Page 1

Karl-Michael Haake

TRAUERFLORISTIK

mit frischen Werkstoffen

it . Auflage m 2 . über ar b chter Fach vereinheitli en ch dem neu spr ache na exikon Floristik-L

Zeitgemäßes Lernen für die Praxis


ebensolche symmetrische Weitergestaltung mit floralem Schmuck. Da die Ausschmückung dieser Grundformen jedoch kleiner bleibt als diese selbst und auch asymmetrische Ordnungen ausgewogen gestaltet werden, ist asymmetrischer Schmuck auf der symmetrischen Grundform möglich. Wichtig: Der einzelne Werkstückteil muss konsequent in einer der beiden Ordnungsarten bleiben. Floristisch gestaltete Bandabschlüsse werten die Gestaltung auf.

mit Band sollte darüberhinaus gehen: Sie muss Werk-

Die Gestaltungsarten in der Trauerfloristik

stoffe oder Materialien aus dem eigentlichen Werkstück

Für die Mehrzahl aller Trauerwerkstücke ist die dekorative

aufgreifen und möglichst die Symbolik des Bindens und

Gestaltungsart mit Symmetrie, fülligem Werkstoff-

Verbindens vermitteln. Dazu ist entweder ein Umschlingen

einsatz, geschlossenen Umrissformen usw. charakteris-

z. B. des Kranzkörpers mit Band günstig oder eine tat-

tisch. Schon die formbinderische Ausprägung der meisten

sächliche Schleife mit Schlaufen und Knoten sollte dort

Werkformen gibt dies vor. Formal-lineare Gestaltungen

erkennbar werden, wo die Bindung erfolgt. Eine Kombina-

mit Linien- und Formbetonungen, Freiräumen und Asym-

tion mit Kordel bringt weitere Effekte. Wird nun der Ab-

metrie etc. sind seltener, aber ohne weiteres möglich.

schluss der beiden Bandenden noch floral geschmückt,

Schwieriger ist die Umsetzung vegetativer Aspekte, denn

ist die Gestaltung überzeugend und individuell gelungen.

z. B. eine Kranzringform und die Bedingtheit einer Sarg-

Fransenborte. Eine konsequente floristische Gestaltung

gestaltung schränken die wuchshafte Gestaltung ein. Dennoch kann durch die Auswahl der Werkstoffe und

Die Ordnungsarten in der Trauerfloristik

ihrer Positionierung eine vegetative Wirkung vermittelt

Beide Ordnungsarten, Symmetrie und Asymmetrie, lassen

auf die Gestaltungsarten Mischungen z. B. bei dekora-

sich trauerfloristisch anwenden. Jedoch ist einerseits

tiven Kranzkörpern mit

die strenge Ordnung der Symmetrie in der Regel

vegetativ erscheinender

passender für den ernsten Anlass. Andererseits wird

Blumenauswahl in linear

besonders in der Trauerfloristik oft eine Kombination

betonter Bewegung.

werden. Es entstehen dem entsprechend auch im Bezug

der Ordnungsarten verwirklicht. Die absolute Symmetrie eines Kranzes, der Sarg- oder Urnenform und der typischen Symbolformen

Herz,

Kreuz, Kissen sind unabdingbar

und

müssen

beachtet

werden.

Daraus

folgt zunächst eine Eine dem ernsten Anlass entsprechende, streng symmetrische Aufbahrung mit ebenso gestalteten Werkstücken.

010-015_VorlaufII_RZ.indd 14

Mischung von Gestaltungsarten in einem Werkstück: dekorative Kranzform, formal-lineare Werkstoffbehandlung und vegetativ wirkende, durchwachsene Verflechtung.

Die Anordnungsarten in der Trauerfloristik Radiale Anordnungen, bei der die Werkstoffstiele einem Wuchspunkt entspringen, ist bei Gestecken, Sträußen, vielen Kranzschmuckformen und auch bei Sarg- und

27.03.2009 11:04:17 Uhr


A L L G E M E I N E G E S TA LT E R I S C H E G R U N D L A G E N

III

einem Sarg als tragende Form und dem entsprechenden floristischen Schmuck bis hin zu den Propor tionen innerhalb eines einheitlich kompakten Werkstücks, wie es z. B. ein gestecktes Herz darstellt. Auch das Verhältnis zwischen den Komponenten mehrteiliger Werkstücke, z. B. Kranzkörper und Kranzschmuck, wird proportional bestimmt. Grundsätzlich lassen sich Gleichheitsproportionen wie 1:1 oder 2:2 von Ungleichheiten unterscheiden. Bei den ungleichen Proportionen dominiert die vielfache Umsetzung des Goldenen Schnitts mit den Verhältnissen 3:5 und 5:8 bzw. dem Grundverhältnis 1:1,62. Daneben findet man einfache, ganzzahlige Beziehungen wie 1:2 oder 1:3 bis hin zu überstreckten Proportionen, z. B. 1:5. Letztere können umgekehrt auch als gestauchte Proportionen verstanden werden, z. B. bei einem kleinen Akzentschmuck auf einem großen Kranzkörper. Im Einzelnen werden die ProportionsbedinParallele, radiale, frei-ungeregelte und flächige Anordnung der Werkstoffe in trauerfloristischen Werkstücken.

gungen in den anschließenden Bildkapiteln erläutert. 1

Urnenschmuck zu realisieren. Parallele Anordnung mit gleichgerichteter Stielführung und jeweils eigenen Wuchspunkten wird seltener gearbeitet. Verflochten

1

1,6

gewundene Ranken mit kreuz und quer eingesteckten Blütenstielen zählen zur frei-ungeregelten Anord1

nungsart und sind vom Kranzkörper bis zu Kreuzgestaltungen und Sargauflagen zu finden. Besonders häufig

1,6

ist bei Kränzen, Symbolformgestecken, Urnenkissen etc. die flächige Anordnung von Werkstoffen. Sie kann mit den folgenden Bedingungen als eigene Anordnungs-

3 1

art verstanden werden: Verzicht auf eine gestalterische Wirkung und Sichtbarkeit von Stielen; Auswahl flacher

1

und lagernder Werkstoffe, Einsatz von Schichtungen, Betonung der Texturausprägung, dichtes Aneinanderfügen der Werkstoffe. Auch Anordnungsarten lassen sich in einem Werkstück kombinieren, wenn die jeweiligen Bereiche konsequent gestaltet werden.

