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architektur+ technik 1  2015

www.architektur-technik.ch

Hauptsitz SoundCloud, Berlin Bürowelt

1 2015

neu gedacht

Konsequent nachhaltig Gemeindehaus, Volketswil / ZH Ortsmitte neu definiert Businesspark, Ittigen / BE


Einführung

EDITORIAL

Lichtkuppeln

Shedverglasung

Tanya Hasler

Velounterstände

Gute Vorsätze Kurz vor Weihnachten, am 22. Dezember,

Bei mir, das gebe ich unumwunden zu, hat

habe ich über 200 Neujahrsgrüsse per Mail

vor allem das mit dem Aufräumen nicht

verschickt. Ich war erstaunt, wie viele

wirklich geklappt. Die Ausgabe, die Sie

automatische Antworten ich erhielt. Aus

nun in Händen halten, musste vor Weih-

den meisten stach das Datum vom 5.

nachten abgeschlossen sein. Aber auch:

Januar 2015 hervor. Dann sei man wieder

Zu viele interessante Projekte und The-

erreichbar. Ein wenig neidisch war ich

men haben wir schon für 2015, als dass

schon und stellte mir die Frage, ob wohl

ich die Finger davon hätte lassen können.

alle Absender ihre letzten Arbeitstage

Nun hoffe ich, dass sich wenigstens ein

dazu benutzen konnten, noch alle Penden-

weiterer Vorsatz auszahlt : dass wir auch

zen abzuarbeiten, um das neue Jahr ohne

im neuen Jahr über spannende Bauten

Altlasten beginnen zu können — mit fri-

berichten. In diesem Sinne freue ich mich

scher Energie und Tatendrang. Oder ob es

auf alle kommende Zusammenarbeit.

nur bei einem guten Vorsatz geblieben ist.

Christina Horisberger, Redaktorin

1| 2015 architektur + technik 1

GFK-Deckel

ISBA AG Industriestrasse 15 4222 Zwingen Tel. +41 61 761 33 44 Fax +41 61 761 33 60 info@isba.ch www.isba.ch


1 2015 16 Aktualität

Standpunkt : Planer-Karrieren

4

Man muss Stuhlsäger zulassen.

Ambiente — Licht und Schatten Auftakt : Spektakuläres Lichterfest

6

Hauptsitz SoundCloud, Berlin

Vom Schweizer Pavillon in Mailand zum Verwaltungsbau

Kreatives Bürokonzept sim le

in Kalifornien und zum Campus Hönggerberg in Zürich.

und wohnliche Themenwelten.

Wirtschaftsnotizen

12 reisen und eueröffnungen

Termine

Auftakt : Atrien, Balkone und Innenhöfe

13

14

Erstes Gebäude im ersten Eco-Quartier von Paris.

Businesspark, Ittigen / BE

16

Eindrücklicher Auftritt des grössten

22

2

architektur + technik 1| 2015

Kapazitive Näherungsschalter

44

Elektronische Geräte wie von Geisterhand gesteuert.

Produkte

46

Bürogestaltung mit System.

Technik — Fassadenbau- und Systeme 50

Servicezentrum «Cube II», Stein / AG

52

Fassade als riesiges Puzzle.

28

Holzverschindelte Fassaden und geschlossene Skulpturalität.

Bankgebäude Swissquote, Gland / VD

42

Herausforderung und Genugtuung.

orfmitte neu de niert

Konferenzsaal WIPO, Genf

Intelligente Einfachheit

Auftakt : Stahlbau

Minergie-P-Eco-Bürogebäudes der Schweiz.

Gemeindehaus, Volketswil / ZH

38

aterialien gezielte ingriffe

Innovatives Bürolicht mit LED.

Architektur — Büro- und Verwaltungsbau

Zackig auf Kurs.

36

«Illuminade » in Amsterdam.

Architekturszene

Von Ausstellungen Archite ten

28

Kompaktfassade

56

Naturstein, verklebt.

32

Neubau Buchenhof, Sursee / LU Energie aus der Fassade.

58


38 Terrassenhäuser «Schönenfurt»

72

60

Dickschichtsystem für Schieferfassade.

Fenster zur Romandie

62

Verwaltungsgebäude Biopôle II, Lausanne / VD.

Trainigsstadion in Manchester

64

Digital entworfenen Fassade.

Produkte

66

Möglichkeiten des Metallbaus.

Baupraxis — Arbeitswelten im Diskurs Auftakt : Human Office

70

Flexibilisierung von Arbeitszeiten und Arbeitsformen.

Unkonventionelle Ideen

72

Die Brüder Rasch und ihre Impulse für die moderne Architektur.

Brandschutz

74

Keine Einschränkung mehr für Holz.

Weiterbildung

Ausklang

76

Index

78

Fundstücke

79

Vorschau / Impressum

80 1| 2015 architektur + technik 3


Aktualität

STANDPUNKT STUHLSÄGEN IST NÖTIG Fast schon seit Jahrzehnten hat die Pla-

Swiss Engineering vertritt als grösster

Halten Sie die Ausbildung an unseren

nerbranche Probleme mit dem Nachwuchs.

Berufsverband sowohl Architekten als

Hochschulen für verfehlt?

Dies liegt, wie Daniel Löhr, Vizepräsident

auch Bauingenieure. Wo sehen Sie die

Nein, auf keinen Fall ! Im Gegenteil, die Aus-

von Swiss Engineering, sagt, an den teil-

grössten Nachwuchssorgen?

bildung selbst ist hervorragend. Ich sage nur,

weise fehlenden Perspektiven und Karri-

Daniel Löhr : Eindeutig auf Seiten der Bau-

sie ist keine Garantie für den Erfolg. Und mir

eremöglichkeiten. Für ihn wird der Nach-

ingenieure. Seit dem Jahr 2000 gehen hier

ist aufgefallen, dass in einigen Büros gro-

wuchs zu sehr gegängelt und kann sich

die Zahlen der Studienabschlüsse mit leich-

sser Wert auf akademische Titel gelegt wird.

nicht entfalten. Auch fehlt es der Branche

ten Schwankungen zurück. Ich möchte aber

Geht es um Führungskräfte, habe ich eine

an Stuhlsägern, ohne die kein Wachstum

gleich hinterherschicken, dass eine Hoch-

differenzierte Meinung, denn von ihnen ist

und keine Zukunft möglich sind.

schulausbildung alleine nicht der Schlüssel

das Wohl und Weh eines Büros abhängig.

INTERVIEW: Uwe Guntern

zum Erfolg ist. Insbesondere wenn Ambitionen bestehen, Karriere zu machen.

Das klingt sehr pauschal. Können Sie das noch differenzieren? Wir haben in unserer Branche in der Führungsebene wenig Praktiker, sie würden der Branche guttun. Ausserdem halte ich die Bereiche Verkauf und Marketing für äusserst wichtig. Eine Person, beispielsweise aus der Produktentwicklung, hat ein viel besseres Verständnis für die Positionierung eines Büros. Sie weiss, welche Dienstleistungen ins Angebot gehören und welche eher für die Wertschöpfung kontraproduktiv sind. Und sie bringt so die richtige Einstellung zum Pricing mit. Und Pricing-Modelle kennt die Planerbranche praktisch nicht. Sie konzentriert sich stark auf berechnete Honorare aufgrund der SIA-Normen. Es wäre einmal zu hinterfragen, ob das wirklich langfristig zum Erfolg führt. Und wer kommt für das Hinterfragen infrage? Eben jene Leute mit spezifischer Ausbildung in Marketing, Verkauf oder Produktmanagement. Sie wissen genau, wie man ein Produkt oder eine Dienstleistunga aufgrund der Nachfrage des Marktes entwickelt, was ein Kunde bereit zu zahlen ist und ob es überhaupt einen Markt für das Produkt bzw. die Dienstleistunga gibt. Sie können abschätzen, ob sich das Anbieten einer Dienstleistung in der bisherigen Form in einem möglicherweise gesättigten Markt lohnt. Hier wäre die Differenzierung der einzelnen Dienstleistungen in den Ingenieurbüros

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architektur + technik 1| 2015


zielführender und würde auch die vielfach

Die Büros sollen also die Mitarbeitenden

bemängelte Honorarsituation entspannen.

konsequenter in die Gesamtverant­

So viel zur Führungskompetenz. Wie

Ja, unbedingt. Bei einigen geschieht dies

seh­en Sie die Lage im Bereich Fachkräfte?

schon länger und funktioniert sehr gut.

wortung einbeziehen?

Man kann beides nicht strikt trennen. In beiden Bereichen fehlt uns sozusagen eine

Was zeichnet diese jungen Menschen mit

Planergeneration. Wir haben zum einen die

Perspektive besonders aus?

klassischen Bauingenieure, fünfzig Jahre

Konfliktfähigkeit und Kommunikationskom-

und älter. Grösstenteils sind sie fokussiert

petenz ! Die Leute mit diesen Eigenschaften

auf ihre technische Kompetenz. Dann gibt

muss man identifizieren. Sie muss man dann

es jene unter fünfzig, die betriebswirt-

aber auch fördern, ihnen Verantwortung

schaftlich ausgebildet sind. Eine kleine

übertragen. Die meisten Büros haben Angst,

Gruppe, die meist schon ihr Glück in einer

den Jungen zu viel Freiheit zu geben. Denn

anderen Branche gesucht hat. Schliesslich

dann sägen sie auch am Stuhl. Aber man

sind noch die 30-Jährigen zu erwähnen, die

muss Stuhlsäger zulassen. Stuhlsäger sind

Hoffnung für die Zukunft machen. Sie müs-

die besten Mitarbeiter. Sie fordern den Chef

sen nur richtig abgeholt werden.

und fördern so das gesamte Büro. Aber sie gelten eher als unbequeme Aussenseiter,

Daniel Löhr

Und wie soll das vor sich gehen?

und sie fühlen sich so. Dann besteht jedoch

ist diplomierter Bauingenieur FH / STV, Wirt-

Wenn man der jungen Generation die Chance

die Gefahr, dass sie abwandern.

schaftsingenieur STV und NDS Bau und Energie. Heute ist er Partner bei der Engi-

gibt, ein Projekt aus gesamtheitlichenr Sicht zu betrachten, sie früh einbezieht bei der

Wo sind diese konfliktfähigen Stuhlsäger?

neering Management Selection E.M.S. AG

Offertstellung, in die Kundenakquisition, in

Sowohl an den Unis als auch unter den

www.ems.ch. Daniel Löhr besitzt mehrjäh-

das saubere Projektmanagement und in die

Berufsleuten mit Zusatzausbildung. Die Kom-

rige Erfahrung in verschiedenen Funktionen

gesamte Verrechnungsperiode inkl. Nach-

petenzen, die ich beschrieben habe, machen

als Bauingenieur, Controller, Geschäftsfüh-

tragsmanagement, dann kann man diese

eine Firma erfolgreich. Allein ein Studium

rer und Verwaltungsrat in der Schweizer

Leute motivieren, dann haben sie Freude am

hilft nicht weiter. Diese Kompetenzen hat

Bauindustrie in nationalen und internatio-

Job. So kann man ihnen eine Perspektive

man, sie sind in letzter Konsequenz nicht

nalen Konzernstrukturen. Er ist Vizepräsi-

anbieten, und so können sie mit der Ausbil-

lernbar. Sie müssen sozusagen in den Genen

dent des Zentralvorstands Swiss Enginee-

dung, mit der Erfahrung wachsen. Schliess-

stecken. Und wie gesagt, diese Kompeten-

ring STVsowie Präsident der Rhetorik-Gruppe

lich können sie Führungsaufgaben überneh-

zen sollten während der Ausbildung erkannt

von Swiss Engineering STV.

men. Aber immer mit stark akquisitorischen

und gefördert werden. Ein schlechter Stati-

www.swissengineering.ch

und betriebswirtschaftlichen Aufgaben.

ker ist nicht notwendig auch ein schlechter Bauingenieur. Wenn er dabei ein hervorra-

Und wessen Aufgabe wäre das, wer ist

gender Kommunikator ist, dann sollte das

hier gefordert?, die Politik, die Ver­

eine Kompetenz für die Karriereplanung sein.

bände, die Hochschulen?

Wir müssen diesen fähigen Leuten innerhalb

Das ist die Aufgabe der Büros. Die klassische

unserer Branche die Möglichkeit geben, Füh-

Planerfirma hatte einen Patron und die Mit-

rungspositionen zu übernehmen. Vertraglich

arbeitenden. Und solange der Patron Ver-

kann man so etwas natürlich nicht verspre-

antwortung und Aufgaben nicht abgibt,

chen, aber man sollte sie nicht hindern, am

nützt die beste Ausbildung nichts. Junge

Stuhl zu sägen. Dann kann die Firma auch

Menschen, die nicht ihrer Ausbildung ent-

wachsen und Perspektiven bieten. Wachstum

sprechend Aufgaben bekommen, sind nicht

ist aber nur möglich, wenn man Leute hat, die

zu halten.

nach oben wollen.

1| 2015 architektur + technik 5


Aktualität

ARCHITEKTURSZENE Schwarz auf weiss

Wertvolle Nahrungsmittel

Noch bis zum 22. Februar findet im Schweizerischen Architektur-

Die Schweiz war das erste Land, das 2011 den Vertrag zur Teil-

Museum (S AM) die Ausstellung «Textbau. Schweizer Architek-

nahme an der Expo Milano 2015 unterschrieb; und sie war das

tur zur Diskussion» statt. In ihrem Zentrum steht die Architek-

erste Land, das offiziell ihr Projekt für den Pavillon präsentierte.

tur-Kritik. Eine nicht nur inhaltlich, sondern auch szenografisch

Ende Januar wird der Pavillon des Architektur-Büros netwerch

spannende Ausstellung.

fertig sein.

Wo beginnt die Architektur-Kritik ? Was soll sie bezwecken? Wo soll

Wasser, Salz, Kaffee und «Öpfelringli»; mit diesen Nahrungsmitteln

sie meinungsbildend sein? Viele Fragen drehen sich um die Diskus-

kann man notfalls einige Zeit überleben. Die Besucherinnen und

sion, wie Sprache schwarz auf weiss, auditiv oder im Online-Zeital-

Besucher werden sich während der Dauer der Expo Milano 2015 vom

ter der Baukultur gerecht werden kann.

1. Mai bis zum 31. Oktober mit diesen Nahrungsmitteln, die in vier

Im Zentrum der Ausstellung, die mit der Fokussierung von Text und

von Weitem sichtbaren Türmen eingelagert sind, nach freiem Gusto

Bild Neuland betritt, steht die kritische Beurteilung von Architektur.

bedienen können. Da die Expo unter dem Motto «Den Planeten

Anhand 15 ausgewählter Schweizer Bauten, Projekte und Schriften

ernähren, Energie für das Leben » steht, ist das mit der unbe-

der letzten 40 Jahre, die kontroverse Architektur-Debatten auslös-

schränkten Selbstbedienung im Schweizer Pavillon so eine Sache:

ten, wird nachgezeichnet, auf welche Weise Architektur-Kritik das

Während sich die Türme allmählich leeren, senken sich die Besucher-

Bauen aus dem realen in mediale Räume überführt : Wie wird hier-

plattformen, auf denen sie stehen. Damit verändert sich die Struk-

zulande in unterschiedlichen Medien wie Tagespresse, Fachpresse,

tur des Schweizer Pavillons. Dies soll den Besuchern bewusst

Bücher, Radio, Blogs und Online-Portalen über Architektur gespro-

machen, dass mit dem Konsum von Nahrungsmitteln verantwor-

chen und geschrieben? Im Gegensatz zu Kunst oder Musik ist jeder-

tungsvoll und nachhaltig umgegangen werden soll: Wenn viele zu

mann täglich mit Architektur konfrontiert, ob er will oder nicht. Archi-

viel nehmen, hat es für die anderen zu wenig ! Die allmähliche Ent-

tektur ist gewissermassen selbstverständlich. Während die gebaute

leerung der Türme wird in Echtzeit festgehalten und kann über die

Realität in ihrer Qualität umfassend, atmosphärisch und mit mehre-

sozialen Medien mitverfolgt werden. Der Schweizer Pavillon mit einer

ren Sinnen simultan erlebt wird, folgt die Sprache anderen Gesetz-

Fläche von 4432 m² wurde 2011 von einer Expertenjury aus 103 Vorsenz Schweiz » ausgewählt. Nach der Weltausstellung werden die

wahrgenommen werden kann. So wecken gewisse Gebäude nur das

Türme in Schweizer Städten als urbane Gewächshäuser genutzt. 75

Interesse des Fachpublikums, während andere gar in Volksabstim-

Prozent des Baumaterials und der Infrastruktur können nach

mungen legitimiert werden müssen. Die Ausstellung «Textbau » mit

Abschluss wiederverwendet werden. Das «House of Switzerland»

einem umfangreichen Rahmenprogramm ist als «dreidimensionale

neben den Türmen wird Ausstellungen, Restaurant, Auditorium und

Zeitung » konzipiert. www.sam-basel.org

VIP-Bereich aufnehmen. www.padiglionesvizzero.ch /de

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architektur + technik 1|2015

EDA, Präsenz Schweiz und Nightnurse

schlägen im Rahmen eines internationalen Wettbewerbs von «Prä-

Tom Bisig

mässigkeiten ; macht aber in der Linearität des Erzählens, Vergleichens und Interpretierens deutlich, wie unterschiedlich Architektur


Anlaufstelle am Ozean

u

e au

am

e m

Trotz der touristischen Anziehungskraft und dem beeindrucken-

Der Campus Hönggerberg der ETH Zürich hat eine neue Attrak-

den Kulturangebot erledigte die kalifornische Stadt Newport

tion: Ein aus vorgefertigten Stampflehmelementen gebautes

Beach ihre Geschäfte bislang in einer technisch unzureichen-

Gewölbe soll im Sommer zum Verweilen einladen und zugleich

den City Hall.

neue Erkenntnisse zur Beständigkeit von Lehmbauten liefern. Konstruiert und gebaut haben es Studierende des Departements

Neu entstand nun ein Verwaltungszentrum, das die besondere Leich-

Architektur.

tigkeit des Lifestyles von Newport Beach auch architektonisch auffür praxisnahe und vertiefte Auseinandersetzung mit Baumateria-

Aufgabe war es, die Schönheit der Umgebung nach dem Prinzip der

lien bekannt. 2010 baute sie gemeinsam mit der ETH-Baubibliothek

Nachhaltigkeit in das Projekt einfliessen zu lassen. Das Resultat ist

eine Materialsammlung für Architekten und Bauingenieure auf. 2012

ein Zusammenspiel aus luftigem Gewebe und einer durchschimmern-

bot sie erstmals das Wahlfach «Material-Werkstatt » an. «Wir wol-

den, mit Zink verkleideten Fassade. Einer Welle gleich scheint die

len den Studierenden die Möglichkeit geben, sich nicht nur theore-

imposante, fragmentierte Dachkonstruktion über dem Verwaltungs-

tisch, sondern auch praktisch mit Baumaterialien auseinanderzuset-

flügel auszulaufen und eine luftige Leichtigkeit in Analogie zur kali-

zen », sagt Gian Salis, Dozent am Lehrstuhl und verantwortlich für

fornischen Leasureness und Meeresnähe zu demons trieren. Der

das Wahlfach.

Gebäudekomplex liegt inmitten eines angelegten Sukkulenten- und

Im Frühjahr haben sich Architektur-Studierende erstmals eingehend

Kakteenparks und öffnet sich mit viel Glas zum Aussenraum. Das

mit dem Baustoff Lehm auseinandergesetzt. Im vergangenen

gewölbte Segel, hinter dem sich der doppelstöckige Ratssaal ver-

November präsentierten sie das Resultat ihrer Studien : Einen 5 m

birgt, umgibt diesen wie eine schützende Muschelschale. Realisiert

hohen, multifunktionalen Unterstand, der sich durch 6 weite Bögen

wurde das Gewebe für dieses Segel vom international tätigen Filter-

und 6 nach aussen hin geöffnete Gewölbe definiert. Das Bauwerk

und Gewebehersteller Sefar. Das Besondere an diesem lichttechni-

zeichnet sich aus durch ein einzigartiges Konstruktionsprinzip,

schen Gewebe ist seine hohe Lichtdurchlässigkeit : das richtige Mass

gelang es doch zum ersten Mal, ein Gewölbe mit vorgefertigten Ele-

an Licht-Schatten-Intensität bei gleichzeitigem Schutz vor Sonne

menten aus nicht stabilisiertem Stampflehm zu bauen. Der Bau von

und Niederschlag. Dazu ist das Material feuerbeständig, schmutz-

Decken oder Bögen war bislang nur über den Umweg von Lehmzie-

und wasserabweisend, langlebig und frei von möglicherweise schäd-

geln und Mörtel möglich: «Durch die Möglichkeit der Vorfabrikation

lichen Weichmachern. Bohlin Cywinski Jackson realisieren öffentli-

von Stampflehm-Elementen haben wir heute jedoch komplett neue

che und private Gebäude weltweit. In den Projekten sind

Möglichkeiten », erklärt Gian Salis. «Und dank innovativer Konstruk-

Anlehnungen an Frank Lloyd Wright erkennbar : Licht und Landschaft

tion kann Lehm durchaus als dauerhaftes Baumaterial eingesetzt

als integrale Bestandteile der Architektur. bcj.com /www.sefar.com

werden.» (Quelle: ETH Zürich / Samuel Schlaefli)

ETH Zürich, Gian Salis

Die Professur für Architektur und Konstruktion von Annette Spiro ist

tungssitz die Architekten Bohlin Cywinski Jackson, San Francisco.

Sefar

greift. Gewonnen hatten den Wettbewerb für den neuen Verwal-

1|2015 architektur + technik 7


Aktualität

Ideen-Keimlinge

Manhattan durchwandern?

Auch Deutschland ist mit einem Pavillon und innovativen Ideen

Ja, neuerdings geht das. Ein Park, eine Allee, ein blühender Natur-

zur Ernährung der Zukunft an der Expo Milano 2015 präsent.

Laufsteg, neun Meter über der Erde, hoch über dem Autoverkehr, lädt zum Flanieren ein. Acht Jahre hat der Umbau gedauert.

