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Karl-Michael Haake

TECHNIKEN Materialien

Zeitgemäßes Lernen für die Praxis

Werkzeuge

Handgriffe


I a Technische Hilfsmittel Die materielle Grundlage für eine perfekte Ausführung floristi-

Generell gilt, dass diese Hilfsmittel im fertigen Werkstück

scher Werkstücke sind die technischen Hilfsmittel. Ob für einen

kaschiert werden müssen bzw. beim Strauß durch Einstellen in

Strauß oder Brautstrauß, für ein Gesteck oder einen Trauer-

eine undurchsichtige Vase verdeckt werden.

kranz, jeweils sind die passenden Hilfsmittel auszuwählen. Ihr Einsatz ist auf die Werkstoffe und die Gestaltung abzustimmen sowie nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten zu bedenken. Im Folgenden werden diese Hilfsmittel zu funktionalen Gruppen zusammengefasst dargestellt. Es wird zwischen rein technisch einsetzbaren und gestalterisch mitwirkenden Hilfsmitteln unterschieden. Für Letztere gilt: Sichtbarkeit und gestalterische Wirkung erzeugen einen Mehrwert des Werkstücks, der einen erhöhten Preis rechtfertigt. Dieser Mehrwert muss aktiv im Verkaufsgespräch thematisiert, d. h. mitverkauft werden. Im Übrigen beweist die Floristin/der Florist damit Fachlichkeit, kann sich profilieren und ihre/seine Produkte positiv vom Einheitsangebot abgrenzen. Nur wenn dies gelingt, ist der teils erforderliche Mehraufwand beim Einsatz solcher Hilfsmittel sinnvoll.

Handwerklich korrekt gebundene Werkstücke erfordern Naturoder Kunstbast, Kordeln oder Bindedrähte als Hilfsmittel. Einfache Bündelungen und Fixierungen, die keinen gestalterischen Anspruch erheben, können schneller und ökonomischer mit Schnell-

Zur Abgrenzung von den Begriffen „Werkstoffe“ für Pflanzli-

bindern, Klebefilm, Gummiringen etc. ausgeführt werden.

ches und „Materialien“ für gestalterische Hartwaren wie Kerzen, Bänder, Gefäße etc. soll für die Waren, die den technischen Vorgängen dienen, hier der Begriff der „Hilfsmittel“ verwendet werden.

Gestalterisch mitwirkende Bindehilfsmittel

Eine Überschneidung mit dem Materialien-Begriff ist zuweilen un-

Dazu zählen Naturbast, Zierkordel, Bänder, Kokosfaserstrick,

umgänglich, vor allem wenn technische Hilfsmittel zugleich gestalte-

Zierdrähte. Wenn sie zur Gestaltung passen, können auch farbige

rische Funktion haben, z. B. farbiger Wickeldraht als Zierdraht.

Kunststoffklipps, Nylonfäden, Nylonwäscheleine und Ähnliches eingesetzt werden. Jeder gestalterisch mitwirkende Hilfsmittel-

Bindehilfsmittel

einsatz muss sowohl technisch als auch gestalterisch bedacht werden und darf nicht beliebig erscheinen.

Mit dem Begriff der Bindehilfsmittel bezeichnet man alle Produkte, die den technischen Vorgang des Bindens im Sinne von Zusammenbinden, Anbinden oder Aufbinden auf eine Unterlage ermöglichen. Man unterscheidet zwei Gruppen. Der in der Floristik oft verwendete Begriff Bindemittel hat in der Regel eine andere Bedeutung: Durch Bindemittel werden feste, pulverförmige Stoffe miteinander verbunden und/oder auf einem Untergrund gebunden, z. B. binden Harze und Öle die Farbpigmente in Farben und Lacken.

Rein technische Bindehilfsmittel Dazu zählen Kunstbast, Schnellbinder mit Drahtkern, Haushaltsgummiringe, Packkordel, Drahtstücke und Wickeldrähte.

Drahtprodukte

Wenn man davon absieht, dass sie verklebt und nicht mit einem

Drähte werden in der Floristik für verschiedene Aufgaben in allen

Knoten zugebunden werden, können Klebestreifen ebenfalls

Arbeitsgebieten und bei allen Werkformen eingesetzt. Sie dienen

dazugezählt werden (siehe dazu den unten stehenden Hinweis).

als Stütze, ersetzen Werkstoffstiele, binden und halten Werk-

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TECHNISCHE HILFSMITTEL

stoffe auf Unterlagen, bilden Basisformen usw. In der Regel be-

Langlaufende Drähte

stehen sie aus Eisen, sind gegen Verrosten leicht geölt und müssen trocken gelagert werden. Die reinen Eisendrähte werden für die erforderliche Biegefähigkeit blaugeglüht. Im Wesentlichen lassen sich die folgenden Gruppen von Drahtprodukten unterscheiden. Das Blauglühen von Draht dient der Biegefähigkeit. Nicht durchgeglühter Draht wäre teilelastisch und würde beim Biegen im gewissen Umfang zurückfedern.

Drahtstücke

Drähte, die viele Meter lang sind und meist auf Spulen oder Holzstäbchen aufgerollt oder als Gebinde in Spiralform angeboten werden, bezeichnet man auch als langlaufende Drähte. Wickeldraht ist auf Spulen oder Holzstäbchen aufgerollter Draht zum Aufwickeln von Werkstoffen auf eine Unterlage. Er ist in verschiedenen Stärken erhältlich: Der gängigste Wickeldraht hat ca. 0,6 mm Durchmesser. Feiner, 0,3 mm starker Wickeldraht wird Myrtendraht genannt, da er in der Hochzeitsfloristik z. B. zur Herstellung von filigran gebundenen Ringsymbolen aus feinen Myrtenzweigspitzen dient. Alle Wickeldrähte sind blaugeglüht, zusätzlich gibt es sie grün lackiert. Spanndraht ist ein starker Draht, der zwischen die Pfähle eines Drahtstücke werden in Stangenbündeln zu 2,5 kg, zu viert ge-

Zauns gespannt wird, um daran z. B. Maschendraht als Zaunge-

packt in Paketen à 10 kg, als Steckdraht und Stützdraht angeboten.

flecht zu befestigen. In der Floristik wird er dort eingesetzt, wo

Steckdrähte sind, anders als Stützdraht, an einer Seite ange-

besondere Anforderungen an die Festigkeit des Drahtes gestellt

spitzt. Sie werden im Wesentlichen in den Stärken/Längen

werden. Er ist verzinkt und mit Kunststoff ummantelt erhältlich.

1,2/350 mm, 1,4/400 mm, 1,6/450 mm und 1,8/500 mm hergestellt. Länge und Stärke der auszuwählenden Steckdrähte rich-

Drahtmatten

ten sich nach der Stärke und dem Gewicht des Werkstoffs, der angedrahtet werden soll. Steckdraht muss im Werkstück völlig verdeckt werden. Stützdrähte sind nicht angespitzt und meist grün lackiert. Dies dient dem Schutz vor Rost und macht einen dicht am Werkstoffstiel anliegenden Draht unauffällig. Stützdraht wird in Längen zwischen 20 cm und 50 cm sowie in Stärken zwischen 0,5 mm und 1,0 mm hergestellt. Länge und Stärke des auszuwählenden Stützdrahts richten sich nach der Stärke des zu stützenden Blumenstiels bzw. Blatts. Auch grüner Stützdraht muss im Werkstück möglichst verdeckt werden. Silberdraht, eigentlich verzinkter Eisendraht, ist ein besonders feiner, etwa 20 cm langer Draht, der meist zum Stützen oder Andrahten in der Brautfloristik eingesetzt wird. Drahtmatten werden vorrangig in zwei Formen in der Floristik Drähte bzw. Drahtstücke stellen eine Gefahrenquelle durch

verwendet: als Geflechte und als verschweißte Gitter. Drahtge-

Stichverletzungen dar. Besonders gefährdet sind die Augen.

flecht oder Maschendraht wird meist als verzinktes Sechseckgeflecht, oft Hühnerdraht genannt, angeboten und ist mit unter-

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Elektrische Werkzeuge und Maschinen

Hier werden drei relativ häufig zu findende Geräte vorgestellt:

Die Zahl elektrischer Werkzeuge und Maschinen in der Floristik ist eher klein. Handwerk im eigentlichen Sinne herrscht vor.

Blumenstielputz- und Anschneidemaschine

Hier werden demnach nur die wichtigsten Geräte vorgestellt.

Eine Blumenstielputz- und

Andere Maschinen, z. B. PC mit Drucker, Fahrzeuge etc. fehlen.

Anschneidemaschine ermöglicht die Zeit sparende und

Handmaschinen

Kräfte schonende Vorberei-

Handmaschinen sind mobil einsetzbar. Heißklebepistole, Bohr-

tung von Schnittware in grö-

maschine bzw. Akkuschrauber sowie Sägen sind unverzichtbar.

ßeren Mengen. An der Maschine sind zwei Walzen mit

Heißklebepistolen

dienen

Noppenreihen so angebracht,

dem Schmelzen und Auftragen

dass sich die Noppenspitzen knapp überlappen. Man hält etwa

von Heißkleber. Hierbei ist auf

zehn bis zwanzig Stiele zugleich in den Walzenzwischenraum

die Gefahren des elektrischen

und betätigt einen Fußschalter. Die Walzen rotieren dann so,

Stroms und die Verbrennungs-

dass sie im unteren Stielbereich Laub und Dornen bzw. Stacheln

gefahr zu achten. Im Einsatz

abstreifen. Für das folgende Anschneiden enthält die Maschine

befindliche Pistolen dürfen

eine rotierende Messerscheibe, die zur Vermeidung von Unfällen

nicht gelegt werden, sondern

abgedeckt in einem Schacht sitzt. Die Abdeckung lässt sich

man muss sie aufrecht abstellen, da sonst durch den in die

durch einen mit dem Fuß zu betätigenden Mechanismus öffnen.

Pistole zurück fließenden Kleber der Pistolenmechanismus

Das Stielbündel wird nun durch den Schacht schräg in die

verkleben kann.

Schneidevorrichtung gehalten. Empfindliche, weichstielige Werkstoffe sind einerseits nicht mit dieser Maschine zu bearbeiten. Akkubohrer verwendet man

Andererseits müssen vor allem starke Stacheln von Rosen oft nach-

zum Bohren von Löchern, z. B.

träglich von Hand entfernt werden. Auch Verletzungen der Stängel-

in holzige, feste Pflanzenteile

epidermis sind nicht selten. Insgesamt ist die Qualität einer

oder beim Bau von Grundge-

Bearbeitung per Hand mit diesen Maschinen nicht zu erreichen.

rüsten. Mit entsprechenden Schraubaufsätzen sind auch

Andrahtmaschine

Verschraubungen schnell und

Eine Andrahtmaschine dient dazu, das

Kraft sparend ausführbar.

Andrahten großer Werkstoffmengen insbesondere bei Verwendung relativ starker

Elektrische Handsägen setzt

Drähte zu erleichtern. Allerdings sind

man für umfangreiche Säge-

damit nicht alle Andrahtvorgänge zu be-

arbeiten

Sägen

wältigen und nur harte bzw. hartstielige

dicker Materialien ein. Eine

Trockenfloralien anzudrahten. Vor allem

Stichsäge ist vielseitig und

für die Zapfenverarbeitung in der Aller-

einfach

heiligen-, Advents- und Weihnachtsfloristik

und

zum

verwendbar.

Für

lange, gerade Schnitte muss

ist der Maschineneinsatz sinnvoll.

jedoch eine Kreissäge, evtl. als Tischgerät, eingesetzt werden. Die Gefahr von Schnittverletzungen ist beim Sägen zu beachten.

Kranzbindemaschine Kranzbindemaschinen erlau-

Großmaschinen

ben eine schnelle Anfertigung

Große Maschinen sind eher selten in der Floristik.

einfacher Kranzkörper. Sowohl

die

Herstellung

der

Betriebswirtschaftlich ist der Einsatz der Großmaschinen

Strohrömer als auch das Be-

aufgrund eingesparter Zeit bei der Verarbeitung größerer

wickeln dieser Unterlagen mit

Werkstoffmengen sinnvoll. Bei kleinen Mengen rechnet sich die

Werkstoffen ist damit möglich.

Investition nicht.

Beide Hände sind zum Arbeiten frei, da der Faden von der

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FLORISTISCHE WERKZEUGE UND MASCHINEN

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Maschine auf Spannung gehalten und mittels eines rotierenden Metallrings um den Kranzkörper mit dem Werkstoff geführt wird. Mit einem Pedal wird die Rotation des Metallrings gesteuert. Aufwändiger gestaltete Kranzkörper werden jedoch besser von Hand gefertigt. Zur Vermeidung von Unfällen sind jeweils die Betriebsanleitungen zu beachten, insbesondere im Hinblick auf die Gefahren elektrischen Stroms in Verbindung mit Feuchtigkeit. Rotierende Teile

Bei Arbeiten, die ein längeres Verbleiben an Ort und Stelle erfor-

sind im Bezug auf langes Haar besonders gefährlich. Je nach Maschine

dern, werden Füße und Kniegelenke durch so genannte Stehhil-

droht die Gefahr von Schnitten und Quetschungen.

fen entlastet. Tageslicht kommt am besten von vorn und eine künstliche, höhenverstellbare Beleuchtung ist zusätzlich über dem Tisch installiert. Die Stromzufuhr erfolgt durch eine sicherheitsgerecht installierte Leiste, die insbesondere den

Handschuhe Dornen mancher Drähte

und

Stacheln

Kontakt der Stromleitungen mit Wasser verhindert. Ein

sowie

Steckdosenwürfel, über dem Arbeitstisch an der Decke mit einer

Stich-

Kette als Zugsicherung fixiert, ist dazu eine Alternative.

Werkstoffe stellen

eine

verletzungsgefahr dar. Auch der

Ein spezieller Tisch für das Anfertigen von Pflanzungen oder

Umgang mit Werkzeugen und

zum Umtopfen bietet Platz für Substrat, hat hinten und seitlich

Maschinen birgt Verletzungsge-

hohe Kanten, damit das Substrat nicht herabrieselt, und weist

fahren. Zum Schutz zieht man bei entsprechenden Arbeiten feste Ar-

eine Oberfläche auf, die Feuchtigkeit, Schmutz und das Kratzen

beitshandschuhe an. Einen Hautschutz bieten Haushaltshandschuhe

von Schalen- und Topfböden aushält. Verzinkte Bleche sind hier

bei Arbeiten z. B. mit Lacken und Sprühklebern. Auch bei Pflanzar-

günstig. Unter dem Pflanztisch sollte Platz sein für Gefäße,

beiten sollten die Hände so geschützt werden. Bei floristischen Fein-

Gießkanne, Düngemittel, Gestaltungsmittel für die Bodenmodu-

arbeiten ist ein Einsatz von Handschuhen allerdings ungeeignet.

lation, Substratreserven und eine Abfallwanne.

Arbeitsplatz

Für Arbeiten, die nicht am Arbeitstisch, sondern z. B. außer Haus beim Kunden ausgeführt werden, ist ein für die Mitnahme der erforderlichen Werkzeuge ausreichend großer Werkzeugkoffer sinnvoll. Die ergonomische und allen Sicherheitsaspekten entsprechende Ausstattung des Arbeitsumfelds ist ein wichtiger Beitrag zu Arbeitssicherheit und wirtschaftlicher Arbeitsweise. Unfallquellen stellen hier nicht nur die Schneidwerkzeuge und elektrischen Maschinen bzw. Werkzeuge dar. Zusätzlich sind Rutsch- und Sturzgefahren, vor allem aufgrund von Wasser und Werkstoffresten auf dem Boden, zu beachten.