Die Proportionen in der Trauerfloristik

Skizzierte Propor tionsbeispiele für die Trauer floristik: Goldener Schnitt beim Kranz, Gleichheit beim Sargschmuck sowie Goldener Schnitt und Überstreckung bei der Urne.

Die Werkformen der Trauerfloristik Die verschiedenen Werkformen der Trauerfloristik vom

So verschieden wie die Gestaltungen der Trauerfloristik

Kranz über Sarg- und Urnenschmuck bis zu Symbolform-

sind auch die Anwendungen proportionaler Vorschriften

arbeiten, Gestecken, Sträußen und Pflanzschalen wer-

in den Werkstücken. Das reicht vom Bezug zwischen

den in den folgenden Kapiteln ausführlich dargestellt.

14 15

010-015_VorlaufII_RZ.indd 15

27.03.2009 11:04:19 Uhr


016-053_Kranzk_RZ.indd 16

27.03.2009 11:06:28 Uhr


Asparagus retrofractus, Bergenia cordifolia, Chamaecyparis obtusa ‘Nana Gracilis’, Eucalyptus cinerea, Eustoma grandiflorum, Galax urceolata, Hydrangea macrophylla, Limonium latifolium, Pittosporum tenuifolium, Rosa Cultivars, Tulipa Cultivar, Viburnum tinus

70 min

2

1 Kranzkörper 1·1 Technische Grundlagen 1·2 Gestaltung

16 17

016-053_Kranzk_RZ.indd 17

27.03.2009 11:06:36 Uhr


1·2 Gestaltung von Kranzkörpern Bei jedem floristischen Werkstück sind die grundlegenden Aspekte des Gestaltens und die speziell floristischen Gestaltungsfaktoren zu beachten. Im Folgenden werden diese Gesichtspunkte im Hinblick auf die Erstellung von Kranzkörpern betrachtet. Die daran anschließenden Bildseiten geben vielfältige Beispiele für die kreativen Umsetzungen der theoretischen Vorüberlegungen.

Proportionen bei Kranzkörpern Bei Kranzkörpern bestimmt vor allem das Verhältnis zwischen der Kranzkörperdicke und der Weite der mittigen Kranzöffnung eine gute Proportion. Führt man durch den Mittelpunkt des Kreisrings einen Querschnitt, wird der Kranzkörper in gleiche Hälften geteilt. Zunächst wird quasi der Kranzwulst selbst durchschnitten, dann die Öffnung gequert und schließlich wieder der Kranzwulst. Dabei ergeben sich drei Durchmesserwerte, an denen die Proportionen abgelesen werden können. Die ideale proportionale Zahlenfolge sollte 1:1,6:1 ergeben, also dem Goldenen Schnitt entsprechen. Die Skizze verdeutlicht dies und illustriert die weiteren Überlegungen.

1

1,6

1

1

2

1

dennoch überzeugen können. Sehr kompakte Kranzkörper, zusätzliche umspielende Werkstoffe, eine in die Umgebung ausstrahlende Farbigkeit und ein sehr schräger Blickwinkel auf den Kranz, wobei die Öffnung natürlich kleiner erscheint, lassen dünnere Kranzkörper durchaus zu. Im Übrigen sind Abweichungen von der Norm des Goldenen Schnitts bis zu Werten von 1:2:1 schon aus Gründen der gestalterischen Freiheit akzeptabel. Umgekehrt sind dicke Kranzkörper mit proportional kleiner Öffnung in der Gefahr, bei seitlicher Betrachtung kaum noch als Kranzring wahrnehmbar zu sein, die Öffnung wirkt geschlossen. Die vorstellbare Kreisbewegung scheint zum Mittelpunkt des gesamten Kreises zu streben, eine imaginäre Zentripetalkraft wirkt sich optisch aus, der Kranz fällt nahezu in sich zusammen. Ein Verhältnis von 1:1:1 ist bei einem filigran gewundenen Kranz noch möglich, kompaktere Varianten sollten eine Proportion von 1:1,3:1 nicht unterschreiten. Generell ist für die Wahrnehmung der Proportionen die jeweilige Umrisslinie entscheidend. Bei glatten, kompakten Kranzkörpern ist diese klar nachzuvollziehen. Aufgelockerte Umrisse werden vom Auge des Betrachters ganz unbewusst zwischen den großen und den geringen Ausdehnungen gemittelt, wobei diese vorgestellte Ideallinie die proportionale Beurteilung bestimmt (vergleiche 4. Beispiel in der Skizze). Bei außen besonders flach aufliegenden Deichformkränzen liegt die vorgestellte Ideallinie leicht nach innen versetzt. Weitere Proportionsfakten zu dieser Kranzprofilform erläutert der Folgeabschnitt.

Profilformen von Kranzkörpern

1

1

1

1

1,6

1

Skizzenhafte proportionale Vorüberlegungen zur Kranzkörpergestaltung (Erläuterungen im Text).

Dünnere Kranzkörper mit großen Öffnungen (z. B. 1:3:1) wirken schnell schwach. Ihr Kreis durch eine die nach außen gerichtete Fliehkraft (Zentrifugalkraft) den Zusammenhalt zu verlieren. Hierbei sind weitere Einflussfaktoren zu beachten, wodurch solche Kränze

016-053_Kranzk_RZ.indd 22

Unabhängig von Zwischenformen und kleinen Abweichungen lassen sich im Profil von Kranzkörpern fünf Querschnittsformen unterscheiden: Kreisförmiger Querschnitt von Kranzkörpern mit vollrundem Profil, die nur wenig aufliegen und daher als einzige allseitig, also auch von unten gestaltet sind.

