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Der Weg vor uns

n Zukunft n Zur체ck

gestalten

zum Ursprung

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Eins und eins gleich drei

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Beten ist arbeiten

Januar | Februar | M채rz 2015

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Nr. 03


Es grüßt... wünschen uns dazu Kraft und Stärke von innen und von außen. Vielleicht sogar ein Licht, dem wir folgen können, damit wir sicher sind, auf dem richtigen Weg zu sein. Es gibt dieses Licht, denn der Psalmist sagt uns: „Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Weg“ (Psalm 119, 105).

Wir haben für die dritte Ausgabe von „Mit & Für“ das Motto „Der Weg vor uns“ gewählt. Wohin gehen wir? Wie sieht unser Weg in die Zukunft aus? Die Erfahrung sagt uns, dass sich alles in einem gewissen Rahmen abspielt. Zwar gibt es Ausschläge nach dieser und jener Richtung. Aber irgendwann befinden wir uns auf der mittleren Linie, wenn wir nach vorne schauen. Es stellt sich nun die Frage: Können wir etwas mitnehmen, das uns auf

Wenn wir uns dem Wort aussetzen, bekommen wir genügend Licht und Kraft für unseren Weg in die Zukunft. dem Weg beflügelt, das uns neue innere Energie gibt? Der Weg in die Zukunft wird ziemlich lang und auch beschwerlich. Das will alles durchlebt und gestaltet sein. Wir

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Gottes Wort ist dieses Licht. Dieses Licht reicht, um die nächsten Schritte zu gehen, zuversichtlich und getrost. Wenn wir uns dem Wort aussetzen, bekommen wir genügend Licht und Kraft für unseren Weg in die Zukunft. Dann werden wir trotz so mancher Belastungen und Entscheidungen gelassen voran gehen können. Dieses Licht führt uns zielsicher über Berge und vorbei an Abgründen, über Höhen hinweg und durch Täler hindurch. Wir erkennen plötzlich, welche Schritte wir gehen müssen, und sehen das Licht für die nächste Wegstrecke. Lassen wir Gottes Wort, lassen wir Jesus Christus neu in unser Leben und lassen wir sein Licht und seine Liebe unsere Wege in die Zukunft begleiten, dann wird alles gut, auch für Sie! Mit herzlichen Grüßen aus dem Mutterhaus

Ihre Schw. Ursula Seebach, Oberin

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THEMA Andreas Heinemann, Pr채sident des DMH-Stiftungsrates

Zukunft gestalten

Die Zukunft eines christlichen Werkes zielf체hrend und gottgewollt zu gestalten, ist eine zentrale Aufgabe. Gott hat jeden Einzelnen von uns und jedes seiner Werke mit individuellen Gaben in Form von F채higkeiten, Ressourcen und Erfahrungen ausgestattet. Diese gilt es so einzusetzen, dass der von Gott zugedachte Auftrag umgesetzt werden kann. Vor diesem Hintergrund gibt es 7 wichtige Punkte, die es zu beachten gilt:

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THEMA

Die Zukunft eines christlichen Werkes… 1. … liegt in der Begründung seiner ursprünglichen Berufung. Es gilt diese immer wieder neu zu überprüfen und das Werk darauf hin auszurichten; 2. … ist nicht ohne Gottes Wort möglich. Die Botschaft von Jesus Christus ist nicht nur Auftrag, sondern auch Fundament; 3. … kann nicht ohne Vernetzung mit anderen christlichen Werken geschehen. Wir haben dasselbe übergeordnete Ziel und können wechselseitig voneinander profitieren; 4. … entwickelt sich aus der Gegenwart. Hierbei spielt das ergebnisoffene Hören auf den Glauben und das Erleben der das Werk tragenden Mitglieder, Mitarbeiter und Freunde eine wesentliche Rolle. Auf Einmütigkeit liegt ein besonderer Segen; 5.  … braucht zuverlässige Mitarbeiter. Aufgabe des Werkes ist auch, die Mitarbeiter auszuwählen und sie gemäß ihren Gaben und Neigungen mit Aufgaben zu betrauen; 6.  … liegt in einer gesunden Haushalterschaft der von Gott gegebenen Ressourcen. Finanzen, Liegenschaften etc. dienen ebenso wie das Engagement der Mitarbeiter der Erreichung des Zieles; 7. … hängt auch von der Freude am Auftrag und dem ermutigenden Wissen ab: „Gott kennt den ganzen Weg, wir kennen nur den nächsten Schritt“. Es gibt viele Bibeltexte, die diese Zusammenfassung stützen. Eine davon findet sich bei Mose, der von seinem Schwiegervater vieles erlernen muss: „So nicht, so machst du dich müde, übertrage Verantwortung und vertraue deinen Mitarbeitern.“ Ein an-