Im deutschen Pavillon wird die Landwirtschaft Deutschlands als ein Die High Line, das war früher die Hochbahn über der 10

Schmidhuber, München, für das räumliche Konzept, Architektur und

den Güterwaggons für das Gewerbegebiet im Meatpacking District.

Generalplanung, Milla & Partner, Stuttgart, für das inhaltliche Kon-

Diese Zeiten sind vorbei, der letzte Zug fuhr 1980. Seither verrot-

zept, die Ausstellungs- und Mediengestaltung sowie Nüssli Deutsch-

tete das Schienentrassee, und die Gegend verwandelte sich zur No-

land für Ausführung und Projektmanagement verantwortlich. Der

go-Aera, die man am besten mied.

Design-Badausstatter Duravit richtet exklusiv die Bäder mit nach-

Eine Bewegung aus Anwohnern und Prominenten hat ein Umdenken

haltigen Produkten von Matteo Thun ein.

in New York erzwungen und durchgesetzt, dass die verwilderte

Der deutsche Pavillon soll den Besuchern ein neues und überra-

Hochstrasse nicht abgerissen, sondern radikal umgestaltet wurde.

schendes Deutschlandbild vermitteln : offen, sympathisch und

Geplant war ein Grossprojekt, finanziert durch Spenden. Der alte

humorvoll. Entsprechend steht die Inszenierung unter dem Motto

Schienenweg sollte begrünt werden, einen Weg zum Flanieren wollte

«Fields of Ideas ». Architektonisch transformiert der Pavillon die

man realisieren : Eine Schneise naturnaher Ruhe inmitten des hek-

deutsche Feld- und Flurlandschaft in ein Gebäude mit sanft anstei-

tischen Trubels Manhattans, von Bäumen gesäumt.

genden Landschaftsebenen mit einer frei zugänglichen Oberfläche

Im September 2014 wurde der letzte Bauabschnitt der 2,33 km lan-

aus heimischen Hölzern mit unterschiedlichen Maserungen und einer

gen Strecke feierlich eingeweiht. Auch eine Schweizer Firma war am

Themenausstellung im Innern. Formal erinnert die Architektur an ein

Gelingen des neuen High Line Parks beteiligt : das Unternehmen

Stück «ausgestochene Landschaft », die auf das Pavillongrundstück

Jakob aus Trubschachen / BE. Ihre Webnet-Produkte aus Edelstahl

«gesetzt » wird und sich bis zu einer Höhe von 10 m entwickelt. In

wurden benötigt, um filigrane Galeriebegrenzungen und Maschen-

dieser Landschaft mit klar erkennbaren Feldern wachsen stilisierte

netze zu realisieren. Auftraggeber war das Landschaftsbüro James

Pflanzen als «Ideen-Keimlinge » aus der Ausstellung an die Oberflä-

Corner Field Operations. An den Zugängen zum Park, den Treppen-

che empor und entfalten ein grosses Blätterdach. Sie sind das ver-

aufgängen, aber vielerorts auch entlang der Gehwege in luftiger

bindende Element, das Aussenraum und Innenraum, Architektur und

Höhe sorgen Webnet-Verankerungen von Jakob mit eingelassenen

Ausstellung verzahnt. Die ungewöhnlichen und organisch fliessen-

Beschlägen für optische Reize. Die Webnet-Seilbespannungen, nur

den Formen werden zum Sinnbild für zukunftsweisende Innovatio-

2 mm stark und mit Hülsen gefertigt, behindern weder die Lichtfüh-

nen am Vorbild der Natur.

rung noch die bestehenden Sichtverbindungen. Je nach Lichtverhält-

www.duravit.ch

nis und Betrachtungswinkel sind die Stahlseile fast unsichtbar. Und

www.schmidhuber.de / www.milla.de / www.nussli.com

sie dienen auch als Rankhilfen. www.jakob.ch

Milla&Partner/Schmidhuber

starker und moderner Wirtschaftszweig dargestellt. Dabei zeichnen

8

architektur + technik 1|2015

Avenue mit


Auszeichnung für Leuchtenfamilie

Architektenpreis für Dorma

Anlässlich der Light+Building 2014 stellte dei Ribag Licht AG

Die «Ogro»-Beschläge von Dorma erhielten von deutschen Archi-

erstmals die «Oviso-Leuchten» vor. Das System wurde nun mit

tekten und Planern die Bronze-Auszeichnung des diesjährigen

dem Label «Interior Innovation Award — Winner 2015» ausge-

«Architects Darling Award».

zeichnet.

Grundlage der Auszeichnung war eine Befragung, die im Sommer von Der «Interior Innovation Award » gilt heute als einer der renom-

einem Markforschungsinstitut durchgeführt wurde. 1700 Architek-

miertesten Designpreise der Einrichtungsbranche. Er steht für

ten und Planer aus dem deutschsprachigen Raum hatten die Qual

innovative Spitzenleistungen in allen Produktbereichen der Bran-

der Wahl : Aus über 200 Herstellern und Marken der Bauindustrie

che, er vergibt die Auszeichnungen Winner, Selection und Best of

wurden die Favoriten bestimmt. Zur Beteiligung aufgefordert waren

Best. Unternehmen bietet er ein effektives Instrument zur Positi-

die Leser des Heinze Architektenjournals und anderer Architektur-

onierung und Produktdifferenzierung im Einrichtungsmarkt.

fachzeitschriften.

Die «Oviso-Leuchten » sind die weltweit erste komplette Leuch-

Darüber hinaus konnten sich die Verantwortlichen von Dorma auch

tenfamilie mit OLED-Technologie. Die Leuchten verbinden mit ihren

eine Auszeichnung in Silber in der Kategorie «Türtechnik » entge-

nur 7 mm dünnen Leuchtkörpern eine hohe Lichtqualität und ein

gennehmen.

aufs Minimum reduziertes Design. Diese Kombination eröffnet

In den Produkten der «Ogro »-Linie stecken über 140 Jahre Erfah-

neue Möglichkeiten für visionäre Lichtkonzepte.

rung. In der 1866 gegründeten Manufaktur für Beschlagtechnik in

Die Auszeichnung bedeutet, dass die Leuchten in der Sonderaus-

DE-Velbert arbeiten erfahrene Handwerker jeden Tag daran, indivi-

stellung zum «Interior Innovation Award » während der kommen-

duelle und ausgefeilte Produkte herzustellen. Egal, ob kundenspe-

den Möbelmesse in Köln (imm cologne 2015) präsentiert werden.

zifische Sonderlösung oder Grossauftrag : Hier wird noch jeder Tür-

Dort wird auch die zweite Jury-Runde stattfinden, in der von den

drücker in Handarbeit gefertigt, von Hand geschliffen und von Hand

Gewinnern 15 Produkte mit dem Label «Interior Innovation Award

veredelt. Die Fertigung in Deutschland sichert nicht nur einen hohen

— Best of Best 2015 » ausgezeichnet werden. Während der Messe

Qualitätsstandard, sondern ermöglicht auch die nötige Flexibilität,

im Januar präsentiert der Rat für Formgebung die Gewinner.

um schnell und individuell auf Kundenwünsche eingehen zu können.

Der Kreativität sind bei «Oviso » keine Grenzen gesetzt. Ähnlich

Seit den 30er Jahren pflegt Dorma eine partnerschaftliche Zusam-

wie Legobausteine lässt sich das System Obeschreiben. Es wurde

menarbeit mit Architekten und Designern, die den Beschlag als ein

modular und für einen vielseitigen Einsatz im Objekt- und Privat-

Gestaltungsdetail der Architektur verstehen. Architekten und Desi-

bereich entwickelt.

gnern bietet sich die Möglichkeit, Türgriffe, Türdrücker und Fenster-

Das Familienunternehmen Ribag bietet seit rund 20 Jahren

griffe selbst zu gestalten. Diese finden sich dann in der Produktlinie

zukunftsweisende Lichtlösungen.

«Ogro » by Architects wieder

www.ribag.com

www.dorma.com

1|2015 architektur + technik 9


Aktualität

Nicht zu übersehen Wanduhren fürs Office und für zu Hause gibt es wie Sand im Stundenglas. Ein junges amerikanisches Design-Unternehmen hat nun eine wirklich coole «Clock» entwickelt.

Twelve24 ist ein Bostoner Unternehmen, das Produkte angeht, die von den neuesten Technologien inspiriert sind. In Zusammen-

BUCHTIPP Geliebt und geschmäht

arbeit mit dem Design-Büro lenartstudios (www.lenartstudios.com) wurde mit der «ClockONE » nicht nur das erste Produkt der

BUCHTIPP Schwergewicht

Das Statistische Amt des Kantons Zürich hat

Firma entwickelt, sondern die erste Stand-

Fast ein Kilogramm wiegt der neue Architek-

eine Grafik erstellt, nach der sich die Zahl der

beziehungsweise Wanduhr, die sich die inno-

tur-Führer über Basel. Auch bezüglich des

Einfamilienhäuser zwischen 1980 und 2011

vative Qualität des E-Ink-Displays zunutze

architektonischen Renommees ist die Stadt

— in einer Ära wachsenden Umweltbewusst-

macht. Dadurch erscheinen die digitalen Zif-

am Rheinknie natürlich ein Schwergewicht.

seins — fast nahezu verdoppelt hat. Grund

fern mit einem sehr hohen Kontrast ; schlicht

Alle Welt schaut nach Basel, wenn dort etwas

genug, sich dieses Bautypus näher anzuneh-

und einfach unübersehbar ! Die «ClockONE »

Neues gebaut wird. Museen, Industrie- und

men, was das Institut Urban Landscape der

ist einen ganzen Meter breit, lediglich fünf

Bürogebäude sowie ganze Strassenzüge las-

ZHAW in Winterthur gemacht hat. Es analy-

Millimeter dünn und wiegt etwa 2,25 kg. Die

sen sich wie ein «Who’s Who » der Architektur

sierte EFH im Zürcher Oberland mit dem Ziel,

dafür nötige Batterie hält ein Jahr. Eine mag-

lesen. Warum Basel so ist, wie es ist, lässt sich

«Strategien zur nachhaltigeren Entwicklung

netische Fixierung ermöglicht eine einfache

jetzt im neuen Architektur-Führer nachlesen,

von Einfamilienhaussiedlungen und deren

Montage. Sie lässt sich aber auch auf dem

der vom Schweizerischen Archi tektur-

Quantifizierung » aufzuzeigen. Die Analyse

Sideboard an die Wand lehnen.

Museum S AM und der Christian-Merian-Stif-

führte zu Zukunftsszenarien, die nun in

Die Uhr, die aktuell in einer Pre-Order-Kam-

tung herausgegeben wurde. Darin erzählt die

einem 184-seitigen Buch versammelt sind.

pagne über www.kickstarter/ projects /

Kunsthistorikerin Dorothee Huber die span-

Die diversen Themen rund um die EFH-Quar-

twelve24/clockone-by-twelve24 bestellbar

nende Architektur-Geschichte Basels und sei-

tiere werden in den verschiedenen Kapiteln

ist, kostet dann, wenn sie auch im Handel

ner Umgebung.

interdisziplinär auf breiter Front angegan-

erhältlich ist (ab Frühling 2015), etwas

Dabei wird kein Entwicklungsschritt von der

gen. Manuel Pestalozzi (bau-auslese.ch)

weniger als CHF 600.—.

Keltensiedlung über den Barock, die Indust-

bemerkte, dass die Erkenntnisse analytisch-

www.twelve24.com

rialisierung bis zur heutigen Moderne aus-

argumentativ gut fundiert sind, aber in der

gelassen. Kritisch analysiert die Autorin die

präsentierten Form wenig Bezüge zur Reali-

städtebaulichen, wirt schaftlichen und

tät zulassen, und er fragt sich, ob man dem

geschichtlichen Hintergründe, die sich in der

Buch nicht einen stärkeren Pamphlet-Cha-

Architektur widerspiegeln, und ordnet 450

rakter hätte geben können.

Projekte in ihren Kontext ein. Der Architek-

Bestandteil der Untersuchung ist eine

tur-Führer ist ein Vademecum für interes-

bemerkenswerte Bildserie des Fotografen

sierte Besucher, das zwar nicht in die Jacken-

Heinrich Helfenstein.

tasche passt, dafür umfassend informiert.

Institut Urban Landscape ZHAW (Hg.) Max Bosshard, Stefan Kurath, Christoph Luchsinger, Urs Primas, Tom Weiss

Christoph Merian Stiftung, S AM (Hg.) Dorothee Huber

Zukunft Einfamilienhaus?

Architekturführer Basel

184 Seiten, etwa 100 Abbildungen Niggli-Verlag, Sulgen 2014, CHF 48.— ISBN 978-3-7212-0830-6

500 Seiten, 450 meist farbige Abbildungen, broschiert, ISBN 978-3-85616-613-7 Christoph-Merian-Verlag 2014, CHF 59.—

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architektur + technik 1|2015


KOSTENEXPLOSION WECHSELNDE ANSPRECHPARTNER

MISSVERSTÄNDNISSE

ÜBERDIMENSIONIERUNG HOHER ENERGIEVERBRAUCH

PLANUNGSCHAOS

INTEGRIERT AUTOMATISCH

ENERGIESPAREND KOMFORTABEL

AUFEINANDER ABGESTIMMT

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MISSION BESSERE LUFT 1|2015 architektur + technik 11


Aktualität

WIRTSCHAFTSNOTIZEN Ausstellung Andreas Christen

KST in der Suisse romande

Vor 40 Jahren trafen der Unternehmer Ernst Schweizer und der

Nach dem konsequenten Aufbau in den letzten sechs Jahren setzt

Designer Andreas Christen zusammen. Aus dieser Begegnung ent-

KST mit der Eröffnung einer Vertretung in der Französisch spre-

stand der legendäre Schweizer Briefkasten «B74».

chenden Schweiz ein klares Zeichen.

In Anwesenheit der Familie des 2006 verstorbenen Schweizer Künst-

Die KTS AG, Entwickler und Hersteller von Raumklima-Systemen und

lers Andreas Christen feierte die Ernst Schweizer AG im September

ihren Komplementärprodukten, fokussiert mit diesem nächsten stra-

2014 im Museum Haus Konstruktiv das 40-jährige Bestehen des

tegischen Schritt die Kundennähe, Ausweitung der Geschäftsakti-

Briefkastens «B74», eines Klassikers des Schweizer Alltags-Designs.

vitäten sowie die Erschliessung des geografisch wichtigen Teils der

Eine für die Öffentlichkeit zugängliche Ausstellung in den Räumen

Bau- und Klimabranche der Schweiz. Dabei profitieren die Kunden

des Unternehmens in Hedingen / ZH zeigt nun während sechs

der Suisse romande von einem umfassenden Produktangebot für

Wochen (bis 27. Februar 2015) einen repräsentativen Ausschnitt aus

Kühl-/und Heizdecken-Systeme. Neuigkeiten zu aktuellen Pro-

den Werken des konstruktiven Künstlers : von Strukturen und Grafi-

duktentwicklungen sowie zur Firma stehen der Französisch spre-

ken bis hin zu verschiedenen Design-Objekten, wie etwa den Möbeln

chenden Kundschaft jederzeit auf der Webseite

für «Lehni »; und natürlich auch den Briefkasten von Schweizer. —

www.kstag.ch zur Verfügung.

Andreas Christens Idee war, einen Brief- und Depotkasten mit einem Innenleben aus Kunststoff für die Serienproduktion zu entwickeln.

Watt d’Or für studentisches Solarhaus

Er brachte für die Umsetzung drei wichtige Faktoren ein : das Indus-

Das Bundesamt für Energie hat Schweizer Unternehmen und Hoch-

trie-Design, das Baukastenprinzip sowie die Kombination von Alu-

schulen für aussergewöhnliche Leistungen im Energiebereich aus-

minium und Kunststoff. Schweizer seinerseits steuerte das produk-

gezeichnet. Unter den Gewinnern ist auch die Hochschule Luzern.

tionstechnische Know-how bei. Entstanden ist ein Produkt, dessen Grundform bis heute erhalten geblieben ist und das in seiner Bau-

Die Hochschule Luzernerhält den Watt d’Or-Sonderpreis in der

weise einzigartig und nachhaltig ist : Allfällig defekte Teile können

Kategorie «Ausbildung » für ihren Wettbewerbsbeitrag am Solar

einfach und kostengünstig ersetzt werden. Die von Schweizer in Auf-

Decathlon Europe. 70 Studierende des Departements Technik &

trag gegebenen Ökobilanzen zeigten, dass bei den gewählten Mate-

Architektur der nahmen im vergangenen Jahr als einzige Schwei-

rialien ein sehr guter Wert erzielt wird. Die Materialien und der Fer-

zer Vertretung an dem internationalen Wettbewerb Solar Decath-

tigungsprozess wurden seither laufend verbessert. Dem Zeitgeist

lon Europe in Versailles teil. 20 Hochschulteams traten mit ihren

folgend, veränderte sich auch immer wieder die Optik des Briefkas-

selbst entworfenen Solarhäusern gegeneinander an. Das Team der

tens. Informationen zu den Öffnungszeiten und dem Rahmenpro-

Hochschule Luzern erreichte nach einem intensiven Wettkampf

gramm sowie dem Themenheft von «Hochparterre » :

den fünften Platz.

www.schweizer-metallbau.ch /aktuell /agenda.

www.hslu.ch /solardecathlon

12

architektur + technik 1|2015


TERMINE appli-tech

Material-Innovationen

Carte blanche XII

Fachmesse für die Maler- und Gipser-

Referat von Dr. Sascha Peters

Mario Botta — einen sakralen Raum

branche, Trockenbau und Dämmung

im Architektur-Forum Zürich

bauen, im Architektur-Forum Zürich

Termin/Ort 4. bis 6. Februar 2015

Termin/Ort 5. Februar 2015, 19 Uhr

Termin/Ort bis 28. Februar 2015

Messe Luzern, Horwerstr. 87, 6005 Luzern Öffnungszeiten Mi/Do 9—18, Fr 9—17 Uhr Kontakt www.appli-tech.ch

Architektur-Forum Zürich Brauerstr. 16 8004 Zürich Kontakt www.af-z.ch

Architektur-Forum Zürich Brauerstr. 16 8004 Zürich Kontakt www.af-z.ch/botta / www.botta.ch

Zum sechsten Mal bündelt die «appli-

Im Vorfeld der Mailänder MADE Expo, der

Die Carte-blanche-Einladung hat Mario

tech » die Kompetenzen der Ausbaubran-

Fachmesse für neue Entwicklungen und

Botta veranlasst, zum Thema des sakra-

che unter einem Dach. Hier lassen sich

Projekte im Bereich Bauform und Werk-

len Raums einige Überlegungen zum

Fachleute und Entscheidungsträger dieser

stoffe, Gebäudehülle und Fenster, Innen-

aktuellen Bau der Kirche in IT-Sambuceto

Branche inspirieren, und hier treffen sich

ausbau und Design sowie Software, Tech-

vorzulegen. Die Kirche ist heute noch

die Marktteilnehmer, um die Grundlage für

nologie und Dienstleistungen, organisiert

eine Baustelle.

ihr erfolgreiches Wirken weiter zu verstär-

ICE / Federlegno (federlegno.it) einen Vor-

Wie es oft vorkommt, stösst der Bau einer

ken. Ziel der Messe ist es, die Vernetzung

trag im Architektur-Forum Zürich.

Kirche, der von der Gemeinschaft einer

und die Innovationstätigkeit der Branche

Dr. Sascha Peters (haute-innovation.com)

bestimmten Gegend betrieben wird, auf

zu fördern. Ein attraktives Rahmenpro-

referiert zum Thema «Materielle Revo-

finanzielle Schwierigkeiten. In der Folge

gramm mit Sonderschauen und Fachvor-

lution — nachhaltige und smarte Materia-

erlebt auch der Architekt die Ungewisshei-

trägen rundet das Angebot ab.

lien für Design und Architektur ».

ten des «Architektur-Machens ».

Zum Vormerken: ISH

Alvar Aalto. Second Nature

Trix und Robert Haussmann

Im März findet die Weltleitmesse Bad,

Ausstellung im Vitra-Museum zum

im Kunsthaus AT-Bregenz

Gebäude-, Energie, Klimatechnik statt.

bekannten finnischen Gestalter

Termin/Ort 10.—14. März 2015

Termin/Ort bis 1. März 2015

(Publikumstag, 14. März) Messe Frankfurt, Ludwig-Erhard-Anlage 1, DE-60327 Frankfurt Öffnungszeiten 9–18 Uhr (14. März bis 17 Uhr) Kontakt ish.messefrankfurt.com

Vitra-Design-Museum, Charles-Eames-Str. 2 DE-79576 Weil am Rhein Kontakt www.design-museum.de

Termin/Ort bis 6. April 2015

Kunsthaus Bregenz, Karl-Tizian-Platz, Postfach 45, AT-6900 Bregenz Kontakt www.kunsthaus-bregenz.at

Während sich das Programm 2015 des Der Architekt und Designer Alvar Aalto

Kunsthauses Bregenz im Wesentlichen

(1898 – 1976) war einer der wichtigsten

drei starken Frauenpersonen widmet

Die ISH bietet die weltgrösste Leistungs-

Vertreter organischer Gestaltung im 20.

(Rosmarie Trockel, Berlinde De Bruyckere,

schau für innovatives Bad-Design, ener-

Jahrhundert.

Joan Mitchell), zeigt das Kunsthaus vom

gieeffiziente Heizungs- und Klimatechnik

Seine Architektur fasziniert bis heute

24. Januar bis zum 6. April in der KUB-

und erneuerbare Energien und steht in

durch natürliche Materialien und skulp-

Arena auch eine Ausstellung des Zürcher

diesem Jahr unter dem Motto «Comfort

tural geschwungene Formen. Die Aus-

Architekten-Paars Trix und Robert Haus-

meets Technology ». Top-Themen sind

stellung gibt einen umfassenden Einblick

smann, die zu den wichtigsten Vertretern

Interior+

in das Werk Aaltos, präsentiert seine

der Schweizer Postmoderne zählen. Sie

Technologie — Design und Funktion im Ein-

unter

anderem

«Water :

wichtigsten Bauten, Möbel und Leuchten

hinterfragen die modernistische Mass-

klang », «Energieeffizienz plus » und

und geht den Inspirationen nach, die sein

gabe, Neues erfinden zu müssen. Ihre

«Future Building ». Diese Themen greifen

Werk prägten. Sie lenkt den Blick aber

verspielten Entwürfe werden auch als

aktuelle Branchenthemen und Trends auf.

auch auf weniger bekannte Projekte.