Ein Floristenarbeitstisch muss eine wasserunempfindliche, leicht

Die Ergonomie befasst sich mit der Anpassung der Arbeit an

zu säubernde Oberfläche aufweisen und Platz für das Anfertigen

den Menschen und seine Fähigkeiten. Vorrangig geht es dabei

von Werkstücken, für Werkzeuge und Hilfsmittel bieten. Diese

um weniger belastende und ermüdende Arbeitsweisen, die fehlerfrei

müssen ergonomisch in direktem Zugriff am oder auf dem Ar-

ausführbare Abläufe ermöglichen. Insofern ist die Ergonomie Teil

beitstisch verfügbar sein. Schließlich ist eine Abfallsammlung

des Arbeitsschutzes und der Arbeitssicherheit. Außerdem wird eine

in Arbeitstischnähe bzw. unter der Arbeitsfläche sinnvoll. Der

rationelle, Zeit und Material sparende Vorgehensweise angestrebt.

Tisch muss für das Arbeiten im Stehen die richtige Höhe haben.

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II a Pflege- und Versorgungstechniken Unabhängig von den für die Werkstückerstellung erforderlichen Techniken sind zunächst alle Vorgänge wichtig, die der Versorgung und Vorbereitung der Werkstoffe dienen. Hier muss insbesondere auf die Bedürfnisse lebender Werkstoffe Rücksicht genommen werden. Es geht um optimales Aussehen und möglichst lange Haltbarkeit, sowohl im Sinne einer langen Vermarktungszeit als auch für eine lange anhaltende Freude des Kunden an der gekauften Ware.

Techniken der Schnittblumenpflege

Das Entfernen von Dornen bzw. Stacheln, wie z. B. bei Rosen, kann relativ schnell mit einem Rosenentdorner erfolgen, wobei

Schnittblumen und Schnittgrün müssen nach der Anlieferung

jedoch oft Verletzungen des Stiels vorkommen. Auch die Blumen-

sofort geputzt, angeschnitten und in Wasser gestellt werden,

stielputzmaschine ist einsetzbar. Fachlich besser, aber zeitauf-

damit sie so gut und so schnell wie möglich versorgt sind.

wändiger ist das Entdornen mit dem Floristenmesser.

Putzen und Säubern von Schnittware

Anschneiden von Schnittware

Zunächst erfolgt das Putzen

Das Anschneiden erfolgt in vielen Fällen in einem Arbeitsgang

der Schnittware, d. h. das

mit dem Putzen, zumindest werden meist beide Vorgänge an einem

Entfernen von Dornen sowie

Blumenstiel erledigt, bevor der nächste zur Hand genommen

überflüssigen Blättern und

wird. In aller Regel wird das Floristenmesser eingesetzt. Mit einer

Nebentrieben im unteren Stiel-

Rosenschere kann ein guter Anschnitt nur bedingt erfolgen, da

bereich, der je nach Blumenart

hierbei oft ein Zusammenquetschen der Stiele bzw. der Leitbahnen

ein bis zwei Drittel des Stiels

erfolgt. Man kann jedoch damit sehr harte Holzstiele oder weiche,

umfassen kann. Insbesondere

krautige Stiele von Blumen, die keinen langen, schrägen Schnitt

alle Blätter, die später mit dem

benötigen, anschneiden. Generell muss die Schere so scharf wie

Vasenwasser in Berührung kommen könnten, müssen entfernt

möglich sein.

werden. Blumenstielputzmaschinen werden hierzu nur bei großen Warenmengen eingesetzt. Tief sitzenden Seitentriebe einiger Blumen, z. B. bei verzweigten Tanacetum, Chrysanthemum oder Limonium, werden jedenfalls von Hand abgetrennt und zur späteren Verarbeitung separat in eine Vase gestellt. Das geschickte und überlegte Aufteilen der Ware ermöglicht eine bessere Verwertung. Die Haupttriebe werden, soweit sie an Wirkung trotz des Abtrennens der Nebentriebe nicht verloren haben, zu vollem Preis z. B. in einem Strauß verarbeitet und berechnet. Die Nebentriebe ermöglichen die Gestaltung eines kleinen Werk-

Ein Anschnitt erfüllt mehrere Funktionen. Damit in den Leitbahnen

stücks oder werden zur Basisgestaltung in einem großen Gesteck

wieder ein ununterbrochener Wasserfaden entsteht, wird der

eingesetzt und lassen sich damit zusätzlich berechnen.

Teil des Sprosses entfernt, in den seit dem Abschneiden Luft eingedrungen ist. Damit ist zugleich die schon von Bakterien befallene, alte Schnittfläche entfernt und die Leitbahnen werden durch den Anschnitt weit geöffnet. Dazu ist ein scharfes Messer erforderlich, mit dem ein schräger Schnitt durch den Stiel geführt wird. So werden die Leitbahnen so wenig wie möglich zusammengedrückt. Große Öffnungen sind wichtig, denn das pflanzliche Gewebe zieht sich in geringem Umfang bei einer Verletzung zusammen. Auch durch die im Wasser befindlichen Bakterien, die sich an die Öffnungen setzen, entsteht später wieder eine Verengung.

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PFLEGE- UND VERSoRGUNGSTEcHNIKEN

Besonders Stiele

sind

harte,

holzige

schwer

II a

Spezielle Schnittwarenbehandlung

anzu-

Einige Schnittblumen erfordern aufgrund ihrer Eigenschaften

schneiden, so dass der Kraft-

besondere Behandlungen. Meist dienen diese Pflegemaßnahmen

aufwand hoch ist. Dabei kann

wiederum der optimalen Versorgung und einer maximalen Halt-

man leicht mit dem Messer

barkeit. Teils geht es um Formerhalt oder -optimierung und um

abrutschen. Besser ist das An-

die Vermeidung von Unverträglichkeitsreaktionen. Folgende

schneiden auf einer Unterlage

Gründe bedingen entsprechende Behandlungsweisen der Ware.

oder mit einer scharfen Rosenschere, die die Leitbahnen nur minimal quetscht. Statt des früher üblichen Anklopfens holziger

Milchsaft absondernde Schnittstellen

Stiele, was eine Zerstörung des Gewebes zur Folge hat, kann ein Aufspalten durch kreuzweises Einschneiden des Stielendes mit einer Rosenschere vorgenommen werden. Dies fördert wiederum die Wasseraufnahme, da das Wasser durch die Kapillarwirkung in den engen Schnittspalten gut angesaugt wird. Das Einschneiden harter Stiele mit einem Messer in Richtung der den Stiel haltenden Hand ist keine Alternative, da hier-

Weihnachtssterne, Rispeneuphorbien, Mohn und Sonnenblumen

bei diese Hand durch Schnittverlet-

haben Stängel, die in Milchröhren einen Milchsaft führen. Beim

zungen besonders gefährdet ist.

Ab- bzw. Anschneiden tritt dieser Saft aus. An den Schnittflächen verklebt er die Eingänge der Leitbahnen, so dass die Schnittblumen Weiche, krautige Stiele, müs-

kein oder nicht ausreichend Wasser aufnehmen können. Zu-

sen nicht zeitaufwändig einzeln

sätzlich verschmutzt der Milchsaft das Vasenwasser und dient

schräg mit dem Messer an-

Bakterien als Nahrung, so dass die Verschmutzung verstärkt

geschnitten werden. Bestes

wird. Der Verlust von viel Milchsaft schwächt außerdem die

Beispiel bieten Tulpen, die zu

Schnittblume. Als Gegenmaßnahme dient ein kurzes Anbrennen

mehreren im Bund mit der

der Schnittstellen oder ein kurzes Erhitzen der unteren zwei bis

Rosenschere

drei Zentimeter der Stiele in nahezu kochendem Wasser. Da-

angeschnitten

durch gerinnt der Milchsaft an der Austrittsstelle und die Milch-

werden können.

röhren sind verschlossen. Bei einem neuen Anschnitt muss das Zur Einschätzung des Zeitaufwands hier einige

Anbrennen erneut erfolgen. Bei angekochten Stielen ist eine

Vergleichsangaben:

neue Behandlung erst erforderlich, wenn ein Anschnitt oberhalb des bereits angekochten Bereichs erfolgt.

• 10 Rosen einzeln mit dem Messer putzen und anschneiden

100 – 150 s

Schleim absondernde Schnittstellen

• 10 Rosen einzeln mit dem Rosenentdorner putzen und im zweiten Arbeitsgang mit dem Messer anschneiden

50 – 80 s

Viele Zwiebel- und Knollen-

10 – 15 s

Hyazinthen, enthalten in ihrem

pflanzen, z. B. Narzissen und

• 10 Rosen im Bund mit der Blumenputzmaschine säubern und anschneiden

Leitgewebe Schleim, der an

• 10 Rosen einzeln, anschließend an die zuvor genannte Behandlung, nachbearbeiten

20 – 30 s

der Schnittstelle austritt, sobald der Spross ab- bzw. ange-

• 10 Tulpen Stück für Stück anschneiden • 10 Tulpen im Bund anschneiden

10 – 20 s 5–8s

schnitten wird. Der Schleim ist einerseits

hautunverträglich

Wie wichtig die genannten Zahlen sind, wird deutlich, wenn man sie

und kann zu allergischen Reak-

in Bezug zu einer wöchentlich im Betrieb zu versorgenden Waren-

tionen führen. Hier hilft nur vorsichtiges Hantieren, das Tragen

menge setzt. Hier summieren sich schnell etliche Arbeitsstunden

von Handschuhen oder unverzügliches Händewaschen. Anderer-

und damit die entsprechenden Kosten.

seits ist der Schleim für alle anderen Schnittblumen, die mit dem Schleim z. B. im gemeinsamen Vasenwasser in Berührung

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Umtopfen

(10) Die Substratoberfläche muss unterhalb des Topfrandes

Wenn eine Pflanze für ihren Topf zu groß geworden ist, die

bleiben, so dass ein ausreichender Gießrand vorhanden ist. So

Wurzeln keinen Platz mehr finden, die Erde ausgelaugt ist,

kann die Pflanze zur Erstversorgung mit Wasser angegossen

muss sie umgetopft werden. Folgende Schritte sind erforderlich:

werden, damit sich Wurzelballen und neue Erde gut verbinden.

(1) Feststellbar ist: Die Wurzeln drängen bereits aus dem Topf. (2) Zunächst wird ein neuer Topf gewählt. Ton- und Kunststofftöpfe stehen zur Wahl. Tontöpfe sind bruchgefährdet und relativ schwer, bieten allerdings Vorteile. Sie sind luft- sowie wasserdurchlässig. Staunässe im Wurzelballen ist so leicht vermeidbar. (3) Für die Größe gilt: Bei kleinen Pflanzen reichen 3 bis 6 cm mehr an Durchmesser, bei Pflanzen mit großem Wurzelballen können es auch 10 bis 15 cm sein. Als Faustregel gilt die Breite von ein bis zwei Fingern rund um den alten Wurzelballen. Wird

(1)

(2)

(3)

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(5)

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ein zu großer Topf gewählt, bildet sich zum einen nicht schnell genug ein fester Wurzelbereich. Zum anderen führt die Unterschiedlichkeit zwischen durchwurzeltem und noch nicht durchwurzeltem Bereich zu Gießproblemen, da das Gießwasser die Bereiche verschieden stark durchdringt. Die Pflanze kann vertrocknen, wenn ihr Wurzelballen sehr dicht ist und alles Wasser in die frische Erde dringt. oder der alte Wurzelballen nimmt das Wasser so schnell auf, dass die neue Erde gar nicht zur Wasseraufnahme kommt und daher völlig austrocknet. Dann ist dieser Bereich für die neu zu bildenden, feinen Wurzeln undurchdringlich. (4) Nun wird eine Dränschicht eingefüllt. Beim hier verwendeten Tontopf eignen sich gewölbte Scherben besonders gut, da sie das Wasserabflussloch sicher freihalten. In Kunststofftöpfen kann wegen der vielen Löcher im Bodenbereich auf die Dränschicht verzichtet werden. (5) Die unterste Erdschicht wird so eingefüllt, dass die oberseite des später eingesetzten Wurzelballens unter dem Topfrand verbleibt und noch eine dünne Erdschicht darauf passt. (6) Die Pflanze wird aus dem alten Topf herausgenommen. Dabei kann es nötig sein, diesen zu zerstören, wenn der Wurzelballen zu fest sitzt. oft hilft es auch, die Pflanze kopfüber zu halten und den Rand des Topfs vorsichtig auf die Werktischkante zu stoßen, so dass sich der Wurzelballen aus dem Topf löst. (7) Jetzt wird im äußeren Wurzelbereich verbrauchte Erde abgeschüttelt. Abgestorbene Wurzeln werden vorsichtig entfernt. Keinesfalls wird die gesamte Erde abgeklopft, da hierbei der Wurzelballen zerstört würde. Insbesondere leiden dabei die feinen Wurzelhaare, die im Wesentlichen der Wasser- und Nährstoffaufnahme dienen. ohne sie müsste die Pflanze absterben. Ein manchmal erforderliches Auflockern des Ballens darf somit nur sehr vorsichtig erfolgen. (8) Die Pflanze kann nun eingesetzt und frisches Substrat um den Wurzelballen gefüllt werden. (9) Die Erde gut, aber nicht zu fest andrücken. Festigkeit und Verankerung im Erdreich müssen erreicht werden, jedoch ohne die kapillarenartigen Bereiche zwischen den Erdkrümeln so

Das Umtopfen von Hand erfordert je nach Pflanzenart und -größe wenige Sekunden (z. B. kleine Efeupflanze) bis einige Minuten (z. B. dornenbewehrte Kaktee und große Kübelpflanze).

stark zu verdichten, dass neue Wurzeln nicht einwachsen können.

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HILFS- UND VoRBEREITUNGSTEcHNIKEN

II b

II b Hilfs- und Vorbereitungstechniken Bei der Gestaltung vieler Werkstücke sind sowohl die Werkstoffe als auch die Materialien für eine zügige und technisch korrekte Weiterverarbeitung vorzubereiten.

Vorbereitung von Werkstoffen Pflanzliche Gestaltungsmittel müssen teilweise, damit sie im Werkstück an der gewünschten Position eingearbeitet werden können und dann auch dort fixiert bleiben, gestützt und/oder angedrahtet werden. Beide Vorgänge sind verschieden und nicht

(1)

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(3)

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zu verwechseln, obwohl sie mit ähnlichen Hilfsmitteln, in der Regel Stützdraht zum Stützen und Steckdraht zum Andrahten, ausgeführt werden. Nur in wenigen Fällen, etwa bei Blättern, kann Stützen und Andrahten auch einmal ein Arbeitsgang sein.

Stütztechniken Zunächst soll das Stützen dargestellt werden, da es, wenn beide Techniken zum Einsatz kommen, dem Andrahten vorausgeht. Stützen von außen

Die lange Spirale, die der Stützdraht um den Stiel formt, darf

Ein Werkstoff wird von außen gestützt, indem ein Stützdraht

nur wenige Windungen haben, sonst wird der Stiel unnötig

parallel zu seinem Stiel angelegt oder in wenigen, spiraligen

verdickt oder der später mit Tape umwickelte Stiel sieht knotig

Windungen um den Stiel geführt wird. Damit bekommt dieser

und kantig aus. Ein bis zwei Windungen sind je nach Stiellänge

zusätzliche Festigkeit bzw. er kann mithilfe des Drahts gebogen

immer ausreichend. Teilweise reicht sogar das parallele Neben-

werden. Den Draht wählt man in einer Stärke aus, die dem

einanderlegen von Draht und Stiel, die schließlich mithilfe von

Werkstoffstiel und der Schwere des Blütenkopfs entspricht. Ist

Tape verbunden werden. Letztlich soll der Draht in jedem Fall

er zu dünn, versagt die stützende Wirkung, ist er zu dick, wird

und möglichst auf ganzer Länge eng am Stiel anliegen.

der Stiel um den Draht gewunden. Dies sieht unnatürlich aus,

Die weiter folgenden Schritte können entfallen, wenn Werkstoff

der Draht lässt sich nicht so gut kaschieren und das Werkstück

für weniger feinteilige Arbeiten, die nicht aus der Nähe betrach-

wird durch den dicken Draht unnötig schwer. Der stützende

tet werden, gestützt wird, denn dabei fällt der Draht nicht mehr

Draht soll nach unten hin an der Stelle enden, an der der Stiel

auf. Ein Beispiel dafür bietet der Trauerkranzschmuck.

zum Andrahten oder Stecken abgeschnitten wird bzw. wo der

(3) Um Draht und Stiel fest miteinander zu verbinden und den

Werkstoffstiel in der Bindestelle eines Straußes seinen Halt

Draht zu verdecken, wird der gestützte Stiel mit Tape umwickelt.

findet. Das Bewickeln gestützter Stiele mit Kautschuktape dient

Da es sich um ein flexibles Band aus Naturkautschuk handelt,

dem Verdecken des Drahts und zusätzlich der festen Verbin-

spricht man auch vom Kautschukieren. Tapen kann ebenfalls als

dung von Draht und Stiel.

