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Ausgabe KW10 2017

Angst vor dem Abstiegsgespenst? Warum der FC 04 erstklassig bleibt und warum nicht. Seite 9 Zwangsentschleunigt: Oliver Scholtyssek und sein Experiment „Strom-Fasten“ Seite 18 Tolle Knolle: Rupert Ebners Plädoyer für die heimische Kartoffel

WIE GEHT ES WEITER BEIM ERCI? SAMUELSSONS PANTHER NACH DEM AUS Seite 06

Foto: Ralf Lüger

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THEMA

Blickpunkt | KW10 2017

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Wird härter gestritten als früher? Der Ingolstädter Stadtrat und die „neuen“ Umgangsformen

Von Hermann Käbisch Als er noch nicht in Ungnade gefallen war, behaupteten Stadträte der Rathausopposition, in der Amtszeit von Altoberbürgermeister Alfred Lehmann sei es Dank seiner Sitzungsleitung und seines Führungsstils im Stadtrat sachlicher zugegangen, der Umgangston sei freundlicher gewesen. Und Ehrenbürger Peter Schnell, Lehmanns Vorgänger, wird von einigen Oppositionsstadträten schon fast als einer der Ihren gesehen, so menschlich und kooperativ sei er als Stadtoberhaupt gewesen. Trügt der Schein? Stadtratsneuling Christian Lange, Fraktionsvorsitzender der Bürgergemeinschaft, ließ sich ja kürzlich mit den Worten zitieren, Macht brauche Kontrolle und das habe in Ingolstadt von 2000 bis 2014 nicht funktioniert. Mit anderen Worten, der Newcomer wirft den altgedienten Stadträten der Opposition schlechte Arbeit vor. Musste also erst die Bürgergemeinschaft kommen, damit dem Oberbürgermeister und den ihm nahe stehenden Parteien auf die Finger geschaut und Klartext gesprochen wird? Nun gilt der sarkastische Satz, dass Sachkenntnis der freien Rede schade, in diesem Fall bei Lange. Vielleicht ist es auch der „Fluch der späten Geburt“, der ihn hier trifft. Lange (und andere) weiß offensichtlich nicht, dass schon zu Peter Schnells Zeiten im Stadtrat mit recht harten Bandagen gekämpft wurde. So griffen die SPD-Stadträte im Jahre 1977 zur schärfsten Waffe, die sie haben: Sie verließen aus Protest, weil sie weitere Debatten wohl für unsinnig hielten, den Sitzungssaal, um den Stadtrat beschlussunfähig zu machen. Peter Schnell wollte damals das

Christian Lange (BGI), Achim Werner (SPD) und Petra Kleine (Grüne) Foto: Sabine Roelen

Amt des Pressesprechers einführen und Dr. Gerd Treffer dafür haben. Das hätten die Oppositionellen auch fast verhindert. Doch zwei Genossen, darunter Manfred Schuhmann, machten das Spiel nicht mit und hielten sich an „parlamentarische Gepflogenheiten“, wonach im Stadtrat eben Entscheidungen zu fällen und nicht zu verhindern sind. Damit war der Rat beschlussfähig und der Pressesprecher in der Person von Dr. Gerd Treffer wurde installiert. Der kooperative und so menschliche Peter Schnell wusste also auch, sich gegen den Willen der Opposition durchzusetzen – was ein Politiker mit Führungsanspruch können muss. Auch als Alfred Lehmann Oberbürgermeister war, ging es gelegentlich hoch her. Seine Auseinandersetzungen mit Achim Werner wegen der Einbogenlohe waren hart, so hart dass Lehmann dem SPD-Fraktionsvorsitzenden das „Du“ entzog. Und die Haushaltsdebatten hatten es in sich. Hier fielen so harte Worte, dass die SPD nach einer „Haushalts-

schlacht“ – früher diente die Debatte über den Haushalt der Opposition der „Generalabrechnung“ mit der Stadtspitze - nicht am traditionellen Jahresabschlussessen teilnahm. So viel zum Thema „Wertschätzung“ in früheren Jahren. Die Oppositionsparteien stimmten den vom Kämmerer vorgelegten Haushalt in der Regel nicht zu. Anders im Dezember 2016: Ohne große Debatte wurde der Haushalt mit allen Stimmen, also auch der von Christian Lange, verabschiedet. Was hat sich denn nun seit 2014 grundlegend geändert? Die Grünen stellen mit Rupert Ebner einen Referenten, sind somit faktisch an der „Stadtregierung“ beteiligt. Dennoch fühlen sie sich als Teil der gemeinsam auftretenden Oppositionsgruppen von SPD, Bürgergemeinschaft, ÖDP und eben der eigenen Partei. Wie sich die Grünen da fühlen wollten wir gern von Petra Kleine wissen. Aus Zeitgründen sah sie sich nicht in der Lage, unserer Interviewanfrage vom Dienstag nachzukommen.

Von einer „vereinigten Opposition“, die der Mehrheit von CSU und FW möglichst geschlossen gegenüber stehen will, ist gelegentlich die Rede. Bei der Wahl des Rechtsreferenten hatten viele erwartet, dass man sich auf einen Kandidaten einigt. Der grüne Bewerber erhielt dann nur 9 Stimmen. Von geballter Oppositionsmacht war da nichts zu spüren. Der Münchner Kandidat, ein Mitglied der SPD, zog vor der Wahl seine Bewerbung zurück. Vielleicht sieht man ihn aber wieder: als OB-Kandidaten 2020. Allerdings: Den größeren Aufmerksamkeitsgrad und die besseren Chancen darf Christian Lange für sich in Anspruch nehmen – jedenfalls so lange manche Medien seine Pressemitteilungen kritiklos übernehmen und groß heraus bringen. Der Ton wird rauer? Vielleicht nach Langes eingangs zitierter Äußerung zwischen den Oppositionsparteien. Wie schrieb Petra Kleine kürzlich in Facebook: „Dann ist das jetzt die Wahlkampfstrategie für 2020, dass in der Opposition darum gerungen wird, ob es Opposition (eine, die diesen Namen verdient hat, meint man damit selbstredend) auch schon vor 2014 gab ...? Diese Wende gefällt mir nicht, dass man sich nach der CSU jetzt die „fehlende Opposition“ von „vor 2014“ vorknöpft. Jetzt ringt schon der erste darum auch vor 2014 schon Opposition gewesen sein zu dürfen... Falscher Ansatz und falsche Richtung – aber gut zu wissen, dass es jetzt in diese Richtung gehen soll. Dann ist meine Aufgabe jetzt also, zu beschreiben, wer wann als Oppositionsführer*in gesehen wurde, wer welches Thema zuerst hatte und wann andere sich drangehängt haben??? Sorry, nein danke. Dieses „es gab keine Opposition vor 2014“-Spiel und das Nachmessen, das spielt bitte ohne mich.“


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LEUTE

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Euphorisierte Genossen

Die SPD startete im Kastaniengarten ins Bundestags-Wahlkampfjahr

Der SPD Bundestagskandidat Werner Widuckel sprach in seiner Rede das Thema „soziale Gerechtigkeit“ an.

(ma) Ja, es herrscht Aufbruchstimmung bei der SPD. Und die war beim politischen Aschermittwoch der Ingolstädter Genossen in Unterhaunstadt fast schon spürbar. Der Ingolstädter SPD-Vorsitzende Christian De Lapuente brachte es gleich zu Beginn der Veranstaltung im Kastaniengarten auf den Punkt: „Sozialdemokrat zu sein, war nicht immer vergnügungssteuerpflichtig.“ Jetzt aber würden die Menschen der SPD wieder näher kommen. Der SchulzEffekt macht sich bemerkbar, aber nicht nur der: „Die SPD Stadtratsfraktion zeigt, wie gute Oppositionsarbeit funktioniert“, betonte De Lapuente und lobte den Fraktionsvorsitzenden: „Achim, lass dabei nicht locker!“ Dass der Angesprochene auf keinen Fall locker lassen werde, bewies er an diesem Abend mit deutlichen Worten, die sich nicht nur an die CSU-Stadtspitze richteten („Lösel hat in der Sondersitzung des Stadtrats weinerlich auf die Tränendrüse gedrückt“). Auch

Susanna Smyczek-Schuhmann, Manfred Schuhmann und Werner Widuckel

Christian De Lapuente und Josef Brustmann

Etliche frisch gebackene Jusos kamen zur Veranstaltung.

den Grünen Umweltreferenten Rupert Ebner schloss er wegen des Baus der Kindertagesstätte am Kreisel Gerolfinger Straße / Krumenauer Straße in seine Kritik mit ein. „Wir brauchen noch viel mehr Sozialdemokraten in Ingolstadt, damit es mit dieser Stadt wieder aufwärts geht!“, meinte Achim Werner. Hauptredner des Abends war Bundestagskandidat Werner Widuckel. Der ehemalige Audi-Vorstand sparte ebenfalls nicht mit Lob für die SPD-Stadtratsfraktion: „Ihr zeigt, was eine gute Opposition wert ist und ihr zeigt, ob man Probleme lösen oder löseln will.“ Widuckel sprach in seiner Re-

de davon, dass kein kurzer Sprint, sondern ein Marathon vor den Genossen liege. Die erste Etappe sei am 24. September erreicht, wenn Martin Schulz Bundeskanzler werde, in der zweiten Etappe 2018 muss dann die absolute Mehrheit der CSU in Bayern gebrochen werden. „Wir spielen auf Sieg!“ Nach der Politik war Kabarett angesagt: Mit Josef Brustmann hatte die SPD einen hochkarätigen Gast engagiert, der zum Schluss die Frage stellte: „Was ist der Unterschied zwischen dem FC 04 und einem Lehrbuben?“, fragte er. Die Antwort: Der Lehrbua kann immer noch Meister werden.


LEUTE

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„Hort liberaler Demokratie“ Die CSU lud zum Fischessen in den Peterwirt

(kk) „Es geht uns so gut wie nie zuvor, wir sind in der glücklichen Lage, dass wir eine der freiheitlichsten und offensten Gesellschaften verwirklicht haben, denn Demokratie und Rechtsstaatlichkeit werden bei uns hoch gehalten. Wir sind ein Hort von liberaler Demokratie“, betonte der CSU-Landtagsabgeordnete Markus Blume in seiner Rede am Aschermittwoch vor rund 300 Besuchern im Gasthaus Peterwirt in Unsernherrn. Der Ehrengast war auf Einladung des CSU-Kreisverbands Ingolstadt zum traditionellen Fischessen in die Schanz gekommen, das zum 40. Mal stattfand. Der Vorsitzende der CSUGrundsatzkommission ist neuerdings auch stellvertretender Generalsekretär der Christsozialen. Blume sagte, dass jede offene Gesellschaft aber auch ihre Grenzen kennen müsse und daher gebe es keine Alternative zur Begrenzung

Christine Haderthauer, Markus Blume und Franz Wöhrl Fotos: Kajt Kastl

Peter Schnell und Hans Amler

des Zuzugs. Eine Leitkultur stehe für den gesellschaftlichen Grundkonsens in diesem Land. Die christliche Prägung als Grundlage, dass sich Menschenwürde entwickelt habe, dürfe nicht in Frage gestellt werden; auch dass eine gemeinsame Sprache gesprochen werde, gehöre zur Leitkultur, so der Ehrengast. „Wir wollen kein Multi-Kulti, keine Parallelgesellschaften und kein anderes Land.“ Im Vorprogramm stand zunächst Bruder Barnabas (Martin Dick) mit seiner Fastenpredigt auf dem Programm. Der Ehrengast wurde in

Unsernherrn von zahlreichen politischen Würdenträgern empfangen, darunter Bundestagsabgeordenter Reinhard Brandl, Landtagsabgeordnete Christine Haderthauer, Oberbürgermeister Christian Lösel, CSU-Kreisvorsitzender Hans Süßbauer und Bürgermeister Albert Wittmann. Die Begrüßung nahm Stadtrat Franz Wöhrl vor. Musikalisch umrahmt wurde der Politische Aschermittwoch von der Trachtenkapelle Lenting. Weitere Bilder zu Veranstaltungen aus Ingolstadt finden Sie online unter www.blickpunkt-ingolstadt.de

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SPORT

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Das war zu wenig!

Mit dem Aus in der ersten Runde der Play-offs beendet der ERC Ingolstadt eine verkorkste Saison

Kommunikation fehlgeschlagen: Tommy Samuelsson und seine Panther schockierten die Fans mit dem frühen Saisonaus. Von Sabine Kaczynski Nach der Meisterschaft 2014 und dem Vizemeistertitel 2015 sind die Panther heuer – genau wie in der vergangenen Saison – bereits in der ersten Runde der Play-offs ausgeschieden. Enttäuschung pur für die Fans, die sich weit mehr erhofft hatten. Immerhin belegten die Ingolstädter zum Ende der Hauptrunde Platz 7, das von Chefcoach Tommy Samuelsson ausgegebene Ziel „Erreichen der direkten Play-off-Plätze“, also die ersten sechs, wurde nur um einen Platz verfehlt. Zudem garantierte Rang 7 das Heimrecht für die Panther, alles in allem also gute Voraussetzungen für das Weiterkommen ins Viertelfinale. Doch weit gefehlt: Nicht nur das Heimspiel gegen den Tabellenzehnten, den Liganeuling Fischtown Pinguins, ging verloren, auch das zweite Match, diesmal auswärts in Bremer-

haven, verloren die Panther und verabschiedeten sich damit in die Sommerpause.

groß wäre nicht nur der finanzielle, sondern auch der Image-Schaden. Die Zuschauerzahlen gehen bereits

Foto: Jürgen Meyer

drastisch zurück, dass das Heimspiel in der ersten Play-off-Runde nicht ausverkauft war, spricht für sich.