«kritischer Manierismus » bezeichnet.

1|2015 architektur + technik 13


Auftakt

ARCHITEKTUR O

Atrien, Balkone und Innenhöfe a

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n a a en

Die Vorgabe für das Architekten-Team war,

tekten eine semantische Verbindung

eine hohe Energieeffizienz zu erreichen.

zwischen den sehr unterschiedlichen Quar-

Das «Pushed Slab » genannte Bürogebäude

tieren her.

verbraucht wenig Energie und produziert selber ungefähr 90 mW pro Jahr. Und dies

ane

a

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TEXT Christina Horisberger

bei einer hohen architektonischen und

Das Aufbrechen erzeugt aber auch eine

FOTOS Philippe Ruault

städtebaulichen Qualität.

spannende innenräumliche Qualität und

14

architektur + technik 1 | 2015

Mit seinen gestapelten, gekrümmten und

machte eine Vielzahl von Terrassen mög-

«gebrochenen »

lich, die direkt von den Arbeitsplätzen

Bändern

nimmt

das

«Pushed Slab » eine spezielle Rolle inner-

begehbar sind. Das «urbane Stadtfenster »,

halb des städtebaulichen Gefüges ein. Auf

wie es die Architekten formulieren, eröff-

der einen Seite liegt das dichte Gewebe der

nete zudem die Möglichkeit einer grossen

Innenstadt mit Randblockbebauung und

gedeckten Terrasse auf der Höhe des zwei-

Strassen, auf der anderen Seite eine lockere

ten OGs. Sowohl Terrassen wie auch Bal-

Bebauung. Eine Öffnung in der Mitte des

kone sind mit Bäumen bepflanzt, um eine

Gebäudes mit einer Oberfläche von

hohe Aufenthaltsqualität zu erreichen. Das

19 000 m gibt den Blick frei auf ein histo-

Bürogebäude hat zwei unterschiedliche

risches Gebäude. Mit dieser nach Süden auf-

Ausrichtungen : eine ruhige Seite im Dialog

gebrochenen Architektur stellen die Archi-

mit der Innenstadt im Norden und die dyna-


Weltleitmesse Erlebniswelt Bad Gebäude-, Energie-, Klimatechnik Erneuerbare Energien

Frankfurt am Main 10. – 14. 3. 2015

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mische Südseite, die sich an einem Boulevard orientiert. Um den Anspruch der Nachhaltigkeit zu erfüllen, verwendete MVRDV FSC-Holz. Für Winy Maas von MVRDV war für die hohe ökologische, ökonomische und architektonische Qualität die ambitionierte Bauherrschaft ebenso massgebend wie die langfristige Vision der Stadt Paris. Die 90 mW pro Jahr, die das Gebäude erzeugen wird, wird durch 264 Fotovoltaik-Paneele auf dem Dach gewährleistet. 22 SolarthermieKollektoren generieren 45 Prozent der Energie, die für Warmwasser benötigt wird. An der Südfassade sorgen Sonnenstoren für die Wärmeregulierung. All diese Massnahmen führen zu einem Energieaufwand von 46 kWh pro m² jährlich.

www.mvrdv.nl

1 | 2014 architektur + technik 15


16

architektur + technik 1|2015


Architektur Businesspark, Ittigen / BE

KONSEQUENT NACHHALTIG In Ittigen / BE erhebt sich entlang der Autobahn der auffäl-

Aber auch die «inneren Werte » sind beachtenswert : Nicht

lige Baukörper des neuen Swisscom Businessparks. Mit dem

zuletzt macht das Energie- und Lüftungskonzept den Bau

Bürogebäude haben die Architekten von Atelier 5 dem

zu einem der grössten Minergie-P-Eco-Bürogebäude der

Unternehmen einen eindrücklichen Auftritt geschaffen.

Schweiz. TEXT Atelier 5 FOTOS Dominique Uldry

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bezieht sich auf deren Stellung. Mit seiner

Die tragenden Stützen bilden ein Raster

Grundform bleibt es gleichwohl einmaligen

von 6 x 6 Metern. So entsteht ein neutra-

)('

ler, nicht zonierter Raum. Das sich um das

Charakter eines «sich einfügenden Soli-

Atrium legende «Raumband der Büronut-

tärs », wie es die Architekten bezeichnen.

zung » wird nach aussen durch eine Band-

Zum Waldrand, von der Autobahn abge-

fassade, die sich gleichsam um das

wandt, wird zwischen dem Gebäude und

Gebäude «wickelt », sichtbar gemacht.

den hohen Bäumen ein geschützter

Zugleich übernimmt der Ort die Dynamik

Aussenraum aufgespannt, der als Ruhe-

der Bewegung auf der Autobahn A1 und

zone mit einem Teich, Wegen und Sitzmög-

der Bahntrasse. Die Gliederung der Fas-

lichkeiten dient.

sade orientiert sich an einer optimalen

'((

in der Stadtlandschaft. Es entfaltet den

Situationsplan '((

Weithin sichtbar und voller Selbstver-

Tageslichtausnutzung. Deshalb sind die

westen oberhalb der Aare-Schlaufe ent-

Projektbeschrieb der Architekten

lang der Autobahn. Das repräsentative

Typologisch ist das Gebäude ein 18 Meter

schützen die Mitarbeitenden vor dem

Bauwerk von Swisscom vermittelt gleich-

tiefer «Büroring », der sich um ein Atrium

Gefühl, beim Arbeiten ausgestellt zu sein.

zeitig seine Zugehörigkeit zum Umfeld und

legt. Durch die beidseitige Belichtung der

An der Aussenfassade sind die Brüstungen

seine Eigenständigkeit. Von Süden und

Grossräume - über die Aussenfassaden und

mit mattweissen Verglasungen versehen,

Westen her geht das Gebäude auf die Bau-

die Fassade zum Atrium - werden weite

die in ihrer Tiefenwirkung an Gletschereis

ten der unmittelbaren Umgebung ein und

Teile der Fläche mit Tageslicht versorgt.

erinnern. Die halböffentlich genutzten

trauen erstreckt sich der Bürobau im Süd-

Fenster an der Decke angeschlagen. Von innen gesehen 70 cm hohen Brüstungen

Die gesamte Erschliessung vom Innenraum des Bürogebäudes erfolgt über das überdachte Atrium.

1|2015 architektur + technik 17


Architektur Businesspark, Ittigen / BE

Folge des Raumgefüges vom überdachten Zugang vor dem Gebäude über die zweigeschossige trichterförmige Empfangshalle zu dem nach oben hin transparenten Atrium steigert sich das Raumerlebnis. !"#

!"#

Die vertikale und horizontale Innenerschliessung des Gebäudes liegt vollständig im überdachten Atrium. Bereits im Erdgeschoss verteilen sich die Nutzer auf die für sie richtigen Stahltreppen und Lifte. Diese führen auf Brücken mit beidseitigen Eingängen in die Arbeitsbereiche. Zusätzlich verbinden im 2. und im 4. Obergeschoss Passerellen aus Stahl die Gebäudeflügel.

!"#

Der Weg von Abteilung zu Abteilung wird also im Atrium zurückgelegt, nicht im Arbeitsbereich. Mit dieser Disposition wird die Bürozone von störenden Bewegungen befreit. Die dem gesamten Gebäude dienende offene Mitte ist zudem Identifikationselement und kommunikatives Zentrum,

Schema des Lüftungskonzepts.

in dem man sich begegnet und sich miteinander unterhalten kann, ohne die Bürokol-

Bereiche wurden in unmittelbarer Nähe

schiedliche Ausblicke und räumliche Bezüge

legen bei der Arbeit zu stören.

zum Eingang im Osten angeordnet. Dabei

nach draussen. Eine grosszügige interne

Das Atrium ist zugleich die «Lunge » des

handelt es sich um die gastronomischen Ein-

Treppe führt in das Café im 1. Obergeschoss.

Gebäudes. Über automatisch öffnende

richtungen im Nordflügel und um das Kon-

Hier können die Gäste im Sommer auf einer

Fenster gelangt im Sommer und in den

ferenzzentrum im Südflügel. Im Erdge-

Waldterrasse unter Bäumen ihren Kaffee

Übergangszeiten frische Luft in das Zent-

schoss, zum Wald hin orientiert, bietet das

geniessen. Der Eingang wurde so weit wie

rum. Dort wird sie durch die Sonnenein-

Restaurant seinen Gästen unter der Galerie

möglich nach Westen gerückt, sodass er im

strahlung erwärmt und steigt nach oben,

und im zweigeschossigen Bereich unter-

Zentrum der Anlage zu liegen kommt. In der

wo sie schliesslich über Öffnungen im Dach-

swisscom

Schnitt 18 architektur + technik 1|2015


1|2015 architektur + technik 19


Architektur Businesspark, Ittigen / BE

Grundriss 2. Obergeschoss.

rand entweicht. Auf diese Weise entsteht

die Querseiten mit den Türen dagegen

andere Fassade sehen. Auf diese Weise

ein «Frischluftmotor », der keine Energie

geschlossen sind. Dies führt zu einer maxi-

haben auch die Arbeitsplätze an der Atrium-

benötigt. Vom Atrium wird die frische Luft

mal möglichen Belichtung dieser Räume mit

fassade einen Aussenraumbezug zu zwei Sei-

dezentral in die Bürobereiche transportiert,

Tageslicht. Zudem können die Nutzer durch

ten. Die Auswahl der eingesetzten Materia-

wo sie lokal gewärmt oder gekühlt wird.

die Components hindurch an die jeweils

lien reduziert die Fülle möglicher Eindrücke

Konzept der Bürobereiche Gegenüber den Eingängen in die Bürobereiche liegen die sich in ihren Funktionen ergänzenden Gebäudekerne. Insgesamt bietet das Gebäude 1700 Arbeitsplätze für 2000 Mitarbeitende. In den Grossraumbüros sind immer nur zwei Arbeitsplätze nebeneinander angeordnet, um auch in diesem grossen Gebäude den menschlichen Massstab zu wahren. Ziel war es, die durch das Büroarbeitsplatzkonzept von Swisscom definierten über 300 Sitzungszimmer so anzuordnen, dass der Grossraum in seiner ganzen Tiefe erlebbar bleibt und gleichzeitig sinnvoll zoniert wird. So wurden diese sogenannten Components stets seitlich der Zugänge vom Atrium in die Bürozone und in der Mittelzone der Grossräume platziert. Sie sind so aufgebaut, dass die zur Fassade hin orientierten Längsseiten raumhoch verglast,

20

architektur + technik 1|2015

Die Sitzungszimmer sind so angeordnet, dass der Grossraum in seiner ganzen Tiefe erlebbar ist.


Bank form Ligno

Grundriss vom Erdgeschoss mit Umgebung.

auf ein Minimum. Das Gebäude soll den ruhi-

schaft bilden. So sind die Struktur des Gebäu-

die Components, die Deckensegel und die

gen Hintergrund für die in ihm arbeitenden,

des, die Stützen, die Kerne und die Decken in

Brüstungsgeräte sind in Weiss gehalten. Auf

Menschen unterschiedlichster Herkunft, Aus-

Sichtbeton ausgeführt.

dem Boden ist ein hellgrauer Teppich verlegt;

bildung und Altersstufen und den Rahmen für

Diese «Hardware» wird ergänzt durch die

nur die Eingangsbereiche werden mit Farben

die verschiedenen Ausblicke in die Land-

natureloxierte Fassade. Sämtliche Einbauten,

ausgezeichnet.

Atelier 5 Architekten und Planer Atelier 5 wurde im Mai 1955 von fünf jungen Architekten in Bern

werden können. Gesucht werden Häuser, die gesellschaftliche

gegründet. In den ersten Jahren erfolgte eine Auseinanderset-

Impulse auslösen und einen kleinen Beitrag zur Fortentwicklung

zung mit den Zusammenhängen zwischen Form und Funktion in

anbieten können. Atelier 5 tritt kollektiv auf, die einzelnen Per-

engem Anschluss an Le Corbusiers Theorien und seiner Formen-

sonen treten in den Hintergrund.

sprache. Dies führte zu einem von Modeströmungen unberührten, prototypischen Bauen, zu Bauten, die ein Stück Architekturgeschichte geschrieben haben. Über die Jahrzehnte dehnte sich die ursprünglich dem Wohnungsbau verpflichtete Beschäftigung

Fünf aktuelle Projekte

auf ein breites Spektrum von Aufgaben aus. Diesen Wurzeln fühlt

■ Umbau

sich das Büro mit heute sieben Partnern eng verbunden.

des Hauptsitzes und eines Logistikgebäudes des

Schweizerischen Roten Kreuzes in Bern

Die Projekte sind stets das Ergebnis einer differenzierten Ausei-

nandersetzung mit der vorgefundenen Situation und den haupt-

■ Wohnhaus

■ Wohnüberbauung

Quartiere 3 und 8 sowie katholisches

Kirchenzentrum auf dem Riedberg in DE-Frankfurt am Main

dauerhafte Gebäude, deren Nutzung über viele Jahre mit Freude verbunden ist und deren Qualitäten immer wieder neu entdeckt

für grosse Familien mit Quartierbibliothek

am Lothringerplatz in Basel

sächlichen Funktionen einer Anlage. Dabei stehen der Mensch und seine individuellen Bedürfnisse im Vordergrund. Das Ziel sind

Gewerbe- und Wohnhaus auf der Erlenmatt in Basel

Wohnhaus auf Feld F, Schönberg Ost, Bern

1|2015 architektur + technik 21


Architektur Gemeindehaus Volketswil / ZH

DIE MITTE NEU DEFINIERT Infrastruktur und Städtebau hielten nicht mit dem starken Bevölkerungswachstum Schritt. Volketswil / ZH wollte ein effizientes Gemeindehaus an zentralem Standort und nichts weniger als «eine neue Mitte ». Müller Sigrist Architekten haben mit ihrem Gemeindehaus die Ortsmitte neu definiert. REDAKTION Uwe Guntern FOTOS Roger Frei

Das neue Gemeindehaus befindet sich an zentraler Stelle in Volketswil. Daher hatten die Architekten die Möglichkeit, eben diese Mitte der Gemeinde neu zu definieren. Sie schlugen deshalb vor, die Zentralstrasse als grosszügige Allee zu vervollständigen und sie als prägnante Strasse innerhalb Volketswil auszubilden. An ihr befinden sich der neue Dorfplatz, das Gemeindehaus und eine neue Parkanlage, die zusammen mit dem Griespark ein grünes Herz für Volketswil bilden.

Klare kubische Struktur Zwei wohlproportionierte Kuben bilden das äussere Erscheinungsbild des Gemeindehauses. Sie sind leicht ineinandergeschoben und definieren die direkte Umgebung, gliedern die Fassade und schaffen eine massstäbliche

Situationsplan

1|2015 architektur + technik 23


Architektur Gemeindehaus Volketswil / ZH

S E R V I C E LI F T 2 0 0 0 kg R ol l s t u h l gä ngig b e h ind e rt e nge re c h t

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Erdgeschoss

P E R S O N E N LI F T 9 P e rs one n/ 6 7 5 kg R ol l s t u h l gä ngig b e h ind e rt e nge re c h t

1. Obergeschoss

Komposition zwischen den bestehenden Gebäuden. Die klare kubische Struktur erzeugt für das neue Gemeindehaus einen klassischen und beständigen Eindruck. Der höhere von beiden Körpern zeigt Präsenz zur Strasse hin, während der niedrigere abknickt und den Blick in die Landschaft des Griesparks freigibt.

Kurze und einfache Wege führen zum Ziel Zentrales Element des Gebäudeinnern ist eine grosszügige Empfangshalle. Sie ist Ankunftsort der Besucher und verbindet den Dorfplatz mit dem Park. Ein Treppenhaus in der Mitte der zwei Gebäudeteile erschliesst sämtliche Geschosse. Von diesem aus können die Besucher auf kurzen und einfachen Wegen die gewünschte Abteilung erreichen. Vorzonen der Schalter befinden sich jeweils Halle im dritten Obergeschoss.

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architektur + technik 1|2015

unmittelbar an der Fassade oder mit Blick in


S E R V I C E LI F T 2 0 0 0 kg R ol l s t u h l gä ngig b e h ind e rt e nge re c h t

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2. Obergeschoss

3. Obergeschoss

die überdachten Innenhöfe. Das ermöglicht innerhalb des Gemeindehauses eine offene und grosszügige Stimmung. Das neue Gemeindehaus ist ein vielseitiges Gebäude mit breiten Korridoren, Ausblicken in den Park und auf den Platz und eine innere Welt mit zwei unterschiedlich charakterisierten Innenhöfen. Innerhalb des Hauses werden an verschiedenen Stellen für kurze informelle Steh-Meetings Nischen zur Fassade angeboten. Die Büros sind grosszügig und verfügen über ein optimales Raumklima.

Nachhaltige Materialien Durch das einfache und kompakte Gebäudevolumen wird die Gebäudeoberfläche auf ein Minimum reduziert. Bei der Materialisierung der Fassade wurden nachhaltige Materialien eingesetzt, die für geringen Unterhalt und eine lange Lebensdauer sorgen. Mit dieser Lösung wird eine dementsprechend

Erschliessungsraum mit Blick in das Atrium.

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Architektur Gemeindehaus Volketswil / ZH

GEMEINDEHAUS

Schnitt West

nachhaltige und günstige LifeCycleCostBetrachtung garantiert. Um das Minergie-PLabel optimal zu erreichen, stehen die Fassaden- und Fensterflächen in einem Verhältnis von je 50 Prozent.

Flexible Struktur für Veränderungen Ein Gemeindehaus muss sich der Zeit anpassen können. Der Raumbedarf der Abteilungen kann sich verändern. Dies erfordert eine einfache Struktur, die viele Wünsche erfüllen kann. Ein flexibler Fassadenraster ermöglicht die bestmögliche Einteilung der Büros. Drittnutzungen, wie die Bank, werden in die Struktur integriert. Auch die Stützenstruktur bietet die Möglichkeit für eine flexible Grundrissgestaltung. Mit der Optimierung zwischen Gebäudehülle, Baumaterialien und eingesetzter Technik wurde mit einer Umwelt- und ressourcenschonenden Bauweise eine angenehme Bürolandschaft geschaffen. Durch das Zusammenführen von über zehn einzelnen Verwaltungs- und weiteren

Blick in die Gemeindebibliothek.

Dienstleistungsstellen an einen zentralen Ort in ein gemeinsames Gebäude werden die Abläufe für Bürger und Angestellten

den. Dieser Platzt bietet sich als neuer

bekommen und somit den Freiraum in das

wesentlich verbessert und effizienter. Es

Treffpunkt im Dorf an. Gleichzeitig hat

Zentrum gebracht. Mit dem neuen Gemein-

sind ein Dienstleistungsstandort und

auch der Griespark einen Abschluss bezie-

dehaus ist die «Vision Gries » abgeschlos-

zugleiche ein öffentlicher Platz entstan-

hungsweise Auftakt an der Zentralstrasse

sen und wurde eine neue Mitte für Volkets-

26

architektur + technik 1|2015


Schnitt Ost

Müller Sigrist Architekten Stimmungsvoll, nutzungsbezogen, eigenständig und städtebaulich prägnant. Diese Qualitäten sucht das Architektur-Büro mit seinen Entwürfen ebenso wie eine spielerische Leichtigkeit. Müller Sigrist besteht seit 2001 und beschäftigt rund 30 Mitarbeitende. Dennoch tritt man neuen Aufgaben stets unvoreingenommen entgegen und vereint so Erfahrung mit Neugierde. Diese Haltung zeigt sich in zahlreichen ausdrucksstarken Bauten und Siedlungen für öffentliche, Oblicht im vierten Obergeschoss.

gemeinnützige und private Bauträger. Es wird als schöne Pflicht erachtet, das Anliegen hinter einem Auftrag zu verstehen. So stehen die Bedürfnisse der Auftraggeber stets im Zentrum der Arbeiten.

wil / ZH entwickelt. Das neue Gemeindehaus ist als ein im Minergie-P-Standard erstelltes Gebäude ein Meilenstein der «Energiestadt Volketswil / ZH ».

Weil langfristig und ressourcenschonend geplant, gelingen im doppelten Wortsinn ausgezeichnete Häuser und Siedlungen. Mit gleichem Qualitätsanspruch entwickelt man städtebauliche Studien und Planungen sowie massgeschneiderte Möbel und Leuchten.

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architektur + technik 1|2015


Architektur Konferenzsaal WIPO, Genf

SKULPTURALE SETZUNG Mit seiner holzverschindelten Fassade und seiner geschlos-

telbaren Umgebung. Zugleich ist der Bau von Behnisch Archi-

senen Skulpturalität bildet der neue Konferenzsaal der Welt-

tekten in DE-Stuttgart formales wie funktionelles Bindeglied

organisation für geistiges Eigentum (WIPO) einen Kontrast

zwischen dem WIPO-Hochhaus und dem WIPO-Verwaltungs-

zur funktionalistischen Stahl- und Glasarchitektur der unmit-

gebäude (2011). TEXT Christina Horisberger FOTOS David Matthiessen

Situationsplan

Um die Place des Nations im Genfer UNOQuartier stehen einige markante Gebäude renommierter Architekten aus verschiedenen Dekaden. Aus dem Jahr 1978 stammt das von Pierre Braillards entworfene gekurvte WIPO-Hochhaus aus blauem Spiegelglas. Auch der fünfeckige Turm der Internationalen Fernmeldeunion (ITU) von Bordigoni père & fils hebt sich stark vom Gesamtbild ab. Ansonsten dominieren eher funktionalistische, wenig aussergewöhnliche Bürokomplexe. Nach der Belebung der Place des Nations durch Massimiliano Fuksas mit einer grossen Wasserfläche (Wettbewerb 1995) waren zwar attraktive Neubauten angedacht und geplant, aber trotz des Potenzials der prominenten Lage nicht realisiert worden, da sie an der Urne scheiterten.

