Karosserie Journal 04. 2019

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04.2019 KAROSSERIE JOURNAL DER KAROSSERIEBAUTECHNIKER ÖSTERREICHS www.karosseriebautechnik.at

P.b.b. Abs. Bundesinnung der Fahrzeugtechnik, Berufsgruppe Karosseriebautechniker, Karosserielackierer und der Wagner, Schaumburgergasse 20/4, AT-1040 Wien, www.karosseriebautechnik.at

Foto: BMW

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EDITORIAL

INHALT 03

Erik Paul Papinski Bundesinnungsmeister

„SO WIE IMMER“ BEDEUTET STILLSTAND Vor kurzem haben der Branchentreff des Zentralverbandes Karosserie- und Fahrzeugtechnik in Deutschland und die Delegiertenversammlung des Schweizerischen Carrosserieverbandes stattgefunden. Sieht man von den länderspezifischen Besonderheiten ab, ergibt sich ein gemeinsames Bild: Wir werden in den nächsten Jahren gravierende Änderungen in der gesamten automobilen Branche erleben. Die Sorge, dass die Karosseriebauer diese Entwicklung nicht überstehen, ist unbegründet, hat doch unser Gewerbe schon die Wandlung vom Wagner zum Karosseriebauer bewältigt. Für die Zukunft ist es wichtig, nicht zu sagen, es sei alles gut wie es ist, sondern sich mit den Änderungen am Markt auseinander zu setzen. Leider sieht man, dass dies in den beiden oben genannten Ländern wesentlich besser funktioniert als in Österreich. Die Betriebe müssen sich bewusst werden, welche Rolle in Zukunft das Display im Fahrzeug spielen wird. Wer auf dem Display nicht präsent ist, wird vom Kunden nicht wahrgenommen. Die Digitalisierung bedeutet aber auch, dass die Betriebsinhaber E-Mails lesen, die von Verbänden, Interessensgemeinschaften und anderen Organisationen kommen und wichtige Informationen enthalten. Ohne ständiges Lernen und Auseinandersetzen mit Neuerungen wird eine unternehmerische Tätigkeit nicht mehr möglich sein. Auch die Schadenskalkulation wird sich ändern und von künstlicher Intelligenz beeinflusst werden. Es wird notwendig, unser Berufsbild neu zu überdenken und zukünftigen Anforderungen anzupassen. Für manche könnte dann kein Stein mehr auf dem anderen bleiben. Jeder, der in Zukunft bestehen möchte, sollte einsehen, dass es „so wie immer“ nicht mehr weiter gehen wird. Nur wer sich traut, neue Wege zu beschreiten, wird langfristig erfolgreich sein. Mit diesen Anregungen zum Nachdenken wünsche ich Ihnen einen schönen Sommer

Ihr Erik Paul Papinski

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AKTUELLES Zertifizierte Dellentechniker; WorldSkills Kazan KAROSSERIEREPARATUR Einsatz neuester Technologien im BMW X3 LACKIERUNG Restaurierungsprojekt „Scarabée d‘Or“ SPLITTER Events, Technik-Infos, Personalia

IMPRESSUM / OFFENLEGUNG

HERAUSGEBER: Bundesinnung der Fahrzeugtechnik BG Karosseriebautechniker, Karosserielackierer und der Wagner Schaumburgergasse 20/4, AT-1040 Wien Tel.: 01 505 69 50-129, Fax: 01 253 30 33 93 20 E-Mail: karosseriefachbetrieb@bigr2.at VERANTWORTLICH FÜR DEN INHALT: Bundesinnung der Fahrzeugtechnik Berufsgruppe Karosseriebautechniker, Karosserielackierer und der Wagner Redaktionelle Mitarbeiter: Jürgen Klasing, Mag. Irina Podshibyakina Grafik: Blaugrau Media GmbH Druck: Druckerei Odysseus, Haideäckerstraße 1, A-2325 Himberg

MIT FREUNDLICHER UNTERSTÜTZUNG

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10 DELLENTECHNIKER ZERTIFIZIERT Im April hat die Erst-Zertifizierungsprüfung für Dellentechniker im Schulungszentrum von Lack & Technik stattgefunden. Alle 10 Kandidaten, die angetreten sind, zeigten sehr hohes Qualitätsniveau und bestanden erfolgreich die Prüfung.