Analyse und Fehlersuche Nun muss man beim ERC Ingolstadt nach den Gründen und Fehlern suchen, die die zweite verkorkste Saison verursacht haben. Muss nun Jiri Ehrenberger, Sportdirektor des Vereins und für die Fans ohnehin ein rotes Tuch, wie die regelmäßig wiederkehrenden „Ehrenberger raus!“-Rufe zeigen, seinen Hut nehmen? Wird man sich von Spielern trennen – auch wenn deren Verträge noch nicht auslaufen? Oder sucht man gar für ChefCoach Tommy Samuelsson einen Ersatz, obwohl dieser erst im Dezember seinen Vertrag verlängert hat? Spekulationen, denen jedoch bald auch Taten folgen werden, denn eines ist klar: Es muss sich etwas verändern, der Verein muss handeln. Eine weitere derart enttäuschende Saison wird sich der ERC nicht leisten können, zu

Da war die Welt noch in Ordnung: Thomas Pielmeier (#50 ERCI) wurde für sein 400. DEL Spiel geehrt – links Claus Gröbner Geschäftsführer ERCI – rechts Sportdirektor Jiri Ehrenberger Foto: Jürgen Meyer


SPORT

Blickpunkt | KW10 2017 Wir haben nach Meinungen, Gründen und Konsequenzen gefragt. Georg Niedermeier, Stadtrat BGI und bekennender ERC-Fan: „Das frühe Ausscheiden schmerzt den treuen Fan besonders – immerhin

Georg Niedermeier

Foto: BGI

habe ich kaum ein Spiel versäumt – da immer wieder ein sehr wechselhaftes Mannschaftsverhalten gezeigt wurde. Man hatte nie den Eindruck, dass die Mannschaft stabil und fähig ist, über einen längeren Zeitraum Leistung zu bringen. Immer wieder bewahrheitet sich der Spruch: Der Sturm gewinnt Spiele, die Verteidigung Meisterschaften. Die vielen Gegentore zeigen ganz deutlich, dass von Pielmeier (zu viele Fangfehler) angefangen, über die zum Teil überalterten (Köppchen), außer Form spielenden (Kohl, Schopper) und überschätzten Verteidiger (Salcido) die gesamte Mannschaft es am

Verteidigungswillen fehlen ließ. Oft genug wurde vom Gegner ein Spiel gedreht, weil man viele Chancen nicht nutzte bzw. zu nachlässig agierte. Es muss ein umfassender Umbruch stattfinden, von Teilen der Mannschaft angefangen, über den Trainer – die Mannschaft hatte konditionelle Probleme – bis zu der Führung, wobei ich den Sportdirektor nicht ausnehme. Nicht alle Verpflichtungen haben die Erwartungen erfüllt. Es muss auch über die langfristigen Verträge, z. B. von Pielmeier und Buck, gesprochen werden. Sicherlich kann es auch mal eine schlechtere Saison geben, aber man hatte den Eindruck, dass es seit dem Gewinn der Meisterschaft stetig bergab geht. Als echter Fan werde ich mir aber auch für die nächste Saison eine Dauerkarte besorgen.“ Petra Vogl, Fanbeauftragte des ERC Ingolstadt und Fan der ersten Stunde: „Ich bin schon ziemlich enttäuscht, dass wir zum zweiten Mal in den PrePlay-Offs gescheitert sind. In der schönsten Eishockeyzeit des Jahres sind die Panther nicht dabei...Platz 6 wurde auch um 13 Punkte verpasst, somit kann man nicht wirklich zufrieden sein. Ich denke es lag daran, dass zu viele Punkte auf der Strecke blieben, unser eh schon zu dünn besetzter Kader wurde zusätzlich noch durch Verletzungen geschwächt. Das Team musste lange Zeit mit 3 Reihen spielen. Das zehrt an den Kräften. Die Nachverpflichtungen kamen meiner Meinung nach zu spät – und richtig weiterhelfen konnte uns von ihnen auch keiner mehr. Zudem er-

hielten die Förderlizenzspieler zu wenig Eiszeit. Die Frage nach den Konsequenzen ist schwer, ich kann sie kaum beantworten. Es muss alles genau analysiert werden, die gesamte sportliche Leitung blieb hinter den Erwartungen zurück. Man muss hinterfragen, ob die Wahl der Neuverpflichtungen dem Team etwas brachte, ob das Fitness-Level ausreichend war und ob der Trainer wichtige Akzente setzen konnte, die die Mannschaft auch umsetzen kann.“

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Wenn man aber einen Hauptgrund festmachen will, dann waren wohl zu viele Spieler nicht bereit, sich für den Erfolg des Teams zu opfern, und das ist nun mal bei einer Mannschaftssportart unerlässlich. Ich denke auch, der Schnitt und die Maßnahmen nach dem Ausscheiden in den Preplayoffs gegen Straubing im letzten Jahr waren nicht konsequent genug. Das wird uns so heuer nicht mehr passieren.“ Klare Worte, die vermuten lassen, dass wohl einige Köpfe rollen werden. Wen es trifft, dürfte, wie unsere Zeitung erfahren hat, bereits in der am 10. März angesetzten Pressekonferenz verkündet worden sein. Immer aktuell informiert bleiben Sie über www.blickpunkt-ingolstadt.de – hier erfahren Sie sofort, wenn sich die Situation beim ERCI verändert!

Petra Vogl

Foto: Kaczynski

Jürgen Arnold, Beiratsvorsitzender: „Mit dem frühen Ausscheiden des ERC habe ich überhaupt nicht gerechnet, weil unsere Ziele deutlich höher gesteckt waren. Die Enttäuschung und der Schock sitzen immer noch tief. Ich denke die Gründe für das vorzeitige Saisonende sind vielfältig und man muss erst mal alles analysieren.

Jürgen Arnold

Kopf hoch! Wir freuen uns auf die nächste Saison! Die Partner und Sponsoren des ERC Ingolstadt

Foto: Bösl


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SPORT

Blickpunkt | KW10 2017

Bis 2020 in Liga Drei?

Der nächste Ingolstädter Gutenachtlauf findet am 12. März statt

Foto: privat

Die Handballer des MTV Ingolstadt halten an ihren hoch gesteckten Zielen fest

Im Dunkeln ist nicht nur gut munkeln

Die Handballer des MTV Ingolstadt kann man auch beim Familientag am 19. März anfeuern. Foto: MTV Ingolstadt (bp) Bis 2020 in Liga Drei. So lautete die Überschrift eines Blickpunkt Berichts über die MTVHandballer im Jahr 2014. Zeit also, um eine „Halbzeitbilanz“ zu ziehen. Sind die (hoch gesteckten) Ziele erreicht worden, was hat sich personell getan? „Wir sind auf Kurs“, so lautet das Fazit des sportlichen Leiters, Norbert Hartmann. „Wenn wir auch mit einigen Schwierigkeiten und personellen Veränderungen kämpfen mussten, so haben wir doch unsere Zwischenziele erreicht.“ So sind der damalige Abteilungsleiter Achim Mette und auch Trainer Laszlo Ferencz nicht mehr an Bord. Aber die Lilaweißen konnten mit Robert Napast einen echten Handballer und Eigengewächs als Abteilungsleiter gewinnen und mit Dieter Auernhammer steht als Coach auch ein alter Bekannter in Ingolstädter Handballkreisen bis zum Saisonende zur Verfügung. Die erste Mannschaft konnte zwei Aufstiege in Folge feiern und befindet sich momentan in der Landesliga Nord auf dem achten Tabellenplatz. Die männliche A-Jugend führt die Tabelle in der ÜBL an, die weibliche B-Jugend belegt den fünften Platz in der ÜBOL und die Damen sind auf Meisterschaftskurs in der Bezirksklasse. Für den Abteilungsleiter Robert Napast sind diese Erfolgsmeldungen aber kein Grund, sich auf den Lorbeeren auszuruhen: „Wir haben sicherlich schon einiges erreicht. In der sehr stark aufgestellten Landesliga Nord wollten wir uns im ersten Jahr etablie-

ren und mit dem Abstieg nichts zu tun haben. Das ist uns bisher nur zum Teil gelungen. Einige Spiele haben wir leichtfertig vergeben und wenn man weiß, dass mindestens vier Mannschaften absteigen, dann sind wir noch nicht gerettet. Aber die Mannschaft ist stark genug, um den Klassenerhalt zu sichern. Was wir noch nicht geschafft haben, ist die Zuschauer so zu begeistern, wie es diese tolle Sportart verdient hat. Bei Auswärtsspielen im fränkischen Raum sind 200 bis 300 Fans keine Seltenheit.“ Eine Gelegenheit, den MTV-Handballer näher kennenzulernen bietet sich am 19.03. Die AOK Ingolstadt veranstaltet in Kooperation mit der Handballabteilung zwischen 14.00 und 19.00 Uhr einen Familientag zum Thema „Ernährung für Freizeitsportler“ in der MTV-Halle. Im Rahmen dieser Aktion findet auch das Spiel des LandesligaTeams gegen den TV Erlangen Bruck statt. Anwurf ist um 16.00 Uhr. Mit den Erlangern steht noch eine Rechnung offen. Im Hinspiel zeigten die Lilaweißen ihre bisher schlechteste Saisonleistung und verloren verdient mit 35:22. Bereits um 14 Uhr bestreitet die zweite Garnitur der Lilaweißen ihr Heimspiel gegen die Handballer vom ASV Dachau. Um 18 Uhr muss dann die Damenmannschaft vom MTV ihre vorletzte Hürde nehmen. Als Tabellenführer haben die Mädels von Trainer Ralf Henschker den Tabellenletzten aus vom TSV Mainburg zu Gast und ein klares Ziel vor Augen, die Meisterschaft. Mit einem Sieg könnte man den Sekt schon mal kaltstellen. Für Besucher des Familientags ist der Eintritt frei.

(ma) Wenn der Vollmond den Nachthimmel erhellt (oder theoretisch hinter einer Wolkendecke zu finden wäre), dann treffen sie sich. Sie sind keine „Mondanbeter“ oder Nachtgeschöpfe, sondern begeisterte Sportler. Immer bei Vollmond um 21.30 Uhr geht’s los, dann wird gemeinsam gelaufen. Aus Freude am Sport, aber auch mit einer Botschaft in Sachen Tierschutz. Hinter der Idee des Gutenachtlaufs steckt der Verein Laufen gegen Leiden, der 2014 in München gegründet wurde. Der Ultratrailläufer, Triathlet und mehrfache Ironman Mark Hofmann verbindet mit dieser Initiative die Idee der veganen Ernährung mit dem Sport. Die Ingolstädter Gruppe von „Laufen gegen Leiden“ wird von Daniela Knott geleitet, sie wird auch am 12. März wieder mit dabei sein, wenn sich „Stammläufer“ oder aber auch Neulinge unter der Donaupegel-Anzeige an der Konrad-Adenauer-Brücke (Ecke Parkstr.) treffen, um von dort über die Konrad-Adenauer-Brücke das nördliche Donauufer entlang bis zur Staustufe zu laufen und dann entlang des südlichen Donauufers wieder zum Klenzepark zurückzukehren. Die Runde beträgt etwa 6 Kilometer und ist für Einsteiger wie Vollblutläufer geeignet. Abgehängt wird niemand: „Wir teilen die Gruppe bei Bedarf auch in schnellere und langsamere Läufer ein“, erklärt Daniela Knott. Eine Anmeldung ist übrigens nicht nötig, kommen kann jeder, der Spaß an der Bewegung hat. Jeder Gutenachtlauf ist dabei auch ein Spendenlauf, denn die Sportler spenden – auf freiwilliger Basis – pro Teilnahme einen Euro. Das ist nicht viel, aber weil es diesen Lauf inzwischen in Deutschland, Österreich und

der Schweiz gibt, kommen so pro Monat 1000 Euro zusammen. Und dieses Geld kommt dem Verein „Laufen gegen Leiden“ zugute, der es wiederum an unterschiedlichste Tierschutzorganisationen wie PeTa, Sea Shepherd, Hof Butenland oder die AlbertSchweitzer-Stiftung oder aktuell die Tierretter in Münster weiter gibt. Jedes Mal spielt der vegane Gedanke eine Rolle: „Eine Tierschutzorganisation, die bei ihrem Sommerfest Grillwürstl anbietet, passt da eben nicht ins Konzept“, so Daniela Knott. Grundsätzlich verstehe man sich aber nicht als „missionarische Organisation“, sondern wolle die Idee veganer Lebensführung einfach ins Bewusstsein der Menschen tragen. Das passiert beispielsweise auch durch sogenannte „Kuckucksläufe“. Hier melden sich Vereinsmitglieder in möglichst großer Zahl bei einem Laufereignis oder einer Triathlonveranstaltung an, um als Gruppe (jeder trägt ein Laufen-gegen-Leiden-Shirt) auffällig in Erscheinung zu treten. Wenn so auch noch ein Sportereignis „veganisiert“ wird, also die Verpflegung der Sportler auf eine vegane Versorgung umgestellt wird, dann ist das Ziel so einer Aktion mehr als erreicht. Aber Sport, vielleicht sogar Extremsport und eine Ernährung ohne tierische Produkte, funktioniert das? „Es gibt Sportler, die sagen, dass man mit pflanzlicher Ernährung sogar schneller regeneriert“, erklärt Daniela Knott. Wer sich Anregungen oder Informationen zu diesem Thema holen möchte, kann sich entweder beim Gutenachtlauf ganz unverbindlich austauschen (So., 12.03. um 21.30 Uhr, Donaupegel-Anzeige am Brückenkopf in Ingolstadt) oder reinklicken unter www.laufengegenlei den.de bzw. bei facebook unter www.fb.com/gutenachtlauf


SPORT

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Abstiegsgespenst vs. #1bleiben Die nächsten Spiele entscheiden über die Zukunft des FC Ingolstadt 04

Zusammenhalt im Abstiegskampf: Der FC Ingolstadt 04 will das Saisonziel Klassenerhalt unbedingt erreichen. Von Sabine Kaczynski Elf Spiele müssen die Schanzer noch absolvieren, dann steht endgültig fest, ob sie das Saisonziel – nämlich den Klassenerhalt – erreicht haben. Trotz einer beeindruckenden (Punkte-)Aufholjagd stehen die Ingolstädter nach wie vor auf Rang 17 der Tabelle und damit auf einem direkten Abstiegsplatz. Fünf Zähler ist der Relegationsplatz inzwischen entfernt, dennoch träumen Verein, Mannschaft und Fans natürlich weiterhin von Liga 1, nicht umsonst heißt der aktuelle Slogan #1bleiben. Also haben wir mal überlegt, was für und was gegen den Klassenerhalt spricht. Pro Der Motivator Wäre die Saison erst mit Trainingsübernahme von Maik Walpurgis losgegangen, würde der FCI auf Platz 13 der Tabelle, sogar punktgleich mit Platz 12 liegen. Vielleicht kann der Rotschopf den Schanzern auch weiterhin so viel Selbstbewusstsein einflüstern, dass es doch noch zum Klassenerhalt reicht. Erstligatauglich Auch wenn der Tabellenplatz es nicht vermuten lässt, die Schanzer

können in der ersten Liga mithalten. Man hat den damaligen Tabellenersten Red Bull Leipzig geschlagen, gegen die Spitzenclubs aus Dortmund und München sahen die Ingolstädter gut aus, alle Niederlagen (seit dem Trainerwechsel) waren eng und oftmals unglücklich – Zeit, dass die Glücksfee mal auf die Schanzer Seite wechselt! Magische Grenze Die ominösen „40 Punkte zum Klassenerhalt“ sind längst überholt. Für den Relegationsplatz reichten dem HSV in der Saison 2013/14 nur 27(!) Punkte, der VfB Stuttgart hatte damals mit 32 Punkten den Klassenerhalt sogar direkt geschafft. Momentan haben der HSV, Wolfsburg und Bremen nur fünf bzw. sieben Punkte Vorsprung, dabei treten die Schanzer gegen die beiden letzteren noch an, könnten ihnen also noch Punkte abnehmen. Teamspirit Der Glaube kann bekanntlich Berge versetzen. Und bei den Schanzern glauben nicht nur Mannschaft und Trainer, sondern das komplette Team einschließlich Verein und Fans an den Verbleib in Liga 1. So viel Rückhalt kann dann vielleicht auch den FC Ingolstadt 04 versetzen – nämlich auf einen der ungefährdeten Tabellenplätze.

