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Karl-Michael Haake

PFLANZUNGEN für drinnen und draußen in Gefäßen

Zeitgemäßes Lernen für die Praxis


Pflanzung ausführen und gestalten Nun erfolgt der eigentliche Pflanzvorgang.

(6)

(7b)

(7a)

(1)

(2)

(3)

(4)

(5a)

(5b)

(6)

(7)

(8)

(6) Von den für das Arrangement ausgewählten Pflanzen muss man abgeknickte oder welke Pflanzenteile entfernen. (7a) Nun die Pflanzen austopfen. Ein fest sitzender Wurzelballen im Plastiktopf lässt sich meist lösen, indem man den Topf in der Hand etwas drückt und an der Pflanze vorsichtig zieht. (7b) Oft sind Pflanzen, besonders in Tontöpfen, sehr fest im Topf verwurzelt. Man hält sie schräg kopfüber, bedeckt mit einer Handfläche möglichst komplett die Substratoberfläche und stößt den Topfrand an einer Tischkante vorsichtig eventuell mehrfach auf, damit sich der Wurzelballen löst. (8) Bei allen Pflanzen werden die Wurzeln überprüft. Der Wurzelballen sollte gut zusammenhalten, die artspezifische Beschaffenheit haben und die Wurzeln selbst sollten hell und kräftig wirken. Pflanzen mit faulen, völlig vertrockneten oder stark beschädigten Wurzeln sowie mit völlig losem Ballen sind minderwertig und sollten nicht verpflanzt werden. Wenige

(1) Die Pflanzen werden auf dem eingefüllten Substrat

eventuell vorhandene, vertrocknete oder beschädigte

angeordnet bzw. schon ein wenig in dieses eingesenkt.

Wurzeln sind unbedenklich, werden jedoch nun entfernt.

Man beginnt mit den wichtigsten bzw. größten Exemplaren, gefolgt von der Unterpflanzung mit kleineren und bodendeckenden Pflanzen. Dabei sollte man den einzelnen Pflanzen so viel Raum lassen, dass sie sich noch ausbreiten bzw. entwickeln können.


TECHNISCHE GRUNDLAGEN

(2) Jede Pflanze wird gut, jedoch nicht zu fest an-

(5a) Verbleibende Freiräume werden nun zur Pflanzung

gedrückt, damit ein dichter Kontakt zwischen Wurzel-

passend gestaltet. Hier sind es hauptsächlich Wurzel-

ballen und Pflanzsubstrat entsteht. Die Wurzelballen

bzw. Aststücke, die sich auf die epiphytische Lebens-

werden dabei insgesamt meist so gesetzt, dass sie mit

weise der Bromelien beziehen.

der Substratoberfläche später einen flachen Hügel in

(5b) Dementsprechend werden sichtbare Substrat-

der Schale bilden. Bei sehr großen Schalen ist eine

flächen mit Rinden- oder Wurzelstücken und Ähnlichem

leicht geschwungen modellierte Oberfläche mit Höhe

ausgestaltet. Moos wäre ebenfalls passend und kann

und Tiefe möglich. Am Rand müssen alle Wurzelballen

die obere Substratschicht eine Zeit lang sogar vor dem

jedenfalls unter dem Gefäßrand bleiben, damit ein ca.

Austrocknen schützen.

zwei Finger breiter, so genannter Gießrand entsteht.

(6) Zuletzt ist die Schale von Wassertropfen und Sub-

(3) Jetzt wird wo nötig noch Substrat aufgefüllt und

stratresten zu reinigen. Dabei darf auch dort, wo etwa

zwischen den Wurzelballen verteilt. Das Erdsubstrat

der Schalenrand von Blättern oder Ranken verdeckt

wird um die Wurzelballen herum wiederum gut an-

wird, keinerlei Substrat zurückbleiben.

gedrückt, jedoch nicht fest gepresst.

(7) Eventuell müssen Erdreste von manchen Blättern

(4) Nun erfolgt das Angießen, damit sich die Wurzel-

entfernt werden. Dazu ist bei empfindlichen Pflanzen

ballen gut mit dem frischen Pflanzsubstrat verbinden.

ein weiches Tuch oder weicher Pinsel hilfreich.

I

Das Ergebnis ist eine bei guter Pflege lange Zeit attraktive Pflanzung, hier eine vegetativ wirkende Pflanzschale mit Tillandsia leiboldiana, Guzmania Cultivar, Tradescantia zebrina, Fittonia verschaffeltii und Pilea glauca.

22 23


Um mit dem Gestaltungselement Farbe sicher und bewusst umgehen zu können, muss man die wesentlichen theoretischen Grundlagen kennen. Eine ausführliche Farbenlehre würde den Rahmen dieses Buchs sprengen, die wichtigsten Fakten sollen aber genannt werden.

GRUNDL AGEN Die Beziehungen von Farben zueinander, ihre Gegensätzlichkeiten, ihre jeweiligen Verwandtschaften, ihre Entstehung durch Mischungen können, ebenso wie Kombinationseffekte, am Basisschema der Farbenlehre nach Harald Küppers überblickt und abgelesen werden. Es dient als wesentliche Grundlage für die farbliche Gestaltung. Im oben stehenden Bild ist eine Pflanzung in komplementärer Farbigkeit von Blau und Gelb zu sehen, die eine kräftige, sommerliche und fröhliche Ausstrahlung hat. Selbst bei Regenwetter würde hier, emotional formuliert, „die Sonne lachen“. Im folgenden Bild sind variierende Einfarbigkeit und enge Nachbarschaftsfarbigkeit zu einer sehr ruhig wirkenden und ausgeglichenen Farbharmonie kombiniert. Alle Farbnuancen gehören zu einer Farbfamilie, das Auge kann darauf ruhen und der Betrachter wird dabei innerlich Ruhe empfinden.

www.kuepperscolor.de

Basisschema der Farbenlehre nach Harald Küppers Mittlerer Sternring: die sechs bunten Grundfarben. Äußeres Sechseck: abgestufte Mischungen der bunten Grundfarben (Nachbarschaftsfarbigkeit). Innerer Stern: die unbunten Grundfarben Weiß und Schwarz. Darunter die Grauleiter mit fünf Stufen zwischen Weiß und Schwarz.