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derer Text verweist auf Versorgungsprobleme der Waisen und Witwen in der Gemeinde Jerusalem. Sofort wird gehandelt und im Gebet und am Wort Gottes ausgerichtet. Neue Mitarbeiter werden zum Dienst als Diakone gemäß ihrer Fähigkeiten und geistlichen Gaben berufen. Das Ziel ist klar im Blick, so dass die Veränderungen selbstbewusst angepackt werden können. So wird die Zukunft aktiv gestaltet, mit der Gewissheit von Gottes Führung und dem Einsatz seiner Gaben. Lernen kann man auch von den Erfahrungen anderer christlicher Werke in unserer Zeit. So kann ein Werk zu Ende verwaltet oder zielorientiert in die Zukunft geführt werden. So schrieb Pfarrer Paul Humburg: „Ein Werk, wenn es in den Bahnen seiner ursprünglichen Berufung bleibt, ist unüberwindlich.“ Unter bestimmten Umständen kann also beides richtig sein: die Besinnung auf den Ursprung und die Neuausrichtung auf die Zukunft. Das eine schließt nicht zwingend das andere aus. Wichtig ist auch hier die Analyse der Gegenwart: Bewegt man sich noch in Gottes Auftrag? Wird dieser effizient und effektiv umgesetzt? Erfolgt eine Anpassung an den Zeitgeist? Ggfs. müssen mutige Schritte gegangen und belastende Erfahrungen gemacht werden. Ganz wichtig dabei ist die Fragestellung, ob Zukunftspläne erlaubt sind oder gar Visionen Raum finden? Ist

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Gott mit im Boot, dann können sogar Berge versetzt werden! Ein Blick in die eigene Chrischona-Familie zeigt, dass der Gründer Christian Friedrich Spittler (17821867) Visionen hatte. Er betont: „Was hilft´s wenn wir beim warmen Ofen und einer Pfeife Tabak die Notstände der Zeit bejammern? Hand anlegen müssen wir, und sei es auch ganz im Kleinen.“ Der Gründer hatte die Vision, die Not der Zeit, die Orientierungslosigkeit der Menschen durch Glauben und Taten positiv zu verändern. Den Kopf in den Sand zu stecken, war nicht seine Sache. Vielmehr hat er die Zukunft aktiv gestaltet. Über ihn sagt der frühere Direktor der Pilgermission, Edgar Schmid (19232003): „Spittler hätte zweifellos das Zeug zum Großunternehmer gehabt und wäre in unseren Tagen ein erfolgreicher Manager geworden.“ Ein tätiger Glaube, das Wort Gottes als Fundament, das Gebet als Seismograph und der Wunsch Not zu lindern, führten oft zur Gründung christlicher Werke. Andreas Graf von Bernstorff (1844-1907), 1. Vorsitzender der Deutschen Evang. Allianz, schrieb: „Auch heute glaube ich noch, dass es für einen gläubigen Christen einfach unmöglich ist, nicht mit Hand anzulegen am Aufbau des Reiches Gottes. Wo das nicht der Fall wäre, ist etwas nicht in Ordnung.“ Das DMH als Werk zeigt im 90. Jahr des Bestehens, dass es am Auftrag und Ziel festgehalten hat, von Segenszeiten berichten kann, aber auch „Brüche“ erleben musste. Die Zukunft zu gestalten, funktioniert nicht ohne Probleme und ohne Verwerfungen. Wer anderes vermutet, irrt. Gerade Brüche schaffen Veränderungen, die gut aufgearbeitet zu positiven

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Ergebnissen führen. Beim DMH stand bei Gründung der Gedanke, Diakonissen in die Aufgaben der eigenen Gemeinden zu senden. Dazu kam dann die diakonische Arbeit. Christliche Werke ohne Bezug und Einbindung in eine Gemeinde(n) werden Probleme mit der Zukunft haben. „Denn gerade die Diakonie ist Dienst aus der Gemeinde, in der Gemeinde und für die Gemeinde.“ Deshalb gehen wir mutig auf dem Weg voran, den D. Bonhoeffer so beschreibt: „Keinen Weg lässt uns Gott gehen, den er nicht selbst gegangen wäre und auf dem er nicht voranginge“.

Andreas Heinemann ist seit 2005 Mitglied des Stiftungsrates des DMH und seit 1.1.2013 dessen Präsident. Dieses verantwortungsvolle Mandat reiht sich ein in weitere ehrenamtliche Tätigkeiten in der ev. Landeskirche, bei freien christlichen Werken und im Bereich der Politik. Mit Beginn seines Ruhestandes legt der ehemalige Geschäftsführer des ev. Krankenhauses „Gottesfriede“, Woltersdorf, den Schwerpunkt seiner Tätigkeit im DMH verstärkt auf dessen Neuausrichtung.

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PROJEKT Joachim Rastert, Geschäftsführer des DMH

Zurück zum Ursprung

Auftrag und Strategie des Diakonissen-Mutterhaus St. Chrischona

„Wer nicht genau weiß, wohin er will, der darf sich nicht wundern, wenn er ganz woanders ankommt.“ Diesen eingängigen Spruch, der Mark Twain zugeschrieben wird, haben sicherlich schon die meisten von uns gehört. Allerdings ist die Umsetzung in unserer komplexen und schnelllebigen Welt nicht einfach. Aus diesem Grund kommt zu Recht immer wieder die Frage auf, was das Ziel ist, welches man persönlich, die Kirchengemeinde oder auch der Arbeitgeber verfolgt. Genau dieselbe Frage hat sich unser Mutterhaus gestellt: „Was ist es, was Gott mit uns vorhat?“; „Welche Richtung sollen wir einschlagen?“; „Was ist Gottes Auftrag für uns und wie setzen wir diesen am besten um?“ Dreh- und Angelpunkt für das DMH ist hierbei selbstverständlich die Zielrichtung, die unsere Schwestern als Gottes Weg für das Mutterhaus erkennen. Darum hat die Schwesternschaft in 2012 und 2013 an dieser Thematik hart gearbeitet. Dabei halfen

