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Ausgabe Herbst 2021 Verkaufspreis: €7

Das unabhängige Magazin für die Weidfrauen Österreichs

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VORWORT

Der Sache verpflichtet Weil es eben zu keiner Floskel und keinem Kalenderspruch verkommen darf, muss man es immer wieder betonen: „Es geht um die Jagd.“ Um die Sache an sich und nicht um politisches Kalkül oder egozentrischer Funktions- oder Titelhascherei. Dies in aller Deutlichkeit zu artikulieren ist der Tatsache geschuldet, dass nicht nur die Aufgaben jedes Jägers, sondern auch die der Jagd generell unter Druck geraten ist und massiv im Wandel steht. Stets tauchen neue Positionspapiere auf, welche etwa die Senkung angeblich überhöhter Schalenwildbestände fordern und gleichzeitig auf die Rückkehr zur Biodiversität pochen. Veränderung von Wildeinfluss auf die Vegetation, Wildunfälle auf den Straßen wie auch die Änderung des Raumnutzungsverhaltens des Wildes durch den Verlust der Lebensräume sind nicht die Sache des Wildes, sondern des Menschen. Er entscheidet, ob er einen nachhaltigen Beitrag für Natur und Umwelt leisten will oder nicht. Die Jägerin unserer aktuellen Titelseite, Tanja Röck fühlt sich ihrer Umwelt ebenso verpflichtet wie die Steirische Jägerin als unabhängiges Medium niemandem anderen

als seinen Lesern. Wenn Leidenschaft und Authentizität vorhanden sind, geht man Wege auch alleine. Wie das Beispiel von zwei österreichischen Ausstellern auf der Weltjagdausstellung in Budapest zeigt, bei dem das offiziell jagende Österreich gar nicht einmal vertreten ist. Die „Steirische Jägerin“ wird man deshalb ebenso in der ungarischen Hauptstadt antreffen wie auch bei der Jagdmesse in Schloss Grünau bei den „Jagd- und Schützen Tagen“ vom 8. Bis 10. Oktober. Künftig werden Jagd und Jäger mehr denn je gefordert sein, dass das Wild nicht zum Sündenbock degradiert wird und im Sinne von Hege und Pflege die Anwaltschaft für die Natur und Umwelt zu übernehmen. Die Erfahrungen der Jägerschaft dienen dabei als unschätzbares Kapital, dem man sich unter fairen Voraussetzungen bedienen soll. So geschehen erst kürzlich im Burgenland, wo von der Landesregierung beauftragt, die Bezirksjägermeister geschlossen in einer Arbeitsgruppe Anforderungen und Tätigkeiten für die Zukunft erarbeiten. Das Echo ist bis dato durchaus positiv. Vorausgesetzt, es geht dabei um die Sache

Christian Huemer

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Jagdhütte der Fa. Blaser

Toni Hager

Der „Paradiesemacher“ Die Tischlerei Toni Hager aus Reith bei Kitzbühel in Tirol hat sich seit Jahren auf die Planung und Produktion von einzigartigen Jagdhütten und Jagdstuben spezialisiert. Welche Besonderheiten die Hütten der Tischlerei haben und warum Tonis Mitarbeiter jedes Projekt von Beginn bis zum Schluss begleiten, erzählt er uns im Interview. Was hat es mit dem „Paradiesemacher“ auf sich? Ein guter Bekannter von mir hat einmal ein Buch geschrieben, in dem er eine Geschichte mir gewidmet hat. In diesem Buch bezeichnete er mich als „Paradiesemacher“, da ich seiner Meinung nach die Fähigkeit besitze, aus alltäglichen Orten ein kleines Paradies zu machen. Toni, du führst seit Jahrzehnten erfolgreich deine Tischlerei in Reith bei Kitzbühel – was ist dein Erfolgsrezept? Ein richtiges Geheimnis habe ich dafür nicht, aber was ganz klar ist: Die Erfüllung der Wünsche unserer Kunden sollte meiner Meinung nach immer an vorderster Stelle stehen. Unsere Grundwerte sind Leidenschaft und Liebe gegenüber dem Werkstoff Holz, Tiroler Handschlagqualität und stetige Weiterentwicklung.

Toni Hager Tischlermeister


Warum haben es dir gerade Jagdstuben so angetan? Ich bin selbst schon lange passionierter Jäger und habe schon viele Jagdstuben und Jagdhütten gesehen. Da für mich aber keine die Wärme ausstrahlte, die ich mir wünschte, fing ich irgendwann selbst an Jagdstuben zu planen und zu fertigen. Eine Jagdstube muss für mich ein Treffpunkt für die ganze Familie sein und mit stimmigen Materialien und Design überzeugen.

Alltägliche Orte die zu einem kleinen Paradies werden. Guter Schlaf ist hier sicher!

Wo siehst du die Stärken der Tischlerei Hager in Bezug auf die Fertigung von Jagdstuben? Ich denke, dass es mehrere Gründe gibt, warum unser Betrieb so erfolgreich im Bereich Jagdstuben ist. Einerseits unsere jahrzehntelange Erfahrung im B ­ereich

Die Jagdhütte. Ein Treffpunkt für die ganze Familie.

Vom Bad, über die Küche bis hin zur originalen Feuerstelle. Es muss alles passen!

der Tischlerarbeiten, zum anderen aber auch die Tatsache, dass ich selbst als Jäger die Anforderungen an eine Jagdhütte genau kenne und die Wünsche der Kunden so gut nachvollziehen kann. Zudem ist uns der Kundenkontakt sehr wichtig – bei uns wird jedes Projekt von Anfang bis Ende von einem Mitarbeiter betreut – da ergeben sich teils sogar Freundschaften zwischen Kunden und Mitarbeitern.

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Weltjagdausstellung Ungarn/Budapest

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Coverstory Tanja Röck

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Rehwildlebensräume

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Parcours

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Bleifrei?

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IMPRESSUM Herausgeber: Christian Huemer, 8055 Graz, Puchstraße 133 www.steirische-jaegerin.at, info@steirische-jaegerin.at Redaktion: Freydis Burgstaller-Gradenegger, Arthur Birlmaier, ­Eva Erlacher, Angelika Ertl, Christian Huemer, Stefanie Karlovits, Werner Kuhn, Isabel Koch, Magnus Pelz, Martin Prumetz, Corinna Scharzenberger, Andrej Sidenko, Marlene Svazek, Esther Unterweger Erscheinungsort: Graz Anzeigenleitung: Christian Huemer, 0664/1457580, huemer@hcmedia.at Grafik: bluepepper.at | Peter Jukel Lektorat: Silke Strasser Vertrieb: Abo, redmail, 8010 Graz, Gadollaplatz 1, steirische Trafiken Coverfoto: bluepepper.at | Peter Jukel Druck: Gravizki zavhod Hrvatske d.o.o., Croatia, 1000 Zagreb

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Kohlmais statt Kuba TEXT: CHRISTIAN HUEMER FOTOS: PETER JUKEL

Das Herz von Tanja Röck schlägt leidenschaftlich für Familie, Heimat, Jagd und damit natürlich auch für die Region Saalbach. In die Ferne zieht es die gebürtige Pongauerin eher nicht. Viel wichtiger ist ihr hingegen, dass daheim der Bestand passt.

Foto: Tanja Röck

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enn man Glück hat, ist es ja oft eine Herzensangelegenheit. Diese brachte Tanja Röck auch nach Saalbach zu ihrem Mann Alex. Gemeinsam wird eifrig gewirtschaftet, wie etwa auf der Panorama-Alm, mitten im Kohlmaisgebiet auf 1.650 Metern Seehöhe, seit über 40 Jahren von der Familie Röck erfolgreich geführt. Von dort aus hat sich auch das Wildbret über die Grenzen des Landes hinaus einen Namen gemacht. „Steak vom Hirsch, Reh-Carpaccio, Wildgulasch und auch Leber kommen auf den Tisch. Weil Wild bei den Gästen auch immer beliebter wird. Mir ist wichtig, dass ich weiß, woher das Fleisch kommt und daher gibt es bei uns naturgemäß oft Hirsch, Reh oder Wildschwein“, schlägt das Herz von Tanja Röck auch seit jeher fürs Wildbret.

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Die Leidenschaft für Jagd, Natur und Wild ist in der Region traditionell weit verbreitet, über Traditionen wird der Sinn für Hege und Pflege weitergegeben. Bei Tanja Röck war es etwas anders: „Eigentlich hat bei uns in der Familie nur mein Onkel gejagt, aber ich bin viel mitgegangen, hab mich immer schon für das Weidwerk und die Natur interessiert und auf Jagdmessen mitgeholfen.“ Die Leidenschaft für die Jagd teilt sie mit ihrem Alex, zwei Jahre nach der Jagdprüfung legte Tanja Röck auch die Prüfung zur Falknerin ab. Das Training der zwei Wüstenbussarde ist aufwendig, die Zeit für die Beizjagd reichte bis dato letztendlich nicht. Immerhin setzt die Jägerin den Fokus auf Familie und den eineinhalb jährigen Sohn sowie auch auf die Gäste in den familiär geführten Betrieben. „Da ist es halt auch ganz logisch, dass nicht mehr so viel Zeit für die Jagd zur Verfügung steht. Aber wir haben uns die Zeit genommen, so lange es möglich war und die Gelegenheiten werden wieder mehr werden“, erinnert

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sich Tanja an herbstliche Jagdreisen mit ihrem Mann nach Ungarn, Tschechien oder Niederösterreich. Alex Röck ist selbst Pächter einer Jagd, zudem tummeln sich im eigenen Gatter auf der Alm Rot- und Damwild. Es ist die unmittelbare Nähe zur Natur, welche die gebürtige Pongauerin schätzt. Da muss es nicht in die Ferne gehen: „Wir sind gerne daheim und der Platz, wo wir leben, ist ein absolutes Geschenk. Vor Jahren war ich einmal auf Kuba. Das brauche ich ehrlich gesagt nicht mehr. Auch zum

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Jagen zieht es mich nicht in exotische Länder und zu Hause wird einem ohnedies nicht langweilig. Da schauen wir lieber, dass der Bestand und die Fütterung passen.“ So stehen etwa umfangreiche Fütterungen im Winter an, weil das Gebiet von den Rehen gut besucht ist. Über gute Frequenz weiß man in Saalbach ohnedies Bescheid. War schon der letzte Sommer vom Tourismus gut besucht, ist dieser noch stärker, weiß Tanja Röck vom Tagesgeschäft: „Die Saison geht heuer bis Mitte Oktober. Da bleibt eigent-


Tanja beim Training

lich nicht mehr viel Zwischenzeit und dann geht es schon mit dem Wintergeschäft los.“ Die Nutzung durch den Tourismus wird aber nicht nur länger, sondern weitet sich auch immer mehr aus. Riesige Gebiete stehen mittlerweile im Zeichen von Skiund Downhillfahrten. „Einen vernünftigen Konsens zwischen Natur und Tourismuswirtschaft zu schaffen, ist immer eine gewisse Gratwanderung. Ganz klar ist aber, dass das Wild seine Ruhe und seine Rückzugsorte braucht“, freut sich Tanja Röck auch selbst wieder auf eine Auszeit, so kurz sie vermutlich auch ausfallen wird. „Die Hirschbrunft ist natürlich immer ein Erlebnis und sicher werden wir mit den Jagdfreundinnen auf einen Hirsch gehen“, wird auch der gesellschaftliche Teil der Jagd nicht auf der Strecke gelassen. Immerhin gehört ein Abschuss gebührend gefeiert.

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Eliten hoch zu Ross Auf der modernsten Reitsportanlage des Landes, der „Reitsportakademie Mühleck“ in Gössendorf, erlebten mehr als 500 Zuschauer bei der „Steiermark Classic – Dressur & Kulinarik“ die heimischen Eliten im Dressursport mit einer überragenden Ulrike Prunthaller. Es war schlichtweg eine fantastische Werbung für den heimischen Reitsport. Die Austragung „Steiermark Classic – DRESSUR & KULINARIK CUP 2021“ in Österreichs größter und modernster Reitsportanlagen, der Reitsportakademie Mühleck, sorgte bei mehr als 500 Zuschauern und Athleten für Staunen. Der Cup war von Monika Schwarz-Annawitt, die gemeinsam mit ihrem Mann Gerhard Annawitt für die Organisation verantwortlich zeichnete, bis ins letzte Detail geplant. „Es hat perfekt funktioniert und wir sind überzeugt davon, dass die Durchführung eine solide Basis für weitere Events sein wird“, blickt Schwarz-Annawitt bereits ins nächste

Ulrike Prunthaller und Dunkelfuchs Bartlgut‘s Quadrofilius schöner Augenblick in Harmonie und Leistungsstärke

Frühjahr, wenn die Reitsportakademie als Bereicherung für den gehobenen Dressursport auch Adresse für internationale Teilnehmer sein wird. Ulrike Prunthaller reihte sich mit Bartlgut’s Fürstenberg in der Großen Tour an die Spitze des Starterfeldes. In seiner Inter-II-Premiere, dem Hauptbewerb am Samstag, überzeugte der Franziskus-Nachkomme aus der Zucht von Herbert Stanek mit der Höchstnote von 71,228 Prozentpunkten. Ein großartiger Erfolg für den erst achtjährigen Wallach und die Athletin des Reitclub Bartlgut Neuhofen. Prunthaller führte auch den Stallkollegen Bartlgut’s Quadrofilius, ein über Eigenleistung gekörter Fuchshengst nach Quadroneur, erfolgreich auf den dritten Platz. In der mittleren Tour brillierte hingegen Ampere Sohn Bartlgut’s Alsandair mit 70,044 Prozent und konnte so die Inter A für sich entscheiden. Eine Leistung, die er auch einen Tag später wiederholen konnte, wo sich der erst acht Jahre junge Hengst am Sonntag den Sieg in der Intermedaire B sicherte. Infos unter: www.reitsportakademie.net

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Über angebliche und ­tatsächliche Wildschäden im nördlichen Hochschwabgebiet TEXT & FOTOS: MARTIN PRUMETZ

Wirklich unfassbare Schälschäden in den Staatswäldern wie Bild 1a sind hier an vielen Plätzen zu finden, besonders bei den aufgelassenen Fütterungen, aber auch noch bei den letzten bestehenden. Das hat der Mensch äußerst unweidmännisch verursacht und das Rotwild in eine ihm nicht gebührende Lage gebracht. Die gröbsten Schäden findet man in den Monokulturen unmittelbar um die Futterplätze oder Äsungsflächen, die das Wild durch unprofessionellen hohen Jagddruck nicht aufzusuchen wagte. Wobei sich schon die Frage stellt: wie mies muss man diese edle Wildart, das Symbol der Jagd, behandeln, damit es solche Schäden überhaupt verursacht? Warum das von den Behörden sowie der Jägerschaft nie genauer hinterfragt wird und wurde, ist für mich ein absolutes Rätsel, denn es gibt sie ja noch, die großen Privatreviere, wo seit vielen Jahrzehnten die Forstwirtschaft mit gutem Wildbestand hervorragend funktioniert. Seit fast sechs Jahrzehnten durchstreife ich diese Wälder - ich weiß, wann sie geschlägert wurden und vor allem welche Wildbestände zu den jeweiligen Zeiten vorhanden waren und bin dadurch absolut überzeugt, dass es nicht gerechtfertigt ist, unserem heimischen Wild die Daseinsberechtigung zu nehmen. Obwohl es schwierig ist, auf Bildern das festzuhalten, möchte ich auf einige Plätze, die ich schon mein ganzes Leben lang kenne, näher eingehen. Bild 1a

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ie kann man sich nur das Recht aneignen, in unseren entlegenen Wäldern sowie auf den beweideten Hochalmen rund um den Hochschwab das Wild dermaßen zu reduzieren, dass ein Anblick zur Seltenheit wird und das in den Staatswäldern der Öbf und der Stadt Wien? Wenn nicht hier in diesen entlegenen von Tourismus noch verschonten Gebieten unsere Wildbestände eine Berechtigung haben, wo dann? Diese fanatische forstliche Wildfeindlichkeit hat schon in den Achtzigerjahren begonnen. Nach jedem neuen Führungswechsel der jeweiligen Forstverwaltungen ist das extremer geworden und ein Ende scheint nicht in Sicht zu sein. Ich könnte einiges erzählen von nicht würdigen wildfeindlichen Aussagen so mancher dieser Herren, aber auch von Treibjagden bei hoher Schneelage in den Wintereinständen, wodurch das Rotwild aus Hunger und Angst regelrecht zum Schälen der Fichtenmonokulturen erzogen wurde. Um wiederum zu erwähnen, dass es der Forstmann war, der den Wald hier bis Ende der Sechzigerjahre durch Ringeln und Chemie bewusst entmischte. Der unglaublich hohe Wildbestand und die flächen-

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Bild 1

Gegenüber vom verfallenen ehemaligen Jagdhaus in der Steinschale hatten wir noch gegen Ende der Sechzigerjahre bei Tageslicht öfters an die 30 Geweihträger während der Kolbenzeit innerhalb dieser rot markierten Fläche beobachtet. Die Rotwildfütterung war etwa 1,5 Kilometer entfernt. Der Altholzbestand wurde anfangs der Sechzigerjahre geschlägert - damals wurden noch Fratten gelegt und wir Kinder hatten über Jahre auf diesem Schlag Erdbeeren gesammelt. Zu dieser Zeit gab es auch noch unzählige Kreuzottern, die auch fast zur Gänze durch das unglaubliche Forststraßennetz verschwunden sind. Auch unsere Rinder hatten diesen Schlag als Weide benutzt und heute ist es ein hoher Fichtenbestand, der auch mit Buchen durchzogen ist, die zu dieser Zeit forstlich noch völlig unerwünscht waren. Erstaunlich, dass so etwas mit solchem Wildbestand möglich ist!


Bild 2 Auch auf dieser rot markierten Fläche (Bild 2) war gegen Ende der Sechzigerjahre der Jungwald großteiles erst in Äserhöhe und es waren immer vom Jagdhaus aus Rot-, Reh und Gamswild zu sehen. Der darunterliegende Altholzbestand wurde in den Fünfzigerjahren geschlägert und ist auch hochgekommen: mit Rinderbeweidung und einem sehr hohen Wildbestand. Die Buche hat sich nach ihrer forstlichen Verfolgung im Laufe der Jahre ohne Hilfe hochgearbeitet und ist heute ganz oben am Plateau der Mariazeller Staritze angelangt. Innerhalb der blau markierten Fläche hatte man den sinnlosen Aufwand im Kauf genommen und einen etwa 10x10 Meter großen, Kulturschutz gegen Wildverbiss gebaut. Heute ist kein Unterschied zu erkennen, doch das scheint keinen zu interessieren.

deckende Waldbeweidung der Rinder bis Ende der Siebzigerjahre haben nicht so gravierende Schäden angerichtet, wie das aus forstlicher Sicht verbreitet wurde, sonst gäbe es heute kein Holz zum Ernten. Die großflächigen Kultureinzäunungen, die in den Siebziger-, Achtziger- und Neunzigerjahren gebaut wurden und die Unmengen an Geld gekostet haben, beweisen heute eindeutig, dass sich der Wald ohne forstliche Hilfe von dieser Zwangsentmischung von selbst erholt hat - es brauchte eben seine Zeit. Das lässt sich ganz leicht beweisen, denn man erkennt heute keinen Unterschied mehr, was inner- oder außerhalb dieser Zäune war, doch das wird völlig ignoriert oder es wird bewusst zurückgehalten. Ich kenne diese Gebiete schon über 50 Jahre, gehe diese Bestände heute noch regelmäßig ab, halte sie

In den Neunzigerjahren hat man hier innerhalb dieser Fläche (Bild 3) einen aufwendigen Verbissschutz von etwa 150 Quadratmetern errichtet. Alles musste mühsam hochgetragen werden und heute erkennt man auch hier keinen Unterschied, was inner- oder außerhalb dieser Versuchsfläche war. Unverständlich, dass man solche Erfahrungswerte nicht anerkennt und dem Wild eine Berechtigung eingesteht. Solche Versuchsflächen gibt es hier viele, die das eindeutig beweisen Bild 3

bildlich fest und bin überaus erstaunt, wie sich der Mischwald in den letzten 40 Jahren trotz eines noch wirklich hohen Wildbestands erholt hat. Durch jahrzehntelange Beobachtung wird klar ersichtlich, dass Verbissschäden hier niemals wirklich waldbedrohend waren. Anfangs der Neunzigerjahre hat das auch Herzog Albrecht von Bayern bewiesen und in seinen Büchern über Rehe in Weichselboden ausführlich beschrieben: mit Beschneidungsversuchen an Fichten unter der Leitung der Versuchsanstalt in Wien. In seinem ehemaligen Revier Dürrabmer, wo 1967

Bild 4 1996 hatte ich die Gelegenheit, in meinem Revier Staritze den ehemaligen Generaldirektor der Öbf persönlich zu fragen, (Bild 4) wie dieser völlig dichte bis zu 15 Meter hohe Bestand Bestand, der zum Großteil aus Buchen aber auch Fichten besteht, in 80 Jahren aussehen wird. Ich bekam zwar keine brauchbare Antwort, aber nach fast 30 Jahren weiß ich, wie dieser Bestand jetzt aussieht. Mein Vater hat mir erzählt, dass man an dieser Stelle während der Fünfzigerjahre die Buche vehement mit Ringeln und Diesel bekämpft hat, um dieses vermeintliche Unkraut loszuwerden. Trotzdem ist dieser Laubholzbestand, als man Mischwälder wieder schätzte, von alleine hochgekommen und das mit einem Wildbestand, wie man sich das heute nicht mehr vorstellen kann. Etwa 2005 wurde in diesem Bestand die Fichte durchforstet und die Hälfte der etwa 8 bis 10 cm starken Buchen als Brennholz für billiges Klaubholz einfach niedergeschnitten. Durch die Auslichtung dieses dichten, witterungsfesten Bestandes fielen in den folgenden Jahren ein Teil der Zukunftsfichten dem Wind zum Opfer und schneereiche Winter knickten die schlank hochgewachsenen Buchen oder zogen sie zu Boden. Solche Bestände sich selbst zu überlassen ist scheinbar nicht im forstlichem Sinne, obwohl das die Natur weitaus besser könnte jedenfalls sieht heute dieser fachmännisch betreute Bestand nicht sehr rühmlich aus. Seite 19


Die blau gekennzeichnete Fläche Bild 5 wurde anfangs der Sechzigerjahre und die rot markierte Mitte der Siebzigerjahre geschlägert. Die gelbe Fläche mit einer Größe von etwa 2.000 Quadratmetern wurde 1982 mit einem aufwendigen 2 Meter hohen Hängezaun gegen Wildverbiss eingezäunt. Heute ist kein Unterschied zuerkennen, was inner- oder außerhalb dieser Fläche war. Die weiß umrandete Fläche wurde Mitte der Neunzigerjahren geschlägert und der Wildbestand war schon stark reduziert. Im Vergleich zu den früher geschlägerten Flächen mit außergewöhnlich hohem Wildbestand ist die später geerntete mit geringerer Wildbelastung auch nicht schneller gewachsen. Laubholz wurde hier nie gepflanzt und ist ohne forstliche Hilfe aufgekommen. Ein Waldbiologe der Bundesforste hat damals immer wieder behauptet, dass hier kein Wald hochkommen wird.

ein verehrender Sturm 150.000 Festmeter Holz über Nacht zu Boden warf, sind diese Windwurfflächen innerhalb von nur dreißig Jahren bei einem unvorstellbaren hohen Wildbestand erstaunlich schnell wieder hochgekommen. In diesem etwa 8.000 Ha großem Versuchsrevier des Herzogs gab es damals einen hervorragenden Gamsbestand, über 250 Rehfütterungen und 8 Rotwildfütterungen. Gebracht haben diese Erkenntnisse dem Wild nichts, denn heute ist dieses Revier klein aufgeteilt und völlig leergeschossen. Von forstlicher Seite hat man niemals auch nicht im Geringsten Einsicht gezeigt, um einen reduzierten Wildbestand (vielleicht etwa ein Drittel von dem der Sechzigerjahre) mit wirklichen Berufsjägern und großflächigen Revieren als gebührende Lebensräume sowie als Kulturgut zu erhalten. Ganz im Gegenteil: die Ausrottung geht immer weiter: Zitate, wie „Das Rotwild hat im Salzatal nichts mehr verloren“ oder „Der Steinbock hat nur am Großglockner eine Berechtigung“ dringen immer öfter durch und den Medien sowie den Nichtwissenden wird vorgegaukelt: „So viel Wild wie jetzt gab es noch nie“.

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Auf der Vorderen Mariazeller Staritze 1.400m (Bild 6) war das in den Siebzigerjahren ein etwa 200x100 Meter großer Kahlschlag mit natürlich beginnenden Anflug von Fichte und Laubholz. Genannt wurde er „Erdbeerschlag“ wegen des Reichtums dieser herrlich schmeckenden Früchte. Ein Gamsrudel von 25 Stück auf diesem Schlag anzutreffen war damals nichts Außergewöhnliches. In der Blattzeit wurde fast jedes Jahr ein guter Rehbock geschossen und die Hirschbrunft war zu dieser Zeit auf der gesamten Staritze hervorragend. Die Weideservitusrechte wurden 1863 unterzeichnet und seitdem wurde diese Hochfläche anfangs mit über 500 Stück und bis heute mit etwa 350 Stück Rindern beweidet. Der „Erdbeerschlag“ ist trotz überaus hoher Wild- und Weideviehbelastung zugewachsen mit einem dichten ungefähr 15 Meter hohem Mischwald, wie man sich das nur wünschen kann. Wenn man genauer hinschaut fällt auf, dass meist nur die angeflogenen Fichten und nicht die gepflanzten hochgekommen sind. Laubholz ist zur Gänze selbst angeflogen und das ist nur ein Beispiel von vielen Plätzen auf der Staritze. Die unzähligen Fichtensetzlinge aus den tiefergelegenen Pflanzgärten, die alle Jahre hier auf einer Höhe von etwa 1.500 Meter quasi als Beweis für Wild- und Weideviehschaden gepflanzt werden, verschwinden zum Großteil durch Nichtanpassung oder Weideviehzertretung, aber auch durch Verbiss, da diese ja bekanntlich besser schmecken als der

natürliche Anflug. Erstaunlicherweise wurden auch auf dieser beweideten Alm 30- bis 40jährige Naturverjüngungen mit Lärchen sowie zurückgebissenen Fichtenkegeln, die den rauen Verhältnissen dieser Höhenlage ideal standhalten und vielen Vögeln und Kleingetier Schutz bieten, als Weidepflege einfach niedergeschnitten und das oft nur ein paar hundert Metern entfernt von diesen forstlich betreuten Flächen. Ein weiteres Problem auf dieser Alm ist der Borkenkäfer: große Nester wurden jahrelang völlig ignoriert, obwohl auf beiden Seiten autobahnähnliche Straßen gebaut wurden. Wenn man heute die Staritze von der gegenüber liegenden hohen Weichsel aus betrachtet, könnte man glauben, hier wird der Käfer gezüchtet und die Sorge ist groß, dass die gesamte Fichte auf dieser Hochfläche in absehbarer Zeit abstirbt. Jetzt ist man noch ein Stück weitergegangen (Bild 7) und hat auf der Vorderen Staritze einen Elektroweidezaun mit 1.000 Stehern gezogen, um Wald und Weide zu trennen. Eine Hirschbrunft findet auf dieser Alm nicht mehr statt, Rehwild wurde zum Exoten und Gamswild trifft man nur mehr vereinzelt auf der hinteren noch nicht aufgeschlossenen Alm an. Wildschaden hat es hier auf den Hochflächen nie gegeben und trotzdem wurde dieser ideale Lebensraum auf viele keine Reviere aufgeteilt und von zahlenden Freizeitjägern leergeschossen. So scheint Staatlicher Naturschutz zu funktionieren!


