Die steirische Jägerin Herbst 2022

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Ausgabe Herbst 2022 Verkaufspreis: €7

Das unabhängige Magazin für die Weidfrauen Österreichs

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Jagd in ­Südafrika Seite 42

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VORWORT

ZUSAMMENSTEHEN IN ZEITEN WIE DIESEN „Die Preise steigen, insbesondere für Energie. Wie vor dem 9. November 1989 stehen sich zwei Blöcke mitten in Europa feindselig gegenüber. Gleichzeitig setzen jagdkritische Kräfte ihren Kampf gegen alle Naturnutzer unvermindert, stetig und konzertiert fort. Während eine Inflationslawine auf uns zu rollt, rollt aus Brüssel eine neue Naturschutzwelle auf uns zu. Überschrieben ist das vielseitige Werk mit dem denkwürdigen Begriff „Verordnung zur Wiederherstellung der Natur“. Anders als Richtlinien wirken Verordnungen als europäische Gesetze unmittelbar für alle europäischen Bürger. Man unterstellt den Europäern und damit den Naturnutzern und damit den europäischen Jägerinnen und Jägern, dass sie in den vergangenen Jahrzehnten nichts dazu beigetragen hätten, die Natur zu erhalten. Wir Loden tragenden Naturschützer sehen das natürlich deutlich klarer, da wir die Natur nicht vom Schreibtisch oder vom Balkon aus betrachten, sondern uns in ihr tagtäglich bewegen, ja eins mit ihr werden. Im Gesetzgebungsverfahren gilt es nun, gemeinsam alle erdenklichen Anstrengungen zu unternehmen, damit Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Jagd auch in Zukunft ungehindert betrieben werden können, ohne dass Bürokraten neue Details erfinden, mit denen sie uns das Leben auf dem Land erschweren können.

Gegen diese Bewegung und Bestrebung helfen nur Bildung und Eintracht. Alle Landnutzer aus Landwirtschaft, Forst und Jagd, Wanderer und Tourismus müssen sich einig sein mit ihren Forderungen und in der Wahl der Mittel ihrer Durchsetzung. Da hilft es wenig, so radikal zu werden, dass niemand mehr mit einem spricht oder man gar für unzuverlässig erklärt wird. Es helfen auch nicht pauschale Forderungen oder Behauptungen, sondern nur fundierte und dezidierte Kenntnis der Zusammenhänge und der beabsichtigten Maßnahmen. Nur wenn wir alle gemeinsam bereit sind, zusammen zu stehen und sauber zu argumentieren, wie wir unsere gemeinsame Passion, das Weidwerk, sauber ausüben, nämlich weidgerecht, werden wir diese Auseinandersetzung gewinnen können.“ Diesen Worten des deutschen Rechtsanwalts und Jagd-Experten Christian Teppe kann ich mich nur vollinhaltlich anschließen. Dafür steht auch die „Steierische Jägerin“. Hier wird Raum geboten für einen qualifizierten Diskurs über alles rund ums Thema Jagd und ihre Bedeutung sowohl in gesellschaftspolitischer Hinsicht als auch in ihrer Rolle betreffend das ökologische Gleichgewicht im Naturraum Wald. Weidmannsheil! Ihr Christian Huemer

Christian Huemer

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Weltjagdausstellung Ungarn/Budapest

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Coverstory Katharina Warter

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Bleistiftpatronen

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Fischsterben in der Mur

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Stadtjagd Episoden

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Jagen in Nordamerika

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IMPRESSUM Herausgeber: Christian Huemer, 8055 Graz, Puchstraße 133 www.steirische-jaegerin.at, info@steirische-jaegerin.at Redaktion: Alia Bandhauer, Freydis Burgstaller-Gradenegger, Christoph Burgstaller, ­ Mario Ensmann, Christian Huemer, Werner Kuhn, Magnus Pelz, Martin Prumetz, Andrej Sidenko, Klaus Sommeregger, Beatrix Sternath, Hubert Zeiler Erscheinungsort: Graz Anzeigenleitung: Christian Huemer, 0664/1457580, huemer@hcmedia.at Grafik: bluepepper.at | Peter Jukel Lektorat: Esther Unterweger Vertrieb: Abo, redmail, steirische Trafiken, Einzelhandel Coverfoto: bluepepper.at | Peter Jukel Druck: Gravizki zavhod Hrvatske d.o.o., Croatia, 1000 Zagreb

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In gebender Rolle Text: Christian Huemer Fotos: Peter Jukel

Am Mandlberggut in Radstadt hat sich eine ganze Familie mit der eigenen Destillerie, dem Genuss, der Gastfreundschaft und dem Forschergeist verschrieben. Edelbrandsommelier und Jägerin Katharina Warter nimmt sich dabei Zeit für den behutsamen Umgang mit Tier und Natur. Seit Generationen ist die Familie Warter mit Natur und Tier aufs Engste verbunden. Der Großvater von Katharina Warter züchtete Norika-Pferde, die Eltern bemühten sich in der der Haltung von Milchkühen und der Herstellung von Käse und legten mit einer Latschenkieferölbrennerei und der ersten Brennanlage den Grundstein. Heute ist das Mandlberggut in Radstadt für seine Zirben- und Latschenkieferbrennerei bekannt und wurde mit der „Dachstein-Destillerie“ zum ersten Edelbrandsommelier im Salzburger-Land. Katharina Warter bringt heute gemeinsam mit ihrer Schwester Theresa, die ihren Meister im Bereich Obstverarbeitung in Klosterneuburg ablegte, bei regelmäßigen Führungen den Besuchern die genüssliche Faszination der Latschen- und Schnapsbrennerei näher. „Es ist wichtig, den Menschen Wissen zu vermitteln, damit sie auch den Kreislauf verstehen und zudem sehen, das es einen behutsamen Umgang mit der Natur bedarf “, erklärt Katharina Warter. Durch den Auerhahn im Unternehmenslogo des Familienbetriebes werde sie auch öfters von Besuchern und Gästen auf die Jagd und die Tiere der Region angesprochen. Themen, für die sich die Jägerin mit Leidenschaft Zeit nimmt. „Meinen Mann und mich zieht es nach der Arbeit und an den Wochenenden fast immer ins Revier, weil es ein wunderbarer Ausgleich zum Alltag ist. In der Abgeschiedenheit inmitten der Natur können die Akkus wieder aufgeladen werden.“ steiner1888.com

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Oftmals spaziert sie auch alleine, barfuß und begleitet von ihrem Hannoverschen Schweißhund durch das Holz. „Sich leise der Natur nähern und einfach nur Dinge zu betrachten. Das Gefühl für die Natur muss da sein. Der Mensch braucht schließlich seine Reize. Ich sehe mich da als Mensch und Jäger in einer gebenden Rolle, die Verantwortung übernimmt“, gibt Katharina Warter Einblick in ihre Gedanken. Diese Einstellung ist gepaart mit dem Willen nach Wissen und Verstehen. Dieser Wille habe sie auch zur Jagd gebracht. „Mein Vater ist ja auch Jäger, und wenn bei uns daheim am Jägerstammtisch diskutiert wurde, hat mich das sehr interessiert. Der Weg zur Akzeptanz führt über Wissen und das Zuhören und Lernen von erfahrenen Lehrprinzen war mir dabei immer schon wichtig.“ Ein Abschuss war für die Naturfreundin, die etliche Tiere selbst aufgezogen hat, dabei nie Thema. So gehen laut eigenen Angaben bis dato nur zwei Böcke und ein Schneehuhn auf ihr

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Konto. Vielmehr geht es Warter um die Verbindung der einzelnen Elemente zu einem homogenen Ganzen, das von Respekt und Wohlbefinden begleitet wird. Bestes Beispiel hierfür ist, wenn Besucher etwa im Bergkaffee am Mandlberggut auf knapp tausend Meter Seehöhe auf den Dachstein und die Schladminger Tauern blicken und dabei von den Wildspezialitäten und den Schnapserln aus der eigenen Edelbrand-Manufaktur kosten. „In der Jagd wie in der Destillation ist es unumgänglich, dass man auf die Rohstoffe und Ressourcen Acht gibt und sie pflegt“, werden doch zur Produktion der Edelbrände ausschließlich frische und ausgereifte Obstsorten verwendet. Katharina Warter geht es dabei in der Jagd wie auch in der Erzeugung ihrer Produkte nicht um Prestige, sondern um die Sensibilisierung für einen offenen Umgang mit der Natur und ihren Erzeugnissen. Deshalb vergleicht sie den Zugang zur Jagd auch ein wenig mit dem „Brennen“ von Schnaps. Da brauche es auch die Zutaten wie Freude, Zeit und Leidenschaft. Diese Kombination sei wiederum die beste Basis, um Wissen weiterzugeben. „Damit die Menschen wieder einen umfassenden Zugang bekommen und die Jagd nicht in vorgefertigten Klischees gedacht wird.“

Tradition trifft

Moderne

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STADTJAGD-EPISODEN Text: Mag. Freydis Burgstaller-Gradenegger, MBA

Das Jagen in Österreichs zweitgrößter Stadt ist eine Kategorie sui generis, d.h. ganz speziell. Manche Standeskollegen vertreten die Ansicht, es handle sich dabei um gar keine „echte Jagd“. Unbestritten bestehen Unterschiede: Dass ein Hochgebirgsjäger über die Flachländer schmunzelt, die „inmitten der Häuser“ dem Weidwerk nachgehen oder ausgefuchste Baujäger ob der „Dachbodenaktionen zum Schutz der Kleinhaustiere“ die Nase rümpfen, ist nachvollziehbar. Für passionierte Rotwildjäger existiert ohne das Vorhandensein von Rotwild ohnehin keine „echte Jagd“. Immerhin – einige Grazer Stadtreviere können mit Gamswild und mittlerweile – mit Blick auf Schaden- und Seuchengefahr allerdings unerwünscht – auch mit Schwarzwild aufwarten. Besonders spektakuläre „Wildauftritte“ finden sogar in

die Medien Eingang. Man denke an das Reh auf der Keplerbrücke in Graz oder den Gams, der sich in das allgemeine Unfallkrankenhaus verirrt hatte. In der Steiermark weist der kleinste Jagdbezirk, GrazStadt, mit zwölf Revieren (drei Eigenjagden und neun Gemeindejagdgebiete, darunter auch das unsere) insgesamt 12.700 Hektar Jagdgebietsfläche auf. Ein stetig zunehmender Teil davon besteht aus jagdlich nicht nutzbarer Fläche. Dieser Umstand steht im Gegensatz zu den äußerst stabilen Wilddichten, vor allem bei den Rehen und beim Raubwild (insbesondere Fuchs und Marder). Aber auch um die Feldhasen- und Naturfasan-Bestände ist es nicht schlecht bestellt. Dachse, Wanderfalken, Uhus, der Biber, Rabenvögel, der Goldschakal und selbst Möwen haben das Stadtgebiet aufgrund


des Schutzes vor Fressfeinden und der Nahrungssicherheit als attraktiven Lebensraum für sich entdeckt. Der Tisch ist reich gedeckt Einer unserer Gemüsebauern im Revier behauptet, die Hasen hätten sich zu echten Gourmets entwickelt und zählt ihren Speisezettel der Präferenz nach auf. Für Rehe ist der Tisch ebenso ganzjährig gedeckt. In den noch ländlich geprägten Teilen des Stadtgebietes bieten sich zudem hervorragende Einstandsmöglichkeiten. Verwilderte (Bau-)Grundstücke bilden ökologische Nischen. Wir witzeln bisweilen, dass wir irgendwann angesichts ihrer Vielzahl ein Maklerbüro eröffnen werden. Aber gut, dass es diese Flächen noch gibt, denn sie stellen oftmals die letzten Rückzugsrefugien für Wild dar. Bisweilen handelt es sich jedoch zugleich um ökologische Fallen, wenn ein paar hundert Meter entfernt Hauptverkehrsrouten verlaufen. Jagen als Dienstleistung Das Jagen in der Stadt ist größtenteils eine Dienstleistung: Verkehrsunfälle mit Wild, Raubwild in Hausgärten, Garagen oder auf Dachböden, in Zäune gehetzte oder in Garagentoren verfangene Rehe, in Pools ertrunkenes Wild, Sorge um zutrauliches, aufdringliches oder krankes Wild, bei der Mahd oder von Hunden verletzte oder getötete Rehkitze… etc.: Die Einsatz-Palette ist vielschichtig, die Verpflichtung groß, die Inanspruchnahme ebenfalls und die Verantwortung eine noch größere. In unserer Jagdgesellschaft besteht ein wochenweise rotierender „Bereitschaftsdienst. Während dieser Zeit befindet man sich quasi in Rufbereitschaft für Polizei und Feuerwehr. Besonders gefordert ist das Jagdschutzorgan mit nahezu täglichen Einsätzen im Revier bzw. entgegen genommenen Anrufen. Wir verzichten bewusst darauf, zu dokumentieren, was wir an „Arbeitszeit“ leisten, wie viel Benzin wir verfahren, wie viele Gesprächsstunden wir aufbringen, um der Jagd, den Wildtieren, letztlich aber vor allem der Öffentlichkeit zu dienen. Das eigentliche Jagen wird aufgrund zunehmender Verbauung immer schwieriger und muss doch nach wie vor die Erfüllung des Abschussplanes zum Ziel haben. Jagderlebnis? Ja, das kann man haben, aber in abgewandelter Form. Denn alleine ist man im Stadtgebiet nie. Die auf dem Balkon frühstückende Dame blickt unmittelbar auf den Hochsitz, Herrchen und Frauchen führen ihre Hunde aus, gestresste Stadtbewohner erholen sich beim Sport oder genießen die Natur, und das tatsächlich zu jeder Tages- und Nachtzeit. Manch einer empfindet keine große Freude beim Anblick einer bewaffneten Person, die vorhat, auf Tiere zu schießen. Wir erklären uns un-

ermüdlich: „Wir nutzen die Natur nachhaltig (und im Übrigen gegen Entgelt), sorgen für ein Gleichgewicht und Artenvielfalt, schützen die Wildtiere, indem wir sie versorgen, kranke entnehmen, Bestände regulieren“…etc. (Dass wir recht brave Böcke im Revier haben, bleibt da unsere heimliche Freude.) Unterschiedliche Haltungen und viele Erlebnisse Bei den Städtern trifft man insgesamt auf sehr unterschiedliche Haltungen: Auf der einen Seite die „RehHasser“, die ihre Blühgärten kompromisslos ungestört genießen und ihren Salat nicht mit dem Kulturfolger teilen wollen. Auch einige wenige Stadtlandwirte reihen sich hier mit entsprechenden Forderungen ein. Auf der anderen Seite die „Reh-Liebhaber“, die den Rehen Namen geben, sie füttern (rechtliche Anmerkungen sollen hier, wie auch an anderer Stelle, ausgespart bleiben) und sich selbst dann noch an ihnen erfreuen, wenn sie die gesamte Gartenernte vernichtet haben, weil sie ja immerhin mit ihren „Kindern“ wieder kommen werden. Die Bandbereite ist riesig! Man muss es jedenfalls mögen, sich auf Diskurse einzulassen, unter Beobachtung zu jagen, sich Zeit für Erklärungen nehmen und sich in jeder Sekunde der Verantwortung bewusst sein, denn überall und in jeder Sekunde hat der Sicherheitsaspekt im Mittelpunkt zu stehen. Den Stadtjagd-Episoden liegen wahre Begebenheiten zu Grunde. Sie sollen diese besondere Form der Jagdausübung der Leserschaft mit einem Augenzwinkern näherbringen. Ganz besonders freue ich mich, den großen, schillernden Künstler Hubert Weidinger für Begleit-Karikaturen gewonnen zu haben.

Stadtjagd-Episode 1

Traumatisierte Rehe Ein „Rehschützer“ ruft an. Es handelt sich um einen akademisch gebildeten Mann. Er klingt recht verzweifelt und gleichzeitig, wie häufig bei solchen Anrufen, auch sehr fordernd. Er habe einen Garten, in dem liege ein stark verwester Rehbock, dieser möge bitte DRINGEND entfernt werden, damit die anderen Rehe nicht TRAUMATISIERT werden. Ich frage nach, da ich meine, mich verhört zu haben. Dabei fiel mir ein: Erst vor Kurzem hatte ich ein Gespräch mit einem besorgten Elternpaar geführt, das sich ob des Anblicks eines von ihrem Hund gerissenen Kitzes Gedanken um die psychische Gesundheit seiner beiden Kinder machte. – Aber psychische Gesundheit von Rehen??


Der Schalldämpfer hat meine Jägerinnenohren noch rechtzeitig vor Gehörschäden bewahrt, ich habe richtig verstanden. Der Anrufer führt aus: „Die Angehörigen des Rehbocks werden vom Anblick ihres toten Verwandten traumatisiert! Das kann man ihnen nicht zumuten!! Bitte holen Sie den Kadaver ab!“ Während ich mir wildbiologische Erkenntnisse über das Gefühlsleben von Schalenwild in Erinnerung zu rufen versuche, mache ich mich unter Einsatz des Navis auf den Weg. Bei Ankommen wird klar: es handelt sich um ein riesiges Grundstück mit einer großen gepflegten Gartenanlage. In dem Garten steht auch ein Riesen-Griller der Marke „Ich-spiele-alle Stückerln“. Unseren Hund habe ich zu Recht zu Hause gelassen, denn den Verwesungsgeruch nimmt auch meine Nase sofort wahr. Aber darum scheint es dem Mann nicht zu gehen. Er berichtet, dass täglich fünf Rehe vorbeikommen und nunmehr ihren toten Kameraden (bzw. das, was von ihm noch übrig sei) anschauen müssen. „Das kann man ihnen nicht zumuten, die werden ja traumatisiert!“ Auch er könne nicht mehr mitansehen, wie sehr sich die Artgenossen des – aus welchen Gründen auch immer – Verblichenen grämen. Auf die Sorge des älteren Herren, was die Empathiefähigkeit der Rehe betrifft, gehe ich nicht näher ein. Mir fällt zwar Gelesenes ein, wissenschaftliche Erkenntnisse über das Sozialleben von Elefanten, Intelligenztests mit Krähen, neueste Forschungsergebnisse bei Affen, Populärwissenschaftliches, und schließlich auch Anderes- bis zur Theorie, dass selbst Salatköpfe Seelen haben sollen, doch frage ich letztlich nur nach Geschlecht, Größe und Alter der gesichteten Rehe. Zumindest weiß ich jetzt, wo die Altgeiß zu finden ist. Während ich behandschuht mit innerlich zugehaltener Nase die verwesenden Überreste des IIer Bockes in einen reißfesten Plastiksack verfrachte, kommen wir ins Gespräch. Er ist ein großer Tierschützer, die Rehe mag er ganz besonders, die Jäger weniger. Aber das spricht er nicht aus, er

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meint nur, er „habe keine Freude, wenn Rehe getötet werden.“ Ich erzähle ihm ein bisschen vom Jagen in der Stadt, den Herausforderungen und auch, dass mein Mann und ich passionierte Wildfleischliebhaber sind. Ja, und übrigens, erwähne ich beiläufig mit Blick auf den Griller: „Wildbret vom Reh kann man hervorragend grillen.“ „Nein, wirklich??“ Seine Augen weiten sich und er streicht kurz mit der Zunge über seine Lippen. Ich schwärme von perfekt gegrilltem Fleisch mit den richtigen Marinaden, frischen Gewürzen und einer guten Weinbegleitung, und davon, wie gesund das Fleisch ist. Der Rehschützer berichtet, was sein Griller alles kann, welche Garstufen je nach Fleischsorte die besten sind, welche Spezialitäten schon auf dem Rost lagen und wie und wo er Tipps und Tricks auf dem Weg zum besten Grillmeister aller Zeiten zusammenträgt. Ich beobachte, wie er, innerlich ringend und mit sich hadernd, von einem Bein aufs andere tritt. Seine Augen streifen den Plastiksack in meinen Händen. Schließlich schlägt die Passion durch und er überwindet sich: „Könnten Sie einmal ein Stückl Rehfleisch vorbeibringen? Ich zahle auch selbstverständlich dafür.“ Natürlich habe ich ihm die Erweiterung seiner Grillgutbestände ermöglicht. Mit der Lieferung hat es zwar ein wenig gedauert, denn alle in unserer Jagdgesellschaft sind begeisterte Wildbretesser. Schließlich aber war es so weit. Selbstredend, dass die erste Kostprobe für unseren Rehschützer ein Geschenk war, wobei er sich mit einer Einladung zu einer gestandenen Grillerei bedankte. Was soll ich sagen? Wir haben nun einen fleißigen WildbretAbnehmer, der in regelmäßigen Abständen ungeduldig nachfragt, wann das nächste Reh zu Strecke kommt.


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Der Wolf in Österreich Zusammenhalt ist gefragt

Keine anderen Tiere haben in den letzten Monaten für so viel Kontroversen gesorgt wie die Wölfe. Mit zunehmenden Populationsdruck steigen auch die Probleme. Nicht nur mit den Weidetieren auch der Jagd steht noch einiges bevor. Nur der Zusammenhalt zwischen Jagd, Landwirtschaft und Grundbesitzern wird etwas bewegen können. Save The Alps setzt sich nicht nur für den Schutz der Kulturlandschaften wie die Almen ein, sondern auch für die Zusammenarbeit aller Betroffenen – „Wir halten zusammen!“

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TEXT: DI KLAUS SOMMEREGGER, VEREIN SAVE THE ALPS UND LARS E. BROCH

Der Wolf in den Alpen – unendliche Weiten, hohe Gipfel und absurde Zahlen. Zahl 1: 7.029.000 € lässt es sich die Europäische Union kosten, den Wolf in den Alpen zu erforschen – und zwar in Italien, Frankreich, Österreich und Slowenien. Aber… es gibt ja auch noch andere Alpenländer – und so kommen wir zur Zahl 2: Es werden parallel nämlich nochmals 4.899.191 aufgewendet um den Wolf in Bayern, Südtirol und Österreich zu studieren und „Herdenschutzkonzepte“ zu ersinnen. In Summe also 11.928.191 € - für den Wolf – nur in den Alpen. Mit zweifelhaftem Erfolg, wie die Pressemeldungen in Österreich, und auch aus der Schweiz, Italien, Frankreich und Deutschland mutmaßen lassen, da es wohl inzwischen kaum noch eine Alm gibt, auf der es keine Risse gab und von der die Weidetiere nicht vorzeitig wieder ins Tal hinabgetrieben wurden. Diese Zahlenspielereien aber nur zum Einstieg. Der Wolf soll wieder angesiedelt werden, um seine ökologische Funktion ausüben zu können und damit die Biodiversität zu steigern. Nur wie kann die eine Art Wolf Biodiversität steigern, wenn mit dieser Art das Weidetier geht und damit auch gleich hunderte Arten in Fauna- u. Flora und somit Lebensräume und Kulturlandschaft wie die Almen? Auf diese Frage gab es noch keine Antwort! Dabei hat man gedacht, dass die Jagd dieser Funktion bereits erfolgreich seit Jahrhunderten nachkommt? Mit steigenden Populationen kommen die Probleme und dann darf die Jagd wieder ihrer „regulierenden“ Funktion nachkommen. Die Frage lautet aber: Kann man das der Jagd zumuten? Ein Berufsstand der ohnehin schon auf der Abschussliste von urbanen Tierschützern steht. Die Jagd wird dann wieder auf Behördengeheiß verpflichtet so genannte Problemwölfe entnehmen. Aber bitte keine führenden Tiere und genau den „135M“ und nicht den 153F“. Und als Beloh-

Die Sammlung Binker

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nung gibt es anstelle von Orden den Hass der tierliebenden Bevölkerung und beim Misserfolg den Spott und Hohn der Grundbesitzer und Weidtierhalter. Die Jagd als Buhmann und Feindbild. So weit darf es nicht kommen! Es müssen Konzepte auf den Tisch wie man in 4-5 Jahren einer Population von mehr als 1.000 Tieren entgegnet, sofern man der verbreiteten Vermehrungsrate von plus 30% pro Jahr Glauben schenken kann und die Zuwanderung weiterer Individuen berücksichtigt. Ein Beispiel wäre da Frankreich. In Frankreich wurde die „Brigarde de loup“ geschaffen. Eine Spezialeinheit zur Entnahme von Wölfen die für Staatsgewalt tätig ist. Eine Art „Wolfspolizei“ mit der Lizenz zur Entnahme. Liese sich das mit der Jagd vereinbaren, sofern der gesetzliche Rahmen dafür geschaffen würde? In Frankreich wurden in diesem Jahr 174 Wölfe zum Abschuss frei gegeben. Dabei wäre aber für Frankreich „nur“ eine Mindestzahl von 26 Rudel für den günstigen Erhaltungszustand vorgesehen – für Österreich wären es 39! Schon allein diese Zahlen lassen einem ungläubig zurück, wundert man sich doch, dass in Slowenien gerade einmal 3 Rudel den günstigen Erhaltungszustand markieren (Quelle: KORA Bericht Nr. 72). Umgerechnet müssten also in naher Zukunft weit über 200 Wölfe jedes Jahr entnommen werden. Was diese Zahlen allerdings für unsere Wildbestände bedeutet, insbesondere wenn kein Weidevieh mehr auf den Almen ist, könne wir uns ganz einfach vorstellen. Vielleicht eine weitere Strategie? Das Ende der Jagd? Zudem kommt es durch den als Pauschallösung propagierten Herdenschutz zu vielen weiteren jagdlichen Problemen. Der Herdenschutz soll problemlos die Koexistenz von Wolf und Weidetier gewährleisten. In diesen Konzepten bleiben aber Wildökologie und andere jagdliche Aspekte völlig ausgeblendet. Herdenschutzzäune, das sind mind. 1,5m hohe mit mindestens 5.000 Volt geladene Netzzäune werden das Wanderverhalten des Wildes sicherlich för-

dern. Herdenschutzhunde, die in der Lage sind Wölfe zu zerfleischen werden für die Wildbestände und die Jagd eine Bereicherung sein. Heute darf ein wildernder Hund entnommen werden, und morgen? Die Aussichten sind ernüchternd. Alles das wird aber von den Wolfsheulern ausgeblendet und bleibt unbeachtet. Die Wölfe werden das etablierte Gleichgewicht zerstören. Regionsweise wurde das Muffelwild schon ausgerottet in anderen Regionen kommen kein Schalenwild mehr auf weil die Kälber gefressen werden. Eine Jägerin oder ein Jäger muss sich ein umfangreiches Wissen um das Zusammenleben in der Natur aneignen – ein Naturschützer muss das nicht und darf ein Großraubtier heraufbeschwören, ohne dafür Verantwortung übernehmen zu müssen. Die Jagd betreibt Naturschutz vor Ort und nicht von einem Büro in der Stadt aus. Keiner kennt sich mit der Ökologie seines Reviers besser aus. Dafür werden Weidetierhalter und auch in weiterer Folge die Jagd verantwortlich gemacht. Die Wölfe werden das etablierte Gleichgewicht zerstören. Regionsweise wurde das Muffelwild schon ausgerottet in anderen Regionen kommen kein Schalenwild mehr auf, da die Kälber gefressen werden. Fakt ist, dass sich die Grundstückseigentümer, Weidetierhalter und Jäger werden zusammenschließen müssen. Sie dürfen sich nicht spalten lassen, wenn sie gemeinsam bestehen wollen. Die Jahrhunderte alte Symbiose aus Jagd, Grundbesitz und Landwirtschaft war bisher ein Erfolgsmodell für die Schaffung unserer Lebensräume. Wollen wir diese erhalten, müssen wir sie gemeinsam schützen! Save The Alps – Wir halten zusammen!


