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Ausgabe Oktober 2013 / Nr. 09 Deutschland, Österreich & Luxemburg 4,90 € Schweiz 6,00 CHF

1 Million pro Minute

MAYWEATHER Das Maß aller Dinge Ernährung:

Eiweiße für Boxer Die richtige Mischung

Neue Serie: TOP 10 SCHWERGEWICHTLER Wer schlägt Klitschko?

BELIEBT, BEGEHRT, BESONNEN

AXEL SCHULZ

Eine einzigartige Erfolgsgeschichte

BUND

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Offizielle Partner:

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IM MAGAZIN: KLITSCHKO | PULEV | KNEZˇEVIC´ | ABRAHAM | BRÄHMER AJETOVIC | GRIGORIAN | MEINKE | FRESS | MULLENBERG

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Trainings-Tipp: Mit Marco Huck zum Techniker

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impressum 1 boxen-heute.de Print | Livestream | Online-Redaktion WSMedien GmbH Bertolt-Brecht-Allee 22 01309 Dresden Telefon: +49 (0)351 3153358 Telefax: +49 (0)351 3153350 info@boxen-heute.de www.boxen-heute.de Geschäftsführung: Roland Zwerenz, Daniel Hiller Registergericht: Amtsgericht Dresden

2 REDAKTION News | Reportagen | Hintergründe Chefredaktion: Daniel Hiller Mobil: +49 (0)160 9390 7742 Redakteur: Wolfgang Weggen Redakteur: Hubert Wildschütz Redakteur: Christian Küchl Online-Redakteur: Morten König

3 FOTO-REDAKTION Reportage | Kampfbilder | Homestory Andreas Grunwald – Stuttgart Beate Bodenhagen – Hamburg Daniel Hiller – Berlin Christian Küchl – Österreich

4 MARKETING Aktionen | Anzeigen | Banner | PR Oliver Czolbe Mobil: +49 (0)160 9390 7741

5 DESIGN Printdesign | Onlinedesign | Fotodesign creatyp GmbH Bertolt-Brecht-Allee 22 01309 Dresden Telefon: +49 (0)351 3153356 Telefax: +49 (0)351 3153350 dresden@creatyp.de www.creatyp.de

6 TECHNIK Hosting | Support | www.boxen-heute.de MAE Systems GmbH Elisabethstraße 9 01324 Dresden Telefon: +49 (0)351 2666057 Telefax: +49 (0)351 2666050 info@mae-systems.de www.mae-systems.de

7 DRUCK möller druck und verlag gmbH Zeppelinstr. 6 16356 Ahrensfelde OT Blumberg Telefon: +49 (0)30 419090 www.moellerdruck.de

8 VERTRIEB

Foto: sxc.hu

ediToriAl

Happy birthday, bOXEN HEUTE! Es hatte beinahe etwas Rührendes: eine kleine Torte mit einer einzelnen Kerze. Zugegeben, keiner in der Redaktion wusste sofort, was die nette Geste der Sekretärin zu bedeuten hatte. Der Groschen fiel natürlich schnell – BOXEN HEUTE feiert mit dieser Ausgabe die Vollendung des ersten Lebensjahres, also ersten Geburtstag. Sparen wir uns den skurrilen Moment einer Selbstbeglückwünschung. Schauen wir lieber zurück auf ein ereignisreiches Jahr. Und gönnen wir uns einen Blick in die Zukunft. Als wir vor einem Jahr BOXEN HEUTE bundesweit als Magazin für Boxen und Fitness an den Start respektive an die Kioske brachten, war uns bewusst, dass der Weg ein harter sein wird. In einer Zeit, in der speziell das Profiboxen in Deutschland viel vom Glanz vergangener Tage verloren hat, der einst größte Boxstall Europas, Universum in Hamburg, mit Pauken und Trompeten Pleite ging, und auch die deutschen Amateurboxer bei den Olympischen Spielen von London ohne Edelmetall blieben, kurzum, einer Zeit, in der das Boxen in Deutschland nicht gerade prosperierte, ein Box-Magazin auf den Markt zu bringen, wurde von vielen skeptisch gesehen. Die Bedenkenträger grüßen wir herzlich als gesunde Einjährige.

