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Einander vertrauen

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Gemeinsam – geht was!

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Vertrauen leben

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Es duftet nach frischem Brot

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Gebetspatenschaften

Oktober | November | Dezember 2015

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Nr. 06


Es grüßt...

Wir denken momentan über einen Mehrgenerationen-Wohnpark nach, der auf unserem Mutterhausgelände entstehen soll. Das Miteinander der Generationen steht im Mittelpunkt unserer Überlegungen.

Wir wollen uns ermutigen lassen, nicht nur aufeinander zuzugehen – das ist der erste Schritt – sondern ein Stück gemeinsam zu gehen, uns auf neue Wege im Miteinander einzulassen. Wie steht es tatsächlich um die Beziehungen von Menschen aus unterschiedlichen Generationen? Was grenzt Generationen voneinander ab? Wie groß sind die Chancen für ein gutes Miteinander? Fragen über Fragen. Woher kommt dieser Widerspruch

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zwischen den „Generationen“, der in Gesprächen zu bemerken ist? Während die Generationen selbst das Miteinander entspannt sehen. Es ist ein Geben und Nehmen. Wenn wir jemanden mögen, wenn wir gleiche Grundeinstellungen und Interessen haben, dann ist es leicht, dem anderen – egal wie groß der Altersunterschied ist – mit Wertschätzung und Respekt zu begegnen. Schwerer fällt es uns, jemanden anzunehmen, der so ganz verschieden von uns ist. Wenn wir in die Bibel schauen, sehen wir, dass nicht jede Begegnung von Menschen harmonisch und friedlich verläuft, sondern es ist von Konflikten und Meinungsverschiedenheiten die Rede. Wir wollen uns ermutigen lassen, nicht nur aufeinander zuzugehen – das ist der erste Schritt – sondern ein Stück gemeinsam zu gehen, uns auf neue Wege im Miteinander einzulassen. Über Generationsgrenzen hinweg wollen wir einander wahrnehmen, voneinander lernen und, wenn es nötig ist, einander tragen oder ertragen. In Römer 16, 7 werden wir ermutigt: „Darum nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob.“ Aus dem Diakonissen-Mutterhaus St. Chrischona

Ihre Schwester Ursula Seebach, Oberin

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THEMA Stefan Heeß, Lörrach

Gemeinsam – geht was! Vertrauen schafft Gemeinschaft trotz aller Unterschiede. Dabei sind unsere Unterschiede genau das Bereichernde. Menschen leben zusammen nebeneinander her. An vielen Orten. In Familien. Am Arbeitsplatz. In der Gemeinde. Ungewollt. Wirklich? Warum ändern sie dann nichts? Es braucht den Mut zum ersten Schritt, auch wenn er siebzigmal siebenmal gemacht werden muss. Das hat schon Jesus gesagt. Gemeinschaft muss man wollen. Miteinander leben ist ein Geschenk, das täglich entschlossen angenommen werden muss. Denn wir alle wissen: Man hat es nicht leicht – weder einsam noch gemeinsam. Unsere Gemeinde, die Evangelische Stadtmission Lörrach, versteht sich als Gemeinde für alle Generationen. Das ist unsere Überzeugung und Ent-

scheidung. Das wollen wir. Und immer wieder gelingt es auch, das zu erleben – sogar im Gottesdienst. Dazu braucht es Vertrauen. Denn das Vertrauen macht uns flexibel … Lieder zu ertragen, die wir sonst nicht so mögen, seien es Choräle oder Worshipsongs. Fremde Kleidung, anderes Verhalten, ungewöhnte Frömmigkeitsstile … alles wird erträglich und manchmal sogar schön, wenn man den Menschen dahinter sieht und liebt. Das gilt für Junge wie Alte, Fremde wie Insider. Vertrauen schafft Gemeinschaft trotz aller Unterschiede. Dabei sind unsere Unterschiede genau das Bereichernde. Sie machen uns einzigartig und manchmal auch eigenartig. Aber wir können voneinan-

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THEMA

der lernen und profitieren. Was wäre z.B. Jugend ohne Begeisterung oder Alter ohne Erfahrung?! Wenn Alte so tun wie Junge, dann wird das peinlich. Und altkluge Junge gibt es schon genug. Also nehmen wir uns selbst an und den anderen. Dann wird’s gut. Gemeinsam – muss man wollen. Dazu braucht es Räume – zeitliche und örtliche. Darum ist uns der Sonntagmorgen in der Gemeinde für alle wichtig. Hier ist Raum für Gemeinschaft. Aber es gibt auch Rückzugsräume, Hauskreise oder der Jugendkreis, wo man unter seinesgleichen sein kann. Gemeinde ist wie eine gute Hausgemeinschaft. Sie bietet Gemeinschafts-

Das Evangelium in dieser Sache: Wir gehören zusammen von Gott her! Gemeinschaft ist eine Sache, die Gott erfunden hat.

