Die steirische Jägerin - Sommer 2022

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Ausgabe Sommer 2022 Verkaufspreis: €7

Das unabhängige Magazin für die Weidfrauen Österreichs

THEMA

Verlustangst

Nationalpark Almfläche in Gefahr

Seite 66

THEMA

Beute machen Das Tier in uns Seite 36

IM PORTRAIT

Herti GrossauerWidakovich Seite 08

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VORWORT Diese Ausgabe der „Steirischen Jägerin“ steht ganz im Zeichen der Gegensätze und der Spannungsverhältnisse zwischen Mensch und Umwelt, Mensch und Tier, der Jagenden und Nichtjagenden, Tierschützern und Umweltschützern und den jagdlichen Traditionen und Werten von früher und heute. Der Verlust und die Verkleinerung des Nationalparks Kalkalpen ist ein fatales Signal zum Erhalt der Artenvielfalt, und das genau im 25. Jubiläumsjahr des Nationalparks. Ist eine Verkleinerung der Schutzzonen heute in Zeiten des vielfachen Artensterbens und der Klimakrise noch vertretbar? Auch das veränderte Verhältnis zwischen Mensch und Tier wird einem bewusst, wenn man sich die kaum noch stattfindenden Rehwildfütterungen in den Revieren ansieht. War es früher noch unumgänglich das Wild unter schwersten Bedingungen der Bauern und Jäger über den Winter zu bringen, so scheint dies heute aus forstlicher Sicht nicht mehr erwünscht zu sein. Die Hochachtung und der Schutz des Wildes scheinen nicht mehr vielen am Herzen zu liegen. Es geht auch um Jagende und Nichtjagende und wieso wir eigentlich gerne jagen. Isabell Koch erläutert über das Raubtier in uns und wieso das Töten von Tieren gesellschaftsfähiger sein sollte, als es im Moment ist. Die Jagd löst etwas Elementares in uns aus und ist ebenso für die physische und emotionale Gesundheit von Bedeutung. Dem stimmt auch Herti Grossauer-Widakovich zu. Sie ist Gastronomin, Jägerin und auf dem Titelbild dieser Ausgabe. Sie sieht die Wertschätzung des Wildes, der Natur, der Nachhaltigkeit und der Jagd-Tradition vereint mit dem Familiengedanken als es-

senziellen Bestandteil der Jagd an. Die Welt ist und bleibt turbulent und auch das Jagdwesen ist mit immer neuen Veränderungen und Herausforderungen konfrontiert. Der letzte burgenländische Landesjägermeister geht im Zuge der Auflösung des Landesjagdverbandes als Körperschaft öffentlichen Rechts per Ende des Jahres. Wird dieses System die restlichen Bundesländer auch in Zukunft treffen? Was beschäftigt Jäger:innen in unseren Gebieten aber auch darüber hinaus? Wie steht es um ein Verbot von Bleimunition, wie unterschiedlich ist der Artenschutz bei Beutegreifern im Vergleich zum herkömmlichen Almschaf, oder wie wichtig ist ein Management der Großraubtiere und wann bekommt die Jägerschaft eine starke Vertretung in der EU? Sie sehen, es mangelt in dieser Ausgabe nicht an sozialkritischen und -relevanten Themen, in denen Interessenvertreter von Umwelt- und Tierschutz, dem Jagdwesen, der Politik uvm. ihre berechtigten Meinungen und Erfahrungen einbringen möchten, um so in unserer Gesellschaft etwas bewegen und verbessern zu können. Ich lade Sie dazu ein, sich ihre eigene Meinung zu bilden. Nur durch Bewusstsein, Austausch und Diskussion kann man etwas bewegen und genau dafür steht „Die steirische Jägerin“. Ich wünsche viel Vergnügen beim Lesen, Lernen und Erfahren WAIDMANNSHEIL!

Christian Huemer

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48

Weltjagdausstellung Ungarn/Budapest

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Coverstory Herti Grossauer-Widakovich

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Wildschweinjagd in der Türkei

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Nationalparkalm in Gefahr

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Artensterben mit System

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Jagd & Öffentlichkeit

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Gefahr im Garten

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Weisswedelhirsch

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Rehe

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Jagdmediation

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IMPRESSUM Herausgeber: Christian Huemer, 8055 Graz, Puchstraße 133 www.steirische-jaegerin.at, info@steirische-jaegerin.at Redaktion: Alia Bandhauer, Freydis Burgstaller-Gradenegger, Jessica Cornils, Gert Gaisberger, Christian Huemer, Isabell Koch, Johannes Krautzer, Magnus Pelz, Martin Prumetz, Elisabeth Schaschl, Andrej Sidenko, Esther Unterweger Erscheinungsort: Graz Anzeigenleitung: Christian Huemer, 0664/1457580, huemer@hcmedia.at Grafik: bluepepper.at | Peter Jukel Lektorat: Esther Unterweger Vertrieb: Abo, redmail, steirische Trafiken, Einzelhandel Coverfoto: bluepepper.at | Peter Jukel Druck: Gravizki zavhod Hrvatske d.o.o., Croatia, 1000 Zagreb

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DIE RUHE IM WALD ALS ­AUSGLEICH ZUM ­ALLTAGSTRUBEL TEXT: ALIA BANDHAUER FOTOS: PETER JUKEL

W

enn Herti Grossauer-Widakovich über ihr Hobby, die Jagd, erzählt, gerät sie regelrecht ins Schwärmen. Eigentlich hat die Gastronomin und vierfache Mutter vor sechs Jahren mit der Jagd begonnen, um ein gemeinsames Hobby mit ihrem Ehemann, dem Spitzenkoch, Gastronomen und Kochbuchautor Christof Widakovich zu haben. Gemeinsam legten die beiden 2016 die Jagdprüfung ab. „Mittlerweile ist es für mich ein schöner Ausgleich zu den Kindern und zu meinem beruflichen Alltag. Ich genieße in erster Hinsicht die Ruhe. Ob ich etwas schieße oder nicht, steht für mich nicht an erster Stelle“, erzählt sie über ihre große Leidenschaft. Tradition und Wertschätzung dem Wild gegenüber Gejagt wird hauptsächlich in der Obersteiermark und bevorzugt in den Übergangszeiten, also Frühling und Herbst. „Da ist der Wald besonders schön“, meint Herti Grossauer-Widakovich. Wichtig ist der Geschäftsführerin des bekannten Grazer Schlossberg Restaurants die Tradition, die hinter der Jagdausübung steckt und in diesem Zusammenhang vor allem auch die Wertschätzung dem Wild gegenüber, der richtige Umgang mit der heimischen Natur und die Nachhaltigkeit. Und auch an ihr schönstes Jagderlebnis kann sie sich noch ganz genau erinnern: „Das war mein erster Maibock, damals mit meinem Jagdlehrer zusammen. Das erste Stück zu erlegen, das ist schon ein besonderes Erlebnis.“

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Die Jagd – Ein Erlebnis für die ganze Familie Momentan kommt Herti Grossauer-Widakovich zwei bis dreimal im Jahr zum Jagen. Da macht sie dann gleich längere Ausflüge. „Die Jagd ist ein schönes Hobby und wenn die Kinder dann größer sind, dann werde ich das sicher öfters praktizieren“, verrät sie. Der ältere Sohn Franz, neun Jahre, begleitet seinen Vater schon jetzt gerne in den Wald und sie selbst möchte auch bald einmal die zehnjährige Tochter Sissi zu einem Jagdausflug mitnehmen. Und auch die beiden Kleinen, Heinz und Herti, fünf und vier Jahre alt, sollen die Natur aus nächster Nähe kennenlernen: „Auf dem

Hochsitz ansitzen, die Vögel zwitschern hören, die Hasen vorbeihüpfen sehen, die unterschiedlichen Baumarten kennenlernen, das ist für Kinder ein tolles Erlebnis. Die Jagd ist eine schöne Tradition, die man weitergeben muss.“ Mehr „Bio“ gibt es nicht! Als Gastronomin ist Herti Grossauer-Widakovich die Wertschätzung des Wildes und auch des Produkts besonders wichtig. Auch bei den Gästen besteht verstärkt ein Bewusstsein betreffend Nachhaltigkeit und Qualität des Fleisches auf der Speisekarte – und da ist Wildfleisch unschlagbar:

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Frauen gehen ­sensiebler an die Jagd heran als Männer... — HERTI GROSSAUER-WIDAKOVICH

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„Natürliches Futter, Bewegung in der Natur und kein Stress beim Schlachten, mehr ,Bio’, als das Wild, das von den heimischen Jägerinnen und Jägern erlegt wird, gibt es nicht.“ In der Genießerei am Kaiser-Josef-Markt wird immer wieder Wild angeboten, welches von Christof Widakovich selbst erlegt und zerlegt wurde und auch in den El Gaucho Lokalen finden sich Wildsteaks auf der Karte. Auch daheim kommt immer wieder Wildfleisch auf den Tisch. Besonders beliebt bei den Kindern ist das vom Spitzenkoch eigenhändig zubereitete Rehschnitzerl. Elegant unterwegs auch im Wald Zur Rolle der Frau in der Jagd meint Herti Grossauer-Widakovich: „Ich finde, dass Frauen durchaus ihre Berechtigung in der Jagd haben und ich glaub auch, dass Frauen die Jagd der Gesellschaft gegenüber akzeptabler machen und so deren Ruf verbessern. Frauen gehen mit mehr Empathie und sensibler an die Sache heran, das Schießen allein steht nicht so im Vordergrund. Außerdem jagen Frauen eleganter, allein schon durch die Mode. Ich finde es schön, was sich im Bereich der Jagdmode in letzter Zeit getan hat. Das spricht mich sehr an, als Frau möchte man ja auch bei der Jagd gut gekleidet sein.“ Und dass sie weiß, wie das geht, davon können Sie sich an diese Stelle ja selbst überzeugen!

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Tradition

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Jagd & Öffentlichkeit – Eine Erfolgsgeschichte!(?) TEXT: JOHANNES KRAUTZER

D

ie Nutzung von Lebensräumen und Naturressourcen wird von gegensätzlichen Vorstellungen bestimmt. Besitz und wirtschaftliche Macht dominieren seit jeher Interessen und Politik in den heimischen Revieren. Sie sind heute so erfolgreich wie schon lange nicht, boomen ja die diskreten Geschäfte mit Forst und Flur. Gerade deswegen ist die nahe Zukunft der traditionellen Jagd - nicht nur in Österreich - stark gefährdet. Die Frage des Erfolgs ist meist eine Frage der Perspektive. Um also Interessen und ihre politische Vertretung rund um die Jagd in der Alpenregion zu verstehen, kommt man nicht umhin, in der Geschichte der Jagd zurück zu blättern: Jagd und das Recht sie auszuüben sind seit der Gründung von Siedlungen und der Inbesitznahme von Grund und Boden ein Privileg. Jahrhundertelang war Jagen und das Erlegen von Wildtieren - sehr zum Missfallen breiter Bevölkerungskreise - exklusiv dem Adel vorbehalten. Erst mit der bürgerlichen Revolution 1848 wurde das Jagdrecht mit dem Grundbesitz verbunden und damit breiteren Bevölkerungskreisen zugänglich. Seit diesem traumatischen Einschnitt für die absolutistischen Herrscher werden die Interessen rund um die Jagd in Österreich auch über Gremien und Funktionen gelenkt. Wesentliches Interesse der Jagdpolitik ist seither die Bewahrung von Privilegien und die möglichst erfolgreiche Zurückweisung von gegensätzlichen Nutzungsansprüchen nicht jagender Bevölkerungskreise. Diese ungeschriebene Kernaufgabe der jagdlichen Interessensvertretung hat sich auch nach der Abschaffung von Monarchie und Adelsstatus in der 1918 gegründeten Republik Österreich durch viele bewegte Epochen hindurch kaum verändert. Hinzugekommen ist allerdings der kerndeutsche Funktionärstitel „Jägermeister“, der bis heute bewahrt wird, jedoch in jagdfernen Bevölkerungskreisen notorisch mit dem 1934 erfundenen Kräuterlikör gleichen Namens verwechselt wird. Heute lenken in Österreich also neun Jägermeister die jagdlichen Geschicke von neun Bundesländern, assis-

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tiert von dutzenden Jägermeistern in den Bezirken. Es existieren im Kleinstaat Österreich neun unterschiedliche Jagdgesetze und es werden neun Landesjagdkarten für die insgesamt rund 130.000 Jäger – das sind rund 1,2 Prozent der Gesamtbevölkerung - ausgegeben. Die Verbandsmitgliedschaft ist für jeden Jäger Pflicht. Die Zahl der Jagdberechtigten war 2020 nach früheren Anstiegen leicht rückläufig. Bereits ohne große Rechenleistung zeigt sich, dass Jäger in Österreich eine kleine Minderheit repräsentieren, obwohl die Fläche aller genutzten Jagdreviere einen Großteil des Lebensraums in Österreich umfasst. Unzweifelhaft ein Privileg, das dauerhaft zu Interessenskonflikten mit der Bevölkerung durch unterschiedliche Nutzungskonzepte führt. Ein weiteres Phänomen wird sichtbar: 130.000 Jäger müssen neun unterschiedliche und durchaus viel Geld


kostende Landesverbände finanzieren und im eigenen kleinen Land mit unterschiedlichen Rechtsstrukturen aufwendig und teuer jagen. Im Vergleich: Das 13 Millionen Einwohner umfassende deutsche Bundesland Bayern – in den unterschiedlichen Revierstrukturen durchaus mit Österreich vergleichbar – kommt zur Verwaltung der jagdlichen Interessen mit einem eingetragenen Verein ohne Mitgliedspflicht aus. Ja, Erfolg ist eine Frage der Perspektive. Es ist offensichtlich erwünscht, dass neun Landesjägermeister damit mindestens neun Mal so häufig und differenziert auf Interessen einwirken können als ein einzelner Amtsträger. Es ist unstrittig, dass regionale Besitzund Nutzungsinteressen gerade in der Jagd möglichst viel Einfluss haben wollen – und das funktioniert auf Landesebene in Augenhöhe mit den gekürten Landesjägermeistern deutlich besser als bei zentralistischen Vertretungskonzepten. Das Funktionärsamt Jägermeister ist traditionell harmonisch in die regionalen Machtverhältnisse eingebettet. So werken in Österreich die neun Landesjägermeister in hoher Sensibilität für regionale Besonderheiten und für akkordierte Problemlösungen mit Augenmaß. Eine nationale Interessensvertretung wird seit jeher strikt abgelehnt, würde doch ein gesamtösterreichischer Verband massive Einbußen

an regionalen Einfluss und an finanziellen Mitteln für die Landesjägermeister bedeuten. Ja, die neun föderalistischen und meist recht feudal repräsentierten Jagdverbände in Österreich sind für Jägermeister und einflussreiche Jagdherren ein standhaft bewahrtes Privileg und damit ein jahrzehntelanger Erfolg. Es kommt auf die Perspektive an. Ist es aber nicht vorteilhaft, wenn sich die Jagd in Österreich neun demokratisch strukturierte Vertretungen leistet, die in völliger Transparenz mit strengen Richtlinien für Sparsamkeit und Effizienz im Dienste ihrer Mitglieder, der Jäger, arbeiten? In der Theorie. In der gelebten Praxis ist die Jagd ihrer Historie immer treu geblieben. Und das bedeutet, bewahren was möglich ist. Großbesitz war immer verbunden mit Herrschaft, Hierarchie und damit gepaarten unzähligen Verpflichtungen und Abhängigkeiten. Und die führen auch in den heimischen Revieren dazu, dass demokratische Diskurskultur und Meinungsvielfalt höchst kritisch gesehen werden und tunlichst – bis auf laute Stammtischgespräche - nicht stattfinden. Deswegen sind bei Landesjägertagen Gegenkandidaturen extrem selten, bedeuten sie doch Widerstand und Unruhe bei sorgsam im Vorfeld akkordierten Ernennungen. Dies

Denken wir bitte immer daran, was uns verbindet! Hermann Schützenhöfer

MITEINANDER. STEIERMARK. www.stvp.at/miteinander Seite 15


führt dazu, dass die Mehrzahl der desillusionierten Jäger tunlichst in Ruhe jagen wollen und wissen, dass sie das nur tun können, wenn sie Konflikte mit den jeweils Mächtigen vermeiden. Die Liste derer, die Widerstand versucht und Schaden genommen haben, ist lang. Ja, die beinahe widerspruchsfreie Akzeptanz der österreichischen Strukturen der Jagdverbände und das gelebte Amtsverständnis ihrer Jägermeister ist das Ergebnis konsequenter Machtpolitik, und damit ein Erfolg. Es kommt auf die Perspektive an. Von brennendem Interesse in einer westlichen, demokratischen, freien, vielfältigen, möglichst nachhaltigen, ethisch korrekten und inklusiven Gesellschaftsordnung ist die Frage, welche Rolle darin die traditionelle Jagd spielt? Spielen kann? Spielen wird? Die Chance der Jagd in den letzten Jahrzehnten wäre es gewesen, die gesellschaftlichen Veränderungen zu erkennen und die schlichte Notwendigkeit zu nutzen, der nichtjagenden Bevölkerung die Anliegen der Jagd, des Artenerhalts, der Wildbestände und der gefährdeten Lebensräume Nahe zu bringe, sie mitzunehmen, Argumente zu liefern, zu erklären, Anerkennung für Jäger und ihr Tun zu erarbeiten - Ja, erarbeiten und dazu die digitale Medienrevolution zu nutzen und die Welt der Jagd in der Vielfalt wertvoller Lebensund Nutzungskonzepte zu verankern. Ja, das wäre die Chance gewesen, die Öffentlichkeit tatsächlich über viele Jahre mit Inhalten und Beispielen und durch gelebtes Vorbild zu überzeugen. Aber dafür hätte sich die Jagd öffnen müssen, hätte weit voraus denken müssen, hätte ihre traditionelle Bewahrung von Privilegien in Frage stellen müssen, hätte ihre Machtstrukturen erneuern müssen. Nein, diese elementare Aufgabe wurde nach einigen Aufbruch-Impulsen 2012 bis 2018 in den letzten Jahren völlig versäumt. Stattdessen wurden eigene wertvolle Initiativen wie die „Jagd Österreich“ als starke überregionale Jagdvertretung am egoistischen Schlachtfeld der Länderinteressen demoliert, herrschaftliche Interessenspolitik mit regionalen Ansprüchen dominiert wie eh und je. Breite und speziell urbane Öffentlichkeit wird – da der Jagd immer kritischer gegenüberstehend

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– als feindlich wahrgenommen und Kommunikation findet in üblich antiquierter Form hauptsächlich als Hofberichterstattung in verbandsnahen teuren und unwirksamen Postwurfmagazinen statt. Versuche der Nutzung digitaler Internetmedien scheitern meist an völlig falschen Konzepten und unprofessioneller Machart. Zurzeit haben laute Konflikte mit Jagdgegner in der Öffentlichkeit tatsächlich abgenommen, wohl auch, weil die Jagd außerhalb der Reviergrenzen und besonders in Städten kaum noch wahrgenommen wird - wenn aber doch, dann kritisch und ohne Verständnis. Also ein weiterer Erfolg nach dem Prinzip: Keine Öffentlichkeitsarbeit – Weniger öffentliche Wahrnehmung – Weniger Kritik – Mehr Akzeptanz? Erfolg bleibt eine Frage der Perspektive: Regelmäßige Umfragen, wie sehr doch die Jagd positiv von der Gesamtbevölkerung beurteilt wird, entpuppen sich nach Analysen schnell als Fehldiagnose und prohibitive Auftragsbefragungen mit zweifelhafter Aussagekraft. Jagdscheinbewerber nehmen tatsächlich wieder zu und auch der Frauenanteil steigt. Allerdings hängt das mit dem Ruf der Jagd zusammen, ein Netzwerk der Macht und der Karriere-Chancen zu sein. Und für das Erfolgs-Networking nehmen viele die „Grüne Matura“ in Kauf. Der Anteil derer steigt ständig, die den Jagdschein aus sozialen Gründen als „Eintrittskarte“ in attraktive Kreise erwerben und gar nicht planen, die Jagd später auszuüben. Die DropOut Rate tatsächlicher Jäger ist viel zu hoch, auch durch das Fehlen leistbarer Reviere und tatsächlicher Jagdmöglichkeiten. Hingegen haben das gesellschaftliche Umdenken und die Positionierung der Jagd in der öffentlichen Wahrnehmung gerade in den österreichischen Alpen zu einem Kahlschlag großer Pächter geführt. Gehörte es früher zum guten Ton deutscher oder internationaler Großkonzerne, ein opulentes Revier zu pachten und damit Eigentümer zu belohnen und Kundengeschäfte zu erleichtern, so ist die Jagdleidenschaft für internationale Industrielle zunehmend ein NoGo: Compliance Vorschriften, Belegschaftsproteste und „Shitstorms“ in den sozialen Medien verleiden es prominenten Unternehmen zu-


nehmend, sich zur Jagd öffentlich zu bekennen. Allgemein sinkt speziell bei Promis aller Kategorien die Bereitschaft, sich als Jäger zu outen. Zu groß ist das Risiko für einen unwiederbringlichen Imageschaden. Auch reputierte heimische Schauspieler mit eigenem Gutsbesitz beehren zwar regelmäßig die Tafelrunden der Jagdprominenz, verwehren aber jede Öffentlichkeitsreferenz - wohl auf Anraten ihrer PR Agenten. Politiker, die sich einst aufwendige Landesjagden leisteten, müssen heute peinlichst darauf achten, zumindest vor Wahlen jede jagdliche Veranstaltung in der Öffentlichkeit zu meiden. Fotos mit erlegtem Wild kämen einem politischen Selbstmord gleich. Die traditionell engen Banden zwischen Politik und Jagd sind in den letzten Jahren so brüchig geworden, wie nie zuvor. Skurril war deshalb auch die öffentlich-mediale Reaktion, als in der ominösen Chat-Affäre mit türkiser Färbung prahlerische Jagderfolge von zwei namhaften Austro-Oligarchen bekannt wurden, die sich bei einem ShootOut gegenseitig mit einer dreistelligen Strecke Federwild übertrumpfen wollten. Die Empörung über die vielen toten Vögel übertraf jeden möglichen Politskandal. Wir haben die absurde Situation, dass aktive Jäger in der öffentlichen Meinung schon knapp hinter „MeToo“ Missetätern landen. Das führt dazu, dass Jäger sich immer öfter für ihre Leidenschaft entschuldigen und nur noch heimlich zur Jagd gehen. Wäre das mit einer wirksamen Öffentlichkeitsarbeit der Jagdvertretungen in den letzten Jahrzehnten ebenso passiert? Wohl kaum. In Frankreich, wo die Jagd deutlich breiter kommuniziert wurde und wird, hat es kürzlich eine „Jagdpartei“ bei nationalen Wahlen immerhin weit nach vorne geschafft… Trotz der Revierflucht von Unternehmen, deren Produkte einen breiten Markt von Konsumenten benötigen, boomt in den heimischen Wäldern seit geraumer Zeit ein regelrechter Ausverkauf. Immer mehr Oligarchen, Milliardäre und solche, die es geschafft haben, reißen sich um den Erwerb von großen Waldflächen und prächtigen Revieren. Jagd und Großgrundbesitz ersetzen heute zunehmend das Prestige von Superyachten. Allerding wird in weiten Waldesteilen auch immer mehr Wert auf zurückgezogene Diskretion und eine streng bewachte und private Atmosphäre gelegt - Öffentlichkeit ungebeten. Damit in den betuchten Revieren alles funktioniert, müssen Landesjägermeister immer öfter lästige Details und Wünsche der neuen betuchten Waldherren regeln, damit alles eben seine Ordnung hat. Und natürlich profitieren von den opulenten abgeschotteten Refugien dann nicht nur Freunde & Kreise, ganze Regionen prosperieren angeblich zum Wohle der dort ansässigen Menschen. Sind das ebenfalls Erfolge jagdlicher Interessenspolitik? Gute Umfragen, volle Jagdschulen, neue Revierinhaber, aufstrebende Regionen? Schon wieder diese Frage der Perspektive. Haben als Zwischenbilanz also Jagdpolitik und Jägermeister alles richtiggemacht? Schöne Erfolge sind immerhin für die eigene Klientel greifbar. Kritik von außen war schon einmal lauter. Alles gut in der Jagd Österreich? Gegenwart top? Zukunft gesichert?

Leider nein. Selbst optimistische Zeugen von Entwicklungen sehen uns vor einer gravierenden Zeitenwende. Auch für die Jagd. Auch in Österreich. Westliche Demokratien und freie Gesellschaften müssen sich zunehmend und sehr rasch um die Neuordnung der Nutzung von Ressourcen im Interesse aller Bürger kümmern. Dazu müssen zunehmend politische Hebel auch aus dem Blickwinkel der Mehrheit eingesetzt werden. Unter der Gewissheit von äußerst bedrohlichen Klimaschäden, weltweiter Energieknappheit und internationalen Dauerkrisen stehen schon heute die Lebensräume, Grund und Boden und deren gerechte Nutzung und Verwertung im Interesse der Allgemeinheit im zentralen Blickfeld. Alles was nicht vermehrbar ist, wird zunehmend neuen und bilateral abgestimmten Richtlinien unterliegen. Eigentum allein wird zur unbeschränkten Rechtfertigung von Verfügung und Exklusivität nicht mehr reichen. Damit wird auch in den österreichischen Jagdrevieren nichts mehr so bleiben, wie es war. Und es werden die internationalen Abkommen und Reglements sein, die wesentlich bestimmen, wo es langgeht. Auch deswegen wäre es für die Zukunft der Jagd in Österreich schon lange essenziell, dass sich die Strukturen öffnen, neue Konzepte proaktiv im Konsens mit einer breiten Öffentlichkeit abgestimmt sind und Jagd und Jäger von modernen, schlanken und vor allem transparenten Vertretungsstrukturen in neue Zeiten geführt werden. Leider ist aber die Wahrscheinlichkeit deutlich höher, dass Jagd und Öffentlichkeit weiterhin möglichst wenig miteinander zu tun haben werden. Leider werden Jägermeister und Herrschaftsstrukturen weiterhin möglichst alles verwehren, was Veränderung und Privilegien-Verlust bedeuten kann. Leider werden die Funktionäre und Interessensvertreter weiterhin Erfolge feiern, die lediglich eine Frage der Perspektive sind. Solange es halt irgendwie geht. Leider könnte es dann bereits zu spät sein.

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Sabatti SAPHIRE E.R. samt SigSauer TANGO4 6-24X50 und Freyr&Devik Featherweight 269

Ein Kunststück aus Italien TEXT UND FOTOS: MAG. ANDREJ SIDENKO

Manchmal fragt man sich (etwas rhetorisch wohl gemerkt), ob es außer hervorragenden Opernstimmen noch etwas Gutes aus Italien geben kann… Oh ja! Ein kleines Kunststück, das nicht viel Gemeinsames mit dem Belcanto hat, halte ich gerade in meinen Händen. Vor kurzem habe ich vom Herausgeber der “Steirischen Jägerin”, Christian Huemer, ein kleines Ensemble in einer Trio-Besetzung zum Testen bekommen: Sabatti SAPHIRE E.R. im Kal. .30-06 samt dem Long Range Zielfernrohr SigSauer TANGO4 6-24X50 und dem wirklich federleichten Knalldämpfer Freyr&Devik Featherweight 269, siehe Foto 1. Der Gesamtwert des großartigen Jagdinstrumentariums inkl. 40 Stk. Patronen IBEX Tornado mit einem 139gr/9g Kupfergeschoss beläuft sich laut dem Lieferschein des Importeurs, Burgstaller Waffenhandel GmbH in Seeboden, auf 2.361,47 € (inkl. MWSt.). Zuerst schauen wir uns das führende Mitglied dieses Trios, den Jagdkarabiner vom italienischen Waffenproduzenten Sabatti, etwas näher an. Wenn man die Büchse zum ersten Mal erblickt, ist die blaue Edelstein-Variante vom Korund, genannt Saphir, eigentlich das Letzte, was in den Kopf kommt. Auf der Webseite des Herstellers wird dieses Rätsel gelöst: “Saphire“

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ist die Abkürzung für die „Sabatti All Purpose Hunting Italian Rifle“, was man in etwa so übersetzen könnte: “Italienische Sabatti Allround-Jagdbüchse”. In den letzten Jahren wurde ein Lochschaft oder ein auf Englisch sogenannter Thumbhole-Schaft immer populärer unter den Jägern. Ursprünglich wurde so eine Konstruktion vom sowjetischen Dragunow-Scharfschützengewehr SWD abgeschaut, das im Jahr 1963 in Dienst gestellt wurde und bis heute in vielen Ländern der Welt verwendet wird. Da der herausragende Waffenmeister E.F.Dragunow vor allem Sportwaffen konstruiert hat, war seine SWD damals für die Armee-Bedürfnisse eigentlich etwas ganz neues, nahezu revolutionäres – auch von ihrem Aussehen her. Eine breite Akzeptanz hat die Waffe zu einem großen Teil auch dank dem sehr bequemen sportlichen Lochschaft mit einer Backe bekommen, siehe Foto 2. Diese Art von Schaft findet immer breitere Anwendung auch im Zivilwaffenbereich. Das Design des aus glasfaserverstärktem Polymer gefertigten Saphire-Lochschaftes mit der höhenverstellbaren Backe ist den italienischen Konstrukteuren ausgesprochen gelungen. Die Waffe springt fast von selbst in den richtigen Anschlag und liegt wie eingegossen.