WIPO-Verwaltungsgebäude Die WIPO beschäftigt Behnisch Architekten schon sehr lange. 1999 hatte das Stuttgarter Büro einen internationalen Wettbewerb

Der Holzbau für das WIPO-Konferenzgebäude spiegelt den Anspruch der Bauherrschaft nach einem

für ein neues Verwaltungsgebäude mit

umweltfreundlichen und baulich aussergewöhnlichen Gebäude wider.

Konferenzzentrum gewonnen. Die Realisierung zog sich allerdings dahin. Während

So monierte Roman Hollenstein (Kris-

können, wenn mit ihm das vorgelagerte,

dieser Phase wurde dem Konferenzzentrum

talliner Minimalismus, «NZZ », 28.9.2011)

900-plätzige Kongresszentrum stehen

ein eigener Bau zugewiesen. Der Verwal-

vor allem die «altbackene » Erscheinung,

wird ».

tungsbau mit seinen drei lichtdurchflute-

gestand dem Konferenzgebäude indes

ten Innenhöfen und einer Fassade mit ver-

hohe innenräumliche Qualitäten zu. Der

Warme Schindelfassade

tikalen Glasstäben in elf Blautönen wurde

Autor bemerkte zudem, dass «man das

Seit letztem Sommer nun ist der neue Kon-

2011 eröffnet und war nicht frei von Kritik.

neue Haus erst endgültig wird beurteilen

ferenzsaal realisiert, der das WIPO-Hoch-

1|2015 architektur + technik 29


Architektur Konferenzsaal WIPO, Genf

Eingangsgeschoss

haus von Pierre Braillard und den 2011 fer-

alles andere als hermetisch. Durch die Aus-

das Mont-Blanc-Massiv — lassen den Ein-

tiggestellten Verwaltungsbau zueinander

kragung wirkt dieser vielmehr leicht und

druck einer skulpturalen Plastik entstehen,

in Beziehung setzt. Der weitgehend

schwebend. Sowohl die Auskragungen wie

die wie selbstverständlich in den Garten

geschlossene Neubau präsentiert sich

auch die verschiedenen spannungsvollen

zwischen die beiden WIPO-Gebäude

leicht erhaben und mit einem grossen Pan-

Öffnungen — die grösste davon mit Blick auf

gesetzt ist.

oramafenster zur Place des Nations, geschlossen hingegen zur Route de Ferney, auf deren gegenüberliegender Seite ein paar Villen in einer Parklandschaft liegen. Holz ist das bestimmende Material beim gesamten Gebäude des Konferenzsaals, sowohl in der Konstruktion als auch beim Ausbau sowie der Aussenfassade mit ihren charakteristischen Lärchenschindeln. Mit Auskragungen bis zu 30 m eröffnet der Bau eine neue Dimension im konstruktiven Holzbau und spiegelt dadurch den Anspruch des Bauherrn nach einem umweltfreundlichen und baulich aussergewöhnlichen Gebäude wider.

Beachtliche Masse Trotz seiner beachtlichen Masse und Introvertiertheit wirkt das Konferenzgebäude

30

architektur + technik 1|2015

Der Besucherführung, die auf verschiedenen Ebenen geschieht, wurde viel Wert beigemessen.


Obergeschoss mit Konferenzsaal

Das Innere des Gebäudes wirkt wie eine Landschaft mit Orten auf unterschiedlichen Ebenen, die durch Rampen und Treppen verbunden sind. Das grosszügige Foyer schliesst sich auf gleichem Niveau an das Foyer des WIPO-Hauptgebäudes an und wird über den ebenfalls neu gebauten Haupteingang erschlossen. Dieser lenkt die Besucherströme und bündelt die Sicherheitsmassnahmen.

Komplett aus Holz Der Saalkörper selbst besteht im Innern vollständig aus Holz und schafft zusammen mit dem gezielten Einsatz von Tageslicht einen lichtdurchfluteten Raum mit einer hohen Aufenthaltsqualität. Speziell für den Konferenzsaal haben Behnisch Architekten zudem einige den Raum akzentuierende Möbelund Lichtelemente entworfen und mit verschiedenen Firmen umgesetzt. Dazu gehören die Lichtkugeln sowie Konferenztische und –stühle, die zusammen ein stimmiges und einprägsames Gesamtbild ergeben.

Atmosphärisch starker Konferenzsaal aus Holz mit eigens für das Projekt entworfener Möblierung.

1|2015 architektur + technik 31


Architektur Erweiterungsbau Swissquote, Gland / VD

ZACKIG AUF KURS Die Bank Swissquote hat 2013 ihren Hauptsitz in Gland / VD

Architectes in La Tour-de-Peilz visualisiert das Thema der

erweitert, um weiteren 500 Mitarbeitern einen Arbeitsplatz

Transparenz im Sinne einer neuen Corporate Identity.

zu bieten. Der Erweiterungsbau des Architektur-Büros Link

TEXT und FOTOS Massimo Simone ÜBERSETZUNG Christina Horisberger

Seit der Gründung hat die Online-TradingBank Swissquote ihre Hauptniederlassung in Gland / VD. 2008 haben Link Architectes ein erstes Bürogebäude realisiert. Dieses liegt auf dem Grundstück entlang der Bahnlinie und in der Nähe des Bahnhofs. Dieses Gebäude fällt vor allem durch seine entfernte Ähnlichkeit mit einem Tresor und das grosse Digitalband auf, über welches die aktuellen Börsenkurse laufen. Dies war vor dem Banken-Crash. In der Zwischenzeit sind die Banken weltweit in die Pflicht genommen, transparenter zu werden und offener zu kommunizieren. Der Erweiterungsbau hat sich diesen Paradigmenwechsel zum Thema gemacht.

Personeller Quantensprung

a

c

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e e en e m

em neuen e

u e

Vor dem Hintergrund des sich rasant entwickelnden Online-Handels war bereits von

auf drei unterirdischen Niveaus sowie im

Die Mikado-ähnlichen, wie zufällig gesetzten

Anfang an eine mögliche Erweiterung inner-

Freien. Im Juni 2011 wurde mit den Bauarbei-

Stützpfeiler lassen die weissen Brüstungs-

halb von fünf Jahren auf der benachbarten

ten begonnen.

bänder schwebend erscheinen. Jene korres-

Parzelle vorgesehen. Deshalb wurde zwischen

Der Erweiterungsbau zeichnet die Form eines

pondieren zugleich mit den Stützen der Trag-

2008 und 2010 ein Wettbewerb in mehreren

geknickten Flügels parallel zum bestehenden

struktur : Diese sind dem Zickzack eines

Etappen ausgeschrieben, den Links Architec-

Bürobau. Ein konisch zulaufender Gebäude-

Börsenkurses nachempfunden und werden zu

tes im Zusammenschluss mit dem Generalun-

körper durchdringt und verbindet die beiden

einem Element der Corporate Architecture. Ein

ternehmer Bernasconi Entreprise Générale SA

Gebäude. Er nimmt das grosse Atrium mit sei-

Überhitzen des Atriums wird durch die beiden

für sich entscheiden konnte. Das Programm

nem umfassenden Zentrallicht auf. Die

höheren Gebäudeflügel verhindert.

sah Arbeitsplätze für 500 zusätzliche Mitar-

rundum verglasten Fensterfronten und Raum-

beitende vor, neue Server-Räume (den

trennungen erzeugen ein hohes Mass an

O ene

eigentlichen Motor der Bank), Konferenz-

Transparenz und Aufenthaltsqualität, die

Der neue, im Verhältnis 2 : 1 geknickte Gebäu-

räume, eine Cafeteria, Technikräume sowie

durch Eichenparkett und eine Holzmöblierung

deflügel entwickelt sich über vier Etagen mit

eine entsprechende Anzahl von Parkplätzen

in der Eingangshalle unterstrichen werden.

einer Gesamtnutzfläche von 4800 m². Die

Schnitt

32

architektur + technik 1|2015

an

c a en


1|2015 architektur + technik 33


Architektur Erweiterungsbau Swissquote, Gland / VD

V O IR D E T A IL C U IS IN E

+ 9 .5 0 = 4 2 3 .1 9

Erdgeschoss

+ 9 .5 0 = 4 2 3 .1 9

3. Obergeschoss

Asymmetrie des Grundrisses definiert unterschiedliche Aussenbereiche wie den Zugang oder die Terrasse der Cafeteria. Diese befindet sich im Ostflügel des Erdgeschosses und nimmt neben dem Restaurant-Bereich auch einen Selbstkocher-Bereich auf. Erschliessung und Technikräume sind in einem zentralen Kern untergebracht. Zwei weitere Treppenkerne finden sich an den Gebäudeenden jeweils im Osten und im Westen. Die Büros sind im neuen Gebäudeflügel zeitgemäss als Open Space organisiert. Die einzelnen Geschosse sind vollflächig ohne vertikale Unterbrechungen an der Aussenfassade verglast. Um diesen ästhetischen und qualitativen Effekt zu erreichen sowie die thermischen Qualitäten zu erfüllen, haben die Archi-

Die fast voll verglasten Büros sind als Open Space organisiert und erlauben eine hohe Flexibilität.

tekten einige Anstrengungen unternommen. Eine Herausforderung der neuen Swissquote-

den, die je nach Bedarf Kälte oder Wärme pro-

über alle vier Geschosse und unterscheiden

Büros waren die Elektroinstallationen. Da

duzieren. Die Bohrungen umfassen 7.5 km.

sich durch die Farbe Orange von den übrigen

einige Händler bis zu sechs Monitore sowie

Betonstützen, für die vorgefertige Betonele-

permanent aktive Computer an ihrem Arbeits-

Börsenkurse

platz haben, wurden sämtliche Oberflächen

An der Südfassade nehmen die Besucher den

kommen. Keines der Elemente wiederholt sich.

mit einer Unterkonstruktion ausgerüstet. Das

Zickzack-Börsenkurs als identitätsstiftendes

Für eine optimale Lastenübertragung auf-

heisst, dass pro Geschoss mindestens 30 km

Moment wahr. Dieses hat aber nicht nur eine

grund der Verschiebungen wurden die Platten

Kabel verlegt wurden. Die Wärmeregulierung

ästhetische Funktion. Die «Zacken » sind

mit kleinen gestürzten Rahmen gefasst. Damit

der Büros erfolgt über thermoaktive Platten.

zugleich auch die tragende Struktur der

konnten die Verschiebungsabstände auf maxi-

Diese sind mit 25 Geothermie-Sonden verbun-

Geschossplatten. Einzelne Segmente gehen

mal 1.20 m reduziert werden.

34

architektur + technik 1|2015

mente in V-, N- oder A-Form zur Anwendung


STEINHARTES KNOW-HOW Wir kreieren aus Natursteinplatten hohe Fassaden mit Systemgarantie.

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1|2015 architektur + technik 35


Auftakt

AMBIENTE LICHT & STADT

Spektakuläres Lichterfest Die Amsterdamer Grachten beeindrucken

Für die insgesamt 40 Installationen anläss-

Jahreszeit zu einer touristischen Attraktion

nicht nur im Sommer. Zum dritten Mal fand

lich des Lichterfests konnten sich einheimi-

machte, konnte auf unterschiedliche Weise

zum Jahreswechsel das Amsterdamer Lich-

sche und internationale Künstler bewerben,

erlebt werden. Auf der Bootsrundfahrt

terfest statt. 15 Lichtkunstwerke, die meis-

die von einer Jury aus Kunstexperten und

«Water Colors » konnten die Besucher über

ten davon eigens für diesen Event entwi-

Kunstinteressierten auserkoren wurden. Das

die Amstel und das Kanalnetz zahlreiche

ckelt, erleuchteten vom 11. Dezember bis

Lichterfest, das bereits zum dritten Mal die

Kunstwerke erleben. Ein «Illuminade »

zum 18. Januar 2015 den Rundgang «Illumi-

Grachtenstadt in einen spektakulären Win-

genannter Rundweg führte durch das Stadt-

nade» durch den Stadtteil Plantage sowie

tertraum verwandelte, stand zu diesem Jah-

zentrum. Im Rahmenprogramm boten

das Stadtzentrum. Das Unternehmen Zum-

reswechsel unter dem Motto «Eine helle

Museen und andere Einrichtungen zahlrei-

tobel unterstützte das Amsterdamer Lich-

Stadt ». Das Thema bot den Künstlerinnen

che Aktivitäten zum Thema Licht, um den

terfest als Hauptsponsor und war auch an

und Künstlern die Gelegenheit, ein moder-

Besuchern und Interessierten Innovationen

der Umsetzung zweier grosser Kunstpro-

nes Amsterdam zu reflektieren und in Licht-

aus der Welt der Lichtkunst näherzubringen.

jekte beteiligt.

Kunstwerke zu übersetzen. Die meist eigens

Mit seinen Beratern und speziell für diese

TEXT Christina Horisberger

für das Lichterfest geschaffenen Kunst-

Veranstaltung entwickelten Lichtlösungen

FOTOS Janus van den Eijnden

werke und Installationen ermöglichten dabei

war der österreichische Lichtlösungsplaner

36

architektur + technik 1 1|2015 | 2014

einzigartige Einblicke in das urbane Leben

Zumtobel einer der wichtigsten Partner für

in der niederländischen Hauptstadt. Das

die Realisierung einiger Kunstwerke. Zum-

«erhellende » und erhellte Ereignis, das

tobel ist nicht nur Sponsor des gesamten

Amsterdam auch während der dunkelsten

Festivals - eine hervorragende Marketing-


In Amsterdam fand über den Jahreswechsel zum dritten Mal das Amsterdamer Lichterfest statt.

Plattform -, das Unternehmen war auch an der Umsetzung zweier grosser Installationen beteiligt : «INTREPID, The Paper Boat »

BAUEN HAT IMMER ETWAS MIT ZUKUNFT ZU TUN.

der Amsterdamer Lichtplanerin Katja Galyuk / City+Light (www.citypluslight.com) sowie «Re(bi)cycle Dome » des Amsterdamer Architek ten Vasili Popov (www.popovarchitecten.nl). Am 16. Januar 2015 hat Zumtobel zudem ein brandneues Zentrum für kreatives Design in der Amsterdamer Innenstadt offiziell eröffnet. Anlässlich dieser Eröffnung findet bis Mitte März 2015 im Amsterdamer Architekturzentrum (ARCAM) die allererste Ausstellung der renommierten «Masterpieces Collection » statt, die einzigartige Lichtskulpturen von Zaha Hadid, Olafur Eliasson und Daniel Libeskind umfasst.

www.amsterdamlightfestival.com

1 | 2014 architektur + technik 37

Wir realisieren Ihre Architekturidee mit Holz und Leidenschaft. www.renggli-haus.ch


38

architektur + technik 1|2015


Ambiente SoundCloud, DE-Berlin

KEEP IT SIMPLE Bezüglich kreativer Bürokonzepte machen nach Google ver-

Berlin nicht nur ein attraktives Arbeitsumfeld für internatio-

mehrt auch andere innovative Unternehmen von sich reden. Mit

nale Mitarbeiter geschaffen. Das Büro-Design steht auch in

simplen Materialien, gezielten Eingriffen und wohnlichen The-

einem Dialog mit dem alten Baubestand der ehemaligen Brau-

menwelten hat das Design-Büro Kinzo für «SoundCloud » in

erei. TEXT Christina Horisberger FOTOS Werner Huthmacher

Just keep it simple ! Junge Arbeitnehmende in aufstrebenden Start-up-Unternehmen, wie «SoundCloud » bis vor Kurzem eines war, wollen nicht in Einzelbüros eingepfercht und von drögem Büroluxus umgeben sein. Luxus ist vielmehr, wenn sich die Dynamik des vernetzten Digital-Native-Alltags nicht gross von derjenigen des Arbeitsumfeldes unterscheidet ; und umgekehrt. Das macht Sinn, denn wer bei «SoundCloud » angestellt ist, arbeitet viel und oft über die üblichen Bürozeiten hinaus. Und da es bei der exponentiell wachsenden Online-Plattform für Musiktausch immer wieder Zeitverschiebungen zu überbrücken gibt, sind die Arbeitszeiten so oder so fliessend.

Design bis ins Detail

Die Büros von «SoundCloud» in Berlin beanspruchen drei Etagen in einer ehemaligen Brauerei.

Entworfen und realisiert hat das neue «Sound Cloud »-Headquarter für 180 Mitarbeitende das Berliner Design-Büro Kinzo. Der Anspruch der drei Architekten Chris Middleton, Martin Jacobs und Karim El-Ishmawi ist es, die Welt des Büros nicht nur neu zu denken, sondern auch neu zu gestalten. Seit 2004 arbeiten sie an der Schnittstelle von Design, Innenraumgestaltung und Architektur. Ihre Projekte sind geprägt von inhaltlicher Neugier und einem ganzheitlichen Gestaltungsansatz : Bis ins Detail werden die strategischen Anforderungen sowie die besondere Identität des jeweiligen Auftraggebers analysiert und in Objekte mit unverwechselbarer Handschrift übersetzt. Der Pioniergeist der Bauherrschaft ermöglichte es den Architekten, für

Einsichtige Besprechungsbereiche in den sonst offen gestalteten Büroräumen.

die Büros von «SoundCloud » viele aussergewöhnliche Ideen und Entwurfsexperi-

nehmendes Unternehmen », sind die Archi-

mente zu realisieren. Unkonventio nelle

tekten überzeugt. Gestaltung hat für Kinzo

u e n e und starke Stimmung

Ideen, die aber Hand und Fuss haben, da sie

auch hier einen direkten Einfluss auf die

Vom Raumkonzept her ist jeder Bereich im

den Arbeitsweisen von «Sound Cloud »

Mitarbeitenden : «In einem Büro wie

neuen «SoundCloud»-Headquarter flexibel,

gerecht werden : «‹SoundCloud› ist einer-

‹SoundCloud› haben wir die Möglichkeit, die

interaktiv und vielfältig nutzbar und fördert

seits ein Büro für die neue Generation der

Wachstumsphase des Unternehmens mit-

die firmeneigene Kultur des permanenten

Digital Natives, andererseits ein ernst zu

zuformen und eine Identität zu schaffen.»

kreativen Austauschs. Die Atmo sphäre

1|2015 architektur + technik 39


Ambiente SoundCloud, DE-Berlin

Eine offene Bibliothekskoje aus Eiche für Kreativpausen. Der rohe Charme der Backsteinmauern ist auch hier spür- und sichtbar.

wechselt dank subtiler Eingriffe unbemerkt

Pingpong-Tisch. Natürlich sind die Büros von

Cloud » ausmachen. In der Innenarchitektur

zwischen Urbanität und Privatheit, zwi-

«SoundCloud » mit ihren 4000 m² nicht

hat Kinzo vorwiegend mit Low-Tech-Mate-

schen öffentlichem Raum und Wohnzimmer.

ganz mit dem Google-Headquarter in Zürich

rialien — stark präsent sind Asteiche und

Die gestalterischen Eingriffe, die dem Kon-

vergleichbar, der Unterschied liegt aber vor

Holzwolle — sowie Lichtinszenierungen den

zept des «Keep it Simple » folgen, bewah-

allem in einer durchgängigen Handschrift

Dialog mit dem industriellen Baubestand

ren zudem den industriellen Charme des

der einzelnen Orte und dem ganzheitlichen

intensiviert. Den roten Faden im Gestal-

ehemaligen Fabrikgebäudes, stricken ihn

Gestaltungsansatz.

tungskonzept bildet das Thema «Akustik »,

weiter zu atmosphärisch starken Momenten

das neben seiner funktionalen und

und eigenen Themenwelten: So gibt es eine

Materialien mit Doppelrolle

interessante Cafeteria, die räumlich nicht

Um den Fabrik-Charakter aufrechtzuerhal-

identitätsstiftendes Motiv eingesetzt wird.

irgendwo angehängt, sondern als Gemein-

ten, liessen die Architekten die Backstein-

Akustikmaterialien werden auf die Kinzo-

schaftsbereich zentraler Treffpunkt ist ; die

wände sowie die alten und neuen Decken

typische Art und Weise nicht nur klangopti-

Gemeinschaftsbüros sind selbstredend

unverputzt. Ausserdem verlaufen sämtliche

mierend eingesetzt, sie finden auch eine

offen gestaltet ; die Eingangshalle ist auch

technischen Installationen gut sichtbar über

weiterführende, spielerische Verwendung.

eine Lounge-Landschaft für die Mitarbei-

die nackten Oberflächen. Sie werden zum

Ob als Verkleidung von eigens für das Pro-

tenden ; die Mittelzonen mit Flätz-Sofas

Ornament, welches Alt und Neu zusammen-

jekt entworfenen Hängelampen oder als

simulieren ein Wohnzimmer ; im «Class-

führt, werden aber auch zu einer Art

abstrahierte «Soundwave » und Lichtdiffu-

room » sind die White board-Fensterläden

«architecture parlante »: Es sind nicht

sor unter den Decken der Gemeinschaftsflä-

ringsum beschreibbar ; es gibt ein Kaminzim-

zuletzt virtuelle und vernetzte Daten-

chen : Materialien erhalten bei Kinzo stets

mer, eine Bibliothek und eine Spielzone mit

ströme, die den Pioniergeist von «Sound-

eine Doppelrolle.

40

architektur + technik 1|2015

arbeitsatmosphärischen Bedeutung als


Materialien mit Doppelrollen: Die Holzwolle ist Akustikmaterial und Leuchtenverkleidung in einem.