Beim roten Punkt (Bild 8) habe ich 1982 (Bild 9) einen etwa 2 Meter hohen Sitz gebaut und Rehwild war auf der rot markierten Fläche fast überall noch sichtbar. In dieser Zeit habe ich auch einige Male beobachtet, dass 8 bis 10 Gamsböcke die hohe tragende Schneedecke nützten, um die höheren Buchen zu verbeißen. Ich war schon in Sorge um diese Buchenkultur, denn damals wurde der Waldgams erfunden und von forstlicher Seite wurde der Hass auf das Wild immer lauter und die Abschüsse stiegen ins Unermessliche. Nur zum Vergleich: die damaligen Wildbestände, als diese Buche hochkam! Mein Vater erzählte mir, dass er Mitte der Sechzigerjahre den Forstmeister auf einen Gamsbock führte und vom Rammatal bis zum Kastenriegel bei hoher Schneealge unterwegs war. Erst den zwölften bestätigten Einserbock hat-

te der wildfreudliche Staatliche Forstmeister geschossen, da er diese Pirsch so sehr genossen hat. Unvorstellbar, dieser damalige hohe Wildbestand, aber auch die Einstellung eines Forstmannes! Trotzdem ist am Kastenriegel ein Buchendschungel entstanden, der bis heute zwei Drittel zur Staritze Hochgeklettert ist und in 20 Jahren wird er oben angelangt sein und das ohne jegliche forstliche Hilfe. Vor 70 Jahren wurde hier noch die Buche geringelt und mit Diesel vergiftet. Ein Wildbestand ist hier heute kaum noch vorhanden. Am blauen Punkt gab es bis Mitte 1980 einen Bodenstand und auf der markierten Fläche war eine gepflanzte Fichtenmonokultur in Kniehöhe. Auf der gelben Markierung wurde anfangs der Neunzigerjahre geschlägert.

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Erstaunliche forstliche Methoden entdeckt man in den Wäldern der Stadt Wien um Wildalpen (Bild 10 und 11). Schon recht stattliche Fichtenstämme werden von forstlicher Hand geschält, um sie absterben zu lassen. Rotwild, das großteils vom Menschen zum Schälen erzogen wurde, wird immer mehr aus unseren Wäldern verbannt. Mit frei jagenden Hunden bei Treibjagden werden sie zu Beginn der Notzeit von den immer schlechter betreuten altbewährten Fütterungen abgehalten und man macht kein Geheimnis daraus, dass in den nächsten Jahren auch noch die letzten Fütterungen zur Gänze verschwinden werden. „Rotwild ist nicht mehr erwünscht“, hört man hier immer öfter, da die Schäden anscheinend nicht tragbar sind und jetzt schält der Forstmann gesunde Fichtenstämme selber.

Oder wie in Bild 12 schneidet man großflächig Fichten nieder und lässt sie einfach liegen, obwohl rundherum der Käfer in einem noch nie dagewesenen Ausmaß wütet. Ein vortragender Forstschullehrer Anfang der Achtzigerjahre wird mir wohl immer in Erinnerung bleiben: er hatte ein Rotwildunterkiefer dabei und wies immer wieder ganz fanatisch auf die Vorderzähne hin, mit den Worten „Wenn man ihnen nur diese Zähne reißen oder wegzüchten könnte, wären wir diese Schälprobleme los“. Wie sich die Zeiten ändern... und heute findet man von Försters Hand geschälte Fichten vor. In diesem sogenannten Brunntal gab es in unmittelbarer Nähe dieser Kulturen noch um die Jahrhundertwende ein Wintergatter mit etwa 200 Stück Rotwild, die nicht genehmigt aber geduldet wurden und die Jagd wurde hoch in Ehren gehalten und sehr weidmännisch betrieben.

Diese Kulturen sind hoch gekommen in der äußerst rot-, reh- und gamswildreichen Zeit und trotzdem will man hier kein Wild mehr haben. Warum man diese Tatsache, dass der Wald auch mit Wild wächst völlig ignoriert, was ja auch in großen Privatwäldern, die immer hohe Wildbestände hatten, bestätigt wird, ist absolut unverständlich. Die Wälder zu zerstören ist wohl nur uns Menschen vorbehalten. Durch dieses unglaubliche reichlich geförderte Forststrassennetz, das in den letzten Jahrzehnten entstanden ist, wurden auch die entlegensten Lebensräume zerstört, Unmengen an Waldboden gingen verloren und Stürme und Wasser richten dadurch zusehends Schä-

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den an. Der Quellschutz wird auch immer mehr in den Vordergrund gestellt, um die radikalen Abschüsse zu rechtfertigen. So wird das Gamwild nicht mehr geduldet, obwohl es noch vor einigen Jahrzehnten unsagbar hohe Gamsbestände am Hochschwab gab. Auch der Steinbock, das Wappensymbol von Wildalpen, verliert zunehmend an forstlicher Sympathie. In der vergangenen wildreichen Zeit gab es zusätzlich noch unzähliges Alm- und Waldweidenvieh, das Wasser war von bester Qualität und auch der Wald hat das, wie man heute sieht, recht gut überstanden. Ein Förster soll im Vorjahr wahllos um die 70 Gams geschossen haben. Bei einem jagdlichen Vortrag in Pernegg erzählten zwei unabhängige Besucher aus Wildalpen öffentlich die ohnehin schon im Salzatal recht bekannte Geschichte von dem Förster, der 9 Gams auf einmal erlegte, wovon er am Heimweg zwei Stück verlor und das erst bemerkte, als sie ihm nachgebracht wurden. Ich erinnere mich noch an eine Forstmeister- und Förstergeneration, die Wald und Wild als eine Einheit betrachteten und sich beim Anblick von Wild sichtlich erfreuten. Schade, dass die Verwaltungen der staatlichen Wälder, die ja eigentlich eine Vorbildfunktion hätten, die langjährigen Erfahrungswerte mit Wild im Wald nicht ehrlich nützen, um die großflächigen idealen Lebensräume im nördlichem Hochschwabgebiet zu erhalten. Leider wurden hier alle von Berufsjägern betreuten Großreviere zerstückelt und an viel zu viele Freizeitjäger aufgeteilt und so ist heute auch in den entlegensten Gebieten kaum noch eine Tierwelt zu bemerken.


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SOKO Wald Bundesforste starten Suche nach verschollenem Baumschläfer Auftakt für bundesweites Citizen-Science Projekt mit Naturschutzbund und Institut Apodemus - Auf Spurensuche mit Nistkästen, Kamerafallen und Tunneln - Erster Nachweis in Salzburg gelungen Fotos (alle): ÖBF

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s ist ein Fall für viele: Gemeinsam mit der Bevölkerung starten die Österreichischen Bundesforste (ÖBf) in Zusammenarbeit mit dem Naturschutzbund und dem privaten Institut für Wildtierbiologie apodemus dieser Tage eine aufwändige Suche nach dem heimischen Baumschläfer. Das kleine Säugetier aus der Familie der Bilche oder Schläfer gilt als extrem selten und ist europaweit streng geschützt. Durch seine versteckte Lebensweise ist er schwer zu entdecken und seine Verbreitung in Österreich weitgehend unbekannt – viele der letzten Meldungen sind mehr als 100 Jahre alt. Der rund neun Zentimeter kleine Bilch mit grauem Rückenfell, weißlichem Bauch, leicht buschigem Schwanz und maskenhaft dunkler Färbung um Augen und Nase lebt in naturnahen Laub- und Mischwäldern und bewegt sich bevorzugt kletternd im Geäst. Sein Überleben ist somit untrennbar mit dem Lebensraum Wald verbunden. „Als größter Naturraumbewirtschafter des Landes setzen wir uns für Artenvielfalt und Naturschutz ein. Wir arbeiten beständig daran, die Vielfalt an Arten, Lebensräumen und die genetische Vielfalt zu erhöhen – und zwar nicht nur in Schutzzonen, sondern auf allen unseren Flächen. Ziel ist eine integrierte, ökologisch orientierte Waldbewirtschaftung, denn Ökologie und Ökonomie schließen sich nicht aus. Und auch wenn es auf den ersten Blick kurios anmutet: Die Suche nach noch so seltenen Arten ist wichtig, denn jede einzelne Art trägt zur Biodiversität unserer Natur bei und macht sie widerstandfähiger“, so Bundesforste-Vorstand Rudolf Freidhager. Bundesweite Suche nach Superheld im Schlafmodus

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„Wir wollen mehr über den kleinen Kletterkünstler und seine Lebensraumbedürfnisse herausfinden, um ihn bestmöglich zu schützen. Der Baumschläfer kann leicht mit dem Siebenschläfer oder der Haselmaus verwechselt werden. Darum bitten wir die Bevölkerung um möglichst viele Meldungen von Bilche-Sichtungen“, so Naturschutzbund-Präsident Roman Türk. Mit seiner schwarzen Augenmaske sieht der Baumschläfer zwar aus wie ein Superheld in Aktion, tatsächlich verbringt er aber einen Großteil des Jahres ganz schlafmaus-typisch im Winterschlaf. Und auch wenn er aktiv ist, führt er ein sehr verstecktes Leben zwischen Zweigen oder in sein Nest gekuschelt. „Wir suchen in allen Bundesländern und freuen uns über tatkräftige Unterstützung von möglichst vielen Naturbegeisterten.“ Unterstützt wird das Projekt vom Bundesministerium Auf Bundesforste-Flächen wurden mehr als 600 wetterfeste Baumschläfer-Nistkästen installiert.


für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus und der Europäischen Union.

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600 Nistkästen ausgebracht – erster Nachweis in Salzburg gelungen Um zu erforschen, wie der Lebensraum für diese Tierart erhalten werden kann und festzustellen, in welchen Gebieten Österreichs der Baumschläfer noch vorkommt, hat das Projektteam auf Bundesforste-Flächen mehr als 600 wetterfeste Holzquartiere – spezielle Baumschläfer-Nistkästen – installiert. Ein erster, wichtiger Erfolg hat sich nach ein paar Monaten im Bundesforste-Forstrevier St. Michael in der Nähe von Tamsweg (Salzburg), eingestellt: Ein Baumschläfer-Weibchen hat den Nistkasten bereits angenommen.

Wer sich am Citizen-Science-Projekt beteiligen möchte, kann sich unter www.baumschlaefer.at informieren und dort auch Sichtungen melden. Veranstaltungen, Mitmach-Aktionen, Informationsmaterialien und Anleitungen, wie zum Beispiel zum Bau eines Spurentunnels mit einer „Tinte“ aus Aktivkohle und Speiseöl oder für die Installation von Beobachtungskameras, laden zur Freilandforschung ein. Das Projektteam sammelt alle Meldungen, steht für Anfragen und Informationen zur Verfügung und wird in Veranstaltungen sein Wissen teilen. Darüber hinaus entwickelt die Gruppe ei-

Durch seine versteckte Lebensweise ist der Baumschläfer schwer zu entdecken.

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nen Leitfaden für die naturnahe Bewirtschaftung von Waldflächen, die auf seltene Arten Rücksicht nimmt und für genügend Verstecke und geschützte Räume wie Hecken, Sträucher, Totholz und Jungwald sorgt. „Was einer nicht schafft, schaffen viele“, so Rudolf Freidhager optimistisch. „Wir laden alle ein, die Augen und Ohren offen zu halten und auf die Spuren des kleinen Baumschläfers zu gehen. Es wäre tatsächlich eine Sensation, wenn wir ihn finden – egal wo in Österreich.“

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BEUTE MACHEN TEXT: ISABEL KOCH / DEUTSCHER JAGDVERBAND

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agen eine Lebensform, um der Natur nahe zu sein – Paradoxon, Zynismus oder einfach nur normal, gar mutig? Ein Plädoyer dafür, zu dem Raubtier in uns zu stehen und dazu, dass Töten elementarer Bestandteil unserer Passion ist. Wer von uns kennt sie nicht: Die Lust am Akt des Tötens. Jagdfieber, Herzrasen, ein trockener Mund beim Anblick der begehrten Beute. Dann: Der hochkonzentrierte, eiskalte Moment der Schussabgabe. Einige Sekunden später das adrenalingeschwängerte, ja ekstatische Gefühl nach dem Schuss. Vielleicht auch einen Moment der absoluten Stille, in dem jedes Vogelgezwitscher verstummt, die Natur entrüstet schweigt und man sich schuldig fühlend vor der Schöpfung duckt, die sich zornend über dem doch so unbedeutendem Jäger zu erheben scheint. Über dem Jäger, der sich eigenmächtig erdreistet hat, über Leben und Tod zu entscheiden. Schließlich: Die Gewissheit am erlegten Stück, sauber und richtig gejagd zu haben. Die unbandige Freude über die eigene Leistung und den Jagderfolg. Und das gute Gefühl, einen elementaren Part in der Nahrungskette eingenommen zu haben. Dass sich der Kreis geschlossen hat. „Oh...“, werden Sie jetzt denken, und: „Darf man das überhaupt so sagen?“ Warum eigentlich nicht. Gehen Sie mal in sich – warum jagen wir? Natürlich lieben wir die Natur, wir sind so gerne draußen. Wir lieben es, uns Wissen über das Wild anzueignen und es zu

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beobachten, die Ruhe auf dem Ansitz zu genießen. In diesen gesegneten Stunden das Sozialverhalten der verschiedenen Arten zu studieren und mit reichem Herzen – oft auch ohne Waidmannsheil gehabt zu haben – nach Hause zu gehen. Wir lieben die Revierarbeit um Lebensräume zu schaffen und dabei die Anwesenheit unserer Waldbewohner an den zahlreichen Pirschzeichen abzulesen. Wir lieben unsere Hunde, unser Handwerkszeug, das Schießtraining, Jagdkameradschaft und Stammtische, Jägerlatein zum Besten zu geben und Hegeschauen zu besuchen. Nicht zuletzt kuliarische Hochgenüsse aus selbst erlegtem Wildbret zuzubereiten und zu genießen. Das alles ist unverzichtbarer Teil unserer Passion und doch haben etwas Elementares vergessen. Etwas, das nicht ans Ende der so langen Liste unserer jagdlichen Prioritäten verbannt werden sollte: Wir lieben es, Beute zu machen, zu töten. Wenn es nicht so wäre, hätten wir uns nicht den Mühen des grünen Abiturs unterziehen müssen sondern könnten völlig entspannt als Naturfotografen, Wildbiologen oder Zivilisten die Natur genießen und unsere Freizeit mit Sportschießen und Kochkursen verbringen. Wir aber gehen bewaffnet und mit der Option, ja mit der eiskalten Absicht, ein Leben zu nehmen in den Wald, obwohl oder gerade weil wir unser unser Wild so lieben. Und diese Absicht ist – ganz offen gesagt - der unbestreitbare Mittelpunkt unseres jagdlichen Handelns. Genau dieses Paradoxon wird mancher Tierschützer und Jagdgegner als Zynis-


mus verstehen. In ihren Augen läuft der Fleisch essende oder gar jagende Mensch heute immer noch mit der Keule in der Hand herum. Für sie kann es mit der Intelligenz eines Menschen, der in diesem fortschrittlichen, von veganen Schnitzeln geprägten Zeitalter noch jagt, nicht weit her sein. Gar versucht er seine Primitivität mit der Arroganz und dem Ansehen einer „hohen Jägerschaft“ vergangener Zeiten zu überdecken, gelegentlich auch einfach mit Einbildung oder Schönrederei. In Anbetracht solch profaner Argumentation mancher Jagdgegner stellt sich allerdings die Frage, ob Intelligenz überhaupt noch eine Angelegenheit des Verstandes ist oder zu einer Herzensangelegenheit jagdfeindlicher Randgruppen wird, die den Tierschutzgedanken völlig weltfremd und ungleich gewichtet interpretieren. Ihr Mitleid unserem jagdbarem Wild gegenüber ist nicht fair. Denn der Anblick eines Rehkitzes löst beim Menschen, und wohl auch bei Jagdgegnern die Ausschüttung des Kuschelhormons Oxytocin aus, der einer Ratte aber nicht. Dabei sind beides Lebewesen. Steinzeitjäger im High-Tech Gewand Jagd und Fischerei sind seit jeher althergebrachte Methoden zur Nahrungsbeschaffung, seit Jahrtausenden praktiziert und auch in unserem hochentwickelten Zeitalter per se nicht verwerflich. Auch moderne Menschen waren in ihrer Phylogenese schon immer Prädatoren, also biologisch gesehen Organismen, die andere zum Zweck der Nahrungsaufnahme nutzen und dabei meist töten. So weit, so gut stammesgeschichtlich ist die Jagd zu rechtfertigen, selbst in unserem Jahrhundert. Und: Wenn man Fleisch essen will, muss dafür ja nun mal ein Tier sterben. Doch was machen wir jetzt dabei mit unserem wenig gesellschaftsfähigen, ureigenen Trieb zu töten? Wie rechtfertigen wir vor unseren, nicht von dieser Passion ergriffenen Mitmenschen, dass wir diesen Akt selbst, mit unseren eigenen Händen ausführen, unseren Platz in der Nahrungskette einnehmen wollen und dies als emotionale Befriedigung empfinden? Weil es in unserer Natur liegt. Wenn wir einmal Blut geleckt haben, einmal dem Blutrausch verfallen waren wie eine Partygemeinschaft auf Koks, können die meisten von uns nicht mehr anders. Und das hat nichts mit Primitivität zu tun, im Gegenteil. Denn zu jagen triggert etwas Elementares in uns, das für unsere psychische und emotionale Gesundheit von enormer Bedeutung ist. Etwas, was heute viel zu oft unterdrückt und abgestumpft im Verborgenen schlummert. Wer tötet, hat den Mut seinem eigenen Todesbewusstsein ins Auge zu blicken. Und derjenige kann auch den Mut haben im Graubereich aller moralischen Fragen dazu zu stehen.

INFOBOX Warum wir Beute machen wollen Der ursprüngliche Antrieb des tierischen Prädators, Fleisch als eigene Nahrung zu erbeuten ist in unserer heutigen Zeit wohl kaum noch das vorherrschende Motiv wenn man der Frage nachgeht, warum wir jagen. Vielmehr wurde in den vergangenen Jahrtausenden das Erleben eines Jagdaktes immer mehr zur stärksten Motivation unserer Passion. Somit wurde das Bestreben, körperliche Beute zu machen dadurch erweitert, das Töten eines Tieres in einem extrem emotionalen Prozess zu erleben. Im Sprachgebrauch der modernen Psychologie wird dieser Akt des Erlegens, Tötens als „Kick“ beschrieben. Diese Verlagerung der Motivation zu töten begründet sich lt. Prof. Dr. Gerd Rohmann, Universität Kassel, in der vor ca. 1 Mio Jahren einsetzenden evolutionalen Sensation der Entwicklung eines Ich-Bewusstseins und damit eines Todesbewusstseins. Elementar für eine Kulturentwicklung bedeutete dies aber auch eine oft unüberwindlich erscheinende Angst, die Lebensaktivitäten zu lähmen droht und sich somit im Falle der Jagdausübung existenziell gefährdend auswirken würde. Laut Prof. Rohmann liegt der Fokus für die motivierende Kraft, die uns im Tötungsakt ein Gefühl der Macht, der Überlegenheit, der Beherrschbarkeit der Natur vermittelt daher tief in unserem Unterbewusstsein. Und das ist gut so. Denn das Gehirn liefert dem Menschen um zu überleben Strategien, die auch unsere Kultur richtungsgebend prägen. Unseren Drang zu jagen, den Akt des Erlegens als ein elementares und emotionales Erlebnis zu empfinden kann daher nicht als verwerflich angesehen werden. Da es in unserer Natur liegt. Doch wer weiß, ob die Erhaltung dieser Fähigkeiten nicht eines Tages den Fortbestand einer ganzen Art garantieren wird. Seite 29


Rotwild-Überwinterung in der Terra Raetica

TEXT & FOTOS: ARTHUR BIRLMAIR

Einleitung, Zielsetzung und Fragestellung Die mittels Fütterung beeinflusste Überwinterung von Rotwild und die damit verbundenen Auswirkungen auf die Land- und Forstwirtschaft und auf das Wild führen seit vielen Jahrzehnten zu emotionalen Diskussionen und Konflikten zwischen unterschiedlichen Interessensgruppen. Hohe Wildbestände, gepaart mit nicht artgerechten Fütterungstechniken, falschen Bejagungsstrategien und wenig geeigneten Futterplätzen und Fütterungstechniken führen zu Wildschäden am Wald und Ertragseinbußen in der Landwirtschaft und somit zu verhärteten Fronten. Die Erarbeitung von gemeinsamen Strategien und Lösungswegen wird dadurch erschwert. Neben der Nutzfunktion gewinnen auch die Schutz-, Wohlfahrts- und Erholungsfunktion des Waldes immer mehr an Bedeutung. Der Klimawandel stresst die Wälder und gleichzeitig beansprucht die touristische Erschließung große Flächen des Waldes und der Wildlebensräume. Aus diesen Gründen bedarf es einmal mehr der Zusammenarbeit von Land- und Forstwirtschaft, Jagd und Tourismus, um die Lebensräume von Rotwild und Menschen zu sichern und tragbare Lösungen für alle miteinander zu erarbeiten. Die Bezirkshauptmannschaft und das Regionalmanagement Landeck nahm die jahrelangen Konflikte zum Anlass und hat Seite 30

sich dazu entschlossen, ein Projekt zur Überwinterungsstrategie des Rotwildes zu starten. Um ein möglichst erfolgreiches Konzept auszuarbeiten, wurden die meisten betroffenen Interessensgruppen in die Vorbereitungen eingebunden: Grundeigentümer, Jägerschaft, Forst, Behörde, Tiroler Jägerverband, Terra Raetica und die Landwirtschaftskammer als Träger des Terra Raetica Projektes. Ziel ist es, die nötigen Grundlagen zu schaffen, um einen gesunden, klimafitten Wald zu erhalten und Überwinterungsmöglichkeiten des Rotwildes sicherzustellen. Das Projekt soll nicht nur zu Verbesserung der allgemeinen Kommunikation zwischen Forst, Jagd, Landwirtschaft und Behörde dienen, sondern auch die Spannungsfelder zwischen den genannten Gruppen lösen, um zukünftig gemeinsame Ziele im Rotwildmanagement verfolgen zu können. Dabei soll das Augenmerk stets auf den Hauptakteur Rotwild gerichtet sein. Um ein objektives Ergebnis zu erzielen, wurde DI Horst Leitner, Büro für Wildtierökologie & Forstwirtschaft e.U. mit dem Projekt „Rotwildüberwinterung Terra Raetica. Fachgutachten im Auftrag des Regi-


onalmanagement Landeck“ beauftragt. Nach gemeinsamen Gesprächen mit Vertretern der Interessensgruppen konnten Fragestellungen formuliert werden, die einen umfassenden Einblick in die aktuelle Situation der Fütterungsstandorte und Lebensräume im Bezirk Landeck erlauben. Das Miteinbeziehen des Rotwildmanagements in den angrenzenden Ländern Schweiz und Italien sowie des Nachbarbundeslandes Vorarlberg erscheint unumgänglich, da sich die Bewegung des Rotwildes über die Landesgrenze hinaus verfolgen lässt Auftragsgemäße Fragestellung: 1. Wo befinden sich die Sommer- und Winterlebensräume/-Einstände des Rotwildes im Bezirk Landeck? 2. Welche Eignung weisen die rund 120 Rotwildfütterungsstandorte aus wildökologischer (Klima, Ruhe, Naturäsung, etc.), forstwirtschaftlicher und betreuungstechnischer Sicht auf? 3. Wie kann eine Handlungsanleitung für ggf. Fütterungsauflösung bzw. Fütterungsverlegung bei nicht geeigneten Fütterungsstandorten aussehen, ohne dabei größere Schäden an Wild und Wald auszulösen? 4. Inwiefern beeinflussen sich die unterschiedlichen Rotwildmanagementkonzepte in Landeck, im Vinschgau und in Graubünden (Terra Raetica)? Diskussion Die Fütterung des Rotwildes wird im Alpenraum kontrovers diskutiert und gehandhabt (ARNOLD 2006; DEUTZ ET AL. 2009; REIMOSER ET AL. 2010a; VÖLK ET AL. 2012; DEUTZ 2014; LEITNER ET AL. 2019). Gesetzlich geregelt wird die Rotwildfütterung in den Landesjagdgesetzen. Hierbei zeigt sich, dass zwischen Fütterungsverpflichtung im Land Tirol und Fütterungsmöglichkeit im Land Kärnten schon innerhalb Österreichs vieles möglich ist. In der Steiermark sind Wintergatter erlaubt, in Tirol jedoch verboten. In den an den Bezirk Landeck angrenzenden Gebieten von Graubünden und des Vinschgaus gibt es ebenfalls unterschiedliche Regelungen die Fütterung betreffend. In Graubünden ist die Winterfütterung von Rotwild verboten und kann nur nach einem Entschluss eines regionalen Gremiums als Notfütterung durchgeführt werden. In Südtirol ist die Fütterung mittels Raufutter möglich. Im nun vorliegenden Bericht werden alle Rotwildfütterungsstandorte des Bezirks Landeck nach aus der Literatur vorgegebenen Kriterien

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TAGE DER OFFENEN TÜR Freitag, 15. Oktober 2021 von 10 – 16 Uhr Samstag, 16. Oktober 2021 von 9 – 14 Uhr Information über Unterricht u. Projekte, Präsen­ tationen, Möglichkeit der Besichtigung von Schule und Schülerheim, Lehrforst, Waldschule und Holztechnologisches Zentrum Auf Grund der Corona-Pandemie müssen die zum Zeitpunkt der Veranstaltung geltenden Sicherheitsbestimmungen für Veranstaltungen eingehalten werden. Aktuelles dazu können Sie jeweils der Homepage entnehmen.