Der bequem geformte Pistolengriff lässt kaum noch Wünsche offen. Die weiche Gummischaftkappe verringert den recht scharfen (wenn ohne Schalldämpfer geschossen) Rückstoß des leichten Karabiners. Daher würde ich raten, in den Situationen, wo ein Schalldämpfer nicht erlaubt ist, die Waffe mit einer Mündungsbremse zu verwenden (dabei unbedingt auf den Gehörschutz achten!). Die Länge des Hinterschaftes kann man laut Hersteller durch die extra angebotenen Einsätze modifizieren. Im Vorderschaft der Testwaffe sind gleich zwei Riemenbügelaufnahmen integriert. Eine kann man gleich zum einfachen Anbringen eines taktischen Zweibeins nutzen. Der kaltgehämmerte und leicht konische nur 510 mm lange Lauf der Waffe mit einem M14x1 Mündungsgewinde (und einem darauf geschraubten Adapter auf M18x1) ist gut gebettet und freischwingend, was heutzutage eigentlich ein Standard bei allen Jagdwaffen ist. Das multiradiale Laufprofil (MRR®, eng. – Multi Radial Rifling) ist wahrscheinlich die eigentliche Kirsche auf dem Sahnehäubchen, die diese Waffe wirklich so besonders macht. Übrigens fertigt die Sabatti Armi Spa Manufaktur in der Region Val Trompia die Läufe für ihre Waffen selbst – und das kommt in der Branche der

Jagdgewehrhersteller heutzutage nicht oft vor. Zuerst etwas Technisches vom Inneren des Laufes: Wie bekannt, gibt es im gezogenen Lauf die in das Metall des Laufes hineingeschnittenen (wird heutzutage nur sehr selten und eher für die Hochpräzisionmatchsläufe in Einzelfertigung von kleinen Erzeugern gemacht), elektrochemisch erodierten (bleibt eher in der Sphäre der großen Militärwaffenproduzenten aufgrund der extrem teuren Produktionsmittel), hinein gepressten (sog. Knopfziehverfahren) oder mit den Kaltschmiedemaschinen unter Verwendung eines Kaliberdorns im Inneren kaltgehämmerten schraubenförmigen Züge, die einem Geschoss eine Rotation um seine eigene Längsachse (also den Drall) verleihen. Durch den entstehenden Gyroskop-Effekt wird das Geschoss auf seiner Flugbahn stabilisiert. Im Lauf der Sabatti-Saphire sieht man keine Züge im genauen Sinne des Wortes oder anders gesagt, es gibt keine scharfen Kanten. Alles schaut wellenförmig und etwas verschwommen aus. Ein in etwa ähnliches Bild kann man sehen, wenn man z.B. durch den Lauf einer Glock-Pistole oder durch den Lauf einer japanischen Arisaka Type 38 oder Type 97 mit Segment-Zügen schaut. Bei der Saphire-Büchse ist es ein sechseckiges

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Der erste massenweise produzierte Lochschaft: SWD-63

polygonales Laufprofil aber mit abgerundeten Ecken. Auf dem Foto 3 kann man das Aussehen des Laufinneren der Saphire (MRR-Profil) am Bild oben mit dem von unserer Mauser M18 (ordinäres Laufprofil mit vier Zügen) am Bild unten vergleichen. So ein Laufprofil bietet dem Schützen einige Schmankerl, die bei anderen Läufen fehlen. Erstens, die Felder werden lange nicht abgenutzt und in dem Winkel zwischen der Arbeitsflanke des Feldes und dem Zug entstehen kaum kupferhaltige Ablagerungen, da das System “Feld-Zug” im eigentlichen Sinne gar nicht vorhanden ist. Daher ist die “Lebenserwartung” so eines Laufes um einiges höher, als sie bei einem herkömmlichen Laufprofil wäre. Zweitens, da die Reibung des Projektils im Lauf deutlich geringer ist und auf dem Geschoss keine Kanäle durch die Felder des Laufes eingeschnitten werden, verbessert sich die Innenballistik (aber auch die Außenballistik, was allerdings nur beim Long Range Schießen von Bedeutung wäre). Der Einpresswiderstand wird niedriger und somit erhöht sich die Anfangsgeschwindigkeit V0 des Geschosses recht bedeutsam. Grob gesagt, könnte man bei der gleichen Patrone aus dem Saphire-Karabiner mit der Lauflänge 510 mm ähnliche Anfangsgeschwindigkeiten, wie aus einer anderen Büchse mit der Lauflänge 560 mm (heute quasi Standard für die Jagd- und Sportwaffen im “Normalkaliber”, also .308Win, .30-06 Sprg., 8x57 IS etc.), oder sogar etwas höhere V0-Werte bekommen (abhängig vom Projektil). Das ist natürlich ein großer Vorteil für eine/-n Jäger/-in (Stichworte: kürzer, handlicher und leichter, aber auch ergonomischer in Verbindung mit einem Schalldämpfer), insbesondere wenn die Kanzel eng ist oder wenn man gerne pirscht. Ein logischer Ratschlag speziell für die “bleifreien” Jäger/-innen wäre am besten die Geschosse mit den Führungsbändern zu verwenden – Näheres zum bleifreien Schießen kann man den drei vorigen Ausgaben der Steirischen Jägerin entnehmen. Den Lauf kann man zudem unter Verwendung eines Inbusschlüssels innerhalb von fünf Minuten selbst auswechseln. Das wäre für ein anderes Kaliber mit dem

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gleichen Hülsenbodendurchmesser bereits ausreichend. Möchte man aber z.B. das .30-06 zum .300WM “umwandeln”, muss man auch den Verschlusskopf und das Magazin auswechseln. (Eine Anleitung samt Bildern gibt es im Handbuch.) In jedem Fall muss man das Zielfernrohr neu einschießen. Der Sinn von solchen Manipulationen ist mir nicht ganz klar (außer, um auch mit dieser feinen technischen Eigenschaft bei Jungjägern zu werben) – ich persönlich würde, falls wirklich notwendig, für das geringe Geld, das der Karabiner kostet, eher noch eine Waffe im gewünschten anderen Kaliber kaufen. Aber gut, dass auch solche technische Raffinesse vorhanden ist. Der Verschluss besitzt drei massive Verriegelungswarzen und wird dementsprechend im 60°-Winkel geöffnet bzw. geschlossen. Der Verschlusshebel ist à la Taktik-Griff ausgeführt, etwas verlängert und endet in der Höhe des Abzugszüngels, was besonders schnelles und bequemes Repetieren ermöglicht. Die am System integrierte zweigeteilte Picatinny-Schiene ist dementsprechend sehr stabil und gibt

Oben - MRR von Sabatti, unten - Laufprofil von Mauser M18


THE CHALLENGE IS BACK! DER HÄRTESTE 4ER-TEAM-EVENT DER WELT FÜR GEBIRGS-JÄGER UND GEBIRGS-JÄGERINNEN In atemberaubender Kulisse kämpfen 30 Vierer-Teams aus mehreren Nationen um den Titel der härtesten Jäger der Alpen. Die Läufer müssen eine knapp über 8 km lange Strecke mit rund 300 Meter Höhendifferenz bewältigen. START BERGLAUF 1.3km, 150hm

„GAMS BERGEN“ Rucksack 25kg(m) / 15kg(w)

3. SCHIESSSATION Stehend auf die Biathlonscheibe 3 Schüsse mit STEYR Zephir II 600m laufen

BAUMSTAMM FASSEN (TEAM) 400m damit laufen

LAUFEN, 1km

1. SCHIESSSATION long range shooting 3 Schüsse mit STEYR HS .50 1km laufen

2. SCHIESSSATION Über Pirschstock stehend 3 Schüsse mit STEYR MONOBLOC 1.6 km laufen

ABSEILEN 50m

BAUMSTAMM SÄGEN 4. SCHIESSSATION

10. BIS 11. SEPTEMBER SEETALER ALPEN Anmeldung unter steyr-challenge.com

ZIEL


Freyr&Devik Featherweight 269 samt überflüssigem Detail

jedem die Möglichkeit, selbständig ein beliebtes Zielfernrohr ohne große Mühe zu montieren. Der Abzug fühlt sich trocken an, das Abzugszüngel ist ziemlich breit, leicht abgerundet und angenehm anzutasten. Sein Freiweg nach dem Schuss ist recht kurz, für eine Jagdwaffe könnte man sogar sagen, dass er kaum vorhanden sei, was natürlich präzisionsfördernd ist. Die Waffe besitzt zwar einen Rückstecher, der laut dem Handbuch durch einen qualifizierten Büchsenmacher auch fein einstellbar ist, da ich aber den Schuss immer gefühlt und vollständig kontrolliert tätigen möchte, bin ich ein Gegner von diversen Stechern/Schnellern und ähnlichen “Verstärkern” auf den modernen Waffen. Ein zeitgemäßer direkter (sportlicher) Abzug, der noch dazu einstellbar ist, ebnet den richtigen Weg zu einem technisch perfekten Schuss, der seinerseits eines der zwei Standbeine eines qualfreien, tierschützenden und weidgerechten Erlegens eines Wildstücks ist. (Das zweite Standbein ist das regelmäßige Schießtraining.) Natürlich konnte ich es mir nicht enthalten, die Waffe auseinander zu schrauben und den Abzug ein bisschen zu verfeinern – ohne etwas daran zu zerlegen. Allein durchs Schmieren der “fabrikfrischen” Abzugseinheit mit einem fettfreien High Tech Schmiermittel ist es gelungen, den Abzugswiderstand bis auf ca. 700 g zu reduzieren, was ein sehr gutes Ergebnis für eine recht günstige Jagdwaffe ist. Ich betone hiermit aber, dass man alle Einstellarbeiten am Abzugsmechanismus nur von einem qualifizierten Büchsenmacher erledigen lassen sollte! Übrigens, die auf dem Webportal des Herstellers angebotene “Saphire E.R.” (Extended Range) wird laut der Beschreibung von Haus aus mit einem Match-Abzug mit dem Widerstand von nur 600 g ausgestattet. Ein einreihiges Magazin aus extrem hartem Plastik nimmt drei Patronen auf, die vierte könnte man direkt in das Patronenlager einführen, falls notwendig. Der

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Magazin-Entriegelungshebel ist (etwas ungewöhnlich) in die vordere Seite des massiven Abzugsbügels integriert. Vermutlich kann man beim Hersteller auch größere Magazine bestellen, die zur Waffe passen sollten. Eine einfache Zweistellungssicherung versperrt im gesicherten Zustand auch die Kammer. Die im Moment von Sabatti angebotene Kaliberpalette lässt kaum noch Wünsche offen: .243 Win (10“ Drall), .270 Win (10“ Drall), 6,5x55 SE (8“ Drall), 6,5 Creedmoor (8“ Drall), 7x57 (8,25” Drall), 7x64 (8,25” Drall), 7 mm RemMag (8,25” Drall), .30-06 Sprf (11” Drall), .308 Win (11“ Drall), .300 WinMag (11“ Drall), 8x57 JS (9,5” Drall). Schalldämpfer Der mit dem Saphire-Karabiner mitgelieferte Schalldämpfer, der ganz einfach von Hand zerlegbar ist, habe ich zuerst für das Kaliber als komplett unseriös, ja sogar spielzeughaft gehalten. So leicht, klein und zierlich hat er eben gewirkt. Nach dem ersten Testschießen in der Schießhalle war er mir etwas zu laut, was ich auch erwartet habe. Dann half ein Trick – und die Vorrichtung war wie ausgewechselt: Eine für das .30-06-Kaliber vollkommen ausreichende Knalldämpfung und eine zugleich erstaunlich gute Mündungsbremsung waren das Resultat. Der Punkt ist, dass die gewaltige lange Mündungsbremse aus einer Titan-Legierung, die man am Foto 4 sehen kann, unverständlicherweise durch das aus der gleichen Legierung gemachte Rohr (am Foto von der Mündungsbremse abgenommen und mit dem roten Pfeil markiert) komplett verdeckt war. Wenn man dieses Rohr ohne jegliches Instrumentarium, einfach mit der Hand abzieht, dann verbessert sich die Knalldämpfung sprunghaft und der Rückstoß des leichten Karabiners wird (von mir subjektiv) wie dieser einer 7,62x39 Patrone (AK-Kaliber) empfunden, kaum stärker. Die bessere Dämpfung ist durch das größere Volumen, das die Kugel im Schalldämpferinneren gerade im Moment des Schusses passiert, logisch erklärbar. Der Knalldämpfer selbst wird durchs Entfernen vom besagten Röhrchen sogar um 30 g leichter und wiegt somit nur erstaunliche 240 g. Vielleicht verringert sich durch eine solche Verbesserung die Lebensdauer der Vorrichtung. Da wir Jäger aber meistens keine langen


Feuerstöße auf das Wild abgeben müssen, könnte man das negieren (außerdem sollte man eigentlich die eigene Faulheit besiegen, die einfache Zerlegbarkeit des Featherweight 269 nutzen und diesen regelmäßig reinigen, dann dient das Ding länger). Zielfernrohr Das auf dem Karabiner montierte Zielfernrohr SigSauer TANGO4 6-24X50 besitzt in erster Linie eine sehr gute Long Range Optik. Das beleuchtete “DEV-L” MOA-Absehen in der ersten fokalen Ebene erlaubt es einem geübten Schützen sehr schnell und recht genau die Schussdistanzen einzuschätzen (vorausgesetzt natürlich, man kann sich die ungefähren Abmessungen des Ziels gut vorstellen). Das Absehen ist auch bei der 6-fachen Anfangsvergrößerung sehr gut anwendbar, da die dickeren Seitenbalken und der dickere Zielstachel zu den dünnen Linien des Zentralabsehens führen und das Auge ins Ziel richten. Für mich wäre so ein ZFR ein sehr interessantes und praktisch gut anwendbares Arbeitsinstrument. Allerdings wird so ein Absehen nicht gerne von vielen Jägern akzeptiert. Es ist auch teilweise verständlich: Wozu braucht man so ein sportliches Profiabsehen, wenn man kein regelmäßiges Schießtraining betreibt, beim gemütlichen Ansitzen keine eventuell feldernde Krähe auf 200 m erlegen möchte und pro Jahr vielleicht nur maximal 10-12 Patronen auf ein von 50 bis 150 m entferntes Reh verschießt… Da wäre ein 4/4A oder 8A Absehen vollkommen ausreichend. Einem eifrigen Jungjäger, der zugleich auch ein ambitionierter Schütze ist, wird das SigSauer TANGO4 aber viel Freude bereiten. Am Schießstand hat das Gewehr auch mit Fabrikmunition gute Schussgruppen gezeigt. Besonders gut haben dabei die sehr günstigen tschechischen Patronen von S&B abgeschnitten, die Schussgruppe ist am Foto 5 oben. Auch die auf eine andere Jagdbüchse abgestimmten selbstgeladenen Patronen mit dem bleifreien Messinggeschoss LOS HT 150 (mehr dazu in den drei vorigen Ausgaben der „Steirischen Jägerin“) haben auf Anhieb eine jagdlich gesehen sehr gute Gruppe geliefert. Zum Schluss möchte ich noch folgendes sagen: Alle modernen Jagdwaffen, unabhängig von ihrem Preis, erfüllen vollkommen ihren Zweck. Aktuelle Produktionstechnologien haben schon lange eine solche Qualitätsstufe erreicht, wo die Markenwahl (oder auch das Preisniveau der Waffe) eher die persönlichen Neigungen des Jägers/der Jägerin widerspiegelt und nicht auf die sogenannte Schussleistung des jeweiligen Gewehres deutet. Letztendlich hängt die Schussleistung der einen oder anderen Jagdbüchse zum einen Teil vom Jäger, und zum anderen Teil von den an die konkrete Waffe gut abgestimmten Patronen ab. In diesem Sinne kann man den getesteten Jagdkarabiner Sabatti Saphire insbesondere ambitionierten Jungjäger/-innen, aber

Schussgruppen

auch erfahrenen Jägern ohne Weiteres als ein gutes, robustes und zugleich als ein sehr handliches, äußerst bequemes und günstiges “Arbeitspferd” empfehlen. Für die Möglichkeit, den Jagdkarabiner Sabatti Saphire E.R. samt mitgelieferten Zielfernrohr und Knalldämpfer ausgiebig zu testen, bedanke ich mich hiermit beim Chefredakteur und Herausgeber der „Steirischen Jägerin“, Herrn Christian Huemer. Ein besonderer Dank und meine Verbeugung für die immense Hilfsbereitschaft und für die um die Hälfte günstiger angebotenen Testpatronen geht auch an den Waffenhändler aus Leidenschaft, Herrn Rudolf Paar (Waffen Paar GmbH)! Für die tatkräftige und vielseitige Unterstützung beim Testen und für ihre Geduld danke ich herzlichst auch Fr. Dr.med. Jana Sidenko und Frl. Nadja Kieslinger. Die getestete Waffe kann man sich nach Absprache mit der Redaktion ansehen. Wenn erwünscht, ist es möglich, diese Testwaffe auch direkt zu erwerben. Für alle Fragen wenden Sie sich bitte an die Redaktion der „Steirischen Jägerin“.

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Zeiten wende

TEXT: CHRISTIAN HUEMER

Burgenland: Jagdverband aufgelöst! Doskozil mischt die Jagdkarten neu Beim burgenländischen Landesjagdtag 2022 in Oberwart wurde ein neuer Vorstand sowie Landesjägermeister gewählt. Die neuen Funktionen stehen ganz im Zeichen der Auflösung des Verbandes als Körperschaft des öffentlichen Rechts per Jahresende. Kann das Modell Schule machen? Mit 97 Prozent der Delegiertenstimmen wurde der bisherige Geschäftsführer des burgenländischen Jagdverbandes, Roman Bunyai beim Landesjagdtag in Oberwart zum neuen Landesjägermeister des Burgenlandes gewählt. Er bringt neben einer zwanzigjährigen Erfahrung im Jagdverband auch ein neues Team mit. Es sei ihm eine Ehre „die Burgenländische Jägerschaft gemeinsam mit dem neuen Vorstand in diesen herausfordernden Zeiten und Neuausrichtung der gesamten jagdlichen Strukturen im Burgenland bis Jahresende begleiten und so auch weiterhin optimal unterstützen zu können“, so Bunyai in einer Aussendung. Für wahr, die Zeiten im jagenden Burgenland stehen auf Umbruch. Denn er wird entsprechend dem neuen Jagdgesetz, das die Auflösung des Landesjagdverbandes als Körperschaft öffentlichen Rechts per Jahresende vorsieht, der letzte Landesjägermeister des Burgenlands in dieser Form sein. Die mehr als 7.000 Jagdkarten-Inhaber werden mit Ende des Jahres ihre Abgaben an das Land richten, zudem werden alle Aktivitäten, die bisher vom Verband durchgeführt wurden, an die Landesregierung fallen. „Alle hoheitlichen Tätigkeiten werden dann künftig von einer Stelle abgewickelt“, heißt es von den Verantwortlichen der Landesregierung und damit „eine wesentliche Vereinfachung für die Jäger:innen erreichen.“ Insider aus der burgenländischen Jagdgesellschaft blicken mit Spannung auf die kommenden Monate bis Jahresende. Was ist, wenn der Prototyp Burgenland Schule macht? Werden andere Bundesländer dem Modell folgen? „Die finanzielle Komponente ist nicht zu unterschätzen. Immerhin geht

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Landesjägermeister Ing. Roman Bunyai MA

das ganze Geld, das bisher der Verband bekommen hat, in die Landesregierung. Da ist die Frage, welche Anreize geschaffen werden“, so ein Beobachter, der aber auch einen möglichen Vorteil erkennt: „Die neue Voraussetzung könnte zur Stunde der Idealisten werden. Wenn es gelingt, die Bezirke zu überzeugen und die Kräfte im Sinne der Jagd zu bündeln, hat die Jagd im Burgenland auch in Zukunft gute Chancen.“ Es wird am neuen Team liegen, das Netzwerk im Burgenland von Nord bis Süd enger zu stricken. In diesem Zusammenhang sieht sich der neuen Landesjägermeister auch als Brückenbauer: „Der Landesjagdverband und die über 7.000 Jäger:innen sind weiterhin Partner und aktiver Gestalter für unsere Jagd Burgenland. Dies kann jedoch nur erfolgreich und zukunftsträchtig Hand in Hand mit der Landesregierung und den neuen zuständigen Stellen im Land funktionieren.“ Die Jagdverbände in den anderen Bundesländern sollten sich Sorgen machen.


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Artensterben mit System TEXT & FOTOS: WERNER KUHN

N

huhn. Denn erst über die Landwirtschaft in den zurückliegenden Jahrhunderten mit kleinflächigen und vielfältigen Bewirtschaftungsformen sowie der Zunahme der angebauten Kulturarten hat sich eine reichhaltige Vogelwelt entwickelt.

Der Rückgang der biologischen Vielfalt in unserer Kulturlandschaft ist ein Dauerthema. Besonders veranschaulicht das der viel zitierte „stumme Frühling“ im Offenland. Der Leistungsdruck auf die Landwirtschaft, immer mehr und immer günstiger zu produzieren, hat seine Wirkung auch bei den Feldvögeln nicht verfehlt. Vögel sind die am besten untersuchte Tiergruppe in Deutschland. Seit den 1970er-Jahren wird der Zustand der Avifauna bei uns und in Europa regelmäßig dokumentiert. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass die Bestandsentwicklung der Vögel des Offenlandes wesentlich von landwirtschaftlich genutzten Flächen abhängt – weshalb diese Arten auch Agrarvögel genannt werden. Zahlreiche Vogelarten nutzen Äcker, Wiesen sowie Gebäude als Nahrungs- und Bruthabitat. In vielen Fällen sind das Ersatzlebensräume für verlorengegangene Biotope. Einige Vogelarten sind aber – nach Verlust ihrer ursprünglichen Lebensräume – auch erst durch die Entstehung von offenen Ackerlandschaften in Mitteleuropa heimisch geworden, wie z. B. das Reb-

In den vergangenen 30 Jahren ist jedoch jeder zweite Vogel verschwunden. Das gilt für weite Teile Europas, besonders aber für EU–Mitgliedsstaaten. Dafür sind eine Vielzahl von Faktoren verantwortlich. Ein besonders einschneidender war die Flurbereinigung. Dadurch verschwanden Klein- und Brutstrukturen, wie Hecken, Säume, Gräben und Kleingewässer. Mit zunehmenden Schlaggrößen gingen nicht nur Grenzlinien, sondern auch die Heterogenität in der Fläche verloren. Damit einhergehend wurde in vielen Regionen Grünland entwässert und die Nutzung durch hohe Mähfrequenzen sowie Neuansaat von Hochleistungsgräsern intensiviert. Das betrifft auch die Äcker, bspw. wenn Zweitkulturen – etwa Getreide als Silage und nachfolgend Mais – angebaut werden. Dünger und Pflanzenschutzmittel führten zu ertragreichen aber dichteren Strukturen mit einem einhergehenden Verlust von Ackerflora und -fauna. Viele Arten können in dichter, hoher Vegetation nicht nach Nahrung suchen und sind auf Stellen mit niedrigerer, lockerer und artenreicher Pflanzenkultur, also Brachen,

icht nur der Wachtelschlag und der Balzruf des Rebhahns sind vielerorts verklungen. Auch der Gesang zahlreicher anderer Offenlandarten verstummt zusehens. Woran das liegt und was man dagegen tun kann, zeigt Lebensraumexperte Werner Kuhn.

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Fehlstellen oder Ackerrandstreifen, angewiesen. Auch der anhaltende Flächenverbrauch durch Siedlungen und Straßen verändert die Landschaft zunehmend negativ. Nicht zu unterschätzen ist zudem der vielerorts zu hohe Prädationsdruck durch räuberische Arten, wie Fuchs, Marder, Dachs, Katze, Waschbär und Marderhund sowie Greife und Rabenvögel. Trotz Agrarumweltmaßnahmen im Rahmen der GAP (Gemeinsame Agrarpolitik der EU) wurde der Rückgang der biologischen Vielfalt – auch im Bereich der Feldvögel – nicht aufgehalten. Im Gegenteil, er hat sich sogar noch beschleunigt. In meiner Heimatgemeinde bewirtschafteten um 1900 noch ca. 100 Familien die Feldflur. Heute sind es noch 2 Vollerwerbs- und eine Handvoll Nebenerwerbsbetriebe. Die damals vielfältige Nutzung der Landschaft kanndurch Verordnungen aus Brüssel und Agrarumweltprogramme der Bundesländernicht wiederhergestellt werden! Auch zweitgenannte sind und bleiben aktuell nur eine Krücke. Die Lebensraumansprüche der Feldvögel sind durch viele wissenschaftliche Studien zwar hinreichend bekannt,

Einzelne, nicht bestellte Stellen im Getreideacker machen ihn auch später bei dichtem, hohen Bewuchs für Vögel und Insekten interessant.

Mehrjährige Blüh- und Brachflächen sind besonders im Winter wichtige Deckungs und Nahrungshabitate für Stand- und Zugvögel sowie das Niederwild.

werden aber in den Agrarumweltmaßnahmen viel zu wenig berücksichtigt. Eine der traurigen Ursachen liegt wohl darin begründet, dass geeignete Maßnahmen für die Behörden nicht (am besten per Fernerkundung) kontrollierbar sind. So zeigen viele Studien, dass bspw. die durch die EU-Kommission aufgehobene Flächenstilllegung 2007 zu einem deutlichen Rückgang der Feldvogelarten führte. Bei der zuvor geltenden Stilllegungsverpflichtung war der Landwirt in der Umsetzung relativ frei, sei es bei der Saatgutauswahl oder den Pflegevorschriften. Es gab z. B. keine Mulchpflicht.Heute vorgeschrieben, dient sie als Kontrollinstrument, führt aber zur geförderten, systematischen Zerstörung von Lebensräumen, die nicht nur für das Niederwild, sondern auch für Insekten und Vögel besonders wichtig sind. Über die zweite Säule der GAP

werden abhängig von der Finanzkraft der einzelnen Bundesländer unterschiedliche Blühflächen-Maßnahmen gefördert. Umgesetzt werden die aber meist nur in schwächeren Ackerbauregionen. In den intensiv bewirtschafteten reichen die Fördersummen nicht aus, um diese Maßnahme zu etablieren. Blühflächen müssen mit behördlich vorgegebenen Saaten umgesetzt werden. Diese Mischungen sowie die jeweiligen Standzeiten sind innerhalb der Bundesländer unterschiedlich. Sie werden als ein- und mehrjährige Maßnahmenangeboten. Flächen mehrjährig anzulegen und die Mulchpflicht auszusetzen (Anträge bei der zuständigen Landwirtschaftskammer), sind erste Schritte, um die Lebensraumqualität für Vögel und Niederwild massiv zu verbessern. Ziel muss sein, Nahrung und Deckung ganzjährig zur Verfügung zustellen. Neben der Körner- und Grünäsung wird so auch die Insektenvielfalt als essentielle Nahrungsgrundlage für Feld- und Zugvögel erhöht. Fluginsekten, Schmetterlinge und deren Raupen, Käfer sowie Kleinlibellen besiedeln diesen Lebensraum ebenso wie zahlreiche Wildbienen, Hummeln und viele weitere Wirbellose, bspw. Spinnen. Ganzjährige Pflanzenbestände sind nicht nur überlebenswichtige Überwinterungshabitatefür diese Arten, sondern auch notwendige Rast- und Nahrungsbiotope für Zug- sowie Standvögel. Blühflächen helfen übrigens am meisten, wenn sie in AckerSeite 27


Die intensive Nutzung des Grünlands und der Anbau von Getreide als Silage kommt vielen Bodenbrütern teuer zu stehen

lagen eingebettet sind, an einer Randseite niedere Heckensäume aufweisen und mindestens 50, besser 100 m vom nächsten Waldrand entfernt sind. Mit einer auf der Fläche einheitlichen Umsetzung durch bspw. vorgeschriebene Mischungen wird bei dieser Maßnahmeviel ökologische Leistungsfähigkeit verschenkt. Allein Schwarzbrachestreifen, durch einmalige Bodenbearbeitung im Herbst, führenzu mehr Grenzlinien und einer weiteren wichtigen Struktur auf der Fläche: Sowerden Ackerwildkräuter gefördert, die dann im Folgejahr eine schüttere Vegetationsdecke bilden. Aufgrund der offenen Struktur und der stärkeren Sonneneinstrahlung entwickelt sich eine andere Bodenfauna als in den ungestörten Bereichen. Arbeitet man zudem mit verschiedenen Saatmischungen, wird man den unterschiedlichen Lebensraum- und Nahrungsansprüchen vieler Vogelarten gerecht. Das Futter, das am Stängelwächst, wird so optimiert. Denn nicht alle fressen die gleichen Samenkörner. Je mehr Pflanzenarten auf der Fläche stehen, desto mehr unterschiedliche Nahrungsgäste werden bedient. Dies bezieht sich auch auf die Insektenarten. Diese vielfältigen Maßnahmen umzusetzen, bedeuten für den Landwirt aber einen deutlichen Mehraufwand, der über die Förderung aktuell nicht bezahlt wird. Um eine Trendumkehr des Feldvogelrückgangs einzuläuten, würden die Agrarumweltmaßnahmen allein aber auch nicht ausreichen. Für die meisten Arten sind Blühflächen ein gutes Nahrungshabitat. Aber was nutzt das, wenn die Bruthabitate fehlen? Feldlerche und Kiebitz nutzen dazu offene Flächen mit geringer und niedriger Vegetation. Die Goldammer, ein weiterer Bodenbrüter, baut ihr Nest im Saumbereich von Hecken aber auch einzelnen Kleingehölzstrukturen, die insbesondere entlang von Gräben und Wegen stehen. Sumpf -und Deichrohrsänger brauchen wie das Braunkehlchen dichte, überjährige krautigeStrukturen ähnlich der Hochstaudenflur. Sie sind übrigens auch ein vom Fasan gern genutzter Lebensraum.