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Workshops der Diakonissen mit fachkundiger externer Unterstützung sowie viele begleitende Gebete und Gespräche. Letztendlich führten diese zu einer sehr einvernehmlichen Wiederbesinnung auf den Ursprung. So war schon immer der Name „DMH“ auch Programm: Diakonisch-Missionarisch Handeln. Die Umsetzung erfolgte über die drei Tätigkeitsschwerpunkte „Bildung, Begleitung und Heimat“ von und für Diakonissen sowie hilfsbedürftige Menschen. Da diese Schwerpunkte Grundbedürfnisse aller Menschen umfassen, sind sie auch in der heutigen Gesellschaft wichtig. Jedoch bedürfen sie an mancher Stelle neuer Ausdrucksformen, um in der sich schnell verändernden Welt wahrgenommen zu werden. Nur so können geistliche Inhalte, die gestern wie heute ihre Gültigkeit haben, transportiert und auch morgen gelebt werden. Mit dieser Klärung seitens der Diakonissen wurde dann auch durch den Stiftungsrat des Mutterhauses die Auftragsformulierung bestätigt.

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Gemeinsam erarbeitet wurde in vielen weiteren Sitzungen, auch unter Einbeziehung der Mitarbeiter, wie die Umsetzung konkret erfolgen kann. Deutlich wurde, dass „periphere“ Liegenschaften, welche seitens des Mutterhauses inhaltlich nicht mehr geprägt wurden und die entfernt von unseren Zentren in Bettingen und Lörrach liegen, veräußert werden sollten. Dies setzt Finanzmittel und Verwaltungsressourcen frei, um die herausgearbeiteten Aufgabenschwerpunkte auch in Zukunft zu stärken und auszubauen. Auf deutscher Seite heißt das, eine Fokussierung auf Bildung und Begleitung von Menschen und wird mit dem Neubau der Altenpflegeschule bis Frühjahr 2015, dem vor kurzem erfolgten Zukauf des Belchen-Institutes, der weiteren und z.T. intensiveren Unterstützung von Lechaim Lörrach und Lechaim Rhein-felden sowie des Basecamp in Prenzlau umgesetzt. In der Schweiz wird auf dem Mutterhausgelände bis Sommer 2015 ein neues DiakonissenWohn- und Gästehaus errichtet. Mit den Planungen für einen größeren Mehrgenera-

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tionenwohnpark, der auch als Erweiterung unseres Pflegeheimes dienen soll, wurde kürzlich begonnen. Somit liegt unser Aufgabenschwerpunkt in der Schweiz auf dem Überbegriff „Heimat“. Bei diesem ganzen Prozess der Ziel- bzw. Auftragsformulierung und der neuerlichen Schwerpunktsetzung konnten wir insbesondere auch durch die weitgehend einheitlich gewonnenen Überzeugungen in der Schwesternschaft, im Schwestern- und Stiftungsrat sowie der Belegschaft Gottes Führung erfahren. Zwar gibt es immer wieder auch Rückschläge, die bei solchen Umbrüchen zu erwarten sind. Und trotzdem sehen und spüren wir bei der jetzt laufenden Umsetzung, die begleitet wird durch die Optimierung von Strukturen und Prozessen, weiter den Segen Gottes. Vieles konnte in den vergangenen 2 Jahren angepackt und positiv entwickelt werden. Um es abschließend mit Mark Twain zu sagen: Wir sind alle sehr gespannt, ob das DMH auch dort ankommt, wo es hin wollte.

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PROJEKT Hartmut Kämpfer, stellvertretender Geschäftsführer

Gemeinsam!

Meta-Projekt mit Chrischona International

Der Chrischonaberg. Blick in schier unendlich Weiten. Wir schreiben das Jahr 2013. Im Juni trifft sich eine kleine Gruppe von Verantwortlichen aus dem damaligen Verband Pilgermission und dem DiakonissenMutterhaus. Eigentlich wollen wir uns nur gegenseitig über ein paar LiegenschaftsMaßnahmen informieren. Wir im Diakonissen-Mutterhaus müssen neue Wohnkapazitäten für die Schwestern schaffen, die wieder ins Mutterhaus kommen möchten, die Pilgermission braucht insbesondere für den Konferenzbetrieb und die Unterkünfte der Studierenden eine Lösung. Es wird klar, dass wir derzeit vor ähnlichen Herausforderungen stehen, und ziemlich schnell schwebt der Gedanke im Raum: „Besteht hier nicht die Chance, dass wir diese Herausforderungen zusammen angehen, anstatt dass jeder seine eigenen Lösungen erarbeitet? Wo ergeben sich Felder der Zusammenarbeit? Wo können wir gemeinsam mehr erreichen?“ Nach Jahren, in denen die

Zusammenarbeit bestenfalls auf Sparflamme lief, ergibt sich auf einmal die Möglichkeit, enger zusammenzurücken und gemein-

Besteht hier nicht die Chance, dass wir diese Herausforderungen zusammen angehen, anstatt dass jeder seine eigenen Lösungen erarbeitet? sam Dinge zu entwickeln. Das Ziel bleibt in diesem Moment noch diffus, aber die Perspektive, gemeinsam mehr erreichen zu können, motiviert alle Anwesenden. 29. April 2014: Seit dem Treffen im Juni 2013 ist viel passiert. Sowohl das

Baustrasse zum Wiederaufbau des Mutterhauses.