Begriff verwendet werden. Das gewachste Kreppband ist nicht

Der Stützvorgang im Einzelnen:

voll wasserbeständig und wirkt oft nicht so natürlich wie das

(1) Der Stützdraht wird dicht am Stiel in den Blütenboden einge-

elastische Kautschukband. Das Tape wird ganz oben, direkt

steckt. Schräges Einstecken oder ein Abstand zwischen Stiel

unter dem Blütenkopf rechtwinklig zum Stiel an der Stielseite

und Draht sind falsch und unschön. Blütenstiele ohne ausge-

angelegt, auf die man blickt. So hat man eine gute Kontrolle

prägten Fruchtknoten oder Blütenboden, in die ein Draht einge-

über den Aufwickelvorgang. Legt man es hinter dem Stiel an,

steckt werden könnte, werden, wie bei der Freesie gezeigt,

erkennt man schlecht bzw. zu spät, dass sich z. B. unschöne

soweit oben wie möglich mit einem Haken umfasst, den man

Faltungen im aufgewickelten Tape bilden oder die Wickellagen

vorher im Drahtende ausformt. Auch ein direktes Zusammen-

sich zu weit bzw. gar nicht überdecken.

wickeln von Draht und Stiel mit Tape ohne Einstecken ist möglich.

(4) Nun dreht man den Blumenstiel so zwischen den Fingern,

(2) Der Draht wird nun vorsichtig um den Stiel geführt, keines-

dass das Tape spiralig nach unten fortschreitend möglichst glatt

falls aber der Stiel um den Draht! Eventuelle Blattansätze und

auf den Stiel gewickelt wird. Dabei führt eine Hand das Band und

Nebentriebe müssen umgangen werden, damit sie nicht abkni-

hält es leicht auf Spannung. Zuviel Spannung lässt das Band reißen,

cken oder mit dem Draht an den Hauptstiel gewickelt werden.

zu wenig führt zu Falten und lose sitzenden Umwicklungen.

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Typische Fehler beim Andrahten

Um guten Halt trotz der Biegbarkeit des dünneren Drahts zu

(1) Der Draht wurde im Bereich der Spirale übereinander ge-

bewirken, wird gegabelt angedrahtet oder der Draht wird

wickelt. Dadurch kann der Stiel abgequetscht werden, die Drahtung

doppelt verwendet. Ganz dünne Stiele, wie bei Schleierkraut

ist zu dick und relativ lose, der Stiel findet keinen sicheren Halt.

und zarten Einzelblüten, hier z. B. Hortensien, verlangen Silber-

Bei einer größeren Menge solcher Drahtungen ist der Basisbereich

draht (eigentlich feinster Stützdraht) zum Andrahten.

des Werkstücks, z. B. eines Brautstraußes, so verdickt, dass keine gestalterisch ausreichende Feinarbeit möglich ist. (2) Der Spiralbereich der Drahtung ist hier zu weit gezogen, Festigkeit entsteht so nicht. Die Drahtung ist im Übrigen im Werkstück nur schwer zu verdecken. (3) Hier wurde der falsche, zu dünne Draht gewählt. Die Nelke verbiegt ihn durch ihr Gewicht und ihr Kopf sinkt nieder. (4) Dieser Draht ist zu dick und zu stark. Beim Andrahten musste er so fest gegriffen werden, dass der Werkstoffstiel abgequetscht wurde.

(1)

(2) Mit ausgereifter Andrahttechnik ist ein Brautstrauß ganz aus Hortensienblüten und vollständig gedrahtet zu fertigen. Andrahten von Blütenblättern Sogar Werkstoffe ohne jeden Stiel können angedrahtet werden.

(3)

(4)

Bestes Beispiel sind die Blütenblätter von Rosen, die angedrahtet werden, um sie zu einer Glamelie, einer überdimensionalen Blüte als Brautschmuck, zusammenzusetzen.

Andrahten empfindlicher Werkstoffe Empfindliche Werkstoffe mit weichen, feinen und dünnen Stielen sowie zarte Einzelblüten und einzelne Blütenblätter werden besonders vorsichtig angedrahtet.

(1)

(2)

(3)

(4)

Weiche Stiele, wie z. B. bei Freesie und Narzisse, werden mit relativ dünnem Draht angedrahtet. Hier kann statt des dickeren Steckdrahts auch dünner, grüner Stützdraht eingesetzt werden.

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HILFS- UND VoRBEREITUNGSTEcHNIKEN

(1) Zuerst werden die Blätter zu zweit oder dritt aufeinander

Typische Fehler beim Andrahten von Blütenblättern

geschichtet. Unter Umständen ist das unterste Blatt etwas

(1) Ein einzelner Silberdraht würde die Blätterschichtung

größer und das oberste etwas kleiner als das mittlere Blatt.

nicht halten, auch dann nicht, wenn er am Blattgrund enger verdreht

(2) Nun wird ein Silberdraht, etwa einen Zentimeter über dem

würde. Das Einklemmen von oben und unten durch zwei Drahtbögen

Blattgrund und etwas seitlich von der Mitte, von der Blätter-

fehlt letztlich.

unterseite her durch die Schichtung gesteckt. Man führt ihn

(2) Ein häufiger Fehler ist das Ausreißen der Durchstichstellen, so

über die Mitte der Blätter hinweg und steckt ihn zur Außen- bzw.

dass größere Löcher und schließlich Faulstellen in den Blüten-

Unterseite der Blätterschichtung zurück.

blättern entstehen.

II b

(3) Das alleine ergäbe noch keinen ausreichenden Halt. Daher wiederholt man den Vorgang, diesmal von der Blätterinnenbzw. -oberseite aus. Also den Draht von oben nach unten durchstechen, die Mitte unterseits queren und den Draht zur oberseite zurück stechen. Jetzt klemmen zwei Drahtbögen die Blattschichtung quasi zwischen sich ein und es sind vier Drahtenden erkennbar, zwei kurze und zwei lange. (4) Diese werden vorsichtig zusammengefasst und miteinander verdreht, ohne dabei die Blütenblätter im Bereich der Durch-

(1)

(2)

stiche weiter zu beschädigen. Da zwei Drähte eingesetzt wurden, entsteht eine Drahtgabel als Drahtstiel der Blätterschichtung. Andrahten von Laubblättern Der einzelne Drahtungsvorgang mit drei Rosenblü-

Blattdrahtungen unterscheiden sich zwar nicht grundsätzlich

tenblättern erfordert 15 bis 20 s Zeit. Für eine große

vom bisher Beschriebenen, zeigen jedoch einige Besonder-

Glamelie sind oftmals 100 Drahtungen erforderlich, so dass eine

heiten. Zum Beispiel werden Blätter oft so angedrahtet, dass sie

halbe Stunde für die Vorbereitung unerlässlich ist. Daher sind Gla-

zugleich im Bereich der unteren Blattspreite gestützt werden.

melien mithilfe von Floralkleber auf der Basis von Brautstraußhaltern,

Als Beispiel soll statt der Einzeldrahtung eine Zeit sparende

die mit Trockenblumensteckschaum gefüllt sind, oft kostengünstiger

Efeublätterschichtung dienen, wobei die Blätter in ihrer Größe

herstellbar. Generell halten sie, obwohl keine Wasserversorgung

abgestuft gewählt sind.

möglich ist, mit zwei bis drei Tagen sehr gut. Gründe sind zum einen die dicht geschichtete Verarbeitung, zum anderen das Fehlen von Spaltöffnungen bei Blütenblättern. Daher findet kaum Transpiration statt und die Blütenblätter welken erst spät bzw. nur sehr langsam.

(1)

(2)

(1) Die Efeublätter schichten und von hinten etwa 1 cm, bei großen Blättern auch 2 cm oberhalb der Blattbasis neben der Mittelrippe durchstoßen. Auf keinen Fall zu hoch im Blatt ansetzen, da man sonst den Draht sieht und eine zu weit oben liegende Drahtstelle schlecht mit darüber liegendem Werkstoff zu verdecken wäre. (2) Nun blattoberseits die Mittelrippe des obersten Blattes mit dem Draht queren und diesen zur Rückseite durch die Blätter zurück stechen. Sind die Blätter exakt geschichtet, quert man so die Mittelrippen aller Blätter und hat sie gegen ein Verrutschen schon gesichert. Die sichtbare Drahtquerung muss so kurz und knapp wie möglich sein. Dicht auf dicht sind angedrahtete Rosenblütenblätter geschichtet.

(3) Unterhalb der Schichtung stehen die beiden Drahtenden

So entsteht eine Rosen-Glamelie als Brautschmuck.

heraus, die jetzt zu den Blattstielen hin zusammengebogen

32 33

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Gläser als Kerzenhalter mit eingestellten Teelichtern sind eine Alternative zu herkömmlichen Haltern. Klebt man von unten auf den Gefäßboden einen Pinholder, lassen sich die Gläser problemlos und sicher in Steckschaum fixieren. Teelichter in Gläsern bieten Sicherheit. Das Ergebnis entspricht Windlichtern und ist im Freien einsetzbar. Ein Austausch ist problemlos. Die Gläser wirken gestalterisch mit. Bei farbigen Gläsern geht die Schönheit einer Kerze teilweise verloren. Die Befestigung mit PinholderProdukten, die unter dickere Kerzen geklebt oder in die Die Holzstäbe als Kerzenbefestigung können sichtbar, d. h.

schlanke Kerzen genauso wie

gestalterisch mitwirkend eingesetzt werden.

in die metallenen Kerzenhalter eingefügt

werden

können,

Die Befestigung mit Kerzen-

ermöglicht ein unmittelbares

haltern, die im Handel in vie-

Fixieren

len Formen und Ausführungen

Werden nun Blüten in direkter

erhältlich sind, ist eigentlich

Berührung zur Basis der Kerze

nicht mehr als technische Vor-

eingesteckt, muss diese wie-

bereitung anzusehen, da einer-

derum rechtzeitig gelöscht

seits die Halter gestalterisch

werden.

in

Steckschaum.

stark mitwirken und andererseits schon das unmittelbare

Die sich kreuzenden, flächig geformten Steckspitzen

Einarbeiten ins Werkstück so

dieser Halter finden in dem Schaum einen wesentlich

erfolgt. Weil Kerzenhalter aber

besseren Halt als Drähte.

eine der sichersten Möglich-

Die Knetmasse, mit der Pinholder unter die Kerzenböden

keiten bieten, Kerzen in ein

geklebt werden, bietet bei schweren und langen Kerzen

Werkstück

integrieren,

keinen ausreichenden Halt. Für Kunden ist der Kerzenaus-

werden sie hier der Vollstän-

zu

tausch mit untergeklebtem Pinholder komplizierter als bei

digkeit halber aufgezeigt.

gängigen metallenen Kerzenhaltern. Der im unteren Bild gezeigte Kunststoffkerzenhalter hat diesen Nachteil nicht.

Es ist eine der sichersten Möglichkeiten der Kerzen-

Manche Steckschaumprodukte

befestigung, da selbst vollständig abgebrannte Kerzen

bieten von vorne herein Mög-

nichts entzünden können. Bei vielen Haltern ist der Kerzenteller

lichkeiten, Kerzen sicher zu

groß genug, tropfendes Wachs aufzufangen. Für Kunden ist der

fixieren. Die gezeigte Kranz-

Kerzenaustausch vollkommen unkompliziert. Kerzenhalter

steckbasis weist neben dem

können gestalterisch mitwirken.

Frischblumensteckschaum ein

Unter Umständen stören Kerzenhalter die ideale Form

Kunststoffgitter auf. In diesem

eines Werkstücks oder sie passen nicht zur beabsich-

Produkt finden Kerzen mit

tigten Farbgestaltung. Es bieten sich allerdings vielfältige

passendem Durchmesser aus-

gestalterische Lösungen, diese Nachteile zu vermeiden.

reichenden Halt. Wieder ist rechtzeitiges Löschen wichtig.

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HILFS- UND VoRBEREITUNGSTEcHNIKEN

Schleifentechniken

II b

der Drahtgabel hindurch geschlungen. Dadurch entsteht in der Bänder, Kordeln, Gimpe und

Schleifenmitte ein scheinbarer Knoten. Wichtig ist es, diese

Fäden sind in der Floristik

Knotenschlaufen nicht zu eng zu ziehen, denn das Band soll

häufige Accessoires. Ihre Tex-

auch hier fast in voller Breite wirken können und der Knoten soll

turen, ihre weich fließenden

voluminös und nicht eng wirken.

Formen, ihre Zartheit und die

(6) Die Knotenschlaufen werden auf der Schleifenrückseite mit

Vielfalt der Farben machen sie

einem weiteren Verdrehen der beiden Drahtschenkel fixiert.

zu idealen Blütenbegleitern,

(7) Als zusätzlicher Akzent kann nun noch ein schmaleres, im

sei es in der Hochzeits-, der

Farbdesign vom bisher verwendeten Band abweichendes Band

Tisch- oder der Trauerfloristik. Die wichtigsten Vorbereitungen

eingefügt werden.

von Bändern liegen im Andrahten und in der Herstellung von

(8) Dieses zweite Band wird auf der Schleifenrückseite tatsäch-

Schleifen. Diese werden in der Floristik in der Regel nicht

lich verknotet.

tatsächlich gebunden, sondern in Form von Schleifen gefasst und angedrahtet. Hierbei kommt es vor allem auf festen Halt und eine ausreichende Drahtstärke an, damit sich die gebildeten Schlaufen nicht lösen können und die fertige Schleife fest im Werkstück verankert werden kann. Außerdem müssen Schleifen so positioniert werden, dass sie nicht mit Wasser oder der Feuchtigkeit von Steckschaum in Berührung kommen. Klassische Schleifenformen bestehen aus zwei oder vier, seltener aus sechs oder acht Schlaufen, die symmetrisch rechts und

(1)

(2)

(3)

(4)

(5)

(6)

(7)

(8)

links von einem mittigen, scheinbaren Knoten angeordnet sind. Die beiden Bandenden hängen in der Regel ebenfalls symmetrisch unterhalb der Schlaufen aus der Schleife heraus. Teils werden vier Enden eingearbeitet, so dass man, wenn auch wenigstens vier Schlaufen vorliegen, von einer Doppelschleife sprechen kann. Werden dabei verschiedene Bandarten gemischt verarbeitet oder kombiniert man Kordeln und Gimpe hinzu, kommt es auf eine gleichmäßige Verteilung der Schlaufen aus den unterschiedlichen Materialien an. Im Folgenden werden die grundlegenden Schritte zur Formung einer Schleife gezeigt. (1) Zunächst das Band fassen und die erste Schlaufe legen. Das Bandende muss schon so lang gelassen werden, wie es später einmal abfließen soll. (2) Nun zur gegenüberliegenden Seite die zweite Schlaufe in gleicher Größe legen. (3) Die folgenden beiden Schlaufen liegen exakt über den bisher vorhandenen und werden etwas kürzer geformt als diese. Dadurch bleiben bei einer Ansicht von vorne die zu unterst liegenden Schlaufen rechts und links hinter den darüber liegenden noch sichtbar. So wirkt die Schleife später opulenter und plastischer. (4) Jetzt die Schleife in der Mitte raffen und einen Draht im Bogen darüber legen. Der Draht wird auf der Schleifenrückseite fest, am besten mithilfe einer Kombizange verdrillt, damit sich später keine Schlaufen aus der Drahtung herausziehen lassen. (5) Das zweite Bandende wird noch nicht von der Bandrolle abgetrennt, sondern nun in der Schleifenmitte ein oder zweimal über den fixierenden Draht und zwischen den beiden Schenkeln

40 41

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Sonstige Vorbereitungstechniken

Filz und Wolle

Viele weitere Materialien, von Folien über Gummistreifen, Filz-

Filzstreifen und -matten sowie Wollstränge bieten hohes

matten und Papieren bis hin zu weihnachtlichen Kugeln werden

gestalterisches Potenzial. Ihre Struktur und Textur sowie das

in der Floristik verarbeitet. In den meisten Fällen sind die bisher

reiche Angebot an Farben machen die Filz- und Wollprodukte zu

vorgestellten Techniken bei der Vorbereitung dieser Materialien

idealen Begleitern von Blüten und Blättern.

einsetzbar. Weiteres bringt das Kapitel 7: Allgemein einsetzbare Techniken. Dort werden allerdings weniger die vorbereitenden Techniken thematisiert, sondern solche, die zur unmittelbaren Verarbeitung bzw. Einarbeitung dienen. Die Vorbereitung zweier häufig eingesetzter gestalterischer Materialien und ein Tipp bilden daher den Schluss dieses Kapitels. Andrahten von Kugeln Das Andrahten von gläsernen Weihnachtskugeln ist aufgrund der

(1)

(2)

(3)

(4)

Zerbrechlichkeit des Materials mit besonderer Vorsicht vorzunehmen. Vor allem sollten keine allzu starken Drähte verwendet werden. Am besten eignen sich die kräftigeren Stützdrähte.

