Page 1

Christiane James

Grabgestaltung und Grabschmuck Praktische Tipps zur Gestaltung mit Blumen und Pflanzen


Die Basis

Grundlagen der Gestaltung

Gekonnt wurde hier die Grabbepflanzung auf das dominierende moderne Kreuz abgestimmt. Die gelb-grüne Kriechspindel als Bodendecker harmoniert farblich ebenso gut mit dem Grabzeichen wie die gelben Knollenbegonien auf dem sommerlich bepflanzten Wechselbeet. Mit den beiden rotlaubigen Ahornbäumchen setzte der Gestalter bewusst einen deutlichen Farbakzent in der Rahmenbepflanzung. Der Bodendecker füllt auch die Flächen hinter dem Grabzeichen – das verleiht dieser Gestaltung zusätzliche Tiefe.

14

001-023_Grabbuch_neu_RZ.indd 14

22.07.11 10:53


Die Basis Das Sternmoos bildet hier den sattgrünen Bodendecker. Die ausgefallene Form des Wechselbeetes mit der Rundung am Grabzeichen wurde auf das Grab übertragen. Das Steindreieck gehört zum Grabzeichen, kann jedoch bei der Pflege auch als Trittstein verwendet werden.

Zum modernen Grabzeichen unten links eine ganz andere Gestaltung, die mit ihrer Schlichtheit und Geradlinigkeit jedoch auch ihren Reiz hat. Neben Buchsbaum als Bodendecker bildet das Flammende Käthchen die Wechselbepflanzung, eine andere Buchsbaumsorte findet sich in der Rahmenbepflanzung. Diese Gestaltung wäre kaum denkbar, wenn das Grabzeichen ein Kreuz oder ein runder Stein wäre – die grafisch aufgefasste Gestaltung wirkt nur zu diesem Grabzeichen harmonisch.

Auf dem einstelligen Grab unten rechts hat sich der Friedhofsgärtner von Farbe und Form des Grabzeichens inspirieren lassen. Efeu ist der Bodendecker, die Stechpalme rahmt das Grabzeichen ein. Vier kleine Wechselbeete nehmen das Kreiselement aus dem Stein auf, mit der gelben Elatior-Begonie auf dem vierten wird noch ein zusätzlicher Akzent gesetzt.

15

001-023_Grabbuch_neu_RZ.indd 15

22.07.11 10:53


Frühling

Farbenfrohe Beete für jede Jahreszeit

Violette Stiefmütterchen, rosa Maßliebchen und die farblich fein abgestimmten Kugeln bringen Farbe auf das Wechselbeet. Die Grabfläche wurde mit einer starken Wölbung aufgearbeitet, deshalb hebt sie sich besonders deutlich aus den Bodendeckern, Japanische Stechpalme und Spindelstrauch, heraus. Die Form des Beetes nimmt die Vorgabe vom Grabzeichen auf. Die Rahmengehölze, bestehend aus Japanischer Stechpalme, wirken sehr transparent. Sie unterstreichen die gewollt leichte Wirkung des Entwurfes.

Auf dem einstelligen Wahlgrab zeigen die großblumigen Stiefmütterchen noch einmal, was sie können. Viele kleine Blüten sorgen selbst bei Frühlingsstürmen oder Hitze immer noch für Farbe. Die beiden ineinander fließenden Beete mit der Mischung der beiden Blautöne nehmen das Motiv vom Grabzeichen auf. Als Bodendecker zeigt sich hier die noch recht neue Rebhuhnbeere.

26

024-053_Grabbuch_neu_RZ.indd 26

22.07.11 10:57


Frühling Großblumige Stiefmütterchen und leuchtend rote Tulpen sorgen hier für ein Farbenspiel, das mit dem frühlingshaften Austrieb des Schattenglöckchens in der Rahmenbepflanzung gut harmoniert. Vor dem ebenfalls rahmenbildenden Buchsbaum sind noch die Blätter des Blauglöckchens zu erkennen, das noch vor der Wechselbepflanzung den Frühling einläutete. Bodendecker ist hier die Zwergmispel.

