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Das Schweizer Fachmagazin für Hotellerie und Gastronomie

Sonderausgabe

INNENARCHITEKTUR DESIGN 2016

&

DAS GRÜNE HOTEL HOTEL-DESIGNER KARSTEN SCHMIDT ÜBER ÖKO-HOTELS IN DER SCHWEIZ

SONDERAUSGABE

DESIGN IM GRANDHOTEL WIE MAN IM «WALDSTÄTTERHOF» IN BRUNNEN DEN SPRUNG IN DIE MODERNE SCHAFFTE

KUNST IM STADT-HOTEL IM KULTUR- UND GASTHAUS TEUFELHOF IN BASEL ÜBERNACHTEN DIE GÄSTE IN KUNSTWERKEN


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CHECK-IN

Hotels sind Stätten des Zeitgeistes Eine Übernachtung im Hotel bedeutet in der zweiten Dekade des 21. Jahrhunderts viel mehr als «Schlafen auf Zeit». Hotels werden immer stärker zu Stätten des Zeitgeistes. Sie sind geprägt vom gesellschaftlichen Leben und seiner Trendentwicklung. So kann man in den letzten Jahren eine deutliche Globalisierung in Stil und Art von Hotel-Betrieben verfolgen. Was letztlich auch dazu führte, dass der Stil von Hotels weltweit grosse Ähnlichkeit aufweist. In Zukunft verlangen die Reisenden jedoch mehr von den Hotels, gerade an Stil. Konsumenten wollen keine Stereotypen. Verbraucher werden immer empfindlicher bezüglich Ästhetik, Stil und Design, denn unsere Gesellschaft entwickelt sich zunehmend zu einer visuell geprägten Kultur. Vor allem bildhaft nehmen wir unsere Umwelt wahr und ordnen Realitäten aufgrund von visuellen Eindrücken. Daher gilt in Zukunft für alle Hotels: Der Konsument zahlt und will eine Leistung, die längst über das Grundbedürfnis, «ein Bett zu haben», hinausgeht. Konsumenten werden im Umgang mit Design und inszenierten Erlebnissen erwachsen. Erfolgsstorys von Apple und Nespresso, von Fiat 500 bis Camper-Schuhe sind Beispiele dafür. Und noch etwas: Wer seine eigene Design-Sprache zum Leben erweckt, ist nicht zu kopieren. Design bedeutet damit nicht nur, im Trend zu sein, sondern seine Einzigartigkeit zu leben. In Zukunft setzen sich Styles in Hotels durch, die sowohl globalen als auch lokalen Charakter beweisen. Das Raster an Stilen soll dabei helfen, sich selbst zu verorten und die ideale Mischung für die eigene Design-Sprache zu erkennen.

«In Zukunft setzen sich Styles in Hotels durch, die sowohl globalen als auch lokalen Charakter beweisen.» Und das sind die Design-Trends von morgen:

Urig: der Stil der Gemütlichkeit. Design-Code: authentisch, ursprünglich, echt, ehrlich, entspannt, schlicht, regional.

Supercool: die Inszenierung des Designs.

Design-Code: kraftvoll, mächtig, Show, anmutig, hip, global.

EDITORIAL

Opulenz: die Rückkehr von Glanz und Gloria. Design-Code: edel, luxuriös, Bühne, gross, Europa.

Ökosign: der neue grüne Lebensstil. Design-Code: natürlich, echt, frisch, reduziert, harmonisch, begreifbar.

Topleger: Home-Style statt Hotel-Style. Design-Code: unkompliziert, lässig, respektvoll, modern, heimelig, kreativ, freundschaftlich.

Moodig: Stimmung bestimmt Ästhetik. Design-Code: reduziert, variabel, wechselhaft, leicht, urban. Ganz dem Zeitgeist der LOHAS (Lifestyle of Health and Sustainability) entsprechend entwickelt sich auch in der Hotel-Szene ein Stil, der auf Natürlichkeit und Design baut. Ein Stil, der echte Materialien und natürliche Oberflächen in den Vordergrund stellt, ohne auf höchste DesignAnsprüche zu verzichten. Dieser Stil macht nicht an der Oberfläche halt: Matratzen, Getränke, Essen oder Düfte müssen sich dem Ökosign unterordnen. Natur wollen die Menschen mit allen Sinnen erleben, begreifen, riechen, fühlen, hören. Die Natur als Vorbild hatte auch Matteo Thun beim Planen des exklusiven Vigilius Mountain Resort (vgl. Titelgeschichte). «Organische Architektur», wie der Star-Architekt dies nennt. Es entstand eine Natur-Oase, völlig eingebettet in die Bergwelt Südtirols. – Viel Spass bei der Lektüre der vorliegenden Sonderausgabe «Innenarchitektur & Design 2016». Hans R. Amrein, Chefredaktor


Restaurant Kemmeriboden-Bad, Schangnau

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INHALTSVERZEICHNIS

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CHECK-IN

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Editorial von Hans R. Amrein

INTERIOR DESIGN

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RESTAURANT & BAR/LOUNGE

54 «Grand Ferdinand», Wien. Einzigartiges Restaurant- und Hotel-Konzept.

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Das grüne Hotel. Vigilius Mountain Resort (Südtirol). 8 Öko-Hotels in der Schweiz. 14 Seehotel Waldstätterhof, Brunnen (SZ). Modernes Design im Grandhotel. 20 Hotel Bad Bubendorf. Auf den Spuren der Geschichte. 24 Hotel One66, St. Gallen. Design-Hotel für Business-Gäste. Kunst- und Kulturhotel Teufelhof, Basel. Schlafen im Kunst-Hotel. 38 Kulm Hotel, St. Moritz. Pierre-Yves Rochon wirkte in St. Moritz. Park-Hotel Winterthur. Eine Oase mitten im Stadtpark. 44 Hotel Nomad, Basel. Lifestyle-Hotel für Nomaden. 50 Ibis Hotel Group. Design-Lobby für Budget-Gäste.

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INNENARCHITEKTUR & DESIGN  2016

BAD, SPA & WELLNESS

60 «The Alpina Gstaad». 66 70

Spa-Oase der Superlative. Hotel Schweizerhof, Bern. Luxus-Spa im Untergrund. Deltapark Vitalresort, Gwatt. Medical Wellness am Thunersee.

AM MARKT

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Neue Produkte und Konzepte

IMPRESSUM

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Impressum und Inserentenverzeichnis

Titelseite: Grand Ferdinand, Wien

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  2016  INNENARCHITEKTUR & DESIGN


INTERIOR DESIGN

GRÜNES HOTEL

HOTEL-DESIGNER KARSTEN SCHMIDT ÜBER DAS «VIGILIUS MOUNTAIN RESORT» (SÜDTIROL)

Das grüne Hotel Das «Vigilius Mountain Resort» in Südtirol hat alle meine Erwartungen an ein ökologisch geführtes Hotel mehr als erfüllt, schreibt der renommierte und international erfolgreiche HotelDesigner Karsten Schmidt: «Angefangen mit dem frischen und einladenden Web-Auftritt über die ganzheitlich gelebte Ökologie, die verwendeten natürlichen Materialien, das schöne Design, die motivierten Mitarbeiter bis zu ihrer gelebten Vision.»

Text: Karsten Schmidt

INNENARCHITEKTUR & DESIGN 2016

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«Im Vigilius Mountain Resort ist die Grenze zwischen Natur und Architektur kaum wahrnehmbar. Klare Linien und eine unaufdringliche Formensprache prägen die Architektur.» Karsten Schmidt

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Man mag es kaum glauben, dass das «Vigilius Mountain Resort» bereits vor 13 Jahren gebaut worden ist, wenn man den Stand der Technik und die Materialien sieht, die verwendet worden sind. Noch mehr erstaunt der perfekte Zustand des Hotels unter dem Gesichtspunkt, dass die Unterhalts- und Renovationsarbeiten während der jähr­ lichen, dreiwöchigen Schliessung des Hotels gemacht werden. Im «Vigilius Mountain Resort» ist die Grenze zwischen Natur und Architektur kaum wahrnehmbar. Klare Linien und eine unaufdringliche Formensprache prägen die Architektur. Die Holz- und Glasfassade des Hotels geht harmonisch in die Landschaft über. Der gesamte öffentlich wahrnehmbare Hotel-Bereich besteht aus Lärchenholz. Sichtbarer Lehmputz im Innen- und Aussenbereich sowie roh belassene Stampflehmwände in den Zimmern und Suiten verleihen dem Bau eine einzigartige Atmosphäre. Aussen wie innen prägen natürliche Materialien aus erneuerbaren Ressourcen das Erscheinungsbild: eine raffinierte Balance zwischen Natur und Architektur, Tradition und Moderne, behaglicher Wohnkultur und faszinierendem Design. Fazit: Die Entwicklung in Bezug auf die Ökologie steht immer noch am Anfang. So wurde die Architektur früher von zwei Kriterien bestimmt: Funktionalität und Ästhetik. Heute kommt ein drittes, sehr wichtiges Kriterium dazu, das bei jedem Neu- und Umbau berücksichtigt werden muss: Nachhaltigkeit. Mit der derzeitigen rasanten Weiterentwicklung, beispielsweise bei der Fotovoltaik, dienen in Zukunft grosse Gebäude eventuell sogar der Energieproduktion. So könnten sich Hotels mit der benötigten Energie selbst versorgen oder die überschüssige Energie im Sinne von Shared Economy an die Gemeinde abgeben. Mit Fassadenbegrünung könnte es in Zukunft möglich sein, aktiv zur Luftreinigung beizutragen. Im Hinblick auf diese Entwicklung ist es entscheidend, dass sich Hoteliers und Investoren dafür entscheiden, die heutigen Möglichkeiten für nachhaltiges Bauen zu nutzen. ❚

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INTERIOR DESIGN  GRÜNES HOTEL

«Mit Fassadenbegrünung könnte es in Zukunft möglich sein, aktiv zur Luftreinigung beizutragen.» Karsten Schmidt

INNENARCHITEKTUR & DESIGN  2016

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HOTEL-DESIGNER KARSTEN SCHMIDT ÜBER ÖKO-HOTELS IN DER SCHWEIZ

Gutes Design und Ökologie

Einklang oder Gegensatz?

Text: Karsten Schmidt

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INTERIOR DESIGN  GRÜNES HOTEL

An Ökologie kommt man heutzutage nicht mehr vorbei. In der Landwirtschaft ist das Thema seit vielen Jahren fest integrierter Bestandteil. In der Politik wird es immer wieder thematisiert, und beim Umweltschutz wird stetig versucht, den globalen Fussabdruck der Schweiz zu verkleinern. Es ist augenscheinlich, dass sich die Ferien-Hotellerie immer mehr für Ökologie einsetzt und diese auch lebt. Warum geht diese Entwicklung gänzlich an der Stadt-Hotellerie vorbei? Mit meiner Recherche möchte ich beleuchten, wie stark sich die Schweizer Hotels für die Umwelt ein- und mit dem Thema Ökologie auseinandersetzen. Die zentrale Frage: Welche Hotels leben Ökologie ganzheitlich und sprechen nicht nur darüber? Labels, Zertifizierungen, Normen Es gibt einen ganzen Dschungel von Zertifizierungen und Labels, die sich mit dem Thema Ökologie beschäftigen. Drei relevante Zertifizierungen sind Minergie, ISO 14001 und Green Living. Minergie Minergie ist ein Baustandard für neue und modernisierte Gebäude. Mit Minergie soll ein hoher Wohn- und Arbeitskomfort durch eine hochwertige Bauhülle und eine systematische Lufterneuerung erreicht werden. Das Aparthotel Rotkreuz ist ein Haus, das nach dem Minergie-Standard gebaut worden ist. Neben Minergie setzt sich das Hotel auch ganzheitlich für Nachhaltigkeit ein. Dies umfasst unter anderem eine Erdsondenheizung, regionale Zulieferer, Unterstützung lokaler Vereine und den nachhaltigen Umgang mit Ressourcen. ❯

Holzbau: Chäserrugg.

Holzbau: City Garden Hotel, Zug. INNENARCHITEKTUR & DESIGN  2016

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INTERIOR DESIGN  GRÜNES HOTEL

die sich als «Green Living Hotel» bezeichnen dürfen. Eines davon ist das Hotel Saratz, das sich neben der ISO 14001 auch für die Zusatzklassifizierung «Green Living» entschieden hat. Feedbacks von Gästen zur Nachhaltigkeit/Ökologie? «Manche Gäste erklären uns in Einzelgesprächen, dass sie sich eher für eine Buchung im Hotel Saratz entschieden hätten, da sich das Hotel mehr für die Umwelt engagiere als andere Hotels. Wir haben jedoch noch nie einen Gast gehabt, der dies als Bedingung für eine Buchung ansieht», so General Manager Thierry Geiger. Holzbau Ein Schwerpunkt-Thema, wenn man über Ökologie in der Hotellerie spricht, sind auf jeden Fall auch die baulichen Rohstoffe, die verwendet werden. Bei einem Neu- oder Umbau müssen zahlreiche Kriterien erfüllt werden, die entscheidend für den verwendeten Rohstoff sind. Die Vor- und Nachteile eines Holzbaus sind im nachfolgenden Text aufgeführt. Dabei ist zu erwähnen, dass ein Holzbau nicht zwingend als solcher optisch erkennbar sein muss. Beat Lauber, diplomierter Holzbauingenieur FH SIA Hotels, bestätigt, dass Hotels als Neubau in der Schweiz wirklich rar sind. Insbesondere wegen der bis 2015 geltenden Brand-

Holzbau: Villa Honegg in Ennetbürgen (Nidwalden).

Warum setzt das Hotel auf Ökologie? Kurt Müller, Verwaltungsratspräsident der Apart AG: «Am Beispiel der von uns eingebauten Erdsonden zeigt sich, dass die Anfangsinvestitionen zwar gross sind, sich diese aber aufgrund des langfristig gesehenen Nutzens lohnen (geringere Energiekosten). Zudem verbleibt mehr Geld in der schweizerischen Wirtschaft. Wir wollen für die Branche ein Vorbild sein. Auch leben wir in einer Gemeinde, die das Label ‹Energiestadt› trägt. Mit unseren Bemühungen tragen wir dem Label Rechnung. Als gutes Beispiel eignet sich das Konzept ‹Granderwasser›: Damit entfällt die ökologisch fragwürdige Wasser- und Flaschenlogistik (Import und Transport in Glasoder Pet-Plaschen).» ISO 14001 Die ISO-Normen sind den meisten Hoteliers in der Schweiz ein Begriff. Neben der bekanntesten ISO 9001 gibt es auch die Norm ISO 14001. Diese definiert weltweit gültige Kriterien für effiziente Umweltmanagement-Systeme. Die Norm bildet die Grundlage für die Optimierung umweltrelevanter Prozesse und für die Minimierung von Risiken und Umweltbelastungen in Unternehmen. Die ISO 14001 kann in Verbindung mit der ISO 9001 zum integrierten Managementsystem erweitert werden. Beispiel: Das Hotel Saratz in Pontresina (Graubünden) verfolgt bereits seit knapp zehn Jahren einen ökologischen Ansatz (Start 2007). Seit 2010 wird das Haus mit einem ISO-14001-Zertifikat betrieben. «Seit 2015 wird das Hotel zu 60 Prozent mit einer geothermischen Pumpe geheizt», betont Thierry Geiger, General Manager des Hotels Saratz. Spezialisierungskategorie «Green Living» Zusätzlich zu der klassischen Hotel-Klassifizierung mit Sternen kann sich ein Hotel auch in Spezialkategorien klassifizieren lassen. «Green Living» ist eine dieser Spezialisierungskategorien des Branchenverbandes Hotelleriesuisse. Ein Hotel mit der Spezialisierungskategorie «Green Living» engagiert sich nachweislich im Umweltbereich und ist mit einem entsprechenden (von Hotelleriesuisse anerkannten) Label ausgezeichnet. Insgesamt gibt es 19 Hotels in der Schweiz,

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Im MinergieStandard gebaut: Aparthotel in Rotkreuz (Kanton Zug).

Zimmer im Aparthotel Rotkreuz.

  2016  INNENARCHITEKTUR & DESIGN


Setzt auf Nachhaltigkeit und Ökologie: Rockresort Laax (Graubünden).

Zimmer im

schutzvorschriften (BSV). Im Hinblick auf die BSV 2015 wurden einige Hotel-Neubauten in Planung und teils auch in Umsetzung geführt. Das Jugendstil-Hotel Paxmontana in Flüeli-Ranft und das Luxus-Hotel «Villa Honegg» (Ennetbürgen) zeigen, wie Hotels (Holzbauten) aus der Jugendstilzeit komplett in Holz umgebaut werden konnten. «Ein grosser Vorteil von Hotel-Bauten in Holz ist die Möglichkeit des einfachen Umbaus. Holzbauten können bei laufendem Betrieb umgebaut werden, bei Betonbauten ist das fast nicht möglich (Lärmbelastung). Und vor allem bei gros­ sen Hotels wird ja relativ fleissig umgebaut und erneuert», so Beat Lauber. Die Vorteile des Holzbaus Alfred Kammerhofer, Chef der Bafu-Sektion Holzwirtschaft und Waldwirtschaft, nennt weitere Trümpfe des Holzbaus: «Holz bindet das Klimagas CO2. Zudem kommt es gegenüber dem Massivbau mit dünneren Wänden aus, was die Nutzfläche um 5 bis 8 Prozent wachsen lässt. Und beim Abbruch kann Bauholz beispielsweise zu Platten verarbeitet und nach dieser Nutzung schliesslich noch zur EnergieErzeugung verbrannt werden. Die Baukosten für Holzbauten können zwischen 3 Prozent günstiger und 5 Prozent teurer sein – gegenüber konventionellen Gebäuden aus Beton und Ziegeln. Dafür sind sie günstiger im Betrieb, der rund 80 Prozent der gesamten Lebenskosten eines Gebäudes ausmacht. Holzbauten sind deshalb besonders für Investoren interessant, welche die Nebenkosten tief halten wollen und sich zunehmend einem nachhaltigen Bauen verschreiben.» INNENARCHITEKTUR & DESIGN  2016

Rockresort Laax.

Auch Pirmin Jung, Geschäftsführer der Pirmin Jung Ingenieure Holzbau AG, bestätigt: «Im Holzbau hat in den letzten zwanzig Jahren eine enorme Entwicklung stattgefunden. Die Denkweise von früher (Warum ein Holzbau?) wurde mittlerweile erfreulicherweise von Warum kein Holzbau? abgelöst.» Leuchtturm-Projekt: Mountain-Resort Laax Ein Visionär war Reto Gurtner schon immer. Deshalb war es mir sehr wichtig, mich mit der ambitionierten Vision zu beschäftigen: Laax ist das erste selbst versorgende WinterResort weltweit. Im Gespräch mit Christoph Schmidt, Mitglied der Geschäftsleitung und verantwortlich für die Hotellerie und Gastronomie, haben wir Fragen rund um die Ökologie thematisiert. Sehr schnell kamen wir während des Gespräches auf den Label-Dschungel in der Schweiz zu sprechen. Woraufhin mir Christoph Schmidt erklärte, dass genau diese Vielzahl von verschiedenen Zertifizierungen und Labels dazu geführt habe, «Green Style» zu entwickeln. «Green Style» ist ein Label, das für das ganze Unternehmen angewendet werden kann und mit dem sich die ganze Region identifiziert. «Ein Label und eine Vision helfen dabei, das Denken zu institutionalisieren, denn je grösser ein Unternehmen wird, desto wichtiger wird die Vision, die alles vereint und mit der sich jeder Mitarbeiter identifizieren kann.» Sehr früh ist sich ❯

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INTERIOR DESIGN  GRÜNES HOTEL

Mit der Spezialkategorie «Green Living» klassifiziert: Zimmer im Hotel Saratz (Pontresina).

