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Klassischerweise 足anders

Nov 2013 / Dez 2013 / Jan 2014


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Simon Halsey


Mit Pauken und Trompeten A

m Vorabend zum ersten Advent geht der Rundfunkchor Berlin mit seinem Adventskonzert ganz neue Wege – ­zumindest von Berlin beziehungsweise Deutschland aus betrachtet. Simon Halsey, der britische Chefdirigent des Chores, ließ sich nämlich bei der Planung von schönen Erinnerungen aus seiner Kindheit leiten: „Ich bin aufgewachsen in dieser Tradition wunderbarer Adventsgottesdienste: mit Lesungen und stimmungsvoller Musik. Manchmal singt der Chor allein, dann wieder singt die ganze Kirche – beliebte Choräle und populäre Lieder in mitreißenden Arrangements. Die ganze Gemeinde ist vereint im Singen.“ Genau so soll es beim Adventskonzert der besonderen Art im Berliner Dom werden. Der Rundfunkchor Berlin präsentiert bekannte Weihnachtslieder von Praetorius über Bach bis Reger und zeitgenössische Arrangements, die kürzlich auch auf CD erschienen sind. Die Schauspielerin Anna Thalbach liest unter anderem Texte von Brecht, Bartsch und Schinagl sowie eine berlinische Weihnachtsgeschichte: „Zu jenau die Zeit hat Kaiser Aujustus ’n Jesetz jemacht ...“ Vor allem aber ist das Publikum aufgerufen, gemeinsam mit dem Chor traditionelle und beliebte Weihnachtslieder zu singen, unterstützt von Harfe und Orgel, von Pauken, Schlagwerk und den Blechbläsern des Deutschen Symphonie-­Orchesters Berlin. Damit das klappt, wird Simon ­Halsey eine Stunde vor Konzertbeginn mit dem Publikum proben. Das rbb-­Fernsehen wird dieses Konzert für die ganze Familie ­aufzeichnen und an Heiligabend um 18 Uhr im dritten ­Programm senden. Simon Halsey schwelgt bereits in Vorfreude: „Lassen Sie uns gemeinsam ein ganz besonderes Erlebnis für Herz und ­Seele schaffen. Machen Sie mit!“

30. 11. 2013 SA 20 Uhr 19 Uhr Probe mit Publikum Berliner Dom Tickets 030 / 20 29 87 22

Konzert zum Advent »Machet die Tore weit!«

CD-Tipp

In dulci jubilo 24 beliebte deutsche Weihnachtslieder aus fünf Jahrhunderten vereint diese CD, die der Rundfunkchor Berlin unter Leitung von Simon Halsey aufgenommen hat. Gesungen werden bekannte ­Advents- und Weihnachtslieder von Es ist ein Ros entsprungen über Tochter Zion bis Stille Nacht – in traditionellen Sätzen für vierbis sechsstim­migen Chor.

Coviello Classics COV 41310


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SA 20 / SO 18 Uhr Berliner Dom Tickets 030 / 20 29 87 22

Das Berliner Weihnachtskonzert »O magnum mysterium«

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ür viele ist es inzwischen das Weihnachtskonzert in Berlin schlechthin, eine gern gepflegte Tradition wie Beethovens Neunte zu Silvester: Weihnachten im Berliner Dom mit dem Rundfunkchor Berlin. Natürlich erklingen wenige Tage vor dem Heiligen Abend in der ehrwürdigen Kuppelhalle des Domes auch traditionelle Weihnachtslieder und bekannte Orgelwerke wie Regers Wachet auf, ruft uns die Stimme. Doch es sind vor allem die kunstvoll gearbeiteten wie gesungenen Chorsätze a cappella – bekannte Werke von Mendelssohn, Reger und Bach ebenso wie neuere Stücke, etwa Vic Nees’ Magnificat oder das geradezu magische »O magnum mysterium« für achtstimmigen Chor des Amerikaners Morten Lauridsen –, die das Publikum in erhabene Feststimmung versetzen werden. Dirigieren wird die beiden Konzerte am Samstag und Sonntag vor Weihnachten Michael Gläser, der als Thomaner einst zahlreiche Weihnachtsliederabende in der Leipziger Thomaskirche mitgesungen hat. In den 80er-Jahren war er Dirigierassistent beim Rundfunkchor Berlin, später leitete er viele Jahre den Chor des Bayerischen Rundfunks in München, wo er noch heute als Professor tätig ist.

