Anschlüsse der

zwischen denen sich kreuzende Diagona-

Insgesamt halten 345 Knoten das «Balken-

H-Rahmen verankert wurden. Auf den

len eingefügt sind — die Gurte nehmen die

gebilde » im Gleichgewicht. Dort, wo höhere

Innenseiten erhielten die Fachwerke noch

Diagonalen quasi in die Zange. Durch die

Kräfte auftreten, wie beispielsweise im

Brüstungen aus Handlauf und Maschen-

Überlappungen der im Wechsel seitlich

grössten der mittleren Felder oder im

draht als Absturzsicherung, da viele Öff-

angeschlossenen Balken, aus denen die

Bereich der Endauflager, sind die Diagona-

nungen zwischen den Balken recht gross

Ober- und Untergurte «gestückelt » sind,

len dichter angeordnet. Die Brücke hat man

sind. Neben der Wahl von Bongossi als wit-

und die dazwischenliegenden Diagonalen,

für die Montage in sechs Abschnitte unter-

terungsbeständigem Holz, sorgten die Pla-

Fachwerkträger sind in die Stahlkonstruk-

34

architektur + technik 3| 2015

die Fachwerkträger vor Ort zusammen und schlossen sie an die Stahlkonstruktion an.


ner mit luftumspülten und abgedichteten Anschlüssen sowie galvanisierten Stahlverbindern dafür, dass Wasser den Holzquerschnitten und damit dem Brückentragwerk möglichst wenig anhaben kann. Zum Schutz des Hirnholzes erhielten die Balkenenden ausserdem einen wasserabweisenden Anstrich (Imprägnierung).

Die komplexe Geometrie der unkonventionellen Holzfachwerke konnte nur mit einem 3D-CAD-Programm bewältigt werden. Die Ingenieure des ausführenden HolzbauUnternehmens entwickelten aus dem 3D-CAD-Modell der Architekten ein exaktes 3D-Computermodell, in das alle Bauteilgeometrien samt Ausfräsungen für die

www.johnlewismarshall.com

3D-CAD: Ein Muss bei komplexen Geometrien

Anschlussteile millimetergenau eingearbei-

In der Brückenuntersicht lassen sich die Stahlrahmen und die Auskreuzungen gut erkennen. Die

tet wurden. Es bildete die Grundlage für den

Dielung für die Lauffläche ist im Fischgrätenmuster auf der Holzträgerunterkonstruktion verlegt.

CNC-Abbund der über 1000 Holzbalken. Durchnummeriert und für die Montage nach

Bautafel

Brückenabschnitten vorsortiert, sorgten

Bauvorhaben

b.v., Rotterdam (NL)

Positionspläne vor Ort dafür, dass jedes Bau-

Rad- und Fussgängerbrücke

Tragwerksplanung und Konstruktion

teil auch dort eingebaut wurde, wo es hin-

«Wrakhoutbrug » bei Wenduine, (B)

Snoeck en Partners nv, architectuur & engi-

Bauherr

neering, Kortrijk-Marke (B) Arup, London

Maritieme Dienstverlening en Kust (MDK),

Bauunternehmen

Abteilung Ostende

WestConstruct, Oostkamp (B)

Architektur

Detailplanung Fertigung Montage Holzbau

West 8 urban design & landscape architecture

GWZ Wijma Kampen B.V., Kampen (NL)

gehörte. Am Ende fanden die Architekten ihr Entwurfskonzept gelungen umgesetzt. Zwar wirkt die neue Brücke stabil und robust, aber keineswegs zu mächtig. An einem Ort, wo es viel stürmt, darf das so sein.

3| 2015 architektur + technik 35


Architektur

Fenster zur Romandie idea ist eine Baufachzeitschrift für die Romandie, die ebenfalls beim B + L Verlag erscheint. In jeder Ausgabe stellen wir ein Gebäude oder Projekt aus den aktuellen Ausgaben vor. Vorhang auf für das spannende Baugeschehen in der Westschweiz … www.idea.ch

GEBÄUDE UND STRUKTUREN Vom Strassenbau über Parkhäuser, Brücken

Was unterscheidet den Architekten vom

Die Projekte des Ingenieurbüros Daniel Willi

bis zu Spitälern und Universitäten erstreckt

Ingenieur? Wenn man dem Architekten den

SA sind so vielseitig wie das Büro selbst, in

sich die Palette des Ingenieurbüros Daniel

künstlerischen Aspekt zuschreibt, so

dem 50 Angestellte, darunter über 20 Inge-

Willi SA. Die hier vorgestellten Objekte, die

beschäftigt sich der Ingenieur mit dem

nieure, beschäftigt sind. So zum Beispiel rea-

Brücke «Pont de la Chaudanne» und das

Unterbau, dem Überbau und der techni-

lisierte es ein spektakuläres Parkhaus an der

Studentenwohnheim der ETH Lausanne,

schen Durchführung eines Projekts. Diese

Autobahn-Ausfahrt Vennes der A9 mit 1200

sind dafür zwei eindrückliche Beispiele.

Bereiche finden in der Öffentlichkeit weni-

Parkfeldern und einem Hotel. Dazu kommen

REDAKTION Marianne Kürsteiner

ger Beachtung, ausser vielleicht beim Brü-

Tragwerke von Einfamilienhäusern, Spitäler,

FOTOS Fernando Guerra

cken-, Bahn- und Strassenbau.

Brücken und Universitäten.

Die Brücke «Pont de la Chaudanne».

36

architektur + technik 3| 2015


Die Brücke «Pont de la Chaudanne» Der «Pont de la Chaudanne » gehört zu den Referenzobjekten von Daniel Willi SA. Seine Länge beträgt insgesamt 190,50 m, unterteilt in sieben Einheiten, wovon sich die Längste über 31,5 m über das Schienennetz des «Goldenpass » erstreckt. Auf dem Grundriss bildet die Brücke ein «S », das in etwa der Topografie des Geländes folgt. Der Durchgang durch den Engpass von La Chaudanne zeichnet einen Abschnitt von etwa 800 m Strasse, welche neu über die Bahnli-

Studentenwohnheim Lausanne.

nie Montreux—Berner Oberland (MOB) führt. In Anbetracht der Topografie des Geländes mussten die Bewegungen der Baukräne, -maschinen und der Baumaterialien im beengten Raum der Fahrbahnerweiterung erfolgen. Dabei musste der parallel zur Schiene verlaufende Strassenverkehr mehrfach umgestaltet und umgeleitet über die Baustelle geführt werden.

Studentenwohnheim Lausanne Nicht nur die Ausbildung in den eigenen

Die Künstlerin Catherine Bolle gestaltete die farbigen Faserzementplatten.

Reihen spielt bei Daniel Willi SA eine grosse Rolle. Das Ingenieurbüro baut auch an Uni-

heim bietet Platz für 516 Betten, aufgeteilt

Laubengänge in den Höfen erschlossen,

versitäten mit. So befinden sich im Reper-

in 172 Zimmer und 86 Appartements für

und ihre Gemeinschaftsräume grenzen wie-

toire mehrere Bauten für die ETH Lausanne

zwei bis acht Personen. Die drei- und fünf-

derum direkt an den offenen Erschlie-

oder die Universität, wie etwa das Studen-

geschossigen Gebäuderiegel bilden einen

ssungsraum. Das Studentenwohn heim

tenwohnheim im Norden des Campus

zusammenhängenden, S-förmigen Baukör-

erstreckt sich bis zur Metrostation, wo

(Architekten : Richter Dahl Rocha & Asso-

per. Dadurch ergeben sich fliessende Über-

ebenfalls ein Werk von Daniel Willi SA steht :

ciés), für deren Tragwerk das Ingenieurbüro

gänge zwischen den Aussen- und Innenhof-

eine Passerelle über die Strasse und die

verantwortlich zeichnete. Das neue Wohn-

Fassaden. Die Appartements werden durch

Geleise der M1.

3| 2015 architektur + technik 37


Auftakt

AMBIENTE HOLZVERKLEIDUNG

unk ion li ä geordne enh us in ür

ee ings und Ver ns

erer S u

drid s eh e l ungen ein

l ur Ver ügung S l urde n ch de

ker u n ri

ri ri

Bei dem Projekt spielte ein Gedanke eine

generieren. Darüber hinaus wirkt es sehr

ei-

wichtige Rolle : Der Raum sollte modern

warm. Deshalb haben wir es, kombiniert mit

er

gestaltet werden und sich vom klassischen

Licht, als prominentes Merkmal des Saals

Gener l und oli i-

en nn , der

er räsiden eine iel und dessen Ge ur s

en

ls u

g sich

s he ik

Stil des restlichen Hauses unterscheiden.

eingesetzt », sagt Ana Jiménez. An den

inis-

«Die beiden Seitenwände sorgen mit ihrer

Decken wurden 230 m² amerikanische Rotei-

er

Vollverglasung dafür, dass der Saal hervor-

che verwendet.

u

ragend mit natürlichem Licht versorgt wird.

l ähr

Andererseits ist Glas für eine gute Akustik

Gesch ungene ecken or

REDAKTION Uwe Guntern

ungünstig. Deshalb habe ich mich entschlos-

Installiert wurden massive 15 x 45 mm gro-

FOTOS Francisco Javier Salcedo Rico / AHEC

sen, für Decke, Boden sowie für zwei Wände

sse und in 30 mm Abstand angebrachte Leis-

Holz einzusetzen », erläutert Ana Jiménez

ten. An den Wänden reicht die Verkleidung

38

architektur + technik 3| 2015

Díaz-Valero, in Personalunion Architektin

bis zur halben Raumhöhe. Die restlichen

und Kuratorin des Abgeordnetenhauses

Wandteile wurden mit Plattenmaterial

sowie Leiterin des Renovierungsprojekts für

belegt. Dabei wurde die Maserung der Rotei-

Sala Prim. Der Innenraum ist mit Eiche aus-

che horizontal ausgerichtet, um die eben-

gestattet. Die grossen Fensterflächen auf

falls horizontale Anordnung der Leisten an

beiden Seiten sorgen für gutes natürliches

der Decke aufzunehmen. Die Türen zum Saal

Licht. «Holz hat ein gutes Akustikverhalten

sind flach und wandbündig ausgeführt. Sie

und ermöglicht, einzigartige Formen zu

sind perfekt integriert und praktisch unsicht-


Im spanischen Abgeordnetenhaus sorgt amerikanische Roteiche für hervorragende Akustik.

bar. Das Material ist auch hier Roteiche mit horizontal ausgerichteter Maserung. Die geschwun­gene Form der Decke entstand aus

bAuen HAt Immer etWAs mIt zukunft zu tun.

der Forderung, eine gute Akustik und gleichzeitig eine möglichst maximale Raumhöhe zu erzielen, die durch die Tragwerkkonstruktion des Dachs vorgegeben ist. Dank der Deckengestaltung mit Holzleisten konnte Ana Jiménez die Klimaanlage und die Technik gut verstecken. Nur die Beleuchtung ist noch sichtbar. «Ich wollte Roteiche aus Umweltschutzgründen nur verwenden, wenn das Material aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern stammt », so Ana Jiménez. «Ich habe mich gern für die amerikanische Roteiche entschieden, weil die amerikanischen Laubhölzer hervorragende Umweltreferenzen aufweisen.» ■ www.americanhardwood.org

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Ambiente Fliesen

KINDGERECHTES DESIGN Die beiden bestehenden Kindereinrichtungen in der thürin-

Gebäude steht in der Ortsmitte auf dem etwa 5000 m gros-

gischen Gemeinde Gräfenroda (D) wiesen nach Jahrzehnten

sen Gelände einer ehemaligen Tonwarenfabrik. Die Adresse

so gravierende Mängel auf, dass man sich schliesslich gegen

lautet — auch passend zum verwendeten Wand- und Boden-

eine Sanierung entschied und den Neubau einer Kinderta-

belag «An der Keramik 2 ».

gesstätte mit grosszügiger Aussenanlage realisierte. Das

REDAKTION Uwe Guntern FOTOS zvg ILLUSTRATION Benjamin Rüdlinger

40

architektur + technik 3| 2015


Entworfen wurde der Neubau der Kita «Zwergenland » von der Architektin Birgitt Lorenz vom international tätigen Ingenieurbüro SteinbacherConsult in Erfurt (D). Für die Bauleitung zeichnete Dietrich Keller, ebenfalls von SteinbacherConsult, verantwortlich. Das zweigeschossige Gebäude setzt sich mit seiner Fassade in einem kräftigen Gelbton deutlich von der Nachbarbebauung ab und zeigt sich auch innen sehr farbenfroh. Der Bauherr, die Verwaltungsgemeinschaft Oberes Geratal, entschied sich dafür, ausschliesslich hochwertige, langlebige Materialien und Oberflächen einzusetzen : Sowohl mit Blick auf niedrigen Unterhaltsaufwand bzw. geringe Reinigungskosten als auch mit dem Ziel, Nachhaltigkeit statt «Ex-und-hoppMentalität » zu praktizieren. Für die Sanitärbereiche fiel die Entscheidung für Fliesen

Die Seh-Entwicklung von Kleinkindern wurde bei dem Herstellungsprozess der Fliesen berücksichtigt.

von Agrob Buchtal, und zwar auf «Plural Plus Kids ». Diese Spezialserie zeichnet sich aus durch kindgerechte Motive, ohne dabei kindisch oder kitschig zu wirken. Das finale Farbkonzept der Sanitärräume entstand im Dialog mit der Leiterin der Kindertagesstätte, Birgit Abendroth, die in enger Abstimmung mit dem Bauherrn und den Planern ihre Vorstellungen einbrachte. Die handwerkliche Umsetzung übernahm Fliesenleger Enrico Kippel aus Dachwig bei Erfurt. Die Spezialserie «Plural Plus Kids » resultiert wie so oft bei Agrob Buchtal «aus der Praxis für die Praxis »: Die Resonanz auf eine Sonderfertigung für Kindergärten in Niedersachsen war so positiv, dass in Kooperation zwischen dem unternehmenseigenen Entwicklungsteam und der ambitionierten Designerin Anna-Lena Kühler (www.anyillustration.com) eine attraktive Kollektion geschaffen und in das Sortiment aufgenommen wurde. Die Spezialserie berücksich tigt, dass Kinder anders sehen als

Die verschieden Farben werden in der Kita «Zwergenland» als subtile Orientierungshilfe eingesetzt.

