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HafenCity Universit채t Hamburg

Universit채t f체r Baukunst und Metropolenentwicklung

Laufende Promotionsprojekte 2010/2011


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Universität für Baukunst und Metropolenentwicklung

Soll Hamburg Dithmarschen adoptieren? Dipl.-Geogr. Antje Matern (antje.matern@hcu-hamburg.de)

Was haben ländliche Räume davon Mitglied einer Metropolregion zu sein? Inwiefern profitieren Planer aus Dithmarschen oder Wirtschaftsförderer aus Uelzen vom Hamburger Luftfahrtcluster, der Internationalisierungsstrategie oder einem halben Tag Anreise für die Sitzung einer Arbeitsgruppe in Hamburg? In meiner Promotion untersuche ich, welchen Mehrwert die Stadt-Land-Zusammenarbeit in der Metropolregion Hamburg erzeugt. Im Mittelpunkt stehen die Akteuren peripherer Landkreise, ihre Handlungsmotivationen und Erwartungen an die Zusammenarbeit. Grundlagen bilden Theorieansätze der relationalen Räume, Governanceforschung und strategischen Planung, die auf die Konzepte der territorialen Kohäsion und der Metropolregionen bezogen werden. Aus der Arbeit werden Thesen abgeleitet, inwiefern Metropolregionen zur territorialen Kohäsion beitragen können. Konzepte der Stadt-Land-Partnerschaften werden aktuell in der europäischen Struktur- und Kohäsionspolitik sowie bei Reformansätzen der Agrarpolitik diskutiert. Allerdings gibt es bisher wenig wissenschaftliche Erkenntnisse darüber, inwiefern sich Integrations- und Ausgleichsaufgaben auf Netzwerkstrukturen und Metropolregionen übertragen lassen oder welchen Beitrag diese für den Ausgleich regionaler Disparitäten leisten. Insbesondere bei deutschen Metropolregionen kann hinterfragt werden, ob Strategien der wirtschaftlichen Kohäsion und des performativen Handelns auch sozialer Kohäsion fördern.

Gestaltung: blueBOX, HCU

Die Thesen zu strukturelle Potenziale und Defizite von Metropolregionen werden anhand der Einzelfallstudie Hamburg ermittelt. Durch eine Erhebung in der Referenzstudie im dänischen Teil der Öresundregion werden diese Erfahrungen an einem Beispiel mit anderen institutionellen Rahmenbedingungen ergänzt. Und nebenbei lässt sich die Frage klären, warum dänische Bürgermeister ihre informelle Zusammenarbeit nutzen, um den Premierminister um die Wiedereinführung einer formalen Regionalplanung zu bitten.


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Jahresausstellung 2010

Die Karte nach Maß

Interaktive personalisierte Karten für Online-Bürgerbeteiligung Beate Weninger | beate.weninger@hcu-hamburg.de Fachbereich Computergestütze Methoden in der Stadtplanung Betreuung | Prof. Dr.-Ing. Alenka Poplin

Einleitung und Motivation Interaktive Karten sind hilfreiche Medien um räumliche Information an Bürger zu kommunizieren. Vor allem für Stadtplaner ist es interessant Veränderungen im Raum aufzuzeigen und zu visualisieren. In Bürgerbeteiligungsprozessen können sie mit der Hilfe von Karten ihre Vorschläge präsentieren. Viele Karten die im Internet verwendet werden verfehlen jedoch ihren Zweck auf eine breite Benutzergruppe einzugehen, da sie nicht ausreichend auf die Bedürfnisse der einzelnen Nutzer eingehen. Wir schlagen deshalb die Entwicklung und Verwendung von adaptiven und personalisierten Karten vor.

Was sind adaptive und personalisierte Karten? Adaptive oder mit anderen Worten personalisierte Karten passen sich entweder automatisch an den Nutzer an oder können vom Nutzer an den eigenen Bedürfnisse angepasst werden. Hierfür kann „die Karte“ Vorschläge machen und z.B. auf Funktionen oder Inhalte hinweisen.

Wo werden adaptive und personalisierte Karten verwendet? Die Technologie dafür stammt aus den Forschungsgebieten intelligente Benutzeroberflächen und Mensch-Maschine-Interaktion. In der Kartographie fand das Konzept der Adaption v.a. im mobilen Bereich Verwendung. Hier ist die häufigste Anwendung die Adaption des Karteninhaltes an den Nutzungsort, oder die Anpassung der verwendeten Technologie, z.B. der Auflösung, an das Endgerät.

Ziel der Arbeit Es wird angenommen, dass demographische Merkmale unpassend sind um Karten zu personalisieren, stattdessen wird die Berücksichtigung der Interaktion mit der Benutzeroberfläche vorgeschlagen (Weninger et al. 2010). Auch Interviews werden als nicht geeignet gesehen, um die Bedürfnisse der Nutzer zu ermitteln (Meng 2004), da Nutzer ihre Bedürfnisse oftmals nicht formulieren können. Sharp spricht hierbei von “undreamed-of requirements” (Sharp et al. 2007: 432). Diese Arbeit verfolgt das Ziel die Karteninhalte und eventuell Funktionen anhand der Beobachtung der Interaktion des Nutzers mit der Karte anzupassen. Hierfür müssen zuerst aus Interaktionen, wie Scrollen, Mausbewegung, Mausklicks, Ein- und Ausblenden von Layern, Verweildauer etc. die Interessen der Nutzer abgeleitet werden (Claypool et al. 2001). Diese werden in einem sogenannten Nutzermodell (engl. user model) gespeichert und sind dann zusammen mit festgelegten Anpassungsstrategien entscheidend für die Anpassung. Unsere Hypothese ist, dass adaptive und personalisierte Karten sind, da diese sich den individuellen Bedürfnissen anpassen. Daraus folgt ein positives Nutzungserleben (engl. user experience) und damit verbunden die Motivation Karten für die Bürgerbeteiligung in Planungsprozessen zu nutzen.

