steirische Jägerin 04-2022

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www.steirische-jaegerin.at Ausgabe Winter 2022 Verkaufspreis: €7,50 IM PORTRAIT Antonia Wieser Seite 12 Das unabhängige Magazin für die Weidfrauen Österreichs Die Fische vom Ende der Welt Seite 34 THEMA THEMA THEMA Jäger in der Schule Schusszeit verkürzen Seite 42 Seite 24 ausgestattet von Austrian Couture www.mothwurf.com

Abgabe von Waffen und Munition nur an Inhaber einer Erwerbserlaubnis. Bitte beachten Sie die rechtlichen Hinweise zur Verwendung von Schall dämpfern und die rechtlichen Erwerbsund Nutzungsbedingungen für Vorsatzoptiken in Ihrem Land.

© BGR Marketing & Communications 2022

SAUER ARTEMIS.

DIE WAFFE DER FRAU.

Die Jagd erleben in ihrer schönsten Form: gemeinsam mit anderen und einer Repetier büchse exklusiv für Frauen, deren Eleganz nur von perfekter Passform übertroffen wird. Entdecken Sie die Sauer Artemis im neuen Gewand!

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Abgabe von Waffen und Munition nur an Inhaber einer Erwerbserlaubnis. Bitte beachten Sie die rechtlichen Hinweise zur Verwendung von Schalldämpfern und die rechtlichen Erwerbsund Nutzungsbedingungen für Vorsatz optiken in Ihrem Land.

Perspektiven!

Der bevorstehende Winter und die ruhige Stimmung im Herbstwald veranlassen uns die vergangenen Monate ein wenig Revue passieren zu lassen. Zahl reiche Inhalte zu Jagd, Umwelt- und Tierschutz und Gesetzgebungen haben uns in diesem Jahr beschäf tigt und einmal mehr die unterschiedlichen Heran gehensweisen an in unserer Gesellschaft kritischen Themen und die Perspektivenvielfalt dazu gezeigt. Die Jäger*innen wissen um die Wichtigkeit von Per spektiven sehr gut Bescheid, sind diese doch ständig konfrontativen Themen wie den Umgang mit Pelz, den Wolf in unseren Wäldern und der Erhaltung unseres Waldes und unserer Wiesen ausgesetzt. Ein brisantes Thema im heurigen Sommer war der Nach weis des ersten Wolfrudels in Osttirol seit über ein hundert Jahren. Die massiven Herausforderungen, die sich daraus für uns Jäger*innen und unsere Part ner in der Landwirtschaft ergeben, brauche ich im Kreise unserer fachkundigen Leser*innen und Jagd praktiker*innen nicht zu betonen. Auch die Thema tik forstlich unbenutzte Wälder und ob diese die ge sündesten sind, wird aus einer anderen Perspektive beleuchtet und in dieser Herausgabe nachgegangen. In dieser November-Ausgabe lernen wir ebenso das ABC der Hunderettung, mehr Details zur Aktion „Jä ger in der Schule“, die unter dem Verband der Tiroler Jäger*innen Verständnis für die Jagd sowie Wald und Wildtiere schon im Volkschulalter fördern will, mehr über das Kürbiskernöl-Championat 2022/23 und

neue Blickwinkel der Jägerschaft innerhalb lokaler Politik mit dem Covermodell der November Ausgabe Antonia Wieser.

Auch die kunstvolle Seite der Jagd, ein wichtiger As pekt in der Jagdtradition, soll in dieser Ausgabe in Form von Berichten über z.B. die traditionelle, al penländische Handwerkskunst der Federkielsticke rei im Betrieb von Herbert Klieber und Söhnen, oder der Fertigung von individuellen Jagdtrophäen in Schmuckform der Juwelierin Barbara Gressl gezeigt werden.

In turbulenten Zeiten wie diesen, ist Verständnis und Toleranz für unterschiedliche Perspektiven be sonders wichtig. Wie geht es weiter mit dem Um weltschutz, dem Kampf um Lebensraum, den Erhalt von Tradition und die Rolle der Jagd in unserer Ge sellschaft?

2022 ist und bleibt turbulent, zuletzt hat die Preisex plosion bei Papier auch uns getroffen, daher müssen wir das das Magazin auf 7,50 anheben. Dies ist nur eine unter vielen Neuerungen und Wandelungen, die uns noch bevorstehen werden.

Nur durch das Aufzeigen von verschieden Aspekten und Gegebenheiten, kann man neue Eindrücke und Erkenntnisse gewinnen und etwas bewegen und ge nau das versucht die „Steirische Jägerin“.

Ich wünsche viel Vergnügen beim Lesen und Lernen, ein gesegnetes Weihnachten sowie ein frohes neues Jahr 2023.

VORWORT
Christian Huemer
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Toni Hager

Der „Paradiesemacher“

Die Tischlerei Toni Hager aus Reith bei Kitzbühel in Tirol hat sich seit Jahren auf die Planung und Produktion von einzigartigen Werkstücken spezi- alisiert. Welche Besonderheiten die Einzelstücke der Tischle rei haben und warum Tonis Mitarbeiter*innen jedes Projekt von Beginn bis zum Schluss begleiten, erzählt er uns im Interview.

Was hat es mit dem „Paradiesemacher“ auf sich?

Ein guter Bekannter von mir hat einmal ein Buch geschrieben, in dem er eine Geschichte mir gewidmet hat. In diesem Buch bezeich nete er mich als „Paradiesemacher“, da ich seiner Meinung nach die Fähigkeit besitze, aus alltäglichen Orten ein kleines Paradies zu machen.

Toni, du führst seit Jahrzehnten erfolgreich deine Tischlerei in Reith bei Kitzbühel – was ist dein Erfolgsrezept?

Ein richtiges Geheimnis habe ich dafür nicht, aber was ganz klar ist: Die Erfüllung der Wünsche unserer Kunden sollte meiner Meinung nach immer an vorderster Stelle stehen. Unsere Grundwerte sind Leidenschaft und Liebe gegenüber dem Werkstoff Holz, Tiroler Handschlagqualität und stetige Weiterentwicklung.

Toni Hager Tischlermeister

Ich bin davon überzeugt, dass antike Werkstoffe wie Altholz, alte Ziegel etc. ein ganz besonderes und einzigartiges Wohngefühl transportieren. Sie sind voll mit Geschichten und vermitteln ein ganz eigenes Gefühl, wenn sie gekonnt ein gesetzt und verarbeitet werden. Besonders in Kombination mit zeitgemäßem und modernem Design entfalten diese Baustoffe ihren ganz eige nen Charme – den spüren schlussendlich auch die Kunden.

Wo siehst du die Stärken der Tischlerei Hager in Bezug auf die Arbeit mit solchen Baustoffen?

Ich denke, dass unsere Stärke zum einen in un serer jahrelangen Erfahrung liegt, zum anderen aber auch in unserem stetigen Willen zur Wei terentwicklung. Wir versuchen immer wieder diese antiken Baustoffe auf neue Arten einzu setzen, um ihren Charakter noch besser zu un terstreichen. Und diese Leidenschaft verbindet mich mit meinen MitarbeiterInnen. Zudem ist uns der Kundenkontakt sehr wichtig – bei uns wird jedes Projekt von Anfang bis Ende von ei nem Mitarbeiter betreut – da ergeben sich teils sogar Freundschaften zwischen Kunden und Mitarbeitern.

WEITERE INFORMATIONEN:

Anton Hager GmbH & Co KG Astberg 6 A-6370 Reith bei Kitzbühel +43 5356 75311 info@tonihager.tirol www.tonihager.tirol

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Ihr arbeitet viel mit antiken Baustoffen wie Altholz oder alten Ziegeln für Weinkeller –Warum?

Federkielstickerei

Eine traditionelle alpenländische Handwerkskunst

Ein über 200 Jahre altes Handwerk, dessen Kunst nur mehr ganz wenige beherrschen: Leidenschaft, Fingerfer tigkeit, Geduld und ein gutes Auge sind Vo raussetzung für diese seltene Arbeitstechnik.

Beim Anblick eines federkielgestickten Bauch gurtes erahnt man bereits, wie viel Herzblut und Arbeitsstunden in einem solchen hand gemachten Ranzen stecken. Die Stickerei für einen Mannsgurt kann zwei Wochen bis zwei Monate in Anspruch nehmen!

„Je nachdem wie umfangreich und detailliert das Muster ausfällt“, erklärt Herbert Klieber von der Salzburger Federkielstickerei in St. Martin am Tennengebirge.

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Die Ausübung unseres Handwerks erfordert sehr viel Übung und vor allem handwerkliches Geschick.
Pflanzlich gegerbtes Leder, Pfauenfedern und jede Menge an Arbeitsstunden …

Beim Federkielsticken werden gespaltene Kiele der Pfauenfeder verarbeitet, die in filigraner Kleinarbeit mit einer Ahle ins Leder hinein gestickt werden. Dabei entstehen wunder schöne, einzigartige Motive, die individuell für den jewei ligen Kunden auf Wunsch gezeichnet werden und dann auf Leder zur Vollendung kommen.

Durch kunstvolle Handarbeit werden ver schiedenste Produkte wie Ranzen, Gürtel mit Monogramm, Handtaschen in verschie den Größen und Formen, Geldtaschen, Hosenträ ger oder bestickte Messerscheiden erzeugt. Auch jagdliche Produkte wie Gewehrriemen, Jagdrucksä cke, Hundehalsbänder und bestickte Flachmänner werden gerne produziert. Die Federkielstickerei ist ein altes Handwerk, das früher zur Zunft der Rie

mer gehörte. Die Riemer produzierten Treibriemen, Riemen und Zaumzeug für die Pferdegeschirre, und vieles mehr. Ab ca. 1790 gab es viele Hand werksbetriebe, die sich auf die Federkielstickerei spezialisierten, und im gesamten Alpenraum ihr Handwerk ausübten, vor allem in Salzburg, Ober österreich, Tirol, Bayern und in Südtirol. Heute gibt es nur mehr wenige davon!

„Uns ist es besonders wichtig, dieses Handwerk genauso wie früher auszuführen. Wir haben uns diese künstlerische Arbeit in jahrelanger, mühevoller Tätigkeit selbst beigebracht!“
Fotos (alle): federkiel.at
- Herbert Klieber

Es gibt keinerlei Fachbücher oder Anleitungen für dieses Handwerk, als Vorbild dienten uns ein paar alte Ranzen, die wir zum "Abschauen" hatten. Seit 1986 dürfen wir diese schöne Arbeit nun ausführen und die nächste Generation ist schon im Betrieb tätig.“ Die Söhne von Herbert Klieber haben den Beruf des Taschners (verwandt mit dem Riemerberuf) erlernt und inzwischen die Meisterprüfung abgelegt.

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Salzburger Federkielstickerei Klieber KG
A-5522 St. Martin am Tennengebirge Martinerstraße 9 Telefon +43 (0)6463 20333 e-Mail: info@federkiel.at Internet: www.federkiel.at
12 Coverstory Antonia Wieser 27 Braunkehlchen in Gefahr 60 Zebra Forstlich unbenutzte Wälder Schusszeit verkürzen Selbstheilungskräfte bei Wildtieren 28 24 70 Wenn „J“ für die Jagd steht Wildwarner Pavian Jagd 46 58 52 34 Fische E-Mail mit Kennwort „Gewinnspiel“ an gewinnspiel@steirische-jaegerin.at Einsendeschluß: 05.01.2023 Der Rechstweg ist ausgeschlossen. GEWINNSPIEL GEWINNSPIEL Gewinnen Sie 2 Karten für den 100. Jägerball in der Wiener Hofburg am 30.01.2023

IMPRESSUM

Herausgeber: Christian Huemer, 8055 Graz, Puchstraße 133 www.steirische-jaegerin.at, info@steirische-jaegerin.at Redaktion:

Alia Bandhauer, Angelika Ertl, Freydis Burgstaller-Gradenegger, Peter Gumbsch, Christian Huemer, Erik Jonas, Martin Krondorfer, Viktoria Klein, Alexander Kubica, Christine Lettl, Magnus Pelz, Martin Prumetz, Petra Schweinzer, Andrej Sidenko, Ludwig Viktor Passauer, Renate Zierler Erscheinungsort: Graz

Anzeigenleitung: Christian Huemer, 0664/1457580, huemer@hcmedia.at

Grafik: bluepepper.at | Peter Jukel

Lektorat: Esther Unterweger

Vertrieb: Abo, redmail, steirische Trafiken, Einzelhandel

Coverfoto: bluepepper.at | Peter Jukel

Druck: Gravizki zavhod Hrvatske d.o.o., Croatia, 1000 Zagreb

COVERSTORY Ab Seite
AUTOTEST Seite
KULINARIK
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Seite 92 8 LEUTE Seite 96 INHALT
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Warum in die Ferne schweifen

„Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah“, das ist das Motto von Elke Antonia Wieser. Ihre Leidenschaft für das Jagen übt sie daher hauptsächlich in ihrer Heimat, der Steiermark und in Kärnten aus. Angefangen von Reh- und Rotwild über Gams bis Hahn ist hier alles vorhanden, was ihr Jägerinnenherz höher schlagen lässt. Nur zur Saujagd verschlägt es sie hin und wieder ins benachbarte Ungarn.

Die Wertschätzung des Wildes steht im Mittelpunkt „Im Vordergrund steht für mich das Hegen und die Pflege, das Aufrechterhalten von Wald und Natur. Es fasziniert mich, wenn ich die Entwicklung der Tiere über Jahre hinweg beob achten kann. Die Wertschätzung des Wildes hat für mich Prio rität. Nachdem ich ein Tier erlegt habe, halte ich kurz inne“, er zählt Elke Antonia Wieser. Es ist für sie etwas ganz Besonderes und eine Ehre, ihre Nahrung selbst beschaffen zu können. Das gesunde Wildfleisch, von ihr selbst aufgebrochen und verar beitet, ist ein wertvolles Produkt, das von ihrer Familie mit Be geisterung verzehrt wird – am liebsten in Form eines Bratens mit Rotkraut und selbstgemachten Semmelknödeln.

Botschafterin für die Jagd Elke Antonia Wieser sieht sich selbst auch als Botschafterin und widmet sich mit ganzem Herzen der Arbeit mit Jugend lichen. Seit sieben Jahren ist sie in ihrer Kirchengemeinde für die Firmlinge verantwortlich und klärt hier die Jugendlichen darüber auf, dass es beim Jagen um weit mehr geht, als „auf alles zu schießen, was einem vor die Flinte kommt“. Besonders die Mädchen sind am Thema Jagd sehr interessiert, da diese von einer Frau ausgeübt wird.

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Austrian Couture
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„Als leidenschaftliche Jägerin freut es mich besonders, dass die Jagd und die Verbunden heit zur Natur immer mehr Frauen anspricht. Schon als ich im Jahr 2008 im Schloss Mage regg die Jagdprüfung ablegte, waren die Hälf te Frauen“, berichtet Elke Antonia Wieser. Sie erlebt Frauen als sehr interessiert und wiss begierig, was das Jagen betrifft, vielleicht auch vorsichtiger im Umgang mit der Jagd waffe. In dem Kärntner Jagdrevier, in dem sie jagen darf, ist das Verhältnis zwischen Jägerinnen und Jägern sogar schon ausgegli chen. Das schafft ein gutes Miteinander und jeder bringt seine Ideen und Können ein.

Der Wald als Quelle der Inspiration

Schon seit mehr als 17 Jahren übt Elke An tonia Wieser mit viel Herzblut, Leidenschaft und Kreativität ihren Beruf bei der Firma Swarovski Optik aus. Daneben ist sie als Ge meinderätin und Vorsitzende der VP-Frauen in Fohnsdorf tätig. Die Pandemie und der Krieg inmitten Europas haben sie außerdem zu der Entscheidung bewegt, berufsbeglei tend eine Ausbildung zur Pastoralassistentin zu absolvieren. Trotz alldem findet Elke Antonia Wieser noch immer Zeit für die Jagd, am liebsten mit ihrem zwanzigjährigen Sohn Franz Josef. „Ich möchte ein Vorbild für meinen Sohn sein, der uns jeden Tag des Lebens erfreut und stolz macht“, verrät sie. Und das ist ihr gelungen. Franz Josef, der Veterinärmedizin studiert, hat bereits mit nur sechzehn Jahren die Jagdprüfung abgelegt und jagt inzwischen leidenschaftlich und „mit mehr Jagdglück als die Mutter“, schmunzelt Elke Antonia Wie ser. Am liebsten geht sie mit ihrem Sohn gemeinsam jagen: „Die langen Spaziergänge durch das verschneite Revier zu den Reh fütterungen sind besonders inspirierend für uns beide. In der Natur finde ich wieder zu mir zurück, ich genieße den Duft der Bäume, an die ich mich gerne anlehne. Ich höre die Vögel und andere Geräusche.“

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Stilsicherheit und Modebewusstsein nicht nur im Wald

Als Absolventin der Modeschule Klagenfurt ist Elke Antonia Wieser äußerst modebe wusst und sie liebt Dirndln. Schon als Kind hat sie mit Begeisterung Tracht getragen, motiviert auch durch ihre sehr traditionsbe wusste Familie. „Mit einem Dirndl ist man immer gut angezogen, egal für welchen An lass“, erklärt sie. Und so finden sich in ihrem Schrank auch Trachtenoutfits für alle Gele genheiten, am liebsten etwas verspiel und aus hochwertigen Materialien, vom klassi schen Auseer Dirndl bis hin zu Trachtenklei dern mit modernem Touch. Elke Antonia Wieser schneidert und ändert auch gerne selbst, ihre Inspirationen dazu holt sie sich auch während der Jagd, wenn sie auf einem Hochsitz sitzt und nach Wild Ausschau hält.

Ein unvergessliches Jagderlebnis

Wenn Elke Antonia Wieser auf ihr heuriges Jagdjahr zurückblickt, hat sie vor allem ein Erlebnis in lebendiger Erinnerung: Bei ei nem Jagdausflug mit Pirschführer im Som mer erlegt sie einen Hirsch-Spießer, ein ergreifendes Erlebnis für die passionierte Jägerin: „Der Hirsch ist da andächtig vor mir gestanden. Zuerst war ich ein bisschen über fordert und habe gezögert, aber alles hat op timal gepasst. Er ist lange dagestanden und der Schuss war perfekt. Zum Bergen war ein Traktor notwendig.“

Noch ist das Jagdjahr nicht zu Ende und Elke Antonia Wieser ist voller Zuversicht, dass sie noch das eine oder andere Stück zur Strecke bringen kann und dass ihr Artemis, die Göttin der Jagd, dabei unterstützend zur Seite steht.

M oderne

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TREFFEN AUF

Kreativität und Handwerk Exklusivität und Eleganz

ezaubernde Schmuckstücke für bezaubernde Frauen

Individualität und Einzig artigkeit spiegeln sich in der Arbeit von Goldschmiedin Bar bara Gressl wider: Ihre Schmuck stücke, liebevoll und exzellent ge arbeitet, versprühen unweigerlich den Charme und das Gefühl von Ro- mantik und Originalität. Schon früh entdeckte Barbara Gressl ihre Leidenschaft für Besonderheiten in der Schmuckwelt. Aufgewach sen in der glänzenden Welt ihrer Eltern, die bereits seit 55 Jahren er folgreich in der Juwelier-Branche in

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Ring aus Markassa-Ebenholz mit einem Brillanten & Silber-Ornamenten Collier aus Markassa-Ebenholz & einem Brillanten in Weißgold kombiniert mit Jagdtrophäen Nevada-Türkis trifft auf feinste Jade & grünen Tsavorit

hochkarätigen Ruf als Expertin weit über die Grenzen Österreichs geschaffen hat. „Diese Basis einer fundierten Kompetenz gepaart mit Kreativität und Individualität, erfreuen mich jeden Tag aufs Neue“, erzählt Barbara Gressl. „Ich könnte mir keine schönere Erfüllung meines Arbeitens vorstellen. Auf jeden Kunden individuell einzugehen und ganz besonders Unikate für jeden Einzelnen zu schaffen, erfüllt mich mit Freude. So arbeitet die Goldschmiedin, auf Grund des großen Interesses ihrer Kund*innen, auch an sehr modernen Schmuckstücken, die insbesondere Jagdtrophäen von Jäger*innen in Szene setzen. „Meine Kund*innen legen großen Wert, individuell und einzigartig auch diese Trophäen verarbeiten zulassen.“ „Gerne kombiniere ich seltene Materialien aus der Schmuckwelt mit diesen besonderen Schätzen: Hirschoder Tiergrandeln lassen sich herr lich mit schönem Markassa-Ebenholz kom

binieren, seltene Fiji-Perlen, in den schönsten Grüntönen, die das satte Grün des Waldes widerspiegeln, eignen sich besonders in der Kombination mit ihren Erinnerungen.“ Genau so sollen Besonderheiten für Schmuckliebha ber*innen geschaffen werden: indivi duell, besonders & einzigartig. Besu chen Sie die Goldschmiedin in einem ihrer Geschäfte in der Stempfergasse in Graz oder am Hauptplatz in Köflach und tauchen Sie ein in eine außerge wöhnliche Goldschmiedewelt!

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Juwelierin Barbara Gressl Ohrschmuck aus schwarzem Achat mit schwarzen Brillanten & Blattgold

STADTJAGD-EPISODEN

Text: Mag. Freydis Burgstaller-Gradenegger, MBA

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Das Jagen in Österreichs zweitgrößter Stadt ist eine Kategorie sui generis, d.h. ganz spe ziell. Manche Standeskollegen vertreten die Ansicht, es handle sich dabei um gar keine „echte Jagd“. Mit den Stadtjagd-Episoden soll diese besondere Form der Jagdausübung der Leserschaft mit einem Augenzwinkern nähergebracht werden. Ihnen liegen wahre Begebenheiten zu Grunde. Ganz besonders freue ich mich, den großen, schillernden Künstler Hubert Weidinger für Begleit-Karikaturen gewonnen zu haben.

Stadtjagd-Episode 2

Ritter Blaubart

Es ist ein wunderbarer noch lauer September-Tag. Ich be finde mich beim Abendansitz mit dem Ziel, zur Abschuss planerfüllung beim weiblichen Rehwild beizutragen. Lange beobachte ich eine Geiß mit ihrem Kitz. Letz teres scheint eher schwach und spät gesetzt, die Geiß wiederum keine alte zu sein. Kurzum, eine gute Ge legenheit für eine Entnahme.

Während ich mit dem Fernglas Geiß und Kitz erfasse, idealen Kugelfang orte und mich langsam einrichte, höre ich, wie sich auf dem Weg, der hinter dem Hoch sitz vorbeiführt, zwei Personen nähern. Es sind eine Frau und ein Mädchen, dem Anschein nach Mutter und Tochter, die sich laut und angeregt unterhalten. Die Geiß verhofft, denn auch sie hat die beiden Spa ziergängerinnen mit großer Wachsamkeit wahr genommen. Und das Kitz, zu ihr äugend, tut es ihr gleich und wirft sein Haupt auf.

Die Geiß wird bald friedlich weiter äsen, denn sie ist Spaziergänger gewöhnt. Ich höre, wie die Mutter dem ca. 9-jährigen Mädchen eine Geschichte erzählt, der dieses gebannt lauscht.

An eine Schussabgabe war in dem Moment nicht mehr zu denken. Sicherheitstechnisch hätte sie kein Problem dargestellt, aber unnötigen Diskussionen, deren Verlauf sich nie einschätzen lässt, geht man erfahrungsgemäß trotz aller Diskussionserprobtheit besser aus dem Weg. Davon abgesehen ist in einer Stadtjagd mit Nachschau haltender Bevölkerung stets zu rechnen, selbst wenn sie Schussabgaben aus weiter

Entfernung wahrnimmt. Wird sie auch noch erlegten Wildes ansichtig, ist die Reaktion äußerst ungewiss. Das Mädchen ruft aufgeregt. „Erzähl weiter: Hat sie die Leichen der anderen Ehefrauen gesehen? Lagen da wirklich ihre blutigen Köpfe? Sind die von der De cke gebaumelt? War das Blut noch flüssig? Da müssen ja auch Knochen von den Gerippen gewesen sein und erst der Gestank!“

Ich kann die Antwort der Mutter nicht verstehen, weil gerade ein Windstoß durch die Blätter fegt. Im Übri gen weht er unseren Menschengeruch nun gerade wegs in Richtung der Rehe … Ein paar Sätze später fällt der Name „Ritter Blaubart“. „War der Ritter Blaubart also ein böser Mann?“, fragt das Mädchen.

„Ja“, sagt die Mutter, „das wohl. Aber hätte seine Frau auf ihn gehört und wäre nicht so neugierig gewesen, wäre sie nicht in Gefahr geraten.“

„Ritter Blaubart“, wie ging da die Geschichte gleich nochmal?? – Die Frage ließ mich nicht mehr los. Ich musste per Handy im Internet recherchieren: Das Märchen vom Ritter Blaubart stammt aus Frank reich, findet sich schon bei den Brüdern Grimm und später (1845) im Deutschen Märchenbuch von Ludwig Bechstein.

Die gruselige sinngemäße Zusammenfassung über einen frauenmordenden Ritter: Ein reicher Ritter mit allerlei Besitztümern und einem Schloss will eine der beiden bezaubernden Töchter einer Nachbarin aus gutem Stand zur Frau nehmen, doch keine der beiden will ihn heiraten, da sie seinen blauen Bart so hässlich finden. Außerdem ist es ihnen unheimlich, dass niemand weiß, was mit seinen vor herigen Ehefrauen geschehen ist.

Nachdem der Ritter jedoch die Mutter und deren Töchter samt Brüdern auf sein Schloss zu rauschen den Festen und angenehmem Zeitvertreib durch Jagden, Tafeln, Tänze und Spiele eingeladen hat, ent schließt sich die jüngere Tochter, Blaubart zu heira ten.

Bald nach der Hochzeit muss dieser in einer wichti gen Angelegenheit verreisen. Er überreicht der jun gen Ehefrau einen Schlüsselbund und sagt ihr, sie könne sich im Schloss frei bewegen und alle Zimmer und Gemächer betreten, dürfe aber auf gar keinen

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Fall einen bestimmten kleinen goldenen Schlüssel verwenden und damit die zugehörige Kammertür im Erdgeschoss aufschließen. „Ich müsste dir dann mit eigner Hand das Haupt vom Rumpfe trennen!“

Die Frau nimmt den Schlüsselbund und verspricht, die Kammer nicht aufzuschließen.

Als Blaubart abgereist ist, erhält die junge Frau Be such von ihrer Schwester und ihren Brüdern. Die Brü der gehen auf die Jagd, während sie mit ihrer Schwes ter durch alle Zimmer des Schlosses lustwandelt und die Herrlichkeiten bestaunt.

Von Neugier getrieben und angespornt von ihrer Schwester schließt sie die verbotene Kammer auf. In dieser findet sie die blutigen Häupter Blaubarts frühe rer Frauen vor. Entsetzt lässt sie den Schlüssel in eine Blutlache fallen. Ihre Versuche, die Kammer wieder zu verschließen scheitern ebenso wie jene, den ver zauberten Schlüssel von den Blutflecken zu reinigen. Blaubart kehrt unerwartet schnell zurück und be merkt sofort die Missachtung seines Verbots. Er wird zornig und verurteilt seine Frau zum sofortigen Tod: „Weib, du musst nun von meinen Händen sterben! Alle Gewalt habe ich dir gelassen! Alles war dein!

Reich und schön war dein Leben! Und so gering war deine Liebe zu mir, du schlechte Magd, dass du meine einzige geringe Bitte, meinen ernsten Befehl nicht be achtet hast? Bereite dich zum Tode! Es ist aus mit dir!“ Bevor Blaubart seine Frau mit einem Schwert köpfen kann, erscheinen nach bangem Warten im letzten Moment die zu Hilfe gerufenen Brüder und töten ihn. In einer Version des Märchens erbt die junge Witwe alle Reichtümer Blaubarts, verhilft ihren Brüdern zu Karrieren, ihrer Schwester zur Ehe und heiratet selbst einen ehrenwerten Mann, „so dass sie Blaubart bald vergessen hat.“ Nach einer anderen Version ist die Frau zwar erlöst, „konnte“ aber „die Folgen ihrer Neu gier lange nicht verwinden“.

Während ich noch über das unterschiedliche Ende des Witwenschicksals aus emanzipatorischer Sicht nachdenke, und überlege, ob eine solche Geschich te für ein so junges Kind geeignet ist, registriere ich, dass sich nicht nur Mutter und Tochter entfernt ha ben, sondern während der Ablenkung durch den blutrünstigen Ritter Blaubart auch Geiß und Kitz in den Wald eingezogen sind.