schlichten, sondern Kontakte, Beziehungen, um den Reichtum der Vielfalt zu erleben. Es gibt so tolle Alte und Junge! Eine Kraftquelle für beide, wenn sie sich entdecken. Man muss nicht aneinander vorbeigehen oder nebeneinander herleben. Ich will Orte anbieten, wo sie einander begegnen und erzählen können: Generationen übergreifende Erzählräume. Das ist für mich wohlklingende Zukunftsmusik. Das Evangelium in dieser Sache: Wir gehören zusammen von Gott her! Gemeinschaft ist eine Sache, die Gott erfunden hat. Er lebt und liebt Gemeinschaft. Und er will, dass wir das ebenso erfahren, als Mann und Frau, als Familie, als Team, als Gemeinde … Darum stiftet er Gemeinschaft und neues Vertrauen. Er redet in der Bibel meist im Plural zu uns. Gott schenkt uns viel Vorschussvertrauen. Er traut uns das zu, dass wir miteinander leben können. Wer’s nicht glaubt, kann ihn ja um Hil-

räume wie Küche und Wohnzimmer, zum gemeinsam essen und feiern, ebenso aber auch Privaträume, ein eigenes Zimmer, dessen Grenzen respektiert werden. Wer in so einem Haus leben kann, fühlt sich weder vereinnahmt noch vereinsamt. Er wird auch nicht irre an den manchmal so erschreckend Anderen. In unserer Gemeinde sind wir bemüht, solche Räume zu schaffen. Dazu gehört eine Atmosphäre der Offenheit und Wertschätzung, die genau das ermöglicht. Nach dem Gottesdienst unterhalten sich nicht immer nur dieselben. Begegnung muss gewollt werden. Mir als Pastor ist das ein persönliches Anliegen und auch eine konkrete Aufgabe. Ich will vermitteln. Nicht im Sinne von Streit

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fe bitten. So manches Gebet und Gespräch hat Menschen neu zusammengebracht. Wie wär’s mit einem Versuch? Christliche Gemeinschaft sollte dabei im Blick behalten, was Dietrich Bonhoeffer sehr weise formulierte: „Wer seinen Traum von einer christlichen Gemeinschaft mehr liebt als die christliche Gemeinschaft selbst, der wird zum Zerstörer jeder christlichen Gemeinschaft, und ob er es persönlich noch so ehrlich, noch so ernsthaft und hingebend meinte. Gott hasst die Träumerei; denn sie macht stolz und anspruchsvoll. Wer sich das Bild einer Gemeinschaft erträumt, der fordert von Gott, von dem anderen und von sich selbst die Erfüllung. Er tritt als Fordernder in die Gemeinschaft

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der Christen, richtet ein eigenes Gesetz auf und richtet danach die Brüder und Gott selbst. … Wo die Frühnebel der Traumbilder fallen, dort bricht der helle Tag christlicher Gemeinschaft an. Es geht in der christlichen Gemeinschaft mit dem Danken, wie sonst im christlichen Leben. Nur wer für das Geringe dankt, empfängt auch das Große. Wir hindern Gott, uns die großen geistlichen Gaben, die er für uns bereit hat, zu schenken, weil wir für die täglichen Gaben nicht danken.“ Gemeinsam – kann man nicht fordern, sondern selbst beginnen. Am besten mit Dank. Ich danke für das, was ich habe, und vertraue darauf, dass Gott noch mehr mit UNS vorhat.

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SCHWESTERNSCHAFT Schwester Ursula Zimmermann, Lörrach

Vertrauen leben Seit 29 Jahren lebe ich in der Gemeinschaft DMH St. Chrischona. Vieles hat sich in dieser Zeit „bewegt“. Immerhin habe ich 2 Oberinnenwechsel erlebt. Eine Oberin prägt natürlich je nach ihrem Schwerpunkt auch eine Gemeinschaft. Da gab es in den letzten Jahren sicher einen Rutsch in Richtung „Vertrauenskultur“, was ich sehr schätze. Ich selber bin älter und hoffentlich reifer geworden und was mein größter Wunsch ist, dass meine Barmherzigkeit zu- und nicht abnimmt. Barmherzig-Sein bedeutet für mich: die Realität sehen und hoffend, vergebend dranbleiben. Dazu braucht es Vertrauen, Vertrauen in Gott, Vertrauen in die Leitung, Vertrauen untereinander und zu letzterem soll ich ja jetzt etwas schreiben … Meine Erfahrung ist, dass „Vertrauen“ ein Gut ist, das ich dem andern nur schenken kann, wenn ich es selbst empfangen habe. Und da liegt vielleicht der Knackpunkt, jedenfalls war es auch der Knackpunkt meines Lebens. Habe ich mein Vertrauen zu Gott so tief aufgebaut, dass es standhält, auch wenn es in der Gemeinschaft mal sehr schwierig wird, z.B. im Mit- und Untereinander? Dass ich dafür eine Eigenverantwortung habe, wurde mir vor ca. 10 Jahren bewusst. Die Gemeinschaft kann nicht abdecken, dass es mir immer gut geht. Natürlich, es ist wie bei den Pflanzen. Damit ein Same aufgehen kann, braucht es die äußeren Bedingungen von Wasser, Licht, Wärme und Erde. So gesehen ermöglicht mir die Gemeinschaft diese äußeren Bedingungen. Aber auch ich habe „meinen Teil“ beizusteuern, resp. mich um