27.03.2009 11:06:44 Uhr


KRANZKÖRPER

Halbkreisförmiger Querschnitt bei Kränzen mit halbrundem Profil, die einen engen Kontakt zur Auflagefläche haben.

Profilquerschnitt in Form des Dreiviertelkreises (auch 3/5 oder 4/5) bei Kränzen, die in ihrer optischen Profilwirkung zwischen den beiden erstgenannten liegen.

Profile, die an einen Deich erinnern, für Kranzkörper, die sich besonders eng an den Untergrund anschmiegen.

1.2

nicht für eine Deichform, flach anliegende Koniferen zweige wä1 ren dagegen günstig. Damit die Deichform im Außenbereich nicht 1 0,6 zu flach und weit aus1,6 laufend gerät, muss Proportionen beim Deichprofil. hier nochmals auf Proportionen eingegangen werden. Das Verhältnis zwischen Breite des Deichfußes und Deichhöhe ist mit 1,6:1 günstig, die Position des Deichscheitels im Bezug auf den Deichfuß lässt sich ebenfalls mit dem Goldenen Schnitt bestimmen, wie obige Skizze zeigt.

Texturen und Umrissformen bei Kranzkörpern Die Textur, die ein Kranzkörper aufweist, und seine damit in Zusammenhang stehende Umrissform hängen einerseits vom Werkstoff mit der ihm eigenen Oberflächentextur ab. So entstehen z. B. wollige, lederne, lackartig glatte oder rustikal raue Kranzkörper. Andererseits bestimmt auch die Art der Werkstoffverarbeitung durch die technisch-konstruktive Vorgehensweise die Oberflächenoptik. Die gezeigten Beispiele verdeutlichen dies. Ledern texturierte Galax-Blätter sind zu Tüten gerollt und aufgehaftet, so dass die kreisförmige

Profilformen, die unregelmäßig, teils wuchshaft, teils konstruiert wirken.

Mit den Profilformen werden plastisch unterschiedliche Wirkungen der Kranzkörper erzielt, die sich mit Flachund Hochrelief sowie der Vollplastik im Kunst- und Architekturbereich vergleichen lassen. Zu dieser gestalterisch beabsichtigten Wirkung muss auch die Werkstoffauswahl passen. Ein Beispiel macht dies deutlich: rund aufwölbende, lagernde Blütenformen eignen sich

Beispiele für verschiedene Texturierungen der Oberfläche von Kranzkörpern (Erläuterungen im Text).

22 23

016-053_Kranzk_RZ.indd 23

27.03.2009 11:06:49 Uhr


054-085_Kranzschm_RZ.indd 54

27.03.2009 11:43:32 Uhr


Chrysanthemum x grandiflorum, Dianthus caryophyllus, Gerbera jamesonii, Hedera helix, Lilium Cultivar, Rosa Cultivar, Thuja orientalis

K枚rper 30 min Schmuck 30 min

2

2 Kranzschmuck 2路1 Technische Grundlagen 2路2 Gestaltung

54 55

054-085_Kranzschm_RZ.indd 55

27.03.2009 11:43:45 Uhr


Dekorativ-symmetrischer Kranzschmuck verbindet sich besonders gut mit der gleichmäßigen Ringform von Kränzen. Idealerweise schmiegt er sich dieser genau an. Jedenfalls muss die Kranzkörperform erkennbar bleiben, auch wenn der von Kunden häufig verlangte, fast zu üppige Blütenschmuck den Kranz so stark dominiert, dass die Symbolform erst auf den zweiten Blick wirksam wird.

Körper 60 min Schmuck 50 min

2

Körper 50 min Schmuck 40 min

2

Körper 30 min Schmuck 30 min

1

oben: Astilbe x arendsii, Fagus sylvatica, Hypericum androsaemum, Panicum miliaceum, Rosa canina, Rosa Cultivar, Viburnum tinus

unten: Buxus sempervirens, Clematis vitalba, Cymbidium Cultivar, Dahlia variabilis, Dianthus barbatus, Heuchera micrantha, Hypericum androsaemum, Rosa Cultivar, Rubus sect. Rubus, Scabiosa atropurpurea, Spiraea japonica, Thalictrum minus, Ranken

rechte Seite: Antirrhinum majus, Aster ericoides, Chamaecyparis lawsoniana, Gerbera jamesonii, Pittosporum tenuifolium, Viburnum opulus ‘Roseum’

64 65

054-085_Kranzschm_RZ.indd 64

27.03.2009 11:44:06 Uhr


KRANZSCHMUCK

054-085_Kranzschm_RZ.indd 65

2.2

27.03.2009 11:44:13 Uhr


086-113_Sarg_RZ.indd 86

27.03.2009 11:13:32 Uhr


Aristea africana, Briza maxima, Cotinus coggygria, Dianthus caryophyllus, Hedera helix, Physocarpus opulifolius, Rosa canina, Rosa Cultivar, Viburnum opulus ‘Roseum’

90 min

2

3 Sargschmuck 3·1 Technische Grundlagen 3·2 Gestaltung

86 87

086-113_Sarg_RZ.indd 87

27.03.2009 11:13:42 Uhr


086-113_Sarg_RZ.indd 100

27.03.2009 11:14:52 Uhr


SARGSCHMUCK

3.2

oben: Rosa Cultivars, Viburnum rhytidophyllum

100 min

2 linke Seite: Achillea millefolium, Astrantia major, Bromus diandrus, Hydrangea macrophylla, Lathyrus odoratus, Limonium latifolium, Pelargonium Cultivar, Rosa Cultivar, Scabiosa columbaria