KINZO Architekten Das von den drei Architekten Karim El-Ishmawi, Martin Jacobs und Christopher Middleton 2004 gegründete Berliner Büro entwickelt massgeschneiderte Lösungen mit einem ganzheitlichen Design-Ansatz. Das Spektrum der bislang realisierten Projekte, die immer von einer unverwechselbaren Handschrift geprägt sind, reicht von Büromöbel- und Wohn-Design über Messe- und Ausstellungs-Architektur bis hin zum Innenausbau von Büros, Shops, Lofts und Klubs. Zu den Kunden von KINZO gehören international tätige Unternehmen wie Adidas, Ernst & Young, SoundCloud, Tishman Speyer oder die Deutsche Telecom. www.kinzo-berlin.de

1|2015 architektur + technik 41


Ambiente Schätti-Leuchten

INTELLIGENTE EINFACHHEIT Die Inszenierung der neuen LED-Leuchtenfamilie von Schätti-

Papierzylinder in den Werkhallen von Création Baumann gestal-

Leuchten hat am diesjährigen «Designers Saturday » in Lan-

tet und die Leuchtenfamilie mitentwickelt hat der Schweizer

genthal / BE den DS Gold Award erhalten. Den begehbaren

Designer Jörg Boner. TEXT Christina Horisberger FOTOS zvg

Die Schätti AG ist ein traditionsreiches Glar-

Meier Leder eine Custom-Made-Innen-

ner Familienunternehmen für Metallfor-

leuchte für das Bürogebäude der AXPO in

mung. In vielseitigen und flexiblen Prozes-

Baden entwickelte, fiel die Wahl auf die

sen werden auch heute in Schwanden / GL

Schätti AG: eine weitere intensive Auseinan-

Produkte für den Haushalt, Dampfabzüge

dersetzung von Jörg Boner und Schätti mit

oder auch Mechanismen für Möbel entwi-

dem Thema Licht.

ckelt. Die Zusammenarbeit zwischen Schätti AG und dem renommierten Schwei-

Bei null anfangen

zer Produktgestalter Jörg Boner hat eine

Doch wie kommt es, dass ein Familienunter-

längere Geschichte.

nehmen für Blechverarbeitung zu einem

Bereits vor Jahren liess «Nanoo » ein Produkt

Know-how-Träger für LED-Leuchten wird ?

— eine Stehleuchte mit einem Metallschirm

Jörg Boner hat hierfür eine einfache Antwort

— in Schwanden / GL herstellen. Gezeichnet

parat : «Schätti ist eine Firma mit einem

wurde diese Leuchte von Jörg Boner in

industriellen Background, heimisch in einer

Zusammenarbeit mit Christian Deuber.

Ingenieur-Kultur.» Und wie bei der Licht-

«Nanoo » vertreibt inzwischen keine Leuch-

Technologie geht es in der Ingenieur-Kultur

ten mehr. Die Leuchte «SIDAR » wird aber

um eine Optimierung von Leistung, ein Arbei-

wieder neu von Schätti-Leuchten produziert.

ten in und mit Zahlen und Faktoren. «Genau

Auch als Jörg Boner ein paar Jahre später

an diesem Punkt steht aktuell auch die

zusammen mit den Badener Architekten

Leuchten-Industrie », betont Jörg Boner. Mit

Ästhetische und funktionale Reduktion: In der neuen Büroleuchtenfamilie «ECLAR LED» von Schätti-Leuchten steckt viel Design- und lichttechnisches Know-how. Die vertraute Typologie lässt nicht auf den ersten Blick erkennen, wie viel Recherche und Detailarbeit drinsteckt.

42

architektur + technik 1|2015


der LED-Technologie hat für Jörg Boner ein Paradigmenwechsel stattgefunden, der alle Leuchten-Hersteller dazu gezwungen hat, praktisch wieder bei null anzufangen. «LED bedeutet nicht, dass man Leuchten nun einfach flacher machen kann », so die Einsicht des Zürcher Produktgestalters. Bei der LEDLicht-Technologie müssen gerade hinsichtlich von Arbeitslicht zudem hohe Anforderungen erfüllt werden : Eine maxi male Lichtausbeute ist genauso wichtig wie die optimale Entblendung ; eine Herausforde-

Die Hängeleuchte «PENDAR P LED» in ihrer selbstverständlichen Schlichtheit.

rung, wie geschaffen für eine Firma mit einer technischen und nicht primär auf Ästhetik basierenden Firmenkultur.

Vertraute Typologie Auf der anderen Seite sollte die neue Leuchtenfamilie für Arbeit und Büro einer klaren, kohärenten Design-Sprache folgen, eine hohe formale und funktionale Einfachheit zum Ausdruck bringen: «Wir suchten nach einer formalen Stärke, die gleichzeitig fähig ist, sich dem architektonischen Kontext ‹unterzuordnen›.» Zurückhaltende Schlichtheit und funktionale Intelligenz : Diese beiden Ansprüche zusammenzuführen, erforderte subtile Detailarbeit ; bedeutete für den Gestalter ein millimeterweises Herantasten an jeden Neigungswinkel, an die Materialstärke, die Kabelführung, den Schalter bis zum leichten Zusammenbauen mit einem simplen Inbusschlüssel. Auch das gebrochene matte Weiss erscheint als logische Konsequenz. Entstanden ist eine Leuchtenfamilie in einer vertrauten Typologie und mit hoher Selbstverständlichkeit. Die Lösungsfindung für eine optimale Entblendung der eingebauten LEDs war indes ein Prozess mit Umwegen. Da die Hersteller noch nicht garantieren können, dass jede LED die gleiche Lichtfarbe abgibt, kam eine einzelne Entblendung über ein Rastergitter nicht infrage. Auch ein eingespanntes Textil stand zeitweise zur Diskussion. Die Lösung fand Schätti-Leuchten mit einem Acrylglas-Diffusor. Das für jedes Modell erhältliche Metallraster hat einen überraschenden Nutzen: Es verbessert ganz leicht eine gefühlte Entblendung ; einen faktisch messbaren Unterschied gibt es nicht.

www.schaetti-leuchten.ch Eine hohe Lichteffizienz (104 Lumen/Watt) zeichnet die LED-Stehleuchten «ECLAR» aus.

1|2015 architektur + technik 43


Ambiente Elektronik

WIE VON GEISTERHAND Moderne Küchen- und Badezimmer-Einrichtungen präsen-

von elektronisch gesteuerten Geräten und Einrichtungen

tieren sich heute vermehrt in klarem, schlichtem Design.

laufend zu. Wohin aber mit den störenden Schaltern?

Edle Materialien wie Glas und Stein mit glatten, grifflosen

Abhilfe schaffen «kapazitive Näherungsschalter ». Damit

Fronten prägen das moderne Architektur-Konzept. Als

lässt sich alles unsichtbar wie von Geisterhand steuern.

Motto gilt : Weniger ist mehr. Gleichzeitig nimmt die Zahl

TEXT und FOTOS zvg

In der Regel besteht die Schnittstelle in der

sind. Beispielsweise können grifflose Türen

nen extern angebracht werden, wodurch

Mensch-Maschine-Kommunikation aus

und Schubladen von Möbeln allein durch

sich jede beliebige Armatur einfach nachrüs-

mechanischen Schaltern und Tastern. Wer-

Annäherung geöffnet werden. Auch ist es

ten lässt. Besonders bei hohen hygienischen

den grössere Leistungen geschaltet, sind

möglich, Metallgriffe an Türen als Sensor

Anforderungen ist oft ein berührungsloses

diese aus technischen Gründen meist ent-

einzubinden. Das einfache Anfassen genügt

Bedie nen gefordert, was ein besonderes

sprechend gross und klobig. Darüber hinaus

dann, um den Öffnungsmechanismus zu ent-

Feature von kapazitiven Sensoren ist. So

müssen Durchbrüche in den Wandungen

riegeln und die Tür zu öffnen. Im Nassbereich

muss beispielsweise ein Lichtschalter nicht

eingebracht werden. Bei erhöhten Anforde-

sind zunehmend automatische Wasserhähne

mehr berührt werden. Eingebaut in einer

rungen an Wasser- oder Staubdichtheit tre-

anzutreffen, wobei die meist IR-basierten

Unterputzdose kann das Licht direkt durch

ten zusätzliche Kosten auf, und wegen ihres

Sensoren in der jeweiligen Armatur einge-

Annäherung geschaltet werden.

mechanischen und elektrischen Verschlei-

baut sind. Kapazitive Sensoren dagegen kön-

www.tastatur.ch

sses sind sie häufig die Ursache für Fehlfunktionen. Durch kapazitiv wirkende, selbst abgleichende Sensortasten sind elegante, war tungsfreie Lösungen möglich. Diese können unsichtbar hinter nicht leitenden Verkleidungen, wie zum Beispiel (unbeschichtetem) Glas, Fliesen, Keramik, Kunststoff, Holz, Stein, Textilien, Tapeten u.a. montiert werden. Ein kleines elektrisches Feld durchdringt diese Materialien, sodass vor der Wandung ein Detektionsraum entsteht, der einen sich annähernden Finger erkennt und die Schalthandlung auslöst. Diese berüh rungslose Betätigung ermöglicht den Einsatz bei hochwertigem Oberflächen-Design, in Applikationen mit strengen hygienischen Auflagen oder vandalensicheren Anwendungen.

Designer-Armatur.

Die kapazitiven Sensoren von EDISEN werden in verschiedenen Varianten geliefert. Im Niedervoltbereich bis 40 VDC, aber auch zum direkten Schalten der 230-VAC-Ebene. Es gibt EIN /AUS-Schalter, Taster, Zeitschalter und Dimmer sowie beleuchtete und unbeleuchtete Ausführungen. Besondere Varianten sind Gestikschalter und Weitbereichssensoren bis 4 0 cm Schaltabstand. Es können auch leitfähige Folien jeglicher Form als Tastfläche genutzt werden, wenn diese mittels eines dünnen Drahtes mit dem Sensor verbunden sind (sogenannte exportierte Sensorflächen). So gibt es eine Fülle von Applikationen, die mittels unsichtbarer kapazitiver Sensoren sehr elegant zu realisieren

44

architektur + technik 1|2015

Detailaufnahme eines Touch-Feldes.


Für das effiziente Haus Das rahmen- und schwellenlose Fenstersystem SOREG®-glide.

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1|2015 architektur + technik 45


Ambiente

PRODUKTE

Mit System Die Produktlinie D1 hat ein Bienchen im

Ein raffiniertes modulares Baukastensystem

Schiebeplattensystem ermöglicht die

Fach Kombinationsfähigkeit verdient. Alle

sorgt dafür, dass alles im Raster bleibt — bei

intelligente Integration der gesamten Infor-

Module und Schrankversionen können

der Planung und auch beim Budget. D1 bietet

mationstechnologie sowie die flexible

miteinander kombiniert, an individuelle

maximale Flexibilität für massgeschneiderte

Ordnung persönlicher oder projektbezoge-

Anforderungen angepasst oder nachträg-

Einrichtungslösungen. Beim Stauraum-

ner Arbeitsutensilien in optional abschliess-

lich ergänzt werden. Werkzeuge haben

system lassen sich alle Modul- und Schrank-

baren Stauräumen. Alle Arbeits- und Bespre-

beim Aufbau frei. Ganz besonders Büro-

versionen kombinieren. Das Programm

chungstische können mit ungeteilter

gestaltung muss immer wieder an neue

beinhaltet Module, offene Regale, Roll-

Tischplatte oder dem zweiteiligen Schiebe-

Situationen angepasst werden. Dabei nicht

laden-, Flügeltür-, Apotheker- und Schiebe-

plattensystem ausgestattet werden. Das

jedes Mal neues Mobiliar kaufen zu müssen,

türschränke. Die Stauraummodule wirken

System schafft Ordnung und Platz für das

ist Gold wert.

auch als Raumteiler und Raumgliederungs-

gesamte Kabelmanagement, Steckerleisten,

elemente. Alle Möbel können für individuelle

Laptops und Ladegeräte. Die Platten lassen

Anforderungen und neue Situationen ange-

sich einfach verschieben und sind werkzeug-

passt oder nachträglich ergänzt werden. Die

frei mit einem Auslösegriff arretiert. Bei der

praktisch unbegrenzte Anpassungs- und

einteiligen Schiebeplattenversion öffnet

Kombinationsfähigkeit eröffnet besonders

sich der Zugang zum Kabelkanal an der

interessante Optionen für spezifische

Tischrückseite. ■

Objektlösungen. Das Tischsystem bietet

www.denz.ch

Arbeits- und Besprechungstische in verschiedenen Grössen und Ausführungen. Die Konstruktion basiert auf einem Plattformkonzept und austauschbaren Zubehörkomponenten. Das innovative Prinzip : Ein

46

architektur + technik 1|2015


An die Wand schreiben

Ein Stuhl für alle

Flexible Bausteine

So wird jeder Büroraum zur Kreativfläche :

Die Stuhlfamilie Camiro ist genau die

Ob Empfangstheke mit integriertem

FlipchArt heisst die Whiteboard- und Präsen-

Richtige für die neuen Formen der Büro-

Arbeitsplatz, Regal, Lowboard oder Schreib-

tationsfarbe der Dold AG. Direkt auf die

organisation, wo oft mehrere Mitarbeitende

tisch: Die Produkte von Artmodul passen in

Wand eine beschriftbare und magnetische

den gleichen Stuhl benutzen. Camiro gibt's

jede Umgebung — sowohl in Kombination mit

Fläche applizieren und mit handelsüblichen

als Drehstuhl mit automatischer Gewichts-

klassischen, rustikalen als auch topmoder-

Markern beschriften. Ebenso leicht lässt sich

anpassung, als universellen work & meet-

nen Einrichtungsgegenständen. Flexibel ist

die Fläche wieder reinigen.

Drehstuhl und als Freischwinger.

wohl das treffendste Attribut für das System.

www.dold.ch

www.girsberger.ch

www.artmodul.com

Schöne Schieberei

Innen wie aussen Stahl

Gemütlich arbeiten

Schreiner und Innenausbauer schaffen mit

Sara SA haben sich dem Büro mit Persönlich-

Das System Openest kommt der Teamarbeit

dem System HAWA-Antea 5 0—8 0 / VF

keit verschrieben. So gibt es etwa wie beim

entgegen. Die Tische erfüllen zum einen das

grossflächige Schrankfronten mit immer

Projekt Jansen Campus ein modulares Stahl-

Bedürfnis nach Wohnlichkeit und ermögli-

neuen Gesichtern aus Glas, Holz oder einem

möbelprogramm, das zur Gebäudehülle

chen zum anderen Arbeit in formellen wie

Mix aus beiden. Es ist ein Beschlagsystem

passt. Kreativität und Produktivität der

informellen Kontexten. Die Rückwände

mit optionaler Dämpfung für vor dem Korpus

Mitarbeitenden sind mit einem ansprechen-

schaffen dort optische und akustische

laufende Schranktüren.

den Arbeitsambiente vorprogrammiert.

Privatheit, wo sie benötigt wird.

www.hawa.ch

www.sara-suisse.ch

www.haworth.com

1|2015 architektur + technik 47


Ambiente Produkte

Segel hissen

Gut geschützt

Schattiges Plätzchen

Die Bieri Tenta AG bietet mit ihren Segeln

Die Pergola lässt sich den Platzverhältnissen

Wintergärten, Glasdächer und Dachfenster

Schutz vor Sonneneinstrahlung und Witte-

anpassen und zeichnet sich durch eine lange

brauchen einen Sonnenschutz, der Schatten

rung. Die textilen Segel sind durch ihre

Lebensdauer aus. Seitliche Vertikalstoren als

spendet, ohne die schöne Licht-Atmosphäre

eigenständige Form eine ideale Alternative

Sonnen-, Wind- oder Sichtschutz können

im Innern zu stören. Mit einer Vielfalt an

zu Sonnenschirmen, Überdachungen im Mas-

dazu — auch nachträglich — mit jeder Frego-

Textil-Designs und -farben verwandelt die

sivbau und anderen Systemen. Die Beschat-

Pergola kombiniert werden. So kann man

Renova Roll AG gleissendes Sonnenlicht in

tungen werden individuell entworfen.

Sonne, Regen und Wind den Kampf ansagen.

gedämpfte Helligkeit.

www.bieri.ch

www.frego.ch

www.renova-roll.ch

Lamellen gegen die Sonne

Wie ein kleines Vordach

Mit Auszeichnung

Die Rahmen der Loggia-Schiebeläden beste-

Die Kassettenmarkise MX-1 kann bis zu 7 m

Raffstoren mit 80 mm randgebördelten

hen aus stranggepresstem Aluminium, in

Breite messen bei einem Ausfall von fast

Lamellen sind die beliebtesten Produkte von

dem windfeste Tücher, Aluminium- oder

4,4 m. Die Tiefe von rund 60 cm basiert auf

Warema. Mit dem neuen Modell reduziert das

Holzlamellen festmontiert sind. Die Läden

einem wandseitigen Vorbau, in den die Mar-

Unternehmen die Paket-Höhen der Anlagen

sind ausgerüstet mit wartungsfreiem

kise eingehängt wird. Vorbau und Markise

und erhöht die Stabilität der Raffstoren-

Schiebebeschlag und werden auf Mass

verschmelzen optisch zu einem Gehäuse.

anlagen. Das Modell 80 S wurde dafür mit dem

gefertigt und montagefertig geliefert.

www.markilux.com

iF product design award 2014 ausgezeichnet.

www.renson.eu

48

architektur + technik 1|2015

www.warema.ch


Bewegung und Licht

Pointierter Trick

Maximal minimal

In Bürogebäuden brennt das Licht den

Traditionelle Massstäbe hinter sich lassen,

Eine minimalistische Formensprache mit

ganzen Tag : im Treppenhaus, im Korridor, in

die Dreidimensionalität von Räumen heraus-

maximaler Licht- und Design-Wirkung: Das

Büro- und Nebenräumen. Mit pirios-

arbeiten, unzählige grafische Kombinatio-

Herzstück der Polaron IQ LED ist ein filigra-

Bewegungs- und Präsenzmeldern können

nen schaffen : Trick ist ein LED-Tool mit

nes rundes Lichtprofil, das sich getreu dem

dabei bis zu 50 Prozent an Stromkosten ein-

einem Leuchtkörper, dessen Abmessungen

TRILUX-Leitgedanken «Simplify Your Light »

gespart und kann zusätzlich die Lebensdauer

so gering sind, dass einzig das Licht im

durch seinen Variantenreichtum an jede

von Lampen erhöht werden.

Vordergrund steht.

Raumsituation anpasst.

www.feller.ch

www.iguzzini.ch

www.trilux.ch

Da kommt Stimmung auf

Hell und dunkel in einem

Gut stehen

Farbstimmungen selbst kreieren — das ist

Mit den neuen Stonewashed-Holzfurnieren

«Dress » ermöglicht einen dynamischen und

möglich mit den dichroitischen Farbfiltern

setzt Kaindl Akzente durch Eleganz, Design,

ge sün deren Arbeitsstil. Die neue Steh-

der Puk-Leuchtenserie. Die Serie kann mit

Farbenspiel und vielseitige Anwendung der

arbeitshilfe von osko+deichmann wirkt

Linse, Glas oder Farbfilter bestückt werden.

effektvoll weiterentwickelten Echtholzober-

wohnlich wie ein Polstermöbel und ist bewe-

Dazu gibt es drei Kopfgrössen (80 mm,

fläche. Je nach Lichteinfall und Blickwinkel

gungsfördernd. Der intuitive Handgriff unter

120 mm und 160 mm) und Oberflächen

changiert das Design zwischen Hell- und

den Polsterrand erlaubt es, die Steharbeits-

(chrom, chrommatt und nickelmatt).

Dunkeltönen.

hilfe anzuheben und woanders zu platzieren.

www.top-light.de

www.kaindl.com

www.sedorama.ch

1|2015 architektur + technik 49


Auftakt

TECHNIK FASSADENBAU

«Città delle Culture» in Mailand Die Stadt Mailand verfolgt die Strategie,

Die Idee David Chipperfields besteht im

Höhe wird von dem zenitalen Licht erhellt, das

aufgegebene Immobilien zu verwerten.

Wesentlichen in der Sanierung der langen Zie-

von Oberlichtern in der Abdeckung aufgefan-

Das Herzstück des riesigen Vierecks, das

gelwand des Gebäudes auf die Via Trotona mit

gen und von automatisch geregelten Leuch-

einst die Fabrikhallen von Ansaldo in der

einer zur Innenseite hin offenen Kolonnade

ten ergänzt wird. Die Stahlstruktur der zen-

Via Bergognone im Viertel Tortona auf-

aus Zement sowie im Bau eines neuen Bereichs

tralen grossen «Laterne » und die Fassaden

nahm, wurde dazu bestimmt, sich von

für das Zentrum der aussereuropäischen Kul-

realisierte Stahlbau Pichler unter Befolgung

einem Stück der Industrie-Archäologie

turen. Dieses neue Volumen soll zum Sinnbild

eines Entwurfs, dessen Linien ebenso klar

aus den Anfängen des 20. Jahrhunderts in

für den gesamten Baueingriff werden: ein gro-

sind, wie seine Umsetzung komplex ist.

«Città delle Culture» zu verwandeln. Stahl-

sser gewellter Korpus, viellappig und absolut

Bei Betrachtung der vertikalen Sektion der

bau Pichler baut für dieses Projekt den Ent-

in direktem Kontakt mit dem Licht.

Laterne sind auszumachen: vorlackierte Abde-

wurf von David Chipperfield. Insgesamt

Um sämtliche Strukturen und Fassaden küm-

ckung aus Aluminium, Platte aus Bootsbau-

5000 m² Stahl und Glas zeichnen die Linien

merte sich Stahlbau Pichler mit einem Team

sperrholz zu 20 mm, Dichtungsschicht aus

der neuen Art, Kultur in Mailand zu erleben.

von Ingenieuren und Technikern. Im Herz des

Bitumen, punktuelle Stütze für Platte aus

TEXT und FOTOS zvg

Projektes angelangt, taucht man förmlich ein

Bootssperrholz, stabilisierendes Element des

in diesen hohen, hellen Korpus aus Mattglas,

vertikalen Stützpfeilers, Wärmedämmung mit

eine Art Blume mit fliessenden Formen und

Doppelplatte aus extrudiertem Polystyrol, Ele-

Drehscheibe der Pfade, die von hier in das

mente für die Verankerung des Stützpfeilers

50

architektur + technik 1|2015

Auditorium und die Bereiche für temporäre

der Glasfassade in der dahinter liegenden

Ausstellungen führen. Die ungewöhnliche

Stahlstruktur, Beleuchtungskörper, Struktur


DACHCOM

WIR LIEFERN DEN

MASSANZUG FÜR IHR PROJEKT.