Erwachsene und sich diese zentrale Fähigkeit erst peu à peu entwickelt. Die Serie unter-

«unten im Meer » spiegelt das muntere

Im «Zwergenland» wurden aber auch Ziffern

Treiben unter Wasser wider,

verwendet, und zwar «tierisch» verziert und

«hoch hinaus » bezieht sich auf Höhenflüge

spielerisch: Sie dienen zwar auch der Orien-

mit jeweils fünf Motiven, die thematisch

im doppelten Sinn — «Mondreise» entführt

tierung oder Zuordnung, sollen aber vor

zusammenpassen. Nicht nur bei der Gestal-

die Gedanken in himmlische Sphären,

allem die Kinder ohne Lernzwang an die Zah-

«Kinder unserer Welt » greift multikultu-

lenwelt heranführen. Als Basis für Sets,

relle Aspekte auf,

Buchstaben und Ziffern dient bewusst das

die «Orientexpress » als Plädoyer für ein

Format 20 x 20 cm, denn diese Dimension

fröhliches Miteinander fortsetzt.

erlaubt eine angenehme Wahrnehmung der

stützt dies spielerisch anhand der Formel «5 mal 5 »: Zur Auswahl stehen nämlich fünf Sets

tung, sondern auch bei der Namensgebung ist

liebevolle Kreativität spürbar : Die Sets tragen selbst erklärende Bezeichnungen in Anlehnung an die jeweiligen Bild-Botschaften:

3| 2015 architektur + technik 41


Ambiente Fliesen

Auch aussen wird Farbe zur Unterscheidung der Umgebung gezielt als architektonisches Stilmittel eingesetzt.

Motive sowohl aus der Nähe als auch der Distanz. Dazu passende Wand- und Bodenfliesen ermöglichen ganzheitliche individuelle Konzepte, die grossen kreativen Freiraum bieten und zugleich schlüssig sind. Neben gestalterischen Vorzügen überzeugt die aussergewöhnliche Funktionalität : So weit technisch möglich sind die Fliesen bereits ab Werk mit der Veredelung HT (engl. Hydrophilic Tiles, also Fliesen mit hydrophiler Oberfläche) versehen. Die so veredelten Produkte sind besonders leicht ohne aggressive Putzmittel zu reinigen, wirken antibakteriell ohne Chemie und verbessern das Raumklima durch den Abbau von Luftschadstoffen bzw. störenden Gerüchen — Aspekte, die in Kindergärten, Schulen, Freizeiteinrichtungen, pädiatrischen Kliniken und der Kindertagesstätte «Zwergenland » in Gräfenroda täglich zum Tragen kommen.

42

architektur + technik 3| 2015

Spielerisch werden die Kinder an die Welt der Zahlen herangeführt.


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3| 2015 architektur + technik 43


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TEXT und FOTOS zvg

Die Faktoren, die den grössten Einfluss auf die Ökobilanz bei der Produktion von Teppichfliesen haben, sind mit 63 Prozent das Garn und mit 13 Prozent die Vorbeschichtung. Durch den Einsatz eines alternativen Rohstoffes in Kombination mit innovativer Technologie konnte genau hier angesetzt erden um den

ussabdruc entschei-

dend zu reduzieren. So wird für die neue Kollektion erstmals das alternative Garn Polypropylen verwendet. Dieses ist nicht nur deutlich umweltverträglicher als herkömmlich eingesetztes Polyamid, sondern es weist auch in Kombination mit der innovativen Microtuft-Technologie, die durch getuftete Mikroschlingen-Konstruktionen den minimalen Einsatz von Garn ermöglicht, die gleichen positiven Eigenschaften auf — also einen sehr guten Gehkomfort, eine ansprechende Optik und angenehme Haptik sowie

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eine bessere Schallabsorption im Vergleich zu Hartbelägen. Die zweite Innovation bei

deutlich. Doch die Kollektion trägt auch zu

sich frei kombinieren, wodurch verschiedene

der Herstellung ist der modulare Verschmel-

einer grundlegenden Verbesserung des

Design-Variationen kreiert werden können,

zungsprozess (Modular Fusion Process), der

Innenraumklimas bei. Denn Mircosfera liegt

wie zum Beispiel nahtlose Übergänge,

— erstmalig bei der Herstellung von Teppich-

mit VOC-Emissionen (Volatile Organic Com-

Abgrenzungen oder Zonierungen.

fliesen überhaupt — bei der Fertigung der

pounds) von weniger als 10

g m³ nach drei

Nach Biosfera, einer Teppichfliese, herge-

Microsfera-Kollektion zum Tragen kommt.

Tagen weit unter dem euro paweiten GUT-

stellt aus 100 Prozent rezykliertem Poly-

Hierbei wird das Garn direkt mit dem Rücken

Standard von 250 µg / m³ im gleichen Zeit-

amid, und Fotosfera, deren Garn aus 63 Pro-

(Backing) der Teppichfliese verankert, was

raum. Somit tragen die extrem niedrigen

zent biobasiertem Garn besteht, macht

eine besonders starke Haftung garantiert

VOC-Emissionen sowie der Verzicht auf flüs-

Interface mit Mircosfera und der bisher nied-

und das Loslösen des Garns von der Rücken-

sige Klebstoffe bei der Verlegung zu einer

rigsten Umweltbelastung einen weiteren

konstruktion verhindert. Der Vorteil : Der

gesünderen Arbeitsumgebung bei.

Schritt in seiner «Mission Zero ». Ziel ist es,

modulare Verschmelzungsprozess macht die

Su

weise für die Verschmelzung von Garn und

Die Fliesen sind im Skinny-Planks-Format

europäische Produktionsstätte in Scherpen-

Backing verwendet wird, überflüssig. Durch

(25 x 100 cm) in acht aufeinander abgestim-

zeel (NL) ausschliesslich Energie aus erneu-

den vollständigen Verzicht auf die Mittel-

mten Farbtönen für den Objektbereich erhält-

erbaren Quellen. Zudem konnte der Wasser-

schicht, die im gesamten Produktionsprozess

lich. Ob Grautöne mit industriellem Charakter,

verbrauch im Herstellungsprozess um 95

den z eitst r sten influss auf den

trendige durch Denim inspirierte Blaus oder

Prozent reduziert werden, und es wird kein

Abdruck hat, sinkt die Umweltbelastung

natürliche Kupfertöne — die Fliesen lassen

Deponiemüll mehr erzeugt. ■

44

architektur + technik 3| 2015

ile esigns

bis 2020 ein nachhaltiges Unternehmen zu

Vorbeschichtung aus Latex, die üblicher-

sein. Bereits seit Januar 2014 verwendet die


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3| 2015 architektur + technik 45


Ambiente Aufzüge

AUSSENSCHÄCHTE ALS ATTRAKTIVE TÜRME Im Rahmen einer Totalsanierung wird die Überbauung Ler-

dige architektonische Elemente verleihen sie der Überbau-

chenfeld in St. Gallen nachträglich mit Aufzügen erschlossen.

ung aus den Siebzigerjahren eine neue ästhetische Note.

Auffällig sind dabei die neuen Liftschächte. Als eigenstän-

TEXT und FOTOS zvg

An den Mehrfamilienhäusern an der Eisbahn-

gutem Grund : In den Jahren 1988 bis 1991

nierung aus. Als 2011 mit den Sanie-

strasse 5 bis 13 zeigten sich nach über vier

waren nämlich die ursprünglichen Flachdach-

rungsarbeiten gestartet und die ersten

Jahrzehnten deutliche Spuren der Zeit. Der

bauten aufgestockt worden. Jedes Mehrfa-

Wohnungen bis auf die Decken und Wände

Unterhalt wurde zusehends aufwendiger, die

milienhaus erhielt ein Satteldach und im Gie-

ausgehöhlt wurden, übernahm sein Büro

Probleme mit den Heizungs- und Sanitärins-

belaufbau drei zusätzliche Wohnungen. Die

auch die Bauleitung. Mittlerweile sind vier

tallationen häuften sich, die veralteten

Vernichtung dieser rund 20-jährigen, noch

der fünf Häuser saniert, das Fünfte ist nun

Küchen und Bäder beeinträchtigten die Ver-

nicht amortisierten Dachwohnungen hätte

in diesem Jahr an der Reihe. Das gestaffelte

mietbarkeit der Wohnungen. Die Wohnbau-

einen herben Substanzverlust bedeutet.

Vorgehen erfolgt aus Rücksicht auf die vie-

genossenschaft Lerchenfeld als Eigentüme-

len langjährigen Mieter.

rin musste etwas unternehmen. Zuerst stand

Fünf Jahre — zehn Etappen

ein Abriss mit anschliessendem Neubau zur

Also arbeitete Christian Moroge, Geschäfts-

altes Zuhause zurückkehren können. Zur

Diskussion. Schliesslich entschied sich die

führer und Teilhaber des Architektur-Büros

Überbrückung der Bauphase organisierte

Bauherrschaft für eine Totalsanierung, aus

Bayer Partner AG, die Pläne für die Totalsa-

die Wohnbaugenossenschaft sechs Ersatz-

Sie sollen nach dem Umbau wieder in ihr

Durch den Umbau haben die Häuser aus den Siebzigerjahren ein moderne architektonische Note erhalten.

46

architektur + technik 3| 2015


wohnungen in eigenen Siedlungen. Das Ersatzwohnungsangebot bestimmte auch den Zeitplan für das Sanierungsvorhaben. Jedes der dreigeschossigen Mehrfamilienhäuser, das aus zwei Hausteilen mit je sechs Wohnungen besteht, wurde — oder wird noch — innerhalb eines Jahres in zwei Etappen umgebaut.

Bedarfserhebung bei den Mietern Bei der Planung der Aufzüge klärte die Wohnbaugenossenschaft zuerst den Bedarf der Mieter ab. Eine Umfrage ergab, dass knapp die Hälfte von ihnen einen Lift wünschte. Um diese Nachfrage abzudecken, genügte es folglich, vier Hausteile mit jeweils einem Lift auszustatten. Drei der vier Swisslift von AS sind inzwischen ins-

Antrieb und Umrichter des Swisslift im

Mit ihrem Spiegel und dem Handlauf aus

talliert. Der vierte Lift wird mit der letzten

Schachtkopf.

gebürstetem Edelstahl an der Rückwand wirkt die Kabine ausgesprochen elegant.

Sanierung im nächsten Jahr fällig. Über die Totalsanierung von Haustechnik, Küchen und Bädern hinaus wurden die Wohnungen auch vergrössert. Zusätzliche Fläche liefern die ehemaligen Balkone, die nun in die Wohnzimmer integriert sind. Die Mieter brauchen trotzdem nicht auf einen attraktiven Aussenraum zu verzichten. Dafür sorgen neue Balkone in einem vorgelagerten Skelettanbau, der sich über die ganze Gebäudelänge erstreckt. Ausserdem ist die Hälfte der 60 Viereinhalbzimmerwohnungen in grosszügigere Dreieinhalbzimmereinheiten umgewandelt worden.

Architektonische Belebung mit Aussenliften Wichtig war dem Architekten, dass AS bei den Aufzügen eine überzeugende Aussenlösung aufzeigen konnte. «Für die Lifte Wohnraum zu opfern, kam für uns nicht

Der Zugang zum Aussenlift ist auch im Erdgeschoss gut geschützt – dank verglaster Verbindungs-

infrage », betont er.

wand und der Überdachung durch die Passerelle.