Moral und Selbstvertrauen „Wir geben immer alles!“, beteuern Spieler und Coach regelmäßig vor und nach den Begegnungen. Seit Maik Walpurgis der Mann an der Seitenlinie ist, war das tatsächlich fast immer der Fall. Die Einstellung der Schanzer stimmt, es wird bis zum Umfallen gefightet, diese Moral wird schlussendlich hoffentlich auch belohnt. Contra Punktejagd Durchschnittlich 36 Punkte braucht man seit Einführung der 3-Punkte-Regel dennoch zum Klassenerhalt, d. h. die Schanzer müssten derzeit nochmal 18 Punkte einfahren, also 6 Siege oder dementsprechend mehr Unentschieden aus 11 Spielen – angesichts des Restprogramms theoretisch zwar machbar, aber eher utopisch. Torflaute Spiele kann man nur gewinnen, wenn man mehr Tore als der Gegner schießt. Genau das ist aber das Schanzer Problem: In neun Spielen haben sie gar keines, in sechs Spielen zu wenig Tore erzielt, macht zusammen 15 Niederlagen. Da hilft es auch nichts, wenn man sich „eigentlich“ mit dem Gegner auf Augenhöhe befindet.

Foto: Jürgen Meyer

Trainerwechsel Der FC Ingolstadt hat zu spät die Reißleine gezogen. Unter Markus Kauczinski haben die Schanzer nur zwei Punkte aus zehn Spielen geholt. Viel zu wenig! Mit diesem Stand ist bislang jede Mannschaft aus der Bundesliga abgestiegen. Zweifelhaft, ob die Ingolstädter hier „Geschichte neu schreiben“ können. Nicht abgeklärt Mal in der zweiten Minute, mal mit dem Schlusspfiff oder in der Nachspielzeit – immer wieder kassierte der FC Ingolstadt 04 zu diesen „Unzeiten“ spielentscheidende Tore. Punktgenaue Konzentration, Souveränität oder einfach Cleverness fehlen den Schanzern hier zur Spitzenmannschaft – um am Ende meistens auch die Punkte. Keine Verstärkung Zum Saisonbeginn und auch zur Winterpause hat der FCI versäumt, eine offensive Verstärkung zu verpflichten. Dass neue Spieler „zur Mannschaft passen“ sollen, ist löblich, dass man sich Superstars nicht leisten kann, verständlich. Zwar haben von den Neuzugängen Martin Hansen, Florent Hadergjonaj und Marcel Tisserand überzeugt, doch sie sind allesamt Defensiv-Spieler. Auf einen „Knipser“ warten die Fans noch immer.


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Sofortmaßnahme für Kurzzeitpflege Stadt Ingolstadt bezuschusst fünf Pflegeplätze

Abenteuer Deutschland Live-Multivisionsshow von Maximilian Semsch am 23. März im Radhaus

Maximilian Semsch berichtet am 23. März von seiner 7500 Kilometer langen Reise durch Deutschland Foto: Semsch

(bp) Erst im Februar hat der Stadtrat verschiedene Maßnahmen zur Verbesserung der Situation in der Kurzzeitpflege diskutiert und einstimmig eine Prüfung beauftragt, deren Ergebnis eine Arbeitsgruppe bis zum Sommer vorlegen soll. Eine Sofortmaßnahme hat die Stadt bereits in dieser Woche vollzogen. Herr Oberbürgermeister, Sie haben in dieser Woche erfreuliche Nachrichten für pflegende Angehörige verkündet. Wie sehen diese aus? Wir schaffen sofort fünf feste Kurzzeitpflegeplätze, die durch die Stadt Ingolstadt bezuschusst werden. Das generelle Problem ist ja, dass den Heimbetreibern durch die Bereitstellung von festen Plätzen ein Defizit entsteht, weil diese nicht vollständig durch die Pflegekassen finanziert werden. Damit nun trotzdem in Ingolstadt feste Kurzzeitpflegeplätze angeboten werden können, ist die Stadt bereit für fünf Plätze vorübergehend dieses Defizit zu übernehmen – bis zu 10.000 Euro pro Kurzzeitpflegeplatz. Das wäre doch eigentlich gar nicht die Aufgabe der Kommune … Das ist richtig, denn das ist ein bundesweites Problem, das in Berlin grundsätzlich zu lösen ist. Bis dahin möchten wir aber unsere Bürgerinnen und Bürger nicht alleine lassen, denn mir ist wichtig, dass Ingolstadt eine soziale Stadt ist. Pflegende Angehörige sollen Unterstützung und Entlastung finden. Es ist hoch anzurechnen, wenn sich Familien mit großem persönlichem Einsatz um ihre Ange-

hörigen kümmern. Eine zufriedenstellende Pflegesituation ist daher ein essenzielles Interesse unserer Bevölkerung – deshalb springt die Stadt Ingolstadt hier ein. Übernimmt die Stadt dann dauerhaft diese Unterstützung? Diese Sofortmaßnahme gilt zunächst einmal bis Ende 2018. Sie verschafft uns Zeit, um weitere Maßnahmen zu prüfen und anzugehen. Ich habe ja bereits ein Gutachten zur generellen Situation der Pflege in Ingolstadt in Auftrag gegeben. Damit steht absehbar eine solide Datenbasis zur Verfügung, auf deren Grundlage wir weitere Lösungsstrategien erarbeiten können, um die Pflegelandschaft in Ingolstadt insgesamt auch auf lange Sicht bedarfsgerecht zu gestalten. Dazu gehört auch, dass wir Abgeordnete und Ministerien auf dieses Problem aufmerksam machen und uns für eine bundesweite Lösung einsetzen. Die Stadt Ingolstadt hat als Sofortmaßnahme zur Sicherung des Angebots von planbaren Kurzzeitpflegeplätzen die Förderung von fünf dauerhaften Plätzen ausgeschrieben. Dies unter der Bedingung, dass damit keine vollstationären Pflegeplätze wegfallen dürfen, die ebenfalls dringend benötigt werden. Als einzige Einrichtung hat sich das HeiligGeist-Spital hierauf beworben und damit auch den Zuschlag erhalten. Mit sofortiger Wirkung stehen dort nun wieder fünf feste Kurzzeitpflegeplätze zur Verfügung.

(bp) Spricht der Münchner Maximilian Semsch (33) von einer Fahrradtour, waren dies bisher keine Sonntagsausflüge, sondern halbe Weltreisen. Seine Radreisen führten ihn bereits 13.500 km von München nach Singapur oder einmal 16.000 km um die größte Insel der Welt – Australien! Bisher fuhr Semsch durch über 30 Länder mit dem Fahrrad und legte dabei rund 60.000 km zurück. Nur von einem Land hatte er bisher kaum etwas gesehen – seinem eigenen. Dies sollte sich 2016 ändern, denn er ist überzeugt, dass das größte Abenteuer oftmals direkt vor der eigenen Haustür beginnen kann. Auf seiner 7.500 km langen Reise besuchte Semsch in etwas mehr als vier Monaten alle 16 Bundesländer. Der Startschuss fiel am 01. Mai 2016 in München. Deutschland besitzt rund 75.000 km Radfernwege, es ist

somit möglich das gesamte Land zu bereisen, ohne auf der Hauptstraße fahren zu müssen. Semsch sagt: „Bisher hat es mich bei meinen Reisen immer in möglichst entfernte und exotische Länder gezogen. Irgendwann wurde mir klar, dass ich bisher kaum etwas von meiner Heimat gesehen hatte, außer Autobahnen und Raststätten. Dabei besitzt Deutschland eine der besten Infrastrukturen für Radfahrer. Und so dachte ich mir: Warum nicht mal die unbekannte Heimat entdecken?“ Do. 23.03.2017 um 19.30 Uhr im RADHAUS, Bei der Arena 7, 85053 Ingolstadt Eintritt: 10,- Euro. Bitte rechtzeitig Karten im Vorverkauf besorgen, da der Platz in der RADHAUS-Arena begrenzt ist! Infos per Email unter info@radhaus.de oder telefonisch 0841–8857720.


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Kleiner Schritt, großer Sprung

Die Handwerksmesse in München bietet Aktionsflächen für Jugendliche (bp) Jugendliche für eine Ausbildung im Handwerk begeistern, das ist das Ziel von „YoungGeneration“ und „AutoBerufeAktuell“ auf der Internationalen Handwerksmesse bis 14. März auf dem Messegelände München. Auf den beiden Aktionsflächen können Jugendliche über 20 Berufe selbst ausprobieren. Zur Seite stehen ihnen dabei junge Handwerker, die von ihren Erfahrungen und ihren Erfolgen im Handwerk berichten – darunter auch ein echter Europameister. Eine erstklassige Ausbildung, die weltweit hohes Ansehen genießt, facettenreiche Tätigkeiten und große Karrierechancen – für das alles steht eine Handwerksausbildung „Made in Germany“. Wie viel Spaß dahinter steckt, zeigen Auszubildende, Gesellen und junge Meister den jungen Messebesuchern auf der „YoungGeneration“ und „AutoBerufeAktuell“ – darunter auch dieser junge Handwerker, der voller Begeisterung hinter seinem Handwerk steht. Bei den Europameisterschaften

ter sicherte er sich bei den Europameisterschaften den ersten Platz. Dazu ist er am TSZ – Technologie- und Schulungszentrum München der Mechaniker-Innung München als Dozent tätig und in Ingenried leitet er seine Radlwerkstatt „Flow Bikes“. Das Handwerk – eine Männerdomäne?

Florian Ohnesorg ist einer der besten Fahrradmechaniker Europas. Foto: ihm der Fahrradmechaniker im tschechischen Brünn landete er ganz vorne, jetzt will er sein Wissen an die Fachkräfte von morgen weitergeben: Florian Ohnesorg aus Ingenried (Lkr. Weil-

heim-Schongau). Seine Ausbildung zum Zweiradmechaniker, Fachrichtung Fahrradtechnik, hat er Ende August 2015 absolviert, gleich darauf besuchte er die Meisterschule. Neben dem Meis-

Das ist längst Vergangenheit, denn immer mehr Frauen entscheiden sich für eine Ausbildung im Handwerk. Veronika Obereisenbuchner aus Gauting zum Beispiel hat eine Lehre zur Anlagenmechanikerin für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik absolviert und gehörte zu den Besten ihres Jahrgangs. Frauenpower auf der „YoungGeneration“ mit Veronika Obereisenbuchner ist am 12. und 14. März zu erleben. Die Internationale Handwerksmesse findet noch. bis 14. März 2017 auf dem Messegelände München statt. Geöffnet ist sie täglich von 9.30 bis 18 Uhr. Vergünstigte Eintrittskarten sowie weitere Infos unter www.ihm.de.


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Haus schlägt Urlaub Das eigene Heim ist Senioren wichtiger als eine große Reise

Foto: djd

(bp/djd) Von wegen viele Reisen im Ruhestand: Für sechs von zehn Immobilieneigentümern im Rentenalter ist der Erhalt des eigenen Hauses oder der eigenen Wohnung wichtiger als ein schöner Urlaub. Die Mehrheit legt monatlich Geld zurück für Reparaturen und Modernisierungen, wie eine Studie der Deutsche Leibrenten AG zeigt. Immobilie leidet, wenn Geld für Instandhaltung fehlt Die Ruheständler nehmen viel auf sich, um ihre Immobilie instand zu halten. Denn viele Maßnahmen, wie beispielsweise eine neue Heizung, die Modernisierung des Bades oder die Dachrenovierung, sind teuer. Experten empfehlen, jeden Monat einen Euro pro Quadratmeter Wohnfläche zurückzulegen – das ergibt für ein Haus mit 140 Quadratmetern 1.680 Euro pro Jahr. Denn nicht nur die Immobilie leidet, wenn das Geld für Instandhaltung fehlt, sondern auch deren Eigentümer. Sie haben jahrzehntelang in ihren Traum vom eigenen Heim investiert, jetzt wollen sie es schön haben und den Wert erhalten, solange sie darin wohnen. Die Banken können in dieser Situation kaum helfen.

Denn sie vergeben auch aufgrund gesetzlicher Vorgaben immer seltener Kredite an Menschen im Rentenalter. Bei Leibrente entfällt Pflicht zur Instandhaltung Was viele Senioren nicht wissen: Bei einer Immobilien-Leibrente entfällt die Pflicht zur Instandhaltung. „Ein Leibrentenvertrag bringt nicht nur mehr Geld in die Haushaltskasse, sondern befreit Senioren auch von den Sorgen um ihre Immobilie. Wenn rechtzeitig gehandelt wird, kann ein Renovierungsstau vermieden werden“, erklärt Friedrich Thiele, Vorstand der Deutsche Leibrenten AG. Bei der Leibrente verkaufen Senioren ihre Immobilie und erhalten dafür im Gegenzug ein mietfreies Wohnrecht und eine monatliche Leibrente – beides lebenslang garantiert. Für die Berechnung erstellt ein Sachverständiger ein Wertgutachten der Immobilie. Weitere Faktoren sind Lebensalter und Geschlecht des Eigentümers. „Bei der Immobilien-Leibrente handelt es sich damit um ein transparentes Modell, das die nötige Liquidität im Alter freisetzt“, so Friedrich Thiele. Infos: www.deutsche-leibrenten.de.


BAUEN 13

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Türsteher und Energiesparer in einem Wie intelligente Haustüren das Leben vereinfachen kann. Doch die moderne Haustür kann noch viel mehr: Eine sogenannte Energiespartür sorgt außerdem für niedrige Heizkosten. Denn gerade die Haustür, die ständig geöffnet und geschlossen wird, ist anfällig für einen hohen Energieverlust. Der Experte Umkehrer weiß, was man dagegen tun kann: „Bei der Auswahl einer neuen Haustür kommt es vor allem darauf an, dass die AbdichFoto: fotolia

(bp) Einen eigenen Türsteher zu Hause, der gleichzeitig noch Energie spart – klingt erst mal sehr kostspielig, ist es aber nicht. Denn moderne Haustüren leisten bereits beides. Für die Haustür 4.0 benötigen die Bewohner kaum mehr einen Schlüssel: Von elektrischen Türschlössern, die mit dem Smartphone bedient werden können, über Fingerabdrucköffner bis hin zum elektrischen Zahlenschloss gibt es zig Varianten, um die eigene Haustür zu öffnen und zu schließen. Vor allem der Fingerabdrucköffner wird immer beliebter: „Das Schließsystem speichert die Fingerabdrücke der Bewohner und öffnet die Türe nur, wenn ein registrierter Abdruck am Scanner erkannt wird“, erklärt Umkehrer, Experte in Sachen Haustüren bei der BayWa Baustoffe. „So ist sichergestellt, dass niemand unerwünscht ins Haus kommt, weil man beispielsweise seinen Schlüssel verloren hat. Denn diesen benötigen die Bewohner gar nicht mehr.“ Auch ein Zahlenschloss ist sehr effektiv in puncto Sicherheit: „Bei einem Zahlenschloss können bis zu 20 individuelle Codes vergeben werden. Die Hausbesitzer entscheiden, wer dauerhaft oder auch nur temporär einen Code bekommt, und können dies jederzeit wieder neu einstellen“, so Umkehrer weiter. Zusätzlich zum Fingerabdruckscanner oder zum Zahlenschloss kann außerdem ein automatischer Tür-

öffner in die Haustür integriert werden: Gibt man mit dem Fingerabdruck oder dem Zahlenschloss den Befehl, die Haustüre zu öffnen, tut sie dies automatisch, ohne dass man sie händisch aufziehen muss. Das ist vor allem von Vorteil, wenn man viel zu tragen hat und nicht alles vor der Tür abstellen möchte. Auch für Menschen mit einer Gehhilfe ist der automatische Türöffner ideal. Der größte Vorteil bei elektrischen Schlössern ist natürlich, dass die Bewohner eines nicht mehr benötigen: den Haustürschlüssel. „Man braucht sich also keine Sorgen mehr zu machen, dass man sich aussperrt, der Schlüssel verloren geht oder abbricht und man den Schlüsselnotdienst rufen muss“, erklärt Umkehrer. Einen Nachteil haben elektrische Türöffner trotzdem: Sie funktionieren nur, wenn Strom fließt. Bei Stromausfall hingegen können die elektrischen Helferlein nicht verwendet werden. „Deshalb empfiehlt es sich, eine Kombination aus elektrischem Türöffner und mechanischem Schließzylinder einbauen zu lassen“, rät Umkehrer. „So kann man im Falle eines Stromausfalls immer noch auf die herkömmliche Weise mit einem Schlüssel ins eigene Haus kommen.“ Mit Fingerabdrucköffner & Co hat man also seinen ganz persönlichen Türsteher, der je nach Wunsch der Bewohner entscheidet, wer die Haustür öffnen

tung Wärmebrücken vermeidet und mindestens die Anforderungen der Energieeinsparverordnung erfüllt sind.“ Das bedeutet: Der Wärmedurchgangskoeffizient (U-Wert) darf maximal 1,8 W/m²K betragen. Die U-Werte müssen von den Herstellern angegeben werden. „Besonders gut gedämmte Türen können U-Werte von unter 0,5 W/m²K erreichen“, so Umkehrer weiter.