Umrahmt vom weiß-grünen Spindelstrauch lässt der Mix aus verschiedenen Blumen unten links Frühlingsstimmung aufkommen. Ton-in-Ton zusammengestellt, sorgen großblumige Stiefmütterchen, Maßliebchen und Steinbrech für Farbe.

Fast wie von Zauberhand gestreut wirkt die bunte Mischung aus Maßliebchen in diesem Frühlingsbeet unten rechts. Dieses Beet reicht bis hinter das Grabzeichen. Das bringt Tiefe in die Gestaltung und mindert die helle Dominanz des Steins. Kiefern in unterschiedlichen Größen bilden hier den Rahmen, Bodendecker ist die Zwergmispel.

27

024-053_Grabbuch_neu_RZ.indd 27

22.07.11 10:57


Sommer

Farbenfrohe Beete für jede Jahreszeit

Leuchtender Sommerflor für einen Standort im Halbschatten oder in der Sonne: Flammende Käthchen in vier Varianten sorgen für Farbe. Dazu passen Hebe in zwei Arten als Bodendecker und das Schattenglöckchen als Rahmenbepflanzung. Das Flammende Käthchen, das es als Topfpflanze während des ganzen Jahres zu kaufen gibt, wird auch gerne als Zwischenbepflanzung im Spätsommer eingesetzt. Vorsicht: Das schöne Gewächs mit den leuchtenden Blüten kommt aus warmen Gefilden. Frost verträgt es ebenso wenig wie dauernde Nässe. In sehr feuchten und kühlen Sommern kann es schon mal versagen, dafür bewährt es sich in warmen, trockenen Sommern.

34

024-053_Grabbuch_neu_RZ.indd 34

22.07.11 10:57


Sommer Die Pflanzengattung mit der größten Sortenauswahl für die Sommerbepflanzung auf dem Grab ist die Begonie. Sie kommt jedoch nicht nur in unterschiedlicher Gestalt daher, ihre Arten haben zum Teil verschiedene Ansprüche an den Standort. Die Eisbegonien auf dem Grab oben vertragen die volle Sonne ebenso wie den Halbschatten. Sie gibt es in vielen verschiedenen Farben.

Elatior-Begonien, vielen nur als Topfpflanze bekannt, sorgen auf dem Grab in der Mitte für Furore. An einem sonnigen bis halbschattigen Standort blühen sie ständig nach. ElatiorBegonien sind frostempfindlich, sie sollten nicht vor Anfang Juni gepflanzt werden. Bestimmte Sorten haben sich für den Einsatz auf dem Grab als besonders wetterfest und auch regenverträglich erwiesen – Friedhofsgärtner kennen die besten.

Die Knollenbegonien unten mögen, anders als ihre beiden Verwandten, keine pralle Sonne. Der Halbschatten ist der Standort für die Begonien mit den großen leuchtenden Blüten und dem ausgeprägten „Gesicht“. Neben den hier gezeigten gefüllt blühenden Sorten gibt es mittlerweile verschiedene einfach blühende Varianten, die mit interessanten Farben auf sich aufmerksam machen.

35

024-053_Grabbuch_neu_RZ.indd 35

22.07.11 10:57


Herbst

Farbenfrohe Beete für jede Jahreszeit

Dieses Herbstbeet lebt zum einen von der schönen Form, die sich aus dem Grabzeichen heraus zu entwickeln scheint. Zum anderen ist es die selten zu sehende Kombination aus Besenheide und Houttuynia, die hier für Aufmerksamkeit sorgt. Die Idee stammt aus der Sommerbepflanzung – dort wird häufiger mit farblich schönen Blattstrukturpflanzen gearbeitet. Mit Zwergmispel und Dickmännchen als Bodendecker sowie Stechpalme in der Rahmenbepflanzung ist das einstellige Wahlgrab optisch bewusst ruhig bepflanzt.