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GÖSSL FEIERT 75 JAHRE UND PRÄSEN TIERTE DAS ERSTE COUTURE DIRNDL

Zum 75-jährigen Jubiläum präsentierte der Premium Trachtenanbieter Gössl das erste Gössl Couture Dirndl als Bravourstück des eigenen Könnens. Das unver käufliche Meisterwerk wurde am 9.11.2022 in der Prä sidentensuite des Palais Hansen Kempinski Vienna vorgestellt. Artistin Lili Paul-Roncalli gestaltete ge meinsam mit zwei Tänzerinnen des Performing Cen ter Austria gekonnt den festlichen Auftritt. Das Gössl Couture Dirndl ist eine Augenweide aus 1,5 Millionen Kreuzstichen. Drei Kreisröcke in einer raffi nierten Unterrockkonstruktion aus achtzehn Metern Metallband zaubern eine verspielte, Rokoko-anmu tende Erscheinung. Mit den klaren Linien des klassischen Dirndl-Leibs kombiniert, entsteht eine feminine Silhouette, die durch ein breites Schürzenband aus schwarzer Sei de betont wird. In zarten Kreuzstichen wird die Rose als Zeichen der Liebe und des Lebens zelebriert – als Bordüre vom Kopftuch bis zum Gössl High Heel. Kre iert wurde das Meisterwerk von Designer Emanuel Burger und dem Gössl Team. Lili Paul-Roncalli Gössl Couture Dirndl: „Es ist Kunst, die man trägt. Ein Meisterstück für einen wirklich besonderen An lass. Man fühlt sich verzaubert.“

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Die enge Verbindung zwischen Mensch, Natur und Hund
Maximilian Gössl mit Lili Paul Roncalli

Schusszeit verkürzen!

Im steiermärkischen Jagdgesetz sind die Schon- und Schusszeiten für jagdbare Tiere geregelt. Völlig un verständlich ist dabei, dass in diesem gesetzlichen Regelwerk die für das Tierwohl so wichtigen Schon zeiten teils viel zu kurz vorgesehen sind. Reh- und Rotwild dürfen acht Monate des Jahres bejagt werden, aber – und darauf komme ich noch zu sprechen – es gibt jagdbare Wildarten, die keinerlei Schutz durch Schonzeiten genießen. So zieht sich zum Beispiel die intensive Bejagung von Rehwild von Anfang Mai (Reh böcke der Kl. III) bis zum 31. Dezember hin. Noch düs terer sieht es beim Rotwild aus. Da beginnt die offi zielle Schusszeit zwar erst mit 15. Mai und endet mit 31. Dezember, aber Schmaltiere und Schmalspießer dürfen als (forstliches) Schadwild schon ab 15. April geschossen werden. Mit dem ersten Schuss im zeitigen Frühjahr auf ein noch unerfahrenes Schmaltier wer den vor allem die erfahrenen Alttiere in Alarmmodus versetzt. Der Knall des Schusses ist für sie gleichbedeu tend mit Gefahr und Tod. Dadurch wird die Jagd in den folgenden Monaten auf die vorsichtigen älteren Stücke erschwert, teils sogar unmöglich. Denn die Wildtiere sind wesentlich intelligenter, als die meisten Jäger ver muten.

In den letzten Jahrzehnten sind die Schalenwildbe stände mengenmäßig geradezu explodiert. Um die be hördlich festgesetzten Mindestabschüsse erreichen zu können – wir sprechen noch lange nicht von Redukti on –, werden während der gesetzlichen Schusszeit von 8 Monaten die Tiere einem enormen Jagddruck aus gesetzt. Er führt zu einer permanenten Beunruhigung, sodass sich das Wild dann bei Tageslicht nicht mehr auf die freie Fläche traut.

Die Überlebensstrategie aller Wildtiere ist die Vermei dung von Gefahr und Tod. Wildökologen haben auf grund des Verhaltens von Wildtieren die Hypothese der „Landschaft der Furcht“ entwickelt. In diesem Konzept ist zu lesen, dass Wildtiere ihren Lebensraum in Berei che unterschiedlicher Gefährdung einteilen. Die Ge biete reichen von sehr gefährlichen, meist tödlichen, über gefährliche bis zu nicht gefährlichen Gebieten. Aufgrund unserer traditionellen langen Schusszeiten und der flächigen Bejagung werden die meisten Berei che eines Revieres von Wildtieren als hochgradig ge fährlich eingestuft. Das bedeutet, dass ein Großteil der Fläche – zumeist Gebiete mit attraktiver Äsung – vom Wild gemieden oder nur im Schutz der Dunkelheit ge

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Feinste Jagdwaffen – Seit 1821

nutzt wird. Das Wild wird für den Jäger unsichtbar und hält sich tagsüber von dichten Einständen gedeckt auf. Ein hinlänglich bekannter Teufelskreis: Die Folge die ses Jagddrucks sind hohe Waldschäden und gestresste Wildtiere.

Um trotz des hohen Zeitaufwands eine vollständige Erfüllung des Abschussplanes zu ermöglichen, ent steht dann vielfach das Verlangen nach einer Ausdeh nung der ohnedies viel zu langen Abschusszeiten. Das ist vor allem im Winter im alpinen Bereich hochpro blematisch. So reduziert dann die Gämse, ähnlich wie Rot- und Steinwild, ihre Stoffwechselaktivitäten auf die Hälfte des Sommerniveaus. Eine Folge davon sind ein geschränkte körperliche Aktivität, verringerte Körper temperatur, das Sinken der Pulsrate auf etwa die Hälfte des Sommerniveaus und die Verkleinerung der Verdau ungsorgane. Auch bei in freier Wildbahn erlegtem Rot wild konnte nachgewiesen werden, dass sich Leber, Niere und Herz im Winter verkleinerten. Bei der Gämse kommt noch hinzu, dass die Böcke nach den kräftezeh renden Hetzjagden während des Brunftgeschehens im November erschöpft und abgemagert sind und unbe dingt Ruhe brauchen. Wenn nun der Jagddruck im De zember weiterhin hoch ist, die Schusszeit vielleicht bis in den Jänner ausgedehnt wird, endet diese Stress ver ursachende Unruhe für Wildtiere möglicherweise letal. Diese Form der Jagdausübung ist unwaidmännisch und vor allem auch kontraproduktiv.

Vollkommene Ruhe ist die wichtigste Voraussetzung während der Winterzeit. Spätestens mit dem 15. De zember sollte der notwendige Abschuss erledigt sein und die Jagd ruhen. Zumeist wird als Begründung für die langen Abschusszeiten das Argument vorgebracht, dass die Erfüllung des behördlichen Abschussplans nicht an ders zu erreichen wäre. Das stimmt aber nicht. Es geht anders, man muss nur einen Blick über die Grenze in den Schweizer Kanton Graubünden machen. Dort wird der größte Teil des Rotwildabschusses während 21 Ta gen im September durchgeführt. Die Schusszeiten für die sogenannte Hochjagd sind behördlich festgelegt, heuer gelten sie für die Zeit vom 3. bis zum 11. Septem ber und vom 19. bis zum 30. September. Falls erforder lich, hätte man die Möglichkeit, zeitlich limitierte Son derjagden einzuschieben, die frühestens im November beginnen und bis Mitte Dezember zu beenden sind. Die notwendige Regulation des Rotwilds ist also auch in kurzer Zeit möglich, da die Tiere durch kurze Jagdzeiten und Intervalljagden vertrauter sind und dadurch leich ter zu erlegen sind.

Zusätzlich zum Jagddruck im Hochwinter kommen noch andere Störfaktoren hinzu. Manche Tourengeher, Mountainbiker u.a. missbrauchen die Natur auch in die ser Saison für ihr Freizeitvergnügen, ohne Rücksicht auf

die Wildtiere zu nehmen. Aber bevor wir mit dem Finger auf andere zeigen, müssen wir unsere eigenen Hausauf gaben erledigen. Das gelingt nur mit einer Verkürzung der Jagdzeiten und einer Änderung der Jagdstrategien.

Mit unserer traditionellen Jagdmethode, die sich über die Dauer von acht Monaten über die gesamte Jagdflä che verteilt, sind wir in eine Sackgasse geraten. Ein Um denken ist dringend notwendig, so wie es z.B. auch der Vorarlberger Wildökologe Hubert Schatz vorschlägt: „Die Erfüllung der Abschussplanvorgaben erfordert weniger eine lange Jagdzeit als vielmehr eine intervallmäßige, effiziente, gut überlegte, an die jeweilige Wildart an gepasste und v.a. wettertechnisch optimal ausgenützte Jagdausübung. Dies erfordert wiederum fachlich ver sierte Jäger mit einem flexiblen Zeitbudget sowie hoher Motivation. Motivation in der Jagd ist aber nicht unbe grenzt aufrechtzuerhalten, sondern unter anderem von Ruhephasen, also auch von ‚Schonzeiten für den Jäger‘ abhängig!“

Laut steiermärkischem Jagdgesetz gibt es, wie eingangs erwähnt, jagdbares Wild bestimmter Arten, das das gan ze Jahr über geschossen werden darf, da für sie keine Schonzeit ausgewiesen ist. Dies ist nicht nur unver ständlich, sondern außerordentlich unethisch. Zu die sen Tieren der zweiten Klasse gehören z.B. der Rotfuchs und der Dachs. Der Landesjägermeister soll einmal lo gisch erklären, wieso es Schonzeiten für das Kleine und für das Große Wiesel gibt, aber Baum- und Steinmarder ganzjährig geschossen werden dürfen. Der Respekt ge genüber allen Wildtieren zeigt sich in der Art und Wei se, wie wir jagen. Wieso gilt für manche Wildtiere der Schutz während der Aufzucht von Jungtieren und für andere nicht? Der Schutz aller Muttertiere muss zur moralischen Verpflichtung der waidgerechten Beja gung gehören.

Dieser Missstand wäre einfach mit einer Gesetzes novelle zu beheben. Die Unterlassung ist nicht nur unethisch, sondern – freundlich ausgedrückt – auch ziemlich unklug. Spätestens seit der aktuellen öf fentlichen Aufregung über den Abschussbescheid für ein Wolfspärchen in Tirol, das offenbar zurzeit Jun ge großzieht, sollten sogar die Funktionäre der Lan desjägerschaft die emotionale Brisanz von Tier- und Mutterschutz verstehen. So ein Thema kann sehr leicht zu einem medialen Selbstläufer werden. Der Landesjägermeister ist kraft seines Amtes verpflich tet, Schaden von der Jagd abzuhalten, und daher ist dieser jagdliche Schandfleck zügig zu reparieren.

Abdruck mit freundlicher Genehmigung des Steirischen Aufsichtsjägerverband

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DAS WESENTLICHE IM FOKUS

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Forstlich unbenutzte Wälder sind mit Abstand die gesündesten!

Weit abseits von den Forststraßen und der Zugäng lichkeit der Forstbewirtschaftung trifft man immer wieder auf naturbelassene Wälder in paradiesischen Ausmaßen - eine Naturverjüngung wie aus dem Bil derbuch ohne forstliche Hilfe. Fichte, Buche, Ahorn, Esche, sogar Tannen sind hin und wieder dabei und das ganz ohne Verbissschutz, obwohl es hier immer Rot-, Reh- und Gamswild gegeben hat. Jetzt, in einer Zeit wo das Wild in den aufgeschlossenen Wirtschaftswäldern nicht mehr geduldet wird, konzentriert sich das we nig verbliebene Wild wiederum genau auf diese Plät ze und erstaunlicherweise wächst hier ein Mischwald heran, wie er besser nicht sein könnte. Das ist auch völlig logisch, die Natur hat das ja auch vor unserer Einmischung viele Jahrtausende lang hervorragend im Alleingang geschafft. Eigentlich sollte es zum Denken anregen, was der Mensch hier mit seiner Bewirtschaf tung wirklich erreicht hat.

Die Wälder in Mitteleuropa wurden während der letzten Jahrhunderte in einem unvorstellbaren Aus maß verändert. Fichtenmonokulturen, soweit das Auge reicht, und der Forstmann haben besonders in den Staatswäldern vehement ein Aufkommen von Laubholz verhindert. Nur in den unwegsamen Gebie ten blieb der ursprüngliche Mischwald erhalten und ist auch heute noch deutlich sichtbar. In den letzten Jahrzehnten wurde ein überaus beängstigendes, ma schendrahtähnliches Forststraßennetz auch in den gebirgigen, entlegenen Wäldern errichtet, was von den Behörden völlig problemlos genehmigt und sogar gefördert wird. Durch die weltweite Klimaerwärmung, die durch unseren übermäßigen Einfluss beschleunigt wurde und für jeden deutlich spürbar ist, hört man im mer öfter, dass wir unsere Wälder „klimafit“ machen müssen, um sie weiterhin erhalten zu können. Ernst

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⊳ Hier auf etwa 1500m herrschen nahezu paradiesische Verhältnis se weit weg von jeglicher Forstwirtschaft. Keine Fichtensetzlinge aus irgendwelchen Pflanzgärten, die zusätzlich noch geschützt werden müssen, aber auch keine Verbissschutzzäune, um den Wald vor dem „Schädling Wild“ zu schützen. Rot-, Reh- und Gamswild hat es hier immer schon genügend gegeben. Wie kriegt das die Natur bloß ohne unsere Hilfe hin? Sogar Salzlecken hat man in solch entlegenen Gebieten vor fast zweihundert Jahren angebracht, um dem Wild ungestört die Salz aufnahme zu ermöglichen. Besonders heute hält sich das wenige Wild, das noch vorhanden ist, an solch unzugänglichen Plätzen auf, nur Sulzen beschickt hier keiner mehr. Die findet man nur mehr in der Nähe von Ansitzen mit genauester Entfernungsangabe.

haft überlegt man sich Baumarten zu pflanzen, die das wärmere Klima besser vertragen, um sorglos weiter wirt schaften zu können wie bisher. Hier ein kleiner Auszug aus einem Ratgeber für Waldbesitzer: „Den eigenen Wald und seine Eigenschaften und Ansprüche zu kennen ist ein wichtiger Faktor für die klimafitte Bewirtschaftung. Dabei kommen angepasste, waldbauliche Maßnahmen und effi ziente Waldpflege zum Einsatz, die ökologisch und ökono misch sinnvoll sind. Ein umfassendes Wissen über mögli che Schadfaktoren ist dabei ebenfalls von Vorteil, um im Ernstfall entsprechend schnell handeln zu können.“

Hört sich toll, professionell und vor allem vielverspre chend an. Aber ich wollte es für mich wissen und war seit meiner Pensionierung weit abseits meiner ehemaligen Reviere wirklich ausdauernd und ohne von jemandem geführt oder beeinflusst zu werden in Gebieten unter wegs, wo normalerweise kaum ein Mensch hinkommt. Ich wollte mir die angeblich verheerenden Verbissschäden,

Keine 20 km entfernt in diesem privaten Gebiet wurde der Wald nie vom Forst gewaltsam entmischt; Wild gibt es immer noch reichlich. Lärche, Fichte Buche und sogar die Tanne ist immer wieder dazwischen und siehe da: Rotwild ist noch tagaktiv. Jagdgäste werden von Berufs jägern geführt und man kann Rotwild bei Tageslicht völlig naturbelassen während der Brunft beobachten. Für den gestohlenen Winterlebensraum gibt es in diesen Gebirgs regionen ausreichend Winterversorgung. Jagdtradition, Natur- und Tierschutz vereint: besser könnte man der Na tur nicht dienen. Im Gegensatz sind in den klein aufgeteil ten ehemaligen Kerngebieten der Staatsreviere während den Brunftzeiten sämtliche Hochstände fast durchgehend besetzt. Es findet keine Hirschbrunft mehr statt, Hirsch stimmen hört man nur mehr vereinzelt aus diesen besag ten, völlig unzugänglichen Gebieten. Wenn doch irgend etwas durchzieht, wird sofort geschossen. Jagdbegleiter, die bestimmen was geschossen wird, sind hier nicht mehr erwünscht. Eine sogenannte Jagd auf Begegnung!

In den Sechzigerjahren ist das Laubholz Buche, Ahorn und Esche, als es forstlich noch äußerst ungeliebt war, im Tal trotz Weidevieh und giganti schem Wildbestand problemlos von selbst hochgekommen. Heute ist es oben auf etwa 1600m angekommen und gleicht einem Mischwalddschun gel. Dass das Wild hier auf so ein geringes Maß reduziert wurde, sodass es eigentlich kaum noch zu begegnen ist, kümmert keinen. Alle paar Jahre finden sich immer wieder weitere zahlende Abschussnehmer, die diese Ausrottung zwar unter Protest aber dennoch weiter vorantreiben.

die vorhandene Wilddichte und die spärlich hochkommende Naturverjüngung ansehen. Das eindeutige Ergebnis bleibt immer dassel be: wo keine Forstwirtschaft stattfindet, ist der Wald mit Abstand am gesündesten. Was hat man uns hier am nördlichem Hochschwab ab den Achtzigerjahren von forstlicher Sei te ständig gepredigt, als noch reichlich Wild, aber auch Weidevieh in den Wirtschaftswäl dern vorhanden war: unser Wald sei in höchs ter Gefahr, „nichts kommt hoch, alles wird verbissen und geschält“. Jetzt, nach vier Jahr zehnten Eigenerfahrung und mit dem Wis sen und Überlieferungen meiner Vorfahren, machte ich mir selbst ein Bild über die Zu stände dieser so „wildüberbelasteten“ Wälder. Das eindeutige Ergebnis lautet: der Verbiss hat langfristig überhaupt keine Auswirkungen, im Gegenteill. Besonders in den Hochlagen erhalten die Jungbäume durch das Zurück beißen Stabilität, um Sturm und Schneedruck

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besser zu überstehen. Das ist allerdings nichts Neu es, langfristige Forschungen hatten das schon in den Achtzigerjahren ergeben.

Ich begehe nicht nur Staatsreviere, wo man in den letz ten Jahrzehnten die Wildbestände nahezu ausgerottet hat, sondern auch Privatwälder, wo diese Waldentmi schung und aggressive Wildfeindlichkeit in keiner Zeit stattgefunden hat und siehe da: der Wald war auch hier in keiner Weise jemals gefährdet, obwohl der Rotwild bestand in manchen Revieren immer extrem hoch war und noch ist. Dazu kommt noch, dass in manchen Ge bieten Unmengen von Muffelwild vorhanden ist, das vor vielen Jahren ausgewildert wurde und bei uns ei gentlich keine wirkliche Berechtigung hätte. Wie sich diese Schafe durch die Kulturen fressen, ist schon fast beängstigend, aber trotzdem ist genügend Naturver jüngung vorhanden. Des Rätsels Lösung ist: überall da zwischen sind ausreichend Äsungsflächen vorhanden, wo sich das Wild völlig furchtlos auch tagsüber aufhal ten kann. Das muss vor allem jagdlich diszipliniert ge tragen werden. Was gibt es Schöneres als eine Hirsch brunft bei Tageslicht zu beobachten, wo das Wild seine ursprünglichen Gewohnheiten noch ausleben darf! Viele der neuzeitlichen Jäger kennen das nicht mehr und schießen, sobald sie Wild begegnen. Leider war es der Staat, der in den letzten Jahrzehnten diese Unmo ral, alles zu erschießen, den aufstrebenden Jägern gera dezu aufgedrängt hat. Ob ein zu hoher Rotwildbestand vereint mit vielen Mufflons ideal ist oder nicht bleibt dahingestellt, aber eines beweist es mit Sicherheit: was der Wald an Wild verträgt, wenn ihn der Mensch nicht zusätzlich vergewaltigt und vor allem das Wild nicht zum Schädling erzogen wird, ist erstaunlich.

Für die unfassbaren Schälschäden, die es hier in der Gegend gibt, ist eindeutig der Mensch verantwortlich. Einerseits wagt sich das Rotwild aus den Fichten monokulturen bei Tageslicht nicht mehr heraus und schält aus Hunger, anderseits versucht es aus Instinkt die künstlichen Kulturen zu bekämpfen. Wie man weiß, steht das Forstgesetz über dem Jagdgesetz und besonders bei Schadensfällen ist eine Bejagung auch

Eine beweidete weit abseits gelegene Hochalm auf 1600m. Hier wurde vor etwa 30 Jahren das letzte Mal das „Schwentrecht“ von den Bauern im Anspruch genommen, um die seit Jahrhunderten be weideten Hochflächen freizuhalten. Rot-, Reh-, Gamswild und eine enorme Stückzahl von Weidevieh hatten es innerhalb dieser relativ kurzen Zeit nicht geschafft, ein Zuwachsen flächendeckend zu ver hindern. Erstaunlich wie die Natur es ohne forstliche Hilfe zuwege bringt, diesen Anflugbäumen auf den Hochflächen durch regelmä ßigen Wild- und Weideviehverbiss Stabilität zugeben, um den ext remen Witterungsverhältnissen überhaupt zu widerstehen - abge sehen davon, dass diese dichten Fichtenkegel vielen Vögeln und Kleingetier Schutz bieten. Trotzdem wurde in ein paar hundert Me tern Entfernung auf etwa 1400 Höhenmeter Wald und Weide getrennt und auf den Borkenkäferschadflächen werden immer noch unzäh lige, gezüchtete Fichten gepflanzt. Wer es genau wissen will, wird herausfinden, dass nur der Anflug hochkommt.

in der Notzeit rechtlich möglich. Dies verringert aber meist die Schäden nicht und dennoch fragt keiner nach den tatsächlichen Gründen. Was dem Rotwild nicht gelungen ist, schafft anscheinend jetzt der Bor kenkäfer und das erschreckend großflächig. Wobei ich anmerken möchte: wäre dieser Schädling zu bejagen wie das Rotwild, hätte man wahrscheinlich mehr Inte resse gezeigt, ihn zu bekämpfen. So hat man über Jahre hindurch tatenlos zugesehen und jetzt scheint die Si tuation völlig außer Kontrolle zu sein.

Zum Glück hatten einige Forstleute schon ab den Acht zigerjahren die Wichtigkeit der Mischwälder erkannt und sie wenigstens nicht mehr radikal bekämpft. Ich erinnere mich an die Worte eines alten Bezirksförsters Anfang der Neunzigerjahre: „Fichten zu pflanzen sollte hier eigentlich verboten werden.“ Erst im letzten Jahr zehnt hat dieses Umdenken auch wirklich stattgefun den. Laubholz ist also wieder willkommen und dieses einstige „Unkraut“ hat es ohne direkte forstliche Hilfe und einen noch recht beachtlich hohen Wildbestand von allein geschafft sich wieder durchzusetzen. Groß flächig sterben nun hier zwischen Hochschwab und Ötscher die Altholzbestände in einem erschreckenden Ausmaß ab. Wenn dieses rasante Tempo anhält, wer den die Altfichtenbestände auf vielen Hochflächen in einigen Jahren völlig abgestorben sein. Doch die Natur scheint schon vorgesorgt zu haben, denn die Laubholz verjüngung aus Buche, Ahorn und Esche hat schon vor Jahren in den Tallagen begonnen und ist zum Teil schon ganz oben in den Hochalmen angelangt. Die se Naturverjüngung großflächig auf den abgeholzten Schlägen wieder zuzulassen, ohne mit Fichte aufzu forsten, wäre für die ausgelaugten Waldböden das Bes te, um wertvollen Humus durch Laub wieder zuzufüh ren. Doch noch immer werden von der ÖBF tausende Fichtensetzlinge auf den Almflächen gesetzt, die dann verkümmern, vertrocknen, vom Weidevieh zerrtreten oder wegen dem höheren Nährwert gefressen werden. Hoch kommt nur der Selbstanflug, was relativ einfach festzustellen ist. All das ist nichts Neues, aber man macht es trotzdem und das schon seit Jahrzehnten.

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⊳ Szenenwechsel - hier ein wirklich hoher Rotwildbestand und zusätzlich noch unzählige Mufflons, die vor vie len Jahrzehnten ausgewildert wurden und eigentlich keine Daseinsberechti gung hätten. Ein extremer Gegensatz zu den Staatwäldern, wie man ihn wohl kaum wo findet. Diese Muffelschafe zu beobachten, wie sie sich im Rudel durch die Kulturen fressen, wirkt fast schon beängstigend und trotzdem wächst ein Mischwald heran, dem es an nichts fehlt. Natürlich sieht man den Verbiss, aber wenn man sich anschaut, was in den Staatswäldern an Jungfich ten und Laubholz herausgeschnitten wird und dadurch den freistehenden Bäumen an Stabilität genommen wird, die danach Schnee oder Wind zum Opfer fallen, erscheint mir die natürli che Variante wesentlich sinnvoller.

Hier die forstliche Variante: großzügig aus gelichtet, das hochgewachsene dünne Laubholz bleibt stehen, um möglichst rasch ein wünschenswerter stattlicher Bestand zu werden. Einige solcher forstlich gepfleg ten Kulturen habe ich in den vergangenen Jahrzehnten erlebt, die danach irgendwann durch kräftige Stürme oder durch einen massiven Wintereinbruch am Boden lagen. Aber bis dahin hatte man das schon längst wieder vergessen oder es war eine neue Generation am Werken. Irgendwie hat man das Gefühl, Erfahrungswerten schenkt man keine Aufmerksamkeit - wichtig ist nur, wer was momentan bestimmt.

Eine Fichtenmonokultur, die sich selbst reinigt. Ob es länger braucht, wenn der Mensch nicht eingreift, bleibt da hingestellt. Ich jedenfalls bezweifle das, aber mit Sicherheit gibt es keine Boden- sowie Wurzenbildzerstörung, die solche Bestände zusätzlich schwä chen und dem Borkenkäfer noch bes sere Bedingungen bieten.

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In den Neunzigerjahren setzte man besonders in den Quellschutzgebieten auf die Pferdeholzrückung, und hielt das als die große Zukunft für eine schonen de Waldbewirtschaftung. Schon nach einigen Jahren tauchten die ersten Harvester sowie Sortimentschlep per auf und die guten Vorsätze waren wieder vergessen. Die unvergleichbare Leistung war maßgeblich für die se revolutionäre Bewirtschaftungsart in unseren Wäl dern. Großflächige Durchforstungen wurden durchge führt, aber dass man damit den Waldboden verwüstet und das gesamte Wurzelbild zerstört, besonders bei nassen Witterungsverhältnissen, war relativ schnell klar. Der kränkliche Wald wurde noch anfälliger für den Borkenkäfer, aber auch für die immer stärker wer denden Stürme. Viele dieser maschinendurchforsteten Bestände gibt es heute nicht mehr, der Borkenkäfer und der Sturm haben das im Laufe der Jahre erledigt, aber das hat man alles schon wieder vergessen. Viel leicht sollte man auf solche Durchforstungen in vie len Bereichen verzichten, denn die Dichte bietet dem gesamten Baumbestand Stabilität. Stattdessen sollten man den Reinigungsprozess der Natur überlassen, die das ohnehin viel besser kann, vor allem wäre es viel bodenschonender. So eine Durchforstung oder Holzschlägerung mit diesen überdimensionalen Ma schinen aus unmittelbarer Nähe, vielleicht noch bei nassem Wetter zu erleben, löste absolute Fassungslo sigkeit in mir aus. Wie kann der Mensch sich nur das Recht aneignen, unsere Staatswälder dermaßen zu vergewaltigen und das völlig legal? So etwas zu filmen löst unter den Verantwortlichen Aggressionen aus und es wurde mir ausdrücklich erklärt, dass es verboten sei zu Filmen - Konsequenzen behalte man sich vor. Also doch ein schlechtes Gewissen? Im Nachhinein möchte ich noch bemerken, dass gerade die Flächen, die ich bildlich festhielt, danach recht schnell optisch wieder in ihren Urzustand gebracht wurden, was allerdings dem Wurzelbild auch nicht mehr hilft. Den angespro chenen Film gibt es auf YouTube unter meinen Namen und dem Titel “Schlachtfeld Wald! Die Staatliche Be wirtschaftung unserer Wälder“ zu sehen.

Mitte der Neunzigerjahre war hier besonders in den Quellschutz gebieten der Stadt Wien ein letztes Aufflackern der sanften Holz bringung mit Pferden zu bemerken. Gerade die Gem. Wien könnte sich durch die enormen Wassereinahmen locker eine teurere, aber dafür bodenschonende Holzbringung leisten. Damals sagte man sogar, dass es die große Zukunft der Holzernte in diesen äußerst sensiblen Gebieten sei.

All diese Dinge wären eigentlich für jeden, der mit offenen Augen durch unsere Wälder geht, nicht allzu schwer zu erkennen. Vieles davon müsste aus vorigen Forstgenerationen aufgezeichnet oder in Büchern nachzulesen sein. Deshalb sollte man meinen, dass der denkende Mensch im Stande sei, den Wald so zu nützen, dass er auch weiterhin bestehen kann und gleichzeitig für unser Wild ein optimaler, artgerechter Lebensraum sein kannvor allem in den ehemaligen großflächigen Kern gebieten. Diese sollten zudem dringendst wieder unter Berufsjägeraufsicht gestellt werden. Wenn das Wild hier in diesen weit abseits gelegenen Gebieten keine Berechtigung mehr hat, wo dann? Leider sind die Reviere zwischen Hochschwab und Ötscher meist im Staatsbesitz. Wenn ich mir vorstelle, was es hier früher für einen Reichtum an Wild und unaufgeschlossenen Lebensräumen im Vergleich zu heute gegeben hat, hat der Forst nichts Gutes gebracht.