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Der Neuntöter baut sein Nest in Knicks oder flächige Heckenrosen. So wichtig Hecken für Singvögel und das Niederwild sind, werden sie aktuell meist nur im Rahmen von Ausgleichs-und Ersatzmaßnahmen neuangelegt. Aus privater Initiative werden sie nur selten etabliert, da sie anschließendBestandsschutz haben. Darüber hinaus müssen Knicks auch gepflegt werden, soll ihr vielseitiger, hoherökologischer Wert erhalten werden. Stark bedroht sind auch die Vogelarten der Feuchtwiesen. Hier greifen nur Extensivierungsmaßnahmen, wie die Schnittfrequenz zu reduzieren und den Düngereinsatz möglichst zu vermeiden, um den Abwärtstrend aufzuhalten. Auch die immer mehr verschwindenden Wegränder, Säume, Gräben und wilden urbane Bereiche sind Lebensraumder Feldvögel. Wir müssen die Landschaft im Gesamten sowie gesamtgesellschaftlich sehen und uns endlich stückweise von der geradlinigen, ausgeräumten und kaputtgepflegten„Sagrotanlandschaft“ lösen. Aber was nutzt es, den

Unterschiedliche Mischungen und Wuchsstadien versorgen ein breiteres Artenspektrum an Vögeln sowie Insekten und führen zu mehr Grenzlinien.

Lebensraum Offenland zu optimieren, wenn wir damit ein reichhaltiges Büffet für Prädatorenschaffen? Hier ist die Jagd gefordert: Denn nur wer nicht gefressen wird, kann schöner wohnen – das gilt für die Singvögel wie für das Niederwild gleichermaßen! Nur die politischen Endscheidungsträger können die zukünftige Entwicklung der Agrarlandschaft und die der sie bewohnenden Arten großflächig positiv beeinflussen, sei es durch angepasste Förder- und Umweltmaßnahmen als auch eine Jagdgesetzgebung, die ein wirkungsvolles Prädatorenmanagement zulässt. Denn bei nüchterner Betrachtung geht das Artensterben weniger vom Schlepper aus als von Schreibtischen.


Simulierte Wundhöhle in ballistischer Gelatine

AM DRÜCKER! Mit der innovativen Driven Hunt Patrone läutet das deutsche Traditionsunternehmen RWS nun eine völlig neue Ära ein und wurde dabei speziell für jegliche Anforderungen der Drückjagd konzipiert. Eine Patrone, die speziell für Drückjagd-Freunde entwickelt wurde. Mit der Driven Hunt Patrone präsentiert das Traditionsunternehmen RWS ein bleifreies Deformationsgeschoss aus Kupfer, nickel-plattiert und mit einer stumpf orangenen Geschossspitze. Das spezielle Design mit der markant flachen Spitze, Boattail-Heck, Performance Grooves sowie dem einzigartigen Herstellungsverfahren garantieren eine extrem hohe Augenblickswirkung bei gleichzeitig maximalen Restgewicht auch auf kürzeren Distanzen. Dank der Nickelplattierung ist das Geschoss zudem besonders laufschonend. Die Driven Hunt Patronen eigenen sich für alle heimischen Wildarten und spielen ihre volle Stärke im Bereich von mittelschwerem bis starkem Wild aus. „Wer eine bleifreie Drückjagdpatrone mit voller Energie und sattem Schock-Effekt auch auf kürzeren Distanzen sucht, trifft mit der Driven Hunt von RWS ins Schwarze“, vertrauen erfahrene Jäger auf die jüngste Innovation der Munitionsprofis. Konkret wurde die Patrone in diesem Frühjahr in den Kalibern

.308 WIN., .30-06 und .300 WIN. MAG. mit einem Geschossgewicht von je 10,7 G eingeführt und stehen für eine neue Ära. Seit ihrer Gründung 1856, begleitet RWS (Rheinisch-Westfälischen Sprengstoff-Fabriken) Jäger- und Sportschützen über Generationen. Und auch nach der Fusion mit der Fürther Dynamit Nobel AG blieb RWS als eigenstän-

dige Marke bestehen, welche sich bis heute mit einer breiten Palette stets zuverlässiger Präzisionsprodukte höchster Qualität weltweit durchgesetzt und etabliert hat. „Munition von RWS erfüllt höchste Ansprüche und ist der Garant für den perfekten Schuss in jeder Situation“, ist seit jeher das Unternehmenscredo.

Die Konstruktion steht für eine schnelle Deformation und eine sofortige Energieübertragung auf die Stücke. Mit dem schnellen Aufpilzen und der Vergrößerung der Querschnittsfläche wird ein überdurchschnittlicher Schock-Effekt erzielt, auch auf kürzesten Distanzen.

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Rehböcke aus den Achtzigerjahren

Über Rehe! TEXT & FOTO: MARTIN PRUMETZ

Ich kann gar nicht oft genug erwähnen, dass es noch bis Mitte der Achtzigerjahre zwischen Hochschwab und Ötscher einen unvorstellbar hohen Wildbestand gab. Vor allem das Rehwild wurde damals noch sehr hochgeschätzt und es gab Unmengen von Rehfütterungen, die teilweise auf sehr abgelegenen und witterungsbegünstigten Plätzen, aber im Winter nur mühsam mit Schiern oder Schneeschuhen, zu erreichen waren. Erstaunlich, was die alte Jägergeneration auf sich genommen hat: ein ohnehin karges Leben in den entlegensten Gräben ohne jeglichen Komfort, aber das Wild wurde mit einer Selbstverständlichkeit unter schwersten Bedingungen über den Winter gebracht. Beschickt wurden die Fütterungen mit äußerst schmackhaftem Grummet, das auf Schwedenreitern langwierig getrocknet wurde, um alle Kräuter zu erhalten. In den kargen Kriegsjahren und auch danach wurde Lascha (junge Laubholztriebe) geschnitten, gebündelt, getrocknet und in der Notzeit an das Rehwild verfüttert. Nicht zu füttern war völlig ausgeschlossen. Damals waren die

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Großreviere zumeist noch in adeliger Hand und mit Berufsjägern besetzt. Aber auch in den Bauernjagden, die damals jagdlich nicht wirklich einen guten Ruf hatten, war die Winterbetreuung ein absolutes Muss. Besonders beim Rehwild waren die Fütterungen flächendeckend und eine Selbstverständlichkeit. Anfang der Sechzigerjahre kam Herzog Albrecht (er wäre der letzte Bayrische König geworden, hätte es 1918 keine Revolution gegeben) in die Hochschwabgegend und suchte ein geeignetes Revier für seine Rehwildforschung. Nach mehreren Revierbesichtigungen - unter anderem auch die Mariazeller-Staritze, die mein Vater betreute - entschied er sich für das benachbarte etwa 9000 ha große Revier von den Bundesforsten in Weichselboden rund um die Kräuterin bis zum Rotwald. Fast drei Jahrzehnte betrieb er hier eine beispiellose Rehwildforschung in freier Wildbahn und ein etwa 70 ha großes Versuchs–Rehwildgatter, das nicht im Besitz der Bundesforste war. Er hinterließ drei einzigartige Fachbücher, die alles bisher Geschriebene über Rehwild bei


weitem übertrafen. Mit unzähligen großflächig eingezäunten Fütterungen in allen Höhenlagen hatte er es geschafft, in rauem Gebirgsklima hochkapitale Böcke mit bis zu über 700 gr. heranwachsen zu lassen. Die von ihm entwickelten Futterautomaten waren mit einer Verschließklappe zur Vogelabwehr und verstellbaren Gewichten ausgestattet, um beim Öffnen den Druck auf die abzuwerfenden Geweihe zu erhöhen. Dadurch blieb ein Großteil der Krickl in Fütterungsnähe und viele davon sind heute noch im Rehwildmuseum - leider nicht wie geplant in Weichselboden, sondern in Berchtesgaden - zu bewundern. Da Rehwild bekanntlich sehr weite Kreise zieht, profitierten davon die gesamten Nachbarreviere in großem Umkreis. So gab es in den Siebziger-, Achtziger- und zum Teil auch noch in den Neunzigerjahren besonders in Revieren, die sich dieser Rehwild-Bewirtschaftungsmethode irgendwie anschlossen hatten, wirklich kapitale Rehböcke zu ernten. Herzog Albrecht hatte in diesem Versuchsrevier vorgezeigt, dass sich sein damaliger für heute unvorstellbar hoher Rehwildbestand nicht annähernd so katastrophal auf die Kulturen auswirkte, wie von forstlicher Seite immer behauptet wurde. Er hatte damals weit über 200 Fütterungen in allen Höhenlagen. Durch langjährige Beschneidungsversuche an Fichten in verschiedenen Varianten hatte er bewiesen, dass nach etwa zwei Jahrzehnten im Gegensatz zu nicht beschnittenen kein Unterschied mehr festzustellen war. Dieser Versuch wurde unter der Leitung und Aufsicht von Hofrat Pollanschütz von der forstlichen Versuchsanstalt in Wien durchgeführt. Die unzähligen klein- und großflächigen Kulturschutzzäune, die damals mit hohem Kostenaufwand meist in Fütterungsnähe zum Schutz des Waldes gebaut wurden, beweisen dasselbe. Heute erkennt man keinen Unterschied, was außer- oder innerhalb dieser Schutzflächen war. Das wäre leicht zu beweisen, doch leider wird das völlig ignoriert. Die wenigen alten Mischwälder, die von der Forstwirtschaft bisher verschont geblieben waren, sind wohl heute noch die gesündesten. Dort stand aber immer Rot-, Reh- und Gamswild. Es ist merkwürdig, dass die Forstleute und die von ihnen beeinflussten Ökologen, Mediensprecher und Naturschützer auf vorgegebene oder tatsächliche Wildschäden, die meist nur durch falsche Bejagung herbeigeführt worden sind, überaus empfindlich reagieren, aber auf Bringungsoder Straßenbauschäden überhaupt nicht. Der Herzog hatte schon gegen Ende der Siebzigerjahre eindringlich darauf hingewiesen, wie katastrophal sich durch den Menschen die Lebensbedingungen für das Wild verändert haben und, dass eine Winterfütterung durch diese Umstände unumgänglich sei. Damals waren aber diese Wälder und Lebensräume hier im Gegensatz zu heute fast unberührt. Dass vor einigen Jahrhunderten die Wildbestände ganz dünn gewesen seien, was immer wieder von Forstleuten verbreitet wird, ist ja auch

nicht zutreffend. Alte Aufzeichnungen belegen eindeutig, dass es etwa noch im 16. Jahrhundert in diesen kaum besiedelten und erforschten Hochalmgebieten während des Sommers große Rotwildrudel gab, die zu Winterbeginn entlang der Fernwechsel zu den tiefergelegenen Äsungsplätzen zogen. Rehwild hingegen besiedelte diese Gebirgswälder erst, als für das Rotwild die Fernwechsel unterbunden wurden und die Bestände stark zu schrumpfen begannen. 1966 wurden im Herzoglichen Revier Dürradmer 2000ha Wald durch einen verheerenden Sturm verwüstet und 150.000 Festmeter Holz lag über Nacht am Boden. Zwanzig Jahre später war alles trotz eines unglaublich hohen Reh-, Rot- und Gamswildbestandes wieder zugewachsen. Das stellt Herzog Albrecht auch in seinen Büchern ausführlich bildlich unter Beweis. Leider konnte er seine Forschung nicht zu Ende führen, da die Bundesforste Totalabschuss forderten und so die Pacht frühzeitig beendet wurde. Dasselbe habe ich auf der Mariazeller Staritze bei den Großpächtern Baron Mayr Melnhof und Herrn von Finck erlebt. Auch hier wurden die Abschüsse ins Unendliche getrieben, bis die Pächter nicht mehr bereit waren, diese Ausrottung auch noch zu finanzieren. Man wollte diese wildfreundlichen Jagdherren samt den Berufsjägern und die unerwünschten Wildbestände einfach loswerden. Die Reviere wurden klein aufgeteilt und an schießfreudige Jäger vergeben. Heute sind diese ehemaligen Herzoglichen Rehwildreviere, aber auch jene rundherum, völlig leergeschossen und die einstige Hochachtung des Wildes scheint vollkommen verschwunden zu sein. Vorreiter dieser Rehwildverbannung zwischen Hochschwab und Ötscher war allerdings die Forstverwaltung Rotschild, die auf etwa 12000 ha schon in den Achtzigerjahren alle Rehfütterungen eingestellt hatte

Rehfütterung auf 1600 Höhenmeter Seite 31


Gut angelegte Fütterungen aber meistens leer, auch schon in so manchen Privatrevieren

und über Jahre hindurch behauptete, keinen Rückgang zu verspüren. Demzufolge sei es nicht notwendig, das Rehwild zu füttern. Dass in den angrenzenden Revieren noch weiterhin fleißig gefüttert wurde und die Rehe in der schneefreien Zeit wieder ihre herkömmlichen Einstände aufsuchten, ließ man einfach unerwähnt. Nach diesem sogenannten „erfolgreichen Konzept, nicht mehr zu füttern“ ließ man zwischen 1990 und 2005 sämtliche Rehfütterungen bei den Bundesforsten und der Gem. Wien auf einer Fläche von etwa 70.000 ha entlang des Salzatals auf. Viele der Rehe, die sich auf diese jahrzehntelange Überwinterungshilfe verlassen hatten, sind während schneereicher Winter qualvoll und unbemerkt verhungert oder wurden in Flussbette gedrängt, wo sie verendeten und die Schneeschmelze sie entsorgte. Ortsbewohner, bei denen halb verhungerte Rehe auftauchten und die sich ihrer erbarmten, wurden mit Anzeigen oder sonstigen Druckmitteln bedroht, sollten sie diese füttern. Ich hatte es lange für ein Gerücht gehalten, dass Anfang 2000 mit Vorratsfutter befüllte Rehfütterungen von Förstern einfach abgefackelt wurden, um sie wirkungslos zu machen.

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Doch es wurde mir schließlich von mehreren Seiten glaubhaft bestätigt - ein regelrechter Feldzug gegen das Rehwild. Die zahlenden Jäger der aufgeteilten kleinen Reviere hatten keine Einwände gegenüber dieser Totalabschüsse - im Gegenteil, sie ließen ihrer Schussfreude freien Lauf. Über Jahre hindurch hatten die angrenzenden Eigen- sowie Bauernjagdbesitzer diesen totalen Absturz der Rehwildbestände durch ihre regelmäßige Winterversorgung aufgefangen. Doch mittlerweile werden auch die meisten von ihnen überdrüssig das weit ausschweifende undankbare Rehwild zahlenreich über den Winter zu bringen, um es im Sommer in den Staatsrevieren, die Füttern für nicht notwendig halten, ernten zu lassen. Heute wäre es nicht einmal als kleiner Eigenjagdbesitzer mehr möglich, in diesem völlig zusammengebrochenen und einstigen großflächigen Rehwildgebiet starke Böcke heranzuhegen. Leider trifft man auch in den Privatwäldern immer öfter vernachlässigte Rehfütterungen an: altes ersticktes Raufutter oder für Kitze viel zu hohe Futtertröge, mit Baustahl gegen Wildschweine gesichert, die für Rehwild mit völlig ungeeignetem Körnermais und Hafer gefüllt sind. Ich bin schon seit vielen Jahren hier keinem auch nur annähernd guten Rehbock begegnet. Als diese radikale Reduzierung schon voll im Gange war, wurde den Pächtern von der forstlichen Seite immer vorgegaukelt, dass Böcke viel besser werden würden, wenn die Bestände ganz dünn seien. Der damalige Generaldirektor der ÖBF erklärte mir Mitte der Neunzigerjahre mit überzeugender Miene, dass die Böcke schon Anfang der Schusszeit geschossen werden sollten, damit man sich die Fegeschäden bis zur Brunft ersparen würde. Vor kurzem erklärte mir ein Holzknecht der ÖBF: „So viel Naturverjüngung wie wir niederschneiden, kann das Wild niemals verbeißen.“ Wenn man sich die Forststraßen- und Rückbauschäden anschaut, erübrigt sich wohl jeder Kommentar.


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Einzigartige Rehwildfachbücher: Herzog Albrecht von Bayern „Über Rehe“ und „Das Kapitalbock Prinzip“ von Helmut Pirker

Die Blattzeit war hier einmal eine wunderschöne und spannende Zeit. Als ich Ende 1970 das Revier Staritze von meinem Vater, der es über 40 Jahre betreute, übernahm, gab es noch etwa 40 Blattstände, die alle Jahre mit frischem Fichtenreisig aufgegrast wurden. Diese weichen, komfortlosen aber gemütlichen Sitze ohne Auflage, Deckung und Dach hatte noch der Urenkel von Erzherzog Johann benutzt. Mein Vater hat immer erzählt, dass geschlossene Stände von den alten adeligen Jagdherren nicht erwünscht gewesen waren. In der Hauptbrunft war man damals meist den ganzen Tag unterwegs von einem zum anderen Sitz und fast überall sind Böcke gesprungen: in den dichten Altholzbeständen, aber auch auf den hoch gelegenen unendlichen Almflächen. Als Berufsjäger ist es eine wirklich herausfordernde Aufgabe, in Sekundenschnelle ein klares, deutliches „passt“ oder „passt nicht“ abzugeben. Es wurde damals noch sehr ernst genommen, wirklich passende und vor allem alte Böcke zu schießen. Wenn ein Bock erlegt wurde, war der Platz in kurzer Zeit wieder besetzt. Es gab auch einige Plätze, die immer mit alten Böcken besetzt waren und nach einem Abschuss stellte sich sofort wieder ein Alter ein. Als junger Berufsjäger hatte ich das Glück diese Zeit mit den außergewöhnlichen Jagdherrn Baron Mayr Melnhof, seinen Söhnen, dem jetzigen Landesjägermeister von Salzburg Baron Max auf der Staritze und später mit Herrn von Finck in der Höll zu erleben - eine unvergesslich prägende Zeit. Durch das nachbarliche Vorbild von Herzog Albrecht von Bayern ergänzte auch ich Anfang der Achtzigerjahre sämtliche Rehfütterungen

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mit großflächiger Einzäunung. Auch in höheren Lagen schaffte ich Herbstfütterungen und bot immer hervorragendes Futter an. So gab es auf der Staritze und vor allem später in der Höll Böcke bis über 500 gr. Nach der Pachtauflösung auf der Staritze um die Jahrhundertwende mied das Rotwild recht schnell die Hochflächen auf denen Totalabschuss herrschte und überschritt die Grenzen nach außen hin kaum noch. Rehwild regiert hier völlig anders: durch die vermehrte Anwesenheit von Rotwild wurde es noch mehr zum Auswechseln in die rotwildleeren Hochalmen veranlasst. So waren wir in der Höll über viele Jahre hindurch die Winter-Rehversorger, deren Stücke im Sommer und Herbst von den ÖBF-Pächtern mit einer unverschämten Selbstverständlichkeit geerntet wurden, bis schlussendlich die Winterbestände von Jahr zu Jahr immer geringer wurden. Die letzte Rehfütterung auf dieser unglaublich großen Fläche im einstigen Kerngebiet wurde von einem Gem.Wien Jagdpächter auf Meran Besitz in der Höll bei der ehemaligen Rotwildfütterung finanziert und wird durch dessen Ableben heuer leider auch eingestellt. Von Rehwildbeständen kann man hier heute nicht mehr sprechen. Ich bin während der Rehbrunft immer wieder auf den Plätzen unterwegs, die ich seit über 50 Jahren bestens kenne, und versuche Böcke zu animieren, sich zu zeigen. Leider gibt es kaum noch Anzeichen, dass es überhaupt noch Rehe gibt - nicht einmal Geißen lassen sich durch Kitzklagen blicken. Wie man das trotz der beachtlichen Pacht jagdlich hin-


Wildschweinsichere aber für Kitze viel zu hohe Tröge mit völlig ungeeignetem Futter

nimmt, ist schwer nachzuvollziehen. Scheinbar ist diesen Pächtern die Blattzeit völlig abhandengekommen und man vermisst sie auch gar nicht. Unglaublich, wie sich der respektvolle Umgang mit unserem Wild hier in der Region zwischen Hochschwab und Ötscher in den Staatswäldern in relativ kurzer Zeit grundlegend verändert hat. Mit welcher Hingabe hatte man noch vor ein paar Jahrzehnten die Rehfütterungen betreut, die Gewichtl gesammelt, Äsungsflächen geschaffen sowie die Auslese der Abschüsse äußerst ernst genommen und endlose Fachgespräche darüber geführt. In der heutigen Zeit ist in den ersten Schusstagen ein deutliches Verkehrsaufkommen auf den Forststraßen bei den Abschussnehmern zu beobachten, um Rehe auf den grün werdenden Wiesen zu erschießen, die es gerade so über den Winter geschafft haben. Sozusagen um „Hegeabschüsse zu tätigen“ - und ich will gar nicht wissen, wie viele Kitzgeißen darunter sind. Was würde heute wohl der alte Herzog zu seinem ehemaligen Revier sagen, wo es schon lange keine einzige Rehfütterung mehr gibt und sein Lieblingswild zum Exoten wurde? Sein Vermächtnis in Form von drei hochinteressanten Büchern war für fast alle Jäger vor nicht allzu langer Zeit ein absolutes Muss sie gelesen zu haben, heute scheinen sie bedeutungslos und für viele sogar lächerlich zu sein. Ich habe sie verschlungen und

Unzähliges herausgeholt, was mir nach vielen Jahren in meiner Berufsjägerzeit durch eigene Erfahrung bestätigt wurde. Ein Zitat von ihm wird mich wohl ewig begleiten: „Huck di zuwi zu de Viecha , de sogn da eh ois.“ Ein paarmal bin ich der naturverbundenen Königlichen Hoheit begegnet und jedes Mal suchte er sofort das Gespräch. Eine überaus nette sowie freundliche, ruhige Erscheinung - man konnte sich überhaupt nicht vorstellen, tatsächlichen einem König gegenüberzustehen. Ich hatte mir immer gewünscht im kleinen Kreis ausführlich seinem unglaublichen Wissen zu lauschen. Leider habe ich das kurz vor seinem Ableben, als er in der Höll im Jagdhaus auf Besuch war, verpasst. Als mich Herr von Finck spät abends nach einem langen Tag anrief, um rüberzukommen, hatte ich leider schon geschlafen. Am nächsten Tag habe ich das unendlich bedauert und tue es bis heute noch. Zum Schluss möchte ich noch erwähnen, dass im Vorjahr ein Buch über Rehe erschienen ist, das dem vom Herzog gleich zu stellen ist: „Das Kapitalbock Prinzip“ verfasst von Helmut Pirker, einem der besten und fleißigsten Berufsjäger, die ich je kennenlernen durfte. Erfreulich, dass es wenigstens noch ein paar private Reviere gibt, die dem Wild die gebührende Hochachtung entgegenbringen.


BEUTE Isabell Koch

machen

Über das Raubtier in uns

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Jagen eine Lebensform, um der Natur nahe zu sein – Paradoxon, Zynismus oder einfach nur normal, gar mutig? Ein Plädoyer dafür, zu dem Raubtier in uns zu stehen und dazu, dass Töten elementarer Bestandteil unserer Passion ist.

W

er von uns kennt sie nicht: Die Lust am Akt des Tötens. Jagdfieber, Herzrasen, ein trockener Mund beim Anblick der begehrten Beute. Dann: Der hochkonzentrierte, eiskalte Moment der Schussabgabe. Einige Sekunden später das adrenalingeschwängerte, ja ekstatische Gefühl nach dem Schuss. Vielleicht auch einen Moment der absoluten Stille, in dem jedes Vogelgezwitscher verstummt, die Natur entrüstet schweigt und man sich schuldig fühlend vor der Schöpfung duckt, die sich zornend über dem doch so unbedeutendem Jäger zu erheben scheint. Über dem Jäger, der sich eigenmächtig erdreistet hat, über Leben und Tod zu entscheiden. Schließlich: Die Gewissheit am erlegten Stück, sauber und richtig gejagd zu haben. Die unbandige Freude über die eigene Leistung und den Jagderfolg. Und das gute Gefühl, einen elementaren Part in der Nahrungskette eingenommen zu haben. Dass sich der Kreis geschlossen hat. „Oh...“, werden Sie jetzt denken, und: „Darf man das überhaupt so sagen?“ Warum eigentlich nicht. Gehen Sie mal in sich – warum jagen wir? Natürlich lieben wir die Natur, wir sind so gerne draußen. Wir lieben

es, uns Wissen über das Wild anzueignen und es zu beobachten, die Ruhe auf dem Ansitz zu genießen. In diesen gesegneten Stunden das Sozialverhalten der verschiedenen Arten zu studieren und mit reichem Herzen – oft auch ohne Waidmannsheil gehabt zu haben – nach Hause zu gehen. Wir lieben die Revierarbeit um Lebensräume zu schaffen und dabei die Anwesenheit unserer Waldbewohner an den zahlreichen Pirschzeichen abzulesen. Wir lieben unsere Hunde, unser Handwerkszeug, das Schießtraining, Jagdkameradschaft und Stammtische, Jägerlatein zum Besten zu geben und Hegeschauen zu besuchen. Nicht zuletzt kuliarische Hochgenüsse aus selbst erlegtem Wildbret zuzubereiten und zu genießen. Das alles ist unverzichtbarer Teil unserer Passion und doch haben etwas Elementares vergessen. Etwas, das nicht ans Ende der so langen Liste unserer jagdlichen Prioritäten verbannt werden sollte: Wir lieben es, Beute zu machen, zu töten. Wenn es nicht so wäre, hätten wir uns nicht den Mühen des grünen Abiturs unterziehen müssen sondern könnten völlig entspannt als Naturfotografen, Wildbiologen oder Zivilisten die Natur

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Fotos: (alle) Isabell Koch

Das Jagen ist eine Lebensform, um der Natur nahe zu sein. Dieses Paradoxon mögen Jagdgegner als zynisch empfinden.

genießen und unsere Freizeit mit Sportschießen und Kochkursen verbringen. Wir aber gehen bewaffnet und mit der Option, ja mit der eiskalten Absicht, ein Leben zu nehmen in den Wald, obwohl oder gerade weil wir unser unser Wild so lieben. Und diese Absicht ist – ganz offen gesagt - der unbestreitbare Mittelpunkt unseres jagdlichen Handelns. Genau dieses Paradoxon wird mancher Tierschützer und Jagdgegner als Zynismus verstehen. In ihren Augen läuft der Fleisch essende oder gar jagende Mensch heute immer noch mit der Keule in der Hand herum. Für sie kann es mit der Intelligenz eines Menschen, der in diesem fortschrittlichen, von veganen Schnitzeln geprägten Zeitalter noch jagt, nicht weit her sein. Gar versucht er seine Primitivität mit der Arroganz und dem Ansehen einer „hohen Jägerschaft“ vergangener Zeiten zu überdecken, gelegentlich auch einfach mit Einbildung oder Schönrederei. In Anbetracht solch profaner Argumentation mancher Jagdgegner stellt sich allerdings die Frage, ob Intelligenz überhaupt noch eine Angelegenheit des Verstandes ist oder zu einer Herzensangelegenheit jagdfeindlicher Randgruppen wird, die den Tierschutzgedanken völlig weltfremd und ungleich gewichtet interpretieren. Ihr Mitleid unserem jagdbarem Wild gegenüber ist nicht fair. Denn

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der Anblick eines Rehkitzes löst beim Menschen, und wohl auch bei Jagdgegnern die Ausschüttung des Kuschelhormons Oxytocin aus, der einer Ratte aber nicht. Dabei sind beides Lebewesen. Steinzeitjäger im High-Tech Gewand Jagd und Fischerei sind seit jeher althergebrachte Methoden zur Nahrungsbeschaffung, seit Jahrtausenden praktiziert und auch in unserem hochentwickelten Zeitalter per se nicht verwerflich. Auch moderne Menschen waren in ihrer Phylogenese schon immer Prädatoren, also biologisch gesehen Organismen, die andere zum Zweck der Nahrungsaufnahme nutzen und dabei meist töten. So weit, so gut - stammesgeschichtlich ist die Jagd zu rechtfertigen, selbst in unserem Jahrhundert. Und: Wenn man Fleisch essen will, muss dafür ja nun mal ein Tier sterben. Doch was machen wir jetzt dabei mit unserem wenig


gesellschaftsfähigen, ureigenen Trieb zu töten? Wie rechtfertigen wir vor unseren, nicht von dieser Passion ergriffenen Mitmenschen, dass wir diesen Akt selbst, mit unseren eigenen Händen ausführen, unseren Platz in der Nahrungskette einnehmen wollen und dies als emotionale Befriedigung empfinden? Weil es in unserer Natur liegt. Wenn wir einmal Blut geleckt haben, einmal dem Blutrausch verfallen waren wie eine Partygemeinschaft auf Koks, können die meisten von uns nicht mehr anders. Und das hat nichts mit Primitivität zu tun, im Gegenteil. Denn zu jagen triggert etwas Elementares in uns, das für unsere psychische und emotionale Gesundheit von enormer Bedeutung ist. Etwas, was heute viel zu oft unterdrückt und abgestumpft im Verborgenen schlummert. Wer tötet, hat den Mut seinem eigenen Todesbewusstsein ins Auge zu blicken. Und derjenige kann auch den Mut haben im Graubereich aller moralischen Fragen dazu zu stehen. Warum wir Beute machen wollen Der ursprüngliche Antrieb des tierischen Prädators, Fleisch als eigene Nahrung zu erbeuten ist in unserer heutigen Zeit wohl kaum noch das vorherrschende Motiv wenn man der Frage nachgeht, warum wir jagen. Vielmehr wurde in den vergangenen Jahrtausenden das Erleben eines Jagdaktes immer mehr zur stärksten Motivation unserer Passion. Somit wurde das Bestreben, körperliche Beute zu machen dadurch erweitert, das Töten eines Tieres in einem extrem emotionalen

Warum dürfen wir trotz aller Urinstinkte zur Selbsterhaltung keine Lust mehr am Beute machen empfinden?