V. l. n. r.: Kommissionsvorsitzender Johann Hattinger von der KFZ-SV-Union, Beisitzer Jürgen Kubica und Gerhard Moser und die neu zertifizierten Dellentechniker

Die Zertifizierung erfolgt in Form einer Personenzertifizierung, wobei die Prüfungen auf einem einheitlichen und neutralen Bewertungsschema basieren. Die Bundesinnung Fahrzeugtechnik, Berufsgruppe Karosseriebautechniker, Karosserielackierer und Wagner, vergibt das Zertifikat in Zusammenarbeit mit der Union der unabhängigen allgemein beeideten gerichtlich zertifizierten Sachverständigen für das Kfz-Wesen Österreichs. „Wer zertifizierte Dellentechniker beschäftigt, kann seinen Kunden durch das Zertifizierungslogo am Firmengebäude, Firmenautos oder Geschäftspapieren signalisieren, dass Hagelschäden nach höchsten Qualitätskriterien repariert werden“, erklärt Bundes-

innungsmeister Erik Paul Papinski. Autohäuser und Werkstätten, die eine Vereinbarung mit zertifizierten Dellentechnikern haben, können das Logo „Zertifizierter Dellentechniker“ werblich nutzen. Die nächste Erst-Zertifizierungsprüfung findet am 16. April 2020 im Schulungszentrum von Lack & Technik statt, alle Informationen finden Sie auf der Website der Bundesinnung (https://www.wko.at/branchen/gewerbe-handwerk/fahrzeugtechnik/termine-zertifizierung-dellentechniker.html). Fotos: Instagram

Foto: Lack & Technik

Zertifizierte Dellentechniker, geprüft am 18.04.2019: Allmer Werner, Allmer Kfz Dellenreparatur, Schönau Gruber Christoph, Fa. Auer, Krems Jehle Werner, Jehle Smart Repair, Kappl Juravle Marian, Dellendrücker Marian, Furth bei Göttweig Karahan Dennis, CAR-REP-Profiteam Denk, Zell am Pettenfirst Karahan Sercan, CAR-REP-Profiteam Denk, Zell am Pettenfirst Pirker Christoph, Karosserie Puck, St. Veit/Glan Resch Johann, Fa. Johann Resch, Steinbach am Attersee Todem Andreas, Autohaus Steinwender, Weitensfeld Weißinger Rupert, Fa. Slawitscheck, St. Georgen – Amstetten

MIT HINGABE UND LEIDENSCHAFT Dominik Eidler, unser Kandidat für die WorldSkills Kazan 2019, bereitet sich mit voller Hingabe auf die Berufs-WM vor – auf der Facebook-Seite „Lehre zum Karosseriebautechniker“ kann man dies verfolgen. Ende Mai besuchte er die „Challenge 2019“ in der Siegfried Marcus Berufsschule in Wien (siehe Bild unten). Bundesinnungsmeister Erik P. Papinski präsentierte das Team, das Österreich bei den WorldSkills Kazan vertreten wird: Dominik Eidler, Porsche Wiener Neustadt, Experte Wilfried Mennel von der Karosserie-Akademie und Johannes Fraiss von Skills Austria. Foto: Landesinnung Wien Fahrzeugtechnik

Neben dem individuellen Training mit seinem Experten Wilfried Mennel traf sich Dominik Anfang Juni zum Teamseminar mit allen österreichischen Teilnehmern der WorldSkills. Zusammenhalt und Teamgedanke standen bei der Veranstaltung in der BAUAkademie Oberösterreich in Steyregg im Mittelpunkt. Das Ziel war es, aus den 46 Startern ein eingeschweißtes Team zu bilden. „Es ist für mich jedes Mal aufs Neue faszinierend, mit wie viel Energie und Engagement unsere jungen Fachkräfte an ihre Aufgaben herangehen. Alle geben richtig Gas, aber auch der Spaß kommt nicht zu kurz. Das Teambuilding ist ein voller Erfolg“, freute sich Johannes Fraiss, Leiter von SkillsAustria.