Als diese Monster mit einer noch nie dagewesenen Leistung auf tauchten, waren alle guten Vorsätze sofort wieder vergessen. Für die heutige Forstgeneration besonders in den Staatsrevieren ist es völlig normal, ein derartiges Schlachtfeld zu hinterlassen.

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Die Fische vom Ende der Welt Lucipara Island

Ihr habt noch nie von der Lucipara Inseln gehört? Keine Sorge, das ist keine Bildungslücke und nur einigen Tauchern ein Begriff. Es ist eines der letzten nahezu unerforschten Ge biete dieser Welt. Unsere Suche nach unerforschten Angelrevieren treibt uns immer wieder in die abgele gensten Orte dieser Welt.

180km südlich von Ambon, Molukken, Indonesien ragen die Lucipara Inseln mitten aus der Bandasee empor. Rund um die Inseln beträgt die durchschnitt liche Wassertiefe 3000m. Die Inseln bestehend aus je 3 Inselgruppen und einem ca. 2km2 großen Atoll sind nicht durch Kontinentalplattenverschiebung oder Vul kanausbruch entstanden. Nein, sie sind eigenständig durch Korallen selbst gebaut und haben sich durch an

gespülten Sand zu kleinen Inseln vergrößert. Erwähnenswert ist auch, dass die Inseln aufgrund ih rer Lage inmitten der Bandasee, und des rauen Wetters nur in den Monaten Oktober und November besucht werden können.

Unsere Reise beginnt am Flughafen München und führt uns über Dubai und Jakarta nach Ambon, eine der westlichsten Inseln Indonesiens. Anreisezeit 3 Tage, danach geht es mit der SeaSafari IV einem alten 32m langen Segelschiff inkl. 4 Beibooten auf eine 18 Stündige Reise zu den abgelegenen Inseln. Während der Anfahrt zu den Inseln, wird das Equip ment vorbereitet. Ruten und Rollen für das Angeln mit sogenannten Poppern, Stickbaits und Jigs, sind hierbei eine ganz andere Liga, als für das gewöhnliche Süß

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wasser angeln. Mit Leistungs und Be lastungskurven von bis zu 30kg Brems kraft und linearen Tragkräften weit über 150kg gehört es zum stärksten Material was die Branche zu bieten hat. Nur das Offshore angeln auf Marlin, Hai und Blauflossentunfisch ist noch eine Kate gorie höher angesiedelt.

Zu unseren Zielfischarten gehören fast alle Räuber des Indischen Ozeans. Yel lowfin Tuna, Dogthoot Tuna , GT (Giant Trevallys), RedBass, Wahoo, Baracuda, Grouper, Sweet Lips, Coral Trout, Rain bow Runner, Bluefin Travelly, Amber jack, Big Eye Travelly oder Black Jack um nur einige zu nennen.

Hauptzielfische sind jedoch der GT, der unsere Oberflächenköder aus einer Tie fe von 30-40m und mit einer Geschwin digkeit von bis zu 60kmh attackiert. Die Explosionen bei einem Biss an der Wasseroberfläche sind einzigartig, wenn man bedenkt das diese Fische bis zu 80kg schwer werden können.

Hauptzielfisch Nummer 2 ist der Dogtooth Tuna oder zu Deutsch Hunde zahntunfisch. Er zeichnet sich durch seine enorm gro ßen Augen und sein scharfes Gebiss aus, weswegen nur die wenigsten Doggys die beißen auch gelandet werden können. Diese Fische erreichen ein Gewicht von bis zu 150kg und mehr. Wobei ein Doggy mit bereits 50kg eine große Herausfor derung ist. Ihre rasanten Fluchten in die Tiefe, gepaart mit dem Messerscharfen Gebiss, machen jeden Kampf zu einem Ritt auf der Rasierklinge.

Während die GT (Giant Travelly) die Köder hauptsächlich an der Oberfläche attackie ren, fängt man die Dogthoot Tunas zumeist in Tiefen von 60-150m mit sehr schnell ge führten Jigs von 200-400g Gewicht. Das sogenannte Speedjiggen ist wohl die körperlich herausfordernste Angelmethode mit der ich je tun hatte. Vor der nächsten Tour, werden auf jeden Fall einige Zusatzein heiten im Fitnessstudio stattfinden müssen. Während und das Wetter die ersten 4 Tage der Tour perfekt begleitet hat, Sonne, Wind und Welle, waren die letzten 4 Tage wesent lich schwieriger. Zwar war die Sonne stehts treuer Begleiter, jedoch lies der Wind nach. Was bei Temperaturen um die 40 Grad im Schatten und einer Luftfeuchtigkeit von 80% nicht nur körperlich herausfordernd ist, sondern mangels des Windes und der dadurch resultierenden glatteren Was seroberfläche auch die Fischerei erheblich erschwerte.

Meeresfische sind unseren heimischen Ar ten Längen voraus, was ihre Sehfähigkeiten betrifft. So konnten wir in den 8 Tagen bei einer 12 köpfigen Besatzung um die 500 Fische fangen. Auch wenn diesmal keine Rekordfische dabei waren, haben uns Dog thoot Tuna bis 50kg. Yellowfin bis 40kg und GT bis 25kg große Freude bereitet. Um nicht die immense Artenvielfalt und die knalligen Farben der Rifffische zu vergessen. Während ich hier diese Zeilen schreibe, sind

meine Gedanken schon bei der Planung des nächs ten Trips. Mögliche Ziele? Kenia für GT und Sail. Kolumbien für Rooster, Tarpoon und Cubera Snap per oder doch der Amazonas, mit Piraiba, Peacock Bass und Vampirfisch??

Wir werden sehen, was die Zukunft bringt. Viel leicht tauchen auch wieder neue Expeditionsziele wie Papau Neuguinea oder Kiribati auf. Die Planung kann auf keinen Fall früh genug beginnen. Wer nähere Infos zu solchen Touren benötigt, darf sich gerne bei mir oder dem Reiseveranstalter Andreees Expeditions melden.

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Unterwegs mit GPO auf Herbstrehe

Den Abschuss von Gais und Kitz erledige ich im Spätherbst gerne auf ausgiebigen Pirschtouren zur Mittagszeit, da hier die Rehe in meinem Revier be sonders aktiv sind. Da mir dabei die Halswirbelsäule zunehmend Probleme zubereitete, wollte ich mir eine leichtere Ausrüstung zulegen.

Mein Tiroler 8x56er in dezentem Grün wurde mir beim Pirschen einfach zu schwer. Also musste ein neues, leichtes Fernglas her, bei dem ich so wenig wie möglich Einbußen hinnehmen wollte. Ich stöberte im Internet und diversen Fachzeitschriften aber wurde nicht fün dig. So führte mich der Weg zum Büchsenmacher mei nes Vertrauens. Ich erklärte ihm mein Problem und er drückte mir direkt ein kleines 8x32er von German Pre cision Optics, kurz GPO, in die Hand. Zu meiner Ver wunderung hatte dieser kompakte Feldstecher auch noch einen Entfernungsmesser mit Winkelrechner und vielen anderen technischen Features, die ich bis her nur von großen, deutlich schwereren Ferngläsern

her kannte. Besonders beeindruckt war ich von dem geringem Gewicht von unter 700 g, welches GPO laut den Erklärungen des Büchsenmacher über ein hoch wertiges Magnesiumgehäuse realisiert. Er bot mir an, es ein paar Tage testen zu dürfen. Ich wunderte mich noch warum er mir die Verpackung auch gleich mitgab, im Nachhinein weiß ich warum … Gleich am nächsten Tag ging es auf Pirsch ins Revier. Wieder fiel mir sofort das geringe Gewicht auf. Das Fernglas gefiel mir von Minute zu Minute besser, da ich von der schönen Haptik und der einfachen Bedienung sehr überzeugt war. Das Messen machte ebenfalls Spaß und ich ertappte mich, wie ich mich bei den Entfer nungen immer wieder deutlich verschätzte. Das große Sehfeld und die kontrastreichen Bilder erleichterten mir schließlich die Kaufentscheidung. Nur wusste ich noch nicht, was das Ding kostet.

Wieder beim Händler teilte ich ihm mit, wie beein druckt ich war und fragte nach dem Preis. Bei seiner

Antwort von 979,- Euro war ich entzückt und be zahlte sofort, worauf er lachte und meinte, darum habe er mir ja die sehr hochwertige Verpackung auch gleich mitgegeben. Nun war es meins. Da mein geplantes Budget nun doch noch nicht ausgeschöpft war erkundigte mich direkt nach einem neuen Zielfernrohr für meine Steyr SM12, die ich vor Jahren zusammen mit einem alten Zielfernrohr erworben hatte, leider unbeleuchtet und mit 56er Objektivdurchmesser, den ich nicht brauchte.

Es wunderte mich nicht, das er direkt wieder mit einem GPO um die Ecke kam. In der Hand hielt er ein 2-12x50 mit einem besonders hellen und feinen Leuchtabsehen G4i, welches man wohl auch bei Sonne und Schnee super sehen kann. Er erklärte mir auch noch was von Nullen ohne Werkzeug, automatischer Leuchtpunktabschal tung, neu entwickelter Linsenbeschichtung, aber das interessierte mich als Frau weniger. Einmal vor dem Geschäft durchgeschaut, Leuchtpunkt und Zoomverstellung probiert und überrascht von dem weiten und randscharfem Sehfeld, frag te ich nach dem Preis. Als er 879 € erwähnte war meine Entscheidung klar. Dieses Glas kommt auf meine Steyr.

Nach einer Woche holte ich das mit dem neuen GPO Zielfernrohr eingeschossene Gewehr ab und ging nach einem Probeschuss direkt auf Reh pirsch. Es war ein herrlicher Herbsttag und der

Wald leuchtete in der

nach kurzer Zeit sah ich hoch im Gegenhang ein einzelnes Reh. Der Entfernungsmesser zeigte mir im Display eine gemes sene Entfernung von 221 m und ich war überrascht, als er mir den winkelkorrigierten Wert von 199 m angab. Das der Winkel einen solchen Einfluss hat, hätte ich nie gedacht und war in diesem Moment froh um meinen neuen GPO Entfernungsmesser, mit dem ich das Stück direkt als Sch malgais ansprach. Der angetragene Schuß lag mitten auf dem Blatt und als wir den Rehbraten ein paar Tage spä ter zusammen mit meiner Familie genossen, erinnerte ich mich gerne an diesen schönen Tag und den Jagderfolg mit meinen neuen GPO Produkten.

Fazit: Das Preis- / Leistungsverhältnis ist bei beiden Pro dukten wirklich beeindruckend. Fokussierung und Zoom verstellung laufen perfekt, nicht zu leicht und nicht zu schwer. Für meine Damenhände ist der 8x32 Rangeguide ideal und meine HWS dankt mir seitdem das geringe Ge wicht. Beim dem 2-12x50 Zielfernrohr 2-ist mir noch der feine, scharf abgegrenzte Leuchtpunkt, welcher sich sehr fein dimmen lässt, aufgefallen. Die automatische Leucht punkt Abschaltung nach drei Stunden ist ebenfalls nett. Im allerletzten Licht zeigen 42er und 56er Ferngläser viel leicht um einige Minuten länger, aber darauf verzichte ich gerne zugunsten der Kompaktheit und Führigkeit. Somit bin ich mit der Empfehlung meines Büchsenmachers und meiner Investition sehr zufrieden und werde wohl noch viele Jahre mit der GPO Combo Spass im Revier haben.

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Sonne in allen Farben. Bereits

Warum das Reh nicht die Frau vom Hirsch ist!

Die Volksschule Maria Stein bekommt Einblick in das Jäger*innenleben.

Dem Tiroler Jägerverband ist es sehr wichtig, Verständ nis für die Jagd sowie Wald und Wildtiere zu fördern. Die Aktion „Jäger in der Schule“ wird von engagierten Jäger*innen liebevoll vorbereitet und mit viel Herzblut durchgeführt.

Einen ganz besonderen Waldausgang durften die 22 Schüler*innen der Volksschule Maria Stein erleben. Gemeinsam mit acht Jäger*innen und dem Waldauf seher wurden Wald und Wild erforscht. Entlang des Weges aufgestellte Tierpräparate ermöglichten den Kindern, den Tieren in ihrer natürlichen Umgebung zu begegnen.

Von der Schule war es ein kleiner Spaziergang zum nahe gelegenen Waldrand, wo der Waldaufseher be reits wartete, um den Kindern die Bäume des Waldes vorzustellen. Dass man das Alter eines Baumes anhand

der Jahresringe zählen kann, war den Kindern be kannt. „Aber wie weiß man das Alter, wenn der Baum noch lebt?“ Mit einem Zuwachsbohrer wurde einer großen Fichte ein Bohrkern entnommen, und die Kin der konnten die Jahreszuwächse zählen.

Danch ging es weiter in den Wald, wo die Gruppe von den Jäger*innen empfangen und von einem Jagd horn begrüßt wurde. Was hat eine Jägerin alles in ih rem Rucksack? Erstaunlich was da alles Platz hat! Ein Lodenumhang, der in kalten Stunden am Hochsitz auch als Decke warmhält, eine Stirnlampe, ein Ers te-Hilfe-Kasten, ein Fernglas und natürlich ein gutes Jagdmesser waren nur einige der Dinge, die da zum Vorschein kamen. Neben warmen Handschuhen sind auch Gummihandschuhe wichtig, besonders wenn ein erlegtes Tier aufgebrochen wird. Dann kann auch das wertvolle Wildfleisch verwertet werden.

Im Wald sind einige Verhaltensregeln zu beachten,

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schließlich sind wir bei den Tieren nur zu Gast. Diese wurden von einem Schüler vorgelesen. Eine weitere wichtige Regel ist, keinesfalls gefundene tote Tiere zu berühren. Besonders bei angefahre nem Raubwild wie zum Beispiel dem Dachs kann es sein, dass dieser nur betäubt war und noch ge fährlich sein kann. Funde also am besten dem/der Jäger*in melden!

Am Weg durch den Wald begegneten die Kinder vielen Tieren, die in unseren Wäldern leben, Scha lenwild, Raubwild und Vögel, und erfuhren Span nendes über deren Leben. Zum Beispiel wissen jetzt alle, dass ein Hirsch jährlich sein Geweih ab wirft. So eine Abwurfstange kann sehr groß sein! Hat sie 6 Spitzen, ist der Hirsch ein 12-Ender. Das heißt aber nicht, dass der Hirsch 12 Jahre alt ist, sondern hat mit seinem Gesundheits- und Ernäh rungszustand zu tun.

Wie viele Eicheln kann der Eichelhäher auf ein mal zu einem Winterversteck bringen? Zwei viel leicht? Niemand hätte es gedacht: Der nur ca. 16 dag schwere Vogel schluckt bis zu 10 Eicheln, um sie zum Winterversteck zu transportieren. Dort würgt er sie dann wieder hervor. Da er nicht alle Verstecke wieder findet, trägt er dadurch auch zur Vermehrung der Eichen im Wald bei.

So viel Neues macht hungrig! Wie gut, dass eine Feuerschale vorbereitet wurde, wo sich alle auf wärmen und „Steckerlbrot“ und „Steckerlwurst“ braten konnten. Nach dieser Stärkung durfte je des Kind noch ein Waldbild gestalten und mit nach Hause nehmen.

Eine Überraschung gab es noch für alle: auch der Gemein dekindergarten hatte seinen Waldtag und kam des Weges. Die Jägerschaft hat unglaublich flexibel reagiert: Nach ei ner kurzen Zählung des Proviants konnten auch die Kin dergartenkinder Würste braten und durften die Tiere be suchen.

Zum Abschluss des Waldausfluges bekam noch jedes Kind einen Wildtierkalender und ein Infoheft sowie einen lie bevoll gestalteten Anhänger. Dieser Septembervormittag wird den 22 Schüler*innen der Volksschule Maria Stein sehr lange in Erinnerung bleiben.

Mit dem Projekt „Jäger in der Schule“ können Tiroler Leh rer*innen die Referent*innen der Jägerschaft für einen Projekttag / Ausflug / Gastvortrag einladen. Die Kosten (Vortrag, Unterrichtsmaterialien, Informationsbroschüren und Besuch Wildfütterung) werden vom Tiroler Jägerver band übernommen.

Bei Interesse melden Sie sich bei: Tiroler Jägerverband, Christine Lettl christine.lettl@tjv.at | +43 512 571093-19

Jagd ist Bundesländerkompetenz, daher gibt es in den Län dern unterschiedliche Angebote. Die Kontaktadresse zu den Landesjagdverbänden finden Sie auf www.jagd-oes terreich.at oder Sie wenden sich direkt an den/die Jäger* oder den/die Förster*in Ihrer Gemeinde.

Kontakt zu Waldpädagog*innen: www.waldpaedagogik.at Unterrichtsmaterialien zum Thema Wald: www.waldtrifftschule.at

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Falken Mit den Augen eines

Hikmicro, Hersteller von feinster Wärmebildtech nik, bringt mit seiner neuen Falcon-Serie Handgeräte auf den Markt, die in Hinsicht auf Verarbeitung und Bildqualität derzeit einzigartig sind. Ein Überblick zu Funktionen, Handhabung und Praxistauglichkeit.

Das Bild des Jägers hat sich im Laufe der letzten Jahr zehnte deutlich gewandelt. Während früher nach Büchse, Fernglas und Messer noch die Tabakspfeife zur Grundausstattung des Jagers gehörte, gehen die nicht minder passionierten Enkel und Urenkel heute mit Schalldämpfer, Gehörschutz und allerhand Technik zur Jagd. Dazu gehören natürlich Wärmebildkameras und Nachtsichtgeräte. Und selbst in diesen modernen Aus rüstungskategorien gibt inzwischen schon wieder Altes und Neues, denn das Technikrad scheint sich beson ders im Elektronikmarkt immer schneller zu drehen. So heißt das Zauberwort in der Wärmebildtechnik der zeit 20 Milli-Kelvin. Eine Temperaturangabe, die so un vorstellbar klein ist, dass sie in unserem täglichen Le ben völlig irrelevant ist. Umgerechnet entspricht zum Beispiel die Temperatur von 1 Grad Celsius 274.150 Milli-Kelvin. Also eine sehr feine Maßeinheit, die nur da verwendet wird, wo es darum geht, sehr feine Tem peraturunterschiede abzubilden. Womit wir dann auch wieder bei der Falcon-Serie angekommen wären. Die neuen Flaggschiffe aus dem Hause Hikmicro sind dank neuster chinesischer Sensortechnik in der Lage, Tem peraturunterschiede in der Größenordnung von 20 mK

auszumachen und auf einem OLED (organic light emit ting diode) Display für das Auge des Jägers sichtbar zu machen. Dabei verfügen die neu entwickelten Senso ren der Falcon-Serie über einen Pixel-Pitch von nur 12 my (Abstand zwischen den Zentren einzelner Pixel auf einem Display) und einen NETD-Wert (Noise Equiva lent Difference, also der kleinstmögliche darstellbare Temperaturunterschied einer Wärmebildkamera) wie schon angesprochen von sagenhaften 20 mK. Damit lassen sich kleinste Details selbst unter ungünstigen Witterungsbedingungen eindeutig detektieren. Damit diese Technik auch im vollem Umfang durch den Anwender nutzbar ist, hat Hikmicro die Image Pro Bildoptimierungssoftware entwickelt. Damit bieten alle vier verfügbaren Geräte der Falcon-Serie unabhän gig vom Objektivdurchmesser (25, 35 und 50 mm) ein kontrastreiches, scharfes Bild mit einer extrem Detailund Tiefenschärfe.

In der Praxis bedeutet das für den Jäger: Neben dem eindeutigen Erkennen von Geschlechts- und Alters merkmalen des Wilds sind auch mögliche Hindernisse im Schussfeld - wie kleine Äste, Blätter und sogar Gras halme - sichtbar. Die Detektionsreichweite liegt dabei je nach Wetterverhältnissen bei bis zu 2600 Metern, wobei das nutzbare Sehfeld (100m) zwischen 13.2 und 18 Metern liegt. Damit die hochwertige Technik des Falcon im rauhen Jägeralltag auch entsprechend geschützt ist, besteht das Gehäuse der Wärmebildka

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mera aus einem gefrästem Magnesium-Block, der zu sätzlich mit einer Gummiarmierung ummantelt ist, die schockabsorbierend wirkt und zusätzlich für einen höheren Griffkomfort bei der Jagd sorgt.

Pirsch- und Ansitzjäger werden sich zudem über die seitlich angebrachten Riemen-Oesen und den im Lie ferumfang enthaltenen Trageriemen freuen, womit das Falcon sicher mittig vor der Brust hängt und wie ein Fernglas stets einsatzbereit ist.

Ähnlich wie der durchdachte Tragekomfort ist auch das Gerätedesign der Falcon-Serie einmalig. Nach dem Motto „die Form folgt der Funktion“ (form follows fun ction) zeichnen sich alle vier Geräte der Serie durch ihre intuitive Bedienbarkeit aus, die im Wesentlichen auf den drei mittig auf der Gehäuse-Oberseite ange brachten Bedienknöpfen beruht. Die gummierten Tas ter lassen sich gut fassen und geben dem Nutzer durch einen deutlichen spürbaren Druckpunkt ein klares haptisches Feedback über ihre Aktionen.

Im jagdlichen Alltag ist dies zumeist das Umschalten zwischen den vier verfügbaren Farbmodi oder das Be tätigen der digitalen Zoomstufen (bis zu einer 8-fachen Vergrößerung).

Auch das vielfach aufgetretene Problem mit der Stand zeit von integrierten Akkus hat Hikmicro bei der Fal con-Serie gelöst. Unabhängig vom Ladekabeln, Po werbank und Steckdose kommt bei den Falcons der Saft aus einem austauschbarem 18650 Akku. Der sitzt hinter einer verriegelten Klappe an der linken Gehäu seseite und lässt sich im Einsatz bei Bedarf einfach und lautlos austauschen. Damit auch bei der Nacht jagd nichts schief gehen kann, liegen den Geräten der

Neben dem eindeutigen Erkennen von Geschlechtsund Altersmerkmalen des Wilds sind auch mögliche Hindernisse im Schussfeld - wie kleine Äste, Blätter und sogar Grashalme - sichtbar.

Falcon-Serie jeweils 2 verpolungssichere Akkus bei, die sich nur „richtig herum“ in das Gerät einsetzen lassen. So kommt der Anwender mit 2 vollgetankten Akkus locker auf eine Einsatzzeit von 12 bis 14 Stunden. Wer trotzdem zusätzliche Energiereserven mitführen will, kann über die USB-C-Schnittstelle eine Powerbank anschließen. Insgesamt kommen mit der neuen Fal con-Serie vier neue handgehaltene Wärmebildkame

Das Gerätedesign der Falcon-Serie ist einmalig. Nach dem Motto „die Form folgt der Funktion“ (form follows function) zeichnen sich alle vier Geräte der Serie durch ihre intuitive Bedienbarkeit aus

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Fotos: HIKMICRO

Damit auch bei der Nachtjagd nichts schief gehen kann, liegen den Geräten der Falcon-Serie jeweils 2 verpolungssichere Akkus bei, die sich nur „richtig herum“ in das Gerät einsetzen lassen. So kommt der An wender mit 2 vollgetankten Akkus locker auf eine Einsatzzeit von 12 bis 14 Stunden.

ras auf den Markt. Das Ein stiegsmodell FH 25 mit einem Objektivdurchmesser von 25 mm liegt preislich bei rund 1699 Euro. Der Allrounder FH 35 (35 mm Objektiv) für den ambitionierten Ansitzjäger kostet 1988 Euro. Mit dem FQ 35 werden die Bedürfnisse des Waldjägers befriedigt, denn mit einem 35 mm Objektiv und einem extrem empfindli chen Sensor lassen sich auch kleinste Details erspähen und ausmachen. Der Preis: 2689 Euro. Das Flaggschiff FQ 50 mit einem 50 mm Objekt lässt in puncto Bildqualität und Reichweite keine Wünsche offen, kostet dafür aber etwas mehr als seine drei Gefährten. Der Preis liegt bei 3089 Euro.

TECHNISCHE DATEN

Modell Falcon FH 25 Falcon FH 35 Falcon FQ 35 Falcon FQ 50 Sensor 384 x 288 Pixel 384 x 288 Pixel 640 x 512 Pixel 640 x 512 Pixel Sensor Technologie Vanadium-Oxid Vanadium-Oxid Vanadium-Oxid Vanadium-Oxid Display 1024 x 768 Pixel OLED 1024 x 768 Pixel OLED 1024 x 768 Pixel OLED 1024 x 768 Pixel OLED max. Reichweite 1200 m 1300 m 1800 m 2600 m Sehfeld auf 100 m 18 m 13,2 m 17,6 m 15,3 m Akku-Laufzeit bis zu 7h pro Akku bis zu 7h pro Akku bis zu 6h pro Akku 6 h pro Akku Akku-Typ Lithium Akku 18650 Lithium Akku 18650 Lithium Akku 18650 Lithium Akku Typ 18650 Detektor Empfindlichkeit NETD 20 mk 20 mK 20mK 20 mK Pixel Pitch 12 μm 12 μm 12 μm 12 μm Objektiv 25 mm 35 mm 35 mm 50 mm manueller Fokus Optische Bildvergrößerung 2,17 fach 3,03 fach 1,82 fach 2,6 fach Zoomstufen (digital) 1, 2, 4 und 8-fach 1, 2, 4 und 8-fach 1, 2, 4 und 8-fach 1, 2, 4 und 8-fach Beobachtungsmodi black hot, white hot, red hot und Multicolor black hot, white hot, red hot und Multicolor black hot, white hot, red hot und Multicolor black hot, white hot, red hot und Multicolor Foto / Video Funktion ja / ja ja / ja ja / ja ja / ja WLAN Hot-Spot ja ja ja ja App-Unterstützung auf Mobilgerät ja ja ja ja Gehäuse Magnesium Magnesium Magnesium, Magnesium, Gewicht 500 g 505 g 505 g 636 g Preis 1739 € 1999 € 2689 € 3069 €

Tischlerei Toni Hager

Seit mehr als 25 Jahren steht der Name „Toni Hager“ für Tischlerarbeiten und Jagdhütten höchster Qualität. In unserem Tischlereibetrieb in Reith bei Kitzbühel verwirk lichen wir die Träume unserer Kunden mit höchster Prä zision und viel Liebe zum Detail. Wir verstehen uns als Spezialisten für einzigartige Jagdhütten, gemütliche Jagd stuben, einfallsreiche Ideen und eine sorgfältige Planung und Umsetzung Ihrer Projekte. Toni Hager - selbst ambi tionierter Jäger - weiß genau, was eine Jagdhütte braucht, um Gemütlichkeit, Optik und Zweck zu vereinen.

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MEHR ALS JAGDBEKLEIDUNG

Erstmalig stellt das Traditionsunternehmen Steiner1888 diesen Herbst eine hauseigene Jagdkollektion für Damen und Herren, sowie eine Wohnkollektion unter dem Motto Jagd Lifestyle vor. Im Fokus steht natürlich auch bei dieser Kollektion der Lodenstoff und seine vielen Funktionen.

Der robuste, wasserabweisende & vor allem bei der Jagd wichtig geräuschlose Loden findet sich in der Jagdkollektion als Hose, Jacke, Weste, Rock und Parka in den Farben grau und rindebraun wieder.

Die gesamte Kollektion finden Sie unter www.steiner1888.com

Wenn “J” für die “Jagd” steht…

Wenn ein Europäer (im breitesten Sinne dieses Wortes) an eine gute und zuverlässige Jagd waffe denkt, dann kommt einem zuerst und vor allem eine breite Palette an diversen hochqualita tiven Produkten in den Sinn, die auf dem deutschspra chigen Territorium erzeugt werden. Und zurecht so!

Stellen wir uns für einen Moment folgende fantasti sche Situation vor: In keinem anderen Bereich unseres Planeten werden mehr Jagdwaffen hergestellt, keine

Waffenkonzerne in den USA, in Russland, Italien, Spa nien, in Großbritannien etc. produzieren mehr zivile Waffen, diese werden nur mehr auf dem oben erwähn ten kleinen Fleckchen der Erdkugel erzeugt. In diesem Fall könnte man trotzdem mit Überzeugung sagen: Ja, diese Hersteller, schaffen es zweifellos allein, alle Jäger der gesamten Welt mit höchst qualitativen Jagdinstru menten zu versorgen.