© Martin Biskoping

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21. / 22. 12. 2013

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Michael Gläser


16. 11. 2013 SA 20 Uhr Philharmonie Berlin Tickets 030 / 20 29 87 22

BRUCKNER Werke für Chor a cappella / 9. Sinfonie MESSIAEN »L’Ascension«

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Bart Van Reyn bei der Meisterklasse 2012

Der »Schattenmann« Bart Van Reyn, was machen Sie als Einstudierer für Marek Janowski?

Bei der Internationalen Meisterklasse 2012 hat es sofort gefunkt zwischen dem Rundfunkchor Berlin und Bart Van Reyn. Der junge Belgier wandelt zurzeit zwischen den Welten: Er arbeitet als Assistent bedeutender Dirigenten, leitet aber auch seinen eigenen, inzwischen viel beschäftigten Chor, hat sein eigenes Originalklang-Orchester gegründet, macht Gastdirigate und steht mit seiner Operntruppe The Ministry of Operatic Affairs in Belgien kurz vor der ersten Premiere: mit Mozarts Don Giovanni.

Ich werde die Bruckner-Motetten in ersten Proben mit dem Chor anlegen, bis Herr Janowski übernimmt und weiterarbeitet. A-cappella-Musik braucht eine intensive und feinnervige Vorbereitung, und die vielbeschäftigten Dirigenten haben oft nicht die Zeit, von Anfang an dabei zu sein. Ich werde mit ihm besprechen, welcher Klang, welche Tempi und so weiter ihm vorschweben, und den Chor dann so vorbereiten, als wäre ich Marek Janowski. Im zweiten Teil der Probenphase stehe ich ihm dann als Assistent zur Seite. Man lernt viel von guten Dirigenten: Man unterhält sich mit ihnen intensiv über die Musik und kann auch selbst Anregungen geben.

Freuen Sie sich auf Bruckner? Unbedingt. Das ist einfach mächtige Musik, die ein großer Chor singen muss. Bruckner war sehr gläubig, das spürt man in der Musik. Er hat wie ein alter Meister kontrapunktisch gearbeitet, war aber, was die Harmonien betrifft, voll auf der Höhe der Zeit. Locus iste steht in unschuldigem C-Dur, ist aber sehr effektvoll. In anderen Motetten schwelgt Bruckner richtiggehend in der Chromatik. Oft ist der Tod anwesend, da darf es auch wehtun.

... und auf die Zusammenarbeit mit dem Rundfunkchor Berlin? Das sind tolle Leute, sehr offen, freundlich und wie eine Familie. Man spürt, dass die Sänger wirklich Spaß haben an der Musik.


Kammermusik Sechs Mal in der Saison bietet der Rundfunkchor Berlin der vokalen Kammermusik ein Podium. Und das ist eine schöne Sache – für beide Seiten: Für das Publikum, weil es die Sängerinnen und Sänger einmal als individuelle Künstlerpersönlichkeiten mit ihren jeweils unverwechselbaren Stimmen und ihrer künstlerischen Leidenschaft kennenlernt. Und für die Chormitglieder, weil die KammermusikPodien einen willkommenen Rahmen bieten, aus der großen Formation herauszutreten und künstlerisch eigenverantwortlich zu agieren. So erfüllend es ist, in einem Ensemble wie dem Rundfunkchor Berlin zu singen, so reizvoll bleibt doch auch das solistische Engagement. Wie gut, dass es da die solistischen und kammermusikalischen Projekte gibt, die den Alltag durchbrechen, die Sinne schärfen und wiederum Früchte tragen für die Arbeit im großen Chor. Fast alle Mitglieder des Chores sind regelmäßig solistisch aktiv, doch natürlich ist es besonders schön, sich im Rahmen einer choreigenen Konzertreihe zu präsentieren. Und schon so mancher Zuschauer war baff angesichts des neu entdeckten Potenzials. In der Saison 2013/14 finden alle KammermusikPodien sonntags um 17 Uhr im Schloss Friedrichsfelde statt. Bereits die ersten beiden Konzerte spiegeln die Bandbreite der Reihe

wider: Für den 17. November hat Rundfunkchor-Bass Georg Witt ein Programm mit Werken von Schütz, Bach und Purcell zusammengestellt, die ihn mit seinem verstorbenen Vater, dem einstigen Domkapellmeister der St.-Hedwigs-Kathedrale, verbinden. Am 12. Januar singen die »Cabaret Ladies« Sabine Eyer und Christina Bischoff Stücke von Bolcom und Moore, Weill und Hollaender.