Foto: Lebensressort

Interview mit Landesrat Hans Seitinger Herr Landesrat, Krisen und Kriege dominieren die Schlagzeilen und viele Menschen blicken mit großer Sorge Richtung Winter. Wie beurteilen Sie die Lage? Keine Frage, uns steht ein heißer Herbst bevor. Corona, Ukraine, steigende Preise und Energieknappheit und dann auch noch die Auswirkungen des Klimawandels sind eine gefährliche Gemengelage. Wir können jetzt wie die Maus vor der Schlange erstarren und warten, was passiert, oder selbst Handlungen, wie Stromsparen oder Sanierungsmaßnahmen, setzen und zuversichtlich in die Zukunft blicken. Wir haben in der Steiermark so viele kluge Köpfe und gemeinsam werden wir die Herausforderungen meistern.

Naturwelten ein Vorzeigeprojekt realisiert. Es ist ein wertvoller Baustein für den Dialog, den es zwischen den Naturnutzern und den Naturbewirtschaftern wie Bauern und Jägern braucht.

Was braucht es neben Zuversicht noch? Wir werden nicht umhinkommen, uns alle etwas einzuschränken. Wir müssen unseren Ressourcenverbrauch reduzieren und nachhaltiger leben. Nehmen wir das Beispiel der Lebensmittelverschwendung: Jedes Jahr landen allein in der Steiermark Lebensmittel im Wert von 200 Millionen Euro im Müll. Darauf zu verzichten erfordert nur gezieltes Einkaufen ohne dass wir an Komfort einbüßen. Für uns Jägerinnen und Jäger ist dieser verantwortungsvolle Umgang mit der Natur selbstverständlich, aber vielen Menschen fehlt der Bezug zur Umwelt.

Wie kann die Jägerschaft in dieser Debatte bestehen? Damit wir in dieser Debatte bestehen können und nicht zum Opfer polemischer, destruktiver Kräften werden, müssen wir die positive Wirkung unseres waidmännischen Handelns für die heimischen Ökosysteme stärker hervorheben. Wer, wenn nicht die Jägerinnen und Jäger, legt Biotope für Bodenbrüter an und sichert so deren Bestand? Wer, wenn nicht die Jäger sorgen mit Wildfütterungen dafür, dass die Tiere im Winter nicht zugrunde gehen? Und ich könnte noch viele weitere Beispiele anführen. Wir Jägerinnen und Jäger dürfen uns nicht verstecken, sondern müssen selbstbewusst auf unsere vielfältigen Funktionen für ein funktionierendes Ökosystem hinweisen.

Wie kann man dem entgegenwirken? Das geht nur über verstärkte Bewusstseinsbildung. Die steirische Jägerschaft hat in diesem Bereich mit den

Ist das wechselseitige Verständnis verloren gegangen? Ja, man hat sich schon sehr voneinander entfremdet. Wir sehen das ja auch an den Diskussionen rund um die großen Beutegreifer. Da fragt man sich schon, warum der Tierschutz nur für den Wolf gilt und nicht für hunderte gerissene oder qualvoll in den Tod gehetzte Nutztiere.

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Die Jagd mit

Armbrust oder Pfeil und Bogen

TEXT: MARTIN PRUMETZ

I

mmer öfter liest man in verschiedenen Jagdzeitungen über Waffen aus längst vergangener Zeit. Ein Modetrend, der versucht, die Jagd mit dem Pfeil zu verherrlichen. Manche vertreten sogar die Meinung, dem Wild durch diese urzeitliche Waffe eine Chance zu geben, da das Anpirschen auf kürzeste Distanz äußerst schwierig und vor allem spannend ist. Aber im Vordergrund steht so wie bei jeder neu aufkommenden Sportart ein überaus gewinnbringendes Geschäft mit unzähligen Angeboten, die ein Bogenjäger so benötigen könnte. Vorreiter sind hier ganz klar die USA mit annähernd 12 Millionen Jägern, die vornehmlich den Bogen oder die Armbrust zur Jagd nutzen. Auch in Europa wird diese Art der Bejagung immer beliebter und so kann man zum Beispiel bei unseren Nachbarn in Ungarn oder auch in Spanien, Dänemark, Finnland, Frankreich, Italien und Portugal völlig legal mit Pfeil und Bogen auf die Jagd gehen. In Österreich und auch in Deutschland ist es zu Recht aus Tierschutzgründen verboten. Die Prüfung zum berechtigten Bogenschützen besteht aus einem praktischen und einem theoretischen Teil und soll ohne intensives Training nicht zu bestehen sein. Diese alte Waffe zu verherrlichen, die aus einer Zeit stammt, wo es keine andere Möglichkeit gab, an fleischliche Nahrung zu kommen, erscheint mir überaus egoistisch und dient nur dem persönlichen Kick des Schützen. Das eine ist,

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dass es nur einem wirklich geübten und nervenstarken Schützen möglich ist, auf einer Entfernung von bis zu 30 Metern einen tödlichen Schuss abzugeben, jedoch aber leider ohne Schockwirkung (als Schockwirkung bezeichnet man die Wirkung, die ein Geschoss auf das Nervensystem ausübt). Und ich möchte erwähnen, dass es doch etwas völlig anderes ist, mit einem Pfeil nicht auf Übungsscheiben, sondern tatsächlich auf Wild zu schießen. Ich erlebte das immer wieder bei hervorragenden Kugelscheibenschützen, die beim Schießen auf Wild die Nerven völlig verloren haben und in Begleitung eines Führers gut aufgehoben waren. Das nächste ist, dass es hier in den meisten Revieren überhaupt nicht mehr möglich ist, an das Wild so nahe heranzukommen. Die Fluchtdistanz von unserem heimischen Wild scheint jährlich zu steigen. Das Wild reagiert sehr schnell auf die Schussentfernungen. Wenn Gamswild zum Beispiel schon auf etwa 300 Metern zu flüchten beginnt, sagt das viel über die Bejagung aus und hat nichts mit dem Tourismus zu tun. Mit den heutigen modernen Waffen, wie man von so manchen Jäger mit Begeisterung zu hören bekommt, sollen durchaus Treffer bis auf 500m möglich sein. Auch ein Kick für so manchen Schützen, scheues Wild auf immer größere Entfernungen zu bejagen. Man würde sich wundern, wie vertraut unser Wild wäre, wenn wir es über Jahrzehnte nur mehr auf etwa 30m Entfer-


Foto: Cavan for Adobe

nung bejagen würden. Von daher wäre die Bogenjagd ideal, aber es ist eben kein präziser sofort tödlicher Schuss möglich. Im Allgemeinen ist unser Wild in der heutigen Zeit ohnehin schon einem enormen Stress ausgesetzt. Der ständig steigende Jagddruck besonders in den Staatsrevieren und der von Jahr zu Jahr immer mehr werdende Tourismus, vor allem der Wintertourismus, belastet das Wild sehr. Dem nicht genug versucht man neuerdings schon fast fanatisch in unseren ohnehin schon überbewirtschafteten Wäldern, die zusätzlich noch mit einem unglaublichen Forststraßennetz durchzogen sind, den Wolf wieder einzubürgern, was für das Wild verheerende Auswirkung hat. Wild zu töten ist eine Notwendigkeit und das sollte auch so bleiben. Unser damit verbundenes Jagderlebnis sollte niemals vordergründig sein, sondern was wir mit diesem Eingriff im gesamten Wildbestand hinterlassen und vor allem, wie es dem beschossenen Stück ergeht. Die heutigen Jagdwaffen sowie auch die Munition geben einem geübten Schützen bei ruhiger und überlegter Schussabgabe die Möglichkeit, einen präzisen Schuss abzugeben, wobei das Stück im Feuer oder unmittelbar danach relativ schonend durch die Schockwirkung verendet. Mit Pfeil und Bogen oder mit der Armbrust ist das nahe Herankommen an das Wild, was oft schon mehrfach scheitert, äußerst schwierig und daher eine zusätzliche Beunruhigung. Man be-

Foto: serhiibobyk

nötigt rundherum genügend Platz für den Bogen, um nicht spürbar von ihm überrascht zu werden, dadurch ist man aber auch leichter sichtbar. Die Entfernung muss exakt eingeschätzt werden, um einigermaßen treffsicher zu sein. Dann bleibt die Frage, wie das getroffene Stück auf den Schuss reagiert und vor allem wie die nebenstehenden Stücke das aufnehmen. Seit ich meinen Beruf Ende der Siebzigerjahre als Jäger auszuüben begann, ließ mich der Gedanke nie mehr los: wie entnehme ich ein Stück, um die anderen möglichst wenig zu beunruhigen? Dass man nicht in ein Rudel schießen sollte, ist vollkommen klar, lässt sich aber nicht immer vermeiden. Jeder wirklich erfahrene Jäger weiß, wenn man auch ohne Zeugen etwas schießt, scheint eine Art Kommunikation untereinander vorhanden zu sein und auch wenn es manchmal nicht gleich am nächsten Tag spürbar ist; in absehbarer Zeit ist eine Zurückhaltung deutlich zu bemerken, was dazu führt, dass Wild bei Tageslicht nicht mehr austritt. Leider ist das in heutiger Zeit großflächig vor


Foto: breakermaximus

allem in den Staatsrevieren zu beobachten und diese Entwicklung führt immer mehr zu Schäden, auch wenn ein Wildbestand kaum noch vorhanden ist. In irgendeiner Jagdzeitung habe ich Anfang der Achtzigerjahre einen für mich faszinierenden Artikel über die Jagd mit Pfeil und Bogen gelesen. Der Schütze beschrieb den Schuss auf Rotwild so: Sobald sich der Pfeil durch den Wildkörper gebohrt hat, bleibt das Stück, um Schmerzen zu verhindern, bewegungslos stehen und verendet nach relativ kurzer Zeit. Mir ging das lange Zeit nicht aus dem Kopf, denn das Reduzieren der Wildbestände wurde immer weiter vorangetrieben und ich suchte intensiv nach einer Möglichkeit, Rotwild lautlos zur Strecke zu bringen. Wenn die überhöhten Abschüsse damals nicht mehr zu erfüllen waren, war die gängigste Reduzierungsmethode, das Rotwild an den Wechseln zum Futterplatz zu erschießen und als sie den bei Tageslicht nicht mehr aufsuchten, wurden auch bei hoher Schneelage Treibjagden in den Fütterungseinständen veranstaltet. Als junger Berufsjäger war ich erstaunt, wie respektlos diese spürbar immer lauter werdende, wildhassende staatliche Förstergeneration dem Rotwild gegenüberstand. Es wurden Sprüche losgelassen, die ich nie vergessen werde und hier auch nicht erwähnen möchte. So setzte ich alles daran, diese überhöhten Abschüsse einigermaßen zu erfüllen um vor allem die Treibjagden auf Rotwild zu vermeiden und von der Öbf. Verwaltung Ruhe zu haben. Ein paar Jahre später besorgte ich mir tatsächlich eine Armbrust mit rasierklingenscharfen Pfeilen und es überraschte mich was für eine ungeheuerliche Schlagkraft diese Waffe hatte. Dass die Pfeiljagd bei uns verboten ist, ignorierte ich einfach, denn der Gedanke, lautlos Stücke zu entnehmen, um das Rotwild so wenig als möglich zu beunruhigen, war um einiges stärker. Etliche dieser teuren Pfeile gingen beim Üben verloren oder wurden verbogen und dadurch unbrauchbar. Recht schnell wurde mir klar, dass es nicht einfach werden wird, einen sicheren Schuss abzugeben. Viel der Sichtdeckung ging verloren, um dem gefährlichen schlagkräftigen Bogen seine Freiheit zu geben. Die Entfernung musste

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genau eingeschätzt werden, denn ein paar Meter mehr oder weniger und der exakte Treffpunkt, was eigentlich die Herzkammer wäre, war nicht mehr gegeben. Vor allem sollte die Entfernung nicht weiter als etwa 40 Meter sein. All diese Punkte in kurzen Momenten zu koordinieren und dazu noch vom Wild nicht wahrgenommen zu werden, ist schon mehr als schwierig. All diese Punkte scheinen aber der Kick des modernen Bogenjägers zu sein, doch das geht eindeutig auf Kosten des Wildes. Ein Vorteil in meinem Revier war, dass ich durch eine schonende Bejagung im Laufe der Jahre erreicht hatte, dass trotz starker Reduzierung das Rotwild teilweiße sehr vertraut wurde und es möglich war, auf kurze Entfernung zu schießen. Nach unzähligen Übungsschüssen war der Tag gekommen, um auszuprobieren, was ich mir erwünscht hatte: lautlos ein Stück zu entnehmen, wobei die anderen kaum etwas mitbekommen sollten. Es sollte ein starker alter Hirsch sein, der bis Ende der Feistzeit mit mehreren Hirschen unmittelbar neben meinem Haus stand. Da ich wusste, dass er nach der Brunft nicht mehr zurückkommen würde, hatte ich mich entschlossen, ihn mit der Armbrust zu schießen, um die anderen nicht zu vergrämen. Als ihn der Pfeil auf etwa 25 Meter durchbohrte, konnte ich kein gewohntes Zeichnen wie nach einem üblichen Kugelschuss feststellen. Das Hirschrudel ist in allerhöchster Panik etwa 200m über eine Wiese in Richtung Wald geflüchtet und ich erkannte keinen Unterschied zwischen den Gesunden und dem Beschossenen. Doch nach ungefähr 250 Metern ist er beim Übersetzen des Stangenzaunes zusammengebrochen und verendete. Genau solch eine Panik bei den verbliebenen wollte ich unbedingt vermeiden. Die scharfe Pfeilspitze durchbohrte den mächtigen Feisthirschkörper von etwa 250 kg, streifte die Herzkammer und kam auf der anderen Seite wieder heraus. Ich war maßlos enttäuscht, aber es erschien mir auch logisch zu sein: ein Pfeil ist ähnlich wie ein Messerstich, es gibt keine Schockwirkung und das war das Ergebnis. Wie der Schreiber dieser Geschichte damals in den Siebzigerjahren darauf gekommen war, ist für mich rätselhaft. Über Jahre hindurch hatte ich es so in meinem Kopf: ein vom Pfeil getroffenes Wild, das sich nicht mehr bewegen kann und völlig ruhig verendet. Jedenfalls hatte ich das soeben anders erlebt und zweifle an der Geschichte. Doch so ganz wollte ich die Möglichkeit, Wild lautlos zu entnehmen, noch nicht aufgegeben. Nach etwa zwei Monaten schoss ich auf 30 Meter ein Kalb mit demselben Ergebnis. In höchster Panik, aber nicht krank wirkend wie bei einem üblichen Kugelschuss, flüchtete es etwa 150 Meter über eine Wiese in den nächst gelegenen Wald. Meine Hündin zeigte keinerlei Interesse, da kein Tropfen Schweiß vorhanden war und so hielt sie das Stück vermutlich für gesund. Der herbeigeholte Hund vom Nachbarjäger brachte keinen Erfolg, auch er war interessenlos und folgte der Fährte


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nicht. Ich wusste aber, dass der Pfeil mit dem roten unübersehbaren Ende am Wildkörper war und konnte absolut nichts machen. Nach ungefähr 2 Wochen führte ich einen Gast auf einen Gamsbock und plötzlich hatte ich unmittelbar vor mir dieses Kalb mit dem leuchtend roten Pfeilende. Sofort nahm es mich wahr und flüchtete mit gekrümmten Rücken. Der Gast bekam nichts mit und ich habe aus äußerst schlechtem Gewissen geschwiegen. Nach einer unruhigen Nacht konnte ich es am nächsten Tag in den frühen Morgenstunden endlich erlösen. Der Pfeil hatte eine Rippe getroffen, sich verbogen und ist auf der anderen Seite unterhalb des Rückgrats wieder herausgekommen. Jetzt war der Gedanke mit der lautlosen Bejagung mit dem Pfeil endgültig vorbei. Es war ein unglaubliches Leid, das ich damit verursacht hatte, dabei wollte ich mit dieser Art von Bejagung den immer mehr werdenden Jagdstress verringern und nicht mein eigenes Ego befriedigen, unter dem Motto „zurück zu den Urzeiten wo das Wild noch eine Chance hatte“. Ich möchte gar nicht wissen was bei so manchen indianerähnlichen Pirschen passiert, die nur den Jäger erfreuen, aber für das Wild eine ungeheuerliche Quälerei ist. Angeblich soll durch die Pfeilspitze weniger Gewebe des Tieres verletzt werden und die Leidenszeit bis zum Tod kürzer sowie weniger schmerzhaft sein. Das erscheint mir als Wunschdenken der Bogenschützen. Die Verletzungen sind vergleichbar mit einem Stich oder einem Vollmantelschuss und vor allem: es gibt keine Schockwirkung. Wenn man die Herzkammer nicht trifft, was leicht passiert, dauert das Verenden oft mehrere Tage. Meist werden die wenigen Erfolge hoch gehuldigt, doch die Misserfolge, die oft erst nach Wochen unbemerkt zum Tod führen, bleiben in den Wäldern verborgen. Daher ist die Jagd mit Pfeil und Bogen vollkommen zurecht verboten und ich hoffe es bleibt auch so. Die Armbrust verwendete ich nie wieder - sie ist nicht nur äußerst unpraktisch, vor allem ist ein präzises sofortiges Töten, ohne unter den oft unvermeidlichen Zusehern für Aufregung zu sorgen, nicht möglich. Nur um das sollte es bei der Jagd gehen und um nichts anderes. Dass das Jagderlebnis während der Brunft unübertroffen im Vordergrund steht, ist völlig klar und das soll auch so bleiben, aber die Abschüsse rundherum, besonders bei den weiblichen Stücken, sind äußerst heikel. Es sollte eigentlich verpflichtend sein, dass Berufsjäger in den Kerngebieten mit ihren präzisen Waffen, die täglich über Jahre hindurch in ihren Revieren sind und vor allem das Wild bestens kennen sollten, mit diesen Aspekten vertraut sind. Kurze Zeit später gegen Ende der Achtzigerjahre besorgte ich mir ein Gewehr mit einem geeigneten Kaliber sowie einen passenden Plastikschalldämpfer zum Aufstecken, damit kein Gewinde sichtbar war. Schalldämpfer waren damals noch verboten und verpönt, aber wenn ich bedachte, wie abscheulich man das Wild schon zu dieser Zeit ganz legal oft unter weidmännischen Aspekten behandelt hat, machte ich mir darüber keine Gedanken. Mit dieser Waffe ist es mir endlich gelungen, präzise völlig lautlose Schüsse anzubringen, die das Wild in sich zusammensacken ließ, ohne die geringste Aufregung zu schaffen und ich war erstaunt wie Rotwild mit dem plötzlichen Tod eines Stückes ohne Aufregung umgeht. Der Traum von einer stressfreien Bejagung ist für mich wahr geworden, ermöglichte mir viele Jahre, mitten unter Rotwild zu sein und gab mir unglaubliche Eindrücke. Meine jagdliche Befriedigung war immer nur, keine Unruhe gestiftet zu haben, um danach keine andauernde Veränderung beim Wild festzustellen.

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JagdhornKitz

Stephan Nagelhofer, Maximilan Affengruber, Samuel Krammer, Moritz Nagelhofer, Michael Nagelhofer, Florian Nagelhofer, Felix Nagelhofer TEXT: ALIA BANDHAUER FOTOS:JAGDHORNKITZ

„Die JagdhornKitz“, das ist eine Gruppe von sieben Burschen zwischen neun und zwölf Jahren, die seit gut einem halben Jahr unter der Leitung von Johannes Nagelhofer gemeinsam am Jagdhorn musizieren. Johannes Nagelhofer ist seit 2009 Bezirkshornmeister des Bezirks Amstetten in Niederösterreich und es war ihm schon immer ein Anliegen, junge Jagdhornbläsergruppen zu unterstützen. Er kommt selbst aus einer sehr musikalischen Familie, sein Vater gründete vor nunmehr 35 Jahren die Jagdhornbläsergruppe Öhling, bei der im Laufe der Zeit auch er und seine beiden Brüder mitmusizierten. Nun ist mit seinen fünf Neffen die nächste Generation an Jagdhornbläsern an der Reihe und so entstand die Idee, eine eigene Gruppe zu gründen.