Aktuelle Beiträge auf der InstagramSeite „Lehre bei Porsche“

Noch

V. l. n. r.: Offizieller Delegierter Skills Austria Johannes Fraiss, Trainingsleiter Wilfried Mennel und Karosseriebautechniker-Kandidat Dominik Eidler bei den Landesmeisterschaften Karosseriebautechniker und Kraftfahrzeugtechniker in Wien.

052 Tage* bis Kazan Foto: Facebook

*Gerechnet ab dem Erscheinungsdatum der aktuellen Ausgabe (1. Juli 2019).

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BMW X3 – JETZT GRÖSSER UND LEICHTER

Quelle: BMW

Die erste Generation des Kompakt-SUV X3 lieferte BMW an 615.000 Kunden aus, die zweite fand ab 2010 über 1.011.000 Abnehmer. Die dritte Generation des X3 (intern G01) soll seit 2017 in der Erfolgsspur weiterfahren.

gien konnten die Ingenieure die Deformationswege weiter optimieren: Die Hauptlastpfade haben sie so aufgeteilt, daß sich die eindringenden Crashkräfte großflächig auf die extrem steif ausgelegte Fahrgastzelle ableiten und verteilen. Die Maße der Karosserie haben sich nur gering verändert, mit Ausnahme des Radstands und

Auch bei der dritten Fahrzeuggeneration kombinieren die Münchner robuste Offroad-Optik mit einem sportlichen Auftritt und unterstreichen so einen fahrdynamischen Anspruch. Der BMW X3 wird serienmäßig mit Allradantrieb angeboten. Auffallend sind im Vergleich zum Vorgänger der längere Radstand, die lange Motorhaube und der sehr kurze vordere Überhang. Der Luftwiderstandsbeiwert, jetzt bei CW = 0,29, konnte durch zahlreiche Detail, wie zum Beispiel das aerodynamischere Design, eine Unterbodenstruktur mit zusätzlichen Verkleidungen und die aktive Luftklappensteuerung für die Kühllufteinlässe deutlich gesenkt werden.

VERÄNDERTE KAROSSERIE Das Karosseriekonzept des BMW X3 ist im Vergleich zu seinem Vorgänger auf sehr hohem Niveau, insbesondere bei der Gestaltung der Trägerstruktur und dem Materialmix. Durch neueste Technolo-

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Foto: Jürgen Klasing

An den Aachener Karosserietagen wurde der BMW X3 detailliert vorgestellt: deutlich sichtbar die hellen Aluminium-Bauteile Motorhaube, Seitenwand und die vorderen Türen.


somit der Fahrzeuglänge. Die ist insgesamt um 52 mm auf 4.708 mm gewachsen. Der BMW X3 ist 6 mm breiter (jetzt 1.897 mm) und 9 mm höher (jetzt 1.670 mm). Die Räder sind 54 mm weiter auseinander gelegt, damit beträgt der Radstand nun 2.864 mm. Auch die Karosseriematerialien haben sich verändert: Neu sind Aluminium-Anbauteile wie Motorhaube, Seitenwände vorne (Kotflügel) und die vorderen Türen. Der Hinterwagen besteht weiterhin aus Stahlwerkstoffen im Seitenteil hinten, den hinteren Türen und der Heckklappe. Durch das Zusammenwirken von Materialmix und Stahlleichtbau konnten die Konstrukteure die Profilquerschnitte teilweise verkleinern und so Gewicht einsparen.