Auch wenn es in der Spitze hakt, Arthur Abraham vielleicht nur noch gegen Robert Stieglitz boxen wird, gewinnt Boxen – als Breitensport insbesondere das allseits gelobte Training – immer mehr an Bedeutung. Wir tragen dieser Entwicklung Rechnung mit Artikelserien über Trainingsmethoden, Gyms, Ernährungstipps, vielen Standards, die auch für Laienboxer sehr hilfreich sind. Und die, wie wir hoffen, mit Interesse gelesen werden. Wir wollen dieser Linie treu bleiben. Unsere Motivation ist ungebrochen. BOXEN HEUTE geht in das zweite Jahr. Mit dem Anspruch, noch besser zu werden. Viel Spaß beim Lesen!

Daniel Hiller Chefredakteur

Gute Geschichten hatte das abgelaufene Jahr zuhauf. In Heft Nr. 1 berichteten wir über den angeblichen Titelkauf von Felix Sturm mit dem Kronzeugen Ahmet Öner, was uns prompt eine einstweilige Verfügung einbrachte. Wir wurden ernstgenommen, und das ist gut so. Im Februar 2013 brachten wir nach langer Diskussion in der Redaktion mit Stefan Härtel einen Amateur auf den Titel. Der Mut wurde belohnt, die Ausgabe gehört kommerziell zu den erfolgreichsten.

BOXEN HEUTE-Marketingleiter Oliver Czolbe (l.) und Chefredakteur Daniel Hiller (r.)

DPV Deutscher Pressevertrieb GmbH Düsternstr. 1-3 20355 Hamburg Telefon: +49 (0)40 378450 www.dpv.de

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The One Floyd Mayweather jr. (links), der beste Pound-forPound-Boxer der Welt, hat es am 14. September in Las Vegas allen Zweiflern gezeigt, als er dem zuvor stark eingeschätzten Saul „Canelo“ Alvarez über 12 Runden eine Lehrstunde gab. Alle Informationen zum Kampf ab Seite 18. _Foto Eric Jamison | dpa

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BOXEN HEUTE | 09/2013


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Bitte beachten: Bestellschein ist gßltig bis zum Erscheinen des Heft Nr. 10!


inHAlT proFiboxen

„Canelo“ ohne Chance gegen „Money“

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Foto: Daniel Hiller

MAYWEATHER ON THE TOP

Foto: Eric Jamison | dpa

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NINA´S POWER

Eine Boxerin will zu Olympia

Foto: Winfried Mausolf

22 DIE AXEL-SCHULZ-STORY Erfolg verdirbt nicht immer den Charakter

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boxen HeUTe | 09/2013

48 KNAPPES DING

Arthur Abraham quält sich bei WM-Qualifikation

Foto: Christian Küchl

proFiboxen


oKTober 2013 Promi-Boxen

WelTserie

olyMpiscHes boxen

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WSB ERSTMALIG IM TV Team-Boss Bittner macht TV-Vertrag für die WSB-Kampfabende klar. Deutschland vs. Algerien steigt in Kassel. Alle Newszum besten Format im Deutschen Boxen. ............................................... 102

proFiboxen Foto: Daniel Hiller

Foto: Daniel Hiller

TOP-TEN SCHWERGEWICHTLER

FLEISCHFABRIK

Wer sich an die Regeln hält, trainiert umsonst

DEUTSCHE MEISTERSCHAFT

Welche Chance haben die Top-Boxer gegen einen Klitschko? Wir stellen in den nächsten zehn Ausgaben die hoffnungsvollsten WM-Anwärter vor. Teil I.:Magomed Abdusalamov aus Russland...... 30

VOM SCHLÄGER ZUM CHAMPION Gogi Kneževic´: Basketball-Nationalspieler, Krimineller und WBF-Champion. „Meine Geschichte ist wie ein Hollywood Film, nur ich bin kein Schauspieler, das ist mein Leben! ............... 38

Großer Sport ohne Öffentlichkeit

FrAUenboxen

EIN UNDERDOG GREIFT AN Gerad Ajetovic gehört zu den stärksten SuperMittelgewichtlern der Welt. Doch wenn es drauf ankam, ging der Sieg oft an seine unterlegenen Gegner. Jetzt fordert er Abraham und Stieglitz heraus. ..................................................................... 46