Die Schächte für die Aussenlifte erheben sich nun als elegante Betontürme mit ver-

mit dem jeweiligen Gebäude verbunden.

Die Überbauung Lerchenfeld hat mit den

glasten Seitenwänden. Sie stehen leicht

Jeder Lift bietet einen direkten Zugang zur

neuen Aussenliften auch eine überra-

abgesetzt, sind aber über dazwischenge-

Tiefgarage und erschliesst über drei Eta-

schend moderne architektonische Note

schobene Passerellen aus Metall und Glas

gen jeweils sechs Wohnungen.

erhalten.

3| 2015 architektur + technik 47


Technik Fahrtreppen

MOBILITÄT FÜR 145 000 PERSONEN Der Wiener Hauptbahnhof ist nach fünf Jahren Bauzeit im

Aufzügen und Fahrtreppen, hat den Wiener Hauptbahnhof

Oktober letzten Jahres eröffnet worden. Damit entstand

und die BahnhofCity mit leistungsstarken und sicheren Ver-

eine internationale Verkehrsdrehscheibe für neue Mobili-

kehrsfahrtreppen ausgestattet.

tät inmitten der Bundeshauptstadt. Schindler, Anbieter von

TEXT und FOTOS zvg

Der Wiener Hauptbahnhof und das Einkaufs-

Zudem sorgt ein weiteres Modell für einen

Mobilität der Besucher sorgt. Die Schindler

zentrum BahnhofCity sind der neue Mittel-

ungehinderten Transport von Kunden. Die

Verkehrstreppenlösungen für den öffent-

punkt für viele Reisende, Anrainer und Besu-

Modehandelskette New Yorker hat sich ent-

lichen Raum sind leistungsstark, bewälti-

cher. Künftig werden rund 145 0 0 0

schieden, ihre Filiale in der BahnhofCity mit

gen auch extrem hohe modulare Kompo-

Menschen pro Tag das Bahnhofsgelände fre-

zwei Fahrtreppensystemen aus der Schind-

nenten und sind daher sehr flexibel

quentieren. Auf einer Fläche von 20 000 m²

ler-9300-Serie auszustatten. Eine Anlage,

einsetzbar. Sie passen sich unkompliziert

öffnen etwa 90 Geschäfte und Gastronomie-

die vor allem international in Einkaufszen-

der baulichen Umgebung und den Ansprü-

betriebe ihre Pforten. Damit nicht nur Fahr-

tren, Kinos und Museen für reibungslose

chen der Nutzer an.

gäste pünktlich ihre Züge erreichen, sondern alle Personen sicher und komfortabel auf dem Areal ans Ziel kommen, bedarf es leistungsstarker und zuverlässiger Fahrtreppenanlagen. Als Ausstatter mit langjähriger und internationaler Expertise im öffentlichen Personentransport brachte die Schindler Aufzüge und Fahrtreppen GmbH bis dato gleich 18 Modelle der Fahrtreppe 9700 am Hauptbahnhof Wien «auf Schiene ». Bereits 2012 sind acht Anlagen in Betrieb gegangen, und zur Eröffnung des Bahnhofs folgte die Inbetriebnahme von weiteren zehn Fahrtreppen-Systemen. Im Dezember 2014 waren dann insgesamt 29 Ausführungen 9700 im Einsatz sein.

Die Fahrtreppen bewältigen auch extrem hohe modularen Komponenten.

Die Transport-Lösungen für die Massen an Besuchern und Gästen passen sich an die moderne Architektur und das Design des Bauwerkes an.

48

architektur + technik 3| 2015


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Ambiente

PRODUKTE

Keine Kompromisse Mit der neu entwickelten Versiege-

Naturmaterialien, nicht zuletzt Holz, vermit-

vollständig geschlossen — und schon ist der

lung B-Protect löst «Bauwerk» ein altes

teln wie kein anderer Werkstoff Gemütlich-

Holzboden sicher vor Flecken und Schmutz,

Dilemma der Parkettliebhaber: Sollen die

keit und Wertigkeit. Geöltes Parkett wird

und auch Kratzer sind weniger sichtbar. Der

Dielen den naturnahen Look eines geölten

hochgeschätzt, die naturbelassene Holz-

Lack ist zudem unempfindlich gegen UV-

Holzbodens behalten oder widerstandsfä-

oberfläche ist haptisch und optisch ein kla-

Strahlen, was den Boden über Jahre hinweg

hig und pflegeleicht sein? Mit der innova-

rer Favorit. Doch dem Wunsch nach einem

nahezu unverändert erscheinen lässt. Die

tiven Lackschicht ist nun beides gleichzei-

geölten Holzboden kommen oft praktische

mühsame Pflege entfällt, die Reinigung wird

tig möglich, und zwar in drei Kollektionen

Überlegungen in die Quere. Die fachgerechte

zum Kinderspiel. Die wasserbasierte, löse-

und zwei Farbtönen.

Pflege kann sich aufwendig gestalten,

mittelfreie Versiegelung verspricht höchste

schnell entstehen Flecken. Das muss nicht

Wohngesundheit. Dabei lässt sich die B-Pro-

sein, zeigte der Schweizer Parketthersteller

tect-Oberfläche von unbehandeltem Holz

Bauwerk an der BAU 2015 in München.

mit blossem Auge kaum unterscheiden — die

Die innovative Produktlinie B-Protect verbin-

Vorteile von geölten und versiegelten Holz-

det das natürliche Erscheinungsbild des

böden sind nun in einem vereint.

geölten Parketts mit der Pflegeleichtigkeit

Zunächst wird B-Protect in den Kollektionen

des versiegelten Bodens. Bei der neuartigen

Villapark und Cleverpark geführt, ab April

Versiegelung handelt es sich um einen

kommt noch Casapark hinzu. Die Eichen-

unsichtbaren mehrschichtigen Lackauftrag,

böden sind in den Farbtönen Farina und

der während des Produktionsprozesses auf-

Crema erhältlich. ■

gebracht wird. Dadurch wird die Oberfläche

www.bauwerk-parkett.com

50

architektur + technik 3| 2015


ie

S r nd

3D-Lichtspiel

flegeleich e Viel

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Der Frühling ist schon fast da, und auch der

Neuer Glanz für den Teppichboden : Dank

Ein langlebiger und beständiger Bodenbelag

Sommer wird hoffentlich nicht mehr lange

einer innovativen Webtechnik ist Tisca Sca-

ist oft ein Muss. Die Laminat-Fussböden von

auf sich warten lassen. Zeit, die Terrasse

lino ein echter Hingucker. Die Kombination

Egger sind nicht nur pflegeleicht und wider-

wieder instand zu setzen. Sandfarbener Tra-

aus verschiedenen Webbindungen lässt

standsfähig gegen Kratzer und Flecken — sie

vertin-Stein speichert die Sonnenwärme bis

3D-Effekte mit variabler Lichtbrechung ent-

bieten auch eine grosse Auswahl an Dekors

spät in den Abend und verleiht dem Sitzplatz

stehen und bietet somit zahllose Möglichkei-

und Farben, von Stein-Imitationen bis zu

ein mediterranes Flair.

ten zur akzentuierten Bodengestaltung.

Holz — zum Beispiel Valley-Eiche.

www.stonenaturelle.ch

www.tiscatiara.ch

www.egger.com

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Ges

ier ähig

Diesen Design-Boden darf man jederzeit mit

ch el , nich gerühr

Moderne Architektur erlaubt es, in Wohn-

ol und S

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Massiv und doch schwebend leicht : Diese

den Füssen treten : Die robuste, für Nass-

und Arbeitsräumen Industrieböden einzu-

Metallwangentreppe von Keller Treppenbau

räume geeignete Kollektion wineo 600 kann

setzen. Speziell für diese Anwendung wurde

AG kombiniert Stufen aus geölter Eiche mit

geklebt oder als Klickvariante verlegt wer-

der Spachtelbelag Rustico entwickelt, der

einem schmalen Flachstahl-Geländer, in dem

den. 32 Holz- und Stein-Designs und vier

einerseits eine industrielle Optik zeigt,

Glasfüllungen für höchste Transparenz sor-

moderne Formate erlauben höchste Flexibi-

andererseits den hohen Ansprüchen in

gen. Auf der Aussenseite sind die Stufen

lität zu Hause oder im Gewerbe.

Exklusivbauten gerecht wird.

direkt in der Wand verankert.

www.wineo.de

www.texolit.ch

www.keller-treppen.ch

3| 2015 architektur + technik 51


Ambiente Produkte

Höchste Hygiene

Innen und aussen

Fugenlos

Ein Betrieb, der Lebensmittel verarbeitet,

Die Terrasse wird heute als eine Erweiterung

Faszinierende Strukturoberflächen sind das

stellt besonders hohe Ansprüche an den

des Wohnraums gesehen. Nun kann ihre

kennzeichnende Merkmal von Pandomo Loft.

Bodenbelag. Silikal konnte sie erfüllen: Der

Wohnlichkeit vervollständigt werden : Mit

Der fugenlose Bodenbelag wird nicht gegos-

regelmässigen Reinigung mit Hochdruck und

Woven Flooring fliesst der Bodenbelag direkt

sen, sondern gespachtelt, was ihm seinen

scharfen Reinigungsmitteln hält der Fuss-

in den Garten. Das Gewebe ist lichtecht,

charakteristischen Look verleiht. Wider-

boden der Lachs-Räucher-Manufaktur

unverrottbar und rutschfest — perfekt für

standsfähig und pflegeleicht, besteht Pan-

ebenso stand wie Fetten und Salzen.

einen gemütlichen Gartensitzplatz.

domo Loft auch den täglichen Gebrauch.

www.silikal.ch

www.dickson-constant.com

www.a1-industrieboeden.ch

Neue Dekors

Industrie-Chic

Abgestimmte Ausstattung

«Silk Stone » oder «Birdie Beech »? Die

Wenn aus alten Fabriken moderne Wohn-

Sanitärlösungen für den Objektbau können

neuen Dekors des Holzwerkstoff-Herstellers

landschaften entstehen, erhalten industri-

Funktionalität mit Eleganz vereinen, zeigt

Pfleiderer decken mit eleganten Holz- und

elle Materialien eine neue Bedeutung. Die

Franke. Die neue Produktlinie bietet kom-

Steinakzenten verschiedenste Lebensberei-

Plattenkollektion Industrial vereint beson-

plett aufeinander abgestimmte Waschtische

che ab. Helle und dunkle, auffällige und

dere Farbmischungen mit ausdrucksstarken

und Accessoires, die dank modernen Mate-

dezente Oberflächen bieten eine Auswahl

Dekors, die von den Originalvorlagen kaum

rialien und hygienischen Oberflächen

für jedes Design-Konzept.

noch zu unterscheiden sind.

höchste Ansprüche erfüllen.

www.pfleiderer.com

www.richner.ch

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52

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Auftakt

TECHNIK DACHSYSTEME

Dachschindeln für alle Anforderungen Die Dachschindeln von Prefa verbinden

Aluminiumdächer und -fassaden sind nichts

Die Prefa-Dachschindeln mit ihrer rhom-

die rhombische Schindelform mit den

Neues. Die ersten Dächer wurden Ende des

bischen Schindelform und die Eigenschaften

Eigenschaften des Hightech-Werkstoffs

19. Jahrhunderts mit Aluminium gedeckt. Die

des Aluminiums sind das passende Deckma-

Aluminium. Dies macht die Dachschindel

Kirche von San Gioacchino in Rom ist nur eins

terial von Objekten mit älterer Bausubstanz.

zum idealen Deckmaterial von Objekten

von vielen Beispielen für den Einsatz von Alu-

Neben klassischen Dachstrukturen werden

mit älterer Bausubstanz. Die kleinforma-

minium als Dacheindeckung. Am Anfang eta-

aber auch Objekte modernen Bau-Designs

tigen, besonders leichten Dachschindeln

blierte sich das Material vor allem bei Kirchen

verstärkt mit diesen Dachschindeln einge-

sind von der minimalsten Fläche bis zum

und Industriebauten mit grossen Dachflä-

deckt. Das Farbsortiment sorgt für schöne

Grossprojekt einsetzbar.

chen. Im Laufe der Zeit setzte es sich auch

und harmonische Dachflächen. Die nötige

bei Wohngebäuden vor allem im Bereich der

Sicherheit gewährleisten Falze auf der Längs-

Altbausanierung durch.

und Querseite. So entsteht ein wetterfester

TEXT und FOTOS zvg

54

architektur + technik 3| 2015

Der Werkstoff Aluminium ist relativ leicht und

und sicherer Verbund.

senkt somit die Anforderungen an die Statik

Durch das Falzin-Falzsystem und die ver-

und Unterkonstruktion. Auch die Möglichkeit,

deckte Befestigung erweisen sich Dach-

ausgefallene und einzigartige Dachformen

schindeln nicht nur als sturmsicher und wit-

zu verwirklichen, ist eindeutig ein Pluspunkt.

terungsbeständig, sondern zeigen sich auch

Neben der Ästhetik besitzt das Aluminium-

optisch von ihrer schönsten Seite und ver-

dach aber eine hohe Langlebigkeit, Stabili-

binden Qualitätsanspruch, Funktion und

tät und die Eignung für einen Material-Mix.