Hotel Saratz, Pontresina. Seit 2015 wird das Hotel zu 60 Prozent mit einer geothermischen Pumpe geheizt.

die «Weisse Arena Gruppe» darüber bewusst geworden, wie wichtig das Kapital der Natur für die ganze Region und deren Zukunft ist. Wichtige Fragen zum Thema Nachhaltigkeit Ein wichtiger Punkt, mit dem sich die «Weisse Arena Gruppe» auseinandergesetzt hat, ist die Frage: In welcher Dimension beschäftigt man sich mit Nachhaltigkeit? Und wie will man dem Gast zeigen, dass man sich für die Umwelt einsetzt? Eine andere Frage, die ebenfalls wichtig ist und die vorab geklärt werden musste: Was kann und was will ich für die Umwelt im Moment und in der Zukunft leisten? Dabei betont Christoph Schmidt, «dass die Kosten bei jedem Punkt nicht die entscheidende, aber trotzdem eine wichtige Rolle spielen, da ein Unternehmen neben dem Engagement für die Umwelt auch wirtschaftlich erfolgreich sein muss». Beim «Rockresort» zeigt sich auf eindrückliche Weise, dass moderne Architektur, schönes Design und Nachhaltigkeit sich nicht ausschliessen, sondern dem Gast ein einzigartiges Erlebnis bieten. Die Schlafräume sind mit unbehandeltem, massivem Eichenholz ausgekleidet, die Wände und Böden im Wohnbereich sind in Sumpfkalk und Beton ausgeführt. Reto Gurtner plant ein weiteres Holzbau-Projekt Heute gibt es verschiedenste Möglichkeiten, sich für die Ökologie einzusetzen. Die Entwicklung in der Bautechnik ist

rasant. So gibt es immer mehr Holz-Neubauten, da die Vorteile vermehrt für den Baustoff Holz sprechen. Reto Gurtner plant bereits das nächste Projekt – es wird ein Holzbau sein. Neben der Bauweise ist auch die Energie-Gewinnung ein zentraler und wichtiger Faktor, wenn es um Nachhaltigkeit und den Schutz der Ressourcen geht. Natürlich sind auch die Abfallreduktion und der Einsatz ökologisch hergestellter Produkte ein wichtiges Kriterium. «Ein Neu- oder Umbau beinhaltet immer einen Katalog mit Kriterien, der erfüllt werden muss – aber wie diese Kriterien erfüllt werden, entscheidet jeder Hotelier selbst», Christoph Schmidt. Fazit Die oben aufgeführten Schweizer Hotels zeigen, dass Ökologie hauptsächlich in der Ferien-Hotellerie ganzheitlich und glaubwürdig umgesetzt wird. Aus eigener Erfahrung weiss ich, dass in den Manuals der Ketten-Hotels Nachhaltigkeit in den verschiedenen Bereichen aufgeführt, aber selten gelebt wird. Was mir bei der Recherche für diesen «Hotelier»-Fachbeitrag aufgefallen ist, sind die vielen Websites und Labels zum Thema Ökologie. Dadurch wird es auch für den Gast schwierig oder fast unmöglich, Hotels zu finden, die sich ganzheitlich für die Umwelt einsetzen. Bei den hier erwähnten Hotels zeigt sich, dass sich Ökologie und gutes Design nicht ausschliessen. Ganz im Gegenteil: Es ist ein Geschäftsmodell, mit dem sich Hoteliers klar von den grossen Hotel-Ketten abheben und sich als LeuchtturmHotel erfolgreich in der Schweiz positionieren können. ❚

DER AUTOR Karsten Schmidt-Hoensdorf ist Gründer und kreativer Kopf des Zürcher Architekturbüros und Interior Design Studios IDA14. Der Branchenfokus liegt in den Bereichen Hotellerie, Branding und Kultur. In den letzten 20 Jahren ver­wirklichte er zahlreiche Projekte in der Privat- und Ketten-Hotellerie und war weltweit als Berater nationaler und internationaler Hotel-Projekte tätig. Schreiben Sie ihm Ihre Meinung: karsten.schmidt@ida14.ch www.ida14.ch Holzbau: Jugendstil-Hotel Paxmontana in Flüeli-Ranft.

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INTERIOR DESIGN  SEEHOTEL WALDSTÄTTERHOF, BRUNNEN (SZ)

Der «Waldstätterhof» am See

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  2016  INNENARCHITEKTUR & DESIGN


INTERIOR DESIGN  SEEHOTEL WALDSTÄTTERHOF, BRUNNEN (SZ)

SEEHOTEL WALDSTÄTTERHOF, BRUNNEN (SZ)

MODERNES DESIGN im Grandhotel

Das Seehotel Waldstätterhof in Brunnen (Kanton Schwyz) wurde 1870 eröffnet und gehört zu den traditionsreichen Grandhotels am Vierwaldstättersee. Die Besitzerfamilie von Reding hat in den letzten Jahren viele Millionen in das Viersterne-Superior-Haus investiert. Die jüngste Investition beträgt rund 6 Millionen Franken und umfasst Bar, Lounge, Restaurant und «Rütli Saal». Fragen zum Umbau an den Innenarchitekten Guido Henzmann (Ligno in-Raum, Emmen).

Guido Henzmann, Sie haben in einem guten Jahr zahlreiche öffentliche Räume im «Waldstätterhof» umgebaut. Warum drängte sich eine Sanierung und Neugestaltung auf? Nun, das Restaurant und die Bar waren funktionell und ästhetisch nicht mehr auf dem neuesten Stand. Und der «Rütli Saal» wirkte wenig attraktiv und war, architektonisch gesehen, ein Fremdkörper. Der «Waldstätterhof» wurde 1870 eröffnet und gilt als ty­pisches Grandhotel der Jahrhundertwende. Wie haben Sie es geschafft, die 140-jährige Tradition und die Ansprüche der modernen Zeit an ein Raumund Gestaltungskonzept in eine gewisse Harmonie oder in Einklang zu bringen? Ich glaube, es ist eine unserer Stärken, in geschichtsträchtigen Häusern die Balance zwischen Alt und Neu zu finden. Auch im «Waldstätterhof» haben wir gewisse Raumelemente stehen lassen oder neue – aus der Region oder vor Ort – gesucht und diese in ein aktuelles Gestaltungskonzept und Möbel-Design eingebunden. Die Bauherrschaft war übrigens sehr offen für neue Gestaltungsideen. Ein gewisser lokaler Bezug musste jedoch spürbar bleiben. Haben Sie und Ihr Team von «Ligno» den Umbau von A bis Z konzipiert und ausgeführt? Ja, von der ersten Idee bis zu schlüsselfertigen Übergabe wurde alles von «Ligno» kreiert, entwickelt, geplant, um- und neu gebaut, eingerichtet und fertiggestellt. ❯ INNENARCHITEKTUR & DESIGN  2016

Sust-Stube

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INTERIOR DESIGN  SEEHOTEL WALDSTÄTTERHOF, BRUNNEN (SZ)

DIE KREATIVEN VON «LIGNO» Guido Henzmann gründete 1996 die Ligno in-Raum AG in wirtschaftlich schwierigen Zeiten der Hotellerie und Gastronomie. Kaum jemand wagte noch, in die Branche zu investieren. Das junge Team an kreativen und einsatzfreudigen Köpfen startete mit kleinen Face-Liftings an Hotels und überzeugte durch sein solides Handwerk. «Ligno» erweiterte stets sein Know-how und erarbeitete sich nach und nach einen Namen als Gesamtdienstleister und Garant für erfolgreiche Raumkonzepte. «Wir verstehen Architektur als sinnliches Medium. Es geht um das Mobilisieren von Emotionen», so Guido Henzmann zur Firmenphilosophie. «Unsere Konzepter und Gestalter setzen sich mit den diversen Bedürfnissen der Menschen auseinander und erarbeiten mit viel Sensibilität ästhetische und Brasserie

glaubwürdige Innenarchitektur-Lösungen.»

Würden Sie die Umbauphase rückblickend als eher schwierig oder besonders herausfordernd betrachten? Das Projekt beinhaltete einen Komplettumbau der gesamten Räume der Gastronomie sowie den Abbruch und Neubau eines doppelt so grossen Ersatzgebäudes für den «Rütli Saal». Der alte «Rütli Saal» wurde im November 2015 abgebrochen, und der Neubau, inklusive Fundationen am See, musste an Weihnachten aufgerichtet und die Gebäudehülle dicht sein. Nur so bestand eine Chance, das gesamte Projekt bis Anfang März fertigstellen zu können. Unser Vorhaben war somit wirklich sehr ambitiös! Doch wir haben die Herausforderung angenommen und es geschafft, den sehr engen Terminplan einzuhalten. Das Hotel konnte pünktlich eröffnet werden. Es ging ja beim Umbau darum, alte, historische Bausubstanz möglichst zu erhalten und trotzdem neueste Technologie umzusetzen. Wie sind Sie da konkret vorgegangen? Während der gesamten Planungszeit standen wir in einem engen Dialog mit der Bauherrschaft. Es wurde ein Bedürfniskatalog ausgearbeitet, der ständig angepasst und ergänzt werden musste. Während des Planungsprozesses wurde laufend beurteilt, was bestehen bleiben kann, was erneuert und was ersetzt oder neu gebaut werden sollte. Alles, was in Zusammenhang mit der his-

«Von der ‹Sust-Stube› aus hat man den Blick auf die Tells­platte. Das war der Grund dafür, dass wir hier ein Thema sinnbildlich für Wilhelm Tell suchten.» Guido Henzmann

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Buffet   2016  INNENARCHITEKTUR & DESIGN


Bartli-Bar

torischen Bausubstanz stand, musste mit der Denkmalpflege besprochen und allenfalls von dieser genehmigt werden. Eine knifflige Sache boten zudem die niedrigen Raumhöhen, in denen die Technik kaum untergebracht werden konnte.

wirkende Materialien, eine Teppichinsel, passende Hölzer und Farben, ergänzt durch Feuer, Dekor, passendes Licht und einen Fischschwarm an der Decke lassen die «Bartli-Bar» zusammen mit dem passendenden Sound-Konzept einladend und gemütlich wirken.

Sprechen wir über das neue Raum- und Gestaltungs­ konzept. Sie und Ihr Team sind bekannt dafür, Neu erscheint jetzt auch Geschichten in Design-Konzepte zu intedie «Sust-Stube». Da fallen grieren. Beispiel: Hotel Schweizerhof «Auch im ‹Waldstätterhof› zum Beispiel die EdelweissLuzern. Da haben Sie ein Festival-Hotel oder Blumenmotive an den «kreiert», das Geschichten aus der haben wir analysiert Wänden auf. Nach welchen Hotel-Geschichte erzählt. Wie war das Kriterien haben Sie diese im «Waldstätterhof»? und recherchiert, was sich «Stube» gestaltet? Jedes Haus und jeder Standort – mitsamt seinen am Standort selbst und in der Von der «Sust-Stube» aus hat man Menschen – wird von uns von Grund auf beurden Blick auf die Tellsplatte. Das teilt. Im direkten Gespräch mit der BauherrUmgebung finden und ins war der Grund dafür, dass wir schaft und/oder dem Betreiber erarbeiten und Konzept integrieren lässt.» hier ein Thema sinnbildlich für entwickeln wir Ideen und Konzepte. Aus diesem Wilhelm Tell suchten und diesen Grund ist kein Projekt unmittelbar mit einem Raum schlussendlich auch beinahe anderen vergleichbar. Jedes Vorhaben erhält Guido Henzmann «Tell-Stube» nannten. Beim Einsomit seine eigene Identität und Ausstrahlung. gangsportal platzierten wir Tells Auch im «Waldstätterhof» haben wir analysiert Geschoss in Form eines Pfeils, der einen Apfel und recherchiert, was sich am Standort selbst und in der Umgedurchbohrt. Dieser Apfel ist halbiert. Während bung finden und ins Konzept integrieren lässt. Darauf aufbauend einer internen Kaffeepause halbierte unser Prowurde dann, teilweise sehr konkret, manchmal nur unterschweljektleiter einen Apfel und zeigte uns seinen lig, eine eigenständige «Geschichte» gestaltet und durchgängig Querschnitt mit den fünf Kernen … Ein sehr umgesetzt. schönes Detail, das wir als Motiv sogleich in die Holzwandverkleidung fräsen liessen und so die Sprechen wir über die einzelnen Räume, die Sie Geschichte des Freiheitskämpfers in der «Sustumgebaut und neu gestaltet haben. Die sogenannte Stube» verstärkt integrierten. «Bartli-Bar» erinnert an vergangene Jahrzehnte. Warum dieser Vintage-Stil? Neu erstrahlt jetzt auch die «Brasserie». Der «Bartli» gehört zu einer Sammlung von Figuren, die aus Da dominieren Braun- und Beige-Töne. der Schwyzer Fasnachtskultur stammen. Die Figuren und ihre Zudem trennt ein Vorhang den Raum. Geschichten sind in Brunnen jedem Einheimischen bekannt. Da Erklären Sie uns doch bitte, warum Sie die Bartli-Figur Namensgeber der «Bartli-Bar» ist und die Figuren diesen Raum gerade so gestaltet haben! in der Bar von jeher eine zentrale Rolle spielen, haben wir sie auch Die «Brasserie» war für uns eine ganz besondere in der neuen Bar wieder integriert und passend inszeniert. Am Herausforderung! Trotz Verschnitt der «Brasserie» Eingangsportal ist sogar eine geschnitzte Bartli-Figur platziert. durch den Korridorzugang zum «Rütli Saal» und Aloys von Reding, dem Hotelier, war es auch ein grosses Anliegen, trotz den teilweise hoch frequentierten, durch das dass die Raucher-Bar nachts, aber auch tagsüber, ein Treffpunkt gleiche Lokal führenden Service-Zugängen auf ist. Zudem bestand der Wunsch, dass die Bar wohnlich, gemütlich die Terrasse und in das Office, sollte die «Brasseund angenehm einladend wirkt. Mit dem Vintage-Stil liessen sich rie» ein Lokal bleiben. Im vorderen Bereich war ❯ diese Kriterien sehr gut erfüllen. Edle, teilweise etwas verbraucht INNENARCHITEKTUR & DESIGN  2016

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INTERIOR DESIGN  SEEHOTEL WALDSTÄTTERHOF, BRUNNEN (SZ)

Rütlisaal

das A-la-carte-Restaurant geplant. Hinter dem «Rütli Saal»-Zugang wurde eine grosse Buffetanlage mit Frontküche und gewärmten sowie gekühlten Zonen für Frühstück, Mittag- und Abendessen sowie Kaffeepausen und Apéros gebaut. Der Standort des Buffets vor dem Eingang zum «Rütli Saal», an dem bei einem einzigen Anlass bis zu 500 Gäste vorbeikommen, war sehr heikel. Jeder kann sich vorstellen, wie ein benutztes Buffet aussehen kann! Aus diesem Grund kamen wir auf die Idee mit dem hinterleuchteten Vorhang als Trennung zwischen Saal-Eingang und Buffet. Während der Vorbereitungen bleibt der Vorhang geschlossen, um dann zur Eröffnung des Buffets «Vorhang auf» zu zelebrieren. Während der Aufräum- und Reinigungsarbeiten wird der Vorhang wieder zugezogen. Der hinterleuchtete Vorhang wirkt wie ein grosser Leuchter und erhellt die Durchgangszone auf angenehme und interessante Weise. Zudem macht er neugierig. Die «Brasserie», das eigentliche A-la-carte-Restaurant, eignet sich für Einzelgäste oder kleine Gruppen. Die Natursteinwand mit Nische wurde aus dem alten Lokal übernommen. Dazu kombinierten wir die Holzdecke und Raumteiler mit Ornamentik, gefrästen Holzriemen, Keramikleuchten und grob gewobenen Stoffen mit neuzeitlichem Farbenmix. Die hohen Rücken der Sitzbänke bilden gemütliche Zonen, ermöglichen Privatsphäre und schirmen in Richtung Service-Durchgänge ab. Nach welchen Kriterien haben Sie die Materialien ausgewählt? Die Materialisierung basiert in den einzelnen Räumen auf den jeweiligen Themen. In der Gesamtheit war uns jedoch wichtig, dass die Gestaltung und die Materialisierung der verschiedenen Bereiche einem übergeordneten Konzept folgten. Ein Konzept, das neuzeitlich und modern wirkt, die Vergangenheit des «Waldstätterhofs» mit seinen zusätzlichen historischen und grossen Sälen jedoch weiterhin würdigt. Wie würden Sie das Farb- und Lichtkonzept umschreiben? Auffallend sind zum Beispiel die verschiedenen Leuchten, die an Wänden und Decken hängen … Das Lichtkonzept beinhaltet einerseits funktionelles, andererseits emotionelles Licht. Weil die Räume sehr niedrig sind, war die Lichtplanung für das Grund- und Funktionslicht sehr herausfordernd. In allen Räumen können ganz unterschiedliche Lichtszenarien programmiert und je nach Tageszeit oder je nach Bedürfnis abgerufen werden. Stammen Möbel, Design-Objekte, Teppiche und Leuchten aus Schweizer oder gar einheimischer Produktion?

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«Das Konzept wirkt neuzeitlich und modern, doch es würdigt auch die Vergangenheit des ‹Waldstätterhofs› mit seinen historischen und grossen Sälen.» Guido Henzmann

WAS SAGT DER HOTELIER ZUM UMBAU? ALOYS VON REDING, WIE WÜRDEN SIE DIE AKTUELLE ­POSITIONIERUNG IHRES HOTELS UMSCHREIBEN? Wir sind ein privat geführtes Erstklasshaus direkt am Vierwaldstättersee, ein Haus mit jungem Geist und alter Seele. Wir liegen direkt gegenüber der Rütliwiese, zentral gelegen im Herzen der Zentralschweiz. WIE VIELE MILLIONEN HABEN SIE IN DEN JÜNGSTEN UMBAU 2015/16 INVESTIERT? Die letzte Etappe hat, inklusive Terrassenumbau, rund 6 Millionen Franken gekostet. Zudem wurden in den Korridoren und in den 19 Seminarräumen die Teppiche ersetzt. Jetzt fehlt nur noch der «Mythensaal»! WAS ERHOFFEN SIE SICH VOM UMBAU ODER VON DEN NEUEN RÄUMLICHKEITEN? Ganz einfach: zufriedene Gäste und mehr Effizienz in der Personal­ einsatzplanung. WAS WAREN IHRE ZIELVORGABEN, ALS ES DARUM GING, DAS NEUE DESIGN UND DIE NEUE INNENARCHITEKTUR FESTZULEGEN? Es gab keine Zielvorgaben! Nur etwas: Funktionalität musste vor dem Design stehen. Und der Charakter des Hauses sollte beim Umbau stets berücksichtigt werden. WIE WÜRDEN SIE DIE ZUSAMMENARBEIT MIT DEM ­ARCHITEKTEN-TEAM VON «LIGNO IN-RAUM» UMSCHREIBEN? Sehr professionell und angenehm. Guido Henzmann und sein Team haben immer im Sinne der Sache gehandelt. Inputs über Abläufe sowie Erfahrungen seitens des Hotels wurden stets positiv aufgenommen und umgesetzt. Persönliche Ansichten wurden immer zugunsten der Sache entschieden. WER STEIGT IM SEEHOTEL WALDSTÄTTERHOF AB? WER SIND IHRE GÄSTE? Über 85 Prozent Schweizer, ansonsten Gäste aus Deutschland und England und 5 Prozent aus dem Rest der Welt. Wir haben hier sehr viele Seminare, Schulungen, Tagungen und Kongresse. Im Sommer domi­ni­eren Feriengäste aus Deutschland und England sowie Wochen­ endgäste aus dem Grossraum Zürich (Spa-Angebot). Hinzu kommen Hochzeiten, Firmen- und Familienanlässe im Bankettbereich.