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Wie es zur Gründung der „JagdhornKitz“ kam Zuerst musste aber erst einmal die Basis gelegt werden: Notenmaterial musste geschaffen werden und Hörner mussten organisiert werden. Das war gar nicht so einfach, denn die über 30 Jagdhornbläsergruppen im Bezirk Amstetten behalten ihre Hörner in den eigenen Reihen für die nachkommende Jugend zurück. Immerhin handelt es sich um ein wachsendes Brauchtum. Letztendlich konnten dank Rücklagen des Jagdhornvereins neue Hörner für die Burschen erworben werden. Inzwischen sind die jungen Musiker ein eingespieltes Team, das sich im Zweiwochenrhythmus zu Proben trifft. So haben die „Kitz“ auch noch genug Zeit für andere Hobbys, wie Fußball und fürs Lernen für die Schule. „Die Buben sind unglaublich stolz, da dabei zu


sein und so musizieren zu können wie die Großen. Sie sind sehr motiviert und es ist mir auch wichtig Ethik mit zu unterrichten. Niemand sollte wegen eines Fehlers ausgelacht werden und es sollte konstruktiv zusammengearbeitet werden“, erläutert Johannes Nagelhofer. Vielbeachtete Auftritte der jungen Musiker Mit den klassischen Jagdhornsignalen „Aufbruch zur Jagd“, „Hase tot“ und „Zum Essen“ traten die Buben im Rahmen einer Streckenlegung erstmals öffentlich auf, da war gerade erst mit den Proben gestartet worden. Schon im Dezember schickte der Landesjägerverband Niederösterreich ein Foto- und Videoteam, um ein kleines Video zu erstellen, das im Internet veröffentlicht wurde. Der erste Auftritt vor Publikum fand beim Jagdhornbläserwettbewerb in Bieberbach statt. Dort gab es großes Lob von der Jury für die „JagdhornKitz“ und zusätzlich Urkunden und Sticker. Welche Voraussetzungen sollten man fürs Jagdhorn mitbringen? Wie die Trompete können Jagdhörner fünf Naturtöne hervorbringen. Gespielt werden Signale, Melodien und Märsche. Es gibt unterschiedliche Jagdhörner, wodurch ein mehrstimmiges Spielen möglich ist. „Um wirklich gut spielen zu können, dauert es, je nach Übungshäufigkeit und Talent, in etwa drei Jahre. Einer unserer Burschen hat allerdings erst im November letzten Jahres angefangen und kann schon mit den anderen mithalten“, so Johannes Nagelhofer. Mit dem Jagdhornspielen begonnen werden kann, sobald der Zahnwechsel bei den Schneidezähnen stattgefunden hat, also mit etwa sechs oder sieben Jahren. Zahnspangen sind kein Hindernis. Prinzipiell werden weitere Mitglieder bei den „JagdhornKitz“ gerne aufgenommen, auch Mädchen sind herzlich willkommen – inzwischen gibt es ja auch die erste Obfrau einer Jagdhornbläsergruppe in Niederösterreich. Besonders stolz ist Johannes Nagelhofer, dass inzwischen sogar eigene Stücke für seine „Kitz“ geschrieben wurden. Der ehemalige Landeshornmeister Rudolf Jandrasits, der auch ab und zu bei Proben vorbeikommt, verfasste den „Öhlinger JagdhornbläserKitz Marsch“ und Andreas Bergmann den „JagdhornKitz Blues“. Wir werden in Zukunft sicher noch einiges von den „JagdhornKitz“ zu hören bekommen! w w w. h e i m a t w e r k . s t e i e r m a r k . a t Seite 27 Sporgasse 23, 8010 Graz • 0316 / 82 71 06


sich welches Wild am besten für die Küche eignet. Nach kräftezehrenden, äsungsarmen Wintern wird halt nicht „viel dran“ sein am Gams. Auf den würzigen Almwiesen des Spätsommers, da entsteht kräftiges, energiereiches und wohlschmeckendes Wildbret. Ob der Hirsch wirklich in der Brunft erlegt werden muss, wo es schwierig ist, den intensiven Geruch zu umgehen, oder ob der Schuss wirklich fallen muss, wenn die Bergung Stunden dauern wird? Ein Hase dagegen, sauber mit der kleinen Kugel erlegt, was bietet er nicht für eine gesunde Mahlzeit; da muss keiner sein Omega-3-Fettsäuren-Paket in der Apotheke kaufen. Wildbret aus eigenem Verschulden verkommen zu lassen, ist in höchstem Maße respektlos. Sauberes, gesundes Wildbret zu gewinnen und die Freude daran zu teilen, ist hingegen nicht nur eine schöne Visitenkarte, sondern ein sehr erfüllender Aspekt der Jagd.

TEXT: CHRISTOPH BURGSTALLER / BEATRIX STERNATH

Aufbrechen Rehwild Für viele (Jung-) Jäger wird das erste Stück, an dem das Aufbrechen versucht werden kann, ein Reh sein. Das relativ geringe Gewicht und die dennoch gute Übersichtlichkeit des Rehwildkörpers sind dabei von Vorteil. Auch ist es beim Reh kein großes Problem, das erlegte Wild vor dem Aufbrechen an einen anderen Ort zu verbringen. Dies kann sich aus mehreren Gründen empfehlen: Es gibt keine „Zuschauer“, das heißt, das übrige Wild wird möglichst wenig vergrämt; und es kann ein für sauberes Arbeiten möglichst günstiger Platz gewählt werden. Da das Aufbrechen ohne unnötige Verzögerung zu erfolgen hat, wird der Weg in die nächste Wildbretkammer oder in ein Kühlhaus oft zu weit sein. Aber auch Wiesengrund, trockener moosiger Waldboden oder felsiger, nicht staubiger Untergrund sind dafür bestens geeignet.

Der Jäger und das Wildbret Jäger haben das Privileg, eines der wertvollsten Lebensmittel aus der Natur zu gewinnen. Sie liefern den zartfaserigen Rehrücken,das würzige Gamssteak, vollgepumpt mit hochwertigem Eiweiß, das schmackhafte Hirschragout und den Hasenbraten. GesundeKost, rein biologisch. Bei der „Herstellung“ fallen keine Schadstoffe an. Es gibt keine stresserfüllten Tiertransporte, keine angsteinflößenden Schlachthäuser. Wildbret ist ein Lebensmittel allerhöchster Qualität. WENN der Jäger sein Handwerk beherrscht und verantwortungsvoll handelt. Vom Aufsuchen des Wildes bis zum Aufden-Tisch-bringen. Der Jäger muss auch wissen, wann

Werkzeug Das Werkzeug sollte, wie zuvor beschrieben, griffbereit sein. Einmalhandschuhe können sowohl das Wildbret als auch die Jägerhand vor Keimen schützen. Allerdings nur bei sorgsamem Hantieren. Also nicht zuerst auf die Decke oder Verunreinigtes und dann in den Wildkörper greifen, ebensowenig verunreinigte Handschuhe an Mund oder Augen führen oder gar damit essen! Noch ein Wort zum Aufspreizen des ausgeweideten Wildkörpers: genauso wenig, wie gegen sauberes Quellwasser zum Spülen der Körperhöhlen spricht, spricht gegen ein Holz- bzw. Aststück zum Aufspreizen; vorausgesetzt es ist trocken und sauber (keine Erdreste, Sand oder Insekten)!

Sauber Aufbrechen

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Drosselschnitt

Man beginnt mit dem Aufschärfen der Decke oberhalb vom ­Drosselknopf.

Der Schnitt wird bis zum Brustspitz weitergeführt

Drossel und Schlund werden freigelegt und umgriffen ...

... und vor dem Drosselknopf abgeschärft.

Drossel und Schlund werden fest umgriffen und in Richtung Haupt straff angezogen.

Zuletzt schärft man Schlund und Drossel in Richtung Brustraum rundum frei – nun tritt erstmals Schweiß aus der Kammer aus. Drossel und Schlund sind nun sauber freigelegt und können später durch den Brust-Innenraum herausgezogen werden.

Weiter geht es auf der nächsten Seite mit dem

Ringeln Seite 29


Ringeln

Als „Ringeln“ bezeichnet man das Freilegen von Weiddarm und (gegebenenfalls) Feuchtblatt. Mit dem Fuß stabilisiert man die Läufe.

Durch Druck auf den Wedelansatz strafft man die Decke zum Weidloch hin.

Zwischen dem Wedelansatz und dem Weiddarm wird ein Querschnitt ausgeführt.

Um den Weiddarm mit den Fingern gut angreifen zu können, wird ein Stich zwischen Feuchtblatt und Weidloch gemacht.

Nun kann man mit Daumen und Zeigefinger Weidloch und Feuchtblatt nach hinten ziehen . . .

. . . und rundum freischärfen.

Vorbereitung zum Öffnen der Bauchhöhle. Das Wild wird auf den Ziemer gelegt und mit den Füßen an den Hinterläufen stabilisiert.

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Ausgehend vom Brustbein wird bis zum Beckenbereich ein ­Deckenstreifen abgeschärft.


Öffnen der Bauchhöhle.

Im Beckenbereich wird der Deckenstreifen abgetrennt.

Durch vorsichtiges Aufritzen der Bauchdecke wird eine Öffnung zum Bauchraum geschaffen. – Achtung, darunter liegt der Darm!

Zum Schutz der darunterliegenden Bauchorgane heben Zeigefinger und Mittelfinger die Bauchdecke an.

Mit flacher Messerführung zwischen Zeigefinger und Mittelfinger wird die Bauchdecke vorsichtig geöffnet.

Die Schnittführung endet am Brustbein.

Entnehmen des Gescheides Christoph Burgstaller / Beatrix Sternath

Sauber Aufbrechen

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Über den Mägen und den Darmschlingen liegt das große Netz.

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Entnehmen des Gescheides

Nun kann das Darmkonvolut umgriffen und seitlich herausgehoben werden.

Der Weiddarm wird sichtbar.

Der Weiddarm wird mit beiden Händen umgriffen . . .

. . . und aus der Bauchhöhle gezogen.

Zuletzt wird der Pansen aus der Bauchhöhle herausgehoben.

Jetzt ist das Zwerchfell sichtbar.

Entnehmen des Geräusches Das Zwerchfell wird aufgeschärft. Dadurch gelangt man in die Kammer.

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Mit einem Griff in die Kammer umfasst man Schlund und Drossel und zieht diese gemeinsam mit Herz und Lunge nach hinten.

Noch hängt alles am Zwerchfell und kann mit einem Schnitt zusammenhängend abgelöst werden.

Innere Organe

Die gesunde Leber ist einheitlich dunkelrot, hat eine glatte, glänzende Oberfläche und scharfe Kanten. Das Reh hat keine Gallenblase.

Die Leber kann ganz leicht mit dem Messer vom Gescheide gelöst werden.

Die Lunge ist – wie bei einem Kammerschuss fast immer – zumindest teilweise beschädigt bis zerstört.

Das Herz ist hier bereits aus dem Herzbeutel befreit.

Die Milz liegt an der Außenseite des Pansens eng an.

Durch Anheben der Hinterläufe fließt die Flüssigkeit über die Brustöffnung und nicht über wertvolle Wildbretteile im Becken aus. Um eine optimale Luftzirkulation zu erreichen, sollte der Brustbereich aufgespreizt werden.

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Foto: AdobeStock | Dennis Donohue

AUF DER JAGD IN

TEXT: ALIA BANDHAUER

NORDAMERIKA

Haben Sie schon einmal über einen Jagdurlaub in Nordamerika nachgedacht? Das ist einfacher als Sie vielleicht vermuten würden! Ausländische Jagdgäste sind gern gesehen und können am Jagdgeschehen teilnehmen. Denn hier herrscht das Jagdlizenzsystem. Dort, wo der Staat das Jagdrecht besitzt, kann jeder und jede für ein bestimmtes Jagdgebiet eine Jagdlizenz erwerben. Wildbiologen zählen Bestände und teilen dementsprechend die Lizenzen auf.

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Eine gute Vorbereitung ist wichtig! In den USA und Kanada muss sich jeder an die „hunting regulations“ halten, Verstöße dagegen werden hart bestraft. Ausländische Jagdgast benötigen einen lizensierten Outfitter und einen Jagdführer, um legal jagen zu dürfen. Bei der Wahl des passenden Outfitters sollte man sorgfältig vorgehen. Wenn keine persönlichen Kontakte oder Empfehlungen bestehen, wendet man sich am besten an einen auf Jagdurlaube


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Eine atemberaubende Tierwelt erwartet Sie. Die unglaubliche Fülle der Tierwelt in Nordamerika lässt jedes Jägerherz höherschlagen. Denn nicht nur der Elch ist dort zu Hause, sondern auch der mächtige, bis zu 400 Kilogramm schwere Wapiti, die wandernden Karibuherden, der Weißwedel mit seinem nahen Verwandten, dem Maultierhirsch, Schafarten wie Dickhorn-, Dall- oder Stoneschaf, weitere Hornträger wie Moschusochse, Bison sowie die Schneeziege und die

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spezialisierten Reiseveranstalter. Dieser kann optimal auf individuelle Wünsche eingehen, denn die Jagd in der unberührten Wildnis stellt höchste physische und psychische Anforderungen an Jägerinnen und Jäger. Möchte man es ein bisschen gemütlicher angehen, so gibt es auch etwas weniger anstrengende Optionen: Elchhirschen können etwa an einen See gerufen werden, man kann sich auf einem der zahllosen beeindruckenden Flussläufe auf einem Floß treiben lassen oder eine kleine, stabile Hütte in der Nähe der Brunftplätze nutzen. Wenn Sie die absolute Wildnis suchen, dann ist eine „horse back“-Jagd in Montana oder Wyoming zu empfehlen. Entscheiden Sie sich für eine Wapitijagd, sollten Sie aufpassen, nicht in einem Gatter zu landen, denn die sogenannte „fenced hunt“ floriert in allen Bundesstaaten. Die unglaublich starken Trophäen, die oft in Werbebroschüren zu sehen sind, stammen aus diesen Zuchtgattern.

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Die Elchjagd hat auch ihren Preis. Wer eine unvergessliche Elchjagd in Alaska buchen möchte, muss durchaus tief in die Tasche greifen. Unter einer fünfstelligen Summe ist dieses Abenteuer nicht zu haben, der größte Hirschartige hat nun mal seinen Preis. Außerdem sind die vielverspre-

Foto: AdobeStock | Harry Collins

Pronghorn-Antilope, die in der offenen Prärie lebt. Auch Walrosse sind in Teilen Nordamerikas anzutreffen. Außerdem leben hier zahlreiche Raubwildarten: Der größte aller Landräuber, der Eisbär, gefolgt vom Küstenbraunbären mit seinem im Landesinneren lebenden Verwandten, dem Grizzlybären, dem Schwarzbären und auch Puma, Luchs, Vielfraß, Wolf und Kojote. Sehr beliebt ist auch die vergleichsweise günstigere Jagd auf Federwildarten wie Truthahn, Enten, Gänse und Grouse.

Foto: AdobeStock | Mat Hayward

chendsten Jagdgebiete immer die, die nur schwer zu erreichen sind: Da muss man schon mal in einen kleinen Wasserflieger steigen, um überhaupt hinzukommen und Wartezeiten bei schlechtem Wetter müssen auch miteinkalkuliert werden. Manchmal sieht man aufgrund der eher niedrigen Wilddichte in Alaska tagelang keinen Elch. Daher empfiehlt sich die Jagd in der Brunftzeit und die ist, je nach Region, von Mitte bis Ende September. Jagdabenteuer bei Eis und Schnee Der November hingegen ist die beste Zeit, um Weißwedel zu jagen, die überall in Nordamerika ansässig sind. Sie sind sehr anpassungsfähig und kommen mit den unterschiedlichsten Lebensräumen zurecht. Dadurch sind sie die beliebteste Wildart der Amerikaner, vergleichbar mit unserem Rehwild. Was die Kleidung betrifft, so muss man sich für den kalten, schneereichen Winter speziell vorbereiten. Die Temperaturen können gerade im Norden auf unter minus 30 Grad Celsius fallen. Gerade längere Ansitze können ohne richtige Ausrüstung sonst zur Tortur werden. Eine besondere Faszination Nordamerikas stellt der Berglöwe, der Puma dar. Auch dieser geheimnisvollen Großkatzen stellt man im Winter nach. Die erfolgversprechendste Jagd auf den Puma ist, ihn bei Neuschnee auf der warmen Fährte mit scharfen Hunden zu bejagen. Seite 36


Leica Geovid-R dreimal Spitze

Beste Optik, einfache Bedienung, präzise Lasermessung

Mit der neuen Generation der Leica Geovid-R Ferngläser hat die deutsche Traditionsfirma bewährte Technik neu erdacht und perfekt optimiert. Nahezu ohne Einschränkungen in der Bildqualität können Jäger und Naturfreunde jedes der vier Geovid-R Modelle nutzen und sich dabei über eine einfache Bedienbarkeit und auf das Wesentliche reduzierte Funktionalität freuen. Die moderne handliche Bauform kombiniert mit einer absolut robusten und präzisen Mechanik sind Garanten für eine unbeschwerte dauerhafte Nutzung. Welches Geovid-R Modell für welchen Zweck? Leica Geovid-R 8x42 Der komfortable Tageslichtspezialist verfügt über weites Sehfeld und ein sehr ruhiges Bild. Es ist das perfekte Glas für die Pirsch, bei der ein großer Überblick benötigt wird, um das Wild zu finden. Das geringe Wackeln des Bildes ermöglicht angenehmes längeres Beobachten und ein genaues Ansprechen des Wildes. Die 8-fache Vergrößerung ist für nicht sehr weite Entfernungen absolut ausreichend. Der Einsatz in der leichten Dämmerung ist möglich. Leica Geovid-R 10x42 Das Tageslichtfernglas ist das perfekte Instrument für den fortgeschrittenen Beobachter, der die höhere Vergrößerung benötigt. Die 10-fache Vergrößerung macht das genaue Beobachten bestimmter Bereiche auf etwas weitere Entfernungen möglich. Eine noch genauere Feststellung von Merkmalen ist möglich. Immer,

wenn es auf kleinste Details ankommt und eine routinierte Handhabung des Benutzers vorhanden ist, ist es das Fernglas der Wahl. Leica Geovid-R 8x56 Das Leichtgewicht mit 7 mm Austrittspupille garantiert einen erfolgreichen Gebrauch bis in die tiefe Dämmerung. Dieses Fernglas ist mit den bewährten optischen Werten ideal für den Ansitz. Über längere Zeit kann mit diesem Glas ermüdungsfrei beobachtet werden. Ein echtes Nachtglas, das auch im Winter mit dicken Handschuhen leicht bedient werden kann. Wie bei allen Leica Geovid-R Modellen wird die Displaybeleuchtung bei Dunkelheit automatisch reguliert. Leica Geovid-R 15x56 Mit der 15-fachen Vergrößerung ist dieses Fernglas ein Spezialist für außergewöhnliche Anwendungen. Das Finden von Wild in weiten Landschaften ist für den geübten Beobachter leicht möglich. Aufgrund der starken Vergrößerung macht bei diesem Fernglas eine Auflage Sinn, um ein ruhigeres Bild zu erhalten. Insbesondere für das Long Range Shooting ist dieses Fernglas prädestiniert. Das griffige Fernglas ist nicht nur für Schießstand oder Ansitz geeignet, sondern durch seine Ausgewogenheit in Gewicht und Form auch bei aktiven Jagdarten gut einsetzbar. www.leica-sportoptik.com

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Pronghorns Wyoming in

Text und Fotos: Magnus Pelz

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ch kann mein Glück kaum fassen! Als am 10. Juli die Ergebnisse der diesjährigen Verlosung der Jagdlizenzen in Wyoming bekanntgegeben werden, bin ich einer derer, die eine Lizenz für eine Pronghorn, Nordamerikas Gabel-Antilope, ergattern konnten. Im fünften Anlauf hat es für mich endlich geklappt. Nun heißt es, die Reise gründlich zu organisieren, jage ich doch mit meinen amerikanischen Freunden auf eigene Faust. Anfang Oktober ist es dann soweit. Mein Koffer ist gepackt mit Jagdkleidung für alle erdenklichen Wetterlagen – Wyoming kann um diese Jahreszeit von sehr sonnig und warm bis hin zu Schneestürmen alles bieten – und so mache ich mich auf den Weg über Denver nach Casper, einem doch eher beschaulich anmutenden Lokalflughafen mitten in Wyoming. Hier werde ich von meinen Freunden Ryan und Donald in Empfang genommen. Mit den beiden gehe ich die nächsten 6 Tage jagen. Wir haben alle drei Lizenzen für die Region 23 bekommen, welche sich südwestlich von Gillette

erstreckt, und so werden wir noch heute mit Donalds Pick-Up die 200 Meilen nach Gillette in Angriff nehmen. Wir haben Casper noch nicht ganz verlassen, da erspähe ich das erste Rudel Pronghorns am Straßenrand, was meine Vorfreude noch steigen lässt. Donald und Ryan reagieren eher gelassen und nachdem wir 20 Minuten unterwegs sind, habe auch ich festgestellt, dass es schon eher eine Ausnahme ist, wenn man mal 5 km keine Pronghorn zu Gesicht bekommt. Pronghorns zu sehen stellt also absolut kein Problem dar, aber auf eine vertretbare Schussentfernung an einen guten Bock heranzukommen, darin wird die Herausforderung dieser Jagd bestehen. Amerikas Pronghorn ist wahrlich eine erstaunliche Wildart. Perfekt angepasst an die schier endlosen Weiten der flachen Prärie, die es bewohnt. Ihr ungeheures Sehvermögen, sicherlich das beste unter allen Wildarten Nordamerikas, ist ihr wichtigstes Sinnesorgan. Pronghorns sind auf Geschwindigkeit ausgerichtet und können über längere Zeit 80 km/h und mehr erreichen und halten. Dabei ist die Pronghorn eigentlich keine


echte Antilope, in Wirklichkeit hat sie nicht einmal nähere Verwandte irgendwo auf der Welt. Ihr lateinischer Name „Antilocapra americana“ beschreibt sie als die „amerikanische Antilopen-Ziege“, was eine ziemlich faire Beschreibung ist. Sie sieht wie eine Antilope aus, besitzt aber einige Charakteristika, welche sie mit der Familie der Ziegen verbindet. Eine Eigenschaft der Pronghorn indes ist einzigartig im Tierreich und keiner anderen Tiergruppe zuzuschreiben: Der Pronghorn-Bock verliert einmal im Jahr nach der Brunft die Hörner. Nach einem reichhaltigen Frühstück und reichlich Kaffee, der in den USA in endlos vielen Geschmacksrichtungen daherkommt, aber dafür kaum den Puls in die Höhe treibt, machen wir uns am nächsten Morgen auf den Weg, um das Gebiet, auf dem wir jagen werden, die Farm eines Freundes von Donald, genauer unter die Lupe zu nehmen. Die Begrüßung auf der Farm könnte nicht herzlicher ausfallen und nachdem ich mich vorgestellt und auch einige Geschenke aus Deutschland überreicht habe, geht es an die Planung. Der westliche Teil des Farmlandes ist extrem flach und nur am Horizont erscheint verschwommen die Silhouette der Bighorn-Mountains. Ideales Refugium für die Pronghorn, die von den Einheimischen kurz „Antelope“ oder scherzhaft auch gerne mal „Speed-Goat“ (Geschwindigkeitsziege) genannt wird. Wir werden also unsere jagdlichen Aktivitäten auf diesen Teil der Farm konzentrieren, da sich der östliche Teil weit hügeliger zeigt, immer wieder unterbrochen von Steinbrüchen und ausgetrockneten Flussläufen – eine Landschaftsform, die die auf gute Sicht angewiesenen Pronghorn eher meiden, da sie hier auch auf der Flucht ihre Geschwindigkeit nicht ausspielen können. Für heute begnügen wir uns mit einer Rundfahrt über die Farm,

die sich über etwa 70 Quadratkilometer erstreckt, und dem Einschießen meiner Waffe. Donald stellt mir für die Zeit der Jagd seinen Repetierer im Kaliber .243Win zu Verfügung, der auf 300 Yards (ca. 275 Meter) eingeschossen ist. „Keine Antilope wird sich über die fehlenden 0,3 mm beschweren“ antwortet Ryan, als ich erkläre, dass 6,5 mm das vorgeschriebene Mindestkaliber auf Hochwild in Deutschland sind. Zwei Fünfer-Serien zeigen ein sehr zufriedenstellendes Schussbild und mit dem nötigen Vertrauen in die Waffe kann es am nächsten Tag losgehen. Frühmorgens dann die große Überraschung – es hat geschneit, die Temperaturen sind auf -3 Grad runter. Hinzu kommt der recht starke Wind, der eigentlich permanent weht. So ganz in weiß wirkt die Prärie sehr märchenhaft, doch als die Sonne höher am Horizont steht, wird es sogar recht warm. Wir pirschen los, bleiben alle paar hundert Meter stehen, um die Weite der Prärie abzuglasen. Häufig machen wir ein Rudel Pronghorns aus, teilweise in bis zu über einem Kilometer Entfernung, aber ein guter Bock steht bei keinem von ihnen. Die trockene Luft, die Sonne und der Wind trocken einen extrem aus, so dass es sehr wichtig ist, immer genügend Wasser bei sich zu haben. Zudem entfernt man sich doch bei einer Pirsch, die sich den ganzen Tag hinzieht, mitunter recht weit vom Auto und das Wetter kann sich ebenfalls schnell ändern. Heute scheinen wir kein Glück zu haben und daher brechen wir ab und machen uns auf den Rückweg zum Auto, das wir mit Einsetzen der Dämmerung erreichen. Die Sonne hat den ganzen Tag geschienen und der meiste Schnee ist schon wieder geschmolzen. Tatsächlich ist am nächsten Tag der Schnee, der so unerwartet kam, genauso schnell auch wieder ver-