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das Gut des Vertrauens zu bemühen. Die Diakonissen sind in der Regel bekannt für ihren Dienst, für ihr diakonisch-missionarisches Handeln. Das ist sozusagen unser Kerngeschäft. Oder vielleicht könnte man auch sagen der „sichtbare Eisberg“, aber unsichtbar, verborgen liegt die Eismasse, der wahre Kern und das ist harte Knochenarbeit: jeden Tag neu Vertrauen meinem Mitmenschen, meiner Mitschwester entgegenzubringen. Das ist keine spektakuläre Sache, aber plötzlich ragt die Eisspitze heraus. Es wird etwas sichtbar. Natürlich kenne ich auch Momente, wo Misstrauen mein Herz beschleichen will. Vielleicht wurde ich von meiner Mitschwester, der ich mein Vertrauen geschenkt habe, nicht verstanden oder sie hat es sogar missbraucht. Ich habe dann zwei Varianten, damit umzugehen. Erste Variante: Ich versuche zu klären, das Gespräch zu suchen, zu vergeben und neu anzufangen. Zweite Variante: Ich bewahre die gemachte negative Erfahrung fein säuberlich auf und warte aufmerksam die Gelegenheit ab, um sie dann wieder brühwarm vortragen zu können. Für gelingende Gemeinschaft ist Variante 1 ein „Muss“. Das Christentum hat sich so schnell ausgebreitet, weil die Umgebung sagte: „Seht, wie die sich untereinander lieben, wie machen die das?“ Dass es nicht einfach von alleine läuft und Regeln dazu braucht, hat sich danach aber schon bald gezeigt. Ich bin begeistert von den 7 Tischregeln von Dr. Dominik Klenk und möchte sie so gut ich kann leben. Mit freundlicher Genehmigung von ihm darf ich sie hier weitergeben.

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Die sieben Tischregeln 1. Gott ist die Mitte. Nicht einer ist die Mitte. 2. Kurze Hierarchie. Gleiche Nähe zu Christus, das Abendmahl als Ort, diese Nähe wieder herzustellen. 3. VERTRAUTE Nähe zu Christus. Der Tod der Gemeinschaft ist die distanzierte Freundlichkeit. 4. Einander Gegenüber sein. Gemeinschaft ist keine Harmoniehorde; wir sind Weggefährten. 5. Konflikten nicht aus dem Weg gehen, sondern Konflikte als Chance verstehen. 6. Hörbereitschaft – jeder muss nach oben hin hören, Empfänger bleiben! Sonst verlieren wir unsre hohe Anbindung und binden uns aneinander. 7. Vielstimmigkeit in der Kraft des Geistes. Die Potenziale kommen zum Klingen, wenn jeder lernt, seine Stimme und seine Gaben einzubringen.

Meine Erfahrung ist, dass „Vertrauen“ ein Gut ist, das ich dem andern nur schenken kann, wenn ich es selbst empfangen habe.

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BERICHT Pfarrer Friedhelm Geiß, Theologischer Leiter des DMH

Es duftet nach frischem Ich schlendere über unseren schönen „Marktplatz“ und blinzle in die Sonne. „Was für ein Tag, was für eine Sicht über die Berge! Ach, ist das schön, hier zu sein. Mal sehen, wen ich treffe.“ Kaum gedacht, sehe ich Schwester Nora auf der Bank am Brunnen sitzen. Ich setze mich dazu. Sie hat einfach Zeit und ist da. Wir unterhalten uns über dies und das, als auf einmal eine Duftwelle von frischem Brot in unsere Nase zieht. „Hmmh – drüben am Backhaus wird gerade frisches Brot ausgebacken. Ich hole uns einen Happen.“ Vor dem kleinen Backhaus herrscht geschäftiges Treiben. Es ist immer ein Ereignis, wenn auf unserem DMH-Gelände Brot und Kuchen im Steinofen gebacken wird. Ach – und wer kommt da denn auf dem Velo? Der Gemeindepräsident schätzt auch das frische Butterbrot. Ein kurzer Plausch mit ihm und schon muss er wieder weiter. Plötzlich schließt Schwester Friedlinde den Backverkauf und zeigt auf die Kapelle. „Backen und Beten – jetzt ist Beten dran. Hört ihr – es läutet – ich brauch jetzt ‚einen kleinen Schluck Güte Gottes‘. Kommt jemand mit?“ Einige schließen sich an. Einfach zwischendurch zur Ruhe kommen, Jesus wieder ins Blickfeld bekommen und beten dürfen. Das tut so gut. Nach der Gebetszeit hält der „Bergvater“ (also der, bei dem alle Fäden unserer Wohnsiedlung zusammenlaufen) das „Mit und Für-Kästchen“ hoch. „Hüt si i eusem Chäschtli zwoi Zettel. Fam. Köchi suecht für hüt Nomittag en Babysitter. Und bi dr Frau Trachsel goht dr Staubsuger nümme. Wer cha sich dodrum kümmere?“ „Ach – das passt“, meint eine Schwester und ihre Freundin aus dem Pflegeheim neben mir. „Wir wollten ohnehin heute Nachmittag zum Generationenpar-