(1) Wollfilzstränge werden über einen Drahtreifen geflochten. (2) Aus Filzstreifen lassen sich Blüten formen und andrahten,

(1)

(2)

sogar Blätter können angefügt werden. (3) und (4) Schlanke Wollfilzstränge eignen sich zum Herstellen

(1) Hier ist der Draht im Bereich des Übergangs von der eigent-

von Häkelmanschetten. Dabei dienen die Finger als Häkel-

lichen Kugel zum Kugelhals, der durch die Aufhängungskrone

nadeln. Andrahtungen fixieren die Häkelgestaltung und ermög-

bedeckt wird, angebracht. Der Kugelhals wird dazu vorsichtig

lichen z. B. das Einarbeiten eines Straußes.

ein- bis zweimal mit dem Draht umschlungen. Die Drahtung kann, wie dargestellt, als Gabeldrahtung oder als Drahtung mit

Auf der rechten Seite ist ein Strauß zu sehen, der von Wollfilz-

langem Stiel ausgeführt werden.

maschen umkränzt ist. Er dient als Beispiel für die Nutzung der

(2) Wegen der Empfindlichkeit der Glaskugeln und weil sich die

vielfältigen Filz- und Wollprodukte.

Aufhängung der Weihnachtskugeln zuweilen leicht löst, ist eine kombinierte Klebe-/Andrahttechnik mit Einsatz von Heißkleber unter Umständen günstiger.

Tipp zur Band- und Kordelverarbeitung Um biegbare, lineare Formen mit interessanter oberflächentextur zu erhalten, können Steckdrähte mit schmalem Band oder Kordel bewickelt werden. Für starre Wicklungen nimmt man Splittstäbe statt der Drähte. Damit das Bewickeln nicht mühsam von Hand erfolgen muss, wird ein Draht oder Stab in einen Akkuschrauber eingespannt. Dann wird schmales Band oder Kordel an der Spitze von Draht oder Stab durch ein bis zwei Wicklungen fixiert. Alternativ ist Einklemmen im Bohrfutter möglich. Nun kann

Eine sichere, feste Verankerung angedrahteter, gläserner

der Akkuschrauber schneller laufen und die Wicklung ist in wenigen

Weihnachtskugeln ist selbstverständlich wichtig, nicht zuletzt

Sekunden fertig. Auch Zierdrahtspiralen sind so herstellbar.

weil sie beim Herausfallen leicht zerbrechen.

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HILFS- UND VoRBEREITUNGSTEcHNIKEN

II b

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1 Techniken für STräuSSe Als Strauß bezeichnet man ein Werkstück, bei dem die Werk-

Eine gestalterische Aufwer-

stoffstiele mit der Hand zusammengefasst und an dieser Stelle

tung kann z. B. durch Werk-

mit Bast oder Ähnlichem gebunden werden. Ein Strauß weist in

stoffmischungen und Zweige

der Regel nur diese eine zentrale Bindestelle auf. Sind mehrere

erfolgen, die um das Bündel

gleichrangige Bindestellen vorhanden, spricht man zur Abgren-

gelegt und ebenfalls in Binde-

zung besser vom „gebundenen Werkstück“.

technik fixiert werden. Die Bindestelle aus entsprechen-

Bündelsträuße als Vorübung

dem Material wirkt hierbei gestalterisch mit.

Der einfache Bündelstrauß, der aus Schnittblumen mit runden, unempfindlichen Blütenköpfen dicht an dicht zu fertigen ist, kann als Vorübung für anspruchsvollere

Straußfor-

men dienen. Als Beispiel hier ein Tulpen-Bündelstrauß mit parallel gelegten Stielen.

1·1 Binden radialer Sträuße Von der Bündeltechnik unterscheidet sich der radiale Strauß ein Stiel auf der abgewandten Seite umgekehrt von links unten durch die Technik des nach und nach spiraligen Anlegens der nach rechts oben verläuft. Wenn man einen Strauß bei der HerWerkstoffstiele oder des Einsteckens in eine vorgebundene stellung in der Hand dreht, legt man also immer nur von vorne Basis. Dadurch ist gegenüber dem Bündel eine wesentlich neue Stiele in gleicher Richtung an. Wird aber eine Technik geweitgehendere Gestaltung möglich, denn das lockere Frei- wählt, bei der der Strauß nicht gedreht wird und die hinteren stellen aller verwendeten Werkstoffe ist ohne diese Arbeits- Blumen in die fassende Hand eingesteckt werden, muss auf die weise nicht denkbar.

hier entgegengesetzte Spiralenrichtung geachtet werden. In falscher Richtung eingefügte Stiele führen zu Quetschungen,

Grundtechnik bei radial gebundenen Sträußen

Knicken und einer zu lockeren Bindestelle.

Das Binden spiralig angelegter

Anforderungen an die

Stiele ist der grundlegende Vorgang für die Gestaltung eines

rundgebundenen

Bindestelle ■

und

standfesten Straußes. Deshalb

möglich sein ■

soll zunächst das gleichgerichtet-spiralige Anlegen der Stie-

Durch das Bindehilfsmittel darf nichts abgequetscht werden.

le verdeutlicht werden. Die ge-

Die Bindestelle muss so schmal wie möglich bleiben und so

raden Stäbe zeigen genau den Verlauf von Blumenstielen im

Die Bindestelle muss so fest wie

breit wie nötig sein. ■

In der Bindestelle dürfen keine Blätter, Stacheln oder unnötigen

Bereich einer Bindestelle, wie

Verzweigungen von Stielen vorhanden sein. Gleiches gilt für den

sie von einem Rechtshänder

Stielebereich unterhalb der Bindestelle.

entwickelt wird. Für Linkshänder ist die Ausrichtung spiegelverkehrt. Der vorne erkennbare Stiel verläuft von rechts unten nach links oben, während

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BInDEn RADIALER STRÄuSSE

Das Fassen und Binden durch einen Rechtshänder in einzelnen

(1a) Auf den Stiel der ersten Blume, der von Daumen und Zeige-

Schritten:

finger der linken Hand gehalten wird, legt man gekreuzt den zweiten

1·1

Blumenstiel. Beim weiteren Anlegen von Stielen besteht häufig die Gefahr, dass der ursprüngliche Kreuzungspunkt im Strauß immer weiter nach oben wandert, weil jede neu angelegte Blume ein klein wenig zu tief angesetzt wird. Das gilt es zu vermeiden. (1b) Alternativ kann man die ersten Stiele auch gut in einem Dreieck aus Daumen, Zeige- und Mittelfinger fassen, wie hier gezeigt. Später greift der Mittelfinger dann aber wie die anderen Finger um den gesamten Stielbereich des Straußes herum.

(1a)

(1b)

(2) Bei zunehmender Stielmenge bilden Daumen und Zeigefinger einen Ring, in dem die Blumen gehalten werden. Diese Stelle wird später zur Bindestelle. Die übrigen Finger werden locker um die Stiele unterhalb dieser Stelle gelegt. So können die Stiele sich noch spreizen und die Blüten stehen frei. Jede weitere Blume wird in der richtigen Richtung gekreuzt angelegt, je größer der Strauß, also je weiter außen, umso schräger wird angelegt. (3) Die richtige Stielrichtung wird erzielt, wenn man die Blume so in die anlegende Hand nimmt, dass ihr Stiel eine gerade Verlängerung des unterarms bildet.

(2)

(3)

(4) und (5) nun ist der Strauß so weit gestaltet, dass die bisherige Rückseite ausgearbeitet werden muss. Dazu kann der Strauß vorsichtig gedreht werden, indem man ihn mit einer 90°-Drehung in die rechte Hand gibt und dann ebenfalls mit einer 90°-Drehung gleicher Richtung wieder in die linke Hand zurücknimmt. Da bei dieser Technik die Gefahr des Verrutschens von Stielen besteht, gibt es hierzu die Alternative des Einsteckens der Stiele, die später vorgestellt wird. (6) nun kann die jetzt vorne befindliche Straußseite ausgestaltet

(4)

(5)

werden. (7) Ist der Strauß fertig gestaltet, wird er dort, wo er gehalten wird, auch gebunden. Dazu benötigt man Bast in der richtigen Länge. Ein Bastende kann man mit dem kleinen Finger der linken Hand leicht fassen, ohne dabei die haltende Hand wesentlich zu lockern. Übrigens, gewässerter naturbast reißt weniger schnell und die Bindestelle bleibt später auch dann fest, wenn sie beim Einstellen des Straußes ins Wasser gerät. (8) nun führt man den Bastfaden oberhalb der Hand vorne um die Stiele herum und legt das lose Bastende über den linken

(6)

(7)

Arm zur Hinterseite des Straußes. Man lässt den Bast los und umgreift den Strauß von rechts, um das lose Bastende hinter dem Strauß wieder zu fassen. Der Bast sollte mit der rechten Hand beim Herumführen nicht festgehalten werden, denn dann müsste man den Arm über die Blüten führen. Zum einen besteht hierbei die Gefahr, vor allem bei großen Sträußen, etwas abzubrechen. Zum anderen sieht dieser Vorgang, bei dem der Strauß sozusagen unter dem Arm hergezogen wird, für einen Kunden wenig liebevoll gegenüber der von ihm zu kaufenden Ware aus.

(8)

(9)

(9) Den umwicklungsvorgang mit Bast wiederholt man je nach Straußgröße drei- bis fünfmal (häufiger nur bei sehr großen

48 49

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2·2 spezielle Aspekte bei frischblumen steckschaum Bedingt durch bestimmte Werkstoffeigenschaften oder die

Einige Blumen haben eine zu schwache Saugkraft, um aus

gestalterischen Anforderungen an ein Werkstück und dessen

Steckschaum Wasser aufzunehmen. Steckt man sie unmittel­

Zweckbestimmung sind spezielle Aspekte beim Einsatz von

bar in den Schaum, welken sie vorzeitig. Beispiele sind Orchideen,

Steckschaum zu beachten. Außerdem bestehen besondere

Alpenveilchen und christrosen. Auch hier helfen wassergefüllte

Möglichkeiten von kreativem Umgang mit diesem technischen

Röhrchen. Diese werden ihrerseits unmittelbar in den Steck­

Hilfsmittel, die ebenfalls nachfolgend aufgezeigt werden.

ziegel eingesteckt. Selbstverständlich dürfen die Röhrchen für

Spezielle Werkstoffe in Steckschaum Es gibt viele Blüten, z. B. Einzelblüten von Cymbidium, die einen

die Stiele nicht zu knapp bemessen sein, damit noch genug Wasser hineinpasst. Trotzdem muss rechtzeitig nachgewässert werden, wofür eine Pipettenflasche gut geeignet ist.

zu kurzen Stiel haben, um sie ohne Weiteres in Gestecken platzieren zu können. Daher werden diese Blumen in Wasser­ röhrchen eingestellt, die an Stäben fixiert werden. So lassen sie sich in kompakte Gestecke hervorragend integrieren.

An Kunststoff­ oder Glasröhr­ chen mit Klebeband Holzstäbe wickeln. Röhrchen mit zwei Stäben lassen sich besonders stabil und sicher gegen Ver­ drehen einstecken. Falls die Röhrchen im Werkstück nicht vollständig von den übrigen Blumen und Blättern verdeckt werden, umwickelt und ka­ schiert man sie mit Moos, Laub, Band oder Ähnlichem, das sich unauffällig in die Gestaltung einfügt. Die kurz gestielte Blüte in das vorberei­ tete, wassergefüllte Röhrchen stecken, dieses dann in das Gesteck einfügen.

Im fertigen Gesteck verdecken dicht gesteckte Basiswerkstoffe das Wasserröhrchen.

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SPEZIELLE ASPEKTE BEI FRIScHBLUMENSTEcKScHAUM

Großdimensionierte Steckbasen

(1) und (2) Sollen mehrere Steckschaumziegel für ein besonders

Große Blumenmengen und Gesteckdimensionen benötigen eine

großes Gesteck zusammengehalten werden, muss man sie mit

große, stabile Steckbasis, die durch mehrere Ziegel erreicht wer­

Maschendraht umhüllen. Diese Umhüllung wird zusätzlich mit

den kann. Entsprechendes gilt für hohe, säulenförmige Gestecke.

Wickeldraht umschlungen, während die Steckschaumziegel gegen

2·2

Verrutschen mit einigen quer eingesteckten Splittstäben fixiert

Voluminöse Basen für große Werkstoffmengen

werden. Diese Vorgehensweise eignet sich auch für die Verstär­ kung des Steckschaums, wenn besonders schwere Werkstoffe zum Einsatz kommen, durch die der Block zerbrechen könnte. (3) Umwickelt man den Block zuerst mit Moos und anschließend mit einem Drahtgitter, verhindert das Moos, dass der stabili­ sierend wirkende Drahtmantel in den weichen Steckschaum einschneidet. Außerdem wirkt das Moos als Kaschierung der technischen Basis. (4) Bevor die Steckschaumbasis z. B. in ein großes Keramikgefäß

(1)

(2)

eingestellt wird, wird sie zunächst in einen Kunststoffeimer ein­ gesetzt. Das hat den Vorteil, dass von Anfang an Steckschaum­ ziegel eingespart werden und die Steckschaumbasis zusammen mit den Blumen leichter in das endgültige Gefäß eingestellt und auch wieder heraus genommen werden kann. Auch für den Transport ist diese Handhabung leichter. Erst an Ort und Stelle wird das Keramikgefäß in der unteren Hälfte z. B. mit Folie be­ füllt, hierauf der Kunststoffeimer gesetzt und ebenfalls seitlich zum Gefäßrand hin mit Folie fixiert. Der Steckschaumblock sollte

(3)

(4)

leicht über das Kunststoffgefäß hinausragen, damit die Blumen auch seitlich zum Blockmittelpunkt hin eingesteckt werden können.

Die Arbeitszeit, die ein Gesteck dieser Größe erfordert, liegt von der Erstel­ lung der Steckschaumbasis bis zum abschließenden Wasser­ einfüllen bei 40 bis maximal 60 min.

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3 TECHNIKEN FÜR PFLANZUNGEN Unter dem Vorgang des Pflanzens versteht man in der Floristik vorrangig das Einsetzen von Pflanzen in ein Gefäß unter Verwendung eines Substrats, z. B. Pflanzerde oder ein Ton- bzw. Lavagranulat. Beet-, Grab- und Gartenbepflanzungen kommen vor, sind jedoch in aller Regel gärtnerische Arbeiten.