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Viel Platz für viele Möglichkeiten auf St. Chrischona, Bettingen, Schweiz

Komitee der damaligen Pilgermission als auch der Stiftungsrat und die Schwesternversammlung des Diakonissen-Mutterhauses haben intensiv über die mögliche Zusammenarbeit beraten und die Begeisterung ist übergesprungen. Heute treffen sich die Geschäftsführungen und die zweite Führungsebene beider Werke, um auszuloten, was wir gemeinsam auf die Beine stellen könnten. Aus dem ursprünglichen Gedanken einer Kooperation bei der Erstellung von Liegenschaften ist eine größere Idee geworden: Die Spitze des Chrischonaberges befindet sich im Besitz entweder von Chrischona International oder dem Diakonissen-Mutterhaus. Welche Möglichkeiten bietet uns diese einzigartige Startposition? Dabei ist es allen Beteiligten wichtig, nicht einfach nur aus betriebswirtschaftlichen Zwecken zu kooperieren, sondern von Inhalt und Auftrag beider Werke her zu denken. So legt das Diakonissen-Mutterhaus im Rahmen seiner diakonisch-missionarischen Arbeit den Schwerpunkt auf „Bildung, Begleitung, Heimat“. Das Mission-Statement von Chrischona International (früher Pilgermission) lässt sich in den

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Worten „Jesus erleben. Menschen fördern. Dem Nächsten dienen“ zusammenfassen. Die Aussagen dieser beiden Leitsätze liegen nahe beieinander und machen deutlich, dass hier mehr möglich ist als nur eine formal dienstleistungsbezogene Kooperation. An diesem Tag wird beschlossen, dass Chrischona International und das Diakonissen-Mutterhaus miteinander ein Meta-Projekt starten wollen. Auf dem Chrischo­ naberg soll - bildlich gesprochen ein Leuchtturm errichtet werden, der einer zunehmend entchristlichten Gesellschaft Orientierung und Hoffnung vermittelt und Christen ausbildet, fördert, begleitet und beheimatet. Hierdurch entsteht eine Strahlkraft in die

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PROJEKT

Länder Schweiz, Deutschland und Frankreich. Diesem Ziel ordnen sich alle Aktivitäten des gemeinsamen „Meta-Projekts“ unter. Die Idee ist, dass beide Partner in ihrer jeweiligen rechtlichen Eigenständigkeit miteinander verschiedene Projekte gestalten (s. Kasten). Es geht darum, vorhandene Synergien zu erkennen und zu nutzen. Insofern soll kein Personalabbau erfolgen, sondern vorhandene Kapazitäten sollen durch die Hebung von Synergien besser genutzt werden. Wir sind davon überzeugt, dass es uns mit Gottes Hilfe gelingen kann, miteinander Dinge für unsere Region und die dort lebenden Menschen zu tun, die jedes Werk alleine für sich nicht oder nur mit erhebliche höherem Aufwand zustande bringen könnte. So entsteht mehr als die Summe der Einzelteile. Bildlich ausgedrückt: Wir möchten, dass 1+1 nicht zwei gibt, sondern drei … oder vielleicht sogar 3,5. Dazu möge Gott uns leiten.

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„Entwicklung des Chrischona-Berges“ Das Meta-Projekt hat insgesamt fünf Einzelprojekte identifiziert, bei denen eine Kooperation sinnvoll erscheint. Diese sind: 1. Chrischona-Campus-Konferenzzentrum: Der Chrischonaberg ist aufgrund seiner einmaligen Lage ein beliebter Tagungsort. Beide Werke beherbergen externe und interne Gäste. Daher bietet es sich an, ein gemeinsames Vorgehen zu erarbeiten. 2. Wohnpark Chrischona: Sowohl auf dem Gelände des Diakonissen-Mutterhauses als auch auf dem von Chrischona International befinden sich Liegenschaften, die sanierungsbedürftig sind. Zudem wird Wohnraum für Studenten und Schwestern sowie Gäste benötigt, ebenso eine Erweiterung des Pflegeheims. Hier sollen wechsel- und vielseitig nutzbare Kapazitäten gemeinsam geplant werden. 3. Bildungs- und Konferenzzentrum: Sowohl das Diakonissen-Mutterhaus als auch Chri­ scho­na International bilden aus, wenn auch mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Hier wollen wir nach Ergänzungsmöglichkeiten suchen. 4. Verknüpfte Dienstleistungen: Beide Werke unterhalten trotz enger Nachbarschaft ihre Infrastruktur völlig unabhängig voneinander. Kooperationen bieten jedoch die Möglichkeit, Kosten einzusparen und die Kapazitäten besser auszulasten. 5. Naherholungsgebiet: Der Chrischonaberg ist als Ausflugsziel in der Umgebung jetzt schon sehr beliebt. Jedoch sind wir der Überzeugung, dass noch viel Entwicklungspotenzial besteht. Dieses gilt es zu entdecken und nutzbar zu machen.