HisTorie DAS MILLIONENGRAB Artur Grigorian verdiente als Hauptkämpfer im ZDFMillionen. Doch geblieben ist dem früheren WBO-Weltmeister nichts. Windige Investoren brachten ihn um sein gesamtes Vermögen. ..... 52

FiTness EIWEISSE & KOMBINATIONEN

Ina Menzer tritt nach Ringschlacht zurück

QUICK FINDER ABDUSALAMOV, MAGOMED ..................30 ABRAHAM, ARTHUR................................. 48 AJETOVIC, GEARD .....................................46 ARUM, BOB ...................................................42 BRÄHMER, JÜRGEN ...................................60 BRITSCH, DOMINIK ................................. 108 BÜTTNER, HERBERT ..................................64 FRESS, ROMAN ............................................98 GRIGORIAN, ARTUR ...................................52 HUCK, MARCO .......................................... 115

KESSLER, FRANK ..................................... 137 KNEZEVIC, GOGI .........................................38 MEINKE, NINA..............................................96 MENZER, INA ............................................ 132 MAYWEATHER, FLOYD..............................18 MULLENBERG, ROMAN.......................... 100 POPOVA, EROLL .........................................42 PULEV, KUBRAT ..........................................32 SCHULZ, AXEL .............................................22

insider Foto: Marianne Müller

DER LETZTE KAMPF

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Profiboxer zeigen drei variable Techniken, die sich leicht umsetzen lassen. Marco Huck trainiert an seiner Grundstellung und wir waren dabei. Unser Ernährungstipp geht diesmal näher auf Eiweiße ein. .......................................................... 105

NACH 7 SCHRITTEN BOXPROFI Was muss ich tun, um Boxprofi zu werden und ab wann kann ich damit mein Geld verdienen? Wir haben den steinigen Weg nachgezeichnet und in sieben Schritten alle notwendigen Etappen zusammengefasst. .............................................. 136

6 KÖPFE ............................................................34 BOXKOMPASS.................................................67 ERNÄHRUNG ................................................ 111 FOTO TOP 10 ...................................................42 HISTORIE .................................................52, 136 HITBOX .............................................................21 INSIDER ......46, 56, 58, 62, 116, 124, 128, 134 LESERBRIEFE ............................................... 142 MARKTPLATZ .............................................. 138 MEIN GYM .............................................118, 122 OLYMPISCHES BOXEN ........................90, 100 PROFIBOXEN .......... 18, 32, 38, 48, 60, 64, 96 PROMIBOXER .............................................. 136 TALENTE ...........................................................96 TRAINING ...............................................105,115

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Beide Fotos: dpa

News

Ken Norton starb im Alter von 70 Jahren in einem Pflegeheim in Arizona. Der Schwergewichtler, der auch als Schauspieler in der verfilmten Südstaaten-Saga „Mandingo“ Furore machte, war 1978 per Dekret zum Champion des Weltverbands WBC ernannt worden. Er verlor den Gürtel allerdings gleich bei der ersten Titelverteidigung gegen seinen Landsmann Larry Holmes. Sein größter Erfolg im Ring war fünf Jahre zuvor ein Sieg mit einer „Split Decision“ gegen Muhammad Ali, dem

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BOXEN HEUTE | 09/2013

R.I.P. Ken Norton Die Boxwelt trauert um einen der ganz Großen.

er in einem spektakulären Kampf sogar den Kiefer brach. Gegen den „Größten“ verlor Norton später zwei Kämpfe, ebenso unterlag er 1974 in einem WMFight gegen George Foreman. Norton starb nach Angaben seines Managers Patrick Tenore am Mittwoch in einem Pflegeheim im US-Bundesstaat Arizona. Der 70-Jährige erlag einem Herzversagen, nachdem er im vergangenen Jahr einen Schlaganfall erlitten hatte. ¡


neWs

Mayweather vs alvarez beschert Mexiko TV-Rekord

Foto: Craig Durling | dpa

Der Mega-Fight um die Krone im Halbmittelgewicht zwischen US-Superstar Floyd Mayweather jr. und Canelo Alvarez war im boxverrückten Mexiko ein Straßenfeger. Über 22 Millionen Fans waren am TV live dabei, was einer Einschaltquote von 78,4 Prozent entspricht. „Dies beweist, dass große Kämpfe mit großen Kämpfer wie Floyd Mayweather und Canelo Alvarez vom Publikum honoriert werden. Und es zeigt, dass Canelo unbestritten der größte Star im mexikanischen Boxsport ist“, stellte Richard Schaefer, der Geschäftsführer von Veranstalter Golden Boy Promotions, zufrieden fest. ¡