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cours gehen. Da nehmen wir die zwei Kinder von Köchis mit!“ „Und ich wohne neben Frau Trachsel“, meint einer der Studenten vom Theologischen Seminar, „ich schau bei ihr vorbei.“ Nun muss ich aber doch los, sonst verpasse ich noch meinen Zahnarzttermin. Ich gehe zum Carpark. Dort hatte ich mich heute Morgen bereits eingetragen und kann jetzt ins frisch geladene Elektroauto steigen und nach Bettingen zum Zahnarzt fahren. Hoffentlich bin ich wieder rechtzei-

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Brot Zugegeben – die Geschichte ist erfunden. Aber ich wünsche mir sehr, dass unser zukünftiger Mehrgenerationen-Wohnpark (Arbeitstitel) solch eine Heimat wird und Jung und Alt, Schwestern, Studierende, Familien, Singles, Alleinlebende mit Kindern, Pflegebedürftige und Sterbende Raum zum Leben haben und „Heimat“ einen schönen Klang bekommt. Der Schwesternrat und Stiftungsrat des Diakonissen-Mutterhauses hat in seinen Sitzungen im September den grundsätzlichen Weg dahin beschlossen. Zwar sind wir in den nächsten Monaten mit Bauplänen, Genehmigungsverfahren und vielen Gesprächen beschäftigt, trotzdem werden wir jetzt schon die Menschen im Blick haben, die einmal bei uns wohnen werden. Und wenn Sie daran Interesse haben – dann lassen Sie’s uns wissen. Selbstverständlich werden wir in Mit & Für über den Fortschritt der Planungen berichten. tig am Nachmittag zurück. Ich leite doch ein Brasilientreffen mit Kochkurs. Es ist schön hier – und wenn ich dran denke, wie ich mir in Südamerika Sorgen gemacht hatte, wie das alles werden soll, wenn ich zurückkomme in die Schweiz, nach meiner aktiven Missionarszeit. Leider ist meine Frau früh gestorben und meine Angehörigen sind weit weg. Wie gut, dass ich hier eine Gemeinschaft gefunden habe, in der ich gebraucht werde. Eine Gemeinschaft, die trägt und hält und vor allem – ich bin nicht allein und habe liebe Menschen um mich.

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AKTUELLES Zusammenstellung: Hartmut Kämpfer

Willkommen im neuen Zuhause!

1) Geschäftsführer Joachim Rastert und Oberin Schw. Ursula Seebach begrüßen die Gäste. 2) Der Einweihungstag war der einzige Regentag der Woche – trotzdem war die Stimmung gut. 3) Liebevoll gedeckte Tische warten auf die Ankunft der Gäste. 4) Passend zur Eröffnung des Mutterhauses auf dem Chrischonaberg sorgte die Riehener

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Alphorngruppe für den gelungenen traditionellen musikalischen Rahmen. 5) Der theologische Leiter Friedhelm Geiß bittet für den Neubau und alles, was in ihm geschehen wird, um den Segen Gottes. 6) Volles Haus beim Einweihungsgottesdienst. Dank an Gott für das neue Haus und dass alle Baubeteiligten vor Unfällen bewahrt wurden.