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Die Möbel, Textilien, Teppiche und Leuchten stammen vorwiegend aus Kollektionen europäischer Länder, jeweils direkt von den jeweiligen Herstellern. Die einzeln gefertigten Möbel und Innenausbauten hingegen wurden nach unserem Design vorwiegend durch regionale Unternehmer hergestellt. Der «Rütli Saal» ist ein moderner Anbau und wurde vollständig neu erbaut. Wie lauten hier die architektonischen Kriterien und Rahmenbedingungen? Der neue «Rütli Saal» wurde doppelt so gross wie der alte gebaut, musste unterteilbar sein und den modernsten akustischen und technischen Anforderungen gerecht werden. Zudem musste er so konzipiert sein, dass er sich für private und festliche wie auch für Business-Anlässe eignet. Auch wenn der Saal unterteilt ist, haben beide Saalhälften grosse Fenster mit Tageslicht und schönem Ausblick auf See oder Park. Nebst einer Akustikdecke wurde die lange Holzwand ebenfalls mit akustischen Eigenschaften versehen. Die «Rütlibilder» mit den drei Schwörenden, der Rütliwiese und den Bergen wurden nach einem definierten Raster so in die Holzwand gebohrt, dass die Bilder erst auf den zweiten Blick erkennbar sind und die Bohrung ebenfalls akustisch absorbierend wirkt. Der sogenannten «Fronalp Lounge» haben Sie ebenfalls ein neues Outfit verpasst. Doch es dominieren hier nach wie vor alte Elemente, historische Dinge wie Kamine, Spiegel und Gemälde. Warum nicht ein voll­ ständig neues Design? Der «Fronalpsaal» ist ein historischer und in sich einzigartiger Raum. Deshalb wollte man ihn so belassen. Aus funktioneller Sicht war die Idee jedoch die, dass Nichtraucher vom gleichen Angebot profitieren können wie die Raucher in der Raucherbar. Deshalb besteht die Möblierung aus Lounge, Bar-Tischen und normal hohen Tischen. Hat man auch die Aussenfassade des Hauses saniert? Im Aussenbereich wurden zeitgleich mit dem Neubau des Rütlisaals die Gäste- und Service-Eingänge sowie die Terrasse, inklusive der Beschattung, erneuert. Parallel dazu hat die Gemeinde die gesamte öffentliche Uferzone neu gebaut. Somit ist die Umgebung nun ebenfalls neu und attraktiv. ❚

DIE GESCHICHTE Am 17. Juli 1870 wurde der «Waldstätterhof» in Brunnen eröffnet. Das Luxus-Hotel von Fridolin Fassbind bot damals 115 Gastzimmer mit 170 Betten. Die Idee zum Bau des Hotels direkt am Quai stammte von Fassbinds Frau Nanette. Architekt war Johann Meyer, der unter anderem am Kollegium Schwyz als Zeichenlehrer arbeitete. Die Anzahl der Zimmer und Betten hat sich bis heute nicht stark verändert, auch wenn Damenund Musiksalon, Raucher- und Billardzimmer nicht mehr bestehen, so erinnern noch viele Dinge an damals. Vor allem die prachtvollen Säle lassen die Glanzzeiten der grossen Grandhotels um die Jahrhundertwende erahnen. Grössen aus Adel, Politik und Kultur, so zum Beispiel Königin Victoria von England, König Alfons von Spanien, Winston Churchill, Hugo von Hofmannsthal oder Hermann Hesse waren im «Waldstätterhof» in Brunnen zu Gast.

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Bilder: Roger Fiechter und Francesca Giovanelli


INTERIOR DESIGN  BAD BUBENDORF HOTEL, BASELLAND

BAD BUBENDORF HOTEL, BASELLAND

Auf den

Spuren der Geschichte Jedes Hotel kann eine oder seine Geschichte erzählen. Wo kommt es her, wo will es hin? Gibt es eine Historie, die als tragfähige Basis für das gesamte Interior-Design-­ Konzept dienen kann, oder gilt es, den Blick in die Zukunft zu richten und Geschichte neu zu schreiben? Das Beispiel von «Bad Bubendorf» zeigt, wie sich die Geschichte eines Hauses wie ein roter Faden durch das ganze Hotel zieht.

Das Dreisterne-Superior-Hotel «Bad Bubendorf» im Kanton Baselland ist ein Glücksfall mit Blick auf die geschichtsträchtige Vergangenheit des Hauses. Die grosse Herausforderung bei der Renovation und Neugestaltung des historischen denkmalgeschützten Hotelteils lag darin, ein rundum schlüssiges Interior-Design mit Wohlfühl-Atmosphäre in historischem Bestand zu kreieren. Es hiess, eine Lösung zu finden für Hotel-Zimmer, die an und für sich nicht verändert werden durften (Denkmalschutz), völlig unterschiedlich geschnittene Räume, teilweise mit Dachschrägen, sanierungsbedürftige Nasszellen und wenig Platz. Unter diesen Voraussetzungen musste der passende gestalterische Rahmen geschaffen werden, der zeitgemässe Standards, die Geschichte sowie die Philosophie des Hauses überzeugend und authentisch zu einer einzigartigen Identität zusammenführt. Geschriebene Geschichte Sowohl die Historie als Gründungsort des Kantons Baselland wie auch die immer noch sprudelnde INNENARCHITEKTUR & DESIGN  2016

Heilquelle und ihr geheimnisvoller Eremit sind die zwei historischen Eckpfeiler, auf denen die Innenraumgestaltung des Hotels Bad Bubendorf ruht. Als dritte tragende Säule ist die Essenz der Unternehmensphilosophie – «Das Haus mit Herz» – im Interior-Design-Konzept verankert. Entstanden ist daraus ein freundliches, herzliches und doch modernes Ambiente mit historischen Bezügen. Modern interpretiert und in neuen Kontext gebracht, rückt die Geschichte des Hauses aus immer wieder neuen Perspektiven in den Blick der Gäste. Sie ist stimmungsvolle Begleiterin, meist dezent im Hintergrund, manchmal pointiert. So findet sich beispielsweise der historische Text zur Gründung des Kantons Baselland als Ornament auf den Tapeten in den Zimmern wieder. In dreidimensionaler Form in den Korridoren der Hotel-Zimmer platziert, setzt eben dieser Text zusätz­l iche historische Akzente auf überraschend andere Art. Massgeschneidertes zierliches Mobiliar, ein ausgewogener Mix aus Textilien und Holz sowie eine durchgehend helle Farbgestaltung sorgen für Grosszügigkeit auf kleinstem Raum. ❯

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WAS SAGT DER HOTELIER ZUM NEUEN DESIGN? «Das Bad Bubendorf Hotel wurde als eines der besten Dreisterne-Häuser in der Schweiz ausgezeichnet. Dazu leistet das Interior-Design in jedem Fall einen wertvollen Beitrag. Wir wollten das Bestmögliche mit den vorhandenen Ressourcen erreichen und etwas Schönes schaffen; eine Gestaltung von hoher und nachhaltiger Qualität, die über viele Jahre Freude bereitet und gefällt. Dafür haben wir sicher mehr als andere investiert, denn wir lieben geschmackvolle und ehrliche Materialien. Werte wie Respekt und Sorgfalt sind uns wichtig. Nicole Gottschall und ihr «Go Interiors»-Team teilen diese Haltung und haben sie bei der Renovation und Neugestaltung des historischen Hotel-Teils bis ins kleinste Detail mit viel Feingefühl und dem «Wissen», was Menschen emotional erreicht, umgesetzt. Immer wieder sind Gäste vom Design begeistert, entdecken sogar etwas Passendes für sich zu Hause. Letztlich zählt das Gesamtpaket mit seinen vielen Aspekten, insbesondere den Menschen, die in unserem Hause arbeiten. Das macht das Rundum-Wohlbefinden unserer Gäste aus.» Eveline und Roland Tischhauser, Hoteliers & Gastgeber Bad Bubendorf Hotel

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INTERIOR DESIGN  BAD BUBENDORF HOTEL, BASELLAND

Quelle der Inspiration Mit eleganter Leichtigkeit, heiter und lebendig zugleich, fliesst das sprudelnde Wasser der Heilquelle in die Innenraumgestaltung ein. So beispielsweise als silbrig-hellblaue, wellenförmige Ornamente in den Polsterstoffen der Restaurant-Bestuhlung. Die im Restaurant- und Seminarbereich ergänzend zur Grundbeleuchtung installierten Kristallleuchter erinnern mit ihrem bewegten Licht an vom Wasser reflektierte Sonnenstrahlen. Die Räume tauchen ein in eine Atmosphäre aus Wärme und Herzlichkeit, abgerundet durch liebevolle Details. Dazu gehören zum Beispiel eigens angefertigte Collagen mit geschichtsträchtigen Details wie historische Fotos, antike Einzelstücke oder unterschiedlichste Objekte in Herzform. Das Interior-Design des Hotels Bad Bubendorf respektiert in jedem Detail die Geschichte des Hauses. Kombiniert mit einer konsequent individuellen Umsetzung ist es gelungen, diese Geschichte zeitgemäss und einzigartig zu erzählen und gleichzeitig die Möglichkeit zu eröffnen, weiter daran zu schreiben – das macht sie zukunftsfähig. ❚

GUTES STORYTELLING MIT INTERIOR-DESIGN Um ein Gestaltungskonzept konsistent in eine gute Geschichte zu überführen, muss es zwingend mit den passenden Inhalten gefüllt werden. Ein Zuviel wirkt schnell aufgesetzt und kippt ins Gegenteil des gewünschten Effekts. Statt dekorativer Allgemeinplätze wie lustig-bunter Herbstblätterdekoration lieber Strohballen und altes Bauernwerkzeug vom benachbarten Landwirt. Nicht Massenware, sondern liebevoll ausgesuchte Einzelstücke und Individualität sind das Gebot der Stunde. Sie dürfen gerne Humor und entspannte Heiterkeit verbreiten. Durchdachtes Interior Design wirkt positiv, wenn es authentisch, ehrlich und stimmig mit dem Auftritt des Hauses ist. Der Stil des Gestaltungs­konzeptes ist dabei fast schon Nebensache. In Verbindung mit gutem Service und einem von Herzen kommenden Lächeln «verzaubert» eine ebenso schlüssige wie wertige Gestaltung den Gast auf ganzer Linie und grenzt klar vom Mitbewerb ab. Jeder von uns kennt dieses Gefühl, am Ende eines guten Buches angelangt kurz innezuhalten und die gerade erfahrene Geschichte passiert nochmal Revue. Oft möchte man mehr – genau so sollte sich Hotellerie anfühlen. Die Autorin: Nicole Gottschall, Innenarchitektin VSI.ASAI, gründete 1993 die «Go Interiors GmbH» mit Sitz in Zürich. Mit dem Ziel, Hoteliers, ­Gastronomen und Privatpersonen in einer stilsicheren, qualitativ und emotional hochwertigen Raum­ gestaltung zu unterstützen, initiierte sie im August 2016 die Online-Plattform «Shop the Style» (shop-the-style.com).

WEITERE INFORMATIONEN www.go-interiors.ch INNENARCHITEKTUR & DESIGN  2016

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INTERIOR DESIGN  HOTEL ONE66, ST. GALLEN

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INTERIOR DESIGN  HOTEL ONE66, ST. GALLEN

HOTEL ONE66, ST. GALLEN

Design-Hotel für Business-Gäste

Das Hotel One66 in St. Gallen. Im Mai dieses Jahres wurde das Business-Hotel im 3-SterneSegment eröffnet. Es bietet Platz für 166 Gäste (83 Zimmer). Die Einrichtung des «One66» soll Funktionalität und schlichte Ästhetik vereinen, sagt Hotelier Jörgen F. Kuhn.

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INTERIOR DESIGN  HOTEL ONE66, ST. GALLEN

«Der Standort des Hotels direkt bei der Autobahn ist hervorragend.» Jörgen Kuhn

Das neue Business-Hotel One66 steht in St. Gallen Winkeln. Der Betrieb im 3-Sterne-Segment bietet entsprechend seinem Namen 166 Betten in 83 Zimmern. Das Hotel bietet seinen Gästen einen Self-Check-in-Service für die Nachtstunden sowie ein Frühstücksbuffet und eine Café-Bar – ein Hotel-eigenes Restaurant wird nicht betrieben. Die Einrichtung des «One66» soll Funktionalität und schlichte Ästhetik vereinen, so Hotelier und Pächter Jörgen F. Kuhn. «Hotelier» sprach mit Gastgeber Kuhn über das neue Business- und Design-Hotel. Jörgen Kuhn, warum glauben Sie, dass Ihr Hotel One66 am Stadtrand von St. Gallen Erfolg haben wird? Der Standort direkt bei der Autobahn-Ein- und Ausfahrt mitten im Industriegebiet von St. Gallen, Gossau und Herisau ist hervorragend für ein Business-Hotel. Wir bieten den Gästen modernes Design im Budget-Segment, wobei wir einen hohen Qualitäts­ anspruch haben. Unser Credo: Top-Qualität zu angemessenen Preisen. Die Investoren und Eigentümer der Immobilie stammen aus der St. Galler Bauwirtschaft. Um welche Personen oder Firmen handelt es sich? Die Investoren und Eigentümer möchten nicht im Vordergrund stehen. Mit der Hotel-Neueröffnung wurde das ganze Objekt mit einem 15-jährigen Pachtvertrag von der One66 AG übernommen, die zu 94 Prozent in meinem Besitz ist. «One66» klingt nach Ketten-Hotellerie. Sind weitere Hotels unter der Marke «One66» geplant? Ich kann derzeit nur sagen: Weitere Standorte werden geprüft. Ihr Haus ist als Garni-Business-Hotel positioniert. Warum verzichten Sie auf eine Gastronomie? Aus Betriebskostengründen. Zudem ist das Restaurationsangebot in St. Gallen-Winkeln sehr gross. Sie beschäftigen nur sieben Mitarbeitende. Fazit: sehr tiefe Personalkosten … Wir beschäftigen 750 Lohnprozente, verteilt auf zehn Mitarbeitende, davon 80 Prozent Frauen. Bei einer momentanen Zimmerauslastung von 57 Prozent liegt der Personalkostenanteil bei ❯ INNENARCHITEKTUR & DESIGN  2016

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INTERIOR DESIGN  HOTEL ONE66, ST. GALLEN

28,9 Prozent – bei einer mittelfristig angestrebten Auslastung von 65 Prozent werden es etwa 22 Prozent sein. Zahlreiche Hotel-Bereiche haben Sie ausgelagert, zum Beispiel Housekeeping, Wäsche und Lohnbuchhaltung. Was sind aus Ihrer Optik die Vorteile dieser Outsourcings? Wir sind dadurch sehr flexibel. Zudem fallen in den erwähnten Bereichen keine Investitionen an. Wie lautet Ihre Preisstrategie? Gleicher Preis für alle! Von Freitag bis Montag bieten wir ganzjährig Weekend-Preise an. Hinzu kommen Industriepreise für Firmen ab 100 Logiernächten pro Jahr. Wie lauten Ihre mittel- und langfristigen Ziele, wenn es um Umsatz und Auslastung geht? Die Betriebsgesellschaft hat am bisherigen Standort drei Jahrzehnte lang eine Zimmerauslastung von über 70 Prozent erreicht. Dies sollte jetzt auch im «One66» mittel- und langfristig möglich sein. Sie sind Pächter des Hotels. Warum haben Sie keinen Management-Vertrag mit minimalem Risiko gemacht? Weil wir die Rosinen selber ernten wollen! Ist der St. Galler Hotel- und Tourismus-Markt in der Tat so gross und so lukrativ, dass ein neues Hotel mit über 80 Zimmern rentabel geführt werden kann? Im Jahr 2015 hat die Stadt St. Gallen entgegen dem gesamtschweizerischen Städte-Tourismus ein Minus von 4,5 Prozent bei den Logiernächten generiert. Daher werden wir die Logiernächte vor allem bei unseren Mitbewerbern abholen müssen. Andererseits wollen wir, dank unserer Einzigartigkeit, auch neue Märkte erschliessen. Als private Betriebsgesellschaft müssen und werden wir ab sofort schwarze Zahlen schreiben. ❚

WER IST JÖRGEN F. KUHN? Der 1952 in Stockholm (Schweden) geborene Hotelier absolvierte eine Kochlehre im Hotel Glarnerhof in Glarus, eine Kellnerlehre im Carlton Hotel Zürich und das ­Unternehmerseminar SHV (Zyklus 9). Seine Eltern wirkten als Köche am schwedischen Königshof in Stockholm. Jörgen F. Kuhn war dann zehn Jahre lang Vize- und Verkaufs­direkter im Arosa Kulm Hotel (unter Hans C. Leu), drei Jahre Direktor im Sporthotel Valsana Arosa und 30 Jahre lang Pächter des Hotels Sistar in St. Gallen. Kuhn gilt als dienstältester und längstjähriger Hotelier von St. Gallen. Er war auch Präsident des Hotelier-Vereins der Stadt St. Gallen. Der ehemalige Radstrassen-Rennfahrer (eine Saison als Berufsfahrer) ist seit 48 Jahren SRB-Lizenz-Inhaber. Er ist immer noch aktiv und absolviert jährlich rund 22 000 Trainingskilometer.

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Der Künstler: Andreas Mattle Nach seinem Studium der Kunstgeschichte an der Universität Basel und ­anschliessender Anstellung im Kunstmuseum Basel als Assistent des Direktors, traf er die Entscheidung, sich auf sein eigenes künstlerisches Schaffen zu ­konzentrieren. Dieses bewegt sich im Spannungsfeld von Malerei und Plastik und versucht, Möglichkeiten im Zusammenspiel der beiden Gattungen ­aufzuzeigen. Seit 2012 macht er an der HGK Basel das Studium «Master of Arts in Fine Arts» und geht im Rahmen diverser Projekte weiterhin seiner kuratorischen Tätigkeit nach. Andreas Mattle wohnt und arbeitet in Basel. Seine beiden Kunstzimmer sind ­unscheinbar am Tag und überraschen bei Dunkelheit. Seine gemalten Figuren glühen sanft, sobald das Licht entschwindet.

5 & 6 Auf dem Felsplateau steht der Teufel. Im Nachthimmel darüber zeichnen sich als eigentliche Sternbilder zwei Figuren ab. Der geflügelte Stier steht stellvertretend als Symbol für den heiligen Lukas, den man als Schutzpatron der Kunstmaler (Künstler) verehrt. Daneben sieht man den heiligen Genesius von Rom, der mit seinen typischen Attributen, den Theatermasken und dem Saiteninstrument, als Schutzpatron der Bühnenkünstler angesehen wird. Die beiden sind die ­Beschützer der Vertreter jener Kunstformen, die vom «Teufelhof» durch die zahlreichen Kunst- und Theaterprojekte besonders gefördert werden.

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INTERIOR DESIGN  KUNST- UND KULTUR-HOTEL TEUFELHOF BASEL

KUNST- UND KULTUR-HOTEL TEUFELHOF, BASEL

Schlafen im

KUNSTWERK

Der «Teufelhof Basel» ist eines der ersten Kunst-Hotels der Welt. Schon seit 25 Jahren wird diese Positionierung konsequent umgesetzt. Dabei geht es darum, nicht nur Kunst im ­ Zimmer zu haben, sondern in Kunst zu wohnen. Somit sollen die Hotel-Zimmer als Kunstwerke realisiert und «Raumkunst» geschaffen werden. Dadurch dass ein Künstler die Grenzen des Bilderrahmens sprengt und raumbezogene Werke schafft, soll das Vorstellungsvermögen der Betrachter herausgefordert ­werden. Seit Mitte Oktober 2015 sind alle neun Zimmer des ­Kunst-Hotels neu gestaltet worden.

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9 «Sleeping in a question» Zur Zimmergestaltung schrieb der Künstler Joseph Egan folgendes Gedicht: steep steps up to your room under the roof of the old hotel. you came from somewhere and will go home again. what will happen here while you are not there is in the air. sleeping in a question up high under Basel sky in between your here and your there.