120 min

2

Ebenfalls architektonisch wirken Friesformen, die die Deckfläche des Sarges überziehen. Sie müssen flach gehalten werden wie ein Relief und erscheinen als schützende Decke auf dem letzten Ruhebett des oder der Verstorbenen. Dazu passt die verwobene Ausgestaltung aus vielfältigen Werkstoffen. Die farblich leicht changierende Gestaltung aus nur zwei Werkstoffarten ist strenger und wird durch die schlank auslaufende Dreieckform gemildert. 100 101

086-113_Sarg_RZ.indd 101

27.03.2009 11:15:00 Uhr


114-135_Urne_RZ.indd 114

27.03.2009 11:19:38 Uhr


Gypsophila paniculata, Hydrangea macrophylla, Muscari armeniacum, Nigella orientalis, Rosa Cultivar, Solanum jasminoides

je 40 min

1

4 Urnenschmuck 4路1 Technische Grundlagen 4路2 Gestaltung

114 115

114-135_Urne_RZ.indd 115

27.03.2009 11:19:52 Uhr


114-135_Urne_RZ.indd 134

27.03.2009 11:22:27 Uhr


4.2

URNENSCHMUCK

oben: Dianthus caryophyllus, Gerbera jamesonii, Hedera helix, Helleborus foetidus, Hypericum x inodorum, Ranunculus Cultivar, Rosa Cultivar, Viburnum opulus ‘Roseum’, Viburnum tinus

unten: Asparagus setaceus ‘Plumosus’, Euonymus japonicus, Gerbera jamesonii, Hedera helix, Helleborus foetidus, Hypericum x inodorum, Jasminum polyanthum, Ranunculus Cultivar, Rosa Cultivar, Salix x sepulcralis Schmuckdraht, Schmucknadel, Trauerband, Zierkordel

linke Seite: Acacia saligna, Aristea africana, Cornus sericea subsp. sericea, Euphorbia spinosa, Stephanotis floribunda, Zantedeschia Cultivar, Trockenranken

60 min

2

90 min

2

60 min

2

Nicht die Urne selbst wird geschmückt, sondern sie steht völlig frei da und wird von floralem Schmuck getragen. Für diesen Gestaltungsansatz sind sowohl üppig dekorative, fast kugelig gewölbte Lösungen denkbar, als auch ein formallinearer Schmuck, der hier die Säule veredelt, auf der die Urne steht.

134 135

114-135_Urne_RZ.indd 135

27.03.2009 11:22:38 Uhr


136-155_Gestecke_RZ.indd 136

27.03.2009 11:24:46 Uhr


Allium cepa, Bergenia cordifolia, Calathea majestica, Chamaecyparis lawsoniana, Chamelaucium uncinatum, Epipremnum pinnatum, Gerbera jamesonii, Hydrangea macrophylla, Lilium longiflorum, Limonium latifolium, Moluccella laevis, Prunus x cistena, Tanacetum parthenium, Trachelium caeruleum

45 min

2

5 Trauergestecke & -sträuße 5·1 Technische Grundlagen 5·2 Gestaltung von Gestecken 5·3 Gestaltung von Sträußen

136 137

136-155_Gestecke_RZ.indd 137

27.03.2009 11:24:56 Uhr


5·1 Technische Grundlagen zu Trauergestecken & -sträußen Die Werkformen Gesteck und Strauß gehören zu den kleineren Trauerspenden. Sie werden häufig von Trauergästen gewählt, die dem oder der Verstorbenen nicht so nahe stehen und sich gegenüber den Hinterbliebenen weniger verpflichtet fühlen. Auch sie dienen als Zeichen des Mitgefühls und sind eine letzte Gabe an den Toten bzw. die Tote.

Stecken von Trauergestecken Der technische Vorgang bei der Herstellung von Trauergestecken unterscheidet sich kaum von der Arbeitsweise bei anderen Gesteckarten. Die entsprechenden technischen Anforderungen sind zu erfüllen. Dazu gehören z. B. eine im Hinblick auf den Transport hohe Festigkeit, die erwartbare Haltbarkeit, Kaschierung der Hilfsmittel etc. Zu anderen Gestecken bestehen jedoch zwei wesentliche Unterschiede. Der eine liegt im vermehrten Einsatz von Koniferenzweigen, deren Stiele oft dicker sind als die von Blatt- und Blütenwerkstoffen, die noch hinzu kommen. Entsprechend muss eine Steckschaumbasis in fester Qualität und mit zusätzlicher Gitterummantelung gewählt werden. Passende Produkte mit zusätzlicher, schalenartiger, das Wasser haltender Bodenverstärkung sind vorkonfektioniert im Angebot. Auch lose Steckschaumblöcke können mit Maschendrahtgeflecht und Moos gegen das Einschneiden des Drahtes verstärkt werden.

Der zweite Unterschied besteht in den meisten Fällen im Verzicht auf ein Gefäß. Dessen Einsatz ist zwar möglich, es würde aber in der Regel nicht sichtbar zur Wirkung des Werkstücks beitragen. Auch später auf dem Grab erfüllt ein Gefäß keine technisch notwendige Funktion. Der Untergrund muss nicht gegen den wasserhaltigen Steckblock geschützt werden und eine Wassernachfüllung wird meist witterungsbedingt kaum eine wesentliche Verlängerung der Haltbarkeit bewirken.

Zweige, die teils in die gitterummantelte Steckschaumbasis gesteckt sind, formen das Grundgerüst für ein Grabgesteck.

Mit Gitter und Boden verstärkte Steckschaumbasen für Trauergestecke, teils mit Griff für den leichteren Transport.

136-155_Gestecke_RZ.indd 138

27.03.2009 11:24:59 Uhr


TRAUERGESTECKE & -STRÄUSSE

5.1

zwar nicht. Kunden, die solche unsauberen Straußstiele während der Beisetzung in der Hand halten, oder Mitarbeiter des Bestatters, die diese versorgen müssen, werden solch mangelhafte Arbeitsweise jedoch negativ wahrnehmen. Saubere Stiele sind also in jedem Fall gefragt.