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PROJEKT

Ein Abschied in Anerkennung und Liebe „Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun.“ Johannes 15, 5 Dieses Wort aus dem Johannesevangelium bekam Schwester Erika Neukomm bei ihrer Einsegnung 1959 als Zuspruch auf ihren weiteren Lebensund Dienstweg. Es bedeutete ihr sehr viel und war wegweisend für ihre Zukunft. Schwester Erika ist am 02. September 1950 in unsere Schwesterngemeinschaft eingetreten. Sie besuchte den biblisch-diakonischen Unterricht auf St. Chrischona. Nach dieser Zeit war sie zu Ferienvertretungen im Pflegeheim Zürich und im Garten und in der Hauswirtschaft unseres Mutterhauses eingesetzt. Ihr nächster Einsatzort war Littenheid, wo sie die Ausbildung und das Abschlussexamen in der Pflege für Gemüts- und Nervenkranke absolvierte. Danach wurde sie in unser Mutterhaus als Lehrerin für die Haushaltungsschule berufen, die neu eröffnet worden war. In der Bündner Frauenschule in Chur hatte sie das Examen als Haushaltungslehrerin abgelegt, um die Berechtigung zur Leitung der Haushaltungsschule zu bekommen. Mit großer Liebe und Hingabe hat sie die Schülerinnen angeleitet und begleitet. Das persönliche Wohlergehen der Schülerinnen lag ihr sehr am Herzen, das brachten Ehemalige in der Nachfeier zum Ausdruck. Am 01.06.2002 trat sie in den wohl verdienten Feierabend ein. Nun ist unsere Schwester Erika erlöst von aller Schwachheit und am Ziel angelangt. Sie darf bei Jesus sein, dem sie hingebungsvoll gedient hat. Ihr Wunsch war, dass der Herr Jesus sie zurechtschneiden möge, damit sie eine fruchtbare Rebe an ihm, dem Weinstock, werden darf. Schwester Erika wurde von unserem Herrn im 91. Lebensjahr am Freitag, 10. Juli 2015 zu sich in die ewige Heimat abgerufen. Am 17. Juli 2015 fand der Abschiedsgottesdienst in der Friedhofskapelle und die Bestattung auf dem Gottesacker in Riehen statt, wo sich die Trauergemeinde versammelte, um ihr die letzte Ehre zu erweisen. Schwester Ursula Seebach Oberin

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BERICHT Anita Lambrecht, Leitung Hauswirtschaft

Service mit Charme Die Hauswirtschaft begleitet uns ein Leben lang – ob im privaten Bereich oder als „Kunde“ hauswirtschaftlicher Dienstleistungen, z. B. von Service und Verpflegung oder sauberen Räumlichkeiten, die wir außer Haus in Anspruch nehmen. Auch Lebensmittel haben einen „hauswirtschaftlichen Hintergrund“, sie müssen hergestellt und die Produktionsstätten gereinigt werden. Als „Vollblut-Hauswirtschafterin“ bin ich begeistert von der Vielseitigkeit meines Berufes als Leiterin Hauswirtschaft im Diakonissen-Mutterhaus. Mit einem gut aufgestellten Team aus 15 Mitarbeiterinnen und 3 Lernen-

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den bieten wir eine nachhaltige, service- und qualitätsbewusste Hauswirtschaft in einem zukunftsorientierten Betrieb. Sei es die moderne ergonomisch ausgerichtete Reinigungstechnik, die geplante Ausrichtung der Wäscherei nach neuesten ökologischen Erkenntnissen oder auch das sich stets weiter entwickelnde Service-Bewusstsein des Teams – wir sind ein Betrieb der Zukunft und bieten zeitgemäße und interessante Arbeitsplätze! Auch unser Reinigungsteam leistet einen wichtigen Beitrag zum Erscheinungsbild unserer Liegenschaften. Unsere größte Herausforderung ist die unsichtbare Verschmutzung. Das oberste Gebot ist es, durch gezielte Reinigungsabläufe dafür zu sorgen, dass Keime nicht weitergetragen werden bzw. sie soweit einzuschränken, dass sie auch für den geschwächten Menschen unschädlich sind. Wir sind uns bewusst,

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dass unser Immunsystem durch das Abtöten aller Keime geschwächt werden kann, und desinfizieren deshalb nur bei Bedarf. Hier sind wir auf gegenseitiges Vertrauen angewiesen – ich vertraue zum einen auf die neuesten wissenschaftlichen Erkennt-

Hauswirtschaft ist mehr als „nur ein Beruf“. Sie ist Dienst am Menschen und man muss Freude daran haben, etwas zu tun, was anderen Menschen das Leben sichert, erleichtert oder verschönert. nisse und schule mein Team, genau nach diesen Erkenntnissen zu arbeiten. Zum anderen empfinde ich das Vertrauen von Schwestern und Bewohner/innen in unsere Arbeit als wohltuend. Willkommene Abwechslung im Arbeitsalltag sind die verschiedenen Anlässe – da herrscht im ganzen Team eine eifrige,

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kreative und bei aller Anspannung auch motivierte Stimmung. Die jährlichen innerbetrieblichen Feierlichkeiten werden inzwischen ergänzt durch unsere Konferenz- und Apéro-Angebote und die Vermietung von Sitzungszimmern an Firmen und Gruppen. Ein Apéro bei Sonnenuntergang im Haus der Stille oder eine Feier mit schön eingedeckten Tischen in unseren Speisesälen ist für das Service-Team trotz Arbeit ein Genuss und es wird oft noch tagelang begeistert davon erzählt. Auch unsere Abteilungsfeiern lassen das Hauswirtschaftsteam immer mehr zusammenwachsen. Hauswirtschaft ist mehr als „nur ein Beruf“. Sie ist Dienst am Menschen und man muss Freude daran haben, etwas zu tun, was anderen Menschen das Leben sichert, erleichtert oder verschönert. Eine Hausfrau/ ein Hausmann, egal ob zu Hause oder beruflich, steht immer im Blickpunkt anderer Menschen und wird nach deren Ermessen beurteilt, geschätzt oder kritisiert – dafür bedarf es einer gewissen Berufung.