Unten links ein ausgefallenes Wechselbeet für den Herbst: Hier bestimmen die verschiedenen Grüntöne von Silberblatt, Zierkohl, Hebe und Gräsern sowie der rotlaubige Günsel die Farbigkeit. Einige dieser Pflanzen werden recht hoch – dieses Beet passt deshalb nur auf ein großes Grab.

Besenheide gehört zu den Arten, die den Friedhof in den letzten Jahren verstärkt erobert haben. Bei diesem Urnengrab sieht man warum: Die Blüten haben eine schöne leuchtende Farbe, die weithin zu sehen ist und bis zu den ersten strengen Frösten erhalten bleibt. Wichtig: Besenheide sollte wie alle Heidearten nicht austrocknen, mag jedoch auch keine stehende Nässe. Efeu ist hier der Bodendecker, langsam wachsende Zwergkiefern bilden die Rahmenbepflanzung.

42

024-053_Grabbuch_neu_RZ.indd 42

22.07.11 10:58


Herbst Strukturiert angelegte Beete wie dieses sind in den letzten Jahren in der herbstlichen Grabbepflanzung voll im Trend. Mit „Herbstzauber®“, den verschiedenen Heidearten, Skimmien, Hebe, Moosbeeren und Alpenveilchen lassen sich interessante pflanzliche Variationen realisieren. Da die Pflanzen im Herbst nicht mehr stark wachsen, bietet sich das Kombinieren zu Strukturbeeten besonders dann an. Doch Vorsicht: Das Mischen will gekonnt sein, das von der Natur abgeschaute Beet ist etwas für Fachleute.

43

024-053_Grabbuch_neu_RZ.indd 43

22.07.11 10:58


Winter

Farbenfrohe Beete f端r jede Jahreszeit

50

024-053_Grabbuch_neu_RZ.indd 50

22.07.11 10:58


Winter Linke Seite: Da das Fiederpolster als Bodendecker keine Winterabdeckung mag, wurde hier nur das Wechselbeet dekoriert. Kiefern-, Fichten-, Tannen- und Zypressenzweige werden mit Streifen von Islandmoos zu einem kleinen, Grün-inGrün abgestimmten Mosaik für die kalte Jahreszeit. Die Zweigspitzen werden ohne zusätzliche Hilfsmittel in die Erde gesteckt.

Winterliche Beetdekoration mit verschiedenen Zweigen und Zapfen sowie Efeublättern ist auf dieser Seite zu sehen. Eine sehr persönliche Note bekommt dieses Beet mit der roten Rose. Die wird einfach in das Beet gesteckt und behält dort selbst bei Eis und Schnee ihre Farbe. Wer mag, kann die Blume zu persönlichen Feiertagen auch gegen eine neue austauschen. Im Detail zeigt sich die ganze Schönheit der roten Rose, die als das Symbol der Liebe gilt. So wird ein dekoratives Winterbeet gearbeitet: Segmentweise steckt der Friedhofsgärtner die Zweigspitzen in den Boden, gearbeitet wird von der entferntesten Seite zum Betrachter hin. Schaut man einem Profi bei dieser Arbeit über die Schulter, scheint sie schnell und einfach zu sein. Doch Erfahrung und ein gutes Auge im Umgang mit Pflanzen sind die Voraussetzung für eine gelungene Gestaltung.

51

024-053_Grabbuch_neu_RZ.indd 51

22.07.11 10:58


Struktur mit Pflanzen

Der grüne Rahmen

Die Rahmenbepflanzung muss nicht immer Höhe bilden, um einen räumlichen Eindruck auf dem Grab entstehen zu lassen. Zur goldgelben Variante des Thymians als Bodendecker bildet hier Lavendel die Umgrenzung. Die passt farblich sehr gut zum Grabzeichen und wird zur Blütenzeit im Sommer für Furore sorgen. Stauden wie Lavendel, Bergenien, Farne oder Gräser sind für die Rahmenbepflanzung auf einem Grab geeignet. Trotzdem bilden sie in der Praxis immer noch die Ausnahme. Im Frühjahr blühen Hornveilchen auf dem Wechselbeet.