17. 11. 2013 SO 17 Uhr Schloss Friedrichsfelde 1. KammermusikPodium Tickets 030 / 20 29 87 22

»Mitten wir im Leben sind mit dem Tod umfangen« 12. 1. 2014 SO 17 Uhr Schloss Friedrichsfelde 2. KammermusikPodium Tickets 030 / 20 29 87 22

»Cabaret Ladies«


Dear Friends of Rundfunkchor Berlin,

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n the upcoming three months Rundfunkchor Berlin will once again demonstrate the whole spectrum of its mastery. November begins with choral music on a grand scale: Bruckner motets under Marek Janowski in the main auditorium of the Berlin Philharmonie. The principal conductor of Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin (RSB) conducts the Rundfunkchor Berlin, presenting a programme of a capella works – an unusual collaboration that could well inspire the heads of other orchestras. Shortly thereafter, Rundfunkchor Berlin appears with the Berlin Philharmonic Orchestra: Riccardo Chailly conducts a “Faust programme” including Wagner’s Faust Overture and Liszt’s Faust Symphony. In mid-December, Daniel Harding, deputizing for the indisposed Nikolaus Harnoncourt, presents Schumann’s Scenes from Goethe’s “Faust”, also with the Berlin Philharmonic. The night before the first Sunday in Advent, Rundfunkchor Berlin offers a concert in Berlin Cathedral (Berliner Dom) “with trumpets and drums”, as well as readings and popular Christmas carols in which the audience is invited to sing along. With this format, principal conductor Simon Halsey is following a beloved English tradition. rbb Television will televise the concert on Christmas Eve. As always, Rundfunkchor Berlin’s traditional Christmas concert, which this year will be given twice in Berlin Cathedral, combines favourite Christmas carols with artfully arranged a cappella choral works. The concerts this year will be under the direction of Michael Gläser. January will see the continuation of the chorus’s collaboration with Deutsches Symphonie-Orchester Berlin, singing in Mahler’s

“Resurrection” Symphony under the orchestra’s principal conductor Tugan Sokhiev. The quarter will draw to a close with the chorus’s huge Sing-Along Concert. As always, over 1000 enthusiastic amateur singers from all over the world, along with Simon Halsey and the members of Rundfunkchor Berlin, will set the Berlin Philharmonie vibrating. And don’t forget: the first two instalments of the new KammermusikPodium season will take place in November and January. It will range from Schütz to cabaret songs – in other words, the whole spectrum. Enjoy Rundfunkchor Berlin! Yours

Hans−Hermann Rehberg has been the managing director of Rundfunkchor Berlin since 1990 and is substantially responsible for the ensemble’s current profile. In 2005, together with Simon Halsey, he created the series “Broadening the Scope of Choral Music”. From now on, in this space, he will be presenting the quarter’s highlights for our international partners and friends.


IMPRESSUM HERAUSGEBER

Rundfunk Orchester und Chöre Gmbh Berlin GESELLSCHAFTER

Deutschlandradio Bundesrepublik Deutschland Land Berlin Rundfunk Berlin-Brandenburg GESCHÄFTSFÜHRER

Thomas Kipp RUNDFUNKCHOR BERLIN CHEFDIRIGENT

Simon Halsey CHORDIREKTOR

Hans-Hermann Rehberg REDAKTION

Rachel-Sophia Dries REDAKTIONELLE MITARBEIT

Michael Hofmeir TEXTE

Arnt Cobbers LEKTORAT

Kathrin Kurz KONZEPT & GESTALTUNG

Blotto Design, Berlin DRUCK

Druckpunkt Druckerei und Repro Gmbh © 2013 Rundfunkchor Berlin Änderungen vorbehalten.

Mitsingkonzert »Aber mein lieber Beethoven, was haben Sie denn da wieder gemacht?«, soll Fürst Eszterházy den Komponisten nach der Uraufführung seiner Messe in C-Dur 1807 gefragt haben. Solch eine Messvertonung hatte die Welt noch nicht gehört. Am 26. Januar werden 1.300 enthusiastische und bestens vorbereitete Amateursänger aus aller Welt Beethovens seinerzeit revolutionäres Werk gemeinsam mit dem Rundfunkchor Berlin in der Philharmonie singen – beim Mitsingkonzert, das seit 2003 zu einer schönen Tradition geworden ist.



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