Und keiner wird sich dabei bessere Waffen wünschen, obwohl einige vielleicht wegen der meistens extrem

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hohen Preise jammern würden. Aber auch in diesem Fall kann man seit ein paar Jahren bereits so kontern: Es gibt ja die Mauser M18 und ihre Varianten “Feld” und “Waldjagd”, somit kann man doch eine tolle deutsche Waffe im Preiskorridor grob geschätzt (derzeit) von 1000 bis 2000 Euro kaufen. In puncto Präzision und Zu verlässigkeit sind diese Büchsen den Er zeugnissen für 4000 Euro (und aufwärts) ebenbürtig. Meinen ausführlichen Test bericht über die Mauser M18 “Feldjagd” kann man in der Winterausgabe 2020 und der Frühlingausgabe 2021 der “Steiri schen Jägerin” lesen.

Bei der großen Palette an deutschen Jagdwaffen könnte man vielleicht fra gen, ob überhaupt noch etwas Neues aus Deutschland in diesem Bereich zu erwar ten wäre?

Nachdem ich beim guten alten Waffen handel Wanz in Zentrum von Graz den für mich vom Herausgeber der “Steiri schen Jägerin” zum Testen bestellten dun kelgrün gefärbten Karabiner Jakele J1 in der Ausführung “All-Terrain” im Kaliber .308 Win abgeholt, zu Hause ausgepackt und im flachen leichten Karton die fünf getrennt liegenden Einzelteile (das ZFR nicht mitgerechnet) gesehen habe, schlug mein Herz bereits hoch und ich verstand sofort, rein vom Gesehenen, noch ohne jeglicher Tests, dass ich meine Frage hier oben wohl mit “ja” beantworten muss. (Foto 1 zeigt die zerlegte Waffe.)

Das Zusammenbauen der Waffe ist lo gisch und nahezu selbsterklärend ab dem Moment, in dem man in der leicht verständlich verfassten Bedienungsanlei tung mit vielen erklärenden Abbildun gen gelesen hat, was ein aufklappbarer J1-Schlüssel ist und wo man ihn findet. Er ist nämlich sehr originell und stabil im Vorderschaft der Waffe eingeklemmt und wird zum Ein-/Ausbau des Laufs und zur Montage/Demontage des Hinterschaftes/ Kolbens des Gewehres eingesetzt. Um den Verschluss herauszunehmen, könnte man ihn laut Handbuch auch verwenden, es geht aber auch mit Hilfe irgendeines Holzstiftes (z.B. mit einem chinesischen Essstäbchen) ganz einfach. Allerdings wird man ohne nachzulesen wahrschein

lich lange überlegen müssen, wie sich der Verschluss ausbauen lässt.

Die Waffe macht insgesamt einen er staunlich kompakten Eindruck und ist auch ausgesprochen leicht. Ohne Riemen und Patronen aber mit dem mitgelieferten Zielfernrohr Zeiss VIC TORY HT 2,5-10x50 hat das gemessene Gewicht nur 3.670 g ausgemacht, was für einen Geradezugrepetierer, noch dazu für einen so leicht und elegant zerlegbaren, ein exzellenter Wert ist. So ein Gewicht wäre sogar für einen ordinären Repetierer mit einem Zylin der-Drehverschluss extrem niedrig! Die Länge des Karabiners macht erstaunli che 975 mm aus. Dabei beträgt die ge samte Lauflänge 520 mm, und in etwa 501 mm bis zum Stoßboden gemessen, was bei Verwendung von etwas schnel ler brennenden Pulversorten bei den entsprechenden Geschossgewichten für alles europäische Wild auch in die sem Kaliber vollkommen ausreichend ist. An der Laufmündung der Testwaffe ist ein M14x1 Gewinde angebracht. Da der Karabiner extrem leicht ist, wäre die Verwendung eines Schalldämpfers oder einer guten Mündungsbremse dort, wo Schalldämpfer nicht erlaubt ist, dringend zu empfehlen, sonst be wirkt sogar so ein an sich moderates Jagdkaliber wie .308Win einen ziem lich bissigen Rückstoß.

Die Läufe bestellt die bayerische Jakele Jagd und Natur GmbH & Co. KG bei der renommierten Suhler Merkel Jagd- und Sportwaffen GmbH in Ostdeutschland. Diese sind kaltgehämmert und von höchster Qualität. Ich habe eine Zeit lang Glück gehabt, die Merkel Helix von meinem Freund mit den Läufen in Kalibern .30-06 und 8x57JS ausgiebig testen zu können, auch mit diversen eigenhändig hergestellten Laborierun gen und unter Verwendung verschie dener Geschossgewichte und -arten. Egal, ob ordinär oder bleifrei – die Läu fe des Suhler Herstellers haben sich nahezu als „alles fressend“ im besten Sinne des Wortes gezeigt. Die teilweise sogar starke Erwärmung haben sie lo cker verkraftet: Auch nach 8 Schüssen nacheinander ohne Abkühlung haben

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sich die Streukreise auf 100 m Entfernung nicht ver größert. Für die kaltgehämmerten Läufe ist es eine hervorragende Leistung! Direkt am freischwingenden Lauf der J1 ist ein Riemenbügel-Vollring angebracht, was mir vom ersten Augenblick her gar nicht gefallen hat. Trotzdem erzeugt die Waffe sehr gute Schussgrup pen. Anscheinend ist es dem Produzenten gelungen, mit diesem Riemenbügelring einen Nullphase-Punkt auf dem schwingenden Lauf zu erwischen.

Unmittelbar am Patronenlager-Teil des Laufs sind die Ausnehmungen für “Bavarian Precision Mount” an gebracht. Dadurch bekommt man die Möglichkeit, je dem anderen Wechsellauf in einem anderen Kaliber, falls vorhanden, ein eigenes ZFR zuzuordnen. Damit entfällt das ständige Einschießen eines und desselben ZFRs für jeden Wechsellauf. Diese ZFR-Montage ist mit Blaser-Modellen ab 1993 kompatibel.

Der umschaltbare Feinabzug der Waffe hinterließ ei nen äußerst guten Eindruck. Er fühlt sich sehr trocken an, der Freiweg nach dem Lösen des Abzuges fehlt na hezu komplett! Ein kleiner Schieber gleich vor dem

Abzugszüngel erlaubt es, mit einer leichten kurzen Bewegung nach vorn oder zurück den Widerstand des Abzugs bis auf ca. 250 g zu verringern oder bis auf ca. 550 g zu erhöhen. Dieser höhere Wert wäre natürlich bei einer Drückjagd zu empfehlen.

Der Verschluss des Karabiners wirkt leicht, hinterlässt aber zugleich einen sicheren Eindruck, da er eben im Vergleich zur direkten Konkurrenz den Lauf nach ei nem sehr zuverlässigen Prinzip versperrt: Der Dreh kopf des Verschlusses dreht sich um 90° nach rechts und seine vier Verriegelungswarzen bieten alle zusam men eine sehr große Verriegelungsfläche, was einen erfahrenen Wiederlader mit dem Gefühl der Freude und innerlichen Ruhe erfüllt. Der Punkt ist, dass der Radial-Bund-Verschluss z.B. vom bekannten Produzen ten “B” trotz allerlei Behauptungen von seiner erhöh ten Sicherheit (im Vergleich zum Modell, das mit 93 nummeriert ist), was ja auch so stimmen soll, bei mir persönlich als Wiederlader trotzdem irgendwo ganz tief im Unterbewusstsein, sagen wir so, einen Zwang zur extra erhöhten Aufmerksamkeit hervorruft.

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Jakele J1 zerlegt (das Zielfernrohr und die Mündungsbremse im Lieferumfang nicht enthalten)

Zugleich sollte man allerdings anmerken, dass die horizontal verriegelnden Warzen im Vergleich zu den vertikal verriegelnden (solche sind jedem Jäger und Schützen beispielsweise vom Verschluss des K98 und seiner viel jüngeren und weiter entwickel ten Derivaten wie Remington 700, diverse Savage Repetierer etc. bekannt) viel geringere Fertigungs toleranzen voraussetzen, um die Schusspräzision solcher Gewehre zu gewährleisten. Andreas Jakele und seinen Spezialisten ist es offensichtlich gut ge lungen, das Problem der eventuellen horizontalen Abweichungen der Treffer durch die sehr hohe Ferti gungsprazision des selbstzentrierenden Verschluss kopfes zu lösen. Am Schlösschen des Verschlusses ist eine Transportsicherung positioniert. Wenn der kleine Schieber nach Rechts geschoben wird, lässt sich der Verschluss nicht aufmachen und die Waffe lässt sich nicht spannen. Kein Schuss ist möglich.

Der Repetiervorgang ist sehr leicht und schnell, auf passen sollte man aber darauf, dass der Daumen sich beim Zurückziehen/Aufmachen des Verschlusses nicht zufällig über den Kolbenhals legt, sonst könnte man mit dem Schlösschen leicht die Haut zwischen dem Daumen und Zeigefinger einklemmen.

Das “Jakele Relax-System” ist das eigentliche Zu ckerl dieser Waffe. Erst unmittelbar vor dem Schuss wird der direkt am hinteren Teil des Abzugsbügels angebrachte Spannhebel mit dem dritten Finger gespannt. Lockert man den Mittelfinger, z.B. wenn das Wildstück abgesprungen ist, entspannt sich der Karabiner zugleich automatisch und sicher. Mit die sem System hat Andreas Jakele die Sicherheit eines Repetierers konstruktiv eigentlich bis zu einem logi schen Ende gebracht.

Die gesamte Haptik des Gewehres lässt kaum noch Wünsche offen. Der Karabiner liegt in den Händen wie eingegossen. Mit der Optik stimmt auch wohl alles: Das Gewehr ist einfach schön. Ein erfahrener Jagdfreund hat gesagt, es wäre ein richtiges Frauen gewehr im besten Sinne des Wortes, und da stimme ich ihm voll zu. Mit dem Konfigurator auf dem Web portal kann man sich die gewünschte Schaftlänge vorbestellen, viele andere Optionen wie Lauflänge, Kaliber, Schaftfarbe und/oder -material etc. lassen sich auswählen. Da der Karabiner, wie bereits oben gesagt, sehr leicht ist, eignet er sich insbesondere für einen Pirschgang nahezu perfekt. Deshalb erlaube ich mir freizügig, das “J” im Namen des Gewehres als “Jagd” zu interpretieren.

Für die Schusstests habe ich mich dieses Mal be wusst ausschließlich für die Fabrikmunition ent schieden. Der Grund dafür: Ich kenne die Läufe von Merkel, sie zeigen sich sowieso ausgesprochen gut mit den sorgfältig selbst geladenen Patronen. Also

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wurden mit der J1 folgende Patronen getestet: “RWS Speed Tip Professional Hunting 10,7g/165gr”, “Federal Fusion Bonded Soft Point 150gr”, “Federal Premium Boat-Tail Soft Point 165gr” und die Hochrasanz-Patro nen “SAKO Super Range Open Tip Match 6,6g/102gr”. Die Testergebnisse waren gut bis sehr gut. Für die Jagd waren alle Streukreise ausreichend eng.

Ehrlich gesagt war ich anfangs, nachdem ich mir die der Waffe gewidmete Webseite angeschaut habe, etwas kritisch zur J1 gestimmt. Wenn man aber den Karabi ner in die Hände bekommt und insbesondere nach dem man damit einige Schüsse getätigt hat, möchte man ihn nicht mehr aus den Händen lassen. Insofern werde ich jetzt die Rolle eines freiwilligen Anwalts übernehmen und die von einigen Jägern an gesprochenen Kritikpunkte der J1 gegenüber untersu chen.

So habe ich die Meinung gehört (und diese theore tisch auch selbst vertreten, bis ich das Gewehr in die Hände bekommen habe), dass der innovative Spann hebel des “Jakele Relax-Systems” am hinteren Teil des Abzugsbügels den dritten Finger und damit die ganze schießende Hand nur unnötig verspannen und damit zu weniger präzisen Schüssen führen würde. Jetzt habe ich einige Argumente dagegen: Erstens wird nur ein sehr geringer Kraftaufwand vom Mittelfinger verlangt;

zweitens ist der Spannhebel so bequem und gerade auf der richtigen Stelle angebracht, dass eine Spann bewegung des Fingers nahezu natürlich ist; drittens sollte man als ein/-e verantwortungsvoller/-e Jäger/-in regelmäßig trainieren, da wir unseren Mitgeschöpfen gegenüber verpflichtet sind, einen sauberen und prä zisen Schuss auftragen zu können, um unnötiges Lei den zu vermeiden. Und bereits nach ein paar Minuten, nachdem man die J1 das erste Mal in die Hände ge nommen hat, gewöhnt man sich an diese einfache Be wegung des Mittelfingers. Last but not least, J1 ist als eine reine Jagdwaffe, keine Matchwaffe konzipiert. Da her macht man wohl nicht 40 oder 60 Schüsse stehend frei damit, sondern nur einen gut gezielten Schuss auf ein gut sichtbares und richtig angesprochenes Ziel, das im europäischen Jagdraum meistens kaum weiter als 200m entfernt ist. Also, von einer verspannten und zitternden Hand wegen des Spannhebels kann hier keine Rede sein.

Noch ein anderer Kritikpunkt, insbesondere seitens der Jäger, die sehr gerne auf Drückjagden in solche besonders schwarzwildreiche Gebiete reisen, wo man auch auf die Anzahl der Patronen im Magazin ein Auge zudrückt. Nur drei Patronen (dabei eine im Patronen lager) und kein abnehmbares Magazin – wären die geäußerten Minuspunkte. Dabei vergisst man oft die

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gesetzlichen Bestimmungen in einigen Ländern, die maximal drei Patronen feuerbereit in der Waffe bei den Drückjagden erlauben. Außerdem ist es eine prinzipi elle weidmännische Einstellung des Produzenten, die eine “respektvolle Haltung gegenüber der Natur und dem Wild” als ihre Basis anführt. Abgesehen davon würde ein abnehmbares Magazin die Waffe konstruk tiv bedingt verlängern oder diese zumindest nicht so schlank und elegant machen.

Einige Jäger meinen, wenn man mit den Erzeugern der Konkurrenzprodukte, die bereits viel länger am inter nationalen Markt sind und mit ihren Waren und riesi gen Werbeinvestitionen sich überall bekannte Namen gemacht haben, wirklich konkurrieren möchte, sollte man bereit sein, einen so zu sagen kampffähigen Preis zu machen. In diesem Sinne habe ich die Meinun gen gehört, wäre J1 im Schnitt mindestens 1000 Euro günstiger, hätte das Gewehr viel mehr Chancen, um die Konkurrenz zu bezwingen oder mindestens eine gebührende Nische unter anderen Produkten einzu nehmen. Was soll ich sagen, die Jakele J1 ist sicherlich keine Jungjägerwaffe, was ihren Preis angeht. Anderer seits hat die Qualität ihren Wert. Ein solches Jagdge wehr kauft man sich ja nicht jedes Jahr. Es ist wie ein guter Jagdwagen, nur mit einem kleinen Unterschied: So eine Waffe wird noch in 50 Jahren höchstwahr scheinlich genauso gut wie früher ihre Dienste leisten, wo der Jagdwagen bereits zum Pulver verrostet ist. Na türlich vorausgesetzt, dass die Welt noch steht.

Resümierend könnte man Folgendes sagen. Es wird je dem klar, der den Karabiner J1 in die Hände bekommt, dass die kleine, aber feine, von Andreas Jakele geführ te Waffenschmiede Jakele Jagd+Natur GmbH & Co. KG

dem großen deutschen “B”-Hersteller in der Sparte der Geradezugrepetierern Paroli bieten möchte.

Allein dies ist meiner persönlichen Meinung nach sehr lobenswert und wünschenswert, denn je mehr Unter nehmer die Mut, die Kapazitäten und die Kraft finden, ihre Unternehmen in der heutigen hartnäckig in die Richtung, sagen wir es diplomatisch, des wirtschaftli chen Chaos steuernden Europa nicht nur auf der Ober fläche zu halten, sondern auch hochqualitative Pro duktion zu erzeugen, desto mehr Hoffnung gibt es aufs Überwinden des neuen dunklen Zeitalters.

Hätte man mich gefragt, ob ich so einen Karabiner mein Eigen nennen möchte, würde ich sofort “ja” sagen, viel leicht im etwas energiereicheren Kaliber .30-06. Nur zwei “aber” kühlen mich ab: Erstens reicht unser ak tueller Waffenbestand für alle möglichen Jagdzwecke vollkommen aus und zweitens ist mir persönlich der Preis zu hoch.

An dieser Stelle möchte ich einen herzlichen Dank an den Chefredakteur und Herausgeber der “Steirischen Jägerin” Herrn Christian Huemer für die Möglichkeit, diesen Karabiner testen zu können, aussprechen! Ein besonderer Dank und meine Verbeugung für die Hilfs bereitschaft und für die drei kostenlos zum Testschie ßen bereitgestellten Patronenarten von Federal und Sako gelten Herrn Anton Weidinger und meinem Jagd vereinskollegen Herrn Christian Weidinger, den Chefs des Grazer Traditionsunternehmens Waffen Wanz, An ton Weidinger Ges.m.b.H! Für die tatkräftige und viel seitige Unterstützung beim Testen und für ihre Geduld danke ich herzlichst auch Fr. Dr.med. Jana Sidenko, Frl. Inna Sidenko und Frl. Nadja Kieslinger.

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PAVIANE

Windhoek International Airport Hosea Kutako. Es ist 7 Uhr morgens, als ich das Flugzeug der Air Namibia verlasse und über das Rollfeld in Richtung des kleinen Flughafengebäudes schlendere. Es ist noch recht kühl und ich bin froh, meinen langärmligen Pullover mit ins Handgepäck genommen zu haben. Die Passabfertigung ist schnell erledigt, selbst mein Koffer dreht bereits sei ne Runden auf dem Gepäckband und so begrüße ich schon wenige Minuten später meinen Berufsjäger und Outfitter Divan der mich am Flughafen abholt. Kurz darauf sitze ich bereits im PickUp, der mich zu der Farm „Divan Labuschagne Hunting Safaris“ bringt, auf der ich dieses Mal jagen möchte.

Einige Tage vor meiner Ankunft hat eine Gruppe Pavia ne ein Windrad, welches eine Pumpe zur Wasserförde rung antrieb, binnen einer Nacht fein säuberlich in sei ne Einzelteile zerlegt und völlig unbrauchbar gemacht. Was dem Mitteleuropäer ein leichtes Schulterzucken entlocken mag, ist für den namibischen Farmer exis tenziell, denn während der Trockenzeit zwischen März und November kann der Ausfall einer Wasserpumpe

verheerende Folgen haben. Und so ist leicht einzuse hen, dass Paviane bei den Farmern nicht sonderlich beliebt sind und bejagt werden, wann immer sich die Möglichkeit hierzu ergibt (was sehr selten ist). Die Geschichte, die man sich unter den Angestellten der Farm erzählte, nämlich dass eine Gruppe Paviane für das Verschwinden der 6-jährigen Ruusa, die alleine auf den Schulbus wartete, verantwortlich sei, verbannte ich indes ins Reich der Fiktion.

Paviane treten in Gruppen von etwa 15 Tieren, mit unter auch in sehr großen Gruppen mit bis zu 60-70 Exemplaren auf und werden von dem größten und stärksten Pavian, dem Alpha-Männchen, geführt. An eine solche Gruppe wagt sich selbst der hier einzige echte Fressfeind dieser Affen, der Leopard, ganz selten einmal heran, denn eine Horde Paviane ist gut orga nisiert und verteidigt sich und den Nachwuchs vehe ment und im Team. Überhaupt ist das Zusammenleben der Paviane in der Horde streng organisiert und es sind immer einige Tiere als Späher abgestellt.

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TEXT & FOTOS: MAGNUS PELZ

Eines Tages sitze ich am Wasserloch auf Warzen schwein an. Die Sonne brennt heiß an diesem Nach mittag und schon bei meiner Ankunft tummeln sich etliche Tiere am Wasser. Neben einer Gruppe Kudu kühen mit Kälbern und einer Zebraherde stehen drei Oryx im Schatten eines Baumes unweit vom Wasser loch – dazu kommt die immerfort andauernde Betrieb samkeit der Kapturtel- und Senegaltauben und Horn bills, die Ihren Durst zu dieser Tageszeit stillen. Selbst eine Riesentrappe – einer der schwersten flugfähigen Vögel der Welt – stolziert umher. Von Warzenschwei nen fehlt allerdings jegliche Spur und so beobachte ich mit dem Fernglas aus meinem Versteck heraus das emsige Treiben. Im Augenwinkel erspähe ich eine Be wegung in einem Baum etwa 200 Meter vom Wasser loch entfernt. Im Fernglas kann ich gut erkennen, wie ein halbwüchsiger Pavian dort diesen Baum erklimmt und es sich in seinem Wipfel gemütlich macht. Den ersten Instinkt (Schießen!!!) sollte man tunlichst un terdrücken, denn zum einen ist die Entfernung doch recht hoch, zum anderen hat man hier einen Späher vor sich, welcher sofort die ganze Gruppe warnen wür de, sollte er irgendetwas Verdächtiges eräugen. Ganz besonders gewarnt aber wären alle, sollte er tot vom Baum fallen. Also heißt es warten – warten auf das

Reißzähne der Paviana, die fast 8 cm messen und denen eines Leoparden absolut ebenbürtig sind

Alpha-Männchen, denn wenn man das erlegen kann, gibt man dem Leoparden für einige Wochen die Chan ce, sich vielleicht noch den einen oder anderen unvor sichtigen Pavian zu holen, da die Gruppenstruktur und damit der Zusammenhalt empfindlich gestört ist.

Ich hatte schon häufiger auf meinen Pirschfahrten und –gängen Paviane in Anblick bekommen, wie sie entweder vor mir durch den Dickbusch liefen oder aus sicherer Entfernung von einem erhöhten Posten das Gelände absicherten – jedes Mal war an einen Schuss nicht zu denken, weil alles entweder viel zu schnell ging oder die Entfernung einfach zu groß war. Paviane haben ein sicheres Gespür für Schussentfernungen, so scheint es mir. Unvergessen bleibt mir auch dieses hei sere Bellen, das Paviane ausstoßen, um zu demonstrie ren, dass sie mich längst entdeckt haben, weit bevor ich ihrer gewahr werde – und das so herrlich grollend in den Hügeln widerhallt.

Paviane sind schlau – und sie haben Geduld, sehr viel Geduld. In meiner Zeit in Afrika habe ich nicht selten

erlebt, dass der Späher bis zu zwei Stunden auf seiner Warte im Baum hockt und das Wasserloch sowie das umliegende Gelände beobachtet, bis er sein Okay gibt und die ganze Herde zum Wasser kommt. Auch heute wird meine Geduld auf eine harte Probe ge stellt. Über 90 Minuten lang bietet sich mir das gleiche Bild: Der halbwüchsiger Pavian in seinem Baum 200 Meter entfernt von mir, der es sich in einer Astgabel gemütlich gemacht hat und sich ab und zu den Bauch kratzt. Doch ganz plötzlich, wie auf eine geheimes Zei chen hin, klettert er von seinem Aussichtsposten und keine Minute später erscheint die ganze Gruppe auf der Bildfläche. Etwa 30 Tiere mag dieser Trupp zäh len, Jungtiere, Halbwüchsige und erwachsene Tiere, teilweise den Nachwuchs unter ihrem Bauch oder auf

Mein Dienstgeländewagen, einen PickUp des indischen Herstellers Mahindra

dem Rücken tragend. Auch einige erwachsene Männ chen gehen hier mit, aber unverkennbar erscheint nun das Alpha-Männchen: Körperlich den anderen Affen dieser Gruppe weit überlegen ist es fast so groß wie ein Warzenschwein, langsam und erhaben nähert es sich inmitten seiner Herde dem Wasserloch. Immer wieder bleiben einige Tiere stehen, sichern in alle Richtun gen während der Nachwuchs unbekümmert fangen spielt. Längst habe ich mich schussfertig gemacht –sehr vorsichtig und langsam, denn immerhin scannen sehr viele Augenpaare dort vor mir auf der Fläche das Gelände ab. Die Herde drängt es zum Wasser, aber ich bekomme das Alpha-Männchen nicht frei. Irgendein andere Pavin verdeckt ihn oder steht direkt hinter ihm und macht so einen sicheren Schuss unmöglich. Quer durch die Zebraherde marschiert der Trupp und da pas siert es – ein Zebra eräugt irgendeine Bewegung, wirft auf und geht im Galopp ab, zieht alle anderen Tiere mit sich und binnen weniger Sekunden ist die Bildfläche vor mir leer. Verdammt! Die Pavianherde hat sich al lerdings zu meiner Erleichterung nur bis zu den ers ten Bäumen zurückgezogen und langsam beginnt das Schauspiel von vorn: Der Späher erklimmt den Baum, schaut umher, gähnt, kratzt sich den Bauch. Aber zu meiner Überraschung dauert es diesmal nur wenige

Minuten, bevor sich die ganze Gruppe wieder auf das Wasserloch zu in Bewegung setzt. Ich verfolge das Al pha-Männchen im Zielfernrohr und als die Truppe fast das Wasserloch erreicht hat, steht er plötzlich einen Moment frei und auch breit – ich bin auf dem Blatt und schieße. Durchs Feuer sehe ich, wie der Affe im Schuss zusammenbricht und verendet. Dann hüllt ihn der Staub ein, den die abspringende Herde aufwirbelt, und erst einige Minuten später kann ich ihn wieder sehen. Die Fläche vor mir ist ansonsten leer, die Stille ist fast gespenstisch, denn auch die Tauben und Lärm vögel schweigen. Ich verlasse meinen Ansitz, sammle auf dem Weg zum Anschuss ein paar Steine ein, die ich, das Gewehr durchgeladen, aus ca. 4-5 Metern in Richtung Pavian werfe, der sich aber keinen Millimeter mehr bewegt. Afrikanisches Wild ist sehr schusshart und auch Paviane – besonders so ein großes Exemplar wie dieses – machen da keine Ausnahme. Ich schaue auf die Reißzähne dieses Affen, die fast 8 cm messen und denen eines Leoparden absolut ebenbürtig sind – und ganz plötzlich halte ich die Geschichte von der 6-jährigen Ruusa für nicht mehr ganz so abwegig.

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Braunkehlchen in Gefahr

BirdLife Österreich kürt das Braunkehlchen zum Vo gel des Jahres 2023 und macht gleichzeitig auf seine dramatische Situation aufmerksam. Einst war der Wie senvogel eine Charakterart unserer Kulturlandschaft, in den letzten Jahrzehnten kam es zu einem Bestand seinbruch von zumindest 60 Prozent und er musste in der Liste der für den Vogelschutz prioritären Vogelar ten auf ROT gesetzt werden.

Braunkehlchen besiedeln offene Landschaften und sind in Österreich sowohl im Flachland als auch im Ge birge auf Wiesen und Gräben, kleine Brachflächen und Rainen anzutreffen. Während der Brutzeit benötigen sie zudem eine vielfältige Krautschicht zur Nahrungs suche und einzelne Büsche oder Pfähle als Sitzwarten. „Diese vielfältigen Strukturen werden sukzessive zer stört oder beeinflusst!“, so Katharina Bergmüller von BirdLife Österreich.

Als Hauptursache des Wiesenvogelsterbens ist die in tensive Grünlandnutzung anzusehen. „Begann früher die Wiesenmahd erst zur Zeit der Hollerblüte, setzt heute die intensivierte und auf maximalen Ertrag aus

gerichtete Land- und Milchwirtschaft auf starke Dün gung sowie möglichst frühes und zu häufiges Mähen“, berichtet die Expertin. „Je nach Höhenlage beginnen da unsere Wiesenvögel gerade mit dem Nestbau oder ziehen ihre Jungen auf. Ein früher Wiesenschnitt führt zum Tod der Muttervögel, die während des Brütens ihr Nest erst im letzten Moment verlassen, oder der Jungvögel, die noch nicht flügge sind“, so Bergmüller. Zugleich führen starke Düngung und fehlendes Aussa men der Wiesenblumen zu einem massiven Biodiver sitätsverlust auf der Wiese und in weiterer Folge zum Aussterben der Blumen, Insekten und Vögel.

„Die Lage ist aber nicht hoffnungslos“, berichtet Katha rina Bergmüller: „Dem dramatischen Biodiversitätsver lust im Grünland kann entgegengewirkt werden! Wir brauchen bunte Blumenwiesen anstelle von Graswüs ten! Dies muss aber auch angemessen gefördert wer den, um die Landwirt:innen vom Zwang zu befreien, für das Überleben ihrer Grünlandbetriebe immer in tensiver wirtschaften zu müssen.“

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Foto: Johannes Hohenegger

KLEIN, LEICHT UND KOMPAKT!