Weitere Informationen: Tel.: +43 3862 51 770 www.forstschule.at willkommmen@forstschule.at Höhere Bundeslehranstalt für Forstwirtschaft Bruck/Mur 8600 Bruck/Mur, Dr.-Theodor-Körner-Straße 44 Seite 31


beurteilt und klassifiziert. Grundsätzlich werden auch als „wenig geeignet“ klassifizierte Futterstellen von Rotwild aufgesucht, allerdings ergeben sich aus einer mangelnden Standorteignung einige Probleme. Eine schlechte Standorteignung kann zur kürzeren Annahmedauer der Fütterung durch das Wild und dadurch zu einem geringeren Lenkungseffekt führen. Die Folge ist eine verringerte Möglichkeit der Vermeidung von Wildschäden. Aus der Sicht des Wildes ist gegebenenfalls ein höherer Konkurrenzdruck aufgrund von weniger Naturäsung in der Umgebung problematisch. Aufgrund der hohen Wilddichten auf kleinem Raum kann auch die Gesundheit des Wildes leiden, begonnen bei Stressphänomenen über Einbußen bei der Fitness bis zur erhöhten Ausbreitung von Krankheiten, wie zum Beispiel der Tuberkulose. Schlechte Standorte können auch leicht zur ökologischen Falle für das Wild werden, wenn der Futternachschub ausbleibt. Aus Sicht des Fütterungsbetreuers können Standorte mit schlechter Eignung vor allem eine erhöhte Gefährdung durch Lawinen darstellen. Alternativen zur Rotwildfütterung werden in der Ausweisung von Ruhegebieten gesehen (ARNOLD ET AL. 2004; VÖLK ET AL. 2012). Praktische Beispiele dafür stehen aus Graubünden zahlreich zur Verfügung (siehe www.wildruhe.gr.ch). Ergebnis Die Arbeit stellt eine Managementgrundlage für einen gesunden und klimafitten Wald und für eine wildökologisch vertretbare Überwinterung des Rotwildes dar. Neben der Beschreibung der Rotwildfütterung im Allgemeinen und der Ausgangslage im Untersuchungsgebiet hinsichtlich Geographie, Waldzustand, Tourismus, Jagdverhältnisse und der wildökologischen Situation

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in den Nachbarregionen Graubünden und Vinschgau sowie den Konflikt und Problemfeldern wurden unter Darlegung der methodischen Vorgehensweise zahlreiche Ergebnisse erarbeitet. Zunächst wurde der Lebensraum des Rotwildes im Bezirk Landeck in fünf Rotwildräume eingeteilt. Innerhalb dieser Rotwildräume gibt es nur einen geringen Austausch von Rotwild, wodurch eine gute Planungsund Evaluierungseinheit geschaffen wurde. Ein Viertel des Bezirks Landeck ist bewaldet. Dabei dominiert der Schutzwald in- und außer Ertrag. An den Fütterungsstandorten dominiert ebenfalls der Schutzund Bannwaldanteil. An 23 Prozent der Fütterungsstandorte kommen mehr als 50 Stück Rotwild vor. Ein Drittel der Fütterungen haben einen Bestand unter 15 Stück Rotwild. Insgesamt wurden im Winter 2019/20 800 Tonnen Futtermittel Trockenmasse an 2.750 Stück Rotwild verfüttert. Wird jeweils der maximale Fütterungswildbestand im Zeitraum von 2015 bis 2020 zur Berechnung herangezogen, so kommt man auf einen Fütterungswildbestand von 3.580 Stück Rotwild. Die durchschnittliche Fütterungssaison aller aktiven Standorte dauert 121 Tage. Der Großteil der Störungen durch revierfremde Personen resultieren aus winterlichen Freizeit- und Tourismusaktivitäten. Aus forstlicher Sicht werden zwei Drittel der Fütterungsstandorte mit hoher bis mittlerer Verjüngungsnotwendigkeit eingestuft, zwanzig Prozent der Standorte haben einen hohen Stangenholzanteil im Einstand und somit eine hohe Disposition für Schälschäden. Die Einschätzung der Rotwildlebensraumeignung mittels Habitatmodellen kann eine Experteneinschätzung vor Ort nicht gänzlich ersetzen. Allerdings ist die Habitatmodellierung eine preiswerte Methode, um auf großer Fläche eine Einschätzung über die Lebensraumvoraussetzungen zu machen. Im vorliegenden Bericht werden unterschiedliche Modelle zur Einschätzung der Habitatqualität für Rotwild herangezogen, die grundsätzlich sehr ähnliche Ergebnisse zeigen. Bei der Evaluierung der Modelle mittels besenderten Rotwildes zeigt sich jedoch, dass die insbesondere durch Tourismus- und Freizeitnutzung beeinflussten Gebiete mehr vom Rotwild genutzt werden, als dies zum Beispiel das Experten-Modell erwarten lässt. Das ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass Rotwild im Winter zu den Fütterungen gelockt wird, die mitunter auch


in touristisch stark frequentierten Bereichen liegen. Im Sommer sind es insbesondere die Schipisten, die insbesondere in der Nacht weniger durch Touristen, Freizeitsportler und Erholungsuchende in Anspruch genommen werden, als im Modell unterstellt, sodass auch hier das Rotwild häufiger auftritt als erwartet. Die Modelle geben dennoch einen guten Überblick über die relative Habitateignung im Bezirk und können als Grundlage für weitere Planungen verwendet werden. Für die 127 Rotwild-Fütterungsstandorte wurde eine Risikoabschätzung vorgenommen. Jede Fütterung wurde besichtigt und anhand unterschiedlicher Kriterien aus dem Blickwinkel des Wildes, des Försters, des Jägers und des Landwirts beurteilt. Aus der zusammenfassenden Bewertung der unterschiedlichen Blickwinkel und zahlreicher Kriterien wurde eine Risikoabschätzung für jeden einzelnen Standort abgegeben. Es stellte sich heraus, dass bei insgesamt 45 dieser Standorte (35,4 %) der Betrieb mit hohem Risiko für land- oder forstwirtschaftliche Kulturen, für das Wild oder für den Fütterungsbetreiber behaftet ist. Als Hauptursache für die Bewertung mit hohem Risiko gilt die nicht garantierte Beschickung der Fütterung, aufgrund unsicherer Erreichbarkeit, was Probleme für das Tierwohl nach sich zieht (33 Standorte). An 14

Standorten sind forstliche, an drei Standorten landwirtschaftliche Probleme die Ursache für ein hohes Risiko durch den Betrieb der Fütterung. Zum Thema der Auflassung und Verlegung von Fütterungsstandorten werden abschließend Empfehlungen gegeben. Ebenso wird das Thema der Notfütterung und Tristenfütterung diskutiert sowie die Bedeutung von Störungen aufgezeigt. Dabei können gezielte Jagdstrategien, die Verringerung des Jagddruckes in Fütterungs- und Einstandsgebieten sowie die Lenkung und Aufklärung von Freizeitnutzern wichtige Beiträge zum stressfreien Überwintern von Rotwild leisten. Die Ausweisung von Ruhezonen und deren Kontrolle ist bei der Schadensvermeidung, Regulierung und Überwinterung von Rotwild von Bedeutung. In Nachfolgenden Schritten werden in Arbeitsgruppen grundlegende, aber auch für die einzelnen Fütterungen spezifische Lösungsansätze zur Verbesserung der Situation ausgearbeitet. Diese umfassen jagdliche, forstliche, landwirtschaftliche, aber auch touristische Maßnahmen. Durch den Schulterschluss aller betroffenen Interessensgruppen bietet diese Projekt eine bisher noch nie dagewesene Chance, die nötigen Grundlagen zu schaffen, um einen gesunden, klimafitten Wald zu erhalten und Überwinterungsmöglichkeiten des Rotwildes auch für die Zukunft sicherzustellen.

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DAUERBRENNER

Wolf & Co. TEXT: CORINNA SCHARZENBERGER

D

ie Alm- und Berglandschaften in Österreich und gerade in der Steiermark sind in vielerlei Hinsicht ein einzigartiger Schatz. Zusätzlich erfüllen sie eine Vielzahl an Funktionen. Sie sind einerseits Wirtschaftsraum für unsere Alm- und Bergbauern. Des Weiteren stellen sie eine der wichtigsten Grundlagen für unseren Tourismus dar. Aber sie sind vor allem auch der letzte Rückzugsort für viele heimische Tier- und Pflanzenarten. Manche von ihnen sind in anderen Regionen bereits sehr selten geworden oder ausgestorben. Durch diese vielfältigen Funktionen gibt es aber auch unterschiedliche Interessen die aufeinandertreffen und es ist nicht immer einfach diese unter einen Hut zu bringen. Da ich beruflich auf der Agrarbezirksbehörde tätig, zusätzlich aber sowohl begeisterte Bergsportlerin als auch Jägerin bin, kann ich diese verschiedenen Interessen durchaus nachvollziehen. In diesem Zusammenhang ist es mir daher besonders wichtig festzuhalten, dass sich das Zusammenspiel zwischen der Jagd und unserer traditionellen Landund Forstwirtschaf seit Generationen etabliert hat. Dies gilt insbesondere für unsere zahlreichen Wildtierarten, die teilweise auch von der Almbewirtschaftung

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profitieren. Ich denke hier beispielsweise an das Freihalten von Äsungsflächen für das Rotwild als Nebeneffekt der Beweidung. Die einheimischen Wildtierarten hatten dabei immer die Möglichkeit, ihre Lebensweise an diese nachhaltige Bewirtschaftung anzupassen. In den letzten Jahren kommen auf dieses sensible Ökosystem allerdings neue Herausforderungen zu. Eine dieser Herausforderungen ist die immer stärkere Nutzung der Berge und Almen für Sportzwecke sowie zur Freizeitgestaltung. Für den heimischen Tourismus ist dieser Umstand durchaus positiv. Gleichzeitig führt er aber auch zu verstärktem Druck auf unsere Almen und Wälder. Hier denke ich oft an den von Hans Magnus Enzensberger geprägten Spruch: „Der Tourismus zerstört das was er sucht indem er es findet.“ Dieser Druck trifft vor allem das Wild. Denn gerade in den Wintermonaten führt jeder zusätzliche Stress für das Wild zu einem erheblichen Energieverbrauch und kann unter Umständen sogar lebensgefährlich werden. Die Bilder von halbverhungerten Hirschen im Tiefschnee, die im vergangenen Winter durch die Medien gegangen sind, haben diesen Umstand erstmals einer breiten Bevölkerung vor Augen geführt. Daher ist die Forderung an den Tourismus und den Alpinsport ganz klar, hier auf das bestehende Ökosystem Rück-


Foto: Markus Habisch

sicht zu nehmen. Denn für uns Menschen ist der Berg Erholungs- und Freizeitraum, für das Wild ist er allerdings Lebensraum. Rückkehr der großen Beutegreifer Die Zweite, vermutlich noch größere Herausforderung ist die Rückkehr und Verbreitung der großen Beutegreifer wie Wolf und Bär. Deren Populationen haben, nicht zuletzt aufgrund des strengen Schutzes teilweise bereits ein Ausmaß erreicht, bei dem man von gesunden und sicheren Beständen sprechen kann. Vor allem der Wolf ist gerade dabei, sich wieder stark zu vermehren. Derzeit ist vor allem der Westen Österreichs und dabei insbesondere Tirol betroffen. Hier beläuft sich die Zahl der amtlich bekannten Risse, die auf große Beutegreifer zurückzuführen sind Mitte August 2021 auf 275 Tiere. Rund 50 Risse sind Bären zuzuordnen. Die Zahl der während der Almsaison aufgrund der Anwesenheit von Großraubtieren vorzeitig abgetriebenen Schafe dürfte Schätzungen zufolge mittlerweile bei 2.500 liegen. Hinter all diesen Zahlen steht sehr oft großes Tierleid und drastische, teilweise existenzgefährdende wirtschaftliche Folgen für die Bauern. Leider sind daher Bilder von zehn und mehr, verendeten oder halbtoten Tieren und die Verzweiflung der betroffenen Landwirte fast immer Teil der Berichte über von Wolfsangriffen betroffenen Almen. Die Befürchtung, dass sich derartige Szenarien in Zukunft auch in der Steiermark abspielen werden ist leider durchaus Begründet. Neben der Landwirtschaft, wird auch das einheimische Wild und dadurch wir Jäger von diesen Entwicklungen betroffen sein. Vor allem in Zusammenhang mit der Rotwildbewirtschaftung gibt es hier sehr große Bedenken. Es steht zu befürchten, dass die Wölfe sich im Winter vor allem in der Nähe von Rotwildfütterungen aufhalten werden, da sie dort einfachen Zugang zur Beute haben. Dadurch werden diese Fütterungen für das Wild unzugänglich und es muss andere Nahrungsquellen erschließen. Wie man aus der Erfahrung nach der Stilllegung von Fütterungen weiß, steigen in derartigen Fällen die Schälschäden massiv an. Dies führt wiederum zu wirtschaftlichen Einbußen für die Waldbesitzer und dadurch zu einem Druck auf die Jäger den Rotwildabschuss zu erhöhen. Ein Teufelskreis also bei dem es am Ende hauptsächlich einen Verlierer gibt. Nämlich das Rotwild. In diesem Zusammenhang stellt sich auch die Frage, wie sinnvoll es ist, den ohnehin bereits sehr begrenzten Lebensraum unserer heimischen Wildarten durch die vermehr-

Foto: v.l.n.r: Markus Strasser mit Ehefrau Maria und den beiden Töchtern, Obmannstellvertreter GR Karl Heinz Egger, Josef Deutinger, Obmann des Agrar- & Umweltclubs Ök.-Rat Matthias Kranz

„Gegen Tierleid - Zur Erhaltung der Almen.“ wird im Steiermärkischen Landtag behandelt. Der Steirische Agrar- & Umweltclub ist eine überparteiliche Plattform, die sich der Verbesserung der Organisationsstruktur in der Land- und Forstwirtschaft in der Steiermark und der Unterstützung ländlicher Räume verschrieben hat. Vermehrt kommt es in europäischen Ländern zu Tötungen von Nutz- und Wildtieren, wie z.B. Schafen, Kälbern und Rehen durch Wölfe. Nicht nur in Österreich werden immer häufiger Tiertötungen durch Wolfsangriffe verzeichnet, auch viele weitere Länder Europas sind betroffen. Die Petition des Steirischen Agrar- & Umweltclubs wurde von knapp 2.000 Menschen unterzeichnet. Dazu der Obmann, Ök.Rat Matthias Kranz: „Wo bleiben die Tierschützer? Zum Unterschied von anderen Raubtieren tötet der Wolf äußerst grausam. Er reißt die Tiere nur an, diese müssen dann qualvoll verenden, ehe sie gefressen werden. Viele werden auch noch bei lebendigem Leib gefressen. Ende August hatte Obmann Kranz einen Termin beim Direktor des Steiermärkischen Landtags, HR Mag. Maximilian Weiß, um die weitere Vorgehensweise bezüglich der eingereichten Petition zu besprechen. Obmann Matthias Kranz wird in einem der nächsten Petitionsausschüsse alle darin vertretenen Fraktionen in einer persönlichen Stellungnahme gegenüber dem Wolfsthema sensibilisieren können. Für weitere Auskünfte steht Ihnen Obmann Ök.-Rat Matthias Kranz zur Verfügung. M +43 664 2028936 Besuchen Sie unsere Onlinekanäle: www.agrar-umweltclub.at/steiermark und folgen Sie uns auf Facebook unter: www.facebook.com/agrar.umweltclub.steiermark. petition

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Rund 50 Risse sind Meister Petz zuzuordnen.

te Präsenz der großen Beutegreifer noch zusätzlich zu reduzieren. Des Weiteren ist es fraglich, ob es sinnvoll ist das Tierwohl einer Art über das Tierwohl vieler verschiedener Nutztier- und Wildtierarten zu stellen. Diese Gedanken möchte ich auch all jenen mit auf den Weg geben, die die uneingeschränkte Verbreitung des Wolfes derart vehement fordern. Da der hohe Schutzstatus, der Großraubtiere durch EURecht gesichert wird, ist eine grundlegende Änderung der Situation derzeit nicht realistisch. Konkret ist eine dafür notwendige Herabstufung des Schutzstatus des Wolfes in den Anhängen der FFH-Richtlinie aufgrund der sehr hohen realpolitischen Hürden (Einstimmigkeit im Rat, Mehrheiten im EU- bzw. nationalen Parlamenten) derzeit sehr unwahrscheinlich. Andererseits muss es jedoch möglich sein, unsere Nutztiere aber auch das Wild vor dem Wolf zu schützen. In Bezug auf die Nutztiere können die immer wieder präsentierten Herdenschutzmaßnahmen nicht die endgültige Lösung sein. Denn es ist wissenschaftlich belegt, dass ein wirksamer Herdenschutz vor allem in hochalpinen Regionen nicht möglich bzw. nicht wirtschaftlich ist. Daher fordern wir als einen ersten Schritt für besonders sensible und vulnerable Gebiete die Einrichtung von Weideschutzgebieten für unsere Weidetiere, um bei wiederkehrenden Angriffen von Großraubtieren rasch und effektiv eingreifen zu können. Eine weitere Forderung betrifft die Erarbeitung eines effektiven Populationsmanagements.

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Fehlendes Wildtiermanagement Erfahrungen aus Regionen in denen Großraubtiere bereits seit längerem zurückgekehrt sind zeigen, dass Raubtiere ohne Anwendung eines effektiven Wildtiermanagements ihre natürliche Scheu vor dem Menschen verlieren und ihre Jagd- und Angriffsstrategie sowie die Fähigkeit zur Überwindung von Schutzeinrichtungen verbessern. Laut der Anfangs erwähnten Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie der EU ist es auch jetzt schon möglich, unter bestimmten Voraussetzungen Maßnahmen zum Wolfsmanagement zu treffen, die auch eine Entnahme enthalten können. So ist in der Richtlinie die Möglichkeit vorgesehen bei Schäden, wiederkehrenden Angriffen und in bestimmten Ausnahmefällen schützend einzugreifen. Die jagdliche und naturschutzrechtliche Kompetenz und damit auch die Möglichkeit ein Großraubtiermanagement festzulegen liegt in Österreich bei den Bundesländern.  In diesem Zusammenhang sind nun auch die Bundesländer am Zug, die entsprechenden gesetzlichen Voraussetzungen für Weideschutzgebiete und ein effektives Großraubtiermanagement zu schaffen. In Tirol wurden hier in bereits erste Schritte in diese Richtung gesetzt. Andere Bundesländer sind derzeit in der Vorbereitungsphase. Auch in der Steiermark haben hier bereits Gespräche stattgefunden.  Denn nur durch ein effektives Management der großen Beutegreifer ist deren Koexistenz mit der Almwirtschaft, mit dem Tourismus aber auch mit den bestehenden Ökosystemen und anderen Wildarten langfristig realistisch.


Dedal-TA2.642 Hunter Wärmebildvorsatzgerät Die Firma Dedal, bekannt für hochwertige Röhrenvorsatzgeräte hat mittlerweile ihr Portfolio erweitert und ihr Know-how aus dem Entwicklungskreislauf mitgenommen in den Entwicklungsprozess ebenso vielversprechender Wärmebildvorsatzgeräte. Tu felix Austria ist ja hierzulande die Verwendung von Wärmebildzielgeräten erlaubt, jedoch für für denjenigen das Gerät flexibel an mehreren Waffen einsetzen will und dabei den monetären Rahmen nicht sprengen will kaum ein Weg am flexibel einzusetzenden Vorsatzgerät oder Clip-on kaum ein Weg vorbei, da sich im Falle der Wärmebildtechnik ein Okular- oder Nachsatzgerät nicht realisieren lässt. Das Gerät lässt sich über das Gewinde am Gehäuse mit jedem handelsüblichen Vorsatzadapter verbinden. Betrachtet man die Zahlen und Fakten fällt das verhältnismäßig hohe Gewicht des TA2.642 Hunter mit rund 640 Gramm auf. Wenn man dann jedoch die gewohnt stabile Verarbeitung der Dedal Geräte mit in die Waagschale legt, wird klar dass man dafür ein wesentlich stabileres Setup erhält als bei anderen marktüblichen Geräten. Beim Sensor vertraut Dedal wie zum Beispiel auch Pulsar auf einen Mikrobolometer mit einem 17μm Pitch (Was den Abstand der einzelnen Bildpunkte auf dem Sensor zueinander bezeichnet) und ermöglicht somit ein feines, gleichmäßiges Bild. Das Sehfeld von 21,6m auf eine Distanz von 100 Meter ist dank der 50 Millimeter Okularlinse üppig bemessen und lässt einen schnellen Gesamtüberblick über die Situation im Zielbereich zu und ermöglicht nebenbei auch einen schnellen Rundumblick mit der Waffe in Anschlag. Die 1- fache optische Grundvergrößerung- welche mit

montiertem Beobachtungsokular auf 2- fach angehoben wird- bietet eine gute Basis und verwirrt nicht mit sich ändernden Faktoren wenn die Vergrößerung an der Zieloptik variiert werden soll. Die Energieversorgung übernehmen zwei CR123 Batterien, welche zwar bekanntlich nicht zu den häufig im Sonderangebot erscheinenden Stromversorgern gehören, jedoch sind in dieser Größe zuverlässige ausdauernde Akkus erhältlich. Was als Highlight bezeichnet werden darf, ist die schnelle Verfügbarkeit nach dem Einschalten, die deutlich unter drei Sekunden liegt. Der zuverlässige Einsatzbereich von -40 bis +50 Grad Celsius bietet eine zuverlässige Spanne vom Winterlichen Ansitz bei eisigen Temperaturen bis zum nächtlichen Einsatz in stark aufgeheizten Regionen im Hochsommer. Ebenso sollte einer Verwendung bei der Auslandsjagd in den meisten Regionen dieser Erde- wenn erlaubt- somit nichts im Wege stehen. Alles in allem ein sehr interessantes Gerät, welches es auf jeden Fall lohnt genauer in Augenschein zu nehmen und einem Test zu unterziehen!

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THEMA

TEXT: DR. EVA ERLACHER

Jagdausbildung

Gute Jagdschulen, wie der Hirschenhof in Nestelbach bei Graz, bieten ein umfangreiches Angebot an Lehrmaterialien und Präperate an.

TEXT: DR. EVA ERLACHER

Waidgerechtigkeit findet hinter der Waffe statt – Aber wo wird sie gelehrt?

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ie Zahl der Jungjäger ist stetig steigend. Man könnte fast sagen, die Jagd liegt in gewisser Weise im Trend. Die dahinterstehende Motivation ist durchaus unterschiedlich – vom bewussten Umgang mit Lebensmitteln über familiäre Vorprägungen bis hin zum bloßen Interesse, etwas Neues auszuprobieren. Dass eine erhöhte Nachfrage auch zu einem erhöhten Angebot führt, ist wirtschaftlich betrachtet nur logisch. Welchen Effekt hat dies aber auf die Qualität der Ausbildung? Steht die Quantität der Qualität im Wege oder wird diese dadurch gesteigert? Wo Nachfrage, da Angebot Aufgrund der gestiegenen Nachfrage1 gibt es mittlerweile auch mehr Ausbildungsmöglichkeiten als früher. Die einstigen „Platzhirschen“, nämlich die Landesjagdverbände und Jägerschaften2, haben bei der Ausbildung bei weitem keine Monopolstellung mehr, sondern sind in einigen Bundesländern nur mehr einer unter vielen. Es treten immer mehr private Kursanbieter auf, die sich das steigende Interesse an der Jagd zu Nutze machen und Ausbildungen für Jungjäger anbieten. Abgesehen von der wachsenden Zahl an Kursanbietern haben sich aber auch die Kursformate geändert. Es gibt mittlerweile – sicher nicht zuletzt der COVID-19-Pan1 In den Jahren 2013/2014 wurden noch unter 120.000 Jahresjagdkarten gelöst, mittlerweile sind es über 130.000. Daten von Statistik Austria.

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demie und den damit einhergehenden Maßnahmen geschuldet – Kurse, die im Online-Format abgehalten werden, Intensivkurse, die in einer oder zwei Wochen den Stoff durchbringen oder die regulären Kurse, die sich über mehrere Wochen oder sogar Monate ziehen können. Der Stoffumfang, der unterrichtet wird, sollte dabei eigentlich immer derselbe sein und auf die jeweilige Jungjägerprüfung im Bundesland vorbereiten. Aber ist das ausreichend? Kann man wirklich in oft kurzer Zeit in einem Lehrsaal oder online zum waidgerechten Jäger ausgebildet werden? Hier ist natürlich zunächst mal zu fragen, was denn von der Ausbildung gewollt ist: Soll lediglich der Prüfungsstoff vermittelt und die Schießfertigkeit trainiert werden, oder will man auch gewisse Zusammenhänge zwischen Jagd und Natur erklären, um so ein tieferes und weitreichenderes Verständnis zu schaffen? Dies zu entscheiden und damit auch die Qualität der Jungjägerausbildung festzulegen, liegt sowohl bei den Prüfenden als auch bei den Kursanbietern: Die Prüfenden determinieren in erster Linie den Stoffumfang und in welcher Form und Intensität dieser geprüft wird. Sie geben daher jedenfalls das absolute Minimum vor. Und hier stellt sich Österreich bei weitem nicht einheitlich dar! Schon allein die Abnahme der Jungjägerprüfungen

2 In weiterer Folge nur mehr Landesjagdverbände, auch wenn diese Körperschaften in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich genannt werden.