«Teufelhof»-Gastgeber Raphael Wyniger («Hotelier des Jahres 2015») hat sich auf ein weltweit einzigartiges Experiment eingelassen. Er gewährte den Künstlerinnen und Künstlern bei der Gestaltung der Zimmer maximale Freiheit. Es war den Künstlern freigestellt, direkt auf die Wände zu malen oder mit Materialien in den Raum zu arbeiten. Die einzige Bedingung an die Künstlerinnen und Künstler war, dass die Räume anschliessend von den Gästen bewohnt werden können. Die Künstler und ihre Werke Dieter Meier, das prominente Zürcher Multitalent, hat das Zimmer 2 zum Thema «Basler Sitz der Association des Maîtres de rien» gestaltet. Es ist sicherlich ein Höhepunkt der aktuellen Kunstzimmer-Serie. Die junge Künstlerin Aline aus Basel gestaltete das Zimmer 1 zum Thema «Naturzauber». Das bekannte Zürich-FrauenTrio Mickry 3 hat in den Zimmern 3 und 4 ihr Atelier nachgebildet. Dies im Sinne von «Eine Nacht mit Mickry 3», eine mutige Umsetzung für ein Hotel-Zimmer. Der junge und begabte Künstler Andreas Mattle aus Basel hat in den Zimmern Zimmer 5 und 6 Kunst geschaffen, die sich dem Betrachter nur in der Dunkelheit erschliesst. Die bekannte Künstlerin Julia Steiner aus Solothurn/Basel begeistert mit ihren raumgreifenden Zeichnungen in den Zimmern 7 und 8 die Gäste – und Joseph Egan aus Zürich hat ein subtiles und poetisches Werk im Zimmer 9 geschaffen. Entstanden sind ganz unterschiedliche Zimmer, die für die nächsten vier Jahre die Gäste begeistern werden. Es sind kreative, spannende Hotel-Zimmer, die erlebt werden müssen, beeindruckend in ihrer Vielfalt und jeweils ganz anders im Stil.

Joseph Egan wurde 1952 in Scranton, USA, geboren. Er begeisterte sich ­bereits als Kind für Farben, Farbpigmente und Pinsel und blieb dieser Inspiration treu. 1977 schloss er ein Studium der Kunst und der Kunstgeschichte mit einem Master of Fine Arts an der Yale School of Arts and Architecture ab. Ein Stipendium der Stiftung BINZ39 ermöglichte ihm 1987 einen Aufenthalt in Zürich und damit die Chance, zum ersten Mal in Europa zu leben und zu arbeiten. Seit 1996 wohnt er mit seiner Schweizer Ehefrau in Zürich. Joseph Egan wird von der ­Annemarie-Verna-Galerie in Zürich vertreten.

Der Hintergrund Der «Teufelhof» ist quasi der Erfinder der Kunstzimmer; es ist dies die 8. Serie an Kunstzimmern im Haus. Diese werden alle drei bis fünf ❯

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INTERIOR DESIGN  KUNST- UND KULTUR-HOTEL TEUFELHOF BASEL

3 & 4 Die Künstlerinnen schreiben über das Zimmer: «Wir stellen immer wieder fest, wie angetan, geradezu verliebt Besucher auf unser Atelier reagieren. Die romantische Sicht auf das süsse Leben eines Künstlers findet im Atelier ihre wahre Form. Der Wunsch, die eigene Kreativität frei fliessen zu lassen, überkommt einen an diesem Ort unweigerlich. Alles scheint möglich: sägen, malen, wandeln, bohren oder schnitzen. Dem Schöpf­ungsdrang sind keine Grenzen gesetzt. Die Begeisterung für unseren Arbeitsplatz wird von Jung bis Alt, ob Kunstliebhaber oder nicht, gleichermassen geteilt. Das kreative Potenzial, das in jedem von uns schlummert,

Die Künstlergruppe Mickry 3, bestehend aus Nina von Meiss, Christina Pfander

wird sanft wachgerüttelt.

und Dominique Vigne, arbeitet seit ihrer Gründung 1998 ausschliesslich im Kollektiv. 2001 feierten die Künstlerinnen ihren ersten Erfolg mit der Ausstellung

Unser Atelier bedeutet uns alles. Es ist

M3-Supermarkt. Die raumfüllende Installation beinhaltete über 1000 handge­

über die Jahre zu dem gewachsen, was

fertigte Produkte aus Papier, Klebeband und allem, was ihnen unmittelbar

es heute ist, und schon morgen wird es

zur Verfügung stand. Das Angebot reichte von einem Ersatz-Herz bis zu einem

sich verändert haben. Es gleicht einer

Instant-Freund, der sich mit Wasser anmischen liess. Die Arbeit unterwanderte

Skulptur, bei der Tiefe und Inhalt die

geschickt die Thematik unserer Konsumgesellschaft sowie den Kunstmarkt an

zentralen Rollen spielen. Wir fanden

sich. Die Werke wurden zu Dumping-Preisen angeboten, die Botschaft

die Vorstellung lustig, in einem

dahinter war Kunst für jedermann. 2006 setzten sie sich mit namhaften

blütenweissen Bett zu liegen, das einer

Künstlern wie Rubens, Caravaggio und Vermeer auseinander.

Leinwand nahekommt, während alles andere, vom Boden bis zur Decke, einem riesigen Farbkasten gleicht. Hat sich das Auge erst einmal an die vielen Eindrücke gewöhnt, sieht man immer mehr Skulpturen, die dicht in das Bild verwoben sind. Das ‹Parkett› aus Pressholzplatten, speziell für das Hotel-Zimmer kreiert, ist eine Kopie des Atelier­ bodens in Schlieren und steht diesem in nichts nach.»

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INTERIOR DESIGN  KUNST- UND KULTUR-HOTEL TEUFELHOF BASEL

1 & 2

«Naturzauber» Die Künstlerin Aline schrieb über das Kunstzimmer: ­«Unbeugsam ist sie, die Natur. Ein Löwenzahn-Pflänzchen, das durch den Asphalt bricht, Baumwurzeln, die das Trottoir anheben und durchstossen. Es ist nicht die brachiale Kraft eines Orkans oder eines Vulkanausbruchs, es ist eine zarte, aber ausdauernde Kraft. Sie holt sich zurück, was ihr vom Menschen genommen wurde, auf behutsame Art und ­Weise. Die Gegensätze der Zivilisation, Kultur und Wildnis, Natur treffen aufeinander, löschen und bedingen sich ­gegenseitig. Ein Paradoxon, das bei genauerer Betrachtung tief in die Mystik der Ontologie führt. Unbeugsam ist sie, die Natur. Und doch hat sie auf uns eine beruhigende, entspannende Wirkung. Wie ein Spaziergang im Wald nach einem warmen Frühlingsregen. Wie das Aline lebt seit über 30 Jahren in der Region Basel. Ihre

Betrachten einer Berglandschaft. Wie

Säulen sind ihre beiden Männer (Sohn und Ehemann), und

der Geruch einer bunten Sommer­

sie findet auch immer wieder ihre künstlerische Motivation

wiese mit nichts als dem Geräusch des

bei ihnen. Seit einigen Jahren arbeitet die Künstlerin

Windes und der Nektar sammelnden

vor allem mit dem Material Papier und integriert dieses

Insekten. Und wir mitten in dieser

in ihre Arbeiten. Mit ihren Werken will Aline Freude

Schöpfung, ruhig und friedlich.»

bereiten, ein Lächeln herauslocken, manchmal für mehr Toleranz werben.

Jahre neu gestaltet. Im Wesentlichen geht es um das Erleben von Kunst in einem neuen Kontext. Die Idee ist, dass die Hotel-Zimmer als Kunstwerke realisiert werden und somit «Raumkunst» geschaffen wird. Der «Teufelhof» meint damit, dass ein Kunstschaffender – wenn er die Grenzen des Bilderrahmens sprengt und raumbezogene Werke schafft –, das Vorstellungsvermögen der Betrachter herausfordert und Kunst neu erlebbar macht. Diese raumfüllenden, eigentlichen Erfahrungswelten lassen die Kunst in einem neuen Kontext erfahren. Denn: Museen und Ausstellungen – der klassische Ort für Kunst – stellen ja eigentlich immer nur Ausnahmezustände dar. Sie haben mit dem unmittelbaren Wohnraum – oder besser Lebensraum – des Betrachters wenig gemeinsam. Dazu kommt, dass das Publikum in herkömmlichen Ausstellungen nur zeitlich beschränkt verweilen kann und seine individuelle Auseinandersetzung durch andere Besucher permanent gestört wird. Der «Teufelhof» schafft für die Künstlerinnen und Künstler somit «Ausstellungsbedingungen», welche die Möglichkeit bieten, Kunstwerke bewohnbar und individuell erfahrbar zu machen. Mit den Hotel-Zimmern werden Kunstinstallationen geschaffen, die von den Hotel-Gästen, aber auch von anderen Besuchern im wahrsten Sinne des Wortes erlebt werden können. ❚

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DAS MANIFEST DES PRÄSIDENTEN DER «ASSOCIATION DES MAÎTRE DE RIEN» Dieter Meier schreibt zu seinem Kunstzimmer: «Seit der Mensch gesegnet ist und gestraft, über das Sein nachzudenken und damit recht eigentlich erst zum ­Homo sapiens wird und als Spezies auf der Welt und im bekannten Universum einzigartig, ringt er in allem Tun um Bedeutung. Auch in der Kunst lauert unter der Oberfläche des ‹inutile›, von den Höhlen-Zeichnungen über ‹Die nackte Maya› bis hin zum Pissoir Duchamps, der Fluch des Sinnes und der Bedeutung. Der Mensch ist eine sinnlose Zufälligkeit, der auf der Welt wie auf einem Stück intergalaktischem Treibholz für den Bruchteil einer kosmischen Sekunde um eine Sonne kreist und verzweifelt um einen Sinn ringt im Unsinn zwischen Geburt und Tod. Die Association des Maîtres de Rien anerkennt, dass es keinen Sinn gibt des Seins, und lebt den Unsinn und die Unbedeutung. Nicht der Darstellung des Nichts verpflichten sich die Mitglieder der Association des Maîtres de Rien, sondern der letzten Schönheit des Nicht-Seins und des Selbstzwecks der Tage und Jahre in der wunderbar lächerlichen Hülle des Homo sapiens auf dem Planeten. Die Association steht ausserhalb jeglicher Sinnstiftung, die das Leben als Mittel zum Zweck erniedrigt. Sie verherrlicht den Leerlauf des Seins. Was bleibt, ist die Leere des Nichts, die in Objekten der radikalen Bedeutungslosigkeit in Gold erstrahlen, oder auch nicht.» Im Bild: Künstler Dieter Meier mit «Teufelhof»-Hotelier Raphael Wyniger.

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INTERIOR DESIGN

KUNST- UND KULTUR-HOTEL TEUFELHOF BASEL

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Zimmer 7: «just today» Zimmer 8: «just tonight» Ohne Vorzeichnung oder Skizze im Voraus entsteht die Zeichnung direkt vor Ort auf der Wand, um die Ecken und über die Decke. Mit Borstenpinseln reibt die Künstlerin die schwarze Acrylfarbe auf die Wand, die hellen Stellen werden ausgespart. Das Bild entsteht erst während des Arbeitsprozesses vor Ort, es verdichtet und konkretisiert sich zunehmend. Dabei wird nicht eine eindeutige Darstellung von etwas Konkretem angestrebt, sondern vielmehr eine Stimmung und Bewegung im Raum geschaffen. Der Raum wird zu einer Art inneren Landschaft, modelliert durch Hell-Dunkel, Dichte und Offenheit, Dynamik und Energie. Es geht um die immateriellen oder flüchtigen Dinge wie Bewegung, Kraft und Wind, das ewige Hin und Her zwischen zwei Polen wie Licht und Schatten, Tag und Nacht, das Auf und Ab und die Präsenz und Absenz vom Körper im Raum. Der Leerraum, die nicht gezeichneten Stellen, sind dabei ein wichtiger Teil des Bildes, ähnlich wie eine Pause in einem Musikstück. Die Künstlerin interessiert das Auflösen von einer einzelnen Perspektive und das Schaffen von möglichen Räumen, die den Betrachter gänzlich umgeben. Je nach Blickwinkel – ob man zur Tür hereinkommt, auf dem Bett liegt oder auf dem Sessel weilt – verändert sich der Bildraum. Der Betrachter kann sich im Raum bewegen, seinen Blick schweifen lassen und wird quasi selber Teil des Bildes.

Die Künstlerin Julia Steiner (geboren 1982) lebt und arbeitet in Basel. Sie studierte an der Hochschule der Künste Bern mit einem Auslandsemester an der Universität der Künste Berlin. Ihre Werke sind an Ausstellungen im In- und Ausland zu sehen und in internationalen Sammlungen vertreten. Sie gewann mehrere Preise und Stipendien, u.a. den Manor-Kunstpreis des Kantons Bern, den Swiss Art Award, den Kiefer-Hablitzel-Preis und Atelierstipendien in Peking (Galerie Urs Meile) und London (Stiftung Landis & Gyr). In ihren grossformatigen Zeichnungen interessiert sie das Eröffnen verschiedener Bildräume und -welten. Der Betrachter kann im Bild eintauchen und darin spazieren gehen. Seit 2011 entstehen vermehrt Raumzeichnungen, die ganze Räume umspannen und das Auflösen der Bildränder und das Mittendrin-Sein des Betrachters weitertreiben. Parallel zu den zeichnerisch-malerischen Arbeiten entstehen Skulpturen und Objekte.

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Wellness beginnt schon im Bad. Verwöhnen Sie Ihre Gäste mit einer neuen Dimension des Wohlbefindens: Mit Geberit AquaClean Dusch-WCs schaffen Sie die perfekten Voraussetzungen für Wellness und vollendete Zufriedenheit. Damit übertreffen Sie die Erwartungen und Ansprüche Ihrer Gäste an Komfort und Hygiene bereits im Hotelzimmer. Die Reinigung mit Wasser ist nicht nur besonders sanft und gründlich, sondern vermittelt auch ein einmaliges Gefühl von Frische und Sauberkeit – für den ganzen Tag.


Maximale Raumgestaltung im Hotelbad. Für jeden Anspruch das passende Modell. Geberit AquaClean Produkte bieten für Gastgeber mehrere Vorteile bei der Gestaltung des Hotel-Badezimmers: sie bieten selbst in kleinen Badezimmern auf elegante Art und Weise zusätzlichen und unerwarteten Wellness-Komfort. Ausserdem kann auf ein Bidet verzichtet werden, was mehr Raum für eine grosszügigere Badgestaltung ermöglicht und erst noch die Investitions- und Betriebskosten senkt. Das jüngste Modell Geberit AquaClean Mera setzt in jeder Hinsicht neue Massstäbe: Technik, Design und Komfort sind vom Feinsten. Mit der erstmals eingesetzten, gründlichen aber schonenden WhirlSpray-Duschtechnologie, dem sich automatisch öffnenden und schliessenden WC-Deckel, der WC-Sitz-Heizung sowie dem dezenten Licht zur besseren nächtlichen Orientierung erreicht das Dusch-WC eine neue Stufe des Komforts. Zudem verfügt AquaClean Mera über die TurboFlush-Spültechnik, welche eine effiziente und leise Ausspülung der spülrandlosen Keramik erlaubt. Mit AquaClean Sela bietet Geberit ein weiteres DuschWC mit äusserst einfachen und intuitiv bedienbaren Grundfunktionen, einem sanft-luftigen Duschstrahl verbunden mit dem Design eines ganz normalen, schlichten WCs. Beide Komplettanlagen reinigen mit einem optimal temperierten Wasserstrahl und hinterlassen das hygienische Gefühl der puren Sauberkeit und der absoluten Frische, das den ganzen Tag anhält. Die Reinigung der Dusch-WCs selber nimmt sehr wenig Zeit in Anspruch: Die schmutzabweisende Keramikoberfläche, die selbstreinigende Duschdüse sowie der einfach abzunehmende WC-Sitz und Deckel machen die Reinigung einfach und unkompliziert. GeberitAquaClean DuschWCs sind die richtige Wahl für Gastgeber, die ihren Gästen das fühlbar Besondere bieten wollen.

Top Hotels setzen auf Geberit AquaClean «In führenden internationalen Hotels gehört der Komfort eines Dusch-WCs inzwischen zum Standard.» Wilhelm Luxem, General Manager Baur au Lac

Dusch-WCs von Geberit sind zunehmend in internationalen Luxushotels präsent. Auch im Baur au Lac in Zürich werden aktuell im Rahmen der laufenden Zimmerrenovationen die herkömmlichen Toiletten durch das Designstück Geberit AquaClean Mera ersetzt. Das ehrwürdige Hotel hat den Standard der Luxushotellerie seit jeher geprägt und bietet seinen Gästen in jeder Hinsicht luxuriöses Wohlfühl-Ambiente. Immer mehr Gäste verlangen den Komfort eines Geberit AquaClean Dusch-WCs. Möchten auch Sie Ihre Gäste mit dem Komfort des Geberit AquaClean Dusch-WCs verwöhnen? → www.geberit-aquaclean.ch/hoteliers


INTERIOR DESIGN  KULM HOTEL ST. MORITZ

KULM HOTEL ST. MORITZ

Pierre-Yves Rochon wirkte in

St. Moritz Im Kulm Hotel St. Moritz sind 26 brandneue Zimmer und Suiten entstanden. ­Während der Wintersaison 2015/16 wurde der grösste Zimmerumbau in der Geschichte des Fünf­ sterne-Superior-Hauses abgeschlossen. Das Zimmer-Design stammt vom französischen Star-Hotel-Designer Pierre-Yves Rochon.

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Für den Umbau der neuen Zimmer wurde der 1912 erstmals eröffnete und 2008 zuletzt renovierte Gebäudeteil Neukulm des histori­schen Grandhotels für rund 7 Millionen Franken komplett entkernt. Die Isolierung des Daches wurde erneuert, Mauern wurden teilweise entfernt oder versetzt und sämtliche Elektro- und Sanitärleitungen wurden neu verlegt. Aus den 33 bestehenden Zimmern wurden 14 Doppelzimmer, neun JuniorSuiten sowie drei Suiten. Die Räumlichkeiten tragen allesamt die Handschrift des renommierten Designers und französischen Star-Architekten Pierre-Yves Rochon, der viele welt­berühmte Hotels umgebaut und gestaltet hat (zum Beispiel «Four Seasons»). Die Räume überzeugen mit viel Licht, grosszügigen Wohnflächen, gemütlichen Salons und langen Fluren. Die Gestaltung mit regionalem Arvenholz, lackierten raumhohen Wohnwänden, grossen Spiegeln, Lederoptik und indirekter LED-Beleuch tung lässt Tradition und Moderne verschmelzen. Teppichböden sorgen für eine ruhige, behagliche Atmosphäre, Schiebetüren für noch mehr Platz. Während in den Wohnräumen die Farben Beige oder Hellblau dominieren, sind die Bäder mit schwarzem Naturstein oder Arvenholz und grossen Spiegeln gestaltet. Der umfassende, achtmonatige Umbau, so Gastgeber und Direktor Heinz E. Hunkeler, «stellt einen weiteren Meilenstein im Rahmen der kontinuierlichen Investitionen und Neuerungen dar.» ❚

«Die Räume überzeugen mit viel Licht, gross­ zügigen Wohnflächen, gemütlichen Salons und langen Fluren.»

Star-Designer Pierre-Yves Rochon.

INNENARCHITEKTUR & DESIGN  2016

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INTERIOR DESIGN  PARK-HOTEL WINTERTHUR

Das Hotel im Stadtpark

Hotel mit Bloom-Bar

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  2016  INNENARCHITEKTUR & DESIGN


INTERIOR DESIGN

PARK HOTEL WINTERTHUR

«Unser Ziel war es, dem ParkHotel das ursprüngliche Ambiente zurückzugeben: ein Stadt-Hotel im Stadtpark mit frischen, schlicht eingerichteten und doch modern wirkenden Zimmern.»

Bar

Martina Miciecki, Direktorin

PARK-HOTEL WINTERTHUR

Eine Oase MITTEN IM STADTPARK INNENARCHITEKTUR & DESIGN 2016

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Interview mit Martina Miciecki über das neue Park-Hotel Winterthur

Nach der umfassenden Sanierung des Park-­ Hotels Winterthur im Jahr 1997 und dem Umbau des gesamten Erdgeschosses, inklusive Restaurant und Bar 2005, stand die Totalrenovierung des Hotel-Trakts mit 73 Zimmern auf dem Programm. Unter der Führung des bekannten Winterthurer Architekten Ernst Zollinger wurden in zwei Etappen sämtliche Zimmer komplett neu gestaltet, das heisst mit einer neuen Kühlung/ Heizung sowie modernen und funktionellen Bädern ausgestattet. Die Grundlage für die neue Inneneinrichtung schafften die Hotel-Gäste selber, denn ihre Bedürfnisse und Wünsche wurden im Rahmen einer gross angelegten Umfrage ermittelt. Auch die legendäre «Bloom-Bar» wurde von Grund auf neu gestaltet und um einen LoungeBereich erweitert. Im gleichen Zuge wurde der angrenzende Comensoli-Saal im selben Stil in die neue Bar-Welt integriert. So ist es dem Hotel nun möglich, Veranstaltungen in der Grössenordnung von bis zu 150 Personen durchzuführen. Aufgrund der grossen Nachfrage nach Seminarräumlichkeiten wurden zwei zusätzliche Besprechungszimmer erstellt. Zur Abrundung des komplett neuen Hauses wurde auch die Fitnessund Sauna-Area modernisiert. Im Park-Hotel Winterthur wurden allerdings nicht nur die öffentlichen Räume total umgebaut, auch Haustechnik und Küche sind heute auf dem neuesten Stand. Laut Martina Miciecki wurde das Hotel während der Bau- und Umbauarbeiten nie geschlossen. «Hotelier» sprach mit der jungen Direktorin über ihr neues Viersterne-Haus.