Quellen Claypool, M., Waseda, P. and M., Brown, 2001. Implicit interest indicators. In: Proceedings of the ACMinternational conference on intelligent user interfaces (IUI’01). Santa Fe, NM: ACM Press, 33–40. Sharp, H., Rogers, Y. and J. Preece, 2007. Interaction design. Beyond human-computer interaction. Chichester: Wiley. Weninger, B., Krek Poplin, A. and J. Petrin. 2010. Developing a Typology of Public Participation 2.0 Users: an Example of Nexthamburg.de. In: Schrenk, M., Popovich, V., Engelke, D. and P. Elisei (eds.). 2010. REAL CORP 2010 Proceedings, Vienna, 18-20 May 2010.

Impressum Beate Weninger, M.Sc., Fachbereich Computergestütze Methoden in der Stadtplanung, HafenCity Universität Hamburg 2010. Bildnachweis: www.gewaenderwerk.de/index.html?/messen.html

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Promotionsprojekt

Netzwerke in der Stadtentwicklung. Rotterdam und Hamburg im Vergleich Dipl. Ing. Bettina Lelong (bettina.lelong@ils-forschung.de) Das Dissertationsprojekt untersucht die Bedingungen für die konzeptionelle Entstehung und politische Festigung großer städtebaulicher Planungsvorhaben, die im Zusammenhang mit Paradigmenwechseln in der Stadtentwicklungspolitik entwickelt wurden. Lokale Akteure sehen sich häufig Widerständen ausgesetzt, wenn sie einen Wandel in der Stadtentwicklung herbeiführen und die Realisierung bestimmter Projekte verwirklichen wollen. Eine Vielfalt öffentlicher, halböffentlicher, privatwirtschaftlicher und zivilgesellschaftlicher Akteure ist in die Stadtentwicklung involviert und in ihrem Handeln voneinander abhängig. Sie müssen kontinuierlich Interessen verhandeln sowie Mehrheiten und Koalitionen für ihr Anliegen mobilisieren. Unter welchen Bedingungen entsteht eine neue Entwicklungsrichtung in diesen komplexen Akteurskonstellationen, in denen die Handlungsmacht sozial verteilt ist? Wer formuliert die Prioritäten? Welche Mechanismen sind dafür verantwortlich, dass sich neue Ziele etablieren und zur Umsetzung gelangen? In den untersuchten Fallstudien Rotterdam und Hamburg hat in den letzten Jahrzehnten eine Neuausrichtung der städtebaulichen Entwicklung stattgefunden. In Rotterdam löste man sich Anfang der 1980er Jahre von der Zielvorstellung einer kleinmaßstäblich gegliederten Stadt, während in Hamburg daran gearbeitet wurde das „Gesicht der Stadt“ wieder der Elbe zuzuwenden. Den neuen Paradigmen entsprechend wurden die städtebaulichen Großprojekte „Kop van Zuid“ (Rotterdam) und „HafenCity“ (Hamburg) entwickelt. Das Dissertationsprojekt veranschaulicht am Beispiel beider Projekte, welche Einflüsse unterschiedliche Netzwerkkonfigurationen auf städtebauliche Entwicklungsverläufe haben. Es wird die These vertreten, dass sich Richtungswechsel in mehreren Phasen vollziehen, in denen unterschiedliche Akteure in verschiedenen Konfigurationen relevant sind für Ideengenerierung, Mobilisierung und politische Festigung. Ergänzend zum akteurszentrierten Ansatz der Netzwerkanalyse wird der makrostrukturelle Kontext betrachtet, in den die Fallstudien eingebettet sind. So wurden die Entscheidungen der lokalen Akteure auch durch den weltweiten Trend der Umnutzung von innerstädtischen Hafenarealen und den wachsenden internationalen Städtewettbewerb um Dienstleistungsunternehmen, Investoren und Einwohner beeinflusst.

Foto: Marc Heemann Gestaltung: blueBOX, HCU

Um der Komplexität der Interaktionen und der Interdependenzen im Entwicklungsprozess gerecht zu werden, wird als Analysemethode eine Kombination von netzwerktheoretischen Ansätzen unterschiedlicher Denkschulen ausgewählt. Basis der Untersuchung sind jeweils 20 leitfadengestützte qualitative Interviews mit öffentlichen, privatwirtschaftlichen, zivilgesellschaftlichen Akteuren und Intermediären. Die Analyse kombiniert Konzepte der Sozialen Netzwerkanalyse (SNA) mit Konzepten des Netzwerkgovernance-Ansatzes. Inspiriert durch die SNA werden strukturelle Merkmale der Gesamtnetzwerke in Rotterdam und Hamburg analysiert, während ausgehend vom Netzwerkgovernance-Ansatz die Steuerungsmechanismen zwischen den Akteuren betrachtet werden. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Netzwerkdynamik, auf den strategischen „Tricks“ der Akteure und der Überwindung „kritischer“ Augenblicke im Prozess.


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PhD Thesis

Micro-Politics of Climate Adaptation Knowledge, Participation and Legitimation in Decision-Making Processes in Public Administration. A Political Ethnography Dipl. Umw.-Wiss. Jannes Fröhlich

Background Public administrators and climate projections The relationship between climate science and decision-making is rocky. Decision-makers are confronted with a variety of options how to act. They often expect more precise and accurate climate projections in order to adapt successfully. Eventually, model-based climate projections cannot sufficiently legitimize and authorize long-term adaptation strategies. Knowledge and participation as sources of legitimation Two sources of legitimation: scientific knowledge and public participation Two problems: uncertain knowledge and limited accountability of new governance

Aim Analysing micro-politics of decision-making on adaptation in the public administration including t administrative practices, routines and operations and t everyday and informal processes Hamburg case study Examining decision-making processes associated with the Hamburg climate adaptation strategy

Research Question How do the (a) knowledge base and (b) the participation of state and non-state agents influence the legitimation on adaptation to climate change from the administrative actors´ point of view?