Prozess zu erleben. Im Sprachgebrauch der modernen Psychologie wird dieser Akt des Erlegens, Tötens als „Kick“ beschrieben. Diese Verlagerung der Motivation zu töten begründet sich lt. Prof. Dr. Gerd Rohmann, Universität Kassel, in der vor ca. 1 Mio Jahren einsetzenden evolutionalen Sensation der Entwicklung eines Ich-Bewusstseins und damit eines Todesbewusstseins. Elementar für eine Kulturentwicklung bedeutete dies aber auch eine oft unüberwindlich erscheinende Angst, die Lebensaktivitäten zu lähmen droht und sich somit im Falle der Jagdausübung existenziell gefährdend auswirken würde. Laut Prof. Rohmann liegt der Fokus für die motivierende Kraft, die uns im Tötungsakt ein Gefühl der Macht, der Überlegenheit, der Beherrschbarkeit der Natur vermittelt daher tief in unserem Unterbewusstsein. Und das ist gut so. Denn das Gehirn liefert dem Menschen um zu überleben Strategien, die auch unsere Kultur richtungsgebend prägen. Unseren Drang zu jagen, den Akt des Erlegens als ein elementares und emotionales Erlebnis zu empfinden kann daher nicht als verwerflich angesehen werden. Da es in unserer Natur liegt. Doch wer weiß, ob die Erhaltung dieser Fähigkeiten nicht eines Tages den Fortbestand einer ganzen Art garantieren wird.

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Jagdmediation MAGA IUR. FREYDIS BURGSTALLER-GRADENEGGER, MBA ZERTIFIZIERTE MEDIATORIN

Mediation und Jagd - „Jagdmediation“ Die Jagd ist ein Bereich mit außerordentlich viel Konfliktpotential. Sie sollte als nachhaltige Naturnutzungsform eigentlich der Erholung der Jägerinnen und Jäger dienen und artet doch fallweise in emotionsgeladene zwischenmenschliche Streitdramen aus, die Energie rauben, Kosten verursachen und das Schöne am Weidwerk sowie die Kameradschaft vergessen lassen. Konfliktpotential in der Jagd - Vor Beginn von Pachtperioden findet sich bereits der Auftakt für manch fehdeähnliche Vorgangsweisen, bei denen im „Rittern“ um eine Gemeindejagd viel Porzellan zerschlagen wird und lebenslange (Jagd-)Feindschaften ihren Ausgangspunkt nehmen. - Weiter gestritten wird dann innerhalb von Jagdvereinen und Jagdgesellschaften: über die Auslegung von – oft nur rudimentär gehaltenen – Vereinsstatuten oder Gesellschaftsverträgen, über die Jagdordnung, die Ausstellung und den Entzug von Jagderlaubnisscheinen, Kostentragungsfragen, die Benützung von Hochsitzen und allfällige Aufteilungen in „Pirschbezirke“, die Jagdausübung und Hege an sich, die Aufnahme von Mitgliedern und deren Ausschlüsse etc. - Aber auch zwischen Jagdnachbarn können sich Konflikte entzünden, beispielsweise an Reviergrenzen, an Nachsuchen oder auch überjagenden Hunden, der Situierung von Hochsitzen und Fütterungsanlagen oder an der Bejagung von Wild.

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- Jäger*innen und Grundeigentümer*innen streiten betreffend die Abschussplanerfüllung, die forstliche und jagdliche Bewirtschaftung, das Parken, das Befahren diverser Flächen und Wege, das „Freischneiden“ von Ästen, die Entfernung ganzer Bäume, den Nagel im Baum für den Hochsitz und schließlich die Wildschadensituation. Letztere sorgt auch zwischen Pächtern und Verpächtern immer wieder für „dicke Luft“. Widerstreitende Ansichten bestehen auch über die Auslegung von Pachtverträgen, Fahr- und Zufahrtsrechte oder die Abschusserfüllung. - Zwischen Mitgliedern und ihren Jagdverbänden bilden sich völlig konträre Positionen aus, wenn es um disziplinarrechtliche Agenden geht; aber auch an der Frage der Trophäenbewertung sind schon enge Jagdbande zerbrochen. - Insbesondere wenn rechtliche Regelungen und/oder Lenkungskonzepte fehlen, geraten Jäger*innen und Nichtjäger*innnen in Naturnutzungsfragen aneinander: Diese erstrecken sich von tageszeitlichen oder örtlichen Nutzungen, Wegegeboten oder Sperren bis hin zum Sammeln von Abwurfstangen oder Verbringen von Wild durch Unbefugte. Bewusste Störungen des Jagdbetriebes durch Jagdgegner*innen einerseits, aber auch unbotmäßiges Verhalten von Jäger*innen und Jägern andererseits führen zum Verlust jeglicher Gesprächsbasis. - „Konflikte“ zwischen Jäger*innen und Behörden sind idR. in ein verwaltungsrechtliches Korsett eingebettet.


„Bevor ihr euch streitet, klärt die Begriffe.“ (Konfuzius) Was versteht man unter einem Konflikt? Unter einem Konflikt versteht man „die Interaktion von Personen, die wechselseitig unvereinbare Ziele (Gedanken, Wünsche, Verhaltensweisen, Absichten, Bewertungen) wahrnehmen und sich bei der Erreichung dieser Ziele stören.“ Konflikte müssen nicht immer etwas Negatives sein: sie gehören zum Leben, zeigen Probleme auf, können zur persönlichen Entwicklung beitragen und für Veränderungen sorgen. Sie belasten allerdings auch, führen zu Störungen von Gewohntem, zu Unsicherheit und Angst und erzeugen Lösungsdruck; zudem haben sie die Tendenz zu eskalieren, mit der letzten Eskalationsstufe, in der das Motto lautet: „gemeinsam in den Abgrund“. Das ist dann jene Phase, in der nicht mehr die Parteien einen Konflikt haben, sondern „der Konflikt die Parteien hat“. Spätestens zu diesem Zeitpunkt wird auch jegliche Weidgerechtigkeit, zu der ein respektvoller Umgang untereinander und mit nichtjagenden Mitmenschen gehört, über Bord geworfen. Neben dem, was sichtbar ist (Sachebene), finden sich auch verdeckte Faktoren: wie bei einem Eisberg (darum spricht man vom sog. „Eisbergmodell“) befindet sich weit mehr „Streitmasse“ unter der Oberfläche als darüber. Nicht selten liegen auch weitere Konflikte, an denen noch andere Personen beteiligt sind, im Verborgenen. Im jagdlichen Kontext entladen sich dann nachbarschaftliche oder familiäre, generationenübergreifende Streitigkeiten plötzlich an der Errichtung eines einzigen Hochsitzes oder an einem von Sauen geschädigten Maisacker. Möglichkeiten zur Konfliktlösung So zahlreich, wie nun die Möglichkeiten zur Austragung der oben beschriebenen Differenzen sind, z.B. in Form eines ständigen „Hick-Hack“ unter ressourcenintensiver Einbeziehung verschiedenster Personen und Institutionen, so vielfältig sind auch die Lösungsansätze: interne Streitschlichtungsmechanismen, der Gerichtsweg (worüber sich Anwält*innen freuen), Anzeigen bei den Behörden und eine Befassung der Medien (die sich die Hände reiben…) werden in der Praxis gewählt. Bei sog. „kalten Konflikten“ mit innerer Emigration

frustrierter und zermürbter Streitparteien tragen diese nach außen keinen offenen Streit mehr aus, sie haben sich auf ‘s „Aussitzen“ verlegt und strafen sich mit gegenseitiger Miss- und Verachtung. Auch diesfalls aber wird ein gerade im jagdlichen Kontext erforderliches vernünftiges und vertrauensvolles Miteinander unmöglich. Im Folgenden soll nun die Mediation als Ansatz zur Lösung von Konflikten im jagdlichen Kontext vorgestellt werden. Mediation- Entwicklung und rechtlicher Rahmen Die Mediation, wie wir sie heute kennen, hat ihren Ausgangspunkt in den USA, und fand ihren Weg Anfang der 1980iger Jahre nach Deutschland und bald darauf nach Österreich. Sie wurde aber nicht in Amerika erfunden, sondern weist viel ältere kulturelle und geschichtliche Wurzeln auf. Der Begriff „mediator“ (der „mittendrin“ „dazwischen“, im übertragenen Sinn: „vermittelnd in der Mitte“ steht, „die Mitte hält“) findet sich bereits 130 n. Chr. in lateinischen Schriften. Auf außergerichtliche Konfliktklärungsmethoden unter Führung unabhängiger Dritter trifft man z.B. bei afrikanischen Völkern, in Lateinamerika, China (auf Basis der Lehren von Konfuzius) oder in Japan. Im angelsächsischen Raum, der sich in seiner Rechtskultur von der europäischen unterscheidet, klärt die Mediation heute in einigen Rechtsgebieten immerhin schon über 50% der gerichtlichen Auseinandersetzungen; sie wird dort als echte Alternative zur Abhängigkeit von richterlichen Entscheidungen und zum regulären Gerichtsverfahren gesehen. Aber auch in Europa ist sie „angesichts der gesellschaftlichen Entwicklungen, erweiterter staatliche Aufgaben und begrenzter budgetärer Möglichkeiten als „außergerichtliche Konfliktlösung“ zu einer attraktiven und kostensparenden Alternative zur staatlichen Jurisprudenz“ geworden. Das rechtliche Kernstück der Mediation auf Europäischer Ebene ist die RL 2008/52/EG vom 21.5.2008: sie umschreibt den Begriff der rechtlichen Mediation sowie die Rolle der Mediator*innen, behandelt aber nicht das Mediationsverfahren als solches, sondern regelt im Zivil- und Handelsrecht gewisse Mindeststandards der

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Mediation, die von den Mitgliedsstaaten umzusetzen waren und darüber hinaus von diesen (freiwillig) auch auf innerstaatliche Mediationsverfahren angewendet werden können. In Österreich findet sich das Instrument der Mediation im Strafrecht (in Form des außergerichtlichen Tatausgleichs), im Behindertengleichstellungsrecht, im Berufsausbildungsgesetz (für Lehrlinge), im Kraftfahrzeugsektor-Schutzgesetz. Rechtlich verankert ist sie auch z.B. im Fall wegen sog. negativer Immissionen streitender Nachbarn oder im Verfahren über die Obsorge und Kontaktregelung betreffend Kinder. Es hat sich die Familien-, Scheidungs-, Nachbarschafts-, Schul-, Wirtschafts- und Umweltmediation, die Mediation in der Bauwirtschaft, im Städtebau, in den Gemeinden, aber auch z.B. bei Hofübergaben etabliert. Mediation spielt auch in öffentlich-rechtlichen Bereichen eine Rolle: in Jagdgebieten können Projekte (z.B. die Errichtung von Windkraftanlagen, Motorsportzentren, Bogensportanlagen, Mountainbikestrecken oder Straßentrassierungen) und Pläne (z.B. Managementpläne für Natura 2000-Gebiete), die dem Verwaltungsverfahrensrecht unterliegen, zu Konflikten zwischen Projektwerber*innen, Bürger*innen (Jäger*innen; Grundeigentümer*innen) und der zuständigen Behörde führen. Den sich aus solchen Projekten entwickelnden Widerständen lässt sich mit den tradierten Verfahren und den drauf abgestimmten Verhaltensweisen gegebenenfalls nur bedingt begegnen. „Abhilfe kann in diesen Konstellationen die Bereitstellung zusätzlicher Formen von kooperativen, der Verfahrensprivatisie-

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rung nahekommenden Handlungsprozessen schaffen“, womit jedoch nach Ferz „nicht geheime, intransparente Nebenabsprachen zwischen Projektgesellschaften und einzelnen Anrainern“ gemeint sind, sondern „die Mediation, als ein auf Freiwilligkeit basierendes Verfahren zur interessenorientierten, selbstverantworteten und nachhaltigen Konfliktbearbeitung.“ Unbestritten sind damit viele rechtsdogmatische Fragestellungen verknüpft, worin auch der Grund liegen mag, dass in öffentlich-rechtlichen Verfahren bis dato nur im Umweltverträglichkeitsprüfungsgesetz 2000 einschlägige Rechtsgrundlagen für eine Mediation geschaffen wurden. Ungeachtet der wirtschaftlichen Faktoren und Risiken einer gerichtlichen Auseinandersetzung bildet die Fremdbestimmtheit der Gerichtsentscheidung, bei der es idR. einen Gewinner und einen Verlierer gibt, gerade im jagdlichen Kontext häufig einen Quell lebenslanger unüberbrückbarer Zerwürfnisse, die sich besonders, aber nicht nur in Gemeindejagden schwerwiegend auf das gesamte soziale Leben und Miteinander auswirken können. Jagdmediation kann eine sinnvolle Alternative zur gerichtlichen Auseinandersetzung darstellen; bei ihr gibt es mehr Spielraum für kreative Lösungen und kann eine win-win-Situation für beide Parteien erreicht werden. Was versteht man unter Mediation? Aus sozialwissenschaftlicher Sicht wird die Mediation als ein „außergerichtliches, prinzipiengeleitetes Verfahren zur Konfliktschlichtung“ verstanden.


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Grundvoraussetzung ist zunächst einmal, dass die Streit-Parteien – bis auf einige gesetzliche Ausnahmen – freiwillig dazu bereit sind. Bei der Mediation handelt es sich um einen zielgerichteten, strukturierten Gesprächsprozess, bei dem eine/ein (oder auch mehrere) fachlich ausgebildete, unabhängige „allparteiliche“ Dritte/Dritter als neutrale Vermittler*innen (Mediator*innen; Mediatoren-Team in Co-Mediation) die gleichberechtigten und gleich informierten Parteien unterstützt, ihre Konflikte durch Verhandeln zu lösen, mit dem Ziel, verbindliche und dauerhafte Regelungen von Sachproblemen zu finden, die sich an den Interessen aller Parteien orientieren.

Die Mediatorin/der Mediator Beide Streitparteien müssen die Mediatorin/den Mediator als Mittler*in anerkennen, wobei im spezifischen Kontext der Jagdmediaton jagdfachliches und jagdrechtliches Wissen akzeptanzfördernd wirken kann, aber nicht Bedingung ist. Wesentlich ist die wertschätzende Haltung gegenüber allen Beteiligten und ein ethisches und moralisches Selbstverständnis. Die Mediatorin /der Mediator begleitet die Konfliktparteien in ihrem Lösungsprozess. Im Gegensatz zu einer Richterin/einem Richter oder einer mit „imperium“ ausgestatteten Behörde kann sie/er aber von sich aus keine verbindliche Entscheidung treffen, keine Empfehlungen und keine Vorschläge für eine mögliche Konfliktregelung formulieren. Mediator*innen müssen neutral sein, d.h. gegenüber den sog. „Mediant*innen“ eine reflektierte Haltung der Distanz einnehmen; dabei dürfen sie keine Eigeninteressen verfolgen und einer Konfliktpartei nicht näher stehen als der anderen, um alle Parteien mit ihren Anliegen wahrnehmen zu können, und zwar auf eine sog. „allparteiliche“ Weise, d.h. im Bemühen, jede der Konfliktparteien gleichermaßen zu verstehen und im Mediationsprozess auf eine Ausgewogenheit zwischen allen Beteiligten zu achten. Der beste Jagdfreund ist daher z.B. nicht geeignet, um sich als neutraler Vermittler zwischen Streitparteien zu begeben. Die Mediatorin/ Der Mediator gestaltet das Verfahren unter anderem durch Vorschläge zur Struktur und durch Fragen, die auf die Klärung von Fakten und auf die Herausarbeitung der Bedürfnisse und Interessen der Parteien zielen. Sie/er ist verantwortlich für einen fairen Ablauf des Verfahrens und die kontinuierliche systematische Förderung des Dialogs zwischen den streitenden Parteien mit anerkannten Methoden und

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dem Ziel, eine von den Parteien selbst verantwortete Lösung ihres Konfliktes zu ermöglichen. Es handelt sich daher um eine konstruktive Methode zur Beilegung eines Konfliktes. Dazu bedarf es fachlich gut ausgebildeter Personen, die über das notwendige Grundlagenwissen verfügen. Mediation gehört in professionelle Hände. Für die Mediation in Zivilrechtssachen ist der Zugang zur Tätigkeit der Mediatorin/des Mediators in Österreich seit 2004 im Bundesgesetz über Mediation in Zivilrechtssachen (ZivMediatG) gesetzlich geregelt. Welche Voraussetzungen benötigen die Streitparteien? Wichtigstes Element der Mediation ist die Eigenverantwortlichkeit der Konfliktparteien. Der Mediationsprozess ist durch eine aktive Partizipation der Konfliktparteien geprägt. Sie müssen daher bereit sein, ihre Lösungen inhaltlich selbst zu finden und die Verantwortung der Entscheidungsfindung nicht an Dritte abzugeben. Getragen wird dies von der Idee, dass Konfliktbeteiligte selbst am besten wissen, wie der Konflikt zu lösen ist. Damit grenzt sich die Mediation vom Schiedsgericht oder anderen Formen der Gerichtsbarkeit und von der Schlichtung ab. Mediation ist auch keine Form einer Psychotherapie; während diese sich – einfach ausgedrückt – mit inneren psychischen Konflikten und deren Geschichte befasst, beschäftigt sich die Mediation mit Konflikten über Sachthemen und mit deren Lösungen in der Zukunft. Wie läuft eine Mediation ab? Das Verfahren muss vertraulich sein und soll zukunftsund nicht vergangenheitsorientiert geführt werden. Die Prinzipien der Mediation basieren auf: • • • • • •

Freiwilligkeit, Verschwiegenheit, Ergebnisoffenheit, einem Ausgleich bei Machtungleichgewicht sowie der Ermöglichung von Perspektivenwechsel und der Erzielung von Win-Win-Lösungen.

Den Parteien werden zunächst der Ablauf und die „Spielregeln“ genauer erklärt; zumeist wird auch ein Vertrag zwischen Mediator*in und den Mediant*innen über den Rahmen der Mediation (Honorar, Absagen, Abbruch etc.) geschlossen. In einer nächsten Phase schildert jede Partei ihre Sichtweise; es werden Themen gesammelt, deren Klärung Voraussetzung für eine Lösung sind. Darauffolgend werden zu jedem Thema die Hintergründe der Positionen beleuchtet, Vorstellungen, Interessen und Bedürfnisse von den Parteien artikuliert, mögliche Blockaden für Lösungsansätze und erforderliche Ressourcen ausgemacht. Im nächsten Schritt werden dann Lösungsoptionen entwickelt, gesammelt und bewertet, pro und contra von den Streitparteien abgewogen. Am Schluss sollte eine Lösung gefunden sein, die für beide passt. Eventuell kann eine Begleitung bei der Umsetzung oder ein feedback-Prozess nach einiger Zeit vorgesehen werden. Eine erfolgreiche Mediation endet mit einer Vereinbarung, in der die ausgehandelten Ergebnisse schriftlich zusammengefasst und die Ziele jeder Partei ausreichend erfüllt sind. Die Parteien sind daran rechtlich gebunden. Je nach Mediationsthema kann bzw. sollte ein solcher Vertrag daher auch einer externen rechtlichen Prüfung zugeführt werden. Was kostet eine Mediation? Personen aus der Kommunikationswissenschaft, Psychologie oder Rechtswissenschaft betreiben Mediation meist nebenberuflich; auf Jagdmediation spezialisierte Mediatorinnen und Mediatoren sind noch Mangelware. Die Kosten weisen eine gewisse Bandbreite auf. Bei Mediationsverfahren in öffentlichen Bereichen mit einem Mediator*innen-Team werden Honorare oft mit einem Gesamtbetrag gedeckelt und nach Tagsätzen bemessen, in anderen Fällen schwanken die Stundensätze, je nach Mediationsart. Besonders bei hohen Streitwerten kann eine erfolgreiche Mediation wesentliche kostengünstiger sein als die streitige Austragung vor Gericht. (Quellenangaben bei der Autorin erhältlich)

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Ausstellung

„Die Jagd ist weiblich“ Die Sonderausstellung „Die Jagd ist weiblich. Diana und Aktäon“ im Jagdmuseum Schloss Stainz wird wegen des großen Erfolges um ein weiteres Jahr verlängert. Die Jagd war und ist nicht das alleinige Betätigungsfeld der Männer. Forscht man in der Geschichte, so war die Jagd sehr wohl auch von Frauen geprägt. Diese Art des Zeitvertreibs war ein Mittel, sich aus den Zwängen des adeligen Gesellschaftslebens zu befreien. Die historische Entwicklung des Themas „Frauen in der Jagd“ beginnt aber schon in der Urgeschichte und setzt sich in der Mythologie bei der Jagdgöttin Diana und dem von ihr verwunschenen Aktäon fort. Die Ausstellung zeigt anhand von ausgewählten Persönlichkeiten, wie sich die Jagd entwickelt hat. In der Gegenwart wird der Anteil von Frauen in der Jagd von Jahr zu Jahr höher. Nachgegangen wird auch der Frage, ob und inwiefern Männer und Frauen aus verschiedenen Motiven die Jagd ausüben.Umrahmt wird die Ausstellung von den monumentalen Gemälden des Zyklus „Diana und Aktäon“ des steirischen Künstlers Gerald Brettschuh.

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Die Jagd ist weiblich. Diana und Aktäon Jagdmuseum Schloss Stainz, Schlossplatz 1, 8510 Stainz 01.07.2020 bis 30.11.2022 www.jagdmuseum-stainz.at

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Kolossale Seite 46

KEILER


Die Keiler in Anatolien werden sehr stark, das Gebäude bis zu 300 Kilogramm schwer und ihre Waffen im Durchschnitt bis zu 24 Zentimetern

Als Geschäftsführer betreut Rainer Schwarz seit 2005 alle Blaser Safaris Jagdländer. Damit verbunden ist eine optimale Vorbereitung von Reisen, die zu einem unvergesslichen Jagderlebnis führen. So auch in die Türkei, wo starke Keiler warten. Seite 47


TEXT: CHRISTIAN HUEMER

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ls Geschäftsführer betreut Rainer Schwarz seit 2005 alle Blaser Safaris Jagdländer. Damit verbunden ist eine optimale Vorbereitung von Reisen, die zu einem unvergesslichen Jagderlebnis führen. So auch in die Türkei, wo starke Keiler warten. Kühne Versprechungen sind nicht die Sache von Rainer Schwarz. Dafür bringt er einen umfangreichen Erfahrungsschatz mit. Immerhin betreut er als Geschäftsführer seit 2005 alle Jagdländer von Blaser Safaris. Zu seinen Spezialgebieten zählen neben den Jagden auf dem afrikanischen Kontinent und in der Nordamerikanischen Wildnis auch die Keilerjagden in der Türkei. Und die haben es in sich: Je nach Lage des gewünschten Jagdgebietes fliegen Kunden nach Antalya, Ankara oder Adana und erleben dort ein unvergessliches Jagderlebnis auf kolossale Keiler. „Die Dichte an großen und starken Keilern ist enorm. In diesen Gebieten ist es keine Seltenheit, dass in einer Nacht bis zu zwei Keiler zur Strecke kommen“, weiß Schwarz. Da in der Türkei der Einsatz von Nachtsichttechnik erlaubt ist, gibt es für den nächtlichen Ansitz und die Pirsch keine Einschränkungen. Das Ergebnis: „Vier bis sechs Keiler in vier Tagen – das funktioniert“, erklärt Schwarz. Die Keiler in Anatolien werden sehr stark, das Gebäude bis zu 300 Kilogramm schwer und ihre Waffen im Durchschnitt bis zu 24 Zentimetern. „An der Mittelmeerküste rund um Antalya und Bodrum ist das Gebäude hingegen nicht so stark, aber die Waffen umso stärker“, ist Rainer Schwarz mit den Gegeben-

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Fotos: Blaser

Wir geben die Möglichkeit, die Jagd in einer Weise zu erfahren, wie sie in heimischen Revieren heute kaum noch möglich ist. — Rainer Schwarz

heiten vor Ort bestens vertraut. Denn ganz nach der Devise „Qualität vor Quantität“ hat sich Blaser Safaris ausschließlich auf Jagdgebiete konzentriert, in denen bereits selbst gejagt wurde. Outfitter und Berufsjäger sind ebenso bestens bekannt wie Unterkünfte und Gepflogenheiten. Das Resultat ist ein Rundum-Paket für den Kunden in Verbindung mit einem komfortablen Aufenthalt. Schwarz: „Auf Wunsch kann man etwa einen Tag am Strand verbringen und dann wird der Kunde für die Nacht vom Jagdführer abgeholt. Wir bieten alles aus einer Hand.“ Und bei der Keilerjagd in der Türkei wird dem Jäger viel geboten: der Transfer vom und zum Flughafen sowie den Transport, Unterkunft, Verpflegung während der Jagd bis zur Jagdlizenz und Trophäenpräparation. Und ein Versprechen gibt Rainer Schwarz dann doch noch ab: „Wir geben die Möglichkeit, die Jagd in einer Weise zu erfahren, wie sie in heimischen Revieren heute kaum noch möglich ist. Damit schaffen wir eindrucksvolle Momente, an die man sich gerne sein Leben lang erinnert.“

Blaser Safaris GmbH Europastraße 1/1 A – 7540 Güssing Telefon: +43 (0) 3322 / 42963* Telefax: +43 (0) 3322 / 4296359* blaser-safaris.com Seite 49


Free Range auf den

“Blauen Bullen” TEXT & FOTOS: MAGNUS PELZ

Völlig fasziniert stehe ich da, schaue dem blau-grau schimmernden Wildkörper nach, der gerade - in für seine Größe unwirklich graziöser Weise - an mir vorbei seinen schützenden Einstand am anderen Maisfeldende zu erreichen versucht. So eingenommen von diesem Anblick habe ich alles um mich herum vergessen und erst, als mein Jagdführer Kayote mir auf die Schulter tippt und flüsternd fragt: „Willst du nicht langsam mal schießen?“, begreife ich wieder, wo ich hier bin und was ich hier eigentlich tue: Nilgau-Jagd auf einem Maisfeld irgendwo in Südtexas. Nilgau steht schon sehr lange ganz weit oben auf meiner Wunschliste und als ich auf einer Jagdmesse Kayote Barrera von Kayote Outfitters (kayoteoutfitters.com) kennenlerne, steht schnell fest: Mit ihm will ich dieses Jagderlebnis angehen, denn Kayote verfügt nicht nur über eine mehr als 20-jährige Erfahrung bei der

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Nilgau-Jagd, nein, es passt auch zwischenmenschlich hervorragend und das ist mir bei einer Jagdreise ebenso wichtig wie das Fachliche. Kayote jagt in der Region um die kleine Provinzstadt Harlingen im südöstlichsten Zipfel von Texas, dicht an der Grenze zu Mexiko und dem Golf von Mexiko gelegen. Aus einigen wenigen Exemplaren, die in den 1930-er Jahren auf der berühmten Kings Ranch in Südtexas angesiedelt und von dort in die Freiheit entlassen wurden, hat sich hier nun eine Nilgau-Population von geschätzten 35.000 Tieren etabliert, die 100% free range bejagt werden kann (und muss). Die Nilgau-Antilope ist rein optisch eine skurrile Mischung aus allerlei verschiedenen anderen Wildarten, wobei die Proportionen von Haupt, Träger, Gehörn, Körper und Läufen so gar nicht zusammenpassen wollen. „Der liebe Gott wird wohl noch ein paar Teile übrig


gehabt haben, die er alle irgendwie zusammensetzte“, werden sich wohl auch die lateinischen Namensgeber gedacht haben, bedeutet doch der wissenschaftliche Name Boselaphus tragocamelus übersetzt nichts anderes als „Rindshirsch Ziegenbockkamel“ –durchaus nachvollziehbar, wenn man sich einen Nilgau genauer anschaut. In Indien, der eigentlichen Heimat des Nilgau, wird diese Antilope nīlgāī genannt, wobei „nil“ blau und „gai“ Kuh bedeutet. Eine blaue Kuh eben. 2016 ist der Nilgau dort aber in „Rojad“ umbenannt worden. Um die einheimische Bevölkerung, die die Kuh als heiliges Tier verehrt, bei der Jagd auf den Nilgau nicht in Gewissenskonflikte zu bringen, hat man kurzerhand die Bezeichnung „Kuh“ aus dem Namen gestrichen. Sehr pragmatisch! Meine Reise nach Harlingen verläuft alles andere als planmäßig. Schon mein Zubringerflug nach Frankfurt ist so verspätet, dass ich meinen Anschluss dort nach Houston verpasse. Ich muss umbuchen und erreiche den beschaulichen „Valley International Airport“ von Harlingen mit 7 Stunden Verspätung um Mitternacht Ortszeit. Im Taxi auf dem Weg ins Hotel erreicht mich ein Anruf von Kayote: „Bist du gut gelandet? Wir sollten jagen gehen, denn überm Golf von Mexiko braut sich eine Gewitterfront zusammen und keiner weiß, ob bzw. wann diese die Küste trifft!“ Inzwischen ist es 1:30 Uhr und ich habe seit fast 29 Stunden nicht geschlafen – die sieben Stunden Zeitverschiebung mal ganz außer Acht gelassen.