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schwunden. Wir sind noch keine halbe Stunde unterwegs, als uns eine einzeln ziehende Pronghorn auffällt. Donalds Entfernungsmesser beziffert die Distanz auf etwa eine Meile (1,6 km), doch selbst aus dieser Entfernung glänzen die Hörner in der Sonne und verraten die Pronghorn als guten Bock. Jetzt beginnt eine Art Schachspiel auf der Prärie – jede noch so kleine Senke, jede noch so unscheinbare Bodenwelle wird analysiert, jeder Salbei-Busch in die Überlegungen mit einbezogen. Donald und Ryan beraten sich intensiv und dann steht die Route, die wir zu pirschen gedenken, fest. Einfach geradeaus auf den Bock zu, können wir nicht – wir wären nach den ersten Metern eräugt und so weichen wir zuerst nach links aus, wo wir nach etwa 200 Metern auf eine kleine Mulde treffen, die dann in Richtung Antilope verläuft und in der wir uns, halb geduckt, außer Sicht des Bocks um etwa 500 Meter nähern können. 500 Meter im Gänsemarsch können extrem lang werden, aber nach einigen Mühen haben wir es geschafft, haben uns dem Bock auf nunmehr nur noch einen Kilometer genähert. Dieser hat sich niedergetan und äugt über die Prärie. Was nun folgt, sind 200 Meter „Bodenpirsch“ – wir robben auf allen Vieren, versuchen die karge Deckung der grade mal 30-40 cm hohen Salbeibüsche auszunutzen und erreichen so die nächste kleine Mulde, in der wir außer Sicht des Bocks kurz verschnaufen können. Zwar haben wir schon die Distanz zum Bock

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auf die Hälfte reduziert, 800 Meter sind aber nach wie vor noch viel zu weit für einen Schuss, ganz besonders bei diesen Windverhältnissen. Die nächsten 200 Meter gehen zügig voran, da wir uns geschützt in der Bodensenke recht gut vorwärts bewegen können. Doch dann: 600 Meter vom Bock entfernt müssen wir feststellen, dass uns die nächsten 300 Meter eine glatte Fläche erwartet, die nicht einmal irgendeinen nennenswerten Bewuchs aufweist und die wir, egal wie, nicht werden überqueren können, ohne vom Bock eräugt zu werden. Was tun? Wir müssen wieder zurück, etwa 100 Meter, um von da aus durch eine kleine Bodenrinne rechtsherum den Bock zu umschlagen, damit wir dann durch eine kleine Senke rechts in Schussentfernung an den Bock heranpirschen können. Klingt einfach, ist aber alles andere als das. Die 100 Meter zurück gehen genauso zügig, wie wir sie gekommen sind, aber die Bodenrinne erweist sich als ausgetrocknetes Regen-Rinnsal: 50 cm breit und gerademal ebenso tief. Ich kann nicht genau sagen, wie lange es dauert, durch diesen schmalen Graben auf dem Bauch robbend zu pirschen, aber als mir so ziemlich alle Knochen und Muskeln schmerzen, hält Donald an und richtet sich auf. Wir haben den Bock um 90 Grad rechts umschlagen und sind in einer Bodensenke auch außer Sichtweite. Donald zeigt auf den kleinen Hügel vor uns und bedeutet mir, dass ich, wenn ich den Rand dort erreiche, in Schussweite


am Bock bin – wenn er überhaupt noch da ist, denn gesehen haben wir ihn schon seit über einer halben Stunde nicht mehr. Die ersten Meter kann ich noch in geduckter Haltung voranpirschen, dann muss ich runter auf die Knie und kurz bevor ich den Scheitelpunkt der Bodenwelle erreicht habe, geht es auf dem Bauch weiter. Erleichtert stelle ich nicht nur fest, dass dort oben einige Salbeibüsche ein wenig Deckung bieten, sondern auch, dass der Bock noch immer da ist, noch immer dort liegt und wiederkäut. Langsam und vorsichtig bringe ich mich liegend in Schussposition. Die Entfernung von hier beträgt etwas über 300 Meter, so dass ich Fleck anhalten kann, aber aufgrund des starken Windes ca. 10 cm vorhalten muss. Ich bin bereit, gebe Donald ein Zeichen, der daraufhin den heulenden Ruf eines Kojoten simuliert. In Sekunden ist der Bock auf den Beinen, unsicher, aus welcher Richtung der Laut seines Fressfeindes kam. Ich bin mit dem Absehen im Ziel, drücke ab! Im Feuer bricht er zusammen, schlegelt noch einige Male und dann ist es gespenstisch still. Ich habe durchrepetiert, bleibe auf dem Bock, der sich aber nicht mehr rührt. In mir löst sich die Anspannung, ich entlade, drehe mich auf den Rücken und bleibe erst mal einige Zeit so liegen, wohl auch, weil Arme und Beine von der anstrengenden Pirsch schmerzen. Erst als Ryan und Donald neben mir stehen und mir aufhelfen, fasse ich, dass ich am Ziel bin. Langsam gehen wir zum Bock, der den Schuss selbst wohl nicht mehr gehört hat. Ein guter Pronghorn-Bock, wenn auch keine übermäßig starke Trophäe, aber das hat bei mir sowieso keine hohe Priorität. Während der Bock und ich einen Fototermin wahrnehmen, telefoniert Donald mit Paul, dem Besitzer der Farm, und lotst ihn zum Anschuss. Als er kommt, haben wir schon aufgebrochen und – wie es das amerikanische Jagdrecht vorschreibt - die Lizenz am Bock befestigt, zum Zeichen, dass nicht gewildert wurde. Der Abend wird lang, sehr lang und als ich nach etlichen Bierchen und noch mehr Jagdgeschichten ins Bett gehe, hat man mir das Versprechen abgenommen, im nächsten Jahr wieder in Wyoming zu jagen.

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k | bridgephotograp

TEXT: ALIA BANDHAUER

Foto: AdobeStoc

MIT GERHARD PRO HUNTING SAFARI

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JAGDABENTEUER IN SÜDAFRIKA


Fotos: Gerhard ProHunting Safari

Gerhard Pro Hunting Safari organisiert und führt professionelle Jagdsafaris durch, mit dem Anspruch, die schönsten Jagderfahrungen und die spektakulärsten Trophäen zu bieten. Ein Team aus bestausgebildeten Berufsjägern, steht den Jagdgästen immer zur Seite. Gejagt werden können die „Big Five” oder das Präriewild Südafrikas. In den luxuriösen Lodges werden die Gäste von Gerhard und seiner Frau Lizelle und ihrem Team mit dem Besten verwöhnen, das die südafrikanische Küche zu bieten hat. Die Jagdfarmen liegen im Herzen des Buschlandes in Thambazimbi (Limpopo), wo man die besten Jagden Südafrikas in der herrlichsten Natur erleben kann. Die Gegend ist durch raue Berge und relativ unberührtes Buschland gekennzeichnet. Verschiedene Arten afrikanischen Wildes kommen hier in großer Vielzahl vor, wie zum Beispiel der Afrikanische Büffel, die Eland Antilope, Kudus, Oryx Antilopen, Zebras, Rotes Hartebeest, Warzenschweine, Nyalas, Wasserböcke und Impalas. Gejagt werden können aber auch Buschschweine, Braune Hyänen oder Tüpfelhyänen sowie Servale, Karakale, Zibetkatzen oder Stachelschweine. Ivy und Marny haben sich auf das Safariabenteuer mit Gerhard Pro Hunting Safari begeben und berichten hier von ihren unvergesslichen Erfahrungen in der Wildnis Südafrikas und der warmherzigen Gastfreundschaft, die ihnen Gerhard und Lizelle entgegengebracht haben.

Marny bedankt sich für ein unvergessliches Jagderlebnis. Wir haben im März zehn großartige Tage bei Lizelle und Gerhard verbracht. Die Jagdsafaris wurden individuell für jeden Jäger geplant und durchgeführt. Es standen rund um die Uhr kompetente und freundliche Guides zur Verfügung, um den Aufenthalt in diesem schönen Gebiet Südafrikas so angenehm wie möglich zu gestalten. Das Team unternahm alles, damit wir als Gäste mit einem Jagderfolg nach Hause fahren konnten. Dies jedoch nicht um jeden Preis – es wurde jederzeit Wert daraufgelegt, waidgerecht zu jagen und das Tierwohl zu achten. Die Lodge, in der wir untergebracht waren, bestand aus vier Häuschen für je zwei Personen mit eigenem Bad – alles geschmackvoll eingerichtet und zu jeder Zeit sehr sauber. Das große Haupthaus war rund um die Uhr besetzt, sodass man auch außerhalb der Essenszeiten immer mit Snacks und Getränken versorgt wurde. Wir waren rundum zufrieden und kommen ganz sicher wieder!


Ivy

Ivy beschreibt Eindrücke einer atemberaubend schönen Jagdsafari.

Foto: AdobeStock | elleonzebon

Eine glutrote Sonne nähert sich dem Horizont. Ich sitze hier auf einem komfortablen Hochsitz, vor mir die Buschlandschaft der Wasserberge. Es ist so, wie ich es nicht zu erwarten gewagt hätte – nein, es ist noch schöner! Neben mir sitzt unsere Gastgeberin Lizelle, eine von nur einer Handvoll weiblicher Berufsjägerinnen, die es in Afrika momentan gibt. Eine attraktive junge Mutter, souveräne Managerin der Lodges und Vollblutjägerin. Sie gibt mir das Gefühl, bestens aufgehoben zu sein und wir haben einen Plan: In den letzten Tagen ist Vertrauen und Freundschaft zwischen uns entstanden. Gemeinsam haben wir probe geschossen und uns in aller Ruhe mit den Waffen und der Theorie des Jagens beschäftigt. Und das alles ganz ohne unsere Männer und deren unausweichlichen, wenn auch wohlmeinenden Belehrungen. Ja, ohne unsere Männer, denn die machen natürlich „sehr

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männliche Dinge“: Sie kriechen nämlich momentan durch Dornen und Gestrüpp, auf der Jagd nach dem großen bösen Dagaboy. Überall ist Wild, wir sehen Warzenschweine, Strauße, Impalas, Kudus und vieles mehr. Nur die Zebras, für die ich mich besonders begeistere, lassen auf sich warten. Ein alter Hengst sollte


EXKLUSIVES SPECIAL HUNTING PACKAGE FÜR UNSER LESERINNEN es sein, seine Decke soll mein Wohnzimmer schmücken und mich für immer an diese wunderbare Reise erinnern. Und plötzlich sind sie da, eine ganze Gruppe, elegant, vorsichtig, aufmerksam. Schön sind sie, wie bemalt. Lizelle macht mich auf ein Stück etwas abseits der Gruppe aufmerksam. Sie nickt mir zu und ich mache mich bereit. Ich höre weder den Schuss, noch fühle ich einen Rückstoß. Ich fühle nur Lizelles Hand auf meiner Schulter und blicke in ihr Lächeln. Worte sind unnötig, in dieser Situation unpassend. Alles ist perfekt. Und übrigens, die Männer sind natürlich unsere Helden, sie haben den Dagaboy gefunden.

Speziell für die Leserinnen der steirischen Jägerin bietet Gerhard ProHunting Safari ein unschlagbares Spezialangebot! 7-tägige All-inclusive Safari um 7980€. Aber es heißt schnell sein! Nur die ersten 5 Gruppen erhalten den Spezialpreis! BEDINGUNGEN: Dieses Sonderpaket gilt für Jägerinnen. (Sollte sie von einem männlichen Jäger begleitet werden wollen, wird ein Paket für ihn zusammengestellt) Das Paket basiert auf mindestens zwei Jägerinnen pro Gruppe. Der Code lautet GPHS416R. Nur die ersten fünf (5) bestätigten weiblichen Gruppen qualifizieren sich für dieses Paket (Einzahlungen sind erforderlich, um die Bestätigung zu sichern). Das Ablaufdatum dieses Angebots ist der 28. Februar 2023. Das Paket gilt für eine 7-tägige All-Inclusive-Safari und kostet 7.980,00 € (Normalpreis dieses Pakets: 10.580,00 €) Die Tiere in diesem Paket für die beiden Jäger sind: 2 x Zebra, 2 x Streifengnu, 2 x Blessbock, 2 x Impala und 1 Steinbock. Nähere Informationen unter www.gerhardprosafari.co.za oder hunt@gerhardprosafari.co.za

Katja fühlte sich in ihrer Rolle als weibliche Jägerin bestätigt. Die Jagd wird ja meist als Hobby für Männer betrachtet, aber während der zehn kurzen Tage, die ich als Gast bei Gerhard und Lizelle verbrachte, hatte ich nie dieses Gefühlt. Ich fühlte mich immer respektiert, ja mehr noch, ich fühlte mich absolut gleichwertig. Am letzten Tag des Jagdurlaubs fuhren wir herum und plötzlich stoppte Gerhard den Truck, kam zu mir und fragte, ob ich einen Kudu schießen wolle. Er zeigte auf eine Herde, die nicht weit von uns graste und in der ein wirklich prächtiges Männchen stand. Ich war sprachlos, einen Kudu zu jagen war nicht der Plan gewesen. Ich zögerte, blickte auf meine Jagdgefährten, Hanna und Lizelle nickten bestätigend und ich dachte mir: »Warum nicht.« Die nächsten Minuten erlebte ich wie eine Szene in einem Film. Wir parkten den Truck,

ich bereitete das Gewehr vor und wartete auf die Gelegenheit zu schießen. Und ich musste nicht lange warten. Die Herde zerstreute sich und der männliche Kudu stand plötzlich alleine mitten in meinem Visier. Hanna und Lizelle flüsterten: »Schieß!« Und ich schoss. Der große Kudu fiel zu Boden. Zuerst herrschte Stille, dann brach Freude aus, als ich sah, dass das Tier nicht hatte leiden müssen. Ich fühlte Tränen in meinen Augen. Ich werde dieses Erlebnis nie vergessen. Auch jetzt, vier Monate nach der Jagd, gibt mir dieses Jagderlebnis Kraft, mit alltäglichen Herausforderungen umgehen zu können. INFORMATIONEN UNTER: www.gerhardprosafari.co.za hunt@gerhardprosafari.co.za

Die Gastgeber: Gerhard & Lizelle

Katja

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FARBEN IM TIERREICH TEXT: HUBERT ZEILER

Seite 46 Foto: AdobeStock | vpardi


Kein Fleck sitzt ­zufällig irgendwo...

W

enn es um Farben im Tierreich geht, dann denken die meisten sicher an die Vogelwelt, gleich danach folgt wohl die bunte Welt der Insekten, schon weniger bekannt sind die vielen Farbmuster bei Fischen. Etwas mehr Aufmerksamkeit erfordern Farb- und Fellzeichnungen bei Säugetieren – hier muss man schon etwas genauer hinschauen. Für alle gilt: Kein Fleck sitzt zufällig irgendwo, Farben und Farbmuster sind keine Laune der Natur. So bleibt die Frage nach dem Warum. Welche Bedeutung haben Farben im Tierreich? Warum hat ein Steinmarder einen weißen Kehlfleck? Warum tragen Gams oder Dachs schwarze Streifen im Gesicht? Warum hat Rotwild einen schwarzen Fleck an der Unterlippe? Warum schillert der Brustschild des Auerhahnes in allen Farben? Warum stechen die knallroten Rosen des Birkhahnes zur Balzzeit ins Auge? „Rot“ nicht immer Signalfarbe Gleich vorweg: Hier geht es nicht darum wie Wildtiere ihre Welt sehen. Dennoch sind ein paar Grundlagen von Bedeutung. Wir Menschen sehen im Gegensatz zu vielen Tieren feine Details sehr scharf. Bei vielen heimischen Wildtieren ist dagegen das Bewegungssehen deutlich besser. Der Unterschied im Farbsehen zwischen Mensch und Schalenwild oder auch Raubwild ist der, dass wir von violett über blau und grün bis in den gelben und roten Bereich Farben erkennen, während z.B. Reh oder Rotwild nur bis in den grün-gelben Bereich sieht, dafür aber im kurzwelligen Bereich über blau und violett auch noch ultraviolettes Licht wahrnimmt. Schalenwild sieht also Blautöne gut, während das Rot, welches uns Menschen ins Auge springt, vom Wild nicht als Rot wahrgenommen wird. Auch unser Jagdhund sieht nicht schwarz-weiß, sondern wenn man es vereinfacht ausdrückt, ist er wie Fuchs oder Wolf rot-grün-blind. Fast sämtliche Vogelarten sehen dagegen alle Farben ausgezeichnet und zwar vom ultravioletten Bereich bis in den Rotbereich. Ein Grund für das gute Farbsehen der Vögel ist der, dass tagaktive Vögel bis zu vier verschiedene Farbrezeptoren besitzen.

Von Tarn- und Prachtkleidern Unter den Wirbeltieren finden wir bei Vögeln und Fischen die farbenprächtigsten Arten. Wer Auerhenne und Auerhahn vor Augen hat, der weiß sofort: Sie ist perfekt getarnt. Wenn er dagegen will, fällt er mit seiner Federpracht richtig auf. Feindvermeidung wie bei der brütenden Auerhenne ist ein wichtiger Grund, wenn es um Farben im Tierreich geht. Schneehühner, die in ihrem Federkleid je nach Jahreszeit in ihrer Umgebung aufgehen, Eulen, welche dank ihrer kryptischen Färbung mit Baumstämmen verschmelzen, ein Ziegenmelker, der mit dem Laub am Waldboden eins wird, oder eine Haselhenne auf ihrem Gelege - manches Tarnkleid lässt Wildtiere beinahe unsichtbar werden. Studien an Singvögeln zeigen gut, dass besonders jene Männchen, die auffällige Federkleider tragen, höherem Feinddruck ausgesetzt sind. Ein Vogelmann im bunten Prachtkleid ist demnach mehr gefährdet. Dennoch, aller Gefahr zum Trotz: Vogelmänner haben im Laufe der Zeit besonders bunte Kleider entwickelt. Wofür? Zunächst einmal um - Ihr - zu gefallen. Die Farbsignale können aber auch ebenso an Rivalen oder sogar an Raubfeinde gerichtet sein. Bleiben wir zunächst bei „Ihr“. Von einer ganzen Reihe von Sperlingsvögeln weiß man heute, dass die Weibchen besonders stark gefärbte Männchen als Partner bevorzugen. Dabei ist die Farbe Rot immer wieder von Bedeutung. Gimpel, Bluthänfling, Birkenzeisig, Rotkehlchen, Gartenrotschwanz, Kreuzschnabel, Spechte und viele andere liefern Beispiele. Bei den Hahnen der heimischen Raufußhühner leuchten während der Balzzeit die Rosen ebenfalls auffallend rot. Was rote Rosen erzählen Rot entsteht durch die Einlagerung von Karotinoiden – also gelben und roten Farbstoffen. Birkhahnen haben von allen Raufußhuhnarten die relativ größten Rosen. Während also einerseits bei den Hahnen der Wettbewerb über direkte Auseinandersetzungen erfolgt, locken sie anderseits Weibchen durch besonders auffällige Signale. So weiß man heute, dass Birkhennen Hahnen mit großen Rosen eindeutig bevorzugen.

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Während der Balz kann sich deren Volumen in Sekunden verändern – das geschieht ganz einfach durch Kontrolle der Blutzirkulation im Gewebe. Die Rosen sind jedoch nicht nur ein Signal an die Weibchen, sie liefern auch Information an Rivalen. Ihre Größe schwankt klar mit dem Verhalten. Sie sind kleiner, wenn der Hahn inaktiv ist - wenn er kämpft, sind sie mittelgroß - wenn er imponiert und wirbt, sind sie am größten. Beim Kämpfen versuchen die Hahnen auch immer wieder, die Rosen des Gegners zu verletzen. Fest steht dabei, dass es auf großen Balzplätzen in der Regel mehr Hahnen mit auffällig großen Rosen gibt als bei kleinen Gruppen oder bei einzeln balzenden. Der Grund dafür ist nicht, wie man vermuten möchte, dass sich viele Freier eben gegenseitig stärker anstacheln. Die Ursache liegt einfach darin, dass sich auf einem großen Platz mit vielen Konkurrenten nur vitalere Hahnen durchsetzen können. Warum sollten sich Birkhennen nun aber von großen, roten Rosen besonders angezogen fühlen? Der Grund ist wieder einmal das männliche Geschlechtshormon. Ein hoher Testosteronspiegel ist bei Birkhahnen in der Regel mit einem zentralen Territorium und mit mehr Durchsetzungskraft gegenüber Konkurrenten verbunden. Diese Hahnen haben eindeutig mehr Erfolg bei den Hennen. Der hohe Spiegel des männlichen Geschlechtshormons ist aber auch für die besonders auffällige Ausbildung der Rosen wichtig. Große Rosen sind also mit hohem Testosteronspiegel verbunden.

Foto: AdobeStock | David

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Oryx Antilope

Dies geht auf Kosten des Immunsystems! Daraus folgt wiederum: Nur ein gesunder, vitaler Hahn kann sich große rote Rosen „leisten“. Die Henne kann also die Kondition des Hahnes auch an diesen Hautgebilden ablesen – es ist ein ehrliches Signal. Farbeffekte durch Lichtbrechung Die Farben der Federn im Bereich von Hals und Brust des Birkhahnes entstehen vor allem durch Lichtbre-

Foto: AdobeStock | Simon Dannhauer


chung, ebenso wie beim Brustschild des Auerhahnes. Wer wenige Meter im Schirm neben einem Auerhahn sitzt, der kann dabei gut beobachten wie seine Brustfedern bei jedem Knappen besonders auffällig schillern. Sie kommen erst richtig zur Geltung, wenn die Sonne längst scheint. Wenn Hennen in geduckter Haltung zum Treten auffordern, sind ihre Augen genau in Höhe dieser Federpracht. Dabei steht der Hahn oft minutenlang neben ihr und knappt – kein Hauptschlag, kein Wetzen oder Schleifen. Man fragt sich oft: „Wieso geht nichts weiter?“ Bei jedem Knappen wird aber Hals- und Brustgefieder ruckartig nach oben gezogen. Die Folge ist, dass die Federn am Schild bei jedem „Zucker“ immer wieder in allen Farben schillern. Das Geheimnis: Lichtbrechung! Mit Hilfe von Farbpigmenten könnte dieser auffällige Effekt nie entstehen. Voraussetzung dafür ist jedoch Tageslicht und Sonnenschein. Die Bodenbalz geht deshalb auch bis weit in den Vormittag und in der Hochbalz sogar oft über den ganzen Tag. Wie gesagt, die Hennen sind offensichtlich angetan von dem Farbenspiel. Der glänzende Brustschild ist jedenfalls sicher keine zufällige Laune der Natur, sondern hat sich über Jahrtausende durch Selektion und Vererbung entwickelt. Man nimmt an, dass ursprüngliche Raufußhühner eher unscheinbar, klein und schlicht gefärbt wie unsere Haselhühner gewesen sind.