G E S TA LT E R I S C H E G R U N D L A G E N

Einen Überblick über die wesentlichen Möglichkeiten

A N W E N D U N G D E R FA R B E N L E H R E

farbharmonischer Gestaltung bieten die folgenden

Die farblichen Gestaltungen von Pflanzungen müssen

Darstellungen, geordnet nach Farbharmonien der Ähn-

sich auf das spätere Umfeld beziehen, in dem die Pflan-

lichkeiten und Farbharmonien der Gegensätze.

zung aufgestellt wird. Die dort vorhandenen Farben

II

sind zu berücksichtigen. Ebenso selbstverständlich ist Harmonie der Ähnlichkeiten

farbliche Harmonie zwischen dem Gefäß und seiner Bepflanzung zu entwickeln. Bei Keramikgefäßen in erdigen Tönen ist dies problemlos, da solche Farben eher neutral sind und ohnehin natürlich wirken. Auch

Nachbarschaftsfarbigkeit

Schwarz, Weiß und alle Graunuancen wirken neutral, passen aber stilistisch dennoch nicht in jedem Einzelfall. Gefäße, die konkrete Buntfarben aufweisen, stellen

Variierende Einfarbigkeit

höhere Ansprüche an eine harmonisch wirkende Auswahl von Pflanzen. Kombination verwandter Farben Bei den Pflanzen an sich ist in den allermeisten Fällen das unausweichlich vorhandene Grün des Laubs bedeuHarmonie der Gegensätze (Farbkontraste)

tend. Diese Farbe wird in nahezu allen Pflanzungen in unterschiedlichen Nuancen vorhanden sein, mit Aus-

1. Objektive (messbare) Kontraste

nahme von speziellen Blattschmuckpflanzungen, die z. B. ausschließlich rotlaubige oder silbern behaarte Pflanzen enthalten. Jedenfalls wird Grün meist als

Helligkeitskontrast

Qualitätskontrast

ruhige Farbe empfunden und kann daher, zumindest bei mittleren Nuancen, als annähernd neutral bezeichnet werden und sogar Kontraste ausgleichen.

Quantitätskontrast

Komplementärkontrast Farbharmonische Kombinationsüberlegungen leiten sich ansonsten bei floristischen Gestaltungen und

Buntarten-Kontrast

Bunt-Unbunt-Kontrast

insbesondere in der Werkform Pflanzung oft von den in den verwendeten Einzelpflanzen bereits angelegten

2. Subjektive (empfundene) Kontraste

Farbkombinationen ab. Dazu einige Beispiele: Gaillardien haben Blüten, die Gelb- und Rottöne beinhalten, Stiefmütterchen zeigen oft sogar drei Farben, viele

Temperaturkontrast

Aktivitätskontrast

Begonien blühen zweifarbig, Bromelien weisen rote

(warm/kalt)

(aktiv/passiv)

Hochblätter auf, von denen sich gelbe Blüten farbstark abheben, Keulenlilien haben rot geränderte Blätter usw. Durch entsprechende Kombinationen kann man nun die

Gewichtskontrast

Entfernungskontrast

bei einer Pflanzenart vorhandene Farbe mit einer anderen

(leicht/schwer)

(nah/fern)

Pflanzenart wiederholen. So entstehen Farbgestaltungen, die schon deshalb überzeugen, weil zwischen den verschiedenen Werkstoffen enge Farbbezüge bestehen.

42 43


Ordnungsarten

Disymmetrie mit zwei rechtwinklig sich schneidenden

In der Floristik werden zwei Ordnungsarten unterschie-

Achsen, z. B. bei einem Gefäß mit quadratischem

den, die auch bei Pflanzungen zum Tragen kommen.

Grundriss

SYMMETRIE Die Symmetrie oder strenge Ordnung zeigt Gleichheitsproportionen von wenigstens zwei Einzelmotiven und einer Betonung der Mitte. Die entsprechende Verteilung der Pflanzen erfolgt im Bezug auf mittige Symmetrieachsen bzw. -ebenen bzw. einen Mittelpunkt. Zur Symmetrie existieren mehrere Ausprägungen oder Unterarten, die bei Pflanzungen vorkommen können:

Radiärsymmetrie mit mehr als zwei Achsen, z. B. bei einem runden Kübel

Monosymmetrie mit einer mittigen Symmetrieachse, z. B. beim Balkonkasten

Drehsymmetrie mit einer um einen Mittelpunkt gedrehten Wiederholung gleicher Teile, z. B. bei einer runden Schale

© Michele Lorenzini - Fotolia.com

Reihensymmetrie mit der Wiederholung gleicher Teile oder Gruppen, z. B. in einem Balkonkasten

Streng monosymmetrisch gestalteter, gepflanzter Fenster- und Fassadenschmuck mit einer Symmetrieebene oder -achse.


G E S TA LT E R I S C H E G R U N D L A G E N

A SYMMETRIE

Reihen und Gruppen

Die Asymmetrie oder freie Ordnung zeigt eine ungleiche

REIHUNG

Verteilung der Gruppen bzw. Motive oder Pflanzen. Die

Unter einer Reihung versteht man das lineare Posi-

Proportion des bereits erläuterten Goldenen Schnitts

tionieren von Pflanzen neben- oder hintereinander.

ist hierbei am häufigsten zu finden. Jedoch kommt in

Unterschieden werden die folgenden Arten von Reihen.

II

modernen Gestaltungen auch eine frei proportionierte Asymmetrie vor. Außerdem variiert insbesondere bei Pflanzungen, wie ebenfalls oben schon erläutert, die

Bei stetigen Reihen werden gleiche Elemente in

Proportion entsprechend dem natürlichen Wuchs der

gleichen Abständen aneinandergefügt. Mindestens drei

einzelnen Pflanzen. Richtschnur bleibt aber der Goldene

Elemente sind für eine gestalterisch überzeugende

Schnitt, nach dem z. B. Pflanzen bzw. Pflanzengruppen

Ausführung erforderlich.

positioniert werden, wie in den folgenden, auf Gefäßgrundrisse zu beziehenden Schemata zu sehen ist. Auch die Größen- bzw. Höhenverhältnisse von Pflanzen zu-

Bei rhythmischen Reihen werden zwei oder mehr ver-

einander werden oft danach ausgerichtet.

schiedene Elemente mehrmals aufeinander folgend und in gleichbleibender Abfolge positioniert. Mindestens dreimal sollte die Abfolge wiederholt werden.