Ein mit Stäben fixierter Heukranz schließt das Gesteck ab. Die ersten Blüten und Blätter sind bereits eingefügt.

Binden von Trauersträußen Beim Binden von Trauersträußen müssen dieselben Regeln befolgt werden, wie sie für alle anderen Sträuße gelten: Verwendung einwandfreier, hier für Trauerfloristik geeigneter Werkstoffe, spiraliges Anlegen der gesäuberten Stiele, eine feste, nicht zu breite Bindestelle, die nichts abquetscht, Verdecken der Hilfsmittel usw. Parallele Anordnung der Stiele kommt nur selten in Betracht, da die meisten Trauersträuße dekorativ und radial gestaltet werden. Im Übrigen kann in der Regel auf den Anschnitt verzichtet werden. Meist wird der Strauß als Grabstrauß nach der Beisetzung ohne Wasserversorgung niedergelegt. Ist der Einsatz einer Grabvase vorgesehen, muss zur Ermöglichung einer ungehinderten Wasseraufnahme ein neuer Anschnitt erfolgen. Entsprechendes gilt, wenn der Strauß als Kondolenzstrauß zum Zeichen des Mitgefühls ins Trauerhaus statt auf den Friedhof gebracht wird. Wie bei anderen Trauerwerkstücken wird auch in Graboder Trauersträußen häufig Konifere verwendet. Leider wird hierbei oft auf das vorherige Säubern der Stiele im Bereich und unterhalb der späteren Bindestelle durch Entfernen von Nadeln und von überflüssigen Seitentrieben verzichtet. Solange die Sträuße nicht in eine Vase mit Wasser gestellt werden, faulen diese Pflanzenteile

Auch bei abfließenden und einseitigen, zum Niederlegen gedachten Sträußen werden die Werkstoffstiele spiralig angelegt, um eine feste Bindestelle zu ermöglichen.

5·1 Fit für die Prüfung [1] [2] [3]

[4]

[5]

Welche Bedingungen muss eine gute Bindestelle erfüllen? Erläutern Sie Sinn und Zweck eines schrägen Anschnitts bei der Stecktechnik. Gelegentlich müssen Blumenstiele vor der Verarbeitung gestützt werden. Beschreiben Sie, worauf es dabei ankommt. Welche Gefahren bestehen, wenn Sie in einem radial gearbeiteten Strauß manche Werkstoffstiele gegen die Spiralenrichtung gekreuzt anlegen? Nennen Sie Eigenschaften qualitativ hochwertigen Steckschaums. (Lösungen Seite 189)

138 139

136-155_Gestecke_RZ.indd 139

27.03.2009 11:25:10 Uhr


156-173_Symbol_RZ.indd 156

27.03.2009 11:29:16 Uhr


Dianthus caryophyllus, Eucharis x grandiflora, Viburnum opulus ‘Roseum’

40 min

1

6 Symbolformen 6·1 Technische Grundlagen 6·2 Gestaltung

156 157

156-173_Symbol_RZ.indd 157

27.03.2009 11:29:29 Uhr


156-173_Symbol_RZ.indd 162

27.03.2009 11:29:54 Uhr


SYMBOLFORMEN

6.2

oben: Helianthus annuus, Rudbeckia hirta, Rudbeckia laciniata, Sanvitalia procumbens, Tithonia rotundifolia

unten: Cardiospermum halicacabum, Dahlia Cultivars, Fuchsia fulgens, Geranium macrorrhizum, Hibiscus, Rosa Cultivars

linke Seite: Berzelia abrotanoides, Malus Cultivar, Physalis alkekengi, Sedum telephium, Sorbus aucuparia

45 min

2

45 min

2

45 min

2

Flächig und dicht sind Stamm und Querbalken dieser Kreuze mit Blüten, Früchten und Blättern besteckt. Werkstoffwahl und Farbigkeit vermitteln eher Lebendigkeit als Todestrauer. Diese Kreuze sind damit ein deutliches Symbol für die christliche Hoffnung auf Auferstehung und das ewige Leben.

162 163

156-173_Symbol_RZ.indd 163

27.03.2009 11:30:06 Uhr


174-185_Grab_RZ.indd 174

27.03.2009 11:33:07 Uhr


Betula pendula, Erica herbacea, Gaultheria procumbens, Hedera helix, Rosa canina, Skimmia japonica, Sorbus aucuparia, Rindenfasern, Trockengr盲ser Schamotteschale, Steine

30 min

2

7 Bepflanzte Grabschalen 7路1 Technische Grundlagen 7路2 Gestaltung

174 175

174-185_Grab_RZ.indd 175

27.03.2009 11:33:15 Uhr


Sommerlich gestaltete Trauerschalen für das Grab müssen entweder häufig genug gegossen werden oder mit Pflanzen bestückt sein, die auch einige warme Tage ohne erneute Wasserzufuhr überstehen. Zum Herbst ist eine dauerhafte Bepflanzung leichter möglich. Wieder sind Pflanzen einbezogen, die auch weit über ein Jahr hinaus in der Schale verbleiben können.