Ästhetik. Grundmaterial für die Aluminium-


Spannende Projekte zeigen viele. Wir wissen, wie und woraus sie gebaut sind.

Bei den Dachschindeln verbindet sich die rhombische Schindelform mit den Eigenschaften des Werkstoffs Aluminium.

produkte sind Legierungen nach EN 1396. Die Be­­schich­tung erfolgt im Coil-CoatingVerfahren.

Technische Daten der Dachschindel Material: beschichtetes Aluminium, 0,7 mm stark ; Zweischicht-Einbrennlackierung oder Pulverbeschichtung nach RAL oder NCS Grösse: 420 x  240 mm in verlegter Fläche Gewicht : 2,5 kg / m2 Dachneigung : ab 25 º = etwa 47 Prozent Unterkonstruktion und Drainage: auf Vollschalung mind. 24 mm ; ab einer Schneeregellast von 3,25 kN / m2, Bezugshöhe 925 m oder in den Geländekategorien 0, I oder II ist eine Verlegung auf Vollschalung mit Bitumentrennlage erforderlich. ■ www.prefa.ch

Bezugsquellen unter:

architektur-technik.ch


Technik

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Die stark beanspruchte Anlage des Werkhofs Glattbrugg / ZH ies einen erhe lichen ns urden dringend usä lä e en

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neu u in er re ieren REDAKTION Uwe Guntern FOTOS Mark Röthlisberger, Hochbauamt Kt. Zürich

Die Anlage stammt aus einer Reihe von

hafens Zürich ein integraler Bestandteil der

Nichtsdestotrotz führt die serielle Aneinan-

Werkhöfen, die in den 1970er-Jahren im

Aufgabe war. Neue Fassadenöffnungen wer-

derreihung in Verbindung mit den stark

Kanton Zürich erstellt und — ganz dem

den durch Betonelemente gesäumt, die hin-

zurückversetzten Glasflächen zu einem

damaligen Zeitgeist entsprechend — aus

sichtlich Material und Logik der Konstruktion

neuen und unverwechselbaren Ausdruck des

Betonfertigteilen zusammengefügt wur-

vom ursprünglichen Bau abgeleitet sind.

Dienstgebäudes, wodurch die mit dem

den. Es konnte exemplarisch aufgezeigt werden, wie die typischen schwer vorfabrizierten Bauten dieser Epoche betrieblich und energetisch heutigen Bedürfnissen angepasst werden können, ohne die charakteristische Ablesbarkeit ihrer modularen Konstruktion einer neuen Aussendämmung zu opfern. Das prägende Raumgitter aus Betonpfosten- und Sturzelementen bleibt trotz bauphysikalischer Defizite nahezu unangetastet. Demgegenüber scheinen die in die Struktur eingefügten Füllelemente austauschbarer, weswegen sie durch hochwertig gedämmte Aussenwandpartien ersetzt werden. Die daraus resultierende energetische Gesamtbilanz entspricht den heutigen Anforderungen. Durch den partiellen Ersatz der Fassade können die Fenster neu angeordnet werden, wodurch die Innenraumqualität gesteigert und die äussere Erscheinung vereinheitlicht wird. Diese zerfiel in ein Erdgeschoss mit Füllungen aus Sandwichpaneelen und zwei darüberliegenden Geschossen mit Lochfassaden. Die gestalterische Angleichung des Erdgeschosses an die Obergeschosse steigert auch die schalldämmende Wirkung der Gebäudehülle erheblich, was wegen der Lage des Werkhofes in der Flugschneise des Flug-

er

56

architektur + technik 3| 2015

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Durch die grossmassstäbliche Gesamtwirkung fügt sich das umgebaute Dienstgebäude überzeugend in die Anlage ein und unterstützt ihre Lesbarkeit als Ensemble.

3| 2015 architektur + technik 57


Technik Umbau Werkhof Glattbrugg / ZH

Querschnitt Ansicht Südost des Dienst- und Werkstattgebäudes.

bestehenden Haus gegebene Wiedererkennbarkeit der kantonalen Werkhofanlagen zusätzlich erhöht wird. Da die Nutzergruppen viele Räume gemeinsam nutzen und das Gebäude zudem bis «auf die Knochen » seiner Skelettstruktur entrümpelt wurde, kann das Synergiepotenzial voll ausgenutzt werden, ohne das Gebäudevolumen zu erweitern. Die bis anhin autonom funktionierenden Nutzergruppen müssen nun allerdings Garderoben, Küche und Aufenthaltsraum gemeinsam benützen. Einzig die zurückspringende Südwestecke im zweiten Obergeschoss wurde im Sinne einer volumetrischen Klärung und unter Verwendung bestehender Fassadenelemente der nicht mehr benötigten Terrasse im ersten Obergeschoss zu einem Rechteck

Alle Räume wurden bis auf das Treppenhaus und die Stützen neu organisiert.

vervollständigt, wodurch das neue Dienstgebäude allseitig als zweigeschossiger Quader auf einem Sockelgeschoss in

dem Umbau unübersichtlichen und klein-

sodass der Raum darunter stützenfrei

Erscheinung tritt. Durch die grossmass-

teiligen Raumstruktur ein neuer gemein-

bleibt, wird zusätzliche Lagerfläche

stäbliche Gesamtwirkung fügt sich das

schaftlicher Bereich als ordnendes Element

geschaffen. Die drei Gebäude wirken nach

umgebaute Dienstgebäude überzeugend

geschaffen. Die Einstellhalle wird ebenfalls

der Verjüngungskur mit unterschiedlich tie-

in die Anlage ein und unterstützt ihre Les-

ohne Abänderung des Gebäudekörpers

fen baulichen Inter ventionen als Einheit.

barkeit als Ensemble. Erdgeschossig for-

erweitert : Der vorgängig gedeckte Aussen-

Die neuen Elemente fügen sich wie selbst-

men die abgerundeten, gelb glänzenden

raum wird durch den Einbau von Garagen-

verständlich ein, sodass der Betrachter erst

Wandabwicklungen ein neues Element und

toren zum Innenraum. Durch den Einzug

auf den zweiten Blick erkennt, was neu und

relativieren gleichzeitig die Strenge der

einer Zwischendecke, die statisch an die

was schon immer da gewesen ist. Die

Raster-Architektur. So wird anstelle der vor

bestehenden Deckenträger gehängt wird,

innenräumliche Gestaltung gründet auf

58

architektur + technik 3| 2015


Querschnitt Ansicht Südwest des Dienstgebäudes.

drei Prinzipien : Erstens soll die Logik der Tragstruktur beziehungsweise des Rasters 5,2 0 x 5,2 0 die Innenraumaufteilung bestimmen und das grosse Plus eines Skelettbaus (die rigide und maximal nachhaltige Trennung von Primär- und Sekundärstruktur) nutzen und erfahrbar machen. Zweitens soll das im Bestand fehlende hierarchisierende Element durch eine grosszügig bemessene, reich mit Durch- und Ausblicken versehene S-förmige Korridorzone, die alle gemeinschaftlich genutzten Bereiche direkt erschliesst, geschaffen werden. Drittens soll die Materialisierung der Räume eine «robuste Normalität » ausstrahlen und einen sinnfälligen Bezug zum Charakter des Hauses herstellen. Der bau-

Die abgerundeten, gelblich glänzenden Wandabwicklungen formen einen neuen gemeinschaft-

systembedingte rigide Umbau des Erdge-

lichen Zwischenbereich.

schosses soll in keiner Weise Respektlosigkeit gegenüber dem Vorgefundenen ausdrücken. Im Gegenteil: Das vorliegende

Bautafel

Konzept möchte das räumliche Potenzial im

Bauherr

Elektroingenieur

Sinne einer Wertschätzung der schwer vor-

Baudirektion Kanton Zürich

Wietlisbach AG Elektroingenieure,

fabrizierten strukturalistischen Architek-

Architektur

Würenlingen

Frei + Saarinen Architekten GmbH, Zürich

Bauphysik

Bauingenieur

Amstein + Walthert AG, Zürich

Dr. Deuring+Oehninger AG, Winterthur

Kunst am Bau

Bauleitung

Max Grüter, Zürich

tur der Siebzigerjahre ausloten und exemplarisch zeigen, wie der Geist der Beton-Sandwich-Bauten ohne Anbiederung in die «2000-Watt-Gesellschaft » transportierbar ist.

HSSP GmbH, Zürich

3| 2015 architektur + technik 59


Technik

us o e

EIN ADLERHORST AUS SCHAUMGLAS UND HOLZ In Balzers (FL) steht an bester Lage ein Wohnhaus, das in sei-

schem Schaumglasbeton ohne Armierung oder zusätzliche

ner räumlichen Konzeption besonders ist. Die Grundsubstanz

Isolation und aus massivem Holz.

des Gebäudes besteht fast ausschliesslich aus monolithi-

REDAKTION Uwe Guntern FOTOS Sven Brunhart

Das Gebäude befindet sich an bester Lage mit Blick über das Rheintal, die Burg Gutenberg sowie über ein Landschaftsschutzgebiet am Fusse der Mittagspitze. Konzept und Design stammen vom Bauherrn und Industrie-Designer Sven Brunhart. «Für mich war es wichtig, mit ehrlichen Materialien zu bauen », so Brundhart. «Daher besteht die Grundsubstanz des Gebäudes ausschliesslich aus monolithischem Schaumglasbeton ohne Armierung oder zusätzliche Isolation und aus massivem Holz. Das Schaumglas wurde sandgestrahlt, wodurch es eine tuffsteinartige Oberfläche erhielt.» Zu erwähnen ist zunächst das zurückhaltend sichtbare Erleben der Statik. Es ruft ein unter bewusstes Gefühl von Geborgenheit hervor. Die Statik wird gewährleistet durch den gezielten Einsatz von nach aussen und innen sichtbaren Materialien mit dafür geeigneten Eigenschaften, eben monolithischem Schaumglasbeton und massivem Holz. «Damit es möglich wurde, in diesem Mauerwerk auch Dinge zu verschrauben, war eine Kunstfaserarmierung nötig. So konnten als Auflagen für die Böden Stahlwinkel in die Mauer geschraubt werden », führt Brunhart weiter aus. Sämtliche Installationen sind konsequent entkoppelt und verlaufen in jederzeit zugänglichen Kanälen. Die Nutzung des einzelnen Raumes ist so gemäss veränderlichen Bedürfnissen spontan adaptierbar. Die Konstruktion beschreibt ein strenges Raster, das

Das zurückhaltend sichtbare Erleben der Statik erzeugt

den Innenraum in seinen Proportionen

ein unterbewusstes Gefühl von Geborgenheit.

geschickt aufgliedert, sodass er den vielfältigsten Anforderungen variabel gerecht wer-

zelne Raum mit den Vorzügen seiner Umge-

Raumkontinuum vom Keller bis ins Dachge-

den kann. Die Funktion des einzelnen Rau-

bung verknüpft. Auch wenn sich die Grund-

schoss. Man erlebt dadurch die grösstmögli-

mes ist somit einer konsequenten Struktur

risse auf jedem Stockwerk wiederholen, so

che Ausdehnung des Innenraumes schon im

untergeordnet, welche eine wiederholte

ändern sich ihre Ausrichtungen im Sinne

Moment des Betretens, ohne dass bereits

Gliederung zwischen «bedienendem » und

einer vorteilhaften Inszenierung der Umge-

Einblicke in die einzelnen Bereiche und

«bedientem Raum » anbietet. Anstatt mit

bung und thematisieren so ihren Charakter.

deren Nutzung gewährt würden. Der Charak-

einer unabänderlichen Funktion ist der ein-

Das Besondere an diesem Bau ist aber das

ter des Gebäudes wird zudem stark von der

60

architektur + technik 3| 2015


Die Nutzung der einzelnen Räume kann veränderten Bedürfnissen spontan angepasst werden.

Die Tritte der Treppen sind aus Ahornholz,

Der Blick vom Studio fällt auf die

und die Aufhängung ist aus Stahl.

Burg Gutenberg und das Rheintal.

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Technik

us o e

Beschaffenheit der verwendeten Materialien geprägt. So wird nicht zuletzt im Hinblick auf geringe Unterhaltskosten auf die Authentizität der Bausubstanz Wert gelegt, sodass eine gepflegte Alterung des Objektes zu erwarten ist. Im Einklang mit dieser Philosophie steht auch die Erschaffung einer historisch anmutenden Atmosphäre, deren künstlerische Qualität jedoch ohne Imitation oder Eklektizismus auskommt. Ein besonders interessanter Aspekt in der Planung war das Streben nach einer konsequenten Hierarchie unter den verschiedenen strukturellen Elementen. Keine planerische Problemstellung ein untergeordnetes Element betreffend sollte eine übergeordnete Struktur verderben. Solche Problemstellungen waren Anlass, aus der Not eine Tugend zu machen, indem die allfällig notwendige Änderung an der übergeordneten Grundsubstanz dahin

Das Schaumglas wurde sandgestrahlt, wodurch es eine tuffsteinartige Oberfläche erhielt.

gehend verallgemeinert wurde, dass sie wiederum als Regel und Thema erkennbar wird. So fügt sich am Ende wie durch Magie das «Kleine » in das «Grosse ».