Eine abgestufte Reihe entsteht, wenn die Elemente der Reihe in ihrer Abfolge schrittweise kleiner oder größer werden. Mindestens drei Elemente sind erforderlich, um die Abstufung ausreichend deutlich zu machen.

Eine unregelmäßige Reihe enthält viele unterschiedliche Elemente, die ihren Zusammenhalt lediglich in der linearen Reihung finden. Zwar können auch hier wiederkehrende Elemente verwendet werden, ein gleichbleibender Abfolgerhythmus ist aber nicht erkennbar. Für eine gestalterisch überzeugende Ausführung müssen deutlich mehr als drei verschiedene Elemente verwendet werden. Reihen werden in länglichen Gefäßen, insbesondere in Balkonkästen oft gepflanzt. Die nebenstehende

Abbildung

zeigt,

dass sie auch in anderen Gefäßformen als Gestaltungselement eingesetzt werden können.

46 47


1

Gefäß vorne links: Brachyscome multifida, Heliotropium arborescens, Ipomoea batatas ’Purple‘, Lysimachia nummularia ’Goldilocks‘, Petunia Cultivar, Verbena Cultivar Gefäß, Dränmaterial, Gärtnervlies, Pflanzerde

30 min

2

in Wind und Wetter

Pflanzungen für draußen 1·1 Standorte 1·2 Jahreszeiten und Anlässe 1·3 Formen 1·4 Gestaltungsarten und -themen

54 55


Ö F F EN T L I C HE T ER R A S S EN , P L ÄT Z E U ND PA R K S

je 40 min

3

je 30 min

3

oben: Calluna vulgaris, Chrysanthemum x grandiflorum, Erica x hiemalis, Leucophyta brownii, Heuchera micrantha, Sedum telephium, Senecio cineraria, Viola cornuta, Viola x wittrockiana, Felsenbirnenzweige Keramikgefäße, Dränmaterial, Gärtnervlies, Kübelpflanzenerde rechts: Erica x hiemalis, Festuca glauca, Heuchera micrantha, Pinus mugo subsp. pumilio, Pinus nigra, Sedum telephium, Senecio cineraria, Viola x wittrockiana sandgestrahlte Keramikgefäße, Dränmaterial, Gärtnervlies, Kübelpflanzenerde


S TA N D O R T E

Terrassen, Plätze und Parks, die öffentlich zugänglich sind und entsprechenden Publikumsverkehr aufweisen können, bedingen großvolumige, schwere Gefäße, deren Bepflanzungen leicht zu pflegen sind. Standfestigkeit muss gewährleistet und ein Arbeiten vom mit Gießwassertank etc. ausgestatteten LKW aus unaufwändig möglich sein. Gestalterisch greifen die Gefäße die im architektonischen Umfeld vorhandenen Grautöne und Sandfarben auf.

1·1

Ajuga reptans, Aster novi-belgii, Brassica oleracea var. acephala, Callicarpa bodinieri, Calluna vulgaris, Erica x hiemalis, Festuca glauca, Gaultheria mucronata, Hebe speciosa, Helichrysum angustifolium, Leucophyta brownii, Senecio cineraria, Symphoricarpos albus, Viola cornuta, Viola x wittrockiana Keramikgefäße, Kübelpflanzenerde

gesamt 75 min

3

68 69


1·2 Jahreszeiten und Anlässe durchs ganze Jahr Freilandpflanzungen werden schon von Natur aus

Manchmal erfolgt, wie im unten gezeigten Beispiel zu

durch die jahreszeitlich verfügbaren typischen Pflanzen

sehen, die saisonale Umgestaltung einer vorhande-

geprägt. Vergleiche dazu die Pflanzenlisten auf Seite 162.

nen Pflanzung. Hier bleiben die wesentlichen Pflanzen

Wenn sich konkrete jahreszeitliche Anlässe in der

im Gefäß, während die kleineren verblühten oder ein-

Pflanzung widerspiegeln sollen, treten oft entspre-

jährigen Pflanzen ausgetauscht werden.

chende Accessoires hinzu. Vorrangig sind hier Ostern mit Eierformen etc. sowie Weihnachten mit Kugeln, eingesteckten Zapfen usw. zu nennen. Auch anlassunabhängige, aber jahreszeitliche Accessoires, wie farblich passende Frühlings- und Sommerbänder oder herbstliche, eventuell künstliche Früchte, kommen vor. Alle Accessoires müssen fest integriert sein und dürfen die Pflanzen nicht wesentlich stören. Aus technischer Sicht interessieren in den einzelnen Jahreszeiten die jeweils speziellen Witterungsverhältnisse, die für Pflanzungen problematisch sein können. ■

Im Frühjahr sind dies die noch möglichen Nachtfröste, eventuell viel Regen oder ein Frühjahrssturm. Wenn die jeweilige Pflanzung solchen Bedingungen nicht aufgrund entsprechender Pflanzenauswahl gewachsen ist, muss sie vorübergehend an einen geschützten Platz gebracht werden.

[1]

Welche Überlegungen stellen Sie unter arbeitstechnischen, arbeitsökonomischen und gesundheitlichen Aspekten

Trockenperioden zu rechnen. Hier helfen nur entspre-

bezüglich der Einrichtung eines Arbeitsplatzes/Arbeits-

chende Schattierung und viel Gießen. Sommerlichem

tisches zur Erstellung von Pflanzungen in Gefäßen an?

[2]

Begründen Sie das Vorhandensein eines Wasserabfluss-

chenden Schutz begegnen.

lochs in Freilandpflanzschalen und nennen Sie eine Maß-

Im Herbst sind es ebenfalls heftige Regengüsse und

nahme, um ein Verstopfen des Lochs zu verhindern.

die Herbststürme, die einen Schutz der Pflanzungen ■

1·2 Fit für die Prüfung (Lösungen S. 170)

Im Sommer ist mit besonders heißen Tagen und langen

Starkregen kann man wiederum nur durch entspre■

Jahreszeitlich wechselnde Bepflanzung eines Kübels mit Viburnum plicatum als Solitär.

[3]

Oft sind Farbharmonien bzw. -kontraste innerhalb einer

notwendig machen.