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BERICHT Joachim Rastert, Geschäftsführer des DMH

Die Schwesternschaft u organisieren gewesen. Dagegen ist die Schwesternschaft des DMH noch „schlagkräftig“ genug, um den ursprünglichen Auftrag, „die Gewährleistung und Förderung der Schwesterngemeinschaft …“ zur „Verbreitung, Bezeugung, Pflege und Förderung des christlichen Glaubens …“ in Verbindung mit „dem diakonischen Auftrag … im Sinne des solidarischen Handelns für und mit kranken und betagten Menschen sowie seelisch, körperlich und sozial Bedürftigen …“ weiterhin zu forcieren und umzusetzen (Auszüge aus dem Statut der Stiftung DMH Schweiz). Es hört sich zwar seltsam an, da es so selbstverständlich klingt: Dreh- und Angelpunkt des Diakonissen-Mutterhauses St. Chrischona (DMH) war und ist die Schwesternschaft! Diese Selbstverständlichkeit ist in vielen Diakonissen-Mutterhäusern inzwischen nicht mehr gegeben. Bei ihnen stehen auf der einen Seite die Schwesternschaft und auf der anderen die diakonischen Einrichtungen. Letztere wurden zwar von den Schwestern ursprünglich aufgebaut, sind heutzutage jedoch abgetrennt von den Diakonissen. Oftmals ist dies bei den zahlenmäßig stark rückläufigen und älter werdenden Schwesternschaften anders nicht mehr zu

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So besteht die Schwesterngemeinschaft des DMH derzeit aus den in der Schweiz und Deutschland lebenden 100 eingesegneten Schwestern. Diese kommen mindestens zwei Mal im Jahr zu den Schwesternversammlungen zusammen. In deren Rahmen werden grundlegende Fragen der Gemeinschaft erörtert und beschlossen. Darüber hinaus wählt die Versammlung eine Oberin sowie einen Schwesternrat und stellt eine Schwesternvertretung für die Aufsichtsorgane der Rechtssubjekte des DMH. Die Oberin führt und organisiert die Schwesterngemeinschaft, vertritt diese nach außen und ist Mitglied im Schwesternrat, in der Schwesternvertretung und in der Geschäftsleitung des DMH. Der Schwesternrat behandelt die Gesamtheit der die Gemeinschaft betreffenden Fragen und nimmt zu schwesternschaftlichen Anliegen in allen Organen der DMH-Rechtssubjekte Stellung. Als Mitglied der Aufsichtsorgane ist die Schwesternvertretung in alle strategischen Entscheidungen eng eingebunden. So z.B. entsendet die Schwesternschaft insgesamt 3 Mitglieder plus die Oberin in den neunköpfigen Stiftungsrat der Stiftung DMH Schweiz.

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nd ihre Vertretung

Der Schwesternrat (v.l.n.r.) Schw. Ursula Seebach, Schw. Ruth Gassmann, Schw. Hildegard Kobeschack, Schw. Ruth Keilholz, Schw. Hildegard Schneider, Schw. Hanni Bundrück Nicht abgebildet: Schw. Christa Röcken Insgesamt wird durch die starke Einbindung der Schwestern in allen Organen der DMH-Stiftungen und gGmbHs deutlich, dass diese auch heute noch den Weg des DMH-Werkes nicht nur begleiten, sondern wesentlich beeinflussen. So nahmen z.B. die Neuausrichtung und die Entscheidung über das weiterzugebende Erbe des DMH in 2013 ihren Ursprung in der Schwesternversammlung und wurden von dort in alle Organe des DMH getragen.