3·1 Pflanzen in Erdsubstrate Die meisten Pflanzungen werden in Erde bzw. in Torfkultur-

Zimmerpflanzschalen müssen

substraten vorgenommen. Die folgenden Schritte sind dabei

dagegen absolut dicht sein, sie

grundsätzlich zu überlegen und auszuführen.

dürfen diese Öffnung selbstverständlich nicht haben. Da-

Auswahl und Vorbereiten des Pflanzgefäßes

für müssen sie ausreichend Platz zum Einfüllen einer Dränschicht unterhalb der Wurzelballen bzw. des Erdbereichs bieten.

Die Dränung Die am Schalengrund unter der Pflanzerdeschicht eingefüllte Dränung oder Dränage dient dem Entwässern des Erdsubstrats in einer Pflanzung. Dadurch ist Staunässe im Wurzelballenbereich leichter vermeidbar. Zunächst wird demnach das Dränmaterial, z. B. Blähton oder Styroporstücke, in das Pflanzgefäß gefüllt. Die Dränschicht wird mit wasserdurchZunächst wird das Pflanzgefäß ausgesucht und dann mit pas-

lässigem Vlies oder mit durch-

sendem Substrat vorbereitet. Unter Umständen bringt der

löcherter Folie bedeckt, damit

Kunde ein Gefäß schon mit und die geeigneten Pflanzen werden

die Erde nicht nach und nach

gewählt. Jedenfalls sind Gefäß, Substrat und Pflanzen sowohl in

in das Dränmaterial einge-

technischer als auch in gestalterischer Hinsicht aufeinander

schlämmt wird. Bei kleinen Schalenbepflanzungen für das Frei-

abzustimmen. Dabei ist der spätere Standort (draußen, drinnen

land kann auf die Dränung verzichtet werden, hier reicht meist

usw.) unter Beachtung der Pflegebedürfnisse der verwendeten

eine kleine Tonscherbe über dem Wasserabflussloch im Boden

Pflanzen zu berücksichtigen.

der Pflanzschale. Übrigens, trotz der Dränschicht muss bei Pflanzungen in absolut dichten Gefäßen vorsichtig gegossen

Auswahlfaktoren für Pflanzgefäße

werden, um Staunässe zu vermeiden.

Pflanzschalen für draußen müssen im Boden wenigs-

Auswahl des passenden Substrats

tens ein Wasserabfluss-

Sind die Pflanzen ausgewählt,

loch

damit

muss das für die Pflanzen ge-

Regenwasser und über-

eignete Substrat gewählt wer-

schüssiges

aufweisen,

Gießwasser

den. Dies ist in der Regel eine

gut abfließen können und

entsprechende Pflanzerde, z. B.

keine Staunässe entsteht.

Orchideen-, Kakteen- oder Einheitserde. Letztere ist für die große Mehrheit der von Floristen gefertigten Pflan-

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P F L A n Z E n i n E R D S U B S T R AT E

3·1

zungen geeignet. Unter Umständen wünscht der Kunde jedoch zur Erleichterung seiner Pflanzenpflegearbeiten eine Pflanztechnik auf Basis von Ton- und Lavasubstraten, z. B. eine Hydrokulturanlage. Diese werden in Kapitel 3·2 thematisiert. Aufgaben von Substraten Substrate für Pflanzen haben verschiedene Aufgaben zu erfüllen: ■

Sie geben der Pflanze mit ihren Wurzel Halt.

Durch die Kapillarität zwischen ihren Partikeln führen sie Wasser

(1)

(2)

(3a)

(3b)

und damit die gelösten nährstoffe zu den Wurzeln. ■

Sie enthalten nährstoffe, die durch Lösung im Wasser den Pflanzen zur Verfügung stehen.

Sie puffern durch ihre Partikelstruktur die nährstoffionenkonzentration. Das bedeutet, dass ein Teil der nährionen sich an den Krümeln anlagern kann. Damit zählen diese bezüglich der Konzentration der freien ionen in Verbindung mit den Osmosevorgängen bei der Wasser- und nährstoffaufnahme nicht. So wird die Gefahr der Überdüngung durch hochwertige Substrate in gewissem Maße

hell sein und kräftig wirken.

abgefedert.

Pflanzen mit faulen oder stark nur bestimmte Torfkultursubstrate bzw. Pflanzerden, wie z. B. so

beschädigten Wurzeln und

genannte Einheitserde, erfüllen alle diese Aufgaben. Auch für diese

völlig losem Ballen sind min-

gilt: Wenn der nährstoffgehalt sinkt, muss nachgedüngt werden,

derwertig und sollten nicht

sonst ist die entsprechende Aufgabe nicht mehr vom Substrat erfüllbar.

verpflanzt werden. Wenige

Substrate auf Basis von Ton und Lavagranulat erfüllen lediglich die

eventuell vertrocknete oder

Halt gebende Funktion, manche können durch Kapillarität Wasser zu den Wurzeln führen. Die restlichen Aufgaben müssen anderweitig abgedeckt werden, z. B. durch entsprechende Düngerpräparate.

Vorbereiten der Pflanzen

(4)

beschädigte Wurzeln werden entfernt.

Der eigentliche Pflanzvorgang nun kann mit dem eigentlichen Pflanzvorgang begonnen werden.

Bevor mit dem eigentlichen Pflanzvorgang begonnen wird, müssen die ausgewählten Pflanzen vorbereitet werden. (1) Zunächst muss man die noch in ihren Töpfen befindlichen Pflanzen gründlich wässern, am besten durch Tauchen der Wurzelballen in Wasser. Trockene Wurzelballen können aus der später darumgefüllten, frischen Erde kein oder kaum noch ausreichend Wasser aufnehmen.

(1)

(2)

(2) Von den für das Arrangement ausgewählten Pflanzen muss

(1) Pflanzen auf dem Substrat anordnen und ein wenig in dieses

man abgeknickte oder welke Pflanzenteile entfernen.

einsenken. Dabei sollte man den einzelnen Pflanzen so viel Raum

(3a) nun die Pflanzen austopfen. Ein fest sitzender Wurzel-

lassen, dass sie sich noch etwas entwickeln können. Die Wurzel-

ballen im Plastiktopf lässt sich meist lösen, indem man den Topf

ballen werden bei dieser dekorativen, dichten Gestaltung je-

in der Hand etwas drückt und die Pflanze darin leicht dreht.

weils so gesetzt, dass ihre Oberkanten etwa auf gleicher Höhe

(3b) Manchmal sind Pflanzen sehr fest im Topf verwurzelt. Dann

liegen bzw. einen flachen Hügel bilden, dessen höchste Stelle in

hält man sie schräg und stößt den Topfrand an einer Tischkante

der Schalenmitte liegt. Am Rand müssen alle Wurzelballen unter

vorsichtig auf, damit sich der Wurzelballen komplett lösen kann.

dem Gefäßrand bleiben, damit ein etwa ein bis zwei Finger brei-

(4) Bei allen ausgetopften Pflanzen schließlich die Wurzeln

ter Gießrand entsteht (siehe Hinweiskasten auf der Folgeseite).

überprüfen. Der Wurzelballen sollte gut zusammenhalten, die

(2) Jetzt wird das Substrat aufgefüllt und zwischen den Wurzel-

artspezifische Beschaffenheit haben und die Wurzeln müssen

ballen verteilt. Das Erdsubstrat wird um die Wurzelballen herum

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4 TECHNIKEN FÜR KRÄNZE Als Kranz bezeichnet man eine ringartige Werkform, die aus Zweigen, Blättern, Blüten oder aus einer Mischung dieser Werkstoffe hergestellt werden kann. Bereits in der Antike waren Kränze als Ehrenzeichen und Kultsymbole üblich. Hierauf ist die Bezeichnung des Römerkranzes zurückzuführen. Wichtig für die optimale gestalterische Wirkung von Kränzen ist die Entwicklung ausgewogener Proportionen des Kranzkörpers und des Kranzschmucks. Damit dies gelingt, müssen die entsprechenden Techniken beherrscht, je nach Zweck bzw. Gestaltung ausgewählt und angewandt werden. Das Wesentliche der hier anhand von Trauerkränzen vorgestellten Techniken lässt sich im Übrigen mit geringen Änderungen auf die Herstellung von Tür­, Tisch­ und Adventskränzen übertragen.

4·1 Techniken der Kranzkörperherstellung Unter dem Kranzkörper versteht man, zur Unterscheidung vom Kranzschmuck, die eigentliche Kranzform. Er lässt sich mithilfe verschiedener Techniken herstellen und gestalten.

Binden von Kranzkörpern Teilweise werden auch heute noch Kranzkörper in einer der ältesten Herstellungstechniken auf Weidenreifen gebunden.

(4) (4) Alternativ ist auch die Herstellung eines Moos­Kranzkörpers oder einer Mooswulst möglich. Unter Umständen kann auf eine

(1)

(2)

solche, gewässerte Mooswulst weiterer Werkstoff gebunden werden. Dessen Stiele werden dann sogar zu einem gewissen

(1) Zuerst biegt man die als Weidenreifen bezeichneten, flachen

Grad mit Wasser versorgt, zumindest ist ein feuchtes Kleinklima

Abspaltungen von Weidenästen zur beabsichtigten Kranzgröße

im Bereich der aufgebundenen Stiele für die Haltbarkeit dieser

zusammen und fixiert sie mit Draht.

Werkstoffe günstig.

(2) Darauf werden zunächst längere, einfache Zweige, oft

Das Kranzbinden mit Wulsttechnik ermöglicht indivi­

Rotfichte, als technische, noch zu bewickelnde Unterlage fest

duelle Kranzgrößen und ­proportionen.

gebunden. Man spricht jetzt von einer Zweigewulst.

Der Zeitaufwand ist im Vergleich zu anderen Kranz­ körpertechniken in der Regel höher. Die Technik des Kranzbindens auf einer Zweigewulst ist aus betriebswirtschaftlicher Sicht im Allgemeinen nicht mehr sinnvoll und zeitgemäß, da die Herstellung dieser Basis­ wulst Zeit kostet, z. B. für einen Kranz von 60 cm Durchmesser etwa 15 min. Die fertig zu kaufenden technischen Basen für Kränze kosten in aller Regel weniger als die Zeit für eine eigene Herstellung. Allerdings gibt es gestalterische Situationen, in denen diese vorge­ fertigten Produkte der kreativen Absicht nicht entsprechen. Advents­ kränze, die in bestimmten Proportionen gefertigt werden sollen, sind

(3)

ein passendes Beispiel. Daher sollte jede Floristin/jeder Florist diese individuelle technische Basis herstellen können. Im Übrigen übt

(3) Auf diese Wulst bindet man die Koniferenzweige, die den

diese Technik das handwerkliche Geschick und ist daher zu Aus­

fertigen Kranzkörper sichtbar bilden. Meist handelt es sich

bildungszwecken gut geeignet.

dabei um hochwertigere Koniferen, hier z. B. Scheinzypresse.

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TEcHnIKEn DER KRAnZKöRPERHERSTEllUnG

Aufwickeln von Werkstoffen auf Strohrömer

Dadurch entsteht eine sichtbare

Das Wickeln von Kranzkörpern erfolgt auf Strohrömer als tech­

gewickelten Kranzkörper als hel­

nische Unterlage. Man kann auch hier vom Kranzbinden sprechen,

ler Punkt störend sichtbar wird.

4·1

Schnittstelle, die später auf dem

da der Vorgang dem zuvor dargestellten weitgehend ähnlich ist. lediglich die Herstellung der Basis bzw. Unterlage entfällt, da der fertig erhältliche Strohrömer verwendet wird. Um die beiden Vorgehensweisen auch textlich deutlich voneinander zu unter­ scheiden, wird hier im Folgenden vom Kranzwickeln gesprochen.

2. Vorbereiten der Strohunterlage Schon zu Zeiten der Römer wurden auf Unterlagen mithilfe von

Der Strohrömer wird vor der weiteren Verarbeitung mit preis­

Fäden Blätter aufgebunden. Die entstehenden Kränze waren

wertem Kranz­ oder Römerwickelband umwickelt. Es wird als

Ehrenzeichen für verdiente Bürger. noch heute spricht man daher vom

gekrepptes Papier oder als Vlies in Bandform angeboten. Das

Römerkranz und vom Römern, wenn Werkstoffe auf Strohrömer

Kranzwickelband bewirkt eine angenehmer zu bearbeitende

gewickelt werden.

Oberfläche, als sie vom Stroh gebildet wird. Darüber hinaus ist es grün gefärbt und verhindert so ein Durchschimmern des hellen, gelblichen Strohs durch den aufgewickelten, in der

Der technisch­handwerkliche Vorgang besteht aus vielen Einzel­

Regel grünen und dunkel wirkenden Werkstoff.

schritten bzw. ­aspekten und ist in drei Teilbereiche zerlegbar.

1. Vorbereiten des Werkstoffs

(1)

(2)

(1) Den Strohrömer mit grünem Römerwickelband bewickeln.

(1)

(2)

Dabei müssen sich die einzelnen Wicklungen auf der Kranz­ außenseite jeweils um 2 bis maximal 3 cm überlagern. Selbst­

Zunächst wird eine ausreichende Menge Werkstoff geschnitten.

verständlich ist die Überlappung auf der Kranzinnenseite

(1) Den Werkstoff mit einer Rosenschere in Stücke schneiden.

stärker und beträgt etwa die Hälfte der Wickelbandbreite.

Die optimale Größe ist vom konkreten Werkstoff abhängig. Zu

(2) nun den Wickeldraht an der Kranzunterlage durch ein­ bis

kleine Stücke machen viele Wickelvorgänge nötig, was Zeit

zweimaliges Umschlingen, Festziehen und Verdrehen befestigen.

kostet. Günstig sind maximal etwa Handlänge, minimal etwa Handbreite. Bei Rechtshändern hält die linke Hand (bei links­ händern umgekehrt) den Zweig, die rechte führt die Schere von

Zuweilen

werden

aufwändige Kranz­

hinten an die Schnittstelle.

körper mit dem Profil eines

(2) Es entsteht ein Schnitt, der auch mittig geteilte Zweigstücke

Deichs gestaltet. Soll solch

ohne störend sichtbare, obere Schnittstelle ergibt.

ein Kranzkörper auf der Basis eines Strohrömers

Typische Fehler beim Zer­

(hier im Querschnitt eines

teilen von Koniferenzweige

Kranzkörpers doppelt schraffiert dargestellt) entstehen, müssen

Hier ist die Schere falsch von vorne

oben auf dem Grat des Strohrömers sowie unten innen und außen

bzw. mit einer nach vorne gerich­

Strohwülste (hier einfach schraffiert) zusätzlich aufgebunden

teten Schräghaltung angesetzt.

werden, bevor die Bewicklung mit Römerwickelband erfolgt.

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Einsatz von Rankenwerkstoff zur Kranzkörperherstellung Aus Rankenwerkstoffen, z. B. Clematis und Rubus, lassen sich durch Verwinden und Ver­ weben sowohl dichte als auch filigran durchbrochene Kranz­ körper erstellen. Auch bieg­ same Zweige, z. B. von Cornus, sind so zu verwenden. In jedem Fall müssen mit Draht fixierte, stärkere Ranken oder ein dicker Drahtring die nötige Stabilität geben. Wichtig ist da­ rüber hinaus, dass eine gleich­ mäßige Dichte bzw. lockerheit und eine gleich bleibende Kranzkörperdicke entstehen. Fixierungen durch Bastkno­ tungen, Zier­ oder Rebdraht

Ein Rankenkranz ganz aus Brombeerranken, der durch seine

festigen diese Rankenkränze

exakte Form und seine gleichmäßige Durchsichtigkeit bei den­

zusätzlich.

noch plastischer Wirkung des Kranzkörpers besticht. Wegen der Stacheln müssen bei der Erstellung die Hände mit Hand­ schuhen geschützt werden. Der Kranz mit den Auffädelungen von Physalis-Früchten

Ketten und Auffädelungen von Werkstoffen sind passende Ergän­ zungen solcher verschlungenen Kranzkörper. Der technischen

erfordert eine Arbeitszeit von ca. 90 min. Für den Brom­ beerrankenkranz benötigt man ca. 60 min.