Blüte oder eines Blütenstands bestimmter Pflanzenarten

Im Winter muss die Frostfestigkeit der Gefäße be-

zu beobachten. Nennen Sie je ein Beispiel für Komplemen-

dacht werden und ein Schutz der Pflanzen gegen Frost

tärkontrast, Bunt-Unbunt-Kontrast, variierende Einfarbig-

ist teils ebenfalls notwendig. Koniferen und immer-

keit, Nachbarschaftsfarbigkeit, Quantitätskontrast und

grüne Laubgehölze benötigen in der Regel keinen

Helligkeitskontrast.

Schutz und einige Pflanzen entfalten gerade jetzt ihre

[4]

Schmuckwirkung, z. B. Schneeheide. Ansonsten helfen Abdeckungen gegen Schnee sowie ein Verbringen an

pflanzung für draußen.

[5]

einen geschützten Ort. Frostschäden im Wurzelbereich sind in Gefäßen generell eher zu befürchten,

winterfeste Pflanzen zuweilen Schaden nehmen.

Nennen Sie wenigstens fünf Pflanzen für eine Herbstpflanzung für draußen.

[6]

als bei Pflanzen, die im Boden des Gartens frei wurzeln. Aus diesem Grund können in Gefäßen sogar

Nennen Sie wenigstens zehn Pflanzen für eine Sommer-

Nennen Sie drei Pflanzen für draußen, die auch im Winter einen hohen Schmuckwert haben und beschreiben Sie diesen.

[7]

Nennen Sie drei bodendeckende Pflanzen für eine Freilandpflanzschale.


FRÜHLING

JAHRESZEITEN UND ANLÄSSE

Diese vegetativ gestaltete Pflanzung thematisiert den Übergang vom Winter zum Frühjahr. Die Schale ist zwar mit nicht heimischen Kokosfasermatten verkleidet, wirkt aber vorrangig erdig. Herbstlaub verstärkt den Eindruck von Wald- oder Gartenboden im frühen Frühjahr. Durch die daraufliegenden winterlich kahlen Buchenzweige leuchten Frühblüher, die den Beginn der neuen Wachstumsperiode einläuten.

Muscari armeniacum, Narcissus Cultivar, Scilla mischtschenkoana, Tulipa Cultivar, Herbstlaub, trockenes Gras, Kokos fasermatten, Buchenzweige Schale, Heißkleber, Steine, Dränmaterial, Gärtnervlies, Pflanzerde

1·2

mit Gefäßgestaltung 120 min

3

76 77


HERBST

30 min

1

gesamt 45 min

2

86 87

oben: Carex petriei, Erica gracilis, Lamium maculatum, Senecio cineraria, ClematisRanke Schamotteschale, Wollfaden, Heißkleber, Dränmaterial, Gärtnervlies, Pflanzerde rechts: hinten: Abelia x grandiflora, Carex oshimensis, Gaultheria procumbens, Pennisetum alopecuroides, Rhus typhina ’Dissecta‘, Tiarella cordifolia, Äste, Laub vorne: Carex oshimensis, Gaultheria procumbens, Heuchera Cultivar, Picea abies ’Nidiformis‘, Rosa nitida, Tiarella cordifolia, Äste Keramikgefäße, Dränmaterial, Gärtnervlies, Kübelpflanzenerde


JAHRESZEITEN UND ANLÄSSE

1·2

links: Calluna vulgaris, Cyclamen persicum, Humulus lupulus, Senecio cineraria, Kastanien, Moos, Pampasgras, trockenes Schilf Drahtkorb mit Weidengeflecht, Recyclingkarton-Schale, Pflanzerde unten: Calluna vulgaris, Cyclamen persicum, Physalis alkekengi, Sedum cauticola, Sedum Cultivar, Moos, herbstliche Tulpenbaumblätter, Äpfel, Scheinquittenzweige Recyclingkarton-Schale, Tackerklammern, Pflanzerde

Das herbstliche Aussehen von Pflanzungen kann nicht nur durch die entsprechenden Pflanzen hervorgerufen werden. Auch hinzugefügte Herbstfrüchte, trockene Blütenstände und Ranken sowie herbstlich buntes Laub fügen sich mit stimmungsvoller Wirkung ein. Wenn ein immer wieder wechselnd unterpflanzter Solitär dann allmählich Herbstfärbung zeigt oder die Gefäße an sich herbstlich gestaltet werden, entsteht eine besonders natürliche Anmutung.

mit Gefäßgestaltung 45 min

2

mit Gefäßgestaltung 40 min

1


WARTEBEREICH

mit Gefäßgestaltung 100 min

3

Guzmania Cultivars, Oncidium Cultivars, Paphiopedilum Cultivar, Vriesea Cultivars, Vriesea delicatula, Palmenbrakteen Holzkasten mit Füßen, Farbe, Heißkleber, Schrauben, Folie, Pflanzerde


ÖFFENTLICHE RÄUME

Wartebereiche in öffentlichen, gewerblich oder verwalterisch genutzten Räumen, in Arzt- und Rechtsanwaltspraxen usw. können durch einen passenden Pflanzenschmuck erheblich aufgewertet werden. Diese Räume erhalten durch Pflanzungen eine vollkommen andere, belebte Atmosphäre und der Wohlfühlfaktor für die Wartenden wird gesteigert.

2·2

Cordyline australis ’Red Star‘, Ctenanthe burle-marxii , Ctenanthe burle-marxii ’Amagris‘, Musa ornata, Äste Kunstharzgefäße, Dränmaterial, Gärtnervlies, Pflanzerde

gesamt 40 min

2

128 129


2·3 Standorte von drinnen betrachtet Pflanzenstandorte in Innenräumen wurden unter gene-

F E N S T E R AU S S TAT T U N G

rellen Aspekten schon auf den Seiten 26 bis 29 thema-

Durch Jalousien oder Rollläden können die Lichtver-

tisiert. Genauere Fakten ergibt die Betrachtung der

hältnisse nach Wunsch mit entsprechenden Auswir-

konkreten Fensterlage und -ausstattung.

kungen für Pflanzen beeinflusst werden. Ein häufiges Negativbeispiel sind hierbei Büroräume, in denen von

FENSTERL AGE

17 Uhr bis 8 Uhr am nächsten Morgen und von Freitag-

Die ungefähre Himmelsrichtung, in die ein Fenster

mittag bis Montagmorgen die Rollläden geschlossen

ausgerichtet ist, wirkt sich auf den Lichteinfall aus.

bleiben, so dass die vorhandenen Pflanzen extrem

Nordfenster erhalten kein direktes Sonnenlicht.

unter Lichtmangel leiden.