Doppelzimmer (Schlafbereich)

Martina Miciecki, warum drängte sich der aufwendige Umbau auf? Die Erwartungen der Gäste werden immer grösser. Zudem wollten wir in die Zukunft des Hauses investieren. Es ging uns darum, das Hotel konsequent auf die Bedürfnisse der Kunden auszurichten. Nach den umfangreichen Investitionen, aber auch aufgrund unseres Dienstleistungsanspruchs werden wir weiterhin die Nummer eins auf dem Platz Winterthur sein. Wie hoch waren die gesamten I­nvestitionskosten? Das möchten wir lieber nicht publik machen. Natürlich bewegen sich die Investitionen in Millionenhöhe. Wohnbereich eines Doppelzimmers

Wem gehört eigentlich die Immobilie? Sie gehört zu 100 Prozent der Park-Hotel Winterthur AG. Diese wiederum ist zu 100 Prozent im Besitz der Ibiscus-Hotel-Beteiligungs-AG, deren Eigner rund zwanzig Schweizer Privatpersonen sind. Das Hotel wurde in den 1950er-Jahren im Baurecht erstellt. Welche Rolle spielt im Park-Hotel ­Winterthur die Gastronomie (F & B)? Die Gastronomie ist uns sehr wichtig – ob im lauschigen Park unter den alten Bäumen, in der gemütlichen Lounge, im stilvollen Restaurant, bei Sonnenschein auf unserer Park-Terrasse, im Winter am Kamin-Feuer oder in unserer trendigen Bar. Die Lage des Hotels ist ja einzigartig – eine Oase mitten in der Stadt! – In unserem Restaurant servieren wir eine marktfrische Küche, von knackig leicht über exotisch raffiniert bis wunderbar bodenständig. Unsere «BloomBar» entwickelt sich immer mehr zu dem Treffpunkt in Winterthur. Unsere «After Work Party» hat bereits Kultstatus erlangt.

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  2016  INNENARCHITEKTUR & DESIGN


INTERIOR DESIGN  PARK-HOTEL WINTERTHUR

Martina Miciecki, Direktorin

«Der Umbau war eine grosse Herausforderung, denn das Hotel wurde ja nicht geschlossen.»

Konferenzsaal Comensoli

Wie würden Sie das neue Design in öffentlichen Räumen und Zimmern umschreiben? Die gesamte Hotel-Anlage wurde 1955 in den Stadtgarten Winterthur gebaut. Der ArchiMartina Miciecki, Direktorin tekt Franz Scheibler hat hier ein Garten-Hotel realisiert. In den 90er-Jahren wurde das Hotel total umgebaut. Leider nicht mehr mit so viel AmbiDie neue Bar ente! Sprichwörtlich mit Rosenholz und goldenen Spiegeln ist es nicht gelungen, den GartenCharakter zu erhalten. Unser Ziel war es nun, dem Park-Hotel das ursprüngliche Ambiente zurückzugeben: ein Stadt-Hotel im Stadtpark mit frischen, schlicht eingerichteten und doch modern wirkenden Zimmern. Die Badewannen wurden durch grosszügige Duschen ersetzt, ein neues Heiz- und Kältesystem mit einer Energiezentrale auf dem Dach gewährleistet frische Luft in der gewünschten Temperatur – individuell für jeden Gast. Ein gutes Schrankund Ablage­system hilft, dass sich die Besucher sofort wohl und «zu Hause» fühlen. Der Umbau war eine grosse Herausforderung, denn das Hotel wurde ja nicht geschlossen. 60 Prozent der Zimmer waren stets «in Betrieb». Durch welche Sonderangebote und L ­ eistungen heben Sie sich von den M ­ itbewerbern ab? Wir überzeugen durch ein überdurchschnittlich gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Doch das Mass aller Dinge sind unsere Mitarbeitenden. Das Park-Hotel Winterthur gehört zu den freundlichsten Stadt-Hotels der Schweiz und wurde unter anderem mit dem «Prix Bienvenu» von «Schweiz Tourismus» ausgezeichnet. Kurz und gut: Wir bieten eine hervorragende Dienstleistung, geprägt von hoch motivierten, herzlichen Mitarbeitern, hinzukommen unschlagbare Preise – und das alles in einer schönen und stimmungsvollen Umgebung. ❚ Schöner Werbespot, vielen Dank für das Gespräch!


INTERIOR DESIGN  HOTEL NOMAD, BASEL

Design-Penthouse-Suite

HOTEL NOMAD, BASEL

Lifestyle-Hotel für Nomaden Ende Januar 2016 hat die Krafft-Gruppe in Basel das Viersterne-Nomad-Design & Lifestyle-Hotel eröffnet. Urban, einzigartig und inspirierend, lautet das Motto des 65-Zimmer-Hauses mit Eatery und Bar. Es soll ein Treffpunkt für moderne Weltbürger aus Basel und der ganzen Welt sein.

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  2016  INNENARCHITEKTUR & DESIGN


INTERIOR DESIGN  HOTEL NOMAD, BASEL

ZAHLEN & FAKTEN Das Hotel Nomad mit Bar und Eatery ist bereits der

«Die Speisekarte von Chefkoch Roger Willimann liest sich wie das kulinarische Reisetagebuch eines weltläufigen Nomaden.»

fünfte Betrieb der 2003 gegründeten Krafft-Gruppe. Neben dem Hotel Greulich in Zürich betreibt die Gruppe auch das Hotel Krafft, die Brauerei und Bar «Volta-Bräu» sowie die «Weinbar Consum» – alle drei in Basel. START PROJEKTPLANUNG: Sommer 2009 BAUZEIT: 2 Jahre HAUSEIGENTÜMER: UBS Immobilienfonds Swiss Real BAUHERRSCHAFT: Krafft-Gruppe und Swiss Real TOTALUNTERNEHMER: Losinger & Marazzi ARCHITEKTEN: Buchner & Bündler, Basel INNENARCHITEKTINNEN: Grego Architektur GmbH, Zürich • 65 Zimmer in 7 Kategorien • Eatery mit Bar und Lounge mit 110 Plätzen • Library • 2 Business Rooms für 10 bis 20 Personen • Fitness und Sauna auf 70 m2 • Direktorin Hotel Nomad: Denise Furter • Teamleiter Küche: Roger Willimann • CEO Krafft-Gruppe: Franz-Xaver Leonhardt • 45 neue Arbeitsplätze ERÖFFNUNG: 4. Januar 2016 OPENING PARTY: 23. Januar 2016 www.nomad.ch

Das Hotel Nomad liegt mitten im Basler Kunstund Geschäftsviertel am Brunngässlein 8 und besticht durch seine spezielle Architektur. Die 65 Hotel-Zimmer verteilen sich auf zwei Häuser, die durch die Eatery miteinander verbunden sind – Treffpunkt und Herzstück des «Nomad». Das in den ehemaligen Innenhof gebaute Hinter­ haus ist ein Neubau aus Sichtbeton mit offenen,­ loftartigen Grundrissen. Das Vorderhaus – in den 1950er-Jahren Basels erstes Apartmenthaus – wurde sorgfältig umgebaut und renoviert. Verantwortlich für den Bau waren «Buchner & Bründler Architekten Basel», die Einrichtung konzipierte das Team von «Grego Architektur Zürich».

Rezeption

Eatery – die moderne Beiz Die Eatery ist als ein Ort für Begegnungen und Austausch konzipiert. «Hier kommen Gäste aus Basel und aller Welt von früh bis spät zusammen», so Franz-Xaver Leonhardt, CEO und Verwaltungsrat der Krafft-Gruppe. Die Speisekarte von Chefkoch Roger Willimann liest sich wie das kulinarische Reisetagebuch eines weltläufigen Nomaden; von Traditionen aus aller Welt inspiriert, werden lokale Produkte zu unkomplizierten Gerichten verarbeitet. In der Eatery finden wöchentlich Events statt – von der «Open Mic Jam Session» über den Jazz Brunch bis zur Party mit DJ. ❯ Schlafbereich einer Suite INNENARCHITEKTUR & DESIGN  2016

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Lobby

Unikates statt Uniformität Das Hotel Nomad setzt auf ein eigenständiges und individuelles Konzept. «Lokale Handwerksund Baukunst und qualitativ Gleichwertiges aus aller Welt fügen sich im Nomad zu einem gehaltvollen Ganzen», erklärt Franz-Xaver Leonhardt. «Herzblut, Leidenschaft und Freude – das Nomad hat eine eigene Handschrift und soll jedem Gast ein einzigartiges Hotel-Erlebnis bieten.» Möbel und Einbauten aus Eichenholz ergänzen den gegossenen Sichtbeton. Die feine Bettwäsche aus Leinen von Indradanush sowie farbige Kelim-Teppiche schaffen eine wohnliche Atmosphäre; die Architektin Jasmin Grego und ihr Team haben die Teppiche in Zusammenarbeit mit den Textilherstellern von «Kinnasand Kvadrat» eigens für das «Nomad» herstellen lassen. Das Resultat: sinnliche, farbige, freche Unikate. Passend dazu hat der Zürcher Designer This Weber einen Sessel auf Kufen, einen Outdoor-LoungeStuhl sowie kompakte Polsterstühle für Bar und Eatery entwickelt. Auch der Auftritt des Nomad-Teams ist alles andere als uniform: Die Basler Designerin Claudia Güdel liess sich vom Nomad-Spirit anstecken – die von ihr entworfene Bekleidung besteht aus unterschiedlichen, flexibel kombinierbaren Teilen. ❚

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Doppelzimmer

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INTERIOR DESIGN  HOTEL NOMAD, BASEL  HOTEL NOMAD, BASEL: WAS SAGEN DIE ARCHITEKTINNEN? Die Innenarchitektur im Hotel Nomad stammt von den renommier­

sind, mit weich texturierten, wohnlichen Elementen die Behaglichkeit

ten Hotel-Designerinnen Jasmin Grego und Stephanie Kühnle

eines 4-Sterne-Hotels zu generieren.

(Grego Architektur GmbH, Zürich). Jasmin Grego zur Ausgangslage

Träger dieser wohnlichen Atmosphäre im Gestaltungskonzept ist das

und zum Design im «Nomad»:

gewebte Textil aus Wolle – der Kelim. Das Weben von Textilien steht an zentraler Stelle in den jahrhundertealten Bemühungen des Men­

«Im Projekt für das Hotel Nomad macht die prägnante Architektur

schen um Wohnlichkeit in seiner privaten Heimstatt. Schon vor über

des Teams Buchner & Bründler strukturell und atmosphärisch

400 Jahren wurden auf einfachen Webstühlen Kelims als Zeltbehän­

eine kraftvolle Vorgabe: Das 1950er-Jahre-Apartmenthaus am

ge, Bodenbeläge, Decken oder Transport- und Aufbewahrungssäcke

Brunngässlein wurde sorgfältig im Kontakt mit der Denkmalpflege

gewebt. Flexibel in seiner Struktur findet der Kelim im Hotel Nomad

renoviert und in der Raumstruktur den Bedürfnissen des Hotels

je nach Raumsituation verschiedenste, teils überraschende Anwen­

angepasst. Im Hinterhof bildet ein zeitgenössischer Sichtbeton-Neu­

dungen, vom Spannteppich im Vorderhaus über den Möbelbezug bis

bau mit loftartigen offenen Grundrissen und einer minimalistisch-

zum akustisch absorbierenden Paneel an der Decke im Restaurant.

konzeptionellen Rohbau-Gestaltung den Gegenpol zur verspielten

Auch die Möbel und einige Leuchten für das ‹Nomad› sind in enger

Kleinteiligkeit des Vorderhauses. Grob geschalt und aus der Funk­

Zusammenarbeit mit Spezialisten massgeschneidert für das Hotel

tionalität des Bauablaufs und der Statik heraus gegliedert, zeigen

entworfen worden. Der Schweizer Designer This Weber hat Ideen von

die Bauteile die Ursprünglichkeit des steinernen Materials in seiner

Grego aufgenommen und in gemeinsamer Weiterentwicklung in eine

ganzen strukturellen Kraft und materiellen Sinnlichkeit. Das Interior

komplette, variantenreiche Nomad-Möbelkollektion von Sitzmöbeln

Design der komplett unterschiedlichen Zimmer-Typologien in den

mit Stühlen aus Holz, gepolsterten Sesseln und sogar Outdoor-

beiden Hausteilen reagiert auf die jeweilige Architektur, stärkt sie

Stühlen für die Boulevard-Lounge umgesetzt. Auch die anderen

und verbindet sich mit ihr zu einem unverwechselbaren Unikat. Um

Schreinermöbel aus Holz (Tische und Bänke, Schränke, Servierboy)

der faszinierenden skulpturalen Radikalität des massiven Ortbetons

sind Entwürfe aus der Feder von Grego und reagieren wiederum auf

auf Augenhöhe zu begegnen, braucht es Mittel von ähnlicher sinn­

die Eigenheiten der unterschiedlichen Charaktere der Hotel-Zimmer

licher Identitätsstärke und Direktheit, die sich verbindend als roter

in den beiden Hausteilen.»

Faden durch das gesamte Projekt ziehen und dabei auch in der Lage

www.sorellhotels.com, www.zfv.ch

Sie haben das Design im Hotel Nomad in Basel entworfen: Jasmin Grego und Stephanie Kühnle (Grego Architektur GmbH, Zürich).

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«Customizing» von Produkten und Lösungen ist der grosse Trend: Individuelles Design und einzigartige Ausführungen, die sich ganz und gar auf persönliche Vorlieben und Bedürfnisse ausrichten. Dieser Trend prägt auch die Raumgestaltung von heute und morgen. Entschei­ dendes Kriterium ist dabei die flexible Austauschbarkeit der ­G estaltung, um das Raum­ ambiente schnell und einfach auf neue Bedürfnisse, saisonale Themen oder neue Konzepte anzupassen – in der Gastronomie, in Hotels, in V ­ erkaufsgeschäften, in Museen oder in öffentlichen Gebäuden. Sihl Direct bietet mit SIHL EASY2WALL eine Gesamtlösung mit hoch­ wertigen Tapeten – von der Planung über den Druck bis zur präzisen Applikation. Die neu­ este Materialisierungsentwicklung von SIHL EASY2WALL ist eine sublimierte Tapete mit her­ vorragenden Eigenschaften: beliebig und hochwertig bedruckbar, leicht zu reinigen und mit aussergewöhnlicher Widerstandsfähigkeit, auch bei mechanischer Belastung. Damit eignet sich die Tapete besonders für den Einsatz in öffentlichen, stark beanspruchten Räumen.

Wer Räume gestaltet, wirkt gezielt auf die Stimmung der Menschen, die sich darin bewegen. Individuelle Wünsche der Auftraggeber zählen genauso wie die speziellen «Aufgaben» des Raumes – etwa einer Lounge, eines Restaurants, Ausstellungsraums oder HotelZimmers. Mood-Management nennt man die Steuerung von Stimmungen, das Erzeugen einer positiven Atmosphäre, eines «good Mood». Und unsere schnelllebige Welt ruft immer wieder nach neuen Raumkonzepten, die sich schnell und möglichst einfach auf verschiedene Themen anpassen lassen. Hier gilt es, mit wechselndem Ambiente neue Gäste anzuziehen; da will man Akzente schaffen, um mit einem neuen Raumgefühl Kunden zu überraschen; dort sollen sich Innenräume in Aussenräume verwandeln und umgekehrt. Raumerlebnisse schaffen dank innovativer Gestaltung «Dem Raum eine Seele geben», nennt es Hans-Jörg Rickenbacher, Inhaber des Innenarchitektur-Büros Atelier 3. Er war als leitender Architekt verantwortlich für die Umgestaltung des Gastraums und der Freeflow-Anlage im Personalrestaurant der Mifa AG, Mibelle

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AM MARKT / ADVERTORIAL  EASY2WALL

WEITERE INFORMATIONEN SIHL AG DIRECT SCHWEIZ Bolligenstrasse 93 3006 Bern Rita Krasniqi / Grafik & Design / Tel. 079 549 66 28 Beat Fellmann / Key Account Manager / Tel. 079 432 61 04 www.easy2wall.com

Group, in Frenkendorf. Bei der Umgestaltung ging es darum, das Personalrestaurant mit Platz für 120 Personen auf aktuelle gastronomische Anforderungen anzupassen. Im Freeflow-Bereich ersetzen frei stehende Ausgabeeinheiten die herkömmliche lange Ausgabetheke. Da diese Ausgabeeinheiten an Marktstände erinnern, hatte der Architekt die Idee, dem Raum mit der Wandgestaltung die Atmosphäre eines Marktes zu verleihen. Das passende Bild einer historischen Markthalle in Barcelona fand er bei einem spanischen Fotografen. Aufbereitet als dreidimensional wirkende Fotowand sollte das Bild die Gäste in eine andere Welt entführen und ein wenig Ferienstimmung wecken. Der One-Stop-Shop für flexible Wandgestaltung Für die Umsetzung der Raumgestaltungsidee setzte der Architekt auf SIHL EASY2WALL: seine komplette Lösung, die Raumgestaltern die volle kreative Freiheit in Design und Ausführung lässt und ihnen alle Herausforderungen abnimmt. «Sie haben die Idee – wir setzen um» – so lautet das Versprechen: Als One-Stop-Shop setzten die Spezialisten die Idee präzis und effizient um: Von der Anwendungsberatung über den brillanten Digitaldruck bis zur sauberen Applikation der Tapete aus widerstandsfähigem, leicht zu reinigendem Glasfasertextil. Die realistische Wirkung einer Markthalle Eine grosse Herausforderung war die Datenaufbereitung des Fotos für die 8 auf 3 Meter grosse Wand. Da die Auflösung des Originals etwas zu gering war für diese Dimension, entstand bei der Vergrösserung eine kleine Unschärfe. Als die Spezialisten von SIHL EASY2WALL den Architekten darauf aufmerksam machten, bestand dieser jedoch genau auf diesem Effekt. Tatsächlich entsteht durch die Unschärfe eine faszinierende Tiefenwirkung. Als weitere Herausforderung kam hinzu, dass das Bild so positioniert und an die Wand appliziert werden musste, dass die Horizonthöhe massstäblich mit den Freeflow-Möbeln korrespondiert. Durch diese realistische Wirkung fühlen sich die Gäste wie inmitten der schönsten Markthalle Barcelonas. So können sie über Mittag dem Alltag entfliehen; nicht nur kulinarisch, sondern auch durch die besondere Raumgestaltung. ❚ INNENARCHITEKTUR & DESIGN  2016

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INTERIOR DESIGN  IBIS HOTEL GROUP

IBIS HOTEL GROUP

Design-Lobby für Budget-Gäste In 9 Ibis-Hotels in der Schweiz wurden die öffentlichen Bereiche (Lobby, Restaurant, Bar) mit einem neuen Design umgestaltet. Der traditionelle Empfangsbereich wurde neu konzipiert und der Rezeptions-Desk durch einen hellen und offenen «Schalter» ersetzt, der die Interaktion zwischen Gästen und Mitarbeitern erleichtern soll.