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erfolgt in einigen Bundesländern durch die Landesjagdverbände und in anderen durch die Behörde; dass es dabei überdies noch zu merklichen Unterschieden beim geprüften Stoff(umfang) kommt, ist ebenso kein Geheimnis. Die Kursanbieter wiederum sind für die Qualität des Unterrichts verantwortlich und dafür, gewisse Zusammenhänge zu erklären und verständlich zu vermitteln. Diese haben daher die Möglichkeit (und auch Verpflichtung?), ein wenig über den bloßen Prüfungsstoff hinaus zu unterrichten und Einblicke in die Jagd zu gewähren, die man nicht in den Lernunterlagen findet. Von Theorie, Praxis und Eigenverantwortung Die Ausbildung zum Jungjäger findet – anders als die spätere Praxis – weitgehend im Lehrsaal statt. Dort be-

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kommt man das für die Prüfung notwendige Wissen vermittelt, jedoch weitgehend ohne jemals in einem Jagdrevier gewesen zu sein. Während das für einige oft kein Problem darstellt, weil sie ohnehin jagdlichen Anschluss und damit Zugang zur Praxis durch Freunde oder Verwandte haben, ist das für andere doch schwieriger: Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass die Ausbildung – gerade in Wien – von vielen Personen absolviert wird, die in ihrem sozialen Umfeld keine jagdlichen Anknüpfungspunkte haben. Für solche Personen sind daher die Ausbildung und der vermittelte Stoff mehr oder weniger alles, was man ihnen auf dem Weg zum Jäger mitgeben kann. Im Lehrsaal erfolgt sozusagen die jagdliche Frühprägung. Hier sehe ich es dann vor allem in der Verantwortung der Vortragenden, dass diese so weit selbst mit der jagdlichen Praxis vertraut sind, dass sie Wissen vermitteln können, das sich nicht in den Lernunterlagen findet: Als Vortragender ist es abgesehen von der fachlichen Qualifikation unumgänglich, dass man über praktische Erlebnisse, Eindrücke, Zusammenhänge und Erfahrungen berichten kann, denn nur so hat man die Möglichkeit, den Unterrichtsstoff lebendig werden zu lassen und die Zusammenhänge von Wild, Natur, Mensch und Jagd verständlich rüberzubringen. Das ist vor allem deshalb wichtig, weil man als Jäger durchaus mit unterschiedlichen Meinungen konfrontiert wird, die sich gegen die Jagd richten, und hier sehe ich es als Aufgabe der Vortragenden, Jungjäger darauf vorzubereiten und ihnen das notwendige Know-How mit auf den Weg zu geben, um fachlich und sachlich replizieren und diskutieren zu können. Dass die Jagd nämlich nicht nur


in der Erfüllung des Abschussplanes liegt, sollte jedem nach der Ausbildung durchaus bewusst sein. Um jetzt aber nicht alles den Kursanbietern und Prüfenden umzuhängen, ist natürlich auch immer ein gewisses Maß an Eigenverantwortung gefordert. Je nachdem wie sehr man sich in der Ausbildung einbringt, kann man aus dieser mehr oder weniger mitnehmen. Gleiches gilt natürlich auch für die Zeit nach der Jagdprüfung: Wie viel Interesse und Engagement man dem Thema Jagd entgegenbringt, entscheidet jeder für sich selbst. Wo kann nachgeschärft werden und was fehlt? Meines Erachtens nach ist die Auswahl der Vortragenden von großer Wichtigkeit. Diese müssen nicht nur fachlich qualifiziert sein, sondern auch über jagdliche Praxis verfügen, um den Stoff so zu vermitteln, dass man die Zusammenhänge zwischen Natur, Jagd, Forst- und Landwirtschaft versteht. Viele praktische Aspekte können im Unterricht nicht gezeigt werden, sollten aber dennoch in gewisser Form gelehrt werden. Dazu bedarf es entsprechender Erfahrung und gut gebildeter Vortragender. Ein weiteres Thema, das mir besonders wichtig erscheint, aber kaum unterrichtet wird, ist das Waffengesetz. Die angehenden Jungjäger werden zwar in Waffenhandhabung und praktischem Schießen ausgebildet, aber es fehlt an den rechtlichen Grundlagen im Umgang mit Schusswaffen. Und ich rede hier nicht von Detailwissen, sondern von allgemeinen Dingen, mit denen jeder Jäger konfrontiert sein wird, wie Waffenkauf, Verwahrung, Transport oder die mögliche Jagdreise nach Ungarn. All diese „Alltäglichkeiten“ sind für Waffenbesitzer durchaus wichtig, werden aber nicht gelehrt. Von Qualität, Quantität und gesunder ­Konkurrenz In vielerlei Hinsicht begrüße ich den Wettbewerb am Kursanbieter-Markt: Er treibt die Anbieter nämlich dazu an, sich besonders zu engagieren, um sich von der Konkurrenz abzuheben. Auch die Tatsache, dass versucht wird, mehr Praxis in der Ausbildung anzubieten, sehe ich als willkommene Entwicklung, wenn nicht sogar eine gewisse Notwendigkeit. Dennoch ist es wichtig, dass man sich der Aufgabe und der Verantwortung bewusst ist, die die Jungjägerausbildung mit sich bringt. Und das trifft private Anbieter genauso wie Landesjagdverbände: Die auszubildenden Jungjäger von heute sind die Jäger von morgen. Wenn wir wollen, dass diese wissen, was Waidgerechtigkeit bedeutet, ist es an uns, es ihnen zu lehren. Auf allen Wegen und in allen Formen, die uns möglich sind.

Deerhunter Testsieger bei umfangreichem Jagdanorak-Test Die dänische Jagdzeitschrift JAGT, Vildt & Våben, hat gerade die Ergebnisse ihres bisher umfassendsten Tests von Jacken für die Jagd veröffentlicht. Deerhunter liegt mit seinem PRO Gamekeeper Anorak auf dem ersten Platz. Der Pro Gamekeeper Anorak erhielt Bestnoten für außergewöhnlichen Komfort und nicht zuletzt für sein Design und seine Funktionalität. Pro Gamekeeper Anorak von Deerhunter im Visier Beim Testen von Jacken für Jagdzwecke stehen Design, Qualität, Funktionalität und Passform im Mittelpunkt. Jäger wissen, was sie wollen, und sind bereit, in eine Lösung zu investieren, die jahrelang hält und für sie bei jedem Wetter und Gelände funktioniert. Grundlage des Tests von JAGT, Vildt & Våben ist eine umfassende Umfrage. Die Antworten wurden auf jede der fünf nominierten Jacken bezogen, von denen der Pro Gamekeeper Anorak von Deerhunter mit einer Gesamtnote von 94,77 von 100 möglichen Punkten den ersten Platz errang. Funktionalität und Komfort gaben den Ausschlag „Mit dem Pro Gamekeeper Anorak beweisen wir einmal mehr, dass wir die Bedürfnisse des Jägers verstehen: Wir haben den Anorak mit so vielen Funktionen und in so hoher Qualität designt, dass sich der Jäger auf die Jagd konzentrieren kann und nicht ständig auf die Kleidung achten muss. Wir sind sehr stolz auf die Auszeichnung.“ Der PRO Gamekeeper Anorak hat alles Der Testsieger, der PRO Gamekeeper Anorak von Deerhunter, ist mit einem langen, wasserdichten Reißverschluss an der Seite versehen, sodass er sich leicht über den Kopf ziehen lässt. Der Anorak hat außerdem wasserdichte Reißverschlüsse unter den Armen zur Belüftung, zwei Handwärmertaschen mit wasserdichtem Reißverschluss und Neopren-Sturmmanschetten an den Ärmelbündchen. Der Anorak hat eine Deer-Tex® Performance Shell® Stretch-Membran und ist daher 100 Prozent wasser- und winddicht sowie atmungsaktiv. Auf die Membran gibt es fünf Jahre Garantie. Erhältlich im guten Fachhandel und unter deerhunter.eu Seite 41


Wildbeunruhigung durch Freizeitaktivitäten jagdgesetzliche Wildruhegebiete als Lösung? (Teil 2)

TEXT: MAG. FREYDIS BURGSTALLER-GRADENEGGER, MBA (Teil 1 dieses Beitrages in der Juni-Ausgabe umfasste einen Problem-Aufriss, Teil 2 befasst sich nun mit den Regelungen im Detail.)

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on den unzähligen Bestimmungen der Jagdgesetze, die der Ruhe des Wildes dienen, stellen Wildschutzgebiete/Wildruhegebiete, eine Möglichkeit dar, das Wild – rechtsverbindlich – vor Störungen zu schützen. Wildruhegebiete/-bereiche können – mit Ausnahme des Wiener Jagdgesetzes – nach allen Landesjagdgesetzen etabliert werden. Im Folgenden werden nur die jagdgesetzlichen Grundlagen für jene Wildruhebereiche näher beleuchtet, in welchen i.d.R. auch „Ruhe vor der Jagd“ gilt. Der Blick richtet sich daher nicht auf sog. „jagdliche Sperrgebiete“ zur Vornahme erforderlicher Abschüsse. Diese mögen in Verbindung mit erschwerter Bejagbarkeit in manchen Fällen zur effizienten Wildstandsregulierung unabdingbar sein, werden im gegebenen Rahmen aber ebenso wenig erörtert wie die Spezifika von Natura 2000-Gebieten.

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Unterschiedliche Bezeichnung, aber ähnliche Zielsetzungen Bei unterschiedlichen Bezeichnungen (Anmerkung: in Folge wird zusammenfassend von „Wildruhegebieten“ gesprochen) und voneinander abweichenden Ausgestaltungsmöglichkeiten haben Wildruhegebiete nach fast allen Jagdgesetzen die ausdrückliche Zustimmung der Grundeigentümer zur Grundlage und weisen ähnliche Zielsetzungen auf: Den Schutz des Wildes vor Beunruhigung, teilweise ausdrücklich verbunden mit der Intention der Wildschadenvermeidung, und/oder den Schutz der Lebensgrundlagen des Wildes. Im jagdgesetzlichen Sinn sind Wildruhegebiete Gebiete, die der jeweiligen Wildart als Setz-, Einstands -und/oder Äsungsgebiet, aber auch als Brut- und Nistplatz dienen.


Das burgenländische Jagdgesetz kennt darüber hinaus in Pachtverträgen festlegbare Schongebiete für Hasen, Fasane und Rebhühner mit einem zweijährigen Bejagungsstopp im Pflicht-Ausmaß von 20% der Jagdgebietsfläche; in Niederösterreich bestehen eigene, von Wildschutzgebieten zu unterscheidende Sperrmöglichkeiten um Fütterungen. Schutzbereiche beschränken sich teilweise auf das Rotwild (z.B. nach dem Oberösterreichischen JG) oder nur auf die Umgebung von Fütterungsanlagen und dazugehörige Einstandsgebiete, mitunter gehen sie weit darüber hinaus, indem sie den zuständigen Behörden Grundlagen für die Berücksichtigung mehrerer Parameter bieten und damit einen konzeptionellen Ansatz in Richtung umfassender Ruhebereiche/Überwinterungskonzepte aufweisen, wie vor allem das Salzburger JG.– Dort allerdings nur im Rahmen von „Habitatschutzgebieten“: In diesen können in Verbindung mit deren Festlegung auch besucherlenkende Maßnahmen sowie ein Wildschadenmonitoring vorgeschrieben werden, darüber hinaus bestimmte Zugänge für Kletterrouten angeordnet und die Verwendung von Luftfahrzeugen zu Sportzwecken untersagt werden. Zuständigkeiten und inhaltliche Vorgaben Die Zuständigkeiten zur Festlegung von Wildruhegebieten liegen in den überwiegenden Fällen bei den Bezirksverwaltungsbehörden, teilweise auch bei den Landesregierungen. Alle Landesgesetzgeber sorgen dafür, dass das Ausmaß eines Wildruhegebietes auf das (zeitlich und örtlich) erforderliche Minimum beschränkt wird. In Kärnten und Niederösterreich darf z.B. ein Ausmaß von 10 % der Jagdgebietsfläche nicht überschritten werden. Im Rahmen der Bereichs- bzw. Gebiets-Festlegungen werden Interessenabwägungen vorgenommen und es gilt ein Verhältnismäßigkeitsgebot, wonach die forstrechtliche Wegefreiheit bzw. Betretungsrechte nach dem Forstgesetz und die Benützbarkeit von Wanderwegen, Steigen etc. nicht unverhältnismäßig/unzumutbar beschränkt werden dürfen. Dies ist schon dem verfassungsrechtlich

gebotenen Rücksichtnahmeprinzip geschuldet, wenn es einerseits um Landeskompetenzen (JagdG) und andererseits um Bundeskompetenzen (z.B. ForstG) geht. Kanalisierung und nicht Aussperrung In den festgelegten Schutzbereichen gelten für jagdfremde Personen Wegegebote, d.h. das Betreten darf nur auf öffentlichen Straßen und Wegen und näher bezeichneten „sonstigen Wegen“ erfolgen; im Winter muss man sich an Schipisten, Schitourenrouten und Loipen in unterschiedlicher, teilweise erweiterter Aufzählung halten (so nach dem Kärntner, Salzburger, Steiermärkischen, Tiroler und Vorarlberger JG). Nach den jagdrechtlichen Bestimmungen der Steiermark dürfen Forststraßen innerhalb von Wildschutzgebieten, die als Zufahrt zur genehmigten Fütterungsanlage dienen und keine markierten Wanderwege sind, nicht betreten oder befahren werden. In der großen Mehrzahl der Fälle besteht – bis auf einige Ausnahmen vor allem im Bereich der Fütterungen – ein Wegegebot, und kein absolutes Betretungsverbot. Ein Wildruhegebiet darf von jagdfremden Personen lediglich abseits gesetzlich bezeichneter Bereiche nicht betreten werden. Das mitunter vorgebrachte Argument, „dass die Öffentlichkeit ausgesperrt werde“, trifft daher nicht zu: Freizeitnutzungsaktivitäten erfahren nur eine Kanalisierung. Von den Wegegeboten bzw. Betretungsverboten ausgenommen werden in allen Landesjagdgesetzen Grundeigentümerinnen/ Grundeigentümer, Nutzungsberechtigte und deren Beauftragte sowie Personen, die amtliche Maßnahmen zu setzen haben. Ruhe auch vor der Jagd Jagdverbote (mit Ausnahme der Erlegung von verletztem, krankem oder seuchenverdächtigem Wild, so z.B. ausdrücklich im K-JG und im Nö JG) bestehen nach dem K-JG, dem Nö JG und dem Tir JG (dort mit Ausnahme des Falles von Abschussaufträgen zur Hintanhaltung von Wildschäden). In den anderen Bundesländern sind jagdliche Beschränkungen örtlicher Natur oder auch zeitlich (durch Verlängerung der Schonzeit, z.B. in Vorarlberg und im Burgenland) möglich, teilweise hat die Wildschadensituation dabei Berücksichtigung zu finden.

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Kennzeichnungspflicht und Kontext mit der Raumordnung In sämtlichen Jagdgesetzen findet sich für Jagdausübungsberechtigte eine Kennzeichnungspflicht der Wildruhegebiete mittels Hinweistafeln, die gegebenenfalls mit Verordnung (der Landesregierung) näher auszuführen sind, teilweise speziellen Kundmachungspflichten unterliegen und nur im zeitlichen und örtlichen Geltungsrahmen aufgestellt werden dürfen. In Kärnten und Salzburg bestehen zwingende Verknüpfungen mit der Wildökologischen Raumplanung. In drei Bundesländern sind die Wildruhegebiete im Jagdkataster darzustellen (Kä, Sa, Tir). Auf dem Weg zu einem Konzept – Weg des Dialoges Verschiedene – auf Freiwilligkeit basierende – Projekte und Kampagnen mit dem Ziel, dem Wild Ruhe vor menschlichen Freizeitaktivitäten zu verschaffen bzw. diese zu kanalisieren (wie „Respektiere deine Grenzen“ in Österreich und der Schweiz oder „Dein Freiraum. Mein Lebensraum.“ in Deutschland sowie auch unzählige kleinere, regionale Projekte) zeigen, dass eine nachhaltige und dauerhafte Problemlösung nur in partizipativen Prozessen, d.h. unter Einbindung aller relevanten Beteiligten in Dialogform, auf Basis objektiver Datenlagen, mit gemeinsamer Erarbeitung von Strategien und Zielen zum Erfolg führt. Dies im Rahmen eines verwaltungsbehördlichen Verfahrens zu gewährleisten, ist zwar schwierig und allenfalls auch zeit- und kostenintensiv, aber nicht unmöglich. Dabei spielen vor allem die in den Verfahren zur Festsetzung von Ruhegebieten vorgesehenen Anhörungsrechte eine wesentliche Rolle: Es sind Jagdausschüsse, Eigenjagdberechtigte, Bezirksjägermeisterinnen/Bezirksjägermeister, Bezirksjagdbeiräte bzw. Hegemeisterinnen/Hegemeister zu hören,

teilweise die Landwirtschaftskammern, nach dem Sa JG auch die Fremdenverkehrsverbände, zumeist auch die Gemeinden, in denen die Ruhegebiete liegen, sowie in einigen Bundesländern (z.B. Kä, Sa und Stmk: dort nur alpine Vereine) die durch die Sperre betroffenen Vereine, deren Vereinsziel die Förderung der Belange einer kultur- und landschaftsverbundenen Freizeitgestaltung oder der Erholung der Menschen ist (wie z.B. Alpenverein, Naturfreunde). In Oberösterreich, wo Ruhezonen zum Schutz des Rotwildes vor Beunruhigung um Futterplätze mit einem Betretungsverbot belegt werden können, haben die genannten Vereine nicht nur ein Anhörungsrecht, sondern unter bestimmten Voraussetzungen auch ein Beschwerderecht. Einen interessanten Ansatz, der auch bei der Einrichtung von Wildruhegebieten zur Anwendung gelangen könnte, weist das Vo JG auf: Nach diesem ist ein Dialog in grundsätzlichen Fragen der Jagdausübung (so u.a. betreffend den Erhalt und die Verbesserung der natürlichen Lebensgrundlagen des Wildes) vorgesehen. Die in Aushandlungsprozessen zur verbindlichen Festlegung von Wildruhebereichen erforderliche Einbeziehung von Vertretungen der Gemeinden, des Tourismus und jener repräsentativen Verbände, die Naturnutzergruppen auf sich vereinigen, fehlt allerdings. Zusammenfassung und kritische Betrachtung Gesetzlicher Rahmen, aber keine umfassenden Ansätze Die Ausführungen zeigen, dass rechtliche Rahmenbedingungen für die Schaffung von Wildruhegebieten vorhanden sind, dass diese aber nur vereinzelt konzeptionelle und integrale Ansätze aufweisen und in den meisten Fällen eine raumplanerische Verankerung mit dementsprechenden Berücksichtigungspflichten nach anderen Materiengesetzen vermissen lassen. Mediation In einem Verwaltungsverfahren muss die Behörde zwar bereits nach dem Allgemeinen Verwaltungsverfahrensgesetz-AVG auf das Zustandekommen eines Interessenausgleichs hinwirken, bei tiefgreifenden und breitflächigen Interessen- und Nutzungskonflikten könnte aber die Einführung einer – z.B. dem UVP-Gesetz nachgebildeten – Möglichkeit der Zwischenschaltung eines Mediationsverfahrens hilfreich sein. Normakzeptanz? Zu bedenken wird auch sein, dass die Akzeptanz von Normen keine Selbstverständlichkeit ist, wie nicht erst die COVID-Situation gezeigt hat. Schon zuvor waren im Be-

Jagdverbote (mit Ausnahme der Erlegung von verletztem, krankem oder seuchenverdächtigem Wild, so z.B. ausdrücklich im K-JG und im Nö JG) bestehen nach dem K-JG, dem Nö JG und dem Tir JG Seite 44


Information und Evaluierung Insbesondere mit Blick auf nicht in Verbänden organisierte Naturnutzerinnen/Naturnutzer sollte eine modifizierte und digital verfügbare Kundmachungsform zu bestmöglicher Informationsbereitstellung beitragen. Eine verpflichtende fachliche Evaluierung, wie sie z.B. ausdrücklich nach dem Stmk JG besteht, verbunden mit der Möglichkeit einer Maßnahmenanpassung kann geänderten Faktoren Rechnung tragen.

reich einiger Freizeitsportaktivitäten Tendenzen zu orten, über gesetzliche Grenzen hinweg durch das Schaffen von Fakten auf deren „normative Kraft“ zu setzen. Die Erkenntnis, dass Wildruhe-Konzepte allen gleichermaßen Vorteile bringen, muss die Beteiligten erreichen: » Die Vielfalt der Wildtierpopulationen kann ökologisch nachhaltig erhalten und deren Lebensraumsituation verbessert werden. » Wild wird für begeisterte Naturbeobachterinnen/ Naturbeobachter wieder sichtbarer. » Durch eine Verringerung der negativen Auswirkungen von beunruhigtem Schalenwild auf die Waldvegetation kann die Höhe des Wildschadenersatzes verringert werden. » In der Erhaltung der touristischen Infrastruktur sind für die betroffenen Gemeinden und für die alpinen Vereine als Wegerhalter Kosteneinsparungen zu erzielen. » Darüber hinaus lassen sich Konflikte zwischen Nutzergruppen lösen und wird vor allem Rechtssicherheit gewonnen. Tafeln und Strafen genügen nicht Ebenso wenig wie ein bloß plakatives Aufstellen von Info-Tafeln ausreicht, wird das Abstrafen von Uneinsichtigen im Fall gesetzlich festgelegter Wildruhegebiete zu breitflächigen Erfolgen führen. Unabhängig von der Frage nach den Ressourcen für eine Überwachung der Einhaltung der Vorschriften genügt es für die Wirksamkeit eines gesetzlich festgelegten Wildruhegebietes nicht, ausschließlich auf Sanktionen im Verwaltungsstrafverfahren zu bauen. Die Missachtung verordneter Maßnahmen bildet zwar nach allen Jagdgesetzen einen Verwaltungsstraftatbestand, es bedürfte aber auch im Fall rechtlich verordneter Wildruhebereiche flankierender Maßnahmen, wie begleitender Wissensvermittlung, sensibilisierender und bewusstseinsbildender Aktivitäten, um dauerhafte Bereitschaft zur Rücksichtnahme auf Wildtiere zu gewährleisten.

Verbindendes Element „Natur“ als Chance zur Konfliktlösung Meinungsumfragen zufolge zeichnet die Österreicherinnen und Österreicher eine tiefe Verbundenheit mit der Natur aus, deren Unberührtheit und intakter Zustand auch von Urlauberinnen und Urlaubern geschätzt und gesucht wird. Dieser „gemeinsame Nenner“ könnte dabei helfen, in gesetzlich festgelegten Wildruhegbieten Lösungen im Naturnutzungskonflikt zu erachten, in der Erkenntnis, dass räumlich und zeitlich verbindliche Konzepte zur Lenkung der Freizeitaktivitäten für die Sicherung langfristig überlebensfähiger Wildtierpopulationen unerlässlich sind.

DIE STIMME für Tierschutz 26. September

FPÖ

Mario Eustacchio Bürgermeister-Stv.

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Jagdhunde im Einsatz FOTOS: STEIRISCHE LANDESJÄGERSCHAFT

In Zeiten der Afrikanischen Schweinepest und drohender landwirtschaftlicher Schäden durch Wildschweine müssen Jagdhunde vorsichtig an diese wehrhafte Wildart herangeführt werden, um nicht selbst verletzt zu werden, eine sogenannte „Pendelsau“ diente hier zur Vorbereitung des Hundes auf das Zusammentreffen mit Schwarzwild.

Auch der internationale Austausch in der Hundeausbildung wird europaweit immer wichtiger, so war auch bei der Veranstaltung in Zangtal FCI-Präsident Stefano Martinoli anwesend, der sich vom idealen Umfeld am Areal der Schießarena Kettner begeistert zeigte.

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er Jagdhund wächst heute wie jeder andere geliebte vierbeinige Begleiter als Familienmitglied auf. Die besonderen Fähigkeiten, die er durch eine verantwortungsvolle Züchtung mitbringt, werden sorgfältig und mit Bedacht gefördert. Nur so entwickelt sich das gegenseitige Vertrauen zwischen Hund und Herrl oder Frauerl. Dieses Vertrauen ist die Basis für die herausfordernden Aufgaben, die auf den mit 3 Jahren fertig ausgebildeten Jagdhund warten: •

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Das Suchen von im Straßenverkehr oft schwerst verletzten Wildtieren ist mittlerweile eine der Hauptaufgaben des Schweißhundes, der darauf trainiert ist, auch nach längerer Zeit die Spur des verletzten Tieres von den vielen anderen Spuren zu unterscheiden, um das Tier von seinem Leiden erlösen zu können Als verlässlicher Apportierhund sorgt der Jagdhund dafür, dass erlegtes Wild wie Hase, Ente oder Fasan als regionaler und natürlicher Fleischgenuss auf den Tellern der Konsumenten landen.