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Hochschulinformationstag am 18. März Die Technische Hochschule Ingolstadt (THI) lädt am Samstag, 18. März, zum Hochschulinformationstag im Foyer der Hochschule ein. An diesem Tag erhalten Studieninteressierte von 9 bis 14 Uhr Informationen rund um Studienmöglichkeiten an der THI. Wie ist ein Bachelorstudiengang in den Ingenieurwissenschaften aufgebaut? Welche Möglichkeiten bietet ein Masterstudium? Kann man an der THI auch promovieren? Wie funktioniert ein duales Studium? Welche Bewerbungsvoraussetzungen gibt es für bestimmte Studiengänge? Wie können sich Berufstätige an der Hochschule weiterbilden? In Workshops, Vorträgen und persönlichen Gesprächen wird praktisches Wissen rund um den Studienstart an der Technischen Hochschule vermittelt. Professoren, Studierende, Mitarbeiter der Studienberatung und Vertreter von Partnerunternehmen stehen am Hochschulinformationstag Rede und Antwort.

Im so genannten „Studi-Talk“ treffen Studieninteressierte auf Studierende und können sie zum Studium und ihren persönlichen Erfahrungen befragen. In der Themenführung „Meine Campuswelt“ zeigen die Studierenden die THI aus ihrer Sichtweise und verraten ihre Tipps für Studium und Campusleben. Daneben stehen weitere Führungen und Workshops auf dem Programm. Beim „Live-Hacking“ können die Besucher des Hochschulinformationstages darüber hinaus selbst kleine Webanwendungen hacken. Außerdem stellt sich ein studentisches Gründerteam vor und zeigt gemeinsam mit dem Center of Entrepreneurship der THI Möglichkeiten auf, wie man bereits im Laufe des Studiums Gründerluft schnuppern kann. An der Carrera-Bahn gibt es wieder Preise zu gewinnen. Ort: Foyer der Technischen Hochschule Ingolstadt Esplanade 10, 85049 Ingolstadt

Stimmgewaltige Versammlung Mit einer Glocke „wie am Hl. Abend, wenn´s Christkind kommt“ eröffnete der 1.Vorsitzende Robert Schidlmeier die 56. Mitgliederversammlung des Männergesangvereins Oberhaunstadt (MGV) im Sängerheim der Alten Schule in Oberhaunstadt. Danach folgte für alle Anwesenden eine stimmgewaltige Begrüßung der Sänger mit dem traditionellen Lied „Griaß eich Gott, olle mitananda, schee is de Stund, in eurer Rund“. Der 1.Vorsitzende Schidlmeier konnte in seinem Rückblick wieder von zahlreichen Veranstaltungen berichten, bei denen die Sänger im zurückliegen-

den Berichtsjahr vertreten waren. Doch zuvor lobte er die große Begeisterung der Sänger, jede Woche am Mittwoch im Vereinsheim zu üben. Dabei herrscht „Freude am Singen und Spaß in der Gesellschaft“. Er stellte fest, dass die Sänger im zurückliegenden Jahr in allen Richtungen engagiert worden sind. Zuletzt stand noch eine Vielzahl an Ehrungen auf der Tagesordnung. Standgemäß schloss dann die Versammlung mit Liedern, zuerst recht lustig mit „Hinten bei da Stadltür“ und dann mit einem ihrer Lieblingsong, dem African Zulu Song „Siyahamba“.

Der 1.Vorsitzende des Männergesangvereins Oberhaunstadt Robert Schidlmeier (li.), Kassier Peter Schötz (3.v.li.), 3. Vorsitzender Volker Radon (5.v.li.) und der 2.Vorsitzende Sepp Burkhard (re.) ehrten die Mitglieder Peter Harnisch, Herbert Arnold, Hans Meixner, Adolf Bernt, Walter Meder, Georg Moosandl und Helmut Schlittenlohr.


FREIZEIT 15

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Ein Stück Italien genießen

Das Ristorante Leoncavallo ist ab sofort in der Friedhofstraße 10 zu finden (bp) So wie der italienische Komponist Ruggero Leoncavallo aus einzelnen Noten große Kunstwerke erschaffen hat, so werden im Ristorante Leoncavallo aus erlesenen Zutaten täglich mediterrane Leckerbissen komponiert. Seit dem 1. März ist das Team nun in der Friedhofstraße 10 in Ingolstadt (MTV Gelände) zu finden (vorher war das Ristorante Leoncavallo in Gerolfing „beheimatet„). Hier werden in bester Familientradition mediterrane und italienische Speisen frisch zubereitet von Antipasti über klassische Pasta bis zum Dessert. Und auf der Getränkekarte findet der Gast – neben den Bierspezialitäten von Herrnbräu – auch rund 30 verschiedene italienische Weine. Und diesen Genuss kann man sich nicht nur am Abend gönnen, sondern das Leoncavallo hat ab sofort auch mittags von 11 bis 14 Uhr geöffnet. NEU: Heimservice und Seniorentanz Wer sich Pasta, Pizza und Co. gerne mit nach Hause nehmen möchte, der kann das ab sofort tun. Entweder man

holt seine Bestellung selbst ab oder lässt sie sich liefern – im Umkreis von 10 Kilometern werden die Gerichte auch ausgeliefert. Und wer kulinarischen Genuss mit schwungvoller Musik verbinden möchte, der ist jeden Sonntag im Leoncavallo richtig, dann findet dort eine Seniorentanzveranstaltung statt. Von 14 bis 18 Uhr können rund 70 Personen hier das Tanzbein schwingen.

Ideal für Familienfeiern Hochzeit, Geburtstag, Kommunion oder Trauerfeier – im Ristorante Leoncavallo gibt es die unterschiedlichsten Möglichkeiten, eine Feier zu begehen. Zwei kleine Säle mit je 50 Personen stehen da genauso zur Verfügung wie ein großer Saal für bis zu 100 Personen (Hochzeiten können bis 150 Personen durchgeführt werden). Auf der gro-

22 Jahre GewerbeMesse Manching Handwerk, Lifestyle und mehr vom 28.4. bis 1.5. bei freiem Eintritt Vom 28.4. bis 1.5. findet zum 21. Mal die GewerbeMesse Manching, die größte Familienmesse der Region mit freiem Eintritt, auf dem Barthelmarktplatz in Oberstimm statt. Erwartet werden auch dieses Jahr wieder ca. 250 Aussteller und ca. 50.000 Besucher. Ein Mix aus Hand-

werk, Handel, Dienstleistung, Lifestyle, Körper und Geist, Kunst, Mode Touristik, und weiteren Themen präsentiert sich auf ca. 5.000 qm im Messezelt und ca. 45.000 qm Freifläche. Das vielfältige Rahmenprogramm bietet Interessantes und Vergnügliches wie ein Oldtimertreffen mit ca. 600 Fahrzeugen inkl. Teilemarkt, ein Frühlingsfest mit Fahrgeschäften, Bu-

den und Bierzelt, Bikertreffen, Frühschoppen, Hubschrauber Rundflüge, Kinder- u. Jugend- Tanzgruppen, Kamelreiten und mehr. Informationen erhalten Sie im Messebüro (08459–323927) oder per Mail: info@gewerbemessemanching.de. Online Anmeldung unter: www.gmm2017.de

ßen Sonnenterrasse finden bis zu 100 Personen Platz und in der Wirtsstube gibt es 70 Plätze. Die Nähe zum Westfriedhof (die Unterführung unter der Ringstraße führt genau zum Leoncavallo) macht das Ristorante auch zum idealen Standort für Trauerfeiern. Kostenlose Parkplätze sind außerdem von 11–14 bis 17–23 Uhr direkt vor dem Lokal vorhanden. Mehr unter: www.ristorante-leoncavallo.de


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1000 Tage ohne Handy Schüler der Tilly-Realschule starten ein besonderes Mobiltelefon Projekt (lb) Gerade für junge Menschen ist ein Leben ohne Smartphones unvorstellbar. Die private Tilly-Realschule in Ingolstadt versucht den Schülern der fünften bis zehnten Jahrgangsstufe einen bewussteren Umgang mit ihren Handys zu vermitteln. Bei der Aktion „1000 Tage ohne“ sollen sie bis Ende März zusammen 1000 Tage auf ihr Handy verzichten. 700 Eltern wurde dafür ein Brief zugeschickt, in dem sie angeben konnten, ob sie bei der Aktion mitmachen und wie lange ihr Kind auf das Handy verzichtet - ein halber Tag, eineinhalb Tage? Die Eltern unterschreiben dann, dass die Zeit eingehalten wurde. Als Tipp wurde den Eltern vorgeschlagen, besonders während des Essens, bei den Hausaufgaben und beim Schlafengehen die Nutzung des Handys einzuschränken. Bei einem Ideenabend mit den Eltern wird daran auch weiter gearbeitet. Projektleiterin Elke Böcker findet es besonders wichtig, die Eltern bei dem Projekt mit ins Boot zu holen: „Viele von

ihnen nehmen das Handyverbot lediglich als Bestrafung her, sie greifen selten in den Alltag ein“. Schon in der ersten Woche waren Kinder dabei, die ihr Handy gleich am Morgen abgegeben haben. Den Computer können sie aber immer noch nutzen. „Das wäre sonst alles zu kompliziert“, sagt Kinder- und Jugendpädagogin Julia Langmeir. Die Idee stammt von einer früheren Aktion: Schon vor zwei Jahren wollte die Schule mit dem Projekt „Handyfrei“ die Schüler auffordern, eine Woche auf ihr Handy zu verzichten. Dabei hätten viele Schüler „betrogen“, ein Zweithandy benutzt, oder es kam von den Eltern der Einwand, dass die Schüler ihr Handy doch brauchen, wenn sie aus dem Haus gehen und sie sie erreichen wollen. Deswegen nun die verkürzte Version. Wer es am längsten ohne Handy aushält, hat die Chance auf eine eigene Fotostrecke, für die laut Projektleiterin Elke Böcker „auch mal eine sechste Stunde geschwänzt werden darf“. Das Wichtigste, so Julia Langmeir, sei es einfach, den Kindern zu zeigen: Es geht auch ohne.

Ausbildungen in der Pflege und Betreuung Ein zukunftssicheres Berufsfeld mit vielen beruflichen Perspektiven Einer der wenigen Arbeitsmarktbereiche, die mit Wachstum rechnen können ist der Gesundheits- und Pflegebereich. Die staatlich anerkannten Berufsfachschulen für Altenpflege und Altenpflegehilfe der Gemeinnützigen Gesellschaft für soziale Dienste – DAA – mbH (GGSD) in Ingolstadt besitzen mehr als 30 Jahre Erfahrung in der qualifizierten Ausbildung von Pflegekräften und haben ein spannendes und persönlich bereicherndes Ausbildungskonzept entwickelt. Die Berufsfachschule für Sozialpflege im Marienheim ergänzt dieses Angebot um eine weitere Ausbildungsmöglichkeit. Ausbildung zur/zum Pflegefachhelfer/in (Altenpflege) Die Ausbildung zur/zum Pflegefachhelfer/in (Altenpflege) dauert ein Jahr und verteilt sich auf 800 Stunden Unterricht sowie 650 Stunden Praktikum in einer Einrichtung der Altenhilfe. Nach erfolgreichem Abschluss können Pflegefachhelfer/innen als Begleiter/in und Helfer/in für Senioren zum Beispiel in Pflegeheimen, Seniorenwohneinrichtungen oder Tagespflegeeinrichtungen arbeiten.

Ausbildung zur/zum Sozialbetreuer/in und Pflegefachhelfer/in Ausgebildete Sozialbetreuer/innen und Pflegefachhelfer/innen unterstützen ebenfalls Fachkräfte in der Altenund Krankenpflege sind jedoch zusätzlich auch in der Behindertenarbeit tätig. Die inhaltliche Gestaltung des Alltags und die individuelle Betreuung von Menschen in verschiedenen Lebensphasen sind dabei ein wichtiger Bestandteil der Ausbildung. Ausbildung zur/zum Altenpfleger/in Altenpfleger/innen arbeiten in ambulanten Pflegediensten, Alten und Pflegeheimen, geriatrischen Rehabilitationseinrichtungen, ambulant betreuten Wohngemeinschaften oder Tagespflegeeinrichtungen. Sie übernehmen umfassende Aufgaben in der Pflege sowie deren Planung.m Informationen zu den Ausbildung an den Berufsfachschulen für Altenpflege, Altenpflegehilfe und Sozialpflege der GGSD erhalten Sie unter 0841 / 88 54 660, per Mail an biz.ingolstadt@ggsd.de oder unter www.ggsd.de/ingolstadt.