Gesichtsmasken bei Hornträgern Auch bei den Säugetieren gibt es Fellzeichnungen aller Art, besonders häufig sind dabei Kontraste. Vor allem unter den Hornträgern finden wir eine auffällige Vielfalt an Gesichtszeichnungen. Denken wir nur an Rappenantilopen, Thompson Gazellen, Buntböcke, Oryx oder Hirschziegenantilopen. Hier gibt es Augenringe, Streifen über den Augen, Zügel wie beim Gams oder Stirnblässen. Damit wird immer wieder besonders die Kopfregion hervorgehoben. Überaugenflecken und Zügel, die zu den Lichtern führen, sind bei männlichen Tieren dieser Arten häufig. Das hat mit innerartlicher Kommunikation zu tun. Zunächst ist damit die Blickrichtung besser zu erkennen. Direktes Anschauen oder Anstarren ist in der Regel mit Selbstvertrauen oder sogar Drohen verbunden. Geht es bei Auseinandersetzungen um Dominanz, dann helfen Gesichtszeichnungen, weil damit jedes Zögern, jede Veränderung der Blickrichtung und jeder Seitenblick unmissverständlich deutlich gemacht wird. Die Lichter sitzen bei Huftieren seitlich am Haupt. Ein Blick auf die Trophäen daheim im Jagdhaus zeigt was gemeint ist. Diese seitliche Anordnung gewährleistet einen weiten Rundumblick, das ist wichtig für Fluchttiere, damit können sie Gefahr rechtzeitig erkennen. Besonders unser Gamswild orientiert sich optisch, die Lichter sitzen weit

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seitlich. Über den Lichtern tragen Gams jedoch zwei auffällige weiße Überaugenflecken. Nachdem diese aber nicht seitlich, sondern direkt nach vor gerichtet sind, wird damit die direkte Orientierung auf ein Gegenüber deutlich hervorgehoben. Ein Gamsbock, der sich einer Geiß nähert, will aber keine Auseinandersetzung, sondern im Gegenteil, er will Distanz abbauen. Das geht nur, indem er direktes Anstarren vermeidet. Die Gesichtsmaske ist dabei hinderlich, anstatt dessen wird dann die weiße Kehle präsentiert – sie ist praktisch ein neutraler Ersatz. Das Hinterteil bei Hirschen Bei den Geweihträgern gibt es dagegen kaum markante Färbungen am Haupt. Am ehesten sind solche im hinteren Körperbereich zu finden – gemeint sind die verschiedenen Formen der „Spiegel“. Wie immer sie ausgebildet oder eingefasst sind, in jedem Fall sind diese Spiegel weiß oder zumindest sehr licht gefärbt. Hier erfasst die Jägersprache wieder einmal ganz gut wofür dieses Farbmerkmal steht: „Wer Zeichen über weite Entfernung geben will, der kann dazu einen Spiegel verwenden, mit dem er Licht reflektiert - besonders auffällig sind diese Zeichen dann, wenn er den Spiegel bewegt.“ Nichts anderes geschieht, wenn ein Reh oder ein Weißwedelhirsch flüchtet. Weiß reflektiert Licht und gibt damit in jedem Fall Bewegungen gut wieder. Auffällig ist dabei, dass bei vielen Hirscharten der Spiegel erst im Winterkleid so richtig zur Geltung kommt. Das ist jene Zeit, wo die Tiere eher im Rudel oder in der Gruppe und weniger einzelgängerisch leben. Unser Reh ist ein gutes Beispiel dafür. Weißwedelhirsch, Damwild, Sambar oder Axishirsche zeigen wiederum, dass auch ein großer Wedel dazu dienen kann um das auffällige optische Signal zu verdecken, wenn es nicht gebraucht wird. Das ist besonders dann sinnvoll, wenn eine Wildart auch während des Jahres in größeren Gruppen lebt, und wenn der Lebensraum eher unübersichtlich ist. Axishirsche, oder Weißwedelhir-

sche heben ihren Wedel also während der Flucht, erst dann soll der auffällige Spiegel zum Einsatz kommen. Warum? Viele Hirsche sind Fluchttiere, die sich ihren Feinden durch ausdauernden Lauf entziehen. Der Umstand, dass der Spiegel oft erst zu einer Zeit deutlich hervorgehoben werden, wenn die Tiere in Gruppen leben, gibt einen Hinweis darauf, dass damit Signale an Rudelmitglieder weitergegeben werden. Zunächst wird damit erst einmal Alarm signalisiert. Setzt dann die Flucht ein, ist Richtung und Weg auch für jene, die den Feind vielleicht noch nicht erspäht haben, leichter zu finden, vor allem Jungtiere können sich so rasch orientieren und verlieren nicht den Kontakt mit der Gruppe. Kontrastreiche Fellzeichnungen finden wir aber auch bei einer ganz anderen Gruppe von Wildtieren… Maskierte Nachtwandler … Der britische Naturforscher Alfred Russel Wallace war der erste, der in einem Brief an Charles Darwin darauf hingewiesen hat, dass sich manche Farbmuster besonders auffällig gefärbter Insekten im Laufe der natürlichen Selektion als Warnung oder Abschreckung gegen Feinde entwickelt haben. Nur eine unangenehme Erfahrung reicht, und jedes Kind weiß, dass der Kontakt mit einer Wespe besser vermieden wird. Diese Warnfarben sind uns vor allem aus der Insektenwelt bekannt, es gibt aber auch bei Säugetieren Fellfarben und Muster, die ähnlich abschreckende Wirkung haben können. Besonders häufig findet man solche Fellzeichnungen in der Familie der Marderartigen. Ein auffälliges Beispiel dazu liefert unser heimischer Dachs. Seine markante schwarz-weiße Gesichtsmaske wird als „Aposematismus“ gedeutet. Damit bezeichnet man in der Verhaltensbiologie augenfällige Warnfärbungen von Tieren. Möglichen Feinden wird damit signalisiert, dass man ungenießbar, vielleicht sogar giftig ist, oder dass es im Fall des Falles zum Einsatz von chemischen Abwehrmechanismen, wie etwa beim ebenfalls charakteristisch schwarz-weiß gefärbten Stinktier kommt. Foto: AdobeStock | Andrea

Dachse besitzen zwar weder Giftstacheln noch schmecken sie unangenehm, dennoch ist es besser, wenn es mit Grimbart keine direkten unnötigen Auseinandersetzungen gibt.

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Dachse besitzen zwar weder Giftstacheln noch schmecken sie unangenehm, dennoch ist es besser, wenn es mit Grimbart keine direkten unnötigen Auseinandersetzungen gibt. Lange Krallen, extrem kraftvolle Kiefermuskulatur, starke Zähne und ein flacher Körper mit tiefem Schwerpunkt und dicker Schwarte, ergeben alles in allem einen äußerst gut gerüsteten, wehrhaften und harten Gegner. Eine Begegnung sollte reichen um sich zu merken: Sehe ich ein Tier mit schwarz-weiß gezeichnetem Kopf, dann mache ich lieber einen Bogen und lege ich mich kein zweites Mal mit ihm an! Brustlatz und Lippenfleck Und warum haben Steinmarder und Edelmarder so auffällig helle Kehlflecken? Schon die beiden Verhaltensforscher Niko Tinbergen und Konrad Lorenz haben vermutet, dass der weiße Latz, oder die honiggelben Flecken an den besonders verwundbaren Stellen dazu dienen um innerartliche Aggressionen und Attacken während des Paarungsrituals abzudämpfen - gleichsam als Beißhemmung. Und weshalb der schwarze Fleck am Unterkiefer des Rotwildes? Man nimmt heute an, dass der noch aus einer Zeit stammt, wo Hirsche noch keine Geweihe, dafür aber lange Eckzähne im Oberkiefer getragen haben. Das waren richtige „Hauer“, die auch bei Auseinandersetzungen zum Einsatz kamen. Chinesische Wasserrehe besitzen sie heute noch. Der schwarze Lippenfleck könnte beim Eckzahndrohen als Kontrast zu den langen, weißen Zähnen gedient haben. Noch heute droht Rotwild mit den Grandeln – welche als verkümmerte Reste dieser ehemals großen Eckzähne übergeblieben sind. Obwohl die Grandeln eigentlich gar nicht mehr zu sehen sind, ist das Verhalten geblieben – ebenso wie der Fleck. Nicht jeder Klecks ist also noch von Bedeutung, dennoch sitzt er nicht zufällig genau dort, wo er ist…

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TEXT: CHRISTIAN HUEMER

Die Mur bald ohne Fische? Das Ökosystem Fluss verliert immer mehr, Fauna und Flora werden zerstört! Fische haben keine Lobby und Fische können auch nicht schreien. Leise immer wieder Fischarten in der Mur, die noch vor gar nicht allzu langer Zeit, nachdem die Wasserqualität sich enorm verbesserte, ein Paradies für Fische war. Nehmen wir den Huchen, der ist einer der Hauptfische, die noch in der Mur leben. Sehr robust und angepasst hat der Huchen bislang auch die Angriffe von Mur-Regulierern und tierischen Fisch-Jägern überlebt. Ja man konnte im Frühjahr noch in einigen Bereichen den „Huchen“ laichen sehen. Es sind eine ganze Reihe von Einflüssen, die das Leben der Fische in der Mur lebensgefährlich machen. Nehmen wir den Gänsesäger aus der Entenvögelfamilie. So ein Gänsesäger braucht pro Tag im Minimum ca. 300 Gramm Fisch, was pro Monat grob gerechnet bis zu 10 Kilo Beute ausmacht. Gerade in der Mur richtet dieser Vogel, der blitzartig in die Mur taucht, großen Schaden an. Fischschützer wie der Grazer Franz Keppel, vielen auch als „Huchenfranz“ ein Begriff, verstehen nicht, warum die Stadt Graz ein Vogelschutzgebiet im nördlichen Teil der durch Graz fließenden Mur errichtet und dann die Fische den Raubvögeln ausliefert. Aus diesen Schutzgebieten heraus machen eben die Gänsesäger,

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Franz Keppel berichtet vom „Tatort Mur“

Kormorane und vor allem auch Fischotter, Jagd auf die Murfische. Wenn man hört, dass ein Jung-Gänsesäger-Vogel 4000 Jungfische vertilgt, dann hat man eine Idee wie sich die geschützten Vögelarten auf die Murfische stürzen. Fische haben eben keine Lobby. Franz Keppel: „Manchmal denke ich mir, wie das wohl wäre, wenn die Grazer in der Nacht durch laut um Hilfe schreiende Fische gestört


würden. Aber leider können Fische nicht schreien“. Früher waren bei jeder Brücke der vielen Bäche Forellen zu sehen. Kormoran, Otter, Gänsesäger, Krähen haben leichtes Spiel mit diesen wertvollen Fischen. Vor etwa 40 Jahren konnte Franz Keppel Bachforellen beim Laichen in Weinzöttl beobachten, damals gab es aber das Kraftwerk nicht. Das KW ist 30 Jahre alt. Die Äsche ist ein weiterer Fisch, der einst in großer Zahl in der Mur zu beobachten war, aber jetzt findet man kaum laichende Äschen. Je mehr Kraftwerke errichtet werden, desto weniger Fische bleiben im Fluß, der wegen den Kraftwerksregulierungen nicht mehr so fließt wie früher. Ein großes Problem sind nach wie vor die Fischotter, die hochmotiviert Jagd auf Murfische machen. Die Otter jagen die Fische nicht nur, weil sie Hunger haben, sondern weil es ihnen Spaß macht und weil sie ,wie ein Fischschützer anmerkte, aus Mordslust töten. Der Fischotter bedroht nicht nur die Flüsse, sondern auch die Teiche und richtet dort enormen Schaden an. Die Teichwirte wiederum haben schon einmal mobil gemacht und beklagt, dass die mittlerweile in der Steiermark lebenden rund 1000 Fischotter die Teiche leer fressen. Die Fische in der Mur und in anderen Flüssen haben wie schon erwähnt, niemand der ihnen hilft und auf die Barrikaden steigt. Franz Keppel hat in filmischen Dokumentationen schonungslose Tatortberichte geliefert. Vor allem der Huchen liegt Keppel am Herzen, daher auch der Name „Huchenfranz“. Die Mur zählt zu den letzten Flüssen Mitteleuropas mit einem natürlichen Huchenbestand. Und Keppel fragt sich wie lange noch. Auch mit Äschen, Bachforellen sieht es schlecht aus. Es sind aber nicht nur die großen Vögel und der Fischotter, die die Murfrische an den Rand des Aussterbens bringen, sondern auch die Murkraftwerke. die sich auch als wahre Todesfallen entwickeln. Allein in der Mur gibt es 32 Wasserkraftwerke. Der Film von Keppel zeigt tausende Fische, die nach einem Schwall durch ein Wasserkraftwerk zappelnd am Ufer verendeten. Höchste Zeit, dass die Politik sich einschaltet und endlich erkennt, wie wichtig die Fischwelt für unsere Flüsse und Bäche ist. Überall ist die Rede von Artensterben, ja genau, wir erleben gerade ein solches in den Bächen und Flüssen. Warum verhindert das keiner?

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Bleistiftpatrone

eine Erfolgsgeschichte TEXT UND FOTOS: MAG. ANDREJ SIDENKO

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amilienerbstück oder ein Geschenk…Manchmal nicht wirklich etwas Teures und Exklusives, aber ein Erbstück oder ein Geschenk hat ja vielmehr einen immensen geistigen Wert für die Erbenden oder Beschenkten, nicht wahr? Ich denke, jeder hat so etwas im Leben erlebt – egal, ob es um eine Jagdwaffe des Vaters, um eine Lieblingsvase der Mutter, um ein kleines Präsent vom besten Freund oder Freundin oder um etwas anderes geht. Um Marcel Proust ein wenig zu paraphrasieren, können wir Folgendes sagen: Was man besitzt – das liebt man auch. In diesem Sinne ist eine hundertjährige Büchsflinte des unbekannten Ferlacher Meisters, die meinem guten Freund und erfahrenen Berufsjäger Heimo Wechselberger gehört (der übrigens selbst ein Wiederlader ist), auch etwas Besonderes. Der linke Schrotlauf im 16-er Kaliber ist eher ordinär. Aber der Rechte! 6,5x70R – ein

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bereits ausgestorbenes hervorragendes Rehkaliber mit der geringsten Wildbretentwertung. Als Heimo mich fragte, ob ich ihm helfen könnte, die leeren Hülsen in die passende Munition zu verwandeln, sagte ich nicht gleich zu: Man solle ja zuerst eruieren, ob das passende Instrumentarium überhaupt erhältlich wäre. Die 6,5x70R schaut wirklich mehr nach einem kleinen Blei- oder Filzstift als nach einer Patrone aus. Da sie mit einem ordinären Rundkopf-Teilmantelgeschoss ausgestattet wurde, könnte man auch ohne Probleme damit am Papier schreiben. Die Aufgaben eines Wiederladers sind im Großen und Ganzen zwar langwierig, recht ermüdend, aber ziemlich routiniert: das Kalibrieren der Hülse mit gleichzeitigem Entkapseln, dann Auswaschen, Trocknen, Trimmen (mindestens bis auf die den CIP-Daten entsprechende Länge, besser etwas darunter), neu Bekapseln und dann mit der Pulverladung (diese wird


natürlich einzeln auf der Diamantwaage abgewogen) Befüllen und Einsetzten des Geschosses so, dass die Gesamtpatronenlänge dem vorher abgemessenen Patronenlager der konkreten Waffe entspricht – voilà! Das Problem mit dem extrem teuren Matrizensatz für 6,5x70R zum Vollkalibrieren der Hülsen (Kostenfaktor rund 350 Euro!) habe ich elegant mit Hilfe meiner universellen Hülsenhalskalibrierungsmatrize fürs Kaliber 6,5 (.264) von Hornady lösen können. Es ging ja um die Niedrigdruck-Hülsen, die aus einer und derselben Waffe und nur einmal abgeschossen wurden. Daher könnte eine Hülsenhalsverengung entsprechend der Geschosssetztiefe für dieses Unternehmen vollkommen ausreichen. In einer leichten Euphorie wegen so einer scheinbar einfachen Lösung der Instrumentarium-Frage habe ich meinen lieben Freund Heimo angerufen und gesagt: „Wir versuchen es, man braucht nur die Hülsen und eine Fabrikpatrone!“ Wenn ich es nur wüsste, was auf mich zukommt! Die Schwierigkeiten mit der 6,5x70R fingen ab dem Moment an, als ich die Hülsen und eine uralte RWS-Fabrikpatrone in die Hände bekam.

Ein Blick mit einer Lampe in die Hülse hinein war wie eine kalte Dusche für mich: Anstatt eines gut sichtbaren zentralen Zündlochs der Boxerzündung im Hülsenboden schauten mich zwei kaum sichtbare „Äuglein“ einer Berdanzündung an. Die 5,5 mm Berdanzündhütchen sind zum Glück teilweise noch erhältlich (offensichtlich überwiegend als alte RWS-Lots, die seit mehreren Jahrzehnten bei den Waffenhändlern in den Kellern schimmeln) und können mit der gleichen Vorrichtung, wie die „Large Rifle“ Boxer eingesetzt werden. Eine Berdanzange zum Entfernen der ZH kostet aber nicht weniger als 115 Euro und wird heute ehrlich gesagt kaum, außer in solchen exotischen Fällen, gebraucht. Ein Engineering-Akt war unvermeidlich. Ich habe kurzerhand zwei an die Hülsenform angepasste Holzplättchen für den Schraubstock gebastelt, um die Hülse mit dem Hülsenboden nach oben fixieren zu können, dann jedes einzelne Zündhütchen zuerst vorsichtig angebohrt und mit Hilfe einer ordinären Holz- oder Rigips-Schraube herausgezogen. Am Foto 1 sieht man ein heraus geschraubtes Berdan-ZH und die typischen Berdanzündglocken bei den bereits ausgewaschenen Hülsen. Die Berdan-Zündkapseln sind schon gekauft worden, und da dachte ich, weiter wird alles routiniert

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Von o. nach u.: Originalprojektil, das handelsübliche Projektil S&B TM .264 131 gr vor und nach dem Kalibrieren.

Berdan-Zündkapsel und die typischen Berdanzündglocken

und locker. Die von mir für die neuen Patronen geplanten 6,5 mm (.264) TM S&B-Geschosse hatte ich zu Hause in den Gewichten 8,5 g, 9,1 g und 10,1 g, da wir viel und gerne mit dem schwedischen Varberger-717 im Kal. 6,5x55SE jagen. Da wartete auf mich aber der nächste Uppercut: Ich wollte mich nur vergewissern, dass alle Ziffern wirklich so zu verstehen wären, wie sie geschrieben sind. Die Patrone ist ja an sich sehr alt. Anders gesagt, der Gedanke, dass all die Ziffern und Bezeichnungen sogar bei der modernen europäischen Munition nur relativ sind, dass sozusagen 7,62 mm nicht gleich 7,62 mm des Durchmessers eines Projektils bedeuten, wenn man z.B. das NATO (Ø 7,82 mm) und das russische Kaliber (Ø 7,92 mm) vergleicht, schwebt ständig irgendwo im Unterbewusstsein und zwingt einen immer wieder mit besonderer Aufmerksamkeit die entsprechenden CIP-Daten zu studieren. Das habe ich natürlich gemacht und das bereits vermutete aber wirklich unerwünschte blaue Wunder erlebt: Laut CIP ist der Durchmesser der Kugel für die „Bleistift-Patrone“ 6,64 mm, für die Schwedenmauserpatrone aber 6,71 mm. Dann griff ich zum elektronischen Messschieber: Der Durchmesser des RWS-Fabrikgeschosses war 6,60 mm und der Durchmesser von den heute üblichen 6,5 mm Projektilen zählte 6,67 mm! Im Handel sind die zum 6,5x70R passenden Kugel kaum erhältlich. Zuerst dachte ich, dass die Bleigeschosse vom slowakischen Hersteller ARES im Durchmesser .259 mit 85 gr Gewicht helfen würden. Ein unbemanteltes Bleigeschoss kann man aber nur bis zur V0 von maximal 500-550 m/s verladen, sonst wird die obere Bleischicht von den Feldern des Laufs abgerissen und Seite 56

der Rest der Kugel fliegt einfach irgendwohin. Aus Verzweiflung habe ich trotzdem eine kleine Testpartie bestellt und sechs Patronen zur Probe damit verladen – einfach so, aus reinem Interesse, denn wegen der zu geringen V0, des Geschossgewichts und dementsprechend der Auftreffenergie wäre so eine Munition eher nur raubwildtauglich. So viel Ärger und alles umsonst? Die Lösung hat mir mein tschechischer Lieferant Jan Král von Strobl.cz vorgeschlagen: Die üblichen .264 Geschosse auf den Durchmesser .260 herunter zu kalibrieren und – das Beste – es gibt eine leistbare Lösung von Lee dazu! Am Foto 2 von oben nach unten: Durchmesser des Originalprojektils, Durchmesser des handelsüblichen Projektils S&B TM .264 131 gr und sein Durchmesser nach dem Herunterkalibrieren. Das Licht am Ende des Tunnels wurde somit gesichert. In der Originalpatrone steckt das 8,3 g Rundnase-TM-Geschoss von RWS. Daher war die 8,5 g Kugel von S&B die beste Kandidatin für die Schlankwerden-Operation. Damit könnte ich die für diese Niedrigdruckpatrone optimale Kombination aus Anfangsgeschwindigkeit und -energie erreichen. Schwerere Geschosse bräuchten einfach mehr “Gas”, was aber weder CIP noch die technischen Daten und der Zustand der konkreten Waffe erlaubten. Das Foto 3 zeigt die Fabrikpatrone von RWS, die neu erstellte Patrone mit dem „abgespeckten“ S&B TM .264 131 gr Geschoss und dieses Geschoss selbst. Nicht einmal zwei Monate vergangen und die restlichen 14 Testpatronen waren fertig. Die Waffe eingeschossen (am Foto 4) – nun bleibt es Heimo nur noch


unsere theoretische Überzeugung, dass die 6,5x70R die beste und unverdient vergessene Reh-Patrone ist, in Praxis umzusetzen. Übrigens hat Krieghoff am Anfang des XXI. Jahrhunderts eine neue Patrone im Kaliber 6x70R vorgestellt. Zum Erstaunen der IWA-Besucher war diese nichts anderes, als eine uralte 6,5x70R, deren Hülsenhals bis auf einen Durchmesser von .243 oder 6,17 mm verengt wurde. Statt einer großen Zündkapsel wurden “Small Rifle”-Zündhütchen eingesetzt. Die Patrone wie auch ihr historischer Vorgänger ist überwiegend für die Einsteckläufe der Flinten gedacht und als eine tolle Reh-Patrone hochgeprieRWS-Fabrikpatrone und die neu erstellten 6,5x70R Patronen.

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sen, die sehr Wildbretschonend funktionieren sollte. Die neuen Hülsen für 6x70R von Horneber sind zum derzeitigen Preis von etwa 2 Euro/Stk. in Deutschland bestellbar, was sehr günstig für das seltene Kaliber ist. Diese werden aber für kleine Boxerzünder gefertigt. Es wäre an sich kein Problem, den Hülsenmund mit der üblichen Hülsenhalskalibrierungsmatrize auf 6,5 mm vorsichtig aufzuweiten (vielleicht nach vorherigem Glühen). Im Falle der Büchsflinte von Heimo konnte ich aber diese Option nicht nutzen, da ihr Schlagbolzen so exzentrisch schlägt, dass ein kleines Boxer-ZH mit nur 4,4 mm Durchmesser wahrscheinlich von dem Schlagbolzen gar nicht richtig getroffen werden würde. Nach all dem Abenteuer frage ich mich nun: Hätte ich mir so etwas angetan, wenn ich gewusst hätte, dass das Unternehmen so viel Zeit und Mühe kosten würde? Die Antwort für mich ist eindeutig: ja! Resümieren könnte man so: Wenn ein Jäger oder eine Jägerin eine Waffe in einem heute seltenen Kaliber erbt oder vielleicht geschenkt bekommt, ist es noch kein Grund zum Verzweifeln! In Österreich darf man die Patronen immer noch selbst machen. Vorteilhaft in allen Sinnen des Wortes wäre es, in solchen Fällen einen erfahrenen und leidenschaftlichen Wiederlader zu Rate zu ziehen.