Kreativität sind, wie mit unten gezeigtem Beispiel belegt, bei der Vielzahl floraler Werkstoffe kaum Grenzen gesetzt. Daher kön­ nen auch keine generell gültigen Zeitangaben gemacht werden.

Da die Herstellung von gleichmäßig gestalteten Ranken­ kränzen durchaus zeitaufwändig ist, bietet sich aus betriebs­ wirtschaftlicher Sicht der Einsatz von Halbfertigprodukten an, die in vielen Ausführungen angeboten werden. Hier ein relativ schlanker, proportional weiter auszuarbeitender Rankenkranz und eine Version, die bereits zur Einarbeitung eines Kranzschmucks in Pflanz­ oder Stecktechnik mit Folie vorbereitet ist. Die Folie muss bei einer trau­ erfloristischen Verwendung aus Gründen der Verrottbarkeit eventu­ ell durch lappenmoos oder Kokosfasermatte ersetzt werden.

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AnBRInGEn VOn KRAnZScHMUcK

4·2

4·2 Anbringen von Kranzschmuck Kranzkörper, vor allem wenn sie aus einem einheitlichen Werk­

gesteckt, damit ein Verrutschen verhindert wird. Danach geben

stoff gefertigt sind, werden in der Regel mit einem zusätzlichen

einige Wickeldrahtumschlingungen festen Halt. Oder man

Kranzschmuck versehen. Man unterscheidet verschiedene

nimmt Steckdrähte der Stärke 1,8 mm und biegt am stumpfen

Kranzschmuckformen, etwa den dekorativen, symmetrischen

Ende einen kurzen Haken. In den Ecken des Schaumblocks

Kranzschmuck, Bandschmuck, gruppierten Kranzschmuck etc.

steckt man je einen Draht mit dem spitzen Ende durch Block und

Fast alle werden entweder mithilfe von Steckschaumbasen ge­

den Kranzkörper. Man zieht jeden Draht so fest, dass sein Haken

staltet oder mittels Drahtungen am Kranzkörper angebracht.

über einen Steg des Drahtgeflechts greift, und steckt ihn unten

Weitere Techniken sind zwar denkbar, z. B. einfaches Umschlingen

zurück in den Strohrömer. Ein vollständiger Block in normgröße

und Anbinden von Bändern und Kordeln sowie Klebetechniken.

ist so mit 4 bis 6 Drähten auch ohne zusätzlichen Wickeldraht

Diese werden hier aber nicht näher erläutert, da sie entweder

ausreichend fixiert. Hier halten zwei Drähte den Block, die lang

an anderer Stelle generell dargelegt, oder, wie das Kleben, für

genug sind, dass sie diesen fast ganz überqueren und auf der

Trauerfloristik aus Gründen der Verrottbarkeit ungeeignet sind.

Kranzkörperunterseite mit beiden Spitzen austreten, wo sie

Kranzschmuck auf Steckschaumbasen Das Stecken in Steckschaum dominiert wegen der Unkompliziert­

zurückgesteckt werden können. Selbstverständlich muss der Steckschaum bei der nun folgenden Ausgestaltung verdeckt werden. Soll übrigens nur eine kleine Stelle des Kranzes mit

heit und Schnelligkeit des Arbeitsablaufs sowie der damit mög­

Blüten als Akzent besteckt werden, kann man bereits vor der

lichen Gestaltungsvielfalt die Technik beim Kranzschmuck.

Gestaltung des Kranzkörpers eine Vertiefung im Strohrömer aushöhlen. Diese wird mit Folie ausgelegt und ein passendes

Steckschaumbasis auf dem Kranzkörper

Steckschaumstückchen bündig eingefügt. Darüber gelegter und

Soll ein Kranzschmuck mithilfe von Steckschaum gearbeitet

mit Haften fixierter Maschendraht hält diese Steckbasis im

werden, ist dieser zunächst zu wässern. Danach wird der Block

Strohrömer fest.

entweder im Ganzen verwendet oder entsprechend der Größe und Form des beabsichtigten Kranzschmucks zurecht geschnit­ ten. Dabei sind von der Kombination mehrerer Schaumziegel über die schmale Form eines längs halbierten Blocks bis zu kleinen, auf dem Kranzkörper verteilt gruppierten Blöcken alle Zwischenstufen möglich. Die Menge der einzusteckenden Werk­ stoffstiele bestimmt die Mindestgröße der Steckbasis. Sie muss so klein sein, dass eine differenzierte Ausgestaltung der Basis ermöglicht wird, und groß genug für die eingesteckte Stielmenge. Zu große Steckschaumblöcke bedingen eine klobig wirkende Basis.

nun umlegt man den Steckschaum mit einem passenden Stück Drahtgeflecht. Eventuell wird noch etwas Moos zwischen Draht

Der dekorative, symmetrische Kranzschmuck überdeckt die

und Schaum verteilt, damit der Draht nicht ungewollt in den

Hälfte des Krankörpers, der gerade noch in seiner Form wahr­

Steckschaum einschneidet und den Block zerstört. Der so vor­

nehmbar ist. Mehr ist nicht sinnvoll. Basis sind maximal zwei

bereitete Block wird auf dem bereits gestalteten Kranzkörper

Steckschaumblöcke, eher nur eineinhalb.

positioniert. Zur Fixierung eignen sich zwei Techniken: Bambus­

Der Zeitbedarf für diesen Kranzschmuck inkl. Stützen

Splittstäbe werden durch den Block bis in den Kranzkörper

der Werkstoffstiele liegt bei 30 bis maximal 40 min.

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5·3 Techniken bei speziellen Brautschmuckformen Die Formen von Schmuck für die Hand der Braut beschränken sich selbstverständlich nicht auf reine Brautsträuße oder straußähnliche Gestaltungen. Zu finden sind außerdem z. B. Zepter-, Kugel-, Spindel-, Bogen-, Muff-, Schal- oder Taschenformen. Wieder sind unzählige gestalterische Varianten denkbar, so dass einige Beispiele genügen müssen, um die technischen Möglichkeiten aufzuzeigen und zu weiteren Kreationen anzuregen. Vor- und Nachteile lassen sich zu den speziellen Techniken nicht nennen, da sie nur in Betracht kommen, wenn sie zur Erreichung eines gestalterischen Ziels unerlässlich sind.

(3)

(2)

(2) und (3) Dann Ranken aus in Zierdraht eingedrahteten oder darauf aufgefädelten Werkstoffen vorbereiten. Diese wechselnd

Da jeder außergewöhnliche Brautschmuck eine besondere

mit Band Gimpe und natürlichen Ranken auf die Drahtspindel

gestalterische Leistung darstellt bzw. beinhaltet, muss er

wickeln. Darauf achten, dass die eingedrahteten Werkstoffe

einen höheren Preis erzielen, als viele im Vergleich einfacher und

nicht gequetscht werden und eine Spindelform entsteht, die

weniger wirkungsvoll erscheinende Werkstücke. Schließlich ist

mittig dick und locker ist, an den Enden aber fest und schmal

genau diese gestalterische Leistung das Kriterium, das jede im

ausläuft.

eigentlichen Sinn floristische Arbeit vom reinen Blumenhandel unterscheidet. Das bedeutet demnach entweder einen erhöhten kalkulatorischen Wert der benötigten Arbeitsminuten oder einen als Kreativ-Aufschlag zu bezeichnenden, zusätzlichen Aufschlag auf den im normalen Verfahren kalkulierten Preis. Auch ein Kreativ-Faktor, also die Multiplikation mit einem bestimmten Wert, ist möglich. Wie hoch der so zusätzlich erzielbare Ertrag sein kann, hängt von der Wirkung des Brautschmucks ebenso ab, wie von der jeweiligen, konkreten Konkurrenzsituation des einzelnen Blumenfachgeschäfts. Selbstverständlich entscheidet letztlich die Ausgabebereitschaft der Kunden, die im Beratungsgespräch zu klären ist, jedoch auch beeinflusst werden kann. Um hier sicher agieren zu können, ist technisches Können genauso wichtig wie kreatives Potenzial.

Brautschmuck-Spindel Fäden, Kordeln, Gimpen, Zierdrähte, lange Ranken und aufgefädelte bzw. mit langen Zierdrahtstücken angedrahtete Werkstoffe ermöglichen Brautschmuck-Spindeln, die durch Winden, Verweben und Aufspulen auf einen zentralen Stab entstehen. (1) Auf einen mit Band bewickelten Stab dünne Ranken, Sisal und etwas Schmuckdraht locker aufspulen.

(1)

Die fertige Brautspindel weist noch ein lang herabhängendes Schmuckband sowie eine Perle als Krönung auf und entsteht in einer Arbeitszeit von 40 bis maximal 50 min.

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TEcHNIKEN BEI SPEZIELLEN BRAUTScHMUcKFORMEN

5·3

Brautschmuck-Handmuff Der Muff ist eine in früherer Zeit häufig eingesetzte, röhrenartige Tasche aus wärmendem Pelz oder Stoff für die Hände. Diese Form wird als floristischer Schmuck für die Hände der Braut nachgebildet und oft mit abfließenden, über den eigentlichen Muff gelegten Elementen erweitert.

(1)

(2)

(3)

(4)

(1) Ein rechteckiges Stück Pappe wird auf einer Seite mit Stoff beklebt und zu einer Röhre zusammengeklebt, so dass die Stoffseite innen liegt. (2) Auf die Außenseite werden nun mit Kleister schuppenartig Wollziestblätter fixiert. Die Klebung muss gut trocknen, was bei Kleister bis zu 24 Stunden dauern kann. Daher wird alternativ Floralkleber oder doppelseitiges Klebeband verwendet. (3) Nun aus feinem, silberfarbenen Zierdraht ein Gespinst erstellen, über den Muff legen und die rankenden Floralien hindurchziehen bzw. einweben. Weitere Werkstoffe, z. B. an den Stielschnittstellen gewachste Orchideenblüten, in den Zierdraht einarbeiten. (4) Damit der Muff kein übergewicht nach vorne aufweist, reicht die überspielende, abfließende Gestaltung der Grundform als Gegengewicht auch auf der Rückseite des Muffs herab.

Der Brautmuff mit weit abfließender floraler Schleppe erfordert eine Arbeitszeit von 90 bis maximal 100 min.

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Floraler Fahrzeugschmuck

die folgende Vorgehensweise ist bei der Anbringung von

floristischer fahrzeugschmuck ist prinzipiell an bzw. auf allen

fahrzeugschmuck einzuhalten:

fahrzeugarten möglich, vor allem werden jedoch Autos und kutschen geschmückt. Blütenschmuck an Motorrädern, rollern und Booten ist dagegen eher selten. Grundsätzlich gilt folgendes: ■

in keinem fall darf der florale schmuck die sichere fahrzeugführung beeinträchtigen.

Vor allem darf die sicht des fahrers in keiner Weise eingeschränkt werden.

ein sicherer Halt des schmucks am fahrzeug ist unerlässlich.

(1)

(2)

(3)

(4)

dazu gehört aber auch eine angemessene fahrgeschwindigkeit, die für PkW 50 km/h oder besser noch 30 km/h nicht überschreiten sollte. ein Blütenschmuck, der sich während der fahrt lösen würde, wäre, ähnlich einem Wurfgeschoss, eine erhebliche Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer. ■

Jegliche Beschädigung des fahrzeugs durch die Anbringungstechnik ist zu verhindern, wobei der lack besonders durch

(1) zunächst die stelle auf der karosserie, an der der Blüten-

kratzer gefährdet ist.

schmuck angebracht werden soll, gründlich mit einem sauberen,

Floraler Autoschmuck

weichen, angefeuchteten Tuch von staub und schmutz befreien. frischblumensteckschaum-

das gilt auch, wenn kunden mit einem frisch geputzten fahr-

Basen für Autoschmuck ste-

zeug vorfahren, denn selbst eine neue, feine und dünne staub-

hen in verschiedenen Größen

schicht beeinträchtigt stark den erforderlichen Halt.

zur Verfügung. Auf ihrer Un-

(2) dann den floralen schmuck mit dem ebenfalls vollkommen

terseite befinden sich große

sauberen saugnapf aufsetzen.

saugnäpfe zur fixierung auf

(3) die großen saugnapfvorrichtungen an den Autoschmuck-

glatten,

flächen,

steckbasen sind mit einer Mechanik ausgestattet, die das nun

z. B. einer kühlerhaube. kunst-

erfolgende, besonders feste und sichere Ansaugen an der

sauberen

stoffgitter halten und stabili-

karosserieoberfläche ermöglicht. durch Auseinanderziehen

sieren den steckschaum. in gleicher Weise sind, wie unten zu

zweier seitlich vorhandener stifte wird der saugnapf verformt,

sehen, symbolhafte formsteckbasen, z. B. Herzen und ringe,

so dass zwischen Motorhaubenoberfläche und saugnapf das

mit tragendem Hartschaumunterteil und integrierbaren saug-

gewünschte, fixierende Vakuum entsteht.

näpfen erhältlich.

(4) symbolische Autoschmuckformen weisen in der regel mehrere kleine saugnäpfe auf, die in sinnvoller Verteilung an der Unter-

die Saugnapftechnik als

seite im tragenden und stabilisierenden Hartschaumteil an-

Befestigungstechnik ist

gebracht sind. Hier wird sicherer Halt durch festes Andrücken

beim fahrzeugschmuck in der

der saugnäpfe auf der karosserie erzielt.

regel allen anderen Vorgehensweisen vorzuziehen. einerseits ist ein sicherer Halt gewährleistet, wenn zuvor die Aufsetzstelle gründlich von allem staub befreit wurde. Andererseits kann der schmuck keinesfalls, wie bei alleinigem Anbinden z. B. mit nylonfaden oder Band noch möglich, auf dem lack hin und her rutschen, was zu kratzern führen würde. nylonfäden, Band, kordel oder auch draht, der jedoch mit Band unterlegt werden muss, um den lack der karosserie zu schützen, sind nur als zusätzliche sicherung der Anbringung einsetzbar.

der hier gezeigte, herzförmige Autoschmuck erfordert eine Arbeitszeit von ca. 40 bis maximal 60 min.

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TecHniken für die HocHzeiTsflorisTik

die nachfolgend dargestellten Autoschmuckbeispiele zeigen die

in der Preiskalkulation für jeglichen fahrzeugschmuck muss

Vielfalt der gestalterischen, aber auch der technischen Möglich-

die zeit für die Anbringung am fahrzeug und auch für dessen

keiten und Varianten. daran ist erkennbar, dass nicht nur kunden-

säuberung berücksichtigt werden. Vor allem bei schmuckgestaltungen,

wünsche und Gestaltungsziele, sondern auch die Gegebenheiten

wie sie dem dritten zuvor gezeigten Beispiel vergleichbar sind, fällt

am konkreten PkW darüber entscheiden, welche Vorgehens-

ein wesentlicher Teil der Arbeitszeit eben für die Anbringung an.

6·1

weise jeweils die passende ist.

Floraler Kutschenschmuck die Anfertigung und Gestaltung von kutschenschmuck erfordert eine genau kenntnis der jeweils vorhandenen Anbringungsmöglichkeiten, z. B. auf den räderschutzblechen, an stäben in den lampenhalterungen, am kutschenverdeck oder an den Türen, auch kutschenschläge genannt. Hier ist aus den bekannten, bisher in diesem Buch beschriebenen Techniken die jeweils

(1)

(2)

passende auszuwählen. Als Beispiel hier zwei Bilder einer kutsche, die mit floralem schmuck an lampenstäben, auf räderschutzblechen, und an den schlägen versehen ist. steckschaumtechnik und das Wickeln von Türkränzen wurden eingesetzt.