Beim Grab für den schattigen Standort bildet die Stechpalme den Rahmen am Grabzeichen. Gräser und Farne, die in die bodenbedeckende Golderdbeere hineingesetzt wurden, sind ein Trick, um dem lang und schmal wirkenden Grab räumliche Tiefe zu verleihen. Für die Sommerbepflanzung wurden dunkellaubige Eisbegonien mit weißen Blüten gewählt.

56

054-061_Grabbuch_neu_RZ.indd 56

22.07.11 11:00


Struktur mit Pflanzen Im Hintergrund dieses Grabes wächst bereits Rhododendron, entsprechend wurde die Rahmenbepflanzung abgestimmt: Kirschlorbeer und der kleinblumige Rhododendron lassen Grab und Grabzeichen fast mit dem Hintergrund verwachsen. Das Grab wirkt nicht wie ein Fremdkörper des Friedhofs, sondern als Bestandteil des Ganzen. Golderdbeeren wachsen hier als frischgrüner Bodendecker, das frühlingshafte Wechselbeet ist eine Mischung aus Zwiebelblumen, Maßliebchen und Stiefmütterchen.

1

2

3

4

1 Der rote Fächerahorn mit leuchtendem Blätterkleid sorgt für Aufmerksamkeit. Er ist eine Pflanze für den Halbschatten mit frischen Böden. 2 Das Schattenglöckchen daneben mag diesen Standort ebenso. Im Frühjahr gefällt es mit leuchtend rotem Austrieb, später kommen die cremefarbenen Blütenglöckchen als Zierde dazu. 3 Rhododendron zeigt die ganze Pracht seiner Blüte. Auch er mag den Schatten und Halbschatten, dazu braucht er saure Böden, Kalk mag er nicht. 4 Eine Pflanze des heimischen Waldes ist die Stechpalme. Sie gehört zu den anspruchsloseren Gewächsen und lässt sich gut durch Schnitt im Wuchs bändigen.

57

054-061_Grabbuch_neu_RZ.indd 57

22.07.11 11:00


Bodendecker

Ein Teppich für den Boden 1

Die Dickanthere (Pachysandra terminalis) mit ihren wie ein Quirl aufgebauten Trieben braucht einen Platz im Schatten oder Halbschatten. Diese Staude verbreitet sich durch unterirdische Ausläufer. Hat sie einmal auf dem Grab Fuß gefasst, kann sie am richtigen Standort sehr alt werden. 1

Dickantheren werden im Frühsommer, bevor sich die creme-weißen Blüten am Ende der Quirle bilden, um rund ein Drittel gestutzt. Nicht mit der Schere schneiden, sondern von Hand ausbrechen, da sonst die unteren Blätter beschädigt werden und der grüne Teppich auf dem Boden zerzaust aussieht. Sie passen mit den großen Blättern nicht auf kleine Gräber.

2 Ein Standort im Halbschatten und ein frischer, leicht feuchter Boden sind der richtige Platz für das Sternmoos (Sagina subulata). Mit ihrem feinen Wuchs ist diese Staude auch für kleine Gräber geeignet. Im Mai hüllen weiße Blüten das Sternmoos in einen lieblichen Schleier.

2

Beim Sternmoos erreicht die einzelne Pflanze kein hohes Alter, doch es bildet laufend neue, frischgrüne Triebe. Damit sich wieder Wurzeln auf dem Boden bilden können, sollte das Sternmoos ein oder zweimal im Jahr vorsichtig festgetreten werden.