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Alles auf den Prüfstand Bei einer Scheidung müssen die Ex-Partner Versicherungsfragen neu klären (djd/bp) Wenn eine Ehe endet, geht es nicht nur um das Sorgerecht für die Kinder, um Rentenanteile und die Aufteilung des gemeinsamen Besitzes, sondern auch um einen wirkungsvollen Versicherungsschutz für beide Partner. Die Rechtsschutzversicherung, in der ein Ehepartner während der gemeinsamen Jahre mitversichert war, gilt nun beispielsweise nur noch für den Partner, der den Vertrag ursprünglich abgeschlossen hat. Der zweite Partner muss nach dem Scheidungstermin einen neuen Vertrag abschließen. Ähnlich ist es bei einer privaten Haftpflichtversicherung. Jedoch ist der Versicherungsnehmer der Vertragspartner. Das kann in einer Trennungsphase zu Schwierigkeiten führen. Daher ist es sinnvoll, schon vor der Scheidung zwei Verträge abzuschließen. Auch die Hausratversicherung führt der Partner fort, der im Vertrag als Versicherungsnehmer eingetragen ist. Der bisher mitversicherte Partner sollte unbedingt einen neuen Vertrag abschließen und dabei auf ei-

ne ausreichend hohe Versicherungssumme achten. Komplizierter ist es bei der Krankenversicherung: Wer beim Ehegatten in der gesetzlichen Krankenversicherung mitversichert war, ist bei Scheidung – sofern man nicht durch eine Tätigkeit versicherungspflichtig wird – freiwillig versichert und muss selbst einen GKV-Beitrag leisten. Eltern können dann wählen, bei welchem Elternteil die Kinder mitversichert sein sollen. Bei der privaten Krankenversicherung bleibt alles beim Alten, wenn beide Ex-Partner ohnehin schon einen eigenen Vertrag abgeschlossen hatten. Andernfalls muss man statt einer gemeinsamen Police getrennte Verträge abschließen. Bei einer Lebensversicherung ist zunächst einmal die Frage zu klären, wer bezugsberechtigt ist. Derjenige bekommt, wenn die versicherte Person stirbt, die Leistung der Versicherung. Nach einer Scheidung ist es die Regel, dass hier eine Änderung gewünscht wird. So können statt des geschiedenen Partners nun die gemeinsamen Kinder als Begünstigte eingetragen werden.


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Abschied von der Selbstverständlichkeit Oliver Scholtyssek und sein Experiment „Strom-Fasten“

Der Tag hat zwar auch im Leben eines stromlosen Zeitgenossen 24 Stunden, aber nicht die Uhr gibt den Takt an, sondern die Natur. „Wenn es dämmert, werde ich wach und wenn es dunkel wird, geh ich ins Bett“, erklärt Oliver Scholtyssek. Sein Tagesablauf hat sich dadurch durchaus verändert: fünf Uhr Aufstehen und Bettruhe um 21 Uhr waren angesagt. „Dabei habe ich gemerkt, dass ich richtig gut durchschlafe. Der Wecker (ohne Stromanschluss) hat trotzdem nur ein einziges Mal geklingelt. Man erwacht irgendwie mit der Welt.“ Schnell hat Oliver Scholtyssek festgestellt, dass dieses Experiment nicht nur ein bloßes Verzichten bedeutete. „Man macht im Kopf einen Schritt zurück und verliert irgendwie das Zeitgefühl,“ meint er. Hausarbeit, die müsse man unbedingt bei Tageslicht

Foto: Scholtyssek

(ma) Kaffeemaschine, Smartphone, Kühlschrank, Heizung, Fernseher, Waschmaschine … im Leben eines modernen Menschen geht fast nichts ohne Strom. Ob man eine e-freie Woche überstehen kann, hat nun Radio IN Redakteur Oliver Scholtyssek getestet.

erledigen, denn „am Abend hast Du keine Chance.“ Lediglich der Blick auf die Turmuhr am Münster hat ihm zwischendurch verraten, wie spät oder früh es eigentlich ist. Überhaupt: Die zeitlichen Dimensionen verschoben sich bei diesem Experiment. Was man mit Strom in wenigen Minuten erledigt, dauert jetzt deutlich länger. Am deutlichsten wurde das Oliver Scholtyssek beim Wäschewaschen, das er versuchsweise in das Bauerngerätemuseum in Hundszell

verlegt hatte, um die Wäsche wie anno dazumal sauber zu bekommen. Puh. Was für ein Aufwand. Urlaubsantrag auf Opas Schreibmaschine Ein echtes Aha-Erlebnis wurde für den Redakteur die Kaffeezubereitung. Nachdem die klassische Kaffeemaschine stillgelegt worden war, griff er zu Kaffeemühle (80 Jahre alt), Kaffeekocher und Gaskocher. Das

war zwar aufwändiger als bisher, aber: „Das war der beste Kaffee, den ich je gemacht habe!“ Das Austüfteln von Alternativen zu den Strom betriebenen Geräten erforderte Kreativität. Und manchmal halfen auch Gerätschaften, die eigentlich ausgemustert waren, wie die Schreibmaschine seines Großvaters. Auf der tippte Oliver Scholtyssek seinen Urlaubsantrag. Ohne Korrekturmöglichkeit, aber er wurde trotzdem genehmigt. Die Freizeitgestaltung (wobei die Freizeit dank täglicher Nahrungsbeschaffung und längerer Hausarbeitszeiten deutlich begrenzt war) beschränkte sich ebenfalls auf Vergnügungen ohne Elektrizität. Und so kamen Brettspiele, Bücher und Musikinstrumente zum Einsatz. Den Plan, sich während der stromlosen Zeit das Ukulele-Spielen beizubringen, musste der Ingolstädter aber fallen lassen. Abends wurde er einfach zu schnell zu müde. Sein Fazit: „Dieses Experiment war für mich wie mentales Entschlacken. Ich genieße es jetzt wieder, in Ruhe ein Buch zu lesen. An was ich mich allerdings nicht gewöhnen könnte, ist das kalte Duschen.“


GESELLSCHAFT 19

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Herrnbräus neue Majestät Stephanie Schweiger wurde zur Weißbierkönigin gekrönt

Stephanie Schweiger und Patricia Lutz (kk) Die neue Weißbierkönigin von Herrnbräu heißt Stephanie Schweiger und kommt aus Aufhausen bei Aichach. Sie wird künftig die Brauerei auf vielen Festen und Veranstaltung repräsentieren. In der Traditionsgaststätte Daniel übergab Vorgängerin Patricia Lutz ihrer Nachfolgerin Krone, Zepter und Schärpe. Diese wird nun für ein Jahr das Amt der Weißbierkö-

Zahlreiche Hoheiten aus ganz Bayern waren zu diesem Ereignis gekommen. nigin inne haben. Patricia Lutz schaute in ihrem langen, gut gereimten Rückblick auf ihre Amtszeit und ließ die vielen Veranstaltungen Revue passieren. „Ich möchte diese Zeit in meinem Leben nicht missen, denn es war ein Jahr voll neuer Erfahrungen“, sagte die bis dato noch amtierende Weißbierkönigin, bevor sie die Insignien an ihre Nachfolgerin übergab.

Auch die Gewinner des Herrnbräu-Fotowettbewerbs wurden geehrt. Fotos: Kajt Kastl

V.l.: Peter Eitelhuber, Gerhard Bonschab, Stephanie Schweiger, Patricia Lutz und Franz Katzenbogen

Die neue Regentin ist 19 Jahre jung und lernt Kauffrau für Bürokommunikation. In ihrer Freizeit tanzt sie in der Faschingsgesellschaft Schromlachia Schrobenhausen, geht gerne zum Reiten und ist bereits in festen Händen. Außerdem ist sie sehr musikalisch und singt in der Band ihrer Familie. Zu der Zeremonie im Gasthaus Daniel waren auch über 40

Gastköniginnen gekommen. Zum Schluss gratulierten die beiden Geschäftsführer von Herrnbräu, Gerhard Bonschab und Franz Katzenbogen, sowie Marketingchef Peter Eitelhuber ihrer neuen Majestät. Nicht fehlen durfte beim Amtsantritt natürlich die Übergabe des Weißbieres, das sich die frischgebackene neue Königin gleich schmecken ließ.


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Geschmackserlebnis regionale Kartoffel Dr. Rupert Ebner, bekennender Kartoffel-Fan, im Interview

zeugern zu testen. Also wie schmeckt eine Kartoffel aus Winden und eine aus Mailing? Eine spannende Sache. Man sollte übrigens auch deshalb auf dem Markt kaufen, weil es hier ungewaschene Kartoffeln gibt. Gewaschene Kartoffeln aus dem Supermarkt sind unter normalen Lagerbedingungen in zwölf Tagen unbrauchbar. Dagegen sind ungewaschene Kartoffeln über Wochen oder Monate lagerbar.

Liebt Kartoffeln aus Ingolstadt: Rupert Ebner, Umweltreferent sowie Schatzmeister von Slow Food Deutschland e. V. Foto: Kajt Kastl (sr) Kartoffel ist nicht gleich Kartoffel. Die verschiedenen Sorten unterscheiden sich optisch und geschmacklich ganz erheblich. Vor allem aus Ingolstadt und der Region kommen sehr gute Qualitäten.

Man hört, dass besonders gute Kartoffeln aus dem Raum Ingolstadt ins europäische Ausland gehen. Stimmt das?

Bunte Kartoffelvielfalt Umweltreferent Rupert Ebner erklärt, worauf es ankommt. Herr Dr. Ebner, unsere Gegend ist bekannt für besonders schmackhafte Kartoffeln. Warum?

Foto: Fotolia / potatoes C fabiomax

Rupert Ebner: Das hängt von der Bodenbeschaffenheit ab. Im Süden Ingolstadts finden wir eine Endmoränenlandschaft mit Moor- und Sandanteilen. Das sind sogenannte Übergangsböden – diese Mischung macht‘s. Hier wachsen besondere Kartoffeln. Kartoffeln haben wie der Wein ein Terroir. Das heißt, es kommt nicht nur auf die Sorte an, sondern auch auf den Boden. Der Süden Ingolstadts ist prädestiniert für die Erzeugung besonders schmackhafter Kartoffeln. Welche regionalen Kartoffelsorten sind herausragend? Ebner: Es gibt die berühmten Sorten Agria, Selma, Désirée usw., eingeteilt in die Kategorien mehlig, festkochend und vorwiegend festkochend. Mir ist das zu wenig, weil eine Agria aus einem Übergangsboden anders schmeckt als eine Agria aus einem reinen Sandboden. Neben diesen regionalen Kartoffelsorten gibt es Spezialitäten. Ein Biobauer in Ingolstadt baut z. B. violette und rötliche Kartoffeln mit den Namen Violetta und Rote Emmalie an. Hier punkten Geschmack und Optik, denn diese feinen Kartoffeln sehen auch appetitlich aus. Der Kunde kann beim Einkauf meist nur zwischen festkochenden oder mehligen Kartoffeln wählen. Wäre es nicht sinnvoll, auch die Kartoffelsorte anzugeben? Ebner: Natürlich. Auf dem Ingolstädter Wochenmarkt kann man z. B. mit dem Erzeuger über die Sorte sprechen. Es macht auch Spaß, dieselbe Sorte von verschiedenen Er-

Ebner: Ja, das war auch für mich überraschend. Es gibt regionale Kartoffelsorten, die eigentlich für die Pommes-Produktion gedacht sind. Aber es gibt Kenner, die die Qualität dieser Kartoffeln ganz genau beurteilen können. Denn, wer feine Chips oder Sticks machen möchte, der braucht eine herausragende Qualität. Und da sind die Italiener offensichtlich bereit, viel Geld in die Hand zu nehmen. Diese Kartoffeln kommen dann nicht in unsere Produktion, sondern gehen über die Alpen. Wie sollte man Kartoffeln verarbeiten, damit Aromastoffe, Vitamine und Mineralstoffe erhalten bleiben? Ebner: Mineralstoffe wie Phosphor und Kalzium gehen bei der Zubereitung nicht verloren. Von den Vitaminen geht beim Kochen etwas verloren, aber Vitamin C sowie B1 und B2 bleiben weitgehend erhalten. Kartoffeln enthalten übrigens auch für den Körper sehr verträgliche Eiweiße. Was sich vorwiegend findet, sind Kohlehydrate, Fette fehlen komplett. Ihr Tipp zur Kartoffelverarbeitung? Ebner: Machen Sie doch mal Chips selber! Einfach Kartoffeln mit dem Hobel schneiden und mit etwas Fett und Salz auf einem Blech ins Rohr geben. Nehmen Sie eine rote Kartoffelsorte, dann sieht das Ergebnis spannend aus. Das Geschmackserlebnis einer regionalen Kartoffel im eigenen Herd zu Chips verarbeitet, unterscheidet sich von den Chips aus dem Beutel ganz gewaltig.


GESUNDHEIT 21

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AOK fördert Kindergesundheit Klasse2000-Patenschaft für Grundschule Auf der Schanz mit fördert die AOK aktuell insgesamt über 600 Grundschulklassen im Freistaat. Pro Grundschule fördert die AOK als größter Einzelpate im Freistaat bis zu zwei Klassen. Mit dem Patenschaftsbeitrag werden der Einsatz eines Gesundheitsexperten, die Unterrichtsmaterialien sowie die Organisation des Programms finanziert. Gesundheitskompetenz entwickeln

V.l.h. Armin Schätzle (Gesundheitsamt Ingolstadt), Ulrich Resch (Direktor AOK Ingolstadt), Sigrid Schirmel (Schulleiterin Grundschule Auf der Schanz), Dr. Christian Lösel (Oberbürgermeister Stadt Ingolstadt) (bp) Die AOK in Ingolstadt unterstützt im aktuellen Schuljahr erneut Grundschulen vor Ort mit einem speziellen Präventionsangebot: 40 Kinder der Klassen 1c und 1d der Grundschule auf der Schanz dürfen am Schulprogramm Klasse2000 mitmachen. Das Programm wurde jetzt mit der Übergabe der Patenschaftsbestätigung durch Ulrich Resch, Direktor der AOK in Ingolstadt, an die Schulleiterin Sigrid Schirmel gestartet. Auch Oberbürgermeister Dr. Christian Lösel fand lobende Worte für das Programm zur Gesundheitsförderung in der Grundschule. Mit der Klasse2000-Patenschaft bietet die AOK Ingolstadt den Schülerinnen und Schülern ein umfassendes Präventionsangebot. „Ziel ist es, Grundschulkindern zu vermitteln, wie wichtig es ist, auf die eigene Gesundheit zu achten“, so Ulrich Resch. Das Programm behandelt Themen wie gesund essen und trin-

ken, sich bewegen und entspannen, aber auch Probleme und Konflikte lösen. „Mit dem von der AOK finanzierten Schulprogramm Klasse2000 lernen die Kinder, was sie tun können, damit es ihnen selbst und anderen gut geht – körperlich, psychisch und sozial“, erklärt Schulleiterin Sigrid Schirmel. Das Programm sei auch eine Hilfe, Gesundheitsförderung aktiv in den Stundenplan und in den Schulalltag zu integrieren. Die Förderung der AOK richtet sich an Schulen mit einem hohen Anteil sozial benachteiligter Kinder. Klasse2000 ist das bundesweit größte Programm zur Gesundheitsförderung in der Grundschule. „Die AOK Bayern hat ab diesem Schuljahr bayernweit die Patenschaft von weiteren 343 Grundschulklassen im Rahmen des Schulprogramms Klasse2000 übernommen“, erläutert Ulrich Resch. Da-

IMPRESSUM

Verlag: espresso Publikations GmbH & Co. KG, Wagnerwirtsgasse 8, 85049 Ingolstadt Tel.: 08 41 / 95 15 4–0 Fax: 08 41 / 95 15 4–120 info@espresso-mediengruppe.in www.espresso-mediengruppe.de Geschäftsführung: Michael Stern V.i.S.d.P.: Michael Stern

Redaktion: Hermann Käbisch, Sabine Kaczynski, Silke Federsel, Melanie Arzenheimer, Kajetan Kastl, Sabine Roelen, Lisa Braun Redaktion Sport: Patrick Roelen Art und Satz: Jonas Wagner, Nadine Morell, Daniela Kornprobst Akquisition/Marketing: Sabine Bauer: 0841/9 51 54–205 Roland Bauer: 0841/9 51 54–203 Druck: Mayer & Söhne, Aichach Verteilung: Prospektverteilung Bauer Nächste Ausgabe: 24. / 25. März

„Wir engagieren uns bereits seit Jahren für die gesunde Entwicklung von Kindern und Jugendlichen und unterstützen dazu Projekte in Kitas und Schulen“, betont Ulrich Resch. Mit dem Programm Klasse2000 können die in Kindertagesstätten (Kitas) begonnenen gesundheitsfördernden Aktivitäten, wie das AOK-Kita-Programm JolinchenKids, jetzt bei Schuleintritt nahtlos fortgeführt werden. Infosfinden Sie unter www.klasse2000.de.