Aber ich bin Jäger und ich habe den weiten Weg auf mich genommen, um genau das zu tun: jagen! „Gib mir zehn Minuten zum Umziehen“, antworte ich und wir verabreden uns um 2:15 Uhr. Pünktlich holt mich Kayote mit seinem Ford F-350 Heavy Duty ab, einem PickUp, der aufgrund seiner enormen Größe auf deutschen Straßen wohl eher keinen Spaß machen dürfte. Auf dem Weg ins Jagdgebiet besprechen Kayote und ich die bevorstehende Jagd. Nilgau–Antilopen in Texas sind nachtaktiv (jedenfalls die frei vorkommenden) und so werden wir mit einem Wärmebildgerät versuchen, einen alten, großen Bullen zu finden und diesen dann im Dunkeln anzupirschen, bis wir auf eine akzeptable Schussentfernung herangekommen sind. Dann muss ich mich fertig machen, bevor ein Handscheinwerfer zum Einsatz kommt. Jagen mit künstlichen Lichtquellen ist in den USA nicht nur erlaubt, sondern teilweise auch die einzige Möglichkeit, Beute zu machen. Besonders der Wildschweinpopulation, die sich hier zu einer regelrechten Plage entwickelt hat, könnte man sonst gar nicht Herr werden. Wir stellen den PickUp ab, denn vor uns liegt eine Reihe großer Maisfelder, auf denen Kayote Nilgau vermutet. Das Mondlicht liegt bei nur 5% und so halte ich mich, das Gewehr, das Kayote mir zur Verfügung gestellt hat, geschultert, dicht hinter ihm, um überhaupt zu wissen, in welche Richtung ich gehen muss. Immer wieder bleiben wir stehen und Kayote glast die Felder mit seinem Wärmebildgerät ab. Nach 20 Minuten der erste „Anblick“. Ganz auf der anderen Seite des Maisfeldes, welches hier sicher 500 Meter breit ist, hat Kayote einen Wildkörper ausgemacht. Seine große Erfahrung sagt ihm, dass es sich um einen körperlich sehr starken Nilgau handelt, die Trophäe selber, die Hörner, ist natürlich nicht zu erkennen. Auch die Tatsache, dass dort nur ein einzelnes Stück Wild steht, spricht dafür, dass es sich um einen Bullen handelt, denn diese sind Einzelgänger, während die Kühe und Kälber meist in kleinen Gruppen zusammenstehen! Der Wind weht uns nahezu perfekt entgegen und wir beschließen, den Bullen, den ich selbst noch gar nicht gesehen habe, anzugehen. Neben dem Gewehr im Kaliber .300 WSM trage ich noch einen Pirschstock, von dem aus ich mir zutraue, auf bis zu 150 Meter sicher zu schießen. Und so pirschen wir los, versuchen uns von Reihe zu Reihe so lautlos wie möglich durch den Mais vorzutasten, der zu dieser Jahreszeit etwas über kniehoch steht, bleiben immer wieder stehen, um den Wind und auch die Position des Nilgau zu überprüfen. Inzwischen sind wir auf etwa 200 Meter heran und Kayote ist sich nun auch zu 100% sicher, dass wir hier einen dicken Bullen vor uns haben. Mit einer Schulterhöhe von 140 cm und einem Gewicht von über 300 kg werden die Bullen etwa 20% stärker als die Kühe. Weiter geht es, Meter für Meter arbeiten wir uns näher heran. Mittlerweile ist die Distanz zwischen uns und dem Bullen auf etwa 100 Meter geschmolzen, eine Entfernung, auf die ich durchaus schießen könnte.


Aber Kayote dreht sich zu mir um und erklärt mir, dass der Bulle wohl hinter einigen Bäumen und Büschen, die das Maisfeld auf dieser Seite begrenzen, steht und dass ich, wenn er jetzt den Scheinwerfer einschaltet, wohl nur Äste und Blätter, aber keinen Nilgau zu sehen bekommen würde. Also pirschen wir weiter voran, bis wir schließlich auf ca. 30 Meter ans Feldende und damit an den Nilgau herangekommen sind. Kayote stellt fest, dass der Bulle, der unsere Anwesenheit nicht bemerkt hat, sehr langsam hinter den Büschen nach rechts zieht, wo sich nach ein paar Metern eine kleine Lücke in der Hecke auftut – das wäre unsere Chance. Und tatsächlich: Langsam, aber kontinuierlich äst der Nilgau auf diese kleine Schneise zu, die mir die Möglichkeit zu einem Schuss eröffnen würde. Ich lege das Gewehr auf den Pirschstock auf und warte auf ein Zeichen, denn ich selber habe noch überhaupt nichts von dem Nilgau gesehen oder gehört. Kayote weist mich noch einmal genau in die Richtung ein, in der der Bulle vor uns steht. Ich bin bereit und Kayote schaltet das Licht an. Für eine Zehntelsekunde erkenne ich den massigen, blau schimmernden Wildkörper, dann kommt aber schon Bewegung in das Tier, das mir nicht mal eine Sekunde für einen Schuss lässt und sofort flüchtig hinter der Buschreihe nach links abgeht. Weg! Mist! Kayote leuchtet zwar hinter dem galoppierenden Bullen her, aber sofort haben ihn die Äste verschluckt. Ich will gerade die Waffe absetzen, als Kayote mir zuraunt: „Warte, er kommt wahrscheinlich gleich links über das offene Feld.“ Kayote kennt sein Jagdrevier genau und weiß, dass der Einstand dieser Antilopen hinter uns liegt, also da, von wo aus wir losgepirscht sind, und dass die Chance, dass dieser Bulle versuchen wird, diesen Einstand zu erreichen, sehr hoch ist. Und genau so kommt es: Urplötzlich bricht der Bulle aus den Büschen heraus und versucht, über das offene Feld, ca. 40 Meter an uns vorbei, seinen Einstand zu erreichen. Kayote ist mit dem Scheinwerfer drauf und ich sehe nun zum ersten Mal einen Nilgau live, in freier Natur und in seiner vollen Pracht und Größe. Anders als auf Bildern wirkt dieser Bulle auf mich elegant und

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graziös, geradezu schön, seine Art zu laufen erinnert mich an die von Giraffen, die ihre Vorderläufe beim Laufen nach vorn schleudern, was ihrer Bewegung einen schaukelnden Ausdruck verleiht. Fasziniert und gebannt schaue ich dieser Antilope zu und erst, als sie mit uns zusammen auf etwa der gleichen Höhe ist, ermahnt mich Kayote, jetzt mit dem Staunen aufzuhören und endlich zu schießen. Ich lasse den Pirschstock zur Seite fallen, denn bei diesem wippend-schaukelnden Laufstil des Nilgau bin ich stehend freihändig besser beraten, zu sehr hüpft das Blatt auf und ab, um gleichmäßig mitziehen zu können. Mein Auge gewöhnt sich an den Rhythmus des Schaukel-Gallops des Bullen und als ich auf dem Blatt bin, lasse ich fliegen, was er mit einem noch schnelleren Sprung nach vorn quittiert. Ich habe repetiert und schieße erneut und nach 3 Metern geht die Antilope zu Boden. Um uns herum ist alles gespenstisch still, selbst die Grillen haben aufgehört zu zirpen. Meine Beine fangen an zu zittern und so setze ich mich, wo ich gerade stehe, in den Mais und warte, bis die Anspannung so langsam weicht. Es ist alles stockdunkel, denn Kayote hat die Lampe nun ausgemacht, nachdem er noch ein paar Minuten den bewegungslosen Wildkörper beobachtet hat. Als ich aufstehe, schaltet er das Licht aber wieder an und wir gratulieren uns zur erfolgreichen Jagd. Am Wild angekommen knie ich mich neben „meinen“ blauen Bullen, der wirklich ein alter, starker Recke ist. Die Hörner wirken im Verhältnis zur Körpergröße viel zu klein, aber das verleiht dem Nilgau auch sein unverwechselbares


Aussehen. Ich schaue mir das Haupt genauer an, auch den weißen Kehlfleck, die weißen Flecken unterhalb der Seher und die beiden schwarzen Flecken in den Lauschern. Der Nilgau ist sicher keine klassische Schönheit wie eine Oryx oder ein Kudu, aber er hat dieses gewisse Etwas. Während ich noch neben dem Bullen knie und die ganze Jagd noch einmal Revue passieren lasse, wird mir bewusst, dass ich gerade einmal vor vier Stunden hier in Texas angekommen bin. Ein Brummen reißt mich aus meinen Gedanken und wenige Augenblicke später parkt schon der PickUp neben uns, den Kayote unbemerkt herangeholt hat. Auf der Ladefläche ist ein kleiner Kran montiert, mit dessen Hilfe wir den Bullen anheben, um ihn noch vor Ort aufbrechen und aus der Decke schlagen zu können. Nach getaner Arbeit sitzen wir noch keine Minute im Auto und versuchen noch, den riesigen PickUp mit möglichst wenig Schaden wieder vom Maisfeld herunter zu manövrieren, als ein heftiger Platzregen einsetzt, der die Sicht auf wenige Meter begrenzt. Welch ein Timing! Welch ein unvergessliches Jagderlebnis auf eine der am wenigsten bekannten Wildarten dieser Erde!

JAGD EDITION

Dank EV-Modus und 45 km* rein elektrischer Reichweite: Geräuschlos durch's Revier. Plug-In Hybrid

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Ein echter Abenteurer im Test... Der neue Haix Scout 2.0 lässt die Trägerin laut Herstellerangaben auch in unwegigem Gelände nicht im Stich und gibt sicheren Halt in jeder Situation. Unsere Testerinnen und Tester haben diese Aussage auf Herz und Nieren überprüft und berichten hier von ihren persönlichen Erlebnissen mit diesem innovativen, in Europa hergestellten Outdoor-Schuh.

KATJA PLOHL Ich jage im Hochschwabgebiet und für mich als Gebirgsjägerin ist ein guter Jagdschuh eine wichtige und vor allem notwendige Grundausrüstung. Nur mit einem guten, stabilen Schuh kann ich auf der Pirsch im felsigen und steilen Gelände trittsicher und bequem unterwegs sein. Haix Damen Jagdschuhe sind nicht nur optisch ansprechend und wirken trotz der Stabilität auch elegant, sie wurden von mir auch sofort auf Herz und Nieren im Gelände geprüft. Sie konnten diesen Anforderungen absolut entsprechen. Nur bei wirklich steilem bergab gehen, hätte ich mir vielleicht ein bisschen mehr Zehendämpfung gewünscht. Ganz gut eignen sie sich auch fürs leise Anpirschen, da sie beim Gehen kaum Geräusche machen. Da stehen meinen Haix Jagdschuhen und mir wohl noch einige gemeinsame Höhenmeter bevor!


PETRA SCHERZER-ZWINTZ & EHEMANN ROMAN SCHERZER Der neue Haix ist grandios und absolut zu empfehlen. Der superleichte Allrounder ist genauso für die Jagd wie auch für längere Wanderungen geeignet. Er ist federleicht und drückt nicht. Damit ist er vor allem für sommerliche Einsätze geeignet – kein Schwitzen und damit auch keine Reibung und vor allem keine Blasen beim ersten Mal tragen. Geländetauglich ist er allemal – ich habe ihn eingehend bei uns im Revier auf Geröll und steileren Waldwegen getestet. Regen kann ihm nichts anhaben. Sicherer Tritt auch bei feuchtem Untergrund ist gewährleistet. Besonders beeindruckt hat mich allerdings die Schmutzresistenz dieses Schuhs – er sieht nach dem dritten Einsatz ohne großartiges „Reinigen“ weiterhin schön und sauber aus.

Optisch ist er durch sein dezentes Design mit den Ledereinsätzen und der gedeckten Farbe einfach ein Hingucker. Selbst zum Dirndl kann man diesen Schuh wunderbar kombinieren. Mein Mann achtet bei einem Jagdschuh auf ganz andere Dinge: Ein kurzes anerkennendes Nicken auf die Frage, ob ihm der Schuh gefällt, war eine ausreichend positive Antwort. Der Herrenvariante ist auf alle Fälle leicht und bequem und auch für einen breiteren Fuß geeignet. Man steht damit stabil im Gelände und rutscht nicht. Was will man mehr! Abschließend mein Resümee: Ein gelungenes, wirklich schönes Modell der Firma Haix für Frauen und Männer – sehr zu empfehlen!

MARKUS MAREK HEKA Der Schuh war schnell eingetragen, das Fußklima optimal, Druckstellen sind durch die gute Polsterung keine entstanden. Die ausreichend steife Sohle bietet auch einen guten Gripp im Gelände. Der Haix Scout 2.0 bietet einen guten Halt und war auch bei meiner Pirsch durch die taunasse Wiese absolut wasserdicht. Die Verarbeitung des Schuhs ist sehr hochwertig. Ein besonderes Plus ist der Haken auf Fußristhöhe, dessen Öse eine Verengung aufweist, um so die Schnürung zu fixieren und ein Herausrutschen verhindert. Die verwendeten Materialien sind absolut top! Der Schuh besitze ein herausnehmbares Fußbett, welches bei 30 Grad gewaschen werden kann und bei Bedarf auch durch eine orthopädische Schuheinlage ersetzt werden kann. Mein Fazit: Der perfekte Schuh zum Pirschen, Ansitzen, Nachsuchen und Wandern im mittelalpinen Gelände!

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Weißwedelhirsch TEXT UND FOTOS: MAGNUS PELZ

Die meisten Jäger aus meinem Bekanntenkreis denken bei dem Wort Auslandsjagd zumeist an die Länder des südlichen Afrikas. Allein durch die Anzahl der unterschiedlichen Wildarten, die dort bejagt werden können, nimmt diese Region einen der vorderen Plätze auf der Beliebtheitsskala deutscher Auslandsjäger ein. Und das auch zu Recht. Gleich darauf folgt Kanada, aber kaum jemand hat ein Land auf dem Radar, das, ebenso wie die vorher genannten, eine Vielzahl an jagdbaren Wildarten vorweisen kann und dessen Jagdsystem darüber hinaus wie geschaffen zur Do-it-yourself-Jagd ist - die Rede ist von den Vereinigten Staaten von Amerika. Jagd in den USA findet eben nicht nur in Alaska statt, sondern von Oregon bis Florida, von Kalifornien bis Maine und von North Dakota bis Texas. Das Jagdsystem in den USA wird in den einzelnen Staaten durch die „Game and Fish Departments“ geregelt, die durch ihre Game Warden ebenfalls die rechtmäßige Durchführung der Jagd überwachen. Anders als in den meisten europäischen Jagdländern basiert die Jagd in

den USA auf einem Lizenzsystem. Kurz gesagt heißt das, dass alles Wild, egal auf wessen Grund und Boden es sich befindet, dem Staat „gehört“ und für die Erlegung nicht nur eine gültige Jagdlizenz, sondern auch ein Jagd-Marke, ein sogenannter „Tag“, nötig ist. Sowohl die Lizenzen als auch die Tags sind problemlos in fast jedem Walmart und sogar an einigen Tankstellen zu erwerben (Ausnahmen sind Tags, die im Losverfahren vergeben werden). Je nach Waffenart (Bogen, Vorderlader oder modernes Gewehr) und nach Status des Jägers (Grundeigentümer, Bewohner des Staates [resident] oder Angereister [non-resident]) kosten die Lizenzen und Tags unterschiedlich viel. Die Preise für non-residents (dazu gehören sowohl alle Ausländer als auch Einwohner anderer US-Staaten) sind in der Regel fast zehnmal so teuer wie die für die Bewohner des Staates, bemessen an den in Europa vorherrschenden Preisen aber immer noch sehr günstig, besonders da bei der Qualität der Trophäe keine Preisunterschiede gemacht werden.


Wer also eine Lizenz erworben hat und im Besitz eines Tags für die Wildart ist, die er bejagen möchte, kann sein Glück entweder auf öffentlichem Land versuchen (welches in den verschiedenen Staaten sehr unterschiedlich oft zur Verfügung steht) oder sich mit den Besitzern der großen Farmen kurzschließen und fragen, ob er auf deren Land jagen darf. Ich bin in der glücklichen Lage, im US-Staat Arkansas einige Jäger zu kennen, mit denen mich schon seit einigen Jahren eine enge Freundschaft verbindet und die mich nun eingeladen haben, dort auf ihrer Farm auf Amerikas wohl weitverbreitetste und trotzdem in Deutschland nicht sonderlich bekannte Wildart zu weidwerken: den Weißwedelhirsch, von den Amerikanern kurz auch einfach „deer“ genannt. Diese Wildart, die bei uns, wenn überhaupt, durch Walt Disneys Verfilmung von „Bambi“ bekannt wurde, ist von der körperlichen Erscheinung am ehesten mit unserem Damwild zu vergleichen, weist aber auch im Verhalten einige Parallelen zu unserem heimischen Rehwild auf. Besonders charakteristisch ist das nach vorn gebogene Geweih, das in der Regel acht, manchmal auch zehn oder mehr Enden aufweist. Im Unterschied zum ebenfalls in den USA vorkommenden Maultierhirsch bilden die Enden der einzelnen Geweihstangen beim Weißwedelhirsch keine Gabelungen mehr aus. Es ist Ende November und die Hauptbrunft der Weißwedel ist in vollem Gange, als ich mich von Deutschland aus über Atlanta zu dem eher beschaulich anmutenden Lokalflughafen von Little Rock, der Hauptstadt Arkansas, aufmache und mir dort ein Auto miete, um mich mit meinen Freunden Kevin und Kyle etwa 3 Autostunden nördlich, knapp an der Grenze zu Missouri, bei deren Farm zu treffen. Zwar ist auch hier Winter, doch der ist in den südlichen Bundesstaaten der USA eher mild ausgeprägt und so zeigt das Thermometer bei meiner Ankunft angenehme 18 Grad. Die WhatsApp-Nachricht von Kevin, die mich noch am Kofferband erreicht, verheißt Gutes: „Für morgen erwarten wir einen Kälteeinbruch - die Hirsche sind überall auf den Läufen!“. In Green Forest angekommen, löse ich zunächst im Walmart meine Lizenzen. Der 5-Tages-Jagdschein in Arkansas beinhaltet 3 „deer“ tags und kostet 135,- US$, was gerade so zu verschmerzen ist. Da die Brunft hier auf ihrem Höhepunkt ist, möchte ich natürlich versuchen, einen reifen Hirsch zu locken. Auf meinen früheren Jagdreisen in den USA habe ich extra dafür einen Locker erstanden, der dieses Mal zum Einsatz kommen soll. Gleich am nächsten Morgen geht es los. Tatsächlich ist die Temperatur über Nacht deutlich abgefallen und so ist es empfindlich kühl, als ich mich mit Kevin auf den Weg zum ersten Ansitz mache - einem einfachen Bodensitz mit einer simplen Gewehrauflage, dafür aber mit einem hervorragenden Blick auf die vor uns liegende Fläche. Diese fällt leicht nach hinten hin ab und

Kommendes Wochenende schon etwas vor? Die modernste Jagdmesse Österreichs lockt mit einem abwechslungsreichen Programm unter freiem Himmel. Bei atemberaubender Kulisse stehen das Anfassen und Erleben von Produkten im Fokus. Tickets sind noch erhältlich! WÜD - 24.-26.06. Gutshof Glanegg, 5082 Gröding


eines Alttieres mit Kalb erkennen. Langsam und leise beziehen wir unseren Posten, lassen dann gut 30 Minuten verstreichen, bis das Tageslicht einen sicheren Schuss erlauben würde, und dann lege ich los. Neben meinem Locker, der den Brunftruf des Weißwedelhirsches simuliert, hat Kyle noch ein anderes Utensil dabei, das mich auf den ersten Blick eher an ein Kinderspielzeuge erinnert, aber bei der Lockjagd von großem Nutzen ist: einen sogenannten „rattler“, mit dem man täuschend echt das Aneinanderschlagen von Geweihstangen nachahmen kann. Dies in Verbindung mit dem Lockruf haben Kyle schon einige starke Hirsche vor die Büchse gebracht.

durch die einzelnen, verstreut stehenden Obstbäume bietet sie sowohl gutes Blick- und damit Schussfeld als auch ordentliche Deckung. Kurz nach Sonnenaufgang vernehmen wir auch schon den ersten Brunftruf eines Hirsches einige Kilometer entfernt. Für mein Ohr klingt es, als würde eine Gnuherde vorbeiziehen - gar ähnlich ist deren Grunzlaut dem Brunftruf des Weißwedelhirsches. Ich habe zu Hause ein wenig mit meinem Locker geübt und als ich nun einige Töne zum Besten gebe, meint selbst Kevin, dass ich durchaus wie ein Neuwelthirsch klinge. Ich gehe akustisch den Rivalen an, schmettere ihm eine Kampfansage entgegen. Zunächst bekomme ich auch aggressive Antwort, dann aber lässt das Interesse des Hirsches plötzlich nach und er scheint weiterzuziehen. Vielleicht war ich doch nicht authentisch? Ein einjähriger Spießer aber, der sich wohl in der Nähe niedergetan hat, erscheint auf der Bildfläche und verhofft, sichert unschlüssig zu uns herüber, bevor er abspringt. So ganz schlecht habe ich wohl doch nicht gelockt. Welch ein ereignisreicher erster Jagdtag in Arkansas. Am nächsten Tag bin ich mit Kyle unterwegs, wir wollen uns, dem Wind entsprechend, an einem Feld nahe einer Altholzdickung ansetzen, in der schon häufiger ein guter 10-Ender bestätigt worden ist. Dem gilt heute unser Ansinnen. Die Temperatur ist in der Nacht bis zum Gefrierpunkt gefallen und so hat sich silbriger Reif auf den Gräsern niedergetan und die vereinzelten Nebelschwaden verleihen der Landschaft ein märchenhaftes Aussehen. Schon beim Angehen zum Erdsitz vernehmen wir vereinzelt Brunftlaute und in einiger Entfernung können wir sogar die Silhouetten

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Ich gebe einige Hirschlaute mit meinem Locker ab, zunächst verhalten, dann etwas fordernder. Sofort erhalten wir eine Reaktion aus dem schräg vor uns liegendem Altholz - ein tiefes Grummeln schlägt uns entgegen, mürrisch, vielleicht auch noch etwas verschlafen. Ich antworte sofort und wiederum lässt eine Rufserie aus dem Wald nicht lange auf sich warten. Ist das der 10-Ender, der sich dort von uns gestört oder gar herausgefordert fühlt? Wird er, in Erwartung, einen Rivalen vorzufinden, auf die Freifläche treten? Wir liefern uns über etliche Minuten einen akustischen Schlagabtausch, aber es scheint nicht so, als würde mein Kontrahent dort näher kommen. Mir kommt es eher so vor, als hätte er ein wenig das Interesse verloren und wollte wegziehen. Kyle hat denselben Gedanken und greift nun zum Rattler. Gekonnt lässt er das Aufeinanderschlagen und Aneinanderwetzen von Geweihstangen ertönen und suggeriert damit, dass hier zwei gleichstarke Hirsche um die Gunst der Damen kämpfen. Und der Plan geht auf. Zwei fremde Hirsche in seinem Territorium kann sich der Platzhirsch nun wirklich nicht gefallen lassen. Es röhrt und schlägt dort in der Dickung und die Brunftschreie, die uns jetzt entgegenhallen, kommen schnell näher und werden aggressiver. Längst bin ich im Anschlag, habe den Waldrand im Auge, wo ich jeden Moment das Austreten des Hirsches erwarte. Und ganz plötzlich sehe ich ein Haupt, sehe ein massiges Geweih, einen grimmigen Blick, aber mehr mag der Platzhirsch nicht von sich zeigen. Kyle hat ihn sofort als den 10-Ender angesprochen und gibt mir ein Signal, mich fertig zu machen und zu schießen, sobald der Hirsch auf die Wiese getreten ist. Dieser aber lässt sich bitten, steht wie eine Statue gut geschützt hinter Bäumen und Sträuchern und so kann ich einen Schuss nicht verantworten. Locken dürfen wir jetzt nicht mehr, denn auf diese Distanz und mit direktem Blickkontakt würde ganz sicher unsere Tarnung auffallen. Urplötzlich kommt Bewegung in den Hirsch, mit ein paar schnellen Sprüngen überquert er die Wiese und verschwindet auf der anderen Seite wieder hinter Bäumen. So schnell ging alles, dass an einen Schuss nicht zu denken war. Zwar werfe ich


dem Hirsch noch einen Brunftschrei nach in der Hoffnung, ihn noch mal zur Rückkehr zu bewegen, aber das Geräusch von brechenden Ästen, dass sich schnell weiter von uns entfernt, macht uns unmissverständlich klar, dass er abspringt. Kyle und ich schauen uns an und die Enttäuschung ist uns auf den Gesichtern abzulesen. Wir waren so kurz vor dem Ziel. Still sitzen wir noch ein paar Minuten und als ich grade aufstehen und meine Sachen zusammenpacken will, deutet Kyle langsam auf eine Baumreihe am anderen Ende der Wiese. Wie hingezaubert stehen dort urplötzlich 3 Stück Kahlwild. Und es sollte doch mit dem Teufel zugehen, wenn sich jetzt zur Brunft nicht auch ein guter Hirsch in deren Nähe aufhalten sollte. Langsam und vertraut ziehen die Stücke auf die Wiese hinaus, uns entgegen. Und plötzlich folgt mit großen Sprüngen ein Hirsch, gesellt sich zu den Tieren, treibt diese, umkreist sie und windet immer wieder mit erhobenem Haupt. Es ist nicht „unser“ 10-Ender, aber ein durchaus sehr schön und symmetrisch geformter 8-Ender. Wenn er doch nur einmal kurz still stehen würde. Immerzu treibt er die Tiere. Ich folge jeder seiner Bewegungen durch

mein Zielfernrohr. Da, jetzt steht er still, aber leider direkt vor einem der Tiere. Ich bin auf dem Blatt, warte auf die nächste Bewegung des Hirsches, aber zu meinem Glück zieht das Tier hinter dem Hirsch weg und gibt mir urplötzlich die Möglichkeit zu einem sicheren Schuss. Der Hirsch quittiert den Erhalt der Kugel mit einem hohen Satz nach vorn und einer kurzen Flucht von 20 Metern, bevor er noch in unserer Sichtweite verendet zusammenbricht. Unbeweglich sitze ich da und starre auf die Wiese vor mir, von der sich jetzt erst langsam die drei Stück Kahlwild trollen. Erst als mir Kyle auf die Schulter klopft und mir gratuliert, begreife ich so richtig, dass ich grade meinen ersten Weißwedelhirsch erlegt habe. Wie spannend kann doch die Ruflockjagd sein.

