Blickpunkt Juni 2016

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Blickpunkt | Juni 2016

Eine Stadt im „Umbau“ Ingolstadt und eine Woche voller Baustellen

Das Gegenteil einer Eröffnung ereignete sich in unmittelbarer Nähe zum CARISSMA Labor. Gleich ums Eck fand sich Ingolstadts Oberbürgermeister Christian Lösel zusammen mit Stadträten, Architekten, Archäologen und Co. in der ehemaligen Gießereihalle ein. Hier waren Helm und rustikales Schuhwerk empfehlenswert, weswegen sich nicht jede Dame als vollständig „geländegängig“ erwies. Und nachdem das Gebäude in die-

Foto: Steffi Bergmüller

Trockenen Fußes erreichbar und damit auch High-Heel tauglich war die Eröffnung des neuen CARISSMA Forschungs- und Testzentrums der Technischen Hochschule Ingolstadt. Reichlich Polit-Prominenz war gekommen, um das wissenschaftliche Leitzentrum

turm stehen eine Vielzahl vernetzter Speziallabore und -einrichtungen zur Verfügung. Ziel der Forschung ist die „Vision zero“, also ein Straßenverkehr, der keine Schwerverletzten oder gar Toten mehr fordert. Foto: Yvonne Münzberg

(ma/ym/sb) Mal ein Spatenstich, dann eine Eröffnung, hier ein Baustellenrundgang. Als Pressevertreter hatte man in der zurückliegenden Woche am besten alles dabei – vom Helm bis zum Gummistiefel. Und auch die Vertreter der Politik waren gefordert. Drei Großprojekte standen im Mittelpunkt des Interesses – in drei höchst unterschiedlichen Bauphasen.

OB Christian Lösel mit der „Zeitkapsel“ ließ stolz verlauten: „Das ist ein ganz wichtiger Schritt für diese Stadt!“ Wesentlich weiter als das neue MKKD, aber noch nicht so weit wie CARISSMA ist das DMM (bei all der Abkürzerei nicht verwechseln). Der neue Erweiterungsbau des Deutschen Medizinhistorischen Museums wird im Juli eröffnet, die Presse durfte jetzt schon mal rein. „Ich bin richtig glücklich“, meinte Stadtbaurätin Renate Preßlein-Lehle, als sie das neue Foyer betrat. Und auch Museumsdirektorin Prof. Dr. Marion Maria Ruisinger kam aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus. Ihr Herzenswusch, das große Panoramafenster, das den Blick auf den Anatomiegarten, die Altstadt

und das Münster frei gibt, sei von den Staab Architekten Berlin hervorragend umgesetzt worden. Überhaupt gab es reichlich Lob für das Architekturbüro. In dem neuen Gebäude stimme nicht nur die Optik, sondern auch die Funktionalität perfekt. „Es ist ein respektvoller Anbau“, betonte Per Pedersen, Geschäftsführer von Staab Architekten, der die Gäste durch die neuen Höhen und Tiefen des Baus führte. An diesem Wochenende können Interessierte sich selbst ein Bild des Anbaus in der Anatomiestraße machen: Am Samstag, 11. Juni, von 14 - 21 Uhr und am Sonntag, 12. Juni, 14 - 21 Uhr wird ein „Public Preview“ veranstaltet. Der Eintritt frei.

für Fahrzeugsicherheit in Deutschland zu begutachten. Nur einer nicht: Horst Seehofer ließ sich wieder einmal – zur Enttäuschung einiger – entschuldigen. Der Grund: Er musste die Milchbauern besänftigen. Nachdem er schon beim Festakt zum Reinheitsgebot in Ingolstadt Ilse Aigner schickte, war Staatsminister Spaenle für ihn in Vertretung an der THI. In CARISSMA (Center of Automotive Research on Integrated Safety Systems and Measurement Area) steckt jede Menge High-Tech - von der radartauglichen Indoorstrecke bis zum HiL-Labor, dem High-Tech-Fußgängerdummie bis zum hauseigenen Fall-

sem Fall schon steht, war kein Spatenstich nötig, auch keine Grundsteinlegung. Eine Zeitkapsel wurde vom OB höchstpersönlich in einer Wand eingemauert. Das war der offizielle Startschuss für den Bau des Museums für Konkrete Kunst und Design (MKKD), das voraussichtlch 2019 eröffnet werden wird. „So ein Kulturbau symbolisiert das Rückgrat für die Identitätsbildung einer Stadt“, bemerkte der Wiener Architekt Peter Sapp, der sich darüber freute, dass in dem Projekt sowohl Kunst als auch der Erhalt eines historischen Baus vereinigt würden. Und Kulturreferent Gabriel Engert

Foto: Melanie Arzenheimer

Minister Ludwig Spaenle und THI Präsident Prof. Dr. Walter Schober

Per Pedersen, Prof. Dr. Marion Maria Ruisinger, Gabriel Engert, Renate Preßlein-Lehle

31.07.2016