DAS NEUE ATC/STC TELESKOP VON SWAROVSKI OPTIK

Wenn jedes Gramm zählt und doch jedes Detail ent deckt werden will, punktet SWAROVSKI Optik mit sei nem neuen ATC/STC Teleskop. Es ist in drei verschie denen Ausführungen erhältlich.

„Mit dem ATC/STC sprechen wir all jene Menschen an, deren Leidenschaft für die Natur sie in unwegsames Gelände, entlegene Gegenden und verschiedene Län der führt. Dabei legen sie hohen Wert auf ein kleines Packmaß und geringes Gewicht, ohne Kompromisse bei der Optik eingehen zu müssen“, erklärt Stefan Häm merle, Vorstand für Marketing & Sales bei SWAROVSKI OPTIK.

Große Leistung kompakt verpackt

Mit einer Länge von 258 mm/28 5mm ist das ATC/STC kleiner als eine DIN A4 Seite. Sein geringes Gewicht von weniger als einem Kilogramm (970 g/980 g) macht es auch für anspruchsvolle Touren und ausgiebige Rei sen zu einem passenden Begleiter. Eine der größten Herausforderungen für die Produktentwickler:innen beim Tiroler Familienunternehmen war, die hohe op tische Leistung in dieser Kompaktheit unterzubringen. Stefan Hämmerle erklärt stolz: „Optische Perfektion verpackt in ein kleines Produkt bedeutet große An strengung für unsere Optikrechner:innen sowie Kon strukteur:innen. Sie mussten die Grenzen der Physik beim ATC/STC wieder einmal bis auf das Letzte ausrei zen. Das Ergebnis ist großartig.“

Einfach zu bedienen

Doch das ATC/STC überzeugt nicht nur mit herausra gender Optik in SWAROVISION Qualität. Ein weiterer Mehrwert ist die praktische Bedienbarkeit. Eine Halb schale sorgt auch ohne Stativ für eine stabile Auflage des Teleskops und ermöglicht jederzeit ein ungestörtes Drehen des Fokussier- und Zoomrades. Im Lieferum fang enthalten ist ein Trageriemen für das Teleskop.

Kompatibel mit VPA

Wie die meisten Beobachtungsoptiken von SWA ROVSKI OPTIK ist auch das neue Kompaktteleskop mit dem Variablen Phone Adapter (VPA) einfach mit einem Smartphone zu verbinden. So können Beobachtungen sofort im Bild festgehalten werden

Das ATC/STC (17-40x56) gibt es in drei verschiedenen Ausführungen. Die Version mit Schrägeinblick (ATC) in Grün und Burnt Orange, die mit geradem Einblick (STC) in Grün. Das ATC/STC ist in einem Stück ver baut und kann nicht in Okular- und Objektivmodul getrennt werden.

Infos unter https://swarovs.ki/YX9D

Fotos: Swarovski

Land Steiermark baut Maßnahmen zum Wildtierschutz und der

Verkehrssicherheit weiter aus

Jährlich sterben österreichweit 100.000 Wildtiere bei Verkehrsunfällen. Auf die steirischen Landes- undGe meindestraßen entfallen im Schnitt 7.000 bis 8.000 Wildunfälle pro Jahr. Dabei betrifft dieüberwiegende Anzahl der Schadensfälle Rehe (ca. 98%). Um Perso nen- und Sachschäden zu vermeidenund dem Verlust von besonders geschützten Wildarten und unnötiges Tierleid zu vermeiden, hat die steirische Landesre gierung bereits 2014 beschlossen mit dem Projekt “Wildtierschutz und Verkehrssicherheit Steiermark“ landesweit Wildwarnreflektoren und andere Präventi onsmaßnahmenentlang von Jagdrevieren zu errichten. Die Initiative wurde im letzten Jahr neu beschlossen und biszum Jahr 2026 verlängert.Steiermarkweit kom men bereits jetzt 46.000 Wildwarnreflektoren zum Einsatz, diese warnen durchoptische oder akustische Signale das Wild vor herankommenden Fahrzeugen. Insgesamt wurden bisher236 Jagdreviere - aufgeteilt auf acht Phasen – mit entsprechenden Schutzmit teln ausgestattet.Die bisher 46.000 vom Land Steier mark angekauften Wildwarnreflektoren wurden zwei Dritteln vomStraßenerhaltungsdienst (STED) und zu je einem Sechtel von der Steirischen Jägerschaft und denJagdrevieren aufgestellt. So konnten mit diesjäh

rigen Stand steiermarkweit 687 (2021, 630Km)Stra ßenkilometer auf den Landesstraßen und weitere 26 Kilometer auf den Gemeindestraßen (2021,24Km) abgesichert werden. Wie im Vorjahr diente als Projekt träger die Land- und ForstbetriebeÖsterreichs, diese wurden dabei finanziell nicht nur vom Land Steier mark (Ressort Tierschutz 21.300,-Euro, Ressort Ver kehrssicherheit 16.300,- Euro), sondern auch von der Steirischen Landesjägerschaft(16.300,- Euro) unter stützt.Im heurigen Jahr wurden 23 weitere Jagdreviere erstausgestattet und 70 bereits bestehende, sogenann te,“Testreviere” nachgerüstet. So konnte der Stand der Wildwarnreflektoren um weitere 3.500 Stück(42.500 im Jahr 2021) erhöht worden. Neben neuesten opti schen und akustischen Anlagen kommenauch Duft stoffe und ökologische Begleitmaßnahmen zum Ein satz. Dadurch konnten abhängig von dereingesetzten Maßnahme durchschnittlich die Unfälle mit Rehwild um 30 % bis zu 70 % reduziertwerden. Zum Vergleich, in den Jahren 2017 und 2018 kamen noch im Schnitt noch 14.000 Wildtiereums Leben.

APP SOLL UNFALLMELDUNGEN VEREINFACHEN

Da die Dunkelziffer von Wildtierunfällen nach wie vor

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ein Problem darstellt braucht es leichtereMöglichkei ten einen Verkehrsunfall mit einem Reh oder einem Wildschwein zu melden.Zwar gibt es schon lange auf der Webseite der Steirischen Landesjägerschaft für Fahrzeuglenker einen10-teiligen Handlungsleitfaden um das richtige Verhalten im Falle eines Wildunfalles abrufen zukönnen. Trotzdem bemühen sich Projekt betreiber das Wildtierunfallsystem (WTUMS) zu ver einfachen,so wurde das Projekt “Wildtierschutz und Verkehrssicherheit Steiermark” um eine APP erweitert. Diese wurde vom Steirischen Jagdschutzverein Gleis dorf in Zusammenarbeit mit der Firma “Iteas”entwi ckelt. Dabei bietet sich Unfall- oder Fahrzeuglenkern via der WTUMS-App die Möglichkeit,einen Wildun fall oder aufgefundene tote und verletzte Wildtiere anonym oder mit Kontaktdaten zumelden. Wird eine Meldung abgesetzt, werden die Jäger in einem Um kreis von 20 Meter vom Unfallortmittels SMS benach richtigt. Dies ist insbesondere an Reviergrenzen für die Klärung derjagdrechtlichen Zuständigkeitsfrage von Vorteil. Der Jäger erfährt auf seinem Mobiltelefon dengenauen Unfall- oder Fundort des verletzten oder toten Wildtieres und kann diesen rasch und gezieltan fahren, da WTUMS auch über eine Kartenvisualisie rung verfügt.So sowohl lange Wartezeiten für Unfalloder Fahrzeuglenker, als auch auch das langwierige undschwierige Nachsuchen des verletzten oder toten Tieres durch die zuständigen Jäger vermieden wer den.Es wird dabei seitens der zuständigen Behörden betont, dass man damit den verunfallten verletzten Wildtieren unnötiges und langes Leiden erspart, denn dadurch werden Such- und Rettungsprozessbeschleu

nigt.Geplant ist, alle steirischen Jagdgesellschaften in das elektronische WTUMS einzubinden und einensich abwechselnden 24/7 Bereitschaftsdienst einzurichten. Die Zielgruppe sind dabei insbesondere Jäger, Einsatz kräfte wie die Polizei und beteiligte undbetroffene Bür ger (Unfall-oder Fahrzeuglenker). So soll Betroffenen und Tieren schnell und wirksamgeholfen und den ver antwortlichen Jägern bzw. der zuständigen Exekutive ein schnelleres Heranführenan die Unfallstelle ermög licht werden.Die Steiermark versteht sich dabei als Te stregion, sollte sich die WTUMS-APP bewähren,wäre es lautden den Entwicklern und Betreibern möglich das System bei enstprechendem Interesse auf ganz Österreich auszuweiten. Die Finanzierung des neuen Wildtierunfallmeldesystems wurde jeweils zueinem Drittel vom Land Steiermark (Ressort Tierschutz), der Steirischen Landesjägerschaft sowie demSteirischen Jagdschutzverein verein übernommen, die Kosten be liefen sich dabei auf 12.000,- Euro.

Quellen: https://www.verkehr.steiermark.at/cms/bei trag/12842957/31717860/ (2021)https://www.antenne.at/steier mark/wildunfaelle-in-der-steiermark (2019) https://www.jagd-stmk.at/handlungsleitfaden/wildunfall/

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Foto: Franz Reinthaler
LJM Franz Mayr-Melnhof-Saurau, (3.vl.), LH-Stv. Anton Lang (4.v.l.) mit den Partnern, die das Projekt so erfolgreich machen. Foto: Land Steiermark

Bergzebra

Mein Herz rast, der Schweiß läuft mir von der Stirn. Der Spurt bis zu diesem Baum, der auf der kargen Fläche weit und breit die einzige Deckung darstellt, ist nicht sonderlich weit, aber bei fast 30 Grad sehr kräftezehrend gewesen. Ich umfasse meine Tikka im Kaliber .375 H&H, streiche am Stamm an, zwinge mich, tief durchzuatmen, versuche den Pulsschlag zu beruhigen, was mir eher mäßig gelingt. Das Absehen findet sein Ziel und ich lasse fliegen…!

Ich bin in Afrika, genauer gesagt in Namibia – zu Recht das Jagdland Nummer eins bei den meisten deutschen Jägern, wenn es um Großwildjagd auf dem schwarzen Kontinent geht. Namibia fasziniert Touristen und Jäger gleichermaßen durch seine schier unendliche Weite,

die das genaue Gegenteil zu der Enge unserer heimi schen Reviere darstellt. Aber ich bin nicht als Tourist hier, nicht als Urlauber oder Trophäenjäger, sondern ich habe mich entschieden, hier für einige Monate meine Zelte aufzuschlagen. Ich residiere in einer Jagd- und Gästefarm, wo ich neben allen kleineren anfallenden Arbeiten hauptsächlich die Versorgung der Gäste, der Jäger und auch der Angestellten mit Fleisch übernom men habe, und das bedeutet keine Trophäenjagd, son dern reine Fleischjagd.

Der Besitzer der Farm hatte mich eingeladen, einige Monate auf diesem idyllischen, 18.000 ha großen Fle cken Erde in Zentralnamibia zu verbringen und ich hat te keine Sekunde gezögert dieser Bitte nachzukommen.

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TEXT & FOTOS: MAGNUS PELZ

Die Farm liegt in der Erongo-Region nordwestlich von Windhoek im Binnenhochland, das nach Westen hin durch die Namib und gen Osten durch die Kalahari begrenzt wird. Die Landschaft hier ist sehr abwechs lungsreich und geprägt von hohen Bergketten und breiten Tälern, schroffen Felsen wie auch weiten, mit Dornbüschen besetzten Ebenen. Eine Landschaft, wie sie nicht schöner sein kann – die Heimat des Bergze bras.

Es ist Mittwochvormittag, als ich mit dem Farmver walter zusammensitze und er mir mitteilt, dass uns das Zebrafleisch ausgeht. Er bittet mich, noch an die sem Nachmittag auf die Jagd zu gehen. Wir diskutie ren noch über das Wie und Wo und haben uns gerade auf einen Ansitz am Wasserloch – es ist Trockenzeit und der letzte Regen liegt 7 Monate zurück – als die wohl vielversprechendste Jagdart für heute geeinigt, als Thomas, ein Gast auf der Farm, an uns herantritt und darum bittet, mich begleiten zu dürfen. Norma lerweise versuche ich es weitgehend zu vermeiden, Nichtjäger zu einer Ansitzjagd mitzunehmen, da mich die Erfahrung aus dem heimischen Revier gelehrt hat, dass diese in den seltensten Fällen still sitzen, die rich tige Kleidung tragen. Sehr häufig lassen sie auch den Ehrgeiz und das Durchhaltevermögen vermissen, das beim Ansitzen erforderlich ist, will man denn Anblick haben. Aber in diesem Fall liegen die Kar ten anders. Der Gast ist routinierte Paint ballspieler und so habe ich keinerlei Beden ken und stimme zu. Zebras kommen in der Regel eher am Abend oder auch während der Nacht zum Wasser zum Schöpfen und so verabreden wir uns für 16 Uhr, um dann gemeinsam hinauszufahren und bis zur Dunkelheit, die um diese Jahreszeit gegen 19:30 Uhr einsetzt, anzusitzen.

In meinen Dienstgeländewagen, einen Pick-Up des indischen Herstellers Mahin dra, habe ich schnell eine Kühltasche ge laden; das Gewehr ist sicher verstaut, die Munition überprüft und so machen wir uns am Nachmittag auf den holprigen Weg – von den Namibianern liebevoll „Pads“ ge nannt – zu einem ca. 6 km entfernten Was serloch, mitten auf der ehemaligen Überflutungsfläche eines alten Damms gelegen, der allerdings schon seit Jahrzehnten nicht mehr benutzt wird, in den jedoch in liebevoller, aber schwerer Arbeit ein geräumiger An sitzbunker gebaut wurde.

Die hier vorkommenden Zebras gehören zur Art der Bergzebras (Equus zebra), die sich durch etwas längere Ohren, schmalere Hufe und das Fehlen der sogenann ten Schattenstreifen von den in Ost- und Südostafrika lebenden Steppenzebra (Equus quagga) unterscheiden.

Der Biologe kennt zwei Unterarten des Bergzebras, zum einen das Kap-Bergzebra (Equus zebra zebra), welches

in der Kap-Region Südafrikas beheimatet ist, und zum anderen das Hartmann-Zebra (Equus zebra hartman nae), welches nach dem deutschen Forschungsreisen den Georg Hartmann (1865–1946) benannt wurde und in den Berg- und Hügelregionen Namibias vorkommt. Bergzebras erreichen bei einer Schulterhöhe von 1,20 bis 1,50 m und einer Länge von ca. 2,20 m ein Ge wicht von durchschnittlich 260 bis 370 kg. Das Hart mann-Zebra ist im Schnitt etwas größer und hat etwas schmalere schwarze Streifen als das Kap-Bergzebra. Die erste Stunde verstreicht, ohne dass wir auch nur ein einziges Stück Wild zu Gesicht bekommen haben –zu heiß brennt noch die Sonne auf die vor uns liegende Fläche, die außer dem Wasserloch nur einen einzigen Baum zu bieten hat, der Schatten spenden könnte. Aber um diese Uhrzeit hatten wir sowieso noch nicht mit Wild gerechnet. Gegen 18 Uhr die erste Bewegung: Eine Riesentrappe stolziert langsam und majestätisch von links auf das Wasserloch zu. Dieses Tier – einer der größten flugfähigen Vögel der Welt – ist quasi ein alter Bekannter, da es mir bei fast jedem meiner Ansit ze an diesem Wasserloch die Zeit vertreibt. Langsam wird es kühler und daher interessant am Wasserloch. Eine kapitale Warzenschweinbache erscheint, sichert lange und geht dann, wohl weil ihr die Situation nicht ganz geheuer ist, mit steil aufgestelltem Schwanz zügig

ab. Bewegt sich da etwas am gegenüberliegenden Rand der Freifläche? Ich nehme mein Fernglas, beobachte die Büsche dort in ca. 200 m Entfernung! Tatsächlich, dort sehe ich, zunächst noch fast völlig von der Vegeta tion verdeckt, etwas in Schwarz und Weiß. Nach kurzer Zeit tritt dieses Tier nach kurzer Zeit aus – eine Oryx ist es, eine junge Kuh, die sich langsam zum Wasser bewegt. Sehr vorsichtig, immer wieder sichernd, nä hert sie sich, wohl wissend, dass ihr neben dem Jäger auch der Leopard nachstellt. Scheinbar endlos lange braucht sie bis zum Wasser, dann schöpft sie kurz, um sich schnell wieder zu entfernen. Es kehrt wieder Ruhe

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ein am Wasserloch. Die Stille wird nur durch das Ru fen der Kapturteltauben durchbrochen, die sich in dem großen Baum niedergelassen haben, und so sitzen wir und warten. Endlos langsam scheint die Zeit zu verge hen, aber nichts passiert. Immer wieder glase ich die gegenüberliegende Buschgrenze ab in der Hoffnung, ein Stück Wild zu entdecken, das sich dort eingestellt hat, aber vergeblich – nichts ist zu sehen. Direkt vor unserem Fenster stehen einige hohe Grashalme, die für eine Schussabgabe zwar nicht wirklich störend wir ken könnten, beim Abglasen aber ab und zu die Sicht nehmen, und ich bitte Thomas, mich nachher beim Gehen daran zu erinnern, diese dann noch schnell wegzuschneiden. Es ist inzwischen halb acht und die Sonne zu einem großen roten Ball geworden, der links von uns knapp über dem Horizont steht, bereit, den Tag ausklingen zu lassen und das Geschehen den nachtaktiven Tieren zu überlassen. Uns bleiben noch etwa 30 Minuten bis zur völligen Dunkelheit. Die Dämmerung in Namibia kommt schnell und da wir unseren Geländewagen etwa einen Kilometer entfernt geparkt haben, packen wir so langsam unsere Sachen zusammen und brechen den Ansitz ab. Ein letzter Blick aus dem Kanzelfenster –nichts! Wir verlassen den Bunker und während ich mal eben austrete, zündet sich Thomas seine langersehnte Zigarette an. Die Kühlbox geschultert machen wir uns auf den Weg zum Auto, als Thomas plötzlich stehen bleibt und mir sagt, dass ich doch noch die Grashalme vor dem Fenster des Ansitzbunkers entfernen wollte. Ich lasse also meinen Rucksack bei Thomas, gehe zu rück zum Bunker und rupfe die Büschel Gras vor dem Fenster weg. Grade will ich mich wieder auf den Weg machen, als mir noch der Gedanke kommt, schnell das Wasserloch auf den Wasserstand hin zu kontrollieren. Ich schlendere leicht gedankenverloren über die gro ße Freifläche darauf zu, als ich plötzlich erstarre: Mir entgegen zieht – ebenfalls auf dem Weg zum Wasser loch – ein Zebra. Einzeln gehende Zebras sind mit fast 100%iger Wahrscheinlichkeit alte männliche Stücke, die von einem jüngeren Hengst aus der Herde vertrie ben worden sind und nun als Einzelgänger bis zu ihrem Lebensende umherziehen. Auch der massige Träger und das eher kurz wirkende Haupt sprechen eindeutig dafür, dass mir hier ein alter Hengst gegenübersteht. Ich blicke mich um, entdecke aber im weiten Umkreis absolut nichts, was mir als Deckung dienen könnte, so dass ich versuche, möglichst lautlos zu Boden zu gleiten. Langsam ziehe ich das Gewehr vom Rücken und bin heilfroh, dass ich das nicht auch wie meinen Rucksack bei Thomas zurückgelassen habe. Der Hengst steht spitz, ist auf ca. 130 m Entfernung stehengeblie ben. Das Haupt erhoben sichert er zu mir herüber. Hat er mich entdeckt? Wundern würde es mich nicht, sitze ich doch mitten auf einer freien Fläche. Es scheint, als wäre er unschlüssig, macht aber doch ein paar weitere

Schritte auf mich zu. Ich stütze meine Ellenbogen im Sitzen auf meine Knie ab, ziele sorgfältig und schieße, als ich gut drauf bin, auf den Stich. Zunächst geschieht nichts, dann taumelt der Hengst etwas, schwankend dreht er sich um und zieht langsam davon, stellt sich aber nach 30 m hinter einem Busch ein. Ich renne los, auf den einzigen Baum zu, der zwischen mir und dem Zebra steht, erreiche ihn nass geschwitzt, denn die Temperatur ist auch jetzt kurz vor der Dunkelheit noch sehr hoch. Ich streiche am Baumstamm an, ziele auf den Träger - im Schuss bricht der Hengst verendet zusammen. Keine 20 Sekunden hat das alles gedau ert und ich bin absolut überwältigt von dieser völlig unerwarteten Jagd und ihrem positiven Ausgang. Ich richte mich auf und erschrecke nicht schlecht, als Tho mas plötzlich direkt hinter mir steht. „Gott, wie bist du denn hierher gekommen?“ frage ich ihn. „Nun, ich wollte nur mal sehen, wo du so lange bleibst, und als ich über den Damm auf die Freifläche schaute, war das genau der Moment, in dem du dich hingesetzt hast“, sagt er mir. „Da bin ich natürlich auch in Deckung ge gangen, obwohl ich das Zebra überhaupt noch nicht gesehen habe. Und als du nach dem Schuss dann los gerannt bist, bin ich in alter Paintball-Manier unauffäl lig hinter dir her gespurtet und hab immer schön die Deckung des Baumes ausgenutzt“. Wir müssen beide lachen. Um uns herum ist es dunkel geworden. Das al les hätte keine Minute später passieren dürfen. Manchmal sind es einfach die Zufälle, die bei einer Jagd den Erfolg bringen.

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Mein einheimischer Jagdführer Paul. Ein begnadeter Fährtenleser mit den Augen eines Adlers.

Es ist inzwischen Anfang Januar und die sporadischen, aber teilweise heftigen Regengüsse, die als Vorboten die bevorstehende Regenzeit ankündigen, haben das ausgedörrte Land bereits innerhalb weniger Tage in ein grünes Paradies verwandelt. Dem Jäger bietet sich nun eine ganz andere Ausrichtung der Jagd. Überall ha ben sich kleine Tümpel gebildet und die Ansitzjagd am Wasserloch ist der deutlich anstrengenderen, aber viel reizvolleren und auch anspruchsvolleren Pirsch gewi chen. Die Vegetation ist inzwischen so dicht, dass die Sicht oft nur einige Meter beträgt. Dies ist die Zeit des „Track and Stalk“, also des Findens und Ausgehens einer Fährte. Für das europäische Auge ist es fast unmöglich, im rötlichen Sand nicht nur Fährten zu finden, son dern diese auch zu lesen. Gänzlich unmöglich ist für mich, anhand dieser meist verschwommenen Abdrü cke Alter und Geschlecht der Wildart bzw. Zeitpunkt des Durchziehens zu bestimmen und so werde ich von Paul, dem einheimischen Jagdführer auf der Farm, einem hoch gewachsenen Mann vom Stamm der Da mara, begleitet. Paul ist für mich ein Phänomen! Mit einer schlafwandlerischen Sicherheit deutet er nicht nur Fährten, sondern sein Sehvermögen scheint auch dem eines Adlers nicht unähnlich. Einmal, wir waren wieder auf der Pirsch, deutet er auf eine freie Fläche

etwa 700 m von uns entfernt und sagt: „Xaib“, wie der Kudu auf Damara heißt! Nur mit Mühen sehe ich über haupt den kleinen, schwarzen Punkt, den er meint – einen Kudu erkenne ich beim besten Willen nicht. Und um mich noch mehr zu verwirren, ergänzt Paul: “Ein junger Bulle“! Ich nehme mein Gewehr, um mir den „Klumpen“ mal bei 8-facher Vergrößerung durchs Zielfernrohr zu betrachten. Immerhin erkenne ich nun wenigstens, dass es sich tatsächlich um einen Kudu handelt, mehr ist allerdings für mich auch durch das Zielfernrohr nicht zu sehen. Als wir uns 20 Minuten später dem Kudu auf 100 Meter genähert haben, er kenne auch ich endlich die beiden, noch fast geraden und nur 25 cm hohen Hörner – tatsächlich ein junger Bulle. Wie Paul das allerdings aus dieser großen Ent fernung mit bloßem Auge gesehen hat, bleibt mir ein Rätsel.

Aber heute gilt die Jagd wieder dem Bergzebra, das für mich eines der interessantesten und schönsten Tiere des afrikanischen Kontinents darstellt und mir wohl auch deshalb immer als besonders exotisch in Erin nerung bleibt. Mit unserem Mahindra Pick-Up fahren wir diesmal in den westlichen Teil des Farmlandes, wo die leicht wellige Landschaftsform oft durch große und hohe Felsformationen aufgelockert wird. Ein idealer

Lebensraum für Bergzebras, die sich einerseits in die höher gelegenen Regionen dieser Bergformationen zu rückziehen, andererseits aber auch die jetzt entstande nen kleinen Pfützen und Tümpel der Ebene gut errei chen können.

Schon nach kurzem Fußmarsch – den Wagen haben wir nach 4 km abgestellt, um zu Fuß weiter zu pirschen – kreuzen wir die Fährte einer größeren Herde Zebras. Während ich noch das Wirrwarr und Durcheinander der Hufabdrücke zu ordnen versuche, legt Paul sich bereits auf sieben Exemplare fest. Eine Herde dieser Größe wird mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit von einem älteren Hengst angeführt und einen solchen wollen wir heute erlegen. Die Spuren sind noch frisch und lassen auf ein eher gemütliches Tempo der Tiere schließen und so entscheiden wir uns, den Fährten zu folgen. Ich trage das Gewehr, Paul den Wasservorrat und so machen wir uns auf den Weg. Wir folgen der Fährte einige Kilometer und fast vergesse ich in die ser herrlichen Landschaft, dass ich schon in einigen Tagen wieder im Flugzeug nach Deutschland sitzen werde, wo mich – ich bin von Freunden und Familie informiert – der strengste und schneereichste Winter seit mehreren Dekaden erwarten wird. Ein grotesker Gedanke, rinnt mir doch grade bei fast 34 Grad und ei ner seit dem Beginn der Regenzeit stark angestiegenen Luftfeuchtigkeit der Schweiß von der Stirn. Eine Be wegung knapp 100 m vor uns reißt mich aber aus den Gedanken und holt mich ins Hier und Jetzt zurück! Haben wir die Herde bereits jetzt eingeholt? Nein, vor uns stehen drei Warzenschwein-Überläufer im Schat ten unter einem Busch. Wind haben sie keinen von uns bekommen und da ihr Sehvermögen im Vergleich mit den afrikanischen Antilopen eher gering ist, haben sie uns auch nicht eräugt. Was tun? Wir wissen nicht genau, wie weit wir noch von den Zebras entfernt sind und drei flüchtende Warzenschweine können leicht eine Herde Zebras mit sich in die Flucht ziehen. Nach kurzer Beratung entschließen wir uns, die urigen Tie re unter ihrem Busch rechtsherum im Halbkreis zu umschlagen und hoffen, die Zebrafährten auf der an deren Seite wiederzufinden. Wir pirschen also weiter, weg vom Zebrawechsel durch jetzt doch eher dichten Busch, bleiben unentwegt an den mit Widerhaken be setzen „Wait-a-bit“-Büschen hängen, die ihren Namen absolut zu Recht tragen. Nur langsam kommen wir hier vorwärts, aber nach wenigen 100 m stehen wir wieder vor unseren Zebraspuren und können die Verfolgung auf dem Wechsel nun wieder zügiger aufnehmen. In zwischen sind wir wohl schon 10 km gelaufen, als wir ca. 300 m vor uns zum ersten Mal das schwarz-weiß gestreifte Hinterteil eines Zebras zu Gesicht bekom men. Jedoch nur für eine Sekunde und dann ist es auch schon wieder in der dichten Vegetation verschwunden. Aber wir sind also dicht dran, wir haben sie eingeholt. Noch vorsichtiger als ohnehin schon folgen wir jetzt

gebannt den Fährten der Herde, die gradewegs auf eine kleine Felsformation zusteuert, um kurz davor links an ihr vorbeizuziehen. Das ist unsere Chance – wir müssen es schaffen, unbemerkt den felsigen Hügel zu erklimmen, ohne von der Herde entdeckt zu werden, um von dort oben einen guten Blick über die dahinter liegende Ebene und hoffentlich auch auf die Zebras zu haben. Der Anstieg ist relativ kurz, aber hat es in sich! Bei diesen Temperaturen gerät ja schon jede norma le Bewegung zur Anstrengung und als wir nach 300 m knapp unterhalb der Hügelspitze stehen, sind wir schweißgebadet. Hemd und Hose kleben förmlich an mir und aus den Augenwinkeln sehe ich, dass es Paul nicht viel anders geht. Wir schnaufen kurz durch, trin ken noch einen letzten Schluck Wasser aus der Feld flasche und nehmen dann die letzten Meter bis zur Spitze in Angriff. Die Aussicht, die uns dort erwartet, ist schlichtweg atemberaubend. Unter uns liegt eine endlos scheinende weite Ebene die durch viele mäch tige Felsen und steile Hügel – Maulwurfshaufen unse rer heimischen Vorgärten nicht unähnlich - durchzo gen ist. Gerade zu dieser Jahreszeit setzt sich das Grau der Felsen besonders schön von dem frischen Grün der Büsche ab und bildet so einen malerischen Kontrast. Viel Zeit zum Schwärmen bleibt uns indes nicht, wir müssen die Herde finden. Und tatsächlich – 180 m vor uns ziehen sieben Zebras langsam über die Ebene. Unterscheiden sich Hengst und Stute optisch nicht wirklich signifikant und sind, wenn man sie einzeln vor hat, nicht gerade einfach anzusprechen, so verrät sich der Hengst recht eindeutig durch sein Verhalten in der Herde, da er fast immer am Ende zieht, oft stehen bleibt, sichert und rückwärts äugt. So können wir auch jetzt den Hengst einwandfrei ansprechen – ein großes, gedrungen wirkendes Zebra mit massigem Träger. Die Tierkörper sind immer wieder von Büschen verdeckt, tauchen vereinzelt in den Lücken der Vegetation auf. Ich klettere auf einen Felsvorsprung, nehme meinen Rucksack als Unterlage und mache mich schussfertig. Als der Hengst über eine kleine, unbewachsene Fläche zieht, ist mein Absehen auf dem Blatt und ich schie ße. Im Knall bäumt sich der Hengst auf, bockt einige Male, dreht sich um die eigene Achse und galoppiert los. Gut können wir seinen Weg über die Ebene von unserer erhöhten Position verfolgen und sehen, wie er nach 300 m langsamer wird und schließlich verendet zusammenbricht. Ganz allmählich löst sich bei uns die Anspannung, ich sehe Paul, der über das ganze Gesicht strahlt, und wir gratulieren uns zur gelungenen, span nenden Pirsch und zum Weidmannsheil, das uns be schieden war.