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Nur noch eine Tür Uwe Schulz, fontis Verlag Basel, 200 Seiten, 12,99 Euro / 19,80 CHF

Letzte Gespräche an der Schwelle des Todes Der Tod ist eines der meistthematisierten Tabus der Gegenwart: Einerseits scheint er sich vereinzelt und unsichtbar in einer stummen Parallelwelt zu ereignen, in Krankenbetten, auf Palliativstationen und in Hospizen. Andererseits ist er spektakulärer Teil der Alltagskultur, dramatisiert in Krimis, boulevardisiert in den Nachrichten, popularisiert in Ego-Shooter-Spielen, bagatellisiert in modischen Accessoires. Die Verdrängung ist einer «Geschwätzigkeit des Todes» gewichen, die uns alle

doch nur weiterhin alleinlässt mit der Frage, wie wir dem eigenen Ende entgegengehen wollen. Dieses Buch konfrontiert uns mit Fragen, die der Tod an uns richtet: Was kommt danach? Worauf darf der Sterbende hoffen, was glauben? Zwölf Menschen stellen sich hier in Interviews diesen existenziellen Fragen, weil sie auf der letzten Wegstrecke ihres Lebens sind und Antworten suchen. Sterbende und Sterbebegleiter, Glaubende und Zweifler – sie alle offenbarten dem Interviewer Uwe Schulz, was sie bewegt. Und sie richten damit gleichzeitig Fragen an unser aller Leben: Welchen Sinn hat es? Auf welches Ziel richten wir uns aus? Was ist wichtig? Und was hat es auf sich mit dem Glauben und der Auferstehung? Das Buch ist spannend und berührend, weil die grossen Fragen des Lebens mit menschlicher Wärme und Hoffnung beantwortet werden.

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SCHWESTERNSCHAFT Schw. Ursula Zimmermann, stellvertretende Hausmutter, Feierabendhäuser, Lörrach

Blick in unser U65-Treffen „Siehe, wie fein und lieblich ist´s, wenn Schwestern einträchtig beieinander wohnen.“ Aus Psalm 133 Als „fein und lieblich“ wird hier eine Gemeinschaft bezeichnet, die in froher Runde zusammen ist. Sie scheint nicht einfach von selbst zu gelingen. Sie ist etwas Kostbares, das Pflege braucht. Unsere U-65 Treffen sind so etwas von dem, was hier im Psalmwort beschrieben ist. Sie finden 4x im Jahr an einem Samstag statt und sind vor ca. 10 Jahren entstanden. Die U-65Treffen entstanden aus dem Bedürfnis heraus, Austausch untereinander zu pflegen, wichtige, brisante Alltagsthemen zu erörtern, gemeinsam zu singen und zu beten. So nach und nach entwickelte sich auch, dass wir nach einem solchen Tag gemeinsam ein Abendessen vorbereiten und genießen. Unsere Oberin findet das gut und kommt möglichst

U65 beim Racletteessen am 15. November 2014

dazu, was wir sehr schätzen. Beim Essen in gelöster Stimmung lernt man sich plötzlich von einer anderen Seite kennen, was einfach gut tut! Am Tag darauf ist der Abendmahlssonntag im Mutterhaus mit allen Schwestern. Was wir an einem solchen Tag empfangen, wollen wir gerne an die Schwesternkreise weitergeben, in denen wir stehen. Ich nehme als Beispiel unser letztes Treffen am 15. November 2014: Zu Gast war diesmal unsere Oberin Schw. Ursula Seebach. Die Grundlage zu ihrem Referat „Gemeinschaft“ war eine Andacht über Apg. 2,42: „Sie blieben beständig in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und im Gebet.“ Sie schlug den Bogen zu unserer Gemeinschaft: 1. Was ist die wahre Grundlage der Gemeinschaft? 2. Was fördert die Gemeinschaft? 3. Was hindert und stört die Gemeinschaft? 4. Der Segen der christlichen Gemeinschaft?

... beim Gespräch im Sitzungszimmer.

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Wir suchten die Stille im Gebet, um so etwas wie eine eigene Standortbestimmung zu machen. Gott ist der Schöpfer der Gemeinschaft und will uns helfen im Weiter-kommen. Das macht uns immer wieder aufs Neue froh und dankbar. Wir bleiben dran!