22 TRAUER

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Trauer um einen großen Künstler Im Museum, das seinen Namen trägt, nahm man Abschied von Alf Lechner

Im Lechner Museum fand die offizielle Trauerfeier für den Künstler statt. Foto: Kajt Kastl

(bp) Weggefährten, Freunde und Verwandte haben Abschied von Alf Lechner genommen. Der bedeutende deutsche Stahlbildhauer war unerwartet am 25. Februar im Alter von 91 Jahren in Obereichstätt verstorben. Er hinterlässt ein umfangreiches Werk an massiven Stahlskulpturen, die im Lechner Skulpturenpark in Obereichstätt sowie im Alf Lechner Museum in Ingolstadt zu sehen sind. Der Kunsthistoriker und Museumsleiter Armin Zweite sagt: „Lechner geht es um das Verhältnis von Maß und Material, von Proportion und Prozess, um Geometrie und Physik. Daneben spielt das Prozessuale eine wichtige Rolle.“ Alf Lechner hinterlässt ein Werk von über 700 skulpturalen Werken sowie über 4.000 Zeich-

nungen. Täglich arbeitete er, bis zum letzten Tag hat er neue Kunst geschaffen, sich mit den Eigenschaften des Stahls auseinandergesetzt. „Was keinen Widerstand bietet, interessiert mich nicht!“, sagte Alf Lechner oft. Diese Aussage spiegelt sich in seiner Kunst wieder. Im Stahl fand er das verbündete Material. Simone Schimpf, Direktorin des Museums für Konkrete Kunst in Ingolstadt, sagt: „Alf Lechner ist einer der bedeutendsten deutschen Stahlbildhauer. Dem tonnenschweren Stahl hat er alles nur Denkbare abgerungen und immer wieder die Grenzen des Machbaren überwunden. Dank seiner künstlerischen Kraft erfährt man in seinen Werken den Stahl als unfassbar zartes Material. Lechner hat eine einzigartige, in sich stimmige Formen- und Materialsprache hinterlassen.“

Mit seiner ersten Ausstellung in München 1968 begründete er seine erfolgreiche Bildhauerkarriere. Ab 1970 folgten großformatige Skulpturen, welche zunehmend an öffentlichen Orten in Deutschland zu sehen waren. Das gefiel nicht jedem, und Alf Lechner gefiel die Kontroverse, der Widerstand, der ihn die nächsten Jahrzehnte begleitete. Wenn eine Skulptur zu sehr gefiel, wurde er sogar misstrauisch – sollte doch seine Kunst zum Nachdenken und Hinterfragen anregen. Alf Lechner, der Querschläger, der Self-Made-Man, der Mann mit dem Willen aus Stahl, ließ sich nicht beirren. Als deutsche Antwort auf Richard Serra und Eduardo Chillida faszinierten ihn unter anderem die Möglichkeiten, geometrische Formen aus Stahl zu zerteilen und neu zusammenzufügen, das Spiel mit den Elementen, Geometrie, Chaos und Ordnung, in Verbin-

dung mit Architektur und Raum. Lechner verfolgte dabei ein Ziel: „Mein ganzes Lebensziel ist die Einfachheit. In der Einfachheit steckt so viel Kompliziertes, dass man gar nicht einfach genug sein kann.“ Zu seiner Verfolgung ging er an die Grenzen der Machbarkeit, steckte die Grenzen der Skulptur-Kunst neu. Der gebürtige Münchener blieb seiner Heimat Bayern treu und baute sich zunächst 1982 in Geretsried, dann 1999 in Obereichstätt ein Schaffensareal. Er schuf aus alten Industriekomplexen Freiräume für Kunst. Der Skulpturenpark auf dem Gelände einer ehemaligen Eisenhütte in Obereichstätt ist heute als Teil der Stiftung im Rahmen von Führungen zugänglich. 2000 wurde das Alf Lechner Museum in Ingolstadt eröffnet. 2002 wurde Alf Lechner mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse ausgezeichnet.


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Servus Rudi! Mr. Maßkrugstemmen ist überraschend verstorben

War beliebt bei Fans und Verein: Rudi Iselin. (bp) Die ERCI Anhänger konnten es kaum fassen: Einer der beliebtesten und bekanntesten Panther-Fans ist ganz plötzlich verstorben. Mit Rudi Iselin hat man eine „Kultfigur“ und einen Sympathieträger verloren. Auf der facebook-Seite der ERCI Fans Ingolstadt trafen unermüdlich Beileidsbekundungen ein. „Eine gute Seele des ERCI ist von uns gegangen“, heißt es da oder einfach nur „Ruhe in Frieden“, nachdem in der Gruppe folgende Meldung veröffentlicht worden war: „Hallo liebe Erc Fans. Unser lieber Rudi ist vor wenigen Minuten von uns gegangen. Er erlag an den Folgen einer Hirnblutung. Rudi war in den ganzen Jahren in denen ich ihn kannte immer ein fröhlicher und offener Mensch, dies schätzte ich sehr an ihm.

Foto: Stefan Bösl

Rudi war zudem Erc Fan durch und durch, für ihn war der Erc mehr als nur ein Verein. Ich/Wir werden dich sehr vermissen lieber Rudi.“ Kultfan Rudi war nicht zuletzt wegen seiner Einsätze beim Maßkrugstemmen im Rahmen des Saisoneröffnungsfestes den ERCI-Anhängern ein Begriff. Beim Heimspiel gegen die Fischtown Pinguins wurde der langjährige Fan auch vom Verein gewürdigt. Vom ERCI hieß es dazu: „Ruhe in Frieden, Rudi! Mit großer Bestürzung haben wir vom Tod Rudi Iselins erfahren. Wir möchten den treuen Panther-Fan in Ehren halten.“ Deswegen wurde beim Heimspiel gegen die Fischtown Pinguins auch eine Gedenkminute eingelegt, die Fans konnten sich außerdem in ein Kondolenzbuch eintragen.

Sozialdemokratisches Urgestein SPD Ingolstadt trauert um Hildegard Wirthmüller (bp) Im Alter von 88 Jahren ist Hildegard Wirthmüller in Gerolfing verstorben. Die SPD Ingolstadt trauert um die Frau, die ein echtes SPD Urgestein in Ingolstadt war. Die Schwester des langjährigen SPD-Stadtrats Wilhelm Domke gehörte der SPD mehr als 40 Jahre an. Hineingeboren in eine ursozialdemokratische Familie als fünftes von sieben Kindern, vergaß sie ihre Wurzeln bis zum Lebensende nicht. Aufgewachsen in einer, wie sie es selbst nannte, „primitiven Hütte“, erbaut von den Nationalsozialisten im Rahmen des Wohnungsbauprogramms für kinderreiche und sozial schwache Familien am südwestlichen Stadtrand, erlernte sie den Beruf der Näherin. Einen Namen machte sie sich später weniger als „Politikerin“ denn als Autorin. Aus ihrer Feder

stammen unter anderem die beiden Werke „Ingolstädter Jugend unter dem Hakenkreuz 1933 – 1945“ sowie die Familienchronik „Familie Domke – Das Schicksal einer Ingolstädter Familie 1872 bis 1999“. Als Mitglied des „Ingolstädter Autorenkreises“ trat sie immer wieder mit Lesungen an die Öffentlichkeit. Hildegard Wirthmüller war Zeit ihres Lebens eine unerschütterliche und unbeugsame Kämpferin für die sozialdemokratische Idee, die nicht müde wurde, sich zu Wort zu melden und sich kritisch-konstruktiv einzumischen. Ihrem geliebten Stadtteil Haunwöhr blieb sie treu, bis sie aus gesundheitlichen Gründen ihren Haushalt nicht mehr selbst führen konnte und in einem Altenheim in Gerolfing ihre allerletzte Lebenszeit verbrachte.


24 VORSCHAU

Blickpunkt | KW10 2017

„Tram des Balkans“ macht Halt in Ingolstadt

Ganes gastiert in der neun Foto: Claudia Höhne

Mythische Feen Foto: Joel Kuby

Klänge aus Lyon

Die französische Band präsentiert am 22. März im Bürgerhaus/diagonal eine Mischung aus Rock, Jazz, Pop und Klezmer.

Das Poptrio aus La Val in Italien wurde mit seinen Texten auf Ladinisch bekannt. Am 22. März tritt Ganes im Ingolstädter Kulturzentrum neun auf.

(aha) Sie begeistert durch ihre musikalische Originalität, ein ganz spezielles Repertoire und eine eindrucksvolle Bühnenshow. Die Rede ist von der französischen Band „Tram des Balkans“. Die fünf jungen Musiker aus Lyon gastieren bereits zum dritten Mal im Ingolstädter Bürgerhaus/diagonal. Das Publikum darf sich am 22. März auf Liedgut freuen, das von Klezmerwurzeln ausgeht und schließlich von Frankreich bis Irland sowie über den

(aha) Ganes besteht aus den Schwestern Elisabeth und Marlene Schuen sowie deren Cousine Maria Moling. Die drei Sängerinnen sind in La Val, einem kleinen Dorf in den Südtiroler Dolomiten aufgewachsen und somit Angehörige einer Südtiroler Minderheit mit eigener, rätoromanischer Sprache: Ladinisch. Das Trio formierte sich 2007 während einer Linz-Europa-Tournee auf Hubert von Goiserns Konzertschiff zu Ganes. Diese Märchenwesen ver-

Balkan bis nach Sibirien reicht. Die Band lässt ihre Kompositionen auf originelle, humorvolle wie nostalgische Weise erklingen. Dabei versteht es „Tram des Balkans“, mit beeindruckender Stimmakrobatik und instrumentaler Virtuosität ihre Lebensfreude zu versprühen und die Konzertbesucher in ihren Bann zu ziehen. Nähere Informationen: www.buergerhaus-ingolstadt.de

SA, 11. MÄRZ

SO, 12. MÄRZ

19 Uhr Live aus der MET: „La Traviata“ von G. Verdi Cinestar Ingolstadt

14 Uhr – 16 Uhr Flohmarkt „Rund ums Kind“ Baby- und Kinderbekleidung für Frühjahr und Sommer, Spielzeug etc. Für das leibliche Wohl ist bestens gesorgt. Einlass für Schwangere mit Begleitperson bereits ab 13:30 Uhr Grund- u. Mittelschule Karlskron Bürgermeister-Stoll-Straße 1 20 Uhr Konzert mit „Die Höchste Eisenbahn“ Kap 94 Ingolstadt

Foto: Leni Brem

20.30 Uhr Premiere: „Lola Montez – Ein pikantes Solo“ Bayerisch-komödiantisches Stück von Falco Blome Mit Katrin Wunderlich Altstadttheater Ingolstadt Weitere Vorstellungen: 16., 17., 23.03. sowie im April und Mai

MO, 13. MÄRZ 19 Uhr „Wir sind Kirche“-Diözesangruppe Eichstätt zeigt: „Rosa Rauch über dem Vatikan – Die Stimmen dieser Frauen müssen gehört werden.“ Der mehrfach preisgekrönte Film dokumentiert,

wie mutige Frauen ihre Berufung als Priesterinnen erkannten. Haus der Katholischen Stadtkirche Ingolstadt, Hieronymusgasse 3

zaubern das Publikum mit ihrer zeitgenössischen, melodischen und raffinierten Popmusik. Sie singen über das Leben, über Gefühle und Geschichten, Vertrautes und Fremdes. Ihr mittlerweile fünftes Album „An cunta che“, größtenteils mit Texten auf Ladinisch versteht sich, präsentiert die Band am 22. März in der neun. Nähere Informationen: www.neun-ingolstadt.de

SO, 19. MÄRZ

DI, 14. MÄRZ 20 Uhr „Daddy Cool“ – Das Boney M.-Musical Stadttheater Ingolstadt, Festsaal

Foto: Ingolstädter Motettenchor

19.30 Uhr Bruno Jonas „Nur mal angenommen...“ Stadttheater Ingolstadt, Festsaal

17 Uhr „Messias“ von G.F. Händel Ingolstädter Motettenchor Jugendkammerchor Ingolstadt La Banda, Orchester auf Historischen Instrumenten Leitung: Eva-Maria Atzerodt Stadttheater Ingolstadt, Festsaal

SA, 24. MÄRZ

DO, 23. MÄRZ

20 Uhr EI Vox – „Strandgut“ Kulturzentrum neun, Ingolstadt

19.30 Uhr „Oberitalienische Seen“ Digitaler Reisebericht

FR, 17. MÄRZ


VORSCHAU 25

Blickpunkt | KW10 2017 | ANZEIGE KULTURKANAL

„Monsters of Cover“

Spaß an der Gerechtigkeit

Rock- und Metalsound in der eventhalle

Foto: Monsters of Cover

Fotos: Ludwig Olah

„Die Rote Zora“ im Jungen Theater

Die Haarpracht darf mal wieder durchgeschüttelt werden: Mit „Monster of Cover“ kommen Hardrock- und Heavy-Metal-Fans voll auf ihre Kosten. (bp) In den 80er und 90er Jahren war die Konzertreihe „Monsters of Rock“ international das Festivalhighlight des Jahres. Alles, was Rang und Namen im Bereich Rock und Metal hatte, war dort vertreten und begeisterte jährlich über hunderttausende von Zuschauern. Im Laufe der Zeit wurde dieses Großereignis leider eingestellt. In der eventhalle Westpark in Ingolstadt heißt es am 31. März deshalb „Monsters of Cover“. Mit den Tributebands „Maiden-

vhs Ingolstadt, Kurfürstliche Reitschule 20 Uhr „Was ist virtuos?“ Konzert des Georgischen Kammerorchesters Ingolstadt Stadttheater Ingolstadt, Festsaal 20 Uhr „Jazz im Audi Forum“ International Hot Jazz Quartet + 2 Audi Forum Ingolstadt, museum mobile