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Slowenische Jägerinnen TEXT: ALIA BANDHAUER FOTOS: CHRISTIAN HUEMER

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lowenien ist definitiv eine Jagdreise wert! Dieses kleine, aber feinen Jagdland zwischen den Alpen und dem Mittelmeer bietet traumhafte Landschaften, gut gehegte Jagdreviere und ausgezeichnete Wildbestände. Die unberührte Natur sowie das Hoch- und Mittelgebirge bieten dem Wild dank der Mischwälder perfekte Bedingungen. Erfahren Sie hier mehr über die Besonderheiten, die in Slowenien in Bezug auf die Jagd herrschen und vor allem über die Stellung von Jägerinnen im traditionellen Kontext. Welchen Stellenwert haben jagende Frauen in ­Slowenien? Auch in Slowenien interessieren sich immer mehr Frauen für die Jagd, ursprünglich eine nahezu reine Männerdomäne. Trotzdem ist das Verhältnis der Geschlechter noch sehr ungleich verteilt: Auf über 20.000 männliche Jäger kommen derzeit nur 585 Jägerinnen. Der Verein der Slowenischen Jägerinnen (DSL) hat seit

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dem Juni 2022 eine neue Präsidentin, Ivica Kocjančič aus Koper. Die 72-Jährige ist wie auch ihr Mann Mitglied der Jagdfamilie Žabnik Obrov, jagt seit 2004 und war die letzten sechs Jahre als Sekretärin im DSL tätig. Sie meint zur Stellung von weiblichen Jägerinnen in Slowenien: »Bei körperlichen Leistungen können Frauen keine gleichwertigen Ergebnisse erzielen, aber bei gleichen Kompetenzen sind Jägerinnen sehr erfolgreich und gleichberechtigt. Als Frauen sind wir offener für unterschiedliche Meinungen, Kommentare und Vorschläge. Es stimmt aber auch, dass es trotz gleicher Fähigkeiten oft schwieriger ist, Autorität aufzubauen, weil Emotionen und unterschiedliche Kommunikation im Spiel sind.« Damenjagden und Kleidervorschriften Die slowenischen Jägerinnen organisieren schon seit Jahren internationale Damenjagden, wie sie auch in Kroatien und Serbien stattfinden. Im Herbst dieses


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v.r.nl. Katja Plohl, Präsidentin Slo. Jäger­innen Ivica Kocjančič, Slo. Jagd Präsident Bradac Lado, Jožica Založnik, Urška Dvornik

Jahres findet wieder eine solche Veranstaltung statt, bei der auch Jägerinnen aus der Steiermark, der Slowakei, Kroatien, Serbien, Italien und der Schweiz teilnehmen. Geplant ist eine Treibjagd, bei der Rotwild, Wildschweine und Raubwild bejagt werden. Für Jägerinnen und Jäger bestehen in Slowenien Kleidungsvorschriften für jagdliche Festlichkeiten, wie zum Beispiel der Feier der erfolgreich abgelegten Jagdprüfung. Im Laufe der Jagdausbildung nimmt ein Schneider die Maße und fertigt nach dem vorgegebenen Jagdschnitt die Kleidung an. Der Damenanzug besteht aus Hut, Hemd, Krawatte, Sakko und Rock. Während der Jagd wird allerdings lockerere Kleidung getragen. Zur Organisation der Jagd in Slowenien Voraussetzung um in Slowenien überhaupt jagen zu können ist die Mitgliedschaft in einer Jagdfamilie. Die staatlichen Konzessionen für die Jagd sind auf diese insgesamt 411 Jagdfamilien verteilt. Jede Jagdfamilie hat einen Ältesten – und auch hier zeigt sich die ungleiche Verteilung der Geschlechter: Lediglich acht Frauen sind derzeit in dieser Position. Jägerinnen und Jäger müssen Arbeitsstunden in der Jagdfamilie verrichten. Das sind mindestens 15 Stunden im Jahr und kann je nach Jagdfamilie stark variieren. Dafür darf alles geschossen werden, was im Jagdplan vorgesehen ist. Der jährliche Mitgliedsbeitrag variiert je nach Jagdfamilie zwischen 150 € und 180

€. Die Jagdreviere haben eine Größe von 2.000 bis etwa 7.000 Hektar. Je nach Jagdsaison kann in Slowenien folgendes Wild bejagt werden: Reh, Hirsch, Hirschkuh, Hirschkalb, Mufflon, Damhirsch, Gämse, Steinbock, Wildschwein, Hase, Weißer Marder, Dachs, Fuchs, Schakal, Marderhund, Siebenschläfer, Alpenmurmeltier, Bisamratte, Nutria, Fasan, Feldhuhn und Stockente. Zur Jagdausbildung in Slowenien Die Jagdausbildung in Slowenien besteht aus einem praktischen und einem theoretischen Teil. Die Praktikumszeit unter Anleitung eines Mentors dauert mindestens ein Jahr, die gesamte Ausbildung fast zwei Jahre. Der Umfang des Praktikumsprogramms einschließlich der praktischen Kenntnisprüfung beträgt 150 bis 200 Stunden. Für die Theorie kann der Jagdlehrling selbst eine Jagdfamilie aussuchen. Die jagdliche Prüfung findet vor einer Prüfungskomission statt. Voraussetzung für die Anmeldung zur Jagdprüfung ist die erfolgreiche Absolvierung des praktischen Teils der Prüfung beim Jagdrevierleiter und das Bestehen der theoretischen Inhaltsprüfung. Geprüft werden das Wissen in den Bereichen Wildbiologie und Ökologie, Rechtsvorschriften sowie Wild- und Reviermanagement. Die Bescheinigung über die bestandene Jagdprüfung ist ein Dokument, welches das Recht auf Erteilung eines Jagdscheins nachweist. Die Kosten für die Jagdprüfung sind mit um die 300 € vergleichsweise günstig.

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Immer mehr Wölfe, Schakale, Braunbären – wie kann man da regulierend eingreifen? In Slowenien ist der Abschuss von Wölfen und Braunbären nur mit Genehmigung des Umweltministeriums erlaubt. Geschätzt gibt es über tausend Bären, 222 davon wurden in diesem Jahr zum Abschuss freigegeben. Begegnungen mit Bären und Wölfen sind in Slowenien keine Seltenheit. Auch Ivica Kocjančič kann von einem solchen Erlebnis berichten: Während sie in ihrem Revier auf dem Hochsitz saß, hatte sie das Gefühl beobachtet zu werden, sie drehte sich nach rechts und tatsächlich saß nur etwa 18 Meter von ihr entfernt ein Wolf und blickte sie an. Auch Bären hat die Präsidentin des Vereins der Slowenischen Jägerinnen beim Abendansitz bereits im Anblick gehabt und in ihrem Dorf im Karstgebiet kommen immer wieder Bären auf der Suche nach Nahrung vorbei und werden dann von den Hunden verjagt. Historische Jagdexponate auf Schloss Bistra

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Das Jagdmuseum auf Schloss Bistra Wer einen Jagdurlaub in Slowenien plant, sollte sich auf keinen Fall das Jagdmuseum auf Schloss Bistra entgehen lassen! Dieses ist Teil des Technischen Museums Sloweniens, welches heuer sein 70-jähriges Bestehen feiert. Das Museum ist von einem wunderschönen Schlossgarten umgeben, der mit einer Holzmühle am Wasser, einem Steg und einem Park eine zauberhafte Atmosphäre bietet. Außerdem gibt es ein ausgezeichnetes Mittagessen im Gostilna Bistra. Die Jagdsammlung besteht aus mehr als 3.000 Exponaten, darunter Wildderme, Trophäen, Jagdwaffen und weiteres Jagdzubehör sowie alte Urkunden, Orden und Postkarten. Den Kern der ständigen Sammlung bilden Exponate, ergänzt durch fachliches und schriftliches Material zu Jagd und Wild. Ein Teil des Museums ist der Präsentation von Wildtieren auf slowenischem Gebiet und der andere Teil der Jagdgeschichte gewidmet.


Brauchtums-Legende Reinhard Hickl und Hubert Aiwanger

Liebe Jägerinnen und Jäger, der Herbst mit seinen zahlreichen jagdlichen Veranstaltungen und Ereignissen steht vor der Türe. Das „jagerische Jahr“ ist im Herbst, wenn sich das Laub färbt und Hundegeläut uns erfreut, besonders reizvoll. Es ist die Zeit in der wieder Gesellschaftsjagden abgehalten werden. Von Jahr zu Jahr ist festzustellen, dass die Zahl der teilnehmenden Jägerinnen erfreulicherweise stetig wächst. Die Jagd wird weiblicher und erfreut sich auch immer größerer Akzeptanz in immer mehr Bereichen der Gesellschaft. Es wird immer wichtiger, dass alle Akteure, die mit der Jagd in Verbindung stehen an einem Strang ziehen. Landwirte, Grundbesitzer, Waldbauern, Jäger und Förster müssen zusammenfinden und gemeinsam vernünftige Lösungen entwickeln für die Herausforderungen die aktuell auf uns zukommen. Das bewährte, an Grund und Boden gebundene Jagdrecht wird immer mehr beschnitten und in Frage gestellt von Leuten, die nichts von der Sache verstehen oder ideologisch motiviert vorgehen. Dabei wird aus denselben Kreisen heraus je nach Publikum entweder der Jäger als Tiermörder oder als Reh- und Hirschvermehrer und Trophäengötze, der am schlechten Waldzustand schuld sei, verächtlich gemacht. Die Nutzung der Natur, eine nachhaltige Jahrtausende alte Kreislaufwirtschaft, wird angegriffen von Menschen, die selbst vorgaukeln, Naturfreunde zu sein. Hier ist die Landwirtschaft, die Waldnutzung, Jagd und das Angeln gleichermaßen im Visier. Der Wolf scheint wichtiger als die Weidetiere und das Wild, der Fischotter

wichtiger als der Fisch und der Borkenkäfer soll in stillgelegten Wäldern wüten anstatt die nachhaltige Nutzung des Holzes gutzuheißen. Hier müssen wir die Gutgesinnten aufklären und den Bösartigen entschlossen entgegentreten, damit nicht die Vernünftigen ins Hintertreffen geraten. Längst wäre es an der Zeit, auch auf neue Entwicklungen wie der Zuwanderung von Schakalen in gewissen Gegenden zu reagieren und eine Bejagung zu ermöglichen, anstatt die heimischen Arten einem weiteren Beutegreiferdruck auszusetzen. Es gibt also Arbeit in Hülle und Fülle für uns! Neben der Jagdausübung selbst und der Instandhaltung der Reviereinrichtungen, der Biotopverbesserung und Winterfütterung müssen wir unser Tun täglich aufs Neue erklären und verteidigen und auf neue Entwicklungen reagieren. Der Erhalt unseres Waidwerks, eines möglichst gesunden Wildbestandes in einem intakten Lebensraum sind dabei unser Ziel, das jagdliche Erlebnis und der Genuss von köstlichem Wildbret entschädigt für manchen Aufwand. Ich danke den steirischen Jägerinnen und allen anderen, die sich für den Erhalt von Wild und Waidwerk einsetzen und wünsche allzeit Waidmannsheil! Hubert Aiwanger, Jäger Staatsminister und stellvertretender Bayerischer Ministerpräsident

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ROTWILDREGULIERUNG & MANAGEMENT IM ALPENVORLAND

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Text und Fotos: Mario Ensmann

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ür meine Abschlussarbeit zum Akademischen Jagdwirt habe ich mich mit der Bewirtschaftung von Rotwild im Alpenvorland beschäftigt. Leider ist es nicht mehr überall möglich in der heute vom Menschen geschaffenen, gewinnoptimierten Kulturlandschaft, tagaktive Rotwildbestände beobachten zu können. Die Krisen der heutigen Zeit sind für die Jägerschaft eine echte Herausforderung. Klima, Artenvielfalt und Wirtschaft ändern sich stätig. Die Jagd und ihre Gesellschaft sind von einem starken Umbruch geprägt und wir Jäger haben in der Öffentlichkeit teilweise nur mehr ein schlechtes Ansehen. Durch die besondere Lernfähigkeit des Rotwildes ist es eine enorme Herausforderung diese Wildart zu bejagen. „Rotwild fordert Jäger und Grundbesitzer heraus“ mit richtiger Strategie und Management kann Rotwild in unserer Kulturlandschaft weitgehend schadensfrei integriert werden. Der Lebensraum unserer Wildtiere wird von immer mehr Menschen genutzt - ob Wanderer, Radfahrer oder auch die Forstwirtschaft. Leider werden durch viele Faktoren die Bejagung und Abschusserfüllung trotz der hohen Wildstände immer schwieriger. Durch die Interessen der Grundbesitzer von Land- und Forstwirtschaft, des Tourismus, des Naturschutzes und der Jäger wurden über Jahre oder sogar Jahrzehnte Verhaltensänderungen beim Rotwild herbeigerufen, die nicht nur eine räumliche Veränderung des Lebensraumes, sondern auch eine zeitliche Veränderung der Nutzbarkeit des Nahrungsangebotes mit sich ziehen. Der Mensch hat besonders in den letzten zwei Jahrhunderten die Waldstruktur stark verändert. Damit wurde auch die Tragfähigkeit bei den Schalenwildarten durch Veränderung der natürlichen Lebensräume verringert. Von natürlichen Waldgesellschaften hin zu Wirtschaftswald. In der heutigen Forstwirtschaft entsprechen viele Waldbestände nicht mehr ihrer natürlichen Waldge-

sellschaft, da (z.B. durch wirtschaftliche Überlegungen) bestimmte Baumarten wie die Fichte gezielt gefördert wurden. Durch die Maßnahmen und Eingriffe des Menschen gehen Wildlebensräume verloren, durch weitere Aufschließungen von entlegenen Gebieten für diverse Sportarten und Naturnutzung muss das Wild in die noch verbleibenden Lebensräume jedoch von schlechterer Qualität ausweichen. Durch das Verdrängen des Wildes aus der Kulturlandschaft in die Wälder, sind diese für unsere Wildtiere wichtige Ganzjahreslebensräume geworden, als Winterlebensräume sind sie sogar von überragender Bedeutung. Daher ist die Forstwirtschaft der maßgeblichste Gestalter der Waldlebensräume unserer Wildtierarten. Rotwild ist ein „Kulturfolger“, dessen Bestand sich in unserer Kulturlandschaft gut vermehren kann. Rotwild kommt in Mitteleuropa in sehr hohen Dichten vor, musste aber in den letzten Jahrzehnten starken Lebensraumverlust durch Freizeit und Wohlstand hinnehmen. Grundsätzlich gilt je geringer der „Jagddruck“, desto weniger scheu ist das Wild. Wie kann man also Rotwild effizient bejagen, ohne das Wild „unsichtbar“ zu machen? In meiner Arbeit habe ich mich mit diversen Themen beschäftigt! Die Hege, aus heutiger Sicht sollte vor allem die Erhaltung eines artenreichen und gesunden Wildbestandes bedeuten. Dazu ist es wichtig, naturnahe und artenreiche Lebensgemeinschaften nach den Kriterien der Nachhaltigkeit zu erhalten und zu fördern. Alle Tierarten – ob jagdbare oder nichtjagdbare - haben ihre Berechtigung und Bedeutung. Alle Hegemaßnahmen sollten daher ebenso der Vermeidung von Wildschäden dienen. Das Hegeziel sollte unteranderem gesundes, vertrautes, tagaktives Schalenwild sein. Die Hegemaßnahmen sollten dazu dienen, die Bedürfnisse der Wildtiere bestmöglich befriedigen zu können. Unabhängig von der Art der Wildtiere sind das vor allem die Verfügbarkeit von Einstand und Deckung, die Verfügbarkeit der Äsung inklusive Wasser, sowie Ruhe bzw. die Vermeidung unnötiger Störung. Wo immer sich hier ein Defizit auftut, kann der Jäger mit seiner Jagdlichen Kompetenz hegerisch aktiv werden. Störung des Rotwildes, mit der Zunahme der Freizeitaktivitäten des Menschen kommt es bei unserem Schalenwildarten immer häufiger zu Störungen der normalen Lebensabläufe. Oft wird der Einfluss von

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Freizeitaktivitäten auf Wildtiere unterschätzt und große Teile ihres Habitats gehen verloren. Wildschutzgebiete, Ruhezonen und sachlich fundierte Empfehlungen an Naturnutzer sind erforderlich, um die Störungen des Wildes zu minimieren. Insbesondere in Zeiten und an Orten mit hoher Störungssensibilität, vor allem im Winter, in der Dämmerung und an Waldrändern. Managementpläne sollten zwischen lokalen und regionalen sowie kurz und langfristigen Störungen unterscheiden und dabei auch die kumulierenden Effekte von Störeinflüssen berücksichtigen. Für das Wild ist entscheidend, dass in seinem Lebensraum genügend störungsarme Rückzugsgebiete übrigbleiben und nicht überall mit unkalkulierbaren Störungen zu rechnen ist, vor allem im Winter. Dies könnte zum Beispiel durch eine Wildökologische Raumplanung erreicht werden. Beachtlich ist der Energieverbrauch von flüchtendem Wild. So benötigt flüchtiges Wild etwa das Sieben- bis Zehnfache an Energie im Vergleich zu stehendem oder ruhig ziehendem Wild. Die wachsenden Ansprüche des Menschen – in Raum wie in Zeit – am Lebensraum der Wildtiere führen zumeist unvermeidbar zur Störung

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der Wildtiere. Mit größter Empfindlichkeit reagieren Tiere auf unvorhersehbar auftretende Ereignisse. Heikel sind Begegnungen für Tiere an für sie wichtigen Orten, wie Nahrungs- und Rückzugs- oder. Brut- und Aufzuchtsgebieten. Da geeignete Lebensräume teilweise nur mehr beschränkt vorhanden sind, sollten Wildruhezonen als Instrument zur Lebensraumaufwertung für Wildtiere angewendet werden. Um die menschlichen Aktivitäten – insbesondere im Winter – einzudämmen und den Wildtieren genügend große Rückzugs- und Nahrungsaufnahmegebiete bereitzustellen ist die Zusammenarbeit mit den Touristikern, Alpenvereinen und den Forstbetrieben wichtig. Für die Wildtiere ist es von größter Bedeutung den Lebensraum großflächig nutzen zu können, ohne sich in schadensanfälligen, dunklen Dickungen verstecken zu müssen. Leider wird das Rotwild immer mehr in suboptimale Lebensräume zurückgedrängt, um den wirtschaftlichen Schaden so gering wie nur möglich zu halten. Rotwild kann nicht unterscheiden, ob Pflanzen für den Menschen wertvoll oder weniger wertvoll sind. Nachhaltiger Umgang mit der Natur ist meine Überzeugung. Jagd, Fotografie und Forstwirtschaft sind meine Leidenschaft!


Faszination Waffentechnik DIE FASZINATION VON FERLACHER ­JAGDWAFFEN An der HTBLVA Ferlach erlernen junge Mädchen und Burschen das Handwerk des Büchsenmachers und tauchen ein in die Geheimnisse der Waffen- und Sicherheitstechnik. Ferlach ist die Büchsenmacherstadt. Wer sich Ferlach mit dem Auto nähert, wird an der Ortseinfahrt mit den Worten „Willkommen in der Büchsenmacherstadt“ begrüßt. In der Stadt gibt es den Büchsenmacherweg, das Büchsenmachermuseum und natürlich viele Büchsenmacher, die in ihren Werkstätten kunstvolle Jagdwaffen erzeugen, die ihre Besitzer in allen Teilen der Welt finden. Zahlreiche Akteure auf den Bühnen der Welt nennen eine Ferlacher ihr Eigen. Allein der Name bürgt für Qualität. Und es gibt hier eine höhere technische Bundesschule, an der der Nachwuchs für dieses goldene Handwerk ausgebildet wird. Ihr voller Name lautet heute „EUREGIO HTBLVA Ferlach“. Für einen jungen Menschen, der sich für den Weg der Entwicklung und des Baus von Jagdwaffen entscheidet, bietet die Schule zwei Wege an. Die vierjährige Ausbildung in der Fachschule für Büchsenmacher orientiert sich an der Ferlacher Tradition. Hier lernen die Schülerinnen und Schüler alle Tätigkeiten, die für den Bau einer präzise schießenden Ferlacher Jagdwaffe unverzichtbar sind. Ein Laie kann mit den Begriffen wie „Baskulieren“ oder „Garnieren“ wenig anfangen. Ein Büchsenmacher, der diese Tätigkeiten beherrscht, genießt ein hohes Ansehen. Zur Erklärung: Unter dem „Baskulieren“ versteht man das Zusammenführen, gleichsam das Verheiraten, des Laufs mit dem Kasten (Baskül), der alle Teile für das Auslösen des Schusses enthält. Eine hohe Kunst ist der Bau einer mehrläufigen Büchse. Großes Geschick ist erforderlich, dass zwei oder mehr Läufe auf den gleichen Punkt in einer bestimmten Entfernung treffen. Die Ausrichtung der Läufe mit dem Zwecke, dass ebendies geschieht, nennt

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man das Garnieren. Die Fachlehrer in den Werkstätten sind zum Großteil in der Ferlacher Büchsenmacheratmosphäre sozialisiert worden und sind somit Vorbilder für die Schüler und Schülerinnen. Wer die Fachschule nach vier Jahren abschließt, beherrscht diese Tätigkeiten und hat neben der Berufsberechtigung auch Kenntnisse über Mechanik, Ballistik und über das Konstruieren mit CAD-Programmen erworben. Neben der Fachschule für Büchsenmacher, die als Fachschule für Handfeuerwaffen im Jahre 1878 gegründet wurde, entwickelte sich ab dem Jahre 1967 die Höhere Abteilung für Waffen- und Sicherheitstechnik, welche mit der Reife- und Diplomprüfung abschließt. Fünf Jahre dauert diese Ausbildung, welche das Augenmerk

In der Fachschule für Büchsenmacher gefertigte Büchse

mehr auf die Aspekte der Waffentechnik legt, wobei im letzten Lehrplan auch das Gebiet der Sicherheitstechnik verankert ist. Der angehende Techniker beschäftigt sich mit dem mechanischen Zusammenwirken der Teile in einer Waffe. Unter Anwendung physikalischer Prinzipien werden die Vorgänge berechnet, simuliert und schließlich in hauseigenen Schusskanal auch


Schnuppertage getestet. „Berechnungen ersparen kostspielige praktische Erprobungen“, ist ein Ansatz in dieser Abteilung. Im Gegenstand „Ballistik“ werden die Vorgänge im Lauf vom Entzünden des Pulvers, über die Entwicklung des Gasdrucks bis zum Zeitpunkt, zu dem das Geschoss den Lauf verlässt, ebenso berechnet wie die nachfolgende Flugbahn des Projektils unter Berücksichtigung des Luftwiderstandes. Die Krönung der Ausbildung bildet die „Diplomarbeit“, in deren Rahmen der Waffentechniker/-in meist in Zusammenarbeit mit einer Firma ein Thema aus dem Fachgebiet behandelt und die oft sehr ansprechenden Ergebnisse in schriftlicher Form dokumentiert. Die Bibliothek der HTL Ferlach, wie die Schule kurz bezeichnet wird, umfasst mittlerweile eine ansehnliche Sammlung hervorragender Diplomarbeiten, die von zukünftigen Schülergenerationen genutzt werden können. Stellvertretend für die Arbeiten seien hier eine Ballistik-App für Swarovski, Untersuchungen des Schrotschusses für die Munitionsfirma RUAG oder die Abklärung des Rückstoßverhaltens für „Walther“ aus Ulm genannt. Eine enge Vernetzung mit Firmen ist ein wesentlicher Bestandteil der Ausbildung, sowohl in der Fachschule als auch in der HTL. So wird bereits während der Schulzeit so mancher berufliche Karriereweg geebnet. Während des im Lehrplan vorgesehenen Praktikums erleben die Schülerinnen und Schüler den Alltag eines Betriebes und können auch für sich abschätzen, welche Möglichkeiten es gibt. Ebenso nutzen wir die Erasmus-Stipendien der Europäischen Union, um den Auszubildenden den Weg nach Europa zu ebnen, wie es in der Bezeichnung „EUREGIO“ sichtbar wird. In den letzten Jahren hat der Mädchenanteil in beiden Ausbildungszweigen zugenommen. Entschieden sich die Mädchen zuerst eher für die fünfjährige Ausbildung, so finden mittlerweile immer mehr den Zugang zu den Büchsenmachern. Im kommenden Schuljahr sind 11 Büchsenmacherinnen unter 85 Büchsenmachern und 25 Waffentechnikerinnen unter 132 Waffentechnikern zu finden. Egal, für welchen Weg sich ein junger Mensch entscheidet, sei es die Fachschule oder die Höhere Abteilung, es ist eine Berufswahl mit Zukunft. Unsere Absolventinnen und Absolventen sind gern gesehene Mitarbeiterinnen und Mitarneiter in der Industrie, der Wirtschaft oder in den Handwerksbetrieben. Manche wagen nach der Ausbildung noch den Schritt an die Universität. Die Kombination aus technischer und universitärer Bildung bildet dann eine wunderbare Basis für den weiteren Berufsweg.