25 min

oben: Aquilegia Cultivar, Cosmos bipinnatus, Dahlia Cultivar, Gypsophila Cultivar, Petunia Cultivar, 1 Rhodochiton atrosanguineus, Verbena Cultivar Tonschale

25 min

1

25 min

2

unten: Dryopteris filix-mas, Hedera helix, Pieris japonica, Rhododendron repens, Rosa Cultivar, Saxifraga x arendsii, Sempervivum Cultivar Steine, Terrakottaschale

rechte Seite: Ajuga reptans, Bergenia cordifolia, Buxus sempervirens, Calluna vulgaris, Chrysanthemum x grandiflorum, Euonymus japonicus, Hedera helix, Pinus mugo Terrakottaschale

182 183

174-185_Grab_RZ.indd 182

27.03.2009 11:33:40 Uhr


BEPFLANZTE GRABSCHALEN

174-185_Grab_RZ.indd 183

7.2

27.03.2009 11:33:48 Uhr


DIE ANTWORTEN 1·1 Technische Grundlagen zu Kranzkörpern (Fragen S. 21) [1] Kranzkörper können mit Hilfe der Techniken Wickeln, Haften, Stecken in Steckschaum, Andrahten und Stecken, Pflanzen, Verwinden sowie durch Konstruieren (Kleben, Nageln, Tackern usw.) z. B. aus Holz, Draht, Zweigstücken etc. hergestellt werden. [2] Unterlagen zur Herstellung von Kranzkörpern sind Strohrömer, Steckschaumkränze auf verschiedenen, stabilisierenden Trägerstoffen wie Biolit, Sperrholz, Kunststoff und Hartschaum sowie Weidenflechtkränze und Biolit-Pflanzkränze. [3] Zunächst wird der Strohrömer zur Abdeckung und um eine glatte Oberfläche zu erhalten mit grünem Vlies- oder Kreppband bewickelt. Die Werkstoffe, meist Blätter, werden zurecht geschnitten bzw. von den Zweigen abgepflückt und evtl. in 3 Größen vorsortiert. Der Einzelwerkstoff oder ein kleines Zweigbündchen wird nun auf dem Kranzkörper mit der einen Hand in Position gebracht, die andere Hand drückt eine Hafte durch den Werkstoff in die Strohunterlage. So arbeitet man nach und nach durch Nebeneinanderfügen von Werkstoff eine quer über die Kranzunterlage führende Reihe. Dabei kann man sowohl von innen nach außen als auch umgekehrt vorgehen. Die Haften müssen jeweils so weit am unteren Ende des Werkstoffs eingesteckt werden, dass dessen größter Teil sichtbar bleibt, wenn mit dem Werkstoff der Folgereihe die Haften abgedeckt werden. Auf diese Weise fügt man Reihe an Reihe von Werkstoff an, wobei die Arbeitsrichtung meist gegen den Uhrzeigersinn, die Ausrichtung des Werkstoffs mit dem Uhrzeigersinn erfolgt. Durch die Verwendung kleinerer Blätter oder Zweigstücke innen und größerer außen wird der Unterschied zwischen Innen- und Außenkreis des Kranzkörpers ausgeglichen. Ansonsten müssen im äußeren Bereich Teilreihen aufgehaftet werden. Mit der Technik des Haftens sind auch unregelmäßige, z. B. sich kreuzende Ausrichtungen des Werkstoffs möglich, so dass nicht in Reihen gearbeitet wird. Auch dabei kommt es auf vollständige Bedeckung der Unterlage und auf eine gleichmäßige Optik der komplett gestalteten Oberfläche des Kranzkörpers an. [4] Für das Bewickeln von Kranzkörpern eignen sich vor allem Werkstoffe, die flach anliegen und auch ohne Wasser ausreichend lange halten oder attraktiv eintrocknen. Dazu gehören z. B. Koniferen wie Abies nordmanniana, Chamaecyparis lawsoniana, Chamaecyparis obtusa, Juniperus chinensis, Picea pungens und Thuja occidentalis sowie Blattwerkstoffe wie Buxus sempervirens, Fagus sylvatica und Hedera helix. Blütenstiele wie Hydrangea macrophylla, Gypsophila paniculata und Alchemilla mollis lassen sich ebenfalls wickeln, ihre Haltbarkeit ist jedoch begrenzter als die der anderen Beispiele.

■ ■

Die Werkstücke dürfen nichts beschädigen. Dies gilt sowohl für Sargund Urnenschmuck als auch für Werkstücke bezüglich der Steinumrandung des Grabes, wenn diese dort niedergelegt werden. Verwendete Bänder müssen unempfindlich gegen Feuchtigkeit sein. Trauerfloristik muss verrottbar und dementsprechend kompostierbar sein. Eventuelle Rückstände müssen umweltverträglich sein.

1·2 Gestaltung von Kranzkörpern (Fragen S. 25) [1] Beispiele für die Textur von Kranzkörperwerkstoffen sind: wollige Blätter von Stachys byzantina, lederne Blätter von Prunus laurocerasus, samtige Blüten von dunkelroten Rosa Cultivar, rustikal-hölzerne Ranken von Clematis vitalba und flauschige, nahezu wollige Triebspitzen von Chamaecyparis pisifera ‘Squarrosa’. [2] Ein Kranzkörper, der nach Goldenem Schnitt gestaltet ist, zeigt die Proportionszahlenfolge 1:1,6:1. Demnach lauten die Rechnungen: 80 cm : 3,6 = 22,22 cm und 22,22 cm x 1,6 = 35,552 cm. Gerundet ergeben sich für die Kranzkörperdicke also 22 cm und für die Kranzöffnung 36 cm. Der Rechenweg 80 cm - 2 x 22 cm = 36 cm führt ebenfalls zum richtigen Ergebnis für die Kranzkörperöffnung. [3] Bei Kranzkörpern unterscheidet man vollrunde, dreiviertel- bzw. vierfünftelrunde, halbrunde, deichförmige und wuchshaft bis frei gestaltete Profilformen. [4] Die Ringform eines Kranzes stellt den Kreislauf des Lebens dar und zeigt eine immerwährende Bewegung ohne Anfang und Ende. Der Kranz steht also für die Hoffnung auf ein Weiterleben nach dem Tod im Jenseits. Diese Vorstellung ist nicht allein christlich-abendländisch, sondern auch in anderen Kulturkreisen zu finden. Der Kreislauf fortwährender Wiedergeburt sei als Beispiel genannt. Die Vorstellung, dass der Mensch aus Erde geformt ist und wieder zu Erde wird, lässt sich mit dem Kranz ebenfalls symbolisieren. [5] Aufstrebende, lagernd bzw. rund endende Werkstoffe zeigen nach vollständigem Einkürzen ihrer Stiele die lagernde Bewegungsform. Beispiele sind Callistephus chinensis, Chrysanthemum x grandiflorum, Dahlia Cultivar, Dianthus barbatus, Dianthus caryophyllus, Gerbera jamesonii, Helianthus annuus, Hydrangea macrophylla, Rosa Cultivar, Tagetes erecta und Trachelium caeruleum.