Landesjägermeister Franz Mayr-Melnhof-Saurau: „Fundierte Jagdhundeausbildung hat zwei wichtige Tierschutzaspekte: Die tierschutzgerechte Ausbildung unserer Jagdhunde, die heute als Familienhunde aufwachsen, ist gelebter Standard. Der zweite Aspekt ist der gelebte Wildtierschutz: Im Straßenverkehr werden allein in der Steiermark 8.000 Rehe getötet, die Dunkelziffer der oft schwerst verletzten Wildtiere ist un-


Geschäftsführer Kettner Schießarena Zangtal Hermann Zotter: „Mit unserer Arena steht ein perfektes Ausbildungsgelände für den jagdlichen Bereich zur Verfügung. Jägerinnen und Jäger trainieren regelmäßig ihre Schießfertigkeit, das Gelände bietet sich für die Ausbildung verlässlicher Jagdbegleiter an. Das werden wir auf jeden Fall forcieren.“

bekannt. Der bestens ausgebildete Jagdhund ist der einzige, der das Leid dieser Wildtiere durch eine gezielte Suche beenden kann.“ Organisator Fritz Kleestorfer: „Gelebter Wildtierschutz ist auch die Tatsache, dass erst ein fertig ausgebildeter Jagdhund mit ca. 3 Jahren mit Wild in Kontakt gebracht und damit zum wertvollen Helfer des Jägers und der Jägerin wird.“

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Österreichs blamables Fernbleiben Weltjagdausstellung in Budapest TEXT: CHRISTIAN HUEMER

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ie Weltjagdausstellung feiert in Budapest von Ende bis Mitte Oktober ihr 150. Jubiläum. Es wird ein Volksfest für die Ungarn werden, die sich die bereits dritte Austragung deutlich über 100 Millionen Euro kosten lassen. Unzählige Länder sind als Aussteller vertreten. Österreich nicht. Warum? Unter dem Leitthema „One with nature!“ veranstaltet Ungarn in seiner Hauptstadt vom 25. September bis 14. Oktober zum 150. Jubiläum wieder die Weltjagdausstellung. Das Land mit seiner großen Passion für die Jagd kann das. Bereits 1871 wie auch 1971 vereinte man alle Jagdbegeisterten in Budapest. Neuerungen werden präsentiert, Netzwerke werden gesponnen, man tauscht sich aus. Etwa mit Mitgliedern des CIC (Conseil International de la Chasse et de la Conversation du Gibier) vulgo Internationalem Rat zur Erhaltung der Jagd und des Wildes, wie unzähligen Jagdverbänden und Vereinen, staatlichen Forsteinrichtungen, Nationalparks oder der FAO, der Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen und Aussteller mit zahlreichen Novitäten. Acht Themenpavillons mit Tausenden von Quadratmetern verweisen darauf, dass „unsere gemeinsame Zukunft in der nachhaltigen Nutzung der Natur liegt“, erklärt Zoltán Kovács, Regierungskommissar und Hauptorganisator der Ausstellung. An dieser gemeinsamen Zukunft scheint hingegen der offiziellen österreichischen Jagdvertretung wenig gelegen zu sein. Eine Vertretung in Budapest wird es nicht geben. „Die Frage einer möglichen Betei-

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ligung Österreichs bei der Weltjagdausstellung 2021 in Budapest wurde zusammen mit Vertretern der Jagdverbände geprüft. Die österreichische Jägerschaft hat nach einem Beschluss der Landesjägermeisterkonferenz die Kandidatur für Österreich bei der Weltjagdausstellung in erster Linie aufgrund der Coronapandemie zurückgezogen. Vor dem Hintergrund der Landeszuständigkeit im Bereich Jagdwesen hat das Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus lediglich unterstützend gewirkt. Eine Registrierung für Österreich wurde nicht in Aussicht gestellt“, heißt es auf Nachfrage ob der Nichtteilnahme aus dem zuständigen Ministerium. Unter Beobachtung der Pandemie sei aber eventuell „die Abhaltung eines Side-Events im Zuge der Weltausstellung, verbunden mit der Möglichkeit bilateraler Gespräche, eine vorstellbare Option.“ Für zahlreiche Jäger und Jagdinteressierte ist die „vorstellbare Option“ eine unvorstellbare Blamage. Das ehemals hochrangige CIC-Mitglied und gerichtlich beeidete und zertifizierte Sachverständige für Jagd- und Fischereiwesen, Rechtsanwalt Rudolf Gürtler vermutet: „Die Teilnahme von Österreich ist letztlich an der Bereitschaft der Landesjägermeister – je 3.333,33 Euro zu übernehmen – gescheitert, da man erst im Nachhinein, nach Beurteilung der angemessenen Präsentation der Landesjagdverbände bezahlen wollte.“ Auch der Österreicher Philipp Harmer, der in Budapest bei der CIC Generalversammlung für die Bestellung zum Weltpräsidenten vorgesehen ist, war intensiv bemüht, eine Absage des Nachbarlandes Österreich zu vermei-


EINS MIT DER NATUR Internationale Jagd- und Naturausstellung UNGARN 2021

den. Gürtler ortet weiter „einen Gesichtsverlust für unsere – gerade in Natur- und Tourismus bedeutende Republik, aber auch für das traditionelle österreichische Jagdwesen.“ Über eine Million Besucher werden neben den 55 anwesenden Nationen aber nicht zur Gänze auf Österreich verzichten müssen. Dafür sorgen zwei Österreicher, die mit einem Stand in Budapest vertreten sein werden. Der Tier- und Jagdmaler Hubert Weidinger hat mit Tierpräparator Helmut Raith die Selbstinitiative ergriffen. „Auf die Offiziellen kann man sich nicht verlassen, da muss man eben selbst aktiv werden. Wir legen hier auf unserem Stand einen guten Auftritt hin und haben keine Arbeit gescheut“, zeigt sich Raith ambitioniert. Das Fernbleiben Österreichs kostet ihm nur ein Kopf schütteln: „Zuerst hat es geheißen, es wird teilgenommen, dann wurde ewig nicht reagiert und letztendlich dann die Absage. Das wird dem Ruf des Landes nicht gerade zuträglich sein.“ Mitstreiter Hubert Weidinger war schon vor 50 Jahren bei der Weltjagdausstellung in Budapest mit von der Partie und nahm damals am internationalen Maler-Wettbewerb teil. Dieser bleibt ihm dieses Mal ob der fehlenden Teilnahme des Heimatlandes verwehrt. „Das ist natürlich bitter, aber als Künstler lernst du, dich selbst zu organisieren und auf die Beine zu stellen“, blickt er mit Helmut Raith dennoch optimistisch auf den gemeinsamen Stand, an dem die beiden Österreicher dem Publikum Bilder, Bronzewerke sowie Präparate zeigen werden. Die offizielle Absage aufgrund von Corona halten beide für eine Ausrede: „Wenn es das nicht gewesen wäre, hätte es eben tausend andere Gründe gegeben, um nicht herzukommen. Wir ziehen das halt im Alleingang durch.“ Vermutlich wird die Ausstellung aber nicht nur für die Gemeinschaft der Jäger, sondern auch für jene der Fischer ein Er-

ZUR WELT-JAGDAUSSTELLUNG NACH BUDAPEST

Ungarn ist eine „Weltmacht“ in Sachen Jagd, Naturschutz, Fischerei und Reitsport. Bereits im September 1971 war Ungarn Gastgeber einer Welt-Jagdausstellung, wo 52 Staaten aus vier Kontinenten teilgenommen haben. Zum 50. Jubiläum findet auf dem Messegelände in Budapest die „World Hunting and Nature Expo“ statt.

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31.08.21 1


Fotos: Weidinger

lebnis werden. In einem gesonderten Pavillon wird ein monumentales Aquarium eingerichtet. Die lebendige Wasseroberfläche umfasst mehrere Hundert Quadratmeter, und in den rund eine halbe Million Litern Wasser werden sich rund 3.000 Exemplare von etwa 50 Fischarten tummeln. Über traditionelle Jagdarten etwa mit Windhunden, Falken, Bogen und Pferden informiert eine gesonderte Ausstellung zudem gibt es zwei eigenen Handelsmessen für Jagd und Fischerei sowie Landwirtschaft und Lebensmittel.

Der einzige Beitrag aus Österreich - Helmut Raith und Hubert Weidinger bei der Planung des Weltdioramas der Jagdweltausstellung in Budapest 2021“

Foto: Blaser

Anlässlich des 150-jährigen Jubiläums der ersten Jagdausstellung in Ungarn, hat der Blaser Custom Shop mit der gleichnamigen R8 OWN für die Weltjagdausstellung „One With Nature“ (OWN) 2021 in Budapest eine wahrlich hochkarätige Jagdbegleiterin kreiert.

Hochkarätige Hilfe für Wildtiere R8 OWN Seite 50

Der Systemkasten aus Stahl präsentiert anmutig das Logo der OWN. Aufwendig wurden dafür rund 40 Gramm Feingold in mehr als 70 Stunden per Hand behutsam in den Systemkasten eingelegt. Zusätzlich wurde dieser mit Brillanten versehen. Insgesamt verfügt die R8 OWN über ungefähr vier Karat Brillantgewicht. Aus dem Logo der Weltausstellung entwickelte Meistergraveur Ralph Salzmann außerdem ein florales Ornament, welches alle Flächen der Waffe spielerisch umläuft. Den edlen Walnussholzschaft der Holzklasse 11 schließt eine perfekt von Hand belederte Schaftkappe ab. Die R8 OWN kann ab dem 25. August im Rahmen einer Online-Auktion bis zum 14. Oktober ersteigert werden. Das Mindestgebot beläuft sich auf 20.000 EUR. Der erzielte Auktionserlös fließt in die Nachhaltigkeitsstrategie des Unternehmens. Konkret wird damit das Wildtierschutzprojekt, die „Blaser Kitz-Retter“ 2022 international ausgebaut.


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Einstehen für die Jagd, Tag für Tag TEXT & FOTOS: MARLENE SVAZEK

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s ist 4.30 Uhr. Das Schrillen des Weckers reißt mich aus allen Wolken. Geschlafen habe ich aber ohnehin nicht mehr, zu groß die Vorfreude auf den Morgenansitz, zu präsent die Sorge, zu verschlafen, aus Versehen die Schlummertaste zu drücken und zu spät auf den Sitz zu kommen. Es ist die Vorfreude einer Jungjägerin auf die bevorstehende Jagd an einem anbrechenden Sommermorgen. Der Sprung aus dem Bett fällt mir überraschend leicht. Jene Tage, an denen der Wecker um 6.00 Uhr morgens normalerweise meinen Büroalltag einläutet, beginnen wesentlich schwerfälliger. Nicht aber heute. Schnell ins Jagdgewand, das Jagdgewehr hergerichtet, Fernglas und Rucksack, alles bereit. Nicht einmal der sonst so notwendige Kaffee muss heute sein, ich bin wach genug. Ab nach draußen. Die Nacht hat die Luft abgekühlt und die Umrisse des Waldes sind schon zu erkennen. Ich pirsche von der Jagdhütte Richtung Hochsitz. Ja keine zu schnellen Schritte, nur kein Lärm, nur nicht zu laut schnaufen. Unbemerkt auf den Hochsitz und jetzt heißt es warten. Ich luge in den anbrechenden Tag hinaus. Es ist mucksmäuschenstill. Die Welt um mich herum schläft noch und verpasst die wohl schönsten Stunden des Tages. Dann, wenn noch alles stillzustehen scheint. Keine Hektik, kein Stress, keine Nachrichtenflut auf meinem Handy und zum Zeitung lesen ist es ohnehin noch zu früh. Was dort drin steht, steht um 8.00 Uhr auch noch dort. Ganz im Gegenteil zu dem, was sich in den nächsten Minuten und Stunden vor mir abspielen könnte. Der Gedanke, stundenlang ruhig zu sitzen, ohne Kommunikation und schlicht auf die Wiese oder in ein Waldstück zu starren, war für mich als jemand, der im Berufsalltag von Dynamik, Bewegung und Kommunikation lebt eher schwer vorstellbar. Geradezu beängstigend die Vorstellung, sich stundenlang mit den eigenen Gedanken zu beschäftigen, ohne Ablenkung. Alles nur dafür, dass ich am Ende dann sagen kann, ich habe ein Tier getötet? Romantisch war diese Vorstellung damals vor Beginn meines Jagdkurses in Salzburg nicht

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gerade. Und heute? Drei Jahre später ist alles anders. Langsam beginnt der Tag zu leben. Die ersten Vögel üben sich in ihrem Gesang. War es vor ein paar Minuten noch windstill, scheint es jetzt trotz Sommer nochmals abzukühlen. Die Kälte beginnt über die Beine an mir entlang zu kriechen. Es fröstelt mich. Ein Gefühl, das man im Büro nur selten hat. Der Weg zur Arbeit verstellt den Blick auf das Wesentliche. Nicht einmal die vier Jahreszeiten bekommt man in diesem Trott noch mit. Aber während ich so dasitze faszinieren mich

Marlene Svazek ist Landesparteiobfrau der Salzburger Freiheitlichen, Klubobfrau der Salzburger Freiheitlichen Vizebürgermeisterin der Gemeinde Großgmain


die Farben der Bäume, dringen die Vogelstimmen tief in meinen Kopf. Es wird langsam hell und plötzlich, da hinten links, ein Punkt, der sich farblich von der Umgebung abhebt. Das erste Stück steigt heraus. Instinktiv greife ich zum Fernglas und mein Herzschlag nimmt an Fahrt auf. Eine Geiß und ein paar Meter weiter am Waldrand folgt ihr das Rehkitz. Ich beruhige mich wieder. Zeit, einfach nur zu beobachten, zu lernen, Natur zu genießen. Und recht rasch ist es taghell. Mehr sollte sich an diesem Sommermorgen nicht tun. Erzähle ich nichtjagenden Freunden von solchen Jagdtagen, interessiert sie das meist mäßig. Nichts erlegt? Schade. Nein, absolut nicht schade, schießt es da aus mir heraus. Denn erst seit ich mich selbst Jägerin nennen darf, weiß ich, dass es nicht nur der Moment ist, in dem der Finger krumm wird, der Jagd ausmacht. Es ist das Vorher, das Nachher, vor allem aber das Drumherum. Jagd ist so viel mehr, als die Öffentlichkeit oft meint. Wie auch, lebt die Jagd doch stark von Emotion, die man erleben muss. Die Emotion, die wir empfinden, wenn wir Beginn und Ende des Tages bewusst wahrnehmen dürfen. Die Emotion, wenn wir Geiß und Kitz beobachten. Die Emotion, wenn ein passendes Stück erlegt werden kann. So viel Gefühl, das die Jagd ausmacht. Die Verbundenheit zur Natur, all das ist etwas, was vor allem uns Frauen für die Jagd prädestiniert. Der Schuss selbst ist nur ein Bruchteil an Sekun-

den. Damit er fällt muss einfach alles zusammenpassen und bekanntlich dauert es Tage, Wochen, ja oft Monate, bis dieser Moment gekommen ist. Dazwischen wird beobachtet, gelernt, gefüttert, gehegt, gearbeitet. Ich bin Jägerin aus Überzeugung und aus Leidenschaft. Weil ich überzeugt bin, dass es kein Lebensmittel gibt, das natürlicher, nachhaltiger und schonender gewonnen werden kann, als Wildbret. Weil mir nur mehr unbehandeltes Fleisch in die Pfanne kommt, bei dem ich weiß, woher es kommt und dass dem Töten ein lebenswertes Leben vorausgegangen ist. Ich versuche einen Lebensstil zu pflegen, in dem sich Fleischkonsum und Respekt vor dem Tier nicht ausschließen, sondern bedingen. Denn jedes erlegte Stück wird zu einem Teil meines Lebens und meiner Geschichte, genauso wie ich ein Teil seiner Geschichte werde. Der aktive Beitrag zur Artenvielfalt und zur Stärkung unserer Regionalität, all das ist es, was uns Jäger zu einem unverzichtbaren Teil macht, wenn es um den Erhalt unserer Umwelt und Natur geht. Das zu bewahren, was vor unserer Haustüre liegt und es an nachfolgende Generationen weiterzugeben, ist tief in uns verwurzelt, ohne, dass uns dafür ein offizieller Auftrag von oben gegeben werden muss. Ganz ohne Freitagsdemonstrationen und Aktivismus, aber weil wir es gelernt und verinnerlicht haben. Das bedeutet Jagd für mich und dafür stehe ich ein, Tag für Tag.

Bleifrei und leistungsstark Mit FE-Load und BI-Load hat Rottweil eine neue Serie von bleifreien Jagdschrotpatronen mit hoher Energieabgabe für die Jagd auf Wasserwild im Programm.

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ie Spannung, die mit der Wasserwildjagd einhergeht, ist kaum in Worte zu fassen. Jeder, der sie erlebt hat, kennt die Magie, die von dieser Jagdart ausgeht. Das unverwechselbare Klingeln der Schwingen am Abend- oder Morgenhimmel ist wie die zarte Symphonie eines Orchesters. Passionierte Enten- und Gänsejäger können sich jetzt doppelt auf die kommende Jagdsaison freuen. Denn Rottweil hat mit Rottweil FE-Load und BI-Load eine neue Serie von bleifreien und leistungsstarken Jagdschrotpatronen für eine wasserwildgerechte Jagd entwickelt. Sie eignen sich aufgrund ihrer Eigenschaften für nahezu alle jagdlich gängigen Entfernungen und Flugwildarten – ob Ente, Möwe oder Wildgans – und sind obendrein umweltfreundlich. Rottweil BI-Load ist mit

zwei verschiedenen Schroten geladen: vorne, direkt hinter dem Verschluss schwere, rote Schrote aus Bismut (3,8 mm) für mehr Energie und Eindringtiefe, hinten leichtere Stahlschrote (3,5 mm) für perfekte Deckung und mehr Schrote auf dem Wildkörper. Bismut hat ähnliche Eigenschaften wie Blei, ist aber schwerer als Weicheisen. Rottweil FE-Load, geladen mit zwei verschiedenen Lagen Stahlschrot in 3,8 und 3,3 Millimeter, bietet gegenüber herkömmlichen Weicheisenschrotpatronen 10 Prozent mehr Vorlage und ist damit die schwerste Stahlschrotpatrone in ihrem Kaliber. Das Ergebnis: Der schwerere Part sorgt für eine hohe Schockwirkung, während die große Anzahl von Weicheisenschroten für eine große Deckung sorgen. Beide Laborierungen sind ab sofort in den Kalibern 12/76 HP MAGNUM mit je 40

Gramm und 12/70 HP mit jeweils 36 Gramm reiner bleifrei Power erhältlich. Hülse, Schrotbecher und Abdeckscheibe aus transparentem Material machen die Technologie sichtbar. Die roten Schrote vorne erleichtern die Sichtbarkeit der Garbe. Bitte beachten: Diese Schrotpatronen sind nur für Flinten mit Stahlschrotbeschuss geeignet.

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Jagd auf den

maskierten Räuber

TEXT & FOTOS: MAGNUS PELZ

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u Waschbären habe ich eine ganz besondere Beziehung, und das, obwohl meine erste Begegnung mit ihnen damals alles andere als glücklich verlief. Ich war gerade fünf Jahre alt und wollte im Münsteraner Allwetterzoo einem Waschbären stolz mein neues Sandrad präsentieren, als dieser plötzlich durch das Gitter hindurch danach griff. Das anschließende Gezerre konnte nur durch das beherzte Eingreifen meines Vaters zu meinen Gunsten entschieden werden. Der Faszination für diese Wildart hat das keinen Abbruch getan und etliche Jahre später, den Jagdschein inzwischen längst in der Tasche, habe ich mich intensiv mit Waschbären und den Möglichkeiten ihrer Bejagung auseinander gesetzt. Und wo geht das besser als in den USA, der ursprünglichen Heimat dieser Kleinbären? Die Jagd auf den Waschbären wird in den USA viel intensiver betrieben als bei uns, die Möglichkeiten sind dort aber auch vielfältiger als hierzulande. Am gängigsten ist es, Waschbären dort nachts mit der Hundemeute zu jagen, bis diese aufbaumen und dann angeleuchtet und erlegt werden können. Hierzu züchten die Amerikaner eigens spurlaute Hunde, die sogenannten Coon-Dogs (nicht mit dem „raccoon dog“ zu verwechseln, denn so wird der Marderhund auf Englisch genannt). Diese Jagdmetho-

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de ist genauso wenig mit dem deutschen Jagdrecht in Einklang zu bringen wie die in den USA sehr gängige Verwendung von Klemmfallen, also Fallen, die einen nach Nahrung suchenden Waschbären an einer Prante einklemmen und ihn so an den Platz binden, bis er am nächsten Morgen erlegt werden kann. Wenn man alle amerikanischen Jagdmethoden, die dem deutschen Jagdrecht und der deutschen Waidgerechtigkeit widersprechen, ausschließt, dann bleiben eigentlich nur drei Möglichkeiten, diese Neozoen hier in Deutschland zu bejagen: beim Ansitz an der Kirrung oder am Wechsel, mit der Lebendfalle und, man höre und staune, per Ruflockjagd. Während die ersten beiden Arten in Deutschland bei dem passionierten Raubwildjäger durchaus gängige Praxis sind, ist die Ruflockjagd hierzulande fast gänzlich unbekannt und wird eigentlich nicht praktiziert. Das ist schade, denn die Ruflockjagd ist eine der spannendsten Jagdarten überhaupt und bietet bei recht wenig Aufwand durchaus ansehnliche Erfolge. Gerade in Revieren, in denen die Sauen stark zu Schaden gehen und Waschbären an der Kirrung meist pardoniert werden, um Schwarzwild nicht vor dem Anwechseln schon durch einen Schuss zu vergrämen, bietet die Ruflockjagd eine besonders interessante Alternative zum Ansitz.


Die Waschbären in Deutschland gehören entweder zu den Nachkommen der Tiere, die während des 2. Weltkrieges aufgrund eines Bombentreffers aus einer Pelzfarm bei Straußberg (Brandenburg) entkommen konnten, oder zu der winzigen Population, die in den 1930-er Jahren bei Kassel „zur Bereicherung der heimischen Fauna“ ausgesetzt wurde und sich seitdem unbeeinträchtigt und rasant ausbreitet. Ich bin kein Wildtierbiologe und daher überlasse ich die Diskussionen über Fauna-Verfälschung und Einfluss der Neozoen auf die heimische Tierwelt den Fachleuten; für mich als Jäger zählt der Waschbär zum jagdbaren Raubwild und allein deshalb stelle ich ihm nach. Das letzte Wochenende im März ist für mich jedes Jahr der Waschbärjagd gewidmet. Zum einen sind in allen Bundesländern die Waschbären noch frei, zum anderen ist der März außerdem aus einem anderen Grund ein exzellenter Monat zur Waschbärjagd: Je nach Wetterlage halten Waschbären im Dezember und Januar eine Winterruhe – bei großer Kälte und Schnee sind sie nicht aktiv und werden im Revier so gut wie gar nicht gesehen, da sie irgendwo wohlig eingerollt in ihren Schlafhöhlen die kalte Zeit verschlafen und diese nur im äußersten Notfall zur Nahrungssuche verlassen. Der März ist in unseren Breiten relativ sicher schneefrei, die Waschbären beenden ihre Winterruhe und sind hungrig. Draußen ist der Tisch allerdings noch nicht so reichlich gedeckt, so dass sie regelmäßige, nächtliche Gäste an Kirrungen und auch sonst die Nächte hindurch sehr aktiv auf Nahrungssuche sind. Eine optimale Zeit also auch für die Fangjagd. An diesem Wochenende bin ich zu Besuch bei Freunden in einem wunderschönen, leicht hügeligen Revier bei Bad Sooden-Allendorf in Thüringen. Luftlinie be-

trägt die Entfernung nach Kassel etwa 40 km und so befindet sich dieser schöne Flecken Erde im absoluten Waschbär-Kerngebiet. Lena, die Pächterin, erzählt mir, dass sie hier jährlich zwischen 60 und 70 Waschbären erlegen. Direkt nach meiner Ankunft fahre ich mit Lena eine Runde durchs Revier und wir stellen an den besten Plätzen insgesamt 4 Fallen auf. Der Plan für das Wochenende ist, des Nachts an Kirrungen anzusitzen, alle Fallen die Nächte hindurch fängisch zu stellen und zusätzlich noch am frühen Vor- und späten Nachmittag zu versuchen, einige Kleinbären durch akustische Reize zu locken. Mir steht also ein sehr intensives Jagdwochenende bevor. Gegen 21 Uhr geht es dann zum Ansitz. Die Kanzel, von der aus ich heute in der ersten Nacht mein Glück versuchen will, ist geräumig und steht ca. 30 m von einer Kirrung entfernt, die wie eine kleine Insel mitten in einem Wald liegt und an der in den letzten Tagen emsiges Treiben mit teilweise bis zu vier Waschbären zeitgleich herrschte, wie Bilder der hier aufgehängten Wildkamera eindrucksvoll beweisen. Auch Dachs und Sau gaben sich in den letzten Nächten ein Stelldichein! Die Kirrung ist, auch bei nicht optimalem Mond, gut zu überblicken und mit meinem 56er-Minox-Fernglas sollte es problemlos möglich sein, Waschbären einwandfrei anzusprechen und vom Dachs zu unterscheiden. Meine potentielle Schussschneise ist recht groß und so besteige ich bei Dunkelheit die Kanzel, mache es mir dort oben bequem und harre der Dinge, die da kommen sollen. Und sie kommen schnell. Der Mond steht ausreichend hell als silberne Sichel am Himmel, die Sicht ist ordentlich und schon nach 40 Minuten nehme ich eine Bewegung am Rand der Kirrung wahr. Sollte das etwa wirklich schon ein Waschbär sein? Ein Griff zum Fernglas bringt die Gewissheit! Noch von Ästen und Baumstümpfen verdeckt, sitzt er ein paar Schritte im Wald und sichert auf die Freifläche vor sich. Ich nehme die Steyr-Mannlicher im Kaliber .222, mache mich schussfertig. Im Zielfernrohr kann ich gut seine Umrisse erkennen, obwohl er noch im Schatten des Waldes verweilt. Keine 3 Minuten später zieht er plötzlich in dem unverkennbaren, schaukelnd-wippenden Gang der Waschbären auf die Kirrung hinaus. Kurz bevor er die ersten Maiskörner und sonstigen Leckereien erreicht, hält er kurz inne, steht breit und ich schieße. Ein Knall, ein Blitz – dann Stille! Wie immer bei der Nachtjagd sehe ich zunächst mal nichts. Die typischen Gedanken: „Ich war gut drauf, bin gut abgekommen, er müsste liegen“ gehen mir durch den Kopf und als die obligatorische 5-Minuten-Frist verstrichen ist, baume ich ab und gehe zum Anschuss – und da liegt er: der erste Waschbär dieses Jagdwochenendes. Ja, ich sollte eigentlich noch sitzen bleiben und abwarten, es könnte ja noch etwas kommen, aber ich will

Waschbär Locken

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Diana nicht zu sehr herausfordern. Ich bin glücklich, zufrieden und ehrlich gesagt auch ziemlich müde, so dass ich, nachdem ich mir einige Besinnungsmomente gegönnt habe, mich daran mache, den Waschbären aufzubrechen und zu versorgen, denn dieses Wochenende soll auch im Zeichen der Wildbret-Gewinnung stehen. Dann packe ich zusammen und fahre in mein nahegelegenes Hotel. Müde, aber zufrieden falle ich ins Bett. Früh am nächsten Morgen steht die Inspektion der Fallen an. Ich habe drei meiner selbst gebauten Fallen mitgebracht, die auf Basis der Weka-Falle von Andre Westerkamp allesamt mit einem Mausefallen-Auslöser versehen und speziell für den Fang von Waschbären konzipiert sind: der Köder befindet sich hinter einem kleinen Durchlass, den eigentlich nur Prantengreifer wie der Waschbär erreichen, wodurch sie die Falle auslösen können. Lena hat außerdem noch eine klassische Wippbrett-Durchlauffalle zur Verfügung gestellt. Alle Fallen haben wir am Vorabend mit Marshmellows und Bananenchips bestückt – unwiderstehlich für jedes Schleckermaul. Schon bei der ersten Falle, die ich diesen Morgen aufsuche, ist aus der Ferne gut zu erkennen, dass sie geschlossen ist. Aber hat sich auch ein Bär gefangen? Das knurrende Fauchen, das mir entgegenschlägt, als ich leicht auf die Falle klopfe, beantwortet die Frage. Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, Raubwild aus einer Lebendfalle abzufangen. Ich persönlich habe gerade beim Waschbären die besten Erfahrungen damit gemacht, die Falle einfach auf eine freie Fläche zu ziehen und zu öffnen, um dann mit der Flinte in 20 Metern Entfernung zu warten. Da bisher bei mir noch