SO, 26. MÄRZ 19 Uhr Der Konzertverein Ingolstadt präsentiert Christiane Karg, Sopran und Gerold Huber, Klavier. Zur Aufführung kommen Werke von Franz Schubert, Robert Schumann, Hans Pfitzner und Gustav Mahler. Einführungsvortrag von Jörg Handstein: 18.15 Uhr Stadttheater Ingolstadt, Festsaal

head“ aus München, die alle Klassiker von Iron Maiden so authentisch wie kaum eine andere Band performen, und „Five/Volts“ aus Abensberg, die die Hells Bells von AC/DC in den Gehörgängen der Zuschauer läuten lassen, wird das Line-Up komplettiert. Als Headliner treten „Mysterica“ selbst auf mit ihrer Best-of-Metallica Show. Nähere Informationen: www.eventhalle-westpark.de

AUSSTELLUNGEN Bis 30.04.2017 „More Than Red – Passione Ducati“ Audi museum mobile Ingolstadt 12., 18., 19.3.2017 14 – 17 Uhr „Geknipst, gedruckt, gefaltet“ Bilder und Objekte von Pascal Simon und Dietmar Hermann Kunst-Werk im Klenzepark e.V. Ingolstadt, Flankenbatterie 105 Bis 26.03.2017 „Kalotten und Marotten“ Lechner Museum Ingolstadt Bis 19.03.2017 „Logo. Die Kunst mit dem Zeichen.“ Museum für Konkrete Kunst Ingolstadt Bis 26.03.2017 „Archäologie Aktuell Ausgrabungen in Ingolstadt“ Stadtmuseum im Kavalier Hepp Ingolstadt

v.l.n.r.: Benjamin Kneser, Paula Gendrisch (IK) Einem,der nur ein paar Hühner besitzt, zwei zu klauen, ist gemein. Wer aber von der Riesen-Hühnerfarm zwei klaut, um sie dem armen Hühnerbesitzer zu schenken – und noch ein paar zur Selbstversorgung – sorgt wie Robin Hood für Gerechtigkeit. Die Rote Zora und ihre Bande, elternlose Kinder, um die sich keiner kümmert, stehlen für eine gerechtere Güterverteilung und sichern damit ihr eigenes unabhängiges, freies Leben. Für Erwachsene mag dieser Grundkurs in Kapitalismus sehr pädagogisch daherkommen. Schließlich stammt

das Buch von Kurt Held (Pseudonym für den Kommunisten Kurt Kläber) aus dem Jahr 1941. Aber für solche Erwachseneneinwände ist das Jugendstück ja auch nicht gemacht. Für Kinder ab 10 bietet diese Lehrstunde über die Basics sozialer Gerechtigkeit durchaus vielfältige Denkanstöße. Zumal Regisseurin Hannah Biedermann die Geschichte mit ihren vier Darstellern so munter, actionreich und fröhlich wie möglich erzählt. Ein politisches Lehrstück mit vollem Einsatz an Schauspieler-Animation! Mehr unter: www.kulturkanal-ingolstadt.de:


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Lösungen für die Kurzzeitpflege

Die Stadt unterstützt Plätze und möchte gleichzeitig den Pflegeberuf attraktiver machen

Gut betreut, auch wenn die Angehörigen kurz verreisen möchten: in Ingolstadt sollen neue Lösungen für die Kurzzeitpflege gefunden werden. (sf) Die Pflege von Angehörigen kann sehr belastend sein. Deshalb wünschen sich viele, die diese Aufgabe übernommen haben, auch mal eine Auszeit und sind froh, wenn sie ihre Angehörigen gut betreut in der Kurzzeitpflege wissen. In Ingolstadt wird dieses Angebot in den kommenden Monaten und Jahren grundlegend überarbeitet. Die bislang im Heilig-Geist-Spital angebotenen Kurzzeitpflegeplätze mussten wegen der fehlenden ausreichenden Finanzierung durch die Pflegekassen aufgeben werden. Als Sofortmaßnahme hat der Oberbürgermeister in dieser Woche zugesagt, dass die Stadt die Förderung von fünf Pflegeplätzen übernehmen wird. Zusätzlich dazu wurde ein Gutachten in Auftrag gegeben, welches den tatsächlichen Bedarf ermitteln soll. Darüber hinaus möchte man auch den Pflegeberuf attraktiver machen. In einer Arbeitsgruppe mit dem Sozial-, dem Bildungs- und dem Stiftungsreferenten sollen Maßnahmen zur Gewinnung von Fachkräften in Ingolstadt entwickelt werden. Dies hat der Stadtrat so beschlossen.

Heilig-Geist-Spital machte Defizit von 2,4 Millionen Euro Bis jetzt war das Heilig-Geist-Spital das einzige Heim in Ingolstadt, das Kurzzeitpflege in dieser umfassenden Form dauerhaft angeboten hatte. Doch die zwölf Plätze seien im Schnitt nur zu 70 Prozent ausgelastet gewesen, was der Stiftung in den vergangenen 20 Jahren ein Defizit von rund 2,4 Millionen Euro eingebracht hat, wie Stiftungsreferent Helmut Chase erklärt. „Andere Heime möchten erst gar keine festen Plätze vorhalten, denn sie fürchten das Defizit. Allerdings kann es keine Lösung sein, dieses mit Stiftungsgeldern auszugleichen.“ Chase sieht vielmehr die Bundespolitik in der Verpflichtung, auch die vorgehaltenen Plätze (also solche, von denen immer eine feste Zahl zur Verfügung steht, ob belegt oder nicht) zu finanzieren. Denn seit 2017 stehen zwar jedem pflegenden Angehörigen laut Gesetz acht Wochen Auszeit zu, die genaue Finanzierung der Pflegeplätze, die dann tatsächlich da sein müssten, während der Angehörige im Urlaub ist, ist aber nicht geregelt. Stadt unterstützt fünf Plätze Oberbürgermeister Dr. Christian Lösel hat nun in dieser Woche angekün-

digt, dass die Stadt Ingolstadt als Sofortmaßnahme zur Sicherung des Angebots von planbaren Kurzzeitpflegeplätzen die Förderung von fünf dauerhaften Plätzen ausgeschrieben hat. Dies aber unter der Bedingung, dass damit keine vollstationären Pflegeplätze wegfallen dürfen, die ebenfalls dringend benötigt werden. Als einzige Einrichtung hat sich das Heilig-Geist-Spital auf die Ausschreibung beworben und damit auch den Zuschlag erhalten. „Wir kümmern uns somit vor Ort um Probleme, die eigentlich bundesweit gelöst werden müssten. Im Sinne eines sozialen Ingolstadt ist es mir aber ein wichtiges Anliegen, denn eine zufriedenstellende Pflegesituation ist ein essentielles Interesse unserer Bürgerinnen und Bürger“, so der Oberbürgermeister. Bedarf ermitteln Ergänzend hat der Oberbürgermeister schon im Januar ein Gutachten zur Situation der Pflege in Ingolstadt in Auftrag gegeben. „Damit steht absehbar eine solide Datenbasis zur Verfügung, auf deren Grundlage weitere Lösungsstrategien erarbeitet werden können, um die Pflegelandlandschaft in Ingolstadt insgesamt auch auf lange Sicht bedarfsgerecht zu gestalten“, so Oberbürgermeister Lösel.

Foto: Fotolia

Arbeitsteam soll bis zum Sommer Vorschläge liefern In der Februar-Sitzung des Stadtrates wurden viele weitere mögliche Maßnahmen diskutiert, deren Prüfung der Stadtrat über alle Parteien hinweg einstimmig beauftragt hat. Ein referatsübergreifendes Arbeitsteam soll noch vor der Sommerpause Vorschläge liefern, wie man beispielsweise vor Ort dem bundesweiten Fachkräftemangel in den Pflegeberufen begegnen kann. Aufgrund der überregionalen Zuständigkeit werden die Sozialministerinnen von Bund und Land, sowie die örtlichen Bundestagsabgeordneten und Landtagsabgeordneten angeschrieben und um Unterstützung gebeten – schließlich ist es ein bundesweites Problem.

Das Heilig-Geist-Spital hat unterdessen angekündigt, dass die fünf Kurzzeitpflegeplätze ab sofort bereitstehen. Interessierte Bürgerinnen und Bürger erhalten Auskünfte unter den Telefonnummern 0841/305–46238 und 305–46200.


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Verbesserungen und mehr Sicherheit Mit dem Frühjahr beginnen aktuelle Straßenbaumaßnahmen in Ingolstadt

Dieses Schild wird man in den kommenden Wochen wieder öfter in Ingolstadt sehen. Das Tiefbauamt ist aber bemüht, die Verkehrsbehinderungen möglichst gering zu halten. Foto: Fotolia (sf) In den kommenden Wochen und Monaten wird auf den Ingolstädter Straßen wieder fleißig gebaut und auch Geh- und Radwege werden saniert oder ausgebaut. Eine Auswahl an Ingolstädter Baustellen und Sanierungsmaßnahmen, die uns erwarten oder bereits laufen, haben wir im Folgenden zusammengefasst. Das Tiefbauamt ist dabei bemüht, die Verkehrsbehinderungen möglichst gering zu halten und wo möglich verkehrsärmere Zeiten (Wochenenden, Ferien) auszunutzen. An der Nördlichen Ringstraße entsteht im Moment eine zweite Rechtsabbiegespur in die Harderstraße. Dabei wird auch die Ampelanlage mit Signalen für blinde und sehbehinderte Menschen ausgestattet. Aufgrund der Maßnahmen kommt es in dem Bereich zu Teilsperrungen, die Restarbeiten laufen voraussichtlich noch bis Anfang April. Durch die Baumaßnahme können Autofahrer besser nach rechts in die Harderstraße einbiegen, auch für Fußgänger und Radfahrer erhöht sich die Sicherheit beim Queren der Harderstraße, denn die Signalanlagen sind künftig getrennt von denen der Autofahrer geschaltet.

Mehr Sicherheit für Radfahrer Mehr Sicherheit für Radler und Fußgänger wird es auch künftig an der Oberstimmer Straße geben, denn dort wird noch bis Mai an einer Brücke über die B16 und über die Bahntrasse gebaut. Diese Brücke schließt dann die Lücke am bestehenden Rad- und Gehweg parallel zur Oberstimmer Straße. Sicherer wird es auch für die Radler in Mailing. Der Rad- und Gehweg wird an der Nordseite von der Käthe-KruseStraße bis zum Anschluss an den Kreisverkehr in Asphaltbauweise 2,50 Meter breit ausgebaut. Die Überquerungen des Mailinger Bachs und des Köschinger Bachs sollen durch zwei Granitbrücken erfolgen. Künftig werden Radler dann nicht mehr auf die Fahrbahn geleitet oder müssen Straßen queren, sondern können bequem und sicher auf dem Radweg bleiben. Die Arbeiten werden voraussichtlich Ende April beginnen, beim Einhub der Brücken ist eine zweitägige Vollsperrung nötig. Neuer Asphalt in der Jahnstraße und Ettinger Straße Einiges zu tun ist auch in der Jahnstraße, zwischen Schloßlände und Friedhofstraße. Hier werden die vor-

handenen Asphaltschichten erneuert. Auch im Bereich Münzbergstraße, von der Jahnstraße bis zur Preysingstraße, bekommt die Fahrbahn einen neuen lärmmindernden Belag. Zusätzlich dazu erhalten die Bushaltestellen in diesem Bereich einen abgesenkten Bordsteinbereich („Kasseler Bord“), damit barrierefreies Einund Aussteigen möglich ist. Die Bauarbeiten an der Asphaltdecke finden in den Osterferien unter Vollsperrung statt, die Arbeiten an den Bushaltestellen beginnen am 20. März unter örtlicher Teilsperrung eines Fahrstreifens. Die Umleitung erfolgt über die Westliche Ringstraße. Ähnliche Arbeiten stehen auch in der Ettinger Straße (zwischen Nördlicher Ringstraße und Richard-Wagner- Straße) an. Vom 29. Mai bis 8. Juni erfolgen die Arbeiten an den Bushaltestellen unter örtlicher Teilsperrung. Eine Vollsperrung ist an einem Wochenende in den Pfingstferien erforderlich, vom 9. Juni, 18 Uhr, bis 12. Juni, 6 Uhr. Die Umleitung wird über die Gaimersheimer Straße geführt. Ebenfalls erneuert wird der Beleg auf den Gehwegen sowie auf der Fahrbahn in der Eckstallerstraße. Vom 7. August bis 1. Oktober ist dort

auch teilweise eine Vollsperrung notwendig, der Verkehr wird dann über die Hindenburgstraße umgeleitet. Straßen- und Kanalarbeiten In der Sebastianstraße wurden in den vergangenen Jahren zahlreiche Wohnungsbauprojekte realisiert, nun muss dort der Kanal erneuert werden. Danach soll die Sebastianstraße von der Proviantstraße bis zum Unteren Graben neu ausgebaut werden und der Straßenbelag, der in einem schlechten Zustand ist, erneuert werden. Die Bauarbeiten finden von März bis September statt. Einiges ändern wird sich auch in Hagau: dort entsteht ein neues Baugebiet mit 77 Parzellen, deshalb musste zunächst der Kanal erschlossen werden. Anschließend begann das Tiefbauamt mit Straßenbauarbeiten, die voraussichtlich in diesem Sommer abgeschlossen sein werden. Zu den Arbeiten gehört auch die Errichtung eines Kreisverkehrs an der Kreuzung Weicheringer Straße / Weiherstraße. Darüber hinaus sind östlich des Kreisverkehrs zwei Bushaltestellen vorgesehen. Die Umleitung erfolgt über einen örtlichen Bypass.


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SWI erneut TOP-Lokalversorger Strom und Erdgas: Siegel für faire Preise, viel Leistung und Qualität

Preis-Leistung, Servicequalität und Einsatz für die Region: Auf all diesen Feldern konnten die SWI auch 2017 als TOP-Lokalversorger überzeugen – und das freundliche Lächeln gibt es selbstverständlich obendrein. Foto: Herbert (bp) Preis-Leistung, Servicequalität, Umweltengagement und Einsatz für die Region: Auf all diesen Feldern können die Stadtwerke Ingolstadt überzeugen – das wurde jetzt erneut auch unabhängig bestätigt. Die SWI wurden vom Energieverbraucherportal auch 2017 wieder als „TOP-Lokalversorger“ ausgezeichnet – in den Sparten Strom und Erdgas. Die Freude darüber bei den Stadtwerken ist groß, stehen die Bewertungskriterien des Wettbewerbs doch für all das, was den SWI als Energieversorger für Ingolstadt und die Region wichtig ist.

im Vorjahr auch die Stadtwerke Ingolstadt. „TOP-Lokalversorger“ wird nur, wer faire Preise – das wichtigste Kriterium – vorweisen kann und dabei die Leistung nicht vernachlässigt. Dazu gehören eine gute Erreichbarkeit am Telefon und persönlich im Kundencenter vor Ort, transparente Preis- und Unternehmensinformationen, das Angebot einer Energieberatung, Datenschutz und Internetsicherheit sowie qualifizierte Zertifikate für unterschiedliche Unternehmensbereiche.