2·1 Technische Grundlagen zu Kranzschmuck (Fragen S. 57) [5] Floristischer Trauerschmuck muss die folgenden Anforderungen erfüllen: Die Werkstoffe müssen frisch und einwandfrei sein sowie ihre volle Wirkung zum Zeitpunkt der Auslieferung entfaltet haben. Die Werkstoffe müssen eine gute Haltbarkeit in der Regel für den Tag der Beisetzung und möglichst noch einige Tage darüberhinaus aufweisen. Die Werkstoffe müssen soweit möglich der herrschenden Witterung widerstehen. Die Werkstoffe müssen fest im Werkstück eingearbeitet sein. Die verwendeten technischen Hilfsmittel dürfen nicht zu sehen sein und müssen kaschiert werden. Werkstücke, die Sarg oder Urne schmücken, müssen absolut sicher daran befestigt sein. ■

■ ■

186-192_Antworten_RZ.indd 186

[1] Zur Fixierung eines mit Moos und Maschendraht umlegten Steckschaumblocks gibt es zwei Techniken: Der Block wird auf dem Kranzkörper positioniert und vier Bambus-Splittstäbe werden in den Ecken durch den Block bis in den Kranzkörper gesteckt. Danach geben einige Wickeldrahtumschlingungen festen Halt. Bei dem anderen Verfahren nimmt man statt der Splittstäbe Steckdrähte von 1,8 mm Stärke und biegt das stumpfe Ende zu einem kurzen Haken um. An den Blockecken steckt man je einen Draht mit dem spitzen Ende durch Block und Kranzkörper, so dass sein Haken über einen Steg des Drahtgeflechts greift. Evtl. kann man in der Blockmitte noch ein bis zwei Drähte durchstecken. Man zieht jeden Draht fest und steckt sein spitzes Ende von unten zurück in die Kranzunterlage. Die Steckdrähte halten einen normalen Block auch ohne zusätzlichen Wickeldraht.

27.03.2009 11:35:01 Uhr


ANTWORTEN [2] Eine Wasserversorgung einzelner Werkstoffe, die auf dem Kranzkörper verteilt angeordnet werden sollen, kann durch Andrahten mit Sphagnum-Moos oder durch Verwendung von Wasserröhrchen erfolgen. Letztere müssen z. B. durch Blätter kaschiert oder in den Strohrömer eingesenkt werden. Sie dürfen nicht zu flach oder gar kopfüber eingearbeitet sein, da dann die Schnittfläche des Werkstoffstiels in die Luft im Röhrchen ragen würde.

IV

[4] Folgende Kranzschmuckformen können unterschieden werden: dekorativ-symmetrischer Kranzschmuck dekorativ-asymmetrischer Kranzschmuck Kranzschmuck in Straußform gruppierter Kranzschmuck gestreut-überspielender Kranzschmuck Band-Kranzschmuck Akzent-Kranzschmuck abfließender Kranzschmuck ringförmiger Kranzschmuck aufgelegter Kranzschmuck Segment-Kranzschmuck ■ ■ ■ ■ ■ ■ ■

[3] Die Kranzschmuck-Werkstoffe müssen folgende technische Anforderungen erfüllen: Die Werkstoffe müssen einwandfrei sein, denn schadhafte Floralien können kein ansprechendes Werkstück ergeben. Die Werkstoffe müssen voll entwickelt sein, damit sie zum Zeitpunkt der Trauerfeier eine optimale Wirkung zeigen. Die Werkstoffe müssen frisch sein, um eine gute Haltbarkeit zu gewährleisten, die in der Regel für den Tag der Beisetzung und möglichst noch für einige Tage darüberhinaus erwartet wird. Die Werkstoffe müssen soweit wie möglich der herrschenden Witterung widerstehen können, damit Regen, Wind und Sonne die Haltbarkeit nicht allzu stark beeinträchtigen. ■

■ ■ ■ ■

[4] Bänder und Schleifen, die bei der Trauerkranzgestaltung eingesetzt werden, müssen wasserunempfindlich sein. Trotzdem müssen sie so verarbeitet werden, dass sie mit der Feuchtigkeit eines Steckschaums nicht in Berührung kommen. Sind die Bänder farbig, dürfen sie im Sonnenlicht nicht allzu schnell verblassen. Die Einarbeitung im Kranz erfolgt so, dass die Bänder fest verankert sind. Hierzu werden sie angedrahtet oder so um den Kranzkörper geschlungen, dass sie sich nicht lösen können. Schließlich muss man darauf achten, dass die Bänder weder durch unsaubere Hände noch durch die Werkstoffe, z. B. deren Blütenstaub, verschmutzt werden. [5] Bei der Herstellung von Kranzschmuck können folgende Drahtarten zum Einsatz kommen: Drahtgeflecht zur Verstärkung und zum Anbringen des Steckschaumblocks, Steckdraht zum Anbringen des Steckschaumblocks oder zum Andrahten von Werkstoffen, Stützdraht zur Verstärkung von Werkstoffstielen, Wickeldraht zum Aufwickeln des Steckschaums, Efeunadeln oder Haften zur Fixierung von Werkstoffen auf dem Kranzkörper.