Die Jagd ist weiblich

Bis 30.11.2022

Diana und Aktäon

Jagdmuseum Schloss Stainz

Mit einem Gemäldezyklus von Gerald Brettschuh

Jagdmuseum, Schloss Stainz Schlossplatz 1, 8510 Stainz

Di– So 10 –17 Uhr www.jagdmuseum-stainz.at


AUF, AUF ZUM MOBILEN JAGEN! W

enn Jäger früher einen Ansitzplatz für ihre Jagd benötigten, dann war es zumeist der gute alte Hochsitz meist im Bereich von Waldlichtungen, auf dem Mann Stellung beziehen konnte. Ein schöner Ansitzplatz ermöglicht dem Jäger sicheres Erkennen und Beurteilen des Wildes. Mobile Ansitzeinrichtungen waren da noch lange kein Thema. Umso größer ist die Freude der Jägerschaft darüber, dass es feine, effektive Mobile Jagdansitze gibt. Wie oft haben sich Jäger auf ihrem Hochsitz gewünscht, dass dieser Beine bekommen könnte um einen Stellungswechsel durchzuführen. Genau diesen Wunsch erfüllen die neuen Mobiljagdmodelle von Udo Röck. Mobil und Flexibel Die Kanzeln sind mit rund 380 Kilogramm relativ leicht und können problemlos, auch in unwegsamem Gelände, optimal positioniert werden. Selbst im Hochgebirge wie Trentino, Südtirol, Österreich und dem Zugspitzgebiet wird die Mobijagd effektiv eingesetzt. Aufgestellt, ohne Hilfe, in etwa drei Minuten und dies mit einer Augenhöhe von bis zu fünf Metern. Sie können dem Wild spontan und effektiv folgen. Dadurch können Sie Wildschaden verhüten, Felder und Wald schützen. Die Land- und Forstwirte werden es Ihnen danken. Sie können effektiv dem Wildschaden Einhalt gebieten . Schnell war der ideale Partner für die Idee gefunden:

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AUFGESTELLT IN

Fotos: MobiJagd

3 MINUTEN

▲ Aufgestellt, ohne Hilfe, in etwa drei Minuten und dies mit einer Augenhöhe von bis zu fünf Metern. Damit ist die Kanzel wohl auch eine der schnellsten mobilen Jagdkanzeln weltweit und ermöglicht so hohe Flexibilität!

Kaum ein Fahrzeug steht mehr für die Leidenschaft in Wald und Gelände unterwegs zu sein wie der Österreichische Puch G und die Firma Udo Röck aus Bad Saulgau hat sich ganz der Kultmarke Puch verschrieben. Nicht nur Jäger schätzen die Robustheit und Langlebigkeit der Marke Puch, denn unwegsames Gelände ist mit diesen Fahrzeugen keine Herausforderung mehr, sondern purer Spaß. Ausstattung Die Mobiljagdmodelle sind für eine Jagd geradezu luxuriös ausgestattet und können sogar als vollwertige Schlafkanzel genutzt werden. Dank einer Dachluke bietet die Kanzel 360° Schussfeld für die Drückjagd. Und jetzt der Hammer überhaupt : Es gibt die mobile Kanzel auch in Kombination mit einem Mercedes Puch G als komplette Jagdeinheit. Dieser Magic-Moment gelingt auch in einem Mercedes X Klasse, VW Amarock oder in einem Ford Ranger.In Sekundenschnelle ist die Pick Up Jagdkanzel an jeden Brennpunk aufgestellt, ohne dass fremde Hilfe notwendig wäre. Damit ist die Kanzel wohl auch eine der schnellsten mobilen Jagdkanzeln weltweit und ermöglicht so hohe Flexibilität! Die gelenklose, knarzfreie Stahlkonstruktion ist mit ihrem komfortablen Kanzel-Aufbau mit isolierender Sandwichbauweise sowie Schallschutzisolierung einzigartig. Auch die Innenausstattung kann sich sehen lassen: vliesbezogene Sitzbank, ergonomische Rückenlehne, Beinfreiheits- und Liegefläche, lautlos zu öffnende Acrylglasfenster für ein 220° eckholmfreies Schussfeld. Der spontanen Jagd und Wildbeobachtung steht nichts mehr im Wege. WEITERE INFORMATIONEN Udo Röck GmbH Mackstr. 116 88348 Bad Saulgau

Tel.: 0049 (0) 7581 - 52 79-14 Web: www.mobijagd.de email: info@udoroeck.de

▲ Die Kanzeln sind mit rund 380 Kilogramm relativ leicht und können problemlos, auch in unwegsamem Gelände, optimal positioniert werden. Es gibt die mobile Kanzel auch in Kombination mit einem Mercedes Puch G als komplette Jagdeinheit. Seite 61


Jagd, LandForstwirtschaft

ALS EINHEIT VERSTANDEN UND GELEBT

TEXT: MAG. DI. DR. ELISABETH SCHASCHL, MSC

Meine Familie blickt auf eine lange jagdliche, landund forstwirtschaftliche Tradition zurück. Ich hatte das große Glück auf einem Bergbauernhof und in der Gewissheit, dass die Landwirtschaft, die Forstwirtschaft und die Jagd eine untrennbare Einheit darstellen, aufwachsen zu dürfen. Wir wurden schon als Kinder in den land- und forstwirtschaftlichen Arbeitsalltag eingebunden und bereits in der frühesten Jugend vom Vater gerne mit auf die Jagd genommen. Ihm bedeutete das Weidwerk alles, und ich kenne keinen zweiten Menschen, der mit Wald und Feld so verbunden war, der ein solches Verständnis für die Vorgänge in der Natur und eine solche Achtung vor der Schöpfung hatte, wie er. Diese Liebe legte er mir im wahrsten Sinn des Wortes in die Wiege und weckte diese Faszination schon früh in mir. Ich hatte den Reim, dass ich zuerst die jagdliche Praxis und erst dann die Theorie kennenlernen durfte. Durch meinen Vater lernte ich auch die Achtung vor der Natur und ihren Geschöpfen und durfte un-

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zählige wunderbare Stunden im Revier verleben, den Blick nicht nur geschärft auf einen kapitalen Rehbock, Gams oder Hirsch, sondern auch auf die „jagdlich uninteressanten“ Einzelheiten in der Landschaft – ein kunstvoll gefertigtes Spinnennetz, den Kobel einer Haselmaus, den Sonnenaufgang, die ersten Frühlingsboten und so fort. Im Alter von 15 Jahren legte ich vor der Kommission der Kärntner Jägerschaft die Jagdprüfung ab. Seither übe ich die Jagd auch praktisch aus, bin als Jagdaufseherin vereidigt, als Vortragende in der Jungjäger- und Jagdaufseherausbildung tätig und Mitglied im Landesvorstand der Kärntner Jägerschaft. Die väterliche Prägung beeinflusste auch meine Ausbildung und die Berufswahl. Nach der AHS Matura führte mich mein Weg an die BOKU, wo ich 2001 das Forstwirtschaftsstudium abschloss. Ich legte 2002 die Lehramtsprüfung an der Agrarpädagogischen Akademie in Wien und 2003 die Staatsprüfung für


den Höheren Forstdienst ab, beendete 2005 das Doktorat im Studium Forstwirtschaft an der BOKU und absolvierte im gleichen Jahr die Konzessionsprüfung für Ziviltechniker. 2007 schloss ich das Magisterstudium „Sozial- und Humanökologie“ mit einer agrargeschichtlichen Arbeit ab und absolvierte 2009 die Sachverständigenprüfung am Landesgericht Klagenfurt. 2021 schloss ich die landwirtschaftliche Facharbeiterausbildung und 2022 das Masterstudium „Green Care“ an der Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik in Wien mit einer Masterthese über „Green Care Wald“ ab. Die Landwirtschaft, die Forstwirtschaft und die Jagd begleiteten mich auch durch meine gesamte Ausbildung. Es bereitet mir nach wie vor die allergrößte Freude, mich weiterzubilden und meinen Horizont auszuweiten. Diese Einstellung konnte ich glücklicherweise auch an unsere beiden Töchter weitergeben. Vor mittlerweile 20 Jahren fand ich eine tolle Arbeitsstelle als Forstberaterin in der Landwirtschaftskammer Kärnten. Für mich ging damit ein Herzenswunsch in Erfüllung, da man im Zuge der Beratungstätigkeit in der Landwirtschaftskammer den Bauern eine Hilfe sein und sie bei den unterschiedlichsten Belangen beratend unterstützen kann. Zudem lässt sich diese Tätigkeit ausgezeichnet mit der Rolle als Mutter und der Arbeit im eigenen Betrieb – unserem Bergbauernhof mit forstlichem Schwerpunkt und extensiver Tierhal-

Elisabeth Schaschl

tung – in Einklang bringen. Wald und Wild sind somit auch die beruflichen Hauptthemen und Herausforderungen, wobei ich großen Wert auf das UND zwischen den beiden Wörtern lege. Gemäß der „Mariazeller Erklärung“, dem lange herbeigesehnten Schulterschluss zwischen der Forstwirtschaft und der Jagd, muss es möglich werden, dass sich sämtliche Waldbestände natürlich, ohne Schutz verjüngen können. Funktionieren wird dies nur, wenn gemeinsam an diesem Ziel gearbeitet wird, was mich wieder zum Titel meines kurzen Beitrages zurückbringt: Jagd, Land- und Forstwirtschaft – als Einheit verstanden und gelebt. Probleme treten meiner Ansicht nach vor allem dann auf, wenn versucht wird, diese Einheit zu trennen und jeden Bereich für sich eigenständig zu betrachten.

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Foto: Peter Schobe

Innovationen im Wildtiermonitoring 2. Mallnitzer Tage

TEXT: JESSICA CORNILS

Die 2. Mallnitzer Tage im Nationalpark Hohe Tauern am 12. und 13. Mai 2022 standen ganz im Zeichen der Innovationen im Wildtiermonitoring. Diese Kooperation zwischen der Veterinärmedizinischen Universität Wien (Vetmeduni), dem Land Kärnten und dem Nationalpark Hohe Tauern wurde im Jahr 2019 das erste Mal in dieser Form verwirklicht und heuer wiederaufgenommen, um die Vernetzung von Wissenschafter:innen der Universität und des Nationalparks weiter zu stärken. Im Vordergrund des Treffens stand die Information der Öffentlichkeit und der Jägerschaft über die Entwicklungen in der Überwachung von Wildbeständen. Expert:innen der Vetmeduni, des Nationalparks Hohe Tauern und des Büros für Wildökologie und Forstwirtschaft gaben Einblicke in ihre Arbeit und in Anwendungen und Auswirkungen der neuesten Technologien im Wildtiermonitoring. Gunther Gressmann und Markus Lackner vom Team des Nationalparks starteten die 2. Mallnitzer Tage mit einem Vortrag ihrer Ergebnisse aus dem Besenderungs-Projekt des Gamswildes im Oberen Mölltal von 2013 bis 2018. Dabei wurde vor allem auf die Bestandsentwicklung, das Raumverhalten und saisonale Unterschiede in der Ausdehnung der Streifgebiete des Gamswildes in den letzten Jahren eingegangen. Die Österreichische Vogelwarte (AOC) am Konrad-Lorenz-Institut für Vergleichende Verhaltensforschung (KLIVV) in Wien ist Teil der Vetmeduni und hat sich dem Monitoring und der angewandten Erforschung der Vogelwelt verschrieben. Der wissenschaftliche Koordinator der Vogelwarte Ivan Maggini stellte die Forschungsarbeit der Vogelwarte und deren Berin-

gungszentrale vor. Über den Fang und die individuelle Beringung von Singvögeln können auf Basis von Monitoring-Programmen wichtige Aussagen über die Veränderung von Populationsgrößen und der Produktivität vieler Arten, insbesondere unter dem Gesichtspunkt des Klimawandels, gemacht werden. Richard Zink, Leiter der AOC-Außenstelle in Seebarn, gab einen Überblick über die Bestandsentwicklung der Eulen und Greifvögel Österreichs. In den 1970er-Jahren sind diese Vogelbestände massiv eingebrochen. Der intensive Schutz der Arten, ihrer Nester und Lebensräume sowie gezielte Wiederansiedlungsprojekte zum Beispiel für Habichtskauz und Sakerfalke haben dazu geführt, dass viele Greifvögel und Eulen heute wie-

Foto: Christoph Roland

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Programm-Highlight war ein Workshop für die wissenschaftsbegeisterten Drittund Viertklässler:innen der Volksschule Mallnitz

SEIT 40 JAHREN DAS BESTE FÜR DEIN WILDBRET

der häufiger in unserer Umwelt anzutreffen sind. Horst Leitner vom Büro für Wildökologie und Forstwirtschaft gab einen Überblick über die Möglichkeiten und Gefahren der Fernerkundung mit Unterstützung von Drohnen. Große Ökosysteme können mittels Drohne schnell erfasst und so Gebiete erkundet werden, die für den Menschen nur schwer zugänglich sind. Angemerkt wurde aber, dass Wildtiere mitunter sehr empfindlich auf diese „Gefahr aus der Luft“ reagieren und in ihrem Verhalten negativ beeinflusst werden können. Je diverser ein Ökosystem ist, desto besser hält es dem Klimawandel stand. Aber wie definiert man Diversität? Pamela Burger und Steve Smith vom Forschungsinstitut für Wildtierkunde (FIWI) der Vetmeduni legten dar, dass auch die genetische Vielfalt eine wichtige Rolle im Erhalt der Artenvielfalt spielt. Es benötigt daher dringend genetisches Monitoring der vorhandenen Populationen, um Änderungen überhaupt detektieren zu können. Christoph Beiglböck (FIWI) erläuterte im Anschluss, dass die Gesundheitsüberwachung der hiesigen Wildbestände konstant erfolgen muss, um Ausbrüche von Epidemien schon vor ihrem Auftreten zu verhindern. Er verfolgt den „One-Health“-Zugang (also die Verbindung Mensch-Tier-Umwelt) schon seit Jahren und stellte verschiedene Methoden des Gesundheitsmonitorings von Wildpopulationen vor. Jessica Cornils (FIWI) und Ivan Maggini (KLIVV) gaben einen Überblick über die technischen Standards und die immer fortschrittlichere Automatisierung der räumli-

chen Wildtierüberwachung – von der Radiotelemetrie bis zur GPS-Technik. Die Überwachung von physiologischen Parametern wie Herzraten und Temperatur gehören, genau wie Sensoren zur detaillierten Überwachung der Bewegungsabläufe, zu den modernen Methoden der Wildtiertelemetrie. Ein weiterer Fokus der Mallnitzer Tage lag auch heuer auf der Vernetzung von Jungwissenschafter:innen untereinander. Die Post-Docs stellten dazu ihre Projekte im Rahmen einer kleinen Konferenz vor und knüpften wertvolle Kontakte zum Team des Nationalparks Hohe Tauern. Die Themen reichten von der Wildtieranästhesie über Verhaltensbiologie bei Fischen bis zu Genom-Analysen und dem Mikrobiom verschiedener Tierarten. Ein weiteres Programm-Highlight war ein Workshop für die wissenschaftsbegeisterten Dritt- und Viertklässler:innen der Volksschule Mallnitz, die sich in der Wildtiertelemetrie versuchen und einander in Kleingruppen gegenseitig nachspüren durften. Die Mallnitzer Tage haben sich als erfolgreiches und zukunftsträchtiges Format für den Wissenstransfer erwiesen – in diesem Sinne freuen wir uns bereits auf die Fortführung dieser Kooperation!

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Foto: Sepp Friedhuber

VERLUST ANGST NATIONALPARK-ALMFLÄCHE IN GEFAHR!

DI Gert Gaisberger, Naturfreunde Traun

TEXT: DI GERT GAISBERGER Der Nationalpark Kalkalpen feiert sein 25-jähriges Jubiläum. Auf einer Fläche von rund 209 km² wird auch das größte, unbesiedelte Waldgebiet der Nordalpen geschützt. In der zentralen Naturzone kann sich Natur zur Wildnis rückentwickeln – einzigartig in Österreich. In den Bewahrungszonen rund um die Naturzone erhalten und bewahren Almbewirtschafter in Kooperation mit der Nationalparkverwaltung und den österreichischen Bundesforsten hochwertige Almlandschaften. Doch die Idylle ist bedroht. Statt gesetzlich verankerter Vergrößerung steht Verkleinerung im Raum Bereits 1997 (!) wurde der Nationalpark per Gesetz auch im Gebiet der Haller Mauern und des Toten Gebirges errichtet. Die erforderliche Erweiterung ist bis heute nicht erfolgt. In einem Bericht des Oberösterreichischen Rechnungshofes aus dem Jahr 2020 heißt es wie folgt: „Für die mittel- und längerfristige Entwicklung des Nationalparks sollte seitens des Landes Oberösterreich die gesetzlich vorgesehene Erweiterung, insbesondere mit den genauen Flächen geklärt werden.“ Ein entsprechender Antrag zum Thema Nationalparkerweiterung im Landtag wurde von einer Regierungsmehrheit abgelehnt. Doch als ob das nicht schon genug schlechte Nachrichten wären, ist nun auch die bestehende Nationalparkfläche in ihrer derzeitigen Ausdehnung gefährdet. Im Jahr 2020 wurde die Laussabaueralm von einem

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lokalen Investor gekauft. Er erhielt den Zuschlag für das 136 Hektar große Gebiet, nachdem er die Österreichischen Bundesforste, die ebenfalls Interesse an dem Erwerb der Alm hatten, preislich überbot. Die Alm ist per Gesetz Teil des Nationalparks Kalkalpen. Doch strittig ist nun, ob sich der neue Besitzer an die geltenden Regelungen halten und mit dem Nationalpark zusammenarbeiten wird. Räumungsaufforderung beim Nationalpark eingelangt Der neue Eigentümer der Laussabaueralm wies die Nationalparkverwaltung im März dieses Jahres schriftlich darauf hin, dass die Alm nun nicht mehr Teil des Parks sei. Zum Park gehörende Bauten wie Aussichtsplattformen, Erlebnisstationen und Schilder für Wanderwege sollen deswegen entfernt werden. Auch Touren der Nationalpark-Ranger wolle man auf dem Gebiet künftig nur mehr erlauben, wenn die rechtlichen Rahmenbedingungen geklärt seien. Außerdem pocht der Investor auf volles Jagdrecht und die Möglichkeit auf Modernisierung der Almen. Verhandlungen sollen Präzedenzfall verhindern Derzeit finden Gespräche zwischen dem Investor, der Geschäftsführung der Nationalpark GmbH und den Eigentümervertretern des Nationalparks statt. Ziel ist ein neuer Nutzungsvertrag. Der Fall könnte auch für andere Nationalparkflächen relevant werden. Bislang arbeiten die Nationalparks und Grundbesitzer über


Foto: Enzlberger ⊳ Nationalparkflächen erhalten unser Naturerbe. Sie dürfen nicht verloren gehen. Die Erweiterung muss vorangetrieben werden.

das Modell des Vertragsnaturschutzes erfolgreich zusammen. Sollten für einen lokalen Investor nun andere Regeln gelten, ist zu befürchten, dass auch andere Grundeigentümer Änderungen ihrer Nutzungsverträge fordern. NGOs sorgen sich um die Zukunft des Nationalparks Für die Naturfreunde, die im Nationalparkkuratorium zusammen mit Alpenverein, Naturschutzbund und WWF die Interessen des Naturschutzes vertreten, wäre eine Verkleinerung des Nationalparks ein fatales Signal und könnte sogar die internationale Anerkennung des gesamten Nationalparks Kalkalpen gefährden. Denn eine wesentliche Voraussetzung für die Anerkennung als Nationalpark ist die dauerhafte Sicherung der Flächen und des Managements. Die NGOs fordern, endlich die im Oberösterreichischen Nationalparkgesetz vorgeschriebene Nationalparkerweiterung durchzuführen, um dem beängstigenden Artensterben etwas entgegenzusetzen.

Blühende Almflächen müssen auch für Nationalpark-Ranger und -Besucher zugänglich bleiben.

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THEMA

Faszination Digiscoping eine besondere Form von Fotografie und Filmen TEXT & FOTOS: GUDRUN TIEFENBACH-KAUFMANN

Turmfalke nach einem Regenguss fotografiert mit dem Smartphone durch ein Swarovski Optik NL Pure 10x42

Foto: Andreas Tiefenbach

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er Kontakt zur Natur und ihren Geschöpfen, die Ruhe und Entschleunigung fern vom hektischen Alltag, die frische Luft und jedes Mal aufs neue die Möglichkeit für besondere Beobachtungen und Erlebnisse - das ist die Hauptmotivation für die meisten sich mit der Jagd zu beschäftigen und sie aktiv auszuüben. Zeit im Revier zu verbringen bedeutet viel zu lernen über die Geschöpfe die Wald und Wiese bewohnen, sowie über die Zusammenhänge in der Natur. Fast unverzichtbar zum intimen Beobachten ohne zu stören ist eine gute Fernoptik in Form von Fernglas oder Spektiv. Verbindet man diese Optik mit Hilfe eines passenden Adapters mit einer modernen Digitalkamera, zum Beispiel mit dem Smartphone, können besondere Eindrücke in Form von Fotos oder Videos festgehalten werden - selbst formatfüllende Aufnahmen sind möglich ohne die Tiere zu stressen. Abhängig vom verwendeten Spektiv bzw. Fernglas kann, mit etwas Übung und bei passenden Bedingungen, eine gute bis sehr gute Bildqualität erreicht werden. Diese Technik ist als Digiscoping oder Digiskopie bekannt.

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Wie der Einstieg ins Digiscoping gelingt Ideal für den Beginn (und für die Meisten auch für später) ist die Arbeit mit dem Smartphone. Die Kameraqualität der neueren Modelle ist ausgezeichnet. Über ISO und Verschlusszeit braucht man sich, wenn man nicht möchte, nicht den Kopf zu zerbrechen und einschlägige Apps ermöglichen sogar das Fotografieren im RAW Format - allerdings ist das nur für jene zu empfehlen, die sich gerne intensiver mit der Nachbearbeitung am Computer beschäftigen. Meistens sind die gängigen Formate wie JPG oder PNG vollkommen ausreichend (und sie belegen weniger Speicherplatz). Weiters muss eine möglichst stabile Verbindung zwischen Kamera und Fernoptik hergestellt werden. Natürlich könnte man freihand das Smartphone an die Augenmuschel des Spektivs halten (bei Ausziehfernrohren ist das auch manchmal die einzige Option), wirklich Spaß macht es aber erst mit einem passenden Adapter, der eine stabile Verbindung zwischen den beiden Geräten herstellt. So erhält man ein erstaunlich licht- und leistungsstarkes System mit dem, abhängig


ZVR: 429180561

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AUT - Jagdlich Universal Trap

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Aller Anfang ist (mehr oder weniger) schwer Zu Beginn der Digiscoping Laufbahn empfiehlt sich das Vertrautmachen mit dem System. Dies geschieht am besten beim Üben mit Blumen und ähnlichen statischen Objekten. So lässt sich herausfinden ob etwa die Augenmuschel besser hinaus oder hineingedreht sein sollte (das kommt auf die Bauart von Spektiv und Adapter an), oder wie man erreicht, dass bei Smartphonemodellen mit mehreren Linsen nur jene aktiv ist, auf die der Adapter eingestellt ist (meist wechselt das Smartphone beim Zoomen automatisch die Linse - also entweder man kann in den Einstellungen eine Linse festlegen, oder man nutzt den digitalen

Vorinformation 2022 W

von der verwendeten Optik, Brennweiten weit jenseits von 800 mm möglich sind. Liebt man die Herausforderung, kann man auch mit einer digitalen Spiegelreflexkamera oder mit einer spiegellosen Systemkamera fotografieren. Allerdings ist dies nur mit sehr hochwertigen Spektiven lohnend und mit Ausziehfernrohren oder Ferngläsern ist es gar nicht möglich. Weiters dauert es länger bis ein gutes Foto gelingt - viel Üben ist hier angesagt.

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Auch Insekten lassen sich in Szene setzen: Makroaufnahme eines Hauhechlbläulings mit Iphone SE durchs Swarovski Optik ATX 65

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Rehbock Distanz rund 200m Smartphone durch Spektiv Swarovski STX 65

Zoom nicht (bzw. reizt ihn nur soweit aus, dass die Linse nicht gewechselt wird). Ich empfehle außerdem bei der Smartphonedigiscopie mit dem Spektiv den Autofokus zu deaktivieren und nur mit Hilfe des Spektivs scharf zu stellen. Das erfordert natürlich etwas Übung, macht sich aber bezahlt. Es ist nämlich nicht sehr förderlich, wenn der Autofokus ständig die Schärfeebene wechselt und besonders beim Filmen ist dies mehr als nur ein bisschen störend. Fotografiert man durch ein

Höckerschwan mit Canon 7D durch Swarovski Optik Spektiv ATX 85

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Fernglas fällt das erfahrungsgemäß weniger ins Gewicht - hier kann der Autofokus manchmal auch von Vorteil sein. Auch das Einstellen der Helligkeit sollte man nicht der Kamera überlassen. Fotografiert man zum Beispiel einen Falken vor dem hellen Himmel, würde die Kamera ihre Helligkeitseinstellung auf den Himmel ausrichten und der Vogel wäre zu dunkel (er würde „absaufen“). Umgekehrt der weiße Höckerschwan am Wasser im wunderschönen Abendlicht -


Foto: Andreas Tiefenbach

Smartphone am Bohnensack

die Kamera würde das dunkle Wasser als Referenz nehmen und der Schwan wäre hoffnungslos überbelichtet. Ist man etwas eingeübt, dann kann der nächste Schritt gewagt werden und man sucht sich ein passendes Gewässer auf dem sich verschiedene Entenarten, Blässhühner und, immer ein attraktives Motiv, Höckerschwäne aufhalten. Eine sehr schöne Möglichkeit zum Digiscoping, sowohl für Anfänger als auch für Fortgeschrittene, ergibt sich übrigens auch am Futterhäuschen. Vogelarten die sonst wirklich schwer zu fotografieren sind wie Schwanzmeisen, Kleiber, usw., lassen sich hier unter teilweise kontrollierbaren Bedingungen sehr gut ablichten. Achtung: Ruhe und Stabilität sind essentiell! Je höher die Brennweite desto stabiler muss das System aufgebaut sein. Dreibein, Beanbag oder auch ein Rucksack oder die Brüstung des Hochstanden können hier zum Auflegen und Stabilisieren dienen. Erwähnenswert ist beim Digiscoping mit dem Smartphone noch die Vignette. Abhängig vom verwendeten Adapter füllt das Bild nicht den ganzen Bildschirm aus - die Ecken oder etwas mehr vom Bildschirm bleiben schwarz. Hier sollte man nicht zu sehr den digitalen Zoom vom Smartphone bemühen (geht zu Lasten der Bildqualität) sondern lieber später ausschneiden. Durchaus herausfordernd kann anfangs das Ablichten und Filmen im Revier sein. Viele schöne Beobachtungen ergeben sich am späten Nachmittag oder in der Abenddämmerung. Doch auch wenn uns Menschen der Blick auf den prächtigen Rehbock klar erscheint - unser Gehirn blendet erstaunlich viel an „Störungen“ aus. Luftflimmern oder Staub - dies wird von uns oft gar nicht wahrgenommen, die Kamera hält es aber gnadenlos fest. Top Bilder zum Ausarbeiten und Aufhängen entstehen fast ausschließlich aus relativ geringer Distanz und bei optimalen Bedingungen (zum Beispiel am frühen Morgen bei klarer Luft ohne Flimmern - das gilt auch für die teuersten Kameraobjektive). Doch um zu Dokumentieren, spannende Verhaltensweisen und die Stimmung des Augenblicks festzuhalten muss nicht auf die Distanz geachtet werden. Auch das Filmen ist hier zu empfehlen. Bei bewegten Bildern „verzeiht“ das Auge beim Ansehen viel mehr und wenn ein Foto eher unbefriedigend wäre, kann das Video (fast) alles festhalten was das Erlebnis einer besonderen Beobachtung ausmacht.

Der außerordentliche Reiz des Digiscopings - besonders mit einem guten Spektiv - ist die Möglichkeit den Tieren sehr nahe zu sein und diese Intimität festzuhalten. Sei es als reines Dokumentationsfoto, als Bestimmungshilfe in der Vogelbeobachtung (Fotos können in einschlägige Foren gestellt oder an Spezialisten geschickt werden) oder in Form qualitativ hochwertiger Fotos und Videos. Erlebnisse lassen sich so noch besser mit den Kollegen austauschen und Familie und Freunden kann endlich vermittelt werden, warum man gar so viele Stunden im Revier zubringt.