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kein einziger Waschbär sofort nach Öffnen der Falle versucht hat, das Weite zu suchen, habe ich immer genug Zeit, einen angemessenen Abstand zur Falle zu finden und dort zu warten. Im Gegenteil machen Waschbären eher wenig Anstalten, die Falle zu verlassen und so greife ich zu einem Trick: nachdem ich meine Position bezogen habe, lasse ich mit meinem Waschbärlocker das rauhe Kreischen der Waschbären erklingen, was fast immer den in der Falle sitzenden Waschbären veranlasst, mal nachzuschauen, was da los ist. Neugierde kostet eben nicht nur die Katze das Leben, sondern auch den Waschbären. So auch jetzt! Die beiden nächsten Fallen sind offen und leer, der Köder wurde auch nicht angerührt. Ich fahre weiter zur letzten Falle, die zu meiner Freude genau wie die erste besetzt ist. Da diese Falle mitten im Wald an einem Wechsel steht, ist das Abfangen mit der Flinte hier nicht möglich und ich entscheide mich für die Kleinkaliberpistole, die ich für solche Fälle eigens mit Shotshell- Munition, also quasi Schrotpatronen in .22 lfB, bestücke. Was für ein gelungener Auftakt zur Jagd – ich bin gerade einmal 12 Stunden hier und 3 Waschbären liegen auf der Strecke. Da ich die bisher erlegten Waschbären noch versorgen und die jeweils nötigen Proben für die Trichine-Untersuchungen entnehmen muss, lasse ich die Ruflockjagd diesen Vormittag ausfallen. Viel ist nicht dran an so einem Bären, aber jeweils die beiden Keulen, die von einer ansehnlichen Fettschicht umgeben sind, möchte ich später kalt räuchern oder als Braten verwenden und da, wo es die Trefferlage erlaubt, entnehme ich das Rückenfilet für Gulasch. Ich freue mich auf die Lockjagd am Nachmittag, denn die Ruflockjagd auf den Waschbären birgt einige Besonderheiten und unterscheidet sich nicht unwesentlich von der


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Lockjagd auf anderes Raubwild. Das hängt damit zusammen, dass Waschbären, so habe ich in Amerika gelernt, nur in Ausnahmesituation auf Klagelaute potentieller Beutetiere reagieren, so wie es zum Bespiel Füchse zu tun pflegen. In ihrer angestammten Heimat, den USA, teilen sie sich den Lebensraum mit Rotluchs, Wolf, Kojote, Puma, Schwarzbär, Adler und Alligator – allesamt größere Beutegreifer als sie selbst. Zu ebener Erde ist der Waschbär nun auch nicht gerade das, was man einen grazilen Sprinter nennt, und ist, auch wenn er ein tapferer Kämpfer ist, allen anderen Raubtieren am Boden unterlegen. Wenn also ein Waschbär auf Klagelaute von Hase oder Kaninchen z.B. zustehen würde, wäre die Gefahr, dann bei der Beute auf einen größeren und stärkeren Konkurrenten zu treffen, einfach zu groß. Die sinnvollste und vielversprechendste Methode, Waschbären tagsüber zu locken, ist die Verwendung arteigener Laute. Und hier haben sich besonders zwei Lautäußerungen der Waschbären bewährt: zum einen der Welpenstressruf und zum anderen der Rüdenkampfschrei, die beide das ganze Jahr hindurch eingesetzt werden können. Ich verwende den Welpenstressruf, da er nicht ganz so aggressiv ist, meist beim Locken in der Nähe von Schlafbäumen, während sich der Rüdenkampfschrei besonders gut an Kirrungen eignet. Denn dort, wo zwei erwachsene Tiere sich vermeintlich streiten, kann es eigentlich nur um Futter gehen. Kaum ein Waschbär will seinen Artgenossen einfach so einen Leckerbissen überlassen, sondern wird abbau-

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LOCKJAGD UND INSTRUMENTE In seiner ursprünglichen Heimat Mittel- und Nordamerika hat der Waschbär – anders als bei uns – einige natürliche Fressfeinde, wie zum Beispiel Kojoten, Pumas, Alligatoren und Adler. Daher ist es leicht verständlich, dass Waschbären sehr, sehr selten nur auf Klagelaute reagieren, denn die Chance, dann bei der potentiellen Beute auf einen der oben genannten Feinde zu treffen, ist einfach zu groß. Waschbären lassen sich daher am geeignetsten mit arteigenen Lauten locken und dazu zählen in erster Linie der Welpen-Stressruf und der Rüden-Kampfschrei. Da Waschbären von Natur aus extrem neugierig sind, werden sie versuchen, den Ursprung dieser Laute zu erkunden; zwei Waschbären zanken sich zudem meist um Futter, also gibt es dort, wo gezankt und gestritten wird, meist auch Essbares. Mit diesen Lauten kann man Waschbären mit etwas Glück sogar tagsüber aus ihren Schlafhöhlen locken, am vielversprechendsten aber in der Abenddämmerung oder in Vollmondnächten an einer schon seit längerer Zeit bestückten Kirrung. Ein Waschbär, der sich hier schon seit einigen Nächten den Bauch voll geschlagen hat, wird, wenn er an „seiner“ Kirrung vermeintlich andere Waschbären hört, selten zögern abzubaumen, um den Eindringling zu vertreiben. Aber vergessen wir nicht, dass sehr viele Faktoren Einfluss auf das Gelingen des Lockens haben: Nahrungsangebot, Waschbärdichte, Wetter, Baumbestand und vieles mehr. Es wird Tage geben, an denen gleich mehrere Tiere zustehen, dann wieder Wochen, in denen sich kein einziger Waschbär blicken lässt. In den USA wird neben elektronischen Lockgeräten (deren jagdlicher Einsatz in Deutschland nicht erlaubt ist) von den Firmen Flextone, Knight&Hale, Faulks, Primos, Zepp’s und Jonny Stewart auch eine Handvoll Mundlockgeräte angeboten. Seit einiger Zeit ist auch in Deutschland ein Waschbärlocker von der Firma Rottumtaler auf dem Markt, der ebenfalls ganz hervorragende Ergebnisse produziert.


⊳ Die schwarz-weisse Gesichtsmaske des Waschbären. Die Lockrufe verfehlten ihre Wirkung nicht und der Kleinbär kommt aus der Deckung

men und nachschauen. Lena kennt ihr Revier perfekt und hat einige alte knorrige Bäume als Waschbärbäume identifiziert. Besonders vielversprechend scheint mir ein alter, toter Baumstamm, der morsch und ohne Äste über zehn Meter in den Himmel ragt und oben durchlöchert und ausgehöhlt ist. Kratzspuren am Stamm verraten darüber hinaus die regelmäßige Anwesenheit der Kleinbären. Hier werde ich mein Glück versuchen. Da sich ein Schuss gegen den Himmel mit der Kugel verbietet, setze ich mich mit meiner Bockdoppelflinte, auf die ich ein Redring Sight montiert habe, in Schrotschussentfernung an. Tarnkleidung ist ein absolutes Muss, um nicht sofort entdeckt zu werden. Ich habe es mir auf einem Baumstumpf vor einem Baum so gut es eben geht gemütlich gemacht und lasse 15 Minuten Ruhe einkehren. Gut mit meinem Hintergrund verschmelzend starte ich mit dem Welpenstressruf, einer Art trällerndem Fiepsen und Keckern, mit dem ein junger Waschbär etwas melancholisch nach Artgenossen ruft. Für fast 2 Minuten lasse ich diesen Ruf so laut ich kann ertönen und dann nach einer kurzen Wartezeit gleich nochmal. Als sich nichts bewegt, lasse ich eine neue Serie ertönen. „Coons love volume“ (Waschbären haben es gerne laut), sagen die Amerikaner, d.h. man kann durchaus so laut es geht in die Locker tröten. Gebannt starre ich zwischen den Lockserien zu dem toten Baum hinauf, manchmal meine ich, eine Bewegung wahrzunehmen, dann wiederum bin ich mir nicht so sicher! Sehe ich dort Fell? War der dunkle Fleck zwischen den beiden Hölzern dort oben eben schon da? Extrem langsam und vorsichtig nehme ich mein Fernglas. Genau in diesem Moment bewegt sich dort der schwarze Fleck, dreht sich zu mir und ich erkenne klar dort oben die ebenso markante wie charakteristische schwarz-weiße Gesichtsmaske eines Waschbären. Meine Sinne und auch Nerven sind nun aufs Äußerste gespannt. Jetzt bloß keinen Fehler machen, keine ungeschickte Bewegung und auch keinen falschen Ton! Ich warte, bis sich der Kopf wieder von mir wegdreht, lasse das Fernglas sinken und greife langsam und ruhig zu meiner Flinte und meinem Locker. Im Halbanschlag lasse ich noch einmal eine Rufserie erklingen, stimme diesmal sehr fordernd das Kreisch-Konzert zweier streitender Waschbären an. Mein Trommelfell dröhnt und ich bin selber überrascht, wie laut dieser kleine Locker sein kann. Aber diese Schreie verfehlen ihre Wirkung nicht. Mit der Zurückhaltung des eben noch verschlafen wirkenden Waschbären dort oben ist es nun vorbei, er rappelt sich auf, wirft einen kurzen Blick in meine Richtung, um dann in einer Geschwindigkeit, die man diesen eher pummelig wirkenden Tieren gar nicht zutraut, kopfüber den Baum herunterzuklettern. Ich bin im Anschlag, ziehe mit, der leuchtende holografische Kreis des Redring umschließt den Waschbären und der Schuss bricht. Für den Bruchteil einer Sekunde ist es, als stünde die Zeit still, und noch während das Echo des Schusses verhallt, lösen sich die Krallen des längst verendeten Bären aus der Rinde und die Schwerkraft zieht ihn zu Boden. Lockjagd auf Waschbären – was kann es Spannenderes geben?

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Fotos (alle):Hofer-Lukic

Die Naturwelten Steiermark Lehrreiche Erlebnisse für Groß und Klein In Mixnitz, dem Tor zum Almenland, im Bezirk Bruck-Mürzzuschlag eröffneten im Juli 2021 die „Naturwelten Steiermark“ – ein Leuchtturmprojekt der steirischen Jägerschaft zur Förderung des gegenseitigen Verständnisses für die Interessen von Jagd und Gesellschaft. Die „Naturwelten Steiermark“ sind ein modernes Bildungs- und Dialogzentrum mit den Schwerpunkten der jagdlichen Aus- und Weiterbildung für die steirischen Jäger/-innen sowie der pädagogischen Wissensvermittlung für Kinder, Jugendliche, Familien und Naturinteressierte. Im Fokus steht zeitgemäße und erlebnisorientierte Aufklärungsarbeit zu Themen rund um Jagd, Biodiversität und Kulturlandschaft mit dem Ziel Möglichkeiten aufzuzeigen, wie man selbst positives zum Erhalt unserer Natur beitragen kann. Das neuartige Bildungszentrum hilft beim Lesen der Natur und lässt Jung und Alt tief in die faszinierenden Zusammenhänge der heimischen Natur blicken. Kinder und Jugendliche setzen sich interaktiv mit den Themen Klima, Umwelt, Wald, Natur und dessen Bewohnern auseinander. Besucher erfahren, wer wo und wann brunftet oder balzt, wie Fuchs und Dachs wohnen und was das Reh mit den heimischen Baumarten und dem Rohstoff Holz zu tun hat. Neben der kindgerecht ausgestatteten Waldwerkstatt gibt es eine Forscherwerkstatt mit spannenden Experimenten, in welchem die Kinder lernen wie vielfältig der Werkstoff Holz ist und wie sie ihr eigenes Werkstück, z.B. ein Vogelhäuschens oder den eigenen Pfeil

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und Bogen, anfertigen. Auf der dahinter liegenden Freifläche befindet sich ein Erlebnisareal mit 30 Naturstationen und ein direkt angrenzendes Waldstück. Alle Stationen sind nach unterschiedlichen pädagogischen Zielsetzungen ausgerichtet. Mittels schulgerechter Führungen durch das Erlebnisareal erfolgt eine interaktive und fundierte Wissensvermittlung für Kinder und Jugendliche sowie Jägerinnen und Jäger. Daher sind die „Naturwelten Steiermark“ eine Anlaufstelle für Schulen, Kindergärten und andere Bildungseinrichtungen und bieten außerdem ein unverfälschtes Naturerlebnis für die gesamte Bevölkerung. Im Erlebnisareal werden zudem Waldnachmittage im angrenzenden Waldstück, Naturseminare und Workshops zu den Themen Kräuterpädagogik, Pilze bestimmen  oder  Gamswanderungen  abgehalten. Kindern wird die Gelegenheit geboten, in die Welt des Fuchses einzutauchen, in einer warmen Felsnische den Mur-


meltierschlaf zu üben oder auch einen abenteuerlichen Geburtstag hier zu zelebrieren. Versorgt mit gesunder Jause lernen die Kinder den Wald und seine Bewohner im Laufe des Jahres kennen und beobachten, was sich in der Natur alles verändert. Viermal im Jahr wird bei geführten Ausgängen das bewusste Erleben und Erfahren der Umwelt vermittelt, ein Tier und eine Pflanze werden über das Jahr hinweg erforscht. Das Verständnis für das Waldökosystem wird vertieft und die Auswirkungen des Klimawandels werden beleuchtet. Ein Besuch der Naturwelten benötigt immer eine Buchung im Vorhinein, da jeder Interessierte von speziell ausgebildeten und zertifizierten Wald- und Jagdpädagogen/-innen, welche meist selbst aktive Jäger/-innen sind, beglei-

tet wird. Bei der Gestaltung des Erlebnisareals mit den 30 unterschiedlichen Stationen wurden rund 3.700 heimische Sträucher, Stauden und Bäume gepflanzt und rund 11.000 m² Blumenwiesen gestaltet. Alte und wilde Obstsorten laden zum Verkosten und Wiederentdecken einzigartiger Aromen und selten gewordener Früchte ein. Ziel ist durch gemeinschaftliches Arbeiten die sozialen, feinmotorischen und räumlich-visuellen Kompetenzen der Kinder zu fördern. Die Programme und Führungen sind zudem auf das Alter und die Vorkenntnisse der jungen Besucher abgestimmt. „Natur erleben, verstehen und bewahren“ – dieses Leitbild wird in den „Naturwelten Steiermark“ für alle Altersklassen und Besuchergruppen erlebbar und greifbar gemacht.

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Jäger und Schloss Judenburg Hausherr Anton Hochstöger ist begeistert vom neuen RAV4.

RAV4 auf Schleichfahrt TEXT & FOTOS: CHRISTIAN HUEMER

Als er 1994 erstmalig präsentiert wurde, brachte der Toyota RAV4 die Welle der SUV ins Rollen. Nach zehn Millionen Verkäufen weltweit geht er als Hybrid mit einem lautlosen Antrieb im Revier auf Schleichfahrt. Lautlos im Revier auf zwei Tonnen mit einer 4,6 Metern Länge? Machbar. Vorausgesetzt es wird im neuen Toyota RAV4 mit Plug-in Hybrid Platz genommen. Das neue Flaggschiff der Hybrid-Antriebspalette zeigt, dass auch ein gestandener SUV mit gehörig Nachhaltigkeit sparsamer sein kann, als viele kleinere Kollegen mit Verbrenner. Die lautlose Schleichfahrt beziffert der Hersteller mit voller Batterie auf eine Reichweite von bis zu 75 Kilometern. Aber auch mit leerer Batterie geht es danke dem 55-Liter-Benzintank

noch ein gehöriges Eck weiter. Abhängig von der gewählten Beschleunigung schaltet sich der Benzinmotor automatisch zu, der Hybrid regelt ohnedies alles von selbst. Allradantrieb, 306 PS sowie Automatikgetriebe verwandeln den Toyota in ein sorgloses und stimmiges Rund-um-Paket der sich serienmäßig mit 19-Zoll-Alufelgen, Lederausstattung und belüfteten Vordersitzen auch großzügig zeigt. Zusätzlich ist die neue Generation mit dem aktivem Sicherheits- und Fahrassistenzsystem Toyota Safety Sense bestückt. Dieses warnt etwa bei gefährlichen Situationen und reagiert mit Lenkrad- sowie Bremsunterstützung. Ein Notbremsassistent mit Abstandswarner ist ebenso Serie, bis zu 80 km/h können auch Fahrradfahrer und Fußgänger erkannt werden. Selbst ein Geschwindigkeitsbegrenzer, Tempomat und adaptiver Geschwindigkeitsassistent sind mit an Bord. Von der Frontkamera erkannte Tempobeschränkungen können auch gleich für den Tempomat übernommen werden. Das großzügige Angebot setzt sich im über den gesamten Innenraum bis ins Heck fort. So hat der Kofferraum auf beachtliche 580 Liter zugelegt, bei umgeklappter Sitzbank stehen gigantische 1.690 Liter zur Verfügung. Zur Verfügung gestellt von: Autohaus Sapper - Bundesstrasse 90 8740 Zeltweg www.sapper.co.at

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Mit dem „Hubertus“ auf zur Jagd! Fotos: Allradwerk.at

Das richtige Auto kann für eine Jägerin oder einen Jäger fast genauso wichtig sein, wie die richtige Ausrüstung und ein treuer Jagdhund. Es geht zum Jagdgebiet ins Gelände und das ist oft auch für Geländewagen eine ziemliche Herausforderung. Das Allradwerk in St. Gilgen hat die richtige Antwort auf die Frage, mit welchem Auto geht es am besten zur Jagd. Die Antwort heißt einfach „Hubertus“. Der „Hubertus“ ist ein umgebauter und restaurierter Puch G 230 GE Geländewagen der es in sich hat. Diverse Umbauten wie z.B Der wunderbar umgebaute Puch G erfüllt alle Anforderungen die sich im Gelände stellen und ist ein idealer Begleiter für die Jagd. Der Puch G 230 GE Yukon, ebenfalls vom St. Gilgener Allradwerk restauriert und umgebaut, eignet sich wieder vor allem für Expeditions- oder Trophy-Fahrer. Die

Allradspezialisten haben bei dem Puch G Yukon folgendes installiert: Der Puch G ist ja schon an und für sich ein Geländewagen, der alle anderen am Markt befindlichen in den Schatten stellt. Was das „Allradwerk“ als Variante Hubertus und Yukon anbieten, ist fast schon sensationell. Umrüstung auf MT Bereifung (ein Höhengew. von ca. 5 cm) » Ladeflächenbeschichtung in Wagenfarbe » Anfertigung eines Windenbockes für mobile Seilwinde » Verkabelung für mobile Seilwinde » Mobile Seilwinde 2to (24V) mit 30m Kunststoffseil » Nachrüstung von 2 Gewehr Halterungen hinter dem Fahrer und Beifahrersitz KONTAKT: WWW.ALLRADWERK.AT

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Vom Wald ins Feld TEXT & FOTOS: WERNER KUHN

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ehwild lebt in nahezu allen Lebensräumen der Kulturlandschaft, vom Wald, am liebsten in Gemischtsrukturen, die durchaus auch Siedlungsnahe sein können aber auch als Feldrehe in der offenen Agrarlandschaft. Wobei letztere in einigen Revieren verschwunden sind, was nicht nur mit der Lebensraumveränderung zusammen hängt. Hier spielt die Art und Weise der Bejagung sicherlich eine maßgebliche Rolle. Reine Feldrehe verursachen keinen Verbiss im Wald da sie ganzjährig in der Feldflur leben. Sie nutzen zwar das Deckungsangebot der Feldfrüchte wie Mais und Getreide während der Vegetationszeit, sowie auch die Zwischenfruchtflächen im Herbst und Winter. Aber letztendlich ist ihre Strategie Weitsicht und Distanz bezüglich der Feindvermeidung. Im Gegensatz zu zusammenhängenden Waldgebieten die das Rehwild kaum verlässt nutzt Rehwild in Gemischtgebieten bestehen aus Wald, Hecken und Offenland den gesamten Lebensraum. Mit Beginn der Einstandskämpfe und der Setzzeit verteilt sich das Rehwild auf die gesamte Revierfläche, da jetzt Raps und Getreide ausreichend Deckung bieten. Zu die-

Gut versteckt: Bei solcher Deckung ist dieses Reh nicht auf den Schutz des Waldes (Hintergrund) angewiesen. Seite 64

ser Jahreszeit nimmt die Rehwilddichte im Wald ab. Weniger Rehwild im Wald heißt aber auch weniger Verbiss an Jungtrieben. Während der Vegetationszeit ist dieser Umstand sicherlich nicht von allzu großer Bedeutung da reichlich attraktive Äsung aus jungen Kräutern und Gräsern zur Verfügung steht. Mit Beginn der Getreideernte wendet sich das Blatt wieder, denn jetzt verschwinden Tag für Tag ein Einstand nach dem anderen. Den Abschluss bildetet die Maisernte und damit auch den Verlust der letzten Deckung in der Feldflur. Der Zwischenfruchtanbau mit hochwüchsigen Mischungen und vorausgesetzt einem frühzeitigen Saattermin damit sich die Bestände auch entwickeln


können, kann auch wieder temporäre Lebensräume bieten. In der Praxis ist es allerdings meist so, dass oftmals die Aussaat erst Ende August anfangs September erfolgt wodurch die Zwischenfruchtbestände kein ausreichendes Längenwachstum mehr erreichen und damit dem Rehwild zu wenig Deckung bieten. Die Trockenheit der letzten Jahre hat ihr übriges dazu getan. Somit zieht sich Rehwild, dass in Gemischtgebieten beheimatet ist spätestens nach der Maisernte wieder in den Wald zurück und verursacht meist in Abhängigkeit von der Bestandsdichte Verbissschäden an Trieben und Knospen. Daraus resultiert die Forderung der Waldbesitzer mehr Rehe zu schießen. Wer den Wald im Blick hat wird sicherlich unschwer feststellen, dass wir die meist mögliche Naturverjüngung der Bäume in vielen Regionen dringend brauchen. Ein Baustein für Lösungsansätze wäre es mehr Reh-

Mehrjährige Energiepflanzen (r.) bieten deutlich früher im Jahr hohe Deckung als etwa Mais.

wild der Population einen Glanzjahreslebensraum in der Feldflur zu ermöglichen – Rehe die im Feld leben verbeißen nicht im Wald. Dazu müssen allerdings die zwei wesentliche Faktoren wie Jagdstrategie und Lebensraum -verbesserung in der Feldflur berücksich-

tigt werden. Die üblichen Ackerkulturen bieten in den Sommermonaten meist einen akzeptablen Lebensraum für das Rehwild, aber um sie teilweise ganzjährig in der Feldflur zu halten bedarf es ein genaueres Betrachten der Strukturen. Hecken und Feldgehölze sind als Neuanlagen nur schwer umzusetzen, aktuell nur im Rahmen von Ausgleichsmaßnahmen. Lohnend und oftmals leichter in der Umsetzung gelingt die Optimierung bereits bestehender Windschutzstreifen und Feldgehölze. Der erste Ansatz wäre die bestehende Struktur durch gezielte Pflegeeinsätze zu optimieren, dass heißt im unteren Bereich zu verdichten. Mit der Anlage eines mehrjährige Blühstreifens als Ergänzung entsteht ein passabler Ganzjahreslebensraum. Hier bieten sich Stilllegungsflächen oder Agrarumweltmaßnahmen der Länder an. Bei den Stilllegungsflächen ob freiwillig oder im Rahmen des Greenings ist der Landwirt frei in der Mischungswahl, das heißt er kann aussähen was er möchte.Durch gezielte Mischungswahl können mehrjährige, bis knapp zwei Meter hohe, dem Rehwild gerechte Strukturen in der Feldflur geschaffen werden. Einen Haken hat die Sache jedoch, solche Flächen unterliegen der jährlichen Mulchpflicht. Mit einer Ausnahmegenehmigung die mittlerweile unkompliziert von den Landwirtschaftsämtern oder Kammern erteilt werden lässt sich diese geförderte Zerstörung von Wildtierlebensräumen etwas abmildern. Auch die Kreisjägerschaften können als anerkannter Naturschutzverband Anträge zur Befreiung von der Mulchpflicht erteilen, die der Landwirt dann bei einer Vorortkontrolle vorlegen kann. Somit kann der Landwirt selbst entscheiden in welchem Turnus er die Pflegemaßnahme durchführt. Entweder mulcht der Landwirt jährlich die Hälfte der Fläche oder jedes zweite Jahr den ganzen Bestand. Letzteres führt aber dann wiederum zum kompletten Verlust der vertikalen Struktur. Ein großes Potential zur Schaffung von Wildtierlebensräumen hätten die mehrjährigen Blühflächenprogramme der einzelnen Bundesländer. Diese haben eine Standzeit von fünf Jahren. Während der Laufzeit dürfen diese Flächen nicht gemulcht werden, das heißt fünf Jahre Ruhe

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Ein Ziel des Jagd-Raum-Konzepts: Üppige Naturverjüngung, hier im Revier des Autors.