Research Design Interpretative Paradigm Ideas, knowledge, values Political Ethnography Deeper understanding of the specific contexts of the politics of climate adaptation

Montage by J. E. Standley Gestaltung: blueBOX, HCU

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Methodolocial Approach

Material

Participant observation - Everyday life - Talks - Events

Field protocol Event protocol and proceedings

Interviews

Transcript

Document analysis

Policy dokuments


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Promotionsprojekt

Bürgerschaftliches Engagement im Küstenschutz – eine Governance-Analyse am Beispiel des Flussgebiets der Tideelbe Dipl.-Umweltwiss. Mareike Schaerffer (mareike.schaerffer@hcu-hamburg.de)

Vom Sicherheitsdenken zur Risikokultur Der Küstenschutz liegt als Daseinsvorsorge in der Verantwortung des Staates. Vor dem Hintergrund einem immer höher werdenden Nutzungsdruck in Flussmündungsgebieten, steigender klimabedingter Sturmflutrisiken und damit einhergehenden veränderten Schutzanforderungen ist zu überlegen, ob die Bürger mehr Eigenverantwortung für Aufgaben des Küstenschutzes übernehmen sollten. Gleichzeitig wandelt sich das Verständnis des Küstenschutzes von einem Sicherheitsdenken zu einer Risikokultur. Dieser Wandel geht mit dem Bedarf nach mehr Raum für die Flüsse, der gezielten Steuerung der Siedlungsentwicklung sowie einer offenen Kommunikation von Sturmflutrisiken einher. Diese Risikokultur entspricht der 2007 verabschiedeten Europäischen Hochwasserrisikomanagementrichtlinie. Diese fordert die Information und Einbeziehung der Öffentlichkeit bei der Bewertung der Hochwasserrisiken, der Erstellung von Gefahren- und Risikokarten sowie bei der Aufstellung der Hochwasserrisikomanagementpläne. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, in welchen Handlungsfeldern des Küstenschutzes Bürgerinnen und Bürger überhaupt Eigenverantwortung für Aufgaben übernehmen können?

Zwischen staatlichem Verantwortungsmonopol und gesellschaftlicher Selbstregulierung Formen Bürgerschaftlichen Engagements im Küstenschutz der Tideelbe t Rechtlich geregelte Beteiligung an Planungsverfahren mit Bezug zum Küstenschutz (z.B. Planfeststellungsverfahren) t Faktische, nicht rechtlich geregelte, Bürgerbeteiligung bei öffentlichen Planungen (z.B. Beteiligung im Fachbeirat Küstenschutz des Landes Schleswig-Holsteins oder im Verwaltungsausschuss Küstenschutz in Hamburg) t Gemeinsame Deichschauen zwischen Mitgliedern der Deichverbände, Deichwacht sowie Verwaltungsmitarbeitern t Ehrenamtliche Mitgliedschaft sowie aktive Mitarbeit in Deichverbänden und Hilfsorganisationen (z.B. THW, Freiwillige Feuerwehr, Deutsches Rotes Kreuz) t Selbstorganisation in Form von Flutschutz- und Poldergemeinschaften (z.B. Flutschutzgemeinschaften in der HafenCity oder Poldergemeinschaft Neumühlen)

Foto: Mareike Schaerffer Gestaltung: blueBOX, HCU

Welche Möglichkeiten und Grenzen bietet Bürgerschaftliches Engagement für die Umsetzung der Europäischen Hochwasserrisikomanagementrichtlinie? Diese Frage wird beispielhaft anhand von drei Fallstudien im Flussgebiet der Tideelbe untersucht.


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Promotionsprojekt

Die Renaissance der Wohnmaschinen. Gentrification und Council Housing in London Dipl.-Ing. MSc Maren Harnack (maren.harnack@hcu-hamburg.de) In London entstand nach dem Zweiten Weltkrieg in großem Umfang sozialer Wohnungsbau, der entweder von der Architekturabteilung des London County Council geplant wurde oder unter deren Beteiligung entstand. Die LCC Architekturabteilung war zu dieser Zeit (bis ca. 1965) eines der besten britischen Architekturbüros und war außerdem in der glücklichen Situation, seine sehr fortschrittlichen Planungen mit politischer Rückendeckung auch gegen lokale Widerstände durchsetzen zu können. Die Objekte dieser Zeit standen für deutlich verbesserte Wohnverhältnisse und auch formal für Fortschritt. Ihre Zei-chenhaftigkeit machte unmissverständlich klar, dass der Krieg und auch die Zeiten, in denen große Teile der Bevölkerung in Slums leben mussten, vorbei waren. Mit dem Paradigmenwechsel in der Planung, der seinen Niederschlag unter anderem 1975 im Europäischen Denkmalschutzjahr fand, änderte sich die Wahrnehmung der Nachkriegsbauten grundsätzlich. Ihre ostentative Massenästhetik, die Reihung sehr vieler gleicher Einheiten und ihre schiere Größe wurde zu Symbolen der menschenunwürdigen Verwahrung derer, die ohnehin in vieler Hinsicht benachteiligt waren. Heute erzielen die seit der Regierungsübernahme durch die Konservativen 1979 privatisierten Einzelwohnungen in diesen sozialen Wohnungsbauten hohe Preise auf dem freien Markt und die Gebäude sind zumindest teilweise gesuchte und prestigeträchtige Wohnstandorte. Seit den 1990er Jahren wurden zudem einzelne soziale Wohnungsbauten der Nachkriegszeit unter Denkmalschutz gestellt. Dieser Wandel in der Bedeutung und der Wahrnehmung sozialer Wohnungsbauten in London ist der Ausgangspunkt dieser Arbeit. Anhand von vier Fallstudien wird untersucht, wie einzelne Beispiele sozialer Wohnungsbauten sich seit ihrer Errichtung entwickelt haben – baulich, sozial und in der öffentlichen Wahrnehmung. Gleichberechtigt dazu werden die Erfahrungen der Bewohner (Mieter und Eigentümer) analysiert. Insbesondere die Aussagen derjenigen Bewohner, die auf dem freien Markt Wohnungen in den untersuchten Gebäuden gekauft hatten, werden sowohl vor dem Hintergrund des Londoner Immobilienmarktes als auch vor dem der aktuellen Gentrifizierungsforschung ausgewertet. Im Ergebnis lässt sich sagen, dass die untersuchten Fallbeispielen nicht im eigentlichen Sinne gentrifiziert werden, obwohl die von außen hinzugekommenen Eigentümer alle Attribute von Gentrifizierern aufweisen. Dennoch lassen sich für das Verständnis von Gentrifizierungsprozessen neue Erkenntnisse gewinnen. Wohnungen in den hier untersuchten Bauten sind trotz struktureller Nachteile für Gentrifizier vor allem aus zwei Gründen interessant: 1. In London sind die Alternativen besonders unattraktiv, so dass die relativ riskant erscheinende Investition in eine ehemalige Sozialwohnung auch wirtschaftlich plausibel ist.