Unmittelbar dahinter ist es für Schatten- und Halb-

Gardinen schränken oft den für Pflanzen auf der Fenster-

schattenpflanzen eventuell noch hell genug.

bank verfügbaren Raum ein. Für dahinter im Raum ste-

Ostfenster sind ideal für Pflanzen, die es sehr hell

hende Pflanzen können sie Starklicht mildern oder, im

mögen, aber pralle Mittagssonne hinter einer Fens-

ungünstigen Fall, das Licht auch zu stark abschwächen.

terscheibe nur bedingt oder gar nicht vertragen.

Lichtintensität und Wärme nehmen ab morgens hier

I M R AU M

erst allmählich zu, so dass sich Pflanzen darauf gut

Weiter weg vom Fenster in der Tiefe eines Raums

einstellen können. Heiße Nachmittagssonne fehlt.

müssen meist Pflanzenleuchten die Lichtsituation ver-

Westfenster bedingen kurzfristig auftretendes Sonnen-

bessern, wenn Pflanzen hier langfristig stehen und ein

licht mit entsprechender Hitze, sobald die Sonne

befriedigendes Wachstum zeigen sollen. Wichtig ist der

mittags in kurzer Zeit beginnt hineinzuscheinen. Eine

Einsatz spezieller Leuchtmittel mit ausreichender

allmähliche Entwicklung, wie am Ostfenster, erfolgt

Lichtleistung, die die für Pflanzen verwertbaren Licht-

nicht. Nur Pflanzen mit harter Belaubung und Sukku-

wellenlängen abstrahlen. Für das menschliche Auge

lenten halten dies aus. Für andere Pflanzen ist hier

ausreichende Leuchtmittel sind hier ungeeignet.

eine Schattierung des Fensters durch Bäume oder drinnen durch Jalousien bzw. Vorhänge sowie die Vermeidung der unmittelbaren Fensternähe notwendig. ■

Südfenster bieten ganztägig volles Sonnenlicht, allerdings mit dem Vorteil der allmählichen Entwicklung vom Sonnenaufgang an. Pflanzen, die unmittel-

2·3 Fit für die Prüfung (Lösungen S. 173) [1]

bare Sonne gut aushalten, wie z. B. Sukkulenten und Kakteen, stehen hier richtig.

Unterscheiden Sie Substratarten, die in der Floristik häufig zum Einsatz kommen.

[2]

Was sind terrestrisch wachsende Pflanzen? Nennen Sie zusätzlich zwei andere Lebensweisen von Pflanzen.

Die Lichtintensität nimmt mit zunehmendem Abstand

[3]

Erläutern Sie kurz den Vorgang der Photosynthese.

vom Fenster ab, so dass z. B. starkes Südfensterlicht

[4]

Welche Besonderheiten beachten Sie bei der Pflege von

gemildert wird, wenig Lichteinfall am Nordfenster aber im Raum dahinter für Pflanzen meist nicht ausreicht.

Sukkulenten?

[5]

Nennen Sie floristische Bewegungsformen mit je zwei Beispielen entsprechender Pflanzenarten, -formen oder

F E N S T E RU M F E L D Unabhängig von der Fensterausrichtung ist für Pflanzen,

-gruppen.

[6]

Erläutern Sie den Lichteinfall in einen Raum durch ein

wie schon angedeutet, relevant, ob Bäume oder Bauten

Fenster. Ziehen Sie Rückschlüsse für entsprechende

davorstehen. Deren Schatten mildert extreme Sonnen-

Pflanzenstandorte.

einstrahlung ab oder verdunkelt ein Fenster sogar so weit, dass Pflanzen hier nicht mehr gut gedeihen.

[7]

Welches Problem haben Pflanzen an einem unbeschatteten Westfenster innen auf der Fensterbank?


HELL, MIT DIREKTER SONNENEINSTRAHLUNG

S TA N D O R T E

2·3

links: Echeveria agavoides, Echeveria elegans, Echeveria gibbiflora, Tillandsia usneoides, Äste Kunststoffschale, Kakteen- und Sukkulentenerde unten: Borzicactus samaipatanus, Echinocactus grusonii, Euphorbia avasmontana, Euphorbia lactea ’Cristata‘, Mammillaria elongata Keramikschale, Granulat, Steine, farbige Frischblumensteckschaum-Kiesel, Kakteenund Sukkulentenerde

20 min

2

25 min

2

Pflanzen, die aus den Wüsten, Halbwüsten und Steppen der Tropen und Subtropen der Erde stammen, sind an intensive Sonnenstrahlung gewöhnt. Für den Platz auf der südlich ausgerichteten Fensterbank sind sie daher gut geeignet. Stehen solche Pflanzungen tiefer im Raum, müssen auch hier beste Lichtverhältnisse herrschen, wenn die Pflanzen nicht auf Dauer leiden sollen.

132 133


K L E I N E S O L I TĂ„ R E / D E KO R I E R T E E I N Z E L P F L A N Z E

15 min

1

Oncidium Cultivar, Peperomia clusiifolia, Selaginella apoda Porzellanschale, Holzkugel, Pflanzerde


S O L I TÄ R P F L A N Z U N G E N

Während man im Beispiel auf der linken Seite, trotz der insgesamt eher geringen Größe, wegen der Unterpflanzung von einer Solitärpflanzung spricht, sind auf dieser Seite ausgarnierte Einzelpflanzen zu sehen. Im einzelnen sind es Solisten, hier jedoch zu einer Gruppe zusammengestellt. Die hinzugefügten Stäbe und halbierten Bambusröhren stören Wachstum und Pflege der VenusschuhOrchideen nicht.

2·5

Paphiopedilum Cultivar, Bambushalmstücke, Riedstäbe Glasvasen, Rebenbindedraht, Wolle, Folie

je 15 min

1

148 149


FREILANDPFLANZEN

III PF L A NZENLIST EN

zum Beispiel

Die folgenden Listen sollen zur Weiterarbeit anregen und

Blühende Sommerstauden

müssen für ein ausreichendes Pflanzenwissen ergänzt werden.