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Hasenapotheke Eine Wildackermischung mit einem klingenden Namen ist die Hasenapotheke. Doch was steckt in ihr?

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ls Kulturflüchter sind Hasen auf vielfältige Strukturen in der Landschaft angewiesen. Extensivgrünland, Hecken und Feldgehölze bieten dem Pflanzenfresser ein breites Nahrungsspektrum. Denn neben Gräsern, Früchten, Knos- pen, Trieben und Rinde braucht der Hase auch verschie- dene Kräutern mit Mineralstoffen, Spurenelementen und Vitaminen – die sogenannte Hasenapotheke. Um seinen Vitaminbedarf zu decken, ist er auf eine gesunde Äsung angewiesen, die auf seine besondere Verdauung angewiesen. Einhergehend mit dem Landschaftswandel sind die Strukturen und somit auch die Hasenapotheke vielerorts rar geworden. Gerade deswegen gewinnen Wildäcker mit speziellen Saatgutmischungen für eine gesunde Äsung des Hasen an Bedeutung. Denn darin finden sich Kräuter, wie Anis, Echte Kamille, Salbei, Kleiner Wiesenknopf, Ringelblume, Schafgarbe, Spitzwegerich, Thymian, Wiesenkümmel, und Wilde Möhre als typische Bestandteile der Hasenapo- theke gemischt mit Leguminosen, Gräsern und z.B. auch Hülsenfrüchtler wie dem Bockshornklee. Trotz des rückläu- figen Trends der Hasenpopulation wurde in vielen Revie- ren bereits mit großem Engagement der Jägerschaft diese wieder erfolgreich aufgebaut. Ein wichtiges Augenmerk lag hierbei stets auf der gesunden Äsung des Haarwildes.

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SCHAFGARBE

Reich an wichtigen Inhaltsstoffen Mit ätherischen Ölen, Gerb- und Bitterstoffen, organischen Säuren, Schleimstoffen, Vitaminen sowie Mineralstoffen liefert die Schafsgabe einen wichtigen Beitrag zur gesunden Äsung des Hasen. Die Inhaltsstoffe ähneln dabei denen der Echten Kamille

BOCKSHORNKLEE

Ein Leckerbissen nicht nur für Hasen Dieser Hülsenfrüchtler ist mit seinem hohen Protein- und Schleimstoffanteil ein Magnet für Hasen. Die Samen sind aber auch für uns eine Leckerei und bringen eine besondere Geschmacksnote in Käse, Brot und Gewürzmischungen.

WIESENKÜMMEL

Hoch im Kurs in der Hasenapotheke Eine Vielzahl an Inhaltstoffen, wie z.B. Flavonoide, Cumarine und ätherischen Öle, verleihen dem Wiesenkümmel positive Eigenschaften für die Gesundheit. Und das nicht nur für den Hasen, denn die Samen des Wiesenkümmels werden auch arzneilich in der Humanmedizin verwendet.


Hundemalaria Eingeschleppte Auwaldzecken bedrohen unsere geliebten Vierbeiner! Diese Zeckenart überträgt die gefährliche Babesiose, auch als Hundemalaria bekannt. Unbehandelt ist diese Erkrankung für den Hund meist tödlich. Seit dem Start der Zeckensaison sind bereits mehrere Vierbeiner nach Bissen der Blutsauger gestorben. „Die Art wurde in den 1980ern nach Jagdausflügen in Ungarn bei uns eingeschleppt und kommt durch den Klimawandel begünstigt nicht nur in Ostösterreich, sondern auch in Tirol vor“, so Dr. Michael Leschnik, Leitender Oberarzt des Kleintierambulanzzentrums der VetMed Uni Wien. Experten gehen davon aus, dass bereits jede 50. Zecke den gefährlichen Erreger in sich trägt. Prinzipiell ist die Krankheit gut behandelbar. Verhält sich ein Hund nach einem Zeckenbiss auffällig, sollte sofort der Tierarzt aufgesucht werden. Trotzdem endet die Erkrankung für jeden zehnten Hund tödlich. Die herkömmliche Zeckenimpfung hilft nicht. Den besten Schutz bieten Mittel, die gegen den Zeckenbefall an sich wirken. Diese gibt es als Halsbänder, Tabletten oder Tropfen. Eine Übertragung auf den Menschen ist derzeit nicht bekannt.

Die Auwaldzecke kann einen Einzeller übertragen, der die sogenannte Babesiose auslöst - oft auch Hundemalaria genannt. Eine Infektionskrankheit, bei der die roten Blutkörperchen zerstört werden und die unbehandelt zum Tod des Tieres führt.

Umfangreiche Online-Only-Auktion im Hause Hermann Historica

20.06.2022 Kunst und Antiquitäten Antiken, Asiatika und Russische Kunst

„Lange Tage der Auktion“ lautet wohl das Motto der diesjährigen Online Only-Versteigerung vom 20. bis zum 24. Juni. Das geschichtsträchtige Auktionshaus Hermann Historica hat wieder einige Raritäten und Schmuckstücke in seinem Angebot. 3.330 Objekte aus seinen fünf Sparten werden in dieser abwechslungsreichen Woche im Internet versteigert.

21.06.2022 Antike Waffen und Rüstungen aus aller Welt

Schusswaffen aus fünf ­Jahrhunderten Am Mittwoch, dem 22. Juni, steht der heiß ersehnte Schusswaffentag mit knapp 900 Losen an. Und der Tag hat es in sich! Die Liste an Highlights ist lang. Auch das Los 9755 sticht dem Sammlerfreund ins Auge. Zum Aufruf kommt ein Karabiner 98 k mit dem Code der Steyr-Werke „bnz 43“. Die Einzelrune auf dem Hülsenkopf würde diese Langwaffe schon zu einer Seltenheit machen.

22.06.2022 Schusswaffen aus fünf Jahrhunderten 23.06.2022 Orden und Militaria bis 1918 24.06.2022 Orden und Militaria ab 1919 Alle Links und Infos finden Sie dazu unter www.hermann-historica.de

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DIE WAHL DES RICHTIGEN SCHWEISSHUNDES – TEIL 2 TEXT & FOTOS: ANDREAS ZWILAK-HERMANN

Die verschiedenen Entwicklungsphasen sowie Prägung sind nicht nur die wesentlichsten Dinge in der Junghundzeit, sie geben dem Besitzer auch sehr viel Informationen über den Charakter des Welpen. In der Junghundzeit sind vor allem Wahrnehmungen, Sinnesthemen, Kontakt mit Fremden, anderen Menschen und Vierbeinern und noch nicht verifizierten Dingen wie Geräuschen oder Gerüchen wichtig und auch immer herbeizuführen. Wird der Schweißhund in der Beschreibung oftmals als zurückhaltend gegenüber Fremden sowie empfindsam gegenüber seinem Führer beschrieben, so sollte man auf die Wesenszüge eingehen und Situationen herbeiführen, in denen man den Junghund und sein Verhalten beeinflussen kann. Einzelgänger sind in unserer modernen Welt, auch unter Schweißhunden, nicht gefragt und reger Kontakt zu anderen Vierbeinern sowie Mensch und ein gutes Maß an Vielfältigkeit sind erwünscht. Wenn der Schweißhund zu empfindsam und zu zurückhaltend ist… Ist der Junghund in seinen Grundzügen eher zurückhaltend und empfindsam, kann man dieses Verhalten mit einfachen Mitteln umkehren. Der Junghund darf nicht isoliert werden und sollte steten Kontakt mit anderen Hunden, nicht nur anderen Jagdhunden, haben. Einfaches Spielen mit anderen macht nicht nur dem Junghund Spaß, sondern gibt ihm auch das nötige Sicherheitsgefühl. Roxi hatte bereits von der 8 Woche

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an die Möglichkeit Wildkontakt und Kontakt zu anderen Hunden zu pflegen. Das Aufwachsen von Roxi gemeinsam mit meinem Vorstehhund Alice (Magyar Viszla) gab dem Ganzen zusätzlich ein soziales Gefüge. Zudem ist hier ein Welpenkurs mit anderen Rassen und unterschiedlichsten Ausbildungsmerkmalen zu empfehlen. Obwohl der Welpenkurs nicht auf die Jagdhund-Ausbildung zugeschnitten ist, kann dieser Grundkurs dem Junghund wichtige Verhaltensweisen und Angewohnheiten, die ihm später in seiner Arbeitsweise sehr behilflich sind, beibringen. Diese sind vor allem Ruhe, Konzentration und Fokus auf eine Aufgabe. Auch Roxi wurde in kürzester Zeit nach dem Welpenkurs ruhiger und aufmerksamer als ich es mir je gedacht hätte. In der Ruhe liegen die Kraft und der Jagderfolg Bereits als Junghund lag Roxi bei der Wildschweintreibjagd ruhig am Boden des Drückjagdstandes während des Anwechselns oder Beschießen der Schweine. Auch bei der Ansitzjagd bleibt Roxi ruhig und fühlt sich sicher – dies ist wichtig, um später bei der Einarbeitung auf die Wundfährte richtig agieren zu können. Die Zeit mit einem Junghund vergeht wie im Flug. Kontrollsuchen und Kontakt mit erlegtem Wild stehen für Roxi fast an der Tagesordnung. Hierbei ist es essenziell dem Junghund auch das Teilen zu lernen, um nicht die angeborene Wildschärfe zu stark zu entwickeln. Das Bewachen von Wild und der Wilddiebstahl sind heute nicht mehr zeitgemäß, somit ist auch ein umgänglicher Hund, der nicht gleich die Zähne zeigt, dafür geeignet. Der nächste Schritt in Roxis Ausbildung ist das Fährtentraining (die Fährtenschuh- Ausbildung, Fährten mit Ablenkung mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden). Mehr dazu können sie in der nächsten Ausgabe lesen. Bei jeglichen Fragen zur Welpenausbildung wenden Sie sich bitte an die „Steirische Jägerin“.

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Text: Esther Unterweger

Gefahr im Garten GEFÄHRLICHE PFLANZEN FÜR HUNDE

Blumen und andere Pflanzen verschönern nicht nur Gärten, sondern bringen auch Leben in die Wohnung oder ins Haus. Doch nicht nur hübsch auf dem Couchtisch dekorierte Blumen können für unsere Vierbeiner gefährlich sein. Sowohl viele Zimmerpflanzen als auch Blumen und Sträucher, die den Garten verschönern, sind giftig. Vielen Hundehaltern ist vermutlich gar nicht bewusst, wie viele für Hunde giftige Pflanzen sich in der unmittelbaren Umgebung befinden und welche Gefahr von diesen ausgeht. Unsere vierbeinigen Freunde sind an den

wärmeren Tagen nun wieder vermehrt draußen aktiv, dabei gilt es auf etwaige giftige Pflanzen zu achten. Als Halter sollten Sie die Gefahr, die von giftigen Pflanzen für Ihren Hund ausgeht, nicht auf die leichte Schulter nehmen - im schlimmsten Fall kann eine solche Vergiftung sogar lebensbedrohlich sein. Das gilt vor allem dann, wenn Sie sie nicht rechtzeitig bemerken. Auf welche pflanzlichen Exemplare, sowohl draußen in der Natur als auch zu Hause im Blumentopf, man ein besonderes Augenmerk legen sollte, zeigen wir hier:

OLEANDER Symptome: Magen-Darm-Entzündungen, verlangsamter oder beschleunigter Puls, Herzrhythmusstörungen

ENGELSTROMPETE Symptome: weitgestellte Pupillen, Halluzination

EISENHUTARTEN Für alle Tierarten giftig, jedoch kommt es selten zu Vorfällen Symptome: Erbrechen, Durchfall, Herzrhythmusstörungen, Tod durch Atemlähmung

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Fotos: (alle) AdobeStock

MAIGLÖCKCHEN Symptome: Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Schwindel, Erschöpfung, Krämpfe, Tod durch Herzstillstand Besonders giftig sind Blüten und Früchte

ROTER FINGERHUT Symptome: Übelkeit, Magen-Darm-Entzündungen, verlangsamter oder beschleunigter Puls, Vorhofflimmern, Kreislaufkollaps

RITTERSPORN Symptome: Störungen des Verdauungstrakts, Muskellähmung, Atemnot, Atemlähmung Besonders giftig sind die Samen der Pflanze

EIBE Symptome: Unruhe, weitgestellte Pupillen, erhöhte Temperatur, beschleunigter Puls, Atemnot, Krämpfe, Tod durch Kreislaufkollaps

BUCHS Symptome: Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Krämpfe, Schwindel, Tod durch Atemlähmung

NARZISSEN Symptome: Erbrechen, Kolik, Durchfall, Blutdruckabfall, zentralnervöse Störungen. Auch das Blumenwasser der Narzissen ist giftig!

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Foto: Land Steiermark/Resch

LH-Stv. Anton Lang und TO Barbara Fiala-Köck präsentierten gemeinsam den aktuellen Tätigkeitsbericht

Die neue Brachregelung – eine Bedrohung für die steirische Artenvielfalt Auch in Österreich sind wir mit einem bestürzenden Rückgang der Artenvielfalt konfrontiert. Die Klimakrise, Bodenversiegelung sowie die industrielle Landwirtschaft haben vielen Lebensräumen bereits zugesetzt. Die rar gewordenen, brachliegenden Flächen brauchen Wildbienen, Rebhühner, Schwebfliegen und viele mehr zum Überleben. Bauern mit mehr als 15 Hektar mussten bislang 5 Prozent ihrer Äcker brach liegen lassen und bekamen dafür Förderungen. In der Steiermark waren das magere 3500 Hektar im Vergleich zu 125.000 Hektar Ackerfläche, vielfach Monokultur. Jetzt wurde diese Brachregelung ausgesetzt und von den 3500 Hektar sind zirka 1000 wieder in Nutzung gegangen. Planmäßig sollen Bauern dann bereits ab 10 Hektar Grund nur noch vier Prozent für die Tierwelt reservieren müssen. Die Landwirtschaft begründet diesen Schritt mit dem Bedarf nach mehr Flächen für die Lebensmittelproduktion. Umweltorganisationen hingegen machen darauf aufmerksam, dass wenn man österreichweit von 9000 Hektar und einem durchschnittlichen Weizenertrag ausgeht, so würden durch das Beackern dieser Fläche gerade einmal 0,1% der fehlenden Mengen aus der Ukraine ersetzt werden. Das ist ein geringer Erfolg und der Preis durch die daraus resultierenden Umweltschäden ist eindeutig zu groß.

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ENGAGIERTE ARBEIT GEGEN TIERLEID Die unabhängige Tierschutzombudsstelle Steiermark gibt es seit 2005, seit 2010 wird sie von Barbara Fiala-Köck geleitet. Gemeinsam mit dem zuständigen Landeshauptmann-Stellvertreter Anton Lang präsentierte die steirische Tierschutzombudsfrau im Mai 2022 ihren aktuellen Tätigkeitsbericht. Details aus dem Tätigkeitsbericht Dieser zeigt, dass die Arbeit für das Team der Tierschutzombudsstelle des Landes Steiermark nicht ausgeht und die Herausforderungen nicht weniger werden. „Hervorzuheben ist, dass wir 2021 allein in 446 Verwaltungsstrafverfahren eingebunden wurden”, betont Barbara Fiala-Köck. Von den 146 Verfahren betreffend die Haltung von Hunden beinhalten 96 Übertretungen wegen Nichteinhaltung der Chip- und/oder Registrierpflicht; in rund 40 Fällen handelte es sich um das Abschneiden bzw. Rasieren von Vibrissen, also der Tasthaare von Hunden im Rahmen der Hundeausstellung 2019, in 113 Strafverfahren ging es um das ungerechtfertigte Zufügen von Schmerzen, Leiden, Schäden oder schwerer Angst. Weiters wurden 423 Meldungen über den Verdacht von tierschutzwidrigen Haltungsbedingungen behandelt. Öffentlichkeitsarbeit gegen Tierquälerei Herausragende Projekte im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit sind der Tierschutzpreis für das tierfreundliche Bauen bei landwirtschaftlichen Betrieben, der 2021 zum zwölften Mal vergeben wurde und die seit vielen Jahren bestehende erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Verein „Tierschutz macht Schule”. „Tiere wecken Emotionen. Tierquälerei muss bereits im Ansatz verhindert werden, daher ist es wichtig, bei Kindern und Jugendlichen möglichst frühzeitig durch wissensbasierte Tierschutzbildung Empathie und Sozialkompetenz zu fördern”, verweist Barbara Fiala-Köck auf ihr Herzensanliegen.


Die lange Reise von Artemisia quer durch Europa ⊲

Nachdem Artemisia in ihrem ersten Lebensjahr von Griechenland bis Frankreich flog, wurde sie nun aufgrund von Schussverletzungen schwerstverletzt in Zurndorf (Burgenland) aufgefunden und musste eingeschläfert werden. „Es ist traurig und blamabel, dass Artemisia auf ihrer langen Reise durch Europa von der Öffentlichkeit wohlwollend begleitet und ihr – kaum in der Heimat zurück – auf derart brutale Weise nachgestellt wurde“, so Matthias Schmidt von BirdLife Österreich. Die Untersuchungen ergaben, dass der Vogel offensichtlich sitzend angeschossen wurde. Die Kugel durchschlug beide Beine und trennte diese nahezu ab. Offene Brüche und ein massiver Blutverlust waren die Folge. Es blieb nichts Anderes übrig, als die Kaiseradlerdame umgehend einzuschläfern und von ihren Qualen zu erlösen. Artemisia wurde in einem Jagdrevier im Gemeindegebiet Zurndorf im Burgenland gefunden, aus dem in der jüngeren Vergangenheit bereits mehrere Fälle illegaler Wildtierverfolgung gemeldet wurden. Die polizeilichen Ermittlungen in diesem Fall laufen.

Fotos: APA/BIRDLIFE ÖSTERREICH

Rekord-Kaiseradler Artemisia tot!

Die Kugel durchschlug beide Beine und trennte diese nahezu ab. Die Kaiseradlerdame mußte umgehend eingeschläfert werden

24 Großprojekte 280 Mio. € Gesamtkosten

altig

h ch a n T G E W E B r tu k ru st a fr n -I d a Fahrr 

In Umsetzung:

Feldbach, Wildon, Trofaiach, Gratkorner Becken, Kleinregion Hartberg, Fürstenfeld, Bruck/Mur, Radregion Weiz, Kleinregion Gleisdorf, Leoben, Zentralraum Leibnitz, Radoffensive Graz 2030 

Vor Umsetzung:

Bad Radkersburg, Murau-Murtal, Kernraum Voitsberg, GU-Süd (Gössendorf, Hart b. Graz, Hausmannstätten, Fernitz-Mellach, Raaba-Grambach), Fehring 

In Planung und Vorbereitung:

GU6 (Feldkirchen, Kalsdorf, Werndorf, Wundschuh, Seiersberg-Pirka, Premstätten), Liezen, Mürzzuschlag, Deutschlandsberg, Region Ausseerland, Region Mureck, Region Kapfenberg BEZAHLTE ANZEIGE DES LANDES STEIERMARK. FOTOS: LUPI SPUMA

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Förderung für Präventionsmaßnahmen im Umgang mit dem Biber beschlossen Als nach der europäischen Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie streng geschützte Tierart nimmt der Biber eine wichtige Rolle in einem intakten Ökosystem ein und siedelt sich wieder Schritt für Schritt in der Steiermark an. Dabei kann es zu Nutzungskonflikten mit dem Menschen kommen, die mit dem Bibermanagement des Landes vermieden werden sollen. Neben dem kostenlosen Beratungsangebot hat die Landesregierung 50.000 Euro für die Förderung von Präventionsmaßnahmen freigegeben. Neun von zehn Nutzungskonflikten zwischen Mensch und Biber treten im Umkreis von zehn Metern entlang eines Gewässers auf. Der Mensch nutzt die Gebiete rund um die vom Biber besiedelten Bäche und Flüsse oft bis zu den Ufern. Durch gezielte Präventionsmaßnahmen – wie dem Schutz einzelner Bäume, der Errichtung von Zäunen, etc. – können Konflikte aber verhindert werden. Um betroffenen Steirerinnen und Steirern Unterstützung zu bieten, wird nun eine eigene Förderung eingerichtet. Dabei stehen folgende Angebote zur Verfügung:

Errichtung einer Dammdrainage, Maximalbetrag: 3.000 € Fix-Zaun: 4,50 Euro pro Laufmeter, Maximalbetrag: 3.000 € Elektro-Zäune: 3,50 Euro pro Laufmeter, Maximalbetrag: 2.000 € Baumschutz (Baumgitter, Verbissschutzmittel): Maximalbetrag 1.000 € Sonstige Maßnahmen: Maximalbetrag 3.000 €


DIE BARBE DER FISCH DES JAHRES 2022

Fotos: pro-fishing.de

ALS FISCH DES JAHRES 2022 WURDE IN EINER OFFIZIELLEN UND ÖFFENTLICHEN WAHL DIE BARBE GEWÄHLT. Damit möchten der Österreichische Fischereiverband, die Landesfischereiverbände und Landesorganisationen der Fischerei unter Mitwirkung des Österreichischen Kuratoriums für Fischerei und Gewässerschutz (ÖKF) und des Bundesamtes für Wasserwirtschaft (Scharfling) diese Fischart und ihren Lebensraum ins allgemeine Bewusstsein bringen. Die Barbe (lat. Barbus barbus) lebt in den strömenden und strukturreichen Gewässerbereichen der kleinen und größeren Flüsse und galt früher als Massenfischart. Ihr Bestand ist zwar nicht bedroht, jedoch aufgrund der Eingriffe in ihre Lebensräume rückgängig. Sie kann eine Länge von bis zu einem Meter erreichen und ist die namensgebende Leitfischart der Barbenregion – in Österreich sind das die Donau und die Unterläufe der großen Zubringerflüsse. Der Name der Barbe leitet sich von barba, dem lateinischen Wort für Bart, ab und ist eine Anspielung auf die vier das Maul umgebenden Barteln (fadenförmige Sinnesorgane).

Schnecken und Muscheln. Gelegentlich nehmen sie auch pflanzliche Kost zu sich. Als Allesfresser macht die Barbe auch vor Aas nicht Halt. Neben den Fischarten Nase und Huchen zählt auch die Barbe zu den Mittelstreckenwanderern. Sobald im Frühjahr die Wassertemperaturen ansteigen und über mehrere Tage anhalten, wandern die Barben in großen Scharen über weite Strecken flussaufwärts, um schließlich auf den flachüberströmten, kiesigen Stellen des Gewässers und seinen Zubringern abzulaichen. Die Gebrüder Grimm sahen in ihr einen „edlen Flussfisch“, sie hat wohlschmeckendes, festes Fleisch und wurde früher gerne gegessen. Heutzutage wissen nur mehr wenige die Barbe als Speisefisch zu schätzen.

Die Barbe ist eine ausgezeichnete Schwimmerin, die in starker Strömung ihre Stärken ausspielen kann. Das zeigt sich auch in ihrem langgestreckten und drehrunden Körper, der pfeilschnell durch das Wasser flitzt. Die Bauchseite ist nahezu gerade und ihr Maul zeigt nach unten: zwei typische Merkmale für Fischarten, die sich überwiegend am Gewässergrund aufhalten und dort nach Nahrung suchen. Dabei dienen die vier fadenförmigen Barteln als Tast- und Geschmacksorgane. Barben ernähren sich von wirbellosen Kleintieren wie Insektenlarven, Würmern, Seite 81


WO DIE EMOTION ­ENTSCHEIDET

I

m kärntnerischen Oberglan bei Feldkirchen hat Thomas Schurian eine „Jagdwelt“ erschaffen, die sich in der Szene einen Namen gemacht hat und passionierte sowie angehende Weidmänner/frauen vereint. Aber sie verbindet auch Menschen und Generationen mit viel Emotion. Seine exklusiven Messer sind weit über die Landesgrenzen bekannt und werden von den USA bis in den Nahen Osten geschätzt. Ausgangspunkt der exklusiven Messerkunst von Thomas Schurian ist Oberglan bei Feldkirchen in Kärnten. Hier in der „Jagdwelt“, die der passionierte Jäger und Messermacher gegründet hat, erfolgt der Feinschliff. Hier kommen passionierte Jäger:innen und all jene, die es werden wollen mit Menschen, die sich der Natur verbunden fühlen, zusammen. Diese Welt versteht sich als kompetentes Zentrum für Forst, Natur und Jagd und schweißt Menschen zusammen. „Wir bieten Kurse und Seminare für den Messerbau und mit unserem ganz speziellen Waffenbau-Kurs haben wir ein absolutes Novum geschaffen“, verweist Schurian auf das individuelle Angebot, dass sich vollkommen nach den Wünschen des Kunden richtet. So werden in einem Erstgespräch die Entwicklung und die Verwendung der Materialien besprochen und ein gemeinsamer zeitlicher Ablauf erarbeitet. „Der Kunde arbeitet zu hundert Prozent und schafft so sein ganz persönliches Messer oder seine Waffe. Das Angebot nutzen etwa Freunde oder auch Vater und Sohn und entwickeln dabei mit einer gemeinsamen Arbeit einen Wert für Generationen. Da ist viel Emotion dabei, und die ist letztendlich auch entscheidend“, weiß Schurian aus Erfahrung. Die Kurse und Seminare sind auch bei

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Thomas Schurian Jagdvereinen und Unternehmen beliebt, welche die gemeinsame Zeit in der „Jagdwelt“ für ein geselliges Teambuilding nutzen. Im hauseigenen Luftruckgewehr-Kino wird dann noch das ein oder andere Bier getrunken und gefachsimpelt. Aktuell startet Schurian auch mit dem Bau eines Schießtunnels, auf dem sich sechs 100-Meter-Stände ebenso einfinden wie ein Pistolenstand und ein Schießkino.


E

benso seine Adresse in der „Jagdwelt“ hat Heinz Rauter, der sich als Experte für die Qualitätsprodukte aus dem Hause Blaser über Kärnten hinaus einen Namen gemacht hat. Durch seine ständige Präsenz auf nationalen und internationalen Fachmessen ist Heinz Rauter, selbst ein leidenschaftlicher Weidmann, ein echter Netzwerker in Sachen Blaser und verfügt ständig über eine breite Auswahl der wichtigsten Neuheiten und nimmt sich für seine Kunden gerne Zeit. Nicht nur Blaser-Langwaffen, sondern auch Optik-Top-Produkte, jagdliches Zubehör und das passende Outfit findet man bei Jagd Rauter. Sein Erfolgsgeheimnis beschreibt Heinz Rauter so: “Wir sind kein Supermarkt, sondern ein Ort, wo sich Gleichgesinnte treffen und ihre Erfahrungen austauschen. So bin ich sicher, meinen Kunden immer ein passendes Produkt zu übergeben. Ich bin sehr stolz darauf, dass viele meiner Geschäftsfreunde nicht nur Stammkunden, sondern auch Freunde geworden sind!” - Freunde, die eine große Leidenschaft verbindet: die weidgerechte Jagd und die Pflege jagdlicher Traditionen. Und gerade diese Leidenschaft lockt auch angehende Weidmänner/frauen in die „Jagdwelt“ und zwar in die Jagdschule von Manfred Buttazoni, wo insgesamt zehn Referenten den angehenden Jägern eine fundierte Ausbildung ermöglichen und die Praxis im Vordergrund steht. So bietet Buttazoni etwa die

einzigartige Möglichkeit einer simulierten Probeprüfung, mit welcher der Kurs beendet wird: „Da weiß man dann, was auf einen zukommt, ist perfekt vorbereitet und es nimmt auch die Nervosität.“ Die jeweils 120 Theorie- und rund 20 Praxisstunden beinhalten eine fundierte Ausbildung im Schießwesen und der Waffenkunde sowie einen Reviertag. Seine komplexe und kompetente Welt der Jagd will Thomas Schurian auch in Zukunft stets erweitern: „Der Standort hat sich super etabliert und natürlich sind wir ständig am Optimieren und für Ideen und Partnerschaften offen.“

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JEEP WRANGLER RUBICON

unter Strom...

Wie er so dasteht. Im schwarz-metallicem Blechkleid. Ein Hingucker schlechthin. Allein die Frontansicht, da muss man einfach einsteigen, cooler schaut keiner aus, Allerdings, Wrangler-Puristen, die gegen jegliche Elektrifizierung sind, werden zuerst die Augen rollen. Aber bei näherem Hinsehen oder besser gesagt bei ersten Probefahrtkilometern wird man eines besseren belehrt. Der Jeep hat viel drauf. Das Einsteigen ist wie gewohnt. Was sitzt man doch gut in dieser erhöhten Position. Das schätzt man besonders am Jeep. Der Wrangler gehts flott an, viel Power bei der Anfahrt, als wolle der Jeep sagen:

Grafik: Jeep

Der Jeep Wrangler Rubicon ist eine Ikone. Wenn einer der vielen Jeep-Varianten die Aura einen Rock’n’ Roll Stars hat, dann der Wrangler. Der äußere Auftritt, das einzigartige Fahrvergnügen, am besten untermalt von AC/DC im Autoradio, macht aus dem Jeep eine Ikone. Und sowohl Ikonen als auch Legenden müssen mit der Zeit gehen. Und so präsentiert sich der neue Jeep Wrangler Rubicon PHEV 380 als Voll-Hybrid. Und der Wrangler kann aufzeigen. Immerhin bringen es Benzin-Motor und Elektro-Motor auf eine Systemleistung 380 PPS (!).