Ibis ist Europas führende Hotel-Marke im BudgetSegment, die immer wieder und weltweit Massstäbe im preisgünstigen Economy-Markt setzt. In den letzten zwei Jahren ist die Marke von Grund auf modernisiert worden. Eine wichtige Innovation ist das neue Bettenkonzept «Sweet Bed by Ibis». Bislang bieten bereits mehr als 80 Pro­zent der Hotels in Europa, Afrika und Nahost und 87 Prozent der Hotels in der Schweiz ihren Gästen den neuen Schlafkomfort. Zudem hat Ibis in neun Hotels in der Schweiz die öffentlichen Bereiche mit einem neuen Design umgestaltet. Eine globale Marke Mit über 1000 Hotels in 64 Ländern ist Ibis die führende Economy-Marke der französischen AccorHotel-Gruppe. In Europa ist die Marke mit rund 78 000 Zimmern in ihrem Segment die Nummer eins. Jede Woche kommen neue Häuser zum Hotel-Netz hinzu: Im Jahr 2015 haben 44 neue Ibis-Hotels ihre Türen geöffnet. Die Marke setzt ihre Expansionsstrategie fort und will bis 2017 über 100 neue Hotels – mit insgesamt mehr als 15 000 Zimmern – eröffnen. Neues, modernes Design Die neu gestalteten öffentlichen Bereiche und das innovative Bettenkonzept «Sweet Bed by Ibis» markieren laut Angaben von Accor «die zweite Revolution der Hotel-Marke». Die öffentlichen

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Bereiche wurden von den «Ateliers Archange» gestaltet. «Hier wird zeitgenössisches Design durch den Einsatz hochwertiger Materialien, warmer Farbtöne und einer Einrichtung, die man so in keinem anderen Hotel im Economy-Segment findet, für jedermann zugänglich», so Accor in einer offiziellen Medienmitteilung. «Zugleich schaffen die offenen, miteinander verbundenen Räume eine freundliche und entspannte Atmosphäre.» Die wichtigsten Aspekte des neuen Design-Konzepts: - Offen gestaltete Bereiche, in denen Gäste sich ihren eigenen Raum schaffen können. - Eine lockere Atmosphäre, die den Kontakt zwischen Gästen und Mitarbeitern fördert, zum Beispiel durch die Deckengestaltung, Schachbretthocker und Cartoon-Zeichnungen an der Bar. Das Interior Design setzt auf den Kontrast zwischen warmen und dunklen Tönen: Durch die dunkel gestaltete Decke wirkt der Raum niedrig und privat. Die Lampen in warmen Farben spenden gedämpftes Licht. Alle Materialien und Farbkombinationen (Rotnuancen und Holztöne) wurden gewählt, um eine lockere Atmosphäre zu schaffen, in der Gäste sich optimal entspan❯ nen können.

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INTERIOR DESIGN  IBIS HOTEL GROUP

Neue Raumaufteilung für noch mehr Gemeinschaft Die Rezeption ist nun in einem offenen Bereich untergebracht. Der traditionelle Empfangsbereich wurde umgestaltet und der Rezeptions-Desk durch einen hellen und offenen Schalter ersetzt, der die Interaktion zwischen Gästen und Mitarbeitern erleichtert. Auf einem Bildschirm im Hintergrund werden nützliche Informationen für Gäste angezeigt, zum Beispiel das Wetter, Preise und Sonderangebote. Der Empfangsbereich geht nahtlos in einen LoungeBereich über. Dort finden Gäste Sitzgelegenheiten und Raum, um im Internet zu surfen, zu arbeiten, zu lesen oder einen Kaffee zu trinken. Das Lounge-Konzept Mit dem neuen Lounge-Konzept entstand ein Raum mit lockerer und einladender Atmosphäre, unter anderem mit Schaukelstühlen und Tischen mit Spielbrettoberflächen. Gäste nutzen diesen Bereich nun automatisch, um sich auf dem grossen, komfortablen Sofa niederzulassen und zu entspannen. Auch die Bar hat mit unterhaltsamen Zeichnungen und satten Farben einen neuen Anstrich erhalten. ❚

IBIS-HOTELS: ZAHLEN & FAKTEN Ibis ist eine globale Hotel-Marke und das grösste Hotel-Netz innerhalb der Accor-Hotel-Gruppe. Viele Hotels haben eine zentrale Stadtlage oder sind gut an den öffentlichen Nahverkehr angebunden. Der Fokus der Marke Ibis liegt auf Franchising und Expansion in Schwellenländern. In den vergangenen sechs Jahren konnte die Marke ein erhebliches Wachstum ver­ zeichnen und in 23 neue Länder weltweit expandieren. Jede Woche wird mehr als ein neues Ibis-Hotel eröffnet. In Europa ist Ibis der Marktführer im Economy-Segment mit einem Portfolio von 78 000 Zimmern. Von 2012 bis 2013 eröffnete Ibis neue Hotels in Laos, Vietnam, Senegal, Litauen und Tunesien. Ziel ist es, die eigene Führungsposition in Europa auszubauen und in Schwellenländern stärker vertreten zu sein. Im Verlauf der nächsten vier Jahre werden die meisten Neueröffnungen von Ibis-Hotels deshalb in solchen Ländern stattfinden. Asien – vor allem China, Indien und Indonesien – und Lateinamerika stehen ganz

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FLORIAN WEITZER BETREIBT IN ÖSTERREICH EXTRAVAGANTE HOTELS UND RESTAURANTS

Meine Hotels sind keine billigen Kopien“ Florian Weitzer ist einer der innovativsten und erfolgreichsten Hoteliers von Österreich. Mit seinem «Hotel Daniel» in Graz hat er schon vor Jahren neue Massstäbe gesetzt, wenn es um Gastronomie und Hotel-Design ging. Jetzt hat Weitzer in Wien sein fünftes Hotel eröffnet – das «Grand Ferdinand». Ein einzigartiges, extravagantes Hotel-Konzept. «Hotelier» sprach mit dem 43-jährigen Hotel-Profi über sein Erfolgsprinzip.

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RESTAURANT & BAR LOUNGE

GRAND FERDINAND, WIEN

WER IST FLORIAN WEITZER? Florian Weitzer, Jahrgang 1973, studierte Betriebswirtschaft und arbeitete im Hotel Sacher, im Schloss Fuschl sowie in Paris und Hongkong. 2003 übernahm er von seinem Vater die Geschäftsführung der WeitzerHotels, zu denen derzeit fünf Häuser mit über 600 Zimmern gehören, darunter das «Hotel Daniel» beim neuen Wiener Hauptbahnhof. Am Schubertring in der Wiener Innenstadt wurde kürzlich das fünfte Hotel eröffnet – das «Grand Ferdinand». Zudem leitet er einige gastronomische Betriebe. Gemeinsam mit seiner Frau Astrid und seinen beiden Kindern lebt er am Stadtrand von Graz.

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«Mein Ziel ist es, eine zeitlose Eleganz zu kreieren, die sich vom Interior Design über die Gastronomie bis in kleinste Details, wie zum Beispiel Besteck oder Gläser, erstreckt.» Florian Weitzer

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  2016  INNENARCHITEKTUR & DESIGN


RESTAURANT & BAR LOUNGE  GRAND FERDINAND, WIEN

Florian Weitzer, wie würden Sie das Konzept des «Grand Ferdinand» in Wien kurz umschreiben? Was ist das Besondere an diesem Hotel? Das Besondere? Nun, jedes meiner Hotels hat seine eigene Identität, ein «Copy & Paste», wie es viele Hotel-Ketten machen, kommt für mich überhaupt nicht infrage! Im «Grand Ferdinand» ist es das Österreichische, das im Mittelpunkt steht. Wir knüpfen an das Schöne und die Zeit der Ringstrassen-Ära an, in der Wien wirtschaftlich und gesellschaftlich in Hochblüte war – und wir transferieren diese Werte ins Jetzt. Mein Ziel ist es, eine zeitlose Eleganz zu kreieren, die sich vom Interior Design über die Gastronomie bis in kleinste Details, wie zum Beispiel Besteck oder Gläser, erstreckt. Wenn der Gast die Summe dieser Bestrebungen als «einfach schön und in sich stimmig» erlebt, dann sind wir auf dem richtigen Weg. Nach welchen gestalterischen Kriterien haben Sie das Hotel konzipiert? Für mich ist es wichtig, das Thema Ausstattung selbst in der Hand zu haben. Die Ideen hole ich mir auf Reisen, ich sammle auch Magazine. Für das Interieur muss man sich Zeit nehmen. Prinzipiell ist es mir wichtig, dass es die Gäste inspiriert. Sich nur «wie zu Hause zu fühlen», ist mir zu wenig. Da wären wir wieder beim harmonischen Ganzen, das sich wie in allen meinen Hotels aus einigen Eckpfeilern ergibt. Beim «Grand Ferdinand» ist es, wie gesagt, das Österreichische: So sind zum Beispiel die Lobmeyr-Luster oder die Thonet-Stühle im Erdgeschoss des Hotels von Herstellern, die von Wien aus die Welt erobert haben. In den Zimmern kokettieren die geschwungenen Betthäupter und Spiegel mit dem im späten 19. Jahrhundert populären Neo-Barock – für uns handgemacht in Italien. Ein anderer Eckpfeiler ist für mich aber auch immer die historische Substanz – und da das Palais am Schubertring 12 nach Kriegsschäden in den 1950er-Jahren komplett neu aufgebaut wurde, wollte ich als Reminiszenz unbedingt Design-Elemente dieser Epoche – wie die Lichtschalter aus Keramik oder die Duschwände aus Glasbausteinen – mit einbauen. Nochmals: Worin hebt sich das «Grand Ferdinand» in Wien von anderen innovativen Hotel-Konzepten ab? Ein Hotel sollte immer ein lebendiger Platz sein, den man auch bespielen muss. Wir denken jedes Konzept ganzheitlich und überlegen genau, womit wir den Gast im Hotel-Alltag überraschen können. Wir führen zusammen, was nach allgemeiner Meinung nicht zusammenpasst. So finden sich unter den 188 Zimmern im «Grand Ferdinand» zum Beispiel zwei Schlafsäle mit sechs oder acht Betten im Stil des «Orientexpress», die über Airbnb buchbar sind. Wenn ich ein junger Mensch bin, dann kann ich mir so ein Hotel wie das «Grand Ferdinand» vielleicht nicht leisten. Die Schlafsäle bieten die Möglichkeit, die Schönheit und die Eleganz dennoch zu erleben, sie sind sozusagen die Abrundung des ganzen Projekts. INNENARCHITEKTUR & DESIGN  2016

«Jedes meiner Hotels hat seine eigene Identität, ein ‹Copy & Paste›, wie es viele Hotel-Ketten machen, kommt für mich überhaupt nicht infrage.» Florian Weitzer

«GRAND FERDINAND» – NEUE WIENER ELEGANZ In den 188 Zimmern des «Grand Ferdi­ nand», darunter vier Suiten und eine Grande Suite, ist das Streben nach dem Schönen zwischen neuzeitigem

Die Gastronomie im «Grand Ferdinand» spielt eine zentrale Rolle. Erklären Sie mir in wenigen Worten Ihr Konzept? Jahrelang haben sich Hotellerie und Gastronomie voneinander entfernt, wir wollten das unbedingt wieder zusammenführen. Unsere Motivation ist, dass das Hotel ein aktiver Ort ist, für den sich auch die lokale Bevölkerung begeistert. Das «Grand Ferdinand»-Restaurant hält sich an die altösterreichische Küche – und die reicht von der «Kaisersuppe» über das direkt vom Wagen servierte Tafelspitzmenü bis zu den «Fleischlaberln à la Metternich» oder dem «Veilchen-Sorbet Sissi». Im «Gulasch & Champagne» ne­­benan ist der Name Programm, da kommt das Anspruchsvolle und Legere problemlos zusammen. Das heisst, dass hier sowohl feinster Champagner als auch preisgünstige Sorten «Pfiff-Bier» ausgeschenkt werden – zu Gulasch, Würstel und Leberkäs-Semmeln. Und das in einem gepflegten, gemütlichen Ambiente.

Komfort und nostalgisch geschwunge­ nen Betthäuptern und Chaiselongues spürbar. Dunkle Holzböden in Kontrast zu anthrazitfarbenen Wänden und weissem Mobiliar sowie spezielle Champagner-Bars runden die von Florian Weitzer elegant inszenierte Ausstattung ab. Gefühlvolle Extras wie Lichtschalter aus Keramik oder Duschwände aus Glasbausteinen sind als Reminiszenz an die Entstehungszeit des Gebäudes, die 1950er-Jahre, zu sehen. Die Suiten verfügen zusätzlich über frei stehende Badewannen und grandiose Ausblicke von der siebten Etage – getoppt von der Grande Suite mit privatem Zugang zum Rooftop. Für weniger gefüllte Brieftaschen ist ein (Stock-)Bettplatz in einem der zwei vom Orient Express inspirierten Schlafsäle des «Grand Ferdinand»

Wie finanzieren Sie Ihre Hotels? Arbeiten Sie auf der Basis von Pacht- oder Management-Verträgen? Oder besitzen Sie auch die Liegenschaften und treten demzufolge auch als Investor auf? Vier Hotels befinden sich im Besitz der WeitzerHotels. Das neue Objekt an der Ringstrasse haben wir von der Estrella AG gepachtet.

durchaus eine Option. Und wie alle Weitzer-Hotels geizt auch das «Grand Ferdinand» nicht mit über­raschenden Details. Da wird ein Innenhof mit einer zauberhaften grünen Oase bespielt oder im denkmalgeschützten Entrée der prachtvolle Lüster per Lift gesenkt zum Anzünden seiner echten

Schlussfrage: Haben Sie die Absicht, mit Ihren Hotel-Marken so etwas wie eine Kette aufzu­bauen? Oder anders gefragt: Eröffnen Sie nächs­tens weitere Hotels in anderen Städten, eventuell auch in Deutschland und in der Schweiz? Als ich 2003 die Geschäftsführung der WeitzerHotels übernahm, befanden sich das »Weitzer», das «Hotel Daniel Graz» sowie seit 1999 auch das «Hotel Wiesler» in unserem Besitz. Ende 2011 eröffneten wir unser erstes Hotel in Wien. Dass ich, wenn sich die Möglichkeit böte, auch in den ersten Wiener Bezirk und auf die Ringstrasse gehen würde, war klar und schon immer mein Wunsch. Durch die Eröffnung des «Grand Ferdinand» hat unser Unternehmen sicher Stärke gezeigt. Wer weiss, vielleicht geht der nächste Schritt ins Ausland! ❚

Kerzen. Ähnlich stilvoll gestaltet sich die Ausfahrt mit dem Maserati oder dem Jaguar vom hauseigenen Fuhrpark. Letzterer gehörte niemand anderem als Hans Lauda, Grossvater von Niki Lauda. www.grandferdinand.com www.weitzer.com

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ERSTE WELLNESS-JUGENDHERBERGE EUROPAS MIT KERAMIKFLIESEN VON AGROB BUCHTAL

Natürlichkeit, Farbe

und Robustheit

Die Umgebung des «wellnessHostel4000» (helles Gebäude rechts) zeigt die traditionelle Bauweise im Saastal.

Die Zeiten, in denen sich Jugendherbergen mangelnden Komfort vorhalten lassen mussten, scheinen endgültig vorbei zu sein. Ein aktuelles Beispiel dafür ist das «wellnessHostel4000» in Saas-Fee (Wallis), das als erste Jugendherberge mit eigenem Wellness-Bereich Schlagzeilen macht. Innenarchitektonisch überzeugen akribisch ausgewählte Fliesen, die einerseits dem alpinen Charakter der Umgebung Rechnung tragen und andererseits dank projektspezifischen Sonderlösungen für eine homogene Ästhetik sorgen. 58

Fliesen der Marke Agrob Buchtal schaffen im rund 1900 m² grossen Wellness-Bereich ein edles WohlfühlAmbiente mit ruhiger Klarheit.

  2016  INNENARCHITEKTUR & DESIGN


ADVERTORIAL  AGROB BUCHTAL

Agrob Buchtal hatte als einziger Hersteller Wandfliesen in Apfelgrün im Programm und fertigte diesen Ton speziell für dieses Projekt auch als Bodenfliese in der geforderten Trittsicherheitsklasse R11/B.

Panoramafenster holen die Bergwelt in den Innenraum. Die Feinsteinzeug-Fliesen der Serie Valley mit ihrem erdig-natürlichen Charakter harmonieren hervorragend mit der rauen, archaischen Landschaft.

Der Neubau der Jugendherberge im Gletscherdorf Saas-Fee erinnert an die typisch aufgeständerten Speicherstadel des Saastals, bei denen ein hölzerner Körper von einem steinernen Sockel getragen wird. Hier wurde der mit horizontal geschichteten Fichtenhölzern verkleidete Gebäudekörper allerdings zeitgenössisch interpretiert und als polygonal verschnittener Kubus konzipiert. Darunter befindet sich der neue Wellness-Bereich «Aqua Allalin». Jugendherberge mit eigenem Wellness-Bereich Mit einer Fläche von 1900 m² ist die neu konzipierte Wellness-Einrichtung direkt an der rund 300 m tiefen Schlucht der Feevispa (ein Seitenbach der Saaser Vispa) angesiedelt und holt über grosszügige Verglasungen die imposante Bergwelt in den Innenraum. Für Jugendherbergen ist dies sicherlich einmalig, aber auch im Vergleich mit einem 4-Sterne-Hotel muss kein Vergleich gescheut werden dank verschiedener Saunen, einem Dampfbad, Erlebnisduschen sowie einem Whirlpool mit grandioser Panoramasicht auf die Schlucht und die umliegenden Viertausender. Materialien zitieren regionale Elemente Dieses Einbeziehen der alpinen Umgebung sollte sich auch in den verwendeten Materialien widerspiegeln. In Bezug auf die keramischen Beläge galt es zum Beispiel eine Lösung zu finden, die zum einen mit der Optik und Haptik der archaischen Bergwelt korrespondiert, zum anderen aber auch robust und strapazierfähig ist. Zur Umsetzung dieser anspruchsvollen Anforderungen fiel die Wahl auf Feinsteinzeugfliesen der Serie Valley von Agrob Buchtal. Für eine harmonische Optik sorgen nicht nur das erdige Relief mit feinen, körnigen Strukturverläufen oder der gewählte Farbton Schiefer, sondern auch natürliche Rohstoffe wie farbige Tonmineralen und Erden, die bei Valley zum Einsatz kommen. Darüber hinaus bietet diese Serie eine grosse Bandbreite an Formaten und Trittsicherheitsstufen, sodass der Wunsch nach einem aussergewöhn­ lichen Format (75 × 75 cm) in der speziellen Trittsicherheitsklasse R11/B realisiert werden konnte. Sonderlösung für Duschen in den Gästezimmern Agrob Buchtal steht für Qualität, überragende Gebrauchseigenschaften und ein gros­ ses Portfolio an Farben und Formaten. Auch Sonderlösungen, wie hier zum Beispiel die Fertigung einer Bodenfliese in einer speziellen Farbe, sind nach kurzer Prüfung des Einzelfalls unkompliziert möglich. So hatte Agrob Buchtal zwar als einziger Fliesenhersteller den Farbton Apfelgrün, der für die Duschen gewünscht war, im Programm – allerdings nur für die Wandanwendung. Projektbezogen stellte das Unternehmen deshalb eine seiner Kernkompetenzen unter Beweis, indem es farblich korrespondierende Bodenfliesen mit der notwendigen Trittsicherheitsklasse R11/B fertigte und so eine homogene, ganzheitliche Ästhetik ermöglichte. INNENARCHITEKTUR & DESIGN  2016

Fliesen mit werkseitiger Vergütung Unglasierte Bodenfliesen wie die hier verwendete Serie «Valley» sind von Natur aus strapazierfähig und unempfindlich. Diese Vorzüge werden nochmals verbessert durch die bereits im Werk aufgebrachte «Protecta»-Vergütung. Sie geht beim Brennen eine innige Verbindung mit dem Fliesenkörper ein und verschliesst die bei unglasierter Keramik vorhandenen «Mikro-Poren». Dem Eindringen von Flecken bildenden Substanzen wird dadurch wirkungsvoll vorgebeugt, eine mühsame nachträgliche Imprägnierung ist nicht mehr erforderlich. Weitere Informationen und Kontakt (seit mehreren Jahrzehnten eigene Gesellschaft in der Schweiz): www.agrob-buchtal.ch

Fakten

« wellnessHostel4000 », Saas-Fee (Wallis) Rund 170 Betten und 1900 m² Wellnessbereich. AUFTRAGGEBER: Schweizer Stiftung für Sozialtourismus, Bürgergemeinde Saas-Fee

ARCHITEKT: Steinmann & Schmid Architekten AG BSA SIA, Basel, www.steinmann-schmid.ch

VERWENDETE FLIESEN Von Agrob Buchtal (insgesamt mehr als 1000 m²) : WELLNESS-BEREICH: Serie Valley, 75 × 75 cm, Farbe Schiefer, Trittsicherheit R11/B

GÄSTE-DUSCHEN WAND: Serie ChromaPlural, 25 × 25 cm, Farbe Apfelgrün

GÄSTE-DUSCHEN BODEN: Dito, aber dank Sonderanfertigung mit Trittsicherheit R11/B

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THE ALPINA GSTAAD

Spa-Oase

der Superlative

Das «The Alpina Gstaad» thront auf einer Anhöhe etwas oberhalb des Dorfzentrums von Gstaad im Berner Oberland. Das Hotel mit 56 Zimmern und Suiten wurde im Dezember 2012 eröffnet und bereits mit zahl­reichen Preisen ausgezeichnet. Darunter auch von Gault & Millau Schweiz zum «Hotel des Jahres 2013». Zum Anwesen gehört unter anderem ein «Six Senses Spa» auf 2000 m2 mit Innen- und Aussen-Pool. Die einzige «Six Senses Spa»-Wellness-Oase in der Schweiz.