Bautafel Bauherr, Konzeption und Design (Gebäude) Konzeption, Design und Ausführungsplanung des Interieurs (Interieur) Sven Brunhart, Balzers (FL) Beratung und Ausführungsplanung (Gebäude) Hansjürg Hilti AG, Architektur-Büro, Schaan (FL) Bauingenieur Ingenieurbüro Hoch und Gassner AG, Triesen (FL), www.hoch-gassner.li Glaslieferant Glas Trösch AG Isolierglas, St. Gallen-Winkeln www.glaströsch.ch Der «Adlerhorst» liegt am Fuss der Mittagsspitze.

Baubeschrieb Betonarbeiten : Betonbauteile in Schaumglasbeton, Korngrösse bis

ten Dielen aus Fichtenholz mit Nut und Kamm, Oberfläche mit Fichten-

26 mm, Betonteile ohne Fugen und Armierung, Schwindrisse akzep-

holz, etwa 20 mm, über Holzunterzüge mit Trittschalldämmung auf

tabel.

Kantholz montiert, entlang Aussenwänden auf Stahlträgern aufliegend.

Holzbau : Dachkonstruktion über Obergeschoss mit Balkenlage, darü-

Treppen : Tritte in Ahornholz und Aufhängung in Stahl. Fenster und

ber Gefällekeile und Dreischichtplatten zur Aufnahme des Stehfalzdachs,

Haustür : Fenster und Balkontüren sowie Haustüre mit Rahmen und

Isolation der Balkenzwischenräume mit Steinwolle 180 mm, Verkleidung

Flügel aus Lärchenholz-Profilen tauchgrundiert, Alu-Spezial-Wetter-

innen mit Dampfbremse und Fichtenholz, etwa 20 mm, isolierter Dach-

schenkel sowie gütegesichertes Isolierglas, innen und aussen umlau-

ausstieg vorinstalliert. Vollholzböden 150 mm aus brettschichtverleim-

fende Silikon-Versiegelung.

62

architektur + technik 3| 2015


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Die Konstruktion unterstreicht den nachhaltigen Charakter des Gebäudes und bereichert die offene und kommunikative Atmosphäre des Innenhofs mit einem modernen und dauerhaften Witterungsschutz.


Technik Überdachung

LUFTIGE DACHKONSTRUKTION Am Flughafen Frankfurt entstand mit HOLM — House of Logi-

nen den Innenhof. Das leichte Material vereint Belichtung,

stics & Mobility eine Plattform für Wirtschaft, Wissenschaft,

Wärmeschutz, Langlebigkeit und einfache Montage.

Politik und Gesellschaft. Folienkissen aus ETFE überspan-

TEXT und FOTOS Vector Foiltec

Im House of Logistics & Mobility sollen inter-

Gebäude in Frankfurt. Mit den fünflagigen Foli-

des ETFE-Systems konnte die 600 m grosse

disziplinär praxisnahe Antworten auf die Her-

enkissen konnte die geforderte Dämmwirkung

Dachfläche in kürzester Zeit fertiggestellt

ausforderungen von Logistik und Verkehr im

spielend erreicht werden. Eine isolierende

werden. Ein digitales 3D-Modell der Architek-

21. Jahrhundert gefunden werden. Gearbeitet

Luftschicht zwischen den einzelnen ETFE-

ten diente als Grundlage für die massgenaue

wird hier an konkreten Projekten, und es wer-

Lagen sorgt zusammen mit patentierten Ther-

Fertigung von Kissen und Aufnahmerahmen.

den Forschung sowie Aus- und Weiterbildung

moprofilen für den geforderten niedrigen Wär-

Die einzelnen Folienlagen wurden an den Rän-

betrieben. Träger des Projekts sind das Land

medurchgangswert. Gleichzeitig verhindern

dern dauerhaft miteinander verschweisst und

Hessen und die Stadt Frankfurt.

die Thermoprofile wirkungsvoll Kältebrücken

kamen einbaufertig auf die Baustelle. Glei-

und die Bildung von Kondenswasser an Dach-

ches gilt für die Thermoprofile zur Aufnahme

und Unterkons truktion. Ein Niederdrucksys-

der Folienkissen. Sie wurden vorab massge-

Non-territoriales Raumkonzept

tem hält den Überdruck von 250 Pascal vollau-

nau vorgeschnitten und mit sämtlichen Aus-

Albert Speer & Partner entwickelten in

tomatisch zwischen den einzelnen Folienlagen

fräsungen für Abdichtungen und den Befes-

Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer-Institut

konstant aufrecht. Zudem reduziert das Tex-

tigungselementen für die Folienkissen

für Arbeitswirtschaft und Organisation das

lon-ETFE-System den Wartungsaufwand

versehen. Um die hohen Anforderungen an die

räumlich-organisatorische Funktionskonzept

spürbar : Dank seiner Oberflächenstruktur rei-

thermische Qualität der Dachkonstruktion zu

des HOLM. Die Architektur soll die inter-

nigt sich das Material bei Regen selbst. Tex-

erfüllen, erhielten die Aufnahmerahmen

disziplinären Arbeitsabläufe im Gebäude

lon-ETFE verfügt zudem über eine Umwelt-

zusätzlich einen thermisch isolierten Deckel.

unterstützen, beispielsweise prägt ein hoher

Produktdeklaration (EPD) und damit über

Auf der Baustelle mussten die Thermoprofile

Anteil an gemeinschaftlich genutzten Flächen

einen Nachweis der wichtigsten ökologischen

nur noch an die dafür vorgesehenen Aufstän-

das nicht territoriale Raumkonzept. Darüber

Parameter von der Rohstoffgewinnung bis

derungen geschraubt werden. Diese wurden

hinaus sind alle Arbeitsbereiche räumlich mit-

zum Recycling. Neben der hohen thermischen

zuvor vom Stahlbauer an den Fachwerkträ-

einander verbunden. Die Funktionsstruktur

Qualität der Kissen sowie der Ressourcen-

gern verschweisst. Anschliessend konnten die

des HOLM steht für maximale Flexibilität, Ver-

schonenden Verringerung von Massen bei der

Folienkissen einfach und schnell in das Befes-

netzung und Kooperation. Gleichzeitig erfüllt

Tragwerkskonstruktion war dieser Nachweis

tigungssystem der Aufnahmeprofile einge-

das Gebäude die hohen Ambitionen der Bau-

ein weiterer Pluspunkt bei der vorgesehenen

klickt und an die Luftversorgung angeschlos-

herren an einen nachhaltigen Neubau. Die

Zertifizierung des Gebäudes durch die Deut-

sen werden. Die jeweils 19 m langen und

transparente Überdachung des 600 m gro-

sche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen

3,6 m breiten Folienkissen waren somit

ssen Innenhofs unterstützt das kommuni-

DGNB. Dank des hohen Vorfertigungsgrads

schnell installiert.

kative Konzept des HOLM. Durch den grosszügigen Tageslichteinfall entsteht eine angenehme Atmosphäre im Innenraum. Mit einer Anmutung von hoher Leichtigkeit überspannen zehn rund 60 m grosse ETFE-Folienkissen den Innenhof und geben den Blick zum Himmel frei. Aufgrund des niedrigen Gewichts der transparenten Kissen konnten die Architekten filigrane und extrem leichte Fachwerkträger aus Stahl als Unterkonstruktion wählen. Dieser Dachaufbau belastet die Gebäudestruktur bei gleicher Belichtungsintensität statisch deutlich weniger als ein vergleichbar grosses Glasdach. Gleichzeitig erfüllen die flexiblen und langlebigen Folienkissen des Texlon-Systems von Vector Foiltec die thermischen Anforderungen an den Passivhaus-Standard — eine Bedingung für neu errichtete öffentliche

Die leichte und filigrane Dachkonstruktion passt zum nachhaltigen Charakter des Gebäudes.

3| 2015 architektur + technik 65


Technik

PRODUKTE AM BAU

Gründach — Oase der Stadt

System zur Schubsicherung

Flachdach-Fenster

Wo neu gebaut wird, geht unweigerlich

Begrünte Steildächer sind ein ganz beson-

Die VELUX-Flachdach-Fenster bieten maxi-

ein Stück Natur verloren. Begrünte Flach-

derer Blickfang. Das Optigrün-Schubsiche-

male Wärmedämmung, minimale Motoren-

dächer schaffen dringend benötigte öko-

rungssystem Typ P (Platte) mit der FKD 58

geräusche, optimalen Lichteinfall und zeit-

logische Ausgleichsflächen.

SD dient zu deren Schubsicherung.

loses Design.

Dem Menschen bieten diese Oasen in der Stadt mehr Lebensqualität, so wie RESITRIX SK W ull

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chig selbst lebende

Heissluft-verschweissbare und zusätzliche urzelfeste

ichtungsbahn mit

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architektur + technik 3| 2015

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Technik

PRODUKTE

Mobiler Einblasanhänger Mit einer guten Dämmung der Gebäude-

Design in Verbindung mit Energieoptimie-

blasen) verwendet, beispielsweise für

hülle senkt man die Heizkosten und stei-

rung sind Ansätze für eine zeitgemässe

Dächer, Estriche, Wände, Neubauten und

gert den Wert der Liegenschaft. Mit dem

Raumgestaltung und Sanierung von bereits

Sanierungen. Die verwendeten Einblas-

Verwenden von modernen, nachhaltigen

bestehenden Bauwerken. Sollen die Heiz-

dämmstoffe sind Zellulose, Holzfaser und

und ökologischen Baustoffen bekennt man

kosten gesenkt und der Wert der Liegen-

Steinwolle.

sich zusätzlich zu Innovation und Ökologie.

schaft gesteigert werden, so erreicht man

Diese Isolationstechnik hat neben der

dies mit einer guten Dämmung des Gebäu-

guten Wärmedämmung positiven Einfluss

des. Mit dem professionellen Einblasmobil

auf die Schalldämmung und das Raumklima.

der Tschopp Holzbau AG kann der Dämm-

Die verwendeten Materialien sind moderne,

stoff vor Ort in ein Bauteil eingebracht wer-

nachhaltige und ökologische Baustoffe. Ihr

den. Der Dämmstoff wird maschinell und

Einsatz ist ein Statement für Innovation

mithilfe eines Förderluftstroms in das zu

und Ökologie und damit für die Zukunft.

dämmende Bauteil eingeblasen. Die Ein-

www.tschopp-holzbau.ch

blasdämmstoffe lassen sich in jede Form von Hohlraum einfügen. Fugen, Schlitze, Ritzen, Löcher oder Installationsleitungen werden fugenfrei umschlossen. Die Einblasdämmung wird idealerweise für Hohlräume oder als Aufsprühung (offen ausge-

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architektur + technik 3| 2015


Schiebesystem

Sicherheit auf dem Dach

Dachbodendämmung

Das Bewilux-Schiebesystem ist als RWA und

Flachdächer werden immer häufiger aktiv

Der Thermoboden von Joma ist eine effi-

Dachausstieg einsetzbar und in Kuppellicht-

genutzt und dadurch oft betreten. Um eine

ziente Methode, den nicht bewohnten Est-

Grössen von 40 x 40 cm bis 130 x 250 cm

bestmögliche Sicherheit zu gewährleisten,

rich zu dämmen und somit Energiekosten

sowie weiteren Grössen auf Anfrage erhält-

versieht die ISBA AG ihre Lichtkuppeln und

einzusparen. Die hochwertigen Verbun-

lich. Der horizontale Öffnungsmechanismus

Lichtbänder mit Durchsturzgittern Typ ISD.

delemente werden im Werk verlegefertig

gewährleistet, dass das System unsichtbar

Diese sind aus Stahl in RAL-Farben lackiert

hergestellt. Umlaufende Nut und Kamm

von der Innenseite ist.

und lieferbar für alle Standardgrössen.

verhindern Wärmebrücken.

www.bewilux.ch

www.isba.ch

www.alther-consult.ch

Flammgeschützt

Gestalterische Freiheit

Kalkglätte

Der flammgeschützte Holzfaser-WDVS-

Der naturnahe Dämmstoff Isofloc LM ist ein

Die Ytong-Kalkglätte ist eine naturweisse

EnergiePlus-FR ist ein moderner Dämm-

hochwertiger ökologischer Dämmstoff, der

Putzglätte. Sie wird für die Herstellung

stoff aus Holz und Zellulose. Im Brandfall

dank seiner Materialeigenschaften auch für

besonders glatter und streiflichtfreier

zeichnet er sich durch ein flammenloses

anspruchsvolle bauliche Aufgaben vielfältig

Oberflächen verwendet. Sie wird direkt auf

Glimmen aus. So wird die tragende Holz-

und wirtschaftlich eingesetzt werden kann.