FEUERWEHRDEPOT, ALTNAU

Die richtige Mischung machts beim Beton aus. Wir produzieren Betonelemente kundenspezifisch, also speziell auf die Anforderungen und Bedürfnisse abgestimmt. Oberflächenbearbeitungen wie Sandstrahlen, Waschen und Säuren oder die Verwendung von Strukturmatrizen gehören bei uns zum Standard. Fassaden tragen immer mehr Farbe, durch die Mischung von Farbpigmenten mit dem Grau- oder Weisszement entsteht ein breites Farbspektrum.

Die Entwicklung von der Projektierung bis zur Realisierung sämtlicher Stahlstrukturen und der Fassaden dieses Bauwerks war für den Stahlbauer Herausforderung und Genugtuung zugleich.

aus weiss lackiertem Stahl, Säule aus weisslackiertem Stahl und Randträger aus Stahl. Die durchgehende Aussenfassade ist mit Profilstahl und Aussenplatten aus vorlackiertem Aluminium gefertigt. Die Isolierverglasung besteht aus Doppelverbundglas mit opal eingefärbter PVB-Zwischenschicht und Wärme absorbierender Innenscheibe. Gitterrost aus

WWW.BETONELEMENTWERK.CH

weiss vorlackiertem Stahl (Maschenweite 44 x 44, Tragstabhöhe 25 / 10 mm und Stärke 2 mm), Fusswehr aus weiss vorlackiertem Stahl, mit Silikon versiegelte horizontale Fuge, Beleuchtungskörper mit weissem Scheinwerfer, Bügel aus weiss vorlackiertem Stahl für die Verankerung der durchgehenden Aussenfassade in der dahinter liegenden Stahlstruktur, Säule aus weiss lackiertem Stahl und Aussteifungsstruktur aus Stahl. www.stahlbaupichler.com

Elementwerk Istighofen AG Postfach 128, 8575 Bürglen Tel. 071 634 82 22


Technik Service-Zentrum «Cube II», Stein /AG

FASSADE ALS RIESIGES PUZZLE Auf ihrem Areal in aargauischen Stein hat die Novartis Pharma

ein Zweckbau mit einigen Büros und viel Raum für Technik

AG den Erweiterungsneubau «Cube II » erstellen lassen. Er

und ihre Infrastruktur. Eine spezielle Fassade gibt dem

ergänzt das bestehende Service-Zentrum «Cube I » und ist

Gebäude seinen besonderen Charakter. TEXT und FOTOS zvg

Aufgabe der Architekten der Zürcher oos AG

durch seine Fassade aus speziell behandel-

Die Architekten beauftragten die Scherrer

war es, ein funktionelles Umfeld zu schaf-

ten Aluminiumblechen. Zudem sollte die Fas-

Metec AG, die Erfahrungen im Fassadenbau

fen. Das Ergebnis ist eine Betonhülle, die nur

sade auch gute Zirkulationsmöglichkeiten

mitbrachten, mit der Erstellung der komplet-

von ganz wenigen Fenstern und Belüftun-

für eine effektive und gute Belüftung bie-

ten metallenen Aussenhaut, einschliesslich

gen durchbrochen wird, darauf ein Dachge-

ten. Daraus entstand die Idee einer perfo-

Planung, Konstruktion und Montage des

schoss mit grosser Terrasse. Seinen solitä-

rierten Metallfassade, die gleichzeitig Blick-

Unterbaus mit Tragkonstruktion, Belüftung

ren Charakter erhält der kubische Baukörper

fang, Schutz und Belüftung ermöglicht.

und Wärmedämmung.

1770 Teile Die Fassade besteht aus anodisierten Trapezblechpaneelen. Sie sind jeweils bis 3910 mm hoch und 499 mm breit, wurden der Länge nach auf 180 mm Basisbreite gepresst und exakt auf Stoss aneinander montiert. Jedes Paneel ist mit ovalen Löchern perforiert — Symbole für die Bits einer digitalen Datenspur. Sie erinnern ein wenig an die Lochkarten aus den Anfängen der Rechenmaschinen. Um diese Datenspur kontinuierlich ablaufend auf die Paneele zu verteilen, wurden per CAD alle Profile zu einer planen Gesamtfläche ausgebreitet. Darauf wurde die Datenspur gezeichnet, um danach die Fläche wieder in einzelne Paneele zu unterteilen. Daraus ergaben sich Knapp 9 m hoch ragen die Fassadenpaneele in den Himmel und enden oben als Terrassengeländer.

insgesamt 1770 Paneele, von denen jedes einzelne — wie bei einem Puzzle — seine exakte Position einnehmen muss, damit sich die Datenspur fortsetzt. Bei bis zu 40 kg schweren Puzzle-Teilen empfiehlt es sich, die Teile nicht aus den Augen zu verlieren, genau zu beschriften und jede Position zu bezeichnen.

Der Weg vom Monitor ins Blech Zunächst entwarfen die Architekten diverse Varianten für Material und Gestaltung. Die Grössen und Formen der Datenbits, die Stärke und Farben der Metallbleche, verschiedene Masse und Falzungen wurden im 1 : 1-Massstab bemustert, um die originale Wirkung abzuschätzen. Dabei kristallisierte Vor den Fenstern im obersten Stockwerk und den Belüftungsöffnun- gen sind die

sich der Entwurf einer Datenspur mit läng-

Trapezbleche mit mehr Datenbits durch- brochen. Dadurch steigert sich der Anteil

lich-ovalen Bits in vier Längen heraus. Als

der offenen Flächen für den Durchblick und die Luftzirkulation.

Material wurde 3 mm starkes, blankes Alu-

52

architektur + technik 1|2015


1|2015 architektur + technik 53


Technik Service-Zentrum «Cube II», Stein /AG

Ausschnitt der Wandabwicklung mit den farblich codierten Paneelen. Nach diesem Plan musste jedes Paneel exakt an seinem Platz montiert werden.

minium gewählt und Bronze Collinal eloxiert.

die Paneele wurde direkt auf die Betonwände

mit einer farblichen und numerischen Codie-

Nach der Gestaltung der Gesamtfläche und

montiert und schwarz einbrennlackiert. Auch

rung, was die Montagepläne wie künstle-

der Aufteilung in Paneele folgte die Pro-

die Wetterschutzfolie ist schwarz. Die Ver-

rische Grafiken wirken liess. Nach dem Stan-

grammierung der Trumpf-CNC-Stanzma-

teilung der 80 Paneel-Typen auf vier Wände

zen und Biegen wurden die Paneele auf

schine. Für 80 verschiedene Paneel-Typen

und fünf Stockwerke erforderte ein ausge-

insgesamt 30 Chargen verteilt und in die Rei-

wurden 80 Einrichtepläne program miert.

klügeltes System. Die Architekten lösten es

henfolge ihrer Montage gebracht.

Das ergab bei einem grösseren Paneel bis zu 1200 Hübe, was sich insgesamt auf rund 1,8 Mio. Stanzvorgänge summierte. Dafür wurden 24 Stanzwerkzeuge und sieben Wochen Zeit benötigt. Die hohe Präzi sion der Werkzeuge mit nur 0,15 mm Schnittspiel ermöglichte eine weitgehend gratfreie Produktion ohne Nacharbeit.

Unterkonstruktion in Schwarz Der Beton-Baukörper ist mit einer Wärmedämmschicht isoliert, die ihrerseits von einer Wetterschutzfolie abgedeckt wird. Mit weiteren 60 mm Abstand zur Dämmschicht sind die Metallpaneele montiert. Dieser relativ grosse Zwischenraum sorgt für eine ausgezeichnete Hinterlüftung und, zusammen mit den durchbrochenen Paneelen, für einen hohen Luftaustausch. Eine höhere Zahl ausgestanzter Bits im Bereich der Lüftungen öffnet die Oberfläche auf fast 50 Prozent. Dadurch konnte auf die ursprünglich geplanten, stirnseitig aufgeschnittenen Paneele

Man sieht dem Gebäude seinen Namen an, aber nicht sein Inneres: the Cube. Die gelochte und

verzichtet werden. Die Tragkonstruktion für

profilierte Metallfassade spielt mit dem Licht.

54

architektur + technik 1|2015


Kunststein

Kompetenz hat einen Namen.

I

Herstellen

Naturstein Verlegen

I

Beton

Renovieren

Faszinat ion Ste i n

Busdach, Winterthur Foto: Michael Haug, Winterthur

Kunststein – Naturstein – Beton

Tuchschmid AG, Frauenfeld, www.tuchschmid.ch

Partner für anspruchsvolle Projekte in Stahl und Glas

K. Studer AG | Schulstrasse 53 | 5070 Frick Tel. +41 62 865 65 00 | info@studer.ag | www.studer.ag

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Technik Kompaktfassade

NATURSTEIN VERKLEBT Die Sarna-Granol AG und die Emilio Stecher AG haben sich für

tierte System gemeinsam vermarkten und durch die Sarna-

das Kompaktfassadensystem «Stoneface » Natursteinfassa-

Granol AG vertreiben lassen. Conrad Peer und Emilio Stecher

den mit aufgeklebtem Naturstein zu einer Zusammenarbeit

haben sich zu der Zusammenarbeit geäussert.

entschlossen. Sie wollen das von der Emilio Stecher AG paten-

REDAKTION Uwe Guntern FOTOS zvg

«Die Aussenfassade ist optisch und gestalterisch das Wichtigste am ganzen Bauwerk.» xxx

Bei «Stoneface» wird der Naturstein nicht mehr mechanisch an der Fassade verankert, sondern verklebt.

Um was handelt es sich bei «Stone Face »

Warum hat sich die Sarna-Granol AG als

hervorragend auf dem Markt eingeführten

genau, und was sind die Besonderheiten

bereits bekannter Anbieter verschie-

mineralischen Verputzsystem «Aqua

dieses Systems?

dener Fassadensysteme entschlossen,

Royal » — weitere vorteilhafte Anwen-

Emilio Stecher : «Stoneface » ist ein Kom-

ein weiteres System ins Programm auf-

dungsmöglichkeiten im hart umkämpften

paktfassadensystem, das genau gleich

zunehmen?

Fassadenmarkt der Schweiz.

planbar ist wie eine herkömmliche ver-

Conrad Peer : Wir waren sehr schnell über-

putzte Fassade. Die besonderen Merkmale

zeugt vom speziellen Aufbau dieses Sys-

Herr Peer, sie haben eine neue Fassaden-

liegen im Systemaufbau und in der Unver-

tems, das über ein spannungsfreies Feld

ausstellung in Sarnen eröffnet und blicken

wüstlichkeit, Zeitlosigkeit und architekto-

mit Erdbebensicherheit verfügt, und sahen

auf drei sehr erfolgreiche Architekten-

nischen Schönheit einer Natursteinfassade.

in der Kombination mit unserem — bereits

und Kundenanlässe im Oktober zurück.

56

architektur + technik 1|2015


Warum sollte ein Architekt mit seinem

steinen auswählen, aber auch die verschie-

schen Engadiner Conrad Peer aus dem

Bauherrn Ihre Ausstellung besuchen?

densten Oberflächenbearbeitungen sehen

Nachbardorf Sent waren wir uns mensch-

Conrad Peer : Eine Ausstellung «Fassaden-

kann. Unser technisch ausgebildetes Per-

lich sofort sympathisch. Zudem sind wir

welt », wie wir dies nun zeigen, existiert in

sonal wird auch gegenseitig geschult, und

beide bekannte Innerschweizer Firmen, die

der Schweiz bisher nicht. Alles kann heute

die einzelnen Arbeitsschritte bei unserem

bereits seit 35 Jahren (Sarna-Granol AG)

kompakt in Ausstellungen besichtigt wer-

System «Stoneface » werden auf der Bau-

und 70 Jahren (Emilio Stecher AG) auf dem

den : Küchen- und Sanitärausstellungen,

stelle überwacht und protokolliert, damit

Markt bestehen. Unsere Professionalität

Plättli-Center und Holzparkett, Apparate

die hohe Qualität und die Systemgarantie

geniesst bei den Kunden grosses Ver-

und Möbel, aber Fassaden konnte man bis-

gewährleistet werden können.

trauen, und die geografische Nähe hat

her in dieser kompakten Form nicht besich-

Emilio Stecher : Als Heimweh-Engadiner

selbstverständlich auch grosse logistische

tigen. Man musste mühsam umherreisen

mit Heimatort Tarasp und dem authenti-

Vorteile. ■

und Referenzobjekte in der halben Schweiz anschauen, verbunden mit dem entsprechenden Zeitaufwand. Gerade eine Fassade verkörpert ja den individuellen Geschmack eines Investors und gibt den Bauherrn oder Architekten eine eigene Handschrift. Die Aussenfassade ist eigentlich optisch und gestalterisch das Wichtigste am ganzen Bauwerk, da diese bekanntlich jahrzehntelang von jedermann angesehen wird. Bei

Die Systemkomponenten:

uns sehen Sie auf einer grossen Fläche alle

1 Tragwerk 2 Klebemörtel

gängigen Fassaden und Kombinationen mit

3 Wärmedämmplatte

Bildern eines von uns und unseren Kunden

4 Einbettmörtel (Grundputzt)

ausgeführten Objektes.

5 Armierungsgewebe

Emilio Stecher : Genau wie Conrad Peer sagt,

6 Ausgleichsschicht 7 erdbebensicheres Panzergewebe

eine Fassade hat ein Gesicht und verkörpert

8 mechanische Befestigung

die Einmaligkeit eines Objekts. Deshalb

9 Natursteinkleber

wählten wir auch den Namen «Stone Face », also Steingesicht. Seit 20 Jahren lagen mir die Architekten in den Ohren, dass sie mehr Natursteinfassaden möchten. Weil die Planung bei hinterlüfteten Fassaden sehr aufwendig und kompliziert ist und die Erstellung

9

8

76

54 3 2

1

aufwendig und teuer war, wurde leider sehr oft darauf verzichtet. Wie kam es zur Zusammenarbeit Ihrer Firmen? Conrad Peer : Wir sind einer der führenden Systemhalter in der Schweiz und können mit unserem Aussen- und Innendienst die Wünsche aller Architekten und Bauherren ab decken. Wir sind aber kein Natursteinspezialist, der langjähriges Fachwissen besitzt und den Kunden entsprechend beraten kann. Die Natursteinberatung geschieht zusammen mit unseren technischen Beratern und dem Aussendienst bei der Emilio Stecher AG in Root, wo der Kunde aus über 300 verschiedenen Natur-

Emilio Stecher, Emilo Stecher AG.

Conrad Peer, Geschäftsleiter Sarna-Granol AG.

1|2015 architektur + technik 57


«GIPV» - gebäudeintegrierte Photovoltaik wird beim Neubau Buchenhof in Sursee zum attraktiven Gestaltungs- und Produktions-Element.

ENERGIE AUS DER FASSADE Im Rahmen der nationalen Energiestrategie spielt die Strom-

in jüngster Zeit technisch sowie architektonisch Lösungen

produktion durch die Fotovoltaik eine wichtige Rolle. «Haupt-

und Systeme für gebäudeintegrierte Fotovoltaik entwickelt,

produktionsort » ist der landesweite Gebäudepark bezie-

die sich im Neu- und Renovationsbau bereits etablieren.

hungsweise die Gebäudehüllen und Fassaden. Dazu wurden

TEXT und FOTO zvg

Ein Beispiel dafür ist der Buchenhof in Sur-

stadtnahen Zentrumsentwicklung. Die Bau-

hinterlüftete Fassaden haben sich bewährt

see / LU. Er ist verkehrsgünstig nahe am

herrschaft legte von Beginn an Wert auf eine

und werden deshalb — so wie hier — immer

Autobahnanschluss und beim Bahnhof

ökologisch-wirtschaftliche Gebäudenutzung

wieder verwendet. Deren Bekleidung mit PV-

gelegen. Die Hess + Partner AG, Planer und

unter Einbezug der Fotovoltaik. Rund

Modulen bietet dank Innovationen nicht nur

Architektenaus Sursee haben das Gebäude

1600 m² Fotovoltaik-Elemente werden des-

energietechnisch, sondern auch architekto-

als Dienstleistungs- und Wohnbau im Miner-

halb in die Fassaden eingebaut. Der so zu

nisch hervorragende Möglichkeiten. Die Ver-

gie-Standard konzipiert.

erwartende Stromertrag beträgt jährlich

wendung von Standard-Modulen sowie von

Es umfasst zwei neungeschossige Bauten,

88 000 kWh und die installierte Leistung

Modulen nach Mass ist möglich. Beim neuen

die auf einem 7400 m grossen Grundstück

nahezu 150 kWp. Der Bezug des Bauobjek-

Buchenhof bekleiden beispielsweise

stehen. Die Gebäude sind Teil einer neuen,

tes erfolgte bis Ende 2014. Vorgehängte,

schwarz kolorierte PV- sowie Blind-Module

58

architektur + technik 1|2015


5

aus Glas (im Attika-Bereich) die einzelnen Geschoss-Brüstungen. Der Aufbau dieser

2 8 .6

attraktiven GIPV-Fassade umfasst — vor den tragenden Betonbrüstungen — eine wärmebrückenfreie Primär-Unterkonstruktion, eine schwarze Fassadenbahn, eine SekundärUnterkonstruktion und schliesslich das verdeckt befestigte PV-Modul (total zwei ver-

2

2 7

7

6 4 .6

2 1 3 4

schiedene Formate). Bei der Sekundär-Unterkonstruktion, einem Horizontalprofil mit Einhängeschieber zur Modulbefestigung, handelt es sich um eine Gemeinschafts-Innovation der swissenergie ag, Wittenbach, und Gasser Fassadentech-

6 3

technik AG, Wittenbach, sowie der Gerber & Gadola Fassaden AG, Cham.

2 Wärmedämmung (Glaswolle) 3 Primär-Unterkonstruktion (wärmbrückenfrei, Leichtmetall-Konsole und -Vertikalprofil) 4 Fassadenbahn (schwarz)

nik AG, St. Gallen, für dieses Projekt. Die Ausführung lag in den Händen der Fassaden-

1 Brüstung (Beton)

5

5 Sekundär-Unterkonstruktion (Horizontalprofil aus Metall zur Modulbefestigung) 6 PV-Modul (mit aufgeklebtem Metallprofil/ Einhängesystem)

1|2015 architektur + technik 59


Technik Terrassenhäuser «Schönenfurt », Morgarten, Oberägeri / SZ

DICKSCHICHTSYSTEM H Die beiden Terrassenhäuser «Schönenfurt » am Ägerisee

schaft eine anfängliche Skepsis. Nach fertigsellen der Häu-

waren ein kleiner architektonischer Kulturschock. So linear,

ser hat sich diese inzwischen gelegt — nicht zuletzt wegen

so urban hatte in dieser beschaulichen Postkartenlandschaft

der stimmigen Materialisierung.

noch niemand gebaut. Daher herrschte auch in der Nachbar-

TEXT zvg FOTOS André Huber

«Das steile Gelände rief buchstäblich nach

Diese Fronten sind in Glas und horizontal

dert viel Know-how. Robusto ist ein Dick-

einer Terrassen-Architektur », erklärt Archi-

verlaufendem Holztäfer mit Schattenfugen

schichtsystem und besteht aus einer Stahl-

tekt Fritz Kälin. Vor allem, weil damit das

gehalten. Der hintere, im Hang verankerte

armierung, 2 cm Kalk-Zement-Grundputz

Hauptziel der Überbauung am besten

Gebäudeteil setzt der ausgeprägten Hori-

sowie einer zusätzliche Gewebeeinbettung.

erreicht werden konnte: die maximale Aus-

zontalen der Terrassen seine vertikalen

Die Naturstein-Verblender werden mit

richtung hin zum See und zur Natur durch

Linien entgegen. Die Natursteinfassade

«weber masterflex » — einem extra starken

das Wohnen auf einer Ebene und mit dem

unterstreicht seine tragende Rolle und stellt

Zweikomponentenkleber — appliziert. Damit

grösstmöglichen Aussenraum pro Einheit.

einen Bezug zur Landwirtschafts- und Cha-

sind auch grossflächige und mehrgeschos-

«Die exklusive Lage verlangte auch nach

let-Architektur her.

sige Applikationen von Naturstein möglich.

einem exklusiven Baustandard», ergänzt der

Das Fassadensystem «Marmoran Robusto »

Hierbei handelt es sich um Schiefer, einen

Architekt. Die örtlichen Bauvorschriften

der Saint-Gobain Weber AG konnte die her-

Baustoff mit perfekten Eigenschaften für

sowie Empfehlungen des Denkmalschutzes

gestellte Aufgabe lösen. Die stellenweise

Dächer und Fassaden. Er zeichnet sich durch

konnten mit dem gewählten Weg ebenfalls

knapp 10 m hohe Fassade mit einem 35 mm

seine gute Spaltbarkeit aus, die sehr dünne,

erfüllt werden. Die Untersichten der gut 3 m

dicken Naturstein zu bekleben, Platten-

leicht zu verarbeitende Verblender-Riemen

auskragenden Terrassen sind mit einer

grös se 150 x 600 mm, mit einem Gewicht

ermöglicht. Der seidig schimmernde Glanz

schallabsorbierenden Decke versehen, und

von 48 kg /m² (möglich sind bis zu 70 kg /m )

von Schiefer wird vor allem für exklusive

die rahmenlosen Glasbrüstungen bieten

direkt auf die Aussenwärmedämmung, erfor-

Architektur genutzt.

nicht nur freie Sicht auf den See im Westen und die Berge im Süden, sondern schützen ebenfalls vor den Verkehrsgeräuschen.

Die Umgebung adaptieren Wie umsichtig die Planer an ihre Aufgabe herangingen, zeigt sich in der Aufteilung in zwei Gebäude sowie der Materialisierung. Ein bestehender landwirtschaftlicher Weg mitten durch das Baufeld wurde als Erschliessungsstrasse erhalten und führte zum Entscheid, zwei anstatt nur ein Gebäude zu errichten. Das lässt die Überbauung als Ganzes weniger wuchtig erscheinen und gewährt ihren Bewohnern mehr Privatsphäre. Mit der Wahl von Holz und Naturstein reagiert Kälin ausserdem auf die benachbarten Bauern- und Einfamilienhäuser und bindet auf diese Weise das Quartier zusammen. Dazu tragen auch die extensiv begrünten Flachdächer bei. Durch die Eingeschossigkeit der 4½- bis 6½-Zimmer-Wohnungen profitieren die nebeneinander angeordneten Wohn- und Schlafräume vom Ausblick.