Foto: Jürgen Klasing

Die gesamte Heckpartie ist in Stahlbauweise ausgeführt und zeigt den Umfang des großen Stoßfängers, sowie der geteilten Rückleuchten.

Foto: Jürgen Klasing

VERGRÖSSERTE ÖFFNUNG AM HECK UND DACH Der Fahrzeughersteller hat die Hecköffnung der Karosserie in der Breite um 105 Millimeter vergrößert. Ermöglicht hat diese Steigerung der Beladeöffnung das sogenannte wasserrinnenlose Heckklappenkonzept, eine Konstruktionsveränderung des Wasserkanals, der rund um die Heckklappenöffnung verläuft. BMW setzt dieses Konzept auch beim 5er ein. Die Geometrie der Blechteile haben die Ingenieure so verändert, daß sie mit einem angepaßten Dichtungssystem die Querschnitte des Wasserkanals verkleinern konnten. Die Hecköffnungsbreite stieg so von 1.107 auf 1.212 Millimeter. Die X3-Käufer wählen oft die Ausstattungsvariante Panoramadach. Die Konstrukteure haben jetzt den hinteren Dachquerträger flacher ausgeführt, wodurch sich die Dachöffnung für das Panoramadach auf 1.300 Millimeter vergrößert hat. Zusätzlich konnte an der höchsten Stelle im Fahrzeug das Gewicht und der Schwerpunkt gesenkt werden, weil die Dachkassette rund 6 kg weniger wiegt.

VIEL LEICHTBAU Zur BMW-Entwicklungsstrategie „Efficient Dynamics“ zählen neben verbrauchsoptimierten Antrieben auch umfangreiche Maßnahmen im Bereich „intelligenter Leichtbau“. Der Einsatz von warmumgeformten Blechteilen erbrachte ein Minus von 18 kg, Aluminiumstrukturteile wie Federbeindome oder Längsträger vorne minus 7 kg, die Aluminiumanbauteile wie Türen vorne, Motorhaube und Seitenwand minus 18 kg und die Optimierung der Blechbauteile minus 4 kg, wovon alleine 2,5 kg auf den Stahlleichtbau an der Heckklappe entfallen. Damit ist die aktuelle Karosserie des X3 trotz größerer Ausmaße 21 kg leichter: nur 465 kg schwer.

Die Hecköffnung konnte durch das wasserrinnenlose Karosseriekonzept und ein verändertes Dichtsystem an der Heckklappe deutlich vergrößert werden.

Foto: Jürgen Klasing

Im Vorderwagen sind in dunkler Farbe der Längsträger aus Aluminiumblech und der Federbeindom aus Alu-Druckguß zu erkennen. Teilweise ist der blaue Festigkeitsklebstoff zwischen den Blechteilen ausgetreten.

VIELFALT BEIM MATERIAL Der Einsatz der unterschiedlichen Karosseriematerialien wirkt sich direkt auf das Gewicht der größeren, aber auch steiferen und leichteren Karosserie aus. Der Anteil der Blechbauteile aus Tiefziehstahl liegt nur noch bei 24 Prozent. Die anderen Stahlgüten sind (mit Angabe in Prozent): 180 MPA (3), 200–260 MPA (21), 270–340 MPA (5), 380– 450 MPA (17), 500 MPA (1), 570–680 MPA (1), 700 MPA (1),