IIIa Freilandpflanzen

Asteriscus maritimus Sternauge, Sterngold, Goldtaler

Frühlingsblüher Alchemilla mollis Weicher Frauenmantel Calibrachoa Cultivars Kleine Hängepetunie, Zauberglöckchen Bellis perennis

Campanula carpatica Karpaten-Glockenblume

Maßliebchen

Coreopsis verticillata Dahlia Cultivars

Anemone blanda Berg-Anemone, Balkan-Windröschen Aubrieta Cultivars

Blaukissen

Quirlblättriges Mädchenauge

Dahlie

Dianthus chinensis

Kaiser-Nelke

Diascia Cultivars Doppelhörnchen

Myosotis Cultivars Vergissmeinnicht

Leucanthemum hosmariense

Primula Cultivars Primel

Mimulus luteus Gauklerblume

Pulsatilla vulgaris

Pelargonium Cultivars Geranie

Große Küchenschelle

Platycodon grandiflorus

mit Zwiebeln:

Rudbeckia Cultivars Fritillaria meleagris

Margerite

Großblütige Ballonblume

Sonnenhut

Pflanzen für die Herbstsaison

Schachblume Galanthus nivalis

Kleines Schneeglöckchen

Aster novi-belgii

Hyacinthoides hispanica Spanisches Hasenglöckchen

Glattblatt-Aster

Hyacinthus orientalis Hyazinthe Leucojum vernum

Märzenbecher, Frühlingsknotenblume

Anemone hupehensis Herbst-Anemone

Muscari botryoides Kleine Traubenhyazinthe

Brassica oleracea

Narcissus Cultivars

Chrysanthemum x grandiflorum

Narzisse

Zierkohl Garten-Chrysantheme

Scilla mischtschenkoana Blaustern

Cyclamen Cultivars Alpenveilchen

Tulipa Cultivars Tulpe

Erica gracilis

Erika

Festuca scoparia Bärenfell-Schwingel

Einjährige Sommerblüher

Hebe Cultivars Strauchehrenpreis

Pflanzen für die Wintersaison Ageratum houstonianum

Die genannten Pflanzen sind, außer der Christrose, auch im

Leberbalsam

Herbst schon erhältlich.

Antirrhinum majus Großes Löwenmaul Celosia argentea var. cristata Hahnenkamm-Celosie

Calluna vulgaris

Centaurea cyanus

Heidekraut, Besenheide

Kornblume

Cosmos bipinnatus

Fiederblättrige Kosmee

Lobelia erinus Männertreu

Erica carnea Schnee-Heide

Nicotiana x sanderae

Ziertabak

Gaultheria procumbens

Portulaca grandiflora

Portulakröschen

Helleborus niger

Rudbeckia hirta

Rauer Sonnenhut

Niedere Rebhuhnbeere

Christrose

Leucophyta brownii Drahtpflanze

Tagetes patula Gewöhnliche Studentenblume

Senecio cineraria

Zinnia elegans

Viola x wittrockiana Stiefmütterchen

Zinnie

Silber-Greiskraut


PFLANZENLISTEN

Freilandpflanzen für Schattenplätze

III

Laubgehölze immergrüne Laubgehölze

Begonia Cultivars (Tuberhybrida-Gruppe) Knollen-Begonie

Buxus sempervirens Buchsbaum

Cuphea ignea

Zigarettenblümchen

Fuchsia Cultivars

Fuchsie

Berberis julianae Sauerdorn, Julianes Berberitze

Impatiens Cultivars (Neuguinea-Gruppe) Fleißiges Lieschen

Cotoneaster dammeri Teppich-Zwergmispel

Lobularia maritima Duftsteinrich

Euonymus fortunei

Plectranthus scutellarioides Buntnessel

Hedera helix

Kletter-Spindelstrauch

Gewöhnlicher Efeu

Ilex crenata Japanische Stechpalme

Freilandpflanzen für halbschattige Plätze

Ilex aquifolium Gewöhnliche Stechpalme

Hier auch Pflanzen, die in sonniger Lage noch gut zu-

Pieris japonica Japanische Lavendelheide

rechtkommen.

Rhododendron Cultivars (Repens-Gruppe) Zwerg-Rhododendron Skimmia japonica Skimmie Viburnum tinus Lorbeer-Schneeball Argyranthemum frutescens

Vinca minor Kleines Immergrün

Strauchmargerite

laubabwerfende Laubgehölze

Campanula isophylla Stern-Glockenblume Dianthus Cultivars

Tiroler Gebirgshängenelke

Acer palmatum ’Dissectum Atropurpureum‘

Sutera grandiflora

Großblütige Schneeflockenblume

Roter Schlitz-Ahorn

Xerochrysum bracteatum

Garten-Strohblume Acer japonicum Japanischer Ahorn

Freilandpflanzen für Sonnenplätze

Amelanchier canadensis Kanadische Felsenbirne Betula nana Zwerg-Birke Carpinus betulus Gewöhnliche Hainbuche

Antirrhinum majus

Salix caprea Sal-Weide

Großes Löwenmaul

Koniferen Ageratum houstonianum Leberbalsam Canna indica

Indisches Blumenrohr

Dianthus chinensis

Kaiser-Nelke

Pinus mugo

Gazania Cultivars Mittagsgold

Berg-Kiefer

Pelargonium Cultivars Geranie Sanvitalia procumbens Husarenknopf

Abies balsamea ’Nana‘ Zwerg-Balsam-Tanne Cedrus deodara

Windempfindliche Freilandpflanzen

Himalaya-Zeder

Chamaecyparis lawsoniana Lawsons Scheinzypresse Chamaecyparis obtusa ’Nana Gracilis‘ Juniperus squamata ’Meyeri‘