Ytong-Mauerwerk, Multipor-Netzein bet-

konstruktion vor der Zerstörung durch die

Der gestalterischen Freiheit ist somit kaum

tung sowie auf Kalk- und Kalkzementunter-

Flammen geschützt.

eine Grenze gesetzt.

gründe aufgetragen.

www.homatherm.com

www.isofloc.ch

www.ytong.ch

3| 2015 architektur + technik 69


Auftakt

BAUPRAXIS MATERIALREVOLUTION

Nachhaltig und multifunktional Nach dem Erfolg von «Materialrevolution»

Die Ressourcen-verschwendende Indus-

durch Analysen zu Ausdünstungen von

hat der Autor Dr. Sascha Peters einen zwei-

triekultur des 20. Jahrhunderts scheint mit

Holzwerkstoffen und Weichmachern in

ten Band vorgelegt, der die rasante Ent-

Blick auf die knapper werdenden Rohstoffe

Polymerwerkstoffen orientieren sich die

wicklung der Materialforschung berück-

überholt. Mit Nachdruck wird ein Paradig-

Kundenwünsche immer häufiger an Pro-

sichtigt und neue Werkstoffe vorstellt.

menwechsel vorbereitet, der eine Abwen-

duktkonzepten auf Basis biologischer

In den letzten Jahren hat sich gerade die

dung von fossilen Rohstoffquellen hin zu

Materialien.

Bedeutung nachhaltiger und intelligen-

biobasierten Herstellungsmethoden bedeu-

Der Faktor «Nachhaltigkeit » ist mittler-

ter Werkstoffe für Design und Architektur

tet. Kunststoffe aus Fischschuppen, anti-

weile mehr als ein Verkaufsargument.

enorm vergrössert. Zahlreiche neue Ange-

bakterielle Fasern auf Basis von Milchpro-

«Rapide verändern sich die Vorzeichen für

bote sind auf den Markt gekommen, die

teinen, bioinspirierte Klebstoffe mit selbst

unsere Produktkultur,» sagt der Autor Dr.

eine zweite Edition des Buches «Material-

heilenden Eigenschaften oder Holzersatz-

Sascha Peters von der Agentur Haute Inno-

revolution» mit ähnlicher Gliederung, aber

werkstoffe auf Basis von Bagasse sind

vation in Berlin. «Die Biologisierung der

gänzlich neuen Materialangeboten not-

einige Beispiele.

Industrie scheint einer der nächsten logi-

wendig werden lassen. Ist doch das Inter-

Insbesondere Designer und Architekten

schen Schritte in der Entwicklung unseres

esse der Designer am Wissen um die Nach-

sehen die Kreislauffähigkeit von Bauteilen

Wirtschaftssystems zu sein. Wir werden es

haltigkeit der neuen Materialien nach wie

und Materialien als entscheidenden Faktor

in Zukunft mit Materialien und Produktlö-

vor ungebrochen.

für eine neue Logik unserer Produktkultur

sungen zu tun haben, welche die biologi-

TEXT und FOTOS zvg

an. Aufgerüttelt durch Meldungen über

sche Diversifikation der Natur widerspie-

Kunststoffabfälle in unseren Weltmeeren,

geln.» Hinzugesellen sich Werkstoffe mit

70

architektur + technik 3| 2015


Mehr Lichtblicke Heb e- Schi eb etür- Sy s t em PremiDoor 88 lux

Designer und Architekten sehen die Kreislauffähigkeit von Bauteilen und Materialien als entscheidenden Faktor für eine neue Logik unserer Produktkultur an.

aussergewöhnlichen Leichtbaupotenzialen und Materialoberflächen mit funktionalen Qualitäten, die die Komplexität eines Produkts auf einen Werkstoff zu reduzieren verhelfen.

Mit PremiDoor 88 lux bietet KÖMMERLING für anspruchsvolle Objekte eine weitere Version seines Premium-Systems an. Für Anwendungen mit noch mehr Transparenz und weniger sichtbaren Profilen. Dabei wurde auf den Einsatz des Festflügels verzichtet. Stattdessen kommt bei PremiDoor 88 lux ein fester Pfosten sowie eine grossflächige Festverglasung zum Einsatz, die von aussen mit Aluminium Glasleisten verglast wird. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: PremiDoor 88 lux glänzt mit besonders schlanken Ansichtsbreiten im Festteil und – wie der Name schon sagt – mit erhöhtem Lichteinfall für mehr solare Energiegewinne. Erfüllt die Anforderung an MINERGIE-P.

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Mit dem zweiten Band «Materialrevolution » — trägt Dr. Sascha Peters der rasanten Entwicklung der Materialforschung Rechnung. Peters ist Gründer und Inhaber von «Haute Innovation », Berlin. Seine Agentur nimmt eine Mittlerrolle zwischen Materialinnovationen und deren Anwendern aus Design und Architektur und der Automobilbranche ein.

Sascha Peters, Materialrevolution 2, neue nachhaltige und multifunktionale Materialien für Design und Architektur. Birkhäuser 2014 ISBN 2014, 978-3-03821-000-9.

profine (Schweiz) AG KÖMMERLING KUNSTSTOFFE Herblingerstrasse 119 · 8207 Schaffhausen Tel.: 052 644 05 44 · Fax: 052 644 05 40 E-Mail: objektservice@koemmerling.ch Internet: www.koemmerling.ch


Baupraxis Flächenbedarf

DER KAMPF UM DEN LETZTEN BODEN Das Siedlungswachstum, neue Verkehrsinfrastrukturen und

Und die Landwirtschaft macht die «Ernährungssouveräni-

der zunehmende Flächenbedarf für die Befriedigung der Erho-

tät » zum Leitmotiv — mit entsprechendem Flächenbedarf. Der

lungs- und Freizeitbedürfnisse bedrängen das Landwirt-

Konflikt um den Boden wird grösser, und es stellt sich die

schaftsgebiet. Gleichzeitig hat die Sensibilität der Bevölkerung

Frage, wie er sich künftig entschärfen lässt.

zum Schutz der Produktionsgrundlage Boden zugenommen.

TEXT Dr. Marco Pezzatti* ILLUSTRATIONEN / GRAFIKEN Benjamin Rüdlinger

Boden ist eine endliche Ressource. In diesem

Konfliktraum zu nähern, arbeiten wir uns

Einzonung gefällt. In einem nächsten Schritt

Punkt besteht Einigkeit zwischen Wirtschaft,

nach dem Ausschlussprinzip schrittweise

müssen 53 000 Hektaren Waldflächen von

Raumplanung, Land- und Forstwirtschaft,

vor. In einem ersten Schritt müssen von

der verbleibenden Restmenge abgezogen

Erholungssuchenden sowie Umwelt- und

173 200 Hektaren Kantonsfläche 10 400

werden. 1876 trat das erste Waldgesetz —

Naturschutzvertretern. Es wird festgestellt,

Hektaren unproduktive Flächen — im Mittel-

das Bundesgesetz über die Forstpolizei im

dass es immer schwieriger wird, die verschie-

land vor allem Gewässerflächen, teilweise

Hochgebirge (FpolG) — in Kraft, das 1902 auf

denen Interessen am Boden gleich zeitig zu

Naturschutzflächen — abgezogen werden. In

die ganze Schweiz ausgedehnt wurde. Mit

befriedigen. Dies, um an schlies send zu

einem zweiten Schritt müssen 34 800 Hek-

dem dahinterstehenden Grundsatz, dass

begründen, warum gerade die eigene Interes-

taren Siedlungsflächen aus der Bilanz ent-

jede Generation Anrecht auf die gleichen

sensgruppe ein unbestreitbares Recht hat,

fernt werden. Zwar gibt es auch in der Bau-

Ertragsmöglichkeiten im Wald haben soll und

Boden zu beanspruchen. Bei der Analyse des

zone Konflikte — diese drehen sich jedoch in

dass immer nur die Zinsen — das nachwach-

Konflikts um die Bodenverwendung stellen

der Regel um das Bauen. Dabei gibt es unter-

sende Holz — genutzt werden sollen, war und

sich im Folgenden vier Fragen:

schiedliche Ansichten über Dichte, über

ist die schweizerische Waldgesetzgebung

Wo spielt sich der Konflikt um die Boden-

maximale Höhen und Ausnützungsziffern,

internationales Vorbild. Mit dem im Gesetz

verwendung ab?

über erforderliche Restgrünflächen, über

verankerten Walderhaltungsgebot wurde

Wer sind die Akteure?

Parkplatzerfordernisse und anderes. Aber

der Wald in seiner Ausdehnung faktisch

Sind die Spielregeln ausreichend wirksam?

mit dem Konflikt über die Verwen-

unter absoluten Schutz gestellt. 1991 wurde

Kann die Eskalation des Konflikts verhin-

dungsrichtung eines ungestörten natürlich

das FpolG durch das Bundesgesetz über den

dert werden?

gewachsenen Bodens in der freien Land-

Wald (WaG) abgelöst, ohne dass am Grund-

schaft hat dies wenig zu tun. Dieser Rich-

satz der Walderhaltung wesentlich gerüttelt

Betrachten wir exemplarisch das Gebiet des

tungsentscheid wurde bei den heutigen

wurde. Diese aus Sicht der Waldwirtschaft,

Kantons Zürich. Um uns dem eigentlichen

Bauzonen in den letzten Jahrzehnten vor der

aber auch aus umwelt- und naturschutzpolitischen Überlegungen grosse Errungenschaft rückt den Wald damit fern ab von der

Wo spielt sich der «Kampf um den Boden» ab?

Kampfzone um Boden. Nach Abzug all dieser Flächen von der kantonalen Gesamtflä-

■ Landwirtschaft (75 000 Hektaren)

che bleiben rund 75 000 Hektaren Land

■ Wald (53 000 Hektaren)

Landwirtschaftsgebiet im Nichtsiedlungs-

■ Siedlungsgebiet (34 800 Hektaren)

gebiet übrig (44 Prozent der Kantonsflä-

■ Unproduktive Fläche (10 400 Hektaren)

che) — unsere eigentliche Konfliktzone. In diesem Raum müssen alle Boden beanspruchenden wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Interessen realisiert werden, die sich nicht im Siedlungsgebiet umsetzen lassen, was unweigerlich zu Problemen führt. Wer

* Dr. Marco Pezzatti ist stellvertretender Chef des Amtes für Landschaft und Natur des Kantons Zürich. Bei dem vorliegenden Artikel handelt es sich um ein Referat, gehalten an der Beispiel Kanton Zürich, 173 200 Hektaren Fläche.

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architektur + technik 3| 2015

Infra-Tagung 2015 des Fachverbandes Infra.


3| 2015 architektur + technik 73


Baupraxis Flächenbedarf

alles erhebt nun aber Anspruch auf diese

von Obfelden und Ottenbach an der Grenze

des Siedlungsgebiets wurden im Kanton

Fläche, beziehungsweise wer sind die

zum Kanton Aargau rund 6 Hektaren Land für

Zürich seit 1986 650 Hektaren Landwirt-

Akteure im «Kampf um den Boden »?

den Strassenraum benötigt. Weil die Strasse

schaftsflächen verwendet. Die Zahl täuscht

dicht an einem Naturschutzgebiet vorbei füh-

aber über ein viel grösseres bestehendes flä-

ren wird, sind nach Natur- und Heimatschutz-

chenmässiges Bedürfnis hinweg. Allein in

gesetz (NHG) ökologische Ausgleichsflächen

den letzten zehn Jahren wurden im Kanton

Seit 1986 sind im Kanton Zürich 5900 Hek-

erforderlich. Weil Teile der Strasse und einige

Zürich 22 Standorte für Golfanlagen (rund

taren Landwirtschaftsgebiet «verschwun-

der gemäss NHG möglichst nahe am beein-

1500 Hektaren) geprüft. Jede Prüfung wurde

den ». Am meisten Boden — rund 70 Prozent

trächtigten Objekt zu realisierende ökologi-

durch eine Anfrage zahlungskräftiger Inves-

— ging dabei für die Ausdehnung des Sied-

sche Ersatzflächen auf sogenannten Frucht-

toren ausgelöst, die ihr Bedürfnis mit Busi-

lungsgebiets verloren. Dies lässt sich einer-

folgeflächen (FFF) zu liegen kommen,

ness-Plan und langen Listen von inter-

seits mit dem grossen und bis heute anhal-

müssen im Umfang von 5,5 Hektaren ander-

essierten späteren Anlagebenutzern belegen

tenden Bevölkerungswachstum begründen:

orts Böden zu FFF aufgewertet werden. (Als

konnten. Gebaut wurden nur drei Anlagen,

Die Zürcher Bevölkerung ist von 1986 bis

FFF gilt das für die landwirtschaftliche Nut-

wobei ein Grossteil der Projekte schon an den

2014 von 1,15 auf 1,41 Millionen Einwohner

zung besonders gut geeignete ackerfähige

strengen Ausschlusskriterien des Kantons,

angewachsen. Gleichzeitig bean spruchen

Kulturland.) Und wenn die Strasse später

einige bei den erforderlichen Abstimmungen

wir aber auch für die Stillung unseres Wohn-

einen genug gros sen Tagesdurchgangsver-

an der Gemeindeversamm lung scheiterte.