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PHS beschichtet (10) und warm-umgeformte, unbeschichtete (6). Dazu kommen Bauteile in Aluminium-Magnesium-Legierung mit vier Prozent und Aluminium-Silicium-Legierung mit sechs Prozent sowie sonstige Materialien mit drei Prozent. Daraus ergibt sich eine genau definierte Blechteilgüte für jedes Bauteil der Karosserie in Abhängigkeit seiner definierten Festigkeit und Verformungsqualität. In PHS-Güte gefertigte, beschichtete Blechteile setzt BMW in der Stirnwand unten, der Querverstärkung am Boden vorne, im Schweller und als Gußteil im Übergang des Schwellers zum hinteren Längsträger ein. Blechteile in warmumgeformter Stahlgüte befinden sich in der B-Säule, dem Dachrahmen ab A-Säule oben bis zur B-Säule, im Dachquerträger vorne und als Tunnelverstärkung oben. Der Längsträger vorne, die vier geschraubten Querstreben an den Federbeindomen und die geschraubten Verstrebungen am Unterboden sowie die Motorhaube, die Seitenwände vorne und die vorderen Türen bestehen aus einer Aluminium-Silicium-Legierung. Die Federbeindome vorne dagegen sind eine gegossene Aluminium-Magnesium-Legierung, die eine zusätzliche Wärmebehandlung durchlaufen.

VIELE FÜGETECHNIKEN Um die 299 Einzelteile der Rohbaukarosserie zu einer stabilen Karosserie zusammenzufügen und zahlreiche Teile bei der Montage schnell und sicher zu fixieren, setzt BMW diese Fügetechniken ein: Im Karosseriebau überwiegt das Punktschweißen an Stahlteilen mit 6.796 Punkten. Außerdem halten 114 Stanznieten und 62 Flow-Drill-Schrauben die Karosserie zusammen. Die Fügetechnik Rollfalzen wird an der Motorhaube und der Heckklappe sowie bei den Türen eingesetzt. Das Laserschweißen wenden die Karosseriebauer mit 0,86 Meter Lasernaht im Stahlblechbereich

Foto: Jürgen Klasing

Große Klappe: Bei geöffneter Heckklappe ergibt sich eine Ladebreite von mehr als 1,2 Meter.

an den hinteren Türen ein. Deutlich grösser ist der Anteil des Laserschweißens beim Werkstoff Aluminium: Da findet man 9,9 Meter Lasernaht an den Aluminiumblechteilen. Diese Fügetechnik wurde so weiterentwickelt, dass nur eine kleine Kante entsteht und keine breiten Flansche notwendig sind. Zur Abdichtung von Schweißnähten und/oder Blechteilübergängen setzen sie einen 1K-Dichtigkeitsklebstoff mit geringer Festigkeit (32 Meter) ein. Ein Verbindungsklebstoff mit hoher Festigkeit wird auf 46 Metern aufgetragen, und das Antidröhnmaterial wird in 4,3 Metern aufgespritzt. Keine direkte Fügetechnik, aber eine wichtige Verbindung zu den montierten Teilen sind die 470 geschweißten, kugelförmigen Halter und Gewindebolzen auf der Blechoberseite. Text und Bilder: Jürgen Klasing

Foto: Jürgen Klasing

Fügetechniken: Stahl- und Aluminiumblechteile werden mit FDS-Schrauben, Stanznieten und Klebstoff oder sortenrein mit Schweißpunkten gefügt. Gut sichtbar auch die Gewindebolzen für die schnelle Montage von Anbauteilen.

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DER „SCARABÉE D‘OR“ ENDLICH ENTHÜLLT Im „Musée des Arts et Métiers“ konnte der „Scarabée d‘Or“, der Goldkäfer, in all seiner Pracht bewundert werden. Der originalgetreue Nachbau des Fahrzeugs wurde durch die harte Arbeit von Studenten und Berufsschülern ermöglicht und von dem Verein „Des Voitures et des Hommes“ („Von Autos und Menschen“) unterstützt.