74

062-075_Grabbuch_neu_RZ.indd 74

22.07.11 11:01


Übersicht Bodendecker

Pflanzen/m²*

Sonnige Standorte

Schattige Standorte

Braucht feuchte, frische Böden

Verträgt trockene Böden

Acaena buchananii Stachelnüsschen Antennaria dioica Katzenpfötchen Azorella trifurcata Andenpolster Buxus sempervirens Buchsbaum Cotoneaster dammeri Kriech-Zwergmispel Euonymus fortunei Kriechspindel Leptinella squalida/Leptinella squalida ’Minima‘ Fiederpolster Lonicera nitida ’Maigrün‘ Immergrüne Heckenkirsche Sedum floriferum Mauerpfeffer Thymus serphyllum ’Gnom‘ Kriechender Thymian Euonymus fortunei Kriechspindel Hedera helix Efeu Herniaria glabra Bruchkraut Ilex crenata Japanische Stechpalme Lonicera nitida ’Maigrün‘ Immergrüne Heckenkirsche Mitchella repens Rebhuhnbeere Pachysandra terminalis Dickanthere, Ysander Saxifraga umbrosa Porzellanblümchen Vinca minor Immergrün Waldsteinia ternata Golderdbeere Alchemilla erythropoda Frauenmantel Euonymus fortunei Kriechspindel Herniaria glabra Bruchkraut Hedera helix Efeu Leptinella squalida/Leptinella squalida ’Minima‘ Fiederpolster Pachysandra terminalis Dickanthere, Ysander Sagina subulata Sternmoos Acaena buchananii Stachelnüsschen Cotoneaster dammeri Kriech-Zwergmispel Hebe armstrongii Strauchveronika Sedum album Mauerpfeffer Thymus serphyllum ’Gnom‘ Kriechender Thymian Thymus x citriodorus Goldblatt-Teppichthymian Vinca minor Immergrün

40 – 50 45 50 – 60 60 40 – 60 35 75 50 60 30 – 40 35 20 – 40 40 45 50 30 50 50 50 40 – 50 30 35 40 20 – 40 75 50 35 40 – 50 40 – 60 30 – 40 60 30 – 40 30 – 40 50

* Die Pflanzenmengen sind als ca.-Angaben zu verstehen. Sie können je nach Pflanzengröße, nach Sorte und nach örtlichen Gegebenheiten stark variieren.

75

062-075_Grabbuch_neu_RZ.indd 75

22.07.11 11:01


Große Gräber

Grabanlagen

82

076-087_Grabbuch_neu_RZ.indd 82

22.07.11 11:02


Große Gräber

Große Auswahl

kleinen Gräbern Hochstammrosen. Die kommen dort kaum zur Wirkung, hätten auf einem großen Grab jedoch genug Fläche, um sich zu entfalten.

Herkömmliche Familiengräber stellen den Gestalter wegen ihrer Größe oft vor Probleme: Was soll man mit der großen Fläche machen? Wie sie am besten bepflanzen, damit nicht zuviel Pflege notwendig wird und das Grab doch schön aussieht? Grundsätzlich gilt auch bei großen Gräbern: Weniger ist mehr. Zu viele verschiedene Pflanzenarten auf einem Grab wirken auch bei den großen schnell unruhig. Große Gräber vertragen mehr und kräftige Farben – die Auswahl für das Wechselbeet ist damit fast endlos groß. Auch wenn die Gestaltung eines großen Grabes nicht ganz einfach ist, bietet sie doch die Chance, individuelle Aspekte wie bestimmte Pflanzen und Farben gezielt einzusetzen.

Kräftige Farben, die den Ton des Grabzeichens unterstreichen oder Farben aus dem Bodendecker spiegeln, sind für große Gräber genau richtig. Je nach Form des Grabzeichens kann man hier auch mit etwas größeren Flächen für das Wechselbeet spielen. Mehrteilige Beete sind auf kleineren Gräbern mit Vorsicht zu genießen, auf großen Gräbern ist für sie genug Platz. Statt eines sehr großen Beetes, das oft schwierig zu bepflanzen und zu pflegen ist, sind zwei Beete leichter zu bearbeiten.