Welch ein krönender Abschluss eines 3-monatigen Aufenthalts in diesem wunderschönen Land, der mir ganz sicher nicht nur aus jagdlicher Sicht immer in Er innerung bleiben wird!

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Dennoch hat der Grenadier auch viel Komfort und technische Feinheiten zu bieten. Auf ins Gelände, da macht dem Grenadier niemand etwas vor!

Hier regiert der GRENADIER!

Zwischen Chic und Unverwüstlichkeit. Der Innenreaum des Grenadier

Das ist doch mal ein Geländewagen! Der Ineos Grenadier macht im Gelände eine überaus gute Figur. Man hat das Gefühl, dass man mit dem Grenadier über Stock und Stein fahren kann, ohne dass es zu großen Problemen kommt. Der Grenadier zieht schwere Lasten, bietet großzügige Transportmöglichkeiten, er kann nahezu auf Berge klettern und ist alles in allem der ultimative Lastenträger. Der 3,0 l große Grenadier-Motor geht mit 286 PS (210 kW) ins Rennen und kennt nahezu kein unüberwindbares Hinder nis. Im Gegensatz zu den meisten großen SUVs mit Gelän dehintergrund und mit vielen technischen Finessen, setzt der Grenadier auf Gefühl. Er wühlt sich auch durch extre men Schlamm, wo andere längst steckenbleiben. Auch im Inneren unterscheidet sich der Grenadier von anderen Geländewägen. Wenn man einsteigt, ist man überrascht. Auf der einen Seite erinnert vieles im Cockpit an den Defender, auf der anderen Seite wirkt der Grenadier trotz Touchscreen in der Mittelkonsole und all den digi talen Instrumenten durch die charmante Robustheit wie ein Baufahrzeug. Man hat spürbar Platz und man kann den Laderaum individuell gestalten. Die Leiter aufs Dach, auf dem man sperriges Openair-Gepäck unterbringen kann,

erinnert wiederum an einen typischen Land Rover. Aber dem Grenadier geht es nicht um Nachahmung, der Grenadier geht trotz einiger Gemeinsamkeiten mit ande ren Geländewägen eigene Wege. Optisch ist der Grenadier auf jeden Fall ein Hingucker. Das liegt auch an den kreisrun den LED-Scheinwerfern, die für eine emo tionale, optische Performance sorgen und im Außenauftritt eine Haupt- rolle spielen. Die Fahrleistungen sind auch nicht ohne. Die 286 PS (210 kW) bringen das Fahrzeug in 8,6 Sekunden von 0 auf 100 km/h. An Höchstgeschwindigkeit schafft der Geländewagen gute 160 km/h. Was den Verbrauch angeht, kann man beim Benziner mit fast 14 Litern auf 100 Kilometer rechnen und beim Diesel mit rund 10,3 Liter pro 100 Kilometer. Großartige Fahr werkabstimmung, perfekt funktionierende Automatik, ein Lenkrad, dass einem ver mittelt, man habe den 2,5 Tonnen schwe ren Geländewagen absolut gut und sicher in der Hand, sind weitere Pluspunkte des außergewöhnlichen Gelände-SUV.

Der Grenadier ist auf Langlebigkeit angelegt, also eine gute In ves- tition. In der Stadt ist der Grenadier hilfreich bei großen Einkäu- fen, über Land ist er ein überzeugender SUV mit viel Komfort und im Gelände der Star. Für Jäger, Förster, Landwirte, aber auch für Abenteurer, für Fischer oder für Leute die extreme Sportarten be- treiben und ihr Surfbrett oder ihre Ski transpor tieren müssen, für sie alle hat der Grenadier die richtige Ant wort parat: Besser geht Geländewagen in diesem Preissegment nicht - denn hier regiert der Grenadier.

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JAGDEDITION

MITSUBISHI UNBESIEGBAR

„Eclipse“ war ein englisches Vollblutpferd, in Rennen unbesieg bar. Die japanischen Autohersteller mögen es, ihre Modelle mit Pferdenamen zu versehen. Nun, der neue Mitsubishi Eclipse Cross nimmt zwar nicht an Autorennen teil, aber als Plug In Hy brid ist der Wagen irgendwie auch unbesiegbar.

Ganz auf den guten alten Verbrennungsantrieb hat man beim neu en Mitsubishi Eclipse Cross nicht verzichtet. So sorgt ein 2,4 Liter Benzinmotor mit zwei Elektromotoren vorne und hinten für die nötige Power, die ein Auto, dass den Namen eines unbesiegbaren Pferdes trägt haben muss. Der Benzinmotor hat 98 PS, der E-Motor vorne 82 PS und hinten 95 PS, als Systemleistung werden 188 PS angegeben. Rein elektrisch schafft es der Mitsubishi Eclipse Cross auf rund knapp 50 Kilometer, an Höchstgeschweindigkeit sind 162 km/h drinnen und der Sprint von 0 auf 100 km/h wird in 10,9 Sekunden geschafft. Und kommt jetzt die Besonderheit die den Mitshubishi unschlagbar macht: Die Motoren sind so angelegt, dass man in erster Linie Benzin spart und dass der 13,8 kWh großer Lithium-Ionen-Energiespeicher den SUV laut NEFZ-Zyklus bis zu 61 Kilometer weit rein elektrisch fahren lässt. Normalerweise schaltet sich schon bei 45 Kilometer der Benzin motor zu und wenn man viel aufs Gas steigt, vielleicht noch frü her. Man sollte die Batterie am besten so oft wie möglich aufladen, wenn gleich der Vorgang kompliziert klingt:

DC-Schnellladen kann man den Akku des Mitsubishi per japani schem und bei uns wenig verbreitetem Chademo-Stecker. AC-La den funktioniert dagegen über den klassischen Typ-2-Stecker für Wallboxen und „normale“ Ladesäulen, das allerdings nur einpha sig und deshalb dauert es deutlich länger, je nach Anschluss gibt Mitsubishi vier (16 Ampere) bis sechs Stunden (10 Ampere) an.

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TEXT & FOTOS: CHRISTIAN HUEMER Das Cockpit ist zeitgemäß eingerichtet. Navi, Infotain ment sind über den Touchscreen bedienbar. Wildwanne und Multimatte sowie der Dachträger sind Teil der JAGD EDITION Petra von der Jagdschule Hirschenhof ist begeistert vom Mitsubishi Eclipse Cross PHEV

An einer herkömmlichen Haushaltssteckdose (Schuko mit 2,3 kW) vergehen mit dem serienmäßigen Ladeka bel circa sechs Stunden, per optionalem Mode-3-Kabel an einer Wallbox sowie an öffentlichen Ladepunkten mit bis zu 3,6 kW dauert der Ladevorgang circa vier Stunden.

Cool und geradezu genial ist die 230-Volt-Anschluss buchse im Kofferabteil. Es lassen sich alle möglichen Elektrogeräte anschließen, wie zum Beispiel eine elek trische Säge oder anderes Handwerkszeug. Denkbar wäre auch Party-Equipment wie ein Kühlschrank und ein Mixer. Hier kann der Besitzer seiner Fantasie zur Freizeitbeschäftigung freien Lauf lassen. In einem ext remen Notfall, kann man sich aus dem Auto mit Strom versorgen. Ein Voller Tank reicht für eine Woche.

Schauen wir kurz ins Auto: Das Cockpit ist zeitgemäß eingerichtet, für den Fahrer steht für Navi, Radio und Infotainment der übliche Touch-Screen bereit. Die Ja paner haben aber auch nicht auf Knöpfe, Tasten und Drehregler verzichtet. Die Platzverhältnisse sind in Ordnung, batteriebedingt ist dafür der Platz im Koffer raum enden wollend. Das Fahren ist sehr angenehm, das Hybridsystem funktioniert reibungslos. Der Wa gen liegt gut in der Hand und man fühlt sich schnell wohl.

Fazit: Auf den Mitsubishi Eclipse Cross muss man sich einlassen, das System beherrschen. Wer die Ladekabel öfters auspackt, der sorgt dafür, dass das Hybrid-System Sinn macht und die E-Reichweite voll ausnützt. Ein spannendes Auto, Kennenlernen lohnt sich.

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Die Selbstheilungskräfte von Wildtieren

Um diesen Umstand näher beleuchten zu können, müssen wir uns einmal mit der Entstehung eines Or ganismus und mit der Differenzierung der Zellen im Rahmen der embryonalen Entwicklung beschäftigen. Im Zuge dieses Prozesses entstehen aus einer einzigen Zelle, bei der geschlechtlichen Vermehrung ist das die befruchtete Eizelle, eine Vielzahl unterschiedlichs ter teilweise höchst spezialisierter Zellen. Relativ am Anfang der embryonalen Entwicklung bilden sich plu ripotente Stammzellen, welche die Fähigkeit haben, sich zu teilen und erst danach zu einem spezifischen

Dr. Peter Gumbsch

ie Kraft zur Selbstheilung ist ein Spezifikum im Tier- und Pflanzenreich, das einen biologischen Organismus von technischen Maschinen un terscheidet. Möglich gemacht wird dieses Phänomen durch die Fähigkeit einzelner Zellen, sich einerseits zu regenerieren und andererseits zu teilen und sich so zu vermehren und neues Gewebe zu bilden. Dadurch kön nen Verletzungen oder Krankheiten, die mit dem Ver lust oder Untergang von innen- oder außenliegenden Gewebe verbunden sind, ausheilen.Zelltyp zu differenzieren. Eine dieser geteilten Zellen bleibt weiterhin eine Stammzelle, die andere differen ziert sich weiter. Diese Stammzellen befinden sich im fertigen Organismus beispielsweise im Knochenmark und bilden einen Schwerpunkt in der heutigen medizi nischen Forschung. Je weiter die Differenzierung einer Zelle fortgeschritten ist, desto geringer ist dann auch die Fähigkeit dieser Zelle, durch Teilung andere Arten von Zellen hervor zu bringen. In weiterer Folge entste hen durch Teilung von beispielsweise Leberzellen nur mehr andere Leberzellen und aus Knochen- nur mehr Zellen dieses Zelltyps. Die gesamte genetische Infor mation des Individuums ist zwar weiterhin in allen dif ferenzierten Zellen des Körpers enthalten, allerdings sind in den einzelnen Zellen nur die für den jeweiligen Zelltyp relevanten Gene aktiv, um beispielsweise spe zifische Enzyme oder Botenstoffe zu generieren.

Wie umfangreich die Kraft zur Selbstheilung ausge prägt ist, hängt daher ganz entscheidend mit der Art und Ausdifferenziertheit der geschädigten Zellen zu sammen. Unter Wundheilung beispielsweise versteht

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Text Peter Gumbsch © iStock_VitaSerendipity
Foto: D Abdruck mit freundlicher Genehmigung des Steirischen Aufsichtsjägerverband

man die Fähigkeit von Gewebe, Zusammenhangstrennun gen wieder zusammen zu führen und sogar zerstörtes Ge webe zu ersetzen. Dabei unterscheidet man verschiedene Phasen. Zuerst kommt es nach dem Trauma zu einer loka len Entzündung, im Zuge derer sich auch verschiedene Aus flüsse wie seröse Flüssigkeiten oder Eiter bilden können. In der Granulationsphase versucht der Körper dann verloren gegangenes Gewebe zu ersetzen, das dann in der Regenera tionsphase wieder von Epithelgewebe, beispielsweise Haut oder Schleimhaut, überwachsen wird. Da es sich bei Verlet zungen aber in der Regel um ausdifferenziertes geschädigtes Gewebe handelt, können aus Hautzellen nur Haut, aus Bin degewebszellen nur Bindegewebe und aus Muskelzellen nur Muskulatur gebildet werden. Wie stark die Fähigkeit zur Wundheilung oder auch zur Selbstheilung von erregerbedingten oder tumorösen Erkran kungen ausgeprägt ist, hängt ganz stark mit dem Immun system zusammen. Hierbei unterscheidet man zwischen der angeborenen bzw. unspezifischen und der sich anpassen den bzw. spezifischen Immunabwehr. Zur angeborenen oder unspezifischen Abwehr, die schon sehr früh in der Entwick lung von Lebewesen entstand, gehören anatomische Bar rieren wie Haut oder Schleimhaut, die das Eindringen von Fremdstoffen und Erregern verhindern. Auch die Phagozytose, also die Aufnahme von Fremdpartikeln durch spezielle Zellen, entzündliche Reaktionen allgemein oder das Komplementsys tem, das Krankheitserreger gegenüber anderen Komponenten des Immunsystems kennzeichnet, gehören zur unspezifi schen Immunabwehr. Diese angeborene Immunantwort fin det innerhalb von Minuten statt und ist in allen Zellen des Körpers genetisch festgelegt. Im Gegensatz dazu entwickelte sich das adaptive (sich anpassende) bzw. spezifische Immun system erst später in der Stammesgeschichte der Wirbeltiere. Es weißt eine extrem hohe Anpassungsfähigkeit an neue oder sich verändernde Krankheitserreger auf, benötigt dafür aber mit bis zu 14 Tagen eine sehr viel längere Reaktionszeit. Dieses spezifische Immunsystem besteht aus verschiedensten wei ßen Blutkörperchen (z.B. Körnchenzellen, Riesenfresszellen, Killerzellen, T- und B- Lymphozyten) sowie aus verschiede nen Eiweißstoffen wie Antikörper oder Interleukine. Es bildet nach einer durchgemachten Infektion auch Gedächtniszellen aus, die bei einer nochmaligen Infektion zu einer rascheren spezifischen Immunantwort führen. Erst das gut koordinierte Zusammenspiel zwischen dem angeborenen und dem spezifi schen Immunsystem ermöglicht eine komplexe und effektive Immunreaktion des Körpers.

Unter natürlichen Umständen ist das Immunsystem eines Individuums gut entwickelt und damit in der Lage, eine gute Selbstheilungskraft zu entwickeln. Wichtig ist dabei festzu stellen, dass eine Selbstheilung immer nur bei akuten Ver letzungen oder Erkrankungen eintreten kann. Ist einmal ein chronisches Stadium eingetreten (der Begriff chronisch bedeutet sich langsam entwickelnd, schleichend, von lan ger Dauer), kommt es in der Regel zu keiner Selbstheilung mehr und bedarf, wenn überhaupt heilbar, einer medizini

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schen Intervention. Beispielsweise kommt es bei einer chro nischen Verletzung, bei der es in der Granulationsphase der Wundheilung zu einer Wucherung von wildem Fleisch kommt, zu keiner Epithelisierung der Wunde und damit zu keiner Ab heilung. Auch können Erkrankungen wie beispielsweise chro nische Pansenazidose oder chronische Gamsblindheit nicht mehr von selbst abheilen. Ursachen für das chronisch Werden einer Verletzung oder Erkrankung sind sehr oft immunsup pressive Faktoren wie Alter, innerartlicher Stress, hoher und andauernder Erregerdruck oder nicht artgerechte Ernährung bzw. Fütterung. Eng verbunden mit der Selbst- bzw. Spontanheilung von Ver letzungen ist auch immer der Faktor Schmerz. Dass höher entwickelte Tiere in der selben Weise Schmerzen empfinden können wie der Mensch ist unbestritten und vielfach belegt, verfügen sie doch über das gleiche Nervensystem und die gleichen damit verbundenen biochemischen Reizleitungsvor gänge. Vergleicht man aber den Grad der Schmerzempfindung

eines Menschen mit jenem mancher Tiere, muss man zum Schluss kommen, dass diese Tiere entweder schmerztoleranter sind oder mit Schmerz aus Überlebensfragen besser zurechtkommen als der Mensch. Eine Frak tur großer Knochen führt beim Menschen in der Regel zu einer umgehenden Bewegungs unfähigkeit. Wild- und auch Haustiere sind nach derartigen Verletzungen aber sehr wohl in der Lage, sich weiter fortzubewegen, damit weiter Nahrung aufnehmen zu können und dann in weiterer Folge durch Selbstheilung das Überleben zu ermöglichen. So mancher Hegeabschuss offenbart hier bewunderns werte Fähigkeiten, wie Wildtiere mit oft um fangreichen und sehr schweren Verletzungen oder Wunden umzugehen vermögen.

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Aber wie gesagt, bei höher entwickelten Organis men hängt die Fähigkeit zur Selbstheilung immer von der Ausdifferenziertheit des betroffenen Ge webes ab. Das Nachwachsen beispielsweise ganzer Gliedmaßen ist bei Säugetieren daher nicht mög lich. Die Natur bringt aber immer wieder erstaun liche Fähigkeiten von Tieren zur Regeneration von Gewebe und Organen ans Licht, von der wir Men schen nur träumen können. Bei einem Axolotl, einem Lurch aus Mexiko, können beispielsweise ganze Gliedmaßen (und das bis zu 5 mal) und auch Teile von komplexen Organen wie Augen, Kieme nästen, Herz und sogar bis zu einem Drittel des Gehirns nachwachsen. Der Axolotl befindet sich zeitlebens im Larvenstadium und verfügt über ei nes der größten bisher entschlüsselten Genome im Tierreich, das ca. 10 mal größer ist als jenes des Menschen. Aber auch der Zebrafisch verfügt über unwahrscheinliche Selbstheilungsfähigkeiten. So kann das Herz eines Zebrafisches abgestorbenes Gewebe in kurzer Zeit nachbilden, aber auch abge trennte Flossen können nachwachsen. Dies macht den Zebrafisch zu einem bemerkenswerten Tier modell, um möglicherweise Rückschlüsse auf die Regenerationsfähigkeit von Gewebe beim Men schen ableiten zu können. Auch Plattwürmer sind Meister der Selbstheilung. Schneidet man einen solchen Wurm in mehrere Teile, startet das Ge webe einen umfangreichen Regenerationsprozess und aus jedem einzelnen Teil wird wieder ein neu er Plattwurm. Auch bei Seesternen, Oktopussen und manchen Spinnen, Insekten und Krebstieren können Gliedmaßen wieder nachwachsen.

Möglicherweise lassen sich von diesen Regenera tionsmeistern im Tierreich in naher oder ferner Zukunft Rückschlüsse oder Lösungsansätze für neue Heilmethoden beim Menschen ziehen, derzeit müssen wir Säugetiere aber noch mit den herkömmlichen Formen der Selbstheilung zurechtkommen.

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Ob bei Drückjagden oder Nachsuche, unsere treuen Begleiter sind häufig einem hohen Verletzungsrisiko ausgesetzt. Ein Unfall kann schnell passieren, und da es um Leben und Tod gehen kann, muss rasch gehan delt werden. Der Hund gehört erstversorgt und muss dann zum Tierarzt.

Zur Grundausstattung eines Hundeführers gehört ein Notfallpaket, das aus einem herkömmlichen Auto-Ver bandskasten mit ein paar Erweiterungen besteht. Au ßerdem sollte man sich eine Kopie der Revierkarte beschaffen, auf der schnelle Abfahrtswege und Stellen, an denen das Mobilfunknetz funktioniert, markiert werden. Auf dieser Revierkarte werden auch Tele fonnummern und Adressen von örtlich nahen Tier

Das ABC der Hunderettung

ärzt*innen notiert. Zum Selbstschutz sollte man dem Jagdhund eine Maulschlinge (Mullbinde, Hundeleine) über den Fang ziehen. Sollte Atemnot, eine Überhit zung oder Erbrechen bestehen, darf keine Schlinge an gebracht werden.

Ein schneller Vital-Check bringt Klarheit über den ge sundheitlichen Zustand des Vierläufers. Hier werden Atemfrequenz, Puls und Herz-Kreislauf-System kon trolliert. Die Körpertemperatur wird mit einem Fie berthermometer im After gemessen (41 °C bedeutet Lebensgefahr!). Auch über Flüssigkeitsmangel (Haut falten- und Schleimhauttest) und Blutverlust muss sich Klarheit verschafft werden. Ein Schock liegt vor, wenn sich nach einem Fingerdruck auf das Zahnfleisch

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des Hundes nur mehr weißes Zahnfleisch zeigt. In die sem Fall hält man den Hund mit einer Rettungsfolie oder einer Jacke warm.

Wenn Körperhöhlen geöffnet sind, ist der Darm mit stillem, sauberem Wasser abzuspülen und kann dann abgeschnürt werden. Zerbissene Behänge werden mit einer Strumpfhose verbunden. Eine Wundgaze hilft Körperstellen zu verbinden, auf denen ein Druckver band nicht möglich ist (Achtung: bei den Läufen nie an einem Gelenk abbinden und die Stauung immer wie der lösen). Herausquellende Eingeweide lassen sich mit einer Frischhaltefolie oder einem Dreieckstuch verbinden.

Bei Atemstillstand öffnet man den Fang, entfernt Fremdkörper und überstreckt den Kopf des Hundes. Der Fang wird bei herausgezogener Zunge mit der Hand geschlossen und durch ein Taschentuch bläst der Ersthelfer 6- bis 10-mal pro Minute in eines oder beide Nasenlöcher.

Bei Herzstillstand komprimiert man den Brustkorb in Seitenlage für 6 bis 8 Sekunden 10- bis 15-mal hinter dem Ellbogen in der Herzgegend, danach wird 2- bis 3-mal beatmet. Dieser Vorgang sollte 10 Minuten lang wiederholt werden. Zeigt sich danach kein Erfolg, hat der Jagdhund leider keine Chance zu überleben.

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Roxy

DIE WAHL DES RICHTIGEN SCHWEISSHUNDES – TEIL 3

Ein Welpe darf nicht nur entdecken, erforschen und spielen, sondern muss auch lernen. Eine fundierte, vielschichtige Ausbildung und regelmäßiges Training sind die entscheidendsten Grundlagen für die Zukunft und das Zusammenspiel mit dem/der Hundeführer*in. Gerade bei einem Schweißhund ist das Lesen (das Er kennen von Gebärden und Äußerungen) seines Besit zers und seiner Besitzerin für ihre gemeinsame Arbeit unabdinglich. Auch der/die Hundeführer*in muss die Gebärden und Geräusche seines Schweißhundes ver stehen und erlernen können, da jeder Hund unter schiedliche Ausprägungen im Anzeigen von eventu ellen Fundstücken wie z.B. Schweiß, Knochenstücke, Deckenreste, Haare usw. aufweisen kann. Somit ist es sinnhaft zu versuchen, diese Gebärden bereits ab dem Welpen- oder Junghundealter zu erkennen und zu er lernen. Der/die Hundeführer*in kann z.B. verschiede ne Gegenstände erschwert zugänglich machen oder diese einfach als Leckerbissen offen platzieren, um die Reaktionen des Hundes genauer lesen zu lernen. Die Vorstellung, dass ein 10 Wochen alter Schweißhund bereits die gleichen Fähigkeiten wie ein fermer Jagd hund hat, ist nicht realistisch. Wenn Sie sich einen Hund anschaffen oder bereits besitzen, sollten Sie die Leistung und Aufgaben des Schweißhundes auf sein Alter anpassen. Ein Vergleichsbeispiel kann hier zu Kindern gezogen werden. Das Beherrschen von Rech nen, Schreiben und Lesen erfordert Übung und setzt ein gewisses Grundalter voraus.

Bei der Einarbeitung auf Wild sollte man den Kon takt zu lebenden Wild nicht zu früh erzwingen. Einige Hunde reagieren auf z.B. Schwarzwild oft ängstlich und können von einem zu frühen Zusammentreffen für ei nen längeren Zeitraum traumatisiert sein. Die Freude am Wild und der sogenannte „Wildbiss“ sind sehr stark altersabhängig.

Nun zur Erarbeitung bzw. dem Erlernen der Wundfährte: Bereits vor der Anschaffung des Schweißhundes soll ten Sie über genügend Übungsmaterialien, wie z.B. Schweiß, Läufe und Schalen von Reh, Gams, Rotwild und Schwarzwild, Deckenstücke, Haare usw. verfügen. Dieses Material ist für die Ausbildung Voraussetzung. Sollten Sie über keine Kühlmöglichkeit verfügen, rate ich Ihnen sich mit einem/einer zweiten Hundefüh rer*in zusammenzuschließen und Ressourcen zu tei len.

Bei der Einarbeitung zur Wundfährte ist das theoreti sche Schema eigentlich einfach: Interesse beim Hund wecken, zum Suchen animieren, bei Finden belohnen. In der Praxis ist auch der Zeitpunkt des Trainings beginns bedeutend. Training und Übungen machen keinen Sinn, wenn der Hund frisch aus dem Zwinger kommt, wenn er gerade gefressen hat oder wenn er zu müde ist. Schenken Sie Ihrem Schweißhund besonders am Anfang genügend Aufmerksamkeit und erlernen Sie zu erkennen, wann Ihr Hund am aufnahmefähigs ten ist.

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Als Leidfaden und Tipp:

1. Anschuss markieren, Reste von Schweiß (gespritzt), Haare und Deckenreste groß flächig anbringen und erst mit oftmaligem Trainieren die Fläche verkleinern.

2. Schweißfährten mit Merkzettel oder Spray (Achtung Bäume nicht mit Nägeln verlet zen) gut kennzeichnen. Färbige Kabelb inder sind exzellente Markierungen und können einfach entfernt werden.

3. Belohnungen für den Hund am gefunde nen Stück bereitlegen und nicht als „Le ckerli“ bereits in der Hosentasche mitfüh ren.

4. Zwischen Auslegen des Anschusses und der Schweißfährte die Hände waschen und die Schuhe wechseln, Ihr Hund riecht mehr als Sie denken.

Häufiger als gedacht endet die Nachsuche am eigenen Fahrzeug, da der Schütze bereits bei der Vorsuche Schweiß an den Schuhen trägt und den Hund so ungewollt auf die falsche Fährte geführt hat. Hiermit möchte ich noch mals betonen, wie wichtig es ist Ihren Hund genau kennenzulernen und bei Richtungs wechsel sowie Geländeänderungen genau auf die Reaktion Ihres Hundes zu achten. Scheu en Sie sich nicht Ihren Hund selbst denken zu lassen, seine Spürnase ist dem Menschen weit überlegen.

Zum Abschluss möchte ich noch eine kleine Anekdote von Roxy vom August erzählen: Ein Schüt ze beschießt einen Jährling ohne erkenntliches Schusszeichen und meldet sich für die Nachsuche. Der gemessene Anschuss-Punkt vom Hochstand beträgt 134 Meter. Am Anschuss fand ich einen An schuss-Bruch des vermeidlichen Trefferpunktes vor aber keinen Schweiß. Nach der Kontrollsu che in einem Umkreis von 100m² wurde kein Schweiß gefunden. Danach wurde Roxy geschnallt um eine „Freie Suche“ zu tätigen und erstarrte nach ca.25 Metern ähn lich einem Vorstehhund. Das ist für mich ein eindeutiges Zeichen auf einen Verweis und tatsächlich waren dort ein Tropfen Schweiß und zwei grüne Tropfen eines Gedärmeinhaltes zu erkennen. Nach einer Suche von ca. 70 bis 80 Metern fand Roxy das Stück mit gutem aber leicht schrägem Blatt schuss und kleinem Ausschuss. Der Erfolg dieser Nachsuche lag hier größtenteils beim Verstehen des Verhaltens von Roxy.