bedürfnisses immer mehr Raum. Betrug die

kehr aufweist, dürften die Bundesrichtlinien

Neben Golf drängen Biker-Pisten, Reitplätze,

durchschnittliche Wohnfläche in der Schweiz

für die Stras sen abwasser behandlung zum

Polofelder und anderes in die offene Land-

1980 noch 34 m², lag dieser Wert 2012

Tragen kom men, womit irgendwo eine

schaft — begleitet von den jeweils erforder-

schon bei 45 m². Zwar hat mit schwindender

Strassenabwas ser-Behand lungsanlage

lichen Erschliessungs- und Parkierungsinfra-

Bauzonenreserve und restriktiveren Bau-

(sogenannte SABA) gebaut werden muss, die

strukturen. Diese Bodenbeanspruchung

und Zonenordnungen der jährliche Bauzo-

nochmals mindes tens eine halbe Hektare

dient ausschliesslich der Befriedigung der

nenverbrauch vor allem in den grösseren

Land benötigt. Nun wird bei Strassen mit gro-

Freizeit-und Erholungsbedürfnisse einer

Städten tendenziell abgenommen. Bei wei-

ssem Verkehrsaufkommen gemäss den in

Gesellschaft, die immer mehr Zeit und einen

terhin wachsender Bevöl kerung wird der

einzelnen Kantonen vorhandenen Radweg-

immer grösseren Einkommensanteil dafür

Druck durch Siedlungswachstum aber wei-

konzepten aber auch eine separate Führung

verfügbar hat. Im Konkurrenzkampf der Wirt-

terhin hoch sein.

des Radfahrers erforderlich, womit eine wei-

schafts- und Wohnstandorte wird dabei

Durch den Bau von neuen Verkehrsflächen

tere bodenzehrende Infrastruktur hinzu-

immer betont, wie wichtig solche Anlagen

gingen im Kanton Zürich zwischen 1986 und

kommt. Weil zwischen Radweg und Strasse

für die Standortattraktivität einer Region

2014 770 Hektaren Landwirtschaftsgebiet

aus Sicherheitsgründen ein Grünstreifen vor-

sind. Die Erhaltung der Ressource Boden und

verloren. Dabei geht die Bodenbeanspru-

handen sein muss, kann der Flächenbedarf

der Schutz ungestörter, natürlich gewach-

chung weit über den Bedarf für das neue

für den Radweg durchaus nochmals das Aus-

sener Böden sind als Ziele in der Umweltge-

Strassentrassee hinaus. Beispielsweise wer-

mass des Strassentrassees errei chen. Für

setzgebung verankert. Gleichzeitig machen

den bei der geplanten Umfahrungsstrasse

Erholungs- und Freizeitanlagen ausserhalb

Bund und Kantone Vorgaben bezüglich der

Viele und unterschiedliche starke Kämpfer

Verlust von Landwirtschaftsland

1%

Wald / Gehölze

4%

10 %

Unproduktive Fläche Erholungs–, Grünfläche

13 %

Verkehrsfläche

Zwischen 1985 und 2009 gingen im Kanton Zürich 5908 Hektaren Landwirtschaftsfläche verloren.

74

architektur + technik 3| 2015

72 %

Siedlungsfläche


Erhaltung und Förderung der Biodiversität.

rere eidgenössische Initiativen verfolgen

kerung? Wie beurteilt sie die Spielregeln des

Weil sich mit der heutigen Stickstoffkonzen-

gegenwärtig das Ziel, den Grundsatz eines

Kampfes ? Die Bevölkerung nimmt die Kon-

tration in der Luft Ausmagerungen von fet-

angemessenen Selbstversorgungsgrades in

flikte rund um die Bodenverwendung zuneh-

ten Wiesen nur sehr langsam und mit unsi-

der Bundesverfassung zu verankern. Defi-

mend wahr und setzt auch entsprechende Zei-

cherem Erfolg umsetzen lassen, gehören

nierte Produktionsmengen oder Selbstver-

chen. Am 17. Juni 2012 hat das Zürcher Volk

auch Bodeneingriffe zum Standard des

sorgungsgrade stehen aber in direktem

die Kulturlandinitiative mit 54,5 Prozent

Naturschutzes. Damit kollidiert dieses Natur-

Zusammenhang mit der Menge verfügbaren

angenommen, die den Schutz der wertvollen

schutzziel direkt mit den Interessen des

Bodens. Natürlich beansprucht auch die

Landwirtschaftsflächen und der Flächen mit

Bodenschutzes. Weil das Anliegen der

Landwirtschaft Boden für Neubauten. Mit

besonderer ökologischer Qualität wesentlich

Fischer für breitere und natürlichere Gewäs-

dem Druck nach wettbewerbsfähigen Struk-

verstärken sollte. Am 3. März 2013 wurde die

serläufe erkannt ist und der Gesetzgeber mit

turen werden die Stallungen immer grösser :

Revision des Raumplanungsgesetzes (RPG)

der 2011 revidierten Gewässerschutzverord-

Wurden vor 30 Jahren noch standardmässig

durch das Stimmvolk mit 62,9 Prozent ange-

nung Abhilfe schaffen will, entstehen auch

Ställe für 30 Milchkühe gebaut, sind heutige

nommen. Ausser im Wallis erreichte die Geset-

zwischen Gewässerschutzgesetz und

Projekte auf 50 bis 100 Milchkühe ausgerich-

zesvorlage in allen Kantonen eine Mehrheit.

Bodenschutz Konflikte. Gemäss Raumpla-

tet — mit entsprechend grösserem Flächen-

Ziel der Gesetzesänderung ist es, durch die

nungsgesetz des Bundes (RPG) ist die Land-

bedarf. Insgesamt aber liegt es im Interesse

Förderung einer kompakten Siedlungsent-

wirtschaft unbestritten eine zonenkonforme

der Landwirtschaft, so viel wie möglich von

wicklung die Zersiedelung in der Schweiz zu

Nutzung im Landwirtschaftsgebiet. Sie

ihrer Produktionsgrundlage Boden zu erhal-

bremsen. Dazu sollen zu grosse Bauzonen ver-

bewirtschaftet die verbleibende Restfläche,

ten, was in den Strategien der Bauernver-

kleinert und bestehendes, brachliegendes

produziert darauf Nahrungsmittel und trägt

bände Niederschlag findet.

Bauland effizienter genutzt werden.

damit gemäss ihrem in der Bundesverfas-

Am 30. November 2014 hat die Schweizer

Gestaltung der Landschaft bei. Nach zwei

Wachsame Beobachter schärfen die Spielregeln

Jahrzehnten Wirtschaften unter dem Titel

Wir halten also fest : Zahlreiche Akteure kon-

mung hat die Diskussion um die zunehmende

«Multifunktionalität » und einem Jahrzehnt

kurrenzieren sich gegenseitig und teilweise

Siedlungsdichte aber weiter angekurbelt. Und

«Nachhaltigkeit » als Leitidee der Bundesa-

innerhalb einer Gruppe um die Beanspruchung

gleichentags haben die betroffenen Gemein-

grarpolitik hat das Zeitalter «Er näh -

von Boden. Wie verhält sich aber der Beob-

den den Eintrag eines neuen Golfplatzes in

rungssouveränität » jüngst begonnen. Meh-

achter dieses Konflikts — also die Bevöl-

Wädenswil im regionalen Richtplan deutlich

sung definierten Auftrag zur Erhaltung und

Stimmbevölkerung die sogenannte EcopopInitiative zwar klar verworfen — die Abstim-

Autoparadies 5 Hektare 3| 2015 architektur + technik 75


Baupraxis Flächenbedarf

abgelehnt. Dies alles sind klare Hinweise,

nach Verdichtung erhoben. Und tatsächlich

verwendet werden können. Auch Seeauf-

dass die Sorge um den knappen Boden und

b e s te ht

b et rä c ht l i c h e s

schüttungen sind in einer Zeit, wo sich

das Verständnis für den Schutz der Frucht-

Optimierungspoten zial. Überlegen wir uns

selbst Seeuferwege vor der ersten teuren

folgeflächen und der ökologisch wertvollen

beispielsweise, wie viel Fläche innerhalb

Sied lungsreihe am See rechtlich kaum

Flächen bei der Bevölkerung angekommen

von Bauzonen verwendet wird, um Occasi-

durchsetzen lassen, wenig realistisch.

ist. Natürlich spielt auch das Phänomen des

onsautos zum Verkauf aufzureihen. In Wet-

Nachvollziehbare und nicht einmal sonder-

«Not in my backyard»-Syndroms. Das heisst :

zikon, dem regionalen Zentrum des Zürcher

lich kreative Ideen, siedlungsnahen Wald

Die Spielregeln sind gut, solange sie mich

Oberlandes mit 25 000 Einwohnern, finden

für die Arrondierung des Siedlungsgebiets

nicht persönlich tan gieren. Bauliche Ein-

sich an 15 Standorten Occasionsmärkte, im

zu roden und dafür an anderer Stelle Wald

schränkungen, Rückzo nungen oder Park-

Durchschnitt rund 3000 m² gross, allesamt

aufzuforsten, sind vor dem Hintergrund der

platzbeschränkungen sind gut, solange sie

in Bauzonen. Man kann es sich demnach

klaren Regelung in der schweizerischen

nicht das eigene Bauprojekt tangieren.

leisten, auf fast 5 Hek ta ren potenziellem

Waldge setzgebung zum Scheitern verur-

Diese Mentalität ist auch bei der Umsetzung

Bauland Autos auszustellen. Und dieses

teilt, wie jüngste Beispiele aus dem Kanton

der von der Bevölkerung in Abstimmungen

Beispiel ist bei Weitem nicht das Einzige,

Bern (Bremgartenwald) und Zürich (Wald in

geäusserten Willensbekun dungen erkenn-

das ein fragliches Licht auf unseren Umgang

der Gemeinde Wald) zeigen. Das mag auf

bar. So wurden die Verschärfung des RPG

mit knappem Boden wirft und ein beachtli-

den ersten Blick ernüchtern. Allerdings

und die Zweitwohnungsinitiative vom

ches Verdichtungspotenzial offen legt.

stellt sich ernsthaft die Frage, was wir

Gesetzgeber sukzessive aufgeweicht. Es gibt

Konsequentes Verdichten würde aber auch

gewinnen, wenn für die Schonung des

aber auch positive politische Signale für die

heissen, neben dem besseren Ausnützen

einen Schutzgutes (Landwirtschaftsland)

Raumentwicklung : Im Wirtschaftskanton

der bestehenden Bauzone für Wohn- und

der bisher äusserst erfolgreiche Waldschutz

Zürich hat der Kantonsrat am 18. März 2014

Arbeitsfläche auch Anreize zu schaffen, den

gelockert wird. Es würde vielmehr Tür und

einen Richtplan festgesetzt, dessen Sied-

Trend wachsender Wohnfläche je Einwoh-

Tor öffnen für eine Flut von Bedürfnissen

lungsgebiet enger gefasst wird als im vorma-

ner zu brechen. Wenn heute noch steuerli-

im Wald und damit die Kampfzone einfach

ligen Richtplan von 1995. Der neue kanto-

che Erleichterungen resultieren, indem sich

vergrössern, ohne den Konflikt wirksam zu

nale Richtplan enthält vorgelagert zum

der Eigenmietwert einer Liegenschaft bei

lösen.

Richtplantext ein Raumordnungskonzept,

dessen Unternutzung reduziert, dann geht

das strategische Überlegungen und Ziele für

das Signal in eine falsche Richtung. Viel-

Mut zu Prioritäten

die Entwicklung der einzelnen Räume des

mehr sollte belohnt werden, wer sein

Alles, vom Erstellen von Wohn- und Gewer-

Kantons vorgibt. In einigen anderen Kanto-

6-Zimmer- Einfamilienhaus auch mit einer

beraum, vom Strassenbau, dem Bedürfnis

nen sind ähnliche Entwicklungen am Laufen.

Familie oder Wohngemeinschaft optimal

nach siche ren Radwegen über den Natur-

Wir kommen also zum Schluss, dass die in

nutzt. Verdichten hat aber auch seine Gren-

schutz bis zum Schutz der wertvollsten

den letzten Jahren aufgrund der zunehmen-

zen. Wenn das Grün im Siedlungsgebiet zu

Landwirtschaftsflächen sind legitime und

den Sensibilität der Beobachter verfeiner-

fest bedrängt wird, verschwinden auch

rechtlich abgestützte Interessen. Aber sie

ten Spielregeln kurzfristig ausreichen, um

wichtige Ruhe und Erho lungsräume. Die

beissen sich gegenseitig wie eine zu dicht

die Eskalation des Konfliktes zu verhindern.