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Schw. Hanni Bundrück, stellvertretende Schwesternratsvorsitzende

„Beispielgebend… ... nicht nur beispielhaft war und ist das Leben von Schwester Rose Schwarz.“ Das war die zentrale Aussage von Oberbürgermeister Gerd Maisch beim Festakt zur Verleihung des Bundesverdienstkreuzes am 26. 09. 2014 in Vaihingen an der Enz. Im Namen und Auftrag unseres Bundespräsidenten, Herrn Gauck, nahm er die Verleihung dieser Auszeichnung an Schw. Rose im Evangelischen Gemeindehaus in Vaihingen an der Enz vor. Aus diesem außergewöhnlichen Anlass hatten sich Verwandte, Freunde und eine Reihe von Mitschwestern von Schwester Rose sowie die politischen Vertreter der Stadt Vaihingen im voll besetzten, liebevoll dekorierten Saal des Gemeindehauses eingefunden. Dekan Zeyher moderierte den Festakt und freute sich, den Anlass im Gemeindehaus feiern zu können. Musikstücke des Posaunenchors und Chorlieder des Gemischten Chores der Altpietistischen Gemeinschaft Vaihingen setzten der Veranstaltung einen würdigen Rahmen. Mit warmen und bewegenden Worten skizzierte Susanne Hartrampf in ihrer Laudatio das Leben von Schwester Rose von der Kindheit bis heute. Sie schilderte Ereignisse des beeindruckenden Lebens als Missionarin in Äthiopien und Kenia mit seinen Höhen und Tiefen und der umfangreichen Aufgabe im Aidswaisenprojekt „Neema ya Mungu – durch Gottes Hilfe“ im Ruhestand bis heute. Für dieses Projekt erhielt Schwester Rose jetzt das Bundesverdienstkreuz.

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In ihrem Dank nahm Schwester Rose auf das Losungswort aus 1. Mose 24,7 vom Tag ihrer Geburt Bezug: „…der Herr wird seinen Engel vor dir her senden…“ und ließ uns teilnehmen an Wundern in ihrem Leben, bei denen sie Gottes Fürsorge ganz konkret erfahren hatte. Ganz oder gar nicht – das war das Anliegen von Schwester Rose in ihrem Leben als Christ. Auch mit der Auszeichnung durch das Bundesverdienstkreuz will Schw. Rose Gott die Ehre geben – so ihr Fazit am Ende der Feierstunde.

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BERICHT Simeon Vogel, Standortleiter IT des DMH

Eins und eins gleich drei

Mancher mag sich fragen, weshalb so viel Arbeitskraft in die Informatik fließen muss. Für unser Seelenheil brauchen wir keine Computer - das ist richtig. Unsere Oberin Schwester Ursula hat jedoch bereits bei ihrer Einführung die zwei Ziele Ihrer Amtszeit „Erneuerung“ und „Zuwachs“ benannt. Auch in der Informatik ist es notwendig, mit der Zeit zu gehen, Werkzeuge zu erneuern und Zuwachs im Knowhow zu erwerben, sodass wir als hausinterner ITDienstleister für die Nutzer professionell arbeiten können. Als Anfang 2013 mit dem Aufbau einer professionellen Informatik im DMH begonnen wurde, war schnell klar, dass dies auch einen kulturellen Wandel

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zur Folge haben wird. Arbeitsabläufe wurden z.T. verändert, mancher Mitarbeiter musste sich an das neue Werkzeug „Computer“ oder neue Programme gewöhnen. Auch die Informatik musste sich auf die komplexe, vielfältige und grenzüberschreitende Arbeit vom Diakonissen-Mutterhaus einstellen. Viele Neuerungen und Verbesserungen konnten schon eingeführt werden. Ein grösseres Projekt war beispielsweise die Einführung eines neuen Finanzprogramms auf Schweizer Seite. Auch das war keine leichte Sache, da die Konsolidierung der gewachsenen Landschaft eine große Herausforderung darstellte. Je-

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doch ist dieses Programm nun eine enorme Erleichterung im Arbeitsalltag und spart teure Lizenzgebühren. Ähnliches wird z.Z. nun auch auf deutscher Seite umgesetzt.

über eine verbesserte IT-Dienstleistung die Arbeit anderer Mitarbeiter in unserem Werk unterstützt und dadurch indirekt geistliche Früchte tragen wird.

Solche Projekte brauchen Know-how und personelle Ressourcen. Ebenso ist die tägliche Betreuung der im Hintergrund laufenden Systeme und der Nutzer sicherzustellen. Dies ist nun durch die im September 2014 erfolgte Zusammenlegung der ITAbteilungen vom Diakonissen-Mutterhaus und Chrischona International möglich, denn dadurch haben wir die kritische Masse erreicht, um Personal mit dem notwendigen Know-how auch in Urlaubs- und Krankheitszeiten zur Verfügung zu haben. Durch den gemeinsamen Auftritt von DMH und Chrischona International sind wir nun Großkunde bei einigen Lieferanten und erhalten z.T. wesentlich günstigere Preise für Hard- und Software. So haben wir uns auf einen nachhaltigen Weg begeben, der sich nicht nur für die nächsten zwei bis drei Jahre rechnet, sondern weit darüber hinaus

Eins und eins gleich drei. Diese Rechnung geht mathematisch zwar nicht auf, trotzdem sind wir in der Informatik überzeugt, dass dieses Ergebnis in der Praxis erreichbar sein wird. So konnten wir in der kurzen Zeit schon einiges zusammen erreichen, was das Diakonissen-Mutterhaus und Chrischona International für sich alleine nicht geschafft hätte.