Faire Preise, viel Leistung

Doch damit nicht genug: Insgesamt über 70 Einstufungskriterien galt es zu erfüllen, um „TOP-Lokalversorger zu werden. Darunter fallen auch Themen wie regionales Engagement in den Bereichen Sport, Kunst und Kultur, Schule und Soziales, der Einsatz für die Umwelt und die Beschäftigung mit Zu-

Insgesamt 514 Energieversorger hatten sich in diesem Jahr bundesweit um das Siegel beworben, mit 253 konnten lediglich knapp die Hälfte die Kriterien des Wettbewerbs für ihr Versorgungsgebiet erfüllen – darunter wie bereits

Regionalität, Umwelt und Zukunftsthemen

kunftsthemen wie Klimabraucher auf der Suche wandel, Energieeffinach einem verantzienz oder wortungsbewussKundenkommuten Energievernikation. Auch in sorger ein viel diesen Bereiklareres Bild. chen konnten Auch die die SWI Stiftung punkten – sei Warentest es mit den (Zeitschrift vielfältigen test Sponsoring03/2013) aktivitäten für lobt das die Menschen Energieverin Ingolstadt und braucherportal, der Region, dem das das Siegel seit SWI-Ökostrom IN2007 vergibt. strom aquavolt oder dem Engagement für So sieht es aus, das QualitätsUnd die Stadtsiegel für TOP-Lokalversorger die Elektromobilität. werke-Kunden haben es auch 2017 Lob von der Stiftung Warentest weiterhin orange auf weiß, was sie ohnehin schon lange wissen – mit So ergibt sich durch das Siegel den SWI sind sie immer TOP-ver„TOP-Lokalversorger“ für den Ver- sorgt.

Tricks der Billig-Stromanbieter: Vorsicht vor diesen 5 Fallen!

Die 5 häufigsten Verbraucher-Fallen:

oder dem Preisanstieg nach mehrseitigem Text nur zwei Sätze widmen.

Die SWI setzen auf faire und stabile Strompreise und viel Engagement für Ingolstadt und seine Menschen. So mancher Billigstrom-Anbieter arbeitet dagegen mit einer „Mischung aus Anlocken und Abzocken“, wie Spiegel Online und „Stern“ berichten.

1. Verdeckte Preiserhöhung: Im ersten Jahr ist der Preis günstig, im zweiten Jahr steigt er deutlich, laut Spiegel Online sogar um bis zu 30 Prozent. Informiert darüber wird aber möglichst unauffällig – in Mails mit harmlosem Betreff oder in Schreiben, die nach Werbepost aussehen

2. Unfairer Tarif: Es gibt immer noch überteuerte Paket-Tarife oder Vorauskasse – das kann teuer werden.

4. Bonus wird gar nicht bezahlt: Manchmal wird versucht, so der „Stern“, den Bonus unter den Tisch fallen zu lassen, oder Vertragsklauseln verhindern die Auszahlung aus fadenscheinigen Gründen.

3. Bonus verdeckt Kosten für Folgejahre: Das Angebot ist nur wegen des Wechselbonus‘ günstig. In den Folgejahren zahlt der Kunde drauf.

5. Ärger bei der Kündigung: So mancher Versorger baut maximale Hindernisse ein: etwa Kündigungen nur per Brief mit Originalunterschrift.


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Ingolstadt entdecken... … mit den Gästeführungen der Ingolstadt Tourismus und Kongress GmbH

Vogelgezwitscher in der MVA LBV und Mitarbeiter der Anlage schaffen Bruträume für Vögel (bp) Am 11. Februar hat die Vogelwelt rund um die Müllverwertungsanlage (MVA) in Ingolstadt neue Wohn- und Bruträume bekommen. Aktive Vogelschützer der LBV-Kreisgruppe (Landesbund für Vogelschutz) haben insgesamt 15 Nisthilfen für Meisen, Spatzen, Kleiber, Halsband- und Grauschnäpper sowie Haus- und Gartenrotschwänze angebracht. Dabei wurde auch darauf geachtet, Nisthilfen zu wählen, die auch für Fledermäuse interessant sind. Außerdem wurden defekte Kästen durch haltbarere Varianten ersetzt und zusätzlich Nisthilfen aufgehängt.

Interessanter Vortrag vor historischen Mauern: Stadtführungen erfreuen sich großer Beliebtheit in Ingolstadt. Foto: ITK

(bp/sf) Vielfältig und abwechslungsreich, informativ und unterhaltsam – beim neuen Programm an Stadt-/Themen- und Erlebnisführungen ist für jeden etwas dabei. Die Ingolstadt Tourismus und Kongress GmbH (ITK GmbH) bietet dabei eine attraktive Mischung aus bewährten und neuen Führungen: Im Fokus stehen in diesem Jahr insbesondere die Themenund Erlebnisführungen anlässlich des Jubiläums 500 Jahre Reformation und Gegenreformation. Während auf der ganzen Welt das Jubiläum der Reformation unter Martin Luther gefeiert wird, beleuchtet Ingolstadt auch die „Gegenseite“ – und das aus gutem Grund, war die Donaustadt doch unter dem katholischen Theologieprofessor Dr. Johannes Eck eines der bedeutendsten Zentren der Gegenreformation. Mit der Themenführung „Wo Martin Luther an‘Eck‘te“ und der Erlebnisführung „Irrungen und Wirrungen“ lässt die ITK GmbH Geschichte wieder lebendig werden. Vielfältige Themen Darüber hinaus kann man auch bei den öffentlichen Stadtführungen auf den Spuren der Kirchengeschichte in Ingolstadt wandeln. Dabei ist dieses Thema aber nur eines von vielen, das bei den Stadtführungen und Erlebnisführungen präsentiert wird. So wird in vielen Führungen Ingolstadts Geschichte als bayerische Landesfestung

genauer beleuchtet – so geht es etwa in den Bunker am Scherbelberg oder aber auch in den noch erhaltenen Teil des berüchtigten Festungsbaus „Fronte Rechberg“. Bei einem mittelalterlichen Hexenprozess kann man im Rahmen der Führung „Hexen, Henker, Häresie“ dabei sein. Und ganz entspannt geht es mit der Stadtspaziererin durch Ingolstadt, während man bei „Und do bin i dahoam“ eine Führung in bayerischer Mundart genießen kann. Die öffentlichen Stadtführungen finden von April bis Oktober immer samstags und sonntags um 14 Uhr statt, die Erlebnisführungen an speziellen Tagen. Beliebt bei Gästen und den Ingolstädter Bürgerinnen und Bürgern sind aber auch die öffentlichen Pfeifturmbegehungen (von April bis Oktober jeden Sonntag um 10.30 Uhr und 11.30 Uhr).

Bereits seit Jahren gibt es mehrere Nistkästen in der MVA. Die Betreuung der Bruthilfen findet seitdem in Kooperation mit dem LBV statt. „Wir wollen damit einen Beitrag zum Naturschutz in Ingolstadt leisten und freuen uns, mit dem LBV einen zuverlässigen Kooperationspartner zu haben!“, erläutert Gerhard Meier, Geschäftsführer der MVA. Auch Turmfalken sind willkommen Darüber hinaus gibt es in der Anlage zwei Horste für Turmfalken, in denen die Tiere fast jährlich nisten. Als 2016 ein Jungfalke zu früh aus dem Horst geflogen war, fanden die engagierten Mitarbeiter der Anlage beim LBV gleich einen kompetenten An-

sprechpartner, um dem Tier zu helfen. Günter Koch übernahm das verängstigte Tier und organisierte eine kompetente Betreuungsstelle, wo das Jungtier aufgepäppelt und für das Leben in der Freiheit vorbereitet wurde. Umweltschutz wird auch in anderen Bereichen groß geschrieben Umweltschutz wird in der MVA aber nicht nur beim Vogelschutz groß geschrieben. Die Rauchgase in der Anlage werden soweit gereinigt, dass sie teilweise nicht mehr nachweisbar sind. Die elektrische Energie und die Fernwärme, die in das Netz der Stadtwerke Ingolstadt eingespeist wird, sind CO2-neutral und vermeiden erhebliche Mengen an Feinstaub durch Hausbrand. Durch die Verwendung von Müll als Energieträger werden natürliche Ressourcen wie Öl und Gas geschont. Verantwortung für die Gesellschaft übernehmen Warum gerade für die MVA Umweltschutz eine besondere Bedeutung hat, fasst Geschäftsführer Gerhard Meier zusammen: „Als kommunales Unternehmen wollen wir Verantwortung für die Gesellschaft übernehmen. Dies spiegelt sich in der konsequent umweltschonenden Fahrweise der Anlage, aber auch in der Kooperation mit dem Landesbund für Vogelschutz wider“, sagt Meier.

Übersichtliche Broschüre erhältlich Eine ausführliche Übersicht über alle Stadt-/Themen- und Erlebnisführungen der ITK GmbH gibt die 40-seitige Broschüre „Ingolstadt Entdecken 2017“, die kostenfrei in den Tourist Informationen am Rathausplatz und am Hauptbahnhof erhältlich ist. Die Broschüre enthält eine detaillierte Beschreibung sämtlicher Führungen des Jahres mit Terminen, Preisen und Treffpunkten. Neben dem Angebot der ITK sind auch Führungen im Audi Forum Ingolstadt sowie Veranstaltungen des Kinderprogramms im Stadtmuseum Ingolstadt aufgeführt.

Hat den kleinen Turmfalken wieder aufgepäppelt: Günter Koch vom LBV. Er und seine Kollegen arbeiten beim Vogelschutz mit den Mitarbeitern der MVA eng zusammen. Foto: LBV


30 DAS ALLERLETZTE

Blickpunkt | KW10 2017

KOMMENTAR

BÖSER BLOG

Von Hermann Käbisch

Von Melanie Arzenheimer

Kinder des Konzerns

Alles kopiert, kapiert?

Maro Karmann ist Leiter des „Amtes für Kinderbetreuung und vorschulische Bildung“ bei der Stadt Ingolstadt. Er weiß genau, welche Angebote es in Ingolstadt in Kindertagesstätten und Kindergärten gibt. Natürlich ist ihm auch bekannt, dass es Kooperationen der Stadt beziehungsweise der freien Träger mit einigen großen Unternehmen der Region gibt. Insgesamt fünf große Firmen beziehungsweise Institutionen, darunter Audi, Media-Saturn und das Klinikum haben vorrangig Zugriff auf insgesamt 163 Plätze von insgesamt 4 900 Kinderbetreuungsplätzen. Das sind etwa 3,3 Prozent. Dafür zahlen diese Firmen. Ingolstadt hat etwa 100 000 Arbeitnehmer, davon sind circa 43 000 bei Audi. Von den Audi-Mitarbeitern kommen etwa ein Drittel aus dem Stadtgebiet, die anderen aus der Region. Oft arbeiten beide Ehepartner bei Audi, auch bei Familien aus der Region. Daher ist es nicht verwunderlich, dass am 20. Mai 2010 der Stadtrat unter Mitwirkung von Anton Böhm einstimmig beschloss: „1. Der Einrichtung von 10 weiteren Kindergartenplätzen in der Kita Mariengarten wird zugestimmt. 2. Die Kindergartenplätze werden vorrangig für Kinder, deren Aufenthaltsgemeinde nicht Ingolstadt ist, zur Verfügung gestellt.“ Ver-

wunderlich hingegen ist, dass Anton Böhm in einer Presseerklärung öffentlich die Frage stellt: „Kommt es ... vor, dass Kinder von Eltern, die nicht in Ingolstadt wohnen und nicht bei uns Einkommensteuer zahlen, betreut werden?“ Auch Böhms geäußerte Sorge, dass Kinder von Audi-Eltern bevorzugt werden könnten (Frage 5 seines über die Medien verbreiteten Fragenkataloges ) überrascht. Der SPD-Stadtrat war auch am einstimmigen Stadtratsbeschluss vom 31. März 2011 beteiligt: „Kooperationsvereinbarung für 36 Krippenplätze für Mitarbeiter/-innen der Audi AG ... Die Plätze sollen in der viergruppigen Kinderkrippe (48 Krippenplätze) in der Trägerschaft der Bürgerhilfe Ingolstadt KiTa GmbH in den Räumlichkeiten des Vereins Bürgerhilfe Ingolstadt e.V. in der Spretistraße ... (Anm.: also nahe Audi) vorgehalten werden.“ Das alles hätte Maro Karmann als zuständiger städtischer Mitarbeiter Anton Böhm gern gesagt. Leider wurde er nicht gefragt – stattdessen Presserklärungen. Dabei hat Anton Böhm diese Art von „Öffentlichkeitsarbeit“ nicht nötig. Sein Ansehen, gerade auch im medizinischen Bereich – etwa seine engagierte Mitwirkung als Aufsichtsrat bei der Aufklärung der Vorgänge im Klinikum – ist parteiübergreifend hoch.

So eine Frisur möchte ich haben, wie die Jennifer Lawrence. Ich möchte so cool sein wie Ironman. Der Hintern von Kim Kardashian, den lass ich mir auch machen. Ich möchte so aussehen wie Ryan Gosling. Stopp! Hilfe! Es laufen nur noch Kopien durchs Leben. Wo bleiben die Originale? Trauen sich die Leute nicht mehr, sie selbst zu sein? Man könnte ja unangenehm auffallen, weil man anders ist. Der Mensch

ist und bleibt ein Rätsel. Da hat er sich hierzulande so viele Freiheiten erkämpft, unterliegt keinem Zunftzwang mehr, darf wählen (sogar Frauen!), kann sich beruflich vom Lehrling bis zum Großunternehmer hoch arbeiten, genießt künstlerische Freiheit und kann eigene Werke veröffentlichen, wie er möchte. Eigentlich doch die besten Voraussetzungen dafür, dass jeder seine eigenen Talente entfaltet. Und dann? Dann möchte man so werden wie jemand, den es schon gibt, anstelle etwas Einzigartiges zu vollbringen. Vielleicht ist das letztendlich der einfachere Weg, denn was es schon gibt, ist anerkannt und gesellschaftlich akzeptiert. Man geht das Risiko nicht ein, ein Außenseiter zu werden. Aber waren diese Typen, denen heute nachgeeifert wird, nicht alle mal Außenseiter oder zumindest Menschen, die etwas anders gemacht haben? Warum sollte man sonst eine Person wegen eines XXL-Hinterns verehren? Sicher nicht, weil sie jemand anderen nachgeahmt hat, sondern weil sie in diesem Fall PO-Sition bezogen hat. Und das äußerst PRträchtig. Wir haben die Wahl. Setzen wir uns vor die Glotze oder den Computer und eifern einem berühmten Gesäßmuskel nach oder gehen wir raus und sind das, was wir sind – nämlich einzigartig!

Praktisch, so eine Clownsnase, wenn man sich in der Politik eine blutige Nase geholt hat...

SPRÜCHEKLOPFER

Aha. So hat es sich bis zum Schulz-Effekt im Umfragetief angefühlt.

Kabarettist Josef Brustmann unter der mobilen Orgel beim politischen Aschermittwoch der SPD im Kastaniengarten.

Die Stadträte Anton Böhm und Robert Bechstädt beim Faschingsumzug in Gerolfing. Fotos: Arzenheimer


Blickpunkt KW 10 2017  

Zeitung für Ingolostadt und die Region

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