Fakten zum Projekt • 4 Jahre Arbeit • 160 Studenten und Berufsschüler • 40 Lehrer/Professoren und Betreuer • 50.000 Arbeitsstunden • 71.500 kg Metall • 130.000 € Budget • 25.000 € Kosten • 55.000 € von Mäzenen gespendete Zeit • 5.000 km zurückgelegte Strecke • 11 französische Produktionsstandorte Foto: Glasurit/BASF Coatings Services GmbH

Der Citroën B2 10 HP Modell K1 hat als erstes Auto im Dezember 1922 die Sahara durchquert. Glasurit war ein wichtiger Partner bei der Restaurierung dieses Schmuckstücks.

Der „Scarabée d‘Or“ wurde vor einer Versammlung von namhaften Persönlichkeiten und Journalisten enthüllt. Unter den Projektpartnern befand sich auch Glasurit, Premiummarke der BASF, die dazu beigetragen hat, dass der Goldkäfer nun wieder in seiner wunderschönen Originalfarbe glänzt. Ebenfalls vertreten waren das „Musée des Arts et Métiers“, „Ensam“, die Fachoberschule „Lycée du Château d‘Epluches“, Citroën, Silveo.

ORIGINALTGETREU RESTAURIERT MIT GLASURIT Die Glasurit-Technik hat es möglich gemacht, Originallack und -farbton des Fahrzeugs anhand von Farbspuren, die an verdeckten und gut erhaltenen Teilen des „Scarabée d‘Or“ von 1922 gefunden wurden, zu ermitteln. Das Fahrzeug war weiß mit einem leichten hellgrünen Stich. Glasurit hat den Farbton nachgestellt und die Schüler der Fachoberschule „Lycée du Château d‘Epluches“ haben ihn aufgetragen. Es handelt sich um ein aus zweischichtiges Lacksystem. Auf einer chemischen Basis vom Typ „Epoxidester, Urethanacryl“ wird das Grundmaterial im Lackfarbton aufgetragen, wodurch folgende Eigenschaften gewährleistet werden: • Ausgezeichnete Haftung direkt auf den Stahlsubstraten • Hohes Füllvermögen zur Auffüllung von Strahlsandspuren • Sehr guter Korrosionsschutz • Schutz gegen Steinschlag – für das Fahrgestell erforderlich

Dieses Grundmaterial wird dann mit einem Decklack aus Urethanacryl mit folgenden Eigenschaften überlackiert: • Originalgetreue Farb- und Glanzwerte • Einheitliches Erscheinungsbild mit den übrigen Karosserieteilen • Nachhaltiger UV- und Witterungsschutz Glasurit hat auch einige Studenten der „Ecole d‘Art Mural“ in Versailles im Refinish Competence Center Montataire in den ausgefeilten Lackierungstechniken unterwiesen. Währenddessen übten andere Studenten sich im Freihandzeichnen des „Scarabée d’Or“-Logos – eine schwierige Aufgabe angesichts der Tatsache, dass sie am Fahrzeug letztendlich nur einen Versuch hatten. Bei seinem Vortrag erklärte Erwan Baudimant, Verkaufsbereichsleiter Autoreparaturlacke Frankreich und Nordafrika im Unternehmensbereich Coatings der BASF Frankreich: „Glasurit ist stolz auf seinen Beitrag zu diesem Projekt mit einzigartiger Bedeutung. Dank des Vereins ‚Des Voitures et des Hommes‘ konnten wir zusammen mit namhaften Partnern zum Erhalt des französischen Kulturgutes beitragen. Das Projekt hat zahlreiche Fachleute zusammengeführt, deren Werte wir teilen. Und schließlich verdanken wir es auch dem ‚Scarabée d‘Or‘, dass wir unserer Farbdatenbank Classic Car Colors einen neuen Farbton ‚Blanc Sahara‘ hinzufügen konnten.“