Beat Ammann, Telefon- und Multimedia-Experte Frank Lenz, IT-Abteilungsleiter, Chrischona Int. Simeon Vogel, IT-Standortleiter DMH (v.l.n.r.)

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Informatik hat im Grunde mit Informationsaustausch zu tun. Darum geht es auch bei unserem neuen Internet-Auftritt (www.dmh-chrischona.org). Unsere Website steckt momentan noch in den Kinderschuhen. Aber bereits jetzt gibt es einige Informationen, die Möglichkeit unsere Zeitschrift „Mit & Für“ kostenlos zu abonnieren oder uns Ihre Gebetsanliegen mitzuteilen. Das macht einen Besuch jetzt schon lohnenswert. Aber wir haben noch viel vor und arbeiten daran.

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THEMA Schw. Brigitte Walther wohnt im Mutterhaus aif St. Chrischona

Gott wohlgefälliges Beten Herr, lehre uns beten. Mit dieser Bitte wurde Jesus von einem seiner Jünger angesprochen (Lk 11,1). In der Bergpredigt erhalten wir von Jesus eine sehr ausführliche Anweisung über dieses wichtige Thema! Er gibt sie nicht nur seinen Jüngern, sondern dem ganzen Volk, das ihm nachgefolgt war (vgl. Mt 4,25). Vor allem in Kapitel 6,5-13 finden wir, was er über das Gott wohlgefällige Beten zu sagen hatte:

tun wir als Kinder Gottes wohl daran, uns Jesus als Beter zum Vorbild zu nehmen. Von ihm lesen wir: „Er stieg allein auf einen Berg, um zu beten“ (Mt 14,23) und: „Er ging an eine einsame Stätte und betete dort“ (Mk 1,35). Uns gibt er deshalb den Rat: „Wenn du aber betest, so geh in dein Kämmerlein und schließ die Tür zu und … dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dir’s vergelten.“

Wie sollen wir nicht beten?

Und wie steht es mit der Gebetsgemeinschaft? Jesus antwortet: „Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht viel plappern wie die Heiden; denn sie meinen, sie werden erhört, wenn sie viele Worte machen.“ So eine Gefahr kann auch in der Gebetsstunde in der Gemeinde aufkommen. Der einzelne Beter findet kein Ende. Doch, wie jemand einmal schrieb: „Lange Gebete sind der Tod jeder Gebetsgemeinschaft.“ Denn die anderen Teilnehmer sind dankbar, wenn auch sie ihre Anliegen vor Gott bringen dürfen. Kurz und öfter beten, damit jeder innerlich mitgehen kann, bewahrt vor Ermüdung. Jesus ermutigt uns außerdem mit den Worten: „Denn euer Vater weiß, was ihr bedürft, bevor ihr ihn bittet.“

„Und wenn ihr betet, sollt ihr nicht sein wie die Heuchler, die gern … von den Leuten gesehen werden. Wahrlich, ich sage euch: Sie haben ihren Lohn schon gehabt.“ Mit einem Schwur also – „Wahrlich!“ – warnt Jesus davor, mit dem persönlichen Gebet andere beeindrucken zu wollen! Von Gott wird so ein Gebet nicht erhört! Darum

Wir laden Sie ein, sich mit der eingehefteten Gebetskarte, über unsere Homepage oder per Mail an uns zu wenden. Gerne beten wir für Sie! Ihre Schwesternschaft

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Wie also sollen wir beten?

Jesus fährt fort: „Darum sollt ihr so beten: Unser Vater im Himmel!“ Mit diesen Worten beschreibt er den himmelweiten Unterschied zwischen Gott und uns. David betet in Psalm 11,4: „Des HERRN Thron ist im Himmel.“ Und Gott selbst spricht: „Der Himmel ist mein Thron und die Erde der Schemel meiner Füße!“ (Jes 66,1). Gott ist heilig und allmächtig! Das macht uns Jesus auch in den ersten drei Bitten bewusst: „Dein Name werde geheiligt. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden.“ Erst jetzt dürfen wir unsere Bedürfnisse nennen! Es sind wiederum drei Bitten, die uns unser Angewiesen sein auf Gott, unsere Sündhaftigkeit und unsere Versuchlichkeit vor Augen führen. „Unser tägliches Brot gib uns heute.“ Dieses „heute“ bewahrt uns davor, uns in falscher Sicherheit zu wiegen wie z.B. die Gemeinde in Laodizea (vgl. Offb 3,17). Es kann uns plötzlich alles weggenommen werden. „Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.“ Täglich haben wir Gottes Vergebung nötig! Täglich haben deshalb auch wir die Aufgabe, unseren Mitmenschen zu vergeben!