Foto: Paolo Margani (flickr.com) Gestaltung: blueBOX, HCU

2. Die ehemaligen Sozialwohnungen und ihr Umfeld befriedigen eine romantische Vorstellung vom „echten“ urbanen Leben. Damit verfügen sie gegenüber klassischen Wohnorten der Mittelschicht über ein erhebliches Distinktionspotenzial, das die Wahl eines vermeintlich minderwertigen Standorts auch sozial und kulturell plausibel macht.


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Promotionsprojekt

Außenpolitische Aktivitäten von Metropolräumen. Ein Beitrag zur Erklärung und Systematisierung möglicher Ausprägungen. Analyse von Maßnahmen der Àrea Metropolitana de Barcelona und der Region Stuttgart auf ihre Bestimmungsfaktoren. M.A. Maren Hunds (maren.hunds@hcu-hamburg.de)

Foto: Paolo Margani (flickr.com) Gestaltung: blueBOX, HCU

Während Metropolräume mitunter bereits seit Mitte der 1980er Jahre international aktiv sind, wie die Praxis zeigt, hat ihr Engagement bislang nicht zu einem theoretischen Erklärungsrahmen geführt. Die Arbeit versteht Metropolräume als großstädtische Agglomerationsräume mit institutionalisierten Strukturen für Stadt und Umland und hat zum Ziel, das Feld außenpolitischer Aktivitäten von Metropolräumen zu erschließen, zu systematisieren und Beziehungszusammenhänge zwischen der Ausprägung außenpolitischer Aktivitäten und Erklärungsfaktoren hierfür zu identifizieren. Dafür greift die Arbeit auf politikwissenschaftliche Forschung zurück, die außenpolitische Aktivitäten von Regionen und Städten thematisiert, sowie auf raumwissenschaftliche Arbeiten zu Governance und Internationalisierung von Metropolräumen und leitet potentielle Bausteine zur Erklärung der Ausprägung außenpolitischer Aktivitäten von Metropolräumen, wie Maßnahmen, Motivfelder, Vorgehensweisen sowie Einflusskategorien ab. Das zweistufige Design der Fallstudien zielt darauf, zunächst Entstehungsbedingungen, Umfang, Inhalte und Ziele metropolitanen Vorgehens sowie für die Ausprägung identifizierbare Erklärungsfaktoren anhand der Beispiele Region Stuttgart und Àrea Metropolitana de Barcelona zu erfassen. Den zweiten Schritt bildet eine vertiefte Analyse jeweils zweier charakteristischer Einzelmaßnahmen auf spezifische Einflussfaktoren, um im Detail Aufschluss über den Grad der Bedeutung einzelner Einflüsse zu bekommen. Methodisch greift die Arbeit auf leitfadengestützte Interviews sowie eine Analyse von Dokumenten und Presseberichterstattung zurück. Die Arbeit zeigt, dass die untersuchten Metropolräume beide über ein weites Aktionsspektrum, das sich einer Vielzahl von Maßnahmen und Vorgehensweisen bedient, verfügen. Bereits der Entstehungskontext einzelner Maßnahmen kann als multikausal eingestuft werden, so dass kaum direkte Erklärungszusammenhänge zwischen Motivation, Zielsetzung und Art des Vorgehens sowie einzelnen Einflussfaktoren identifiziert werden können. Gemeinsam keiten in der Motivwahl zeigen, dass funktional motiviertes, thematisches und projektorientiertes Handeln, das auf eine Internationalisierung der eigenen Regionalentwicklung zielt, als häufigstes Motiv metropolitanen Vorgehens ausgemacht werden kann. Die fachpolitische Ausrichtung metropolitaner Institutionen, ihre begrenzten Ressourcen und fehlenden Kompetenzen für Außenaktivitäten erklären diesen Schwerpunkt. Die Arbeit zeigt darüberhinaus, dass besondere Umstände, wie starke politische und gesellschaftliche Paradigmen in einem Raum oder das Vorhandensein einer politischen Führung mit LeadershipQualitäten, sozial-normativ geprägte Aktivitäten, wie Entwicklungszusammenarbeit, oder punktuelle politische Interessenvertretung, begünstigen können. Dennoch ist weder Erfolg noch Effektivität der Aktivitäten damit automatisch impliziert. Kooperatives Vorgehen, egal ob im Rahmen transnationaler Netzwerke oder nationaler Initiativen, ist von zentraler Bedeutung für die Metropolräume, was ihre grundsätzliche Schwäche als politischer Akteur verdeutlicht. Auch wenn sich Unterschiede n der Intensität der Nutzung einzelner Vorgehensweisen zeigen, die auf stärkere und schwächere Institutionalisierung der Räume, formulierte Ziele, sowie den adressierten Kontext zurück geführt werden können, zeigt sich, dass selbst eigenständige Maßnahmen, die von dauerhafter Natur sind, wie ein Vertretungsbüro im Ausland oder ein eigenes Förderprogramm für Entwicklungszusammenarbeit, mit kooperativem Vorgehen verbunden werden. Insgesamt zeugt das Vorgehen beider Räume von einer Vielzahl von Aktivitäten mit punktuellem Charakter, die verdeutlichen, dass es neben der Strategie des Metropolraumes, seinen formellen Grundlagen und Akteurs-Charakteristika sowie den zur Verfügung stehenden Ressourcen, häufig der Kontext konkrete Gelegenheiten des Agierens schafft. Als Ergebnis kann außerdem festgehalten werden, dass eine Systematisierung metropolitaner Außenpolitik nach geografischen Bezugsräumen bei künftigen Untersuchungen die Zuordnung von Motiven, Vorgehensweisen und Maßnahmen erleichtern kann.