Bedürfnisse werden in das Landwirt-

gehaltene Gruppe von Legehühnern.

Tun sie das aber auch in Zukunft ?

schaftsgebiet gedrängt, womit sich der

In Zukunft wird man nicht darum herumkom-

Konflikt nur verlagert hat, aber nicht gelöst

men, Prioritäten zu setzen. Ist es uns wich-

ist. Zudem liegen kurze Wege zu Erho-

tig, dass alle Kantonsstrassen von einem

Eskalation mit neuen Denkmustern verhindern

hier

noch

lungsräumen im Benchmark der attraktiven

Radweg parallel zur Strasse begleitet wer-

Müsste man die heutigen Massnahmen zur

Wohnräume weit oben, was für viel Grün

den, oder kann der Radfahrer auch mal über

Konfliktlösung bezüglich ihrer Tauglichkeit

innerhalb des Siedlungsgebietes spricht.

eine bestehende Flurstrasse, etwas abseits

für die Zukunft in mathematischer Sprache

Wenn Verdichten innerhalb des Siedlungs-

der Strassenverbindung, von A nach B

beurteilen, würde man zum Schluss kom-

gebietes an Grenzen stösst und der Boden

geführt werden, wenn damit Kulturland

men: notwendig, aber nicht hinreichend. Es

im Landwirtschaftsgebiet immer knapper

geschont wird ? Soll die Ausdehnung von

braucht künftig neue, kreative und mitun-

wird, bietet es sich an, den für Siedlungen

Bauzonen auch in Gemeinden möglich sein,

ter auch einschneidende und unser Leben

verwendbaren Raum zumindest gedanklich

wo nachweisbar bestehende Bauzonen

verändernde Massnahmen, um die Eskala-

auszudehnen. Vorausgesetzt, wir fallen

schlecht genutzt sind — zum Beispiel mit

tion des Konfliktes zu verhindern. Erlauben

nicht demnächst in die Pfahlbauerzeit

überdimensionierten Parkflächen? Sollen

die Richtpläne keine Ausdehnung des Sied-

zu rück, dürfte es unbestritten sein, dass

eingedolte Gewässer generell bei Sanie-

lungsgebiets, wird schnell die Forderung

Gewässerflächen kaum als Siedlungsraum

rungsbedarf ausgedolt werden, auch wenn

76

architektur + technik 3| 2015


der ökologische Wert gering, dafür der Kul-

den bodenschonender und mit reduziertem

vielmehr zu einem anderen Nadelöhr verla-

turlandverlust umso grösser ist? Letzteres

Erschliessungsaufwand im regionalen Ver-

gert, wo anschliessend Ausbaubedarf ent-

zeigt damit auch die Erfordernis eines Prio-

bund realisieren lassen. Natürlich kommt

steht — wiederum mit entsprechendem

risierens im Bereich des Umwelt- und Natur-

dieser Denkweise die Gemeindeautonomie

Bodenbedarf ? Müssten wir also nicht viel-

schutzes. Es ist äusserst unbefriedigend,

in die Quere — das weiss auch der Autor in

mehr Energie dafür verwenden, die Ver-

wenn die grünen Interessen untereinander

seiner Funktion als Gemeindepräsident im

kehrsspitzen zu brechen, indem wir die bis

Reibungsverluste erleiden. Langfristig ist

Nebenamt sehr gut. Aber ebenso gefestigt

heute noch verbreitete Arbeitszeitregelung

das ebenso wenig von Erfolg gekrönt wie

ist die Überzeugung, dass wir nur mit einer

von 7 bis 17 Uhr hinterfragen und ändern?

der Energieeinsatz einer zersplitterten

klaren Stärkung der Region im raumpla-

Würde beispielsweise Verwaltungspersonal

Opposition gegenüber einer dominierenden

nerischen Entscheidungsprozess einen

im Schichtbetrieb arbeiten, könnten damit

Regierung. Das Bewältigen der raumplane-

sichtbaren Schritt weiterkommen.

die unterschiedlichen Bedürfnisse der

rischen Herausforderungen auf kommuna-

Arbeitskräfte für frühes oder längeres Arbei-

noch stärker an seine Grenzen. Fahren wir

Umdenken in der Alltagsgestaltung

durch unser Land, nehmen wir einen

Alle Massnahmen werden aber nicht ausrei-

lastet und ein Teil der Büroplätze dank

Fleckenteppich von Wohn-, Gewerbe- und

chen, die Eskalation des Konflikts um Boden

möglichen Doppelnutzungen besser

Einkaufszonen wahr. Betrachten wir exem-

zu verhindern. Vielmehr sind wir gefordert,

genutzt werden. Ist es weiterhin richtig,

plarisch die vielen neu entstandenen Super-

unsere Art zu leben und unsere Alltagsge-

dass Pendeln steuerlich in Abzug gebracht

märkte wie Landi, Aldi und Lidl, die in den

staltung zu hinterfragen. Das Zürcher

werden kann — und dabei der Autofahrer bei

letzten Jahren einen eigentlichen Boom

S-Bahnnetz ist zweimal am Tag während der

weiten Distanzen steuerlich bevorzugt

erleben: Aus betriebswirtschaftlichen Über-

Stunden des Pendelns voll ausgelastet. Um

wird ? Dies zeigt, dass bei genügend breitem

legungen und aus kommunaler Sicht mag die

Engpässe zu beheben, wird der Fahrplantakt

Blickwinkel Lösungsvorschläge vorhanden

Anordnung solcher Einkaufszentren gut

verdichtet, das Schienennetz ausgebaut,

sind, die sich zu prüfen lohnen. Dazu zählen

begründbar sein. Aber gleichzeitig wird

werden die Bahnhöfe vergrössert. Dieselbe

auch die zahlreichen Vorschläge, mit öko-

durch die kommunale Zuständigkeit für die

Beobachtung kann man bei vielen Strassen-

nomischen Anreizen lenkend auf das Mobi-

Baubewilligung eine regionale Denkweise

engpässen machen: flüssiger Verkehr wäh-

litätsverhalten oder die Wahl des Wohns-

verhin dert oder zumindest wesentlich

rend 18 Stunden am Tag, stockender Verkehr

tandortes einzuwirken. Alle : Forschung,

er schwert. Müssten wir nicht künftig an

oder Stau während der Pendelzeiten. Warum

Wirt schaft, Verwaltung und Poli tik, sind

regionale Einkaufszonen denken und die

gehen aber bisher die meisten Strategien

gefordert, sich aktiv und kreativ an der

daraus in der Standortgemeinde generier-

dahin, die Infrastrukturen für die Spitzenbe-

Lö sungssuche und -umsetzung zu betei-

ten Steuern mit einem wirksamen Modus in

lastung immer weiter auszubauen? Gibt es

ligen. Die Zeit drängt : Wenn Sie diesen Arti-

der Region verteilen ? Die gleichen

Verkehrsplaner, die ernsthaft glauben, dass

kel gelesen haben, hat das Landwirt-

Überlegungen ergeben sich für Industrie-

ein Ausbau der Zürcher Nordumfahrung auf

schaftsgebiet

und Gewerbezonen — sofern sie sich zumin-

drei Spuren wesentlich zur Problemlösung

Bodenverbrauch von 1 m /s um ein Viertel

dest bei kleinen und mittelgrossen Gemein-

beiträgt ? Oder werden die Probleme nicht

eines Fussballfeldes abgenommen. ■

ler Ebene stösst heute schon und in Zukunft

ten besser erfüllt, die Verkehrsinfrastrukturen während der heutigen Stosszeiten ent-

beim

gegenwärtigen

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Baupraxis Kurse, Workshops, Studiengänge

WEITERBILDUNG Wissensdurst ? Lernhunger ? « architektur + technik » weiss, wie diese Bedürfnisse zu stillen sind, und zeigt an dieser Stelle Weiterbildungsangebote, die sich Architekten und Baufachleute in die Agenda schreiben sollten.

Höchster Standard Minergie-A ist das neuste Mitglied der Minergie-Familie. So zertifizierte Gebäude decken ihren geringen Wärmebedarf durch möglichst klimaneutrale Produktion vor Ort. Im Unterschied zu den anderen Standards ist bei Minergie-A die graue Energie bedeutend, und auch der Haushaltsstrom spielt eine massgebliche Rolle. Welche Anforderungen der Pionier-Standard an Gebäude stellt und wie sie erfüllt werden können, lehrt der Themenkurs «Einführung Minergie-A ». Die Teilnehmenden lernen, die graue Energie eines Gebäudes zu bestimmen, den Minergie-AAntrag zu bearbeiten und die richtigen Ansprechpartner zu finden. Der eintägige Kurs wird von der Fachhochschule Nordwestschweiz veranstaltet und findet am 19. Mai in Landquart statt. Voraussetzung für die Teilnahme ist Erfahrung im Ausfüllen von Minergie- oder Minergie-P-Anträgen. www.minergie.ch / wissen

BIM-Einführung

Stabil in Holz

Ins Bild gesetzt

Die Planungs- und Baubranche steht vor

Das nachhaltige Baumaterial Holz stellt vor

Wie häufig greifen Sie zur Kamera? Im digi-

einem tief greifenden Wandel. Neue Tech-

allem bei mehrgeschossigen Bauten beson-

talen Zeitalter ist fotografieren so zugäng-

nologien wie Building Information Modeling

dere Anforderungen an die Baustatik. Damit

lich und nützlich, wie noch nie. Aber wissen

(BIM) verändern die Arbeits- und Denkweise

Holzhäuser auch bei Erdbeben möglichst

Sie auch, wie man gute Bilder macht ? Wenn

im Planungsbetrieb und in der Bauproduk-

stabil bleiben, bietet die Berner Fachhoch-

nicht, können Sie das Versäumte an der HTW

tion. Digitale Gebäudemodelle machen die

schule den Kurs «Erdbebengerechte Holz-

Chur im Kurs «Fotografieren für Baufach-

Planungsphasen von Entwurf über Konstruk-

bauten » an. Die umfassende Weiterbildung

leute » nachholen. Die dreitägige Veranstal-

tion und Beschaffung kreativer und effizien-

besteht aus vier zweitägigen Unterrichts-

tung richtet sich an Architekten, Bauingeni-

ter. Die wirkungsvolle Nutzung der neuen

blöcken und deckt die relevanten Normen,

eure und Modellbauer, die Konzepte und

Technologien ist aber in erster Linie eine

Ordnungen und Berechnungsverfahren ab —

Ideen mit geeignetem Bildmaterial inszenie-

Organisations- und Führungsaufgabe. Der

einschliesslich praktischer Beispiele, Übun-

ren wollen. Die Teilnehmenden lernen, wie

Kurs «Digitale Arbeitsmethoden : BIM » am

gen und Projektarbeit. Dozierende aus For-

man Aufnahmen so plant und ausführt, dass

8. und 9. Mai in Zürich richtet sich an

schung und Praxis unterrichten Themen wie

mit geringstem Aufwand ein hoher Nutzen

Führungskräfte und Projektleiter, die den

Bemessung, Modellierung und Analyse von

entsteht. Der Kurs findet im Juni und Juli

Wandel in ihren Büros aktiv gestalten und

Holz- und Mischbauten. Rechtliche und ver-

statt. Eigene Kameras und Laptops sind mit-

mit digitalen Methoden Wettbewerbs-

sicherungstechnische Aspekte des erd-

zubringen, da individuelle, eigene Projekte

vorteile gewinnen wollen. Die Teilnehmen-

bebensicheren Bauens werden ebenfalls

bearbeitet werden. Man kann etwa einen

den entwickeln anhand konkreter Beispiele

behandelt. Der Kurs findet von Ende August

Bauplatz fotografieren oder Modellaufnah-

Strategien zur BIM-Einführung in der

bis Ende Oktober jeweils donnerstags und

men machen. Weitere Materialien und Tech-

eigenen Praxis.

freitags in Biel statt.

nik stehen zur Verfügung.

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78

architektur + technik 3| 2015


Ausklang

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3| 2015 architektur + technik 79


Ausklang Unser nächstes Heft

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Zertifiziert als Qualitäts-Publikation durch den Verband SCHWEIZER MEDIEN Alle Rechte vorbehalten. Der Nachdruck von Artikeln ist nur mit schriftlicher Zustimmung der Redaktion und mit genauer Quellenangabe gestattet. Die mit Verfassernamen oder Initialen gezeichneten Veröffentlichungen geben die Auffassung der Autoren und nicht unbedingt der Redaktion wieder. Für unaufgefordert eingereichte Manuskripte und Bilder kann keine Haftung übernommen werden.

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Architektur+Technik 03 2015  
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