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FOTOS: CONTENTHUNTER

Den Sieg in der Allgemeinen Klasse konnte sich Helmut Rosskopf aus Niederösterreich holen. Knapp dahinter folgten Gerhard Steinwidder vom Schützenverein Aichfeld - Murboden und der regierende Österreichische Meister Michael Sailer vom Steirischen Wurftaubenclub.

WURFTAUBEN

Großer Preis von Europa in Leobersdorf

Am 13. Und 14. August fand im Shootingpark Leobersdorf der Große Preis von Europa statt, der vom steirischen Wurftaubenclub veranstaltet wurde. 119 Schützen aus Österreich und Deutschland, darunter 8 Damen und 6 Junioren, traten in der Disziplin AUT – ASF Universal Trap an. Ein Großteil der Schütz*innen kamen bereits am Freitag an, wo im Rahmen einer Grillfeier mit Freibier die Startnummern-Auslosung stattfand und zahlreiche Geschenkskörbe verlost wurden. Nach dem ersten erfolgreichen Wettbewerbstag gab es Samstagabend eine Schützen-Party mit Spanferkelgrillen und musikalischer Umrahmung. Bei perfekten Wetterbedingungen am Sonntag ging es ins Finale vom großen Preis von Europa.

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Die ersten drei Plätze der Allgemeinen Klasse belegen Helmut Rosskopf aus Niederösterreich mit 192 Treffern, die Steirer Gerhard Steinwidder mit 191 Treffern und Michael Sailer mit 190 Treffern. In der Junioren Klasse ging der erste Platz an Matthias Röhrling aus Burgenland, dahinter die Steirer Patrick Wiedner auf dem zweiten und Christoph Tinnacher auf dem dritten Platz. Josef Schwarz aus dem Burgenland konnte sich in der Senioren Klasse den Sieg holen, auf Platz zwei der Niederösterreicher Leopold Kammerberger und Axel Quitt auf Platz drei, ebenfalls aus Niederösterreich. In der Senioren Klasse 2 dürfen wir Franz Rexeis als Sieger gratulieren, dahinter der deutsche Max Schironski auf Platz zwei und Franz Hackl auf Platz drei. In der Damen Klasse gewann die Burgenländerin Sylvia


Zotter mit 172 Punkten, dahinter die Niederösterreicherinnen Jennifer Grafeneder mit 163 Punkten und Nina Scheitz mit 143 Punkten. Aus der Steiermark waren unter anderem auch Gudrun Riedner mit Platz fünf, Verena Klopstein mit Platz sechs und Vanessa Wallner mit Platz sieben mit dabei. Es gab insgesamt 18 Mannschaften, eine davon aus Thüringen und sieben Mannschaften aus der Steiermark. Nach der Siegerehrung, gab es zusätzlich tolle Lospreise im Gesamtwert von über € 20.000,- unter allen Wettkampfteilnehmer*innen zu gewinnen. Präsident KR Dr. Jürgen Siegert und Josef Adler durften die Preise den Schütz*innen überreichen, darunter etwa eine Blaser F16 Sporting, eine Beretta 690 Black Edition, eine Fabarm Axis Grey AL, eine Fair Carera HSX und eine Fausti, sowie ein Swarovski Fernglas EL 8,5 x 42 und viele weitere Sachpreise. Von der Organisation bis hin zum Ablauf war alles perfekt koordiniert. Eine sehr gelungene Veranstaltung. Wir dürfen uns bereits auf den Großen Preis von Europa im Jahr 2023 freuen!

Helmut Rosskopf aus Niederösterreich gewann den 1. Preis, die Browning B725 Pro Master


HASENJAGD BEIM „SCHORSCH“ IM NÖRDLINGER RIES TEXT & FOTOS: WERNER KUHN

Für einen Jäger aus dem Donau-Ries ist die Treibjagd nicht nur Ernte, sondern der Grundstein für ein gutes nächstes Hasenjahr. Deshalb unterscheidet sich seine Art der Niederwildjagd von den üblichen Methoden.

I

ntensiv wieimmer war das Telefonat mit meinem Freund Georg, „der Schorsch“ aus dem Donauries aber auch sehr interessant bezüglich seiner veränderten Hasenjagdstrategie. Mit viel Vorfreude und Spannung sind wir ins Ries gefahren. Treffpunkt: 8.00 am Gemeindezentrum in Dürrenzimmern, da heißt es zeitig losfahren. Das Wetter war vielversprechend, sonnig, wenig Wind und angenehme Temperaturen, ideal für die Hasenjagd im Feld. Die „Schollenäcker“ von Dürrenzimmern waren mir teilweise in sehr unangenehmer Erinnerung – den schweren Boden wird man den ganzen Tag nicht los und die Schuhgröße nimmt ungemeine Ausmaße an. Vor ca. 14,5 Millionen Jahren raste ein kosmischer Körper auf die Erde zu. Beim Einschlag auf der Albhochfläche entstand ein Krater mit ca. 25 Kilometer Durchmesser. Das Nördlinger Ries. Heute ist das Ries eine intensive Ackerlandschaft mit teilweise noch Grünlandflächen. Vor 30 Jahren war ich das erste mal beim Schorsch zur Jagd 200 Hasen waren keine Seltenheit. Die Familie jagd in Dürrenzimmern seit über 70 Jahren, das heißt der Schorsch kennt sein Revier und was es hergeben kann. In den 60er Jahren wurde ein Hase je Hektar erlegt, das sind 500 Hasen auf den 500 Hektar Revierfläche und das mit 18 Flinten ohne Treiber. Das Ries war bekannt für seine guten Hasenstrecken. Doch wie schaut es heute im Ries aus? Mit fast 100 Biogasanlagen zählt der Landkreis Donauwörth zu den Landkreisen mit der höchsten Biogasintensität in Bayern. Folglich spielt

sich auch hier das ganze Biogasszenario ab. Grünroggen, Mais und intensiv genutztes Grünland, gepflegte Gräben und kaum nutzbare Ackersäume, Stilllegungen und Blühflächen gibt es kaum, da die Flächen als Futterflächen gebraucht werden. Da bleibt nicht viel für das Niederwild, eigentlich dürfte es hier kaum noch welches geben. So waren auch im Revier Dürrenzimmern massive Einbrüche beim Hasenbesatz zu verzeichnen. Daraufhin engagierte sich Schorsch intensiv bei verschiedenen Forschungsprojekten um den Feldhasen. Seine Erkenntnis: Die Jagdgesetze, Landwirtschaft und den Straßenverkehr kann ich nicht verändern, folglich muss ich an den Schrauben drehen auf die ich Einfluss habe und das ist die Art wie ich auf den Hasen jage und die Raubwildbejagung. Hier setzt der Schorsch auf Kunstbau, die Fangjagd und eine intensive Ansitzjagd. Bei der Lebensraumverbesserung ist in dieser intensiven Ackerlandschaft noch nicht allzu viel möglich. Die Stilllegungsverpflichtung wird weitgehend durch den Zwischenfruchtanbau erfüllt. Die Fördergelder für Blühflächen durch das bayerische Agrarumweltprogramm sind in dieser nutzungsintensiven Ackerlandschaft für die Landwirte undiskutabel. Erst durch die jährliche Hasenzählungen bekommt man einen Überblick darüber wie hoch der Stammbeatz je 100 Hektar ist und brachte dieses Jahr einen nutzbaren Zuwachs? 50 Hasen als Frühjahrsbesatz auf 100 Hektar ist für den Schorsch Grundvoraussetzung um bei 20% Zuwachs an eine Jagd im Herbst überhaupt


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zu denken. Hier stellt der Schorsch eigene Überlegungen an. Wenn wir Hasen zählen so wissen wir ja nicht, wie hoch ist der Anteil der Häsinnen bei den gezählten Hasen, weil, dass sind ja die Zuwachsträger. Mit Scheinwerfer und Wärmebildkamera können wir die Geschlechter beim Hasen nicht bestimmen. Für den Zuwachs ist der Anteil der weiblichen Stücke entscheidend. Hier stellt sich schon die Frage, habe ich 20 oder 50% Häsinnen, was sicherlich einen Einfluss auf den Zuwachs hat. In der Regel gehen wir beim Hasen von einem Geschlechterverhältnis von ca. 1/1 aus. Es ist aber durch Untersuchungen auch bei anderen Wildarten bekannt, dass meist bei den Weiblichen Tieren höhere Verluste zu verzeichnen sind als bei männlichen, ob Prädation oder höhere körperliche Belastung durch Fötus austragen Eier legen und Brutgeschäft, Laktation, höherem Krankheitsdruck usw. Folglich muss ich schauen, dass ich über die Bejagungsstrategie möglichst viele Häsinnen schone. In offenen Landschaften wird der Hase meistens durch große Kesseltreiben bejagt. Vom Sammelpunkt wird ausgelaufen, Schütze, Treiber Hundeführer, je nach körperlicher Konstitution der Teilnehmer werden die

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1 Fuchs, 4 Enten und 68 Hasen, davon 70 % Rammler – der Jagdplan ging voll auf.

Abstände bis zum schließen des Kessels immer größer. Wenn die Ansagen des Jagdleiters nicht klar und deutlich waren was die Disziplin bezüglich der passenden Schrotschussentfernung ist, lassen sich gelegentlich unschöne Dinge beobachten. Zu Beginn des Kesseltreibens sind meist die Abstände der Teilnehmer noch relativ weit und der eine oder andere Hase drückt sich in seiner Sasse bis der Spuk vorbei ist. Doch spätestens bei dem Signal „Treiber rein“ wird in der Regel jeder Hase aus seiner Sasse hochgemacht. Nach der Jagd, beim Schüsseltreiben, jeder Niederwildjäger kennt die Diskussion: Die Hasen, die festliegen sollte man nicht heraustreten, das sind Häsinnen. Wer die Möglichkeit hat, dass ein festliegender Hase hochgemacht und erlegt wird, sollte jeder für sich mal nachschauen, männlich oder weiblich? Für Schorsch war dies der Anlass die herkömmliche Kesseljagd zu überdenken und sich über eine andere Vorgehensweise für sein Revier Gedanken zu machen. Das Ziel sei-

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ner Überlegungen ist es nachhaltig, mit mehr Sicherheit und Wildbret schonend zu jagen. Ähnlich dem Kesseltreiben wird auch hier von einem festen Punkt ausgelaufen und die ausgewählte Fläche als Vorstehtreiben umstellt, die Schützen bleiben auf ihren Plätzen von Anfang bis zum Ende des Treibens. Auch hier entstehen immer wieder größere Lücken durch „Fußkranke und intensive Konversation“ mit dem Nachbarn. Klare Ansage von Schorsch: Achtet auf gleichmäßige Abstände und die Sicherheit, der Schuss in das Treiben ist verboten. Diese Art zu jagen ist auch aus Sicherheitsaspekten überlegenswert, denn hier stolpert keiner über Schollen, Gräben oder Zäune. Mit dieser Vorgehensweise werden die meisten Hasen nur seitlich beschossen und die, die es können schaffen den Schuss vorne drauf, was durchaus Wildbret schonend ist. Mit 30 Schützen können so Flächen bis ca. 10 Hektar bejagt werden. Wenn die Schützenlinie steht, wurden die Treiben trationell angeblasen und abgeblasen. Es ist immer eine Freude nach dem Klang der Hörner zu jagen. Dann beginnt die Treiberwehr sich aufzustellen. Mit Schorsch als „Obertreiber“ stimmen auch hier die Abstände. Sicherlich ist die Treiberanzahl auch hier die entscheidende Größe, denn mit einer zu hohen Treiberzahl würde sein besatzschonender Ansatz adabsurtum geführt werden. Schorsch jagd mit 10 -12 Treibern. Auch die Treiber bekommen eine klare Ansage: Es werden keine Hasen die festliegen herausgetreten. Je nach Flächenzuschnitt sind die Abstände der Treiber zueinander mal mehr, mal weniger in Abhängigkeit der Feldstruktur und den Kulturen die noch nicht beerntet sind und mitgejagd werden oder liegen bleiben. Wo liegen die Hasen heute? Welche Ackerflächen sind in den letzten Tagen bearbeitet worden? Dies sind alles Fragen über der Jagdleiter kurzfristig bei dieser Vorgehensweise entscheiden muss. Hohe Zwischenfrüchte wurden ausgespart um das Rehwild möglichst nicht zu stark zu beunruhigen, denn zu dieser Jahreszeit sind das die letzten Deckungsinsel in diesem

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waldfreien Feldrevier das von Straßen durchzogen ist. Die erlegten Hasen wurden nach jedem Treiben versorgt und das Geschlecht festgestellt. Peinlichst wurde auch darauf geachtet, hat der Hase nach vorne oder nach hinten versucht das Treiben zu verlassen. Ein Treiben, in dem 14 Hasen erlegt wurden haben 13 Rammler das Treiben nach vorne verlassen, die einzige Häsin die erlegt wurde versuchte ihr Glück durch die hintere Schützenlinie. Sicherlich ein Einzelergebnis, aber wenn man sich die Gesamtstrecke von 68 erlegten Hasen, davon 70% Rammler und 30% Häsinnen an diesem Tag anschaut so scheint es doch interessant mal genauer hinzuschauen. Sehr erfreulich war es, dass an diesem Tag vier Kopfstarke Rebhuhnketten vorkamen. Für seine „Rebhühla“ zeigt der Schorsch sehr viel Engagement. Ob das die Futtereimer sind oder aber auch sein guter Kontakt zu den Landwirten und Behörden. In dieser intensiv genutzten Landschaft geht Flächenmäßig nicht allzu viel, „aber a bisserla was geht immer, so der Schorsch. Am Abend lagen dann 68 Hasen, 4 Enten und 1 Fuchs ein respektables Ergebnis für die bejagde Fläche von ca. 100 Hektar. Die Ergebnisse zum Geschlechterverhältnis der erlegten Hasen an diesem Jagdtag sind sicherlich nicht wissenschaftlich abgesichert, auch gibt es dazu keine neueren wissenschaftlichen Untersuchungen. Interessant ist jedoch ein Beitrag aus der Wild und Hund 9/1985 Seite 7 u. 8 von Dr. Ulrich Brüll anlässlich eines Wild und Hund Seminars. „Bejagen wir unsere Hasen richtig“. Dr. Brüll kommt hier zu sehr ähnlichen Erkenntnissen. was das Geschlechterverhältnis bezüglich der Art und Weise der Bejagung betrifft. Mit dem Streckenlegen ging ein schöner und sehr erkenntnisreicher Jagdtag zu Ende. Diese Art den Hasen zu bejagen hat neben der Besatzschonung auch den Vorteil dass der Jagdtag für den Jagdleiter und die Gäste sehr entspannt abgelaufen ist und beim Schüsseltreiben es reichlich Stoff zum Diskutieren gab. ■


Die Alpenländische Dachsbracke feierte Jubiläum 125 Jahrfeier Klub Dachsbracke in Mariazell Der österreichische „Klub Dachsbracke“ feiert sein 125 Jahre Jubiläum das aufgrund Covid voriges Jahr abgesagt werden musst nach . Vom 17. bis 19. Juni 2022 wurde im steirischen Mariazell entsprechend gefeiert. So konnten Dachsbrackenfreunde aus zehn Nationen begrüßt werden (Deutschland, Schweiz, Südtirol, Slowenien, Tschechien, Slowakei, Rumänien, Schweden, Norwegen und Österreich). Die Feierlichkeiten, die von Freitag bis Sonntag stattfanden, wurden von mehr als 200 Herr- und Frauschaften aus ganz Österreich und Europa besucht. Gestartet wurde mit einem Empfang vor der wunderbaren Kulisse der Mariazeller Berge. So trafen sich die Obmänner bzw. Präsidenten und Zuchtwarte der nationalen Verbände zu einem gemeinsamen Austausch. Hier wurde über die Zukunft der Alpenländischen Dachsbracke beraten und die Vorgehensweisen abgestimmt.Im Anschluss wurden 75 Vierbeiner im Rahmen einer Internationalen Zuchtschau von fachkundigen Formwertrichtern in den jeweiligen Klassen bewertet. Im Rahmen eines Ehrenringes wurden am Ende der BOB (Best of Breed à Rassebester) und BOS (Best of Other Sex à bester Hund des anderen Geschlechtes) gekürt. Über den internationalen Titel Rassebester (BOB) konnte sich Wit Muter aus Polen mit seinem Rüden Bary od Mutra freuen. Der Titel Beste Hündin blieb in Österreich und ging an Cilli vom Hinterwinkl mit Hundeführer Helmut Wais aus Niederösterreich. Hündin Cilli

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Foto: AdobeStock | David

Notwendigkeit statt Lust TEXT: CHRISTIAN HUEMER

Über Jahrzehnte frönte er leidenschaftlich der Jagd. Heute plädiert der studierte Veterinärmediziner, ehemalige Amtstierarzt und Facharzt für Kleintiere, Professor Dr. Rudolf Winkelmayer, für einen gesamtheitlich wissenschaftlichen Zugang zur Jagd und verzichtet auf Fleisch und Gewehr. Prozess und Gedanken einer Wandlung. Früher haben Sie Gämsen in den Bergen und Büffel in Afrika erlegt. Aus ethischen Gründen wurden die Jagd und das Fleischessen gestrichen. Kam dieser radikale Schnitt von heute auf morgen? Rudolf Winkelmayer: „Es war vielmehr ein Prozess. Durch meinen Beruf als Amtstierarzt auf Schlachthöfen und auch in meiner Kleintierpraxis war ich über Jahre mit dem Tod konfrontiert. Gleiches begegnete mir auch in meiner Jugend, durch den jagenden Vater und dann später in meiner Freizeit, in der ich selbst viel jagte. Irgendwann begann dann das Nachdenken und die Frage, wie viel Tod ein Mensch eigentlich verantworten kann. Auf das Fleisch von Kühen, Schweinen und Kälbern verzichtete ich schon als Jugendlicher, weil ich Mitleid mit ihnen hatte.“

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Prof. Dr. Rudolf Winkelmayer Und wie halten Sie das mit dem Wildbret? Rudolf Winkelmayer: „Bis vor zwölf Jahren kam bei mir auch noch Wild auf den Tisch, weil es noch die akzeptabelste Art von Fleisch ist und bei weidgerechter Jagd ethisch noch am vertretbarsten ist. Rot-, Schwarz- und Rehwild muss ja auch reguliert und als hochwertiges Produkt bestmöglich vermarktet werden. Man muss dabei konkret auf die unterschiedlichsten Situationen und Herausforderungen der einzelnen Regionen eingehen und dahingehend die Abschusszahlen regulieren. Mit dem künstlichen Aufhegen und dafür die Weichen für begleitende Maßnahmen und einem breiten Konsens herstellen.“


Wie könnten diese Maßnahmen Ihrer Meinung nach aussehen? Immerhin wird heute die Regulierung im Sinne der Waldverjüngung massiv gefordert und bringt den Jäger auch immer mehr unter Druck. Das Jagdrecht ist zudem mit dem Grundeigentum verbunden und gilt wie bei den Viehweiden als Nutzungsrecht. Rudolf Winkelmayer: „Die Land- und Forstwirtschaft soll sich mit den Jägern und der Wissenschaft zu ehrlichen Gesprächen an einen Tisch setzen und endlich einen tierethischen Zugang erarbeiten sowie ein Biodiversitätsmanagement auf die Beine stellen, das sich gegen die Auswüchse der Hobbyjagd richtet. Trophäen dürfen ebenso wenig das Ziel der Jagd sein wie diese übertriebenen Hegebemühungen. Die Jagd steht an einer Wende und muss zeitgemäßer werden.“ Haben Sie konkrete Ansätze und Differenzierungen? Man kann ja die Jagd nicht pauschal und klischeehaft als lustvolles Töten und einer Gier nach Trophäen zusammenfassen. Rudolf Winkelmayer: „Fakt ist, dass Tiere ein Interesse haben, zu leben. Dies gilt es schon einmal prinzipiell zu berücksichtigen. Nicht die Jagdlust darf im Vordergrund stehen, sondern ihre Notwendigkeit. Ein Hase, Fuchs oder eine Gans abschießen? Nein! Das hat nichts mit Ethik zu tun und ist nicht mehr zeitgemäß. Das sollte auch von der Gesellschaft akzeptiert werden. Das Ziel muss sein, dass die Population des Wildes sich auf einer Größe einpendelt, bei der so wenig wie möglich eingegriffen werden muss. Das ist ein langfristiger Prozess, dem aber zugrunde liegt, das Töten nicht die Lösung ist. Selbiges gilt nicht nur für den Wald, sondern auch für das urbane Gebiet. Dort können doch Füchse oder Mader neutralisiert werden, in dem ihre Fortpflanzung verhindert.“ Sie sprechen viel von Ethik. Aber braucht es eigentlich nicht vielmehr bodenständige Argumente, die es miteinander abzuwägen gilt? Rudolf Winkelmayer: „Ich sehe das Ganze als Chance für die Zukunft und unsere kommenden Generationen. Die Hoffnungsträger dahingehend sind laut Statistik auch junge, gut ausgebildete Frauen, welche die nächste Generation für einen nachhaltig ökologischen Umgang mit der Natur sensibilisieren. Wie gesagt, stehen wir vor einer großen Transformation. Alleine die Tierhaltung wird sich in den nächsten zwanzig Jahren grundlegend ändern. Ein Drittel der Landflächen müssen in Hinblick auf den Erhalt der Artenvielfalt unter Schutz gestellt werden. Ein gangbarer Weg kann nur beschritten werden, wen sich alle Beteiligten auf eine offene, konstruktive Diskussion einlassen.“

Ein Beitrag zur Jagd- und Wildtier-Ethik Von Rudolf Winkelmayer. 200 Seiten. Ausschließlich erhältlich bei: Sternath Verlag, Mallnitz. www.sternathverlag.at

Veranstaltung zum Thema „JAGD- UND WILDTIER-ETHIK“

Was darf Jagd heute? Wie mit Wildtieren umgehen? Termin: 20.10.2022, 18 Uhr Ort: Schloss Stainz REFERENTEN Prof. Dr. Rudolf Winkelmayer Ao. Univ.-Prof. iR Dr. Kurt Remele Dr. Andreas Kranz Dr. André Stadler

Anmeldung bis 15.10.2022 jagd@museum-joanneum.at info-stainz@museum-joanneum.at


TEXT & FOTOS: CHRISTIAN HUEMER

Jeep Gladiator Der Kämpfer Wow. Das sagen die meisten, wenn sie dem neuen Jeep Gladiator. Der Gladiator kämpft zwar nicht mit dem Schwert, dafür aber mit seinen 264 PS für überzeugende Leistungen. Und die bringt der mächtige Jeep im Retro Look und hochmoderner Technik. Er ist gewaltig, schaut von vorne aus wie zu groß geratener Jeep Wrangler und ist gesamtgesehen eine wuchtige Erscheinung und mit seiner Länge von fast 6 Metern auch ein Hingucker. Die Doppelkabine lädt zum Einsteigen ein und, dass auf der Ladefläche viel Zeug Platz ist wahrlich nicht zu übersehen. Von der Zeitenwende ist natürlich hier wenig bis gar nichts zu spüren. Hier geht es um einen Diesel mit 264 PS, dere in 8,6 Sekunden von 0 auf 100km/h sprintet und dabei bis zu 255 Gramm C02-Emissionen ausstößt. Der Verbrauch liegt bei rund 9,5 Liter, ja klar, manchmal geht es auch über 10 Liter Diesel, dafür ist der Tank mit einem Volumen von 72 Litern gut aufgestellt. Wie gesagt, der Gladiator erinnert in seinem Frontauftritt an den kultigen Wrangler, der wiederum noch so aussieht, wie die alten Jeeps aus längst vergangenen Tagen. Technisch allerdings ist der Gladiator auf neuestem Stand.