Bodendecker in Farbe

Trittplatten sinnvoll

Buntlaubige Bodendecker, wie zum Beispiel die Varianten der Kriechspindel (Euonymus) oder verschiedene Efeusorten, finden auf großen Gräbern einen guten Platz. Hier kommen die Farben des Laubes auf genug Fläche erst richtig zur Geltung. Wer mit einer Kombination aus verschiedenen Bodendeckern liebäugelt, kann hier ebenfalls aus dem Vollen schöpfen. Diese Kombinationen brauchen Platz, um zu wirken. Bodendecker mit größeren Blättern, wie zum Beispiel die Dickanthere (Pachysandra) oder der sehr attraktive Frauenmantel (Alchemilla), passen ebenfalls gut auf große Gräber. Wie bei den kleinen gilt hier: Die Relation zwischen der Größe des Grabes und des Laubes muss passen.

Um alle Bereiche auf einem großen Grab bequem pflegen zu können, ist der Einsatz von Trittplatten zu empfehlen. Drei strategisch gut verteilte Platten, jeweils maximal 30 x 30 cm groß, reichen aus. Wichtig: Wer die Pflegearbeiten des Grabes übernimmt, sollte beim Legen der Platten ausprobieren, ob die Abstände für die eigene Schrittlänge und Beweglichkeit ausreichen. Im Zweifelsfall muss eine weitere Trittplatte her. Die Platten lassen sich harmonisch auf der Fläche des Grabes einbinden, wenn man sich für Natursteine ohne Politur mit rauen Oberflächen und gebrochenen Kanten entscheidet. So fallen die Platten im Gesamtbild kaum auf und erfüllen als rutschfeste Trittflächen ihren Zweck.

Wechselbeet: Es darf mehr sein

Rahmengehölze in großer Auswahl Ein großes Grab verträgt nicht nur mehr und größere Rahmengehölze, es braucht sie sogar. Ein Gehölz oder eine Staude geht auf der großen Fläche optisch schnell unter, erst mehrere ergeben die gewünschte Wirkung. Besonders gut sehen kleine Gruppen aus. Wer zum Beispiel drei oder vier Muschel-Zypressen in verschiedenen Höhen zu einer Gruppe zusammenpflanzt, setzt damit einen deutlichen Akzent auf dem Grab. Hinsichtlich der Laubgehölze vertragen die großen Gräber je nach Lage auch mal einen kräftiger wachsenden Rhododendron. Häufig sieht man auf

83

076-087_Grabbuch_neu_RZ.indd 83

22.07.11 11:02


Särge und Urnen

Trauerdekoration – Abschied mit Würde

Vier Beispiele für die Dekoration von Urnen zur Beisetzungsfeier. Kränze und Girlanden aus Blumen und Grün oder die sparsam dekorierte Schleife nehmen den Gefäßen die Nüchternheit und trösten gleichzeitig. Auch mit wenig Aufwand kann man diese letzten Abschiedsgrüße gestalten. Schon bei der Auswahl der Urne lassen sich persönliche Vorlieben realisieren. Metall, Holz oder Keramik sind die am häufigsten zu findenden Materialien für Urnen.

124

120-133_Grabbuch_neu_RZ.indd 124

22.07.11 11:13


Särge und Urnen Klassisches Trauergesteck, gearbeitet auf einem kleinen Holzbrettchen mit aufgebundenem FrischblumenSteckschaum. Blütenfarben und Schleifenband sind feinfühlig aufeinander abgestimmt. Schleifenbänder gibt es heute in fast allen Farben. Viele Trauerspenden bekommen mit der Auswahl der Schleife und dem passenden Aufdruck eine persönliche Note, die die Hinterbliebenen tröstet. Ideen für Schleifentexte stehen auf den Seiten 132 und 133. Auch die Schleife kann, zum Beispiel als Abschluss, mit farblich passenden Blumen beklebt werden.

125

120-133_Grabbuch_neu_RZ.indd 125

22.07.11 11:13

Grabgestaltung und Grabschmuck Leseprobe  

Praktische Tipps zur Gestaltung mit Blumen und Pflanzen. Von Christiane James. Auszug aus 144 Seiten, Format 21 x 28,5 cm, Hardcover. ISBN 9...

Read more
Read more
Similar to
Popular now
Just for you