Die Artenzusammensetzung der Saatmischungen ist entscheident, ob der Bestand als Rehwilddeckung taugt oder nicht. Hier würde sich kein Stück sicher fühlen.

auf der Fläche. Folglich könnte sich mit Hilfe der Blühflächenprogramme mehrjährige Lebensräume in der Feldflur entwickeln. Doch weit gefehlt, schaut man sich die Artenzusammensetzung der Mischungen an so sind diese zwar oftmals sehr Artenreich,bestehend aus ein-zwei- und ausdauernden Arten, aber sie erreichen durch die Pflanzenarten bedingt meist nur einen hüfthohen Aufwuchs. So werden auch immer noch Mischungen mit sehr hohen Gräseranteilen sowie Sonnenblumen und Senf für das erste Standjahr vorgegeben, aber auch hier wächst nur Rehwild taugliche Deckung nach der ersten Vegetationsperiode.Für Hase, Rebhuhn und andere Vogelarten ein wertvoller Lebensraum der den Bedürfnissen dieser Arten in vielen Bereichen gerecht wird. Für das Rehwild allerdings ist es nur ein guter Sommerlebensraum mit vielfältigen Äsungsmöglichkeiten, aber die notwendige Deckung gibt es wenn überhaupt nur im ersten Winter durch abgestorbene Sonnenblumen und Malven. In den Folgejahren fehlt es dann an den hochwüchsigen, mehrjährigen Pflanzenarten wie Rainfarn, Beifuß und Wilde Karde. Diese und andere mehr erreichen eine Wuchshöhen von bis zu zwei Metern ab dem zweiten Standjahr und bilden auch bei hohen Schneelagen stabile Bestände. Es wäre ein leichtes, den Mischungsanteil der mehrjährigen hochwüchsigen Arten zu erhöhen um die notwendige Dichte und das Höhenwachstum zu erreichen. Dies hat allerdings zur Konsequenz, dass die niederwüchsigen und lichtbedürftigen Arten sich nicht ausreichend entwickeln und somit die Flächen artenärmer werden. Ein möglicher Lösungsansatz wäre es ab einer Schlaggröße von ca. einem Hektar zwei sich bezüglich Dichte

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und Höhenwachstum unterschiedliche Mischungen aus zusähen oder zumindest in Teilbereichen durch Handaussaat einzelne Bereiche mit dichteren Strukturen zu schaffen. Das hilft nicht nur dem Rehwild und dem Fasan, sondern dient auch Braunkehlchen, Sumpf- und Deichrohrsänger als Bruthabitat da ihre angestammten Bruthabitate –


die Hochstaudenflur aufgrund des Pflegewahnsinns größtenteils nicht mehr existieren. Im Rahmen der Agrarumweltprogramme der Bundesländer sind die auszusäenden Mischungen vorgeschrieben, dass heißt der Landwirt darf nur diese Mischungen aussäen. Bei der Vorortskontrolle werden die Lieferscheine kontrolliert. Die eigene Erfahrung hat über die Jahre gelehrt, dass Rehwild ganzjährig in der Feldflur seine Einstände in strukturreichen Flächen hält. Die Jagd auf Rehwild an und in Blühflächen verlangt wenn die Strategie erfolgreich sein soll, Rehwild im Feld ganzjährig zu binden, höchste Sensibilität. Das heißt nicht, die Jagd einzustellen. Raubwild muss dort bejagd werden und zwar intensiv! „Denn nur wer nicht gefressen wird

Selektive Abschüsse wie etwa dieser abnorme Erntebock sind natürlich auch an den Feldeinständen möglich, das Gros sollte aber im Waldteil erlegt werden.

Werden entsprechende Flächen nur in Teilen bearbeitet, fallen sie nicht komplett als Deckungsstruktur aus.

kann schöner wohnen“. Der Rehwildabschuss sollte sich auf kranke und schwache Stücke beschränken. Auch den Ausnahmebock kann man erlegen, wenn das alles ohne „Zuschauer“ läuft. Rehe lernen auf welchen Flächen Jagddruck herrscht und wo Ruhe ist. Durchdachte Jagdstrategie hilft, dass Rehwild in der Feldflur auch tagsüber sichtbar ist und dass, erfreut auch die Menschen die mit der Jagd nichts am Hut haben, aber sie sehen heimische Wildtiere und das wird sehr wohl positiv wahrgenommen.Wer im Feld Rehe stehen hat tut sich leichter den Abschuss vermehrt im Wald zu erfüllen und damit seinen Beitrag zum Waldumbau zu leisten. Seite 67


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Europa bleifrei? TEXT & FOTOS: ANDREJ SIDENKO

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Im Vorhinein möchte ich es hiermit erwähnen, dass ich als Wiederlader und Jäger und meine Frau als aktive Büchsen-Jägerin nichts Prinzipielles gegen die bleifreien Geschosse haben. Mehr sogar: Keines der mit Antimonblei (anders genannt Hartblei) gefüllten (Jagd-) Geschosse könnte annähernd solch enge Herstellungstoleranzen betreffend Form und Gewicht aufweisen, wie es bei den auf den modernen CNC-Maschinen gedrehten Kupfer- oder Messingprojektilen die Regel ist. Deshalb sind solche bleifreien Geschosse den bleihaltigen in puncto Treffdichte/Präzision immer überlegen. Im Prinzip verwenden wir für die Jagd

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sowohl ordinäre bleihaltige als auch Kupfer- oder Tombakgeschosse ohne Probleme. Daher würde ich mich in dieser Frage als “unparteiisch” bezeichnen. Fürs Jagen also meiner Meinung nach kann ein bleifreies Projektil genauso gut passen wie ein ordinäres bleihaltiges. Umso mehr, da man in Europa jagdlich kaum weiter als auf 300 Meter schießt. Eine wirklich große Rolle spielen die mit kleinstmöglichen Maßtoleranzen und perfekt von der aerodynamischen Form her gesehen gedrehten bleifreien Projektile bei diversen Long Range Schießbewerben, bei den Spezialisten


von Militärs und von diversen Antiterroreinheiten, wo man das Ziel manchmal auf den Distanzen von weit über 1000 Meter sicher und tödlich treffen muss. Jetzt aber zur aktuellen Lage. Seit einiger Zeit beschäftigt man sich in den Hochgremien der EU mit einem “dringenden”, “akuten”, “ernsten” Problem: So bald wie möglich, das Blei in den Geschossen aller Art und bei der Herstellung von Schrot zu verbieten. Selbstverständlich sollte es nur die zivilen Verbraucher wie Sportschützen und Jäger, treffen -- natürlich nicht die Militärs, um Gottes Willen! Naja was kann wohl in diesem konkreten historischen Moment wichtiger sein? Sonst gibt es ja in den Ländern der Europäischen Union gar keine Probleme, das sieht ja doch jeder… Eine Organisation der EU, sogenannte “Europäische Chemikalienagentur” oder abgekürzt ECHA, die unter dem lobenswerten Motto “Gemeinsam mit unseren Partnern arbeiten wir daran, die sichere Verwendung von chemischen Stoffen zu gewährleisten” handelt, schlägt ein komplettes Verbot der bleihaltigen Munition. Interessanterweise wird so ein Bleiverbot auch Fischer betreffen, ein Zitat: “Fischerei, Blei in Angelgewichten und Ködern: Verbot des Inverkehrbringens und der Verwendung (mit Übergangsfristen je nach Art und Gewicht: Gewichte und Köder ≤ 50 g: drei Jahre) Gewichte und Köder > 50 g: fünf Jahre)” Bemerkenswert ist dabei, dass die Europäische Kommission die oben erwähnte seine eigene Agentur ECHA im Jahre 2019 beauftragt hat, Zitat: “... die Verwendung von Blei in Munition und in der Fischerei zu untersuchen und bei Bedarf Beschränkungen vorzuschlagen” Die Untersuchung umfasst folgende Themen: Jagd, Sportschießen, Schießen mit historischen Waffen, Fischerei. Hier will ich den verehrten Leserinnen und Lesern noch ein Zitat nicht vorenthalten: “Militärische Verwendungen von Bleimunition, zusammen mit anderen nicht-zivilen Verwendungen von Bleimunition, wie z. B. durch Polizei und Zollkräfte, sind nicht im Umfang der Untersuchung enthalten” (siehe hier: https://echa.europa.eu/de/hot-topics/lead-in-shot-bullets-and-fishing-weights). Was macht eigentlich Blei zu solch einem Stoff, der überall auf der Welt und für so lange Zeit bis Heute für die Herstellung der Geschosse verwendet wird? Gleich mehrere Faktoren spielen da glücklich zusammen: 1. Blei (Pb) hat eine recht hohe Materialdichte von 11,342 g/cm3 und schmilzt bereits bei 327,43°C; 2. Blei ist sehr weich; 3. Blei ist sehr günstig; 4. Blei ist Dank einer im Kontakt mit der Luft sofort entstehenden dichten Bleioxidschicht passiviert und daher chemisch relativ neutral.

Elementares Blei in kompakter Form ist für den Menschen nicht giftig. Allerdings wirken die gelösten Bleiverbindungen sowie Bleistäube, die durch Verschlucken oder Einatmen in den Körper gelangen können, toxisch. Daher ist es sehr wichtig, beim Zerwirken des erlegten Wildes peinlichst genau auf alle möglichen Bleipartikeln um die Einschusswunde herum und besonders auf der Seite des Austrittes des Restbolzens des Geschosses zu achten und alles betroffene Wildbret ohne Zweifel auszuschärfen. Wie die Erfahrung zeigt, kann es mehrere kleine Bleisplitter im Wildkörper geben, wenn das Geschoss auf das Blatt oder aufs Schultergelenk auftrifft. Der Sinn, das Blei durch angeblich wenig giftige Materialien wie (überwiegend) Kupfer und seine Legierungen (meistens Tombak und andere Messingsorten oder auch im Falle Schrot durchs Eisen oder durch die viel teureren Wismut- und Wolframlegierungen) für die Jagd zu ersetzen, ist meiner persönlichen Meinung nach recht selbsterklärend. Wenn man die allgemein zugänglichen Informationen über viel höhere Toxizität solcher durch Verwendung bleiferier Munition schnell entstehenden chemischen Substanzen wie Eisenoxide oder Eisenhydroxide, Kupfer(I)-oxid und anderer chemischen Verbindungen

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bedenkt und dabei die genauso allen offen stehende Information über die biologische Unbedenklichkeit von dem durch Bleioxidschicht passivierten Blei in Erwägung zieht, dann bleibt einem nur eine logische Schlussfolgerung: Der Rubel (genauer gesagt, der Euro) soll rollen. Teurere Materialien - teurere Geschosse, teurere Geschosse - teurere Patronen. Die Munitionsriesen freuen sich. Und Jäger? Und Sportschützen? Die ersten werden die Pille schlucken, die zweiten dürfen (und sollen, so wie es ausschaut) aussterben. Im Großen und Ganzen ist dahinter nichts Negatives, aber der Weg, wie all das der jagenden Bevölkerung aufgezwungen wird ist meiner Meinung nicht akzeptabel. Vielmehr sollte man eine breite und konsequente Aufklärungsarbeit anstreben und den einfachen Jäger selbst entscheiden lassen, ob er oder sie wie mehrere Generationen von Vorfahren mit einem traditionellen bleihaltigen Geschoss die Beute erlegt, oder auf die bleifreien Projektile umsteigt. Eine eigene Sparte ist in diesem Fall aber das Sportschießen, insbesondere die (immer noch) olympischen Disziplinen. Der „Nichtblei-Schrot“ und die „Nichtblei-Geschosse“ werden Trap, Skeet, olympisches Kleinkaliberschießen insbesondere für Anfänger und für junge Sportler, die sich gerade noch auf der nationalen Ebene erfolgreich etablieren, so exorbitant teuer, dass diese Sportarten für die meisten Österreicher und Österreicherinnen finanziell untragbar werden. Man bedenke nur, wie viel Munition an einem einzigen Trainingstag verschossen wird. Ohne staatliche Unterstützung werden diese Sportarten also verschwinden, und eine solche Unterstützung wird es bei uns, befürchte ich, niemals geben. Es ist

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wohl jeden klar, dass Lasergewehrschießen mit dem sportlichen Schießen kaum etwas zu tun hat. Jetzt versuche ich die Rolle der Kassandra zu spielen und die Wahrscheinlichkeit der bleifreien Realität der näheren Zukunft in der EU einzuschätzen. Ich denke, es ist nicht einmal wirklich kompliziert, in diesem konkreten Fall ein Hellseher zu sein. Man sollte sich nur eine Frage stellen und diese mit Ehrlichkeit beantworten zu versuchen: Wer könnte dagegen sein? Die Politik einiger EU-Länder? Von solch einer Vermutung wird jedem vernünftigen Mitbürger nur ein nervöses Lächeln das Gesicht verzerren. Vielleicht kann die Waffenindustrie ihre mächtige Stimme dagegen erheben? Auf keinen Fall! Die bleifreien Geschosse beanspruchen das Material des Laufs deutlich stärker als die ordinären bleihaltigen. Bei Verwendung der hochwertigen präzise gedrehten bleifreien Projektile mit Führungsbändern ist der Laufverschleiß etwas geringer als beim Verschießen der gepressten, speziell etwas kleiner im Durchmesser dimensionierten bleifreien Billig-Kugeln – trotzdem werden aber die Läufe öfters ausgewechselt sein müssen. Da jubelt logischerweise die Industrie, genauso freut sich eigentlich jeder Büchsenmacher, da es seine Arbeit ist (abgesehen von modular gebauten Waffen, wo der Schütze den Lauf selbst innerhalb von ein paar Minuten wechseln kann). Werden sich die EU-Jäger oder zumindest Jäger in einem einzelnen EU-Land dagegen erheben? Die neueste Geschichte zeigt, dass so eine Vermutung zur Kategorie der Märchen gehört. Werden vielleicht die Sportschützen protestieren? Ich denke, dass es zu keinen aktiveren Protest-Maßnahmen seitens der Schützen und Sport-Funktionären kommt. Höchstens ist ein Meinungsaustausch im engen Kreis unter sich beim Tässchen Kaffee zu erwarten. Vielleicht wer-


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den einige der nationalen olympischen Komitees oder sogar das Internationale Olympische Komitee kraftvoll und wirksam dagegen protestieren? Allein bei solcher Vorstellung müsste ich grinsen. Das IOK hat ja mit dem totalen “russischen Doping” viel Wichtigeres zu tun. Und wenn man schon mit sich selbst ehrlich ist, könnte man nach Abwiegen der Geschichte und der Ten-

denzen der letzten 50 Jahren vermuten, dass das Abschaffen des Sportschießens mit Gewehr, Pistole und Flinte wohl ein reales auch durchs IOK verfolgendes Ziel sein könnte. Wie es zum Beispiel nach der Olympiade 1972 mit der noblen Disziplin Freies Gewehr Dreistellungskampf 300 m und nach der Olympiade 2016 mit solchen olympischen Disziplinen wie Freie Pistole 50 m, Kleinkalibergewehr liegend 50 m oder mit solch spannender Disziplin wie Doppeltrap geschah. Somit ist die bleifreie Zukunft in der EU sicher und unausweichlich. Im Zusammenhang damit werden wir in der nächsten Ausgabe der Steirischen Jägerin ein Interview mit einem renommierten heimischen Hersteller der höchst präzisen bleifreien Geschosse für Sport und Jagd veröffentlichen.

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Herbst der Harmonie

TEXT: CHRISTIAN HUEMER

Noch zu Beginn des Sommers flogen die Hackeln zwischen der Jägerschaft und der Landesregierung im Burgenland ziemlich tief. Vor Kurzem gab es nun aber einen Termin, in dem sich die Bezirksjägermeister und der Landeshauptmann auf die Gründung einer Arbeitsgruppe geeinigt haben. Ziel: künftig mehr Kompetenz für die Bezirksjägermeister. Von dem Resultat zeigten sich viele dann doch überrascht. Denn nach einer gemeinsamen Sitzung zwischen dem burgenländischen Landeshauptmann und sechs von sieben Bezirksjägermeistern Anfang September herrscht Einigkeit. Das war bekanntlich im Frühsommer noch anders, obwohl sich damals schon in der Jägerschaft leise Ambitionen regten, den angekratzten Draht zur Landesregierung zu kitten. Die Stimmen wurden in den letzten Wochen offensichtlich immer lauter und damit auch die Gewissheit, ohne Behörden und Landesregierung für die Jagd nicht effizient arbeiten zu können. Pikant: Bei der Sitzung mit dem Landeshaupt-

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mann waren auch jene Bezirksjägermeister zugegen, die noch vor Monaten mit dem Burgenländischen Jagdverband eine Verfassungsklage gegen das neue Jagdgesetz eingebracht haben. Die Klage ist noch aufrecht, die Einstellung scheint sich hingegen geändert zu haben. Angeblich soll vonseiten des Landes die Kompetenz der Bezirksjägermeister nicht nur erhalten, sondern sogar ausgeweitet werden. „Das Landes hat signalisiert, dass die Bezirksjägermeister mehr Kompetenzen als bisher bekommen. Konkret soll es dabei darum gehen, dass sie in den Abschussplan vorschlagen und erstellen, die Prüfungen bestimmen, wie auch Trophäenschauen abhalten“, weiß ein Insider. Die Kompetenz der Bezirksjägermeister soll gar über jener der Behörde stehen. Welche diese im Detail beinhalten soll, wird nun in einer Arbeitsgruppe, der alle sieben Bezirksjägermeister angehören, erarbeitet. Das Ergebnis Ende des Jahres der Landesregierung präsentiert werden. Im Jahr darauf, mit 31. Dezember 2022, endet dann auch die 70-jährige Geschichte des Burgenländischen Jagdverbandes. Wer die Aufgaben übernehmen wird, ist anhand der jüngsten Ereignisse noch offen. Passionierte Jäger aus dem Burgenland sprechen sich gegenüber der „Steirischen Jägerin“ schon in der Vergangenheit für einen Verein aus, „in dem die Jägerschaft proaktiv um der Jagd willen agiert und die Politik absolut draußen bleibt.“ Als absolute Priorität gelte die Aufrechterhaltung der Jagdkultur. Beim Gespräch zwischen den Bezirksjägermeistern und dem Landeshauptmann war der Burgenländische Landesjägermeister nicht zugegen. Er hält nach wie vor an der eingebrachten Verfassungsklage fest und will, wie in Medien berichtet, einen Verein gründen und ab Mitte 2023 den Jägern eine freiwillige Mitgliedschaft anbieten. Zudem sollen alle Vermögenswerte des Burgenländischen Jagdverbandes dann in den neuen Verein eingebracht werden. „Ein Unterfangen, das juristisch wohl kaum zu bewerkstelligen sein wird“, vermuten Beobachter. Unbeeindruckt zeigt sich davon das Land Burgenland, welches indessen voll auf die erwähnte Arbeitsgruppe und die daraus resultierenden Synergien ihr Vertrauen setzt. Jäger, die in den Prozess eingebunden sind, sehen in dem Zusammenspiel zwischen Bezirksjägermeisterschaft und Behörde eine absolute Chance für die Jagd: „Beide Seiten sind bemüht, Vorteile für jeden herauszuholen.“ In erster Linie wird es auch um die Anforderungen und die Abwicklung der anfallenden Tätigkeiten gehen. Aus Behördenkreisen heißt es, man sei bezüglich der administrativen Anforderungen gut aufgestellt, aber es wird auch die langjährige Erfahrung und Unterstützung der Jäger bedürfen. Das Land Burgenland sollte im Sinne von Natur und Wild mit Wissen und den Vorschlägen der Jägerschaft sorgsam umgehen. Es ANZ_Guenau_DinA4_2020.indd ist ein unschätzbares Kapital auch für die nächsten Generationen.

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Jagdparcours Auf einem Jagdparcours ist fast alles möglich! Fotos: Content Hunter e.U.

TEXT: STEFANIE KARLOVITS/CONTENT HUNTER E.U.

Von 04. bis 05.09. September 2021 hatte man auf Österreichs größter Schießanlage, dem Shootingpark Leobersdorf, die etwas anderen Rotten im Anblick: Österreichischs beste Parcours Schützen stellten Ihr Können bei der Österreichischen Staatsmeisterschaft und Österreichischen Meisterschaft in der Disziplin Parcours unter Beweis. Neben den anderen Flintendisziplinen wie Trap oder Skeet zählt das Parcours-Schießen wegen seiner hohen Anforderungen an den Schützen zur Königsdisziplin. Auf einem Jagdparcours werden die Wurftauben in einer großen Variation von Flugbahnen, Winkeln seitwärts, aufwärts, abwärts, mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten, hoch, niedrig, als Querreiter,

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hoch über Kopf von vorn und hinten und in unterschiedlichen Entfernungen, als Einzeltauben oder Doubletten geworfen. Gedacht ist diese anspruchsvolle Disziplin, um Wildarten (vor allem Flugwild) zu simulieren. Beim Jagdparcours-Schießen wird in Rotten zu jeweils 6 Schützen geschossen. Der Parcours besteht aus 25 voreingestellten Tauben, die verteilt auf verschiedenen Ständen zu beschießen sind. Jeder Teilnehmer muss dazu alleine in einen Ring treten, der die Standfläche markiert. Erst hier darf die Flinte geladen werden. Dem jeweils ersten Schützen werden die Wurftauben vorgeworfen. Die Reihenfolge und Wurfrichtung der zu beschießenden Ziele, Einzeltauben und Doubletten, sind vor ihm auf einer kleinen Tafel als Gedächtnisstütze in Reihenfolge angegeben. Außerdem sind in der ungefähren Richtung, aus der die Wurftauben kommen, der Tafel entsprechend, im Geländealphabetisch bezeichnete Schilder gut sichtbar aufgestellt. Nach der Freigabe durch den Richter werden die Wurftauben abgerufen, beschossen und hoffentlich getroffen. Nach Beendigung seiner Serie verlässt der Schütze den Ring und der nächste Teilnehmer in der Rotte beginnt mit seiner Tour. Das wiederholt sich, bis die Rotte die Runde beendet hat.


Da das Parcours-Schießen im Gegensatz zu Trap und Skeet keine olympische Disziplin ist, werden regelmäßig Meisterschaften abgehalten. So auch an diesem Wochenende im Shootingpark Leobersdorf in Niederösterreich. 107 Schützen haben 2 Tage lang unzählige Wurfscheiben beschossen und selbstverständlich auch getroffen. Die 18 Rotten haben auf 6 Schießständen ausgezeichnete Leistungen vorgelegt, doch am Ende kommen eben nur die Besten auf das Podest. Die Allgemeine Klasse konnte der Routinier Josef Melcher mit 186 vor Rainer Geiselmayer mit 180 und Christoph Gruber mit 175 für sich entscheiden. Bei den Damen siegte die Niederösterreicherin Brigitte Klausz mit 156 vor Antonia Hartig mit 149 und Christina Gras mit 134. Erfreulicherweise kam dieses Jahr auch wieder eine Schülerwertung zustande. Gewonnen hat diese Tobias Langeder mit 147 vor Clemens Ramsl mit 142 und Julius Weingartner mit 127. Die Junioren-Klasse gewann Felix Haslinger mit 160 vor Matthias Röhrling mit 151 und Roman Ramsl mit 139. Bei den Senioren bis 65 siegte der Burgenländer Karl-Thomas Tschiderer mit 163+22 vor Herbert Lukaseder mit 163+17 und Josef Frösch mit 157. Walter Gras konnte sich mit 149+16 bei den Senioren 2 (ab 65) vor Hermann Trausnigg mit 149+13 und Ernst Meixner mit 148 sichern. Der Sieger der Mannschafts-Klasse ist Oberösterreich (Geiselmayr, Gruber, Hufnagl) mit 521 vor Burgenland (Beck, Wagner, Traupmann) und Niederösterreich (Rosskopf, Grasspointner, Lukaseder) Bei der Internationalen Wertung (Klasse Open) wurden nicht nur die internationalen Gäste, sondern alle teilnehmenden Schützen gewertet und auch hier konnte sich Josef Melcher vor Rainer Geiselmayr und Christoph Gruber den Sieg sichern. In dieser Wertung gab es dank dem großzügigen Veranstalter noch zusätzlich Sachpreise wie zum Beispiel eine Flinte der Marke Fausti, eine Büchse der Marke Savage inkl. Zielfernrohr und ein Fernglas der Marke Blaser, aber auch andere Preise im Wert von € 10.000 zu gewinnen.

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z n a w h c s r e d n a z d Wil mit Sardellen gespickt, auf Paprikaraut und Weißburgunderschaum Rezept: Fischwirt im Urmeer

ZUTATEN Zutaten für 4 Personen: Für den Wildzander: 700g Wildzanderfilet 16 Sardellen (in Olivenöl eingelegt) ½ Kopf Weißkraut 1 P aprika, rot 50g Butter, kalt 6 Wacholderbeeren 3 Lorbeerblätter ¾l Gemüsebrühe ¼l Weißburgunder Frische Petersilie, Paprikapulver, nach Geschmack, süß oder scharf, Salz, Pfeffer, Mehl, Butter & Öl

Für den Weißburgunderschaum: 1 Zwiebel, weiß ¼ Sellerie ½l Gemüsebrühe ¼l Weißburgunder ¼l Schlagobers 100g Butter, kalt Öl, Salz & Pfeffer


g n u t i e r e b u Z

F

ür den Weißburgunderschaum zuerst Zwiebel und Sellerie würfeln und im Öl anschwitzen. Anschließend mit dem Weißburgunder und der Gemüsebrühe ablöschen und das Gemüse weichdünsten. Schlagobers zugeben und mit Salz und Pfeffer abschmecken.

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Für das Paprikakraut das Weißkraut und den Paprika in feine Streifen schneiden, kurz in etwas Öl anbraten und mit Weißburgunder und Gemüsebrühe ablöschen. Lor- und Wacholderbeeren, sowie das Paprikapulver zufügen und weichdünsten. Danach mit Salz und Pfeffer abschmecken und mit den kalten Butterstücken montieren. Für den gespickten Zanderschwanz, den Fisch an der Hautseite viermal ca. 1cm dick und ca. 5-7cm lang einschneiden und an den Einschnitten mit den Sardellen spicken. Den Fisch an der Hautseite mehlieren und in einem Gemisch aus Öl und Butter scharf anbraten. Die Temperatur runterreduzieren und den Fisch nach einigen Minuten wenden. In Die Basis für den Weißburgunderschaum nun die kalte Butter einrühren und das Gemisch mit dem Stabmixer aufmixen, bis dabei ein schöner Schaum entsteht. Das Paprikakraut auf einem Teller anrichten, mit frisch gehackter Petersilie bestreuen, den Zander darauf legen und mit dem Weißburgunderschaum umgießen. Guten Appetit!