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THEMA

Biodiversität & Waldwirtschaft

Die Land- und Forstwirtschaft ist in den letzten Jahren – zu Unrecht – immer wieder zum Hauptverantwortli chen für die Klimakrise und ganz besonders auch für den weltweiten Artenschwund gemacht worden. Das führte jedoch dazu, dass die EU-Waldstrategie, die im Sommer vorgelegt wurde, diesbezüglich eine Reihe von einschneidenden Maßnahmen für die Waldbesitzer und- bewirtschafter vorgesehen hat. Unter anderem sollten etwa 30 Prozent der Landfläche geschützt und zehn Prozent davon unter strengen Schutz gestellt wer den. Flächige Stilllegungen von Waldgebieten, auch im Wirtschaftswald, waren ebenfalls Teil der EU-Strategie. Diese nicht nachvollziehbaren Außer Nutzung Stellun gen konnte durch Aufklärung der EU Parlamentarier, durch die mitteleuropäische Forstwirtschaft Großteils abgewendet werden.

Die meisten Monitoringprojekte rund um die Arten vielfalt haben in geschützten Waldökosystemen statt gefunden, der Wirtschaftswald wurde meist, aus Un kenntnis und mangelnder Forschung, als artenarm dargestellt.

Sensationelle Ergebnisse

Ein Zugang, dem Waldbesitzer wenig abgewinnen können. Im Gegenteil: Sie wissen aus ihrer teils lang jährigen Erfahrung und Praxis, dass ein gepflegter und bewirtschafteter Wald genauso zum Klima- und Artenschutz beiträgt. Und das wurde nun in einem Forschungs-Projekt, das die Forstabteilung der Land wirtschaftskammer Steiermark im Lehrforst Pichl der forstlichen Ausbildungsstätte durchgeführt hat, auch schwarz auf weiß belegt. Die über das Forschungs projekt entdeckte Artenvielfalt auf unterschiedlichen Standorten hat die Erwartungen bei Weitem übertrof fen, Rote Liste Arten, Endemiten und viele andere geschützte Tier-, Pflanzen- und Pilzarten wurden in einem seit Jahrhunderten bewirtschafteten Wald ent deckt.

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Reiche Artenvielfalt

Was sind nun die Schlüsselfaktoren für vielfältige Le bensformen im Wald. Die Vielseitigkeit von Lebensfor men wird einerseits von kleinflächigen, standörtlichen Faktoren, wie Temperatur, Lichteinfall, Bodenarte, pH-Wert u.a. beeinflusst, andererseits spielt die Bau martenverteilung, das Alter der Bäume, die Stufigkeit des Bestandes und der Totholzanteil eine große Rolle. Eine Wertung, was ist besser und was ist schlechter, ist meiner Ansicht nicht zulässig, da jeder Waldbestand –jede Waldstruktur ihre Besonderheit für die eine oder andere Lebensform darstellt. Für diese fachkundige Beweisführung wurde auf einer Waldfläche von 350 Hektar ein mehrjähriges Forschungsprojekt initiiert. Zahlreiche Wissenschaftler und Biologen, haben in ak ribischer Kleinarbeit auf 13 unterschiedlichen Wald standorten die Fauna und Flora genauestens unter die Lupe genommen.

In acht großen Arbeitsgruppen wurden Spinnentiere, Insekten, Weichtiere, Fledermäuse, Kleinsäuger, Tagund Nachtschmetterlinge, Libellen, Heuschrecken, Vögel, Amphibien, Reptilien, Gefäßpflanzen, Flechten, Moose und Pilze nach ihrem Vorkommen untersucht. Das Endergebnis stimmt die Experten überaus posi

tiv; es zeigt nämlich ganz klar, dass der untersuchte bewirtschaftete Wald ein rundum vielfältiges und ge sundes Ökosystem darstellt. So wurden im Lehrforst unter anderem etwa 59 Vogelarten und 1.146 Pilzarten nachgewiesen. Diese Ergebnisse stützen übrigens auch die „Wiener Erklärung“, in der Waldbesitzer-Vertreter aus 16 europäischen Ländern ihre Bedenken gegen die EU-Waldstrategie darlegen und eine Kurskorrektur for dern.

Eindeutig positive Studienergebnisse

Viel Totholz! Der Totholzanteil im Wirtschaftswald wird meist unterschätzt. So wurde auf den unter schiedlich bewirtschafteten Flächen im Forstgut Pichl zwischen 20 und 128 m3/ha (der Durchschnitt liegt bei 42 m3/ha) ermittelt. Ein klarer Zusammenhang besteht zwischen der Totholzmenge und dem Arten reichtum. Manche Lebensformen bevorzugen stehen des Totholz, manche bevorzugen liegendes Totholz, andere wiederrum, wie z.B. Rindenwanzen bevorzugen verpilzte Totholzstraten bis ca. 2 m Höhe. Die Bedeu tung des Anteiles von liegenden Astmaterials darf für viele Kleinlebewesen, wie z.B. Bodenkanker nicht ver nachlässigt werden.

Totholz fördert viele unter schiedliche Lebensformen und die Forderung des Natur schutzes mehr Totholz in den Wirtschaftswäldern zu erhalten ist von dieser Sichtweise aus begründbar. Dort wo die Sicherheit des Waldarbeiters oder des Waldbesuchers gefährdet ist, diese Totholz bäume sind auf jeden Fall zu Fällen und nach Möglichkeit liegen zu lassen.

Neue Arten entdeckt! Es hat sich gezeigt, dass alte Baumeinzelindividuen maßgeblich zur Erhaltung von Rote-Liste-Arten beitragen. Das Belassen von einigen Biotop-Bäumen hat einen sehr hohen Effekt. Erstfun de für die Steiermark (z.B. der Haselnuss-Borkenkäfer) oder für Österreich (z.B. Böhmischer Faserporling) sprechen für diese Projekt. Hohe Tier- und Pflanzen-Vielfalt! Diese wird wesent lich durch kleinstandörtliche Besonderheiten wie Grundgestein, Lichtverhältnisse und Wasserversor gung bestimmt und gefördert. Es wurden bei Ameisen sogar unvermutete Arten entdeckt. Bejagung ist vorteilhaft! Flächen mit einer höheren Bejagungsintensität weisen einen sprunghaft höheren Anteil an wichtigen Mischbaumarten auf.

Wechselnde Altersklassen! Wechselnde Strukturen und Altersklassen wirken sich trotz Nadelholzdomi nanz positiv auf die Vogelwelt aus. Hohe Biodiversität! Trotz jahrhundertelanger Bewirt schaftung der Waldgebiete ist die Biodiversität im Lehrforst sehr hoch.

Was kann nun der einzelne Waldbesitzer zur Förde rung der Biodiversität tun Dauerwald vs. Freifläche: Ein großer Vorteil der Waldökosysteme ist die Langlebigkeit der Bäume und die langen Bewirtschaftungszeiträume. Dadurch wer den Waldlebensräume langfristig keinen großen Ver änderungen unterworfen. Dies begünstigt besonders bodenbewohnende Tierarten mit sehr kleinen Aus breitungsmöglichkeiten. Dauerwaldstrukturen mit ei nem gewissen Anteil an Totholz wirken hier für gering mobile Tierarten sicher positiv.

Keine Angst vor dem Kahlschlag? Ein Kahlschlag führt bei geringmobilen Tierarten zu einem Massensterben.

Aber genau diese Veränderung führt zu einem rasan ten Ansteigen anderer Pflanzen- und Tierarten, welche offene Strukturen, Licht und Wärme benötigen. Be sondere lichtdominante Pflanzenarten, Blühpflanzen aber auch Pioniergehölze mit hohem Biodiversitäts charakter, wie Birke und Zitterpappel können sich ent wickeln, Schmetterlingsarten, Schrecken und Zikaden, Schlangenarten haben plötzlich wieder neue Entwick lungsmöglichkeiten. Auf diesen Freiflächen Totholz stehen, oder vermorschende Stämme freiwillig liegen zu lassen fördert auf jeden Fall das Artenspektrum. Baumartenwahl: Allein aus der neuen Klimawan del-Anpassungsstrategie, welche einerseits das mit telfristige Hinarbeiten zu standortstauglichen und natürlichen Waldökosystemen und andererseits die Förderung von klimafitten Baumarten fordert, birgt dies die Chance auch für die Förderung der Biodiver sität einiges zu tun. Totholz fördert viele unterschiedliche Lebensformen und die Forderung des Naturschutzes mehr Totholz in den Wirtschaftswäldern zu erhalten ist von dieser Sichtweise aus begründbar. Dort wo die Sicherheit des Waldarbeiters oder des Waldbesuchers gefährdet ist, diese Totholzbäume sind auf jeden Fall zu Fällen und nach Möglichkeit liegen zu lassen. Höhlen- und Brutbäume sind so lange wie möglich zu erhalten!

Die Waldpflege, von der Jungwuchs- über die Di ckungspflege bis zu den Durchforstungsmaßnahmen haben einen positiven Einfluss auf das Erhalten und Fördern unterschiedlicher Lebensformen. Kleinstrukturen erhalten: Einzelne alte Bäume, Tümpel und Wasserläufe, warme besonnte Standorte erhalten

Mit einer naturnahen, klimafitten Waldwirtschaft för dert und erhält, aber verändert auch der Waldbesitzer Strukturen vielschichtiger Lebensformen im Wald, denn Leben fördern heißt auch – Veränderung! Ein Vergleich von Urwaldstrukturen und dem heute vor handenen naturnah bewirtschafteten Wald ist nicht zulässig. Wirtschaftswald beherbergt eine andere und nicht minder wertvolle, reichhaltige Biodiversität als Urwald Den Wald zu bewirtschaften heißt einerseits ökono misch den wertvollen Rohstoff Holz zu ernten, aber auch die vielen Aspekte rund um Klimawandel und die Förderung der Biodiversität mitzudenken – eine wahr lich große Herausforderung.

Die Forstliche Ausbildungsstätte Pichl bietet einen für Österreich einzigartigen Zertifikatslehrgang „Waldöko logie- und Naturraummanagement“ an, der die Aspek te zur Förderung der Biodiversität im Wirtschaftswald behandelt.

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Ein weißer Hase im kältestarrenden Gebirge

Federleicht rieseln feine Schneeflocken vom nebel verhüllten Nachthimmel, als ich den Pajero unweit unserer Rotwildfütterung parke und im Schein der Stirnlampe durch urigen Bergwald den wilden Weiten über der Waldgrenze entgegenstapfe. In der Nacht ist der Pulverschnee knapp knöcheltief gefallen, doch die Wettervorhersage prophezeit nicht nur ein Ende des Niederschlages beim Tagwerden, sondern überdies ei nen traumhaft sonnigen Wintertag. Tief drinnen im felsüberragten Talschluss möchte ich im ersten Graulicht dieses Mittdezembertages nach dem knarrenden Ruf des Schneehahns lauschen und mir später vielleicht einen der weißgefiederten Vögel zur Beute machen. Weit und beschwerlich ist der Weg in diesen abgeschiedenen Winkel des Revieres. Schon im Sommer dürfte ich mit knapp zwei Steigstunden rechnen, sodass ich nun in Schnee und Eis eine halbe mehr eingeplant habe.

Die große Stille des winterlichen Gebirgswaldes um fängt mich, während ich kräftesparenden Schrittes stetig an Höhe gewinne. Und immer wieder kreuze ich Fährten von Rotwild, in denen noch kein Neuschnee liegt. Im raumen Hochwald ist auch der knapp berg schuhtiefe Altschnee pulvrig locker, kostet so kaum zusätzliche Mühe und lässt mich rasch vorankommen. Der schmale Steig, der sich durch den Wald hinauf windet und hier die einzige wirkliche Orientierung bietet, ist stellenweise nicht einmal mehr zu erahnen.

Nur weil ich ihn schon viele Dutzend Mal gegangen bin und sich im Laufe der Zeit markante Stämme und Felsen entlang seines Verlaufs in mein Gedächtnis ein gebrannt haben, bin ich imstande, ihm grob zu folgen und ihn wiederzufinden, wenn ich ihn doch einmal verloren habe. Zwischen den letzten Lärchen streicht mit burren dem Schwingenschlag und aufgeregtem Gocken eine Birkhenne davon und entschwindet in finstere Ferne. Dann habe ich die Waldgrenze erreicht. Hier erstreckt sich ein ebener Boden, jenseits dessen ein teils steiler Nordhang zu einem rundlichen Gipfel hinaufzieht. Der Altschnee ist nun nicht mehr pulvrig, aber auch nicht tragfähig, sodass ich mit jedem kraftraubenden Schritt bis zu den Waden – oft gar fast bis zum Knie – ein sinke. Der Steigverlauf ist hier durchgehend nur mehr zu erraten, doch zu meiner eigenen Verwunderung ge lingt mir das erstaunlich gut, sodass nach insgesamt fünf Viertelstunden des Steigens und Stapfens der stei le Nordhang endlich hinter mir liegt. Und damit sind die meisten Höhenmeter bereits geschafft, auch wenn mich immer noch mehrere Kilometer von meinem heutigen Ziel trennen. Unter gewöhnlichen Bedingun gen ist der mir nun bevorstehende zweite Teil des We ges der weitaus weniger mühsame. Mein Berggang führt mich fortan zunächst entlang ei nes sanft ansteigenden Gratrückens, der weit in die Gebirgswildnis hineinreicht. Mittlerweile bin ich so

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Foto: AdobeStock | Wayne

hoch, dass mich die grauweißen Schwaden des großen Gamshüters vollends eingehüllt haben und im Licht der Stirnlampe wie eine trübe Wand erscheinen, die mich nur wenige Schritte weit sehen lässt. Das jedoch ist vorerst kein Problem, denn der Steig folgt anfangs unmittelbar dem Gratverlauf. Dann allerdings nähere ich mich einigen felsigen oder durch dichten Erlenbe wuchs unwegsamen Gratpartien, wo der schmale Pfad die Schneid verlässt und mehr oder weniger großräu mig ausweicht – und diese Stellen rechtzeitig zu er kennen, ist nahezu unmöglich, denn der Steig ist auch hier meist nicht einmal zu erahnen und der Nebel ge währt keine Orientierung im Gelände. So vertraue ich den Spuren der weißen Berghasen und bin überzeugt, dass diese geheimnisvollen Wesen jeden Meter ihres Lebensraumes kennen und auch dann den besten Weg finden, wenn ein solcher nicht mehr zu erkennen ist. Diesem Wild, das man in der weißen Winterwelt nur wunderselten einmal erschaut, gebührt meine Hoch achtung. Selbst wenn sich der Schnee meterhoch türmt, sibirische Kälte jedes Rinnsal zu formenreichen Gebilden erstarren lässt, eisige Stürme schaurig über Gipfel und Grate heulen und sogar das zähe Gamswild in den Bergwald hinabwechselt, harrt der Schneehase in seiner nun lebensfeindlichen Sommerheimat aus. Viele Stunden und Tage kauert er reglos im Windschat ten von Felsblöcken und Steinspalten. In den Nacht stunden, wenn er den Adler nicht fürchten muss, geht er auf Äsungssuche, mümmelt auf einem windexpo nierten Grat, unter überhängendem Gefels oder auf einem abgelahnten Hang einige gefrorene Hälmchen und überlebt so in einer Welt, in der es kaum ein Überleben gibt. Außer dem weißen Hasen ist es nur das Schneehuhn, das auch im tiefsten Winter dem wie erstarrt daliegenden Hochgebirge einen Hauch von Le ben gibt – auch wenn sich dieses Leben im endlosen Weiß des Wintergebirges oft nur durch seine Spuren verrät und dem Auge des Jägers verborgen bleibt. Und auch diesmal enttäuschen mich die weißen Mümmelmänner nicht, denn ihre halb zugeschneiten Spuren folgen tatsächlich stets mit beeindruckender Genauigkeit dem Steig. Bald gelange ich an einen etwa mannshohen Gratfelsen, den man im Sommer über einige Felsstufen erklettert. Auf seinen überschneiten Simsen finden die Bergschuhsohlen nun jedoch kaum Halt und da das Gelände rechtsseitig einige Dutzend Meter nahezu senkrecht abfällt, erscheint mir die kur ze Kletterpartie zu riskant, sodass ich mich links des Felsens durch ein Erlendickicht mühe. Je weiter ich nun ins Wintergebirge hineinwandere, desto stärker greift böiger Wind durch, wächst sich zum Sturm aus und verschärft die ohnehin schon zweistelligen Mi nusgrade. Die gefühlte Temperatur erreicht so Berei che, die man bei Windstille kaum je einmal erleben würde, und dürfte deutlich unter -30 °C liegen. Auch

die mühsamen Schneeverhältnisse werden nicht wirk lich besser, wechseln hier aber mit schöner Regelmä ßigkeit, sodass der Neuschnee mal auf aper gewehtem Boden und mal auf knietiefem Altschnee liegt. Dann muss ich wieder besonders achtgeben, den rech ten Weg zu finden, denn der Grat steigt zunehmend steiler zum nächsten Gipfel an, während der Steig hier irgendwo die Schneid verlässt und auf einem extrem steilen Hang hangparallel um den Berg herumführt. Da der Almrauschbewuchs auf diesem Hang hoch und bu schig ist, erhoffe ich mir, den erdigen Quersteig auch trotz der geschlossenen Schneedecke erkennen zu kön nen. Zunächst verfehle ich ihn dennoch, bemerke mei nen Fehler allerdings bald und muss nur wenige Dut zend Schritte den Hang hinabstapfen, um doch noch auf den Steig zu kommen. Sein Verlauf zeichnet sich durch die Schneedecke in der Tat meist leidlich klar ab. Diese Orientierung ist von unschätzbarem Wert, ist sie doch die einzige, die mir in Nebel und Schneefall überhaupt bleibt. Freilich ließe es das Gelände auch zu, einfach aufs Geratewohl taleinwärts zu wandern, doch

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Foto: Erik Jonas

das wäre nicht nur weitaus mühsamer, sondern mein vorläufiges Ziel – eine steinerne Hirtenhütte – würde ich vermutlich verfehlen und mich beim Tagwerden irgendwo im endlos scheinenden Weiß eines nebel verhangenen Wintertages wiederfinden. Während ich auf diesem Steig den steilen Hang quere, lässt mich ein dumpfes Setzungsgeräusch in der Schneedecke erschrocken zusammenfahren. Die Altschneepake te sind hier jedoch nicht groß und die pulvrige Neu schneedecke nicht mächtig genug, um im Falle eines Lawinenabgangs eine ernsthafte Gefahr darzustellen, und so setze ich meinen Weg fort.

Bald habe ich den Gipfel umgangen und gelange an einem sturmumheulten Törl wieder auf den Grat, der nun zum nächsten Gipfel – dem dritthöchsten des Re vieres – hinaufzieht. Ich folge jedoch nicht dem Grat, sondern weiterhin – nun in weniger steilem Gelände –dem hangparallelen Steig. Das Gehen wird zunehmend mühsamer, denn der Altschnee ist durch Windeinfluss komprimiert, sodass man nicht schon einsinkt, wenn man den Fuß auf den Schnee setzt, sondern erst, wenn man den anderen aus dem Schnee zieht und das gesam te Körpergewicht auf einem Bein lastet. Zu allem Über fluss ist der Almrauschbewuchs hier nur mehr insel artig, sodass der Steig kaum zu erahnen ist – doch von Zeit zu Zeit erreiche ich markante Punkte und weiß so, dass ich richtig bin. Als ich schließlich einen undeut lichen Quergrat erreiche, der zum Gipfel hinaufzieht, bin ich schon beinahe drei Stunden unterwegs und mir wird klar, dass es aussichtslos ist, den Weg bis zur Hir tenhütte in Anbetracht dieser Schneeverhältnisse, bei denen jeder mühevolle Stapfschritt viel Kraft und noch

mehr Zeit kostet, noch vor der Dämmerung zu bewäl tigen. Doch weil die weißen Berghühner gerade beim Tagwerden besonders aktiv sind, knarren und unruhig umherstreichen, möchte ich diese Zeit auf jeden Fall zum Horchen und Schauen nutzen, anstatt weiterzu gehen und das Wild im schwachen Zwielicht zu über sehen und zu vergrämen.

Der Quergrat markiert erfahrungsgemäß den Beginn des eigentlichen Schneehuhngebietes und deshalb muss ich nun auch nicht unbedingt weiter. Bis in den hintersten Winkel des Talschlusses kann ich auch spä ter noch hineinwandern. Vorerst möchte ich mir je doch in der weiträumigen Mulde, die nun vor mir liegt, einen guten Horchposten suchen und abwarten, was das erste Licht des nebelverhangenen Wintermorgens bringen mag.

So stapfe ich hinüber zu einem Plateau, das den tal seitigen Rand der Mulde markiert und auf dem einige zimmergroße Felsen verstreut sind, zwischen denen die Spuren der weißen Berghasen stehen. Hier wische ich den Schnee von einem Stein, der als Sitzplatz wie geschaffen ist und in guter Schrotschussentfernung zu den mächtigen Felsbrocken liegt – wenn mir großes Glück vergönnt sein sollte, wird ein knarrender Hahn womöglich genau auf diesen einfallen. Dann lege ich wärmere Kleidung an und baue die Bockbüchsflinte zusammen, die ich des weiten Weges wegen zerlegt im Rucksack heraufgetragen habe. Und währenddessen dringt von weit oben aus dem Brausen des Sturmwin des schon das erste geheimnisvolle Knarren des weiß gefiederten Wildes.

Als ich schließlich die Stirnlampe ausknipse und auf meinem Sitzstein Platz nehme, hat der Schnee schon

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Foto: AdobeStock | Karen Miller

die kalten Blautöne der frühen Dämmerung angenommen. Wenig später knarrt der Hahn erneut. Er muss sich genau über mir aufhalten, doch sicher einige hundert Steigschritte entfernt – irgendwo im endlosen Grauweiß des großen Gamshüters. Wieder und wieder dringt das Knar ren an mein Ohr. Immer lauter klingt es, immer näher muss der Hahn sein. Nun im dämmerigen Tageslicht ist die Sicht un gleich besser als zuvor im Schein der Stirnlampe und selten sieht man weniger als drei Schrot schüsse weit. Ich glaube, der Hahn könne schon in Sichtweite sein, und gebe mir alle Mühe, ihn im matten Licht zu erschauen – doch vergeblich! Dann vernehme ich nahen Schwingenschlag und bin überzeugt, der Hahn müsse jeden Augenblick wunschgemäß auf dem Felsbrocken einfallen. Ei nen Atemzug später folgt ein energisches Knar ren. Ich schaue mir die Augen aus dem Kopf und vermag doch keine weiße Feder zu entdecken. Nur einmal meine ich, hoch über mir im trüben Licht mitten auf einer freien Schneefläche eines der weißen Hühner entdeckt zu haben. Aber es bewegt sich über Minuten nicht vom Fleck und je angestrengter ich schaue, desto klarer wird mir, dass es sich um ein schneebehaftetes Gras büschel oder dergleichen handeln muss. Obwohl ich erst ein Viertelstündlein hier sitze, kriecht mir schon eisige Kälte in alle Glieder und lässt mich kaum noch das Glas stillhalten. Ein wenig möchte ich aber noch ausharren. Nach einer kurzen Weile dringt wieder der sausen de Schwingenschlag der weißen Berghühner an mein Ohr. Einen Herzschlag später gleiten zwei von ihnen doppelt schrotschussweit über mir in pfeilschnellem Flug vorüber und entschwinden im milchigen Grauweiß. Bald ertönen von höher am Hang weitere Knar rer. Die weißen Hühner verhalten sich also so, wie sie es an Nebeltagen meist tun: Sie knarren mit schöner Regelmäßigkeit, streichen jedoch ständig umher, sodass es wenig aussichtsreich ist, ihnen nachzupirschen. Da bleibt dem Jäger nichts anderes, als auf einen glücklichen Zu fall zu hoffen. Auch die Wetterbesserung, die fürs Tagwerden vorhergesagt war, zeichnet sich nicht im Entferntesten ab. Der Nebel ist so dicht wie zuvor, es ist bitterkalt, der eisige Wind bläst unvermindert und immer noch rieselt feiner Schnee herab, der von den Böen verwirbelt wird. Weil ich es in Wind und Eiseskälte ohnehin kaum länger aushalten würde und in den be handschuhten Händen zudem kaum noch Ge fühl habe, will ich nun trotz der geringen Er folgschancen den Rufen entgegenstapfen, mich warmsteigen und vielleicht wahrhaftig den

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Hier heroben bläst der Wind mit wahrer Sturmgewalt und treibt den Schnee waagerecht daher. Die Löffel des Hasen sind bereits bretthart gefroren und aus meinen Händen weicht beim Fotogra fieren binnen kürzester Zeit beinahe jedes Gefühl.

Hahn erschauen. Während ich mit klammen Fin gern ungelenk meine Siebensachen zusammenpacke, knarrt auch unterhalb meines Plateaus ein Hahn. Er ist sicher nicht weit entfernt, wird jedoch kaum lange ge nug ausharren, als dass es Sinn hätte, ihn anzugehen –und die entgegengesetzte Richtung ist mir allein schon deshalb lieber, um durch die Anstrengung des Steigens wieder warmzuwerden. So stapfe ich parallel zum Quergrat in der Falllinie berg wärts und schaue mit freiem Auge, ob womöglich eines der weißen Berghühner irgendwo unruhig davontrip pelt. Nur hin und wieder halte ich verschnaufend inne und fahre rasch mit dem Glas über grobe Felsbrocken und nebelverschleierte Schneemulden, bis die Linsen beschlagen sind oder Schnee auf ihnen haftet. Dann aber steige ich eilig weiter, denn jedes Stillstehen ist in der beißenden Kälte äußerst unkommod. Den Be reich, den ich von meinem Sitzplatz einsehen konnte, habe ich noch nicht verlassen, da tönt vom Quergrat

her ein nahes Knarren. Ist der Hahn in Sichtweite? Oder kam sein Ruf doch von unmittelbar jenseits des Grats? Rasch hebe ich das Glas an die Augen, suche Schnee und Fels ab. Und da bleibt mein Auge unmittel bar unter der Gratkante an einem stubenofengroßen Steinblock hängen, an dessen unterer Seite der Sturm wind eine Art Schneebrüstung geformt hat. Dort – zwi schen Schnee und Fels – gewahre ich einen fingerna gelgroßen dunklen Fleck auf einem weißen Etwas, das irgendwie samtiger wirkt als der Schnee. Ich schaue genauer – und erst da vermag mein Auge den weißen Berghasen als solchen aufzulösen. Zusammengekauert hockt er unter dem Stein, halb von der Schneebrüs tung verdeckt – und wäre sein schwarz scheinender Seher nicht gewesen, wäre ich seiner im monotonen Weiß der nebelverhangenen Winterwelt, in der es heu te nicht recht Tag zu werden scheint, vermutlich nicht einmal gewahr geworden, obwohl der Hase weniger als doppelt schrotschussweit entfernt sitzt. Ein paar Atemzüge lang bin ich unschlüssig, ob ich den Weißen erlegen soll oder nicht. Eigentlich bin ich ja der Schneehühner wegen hier heraufgestiegen, doch bei diesem Wetter sind meine Chancen gewiss nicht die besten. Zudem wäre es mir alles andere als unrecht, einen guten Grund zu haben, dieser unwirtlichen Wit terung, die mich trotz vieler warmer Kleidungsschich ten an die Grenzen des Erträglichen bringt, so bald wie möglich entfliehen zu können. Und einen winter weißen Berghasen zu erbeuten, ist etwas Rares, etwas Kostbares und mir mehr wert als so manches Schalen wild.

Aus all diesen Gründen fällt die Entscheidung zum Schuss dann auch rasch – mit einer Einschränkung: Ich will nicht den einfachen Weg gehen und dem Ha sen die Kugel auf den Kopf zielen, sondern versuchen näherzupirschen, um ihn mit Schrot zu erlegen und in seiner ganzen weißen Pracht zu erhalten. Deckung bietet sich mir jedoch keine, sodass der Erfolg meiner kurzen Pirsch einzig davon abhängt, ob der Hase lange genug aushält oder ob er in wilder Flucht in den Nebel entschwindet.