Zwerg-Muschelzypresse

Schuppen-Wacholder

Petunia Cultivars

Picea glauca ’Conica‘ Zuckerhut-Fichte

Petunie

Pinus mugo var. mughus Sciadopytis verticillata

Krummholz-Kiefer Schirmtanne

Calceolaria integrifolia Pantoffelblume

Taxus baccata ’Fastigiata‘ Säulen-Eibe

Calibrachoa Cultivars Kleine Hängepetunie, Zauberglöckchen

Taxus cuspidata ’Nana‘ Japanische Eibe

Heliotropium arborescens Vanilleblume, Sonnenwende

Thuja occidentalis Abendländischer Lebensbaum

Lantana camara

Thujopsis dolabrata

Wandelröschen

Salvia splendens Feuer-Salbei

Hibalebensbaum

Tsuga canadensis ’Pendula‘ Hänge-Hemlocktanne

162 163


IV A NTWORT E N U N D LÖS UNGEN

so ist es

1 Pflanzungen für draußen 1·1 Standorte (Fragen S. 56) [1] Die Arbeitsschritte beim Bepflanzen einer Schale sind: ■ Auswahl der Pflanzen ■ Wässern und Säubern bzw. Ausputzen der Pflanzen ■ Dränung im Pflanzgefäß anlegen ■ Pflanzsubstrat in das Gefäß einfüllen ■ Austopfen der Pflanzen mit Kontrolle des Wurzelballens ■ Pflanzen einsetzen und Substrat andrücken ■ Pflanzsubstrat auffüllen und dabei einen Gießrand entwickeln ■ gewünschte Bodengestaltung ausführen ■ die Pflanzung angießen ■ Pflanzgefäß säubern und Pflanzen von Substratresten befreien [2] Ein Gefäß für eine Freilandpflanzung muss witterungsbeständig, oft sogar frostfest sein, Standsicherheit bieten sowie einen Wasserabfluss im Bodenbereich aufweisen. Gestalterisch muss es zur Umgebung passen. [3] Wasser dient der Pflanze als Nährstofflösungs- und -aufnahmemittel sowie als Transportmittel für Nährstoff-Ionen und Assimilate. Es ist für den Zellinnendruck (Turgor) unerlässlich und hat bei der Verdunstung in gewissem Umfang eine Temperaturregulierungsfunktion. Auch bei der Fotosynthese wird Wasser benötigt. [4] Pflanzen nehmen Wasser hauptsächlich durch Osmose mit feinen Haarwurzeln auf. Diese bilden sich laufend an den Spitzen junger Wurzeln und sterben kurz dahinter wieder ab. Das Wasser wird dann auf osmotischem Weg von Zelle zu Zelle und teils durch Diffusion durch die Zellzwischenräume bis zum Zentralzylinder der Wurzel geleitet. Hier beginnen die Leitbahnen, die das Wasser nach oben in den Pflanzenkörper leiten. Der Wasserfaden in diesen Leitbahnen ist durchgehend und reißt aufgrund der Kohäsionskräfte zwischen den Molekülen nicht ab. Da die Blätter verdunsten, wird unentwegt Wasser nachgesaugt. Neben der Verdunstung durch die Spaltöffnungen wird auch über die Epidermis mit ihrer Kutikula Wasser transpiriert. Manche Pflanzen weisen zusätzlich Drüsen (Hydathoden) auf, über die sie Wasser aktiv abgeben können (Guttation). [5] Die grünen, gelblich-braunen oder schwarzen Blattläuse sitzen unter den Blättern, an jungen Trieben und Knospen. Sie stechen die Leitbahnen und Zellen an und saugen Assimilate heraus. Ihr giftiger Speichel bewirkt Krüppelwuchs, Blätter rollen sich ein und Pflanzenteile sterben ab. Läuse scheiden so genannten Honigtau aus, auf dem sich Rußtaupilze ansiedeln, wodurch die Fotosynthese leidet.

sollte er seitlich und hinten mit Aufkantungen versehen sein, damit Erde, Dränmaterial etc. nicht unversehens vom Tisch rieseln. Die Arbeitsfläche muss stabil und unempfindlich gegen Schmutz, Wasser und Kratzer sein. Eine gute Beleuchtung ist für optimales Sehen wichtig, um schnell arbeiten und perfekt gestalten zu können. Wichtige gesundheitliche Aspekte sind eine zur Körpergröße passende Höhe der Arbeitsfläche und die Möglichkeit, schwere Pflanzungen mit entsprechenden Hilfsmitteln, z. B. einem Rollwagen, abtransportieren zu können. Gute Lichtverhältnisse sind nochmals wichtig, um beim Arbeiten Gefahrenquellen gut zu erkennen und Verletzungen zu vermeiden. Aus arbeitsökonomischer Sicht sollen zunächst Wege und Zeit gespart werden. Daher müssen alle Pflanzen und Werkstoffe sowie die erforderlichen Werkzeuge möglichst griffbereit sein. Die Beachtung der genannten arbeitstechnischen und gesundheitlichen Aspekte wirkt sich auch arbeitsökonomisch günstig aus, da man bei optimalen Arbeitsbedingungen weniger schnell ermüdet und verletzungsbedingte Ausfälle vermieden werden. [2] In Freilandpflanzschalen muss wenigstens ein Wasserabflussloch vorhanden sein, damit Regenwasser und überschüssiges Gießwasser abfließen kann und es nicht zu Staunässe kommt. Damit ein Wasserabflussloch nicht durch Pflanzerde oder Dränmaterial verstopft, kann man eine gewölbte Tontopfscherbe darüber legen. Eine flache Scherbe würde ihrerseits ein Verstopfen hervorrufen. [3] Beispiele für Pflanzen mit Blüten oder Blütenständen, an denen man Farbharmonien oder Farbkontraste beobachten kann, sind: ■ Komplementärkontrast: Violett blühende Usambaraveilchen mit gelben Staubbeuteln ■

Bunt-Unbunt-Kontrast: Margeritenblüten mit weißen Zungenblüten und gelben Röhrenblüten im Blütenkörbchen

[7] Beispiele für Zwiebelblüher siehe S. 162.

variierende Einfarbigkeit: Petunien mit hellviolettem Blütenrand und dunkleren Violettnuancen im Blütenzentrum

1·2 Jahreszeiten und Anlässe (Fragen S. 76)

Nachbarschaftsfarbigkeit: Lantanen mit Blüten von Orange bis Gelb innerhalb eines Blütenstands

[1] Unter arbeitstechnischen Gesichtspunkten muss ein Pflanztisch Platz für Gefäße, die benötigten Pflanzen, Bodengestaltungsmittel und Hilfsmittel wie Pflanzerde und Dränmaterial bieten. Außerdem

Quantitätskontrast: Weihnachtssterne, deren kleine gelbe Blüten von einer großen Fläche an roten Hochblättern umgeben sind

[6] Einjährige Freilandpflanzen für den Sommer siehe S. 162.