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DIAKONIE Petra Keller, Lörrach

Liebe in Aktion Anfang 2014 nahm unsere Gemeinde, die Ev. Stadtmission Lörrach, an der Kampagne „Herzschlag – 42 Tage mit der Chrischona-Vision“ teil. Auch unser Hauskreis – bestehend aus vier Ehepaaren – beschäftigte sich daher in dieser Zeit mit den entsprechenden Bibeltexten und arbeitete das zu diesem Zweck erhaltene Heft durch. In der fünften Woche lautete das Thema: „Bedient – gemeinsam statt einsam.“ Wir trafen uns am Donnerstag zum Hauskreis und wie immer hatte ich mir vorher nicht angeschaut, um was es diesmal gehen sollte. Als ich das Teilnehmerheft aufschlug, ärgerte ich mich zuerst einmal über die in meinen Ohren ziemlich anmaßend klingenden Anweisungen: „In den nächsten zwei Wochen werden wir einer Person, einem Paar, einer Familie oder einer ganzen Personengruppe, die nicht zu einer Gemeinde gehören, gemeinsam Gottes Liebe zeigen. Wenn es nicht innerhalb der zwei Wochen möglich ist, steht zumindest der verbindliche Plan für unser Vorhaben.“ Sonst noch was?? Außerdem war die Rede von „Tatort-Suche“, „Ideen entwickeln“ und dass „jeder von unserer Kleingruppe seinen Gaben entsprechend zum Zug kommt“. Wie sollte das gehen? Es war der Donnerstag vor der Karwoche, jeder von uns hatte viel zu tun, wie sollten wir passende Personen finden, die zu keiner Gemeinde gehören, die jeder von uns kennt und wie sollte sich auch noch jeder dabei einbringen können? Noch dazu in der kurzen Zeit

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und ohne dass es künstlich rüberkommt. Am liebsten hätte ich gesagt, dass das eine Zumutung sei, und das Heft weggelegt. Ich tat es nicht, denn andere hatten sich schon Gedanken gemacht: M. hatte mehrere Ideen, wem man zu Ostern etwas Gutes tun könnte. Sie alle liefen darauf hinaus, ehrenamtlich tätige Menschen, die sonst gern vergessen werden, zu Ostern zu beschenken. Nach längerem Hin und Her notierte ich mir schließlich: „Wir haben beschlossen, den ehrenamtlichen MitarbeiterInnen vom Tafelladen etwas Gutes zu tun (ca. 20 Personen). M. ruft Frau K. an und kümmert sich um Blumensträuße für die Frauen. Ch. und R. backen Osterhasen. K. und U. besorgen merci-Schachteln für die Männer. Ich kümmere mich um Karten. H. fährt mit M. hin. Die Kosten teilen wir. Alle beten für diese Menschen. Nächsten Donnerstag besprechen wir die Zwischenstände.“ So hatten wir doch wider Erwarten tatsächlich eine Idee und es konnte sich auch wirklich jeder auf seine Art einbringen. Dann ging alles ganz schnell: Am Freitagabend rief mich M. an und berichtete, dass sie Frau K. angerufen habe. Frau K. sei total begeistert gewesen und habe gemeint, das passe genau, da viele ihrer Mitarbeiter momentan sehr gefrustet seien, weil sie nie einen Dank, sondern eigentlich nur Beschwerden zu hören bekämen. Außerdem teilte mir M. noch mit, dass sie bereits am Mittwoch hinfahre, es 35 (!) Mitarbeiter seien und die Karten also bis Sonntag fertig sein müssten. Am Sonntag beim Gemeindemittag-

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essen schrieben wir die Karten, am Mittwoch überreichten M. und H. die Sachen, Frau K. ist auch gleich noch losgefahren, um die Geschenke an alle ihre Mitarbeiter zu verteilen. Am Donnerstag gab es für uns keine „Zwischenstände“ zu besprechen, alles war bereits über die Bühne. Wer hätte das vorher gedacht? So konnte ein Hauskreisabend viel Freude vermitteln – bei uns und bei anderen.

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GEBET Schwester Myrtha Spörri, Bettingen / Miriam Zürcher, Theologische Seminar St. Chrischona

Gebetspatenschaften Schwester Myrtha Spörri berichtet von ihrer Gebetspatenschaft mit Miriam Zürcher Wieder einmal hatten wir nach dem Gottesdienst auf St. Chrischona in der Gemeinde Mittagessen. Dazu sind auch immer die Studierenden eingeladen. Nach dem Essen wurde gefragt, ob jemand eine Gebetspatenschaft für Studierende übernehmen würde. Ich meldete mich und bekam gleich zwei Studenten. Damit begann eine intensive Beziehung. Bei einem gemeinsamen Abendessen konnte ich von meiner Gebets­ partnerin erfahren, was so eine Studentin bewegt. Es war ein gutes aneinander Teilnehmen und Teilgeben. Andere Lebensphasen und Aufgaben erweiterten meinen Horizont. Füreinander beten macht das Denken weiter. Es tut einfach gut, Anliegen miteinander zu teilen. Das entlastet, stärkt und bereichert zugleich. In kürzeren und längeren Abständen hatten wir dann unsere „Lagebesprechung“. Wir brachten uns

auf „den neuesten Stand“ und wussten nun wieder, wofür wir füreinander beten können. Gemeinsam unterwegs zu sein, ermutigt mich sehr und hält mich fit für’s Reich Gottes. Es ist einfach schön, Menschen im Gebet zu unterstützen. Mit und ohne uns baut Gott sein Reich, aber er will uns dabei haben – aus Gnaden. Dafür bin ich sehr dankbar.