[5] Bei der floristischen Gestaltung von Trauerschmuck müssen folgende Aspekte beachtet werden: Die Vorlieben des Verstorbenen bezüglich der Blumen und Farben sollen beachtet werden. Die Wünsche der Hinterbliebenen zu Farben, Blumen, Werkformen etc. müssen berücksichtigt werden. Unter Umständen ist eine einheitliche Gestaltungsrichtung für alle anzufertigenden Werkstücke einzuhalten. Symbolische Bedeutungen von Blumen, Werkstoffen, Materialien und Farben sollen erkennbar sein. Der Blumenschmuck muss eine enge Verbindung zum tragenden Objekt, hier Sarg, Urne und Kranzkörper, in formaler, farblicher und stilistischer Hinsicht eingehen. Eventuell müssen gestalterische Aspekte des Raums, in dem die Trauerfeier stattfindet, berücksichtigt werden. Die Prinzipien floristischer Gestaltung, wie Ordnungsarten, Gestaltungsarten, Proportionen, Anordnungsarten, Reihungen, Gruppierungen usw., sind umzusetzen. Mischformen können vorkommen und müssen mit durchdachter Konsequenz umgesetzt werden (z. B. symmetrisch-dekorativer Kranzkörper mit asymmetrischem, formal-linearem Schmuck). Die gestalterischen Merkmale der Werkstoffe und Materialien, also Bewegungsformen, Geltungsansprüche, Texturen und Farben, müssen optimal zur Geltung kommen.

3·1 Technische Grundlagen zu Sargschmuck (Fragen S. 91) 2·2 Gestaltung von Kranzschmuck (Fragen S. 63) [1] Bei einem dekorativen, symmetrischen Kranzschmuck befinden sich die beiden Seiten in einem Gleichheitsverhältnis. Der Kranzschmuck soll etwa ein Drittel des Kranzkörpers bedecken. Seine Höhe kann zum Kranzkörper verschiedene Proportionen aufweisen. Maximal erheben sich die Werkstoffe in doppelter Kranzkörperdicke über den Kranzkörper, also im Verhältnis 2 : 1. Goldener Schnitt mit 1,6 : 1 und die Umkehrung bei flachem Kranzschmuck mit 1 : 1,6 sind ebenfalls möglich. Nach hinten sollen die Werkstoffe maximal um das 1,6-fache der Kranzkörperdicke herausragen. Die Werkstoffe und ihre Verteilung innerhalb des Kranzschmucks müssen ebenfalls proportional harmonisch sein. Deshalb positioniert man die optisch schweren Formen nahe am Kranzkörper und verdichtet sie zum Wuchspunkt hin. Leichtere Werkstoffe ragen weiter hervor bzw. erstrecken sich weiter über den Kranzkörper. [2] Der Goldene Schnitt teilt eine Strecke oder eine Menge so, dass sich der kleinere Teil zum größeren Teil genauso verhält, wie der größere Teil zur gesamten Strecke oder Menge. [3] Ein Bandschmuck symbolisiert Verbindung. In der Trauerfloristik versinnbildlicht er die Verbundenheit der Lebenden mit dem Toten. Auch das Verbundensein mit Gott im Glauben wird so dargestellt. Der Tod ist mit dem Leben unausweichlich verschlungen wie die Bänder des Bandschmucks. Er ist ein Teil davon und, wenn man an Wiedergeburt oder Auferstehung glaubt, nur ein Übergang.

[1] Sargschmuck kann auf dem Sarg mit Hilfe von Doppelklebeband und Saugnäpfen, die schon an der Unterseite der Steckschaumunterlage vorhanden sind, befestigt werden. Mit Wickeldraht ist ein Anbringen an den Sarggriffen möglich. Pinholder können mit Knetkleber auf dem Sargdeckel aufgeklebt werden, darauf drückt man die Steckschaumunterlage. In den Sargdeckel eingeschlagene Nägel, die den Schmuck fixieren, können nur eingesetzt werden, wenn der Sargschmuck nicht abgenommen, sondern mit ins Grab gegeben wird. Der Anblick von Nägeln im Sarg ist den Trauernden nicht zuzumuten. [2] Zur Herstellung von Girlanden wird zunächst der Werkstoff in passende Stücke geschnitten. Die Größe hängt sowohl von den Eigenschaften des Werkstoffs als auch von der beabsichtigten Dicke der Girlande ab. Nun schneidet man ein Stück Kordel oder einen etwas stärkeren Draht etwa in der Länge zu, die die Girlande schließlich erreichen soll. Wenige Zentimeter mehr sind günstig, da dieses tragende Hilfsmittel nicht immer ganz gerade im Kern der fertigen Girlande verläuft und so ein späteres Abschneiden möglich bleibt. Außerdem müssen als fixierende Abschlüsse und um später die Girlande daran aufhängen zu können, am Beginn und am Ende noch je eine Schlaufe eingeknotet werden. Jetzt wird der Wickeldraht an einem Ende der Kordel fixiert und die ersten Werkstoffe werden mit parallelen Stielen bund- bzw. straußähnlich um die Kordel gelegt. Schon jetzt muss darauf geachtet werden, ob die Girlande vollrund oder mit flacher Rückseite entstehen soll. Das mit links gehaltene Werkstoffbündchen wird nun von der rechten Hand mit dem Wickeldraht fest aufgebunden (für Linkshänder gilt die umgekehrte Handbenutzung). Dann kann etwas versetzt die nächste Lage Werkstoff

186 187

186-192_Antworten_RZ.indd 187

27.03.2009 11:35:01 Uhr

Profile for BLOOM's GmbH

BASICS Lernbuch Trauerfloristik mit frischen Werkstoffen Leseprobe  

Von Karl-Michael Haake, Auszug aus 192 Seiten, Format Din A4, Paperback. ISBN 978-3-981044-34-8

BASICS Lernbuch Trauerfloristik mit frischen Werkstoffen Leseprobe  

Von Karl-Michael Haake, Auszug aus 192 Seiten, Format Din A4, Paperback. ISBN 978-3-981044-34-8

Advertisement