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SPLITTER JUBILÄUM DER SCHWEIZER KAROSSEURE Die jüngste Delegiertenversammlung des Schweizerischen Carrosserieverbandes stand im Zeichen des 100-Jahre-Jubiläums und der Zukunftspläne. „Die Schweizer Karosseriebetriebe kämpfen genauso wie wir“, berichtet Erik P. Papinski, Bundesinnungsmeister und AIRC-Präsident. „Die großen Schäden werden weniger, Flottenbetreiber und Leasingfirmen beginnen mit der Steuerung der Schäden. Die Schweizer Kollegen sprechen alle Probleme sehr offen an, denn nur so ist es möglich, Lösungen für die Zukunft zu finden.“ Beim Kongress wurden die Umbenennung des VSCI in „carrosserie suisse“ und die Zusammenlegung der regionalen Verbände beschlossen. Foto: carrosserie suisse (Irene Schneider, Pino Stranieri, Severine Nordhof)

WIENER CHALLENGE 2019 Unter dem Titel „Challenge 2019“ haben in Wien die Landesmeisterschaften der Karosseriebautechniker und Kraftfahrzeugtechniker stattgefunden. Das sind die besten Karosseriebautechniker-Lehrlinge in der Hauptstadt: 1. Platz: Selim Akova – Ausbildner Wiesenthal Handel und Service GmbH, 2. Platz: Patrick Dodan – Ausbildner Wiesenthal Handel und Service GmbH, 3. Platz: Daniel Bahmer – Ausbildner Porsche Inter Auto GmbH & Co KG. Im Rahmen der Veranstaltung hat Landesinnungsmeister Günter Blümel der Siegfried Marcus Berufsschule Wien ein MIG-Lötgerät im Wert von 3.000 Euro überreicht: „Ich hoffe, es bereichert den Unterricht und ihr habt viel Freude damit.“ Foto: Landesinnung Wien Fahrzeugtechnik

Die neue Geschäftsführung von „carrosserie suisse“ mit AIRC-Präsident Erik P. Papinski (4. v. l.)

BUNDESLEHRLINGSWETTBEWERB IM SEPTEMBER IN GRAZ Der Bundeslehrlingswettbewerb der Karosseriebautechniker Österreichs findet in der Landesberufsschule Graz 3 vom 19. bis 20. September statt. Insgesamt werden 18 Teilnehmer – je zwei beste Karosseriebautechniker-Lehrlinge aus jedem Bundesland – ihre Fertigkeiten und Kenntnisse unter Beweis stellen. Die Siegerehrung wird im ORF Landesstudio Steiermark in Graz stattfinden. „Die Austragung des Bundeslehrlingswettbewerbes Österreichs 2019 in Graz ist eine große Ehre für die Steiermark und erfüllt uns mit Stolz und Freude. Ich wünsche allen unseren Teilnehmerinnen und Teilnehmern einen fairen und erfolgreichen Wettbewerb“, sagt Josef Niegelhell, Landesinnungsmeister der Karosseriebautechniker Steiermark.

V. l. n. r.: Berufsschuldirektor OSR Dipl.-Päd. Ing. Berthold Kunitzky, Bildungsreferent KommR Helmut Neverla und LIM Günter Blümel

ELMAR SCHMARL IN DOPPELFUNKTION Foto: WK Tirol

Mit der Wahl zum Tiroler Landesinnungsmeister der Kfz-Techniker hat Karosserie-LIM Elmar Schmarl nun eine Doppelfunktion inne. Er hat Martin Gertl abgelöst, der alle seine Funktionen in der Wirtschaftskammer zurückgelegt hat, um seine Kinder im Familienbetrieb zu unterstützen.

PROFIWISSEN VON IFL UND REPAIR-PEDIA Zu Redaktionsschluss dieser Ausgabe waren in der Branchensuchmaschine repair-pedia 3.155.103 Dokumente mit technischen Informationen verfügbar, darunter IFL-Mitteilungen, ZKF-Tipps etc. Die durchschnittliche Suchzeit beträgt 34 Millisekunden! Wer repair-pedia noch nicht nutzt, kann sich auf www.repair-pedia.eu kostenlos registrieren.

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www.karosseriebautechnik.at

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