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Promotionsprojekt

Anpassung von Stadtregionen an den Klimawandel: Das formelle Instrumentarium der Stadt- und Regionalplanung Dipl.-Ing. Meike Albers (plan B:altic)

Herausforderungen für die Planung Die Auswirkungen des Klimawandels stellen auch die Raumplanung vor neue Aufgaben: Der steigende Meeresspiegel oder zunehmende Überschwemmungen können die Nutzung bestimmter Räume in Frage stellen, Stürme und Starkregen die Anforderungen an Gebäude und Straßen verändern und steigende Temperaturen andere Bauweisen oder neue Grünflächen in der Stadt erforderlich machen. Für die Planung gehen mit der Anpassung an den Klimawandel zwei zentrale Herausforderungen einher: Einerseits der Umgang mit der Unsicherheit, wie sich das Klima in Zukunft verändern wird; andererseits der lange Zeithorizont des Klimawandels, der weit über die bisher üblichen Planungszeiträume hinausgeht. Um räumliche Prozesse und Entwicklungen zu beeinflussen, greift die Stadt- und Regionalplanung auf verbindliche und z.T. sehr konkrete Pläne zurück. Vor dem Hintergrund der Unsicherheit der Klimaänderungen wird jedoch eine zunehmende Flexibilität der Planung gefordert, um möglichst viele Handlungsoptionen offenzuhalten. Wie kann Planung flexibel sein, um möglichst lange auf künftige Entwicklungen reagieren zu können – und dabei gleichzeitig ein hinreichendes Maß an Verbindlichkeit garantieren, um langfristig einen Beitrag zur Anpassung an den Klimawandel zu leisten?

Ziel der Dissertation und Vorgehen Im Rahmen der Dissertation wird untersucht, ob (und ggf. wie) das formelle stadt- und regionalplanerische Instrumentarium modifiziert werden müsste, um einen Beitrag zur Anpassung an den Klimawandel zu leisten. Dabei geht es darum, wie den Herausforderungen, die sich aus der Unsicherheit und den langen Zeithorizonten der Klimaänderungen ergeben, Rechnung getragen und insbesondere eine stärkere Flexibilisierung des formellen Instrumentariums erreicht werden kann. Als Fallstudie wird aufgrund der besonderen Betroffenheit urbaner Küstengebiete die Stadtregion Rostock/Deutschland untersucht. Ergänzend werden weitere Stadtregionen hinzugezogen, um Anregungen und Hinweise für die Auseinandersetzung mit dem deutschen Instrumentarium zu erhalten.

Zwischen rationalen und inkrementellen Ansätzen Die Arbeit knüpft an zahlreiche Theorien der Raumplanung an, die sich mit dem Spannungsfeld zwischen rationalen (bzw. linearen) und inkrementellen Planungsansätzen beschäftigen. Während das formelle Instrumentarium der Planung eher linear ausgelegt ist, legen die Forderung nach Flexibilität und die Unsicherheit des Klimawandels ein eher inkrementelles (adaptives) Vorgehen nahe. Dieses Spannungsfeld soll sowohl in einem planungstheoretischen Kontext als auch hinsichtlich einer Übertragung auf das formelle Instrumentarium diskutiert werden. Kontakt: maike.albers@hcu-hamburg.de

Foto: m.gade/pixelio.de Gestaltung: blueBOX, HCU


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PhD Project

Making value: visual art, careers and place Dipl.-Geogr. Melanie Fasche (Melanie.Fasche@hcu-hamburg.de) Supervision: Prof. Dr. Gernot Grabher, Urban and Regional Economic Studies The thesis sheds light on the logics of career building in the knowledge economy by critically re-examining the notions of talent and knowledge production in terms of reward structures. The focus is on the validation process and career building in the market of contemporary visual art. It is argued that although visual art is special in many ways, its logics of career and canon building are not so different from those of other professional worlds. The art market belongs to the kind of markets in which a small number of individuals at the top is very well rewarded and made extremely visible to all those below. This reward structure is known from entertainment and professional sports and has recently permeated into other professional worlds such as consulting, journalism, management, fashion and academia. Despite rising inequalities in rewards and growing competition, occupation choices remain based on self-interest and the willingness to make costly investments – in other words: to incur considerable risks. The thesis explores strategies of building careers in such a risky environment. Here, career building and knowledge production are conceptualized as interrelated social processes around reputation building governed by institutions and a reward structure producing the kind of knowledge that specific professional worlds are noted for. Thus, the conceptualization of talent in terms of creativity and technical skill is broadened to behavioral and relational properties. Furthermore, attention is paid to the underlying politics of the production of knowledge that may ultimately be integrated into respective canons. The thesis is guided by three questions: 1 How is the value of art made? It is assumed that value making is a continuous process and that value is generated through relations and spatio-temporal positioning. Value making is circular and relative including production and consumption and path-depended referring to the entire artist’s oeuvre. The process is gradual with a strong hierarchical orientation but not linear one-directional. Although governed by institutions and specific practices the individual path is unpredictable. 2 What evolves through value making? It is assumed that the value making process is reflexive at all points. The value of art evolves together with the careers of artists and other art market stakeholders. Validation and careers are mutually dependent. 3 What are the spatial implications of value making? It is assumed that the value making process takes place in specific sites where institutions, practices and networks encounter each other. This taking place follows a distinct spatial logic and shapes distinct spatial forms that often collide with public policy discourse on the local level.