60

architektur + technik 1| 2015

e

a

nH

un

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e n ea e en

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c

Einfamilienhäuser und binden das Quartier zusammen.

e

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a en aue n un


Technik Verwaltungsgebäude Biopôle II, Lausanne / VD

Fenster zur Romandie idea ist eine Baufachzeitschrift für die Romandie, die ebenfalls beim B + L Verlag erscheint. In jeder Ausgabe stellen wir ein Gebäude oder Projekt aus den aktuellen Ausgaben vor. Vorhang auf für das spannende Baugeschehen in der Westschweiz … www.idea.ch

HOHE QUALITÄT Das 2011 vom Architekturbüro CCHE

Der mit dem öffentlichen wie privaten Ver-

Architecture et Design SA realisierte Büro-

kehr bestens erreichbare Parc Biopôle im

gebäude im Einzugsgebiet des Park Biopôle

Norden von Lausanne beherbergt verschie-

in Lausanne / VD ähnelt dem ersten Verwal-

dene Gebäude unterschiedlicher Ge sell-

tungsgebäude, das in diesem Park erstellt

schaften aus dem Bereich der Biotechnolo-

wurde. Beide tragen die Handschrift der

gie. Das Gelände des Verwaltungsgebäudes

Flexibilität der Flächennutzung

gleichen Architekten.

Biopôle II, das sich entlang der Route de

Um die physischen Nachteile der schmalen

FOTOS Thomas Jantscher

Berne und der Métro-Station M2 erstreckt,

Parzelle zu umgehen, haben die Architekten

TEXT Marianne Kürsteiner

nimmt im Grundriss und auch architekto-

das fünfstöckige Gebäude mit seinen zwei

nisch die Form der schmalen zweiseitig

Untergeschossen, dem Erdgeschoss sowie

abgeschrägten Parzelle auf. Es entstand ein

den zwei Obergeschossen mit je 850 m² hel-

sehr dynamisches, funktionales und moder-

len Büroflächen auf einer Seite geknickt,

nes Gebäude.

sodass es sich an die Strassenkurve der

Das Verwaltungsgebäude mit nach Süden auskragenden Balkonen ist zur Hauptstrasse hin geknickt und nützt die Parzelle maximal aus.

62

architektur + technik 1| 2015


lé A l 8 1 6

1 1 x 1 7 .5 = 1 .9 3 m

5

E I 3 0

N M 9 2 /9 2 /2 1 H S 1 9 0

E I 3 0

E I 3 0

E I 3 0

E I3 0

3 0 E I

E I3 0

E I3 0

0 ) p : x1 5 2 l ou e - 0 0 ( t-d /3 s au 0 / 8 0 1 0

ge

P os t e inc e nd ie

lé A l

E I 3 0

3 2 2

p : l ou e t-d 1 2 5 0 / /6 8 0

E I3 0

s au

ge

1 1 x 1 7 .5 = 1 .9 3 m E I 3 0

E I3 0

E I 3 0

P os t e inc e nd ie

E I 3 0

lé A l ge 5 5

A l l é ge 3 9

s au t - d e - l ou p : 1 0 0 /8 0 /1 0 0

lé A l ge 3 2 2

Grundriss Sockel/Eingangsgeschoss

Route de Berne anschmiegt und ein Maxi-

Gesamtfläche

mum des Grundstücks ausnutzt. Um das

Paneel

24

R: 5

chen, wurde jede Ebene in sieben unabhän-

Lochung

gige Einheiten unterteilt. Insgesamt können

0,51 m2

etwa 200 Arbeitsplätze eingerichtet werden.

R: 11 30 17

Oberfläche Absorption

Augenfällige Lochmusterung

0.275%

34

24

34

24

Oberfläche

28

ten und eine maximale Ausnutzung zu errei-

24

1,85 m2

Raumprogramm möglichst flexibel zu gestal-

24

41

Die charakteristische Geometrie, die stark horizontale Gliederung mit zurückgesetzten Stützen und Geschossplatten sowie die hinterlüftete Fassade stützen sich auf eine klassische Bauweise ab. Eine Komfortlüftung aller Räume hat die Installation von dreifach verglasten Fenstern auf einer Seite des Gebäudes erlaubt. Ausserdem wurde gemäss den Anforderungen von Biopôle AG das Dach begrünt. Die horizontalen, schwarz gerahmten Fensterbänder und die versetzten Strukturen der Fassadenverkleidung unterstreichen die Dynamik des Gebäudes. Diese wird noch verstärkt durch Akustikelemente aus eloxiertem, gelochtem Aluminium, deren Grundlage von der Blindenschrift inspiriert

Die Lochung der Fassadenpaneele entstand auf der Grundlage der Blindenschrift.

ist. Diese absorbieren auf der anderen Seite den Strassenlärm. Zusätzlich definieren die mit ihren gekennzeichneten Bändern die

2'092

30

110 17

150

im Süden angelegten auskragenden Balkone

30

???

Hauptfassade und greifen dynamisch in den

See und die Alpen sowie die Möglichkeit, wei-

683 825

Anordnung eine herrliche Aussicht auf den

567

Aussenraum. Darüber hinaus erlaubt diese

???

einen grossen Erfolg verbucht, lässt für die

17

Zukunft ein weiteres verdichtetes Bauen zu,

67

räume zu entwickeln. Das Gebäude, das

143

tere gut organisierte und bepflanzte Aussen-

Echelle: 1:10

zum Beispiel durch ein zusätzliches Geschoss auf dem Dach. www.cche.ch

Aluminium-Paneel mit Lochmuster

1| 2015 architektur + technik 63


Thema Fassaden

DIGITAL ENTWORFENE FASSADE Der Fussballklub «Manchester City Football Club » eröff-

kleidet. Die einzelnen Elemente der von einem bekannten

nete Anfang Dezember des vergangenen Jahres seine Trai-

einheimischen Künstler entworfenen Wand wurden digital

nings-Akademie für die Nachwuchsteams. Eine Seite des

aufgebaut und präzise nachgebildet.

Trainingsstadions wurde mit der «Community Wall » ver-

TEXT Roman Berger, COO Keller Systeme AG FOTO zvg

Das Gelände bietet insgesamt 17 Trainings-

zur reichen Geschichte des Areals in den

teme AG in Pfungen hergestellt und

plätze, ebenso bezieht der Klub auf diesem

letzten Jahrzehnten. Die typischen Klinker-

anschliessend installiert. ROBmade Fassa-

Gelände seinen neuen Hauptsitz mit dem

Wohnhäuser der Arbeiterfamilien im Osten

den sind digital entworfene, vorfabrizierte

Medienzentrum. Teil des Geländes ist ein

von Manchester implizieren die Verwen-

Fassaden aus geklebtem Mauerwerk. Durch

Stadion mit Platz für 5000 Zuschauer.

dung des Materials Klinker. Die Farbe des

die Verwendung der architek tonischen

Eine Seite des Trainingsstadions wurde mit

Klinkers ist dem typischen Klinker «Engi-

Gestaltungssoftware BrickDesign und der

der «Community Wall » verkleidet. Das Kon-

neering blue » nachempfunden, aus wel-

roboterbasierten Produktion der Elemente

zept der Wand basiert auf den Werten des

chem die früheren Industriegebäude des

entstehen hoch spezifische, 3-dimensio-

Klubs und der industriellen Vergangenheit

Areals gebaut waren. Der Entwurf der Wand

nale Wand- und Fassadenelemente aus

des verbauten Areals. Die Wand verändert

wurde von einem jungen lokalen Künstler

Klinkersteinen oder anderen Materialien,

sich je nach Betrachtungswinkel des Beob-

erstellt und anschliessend von der ROB

die nicht mit konventionellen Arbeitsme-

achters. Beim Passieren der Wand scheint

Technologies AG, Zürich, digital aufgebaut.

thoden erstellt werden können.

sich diese fliessend zu verändern, analog

Die Elemente wurden bei der Keller Sys-

www.robmade.com

Die «Community Wall» des Trainingsstadions ist eine digital entworfene, vorfabrizierte Fassade aus geklebtem Mauerwerk.

64

architektur + technik 1|2015


L체ftungsdecken

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Technik

PRODUKTE

Möglichkeiten des Metallbaus An der Strassenecke Stadthaus- und Bank-

Dank der vielseitigen Möglichkeiten des

grierten Sicherheitsfolien besteht, wurden

strasse in Winterthur steht die Geschäfts-

Metallbaus konnte die Geilinger Fenster und

bei den Flügeln opake, isolierte Paneele ein-

stelle der Credit Suisse an prominenter

Fassaden AG bei der Gesamtsanierung des

gesetzt. Die Fensterbänke und Storenkästen

Lage. Nach einer Nutzungsdauer von 50

Credit-Suisse-Gebäudes erfolgreich zum

sind aus speziell für dieses Projekt präzis

Jahren entschied sich die Besitzerin, das

Gelingen beitragen. Das hohe, transparente

gezogenen Aluminiumprofilen konstruiert.

Haus für einen neuen Zyklus von 30 bis

Erdgeschoss wird von einer Pfosten-Riegel-

Ausserhalb der opaken Flügel bildet eine

40 Jahren fit zu machen. Hauptziele waren

Bauweise getragen. Die Dreifach-Sonnen-/

Lamellengitterkonstruktion einerseits ein

die energetische Fassadensanierung, die

Wärmeschutzgläser sind mittels spezieller

auflockerndes Element, es schützt gleichzei-

haustechnische Modernisierung, die Aus-

Halterungen eingebaut, sodass es keine

tig vor Absturz bei offenen Flügeln. Die her-

schöpfung von Ausnützungsreserven

Deckleisten braucht. Dadurch entsteht mit-

vorragenden technischen Werte der

sowie die Erdbeben-Ertüchtigung. Dabei

tels Structural Glazing eine elegante flä-

Dreifachgläser, zusammen mit dem automa-

mussten auch die Umsetzung der Branch-

chenbündige Glasfassade. In einem Feld an

tischen Betrieb der Lamellenstoren, sorgen

Excellence-Standards der Credit Suisse für

der Bankstrasse wurde die Fassade vertika-

ganzjährig für ein ruhiges, angeneh mes

die Kundenzonen und eine städtebaulich

lisiert, indem die Verglasung bei der Kunden-

Klima im Gebäude. Als die Mitarbeitenden die

optimale Integration des Gebäudes in das

treppe bis ins 1. Obergeschoss führt und so

neuen Büroräume bezogen, mussten sie sich

Stadtbild an dieser markanten Kreuzung

den Bezug zu diesem herstellt.

zuerst an die Stille gewöhnen. Die Farbe der

erfüllt werden.

Die Fassade in den Geschossen 1 bis 4

Brüstungsgläser und die Gestaltung der

besteht aus ganz verschiedenen Elementen.

Hauptfassade wirken präsent und gliedern

Die Fensterelemente aus einem wärmege-

sich doch harmonisch in die Umgebung ein.

dämmten Ganzmetall-System gliedern sich

In der Fassade wechseln Festverglasungen

in eine Festverglasung und einen Flügel.

aus isolierten Aluminiumsystemen mit Fens-

Während die Festverglasung aus einer Drei-

tertüren ab.

fach-Wärmeschutzverglasung mit inte-

www.geilinger.ch

66

architektur + technik 1|2015


Kreative Keramik

Fassade aus Kautschuk

Spiel mit Licht und Farbe

ChromaPlural ist ein Keramikfliesen-System

Eine Fassade mit einer Kautschuk-

Das Verbundsicherheitsglas Swisslamex

mit modularen Farben und Formaten. Die

Abdichtung ist in der Schweiz noch immer

Tissue von Glas Trösch hat eine Einlage aus

Skala reicht vom filigranen 1 x 1 cm-Mosaik

ein rares Bild. Sowohl weich als auch lieblich

hochpräzisen, metallisch beschichteten

bis zur XXL-Dimension 50 x 100 cm. Für Prä-

erscheint die schwarze Oberfläche. Eine

Geweben, deren feinmaschige Struktur

zision bei der Realisierung mehrfarbiger oder

Kombination von Isolation und perforations-

Tageslicht hereinlässt sowie eine homogene

monochromer ganzheitlicher Konzepte sorgt

freien Klemmhaltern Contec.fix bringt Spiel

und dennoch lebendige Aussenansicht

der durchgängige Farbkanon.

und Abwechslung auf die Fassade.

erzeugt.

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Schlank dämmen

Übergrosse Türanlagen

Fensterfassadensystem

Die diffusionsoffene Dämmplatte PIR Top023

Mit der neuen VISS-Wendetür als objektspe-

AIR-LUX connect ist ein leicht bedienbares

aus PIR-Hartschaum reduziert die Dämm-

zifische Lösung für raumhohe und raster-

und komplett dichtes boden- und decken-

stärke bis zu 30 %. Sie besitzt einem Lambda-

feldgrosse Türen lässt sich die Linie nun

bündiges Glasfassadensystem mit Schiebe-

Spitzenwert von 0,023 W/mK (120—200 mm).

auch in den Eingangs- und Erschliessungs-

fenstern bis 18 m². Es vereint Materialviel-

Der Kern besteht aus einem feinzelligen PIR-

bereichen aufgreifen und fortführen — zum

falt, massgeschneiderte Sicherheitspakete

Duroplast mit niedriger Wärmeleitfähigkeit

Beispiel als praktische Servicetür, die gross-

und individuelle Konfigurationsmöglichkei-

und hervorragender Dämmwirkung.

flächige Durchgänge ermöglicht.

ten mit architektonischer Freiheit.

www.greutol.ch

www.jansen.com

www.air-lux.ch

1|2015 architektur + technik 67


Technik Produkte

Moderne Schlammfarbe

Individuelle Optik

Attraktive Alternative

Neben der traditionellen schwedenroten

FX.12 ist ein einzigartiges Dach- und Fassa-

Bei der Neugestaltung und Renovation von

Schlammfarbe produziert Falu Vapen eine

denelement, das ein besonders futuristi-

Fassaden sind Textilien dank ihrer Vielseitig-

Holzfassadenfarbe unter der Bezeichnung

sches Oberflächen-Design ermöglicht. Durch

keit, Funktionalität und Flexibilität eine inte-

«moderne Schlammfarbe ». Sie ist in über

die unregelmässige Längs- und Querkantung

ressante Ergänzung der soliden Materia lien

fünfzig Farbtönen erhältlich, Minergie-Eco-

zeigen die Paneele je nach Sonnenstand ein

und ihr Anwendungsbereich wird laufend

tauglich und kann auf sägerohem und auf

anderes Gesicht und setzen jedes Gebäude

ausgebaut. Sie lassen sich an jedem Gebäude

gehobeltem Holz angewendet werden.

in Szene.

sowie in jeder Grösse und Form einsetzen.

www.schwedenfarben.ch

www.prefa.com

www.richnerstutz.ch

Massanzug für Gebäude

Markanter Auftritt

Fassadengestaltung

Das Texo-System der arbucomp GmbH ist ein

Die Carrosserie Hug AG in Zuchwil hat ihren

Fassadenprofile Ecomur aus Glasfaserbeton

vielseitiges System, mit dem Architekten

Eingangsbereich mit einer textilen Fassade

eröffnen individuelle Gestaltungsmöglich-

vollkommen neue Wege in der Gestaltung

sanieren und zugleich modernisieren lassen.

keiten mit grossformatigen 2-und 3-dimen-

ihrer Gebäudefassaden gehen können. Es

Die Fassade erfüllt einerseits einen funktio-

sional geformten Elementen. Diese können

bietet Planern Möglichkeiten, mit einfachen

nalen Nutzen, indem sie als Vordach fungiert,

in unterschiedlichen Farbtönen durchgefärbt

Mitteln aussergewöhnliche Fassaden-

und stellt andererseits einen prägnanten,

sowie in modellglatten oder strukturierten

Effekte zu erzielen.

optisch ansprechenden Blickfang dar.

Oberflächen hergestellt werden.

www.arbucomp.ch

www.gygax.ch

www.stahlton.ch

68

architektur + technik 1|2015


ne

eeffi en un

e

n

Architekten und Bauherren wünschen sich

Clip-Montage

Universell kombinierbar

Der Beschlag für Holzschiebetüren mit mini-

Montafix übernimmt die Eigenschaften einer

grenzlose Übergänge zwischen Wohnraum

maler Einbauhöhe, HAWA-Junior 80 / B,

Unterkonstruktion und eines Befestigungs-

und Aussenwelt, gleichzeitig aber auch Ele-

erhält den HAWA-Junior 80 / B (mod.) zur

systems zugleich. Das System ist universell

mente und Materialien, welche die Energie-

Seite. Dieser kommt mit innovativer Clip-

kombinierbar mit einer Vielzahl handels-

kosten niedrig halten. Das Fenstersystem

Montage des Aufhängeschlittens in der

üblicher Konsolen. Für die Anwendung auf

Soreg-glide wurde speziell für diese Bedürf-

Tragschiene und einer leicht erreichbaren

Montawall-Kassetten steht dem Verarbeiter

nisse entwickelt.

stirnseitigen Feinjustierung auf den Markt. .

ein passendes Omega-Profil zur Verfügung.

www.soreg.info

www.hawa.ch

www.montana-ag.ch

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Rund ein Drittel der Stolper- und Sturzun-

m aum u

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Ob im Grossraumbüro oder in öffentlichen

16 Master-Studenten an der FH in DE-Köln

fälle ereignen sich auf Treppen. Die meisten

und privaten Räumlichkeiten, das neue Pro-

planen ein Studentenwohnheim in Modul-

Unfälle auf Treppen liessen sich vermeiden,

gramm «space » von Adeco ist ein vielseiti-

bauweise. Das Projekt wurde im Rahmen des

wenn der Handlauf konsequent benutzt

ges Möblierungssystem zum Gliedern von

interdisziplinären Studiengangs «Produkt-

würde. «Zaunteam » kann mit unterschied-

Räumen. Vom kleinen visuellen Sichtschutz

Design und Prozessentwicklung » (PRODES)

lichen Handläufen helfen, die Anzahl der

bis zum grossen, akustisch absor bierenden

initiiert und wird in Zusammenarbeit mit der

Unfälle zu reduzieren.

Raumtrenner reicht die Masspalette. www.

ALHO-Gruppe durchgeführt.

www.zaunteam.com

adeco.ch

www.alho.ch

1|2015 architektur + technik 69


Auftakt

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BAUPRAXIS ARBEITSWELTEN IM DISKURS

Human Office e e e e eu

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e e c e n enen

e

architektur + technik 1| 2015

und ihrem Unternehmen. Es entsteht eine

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und wie die neuen Arbeitswelten aussehen

sogenannte «Dekontextualisierung ».

-

könnten, zeigt die Publikation «Human

ce

tenzzentrum Typologie & Planung in Archi-

Um diesem Trend entgegenzuwirken, muss

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tektur der Hochschule Luzern Erkenntnisse

sich das Office wandeln. Zukünftig wird sich

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aus seinen Forschungsprojekten und seiner

das Büro als Ort präsentieren, der eine sinn-

Human-Office-Strategie vor.

stiftende Alternative zu dieser Entfremdung

Die neuen Anforderungen sind eine Folge

von Arbeit und Unternehmen bietet, als Ort,

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Wie diesem Wandel begegnet werden kann

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Office ». In diesem Buch stellt das Kompe-

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der Aufgaben, die heutzutage an Büroan-

der den Mitarbeitenden einen Mehrwert in

gestellte gestellt werden, aber auch der

Form von Begegnung und Erleben ermög-

neuen Kommunikations-Technologien, die

licht. Wie ein solches Büro aussehen könnte,

ortsunabhängiges Arbeiten ermöglichen.

zeigt Human Office. Es basiert auf den vier

Sie sind von grosser Relevanz, verlieren die

Grundprinzipien «anpassbar », «spezifisch »,

Mitarbeitenden doch durch die neue Mobi-

«mitarbeiterorientiert » und «wertschöp-

lität, Flexibilität und Individualisierung und

fend » und verfügt über vielfältige Eigen-

die damit verbundene immer seltenere Prä-

schaften, die eine umfassende Umsetzung

senz an ihrem eigentlichen Arbeitsplatz

dieser Grundprinzipien in die Praxis erlau-

zunehmend die Beziehung zu ihrer Arbeit

ben. Diese praktische Anwendbarkeit des


Martin Vogel

Oben: Raumbezogene Identität fördert Zusammenhalt, Integration und Gruppenbildung. Links: Wird auf die individuellen Voraussetzungen und Bedürfnisse eingegangen, fördert dies die Identifikation.

Human Office wird an den fünf Aspekten «Vielfalt », «Aneignung », «Komfort & Diversität », «Austausch & Begegnung » sowie «Orientierung » gezeigt. Diese Aspekte spiegeln die hauptsächlichen Herausforderungen wider, für die ein Office-System passende Lösungen bieten muss. Werden sie wie beim Human Office ideenreich und konsequent angegangen, gelingt es, die Dekontextualisierung zu stoppen und stattdessen Kontext und Identifikation zu schaffen — und damit dem Office wieder eine ihm angemessene Bedeutung als Ort der unternehmerischen Wertschöpfung zu geben.

Sibylla Amstutz, Peter Schwehr, Kompetenzzentrum Typologie & Planung in Architektur (CCTP), Hochschule Luzern (Herausgeber), Human Office — Arbeitswelten im Diskurs, vdf Hochschulverlag AG an der ETH Zürich, CHF 38.80, ISBN 978-3-7281-3594-0


Baupraxis Ausstellung

IMPULSE AUS DEN ZWANZIGERN Die Ausstellung «Der entfesselte Blick — Die Brüder Rasch

Architekten, Designer und Gestalter setzt die Ausstellung

und ihre Impulse für die moderne Architektur » im Museum

das Werk der Brüder in ein aufschlussreiches Verhältnis zur

Marta Herford in DE-Herford sorgt für Aufmerksamkeit. Mit

jüngeren Architektur-Geschichte.

dem umfassenden Blick auf die unkonventionellen Ideen der

REDAKTION Uwe Guntern FOTOS Tecta Archiv, DE-Lauenförde

Die Brüder Heinz und Bodo Rasch entwarfen

Nachtigäller die Arbeit mit den Zeitzeugen.