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Man findet sich schnellt zurecht und bekommt alle Infos auf einem 8 Zoll Bildschirm geliefert. Sicher der Sommer ist vorbei, aber man muss noch erwähnen: In wenigen Handgriffen lässt sich der Gladiator in ein Cabrio verwandeln. Der Platz in der Doppelkabine ist nicht so groß wie man von außen erwartet hätte, dafür aber ist die Ladefläche enorm, das passt vieles drauf. Ob Jagd- oder Golfausrüstung, ob man das Auto beruflich nutzt und Werkzeug und Produkte transportiert oder ob man seine Familie packt und mit Sack und Pack in den Süden fährt und Urlaub.


Der Gladiator ist überall dabei und lässt den Fahrer nicht im Stich, das ist für den „Berufskämpfer“ eine Frage der Ehre. Das Fahren ist angenehm, der schwere Wagen liegt gut in der Hand, die 8-Gang-Automatik funktioniert reibungslos. Das Audiosystem mit seinen 9 Lautsprecherboxen sorgt für optimalen Sound, nicht gedacht als Überdeckung des lauten Motorlärms, denn, der Gladiator kurvt ziemlich leise durch die Straßen. Die Ausstattung ist wie gesagt tippi toppi: Toter Winkelassistent, Tempomat, Auffahrwarnsystem, Parksensoren, Rückfahrkamera, Navigationssystem. Ein Schnäppchen ist der Gladiator nicht, ab rund 90.000 Euro ist man dabei. Aber je nachdem wofür man den Gladiator einsetzen möchte, er ist für jedes Abenteuer bereit.

TECHNISCHE DATEN gefahrenes Modell

Jeep Gladiator 3,0 V6 AT8 4WD Launch Edition Hubraum: 2987 ccm Leistung: 264 PS / 194kW Lederausstattung, Sitzheizung, Lenkradheizung, Alpine Premium Sound System, Ladeflächenabdeckung, Offroad Kamera, Hardtop, u.v.m. Zur Verfügung gestellt von: AMERICAN MOTORS Kärntner Str. 251, 8054 Graz Telefon: +43 316 7140 44 office@american-motors.at

JEEP Gladiator

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TEXT & FOTOS: CHRISTIAN HUEMER

TOYOTA TUNDRA PICK-UP-TRUCK

STARK WIE EIN BÄR

Was für eine Performance. Der neue Pick Up Tundra von Toyota überzeugt auf allen Linien. Was für eine Kraft, technisch hochwertigst ausgestattet, lässt der Tundra die Konkurrenz hinter sich. Und noch, auch der Preis ist heiß, nicht weil er extrem hoch liegt, sondern weil er bestes Preis-Leistungsverhältnis liefert. Beim Basismodell ist man mit 45.000 Euro aufwärts dabei. Toyota hat den neuen Tundra sichtbart aufgehübscht und technisch aufgerüstet. Der Basismotor ist ein 3,5-Liter-V6 mit Biturbo und 394 PS (290 Kilowatt) Leistung und 479 Newtonmeter Drehmoment, während der i-Force Max-Hybridmotor zusammen mit einem Elektromotor und dem 10-Gang-Automatikgetriebe für beeindruckende 443 PS und 790 Nm sorgt. Was sofort ins Auge fällt, wenn man diesem riesigen Truck gegenübersteht, ist der massive Kühlergrill. Sehr stylisch und ein echter Blickfang. Der neue Toyota Tundra wirkt moderner und nicht mehr so aus der Zeit gefallen wie seine Vorgänger. Völlig neu ist auch der Umstand, dass der Toyota Tundra nicht mehr so wie früher mit einem V8 Motor ausgestattet ist, son-

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dern zwei V 6 Motoren für die nötige Power sorgen. Und da geht die Post ab. Der Basismotor des Tundra 2022 ist ein 3,5-Liter-V6 mit Biturbo und 394 PS (290 kW) Leistung und 479 Newtonmeter Drehmoment, während der i-Force Max-Hybridmotor zusammen mit einem Elektromotor und dem 10-Gang-Automatikgetriebe für beeindruckende 443 PS und 790 Nm sorgt. Da kommt keiner so schnell heran. Der Tundra 2022 hat LED-Lichter. Den Pick Up gibt es in zwei viertürigen Varianten, den Double Cab und die lange Crew Max Kabine, die sich zwischen verschiedenen Ladeflächen kombinieren lässt. Auch im Innenraum gibt es wesentliche Neuerungen. Die Übersichtlichkeit und das niedrige Armaturenbrett wird den Tundra-Fahrern ganz sicher zusagen. Für eingefleischte Tundra-Fans wird die aufgemotzte Technik erst ein wenig irritieren, dann werden auch sie die Vorteile benutzen. Das Basis-Infotainment-System verfügt und über einen 8 Zoll Bildschirm, die früheren Modelle hatten einen 7 Zoll Bildschirm. Und die höheren Modelle verfügen gar über einen 14 Zoll Bildschirm, der hoch über dem Armaturenbrett thront. Es ist viel Platz im Tundra, für den Fahrer und ebenso für


Auch im Innenraum gibt es wesentliche Neuerungen. Die Übersichtlichkeit und das niedrige Armaturenbrett wird den Tundra-Fahrern ganz sicher zusagen.

Auto zur Verfügung gestellt von: AUTOHAUS SAPPER ZELTWEG Bundesstraße 90, 8740 Zeltweg sapper.co.at

die Mitfahrenden. Praktisch ist, dass man in der Mittelkonsole ausreichend Platz für einen Laptop. Das Fahren mit dem mächtigen Pick Up macht durchaus Spaß, auch wenn man mit dem Tundra und seiner Länge von mehr als 6 Metern (6,29 m) zumindest in der Stadt nicht so leicht einen Parkplatz finden wird. Der Tundra ist auch fast 2 Meter Breite (1,99 m) und 1,89 Meter hoch. Obwohl der Tundra einen Eigenwicht von mehr als 2 Tonnen hat, lässt er sich gut bewegen, gibt dem Fahrer das Gefühl den Wagen gut in der Hand zu haben. Gut, billig ist der mächtige Mini-Truck was den Verbrauch betrifft gerade nicht. Der Wagen schluckt fast 16 Liter auf 100 Kilometer und Klimaschützer werden auch mit dem C02-Ausstoss von 378 Gramm pro Kilometer nicht wirklich happy sein. Aber für schweres Gerät so wie es der Tundra ist, gelten andere Gesetze und Regeln. Dafür ist der Tundra bereit für große Taten. Der Wagen ist ein idealer Begleiter für Jäger und Förster, für Baufirmen oder andere Unternehmen. Aber auch als großer Family-Truck leistet der starke Bär gute Dienste. Und Power hat er, der Tundra. In etwas mehr als 6 Sekunden schafft er den Sprint von 0 auf 100 Km/h.

Mit der „Hey, Toyota“-Sprachfunktion kann Audio und Navigation steuern, ohne einen einzigen Knopf drücken zu müssen. Man sagt: „Hey, Toyota, spiel etwas von Kris Kristofferson“, und das System startete sofort Apple oder Amazon. Das macht Spaß. Auch abseits des Asphalts ist der Tundra sehr leistungsfähig. Mit dem TRD Off-Road-Paket kann der Fahrer die Bergabfahrund Geländekontrolle mit einem Druck auf den Knopf in der Konsole und einer Drehung des Knopfes aktivieren. Dadurch erhält der Tundra einen Tempomat für die Strecke, der es ihm ermöglicht, Steigungen hinaufund steile Abhänge hinunterzufahren, ohne dass der Fahrer die Beschleunigung oder das Bremsen kontrollieren muss. Die Vielseitigkeit des großen Tundra, die Wendigkeit, die Kraft, das Sicherheitsgefühl und die technisch hochwertige Ausstattung machen den Tundra zu einem großen Player im Bereich der Pick-Ups. Ja, der Toyota Tundra hat durchaus das Zeug in seinem Segment der Platzhirsch zu werden. Die Konkurrenz sollte sich jetzt schon warm anziehen.

Der Wagen ist ein idealer Begleiter für Jäger und Förster, für Baufirmen oder andere Unternehmen. Obwohl der Tundra einen Eigenwicht von mehr als 2 Tonnen hat, lässt er sich gut bewegen, gibt dem Fahrer das Gefühl den Wagen gut in der Hand zu haben

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Foto: Werner J. Resch

Fohnsdorfer Geigenmusi Musik macht unseren Alltag und unser Leben um so vieles stimmungsvoller!

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in Kalenderjahr ist gefüllt mit kulturellen und traditionellen Veranstaltungen und Bräuchen. Wir leben in einem Land wo Brauchtum, Kultur, Tradition und vor allem Musik noch großgeschrieben wird. Umso schöner ist es, die vielen Anlässe mit der passenden Musik zu umrahmen: Schwungvoll und echt, so präsentiert sich die Fohnsdorfer Geigenmusi, bestehend aus einer feinen „Streich-Zupf-Besetzung“ zwei Geigen und einer Gitarre.

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Clara Ploder und die Geschwister Gerlinde Kautschitz und Stefanie Kogler haben es sich zur Aufgabe gemacht, die echte alpenländische Volksmusik sowie traditionelles Liedgut, Jodler, Landler und Volksweisen hoch zu halten und weiter zu tragen. Ihre Klänge begeistern ein breites Publikum in der Steiermark und über die Landesgrenzen hinaus. Auch zahlreiche Radio- und TV Stationen schätzen den Klangkörper und das stilechte Musikrepertoire der Fohnsdorfer Geigenmusi.


Foto: Murtalfoto

Nicht nur musikalisch, auch optisch haben sich Gerlinde, Stefanie und Clara der Heimat und Tradition verschrieben. Ihr selbst entworfenes Geigenmusi Dirndl gefällt Jung und Alt. Vor allem aber der Kopfschmuck ist ein besonderer Hingucker, originale Murtaler Reindl: ein seltener, flacher Hut und echte Handarbeit aus der Heimat der drei Fohnsdorferinnen. Musikalität und traditionsbewusstes Auftreten werden bei vielen Veranstaltungen der Fohnsdorfer Geigenmusi geschätzt. Neben Konzerten (Chorkonzerte, Liederabende, Muttertagsfeiern) und privaten Feierlichkeiten wie Geburtstagen und Jubiläen, sind Feste wie das Aufsteirern, Kernölfest, Erntedankfeste oder die traditionelle Kräuterbüscherl-Weihe zu Maria Himmelfahrt Fixpunkte im Geigenmusi Kalender.

KONTAKT: Fohnsdorfer Geigenmusi Gerlinde Kautschitz +43 676 33 53 700

fohnsdorfer-geigenmusi@gmx.at moderation@claraploder.at

STVP.AT Ich werde mein Bestes geben, um ein guter Landeshauptmann für die Steiermark zu sein. Als Ihr neuer Landeshauptmann ist das für mich Ehrensache. Als leidenschaftlicher Steirer ist es noch viel mehr – Herzenssache! Ihr Landeshauptmann Christopher Drexler

Herzenssache.

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Fotos: Mario Ensmann

Rehrücken mit Korianderäpfel vom Feuertisch

REZEPT: LEO GRANDL

Zutaten (4 Personen) 1 kg Rücken - gut zugeputzt Gewürzpaste 1 Zweig Rosmarin - entstielt 1 Zweig Thymian - entstielt 1 Zweig Salbei – entstielt 10 Wacholderbeeren 1 EL Olivenöl 1/ 2 TL schw. Pfefferkörner Korianderäpfel 12 Apfelspalten 5 EL flüssige Butter 1 Zwiebel in Streifen 10 Salbeiblätter ½ TL Koriander - grob gemörsert Zubereitung Rosmarin, Thymian und Salbei fein hacken und zusammen mit Wacholder, Öl und Pfeffer zu einer Paste mörsern. Den Rücken damit einreiben und eine Stunde ziehen lassen. Den Rehrücken mit Natursalz würzen und bei kräftiger Hitze auf der Feuerplatte rundherum braun angrillen. Am Rand der Feuerplatte Rosmarin- und Thymianzweige legen, den Rehrücken zum Rasten darauf platzieren und mehrmals wenden. Im Bratenansatz vom Rehrücken Zwiebel, Apfelspalten und Salbei verteilen, mit Koriander bestreuen, die Butter darüber gießen und grillen, bis die Apfelspalten weich sind. Den Rücken bis zu einer Kerntemperatur von ca. 56°C ziehen lassen und gleichzeitig mehrmals mit der Butter von den Äpfeln einpinseln und aromatisieren. Den Rücken tranchieren und mit dem Korianderäpfeln anrichten. Dazu passen ganz nach Saison Pilze, Zwetschken, Trauben, Kastanien oder auch Mohnkrapfen aus der Feuerpfanne. Seite 86

Am 3. und 4. September fand in Torhout (Belgien) die WBQA BBQ Weltmeisterschaft statt. Unter Führung von Leo Gradl und Franz Größing konnte sich der Teammix „Grillabc & BuGA Austria“ des Oberösterreichischen Grillvereins „BBQ & Grill Akademie“ (BuGA) und des Tiroler Partnervereins „Grill-ABC“ wieder erfolgreich behaupten und kehrte diesmal als „Vizeweltmeister 2022“ zurück.


Rehragout mit Grießknödel REZEPT: RENATE ZIERLER Zutaten: 500 g Rehschlögel 1 Bund Suppengrün ( Karotten , Sellerie , Lauch , Petersilie) 400 ml Rotwein, Etwas Tomatenmark Salz, Pfeffer, Lorbeerblatt 1 Zwiebel, Thymian, Wildfond Wildgewürz, 1 Glas Wildpreiselbeeren Das Fleisch klein würfeln und in etwas Öl kurz von allen Seiten kräftig anbraten. Aus dem Top nehmen und beiseite stellen. Das Gemüse klein schneiden und in dem Topf wo zuvor das Fleisch angebraten wurde , langsam anbraten. Etwas Tomatenmark hinzufügen und mit Rotwein ablöschen . Mit Wildfond aufgießen und das Fleisch hinzu geben . Alle Gewürze hinzu geben. Leicht köcheln lassen bis das Fleisch schön zart ist. Zum Schluss fügt man die Wildpreiselbeeren hinzu und schmeckt noch mal kräftig ab. Sollte die Soße zu dünn sein kann man sie mit etwas Stärke leicht binden. Mit Grieß Knödel servieren. Gutes Gelingen


und mehr ... TAG DER JAGD“ IN DER FESTHALLE ­RASSACH !

Foto: fotokuchl

v.l.: Präsident der Landwirtschaftskammer Steiermark Ök.-Rat. Franz Titschenbacher, Weinhoheit Katrin Strohmaier, Obmann Wein Steiermark Stefan Potzinger, Weinkönigin Sophie Friedrich, GF Wein Steiermark Ing. Werner Luttenberger, Weinhoheit Marlene Prugmaier, Vorstandsmitglied Steiermärkische Sparkasse Dr. Oliver Kröpfl

Unter diesen Moto fand in der vollen Festhalle veranstaltet von Jagdbezirk Deutschlandsberg der diesjährige Teil Ersatz Jägertag statt. Bezirksjägermeister Krinner konnte viele Ehrenäste aus Politik, Wirtschaft und Jagd begrüssen. Neben interessanten Vorträgen von Karin Weiss und Sabine Gürtl Bezirksvertreterin der Steirischen Jägerinnen. DLBG und Leibnitz, LJM Franz Mayr Melnhof -Saurau, und Max Hardegg der uns seine erfolgreiche Methode der Niederwildhege näher brachte war das Highlight die Angeloben der Jungjäger von den Jagdkursen Deutschlandsberg und Stainz

GROSSE WEINE AUS DEN ­BESTEN RIEDEN DER STEIERMARK Bei der Riedenweinverkostung am 5. September 2022 in der Alten Universität Graz präsentierten 50 Winzer persönlich ihre TOP Riedenweine und Serien. Die Winzer aus den DAC-Gebieten Südsteiermark, Weststeiermark und Vulkanland Steiermark kredenzten den Besucher_innen 300 feine Tropfen, wahre Schätze aus den Weinkellern. Steirische Riedenweine sind Weine „mit geschützter Herkunft“ aus der höchsten Stufe der DAC Pyramide. Der Fokus lag bei Riedenweinen aus den Jahrgängen 2021 bis 2019 — auch Vinotheksweine, besondere Raritäten und reifere Jahrgänge wurden zum Verkosten gereicht. Die jahrgangs- und herkunftstypische Weine zeigen konzentrierte, dichte Frucht mit viel Ausdruck am Gaumen. Die Trauben der Weine sind handverlesen und stammen meist aus Lagen mit extrem hoher Neigung.

Foto: Christian Huemer

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BUNDESJÄGERINNENTAG FEIERT ­PREMIERE IN GRÜNAU Die Internationalen Jagd- und Schützentage finden 2022 vom 14. bis 16. Oktober wieder rund um das Jagdschloss der Wittelsbacher in Grünau bei Neuburg a. d. Donau statt. Am 16. Oktober veranstaltet Reich Messen dort den ersten Bundesjägerinnentag. Ein vielseitiges Programm mit vielen Highlights wartet auf die Jägerinnen von nah und fern. Am Sonntag, den 16. Oktober findet auf den Internationalen Jagd- und Schützentagen zum ersten Mal ein Bundesjägerinnentag statt. Von früh bis spät stehen dann die jagenden


AM WUNDERSCHÖNEN THALERSEE ERÖFFNETE ANFANG SEPTEMBER EIN NEUER ­HOTSPOT: DAS WALDCAFÉ THALERSEE!

Matthias Brunner (Bürgermeister Thal), Stadtrat Kurt Hohensinner, Holding-Vorstand Mark Perz, die Pächter Manuel Köpf und Andreas Knünz („Wirr“), Beteiligungsstadtrat Manfred Eber, Bürgermeisterin-Stellvertreterin Judith Schwentner, Freizeit GF Michael Krainer, Architekt Wolfgang Pittino (v.l.)

„Wir wollen überraschen, uns nicht auf eine Küche festlegen, sondern Variationen bieten, die viele erreichen. Wer den Thalersee zu Fuß erkunden und dabei nicht auf Köstlichkeiten verzichten möchte, hat mit einem Picknickkorb, der vom WALDCAFÉ THALERSEE befüllt wird, die Möglichkeit dazu.

Nur 10 Minuten vom Grazer Stadtgebiet entfernt, präsentiert sich hier erstmals eine verträumte Welt am See, die Gastronomie und Hotellerie mit Design paart. Das WALDCAFÉ THALERSEE frischt sich damit für die erste Saison auf und wird mit ästhetisch ausgestatteten Gästezimmern zum Staycation-Domizil der Grazer:innen. Derzeit befindet sich das Waldcafé noch in der Softopening Phase bis der letzte Feinschliff vollendet ist. Die Möglichkeiten den Thalersee mitsamt seinem Freizeitangebot des WALDCAFÉ THALERSEE zu genießen, sind vielfältig. Neben den Seeterrassen, warten Rad- und Bootsverleih, Salon, Bar, Café, sechs Gästezimmer sowie ein Konferenzraum. Der Grazer Golfclub Thalersee liegt in unmittelbarer Nähe und ergänzt das Sportangebot. Der Einbezug der Regionalität zieht sich auch durch das Gastronomie-Konzept von Manuel Köpf und Andreas Knünz:

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Frauen im Mittelpunkt, für die an diesem Tag rund um das Schloss Grünau einiges geboten wird. „Da der Frauenanteil innerhalb der grünen Zunft erfreulicherweise stetig zunimmt, ist es für uns eine Selbstverständlichkeit, den Jägerinnen die verdiente Aufmerksamkeit zu widmen und ihnen das entsprechende Forum zu bieten“, betont Initiator Hans-Joachim Reich. „Deshalb freuen wir uns, den ersten Bundesjägerinnentag ausrichten zu dürfen und begrüßen dazu Jägerinnen aus ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz aufs allerherzlichste.“

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DIE JAGDAUSSTELLUNG IN ST.MICHAEL IM BEZIRK GÜSSING Die Marktgemeinde St.Michael besitzt seit 1995 das größte technische Museum des Burgenlandes. Auf einer Fläche von 2700 m und 2000 Exponaten bietet dieses Landtechnikmuseum den Besuchern einen Überblick über die Entwicklung der bäuerlichen Arbeitswelt. Nach den Besuchen eines Jagdmuseums in Altenfelden und der Sonderausstellung „ Die Frau in der Jagd“ in Stainz war mir klar: das Ambiente des Landwirtschaftlichen Mueums in St. Michael bietet

sich für eine kleine Jagdausstellung an. Jagd und Landwirtschaft treffen hier aufeinander. Jagd und Landwirtschaft sitzen im selben Boot. Jagd und Landwirtschaft stehen unter Druck. Wildschäden werden bei steigenden Getreidepreisen in astronomische Höhen steigen. Konflikte zwischen den Bauern und Jägern werden da nicht sinnvoll sein. Gemeinsam mit der Politik und den Interessensvertretungen muss nach Lösungen gesucht werden. Die Ausstellung in diesem Museum gibt uns Jägern die Möglichkeit uns zu repräsentieren. Die

LONG-RANGE-SHOOTING MIT ­KARITATIVEM NUTZEN! „Tue Gutes und sprich darüber“ 20 Mitglieder des Vereines Grünes Kreuz hatten im Rahmen der 5. Steyr Challenge auf der Seetaler Alpe die Gelegenheit bei einem besonderen Long-Range-Shooting teilzunehmen. Kurz vor dem Startschuss der Steyr Challenge gab es noch einen ergreifenden Moment. So erfuhr eine steirische Mutter, deren einziger Sohn heuer auf tragische Weise tödlich verunglückte, einen ganz besonderen Akt der Menschlichkeit.

Ausstellung soll eine Information sein und die nicht jagende Bevölkerung davon überzeugen: Waffen und Trophäen sind nur Teilbereiche in einem grossen Ganzen. Mein Anliegen war es, alles „Rund um die Jagd“ in einem kleinen Rahmen aufzuzeigen. Jäger sind neben den Landwirten wichtige Kulturträger und es ist beider Aufgabe diese fortzuführen. Es liegt in unserer Hand, Jagd und Jäger mit Veranstaltungen, mit der Pflege unseres Brauchtums und mit dem Hinweis auf eine wertvolle Lebensmittelproduktion, ins rechte Licht zu rücken. Die Ausstellung wurde am 1. Juli von der Frau Landtagspräsidentin Verena Dunst eröffnet. Unter den zahlreichen Gästen konnten auch begrüsst werden: der Landesjägermeister Fö Ing. Roman Bunayi die Bürgermeister von St.Michael, Tobaj und Rauchwart, Bezirksjägermeister der Bezirke Oberart und ­Jennersdorf, Vertreter der Naturschutzbehörde, Alfons Graf Mensdorff-Pouilly, Nikolaus Graf Draskovich, Vertreter der Esterhazy Betriebe, sowie zahlreiche Jägerinnen und Jäger des Bezirkes Güssing und den angrenzenden Bezirken. Für die musikalische Umrahmung sorgten die Jagdhornbläser des Bezirkes Güssing und der 1.Burgenländische Jägerchor mit Gründer und Obmann KommR Siegi Fleischacker. Die Sonderausstellung2022- „ Rund um die Jagd“ kann bis zum 31. Oktober 2022 und vom 1. April 2023 bis Juni 2023 besichtigt werden.

Mag. Gerhard Unterganschnigg (Eigentümer Steyr Arms) überreichte mit Barbara Payer vom Grünen Kreuz der sichtlich gerührten Mutter einen großzügigen Scheck über 2500€ aus dem STEYR HELPS-Fond. Das Grüne Kreuz hilft JägerInnen mit gültiger Jagdkarte und deren Familien nach Jagdund Forstunfällen, bei schwerer Krankheit und bei tragischem Unglück. Wenn Sie ein Mitglied werden möchten einfach ein Mail unter office@verein-grueneskreuz.at senden .

Verein Grünes Kreuz Mitglieder bei der Long Range Foto: Verein Grünes Kreuz Seite 90


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Die Darstellung zeigt ein Anwendungsbeispiel, das in Verbindung mit Schusswaffen waffen- und jagdrechtlichen Verboten und Ausnahme vorbehalten unterliegt. Eine Verwendung in Verbindung mit Schuss waffen ist nur bei Vorliegen einer waffen- und jagdrechtlichen Erlaubnis zulässig. Die dargestellte Schusswaffe ist nicht Teil unseres Angebotes. Ihr Erwerb setzt eine Erlaubnis voraus.

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