Foto: Melanie Faschew Gestaltung: blueBOX, HCU

The thesis aims at building theory from cases. The selected cases are the established centre of visual art New York City, its national rival Los Angeles and up-and-coming Berlin. The dominant lens through which the findings are filtered is the view of commercial gallerists as gatekeeper between artists and buyers. Qualitative interviews with gallerists are the main empirical basis supplemented by records of conversations with artists and curators, observations from assisting in a gallery and on an art fair, and art industry press. Based on empirical evidence a heuristic conceptual framework is developed that connects to existing theory and recent debates in economic geography, economic sociology, sociology of arts and behavioural economics and offers future application in research of professional realms beyond visual art.


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Promotionsprojekt

Modellbasierte Klimawandel- und Entwicklungsszenarien in Stadtregionen des Ostseeraums Diplom-Geoökologe Michael Richter Kontakt: michael.richter@hcu-hamburg.de

Klimaschutz und -Anpassung erforderlich. Mittlerweile herrscht in der Wissenschaft weitgehend Einigkeit darüber, dass die Klimaveränderungen der letzten Jahrzehnte auch auf den Menschen zurückzuführen sind.Auch wenn in den nächsten Jahrzehnten in hohem Maße weltweit Klimaschutzmaßnahmen durchgesetzt werden sollten, wird man nicht umhin kommen sich an die Folgen der bereits stattfindenden und auch trotz Klimaschutz weiterhin fortschreitenden Klimaveränderungen anzupassen.

Klimaänderungen im Ostseeraum. Der Anstieg der mittleren Jahrestemperaturen war im vergangenen Jahrhundert deutlich größer als der globale Trend. Die jährlichen Niederschlagsmengen stiegen in diesem Zeitraum insgesamt ebenfalls an, wobei regionale Unterschiede bestehen. Man geht davon aus, dass sich diese Entwicklungen in Zukunft fortsetzen und besonders die Temperaturänderungen die globalen Trends übersteigen.

Stadtregionen der Küstenzone sind besonders betroffen. Aufgrund ihrer Lage und Bevölkerungskonzentration sind diese Regionen besonders anfällig gegenüber den negativen Folgen der Klimaänderungen. Neben u.a. Meeresspiegelanstieg, Flusshochwässern und Starkregen könnten Hitzewellen in Verbindung mit den im Gegensatz zum Umland meist erhöhten Temperaturen („urban heat island effect“) besondere Probleme für die Städte und deren Bevölkerung mit sich bringen.

Fallstudienuntersuchungen. In den Fallstudien Rostock, Riga und Stockholm werden diese Effekte untersucht. Regionale Messdaten geben Aufschluss über vergangene und fortschreitende Klimaänderungen und die Unterschiede zwischen Stadt- und Umlandklima. Darauf aufbauend werden mit Hilfe eines Simulationsmodells kleinräumige Einflüsse auf das Stadtklima wie Landnutzung, orographische Hindernisse, Land-See-Winde, Flurwinde und das Phänomen der urbanen Wärmeinsel untersucht.

Modellierung von Anpassungsmaßnahmen.

Foto: .............. Gestaltung: blueBOX, HCU

Weder die genaue Klimaentwicklung, noch die Stadtentwicklung dieses Jahrhunderts kann sicher vorhergesagt werden. Unter Annahmen möglicher plausibler Entwicklungen, sowohl des Klimas als auch der sozioökonomischen Entwicklung und der daraus resultierenden Entwicklung der Flächennutzung werden modellgestützte Untersuchungen zum zukünftigen Stadtklima durchgeführt.Die Ergebnisse geben Aufschluss über mögliche (stadt-)klimatische Entwicklungen und den Nutzen der in den Entwicklungsszenarien implementierten Anpassungsmaßnahmen für die Stadtentwicklung.


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Promotionsprojekt

Perspektiven und Entwicklungspotenziale ehemaliger Warenhausstandorte Dipl.-Ing. Nina Hangebruch

Problemaufriss Mit ihrem vielseitigen Angebot und ihren markanten Immobilien waren Warenhäuser einst die Magneten des innerstädtischen Handels. Im Zuge des Strukturwandels im Einzelhandel hat sich der Marktanteil der Warenhäuser jedoch kontinuierlich verringert. Seit 1994 hat sich die Zahl der Warenhäuser in Deutschland halbiert. 200 nunmehr noch geöffneten Warenhäusern stehen ebenso viele während dieser Zeit geschlossene Standorte gegenüber. Allein aufgrund der Hertie-Insolvenz stehen gegenwärtig etwa 50 Warenhäuser leer. Inwieweit die Konsolidierung des Marktes damit abgeschlossen ist, ist fraglich. Handelsexperten vermuten, dass sich die Zahl der Warenhäuser auf 100 bis 120 Standorte reduzieren könnte. Ungeachtet ihrer rückläufigen ökonomischen Bedeutung haben Warenhäuser vielerorts – gerade in Mittelstädten und Stadtteilzentren – nach wie vor eine zentrale Bedeutung für Image und Frequenz der Zentren. Viele Städte befürchten deshalb einen nachhaltigen Funktionsverlust, wenn ihr Warenhaus schließt. Damit sind die Revitalisierung ehemaliger Warenhausstandorte und der Umgang mit leer stehenden Warenhausimmobilien nicht nur eine einzelwirtschaftliche Aufgabe, sondern auch ein Thema für die öffentliche Hand.