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„Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen.“ Der Böse – das ist der Fürst dieser Welt, der Jesus in der Wüste versuchte! Er zeigte Jesus alle Reiche der Welt und ihre Herrlichkeit mit der Behauptung: „Das alles will ich dir geben.“ Aber vor der Heiligkeit und Herrlichkeit Jesu musste er kapitulieren! Darum beendet Jesus seine Anweisung zum rechten Beten mit den Worten: „Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen!“

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IMPULS Friedhelm Geiß, Inspektor des Gemeinschaftswerkes Berlin-Brandenburg

Diakonie: Ora et labora

„Bete und arbeite“ - auch wenn dieser Ausspruch Benedikt von Nursia zugeschrieben wird, ist nicht sicher, ob er dies jemals so gesagt hat. Trotzdem waren diese Worte Inhalt seines Denkens und Lebens. Nicht als Alternative, sondern in Balance gedacht. Beides gehört zusammen. Beides macht Leben und Glauben aus. Nur so kann Wesentliches bewegt werden. Verantwortliches Handeln ist immer ein Handeln aus der Stille heraus – aus dem Hören. Nur wer hören kann, auf Gott, auf Menschen, auf Brüder und Schwestern, wird nicht an ihnen vorbei handeln.

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Beten als Handeln aus dem Hören zu begreifen, könnte dazu führen, dass wir betend arbeiten und arbeitend beten. Aber noch ein anderes Spannungsfeld wird offensichtlich: In welchem Verhältnis stehen „göttliche Führung“ und „wirtschaftliches Handeln“? Auch dabei gilt: In gesunder Balance entfaltet beides gemeinsam ein gutes Ganzes. In 1. Korinther 4,1ff führt Paulus genau diese beiden Pole

In allem und mit allem soll Gott verherrlicht werden und Menschen sollen durch unser „Unternehmen“ Gottes Freundlichkeit und Güte erfahren. aus: „Dafür halte uns jedermann: für Diener Christi und Haushalter über Gottes Geheimnisse. Nun fordert man nicht mehr von den Haushaltern, als dass sie für treu befunden werden.“ Haushalter sind nicht nur Verwalter, sondern immer auch Unternehmer (die etwas „unternehmen“). Sie stehen in Verantwortung

vor Gott. Sie setzen Gaben und Ressourcen ein und investieren sie, damit die Sache Gottes vorwärts kommt. Dabei geht es um den Auftrag Jesu an seine Gemeinde und nicht vorrangig um Gewinnmaximierung und Effizienz. Denn das ist und bleibt das Ziel: In allem und mit allem soll Gott verherrlicht werden und Menschen sollen durch unser „Unternehmen“ Gottes Freundlichkeit und Güte erfahren. Dazu gibt Gott Gaben und Ressourcen. Mit ihnen können Rahmenbedingungen geschaffen werden, damit Menschen Frieden mit Gott erfahren. Unser anvertrautes Geld muss so eingesetzt werden, dass Menschen lebenswert leben, wirken, wohnen und sterben können. Professioneller Umgang mit Geld, Immobilien, Wirtschaftsplänen und neuen Projekten ist deshalb für uns immer auch „ein geistlich Ding“. Was wir tun und lassen, muss Christus dienen und Menschen zum Segen werden. Damit die Prioritäten recht gesetzt werden, ist das Hören auf Gott Grundlage unseres Handelns. Und deshalb gilt’s: „Ora et labora!“

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IMPRESSUM Die Zeitschrift MIT & FÜR des Diakonissen-Mutterhauses St. Chrischona erscheint viermal jährlich kostenfrei. Auflage: 5000 Exemplare Herausgeber: Diakonissen-Mutterhaus St. Chrischona Chrischonarain 135 CH-4126 Bettingen Tel.: +41 (0)61 606 65 65 Mail: mitundfuer@dmhchrischona.org Redaktionsleitung: Schw. Ursula Seebach, Oberin Joachim Rastert. Geschäftsführer Grafik und Layout: Variation Design L. Leuenberger www.variation-design.de Bilder: © DMH außer; ©freeimages.com: S.4-5, Hilda67; S.7 anitab0000; Fond S. 12-13, ba1969; Fond S. 14-15, evobrained; S.6 © rgbstock. com: LauraPalmer; S.9 © Geodaten, geo.bs.ch; S.16-17 © ventagevectors.com; © Envato/Photodune: S. 14, Oliver Le Moal, S. 18, Diephay Druckerei: Lautertal-Druck Franz Bönsel GmbH D-64686 Lautertal Bankverbindungen: Basler Kantonalbank IBAN: CH55 0077 0016 0503 1447 8 Sparkasse Lörrach-Rheinfelden IBAN: DE69 6835 0048 0001 0084 16 BIC: SKLODE66

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[ ] Im Auftrag des Herrn

Wer kennt sie nicht, die beiden Brüder, die „im Auftrag des Herrn“ unterwegs sind, um ein Kinderheim zu retten, und sich dabei von nichts aufhalten lassen. Im Auftrag des Herrn war auch Schw. B. in den 60er Jahren in Süddeutschland als Krankenschwester unterwegs. Um ihr Pensum bewältigen zu können, verfügte sie über ein Mofa. Eines Tages wurde sie von der Polizei gestoppt, weil sie eine rote Ampel überfahren hatte. Vom Auge des Gesetzes zur Rechenschaft gezogen, antwortete sie: „Herr Wachtmeister, ich habe so viel zu tun. Ich habe einfach keine Zeit, an einer roten Ampel anzuhalten.“ (Hartmut Kämpfer, stv. Geschäftsführer)

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| Diakonisch Missionarisch Handeln

Mit & Für Januar 2015  

Die Zeitschrift des Diakonissen-Mutterhauses St. Chrischona.

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