(3)

(4)

(1) der symmetrische und mittig angebrachte kühlerhaubenschmuck ist auf einer steckschaumbasis mit saugnapf gefertigt und außerdem mit Band gesichert, das zusätzlich gestalterisch mitwirkt. (2) saugnäpfe halten die aufgereihten Blütentüten an den Türen eines Hochzeitsautos. An der unteren Tütenkante müssen sie ebenfalls fixiert werden, hier z. B. mit Haken aus weichem zierdraht, damit sie bei der fahrt nicht hin und her schwingen und kratzer verursachen können. (3) Mit der saugnapftechnik sind Bäderverspannungen und kalla sich kreuzend auf der gesamten Motorhaube angebracht, die schnittflächen der kallastiele sind mit Wachs verschlossen, eine Wasserversorgung für den Tag der Trauung ist wegen ihrer guten Haltbarkeit nicht erforderlich. (4) dieser Autoschmuck ist unmittelbar vor der Windschutzscheibe angebracht und basiert auf einer Girlande aus steckschaumzylinderstücken, die in einem schlauchnetz gehalten werden. selbstverständlich müssen sich die scheibenwischer noch bewegen können und höher als hier gezeigt dürfen die Blüten nicht aufragen, damit der fahrer gute sicht behält. die Bänder sind in der Girlande und ebenfalls im stoßstangenbereich fixiert. sie würden sonst beim fahren nach hinten oder gar vor die scheibe wehen. für die kutschenschmuckgestaltungen ist eine Arbeitszeit von jeweils ca. 90 bis 120 min erforderlich.

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(2) An den vier ecken der steckschaumbasis kann für die spätere

(5) Jetzt die unempfindlichen Blüten- und fruchtwerkstoffe,

fixierung auf dem sarg je ein ausreichend langes stück Wickel-

hier Herbstastern und Hagebutten, einstecken. die bereits exakt

draht am drahtgeflecht der Basis angebracht werden, wenn

entwickelte form aus grünen Werkstoffen hilft dabei, eine

man keine klebetechnik einsetzt oder diese nicht sicher genug

gleichmäßige, symmetrische Verteilung der Blüten zu entwickeln.

erscheint. die drahtstücke werden zunächst aufgerollt, damit sie beim weiteren Arbeiten und beim Transport nicht stören.

(5) (2)

(6) nach und nach die weiteren Werkstoffe in gleichmäßiger Verteilung dazu stecken, wobei es wegen des guten überblicks

(3) Am unteren rand der steckschaumbasis zuerst Grünwerk-

günstig ist, jede Werkstoffart für sich, also eine nach der an-

stoffe so einstecken, dass sie eine abfließende richtung auf-

deren, einzufügen.

weisen und später der sargform dicht anliegen. danach die oberen Bereiche des sargschmucks bestecken. insgesamt auf eine gleichmäßige Verteilung achten.

(6)

(3)

der sargschmuck ist nun fertig und kann zur Trauerhalle geliefert und dort am sarg befestigt werden.

(4) schließlich ist mit den Grünwerkstoffen die gesamte sym-

Befestigung am Sarg

metrische form des sargschmucks vorgearbeitet und die tech-

die Befestigung eines floralen schmucks am sarg muss so

nische Basis weitgehend verdeckt. zwischen den Grünwerkstoffen

ausgeführt sein, dass sie die folgenden Bedingungen erfüllt.

muss noch Platz für die Blüten- bzw. fruchtwerkstoffe bleiben. ■

die verwendete Befestigungstechnik darf nicht sichtbar sein.

der schmuck muss so sicher am sarg befestigt sein, dass er während des Transports von der Trauerhalle zum Grab nicht verrutschen kann.

der sargschmuck muss, wenn er nicht mit ins Grab eingesenkt werden soll, am Grab mit wenigen Handgriffen vom sarg zu entfernen sein.

die Befestigungstechnik darf den sarg nicht beschädigen. nach entfernen des schmucks dürfen am sarg keine Technik-

(4)

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rückstände sichtbar sein.

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TecHniken für die TrAUerflorisTik

6·2

Man setzt folgende Befestigungstechniken ein: der schmuck ist in ein steckschaumprodukt

mit

fester

Unterlage, z. B. ein Brett oder eine Hartschaumbasis, gearbeitet. deren Unterseite muss wie der sargdeckel trocken sein, dann kann der sargschmuck mit doppelklebeband oder knetkleber fixiert werden. Um die sargoberfläche vor dem kaum noch rückstandsfrei entfernbaren knetkleber zu schützen, bringt man zunächst zwei kreppbandklebestreifen auf dem sargdeckel an. darauf werden

der hier in seiner Anfertigung und mit seiner Befestigung

jeweils streifen von knetkleber geklebt, die nun der Holzunter-

auf dem sarg gezeigte, florale schmuck erfordert einen

lage der steckbasis Halt geben.

zeitaufwand von 60 bis maximal 90 min.

Sargdecken fahnen oder decken, die über einen sarg gelegt werden, haben symbolische Bedeutung. Während die fahne eine ehrung für den Verstorbenen darstellt, ist die decke als behütendes und schützendes element bei der letzten ruhe zu verstehen. deckenartiger sargschmuck kann in verschiedenen Techniken ausgeführt werden. Web- und flechttechniken, auch in passend geschnittene Maschendrahtstücke, sind ebenso möglich, wie der sargschmuck wird mit Hilfe von Wickeldraht, kordel oder

die Verarbeitung von Werkstoffen auf einer textilen decke

Band an den Griffen oder den Verschraubungen des sargdeckels

mit klebetechnik. zwei Beispiele zeigen die vielfältigen

befestigt. draht oder Band gehen dabei, wie zuvor gezeigt, vom

Möglichkeiten.

Maschendraht aus, mit dem die steckschaumbasis umhüllt ist, oder z. B. von den stärkeren zweigen eines Gerüsts. der draht muss von Werkstoffen verdeckt werden. diese Technik kann allein oder, aus Gründen einer sicheren fixierung am sarg, auch zusätzlich zu den anderen Techniken eingesetzt werden. Alternativ können bei steckschaumbasen, die von unten offen sind, Pinholder Verwendung finden, die unter ihrem fuß eine klebefläche aufweisen oder die mit knetkleber auf dem sargdeckel fixiert werden. Alle klebenden Hilfsmittel sind nur schwer wieder vom sarg

die geflochtene Sargdecke mit zentralem Blütenteil ist in einen

zu entfernen und sollten nur eingesetzt werden, wenn der sarg-

rahmen aus Holunderzweigen mithilfe von rebenbindedraht

schmuck mit ins Grab gegeben wird.

eingearbeitet, stabilisierende Querstreben aus Weide sind eingefügt. in diesen tragenden rahmen werden Blätter von china-

nur auf der glatten oberfläche eines lackierten sarges können

schilf und mittig Blütenstiele eingeflochten. die Blüten stecken

auch steckschaumprodukte mit saugnapfhalterung zum einsatz

auf der Unterseite in nicht sichtbaren Wasserröhrchen, die vor

kommen. damit der saugeffekt entstehen kann, muss die ober-

der entsorgung dieses sargschmucks entfernt werden müssen.

fläche absolut sauber, also frei von staub oder krümeln sein.

für den flechtsargschmuck ist eine Arbeitszeit von ca. 100 bis maximal 120 min anzusetzen.

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Hängende Adventskränze Hängeadventskränze unterscheiden sich in ihrer technischen Herstellung nicht von den anderen Adventskranzformen. lediglich zwei Aspekte treten hinzu: Ausgestaltete Unterseite der kranzkörper eines Adventskranzes, der aufgehängt werden soll, ist auch auf der Unterseite, wie im folgenden Bildbeispiel beim oberen kranz erkennbar, auszuarbeiten.

(1)

(2)

(3)

(4)

(5)

(6)

(7)

(8)

(9)

(10)

in der regel geschieht dies, indem man den kranzkörper zunächst in Wickeltechnik so herstellt, wie im Kapitel 4·1: Techniken der Kranzkörperherstellung auf den seiten 84 bis 86 im Abschnitt: Aufwickeln von Werkstoff auf Strohrömer beschrieben. danach wird die Unterseite in Hafttechnik ausgearbeitet. wobei man darauf achtet, dass die aufgewickelten und die aufgehafteten zweigspitzen die gleiche Ausrichtung haben. da die drahtwicklungen die Werkstoffzweige sicherer halten als Haften, die durch zufall auch einmal herausgezogen werden könnten, ist es günstiger, den kranzkörper so auszurichten, dass die gehaftete kranzkörperseite zur oberseite des Adventskranzes wird. Aufhängung von Adventskränzen

(1) Vier starke steckdrähte an den stumpfen enden zu festen

Hängeadventskränze müssen, wegen des relativ großen

Ösen verdrehen und dann so in bzw. durch den bewickelten

Gewichts und der Gefahr, die von brennenden kerzen grund-

kranzkörper stecken, dass sie in symmetrischer, über kreuz

sätzlich ausgeht, eine absolut sichere Aufhängung aufweisen.

stehender Verteilung jeweils gleich weit voneinander entfernt

Hier die entsprechenden Arbeitsschritte:

sind und je zwei Hängepunkte einander exakt gegenüberliegen.

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TecHniken für die WeiHnAcHTsflorisTik

(2) Auf der kranzunterseite die drähte umbiegen und die spit-

(9) die vier Aufhängepunkte werden nun mit plakativen, ange-

zen in den strohrömer zurückstecken, damit alle drähte gegen

drahteten schleifen versehen, so dass es aussieht, als wären die

Herausziehen gesichert sind. Alternativ zu dieser steckdraht-

tragenden Bänder hier tatsächlich schleifenförmig verknotet.

ösen-Technik ist das umschlingende Anbringen von Wickeldraht

Vergleiche dazu im Kapitel II b: Hilfs- und Vorbereitungstech-

möglich, der dann lang gelassen und weitergeführt wird, so

niken auf den seiten 41 bis 43 den Absatz: Schleifentechniken.

dass er, vergleichbar den folgenden Bildern, die technische Auf-

(10) die obere Aufhängung kann ebenfalls mit einer angebun-

hängung darstellt. Auch dabei müssen die drahtenden an den

denen oder angedrahteten schleife betont oder mit einem

vier Umschlingungen gut und sicher verrödelt werden und je

Bandstreifen umklebt werden, wobei die eigentliche Aufhänge-

zwei Hängepunkte müssen einander exakt gegenüberliegen.

schlaufe offen bleiben muss.

6·3

(3) die einander gegenüberliegenden Haltepunkte bzw. drahtösen nun jeweils mit einem Wickeldrahtstück verbinden, das der gewünschten Aufhängungslänge bzw. -höhe entspricht. Hierbei sind die Proportionen zwischen Hängehöhe und kranzkörperdurchmesser ebenso zu beachten, wie die Gegebenheiten im raum, den der Hängeadventskranz schmücken soll. Während dieses Arbeitsschritts liegt der kranzkörper noch auf dem Arbeitstisch. (4) da die haltenden drähte oben in einen Haken eingehängt und dort noch nicht fixiert sind, kann der kranz nun frei hängend so ausgerichtet werden, dass er von allen seiten aus gesehen exakt waagerecht hängt. (5) Jetzt wird die obere Aufhängung durch Verdrehen der drähte fixiert, so dass eine Aufhängeschlaufe entsteht. die rödelstelle kann zur sicherung zusätzlich mit draht umschlungen werden. (6) nun werden die Bänder der Aufhängung angebracht, die jeweils durch die steckdrahtösen gezogen und festgebunden werden. Alternativ können die Bandenden angedrahtet und durch einstecken dieser drahtungen im kranzkörper fixiert werden. eventuell lässt man die Bandenden schon lang genug, um damit die weiter unten in schritt 8 gezeigte kranzumschlingung formen zu können. (7) zwei solcher breiten Bandstücke werden über die beiden rechtwinklig zueinander stehenden drahtaufhängungen gezogen und dabei oben jeweils durch den Aufhängehaken geführt. drei Aspekte sind wichtig: erstens verdeckt das Band, zumindest von außen gesehen, die drähte, die jedoch meist hinter dem Band sichtbar bleiben. nur bei sehr aufwändigen Hängeadventskränzen werden auch an der innenseite der Aufhängung die drähte verdeckt. zweitens ist dabei darauf zu achten, dass die Bandstücke weder zu locker noch zu stramm gespannt sind und die spannung bei allen vier Bandbahnen gleich ist. drittens

der üppige, hängende Adventskranz mit dem zusätzlichen

bilden die Bänder nur scheinbar die Aufhängung, müssen also

schmuck einer zentral eingearbeiteten Traube aus farblich pas-

auch gar nicht stark gespannt sein, denn technisch sind ja die

senden christbaumkugeln entwickelt eine prächtige Wirkung.

Wickeldrähte die haltenden elemente.

die erforderliche Gesamtarbeitszeit für den abgebil-

(8) damit es schließlich überzeugend so aussieht, als würden

deten, hängenden Adventskranz von ca. 70 cm durch-

die an vier stellen um den kranzkörper gebundenen Bänder den

messer liegt bei etwa 80 bis maximal 100 min. darin sind für die

kranz halten, werden an den Aufhängepunkten nun die schon

kranzkörperherstellung ca. 40 min, für die Aufhängung inkl.

vorhandenen Bandenden um den kranzkörper geschlungen

des schleifenbindens ungefähr 30 min und für die kerzen und

oder es werden mit zusätzlichen Bandstücken in Andrahttechnik

kugelanbringung ca. 20 min enthalten.

solche Bandumschlingungen angebracht.

132 133

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7 ALLGEMEIN EINSETZBARE TECHNIKEN Während in den bisherigen Kapiteln dieses Buches die grundlegenden und vorbereitenden Techniken sowie die speziell für die Herstellung bestimmter Werkstücke erforderlichen Vorgehensweisen, teils geordnet nach Arbeitsgebieten, dargelegt wurden, bein­ haltet das nun folgende Kapitel allgemein einsetzbare Techniken. Das bedeutet, sie können generell und in allen möglichen Werk­ stücken je nach der konkret zu bewältigenden technischen Situation eingesetzt werden. Sie dienen dabei nicht der Vorbereitung, sondern sind unmittelbar einfügende oder Formen bildende Techniken. Abschließend ist ein Kapitel zur Verpackungstechnik enthalten.

7·1 Kleben Klebetechniken sind auf den vorhergehenden Seiten bereits an

Floralkleber

der einen oder anderen Stelle ohne weitere Erklärung genannt

Floralkleber dient zur Fixierung frischer Werkstoffe, da er auch

und verwendet worden, da sie in der Regel weit verbreitet und

auf deren nie ganz trockenen Oberflächen und dem Kutikula­

aus dem nicht beruflichen Alltag bekannt sind. Hier sollen sie,

wachs auf Blattepidermen einen guten Halt bewirkt. Dabei

systematisiert nach bestimmten Kriterien, dennoch genauer

trocknet er relativ schnell, so dass die damit gefertigten Werk­

mit den jeweils entscheidenden Aspekten vorgestellt werden.

stücke schon bald nach ihrer Anfertigung an Kunden herausge­

Unterschieden werden folgende Klebetechniken:

geben werden können. Vier Beispiele mit verschiedenen Werk­

Kaltkleben mit verschiedenen flüssigen Klebstoffen.

Heißkleben mit durch Erhitzen zu verflüssigenden Klebstoffen.

Kleben mit Folien und Klebebändern, dabei vor allem der Ein­

stoffen bzw. Materialien:

satz von doppelseitigem Klebeband und das Einlaminieren. ■

Aufkleben von Schlagmetall, das zwar mit flüssigem Kalt­ kleber erfolgt, jedoch wegen der besonderen gestalterischen Wirkung separat gezeigt wird.

Kleben mit Knetkleber, in der Regel in Verbindung mit Pin­ holdern verwendet, wird hier nicht erneut erläutert, da die wesentlichen Fakten auf Seite 58 bereits ausreichend dar­ gestellt wurden.