Erkenntnisinteresse Aufbauend auf einer bundesweiten Untersuchung aller seit 1994 aufgegeben Warenhausstandorte wird im Rahmen des Promotionsprojekts erforscht t wie sich Warenhausschließungen auf die betroffenen Kommunen bzw. Einzelhandelslagen auswirken t welche Standorte von Warenhausschließungen vorrangig betroffen sind t in welcher Form und mit welchen Konzepten ehemalige Warenhausimmobilien nachgenutzt werden t wie sich der Prozess der Standortrevitalisierung und das Zusammenspiel zwischen Immobilieneigentümern, Flächenbetreibern, Projektentwicklern und kommunalen Akteuren gestaltet t welche Wirkungszusammenhänge es gibt, d.h. von welchen Faktoren die Chancen für eine zügige und qualitätsvolle Nachnutzung der Standorte abhängen t was die betroffenen Kommunen selbst tun können, um die Warenhausrevitalisierung zu forcieren und einem Attraktivitäts- und Funktionsverlust ihrer Zentren entgegenzuwirken Kontakt Dipl.-Ing. Nina Hangebruch I HafenCity Universität Hamburg I Arbeitsbereich Gewerbeplanung und Wirtschaftsförderung I Winterhuder Weg 31 I 22085 Hamburg I Tel. 040/42827-4554 I Email: nina.hangebruch@hcu-hamburg.de Betreuung Prof. Dr.-Ing. Thomas Krüger I Arbeitsbereich Projektentwicklung und Projektmanagement in der Stadtplanung I Dr. Hanns Werner Bonny I Arbeitsbereich Gewerbeplanung und Wirtschaftsförderung

Foto: Nina Hangebruch Gestaltung: blueBOX, HCU

http://www.hcu-hamburg.de/research/arbeitsgebiete/hanns-werner-bonny/team/nina-hangebruch/


W A L D Ä S T H E T I K

Waldästhetik und Ziegeldekor „Neues Altona 1919 – 1929“ - Zehn Jahre Aufbau einer deutschen Großstadt zwischen philanthropischer Fürsorge und kultursozialistischem Selbstkonzept Der Altonaer Volkspark von Ferdinand Tutenberg in Gestalt eines Waldparks stand als Sinnbild eines Erholungswaldes für gesundheitlich strapazierte Arbeiterfamilien einer industrialisierten Stadt. Die polychromen Mauerwerksfassaden der kommunalen Gebäude Gustav Oelsners in Altona waren das Emblem architektonischer Kultur in dieser aufstrebenden Großstadt. Park und Gebäude sollten gemeinsam die soziokulturellen Identifikationsmerkmale des kommunalen Städtebaus in Altona darstellen. Diese symbolischen Gestaltungsaufgaben wurden jedoch – bewusst – anders gelöst, um den Aufbau einer deutschen Großstadt der Weimarer Republik zu gestalten. In Hamburg waren zu gleicher Zeit die Vorstellungen von Fritz Schumacher stilbildend und stadtbildprägend: einheitlich bläulich-dunkelrot gestaltete Mauerwerksfassaden und der neobarock angelegte Stadtpark in Winterhude mit „Königsachse“ und ellipsenförmigem Stadtparksee. Die oberflächlichen Gemeinsamkeiten implizieren eine doppelte Dialektik. Ein Spannungsbogen über den Umgang mit Architektur und Natur und über das Verhältnis von Altona zu Hamburg baut sich auf. Das betrifft die Planung von Wohnsiedlungen und öffentlichen Gebäuden mit den dazugehörigen Grünund Erholungsräumen sowie die Planung des Volksparks mit den enthaltenen Klein-, Sport- und Erholungsbauten und seinen informellen Nutzungsstrukturen und -qualitäten. Auf einer gründlichen Analyse der topografischen, soziokulturellen und sozioökonomischen Verhältnisse wurde damals ein Identität stiftendes, städtebauliches und gesellschaftliches Programm in Altona entwickelt, das gerade für die heutige Zeit – 90 Jahre später – noch zukunftstaugliche Ideen vorhält, die bewusst gemacht werden müssen. Diese sind namentlich: Ansätze zur Profilierung einer Stadtteilidentität und zur Stärkung informeller Nutzungsstrukturen. Als Folge des ungebrochenen Trends zur gesellschaftspolitischen und ökonomischen Liberalisierung und Uniformierung drohen dem Altonaer Volkspark und wichtigen Gebäuden Oelsners heute deren kulturhistorische Negation; das kommunitaristische Erbe verschwindet aus dem kulturellen Gedächtnis der Metropole Hamburg. „Der Kommunitarismus diagnostiziert (...) eine Krise moderner Gesellschaften (Entsolidarisierung; Werteverfall; Legitimitäts-, Identitäts- und Sinnkrise), als deren Ursache er einen radikalen, von der Ideologie des Neoliberalismus geförderten Individualismus ausmacht, um im Gegenzug die notwendige Rückbesinnung auf Bedeutung und Wert von Gemeinschaft (...) zu fordern.“ (wikipedia, zit. nach: Lex. d. Politikwissenschaft) Daraus leitet sich die Zielsetzung ab, wonach mit Methoden der Städtebaugeschichte die wegleitenden Wechselwirkungen und Zusammenhänge zu damaliger Zeit in Altona grundlegend aufgearbeitet werden sollen, um ihr Potenzial für die Zukunft zu bergen. Hiermit soll ein historisch-fundierter Baustein geliefert werden, um o.g. Prozessen entgegentreten zu können und die Diskussion um bisher unbekannte Aspekte zu erweitern. Tutenbergs und Oelsners Interpretationen sozialen Fortschritts orientierten sich an traditionellen architektonischen Mustern, die für die neuen Anforderungen der Moderne uminterpretiert wurden. Sie setzten politische Forderungen – v.a. des sozialdemokratischen Bürgermeisters Max Brauer – in wegweisende Projekte des damaligen reformorientierten Städtebaus um. Zwei Teile können das Ganze zwar nicht sein, sie können es aber thematisieren, um auf diese Weise zu helfen, Fragen der städtebaulichen Identität im Verhältnis zur individuellen Identität und in Beziehung zu anderen Identitäten zu stellen, um sie zukünftig weiter zu entwickeln und daraus ein Identitätennetz zu knüpfen. Wie funktioniert lokale Identitätsfindung mithilfe städtebaulicher Mittel? Wie und wodurch beeinflusst und gestaltet Architektur die kulturelle Entwicklung der Bewohner und ihrer Stadtteile? „Wenn ich von Identität spreche, beziehe ich mich auf eine Unterscheidung, die von Deleuze und Guattari eingeführt wurde, zwischen der Auffassung einer Identität, die aus einer einzigen Wurzel erwächst, und einer Identität aus einem Wurzelgeflecht, einem Rhizom.“ (Glissant) Doktorand: Dipl. Ing. Olaf Bey Betreuer: Prof. Dr. Ing. Wolfgang Willkomm und Prof. Dr. Ing. Peter Michelis gefördert durch die Peter-Möhrle-Stiftung