ANTWORTEN UND LÖSUNGEN

Qualitätskontrast: Rudbeckien mit reingelben Zungenblüten und braun-gelben Röhrenblüten im Blütenkörbchen

Helligkeitskontrast: Stiefmütterchen mit hellen äußeren Bereichen der Blütenblätter und dunkler Mitte

[4] Pflanzen für eine Sommerpflanzung siehe S. 162. [5] Pflanzenbeispiele für eine Herbstpflanzung siehe S. 162. [6] Beispiele für Freilandpflanzen für den Winter siehe S. 162. [7] Bodendeckende Freilandpflanzen siehe S. 165.

1·3 Formen (Fragen S. 90) [1] Materialien, aus denen Pflanzgefäße bestehen, mit möglichen Vor- und Nachteilen sind z. B.: Terrakotta ■ Vorteile: erdig-natürliches Aussehen und bei Außenbepflanzungen gute Porosität ■ Nachteile: Bruchgefährdung und hohes Gewicht Betonguss ■ Vorteile: Standsicherheit und relative Preiswertigkeit ■ Nachteile: Bruchgefährdung und eine eher technische als handwerkliche Wirkung Weidengeflecht ■ Vorteile: natürliche Wirkung und Leichtigkeit beim Transport ■ Nachteile: Wasserempfindlichkeit und fehlende Dichtigkeit ohne zusätzlich eingelegte Folie verzinktes Eisenblech ■ Vorteile: Dichtigkeit und Bruchsicherheit ■ Nachteile: Kratzempfindlichkeit und Verbiegungsgefahr

IV

[3] Mögliche Reihen innerhalb eines langen Balkonkastens sind: Stetige Reihe Mindestens drei gleiche Elemente werden in gleichen Abständen aneinandergefügt. Rhythmische Reihe Mindestens zwei verschiedene Elemente werden in gleichbleibender, wenigstens dreimalig wiederholter Abfolge geordnet. Abgestufte Reihe Die Elemente dieser Reihen sind in ihrer Abfolge schrittweise kleiner oder größer werdend angeordnet. Auch die Abstände oder die Farbigkeit der Werkstoffe können sich schrittweise verändern. Solche Reihen können aus gleichen oder aus unterschiedlichen Elementen entwickelt werden. Der Schwerpunkt kann in der Mitte liegen, aber auch seitlich verschoben sein. Unregelmäßige Reihe Diese Reihe enthält wenigstens drei oder mehr unterschiedliche Elemente, die ihren Zusammenhalt hauptsächlich durch die Reihung erhalten. Zwar können auch hier wiederkehrende Einzelteile verwendet werden, ein bleibender Abfolgerhythmus ist aber nicht erkennbar. [4] Beispiele für Koniferenarten für Pflanzschalen siehe S. 163. [5] Beispiele für Knollenpflanzen siehe S. 164. [6] Bei Freilandpflanzungen werden Pflanzen als Strukturpflanzen bezeichnet, die weniger durch Blüten, als vielmehr durch Blatttexturen oder texturhafte Blütenstände schmücken, wie sie die Gräser aufweisen. Im Wesentlichen weisen sie eine Farbigkeit aus verschiedenen Grünnuancen auf und bilden so innerhalb einer Pflanzung die ruhigen Bereiche. Außerdem strukturieren sie, mehrfach verwendet und entsprechend positioniert, die gesamte Gestaltung. [7] Pflanzen für Ampelpflanzungen im Freien siehe S. 164.

Kunststoff ■ Vorteile: Preiswertigkeit, leichte Säuberung, Leichtigkeit beim Transport ■ Nachteile: gewichtsbedingt geringere Standfestigkeit als gleichgroße Gefäße z. B. aus Keramik, oft kein natürliches Aussehen [2] Viele Pflanzen sind an die zwischen den Jahreszeiten wechselnde Tageslichtdauer, d. h. auf Dunkelheits- und Helligkeitsphasen, eingestellt. Den Effekt nennt man Fotoperiodismus. Entscheidend ist dabei vor allem die Länge der Dunkelphase. Langtagspflanzen benötigen demnach eine lange Lichtdauer und eine kurze Dunkelphase, während Kurztagspflanzen eine kurze Lichtdauer und eine lange Dunkelphase brauchen. Die Dunkelphase kann bereits durch kurzes Störlicht oder etwa Vollmond unterbrochen werden. Durch die Phasendauer werden in den Pflanzen Wachstums- und Entwicklungsprozesse gesteuert bzw. ausgelöst, vor allem die Blühinduktion, also der Anstoß zur Blütenbildung. Der Vorteil für die Pflanze liegt darin, die günstige Vegetationsphase zu erkennen und z. B. nicht unnötig Energie zur Blütenbildung aufzuwenden, wenn die notwendigen Bestäuber, meist Insekten, noch gar nicht fliegen. Dieser Effekt wird gärtnerisch zur Steuerung entsprechender Pflanzenkulturen genutzt. Langtagspflanzen sind z. B. Rittersporn, Fuchsie und Sonnenblume, Kurztagspflanzen sind z. B. Weihnachtsstern, Chrysantheme und Kalanchoe.

1·4 Gestaltungsarten und -themen (Fragen S. 100) [1] Ein Gießrand ist der ein bis zwei Finger breit über die Substratoberfläche hinausragende Rand eines Pflanzgefäßes. Er ist erforderlich, damit beim Gießen das gesamte Wasser gut einsickern kann und nicht über den Rand aus dem Gefäß herausläuft, wobei meist auch Erde ausgeschwemmt wird. [2] Eine hochwertige Pflanzerde erfüllt folgende Aufgaben: Sie bietet der Pflanze Halt und festen Stand. ■ Sie führt durch die Kapillarität zwischen ihren Partikeln Wasser und die gelösten Nährstoffe zu den Wurzelhaaren. ■ Sie enthält Nährstoffe, die durch Lösung im Wasser den Pflanzen zur Verfügung stehen. ■ Sie puffert durch ihre Krümel- und Partikelstruktur die Konzentration der Nährstoffionen ab. ■

[3] Tierische Pflanzenschädlinge (mit Bekämpfungsmaßnahme) sind z. B.: ■ Blattläuse (Spritzen mit Aphizid) ■ Schildläuse (Spritzen mit ölhaltigem Insektizid) ■ Mottenschildläuse oder Weiße Fliegen (Spritzen mit systemischem Insektizid)

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