Bete und du wirst entdecken, dass Beten Sinn hat und anders als durch Beten wirst du es nie entdecken. (Luise Rinser)

Miriam Zürcher berichtet von ihrer Erfahrung in der Gebetspatenschaft mit Schwester Myrtha In meinem zweiten Studienjahr hier am Theologischen Seminar St. Chrischona fing

Wir laden Sie ein, sich mit der eingehefteten Gebetskarte, über unsere Homepage oder per Mail an uns zu wenden. Gerne beten wir für Sie! Ihre Schwesternschaft

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ich an, regelmässig die Gemeinde auf dem Campus zu besuchen. Während eines gemeinsamen Mittagessens hatten wir die Möglichkeit, uns in eine Liste für Gebetspartner aus der Gemeinde einzutragen. Ein Gemeindemitglied teilte diese dann einander zu. Als ich hörte, dass Schwester Myrtha meine Gebetspartnerin ist, freute ich mich sehr, da ich sie schon vorher kurz durch meine Eltern kennen gelernt hatte. So machten wir ein erstes Treffen ab. Wir tauschten aus und lernten uns kennen. Seither sind fast zwei Jahre vergangen. In diesen Jahren ist mir diese Gebetspartnerschaft sehr wich-

tig geworden. Das Wissen, dass hier jemand ist, der regelmäßig für mich und meine Anliegen betet und immer wieder auch nachfragt, wie es mir so geht, hat mir in meinem Studium schon oft Kraft gegeben. Mit der Zeit wurden die Anliegen auch persönlicher und es hat sich nicht nur eine Beziehung zu Schwester Myrtha entwickelt, die ich nicht mehr missen möchte, sondern ich lernte durch meine Besuche und Einladungen zum Abendessen auch das Diakonissen-Mutterhaus St. Chrischona besser kennen. Schwester Myrtha ist eine sehr treue Beterin und ich schätze sie sehr.

IMPRESSUM Die Zeitschrift MIT & FÜR des Diakonissen-Mutterhauses St. Chrischona erscheint viermal jährlich kostenfrei. Auflage: 3500 Exemplare Herausgeber: Diakonissen-Mutterhaus St. Chrischona Chrischonarain 135 CH-4126 Bettingen Tel.: +41 (0)61 606 65 65 Mail: mitundfuer@dmhchrischona.org Redaktionsteam: Schw. Gisela Binz, Friedhelm Geiß (Ltg.; V.i.S.d.P.), Larry Leuenberger, Lena Leuenberger, Gianpaolo Di Matteo, Schw. Ursula Seebach Grafik und Layout: Variation Design L. Leuenberger www.variation-design.de Bilder: © DMH außer; ©freepiks.com: S. 3-5, (Comics) ©photo­dune: S. 7 Sergey­ Nivens; S. 8-9 racon; S. 16-17 BrianAJackson Druckerei: Lautertal-Druck Franz Bönsel GmbH D-64686 Lautertal Bankverbindungen: Basler Kantonalbank IBAN: CH55 0077 0016 0503 1447 8 Sparkasse Lörrach-Rheinfelden IBAN: DE69 6835 0048 0001 0084 16 BIC: SKLODE66

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( ) Guck mal!

Am Sonntagmorgen kommen aus vielen Straßen des Dorfes Kinder. Sie treffen sich in den Räumen der Chrischonagemeinde zur Sonntagschule. Dort wird viel gesungen und gespannt den biblischen Geschichten gelauscht. Doch nicht nur am Sonntag, auch wochentags beleben Kinder das Haus. Die Chrischonagemeinde hat einen Kindergarten, den Schwester Helene leitet. Sie ist die erste Chrischonaschwester in diesem Dorf. Dankbar nehmen Mütter und Väter das Angebot an. Oft sind die Kinder auf der Spielwiese unter der großen, schönen Linde. Aber auch Spaziergänge an Wiesen und Felder vorbei werden unternommen. An einem Tag ist Schwester Helene mit der Kinderschar unterwegs. Als sie auf einem Wiesenweg sind, sagt Schwester Helene: „Geht nur weiter, ich bleibe mal hinten.“ Die Gruppe läuft weiter, doch zwei pfiffige Jungs schauen zurück, was wohl die Schwester macht. Schwester Helene nimmt ihre Schwesternhaube, die verrutscht ist, ab und befestigt sie neu. Da sagt der eine Junge zum anderen: “Ei, guck mal, die Schwester ist ja auch ein Mensch!“ Erzählt von Schwester Giesela Binz, Lörrach

www.dmh-chrischona.org www.facebook.com/dmhchrischona

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Mit & Für  

Die Zeitschrift der Diakonissen Mutterhauses St. Chrischona

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