Geduckt mache ich mich auf den Weg. Dabei pirsche ich dem Weißen aber nicht direkt entgegen, sondern halte mich mehr rechts – gehe sozusagen eine Art Viertelkreis –, um den Hasen glauben zu lassen, dass mein Sinnen nicht ihm gelte. Außerdem gewinne ich auf diese Weise rascher an Höhe und kann besser hin ter die Schneebrüstung sehen, die den Hasen deckt. Je näher ich dem Quergrat komme, desto steiler wird das Gelände. Und weil dieser Hangabschnitt südex poniert ist, war er vor dem Neuschneefall aper, sodass der Boden pickelhart gefror und nun unter der rutschi gen Pulverschneedecke im Steilgelände kaum irgend welchen Halt bietet. So will jeder Schritt mit Bedacht gesetzt sein. Endlich jedoch bin ich auf guter Schrot schussentfernung am Hasen, der keinen Rührer tut

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Foto: Erik Jonas

und voll auf seine nahezu perfekte Tarnung vertraut. Vorsichtig knie ich nieder, streiche die Bockbüchsflinte am Bergstock an und wenige Herzschläge später rollt der dumpfe Knall des rauen Schusses schneegedämpft durchs Tal. Der Weiße sackt in sich zusammen, rutscht irgendwie über die Schneebrüstung hinweg und – den Pulverschnee aufschiebend – einige Bergstocklängen hangabwärts.

Der kurze Weg hinauf zu meiner Beute ist nun noch steiler und rutschiger als meine Pirschroute, sodass ich nur langsam vorankomme. Einmal trete ich ein harm loses Triebschneepaket los, das mir Bestätigung ist, diese Schneehölle besser eher als später zu verlassen. Doch endlich habe ich den Weißen erreicht und hebe ihn voll Freude aus dem feinen Pulverschnee. Dann steige ich bis hinauf auf den nahen Quergrat, um eini ge Fotos von der edlen Beute zu schießen. Hier hero ben bläst der Wind mit wahrer Sturmgewalt und treibt den Schnee waagerecht daher. Die Löffel des Hasen sind bereits bretthart gefroren und aus meinen Hän den weicht beim Fotografieren binnen kürzester Zeit beinahe jedes Gefühl. Hernach verstaue ich noch rasch die Bockbüchsflin te im Rucksack und eile – den Hasen in der Hand –nördlich des Quergrats in knapp knietiefem Schnee abwärts, fort aus dem ärgsten Sturm. Bald erreiche ich wieder den Steig und folge ihm talauswärts bis in eine etwas windgeschützte Mulde. Hier erst breche ich den Weißen auf, binde ihn auf den Rucksack und stapfe hernach in meiner nächtlichen Spur heimzu. Je weiter ich den lebensfeindlichen Talschluss hin ter mir lasse, desto größere Nebellücken tun sich auf. Und als der Vormittag schon langsam der Mittagszeit

entgegengeht, schielt auch die Sonne matt durchs Gewölk, während weiterhin feine Schneeflocken zu Boden sinken. Als ich vom Grat einmal Blick hinab in felsstufigen Bergwald erhalte, äst dort mehr als einen Büchsenschuss entfernt in einem steilen Lahngraben ein junger Gamsbock. Kurz darauf erreiche ich wenig oberhalb der Waldgrenze eine markante Geländekante. Hier weht der Wind nur mehr schwach und die wol kengedämpften Sonnenstrahlen wärmen angenehm. So setze ich mich nieder, jausne und glase von Zeit zu Zeit den Waldgrenzbereich ab, denn gerne zieht in den Wintermonaten Rotwild hier herauf in die Sonne. Zwar habe ich gewiss kein großes Verlangen, am heutigen Tage weitere Beute zu machen, doch zum Zwecke der Abschussplanerfüllung würde ich ein Stück Kahlwild – falls mir ein solches nun schussgerecht vor den Lauf kommen sollte – wohl kaum ziehen lassen. Heute ist mir hier außer einem Spielhahn jedoch kein Anblick vergönnt und bald mache ich mich ohnehin wieder auf den Weg. Das Wetter verschlechtert sich erneut. Dichte Nebel umwabern den in weißem Gewand daliegenden Ge birgswald, durch den ich hinabstapfe. Zwischen den rauen Stämmen stiehlt sich eine Rehgeiß davon und wenig später hallt ihr Schrecken durch die Winterwelt. Zeitig am Nachmittag lange ich endlich wieder bei der Rotwildfütterung an, fülle die Raufen auf und gehe schließlich hinüber zum Pajero, den ich außer Sicht weite der Fütterung geparkt habe. Infolge der arkti schen Kälte versagt nun sogar die Schlüsselelektronik, sodass ich jede Tür einzeln von Hand aufsperren muss und an den Kofferraum – in Ermangelung eines ent sprechenden Schlosses – gar nicht herankomme.

Wintersalate

Sommer, Sonne, pralle Früchte – der Garten der Sehnsucht hat für viele vor allem in den heißen Sommermonaten Saison.

Doch auch der Winter ist keine gartenfreie Zone. Die gute Nachricht: Zu den Klassikern Grünkohl, Palmkohl und dem beliebten Vogerlsalat gesellen sich auch an dere Sorten von Wintergemüse, die schmackhafte und vitaminreiche Ernten auf den Teller bringen. Damit uns das Gartenglück auch in der kalten Jahreszeit hold ist, sollte man dem Thema aber ein wenig Beachtung schenken. Die Natur wird es Ihnen danken: mit köst lichen und gesunden Bio-Salaten, angereichert mit Ei sen und viel Vitamin.

Und das Beste: Es geht unglaublich einfach. Egal, ob Sie dafür Balkon oder Terrasse nutzen oder ein Folienhaus, das im Sommer noch die Herberge für Paradeiser war.

Das Thema Wintersalate ist ist ein großartiges für den Selbstversorger.

Wintergemüse und deren Anbau ohne jeden Heizkos tenaufwand relativ neu in der Gärtnerszene. Umso spannender war für mich die Aussicht auf neue Ernte möglichkeiten und die Chance, sich in der Wintersai

son länger vom eigenen Gemüse ernähren zu können. Auch ein echter Pionier des Wintergemüseanbaus, der Amerikaner Eliot Coleman, hat die ersten Bücher dazu geschrieben Der Bio-Vordenker aus dem Bundesstaat Maine präsentierte geniale Methoden, wie der Gemü se- und Salatanbau auch im Winter zu bewerkstelligen ist.

Dabei war mir durchaus bewusst, dass viele dieser An baumethoden schon in früheren Zeiten von unseren Vorfahren praktiziert worden sind und wir verwöhn ten »Zuvielisations«-Menschen diese oftmals ver gessen haben – weil wir sie schlicht nicht brauchen. Oder glauben, sie nicht mehr zu brauchen. Schließlich kommt das Gemüse im Winter ja aus der randvollen Gemüseabteilung des Supermarkts.

Eine Frage der Konsumgewohnheiten

Gerade jetzt wichtiger denn je umzudenken. Umso schöner und beglückender ist es daher, sich ein Stück Unabhängigkeit zurückzuerobern und seine eigene Ernte im Winter zu feiern. Wintersalate anbauen – wie geht das? Wie ging ich vor? Die Samen bestellte ich bei der Firma Reinsaat, einem auf BioGemüsesaat spezia

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lisierten Betrieb im Waldviertel, sowie bei der Arche Noah, einem Verein zur Förderung der Sortenvielfalt mit Sitz in Schiltern in Niederösterreich Pflanzen ho len beim Gärtner.

Die ideale Zeit: Wintersalate werden von Anfang Sep tember bis Anfang Oktober gesät. Sie sind wie alle Kohlarten Starkzehrer. Daher sollte der Boden frühzeitig mit reichlich gut verrottetem Kompost ver sorgt werden. Geben Sie nicht zu viel Stickstoff, sonst werden die Pflanzen anfällig für Krankheiten. Wenn der Boden trocken ist, werden die Pflanzen gegossen, doch das ist in den kalten Jahreszeiten eher selten. Bereits nach vier Wochen kann man die ersten fri schen, zarten Blätter der Salate ernten. Nach rund sechs bis acht Wochen gibt es die große Salaternte. Diese Salate überwintern und können ab Vorfrühling weiter geerntet werden. Der ideale Erntezeitpunkt ist, wenn die Asia-Salate 10-15 cm hoch sind – dann sind sie ganz zart.

Good News: Zur Winterszeit treiben weniger Schäd linge ihr Unwesen.

So wird es gemacht! Ende August, Mitte September und Anfang Oktober bringe ich jeweils eine Saat aus. Im Nov können sie die Pflanzen ebenso noch setzen oder säen, dann brauchen sie halt länger, weil es kalt ist. Aber auch ab Feb klappt die Anbausaison.

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dieser Erde. in die schönsten Gärten der Welt Rosen-erlebnisse Mit dem Team rund um die bekannte TV Biogärtnerin Angelika Ertl kommen Sie ins Gespräch mit Besitzern kleiner und Headgardenern großer Gärten. Schnü ren Sie Ihr Paket aus vielfältigen Eindrü cken, Wissen und geteilter Erfahrung, dass Sie mit nach Hause nehmen. Reisen mit Oliva sind besonderes Erlebnisse bei denen sich alles um unvergessliche Naturerlebnisse, fairen Umgang mit der Umwelt, Austausch und gemeinschaftlichen Genuss dreht. IHRE
Die Pflänzchen setze ich dann nach drei Wochen in das Tomatenhaus und auch in die Hochbeete. Das Einzige, worauf Sie achten müssen, ist die Pflanzen vor Schnee zu schützen, obwohl ihnen auch leichte Schneebede ckung nichts ausmacht. Im Tomatenhaus haben diese ohnehin ein Dach über dem Kopf, die Hochbeete kön nen Sie mit Vlies oder Mistbeetfenster abdecken Dem Husten etwas husten: die Wirkung der Senföle Speziell im Winter sind wir häufig mit Atemwegser krankungen konfrontiert, wir sind anfälliger für In fekte und husten einander buchstäblich etwas. Viele greifen vorschnell zu Antibiotika. Umso wichtiger ist es daher, auf die immunstärkende Wirkung senföl haltiger Heilpflanzen im Winter hinzuweisen. Senfö le (Glucosinolate) sind charakteristische Inhaltsstoffe von Pflanzen aus der Familie der Kreuzblüten- und Ka puzinerkressengewächse und sorgen für den scharfen Geschmack. Diese sekundären Pflanzenstoffe kommen in allen Kohlarten vor, aber auch in Senf, Schwarz rettich, Raps, Meerrettich, Kapuzinerkresse, Rucola, Brunnen- und Gartenkresse und vor allem auch in den Asia-Salaten Diese Pflanzen haben eine wachstumshemmende Wir kung auf Bakterien, Viren und sogar auf Pilze und kön nen bei verschiedenen Infektionen effektive – und gut verträgliche – Hilfe leisten. Oft werden sie daher auch »pflanzliche Antibiotika« genannt Wir freuen uns auf Sie! REISEHIGHLIGHTS
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Vom britischen Königreich über
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Mittelmeers bis zum fernen Osten zeigt Ihnen Oliva Reisen
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ODER WANDERREISE: IM OLIVA REISEKATALOG ODER AUF OLIVAREISEN.AT

FÜR DEN ANBAU BESTENS GEEIG

NET: STARS IM WINTER

Asia-Salate im Mix, Winterportulak, Hirschhornwegerich, Wasabino, Rouge metis, Spinat und Winterkresse, Pak Choi, Mizuna, Grüner im Schnee, Red Giant und Tatsoi

MIZUNA

Japanischer Salatkohl. Er liefert dem Gourmet knackige Blätter mit senfarti gem Duft.

RED GIANT

Grün-bronzefarbig, scharf im Ge schmack, enthält viele wichtige Senföle.

PAK CHOI

Eine der ältesten Kohlarten Chinas und wunderbar für Wokgemüse. Wenn man den ganzen Salat mit Oliven- oder Sesa möl dünstet, schmeckt er herrlich.

WINTERPORTULAK /

WINTERPOSTELEIN:

Ernten, wenn er zirka fingerhoch ist. Die Erntezeit ist vorbei, wenn der Win terportulak im Frühjahr blüht. Die Sa men nicht mit Erde bedecken, denn diese sind Lichtkeimer.

GRÜNER IM SCHNEE

Besonders gut haltbar und widerstands fähig, auch wenn es noch so kalt ist. Hat ebenso einen leicht senfigen Ge schmack

Zu den Klassikern Grünkohl, Palmkohl und dem beliebten Vogerlsalat gesellen sich auch andere Sorten von Winter gemüse, die schmackhafte und vitaminreiche Ernten auf den Teller bringen.

Tierisch gute Energiesparer – Waldrappe im Wellenflug

Wie eine neue Studie der Vetmeduni Wien – in Kooperation mit dem Waldrappteam in Mut ters, der ETH Zürich, der Universität Wien und der Vetsuisse in Bern – zeigt, senken Waldrappe ihren Energiebedarf mit einer speziellen Flug technik. Im Wellenflug wechseln sich Phasen des schnellen Flügelschlags mit Gleitphasen ab. Nach nur einer Sekunde im Gleitflug sinkt die Herzfrequenz der Vögel, was sich positiv auf die Energiebilanz auswirkt. Genaue Daten erhielt das Forschungsteam mit GPS-Sendern, wodurch die Gesamtkörperbeschleunigung, Flügelschläge und Herzfrequenz der Rappe auf gezeichnet wurden. Der Energieverbrauch wird entscheidend durch die Länge der Schlag- und Gleitbewegungen beeinflusst. In der Phase des Flatterns gewinnt der Vogel an Höhe und die Herzfrequenz erhöht sich kontinuierlich wäh rend den ersten 30 Sekunden. Beim darauffol genden Gleitflug stabilisiert sich die Frequenz und bei einem Gleitanteil von ca. 20 % spart der Rapp maximal 11 % seiner Energie. Ein hö herer Gleitanteil wies jedoch kaum zusätzliche Energieeinsparung auf.

BUCHTIPPS

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Bruno Hespeler

WILDTIERE IM FOKUS

Rückkehrer & Zuwanderer Probleme – Erwartungen – Lösungen 248 Seiten, durchgehend bebildert, 16,5 x 22 cm, Hardcover € 24,90

Einst wurden sie ausgerottet oder durch ökologische Sünden ihres na türlichen Biotops beraubt, heute keh ren sie zurück: Die Bestände von Bär, Wolf, Luchs, Fischotter, Bart- und Gän segeier, Biber etc. wachsen..

ISBN 978-3-7020-1950-1

Gerhard Zeilinger

MESSER SELBST SCHMIEDEN

Vom rohen Metall zur fertigen Klinge, 136 Seiten, zahlr. farbige Abbildun gen, Hardcover € 24,90

Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied – bald auch seines eigenen Messers! Gerhard Zeilinger, Mes serschmied aus Leidenschaft, hat schon Hunderte interessierte Laien in Schmiedekursen begeistert...

ISBN 978-3-7020-2044-6

Peter Freytag

KRAHJAGERN, FUCHSRIEGELN, DÅCHSPASSEN …

Der „Jaga“ erzählt 168 Seiten, zahlr. Farbabb., 13 x 20,5 cm, Hardcover € 22,00

Aus über 60 Jahren jagdlicher Tä tigkeit erzählt Peter Freytag und reka pituliert große wie kleine Erlebnisse, sonnige wie neblige Tage, glückliche wie erfolglose Ansitze und Pirschen...

ISBN 978-3-7020-2043-9

Gerd H. Meyden

EDLES WEIDWERK

Natur bewusst erleben 160 Seiten, Farbabbildungen, 13 x 20,5 cm, Hardcover € 22

Vom „geteilten Hahn“ und dem „Reh bock beim Zahnarzt“, von Gamsjagern, Treibjagden und der Hahnenbalz er zählt Gerd H. Meyden in seinem sechs ten Buch...

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Petra
Foto: AdobeStock | Dieter76
Text:
Schweinzer
Leopold Stocker Verlag | Hofgasse 5 | 8010 Graz Tel: 0316/821636-0 stocker-verlag.com

Reh auf Asiatisch

Rezepte von Renate Zierler

Zutaten

Vorspeise

Reh Carpaccio, yuzu Mayonnaise und eingelegte Shiitake Pilze

1 Rehrücken, ausgelöst und von den Sehnen befreit. Knoblauch, Ingwer, Sojasoße, Erdnussöl,Limetten Abrieb und etwas Saft, Etwas Honig

Für die Mayonnaise

2 Eigelb, Etwas Senf, Yuzu Saft Salz, Pfeffer , Etwas Knoblauch, Öl

Für die Shiitake Pilze

Zu gleichen Teilen Essig und Wasser Zucker nach Bedarf und Geschmack, Salz, Pfeffer Etwas Ingwer, Chili

Der Rehrücken sollte etwas angefroren sein, um ihn mit der Schneidmaschine hauchdünn auf schneiden zu können; schön auf einem Teller anrichten.

Aus der Sojasoße, dem Knoblauch, Ingwer, Limettensaft und Abrieb, Erdnussöl und Honig wird ein sehr aromati sches Dressing hergestellt und leicht über das aufgeschnit tene Fleisch geträufelt.

Die Mayonnaise wird aus den Zutaten gezogen und in ei nem Spritzsack auf das Fleisch dressiert.  Aus Essig, Wasser und den restlichen Zutaten wird ein Sud hergestellt, den man einmal aufkochen lässt. Die Pil ze kommen dazu, einmal kurz mit aufkochen lassen und danach den Topf vom Herd nehmen und die Pilze darin eine Stunde ziehen lassen. Abseihen und auf Küchenkrepp abtropfen lassen und zusammen mit dem Fleisch und der Mayonnaise anrichten. Frische Kräuter und Blüten sowie frischer Koriander, runden die Vorspeise nicht nur optisch, sondern auch geschmacklich ab.

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renateshauben-
Wildschweinrücken mit gefülltem Maroni Knödel
Dekonstruierte Schwarzwälder Kirsch Torte Rezepte zum Nach kochen auf „Renates Haubenküche“
kueche.weebly.com
www.steirisches-kuerbiskernoel.eu Natur Steirisch pur In einer Flasche vereint. © Stefan Kristoferitsch, Adobe Stock

AUSBILDUNG ZUM/ZUR WEINEXPERTEN/ IN AN DER WIFI

Ursprünglich stammt die Bezeichnung Sommelier aus dem Altgriechischen und bedeutet „Packsattel“. Im Französischen wurde „packen“ dann zu „somme“. Im Mittelalter wurden die Führer der Saumtiere Somme lier genannt und erst im 17. Jahrhundert tauchte der Begriff in Verbindung mit Wein auf. So bezeichnete man Hausangestellte, die mit dem Weinkauf betraut waren. Anfang des 19. Jahrhunderts war der Begriff dann dort angekommen, wo wir ihn bis heute finden, in der Gastronomie. Ein/eine Sommelier/e kümmert sich in der Gastronomie um die Bestellungen, bringt Abwechslung auf die Weinkarten und schlägt den Gästen passende Weine zu ihren Gerichten vor. Im Weinkeller kennt sich der/die Sommelier/e bestens aus und entscheidet, wie lange ein Wein gelagert wird und wann er in die Gläser darf. Die Weinexperten sind in gehobenen Restaurants ebenso anzutreffen wie im Weinhandel. Sommeliers besitzen viel Organisations talent, sind mit Zahlen und Kalkulationen vertraut, sind kommunikationsfreudig und beraten und begeis tern mit ihrer faszinierenden Weinkultur. Beim Som melier handelt es sich nicht um einen geschützten Titel, was es den Servicekräften in der Gastronomie leicht macht, sich durch eine entsprechende Qualifi kation das notwendige Handwerkszeug anzueignen.

In der WIFI-Ausbildung erhalten Sie eine umfassen de Ausbildung zum/zur Weinexperten/Weinexpertin. Der Kurs beinhaltet Hintergrundwissen über öster reichische, französische, italienische, spanische, aus tralische oder südafrikanische Weine, man lernt, wie man Weine professionell einkauft und lagert und zu dem werden auch Verkostungstechnik, Harmonie von Speise & Wein und Gläserkunde zum Thema gemacht. Außerdem steht Ihnen am WIFI eine breite Palette an Weiterbildungen offen wie z.B. zum/zur Sommelier/e Österreich, welches Ihre Kenntnisse nach Ihrer Aus bildung zum/zur Weinexperten/in noch beträchtlich erweitert. Angeleitet von absoluten Experten aus Gas tronomie und Weinerzeugung erhalten Sie in der WI FI-Ausbildung zum Weinexperten und zur Weinex pertin eine fundierte Ausbildung und eine wertvolle Zusatzqualifikation. Jetzt informieren!

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Foto: Adobestock| karelnoppe

ANTONIA HERUNTER NEUE OBFRAU DER JVP STEIERMARK

Der 31. ordentlichen Landestag der Jungen ÖVP Steiermark bei der MM GmbH in Hartl stand ganz im Zeichen der Übergabe des langjährigen JVP-Lan desobmannes LAbg. Lukas Schnitzer an Antonia Herunter. Jugendstaatssekretärin und JVP-Bun desobfrau Claudia Plakolm, Landeshauptmann Christopher Drexler und Landeshauptmann a. D. Hermann Schützenhöfer waren ebenso gekommen, wie Landtagspräsidentin Khom, sowie die Landes rätInnen Bogner-Strauß, Eibinger Miedl und Amon. die wichtigsten Gäste des Abends: Über 330 JVPle rinnen und JVPler aus allen Teilen der Steiermark.

Bei der Wahl sprachen sich 98,7% Prozent für die neue Landesobfrau aus und demonstrierten das starke Miteinander im größten politischen Freun deskreis der Steiermark. Als Landesobfrau-Stell vertreterInnen wurden Stefan Hofbauer (BM), Mi chaela Lorber (LB), Julia Majcan (SO) und Andreas Schneider (HF) gewählt.

Im zweiten Akt des Landestages stellte Antonia Herunter ihre Visionen für die Zukunft gemein sam mit ihren Team vor. Wohnen, insbesondere die Schaffung von Eigentum, Generationengerech tigkeit und eine neue Debattenkultur sollen im Fo kus der politischen Arbeit in den ersten Monaten stehen. Das vielseitige Team aus der ganzen Steier mark will in den kommenden Jahren neue Impulse geben um den erfolgreichen Weg der letzten Jahre weiterzugehen.

und mehr ...

WIE JAGD UNS DIE LUFT RETTET

Der Klimawandel ist schon seit längerer Zeit in un seren Wäldern angekommen. Laut Expertenschät zungen wird sich unser Heimatland Österreich bis zum Ende des 21. Jahrhunderts um 2 bis 3 Grad Cel sius erwärmen. Das Problem zeigt sich besonders im Verschwinden unseres „Brotbaumes“, der Fichte. Ebenso haben unsere Wildtiere immer häufiger mit parasitären Belastungen zu kämpfen. Oberöster reichs Landesjagdverband fordert nun mehr Solida rität im Wald.

Um unsere Wälder wieder klimafit zu machen, ist die Zusammenarbeit von Jagd, Forst- und Landwirt schaft wichtiger denn je. Eine Veränderung weg von Monokulturen, hin zum Mischwald und eine geord nete Regulation der Schalenwildbestände sind er forderlich, um unsere Natur zu retten.

Da seit Beginn der Coronapandemie die Wälder zu jeder Uhrzeit von Menschen regelrecht gestürmt werden, leiden unsere Wildtiere unter unnötigem Stress. Oberösterreichs Landesjägermeister Her bert Sieghartsleitner betont, dass bestimmte Len kungsmaßnahmen und ökologische Raumplanung gesetzlich verankert werden sollen, um den Wild tieren wieder etwas Ruhe zu verschaffen.

Frau Landesrätin Michaela Langer-Weninger fügt außerdem hinzu, dass eine Abschussplanverord nung und eine Jagdausübung, bei der das Lebens mittel Wildbret im Fokus steht, dabei helfen den Klimawandel und einen Eintrag der Afrikanischen Schweinepest zu verhindern.

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Christoph Böck, LR Michaela Langer-Weninger, OE LJM Herbert Sieghartsleitner

JUBILÄUMS-JÄGERMESSE FÜR DEN GUTEN ZWECK

Der karitative Verein Grünes Kreuz für Jagd und Natur feierte seine 20. Jägermesse im Wiener Stephansdom im Zeichen von Dankbarkeit und Nächstenliebe. Viele Jagdinteressierte nahmen im Herzen Wiens an der Heiligen Messe teil. Die Jubiläums-Jägermesse im prunkvollen Stephansdoms wurde von Mag. Petrus Pilsin ger, Abt des Stiftes Seitenstetten, zelebriert. Im Beisein von Konzelebrant Dompfarrer Toni Faber gelangte die „Stacherl-Messe“ zur Urauf führung. Die „Stacherl-Messe“ wurde zu Ehren des heiligen Eustachius, dem Schutzpatron der Jäger*innen und Förster*innen, von Dom musikus Mag. Thomas Dolezal komponiert. Ausgezeichnet durch ihre Schlichtheit setzten die Breitenfurter Jagdhornbläser und der Män nerchor ARS Musica die Komposition sensatio nell um. Präsidentin Dr. Christa Kummer-Hof bauer unterstrich in Ihren Dankesworten einmal mehr den Hauptzweck des Vereins – die soziale Unterstützung von österreichischen Jä gerfamilien. „Ein tragischer Schicksalsschlag ei ner jungen Familie bewegt uns im Verein sehr. Bei den starken Stürmen im Sommer, die durch ganz Europa fegten, kam ein Familienmitglied ums Leben, der Vater wurde schwer verletzt. Er muss nun mit der traurigen Gewissheit einer Querschnittslähmung leben“, so Kummer-Hof bauer. Die Jubiläums-Messe stand daher im Zeichen des guten Zwecks! „Die Zirbenholz herzen, die von einem Waldviertler Tischler dem Verein zur Verfügung gestellt wurden, sind nach der Heilige Messe angeboten worden. Der Erlös wird der Familie gespendet“, resümierte die Präsidentin.

Spezialaufgüsse:

• Täglich zwischen 11 und 20 Uhr

• Kulinarisch z.B. Vino, Sanddorn, Apfel

• P egend z.B. Mandelblüten, Lavendel, Minze

• Entspannend z.B. Klangreise, Meridiane

achtzigzehn | Foto: Jasmin Schuller| BEZAHLTE ANZEIGE JEDER AUFGUSS
EIN GENUSS holding-graz.at/ austerwellnessbad Geführte

VOLLER ERFOLG FÜR DIE „GRÖSSTE OUTDOORMESSE FÜR JÄGER UND SCHÜTZEN IN GRÜNAU / DEUTSCHLAND

So viele Besucher wie nie zuvor waren ver gangenes Wochenende nach Grünau ge reist: Rund 30.000 Jäger und Schützen mit ihren Familien, Naturfreunde sowie Lieb haber des Brauchtums und des Landle bens passierten die Tore zum Messegelän de rund um das ehemalige Jagdschloss der Wittelsbacher, um sich über die neuesten Trends der Waffen- und Optikbranche zu informieren, traditionelle Handwerks kunst zu bewundern, Wildspezialitäten zu probieren oder einfach im Schlossbiergar ten beisammenzusitzen und die einzigar tige Stimmung zu genießen. Absoluter Höhepunkt des Rahmen programms unter weiß-blauem Him mel waren nach der Hubertusmesse im Schlosshof, zelebriert von Domvikar Dr. Stübinger, die Aufmärsche der Tiroler Schützenabordnung und der Drum and Pipe Band „Targe of Gordon“. Letztere sorgten vor allem bei der ge meinsamen Darbietung mit der Neubur ger Stadtkapelle für Gänsehaut. Krönen der Abschluss der Messe war das große gemeinsame Konzert aller anwesenden Jagdhornbläsergruppen im Innenhof.

HUBERTUSFEIER GRAZ MARIATROST

Am 3. November lud die in diesem Jahr neu gegründe te Grazer Ortsgruppe des Steirischen Jagdschutzvereins zur Hubertusmesse in die Basilika Mariatrost. Unter dem Klang der Kirchenglocken und musikalisch begleitet durch die Ortsmusik-Kapelle Mariatrost zog kurz vor 19 Uhr ein Fackelzug der diesjährigen Jungjägerinnen und Jungjäger in Richtung der Basilika und stand daraufhin den Gästen Spalier, als diese zum Gottesdienst in die Ba silika schritten. Willkommen geheißen wurden die Gäste von Pfarrer Grünwald, der den Gottesdienst an diesem Abend abhielt. Im Anschluss an den Gottesdienst fanden sich rund 80 der diesjährigen Jungjägerinnen und Jung jäger am Vorplatz der Basilika ein, wo unter dem Audi torium der anwesenden Gäste und unter musikalischer Begleitung die feierliche Jungjägerangelobung mit der tra ditionellen Überreichung der Jägerbriefe stattfand.

Der Steirische Jagdschutzverein Graz bedankt sich bei den über 500 Gästen für den gelungenen Abend und freut sich auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr!

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Roland Rieben Österreich Repräsentant Hikmicro Ehrengäste am Stand von Salzburger Federkiel Beeindruckende Greifvogelvorführung RA Christian Teppe mit der neuen Ausgabe der Steirischen Jägerin

CANICOX ® -HD

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