BAD, SPA & WELLNESS  THE ALPINA GSTAAD

Indoor-Pool.


Geführt wird das luxuriöse, einzigartige Bouti­ que-Hotel am Gstaader Prominentenhügel Ober­ bort vom Schweizer Hotelier Eric Favre (59). Das Hotel-Gebäude, dessen vier markante Ecktürme in den Himmel ragen, greift die für die Berg­ region typische Bauart und die dort bevorzug­ ten Materialien auf. Jahrhundertealtes Tannen­ holz von Bauernhäusern aus der Region, hand­ gemeisselter Ringgenberger Alpenkalk sowie ein handbehauener anthrazitbrauner Stein prägen sowohl die Fassade als auch das zum Hotel füh­ rende, überdachte Galerie-Entrée. Regionale Tra­ ditionen und überlieferte Handwerkskunst wur­ den im «Alpina» mit Präzision und Spitzentechnologie in eine zeit­ gemässe Architektur eingebettet. Auch im Inneren demonstriert das «The Alpina Gstaad» sensible Konsequenz. Das renommierte Architekturbüro «Hirsch Bedner Associates» aus London hat für die Zimmer, Suiten und öffentlichen Bereiche ein Design kreiert, das den alpin-schweizerischen Chalet-Stil ausdrückt, ihn aber mit souveränem Chic in die Gegenwart holt. «Hauptanliegen war es, ein Wohnerlebnis zu kreieren, das den unaufdringlichen Lifestyle und charmanten Charakter von Gstaad offenbart», so Inge Moore, Direktorin von HBA London. «Das Hotel definiert alpine Exklusi­ vität völlig neu und spricht mit seiner Ausstattung und Einrichtung alle Generationen an».

Behandlungsraum.

Einziges «Six Senses Spa» in der Schweiz Die Philosophie des «The Alpina Gstaad» beruht auf ganzheitli­ cher Wellness. Das 2000 m² grosse «Six Senses Spa» vereint in sei­ ner schlichten Ästhetik sowohl alpenländisches als auch asiati­

Salz-Raum.

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BAD, SPA & WELLNESS  THE ALPINA GSTAAD

Tibetanische Schüssel.

Ruhe- und Erholungsbereich.

sches Ambiente. «Unser Six Senses Spa verfolgt eine Philosophie aus effizientem Behandlungskonzept, persönlichem Service und erstklassigen Einrichtungen», erklärt Gastgeber Eric Favre. «Jeder Gast wird ein Wellness-Erlebnis aus Raum, Zeit, Ruhe und Geborgenheit erfahren und Programme geniessen, die auf indi­v iduelle Bedürfnisse mit effektivsten Treatments abgestimmt sind», so Favre weiter. Neben einer Kombination aus Six Senses Signature Treatments umfasst das Spa-Menü unterschiedliche Facials und Körperbehandlungen, Aromatherapie-Massagen, Fitness-, Verjüngungs- und Detox-Programme, Angebote zur Gewichtsreduzierung, bei Schlafstörungen sowie Akupunktur, Yoga, Meditation, Qi Gong und Tai Chi. Personalisierte Wellness-Programme Im Sommer 2016 führte das «The Alpina Gstaad» das Konzept von «Six Senses Integrated Wellness» ein. Die personalisierten Wellness-Programme basieren auf den Ergebnissen eines Wellness- ❯

Yoga-Studio.

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Ankleidebereich.

Whirlpool.

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BAD, SPA & WELLNESS  THE ALPINA GSTAAD

Screenings. Das neuartige, dreistufige Wellness-Konzept von Six Senses, das während zweier Jahre mit namhaften Fachärzten und Wellness-Experten entwickelt wurde, ermöglicht, aufgrund einer umfangreichen Körperanalyse sowie der Beschwerden und Ziele der Gäste, ein personalisiertes Programm zu erstellen. Als Sinnbild für Vitalität und Energie heisst der «Tree of Life» im Spa-Entrée willkommen, der wie ein Leitfaden die einzelnen SpaBereiche miteinander verbindet. Neben fünf luxuriösen Behandlungsräumen sorgen Hamam und Flotation-Raum, Farbtherapieund Ayurveda-Raum, ein orientalischer Behandlungsraum, eine Himalaja-Salz-Grotte, ein Detox-Raum sowie Ruhebereiche für modernsten Spa-Komfort. Ein moderner Fitnessraum, ein Studio für Yoga, Pilates und Aerobic sowie Sauna- und Dampfbad komplettieren die Einrichtungen der Wellness-Oase.

Alpine Felshöhle im Spa … Mit seinen Wänden aus massiven Kalksteinbrocken ähnelt der Pool-Bereich einer alpinen Felshöhle, die dank grosser Oberlichter durch natürliches Tageslicht sanft erhellt wird. Ein 25-m-Infinity-Lap-Pool, inklusive zweier Jacuzzi, laden zum Schwimmen ein. Eine Saftbar serviert vitaminreiche Drinks. Das Design im «Six Senses Spa» Wie in allen Bereichen des «The Alpina Gstaad» finden sich auch in der Gestaltung des Six Senses Spa regionale Traditionen und Handwerkskunst. Dunkel gebeiztes Kiefernholz und von Hand behauener, beigefarbener Laufener Kalkstein in den unterschiedlichsten Varianten wurden von Thailands führendem Design-Studio «P49 Deesigns» in eine organisch anmutende Form übersetzt. Scherenschnitte, ein für die Region typisches Kunsthandwerk, dienten als Inspirationsquelle für die Lichtgestaltung des Spas. Handgemeisselte Steinbassins, Lampen aus honigfarbenem Marmor, Sockel aus rustikalem Holz sowie ein vertikaler Garten holen die Vielfalt der alpenländischen Natur ins Innere. Zeitgenössische Kunst setzt weitere ästhetische Akzente. ❚

«SIX SENSES» Six Senses wurde 1995 als ein Unternehmen für die Entwicklung und das Management von Resorts und Spas gegründet, die unter den Markennamen Soneva, Six Senses und Spas Evason betrieben werden. Six Senses Spas werden im Einklang mit der lokalen Umgebung und Traditionen gestaltet, um ein Höchstmass an Harmonie und Erholung zu garantieren. Professionelle Therapeuten bieten ein breites Spektrum an Anwendungen, die der Entspannung, Schönheit und Verjüngung dienen. Die Six-SensesSpa-Produkte werden ausschliesslich unter hohen Umweltschutzauflagen hergestellt und aus natürlichen Bestandteilen gewonnen. www.sixsenses.com

Outdoor-Pool.

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SPA, BAD & WELLNESS  SCHWEIZERHOF BERN

SCHWEIZERHOF BERN

Luxus-Spa

 im Untergrund Pool-Bereich im Schweizerhof-Spa.

Im «Keller» des Hotels Schweizerhof in Bern, direkt am Berner Bahnhofplatz und wo früher der Hotel-eigene Jazz-Club Nachtschwärmer anzog, hat die Moderne Einzug gehalten. «The Spa» ist ein City-Wellness-Bereich, der die Gäste mit urbanem Design, einer ungewöhnlichen Atmosphäre und einem hochstehenden Spa-Angebot der Alltagswelt entreisst.

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SPA, BAD & WELLNESS  SCHWEIZERHOF BERN

Spa-Hamam

Spa-Sauna.

Eine Leuchtwand hinter der Empfangstheke präsentiert einen majestätischen Kirschbaum. Er steht symbolisch dafür, dass hier, im Soussol des Luxus-Hotels Schweizerhof, eine neue Welt beginnt, die fernab ist von Hightech, Business, Hektik und Sorgen. Nur ein Stockwerk trennt die Wohlfühlwelt von der hektischen LobbyLounge-Bar, wo Verträge unterschrieben werden und selbst die Zeit für einen Espresso knapp ist. «The Spa», dessen Benützung für HotelGäste kostenlos ist, umfasst fünf Beauty- und Treatment-Räume, finnische Sauna, Hamam (Dampfbad), Verwöhn-Pool mit Jacuzzi, Erlebnisduschen, Ruheraum mit Wasserbettliegen und einen Fitness-Bereich. Spa für Design-Liebhaber Raffaela Toriello betreibt zusammen mit ihrem Team den Wellness-Bereich des traditionsreichen Stadt-, Business- und Luxus-Hotels. Die Bernerin lädt in eine urbane und moderne Anlage auf 500 m² ein. «Unsere Besucherinnen und Besucher sollen komplett abschalten. Die Designer haben eine Welt geschaffen, die man hier in der Stadt wirklich nicht erwarten würde.» Tatsächlich ist das Interior Design des SpaBereichs eine Exklusivität. Er integriert sich nahtlos in den «Schweizerhof» und bewahrt doch INNENARCHITEKTUR & DESIGN  2016

Hotel Schweizerhof Bern.

seine Eigenständigkeit. Dunkles Eichenholz, der anthrazitfarbene Naturstein «Nero Assoluto» und die metallene Tapete «Charisma» des deutschen Designers Ulf Moritz sind prägende StilElemente, ergänzt durch Kunst-Einzelobjekte. Zusammen versprühen sie eine moderne, urbane Atmosphäre, die dennoch eine warme, gemütliche Ausstrahlung behält. Spa-Menü für alle Bedürfnisse Das Angebot an Treatments umfasst im «Schweizerhof» Gesichts- und Körperbehandlungen, Körpermassagen sowie Make-up, Maniküre und Pediküre. Von der 20-minütigen Kopfund Nackenmassage bis zur «Lomi Lomi Nui»Massage erwartet die Besucher des Spa eine breite Auswahl an Behandlungen für fast alle Beauty- und Entspannungsbedürfnisse. «Business-Gäste wünschen zumeist rasche Behandlungen für das kleine Zeitbudget, oft eine Massage nach einem Sitzungsmarathon. Personen, die auf einer Wochenendreise sind, lassen sich mehr Zeit und nehmen Beratung und intensive Behandlungen in Anspruch», so Spa-Managerin Toriello. ❚

www.schweizerhof-bern.ch

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ADVERTORIAL  BECK KONZEPT

KREATIVER WEITBLICK

Traditionelles HANDWERK Die Verknüpfung eines kreativen Planungsbüros mit einem handwerklich soliden und top ausgerüsteten Schreinerei­ betrieb im Herzen der Schweiz, das ist beck konzept Buttisholz.

Hotel frutt Family Logde

Hotel International au Lac, Lugano

Restaurant Beluga, Aarau

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Seit über 70 Jahren schon besteht der Schreinereibetrieb in Buttisholz im Kanton Luzern. Vor gut 25 Jahren kam zusätzlich auch die Planungs- und Innenarchitekturtätigkeit als neuer Unternehmenszweig dazu. Geplant und gebaut werden bei beck konzept vorwiegend Gastronomiebetriebe – vom einfachen Take-away bis zum Gault & Millau-Restaurant und Hotel mit allen Gasträumen wie Empfang, Bar, LoungeLobby, Gästezimmer, Korridore usw. Mit einem Team von gut 40 Mitarbeitenden werden Projekte in der ganzen Schweiz realisiert, und die Referenzliste kann sich sehen lassen. Betriebe wie das Parkhotel Vitznau, die frutt Family Lodge, das Hotel International au Lac in Lugano und das Hotel Glanis in Gland sind ebenso zu finden wie das «Beluga» in Aarau, der «Ochsen» in Lenzburg oder die «Brasserie Fédérale» in Solothurn – und noch viele mehr! Freundlichkeit, Ehrlichkeit, qualitativ hochwertige Produkte und ein hohes Dienstleistungsbewusstsein sind Werte, welche die Mitarbeitenden der beck konzept ag leben. Kunden in der ganzen Schweiz profitieren von der langjährigen Erfahrung und dem grossen Fachwissen der beck konzept ag. Die hauseigenen Planer erarbeiten vorteilhafte, flexible und zukunftsorientierte Konzepte, bei denen das Kundenwohlsein im Mittelpunkt steht. Die durchdachten Lösungen sind auf individuelle Gastrokonzepte und Raumkonzepte abgestimmt. Ziel ist es, dass die Investitionen für die Kunden der beck konzept ag langfristig gewinnbringend sind. Von der Beratung über den Bau und einen umfassenden Service – die beck konzept ag bietet alles aus einer Hand, schnell, flexibel und unkompliziert.

www.beck-konzept.ch

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Geberit AquaClean Das WC, das Sie mit Wasser reinigt.

Wellness für Ihre Gäste. Mit Geberit AquaClean Sela beginnt Wellness schon im Badezimmer. Das WC mit integrierter Duschfunktion reinigt den Po sanft mit einem warmen Wasserstrahl und erfüllt somit die steigenden Gästeanforderungen an Komfort und Hygiene. Für ein Gefühl von Frische und Sauberkeit den ganzen Tag. → www.geberit-aquaclean.ch/sela


BAD, SPA & WELLNESS / ADVERTORIAL  DELTAPARK VITALRESORT GWATT

Hauptgebäude mit Vorplatz

Resort-Übersicht (Projektbild)

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BAD, SPA & WELLNESS / ADVERTORIAL  DELTAPARK VITALRESORT, GWATT

DELTAPARK VITALRESORT, GWATT

Medical Wellness AM THUNERSEE

Im Mai wurde das Deltapark Vitalresort am Thunersee offiziell eröffnet. Das neue Resort besticht durch seine einzigartige Lage, die Harmonie mit der umliegenden Natur, sein ganzheitliches Wellness- und Gesund­heitsangebot und die Vielfalt an Restaurants sowie Freizeitmöglichkeiten. Der Thuner Unternehmer und Hotel-Besitzer Peter Hauenstein hat rund 50 Millionen Franken in die Anlage investiert.

Sauna im Deltapark-Spa. INNENARCHITEKTUR & DESIGN  2016

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BAD, SPA & WELLNESS / ADVERTORIAL  DELTAPARK VITALRESORT, GWATT

Seit März 2016 hat das Deltapark Vitalresort in einer Soft-Opening-Phase nach und nach seinen Betrieb hochgefahren, die Prozesse und Abläufe erstellt, ausgetestet, verfeinert und das Team eingearbeitet. Ende Mai wurde das Resort am Thunersee offiziell eröffnet. Auf dem 90 000 m² grossen Grundstück direkt am See, umgeben von Wäldern, Wiesen und angrenzend an ein Naturschutzgebiet erleben die Gäste aktive Erholung, Genuss und Wohlbefinden. Das Delta und seine Symbolkraft «Ankommen, ausatmen, abschalten – ein Aufenthalt, der gut tut», so lautet die Philosophie von Direktor Mirco Plozza und seinem Team. Im Deltapark Vitalresort ist das Delta omnipräsent – sichtbar und fühlbar. Die Marke Deltapark steht für markante und einmalige Wahrzeichen der Region: das Kander-Delta, der Niesen mit seiner Delta-Form und die drei zeltförmigen Gebäude auf dem Areal des Resorts. Dem Resort liegt aber noch ein anderes Delta zugrunde: das Delta des «Wellbeing», der Gesundheit und Lebensfreude, der Vitalität. Mit den drei Pfeilern Entspannung, Bewegung und Genuss bietet der Deltapark Angebote für einen gesünderen Alltag. Zeit und Raum, um Hektik hinter sich zu lassen, eine Auszeit zu nehmen, zu geniessen; Natur und Wege, um Sport und Spass zu fördern, Neues zu entdecken, die Lungen mit reiner Bergluft zu füllen; Speis und Trank aus der Region, frisch und so naturbelassen wie möglich; gut für Körper und Seele. «Ob die Gäste ins Deltapark kommen, um zu tagen, zu lernen, sich zu entspannen oder ihre Performance zu verbessern, den Stress hinter sich zu lassen, dem Alltag zu entfliehen – das Resort-Team hilft jedem, sein Ziel ganz individuell zu erreichen», so Direktor Mirco Plozza.

Alpine Wellness im Delta-Spa Alpine Wellness steht für eine authentische und moderne Interpretation der nahen Umgebung: Fels und Stein, Wälder und Kräuter in frischer Alpenluft, klares Quellwasser in Seen und Flüssen. Auf über 2000 m² finden die Gäste eine Welt der Entspannung und Verwöhn-Oasen für jeden Geschmack. Classic Wellness und Medical Wellness bilden die zwei Hauptpfeiler des Angebots. Das einzigartige Deltavital Health Management bietet professionelle Dienstleistungen zur Gesundheitsförderung und Leistungsoptimierung in den Bereichen Business und Sport an. Sportbegeisterte und Aktivferiengäste freuen sich an einem grossen Fitness-Raum mit Technogym-Geräten und dem Gymnastikraum mit wechselnden Gruppenkursen. Im Sommer erlaubt ein direkter Zugang zum Strand ein erfrischendes Bad im kühlen Thunersee, und mehrere Liegewiesen laden zum Nichtstun ein. Auf dem Areal befinden sich Lauf- und Spazierstrecken; Boote und «Stand Up Paddles» stehen für Aktivitäten auf dem See zur Verfügung. Das Outdoor- und Event-Center verfügt über Fahrräder und Elektro-Bikes und organisiert im Sommer und Winter Ausflüge und Events für Individual- und Seminargäste. ❚

Investor und Unternehmer Peter Hauenstein

DAS DELTAPARK VITALRESORT befindet sich auf einem 90 000 m² grossen Grundstück, direkt am Thunersee, umgeben von Natur und angrenzend an ein Naturschutzgebiet. DIE ECKDATEN – 106 Zimmer unterschiedlicher Kategorien in zwei Häusern, Vierstern-Standard, mit See- oder Bergpanorama.

Klares, naturnahes Design Schon die Anfahrt deutet darauf hin, dass das Resort mit 106 Hotel-Zimmern komplett in der Natur eingebunden ist. Abseits der Hauptstras­se ab Gwatt führt der Weg Richtung Thunersee. Das Hauptgebäude besticht durch seine feine Fassade mit Glas und Naturfarben. Im lichtdurchfluteten Eingangsbereich mit der offenen Rezeption, Lobby und Bar dominieren helle Farben in Beige-Nuancen, diverse Brauntöne und gekonnt gesetzte, kräftige Lavendelfarben. Die drei denkmalgeschützten Deltahäuser, erbaut in den 60er-Jahren und komplett renoviert, sind vom Park umgeben. Jedes Fenster gibt einen Blick gleich einem Postkartensujet auf den Thunersee, das Bergpanorama oder den Wald frei. Zwei der Zelthäuser beherbergen den DeltaSpa. Im Dritten, dem Waldhaus, sind Seminarräume und 19 Waldhauszimmer angeordnet. Modernes Design, klare Linien, verspielte Details aus Schwemmholz, Blumen, Pflanzen und spielenden Flammen im Bar-Cheminée bilden ein einladendes Ambiente.