Stahlrohr-Stuhls », erzählt Axel Bruchhäu-

Visionäres — ob pneumatische Gebäude oder

Es gibt wenige, die Heinz Rasch in seiner

ser heute. «Gemeinsam arbeiteten wir daran

Container-Architekturen oder neue Ideen für

Gestaltungsarbeit so gut kannten wie sein

weiter, was der russische Avantgardist El Lis-

Wohn- und Bebauungsmöglichkeiten in Kri-

Verleger Axel Bruchhäuser, der zwanzig

sitzky durch sein Denken über das Schweben

sengebieten. Ihre Ideen stammen zwar aus

Jahre mit ihm an einem Kragstuhl-Modell

ausgelöst hat. Egal, von wem der Anstoss für

den Jahren von 1926 bis 1930, sind jedoch

arbeitete, das heute fälschlicherweise als

das Möbel letztlich kam », unterstreicht der

aktueller denn je. Grosse Architektur-Büros

«Freischwinger » in der Design-Geschichte

Unternehmer, «es war das Bestreben, nach

setzen sie weltweit selbstverständlich um.

seinen Platz gefunden hat. Zwanzig Jahre, in

den ästhetischen Wurzeln der Dinge zu

Doch wer waren die Visionäre und Architek-

denen Rasch den Unternehmer davon über-

suchen.» Heute ist der Kragstuhl von Tecta

ten, die vielen unbe kannt blieben und nur

zeugte, dass es reiche, «wenn man nur einen

auch durch die nachhaltigen Impulse von

eine kurze gemein same Blütezeit hatten?

Stuhl davon produziere, um einen Menschen

Heinz Rasch geprägt. Als der Konstrukteur

«Die Tragik von Heinz und Bodo Rasch war,

glücklich zu machen ».

Jean Prouvé dem fragilen Stuhlgestell abge-

dass sie sich durch einen persönlichen Dis-

presste Rundrohre beisteuerte, die unter der

ten », berichtet Dr. Roland Nachtigäller,

Die Urform des Stahlrohr-Stuhls

künstlerischer Direktor des Museums MARTa

Axel Bruchhäuser, der das Unternehmen

rohre erhöhten, bezeichnete Rasch den Ein-

Herford, der Ordnung und Stringenz in die

Tecta in DE-Lauenförde führt, mit Gespür

fall 1987 als «Ei des Kolumbus ». Noch ahnte

vielfältigen Visionen und Hinterlassenschaf-

alte Bauhaus-Formen editiert und auf der

niemand, wie sich diese Idee tatsächlich

ten der brüderlichen Allianz brachte — «eines

Suche nach Möbelklassikern und ihren

durchsetzen würde. Aber Rasch, der Visio-

der schwersten Momente », wie er zugibt. So

Erbauern nicht nur mit Marcel Breuer oder

när, sollte recht behalten. Das neue Sitzmö-

ist die aktuelle Ausstellung einem «Werk

Jean Prouvé zusammenarbeitete, sucht

bel wird nicht nur die Essenz eines vergan-

gewidmet, das in Breite und Vielfalt vorliegt

Heinz Rasch an die einhundert Mal in seinem

genen Jahrhunderts in sich tragen, sondern

und viel zu sagen hat für heute », ist er über-

Wuppertaler Atelier auf. «Für mich war es

in die Zukunft weisen. Der Kragstuhl ist eine

zeugt. Umso interessanter wurde für Roland

instinktiv die Suche nach der Urform des

technische Revolution, «ein geniales Raum-

put, der nicht mehr zu kitten war, entzwei-

Bezeichnung «Tube aplati » (franz. aplatir =breit drücken) die Stabilität der Kragstuhl-

gebilde » und zugleich ein Symbol für die neue Epoche: für das Schwingen und Schweben, das Künstler und Architekten gleichermassen beseelte. «Heinz Rasch hatte visionäre Kraft und konnte massgebliche Entwicklungen für die Zukunft erkennen », erzählt Axel Bruchhäuser. «Er lebte im Geist des Materials, der Struktur und Konstruktion.» Dass dem Gestalter das Wort «Design » verleidet war, «diese inflationäre Worthülse », versteht sich von selbst. Wie stark die Brüder Rasch mit ihren Überlegungen die internationale Kunst, Konstruktion und Architektur der 1920er-Jahre beeinflusst haben, präsentiert die Ausstellung im Museum Marta Herford in einem gross angelegten Spannungsbogen, der von der Moderne bis in die Gegenwart führt.

www.marta-herford.de Der Verleger Axel Bruchhäuser (rechts) als Fotograf im Atelier mit Heinz Rasch.

72

architektur + technik 1|2015


1|2014 architektur + technik 73


Baupraxis Brandschutzvorschriften

KEINE EINSCHRÄNKUNGEN MEHR FÜR HOLZ Holz kann künftig in allen Gebäudekategorien und Nutzun-

gen für die Holzanwendung. Holz normalisiert sich damit als

gen angewendet werden. Die überarbeiteten Brandschutz-

Baustoff ohne Sonderregelung.

vorschriften beseitigen die noch bestehenden Einschränkun-

REDAKTION Uwe Guntern FOTO Ruedi Walti

Die Vereinigung Kantonaler Feuerversiche-

Beherbergungsbetriebe oder etwa Verkaufs-

Leitlinie für die Praxis ist weiterhin die

rungen VKF überarbeitet alle zehn Jahre die

geschäfte in Holzbau realisiert werden.

«Lignum »-Doku mentation Brandschutz.

Brandschutzvorschriften. Das nächste, kom-

Selbst bei Hochhäusern ist die Anwendung

Diese sichert die technisch wie organisato-

plett erneuerte VKF-Vorschriftenwerk ist

von tragenden und brandabschnittsbilden-

risch korrekte Umsetzung von Holzbauten

seit dem 1. Januar 2015 in allen Kantonen

den Holzbauteilen mit brennbaren Anteilen

unter den geltenden Brandschutzvorschrif-

der Schweiz in Kraft getreten. Die neue Vor-

unter bestimmten Rahmenbedingungen neu

ten. Sie gibt dazu den Stand der Technik im

schriftengeneration BSV 2015 beseitigt auf-

möglich. Grundlage für die Neuerungen in

Brandschutz für die Holzanwendung gemäss

grund der positiven Erfahrungen in den letz-

der Holzanwendung ist das seit 2001 lau-

der seit dem 1. Januar 2005 geltenden Rege-

ten zehn Jahren die noch bestehenden

fende Forschungs- und Entwicklungsprojekt

lung wieder. Die einzelnen Publikationen

Einschränkungen für die Holzanwendung

«Brandsicherheit und Holz » der schweize-

werden nun sukzessive überarbeitet und bil-

und vereinfacht die für den Holzbau teil-

rischen Wald- und Holzwirtschaft zur Siche-

den die neuen Anwendungsmöglichkeiten

weise komplizierten Regelungen für die Pla-

rung einer hohen Brandsicherheit von Holz-

für das Holz ab Frühjahr 2015 fortlaufend

nung und Ausführung. Konkret werden

bauten und Bauteilen aus Holz. Das Projekt

auf der Basis der neuen Norm BSV 2015 ab.

brandschutztechnisch robuste, mit nicht

wird unter der Gesamtleitung der «Lignum »

Wichtig zu wissen : Die vorliegenden Teile

brennbaren Bekleidungen geschützte Holz-

durchgeführt und massgeblich vom Aktions-

der «Lignum »-Dokumentation Brandschutz

bauteile der nicht brennbaren Bauweise

plan Holz des Bundesamtes für Umwelt

bleiben mehrheitlich auch unter der ab dem

gleichgestellt. Die Vorschriftengeneration

BAFU sowie durch wichtige Institutionen,

1. Januar 2015 geltenden neuen Brand-

BSV 2015 schränkt somit Holztragwerke

Verbände und Industriepartner unterstützt.

schutznorm anwendbar und gültig.

nicht mehr ein. Auf der Grundlage eines materialunabhängigen Sicherheitsniveaus, das in der Brandschutznorm vorgegeben ist, wird die Verwendung der Baustoffe neu geregelt und die Anwendung von Holz bei Tragwerken, brandabschnittsbildenden Bauteilen, Aussenwandbekleidungen, Bedachungen und in der Innenanwendung erweitert. Die Brandschutzbehörden anerkennen damit die Erkenntnisse aus umfangreichen Untersuchungen, die nachweisen, dass die Brennbarkeit eines Baustoffes nicht das massgebende Kriterium ist, sondern die brandschutztechnisch korrekte Ausführung einer Konstruktion einen grösseren Einfluss auf das Brandverhalten hat. Kurz gesagt normalisiert sich Holz somit als Baustoff ohne Sonderregelung. Der Anwendungs bereich für Bauteile mit Holzanteilen erweitert sich über eine Feuerwiderstandsdauer von 60 min hinaus. Damit werden viele Bauten in Holz möglich, deren Erstellung bisher verwehrt blieb. Bis zu einer Gesamthöhe von 30 m können künftig Wohn-, Büro- und

Die neue Generation der Schweizer Brandschutzvorschriften eröffnet Holz unter anderem Chancen bei

Schulhäuser, Industrie- und Gewerbebauten,

der Realisation von Beherbergungsbetrieben. Im Bild das ‹wellnessHostel4000› in Saas-Fee.

74

architektur + technik 1|2015


Fassaden Elemente Vorfabrizierte Elemente aus Beton, Polymer- und Lavabeton. Ingenieurtechnische Grossbauteile für Tragkonstruktionen, Vorspann- und Lärmschutzelemente. Balkonplatten, Systemparkhäuser, hochbelastbare Stützen. Fassaden, Liftschachtelemente, Treppen, Schächte, Kanäle, Behälter für Kommunen und Agrarbetriebe. Produkte unserer Marken BRUN,® CAVAG,® FAVERIT.® Service und Dienstleistungen unter Telefon 0848 200 210.

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Baupraxis Kurse, Workshops, Studiengänge

WEITERBILDUNG Wissensdurst ? Lernhunger ? «architektur + technik» weiss, wie diese Bedürfnisse zu stillen sind, und zeigt an dieser Stelle Weiterbildungsangebote, die sich Architekten und Baufachleute in die Agenda schreiben sollten.

Bionik Mit dem Lotus-Effekt und dem Gecko-Tape ist das bionische Potenzial noch lange nicht ausgeschöpft. Die Übertragung von Funktions- und Konstruktionsprinzipien aus der Natur in technische Anwendungen kann noch viel mehr. Das «Entwicklungslabor » der Natur hält viele Ideen für neue Materialien, funktionsoptimierte Konstruktionen und effiziente Mechanismen und Systeme bereit. Der dreitägige Kurs «Bionik » in Horw zeigt auf, wie durch die Zusammenarbeit mit Fachpersonen aus Biologie und Bionik die «Patente der Natur » für eigene Problemlösungen erschlossen und genutzt werden können. Die Teilnehmenden lernen, was Bionik ist und wofür sie verwendet wird. Los geht's für die Architekten, Medizintechniker, Materialwissenschafter und andere Fachpersonen am 10. März. Anmeldeschluss : zwei Wochen vor Kursbeginn. www.weiterbildung.hslu.ch

Erfolgreiche Teams

Energiewende am Gebäude

Bauen mit Geotextilien

Ein erfolgreiches Team ist mehr als die

Rund 50 Prozent des Schweizer Energie-

Das Institut für Bauen im alpinen Raum

Summe der einzelnen Personen. Wie ziel-

verbrauchs wird durch den Gebäudepark

(IBAR) der Hochschule für Technik und Wirt-

führendes Teamwork im Alltag umgesetzt

beansprucht. Dieser ist auch für rund

schaft HTW Chur veranstaltet die 3. Inter-

werden kann, zeigt der praxisbezogene

40 Prozent des CO2-Ausstosses verantwort-

nationale Fachtagung mit Weiterbildungs-

SIA-Workshop «Erfolgreiche Teams —

lich. Die Zahlen machen deutlich : Gebäude

kurs und begleitender technischer

zusammen Ziele erreichen » am 17. März in

müssen einen essenziellen Beitrag zur Ener-

Fachmesse zu Bauen mit Geotextilien. Das

Zürich. Die Erfolgsfaktoren zur Stärkung

giewende leisten, damit diese gelingt. Das

Ganze findet am 3. und 4. März in Chur statt.

von Teams werden in sieben Programm-

neue Raumplanungsgesetz und die Energie-

In der Weiterbildung am 3. März vermitteln

punkten abgehandelt. Im Workshop geht es

politik 2050 weisen in dieselbe Richtung :

Fachleute anhand von Praxisbeispielen den

um die Kraft einer gemeinsamen Vision, die

Die Energiewende findet am Gebäude statt.

Architekten, Bauingenieuren und Baufüh-

Rollen im Team, verschiedene Team-Pha-

Der Expertentag «Umsetzung der Energie-

rern ein alltagstaugliches Grundwissen über

sen, die Erfolgsfaktoren einer gewinnbrin-

wende am Gebäude » für Architekten am 4.

Geokunststoffe. Themen sind Begrünungen

genden Zusammenarbeit und den konstruk-

März in Aarau zeigt anhand erfolgreicher

von Infrastrukturprojekten, Bauen mit Geo-

tiven wie lösungsorientierten Umgang mit

Beispiele verschiedene Mög lichkeiten auf,

kunststoffen gegen Naturgefahren und

Konflikt situationen. Dazu moderiert der

wie der immer kleiner werdende Raum in den

Asphaltarmierungen zur Strassensanie-

Referent Andreas Bachofner (MBA,

Ballungszentren besser genutzt werden

rung, Stützbauwerke aus bewehrter Erde,

Betriebsökonom dipl. oek., dipl. Bau-Tech-

kann und wie Gebäude von Energiebezügern

Spezialtiefbau sowie Hang- und Erosions-

niker TS, eidg. FA-Ausbilder) Teamübungen,

zu Kraftwerken werden. Die Veranstaltung

schutz. Am 4. März geht es mit der Fachta-

welche die Teilnehmenden gleich im Work-

richtet sich an Architekten, Fachplaner,

gung, inklusive Ausstellung sowie prakti-

shop testen können.

Generalunternehmer und Investoren.

schen Beispielen, weiter.

www.sia.ch / form

www.cpisover.ch / kurse

www.htwchur.ch / kurse

76

architektur + technik 1|2015


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Ausklang Daten und Fakten

INDEX

Seite 16 Swisscom Businesspark, Ittigen / BE

Architektur

Akustikbüro Rahe & Kraft GmbH,

Behnisch Architekten, DE-Stuttgart

DE-Berlin

Architektur und Generalplanung

WIPO/OMPI

Lichtplaner

Atelier 5 Architekten und Planer AG

Gebäudedaten

Dinnebier + Blieske, DE-Berlin

Bauherrschaft

2009—2014

Technische Gebäudeausrüstung

Swisscom Immobilien AG Gesamtleitung

Bauherrschaft

u

e c

c en

Häfner Ingenieure GmbH, DE-Berlin

5800 m

Einbauten

Andreas Akeret Baumanagement

BRI

Daniel Peters Möbelbau, Delafair GmbH,

Bauingenieur

29 000 m

kubix GmbH, Zimmerservice Scheuerling +

WAM Planer und Ingenieure AG

Innenarchitektur

Seite 32 Erweiterungsbau Swissquote, Gland / VD

Planung Gebäudetechnik

Ernst Basler und Partner AG

Neumann GbR Klimatechnik

Cofely Deutschland, GmbH Elektrotechnik

Ursula Staub Feller

Architektur

Elaro GmbH, DE-Berlin

Landschaftsarchitektur

Link Architectes, La Tour-de-Peilz/VD

Möblierung

w+s Landschaftsarchitekten AG

Bauherrschaft

PLY inestablished furniture

Seite 22 Gemeindehaus Volketswil / ZH

Swissquote Bank SA, Gland/VD

Gebäudedaten

Seite 56 Servicezentrum «Cube II», Stein /AG

Architektur

2011—2014

Architektur

Generalunternehmer

Bernasconi Entreprise Générale SA, Meyrin/VD

Müller Sigrist Architekten AG, Zürich

Bauingenieur

oos AG, Zürich

Bauherrschaft

Perret-Gentil + Rey & Associés SA, Lau-

Bauherrschaft

Politische Gemeinde Volketswil

sanne/VD

Novartis Pharma AG, Basel

Bauingenieur

Geotechnik

Bauleitung

Roggensinger Ingenieure AG, Volketswil

Karakas & Français SA, Lausanne/VD

Wirz & Partner, Zürich

Totalunternehmer

Haustechnik

Fassade, Dach, Metallarbeiten

Halter Generalunternehmung AG, Zürich

Weinmann-Energies SA, Echallens/VD

Scherrer Metec AG, Zürich

HLKKS-Ingenieur

Elektrotechnik

Advens AG, Winterthur

Beletec SA, Genève

Elektro-Ingenieur

Seite 62 Neubau Buchenhof, Sursee

Ingenieurbüro M. Künzler, Arbon

Seite 38 SoundCloud Headquarter DE / Berlin

Landschaftsarchitekt

Architektur

Bauherrschaft

HEFTI.HESS.MARTIGNONI Zürich AG, Zürich Beteiligte Planer

planikum GmbH, Zürich

Seite 28 Konferenzsaal WIPO Genf

Architektur

Hess + Partner AG, Planer und Architekten, Sursee

Kinzo, Leipzigerstrasse 61, DE-10117

Buchenhof AG und Sursee Immo AG, Sursee

Berlin, www.kinzo-berlin.de

Generalunternehmung

Bauherrschaft

swissenergie ag, Wittenbach

SoundCloud Limited

(Gesamtlösung)

Projektleitung

Ausführung

Adresse

Kelly Robinson

Fassadentechnik AG, Wittenbach, sowie

Chemin des Colombettes 34, 1202 Genf

Raumakustik

Gerber & Gadola Fassaden AG, Cham

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architektur + technik 1|2015


FUNDSTÜCKE Unwirtliche Arbeitsplätze, die man allenfalls mit persönlichem Büro-Nippes aufpeppen kann, gehören der Vergangenheit an. Spätestens seit Google schwören viele

Inspiration im richtigen Licht: Diana XL ist eine Stehlampe für die hellen Momente. www.delightfull.eu

Unternehmen auf die Kreativzone Büro. Dass es aber nicht gleich eine LoungeLandschaft oder eine Besprechungsgondel sein muss, zeigen diese Möbel. TEXT Stine Wetzel

Ordnung muss sein: Mit dem eingebauten Kabelkanal kann da schon mal nichts mehr schiefgehen. Dazu hat T22 wohl die schönsten Beine, seit es Bürotische gibt. Gut gesteckt ist gut geteilt: Das Schweizer Möbel-Label wooom bringt mit dem SYS02 Steckregal und Raumaufteiler ins Büro. www.wooom.ch

Jetzt geht's rund: «Oto 100» ist ein Regal, das sich, Textilband sei Dank, im Nu auf- und abbauen lässt. Die dänische Designerin Pil Bredal hat das Regalsystem für den Hersteller Muuto entworfen. www.muuto.com

www.mueller-moebel.com


Ausklang Unser nächstes Heft

VORSCHAU Raum und Struktur sind eins Gerade 5 x 9 m verbleiben nach dem Abtragen der Grenzabstände auf einem kleinen steilen Grundstück am Rebberg in Dielsdorf. Bei maximal 83 m² oberirdischer Wohnfläche galt diese Parzelle lange als nicht bebaubar. Das klassische Wohnhaus fand an diesem Ort keinen Platz. Stattdessen aber ein Wohnhaus, das elementar reduziert ist auf den nackten Betonrohbau, ergänzt durch diverse Schreinermöbel und umhüllt von einem Glasmantel.

Energie vom Schieferhaus Die Schiefer an Dach und Fassade eines Einfamilienhauses in DE-Stuttgart stehen symbolisch für den Wunsch der Bauherren nach einem ökologischen, nachhaltigen Plus-EnergieHaus. In einem inhomogenen Umfeld mit vielen unterschiedlichen Baustilen war es dem Architekten Prof. Andreas Löffler wichtig, einen ruhigen Kontrapunkt zu setzen. Dies gelang mit Schiefer an Dach und Fassade in einer klaren monolithischen Bauweise.

architektur + technik www.architektur-technik.ch 38. Jahrgang Herausgeberin B + L Verlags AG / ZH Steinwiesenstrasse 3 8952 Schlieren Telefon 044 733 39 99 Telefax 044 733 39 89 (Inserate) 044 733 39 91 (Redaktion) Verleger Peter Boll Geschäftsleitung Patrick Schmid / CEO Philipp Bitzer / COO Redaktion Uwe Guntern uwe.guntern@blverlag.ch Christina Horisberger christina.horisberger@blverlag.ch Stine Wetzel stine.wetzel@blverlag.ch Marianne Kürsteiner marianne.kuersteiner@blverlag.ch Anzeigen Antje Jakob antje.jakob@blverlag.ch Reto Schnider reto.schnider@blverlag.ch Anzeigendisposition Denise Bucher denise.bucher@blverlag.ch Abonnentenservice Jasmin Elsener jasmin.elsener@blverlag.ch Marketing Nadia Etzweiler nadia.etzweiler@blverlag.ch Layout Benjamin Rüdlinger benjamin.ruedlinger@blverlag.ch Anzeigenerstellung Nadja Walther nadja.walther@blverlag.ch Korrektorat Ullrich Noelle ullrich.noelle@blverlag.ch Druck AVD Goldach AG Sulzstrasse 10 — 12, 9403 Goldach / SG www.avd.ch Verkaufspreise 1 Jahr (12 Ausgaben): CHF 64.— 2 Jahre (24 Ausgaben): CHF 96.— Einzelheft: CHF 7.—, zuzüglich Porto WEMF / SW-Beglaubigung 2014 Total verbreitete Auflage: 7’411 Exemplare Davon verkauft: 1’928 Exemplare

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Leuchtendesign: Jürgen Schubert, STRUCTURELAB Architekten

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Architektur+Technik 01 2015  
Architektur+Technik 01 2015