ZIEGELDEKOR


Metropolregionen: Chance für die räumliche Planung in Deutschland? Welche Rolle spielt die räumliche Planung in den deutschen Metropolregionen? „Städtebau und Raumordnung sind defensiv geworden, sie versuchen, alte Strukturen mit untauglichen Mitteln zu verteidigen und klammern sich an alte Bilder, ohne zu merken, daß die Traditionen selbst so hohl geworden sind, daß sie unaufhaltsam zerbrechen“ (Thomas Sieverts) „Nur mit mehr Mut für einen fundamental neuen Ansatz regionaler Steuerung wird die [...] berechtigte Forderung nach effektiver und effizienter nachhaltiger Raumentwicklung erfüllt werden können.“ (ARL)

Welche Chancen, aber auch Risiken bietet eine metropolregionale Raumplanung für eine nachhaltige Entwicklung? „Das Konzept der Metropolregionen ist eine raumordnungspolitische Erfolgsgeschichte.“ (Manfred Sinz) - kann dieser Erfolg auf die regionale Planung übertragen werden? Kann die Akzeptanz und Durchsetzungskraft von regionalen Plänen erhöht werden, wenn sie auf eine übersichtliche Zahl reduziert werden und die geographischen Zuschnitte der Planungsräume an die tatsächlichen Lebensräume angepasst werden? Können die Kompetenzen und die demokratische Legitimation der Raumplanung für eine nachhaltigere Entwicklung der eher wirtschaftlich orientierten Metropolregionen genutzt werden?

Promotionsvorhaben an der HCU Hamburg | Dipl.-Ing. Tobias Preising | tobias.preising@hcu-hamburg.de


HCU

Universität für Baukunst und Metropolenentwicklung

HafenCity Universität Hamburg

Promotionsprojekt

Prozesse der Anpassung Dipl.-Umweltwiss. Julika Selinger (plan B:altic) (julika.selinger@hcu-hamburg.de)

Problemstellung Der Klimawandel stellt sowohl Planung als auch Politik vor neue Herausforderungen. Die Folgen des Klimawandels sind nur eingeschränkt prognostizierbar und somit muss mit den Unsicherheiten über zukünftige Klimaentwicklungen umgegangen werden. Außerdem treffen die Auswirkungen des Klimawandels auf komplexe und sensible Stadtstrukturen, was einen weiteren Unsicherheitsfaktor darstellt. Zudem sind normative Fragen, wie mit dieser Unsicherheit umgegangen werden soll, bislang nicht geklärt. Es ist auch kein einheitliches Verständnis von Anpassung in der Bevölkerung, Politik und Planung vorhanden. So wird Anpassung an den Klimawandel einerseits als eine Aneinanderreihung technischer Maßnahmen wie erhöhter Deichbau gesehen oder andererseits als gesellschaftlicher Lernprozess, der die Anpassungskapazität der Stadtregion erhöht. Wie diese Entscheidungen getroffen werden und wer sie trifft, ist offen.

Ziel Im Zentrum der Untersuchung steht eine Analyse der wichtigsten Akteure, ihrer Beziehungen untereinander, Entscheidungsstrukturen und Machtkonstellationen. Außerdem soll betrachtet werden, wie die jeweiligen Akteure mit den unsicheren Entwicklungen des Klimawandels umgehen. Aus dieser Analyse sollen mögliche Anpassungsstrategien an den Klimawandel für eine Fallregion im Ostseeraum entwickelt werden.

Fragestellung Welche Bedeutung hat die Anpassung an die Folgen der Klimawandels in planerischen und politischen Prozessen der Stadtregion Rostock? Welche Anpassungsmaßnahmen sind in Diskussion, bzw. werden bereits umgesetzt und welche Begründungen gibt es hierfür?

Methoden Das gesamte Forschungsprojekt plan B:altic ist transdisziplinär angelegt, was eine enge Zusammenarbeit innerhalb des interdisziplinären Teams als auch mit Vertreterinnen und Vertretern der Praxis beinhaltet. Ergebnisse dieses Prozesses (Szenarioplanung) fließen in das hier vorgestellte Forschungsvorhaben mit ein. Die Arbeit ist Fallstudien basiert angelegt und es werden Methoden der qualitativen Sozialforschung angewandt.

Theoretische Einbettung Die Arbeit ist in der sozial-ökologischen Forschung verortet und hat somit als Grundthese, dass soziale und ökologische Systeme eng vernetzt sind, sich gegenseitig beeinflussen und teilweise sogar bedingen. Konzepte im Umgang mit Komplexität und Unsicherheit und der Governanceforschung werden herangezogen.

Foto: ................................ Gestaltung: blueBOX, HCU

Hintergrund Das Forschungsvorhaben wird im Rahmen der Nachwuchsforschungsgruppe plan B:altic „Klimawandel und Raumentwicklung – Anpassungsstrategien der Stadt- und Regionalplanung in Stadtregionen der Küstenzone am Beispiel des Ostseeraumes“ durchgeführt und aus den Mitteln des BMBF- Forschungsprogramms Sozial-ökologische Forschung finanziert.


Impressum HafenCity Universität Hamburg blueBOX – HCU Transferstelle Lehre - Forschung - Praxis Winterhuder Weg 29-31 22085 Hamburg www.hcu-hamburg.de www.bluebox-hcu.de e-mail: bluebox-hcu.de


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