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ANGELIKA ERTL

Der Weg der Gesundheit führt durch den

Garten

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N

atürlich stimmt das manchmal. Ja, es gibt diese großen Supermärkte. Die Türen öffnen sich automatisch, man geht rein, schnappt sich einen Einkaufswagen und spaziert durch die Gänge. Von links und rechts nimmt man sich dann die Lebensmittel, die Auswahl ist scheinbar unendlich groß. Man vergleicht die Preise von ähnlichen Produkten, entscheidet sich mal für das günstigere, mal schaut man eher auf die Qualität oder das Herkunftsland. Aber haben wir wirklich eine Ahnung, was wir da genau gekauft haben? Woher kommt das Ganze eigentlich? Welche Nährwerte haben die Lebensmittel, die ich später essen werde? Unter welchen Bedingungen wurden diese Nahrungsmittel hergestellt? Was bedeutet das für Mensch und Natur? Es ist schon toll, wenn wir uns diese Fragen überhaupt stellen! Viele Menschen lassen sich einfach nur von der Werbung und den Preisen leiten, ohne zu hinterfragen, was sie da eigentlich in der Hand halten. Dazu muss man wissen: Die weltweite Gemüseproduktion und damit der Großteil des Angebots wird gesteuert von einigen wenigen Saatgutfirmen. Bei diesen hocheffizienten Züchtungen geht meist das Wesentliche verloren: der Geschmack! Und nicht nur das: Viele für uns so wichtige Inhaltsstoffe sind in den Gemüsezüchtungen kaum oder gar nicht mehr enthalten. Bei den Paradeisern aus den Top-Züchtungen aus Israel, den sogenannten Ewigen Tomaten, sind beispielsweise an die 40–60 % weniger Calcium und Kalium, 40 % weniger Lycopin und 40 % weniger Vitamin C als in herkömmlichen Tomaten enthalten. Viele Experten und Forscher machen immer wieder auf diese Mängel aufmerksam. Pestizide und andere Spritzmittel landen tagtäglich auf unseren Tellern. Die hierfür vorgeschriebenen Grenzwerte sind bei Experten höchst umstritten. Wir müssen davon ausgehen, dass wir selbst dann eine Menge Chemie zu uns nehmen, wenn diese eingehalten werden – was leider sowieso selten der Fall ist. Das Pestizid Reduktions Programm (PRP) sollte mehr Transparenz schaffen, aber es herrscht weiterhin große Verwirrung bei vielen unbeantworteten Fragen über Chemie auf dem Markt. Hierüber könnte ich noch ewig schreiben und mir unzählige Gedanken machen, aber wo führt das hin? Da schreibe ich lieber über Gesundheit. Und der Weg zur Gesundheit führt durch den Garten! Es gibt nämlich auch einen anderen Weg in eine andere, gesündere Welt, die ich Ihnen hier vorstellen möchte – jene Welt, in der man echten Bezug zu seinen Lebensmitteln aufbaut. Mein Weg als Gärtnerin führte mich von der Produktionsgärtnerin für Blumen und Balkonkisterl hin zur Gartengestalterin, zum Biobauland und zur regenerativen Landwirtschaft. Ich finde, das größte Geschenk ist es, zu wissen, wie etwas wächst.

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„Unglaublich, was man alles essen kann!“, höre ich immer bei meinen Kursen. „Das wussten wir ja gar nicht!“

Von der Saat bis zur Ernte. Und schließlich hin zum Kochen und Essen. Einfach herrlich. Nach und nach habe ich mich immer mehr mit Lebensmitteln und ihren Fähigkeiten, uns gesund zu halten, beschäftigt. Vor nicht allzu langer Zeit hatten alle Menschen Zugang zu echten Lebensmitteln, Wald- und Wiesenkräutern sowie Gemüse in Bioqualität. Bis vor zweihundert Jahren kannte man es gar nicht anders – über die ganze Menschheitsgeschichte hinweg betrachtet sozusagen ein Nichts an Zeit. „Nahrhafte Landschaft“ – das ist doch das Sinnbild des Paradieses! Über eine vielfältige Wiese schlendern und hier und da Früchte und andere essbare Köstlichkeiten entdecken. Wie romantisch … Aber leider haben wir in den letzten hundert Jahren unsere Mutter Erde mit Monokulturen ausgebeutet und mit Chemie verpestet. und wir vergessen, wenn wir unsere Böden zerstören, dann zerstören wir unsere Lebensgrundlage. Mein drittes Buch behandelt die Essenz des Gärtnerns. Der Anbau von qualitativ hochwertigen, vitalen und lebendigen Lebensmitteln: meine wirklich größte Freude und vielleicht bald auch Ihre. Dem Ansatz der Anthroposophen bin ich dabei sehr zugetan. Rudolf Steiner war für mich einer der wenigen Menschen des 20. Jahrhunderts mit einem universell guten Gefühl und damit in seiner Wahrnehmung feinsinnig und überaus intelligent. Die anthroposophische Überzeugung ist es, dass nur hochwertige Lebensmittel hochwertige Gedanken erzeugen können. Je mehr Schrott wir essen, desto unklarer und destruktiver werden unsere Gedanken und damit auch unser Han-

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deln und Tun. Diese Meinung teile ich voll und ganz! „Unglaublich, was man alles essen kann!“, höre ich immer bei meinen Kursen. „Das wussten wir ja gar nicht!“ „Das schmeckt ja sogar!“ In diesem Buch beschreibe ich Kräuter, Wildkräuter und Blumen und zeige Ihnen, wie Sie sie in „unser täglich Brot“ verwandeln können. Mit einfachen Rezepten, die wunderbar sind für unseren Gaumen, unsere Gesundheit und unsere Seele. Der Anbau essbarer Blumen sorgt außerdem für mehr Pflanzenvielfalt. Ganz wichtig für unsere Freunde und Spezialisten, die Bienen, die diese bestäuben und befruchten. Diese Pflanzen haben allesamt wichtige Funktionen. Sie sind immunstärkend, blutreinigend, antiseptisch, antibakteriell, fiebersenkend, schleimlösend oder stärken die Bronchien. Vor allem die Bitterstoffe sind in diesem Zusammenhang wertvoll und wichtig. Sie sind der Motor unserer Organe, wurden aber aus den meisten erhältlichen Gemüsesorten herausgezüchtet und finden sich daher kaum noch in unseren Speisen wieder. Also nehmen wir sie am besten wieder über die frische Kräuterküche zu uns und Hildegard von Bingen wird von oben ein Loblied auf uns singen! BODEN und GESUNDHEIT Und weil wir gerade beim Thema Gesundheit sind leuchten wir noch zum Thema Boden. Wussten sie, dass in einer Hand voll Erde so viele Mikroorganismen und Tierchen Leben wie auf dieser Welt Menschen zu


Boden & GesundheiT Gast sind? Es ist für mich selbst immer wieder faszinierend wenn ich dies sage oder schreibe. Und der Regenwurm ist unser bester und fleißigster Mitarbeiter! Charles Darwin hat Lumbricus terrestris, den Regenwurm eindrücklich studiert und verzeihen Sie mir die Ausdrucksweise: Aber er meinte nicht daher Gott hat die Welt erschaffen, sondern der Regenwurm hat sie erschissen :) Wir Menschen haben es noch nicht geschafft Humus zu produzieren- das können nur die Tierchen die in Kooperation unter unseren Füßen arbeiten. Wenn sich selbst einen Komposthaufen zu Hause haben dann wissen Sie wie genial Die Schöpfungsgeschichte funktioniert. Ein fantastischer Kreislauf der im Garten zu beobachten ist. Für mich sind es die wichtigsten Punkte, um sich mit Gesundheit Lebensmitteln auseinander zu setzen wenn man die Möglichkeit hat den Garten zu nutzen um diese anzubauen und mit dem Boden gut umzugehen... Dann hat man schon vieles richtig gemacht und jetzt noch oben  3 Und jetzt verrate ich ihnen noch meine Lieblingsrezepte für die schnelle, gesunde und vitale Küche: weiter gehts auf der nächsten Seite...

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e p p u s l e s pe s e p n u s N l breBnrennnesse Rezepte: Angelika Ertl

Meine Wundersuppe, mein Zaubertrank! Die einfachste Möglichkeit, um schnell, gesund und warm zu essen. Meine Suppenliebe gehört natürlich der Brennnesselsuppe. Als ich ein Kind war, hatten wir noch keinen Kulturspinat, vor allem keinen aus der Tiefkühltruhe. Da gab es immer Brennnesselsuppe. Meine Oma hat immer gesagt: „Das ist ganz, ganz gesund!“Vitamin C, Eisen und Magnesium – eine echte Mineralstoff-Bombe. Das war uns naturgemäß egal, gut war sie auf jeden Fall. Ich denke gerne an Oma und die grüne, gesunde Suppe zurück. Damit die Suppe cremiger wird, mit Soja-Cuisine oder Sahne verfeinern. Geröstete Brotwürfel mit Sesam sind eine feine Einlage.

ZUBEREITUNG Die Zwiebeln in Öl glasig andünsten. Mit Weißwein und Gemüsesuppe ablöschen. Die Kartoffeln dazuschneiden und so lange kochen, bis sie weich sind. Die Brennnesselblätter mit in den Topf geben. Nur kurz mitköcheln lassen. Je kürzer sie gekocht werden, desto mehr Mineralstoffe bleiben enthalten. Alles cremig mixen – fertig.

PESTO Pesto

Das wilde

Dieses wilde, variantenreiche Pesto ist eine geschmackvolle Alternative zu Basilikum-Pesto und ein wahres Detox-Essen. Es passen eigentlich alle Kräuter. Knoblauchsrauke, Winterheckenzwiebel, Chinesischer ZUTATEN: Für 4 Personen 250 g Sonnenblumenkerne 1/8 l Olivenöl, 3 Handvoll Kräuter gehackt 2 Knoblauchzehen, Salz, Pfeffer 500 g Dinkelpenne Zum Dekorieren: Lila Oswegokraut- Und Hostablüten Seite 84

Schnittknoblauch oder Bärlauchsind sehr würzig. Gundermann, Giersch, Gartenkresse und Kapuzinerkresse geben auch einen hervorragenden Geschmack. Knoblauchallergiker verwenden gleich Kräuter, die würzig nach Knoblauch schmecken! Knoblauchliebhaber können jedes Kraut nehmen und das Pesto mit Knoblauch noch schmackhafter machen.

ZUBEREITUNG Die Sonnenblumenkerne ohne Öl in der Pfanne anrösten. In den Mixer geben und ausreichend Öl dazugießen, Kräuter und Knoblauchzehen dazu und grob mixen. Unter weiterer Zugabe von Öl cremig rühren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Die Penne in Salzwasser al dente kochen. Das Pesto mit der Pasta vorsichtig vermengen und mit den Blüten dekorieren.


Fotos (alle):Christine Hofer-Lukic

Präsentation des neuen „Jägerdirndl“

Eröffnung Naturwelten Steiermark Die offizielle Eröffnung der „Naturwelten Steiermark“ fand am 26. Juni mit Zahlreicher Prominenz statt. Mit diesem einzigartigen Leuchtturmprojekt - es gibt 30 Erlebnisstationen und einen Holzzirkus von Pro Holz setzt die steirische Jagd einen mutigen Schritt. Eine Klangwolke von mehr als 90 steirischen Jagdhornbläsern aus allen Bezirken der Steiermark gab das Signal zur feierlichen Eröffnung der Naturwelten Steiermark. Höhepunkt war neben der feierlichen Eröffnung das Impulsreferat von Hubert von Goisern, LJM Franz Mayr Melnhof konnte viele Gäste aus Jagd und Wirtschaft begrüssen ,LH Hermann Schützenhöfer ,LR Hans Seitinger, Eva Schmidinger BGM Pernegg, Mario Eustacchio, Werner Nussmüller, Mag. Klaus Scheitegel, MMag. Martin Schaller DI Christian Purrer .Bgm. Erwin Gruber, Musikalisch umrahmt wurde die Eröffnungsfeierlichkeit weiters von einem Ensemble der Musikschule Bruck an der Mur und der Band „AusgfuXt“.

vlnr: Kathrin Stock, Leitung Naturwelten, Landesjägermeister Franz Mayr-Melnhof-Saurau, LR Hans Seitinger, Eva Schmidinger BGMin Pernegg, Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer

vlnr: Hubert von Goisern; LJM Tirol Anton Larcher, Dr. Stephan Moser, LR Hans Seitinger; Jagdabordnung Bezirk Deutschlandsberg Seite 85


und mehr ... Foto: Huemer

Foto: Andreas Kolarik

v.l.: Mathis Schramke, Sylvia Fuchs, Anna-­ Katharina Mayer, Helmut Schramke, Stefanie Schramke, Dominik Schramke

DIRNDL UND EXKLUSIVE WINZER­LEDERHOSEN VON MOTHWURF NEU IN SALZBURG Die Familie Schramke und ihr Traditionsunternehmen Mothwurf expandieren in die Getreidegasse 42 in Salzburg und erfüllen sich mit ihrem 4. Geschäft einen lang gehegten Traum. Das steirische Unternehmen kreiert seit nun mehr als 33 Jahren österreichische Traditionsmode am Puls der Zeit und setzt neue Maßstäbe in Sachen „Austrian Couture“. Die neuen Damen und Herrenkollektionen vereinen in gewohnter Manier österreichische Tradition und aktuellen Zeitgeist mit sorgfältiger Verarbeitung und erlesenen Materialien. Nach bereits etablierten Geschäften in Graz, Wien und München und starker Vertretung durch Vertriebspartner im gesamten deutsch-sprachigen Raum wird nun auch Salzburgs Hauptstadt ab 20. Juli 2021 mit österreichischer Mode für jeden Anlass, ob Lederhose oder Sissi Rock, beglückt.

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ERSTE OFFIZIELLE ­ÖSTERREICHISCHE JÄGER­INNENJACKE Lena Hoschek, Markus Meindl und Max Mayr Melnhof luden zum exklusiven Cocktail in Salzburg. Die großzügigen Räumlichkeiten des „Authentic Luxury Store“ von Markus Meindl bieten an diesem Tag die wunderbare Bühne Neben der Präsentation der Jägerinnenjacke durften die geladene Gäste außerdem eine Vernissage des Künstlers Alexander Steinwendtner bewundern, den Kick-Off der Bildungsinitiative „Wildtiere auf der Achse“ begleiten sowie an einer Tombola

zu Gunsten der Organisation „Save the Wildlife“ teilnehmen. Bei der Verarbeitung des einzigartigen Stückes wurde größter Wert auf nachhaltige Materialien und Produktion sowie kurze Transportwege gelegt. „Die Jacke hat Couture-Qualität und ist ein echtes Stück Österreich“, schwärmt die Designerin und lobt die Zusammenarbeit mit Markus Meindl. Musikalisch untermalt wird der stimmungsvolle Abend mit Klängen heimischer Jadghornbläser


AKTIV AM SCHÖCKL schoeckl.at

GROSSE WEINE AUS DEN BESTEN RIEDEN DER STEIERMARK Bei der Riedenweinverkostung am 6. September 2021 in der Alten Universität Graz präsentierten endlich wieder die Winzer persönlich ihre TOP Riedenweine und Serien. Über 50 Weingüter aus den DAC-Gebieten Südsteiermark, Weststeiermark und Vulkanland reichten ihre Riedenweine zur Verkostung. Die Winzer kredenzten den rund 350 Besucher_innen vor ausverkaufter, limitierter Gäste-Kulisse rund 270 feine Tropfen, wahre Schätze aus den Weinkellern. Der Zeitpunkt der Präsentation ist mit Anfang September optimal gewählt, füllen doch viele Weinbauern ihre Riedenweine im Frühherbst des darauffolgenden Jahres, um den Weinen Zeit für optimale Reife zu geben.

• Sommerrodelbahn „Hexenexpress“ • Bergwanderweg „WEGE für ALLE“ • Noch mehr Aktiv-Tipps Schöckl Trail Area, Motorikparkour für Alle, Natur-Spieleweg, 40 km Wanderwege, Disc Golf Parcours und vieles mehr • Kinderspielareale für Alle

Toni Legenstein, Renate Zierler und Monika Martin mit kulinarischen Kindheitserinnerungen.

Prominente Köche für SOS Kinderdörfer im Einsatz Mit gutem Geschmack tischt die Krankenhauschwester, Mutter und Fernsehhobbyköchin sowie SOS-Kin- derdorffreundin Renate Zierler auch heuer groß auf. Kürzlich mit Monika Martin im „Häuserl im Wald“. Die umtriebige Initiatorin konnte die österreichische Schlagersängerin der Herzen für diese einzigartige Charity-Koch-Eventreihe begeistern. Sie überraschte mit einem Gericht aus ihrer Kindheit – Cremespinat und Spiegelei mit Reis sowie mit dem „Monika Martin Törtchen mit Schoko/Kastanien- mousse“. „Häuserl im Wald-Wirt Toni Legenstein setzt ab September „Kalbsschnitzel mit Kürbiskernpanier und Preiselbeeren“ für ein Jahr auf die Karte, um so einen anständigen Betrag für die SOS Kinderdörfer zusammenzubringen.

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MONIKA MARTIN TISCHT IM HÄUSERL IM WALD AUF

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ZUM 60ER VON HANS SEITINGER Geburtstagsfest im Steiermarkhof Eigentlich hatte Landesrat Hans Seitinger schon im Jänner den 60. Geburtstag gefeiert. Coronabedingt musste er seine Geburtstagsfeier verschieben. Am 2. Juli, war es endlich soweit! Gemeinsam mit Gattin Anni lud er eine Hundertschaft an Gästen aus Politik, Wirtschaft, Interessenvertretung, Verwandte und Freunde in den Steiermarkhof. Dort hatte der Steirische Bauernbund mit Direktor Franz Tonner alles für eine perfekte Geburtstagsfeier hergerichtet. Und so sollte ein langer und lustiger Feier-Tag werden.

Der neu gewählte Vorstand mit Thomas Dornauer, Josef Stock und Hans-Peter Krabacher (v.l.n.r.), Foto: TJV

27. VOLLVERSAMMLUNG TIROLER ­BERUFSJÄGERVEREINIGUNG Wildmeister Josef Stock als Obmann mit einem neuen jungen Team wiedergewählt. Am 29. Juli fand die 27. Vollversammlung der Tiroler Berufsjägervereinigung statt. Zu Beginn konnte Obmann Josef Stock den Mitgliedern einen umfassenden und beeindruckenden Bericht über die Tätigkeiten und Aktivitäten in den abgelaufenen sechs Jahren geben. WM Josef Stock Obmann, BJ Thomas Dornauer MSc. - Obmann-Stv., RJ Hans-Peter Krabacher -Schriftführer und ROJ Lukas Rathmair - Kassier wurden wieder für die nächste Periode einstimmig gewählt. Als Kassaprüfer wurden ROJ Reinhard Weiß und RJ Viktor Rangger bestellt.

„SCHÖN, DASS DU DA BIST“

Fotos: Bauernbund

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So hieß die Einladung der Bezirksweidfrauen Eva Posch und Dagmar Moosbrugger zum ersten Treffen unter dem Motto „Gmiatlich Zsaumsitzn“ im Gasthof Kirchenwirt in Aigen im Ennstal. Jägerinnen aus dem Jagdbezirk Liezen und Gröbming/Schladming sind der Einladung gefolgt. Eine Filmpräsentation zeigte die Aktivitäten der Jägerinnen in den letzten beiden Jahre. Spannend verfolgt wurde der Diarückblick vom Besuch der Wasserlochklamm in Palfau in Verbindung mit einer Erntedankmesse, Blattjagdseminar, Jägerinnenfrühstück, Exkursion in der Landesforste Admont, Schießtraining im Stegenwald und ein Wandertag auf den Stoderzinken, um einige zu nennen. In diesen Zusammenhang stellten wir gleich das Programm für 2021/2022 vor. In Zuge dessen lud uns der Mörschbachwirt Theo Dürr die Jägerinnen zur Jäger- und Förstergedenkmesse in die Hubertkapelle auf einer Seehöhe von 1300 Meter in Donnersbachwald ein.


20 JAHRE WEIN AUS JUNGER ­MEISTERHAND Steiermärkische Sparkasse lud zur Jungwinzer-Prämierungsfeier 2021

„TIERSCHUTZ MACHT SCHULE“TIERSCHUTZ-ZERTIFIKAT FÜR LEHRPERSONEN Der zweisemestrige Hochschullehrgang „Tierschutz macht Schule“ hat zum zweiten Mal in der Steiermark stattgefunden und befähigt Pädagoginnen und Pädagogen aus den Sparten Kindergarten, Pflichtschule und Freizeitpädagogik, Tierschutzwissen fachlich fundiert an Kinder und Jugendliche weiterzugeben. Der Verein „Tierschutz macht Schule“ ist Kooperationspartner des Bildungsprojekts und bezieht Fachleute in den Bereichen „Heimtiere“, „Wildtiere“, „Nutztiere“, „Versuchstiere“ und „Pädagogik“ aus ganz Österreich in die Weiterbildung mit ein. Das Ziel ist Kompetenzen weiterzugeben, die die Gestaltung eines altersgerechten Tierschutzunterrichts ermöglichen. Bereits Kindergartenkinder sollen lernen mit Tieren verantwortungsvoll umzugehen. „Tierschutz hat einen hohen Stellenwert in der Steiermark. Tierschutzthemen präsentiert von kompetenten Lehrpersonal sollte fester Bestandteil des Unterrichts sein“, betonen auch Tierschutzombudsfrau der Steiermark, Dr. in  Barbara Fiala-Köck, und Landeshauptmann-Stellvertreter Anton Lang. 20 Personen haben heuer den Lehrgang „Tierschutz macht Schule“ erfolgreich abgeschlossen. Die Nachfrage ist groß, sodass der beliebte Lehrgang erneut diesen Herbst an der Pädagogischen Hochschule Steiermark angeboten wird.

v.l.: Landesrat Johann Seitinger, Stephan Hiden, Weingut Hiden, Lisa Peinsipp, Weinhof Peinsipp, Christa Kodolitsch für Mario Weber, Weingut Kodolitsch, David Pugl, Weingut Pugl, Florian Lieleg, Weingut Adam-Lieleg, Mag. Walburga Seidl, Vorstandsmitglied Steiermärkische Sparkasse, Dr. Oliver Kröpfl, Vorstandsmitglied Steiermärkische Sparkasse

Bereits zum 20. Mal wurden am 24. August 2021 die Gläser erhoben, um die besten jungen Winzerinnen und Winzer des Landes zu feiern Oliver Kröpfl, Vorstandsmitglied, ist die Freude über das Jubiläum deutlich anzumerken: „Wein ist für die Steiermark so viel mehr als ein hervorragendes Getränk. Wein ist Tradition„ Seit zwei Jahrzehnten ist der Wettbewerb „Jungwinzer der Steiermärkischen Sparkasse“ fester Bestandteil des vinophilen Engagements der Steiermärkischen Sparkasse. Den jeweils Erst-, Zweit- und Drittplatzierten wird eine bestimmte Menge der Siegerweine – 400, 200 beziehungsweise 100 Flaschen – abgenommen. Sie zeichnet nicht nur aus, sondern fördert die jungen Winzerinnen und Winzer auch direkt bei ihren Produkten durch Weinkauf. Folgende Jungwinzer konnten sie durchsetzten und gewannen den 1 Preis: Welschriesling 1. Weinhof Peinsipp: Lisa Peinsipp Weißburgunder 1. Weingut Kodolitsch: Mario Weber Sauvignon Blanc 1. Weingut Pugl: David Pugl (Brugger) Muskateller 1. Weingut Hiden: Stephan Hiden Rotwein 1. Weingut Adam-Lieleg : Florian Lieleg

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Foto: ORF Thramstorfer

VEREIN GRÜNES KREUZ WÄHLT ­CHRISTA ­KUMMER-HOFBAUER ZUR NEUEN ­PRÄSIDENTIN Erstmals ist eine Frau an der Spitze des mehr als 100-jährigen karitativen Vereines Grünes Kreuz, allen bekannt als Veranstalter des Jägerballes Wien (OTS) - Der Verein Grünes Kreuz wählte einstimmig im Rahmen seiner diesjährigen Generalversammlung Mag. Dr. Christa Kummer-Hofbauer zu seiner neuen Präsidentin. Erstmals steht nun eine Frau an der Spitze des traditionsreichen Vereines.

Der langdienende Präsident KR Leo J. Nagy wurde zum Ehrenpräsidenten ernannt. Als erste Vizepräsidentin wurde Maria Hauer bestätigt, Dr. Miroslav Vodnansky, der Leiter der „Grünen Akademie“, übernimmt die Rolle des zweiten Vizepräsidenten. „Ich fühle mich sehr geehrt, als erste Frau in der Geschichte des Vereines diese ehrenvolle Aufgabe übernehmen zu dürfen. Unser aller Ziel wird es nun sein, die zentralen Aufgaben wie die Förderung von Naturschutz und Wildtierschutz, die Unterstützung wissenschaftlicher Projekte der Nachhaltigkeit wie z.B. im Bereich jagdlicher Land- und Forstwirtschaft und Projekte zum Schutz und der Erhaltung von Wildlebensräumen und gefährdeter Wildarten wahrzunehmen. Auch die zentrale Rolle der sozialen Unterstützung und unbürokratischen Hilfe für Personen aus Jagd- und Forstwirtschaft wird verstärkt in den Fokus gerückt. Für Mitglieder ist zukünftig ein großes Angebot an Aktivitäten geplant. Die finanzielle Basis dafür ist der allerseits beliebte und bekannte Jägerball Ball vom Grünen Kreuz.,“ so die neue Präsidentin Christa Kummer-Hofbauer unmittelbar nach ihrer Bestellung. Der Verein Grünes Kreuz wurde von Erzherzog Franz Salvator von Habsburg-Lothringen im Jahre 1905 mit dem Ziel gegründet, ein soziales Fürsorgenetz im Bereich der Jagdwirtschaft, sowie der jagdlichen Forstwirtschaft einzurichten. Der Verein ist seit jeher nicht auf Gewinn ausgerichtet und verfolgt ausschließlich gemeinnützige und karitative Zwecke. Der Verein Grünes Kreuz ist als Veranstalter des Jägerballes in den prunkvollen Räumlichkeiten der Wiener Hofburg bekannt.

JÄGERINNENAUSFLUG ZU DEN WURZELN DER ­STEIERMARK

Renate Zierler Seite 90

Das schöne Wetter am 10. Juli nutzten die Weizer Jägerinnen mit ihren Partnern, um das weltälteste Zisterzienserkloster Stift Rein zu besichtigen. Seit 1129 „beten & arbeiten“ hier die Mönche nach den Regeln des Heiligen Benedikts. Beim gemütlichen Zusammenkommen in der Stiftstaverne freuten wir uns alle sehr, dass wir wieder etwas gemeinsam unternehmen durften. Die anschließende Klosterführung durch Pater August Janisch war sehr beeindruckend. Erwähnenswert ist auch noch, dass Pater August Janisch selbst ein begeisterter Jäger ist

und mit seinen rund achtzig Jahren im letzten Jahr noch ein Weidmannsheil hatte! Danach ging es unter fachkundiger Führung durch Förster Florian Soritz ins stiftseigene Revier und hier erfuhren wir einiges über die Waldbewirtschaftung als auch über den Wildbestand und die Bejagung. Auf der urigen Mühlbacherhütte wartete bereits das Mittagessen auf uns. Mit hausgemachtem Schweinsbraten, Knödel und Kraut stärkten wir uns und genossen die herrliche Aussicht und die Ruhe mitten in der Natur.


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