(1)

(2)

(3)

(4)

Die Vorteile der nachstehend erläuterten Klebetechniken und Klebemittel sind in der jeweils angegebenen Zweck­ und Einsatzbestimmung enthalten, z. B. liegt der Vorteil des Floralklebers eben in der Möglichkeit, damit frische Werkstoffe zu kleben. Daher werden die jeweiligen Vorteile im Folgenden nicht eigens hervorgehoben, sondern es sind bestimmungs­ gemäße Anwendungen gezeigt. Nachteile ergeben sich demnach sinngemäß aus einem Umgang mit dem jeweiligen Kleber, der entweder un­

(1) Lilienblütenblätter werden zur Herstellung einer Lilien­

sauber ist, z. B. durch zu dicken Klebstoffauftrag, oder dem

Glamelie schichtförmig aufeinander geklebt.

vorgesehenen Einsatzzweck nicht entspricht. Nur beim Heiß­

(2) Leichte Blüten werden mit Floralkleber auf Schleierstoff

kleben wird darauf nochmals näher eingegangen.

fixiert.

Kaltkleben

(3) Galax-Blätter werden als unterer, den Steckschaum ver­ deckender Abschluss eines gesteckten Brautschmucks auf den

Beim Kaltkleben werden in der floristischen Anwendung je nach

Kunststoffgriff eines Brautstraußhalters geklebt.

Einsatzzweck Floralkleber, Sprühkleber und Kleister verwen­

(4) Auch behaarte Blätter, z. B. von Wollziest, können mit

det. Auch Alleskleber und Kleber für spezielle Materialien, z. B.

Floralkleber aufgeklebt werden, hier auf einen Stab für ein

Styroporkleber, kommen vor. Deren Verarbeitungsaspekte sind

Brautzepter.

jedoch allgemein bekannt oder der jeweiligen Gebrauchsan­ weisung zu entnehmen.

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KLEBEN

7·1

Diese Brauttasche ist in Klebe­ technik auf der Grundlage ei­ ner Pappform entstanden, die mit Plüsch beklebt wurde. Die Blütenblätter sind darauf mit Floralkleber fixiert, während die oberen Werkstoffe in einen mit einer Folientüte umhüllten Frischblumensteckschaum­ Block eingesteckt wurden. Die Arbeitszeit für die Brauttasche beträgt ca. 60 bis maximal 70 min. In der zuletzt gezeigten Weise ist die Umhüllung eines Steckgefäßes für einen Tischschmuck entstanden. Die Gesamtarbeitszeit dafür liegt bei ca. 20 bis maximal 30 min.

Sprühkleber Sprühkleber eignet sich zur Verarbeitung bzw. Fixierung von

Kleister

Kleinteiligem, für Gestreutes, zum flächigen Kleben und zur

Kleister kann in der Floristik bei der Gestaltung von Warenprä­

Stabilisierung von Faserigem. Dabei ist darauf zu achten, dass

sentationen wie gewohnt verwendet werden. Darüber hinaus ist

der Kleber nicht zu dick aufgetragen wird.

er als Stabilisierungsmittel für Bänder und Stoffe verwendbar.

Hierzu drei Beispiele:

Noch besser als normaler Kleister ist Klebkraftverstärker für Kleister geeignet, der z. B. unter dem Markennamen Metylan Ovalit T angeboten wird und auch pur als Kleber verwendbar ist. Seine wesentlichen Vorteile sind transparentes Austrocknen und die dann vorliegende Unempfindlichkeit gegen Nässe und Feuchtigkeit. Mit dieser Kleistertechnik wird der Brautstrauß­ halter für den auf Seite 140 oben gezeigten Brautstrauß mit Bandumhüllung wie folgt vorbereitet:

(1)

(2) (1) Sisalfasern sind zu einer Kuppelform verwoben, die mit Sprühkleber stabilisiert wird. (2) Die Außenfläche eines Be­ chers soll mit Konfetti in Herz­ form bedeckt werden. Dazu die

(3)

(1)

(2)

Fläche mit Sprühkleber be­

(1) Auf einen Pappstreifen, der

sprühen und den Becher im

dem Umfang des Brautstrauß­

Konfetti wälzen. Flächen, die

halter­Körbchens entspricht,

noch nicht ausreichend bedeckt sind, werden nochmals über­

werden Bandstücke mithilfe

sprüht, so dass hier die Konfettiherzen aufgestreut werden kön­

von Heißkleber aufgeklebt.

nen.

(2) Die Bandstücke werden mit

(3) Auf einen Pappstreifen werden unregelmäßig gerissene Stücke von Faserpapier schichtförmig sich überlappend aufge­

(3)

dem Klebkraftverstärker für Kleister bestrichen.

klebt. So entsteht eine Umhüllung für eine zu verdeckende

(3) Die Bandumhüllung wird nun am Brautstraußhalter mit

Kunststoffschale, die mit Frischblumensteckschaum gefüllt ist.

Heißkleber fixiert und diese Grundform über eine passende

Dazu das folgende Beispiel:

Formvorlage, etwa eine umgestülpte Vase, gelegt. Dabei werden

138 139

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Schlagmetall kleben Schlagmetall war ursprünglich hauchdünn ausgewalztes Messing, das als Ersatz für aus echtem Gold bestehendes Blatt­ gold diente. Heute wird Schlagmetall auch aus anderen Metallarten hergestellt, z. B. fertigt man Blattsilber aus Alumi­ nium. Auch aus Kupfer und Bronze sind dünne Blattmetallfolien erhältlich. Schlagmetall wird in Heften mit mehreren Blättchen in verschiedenen Größen angeboten. Der zu veredelnde Gegenstand, z. B. ein Topf, ein Blatt oder eine Während man zum Aufbringen von echtem Blattgold, z. B. beim

Nuss, wird mit dem Kleber besprüht, die feine Metallfolie wird

Restaurieren alter Gegenstände, so genannte Anlegemilch

vorsichtig aufgelegt und mit einem weichen Werkzeug ange­

benötigt, die fast vollständig trocken werden muss, bevor die

drückt, so dass die Struktur bzw. Textur des Untergrunds gut

Metallblättchen aufgelegt werden, geht man aus Zeit­ und Kosten­

sichtbar bleibt. Pinsel und Schwämme werden eingesetzt, auch

gründen in der Floristik einen einfacheren Weg. Es wird kein

mit dem Finger sind ausreichend gute Ergebnisse zu erzielen.

echtes Blattgold, sondern eben das preiswertere Schlagmetall

Risse und Unregelmäßigkeiten in der so entstandenen metal­

verwendet und Sprühkleber als Fixierungsmittel eingesetzt.

lischen Oberfläche sind gewollt und wirken wie eine edle Alterung des Gegenstands. Besonders effektvoll ist das, wenn der Untergrund dunkel gefärbt ist. Grundlage dieses adventlich­ weihnachtlichen Kerzenge­ stecks ist ein Trockenblumen­ steckschaumwürfel, der mit Sprühlack silbern gefärbt wur­ de. Darauf sind Walnüsse dicht an dicht geklebt. Erst jetzt wird dieser Nusswürfel mit silber­ nem Schlagmetall veredelt, so dass an vielen Stellen die natürliche, braune Oberfläche der Nüsse sichtbar bleibt. An dieser Arbeit wird deutlich, wie die Schlagmetallveredlung von­ statten gehen muss, damit eine akzeptable Fertigungs­ zeit, hier ca. 70 bis maximal 90 min, erreichbar bleibt. Des­ halb ist nicht jede Nuss einzeln veredelt, sondern erst der fertige Nusswürfel insgesamt.

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FORMERSTELLUNG

7·2

7·2 Formerstellung Neben den Eigenschaften Farbe und Textur sind es vor allem die

Die auf Stäbe gesetzten

Formen, deren gestalterische Wirkung den Reiz von floris­

Tropfen

dienen

als

tischen Werkstoffen und Werkstücken ausmachen. Für die

Kirchenraumschmuck und sind

Realisierung vieler Gestaltungsideen bedeutet dies, dass nicht

seitlich an den Bänken fixiert.

nur vorgegebene Formen verarbeitet werden, sondern passende

Die erforderliche Grundform

Formen eigens herzustellen sind. Hierbei handelt es sich so­

inkl. Moosbewicklung, jedoch

wohl um Basis­ und Gerüstformen, die den damit zu fertigenden

ohne

Werkstücken ihre Gestalt geben, als auch um die Herstellung

Blätterverfeinerung ist in ca.

von Accessoires, die in Werkstücke eingefügt werden sollen.

10 min fertiggestellt.

die

Zierdraht­

und

Basisformen erstellen Formen, die Werkstücken als Basis bzw. Unterlage dienen und so deren Gestalt bestimmen, waren in den vorhergehenden Kapiteln bereits hier und da Thema, z. B. Steckschaumkugeln und Kranzunterlagen. Zuweilen sind die vorgefertigten, als so genannte Halbfertigprodukte zu kaufenden Formen jedoch nicht passend, sei es in ihrer konkreten Gestalt oder der benötigten

Herzform

Größe. Dann muss die gewünschte Form eigens angefertigt werden. Drahtstücke, Wickeldraht, Maschendraht und Papier sind die hierbei am besten einsetzbaren technischen Hilfsmittel. Je nachdem können gestalterisch wirkende Werkstoffe und Materialien, z. B. Moos und Sisalfasern, bereits bei der Form­ erstellung genutzt werden. Hier drei Beispiele für die notwendigen Arbeitsschritte:

(1)

Tropfenform

(2)

(1) Zunächst aus Sechseckgeflecht eine Herzform bilden. (2) Diese wird nun mithilfe von Sprühkleber mit Sisalfasern beklebt und verkleidet.

(1)

(2) (1) Aus Papier und Wickeldraht eine Tropfenform bilden. An der breiten, runden Seite des Tropfens ein kurzes Schlauch­ oder Rohrstück einarbeiten. So lässt sich der fertige Trop­

(3)

fen später leicht auf einem Stab befestigen.

(2) Flächiges, trockenes Moos mit Zierdraht auf die Form wickeln. Damit ist die Grundform fertiggestellt. (3) Zur weiteren Ausgestaltung ist perlenbestückter Zierdraht

Diese Herz­Grundform ist in wenigen Minuten gefertigt

um die Tropfenform gezogen und flauschige Blätter von Woll­

und kann vielfältig weiter ausgestaltet werden, hier mit

ziest sind mit Floralkleber im unteren Bereich aufgeklebt.

einer Blüte und Herzaccessoires.

142 143

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7·4 Verpacken Ob Strauß, Gesteck, Gefäß oder Pflanze, Verpackungen schüt­

Verpackungsvorgänge

zen jede Ware beim Transport vor Beschädigungen sowie Hitze

Grundsätzlich sind die möglichen Vorgänge beim Verpacken

und Kälte. Sie verhindern zugleich, dass die Ware ihrerseits

einander sehr ähnlich. Unterschiede sind durch die Form und

etwas verschmutzt oder beschädigt. Schließlich kann eine

die Art der Werkstücke oder Waren bedingt. Hier werden dem­

entsprechend gestaltete Verpackung das Verpackte zusätzlich

nach die grundsätzlichen Möglichkeiten für das Verpacken von

aufwerten und als Werbeträger dienen.

Sträußen, Gestecken und Topfpflanzen aufgezeigt. Hartwaren, wie z. B. Keramikgefäße, sind in Bezug auf das Einpacken unempfindlich. Ihre Verpackung ist problemlos und muss nicht erläutert werden, teils lässt sie sich aus Folgendem aber ab­ leiten. Selbstverständlich darf generell die jeweils verpackte Ware nicht beschädigt werden.

Sträuße verpacken Drei Vorgehensweisen sind beim Verpacken von Sträußen möglich: 1. Verpackungsvariante Eintüten Sie ist für schlanke fast tütenförmige Sträuße am günstigsten.

Die Verpackung unterstreicht das Blau der Glockenblumenblüten.

Verpackungsmaterialien

(1)

(2)

(3)

(4)

(1) Man legt Papier und Strauß so auf den Tisch, dass die Binde­ stelle an der vorderen Ecke des Bogens liegt. (2) Nun rollt man den Strauß so ein, dass dabei die Stiele etwa auf der Stelle bleiben und der Blütenteil des Straußes ungefähr einen Viertelkreis auf dem Tisch beschreibt. (3) Dabei entsteht eine Tütenform und eine Papierecke ragt mit Papier in Bogenform oder auf Rollen ist in großer Farben­ und

der Spitze über die Blüten hinaus. Seitlich verschließt man die

Designvielfalt erhältlich. Klarsichtfolie gewährt klare Sicht auf

Tüte relativ weit oben mit einem Klebestreifen. Auch im Bereich

den mit ihr verpackten Gegenstand. Bei floristischen Werk­

der Bindestelle muss die Verpackung noch fixiert werden.

stücken kommt so trotz Verpackung die Gestaltung zur Geltung.

(4) Die entstandene Ecke an der noch vorhandenen, oberen Öff­

Zusätzlich sind Tackerklammern, Klebefilm, Bast und Ähnliches

nung kann man vorsichtig über die Blüten hinweg zur anderen

zum Verschließen der Verpackung notwendig.

Seite führen und dort mit Klebefilm fixieren.

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V E R PAc K E N

2. Verpackungsvariante Einrollen

3. Verpackungsvariante Überdecken

Braucht ein Strauß oben etwas mehr Luft oder soll die Ver­

Eine dritte Verpackungsvariante, die sich am ehesten für kurze,

packung hier offen bleiben, bietet sich eine zweite Variante an.

kompakte, eher breite Sträuße eignet, funktioniert auch, wenn

7·4

kein Verpackungstisch frei ist und wenig Platz zur Verfügung (1) Zunächst legt man einen

steht, da sie aus der freien Hand erfolgen kann.

passend großen Bogen Papier

(1)

auf den sauberen Packtisch.

(1) Man nimmt einen Bogen

Beim Ablegen des Straußes

Papier an einer Ecke in die

streicht man mit der freien

Hand und hält ihn frei vor sich.

Hand die Unterseite des Strau­

Mit der anderen Hand legt man

ßes vorsichtig in Richtung der

den Strauß quasi kopfüber mit

Blüten, damit hier nichts abge­

seiner Bindestelle an die Ecke

knickt wird, wenn der Strauß

des Bogens. Man achtet da­

aufliegt. Er wird so an der vorderen Kante auf dem Papierbogen abgelegt, dass die Stiele möglichst noch mit eingepackt werden

(1)

rauf, dass die Stiele weitgehend mit verpackt werden können.

können, denn gerade von feuchten Stielen geht eine erhebliche (2) Nun kann man den freien

Verschmutzungsgefahr aus. (2) Nun rollt man den Strauß

über den Strauß oder, wie hier,

Bogen ein und streicht seitlich

darunter herführen, ohne etwas

Ausschwingendes immer wie­

abzubrechen oder zu quet­

der leicht nach oben. Dabei

schen. Dann wird die Ecke des

zieht man den Papierbogen um

Bogens, die der bereits gefass­

den Strauß herum zu sich hin

(2)

Teil des Papierbogens locker

locker und vorsichtig in den

und rollt den Strauß nicht über

(2)

ten gegenüber liegt, ebenfalls an die Bindestelle gelegt.

den Tisch. Damit dies ohne

Druck auf die Blumen erfolgt, hebt man den Strauß gerade eben

(3) Die beiden übrigen Ecken

leicht vom Tisch ab. Er behält aber Kontakt zum Tisch, nur lastet

des Bogens bilden jetzt noch

er nicht mit seinem Gewicht darauf. Der Papierbogen legt sich

zwei Öffnungen, die je nach

so wie der Mantel eines Zylinders gleichmäßig um den Strauß.

Straußgröße ganz oder teil­ weise

(3) Dann nimmt man das

eingefaltet

und

ge­

schlossen werden können.

Papier an der Bindestelle eng zusammen und fixiert es mit Klebestreifen.

(3) (4) Die Verpackung wird mit Klebefilm fixiert.

(3) (4) Die obere Öffnung wird vorsichtig nur an einer Seite eingefaltet ohne hier etwas zu knicken oder zu quetschen. Die

(4)

Falz lässt sich mit einem Hefter schließen. Eine obere Öffnung der Verpackung bleibt

(4)

bestehen.

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