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– 600  m2 Seminarfläche im Hauptgebäude und 200 m2 Seminarräume im Waldhaus: total 13 Seminar- und Sitzungsräume, davon 5 Sitzungszimmer, 5 Gruppenräume, 3 Plenarräume. – 3 Restaurants, Bar und Lounge; Bibliothek. – Über 2000 m² Wellbeing & Spa mit ganzheitlichem Wellness-Konzept «Deltavital Health Management»: Innensolebad, Aussensprudelbad, Textil- und Nacktzone mit Saunen, Dampfbäder, Erlebnisduschen, Ruheräume, 3 private Spas, diverse Kosmetik und Massageräume. – Neues Hauptgebäude mit Lobby, Empfang und Hotel-Bar. Das Deltapark Vitalresort ist Teil der Hauenstein Hotels & Restaurants, einer kleinen Hotel-Gruppe am Thunersee. Dazu gehören die Klinik Schönberg Gunten, das Solbad-Hotel Sigriswil, das Belvédère Strand-Hotel & Restaurant Spiez, das Restaurant Burehuus Thun sowie der Landgasthof Grizzlybär, Längenbühl. www.hauensteinhotels.ch

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BAD, SPA & WELLNESS / ADVERTORIAL  DELTAPARK VITALRESORT GWATT

Privat-Spa-Suite.

Dampfbad im Deltapark-Spa.

Rezeption.

APPIA CONTRACT hat im Haupthaus des Deltapark Vitelresorts ins­gesamt 87 Zimmer – davon 66 Normzimmer, 12 Superior-Zimmer und 9 Zimmer im Sporthaus – eingerichtet. In den sogenannten «Zelthäusern» war der HotelEin­richter und Gesamtunternehmer Appia für die Möblierung des öffentlichen Bereiches zuständig. Junior-Suite.

INNENARCHITEKTUR & DESIGN  2016

www.appia-contract.com

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H. May KG

VON FORMEN UND FARBEN Sie verleihen Hotel-Lobbys, Restaurants und Bars erst ihren einzigartigen und einladenden Charakter: Die neuen Lounger und Sessel setzen auf starke Farben und beeindruckende Formen getreu dem Motto: Schluss mit dem Einheitslook. Mit den «41er»-Modellen der H. May KG hat die Tristesse ein Ende. Die Sitzflächen aus ultrabequemen Formschaumschalen sind ideal, um selbst in HotelDiskotheken oder gemütlichen Bars sichtbar klare Akzente zu setzen. Modelle wie «Dante» oder «Christopher» sind Möbel gewordene Blickfänger und überzeugen den Gast bereits beim Betreten der Lobby von der Qualität und dem guten Geschmack des Hauses. Beide Modelle verfügen über Nosagfederung und klassische Bepolsterung im Classy Look und machen das Warten und Lesen zum kurzweiligen Vergnügen – auch für den zimmereigenen Sekretär sind sie eine gute Wahl. Wer dem HotelRestaurant eurasisches Flair einhauchen will, tut dies am besten mit «Marsellus», einer Serie von Sessel und Zweisitzer mit raffiniert geformtem Eichengestell im Edo-Style. Das Beste: Alle Modelle sind leicht zu handhaben, schliesslich ist Flexibilität im Hotel-Gewerbe unabdingbar. Die kompletten In- und Outdoor-News sowie den 688-seitigen Hauptkatalog gibt es unter:

«Christopher»

«41er»-Modelle

www.may-kg.de

Kaldewei

WASCHTISCHE AUS STAHL-EMAIL Kaldewei präsentiert neue Varianten seiner Waschtischserien. Die harmonische Badgestaltung – mit Duschfläche, Badewanne und jetzt auch mit Waschtischen aus Stahl-Email – in einheitlicher Design-Sprache und Materialität trifft den Puls der Zeit und überzeugt Kunden im In- und Ausland. Grund genug, der erfolgreichen Markteinführung nun den konsequenten Ausbau des neuen Produktsegmentes folgen zu lassen. Insgesamt umfasst das Kaldewei-Waschtisch­ sortiment fünf Produktserien, erhältlich in vielen Abmessungen und in allen gängigen Einbauvarianten: vom Unterbau- über Einbau- und Aufsatzwaschtisch bis zum platzsparenden Wandwaschtisch für das Gästebad. Die hohe Qualität der emaillierten Waschtische spiegelt sich auch in ihrer mehrfachen Prämierung mit bedeutenden Design-Preisen wider, wie zum Beispiel dem German Design Award 2016 für die Serien Centro, Cono und Puro oder dem Good Design Award für die Serie Emerso von Arik Levy.

www.kaldewei.com

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AM MARKT  NEUE PRODUKTE

TKS Swiss

ALPIN INSPIRIERTES DESIGN-KONZEPT Im Waldhotel National in Arosa wurden in nur acht Wochen Eingang, Bar-Bereich und Zimmer umgebaut. Das Investitionsvolumen für das gesamte Umbauprojekt belief sich auf 1,8 Millionen Franken. Verantwortlich für den Umbau im Waldhotel National war TKS Swiss, die Tochtergesellschaft des auf die Ketten- und renommierte Individual-Hotellerie spezialisierten General­unternehmers TKS. Nach der Modernisierung des Steigenberger Grandhotels Belvédère in Davos hat TKS Swiss mit der Renovierung des Waldhotels National Arosa ein weiteres Grossprojekt in der Schweiz durchgeführt. Das Hotel hatte TKS Swiss mit der Modernisierung von Eingangs- und Barbereich sowie dem Umbau von 24 Zimmern und der Gestaltung von vier neuen Suiten im Ostflügel beauftragt. Minutiös geplant hat der Generalunternehmer das umfangreiche Leistungspaket von der Gebäudetechnik, dem Innenausbau bis zur Ausstattung in nur acht Wochen bis zum Beginn der Wintersaison ausgeführt.

www.tks.net swiss@tks.net

Duscholux

PFLEGELEICHTER SPRITZSCHUTZ Die neue einteilige Duschwand-Schiebetür Bella Vita 3 von Duscholux erfüllt höchste Ansprüche an Funktionalität, Raum-Design und Reinigungsfreundlichkeit. Als elegante Nischenlösung für Wannen oder Duschen ist sie in ihrer zurückhaltenden Optik verblüffend anpassungsfähig. Gleichzeitig bietet sie mit integrierter Soft-Close-Funktion, einem sicheren Magnetverschluss und leichter, ruhiger Glasführung eine extrem komfortable Bedienung. Besonders praktisch: Das Glaselement lässt sich frei verschieben. Dadurch sind die Armaturen jederzeit zugänglich und mühelos zu reinigen.

www.duscholux.ch

INNENARCHITEKTUR & DESIGN  2016

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Küng Sauna

ENTSPANNUNG DANK SAUNA Auch wenn sich der Sommer 2016 bisher eher von seiner unwirtlichen Seite gezeigt hat, schafft eine wohlverdiente Verschnaufpause den nötigen Ausgleich. Die WellnessAnlagen von Küng holen die Erholung direkt ins Haus. Als Schweizer Marktführer im Bereich Saunabau konnte Küng Sauna schon immer das komplette WellnessProgramm für seine anspruchsvollen Kunden anbieten. Bisher hatte die Firma für die Konzi­pierung und den Bau von Dampf­duschen und Dampf­bädern auf die Zusammenarbeit mit starken Partnern gesetzt. Diese Kompetenz wird nun jedoch ab sofort voll­ umfänglich hausintern abgedeckt. Mit Thomas Rödler, der jahrelange Erfahrung und ein grosses Branchen-Netzwerk mitbringt, hat die Firma zudem einen kompetenten Mitarbeiter im Kernteam aufgenommen. www.kuengsauna.ch

Keramik Laufen

FUNKTION ALS ORNAMENT Welches ausserordentliche gestalterische Potenzial die revolutionäre Saphir-Keramik von Keramik Laufen in sich birgt, zeigt die neue Bad-Kollektion Val, die der Münchner StarDesigner Konstantin Grcic für den Schweizer Bad-Spezialisten entworfen hat. Einfache architektonische Linien, extrem schmale Kanten und Dünnwandigkeit sowie feine Ober­ flächenstrukturen machen die Waschtische der Kollektion weltweit einzigartig. Zu Val gehören Waschtische, Waschtisch-Schalen, Aufbewahrungsschalen und eine Badewanne. Passende neue Badmöbel aus dem Sortiment von Keramik Laufen sind ebenfalls erhältlich. Der Münchner Designer Konstantin Grcic ist nicht nur einer der einflussreichsten Designer der Gegenwart, sondern auch für seine Fähigkeit bekannt, neue Materialien und Produktionsmethoden an ihre Grenzen zu führen. Mit der neuartigen Saphir-Keramik bot Keramik Laufen Grcic die Chance, die gestalterischen Grenzen für Keramik im Bad weit hinauszuschieben und neu zu definieren.

www.laufen.ch

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AM MARKT  NEUE PRODUKTE

ZiefleKoch

ZIMMEREINRICHTUNG FÜR WOHNLICHE APPARTEMENTS Das Einrichtungskonzept der SOLARIA-Feriensiedlung in Davos setzt den Fokus auf individuelles Wohnen mit Service-Komfort eines Hotels. ZiefleKoch aus dem Schwarzwald war Einrichtungspartner für insgesamt 23 Appartement-Studios. Die Zimmer unterschiedlicher Kategorien haben eine optimale Raumaufteilung im Hinblick auf die harmonische Integration von Wohn-, Schlaf-, Arbeitsund Essbereichen. Das bis ins Detail abgestimmte Arrangement der Einrichtung orientiert sich am Bedarf von aktiven Feriengästen, die es sich nach einem ereignisreichen Tag auch gerne in der grosszügigen Sitzecke mit Ambiente-Beleuchtung oder am Esstisch mit stilvollen Sitzmöbeln gemütlich machen möchten.

www.solaria.ch www.zieflekoch.ch

Tisch + Stuhl

EIN STUHL MIT CHARAKTER Seit Mai 2015 ist das Ebianum als Bagger­ museum und Event-Halle in Fisibach eröffnet. Die Gebrüder Eberhard in Kloten erstellten dieses Museum, um die Geschichte und die technischen Entwicklungen den Interessierten zu zeigen. Der ideale Ort für Firmen-Events, General­ versammlungen, Seminare sowie auch für Hochzeiten usw. Für das Restaurant im Eingangs­ bereich wurden bewusst traditionelle Tische und Stühle gewählt, die zum Museumscharakter passen. Wir durften die Stühle, Tische und Stehtische liefern. Die Tische haben den traditionellen Eisengussfuss, der unverwüstlich ist. Die Stühle und Tische aus den 50er-Jahren machen den Eingangsbereich zum Bijou.

www.stuhlundtisch.ch

INNENARCHITEKTUR & DESIGN  2016

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Klafs

RAUMSPARENDE DESIGN-SAUNA Die Sauna S1 von Klafs schreibt Geschichte. Nach den grossen Erfolgen der Sauna der Zukunft beim renommierten «Plus X Award» hat die S1 jetzt auch beim German Design Award 2016 die Jury begeistert. Der 2012 initiierte German Design Award zählt zu den anerkanntesten Design-Wettbewerben weltweit und geniesst weit über die Fachkreise hinaus hohes Ansehen. Die Sauna S1 ist die weltweit erste Sauna, die sich auf Knopfdruck ganz klein macht – so wie das Zoom-Objektiv einer Kamera. Im komplett eingefahrenen Zustand ist die S1 gerade einmal 60 Zentimeter tief – so wie ein herkömmlicher Schrank. Dennoch ist die S1 eine richtig schicke, bis ins Detail hochwertig gestaltete Sauna mit Platz für die ganze Familie. Die neue Klafs S1 ist zudem als komplett geschlossenes, mobiles System konzipiert. So kann der Standort der Sauna das bleiben, was er bisher war – also zum Beispiel Gäste-, Arbeits- oder Wohnzimmer. Und die Sauna kann, wie ein Schrank, bei einem Wohnungs­wechsel mit umziehen.

www.klafs.ch

Schmidlin

FORMSCHÖNE KUNSTFERTIGKEIT Die Badserie Schmidlin Loft zeichnet sich durch ihren schmalen Rand und ihren skulpturalen Charakter aus. Nebst der eleganten, frei stehenden Design-Badewanne umfasst die Badserie zwei einzigartige Aufsatzbecken in unterschiedlichen Grössen. Mit der prämierten Badewanne Schmidlin Loft werden die Grenzen der Fertigung von Bade­ wannen aus Stahl-Email neu definiert: Die Verkleidung und der Wannenkörper in rohem Stahl werden in handwerklicher Kunst fugenlos zusammengeschweisst und anschliessend mit grosser Sorgfalt emailliert. Die Wanne verkörpert den Anspruch, Design und Funktion auf höchstem Niveau zu verbinden. Dank dem 30 mm schmalen Rand ist der Wanneninnenkörper äusserst geräumig und bietet viel Platz für ein entspannendes Badeerlebnis.

www.schmidlin.ch

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  2016  INNENARCHITEKTUR & DESIGN


AM MARKT  NEUE PRODUKTE

Hotelmedia

MEDIENWOHLBEFINDEN Es gibt Hotel-Zimmer, für die eine Wandinstallation des Fernsehers nicht geeignet ist. Hier kann ein Standfuss gute Dienste leisten: Der am passenden Ort installierte HotelFernseher verschmilzt mit dem Standfuss zu einem harmonischen Design-Objekt und verleiht dem Zimmer eine elegante Note. Grössere Geräte brauchen eine perfekte Stabilität und optimale Höhe, die der DesignStandfuss ELIO erfüllt: Mit einer Höhe von bis zu 159 cm trägt er stilvoll Bildschirme bis zu einer Diagonalen von 55 Zoll. Der Gast checkt heute bekanntlich mit Smartphone, Tablet und Notebook ein. Am MediaHub kann er seine Geräte bequem an den USB-Buchsen aufladen, sie mit dem Fernseher verbinden und die Inhalte abspielen. Aufladen via USB entlastet bestehende Steckdosen und reduziert die aufwendige Verwendung von Stromadaptern. Der MiniHub bietet 2 USB-Ladebuchsen, HDMIund Audio-Eingang und Bluetooth-Audio-Streaming. Die Blenden können individuell gestaltet werden. www.hotelmedia.ch

Schadegg

VARIANTENREICHE FENSTERDEKORATION Flexibilität am Fenster ist ein grosses Anliegen von Innenarchitekten. Wer sich heute für einen klassischen Vorhang entscheidet, wünscht sich vielleicht schon bald einen Flächenvorhang oder umgekehrt. Damit sich wandelnden Bedürfnissen optimal Rechnung getragen werden kann, hat die Firma Schadegg das Objektprofil Treflex entworfen. Treflex ist ein geradliniges 3-läufiges Deckenprofil aus Aluminium, erhältlich farblos eloxiert oder weiss (Originallänge: 6 m/Breite: 67,2 mm/Höhe: 10,2 mm). Es lässt sich mithilfe von stählernen Montage-Clipsen einfach montieren. Passende Enddeckel schliessen das Profil sauber ab. Bei Bedarf kann auch mit Profilver­ bindern gearbeitet werden. Alle drei Innenläufe sind auf Maxi-Gleiter ausgerichtet. Allerdings kann Treflex auch als Flächenvorhangprofil eingesetzt werden. Passende Paneele wären Line, Hadima und Clic’, alle erhältlich bei Schadegg. Dank diesen Voraussetzungen sind verschiedene Möglich­keiten der Fensterdekoration offen. Da wäre die Variante Tag- und Nachtvorhang im vorderen und hinteren Lauf oder die Verwendung von Flächenvorhängen in allen drei Läufen. Auch die Kombination von Vorhängen und Flächen­ vorhängen erfreut sich immer grösserer Beliebtheit. www.schadegg.ch

INNENARCHITEKTUR & DESIGN  2016

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INSERENTENVERZEICHNIS Sonderausgabe Innenarchitektur & Design 2016

Einzigartig in der Ausführung!

AGROB BUCHTAL GmbH, D-Schwarzenfeld

58

Appia Contract GmbH, D-Dietersburg

69

beck concept ag, Buttisholz

68

DOBAS AG, Luzern

1

Duscholux AG, Thun

80

Geberit Vertriebs AG, Jona

36/69

GO INTERIORS GmbH, Zürich

20

Hotel Media GmbH, Brusio

39

Hydroplant AG, Zürich

29

Kaldewei GmbH + Co.KG, D-Ahlen

53

KLAFS AG, Baar

4. US

Küng AG Saunabau, Wädenswil

13

LIGNO IN-RAUM AG, Emmen

14

May KG Int. Möbelkollektion, D-Lehrte

19

Provalora CS AG, Wigoltingen

47

Sihl AG, Bern

2. US

Similor AG, Laufen

2

Stuhl- + Tischfabrik Klingnau

2

TIC Beleuchtungen AG, Allschwil

3. US

TKS GmbH , D-Stadtlohn

13

Wilhelm Schmidlin AG, Oberarth

29

Ziefle Koch GmbH, D-Waldachtal

43

IMPRESSUM Innenarchitektur & Design Eine Sonderausgabe der Fachzeitschrift «Hotelier», 3. Jahrgang Herausgeberin B+L Verlags AG, Steinwiesenstrasse 3, 8952 Schlieren Tel. 044 733 39 99, Fax 044 733 39 89, info@blverlag.ch, www.blverlag.ch

Administration Silvia Weiss, silvia.weiss@blverlag.ch Layout Natasa Mirkovic natasa.mirkovic@blverlag.ch, Claudia Meier, claudia.meier@blverlag.ch

Verleger Peter Boll

Inserate-Erstellung Miro Peloso, miro.peloso@blverlag.ch

Verlagsleiter Philipp Bitzer

VARIABLE SCHIEBELÖSUNG MIT CLEVEREN FUNKTIONEN Die einteilige Schiebetür Bella Vita 3 läuft ruhig, lässt sich dank Soft-Close Funktion sanft öffnen und schliessen und ist flexibel positionierbar. Sie überzeugt nicht nur als anpassungsfähige Duschwand für Nischen und Badewannen, sondern auch mit einem praktischen Detail: Durch die stets zugänglichen Armaturen ist die Schiebelösung besonders reinigungsfreundlich und funktional!

www.duscholux.ch

Druck AVD GOLDACH AG Sulzstrasse 10 – 12, 9403 Goldach www.avd.ch

Redaktionsleitung Hans R. Amrein, hans.amrein@blverlag.ch Kundenberatung Sabina Guggenbühl, sabina.guggenbuehl@blverlag.ch Korrektorat Ullrich Noelle, ullrich.noelle@blverlag.ch

Im B+L Verlag erscheinen ausserdem at – Aktuelle Technik Architektur + Technik idea Swiss Wedding traumhaus PHŒNIX

Fotografie Div. Fotografen   2016  INNENARCHITEKTUR & DESIGN


Licht. Damit Ihr Gastrobetrieb zum Augenschmaus wird.

Besuchen Sie uns im Showroom: Binningerstrasse 92 | CH- 4123 Allschwil T +41 61 485 99 00 | www.luminarium.ch


RUBRIK  TITEL

ENTSPANNUNG HAT EINEN NAMEN. Das Wohlgefühl Ihrer Gäste ist unser Auftrag. Seit über achtzig Jahren entwickeln und realisieren wir Saunaund Spa- Landschaften für höchste Ansprüche. Unsere Spezialisten planen Ihre individuelle Wellness - Anlage und achten dabei auf Design, Funktionalität und Wirkung. Als Weltmarktführer der Branche steht KLAFS für Fachkompetenz und Qualität. Zählen Sie entspannt auf unseren Schweizer Topservice - selbst Jahre nach der Schlüsselübergabe. Besuchen Sie unsere Ausstellungszentren und lassen Sie sich entspannt inspirieren. Unseren Katalog oder eine unverbindliche Fachberatung erhalten Sie kostenlos unter 00800 66 64 55 54 oder auf www.klafs.ch.

Sie finden uns in: Baar, Bern, Chur, Montreux und in der Bauarena Volketswil Hauptsitz I KLAFS AG I Oberneuhofstrasse 11 I 6340 Baar I Tel.: +41 760 22 42 I Fax: +41 760 25 35 I baar@klafs.ch I www.klafs.ch

Hotelier Innenarchitektur&Design 2016  

Sonderausgabe 2016 Hotelier

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