200 kW BENZINMOTOR 200 kW (272 PS) 2,0l-Turbo-Benzinmotor mit 8-stufigem Automatikgetriebe Seite 84

TEXT & FOTOS: CHRISTIAN HUEMER

107 KW ELEKTROMOTOR Der Jeep® Wrangler 4xe Plug-in-Hybrid hat einen Hochleistungs-Elektroantrieb.

Technische Daten Jeep Wrangler Rubicon Benzinmotor 2.0 Liter mit 272 PS und 400 Nm Drehmoment Elektromotor 145 PS und 245 Nm Drehmoment Systemleistung 380 PS (gemessene Leistung)


⊳ Antonia Wieser testete den neuen Wrangler

Der E-Motor macht mich nicht schwächer! Auf der Straße ist man besser gefedert als im reinen Benzin Rubicon. Im Gelände ist der Jeep unschlagbar, auch der Hybrid. Da gibt es keinen Leistungsabfall. Das Schöne an Hybrid-Systemen ist der Umstand, dass man immer auf der sicheren Seite ist. Wenn die Batterie leer ist, dann läuft der Benzin-Motor weiter und man muss nicht erst Ladestationen suchen und Ladezeit aufwenden. Und wenn man dann laden muss, kann man das bequem auch zu Hause machen. Damit es schneller geht braucht man da nur die „Easy Wallbox“. Übrigens, wenn es sein soll, kann der Wrangler auch im Allradmodus rein elektrisch unterwegs sein. Fazit: Es gibt keinen besseren Geländegänger als den Wrangler. Als Rock’n’ Roller garantiert der Rubicon Abenteuerfeeling ZUR VERFÜGUNG GESTELLT VON: Autohaus Hirschmugl Gewerbepark Nord 1 8431 Gralla www.hirschmugl.eu

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DER E-PINZGAUER: LEISE UND NACHHALTIG DURCHS GELÄNDE Im März dieses Jahres wurde auf der internationale Fachmesse IWA OutdoorClassics in Nürnberg ein bisher einzigartiges Fahrzeug vorgestellt: ein Puch Pinzgauer mit vollelektrischem Antrieb. Entwickelt wurde das Gefährt von der österreichischen Firma Allradwerk, die sich hauptsächlich mit Um- und Zubauten an Fahrzeugen von Steyr-Daimler-Puch beschäftigt. Angeboten werden Spezialadaptionen wie Aufbauten für Jäger, Seilwinden, Hundeboxen, aber auch Anfertigungen für Offroad-Camper. Außen traditionell, innen vollelektrisch „Der Umbau des Pinzgauers zu einem E-Auto ist der aktuellen Zeit geschuldet. Wir haben versucht den Bogen in die Gegenwart zu spannen“, so der Geschäftsführer der Firma Allradwerk, DI Gernot Tonauer. Die Idee war einen Benzin-Pinzgauer so umzubauen, dass am Fahrzeug keine aufwendigen Arbeiten an der Karosserie vorgenommen werden mussten, um für einen entsprechenden Elektor-Bausatz Platz zu haben. „Der Pinzgauer sollte ganz klar ein Pinzgauer bleiben. Der Elektromotor wurde an den Originalpunkten des Benzinmotors verbaut, eine Adapterlösung wurde gefunden, um den E-Motor mit dem ursprünglichen Schaltgetriebe zu verbinden. Die gesamte Allradtech-

nik, für die der Pinzgauer bekannt ist bleibt erhalten. Auch Antriebswellen, Sperren und Achsportale bleiben gleich“, erklärt DI Tonauer die Tüfteleien, die hinter dem Umbau stecken. Durch den Wegfall von Auspuff und Treibstofftank reduziert sich das Gewicht des Pinzgauers um rund 200 Kilo. Die Batterien werden hinter den Vordersitzen verbaut. Die Kunden können zwischen unterschiedlichen Reichweiten wählen, da die Batterien modular aufgebaut sind. Möglich sind Reichweiten von 120, 240 oder 360 Kilometern. Mit Oldtimern in eine elektrische Zukunft Der Messeauftritt hat für großes Interesse gesorgt und zu europaweiten Anfragen geführt. Der Einbau des Batteriebausatzes dauert, abhängig vom Fahrzeugzustand, zwei bis vier Wochen, das Elektropaket startet preislich bei 39.000 Euro. „Die Nachfrage an Elektromobilität steigt auch in Oldtimer-Szene“, beobachtet DI Gernot Tonauer die Entwicklung. Die Firma Allradwerk arbeitet derzeit an einem Prototyp des Puch G, ebenfalls mit Originalgetriebe und Elektromotor, und auch alte Benzin-Quads werden auf E-Antrieb umgerüstet. Infos unter: www.allradwerk.at

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BERICHT ZUR INFORMATIONS­ VERANSTALTUNG

Wolf, Goldschakal und Co. ­Herausforderungen in der Kulturlandschaft“22.04.2022, VAZ Krieglach Die Rückkehr der großen Beutegreifer in Österreich, allen voran der Wolf, sorgt seit einigen Jahren zunehmend für kontroverse Diskussionen. Herausforderungen und Problemen sieht sich in erster Linie die Landwirtschaft im Bereich der Nutztierhaltung gegenüber. Der Konflikt zwischen Natur- und Artenschutz einerseits und Interessen in der Kulturlandschaft andererseits geht in der öffentlichen Wahrnehmung und der Medienberichterstattung mittlerweile bereits darüber hinaus, gerade beim Thema Wolf. Zur Beleuchtung und Diskussion der aktuellen Entwicklung luden das Bezirksjagdamt Mürzzuschlag und die Jagdschutzvereine Mürzzuschlag und Kindberg zum diesjährigen Seminar unter dem Titel „Wolf, Goldschakal und Co. – Herausforderungen in der Kulturlandschaft“. Bezirksjägermeister Hannes Fraiß konnte nach den zuletzt pandemiebedingt online durchgeführten Veranstaltungen heuer wieder persönlich im Veranstaltungszentrum Krieglach zum Seminar begrüßen. Mit der seit nunmehr 20 Jahren bestehenden Seminarreihe habe man sich vorgenommen, insbesondere auch kontroverse Themen zu beleuchten, so Fraiß, und dies aus möglichst umfassender Perspektive und nicht nur vonseiten der Forstwirtschaft und Jagd. Für Bären gäbe es in Österreich immer wieder Nachweise. 2021 wurden 5 Individuen nachgewiesen, wobei fast alle Wanderer sind, die aus dem Trentino ins westliche Tirol und aus Slowenien und Friaul nach Kärnten und in die Steiermark einwandern, sich derzeit aber nicht territorial niedergelassen haben. Schäden gäbe es derzeit wenig. Für den Luchs geht man derzeit von etwa 30 bis 35 territorial lebenden Individuen auf österreichischem

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Boden im Böhmerwald (mit länderübergreifender zu Tschechien und Deutschland größerer Population) und im Nationalpark Kalkalpen mit angrenzender Steiermark aus. Aufgrund der anderen Lebensweise etwa gegenüber Wölfen, seien Schäden in der Kulturlandschaft viel seltener. Zum Rückgang der Luchse trugen neben der Verfolgung bis ins 19. Jahrhundert vor allem der Rückgang von zusammenhängenden Waldgebieten im Zuge der Industrialisierung und damit verbunden das Verschwinden von geeigneten Lebensräumen und Beutetieren bei. Anders als die anderen Großprädatoren ist der Goldschakal in Österreich geschichtlich nicht heimisch. Seine Einwanderung aus dem südosteuropäischen Raum begann in den 1980er Jahren. Als Nahrungsopportunist, der von Kleintieren bis zu kleinen Nutztieren ein breites Nahrungsspektrum hat, sei der Schaden in der Kulturlandschaft derzeit noch gering. Als zweiter der beiden Fachvorträge gab Ing. Josef Zandl, der das Gut Fischhorn im Kaprunertal leitet und als Bezirksjägermeister-Stellvertreter in Zell am See fungiert, unter dem Titel „Wolf und Co. in einem Gebirgsrevier – Einfluss auf Land und Forstwirtschaft, Tourismus und Jagd“ einen vertieften Praxiseinblick als ein Betroffener der Thematik. Seit einigen Jahren sieht sich der Betrieb, der die Bereiche Land und Forstwirtschaft, Jagd und Tourismuswirtschaft umspannt, zunehmend der Anwesenheit von Wölfen und steigenden Nutztierrissen gegenüber. Innerhalb des Betriebs ging die Entwicklung mittlerweile so weit, dass auf Teile der Almen Schafe aus Sicherheitsgründen nicht mehr aufgetrieben werden. Zum finanziellem Schaden käme auch der emotionale Schaden für Betroffene sowie unkalkulierbarer körperlicher und psychischer Mehreinsatz. Maßnahmen zum Herdenschutz würden sich den Berechnungen des Betriebs zufolge im Bereich von etwa 100 bis 300 Euro pro gealptes Schaf bzw. Rind bewegen und seien wirtschaftlich nicht darstellbar. Dies habe zur Folge, dass aus naturnaher Almwirtschaft eine ganzjährige Stallhaltung von Nutztieren würde. Der Wolf sei ein „Gamechanger“ und stelle einen neuen, unkalkulierbaren Standortfaktor in der Kulturlandschaft dar, so Zandl. Herdenschutz und Entschädigungen allein seien vor allem im alpinen Raum unpraktikabel und mit enormen finanziellen und personellen Aufwendungen verbunden. Entschiedenes Handeln seitens der Politik zum Wolfsmanagement und Schaffung eines Rahmens zur Regulation der Ausbreitung sei gefordert, so Zandl. Bezirksjägermeister Fraiß strich abschließend heraus, dass die Kompetenz der Jäger:innen zur Erkennung von Nachweisen großer Beutegreifer einerseits gefördert und andererseits aber auch von anderen Akteuren ernstgenommen werden müsse. Es gehe vor allem um ein Vertrauensverhältnis, das gestärkt werden müsse. Die Verknüpfung von Wissenschaft und Praxis sei bislang noch mangelhaft. In der Diskussion sei die Lebensraumtragfähigkeit der zentrale Aspekt.


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GF Zangtal Hermann Zotter, (2. v.l.) LJM Franz Mayr-Melnhof Saurau (2. v.r.), GF Kettner Werner Bürkl (rechts) bei der feierlichen Eröffnung

Eröffnung des neuen Multifunktionsgebäudes der Kettner Schiessarena Zangtal Am Freitag, den 27. Mai 2022 fand bei strahlendem Wetter die Eröffnung des neuen Multifunktionsgebäudes der Kettner Schießarena Zangtal statt. Zahlreiche Prominenz aus Jagd und Politik war vertreten, darunter auch Landesjägermeister Franz Mayr-Melnhof-Saurau. Den Abschluss der offiziellen Eröffnung bildete die Segnung durch Pfarrer Gerald Krampl. Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung durch die Jagdhornbläsergruppe Voitsberg. Der Spatenstich für das neue Multifunktionsgebäude, in welchem sich neben Seminarräumen und Gastrobereich auch das Bezirksjagdamt Voitsberg befindet, erfolgte Anfang Mai letzten Jahres. Die Kosten für den Bau betrugen rund 1,5 Millionen Euro. Baulich begleitet wurde die Umsetzung vom Ziviltechnikbüro des 1. Vizepräsidenten des Steirischen Jagdschutzvereins DI Willibald-Jürgen

Werner Bürkl (GF Kettner) LJM Franz Mayr-Melnhof Saurau Gerhard Kindl von Browning

Acham. Landesjägermeister Franz Mayr-Melnhof-Saurau zeigte sich froh, mit Kettner als starken Partner diesen neuen Weg gehen zu können, bedankte sich für die gute Zusammenarbeit und betonte, dass die Ausund Weiterbildung der steirischen Jägerinne und Jäger wichtig und notwendig sei und dieses Ziel mit den Naturwelten Steiermark und der Kettner Schießarena Zangtal nachhaltig und modern umgesetzt werde. Der Geschäftsführer der Firma Kettner, Mag. Werner Bürkl, dankte dem Geschäftsführer der Schießarena, Mag. Hermann Zotter, für dessen intensiven Einsatz und betonte auch die gute Zusammenarbeit mit der Steirischen Jagd: Die Kooperation der Schießarena mit den Naturwelten Steiermark repräsentiere den notwendigen Dialog für eine zeitgemäße Ausrichtung der Jagd.

Antonia Wieser (Swarovski)


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Filet vom weißen Rezept: Christoph Widakovich

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MIT PETERSILIENPÜREE, WURZELGEMÜSE UND KRENSCHAUM

Zutaten (4 Personen)

Weißer Waller 4 x 160 g weißes Wallerfilet ohne Haut Das Wallerfilet beidseitig in einem Butter- Öl-Gemisch, ­verfeinert mit Thymian und Salbei, in einer Pfanne anbraten. Petersilienpesto 50 g Petersilie, 1 Schuss Olivenöl, 10 g geröstete Pinienkerne, 15 g Parmesan, 1 Prise Pfeffer, 1 Prise Salz Alle Zutaten bis auf den Parmesan (am besten im Mörser) fein pürieren und zum Schluss den geriebenen Parmesan unterheben Petersilienpüree (alles halbieren) 0,5 kg Erdäpfel, mehlig 1 Schuss Milch, lauwarm 2 EL Butter 1 Prise Muskatnuss, 1 Prise Salz

Die Eräpfel weichkochen und nebenbei die Milch mit 1 EL Butter erwärmen. Den anderen EL Butter erhitzen, bis es eine schöne, schaumige braune Butter ergibt. Die heißen Erdäpfel durch eine Presse drücken und mit der lauwarmen Milchbutter vermengen. Mit Salz, Muskat und Pfeffer, sowie der schaumigen braunen Butter abschmecken und zum Schluss das Pesto unterheben. Wurzelgemüse Je 50 g Karotten, gelbe Rüben, Sellerie 150 g Schalotten, geschält 2 EL Butter, 1 Schuss Olivenöl, 15 g Petersilie Die Schalotten vierteln und im Olivenöl- Butter-Gemisch eine dreiviertel Stunde bei niedriger Temperatur schmoren. Sellerie, Karotten und gelbe Rüben schälen, in feine Streifen Julienne schneiden und mitanschwitzen. Würzen und mit der Petersilie abrunden. weiter gehts auf der nächsten Seite ⊲

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Krenschaum: 1 Stk. Zwiebel 20 ml Weißwein 1/2 Sellerie, geschält 150 ml Sahne, 150 ml Gemüsebrühe 25 g Kren, frisch gerieben 1 EL Butter, Salz, Pfeffer Die Zwiebel und den Sellerie in grobe Würfel schneiden und anschwitzen. Mit Weißwein ablöschen und mit der Gemüsebrühe aufkochen. Kurz einreduzieren lassen, die Sahne beigeben und 15 Minuten einkochen lassen. Danach alles mixen und abseihen. Den frisch geriebenen Kren beigeben und würzen. Püree und Gemüse anrichten, Fischfilet darauf geben, mit dem Schaum verfeinern.

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CHRISTOF WIDAKOVICHS „BLUMAUER TOMATEN BUZARA“ Entwickelt wurde die erste steirische Buzara am Markt von Kroatienliebhaber und „Buzara-König“ Christof Widakovich und Frutura, Produzent und Österreichs größter Vermarkter von Obst und Gemüse. „Wir wollten den authentischen Geschmack, den man sonst nur aus dem Urlaub oder von einem Buzara-Gericht im EL PESCADOR oder Fischwirt kennt, für jedermann Daheim zugänglich machen“, so Widakovich. Die Blumauer Tomate gilt als die geschmackvollste Tomate Österreichs und stammt aus der nachhaltigsten Produktionsstätte Europas. Erhältlich im Onlineshop unter www.grossauer.co.at

Foto: Grossauer


Frischer Wind im Herzstück der Thermenregion

D

as Freigut Thallern besteht seit 1141 und gilt als Ursprung des klösterlichen Weinbaus in der Thermenregion. Zum Freigut gehören ein Hotel mit eigener Kapelle, Seminarräumlichkeiten sowie die Gebietsvinothek der Thermenregion. Die insgesamt 30

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WASSERLAND STEIERMARK

Das Freigut Thallern befindet sich in Pacht der traditionsreichen Winzerfamilie Polz.

Hektar Weingärten liegen im Schutz des Anningers auf Böden aus Verwitterungsbraunerde und Muschelkalk und erstrecken sich über die beiden Weinbaugemeinden Gumpoldskirchen undFoto: Pfaffstätten. Weingut Thallern Nach knapp 870 Jahren im Besitz des Stiftes Heiligenkreuz befindet sich das Freigut Thallern nun in Pacht der traditionsreichen Winzerfamilie Polz. „Traditionell wurden die Weine in Thallern schon immer von den besten Winzern der Region gekeltert. Aktuell zeichnen insgesamt vier Betriebe für die Vinifizierung unseres Traubenmaterials verantwortlich: Weingut Alphart, Weingut Alphart am Mühlbach, Weingut Aumann sowie Weingut Gebeshuber“, betont Erich Polz jun., der das Weingut Polz in vierter Generation führt. Er absolvierte zwei Arbeitsaufenthalte in der Heimat der Zisterzienser, der Burgund. Das dort erworbene Wissen soll nun in eine naturnahe Bewirtschaftung der Flächen und eine sich selbst stets treu bleibende Weinbereitung einfließen. Ein großes Bekenntnis für die Zukunft des Weinbaugebiets Thermenregion sieht Erich Polz jun. in der Stärkung der autochthonen Sorten Rotgipfler und Zierfandler, sowie St. Laurent und dem bereits seit dem 12. Jahrhundert in Gumpoldskirchen beheimateten Pinot Noir. „Frischer Wind im historischen Herzstück der Thermenregion“, so beschreiben Katharina Graner, die Ende 2020 die Geschäftsführung des Freigut Thallern übernommen hat, und Erich Polz jun. die vinophile Neuausrichtung. Das Ziel der Zusammenarbeit mit renommierten Betrieben der Thermenregion ist es, den Weinen des Freigut Thallern ein zeitgemäßes Profil zu geben und gleichzeitig die traditionsreichen Lagen zu erhalten.


Fotos: Krug Gumpoldskirchen

Weingut Krug Naturnaher Weinanbau in Gumpoldskirchen Die Familie Krug betreibt seit 1746 Weinbau in Gumpoldskirchen und besitzt eines der größten Weingüter in der niederösterreichischen Thermenregion. 1905 wurde das Alte Zechhaus übernommen und seit 1970 bewirtet die Familie hier im Heurigen Gäste. Das Winzerhaus stammt aus dem 14. Jahrhundert und bietet ein herrliches Ambiente für den Genuss von österreichischen Schmankerln, die ausschließlich aus der Region und von den

SAUVIGNON BLANC Besticht durch ein fruchtiges Bouquet mit beachtlich schwungvoller Säure. Dieser Sauvignon blanc präsentiert sich mit eleganten Holundernoten. Lebendig fruchtiger Wein.

DIE VERSUCHUNG Der bekannte Klassiker von KRUG. Vielschichtige und elegante Rotweincuvée aus Cabernet Sauvignon, Merlot und Zweigelt.

Sabine & Gustav Krug

besten Produzenten Österreichs kommen. Während Sabine Krug den Betrieb im Alten Zechhaus führt, kümmert sich Gustav Krug um das Weingut KRUG. Nach wie vor arbeiten auch die Eltern mit, bringen ihr Wissen und ihre Erfahrung ein. Im Familienbetrieb in Gumpoldskirchen wird naturnaher Weinbau betrieben und der mit viel Leidenschaft und Herzblut gewonnene kostbare Tropfen, wird immer wieder ausgezeichnet und prämiert. Auf dem Weingut werden eher gebietstypische heimische Rebsorten wie der Rotgipfler und Zierfandler, aber auch internationale Sorten wie Cabernet Sauvignon und Merlot, kultiviert und erzeugen so kraftvolle und vielschichtige Weine mit langem Reife- und Lagerpotenzial. Der Leitgedanke des Winzers Gustav Krug ist Innovation, Tradition und Harmonie und schon der Umgang mit den Trauben und der Gewinn des Weines ist reine Herzensangelegenheit.

Weingut KRUG Gumpoldskirchen GmbH Kirchenplatz 1, 2352 Gumpoldskirchen Telefon: +43 (0) 2252 622 47, www.krug.at Seite 95


und mehr ... 10 JAHRE JAGDHORNBLÄSER HITZENDORF Die Jagdhornbläsergruppe Hitzendorf feierte am 10. Juni 2022 in der Pfarrkirche Hitzendorf ihr 10-Jahr-Jubiläum. Als Dankeschön für diese schöne Zeit, wurde eine Jägermesse von Pater Paulus zelebriert und von der Jagdhornbläsergruppe Hitzendorf musikalisch umrahmt. Die Jaghornbläsergruppe ist sehr aktiv und blickt seit der Gründung auf stolze 465 Auftritte und bei internationalen Bläserbewerben wurde 2x Gold geholt, zurück. Im Anschluss nach der Messe gab es Dankes- und Grußworte von der Obfrau Elisabeth Hochstrasser, Bürgermeister Andreas Spari, Bezirksjägermeister Harald Schönbacher und vom Vize-Präsidenten des Jagdschutzvereines DI Willibald Acham wurde jedem Jagdhornbläser ein Abzeichen „Aktiver Jagdhornbläser des Steirischen Jagdschutzvereines“ überreicht. Unter den zahlreichen Besuchern und Ehrengästen befanden sich auch Abordnungen von den Jagd-

hornbläsergruppen Graz, Seiersberg, Eisbach-Rein und sogar aus Kärnten die Jagdhornbläsergruppe Wolfsberg waren ein Teil dieser Feier. Nach der Messe gab es im Kirchhof einen gemütlichen Ausklang, wo die Jagdhornbläsergruppe Graz und Jagdhornbläsergruppe Seiersberg einige Stücke zum Besten gaben. Jagdhornbläserabordnung aus Kärnten mit Obfrau und Landesleiter der freien Jäger

PRÄSENTATION DER STEIRISCHEN ­JÄGERINNEN AUF DER INTERNATIO­ NALEN MESSE FÜR JAGD UND FISCHEREI IN GORNJA RADGONA Vom 08.-10.04.2022 fand die 12. Internationale Messe für Jagd und Fischerei in Gornja Radgona - Slowenien statt. Die Messe wurde sehr gut besucht, durch die Nähe zur österreichischen Grenze auch von vielen österreichischen Gästen und Ausstellern.

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Der Verein der slowenischen Jägerinnen hat am Samstag eine Präsentation der Jägerinnen und der neuen Jagdkleidung für die Damen organisiert. Dazu wurden die Jägerinnen aus Ungarn, Kroatien und auch aus der Steiermark eingeladen und von den slowenischen Jägerinnen sehr herzlich und gastfreundlich empfangen. Der Messeveranstalter hat speziell für die Jägerinnen eine Weinverkostung, begleitet von der ehemaligen Weinkönigin, organisiert. Die steirischen Jägerinnen konnten sich auf der Messe gut präsentieren. Auf der Bühne haben wir unser neues Jägerinnen-Dirndl vorgestellt und konnten außerdem gute Kontakte zu den Jägerinnen aus den Nachbarländern, so wie viele andere Kontakte knüpfen. Es war ein gelungener und schöner Tag, begleitet von der Gastfreundlichkeit der slowenischen Jägerinnen und einem regen Austausch mit den slowenischen, kroatischen und ungarischen Jägerinnen. Für die Zukunft haben wir beschlossen diese internationalen Kontakte weiter zu pflegen, uns noch besser zu vernetzen und gelegentlich auch gemeinsame Aktivitäten zu planen und organisieren.


Jagdbücher vom Leopold Stocker Verlag

LR Hubert Hans Seitinger

Charlotte Klement und Stefan Sallmutter

27. österreichische Jägertagung 2022 Am 30. und 31. Mai fand die 27. Österreichische Jägertagung in Aigen im Ennstal statt. Die Tagung zum Thema „Wild und Lebensraum – ein Blick in die Zukunft“ hätte ursprünglich bereits letztes Jahr stattfinden sollen, konnte heuer aber zum Glück ohne Einschränkungen über die Bühne gehen. Wild und Lebensraum – ein Blick in die Zukunft Ausgehend vom aktuellen Zustandsbild der verschiedenen Lebensräume und unserer Wildtierpopulationen befassten sich die Referentinnen und Referenten, insbesondere mit den zukünftig zu erwartenden Entwicklungen. Themen aus der Forst- und Landwirtschaft, vielschichtiger Ökosysteme, Artenschutz, aber auch Pandemien bei Wildtieren, Vermarktungsstrategien für Wildbret oder der Einfluss des Wolfes auf Bestände und Verhalten wurden bei der diesjährigen Tagung von hochkarätigen internationalen Referentinnen und Referenten präsentiert und mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern diskutiert.

Donnersbacher Jagdhornbläser

Die zeitgemäße Entwicklung der Jagd Dr. Johann Gasteiner, Direktor der HBLFA Raumberg-Gumpenstein, und Josef Pröll, Präsident von Jagd Österreich und Landesjägermeister von Niederösterreich, wiesen in ihren einführenden Worten auf eine zeitgemäße Entwicklung der Jagd hin, die sich mit allen Nutzgruppen der Natur vernetzen muss, um so zeitgemäß und gesellschaftstauglich zu werden. „In den österreichischen Wäldern verstärkt sich zusehends das Konfliktpotential, da immer mehr Freizeitnutzer ohne Rücksicht auf die Bedürfnisse von Fauna und Flora das Ökosystem Wald in Bedrängnis bringen. In dieser Situation tragen die Jägerinnen und Jäger als Bewahrer und Beschützer der Natur große gesellschaftliche Verantwortung. Die zahlreichen Initiativen und die verstärkte Kommunikation ihrer vielfältigen Tätigkeiten gegenüber der Öffentlichkeit gewinnen dabei immer mehr an Bedeutung“, so Landesrat Hans Seitinger. Lob kam von Seitinger für das immer größere Engagement der Jägerinnen, die nicht nur das Kulturschaffen innerhalb der Jagd prägen, sondern auch mit Impulsen im Bereich der Wildbret-Kulinarik der Gesellschaft den Mehrwert der Jagd näherbringen. Seite 97


Jagen Frauen anders? EIN SYMPOSIUM ÜBER DIE VIELSEITIGKEIT DER JAGD Am 6. und 7. Mai 2022 fand im Schloss Seggau im Zentrum der Südsteiermark ein von den Bezirksvertreterinnen der Steirischen Jägerinnen organisiertes, internationales Symposium statt. Programm und roter Faden war die Frage „Jagen Frauen anders?“. Rund 150 Jägerinnen und Jäger aus ganz Österreich und dem angrenzenden Ausland trugen zu spannenden und vielfältigen Ansätzen zum Thema Jagd bei. Nationale und internationale Referent:innen beleuchtetn Themen rund um Jagd, Brauchtum, Fauna und Flora, Nachhaltigkeit und natürlich Frauen in der Jagd von verschiedenen Blickwinkeln: Volkschuldirektorin Sabine Gürtl erörterte über Jagd und Pädagogik, EU-Abgeordnete Simone Schmiedtbauer sprach über die Zukunft der Jagd, Wildbiologin Dr. Conny Thiel-Egenter erzählte über die Gründung ihrer Firma, die sich mit Rotwildleder beschäftigt, und die erste und einzige Wildhüterin aus Graubünden, Pirmina Caminada, zeigte anhand ihrer Erlegungsdaten, dass Frauen bei einzelnen Wildarten und in der zeitlichen Verteilung der Erlegung wirklich anders jagen als Männer. Aus ihrer Sicht jagen Frauen weniger nach Trophäen, arbeiten mit mehr Ruhe und bringen andere Sichtweisen und ein anderes Bewusstsein ein. Zahlreiche Ehrengäste aus Politik, Unterhaltung, Sport und Jagd, musikalische Unterhaltung von Jagdhornbläsergruppen aus Wildon und Podiumsdiskussionen rundeten das Programm zusätzlich ab. Die Erkenntnisse des Symposiums waren: Kultur, Brauchtum und Naturschutz bilden eine Achse, die man vernetzen muss und so vielfältig wie die Jagd ist, so vielfältig sollen und müssen auch die Ansätze für die Zukunft sein.

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Fokussiert auf die Jagd. Nicht auf das Equipment. Maximale Bildqualität. Minimales Gewicht.

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