Foto: Josh Holmberg | dpa

debit pa simus aut lique volupis doluptat volupta volestium

Neuer Ärger für Ex-Champ Kelly Pavlik Kelly Pavlik (31) ist wiedermal mit dem Gesetz im Konflikt. Der Ex-Weltmeister im Mittelgewicht soll in seiner HeimatGemeinde Mahoning einen Taxifahrer um 25 Dollar geprellt haben und wurde deswegen festgenommen. Die zuständige Staatsanwaltschaft hat Anklage erhoben. Pavlik soll bei der Tat unter Alkoholeinfluss gestanden haben. Der Taxifahrer hatte den zahlungsunwilligen Fahrgast ange-

zeigt, nachdem er ihn auf Plakaten als den berühmten Boxer erkannt hatte. Pavlik droht nun eine Haftstrafe. Bereits 2010 verbrachte Pavlik auf richterliche Anordnung 60 Tage in einer Entzugsklinik, um einer härteren Strafe zu entgehen. Seine größten Erfolge im Ring feierte der Amerikaner 2007, als er Jermaine Taylor in einem hochklassigen Fight den WM-Titel im Mittelgewicht abnahm. ¡

Zahl des monats

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Die Häufung von zweifelhaften Punktentscheidungen führte 1988 nach den Olympischen Spielen in Seol zur Einführung der Punktmaschine und des Kopfschutzes. 25 Jahre später schafft die International Boxing Association (AIBA) den Kopfschutz bei Wettkämpfen der männlichen Elite wieder ab. Die Punktmaschine bleibt, erfasst nach dem Vorbild des Ten-PointMust-Systems aber nur noch den Gesamteindruck der einzelnen Runden. ¡

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neWs Tipp der redAKTion

» Ich habe es für einen Witz gehalten «

FaUSTDICK Boxhandschuhe sind so verschieden wie ihre Träger

1. Deluxe Retro Rindsleder

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Floyd Mayweather Jr. nach seinem Sieg über Saul Alvarez, den die Punktrichterin C.J. Ross unentschieden gewertet hatte. Nach ihrem Fehlurteil wollte sie sich auf „unbefristete Zeit“ vom Boxsport zurückziehen.

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Foto: dpa

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Das bOXEN HEUTE Oktober-Quiz Frage 1: Was haben die Champions Bernard Hopkins, Johnny Nelson und Henry Armstrong gemeinsam? a) Sie alle haben ihren ersten Profikampf verloren. b) Sie gewannen als Amateur die Olympische Silbermedaille. c) Sie holten Titel in fünf Gewichtsklassen. Frage 2: Wer ist der einzige Schwergewichts-Champ, der gleichzeitig die Titel von WBC, WBA, IBF und WBO hielt? a) Mike Tyson b) Evander Holyfield c) Riddick Bowe Frage 3: Wie lange musste Deutschland nach Max Schmeling auf einen ProfiWeltmeister warten? a) 27 Jahre b) 36 Jahre c) 43 Jahre

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boxen HeUTe | 09/2013

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Wir haben drei knifflige Fragen für Euch zur Einstimmung auf‘s Oktober-Heft! Ihr kennt Euch aus? Dann schickt Eure Antworten per Post an WSMedien, 01309 Dresden, Bertolt-Brecht-Allee 22. Oder sendet uns eine E-Mail mit dem Betreff „Oktober Quiz“ und Euren Antworten an redaktion@boxen-heute.de Als Preis gibt es ein BOXEN HEUTE e-paper als Jahres-Abo mit dazugehörigem Tablet-PC (SAMSUNG Galaxy Tab 3, 8 GB, Android 4.1 Multitouch Display). Die Auflösungen findet ihr im nächsten Heft (ab 7. November am Kiosk). Viel Glück! ¡

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News

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News

Pianeta will Rache für Schulz

Foto:

Noch hat Super-Champion Andre Ward (29) seinen Comeback-Fight nach einer Schulteroperation gegen den ungeschlagenen Edwin Rodriguez (Dominikanische Republik) am 16. November noch gar nicht bestritten, da wird schon über neue Mega-Kämpfe spekuliert. Im Gespräch ist ein Showdown gegen MittelgewichtsChampion Gennady Golovkin. Ward: „Ich denke, Golovkin ist ein guter Kämpfer. Er ist immer auf dem Vormarsch, schlägt hart. Wenn man der Presse glauben kann, hält jeder Boxer, der mit Golovkin im Ring stand, ihn wegen seiner Schläge für den schrecklichsten Menschen auf diesem Planeten. Ich bin mir da nicht so sicher.“ ¡

Foto: dpa

Megafight I: Ward vs Golovkin in Planung

Nach seiner Niederlage gegen Wladimir Klitschko wird der Schwergewichtler am 25. Oktober in Frankfurt/Oder auf den einstigen Axel-Schulz-Bezwinger, Brian Minto treffen. „Ich werde Minto schlagen! Ich habe einiges gut zu machen. Frankfurt/Oder ist eng mit Axel Schulz verbunden und da ist noch eine Rechnung offen. Aus dem Klitschko-Kampf habe ich viel Erfahrung mitgenommen und ich war von den positiven Reaktionen überrascht. Darüber habe ich mich sehr gefreut.“ ¡

Froch-Kampf – in elf Minuten ausverkauft geht, trauen nicht wenige Experten dem erst 25-jährigen ungeschlagenen Groves (19 Kämpfe, 19 Siege, 15 K.o.‘s) eine Überraschung zu. Der Herausforderer tönt schon, dass er „die richtigen Schläge habe, um Froch zu besiegen“. Nach dem Mega-Fight gegen Kessler im Frühjahr sorgt Froch wieder für eine knüppelvolle Manchester Arena. ¡

Foto: dpa

Rekordverdächtiger Vorverkauf: Für den WM-Kampf im Supermittelgewicht zwischen Champion Carl Froch und seinem britischen Landsmann George Groves waren die 18 000 Tickets für die Manchester Arena in nur elf Minuten ausverkauft. Der Kampf findet am 23. November statt. Während Froch (36) als Favorit in die Auseinandersetzung

Die Boxszene im Mega-Fight-Fieber. Da spielen die Gewichtsklassen nur eine Nebenrolle. In den USA wurde ein Duell zwischen Halbschwergewichts-Weltmeister Bernhard Hopkins (Foto) und dem unbestrittenen Multi-Millionen-Boy Floyd Mayweather ins Gespräch gebracht. Der Kampf könnte im Mittelgewicht sanktioniert werden. Für den 48-jährigen Hopkins dürfte es schwierig werden, dass Limit nicht zu überschreiten. Sein letzter Kampf in dieser Gewichtsklasse war die WM-Niederlage 2005 gegen Jermaine Taylor. Trotzdem machbar, sagt Hopkins mit Dollarzeichen in den Augen. „Diesen Fight will die Welt sehen. Wir sind beide Legenden und sollten den Kampf bald machen. Wenn wir dann in der Hall of Fame sind, ist es zu spät.“ Der Kampf würde wohl alle Geld-Rekorde brechen… ¡

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BOXEN HEUTE | 09/2013

Foto: Jan Christoph Jaszczuk

Megafight II: Hopkins würde gegen Mayweather boxen


neWs IM GESPRÄCH MIT

+++ neWsTicKer +++

Marco Huck musste seinen Rückkampf gegen Firat Arslan aufgrund einer Ellbogenverletzung absagen. Nun soll der Kampf am 25. Januar 2014 in Stuttgart nachgeholt werden. Wir sprachen mit dem WBOWeltmeister über seinen Trainingsunfall. Hallo Marco. Was war los? Ich habe mich ausgerechnet beim Abschlusssparring verletzt. In der allerletzten Stunde, nach 80 harten Runden. Damit waren die gesamten Wochen davor umsonst. Das ist sehr ärgerlich. Ich habe mich in all den Jahren noch nie verletzt. Gerade bei diesem Kampf geht es für mich um die Ehre. Wie ist das genau passiert? Mein Sparringspartner hat als Deckung die Arme vor dem Gesicht gekreuzt. Das ist ungewöhnlich und hilft wenig. Mein Aufwärtshaken ist genau in diesem Augenblick an seinem Ellbogen gelandet. Ich spürte einen stechenden Schmerz in der linken Hand und dachte sie wäre kaputt. Dann griff mich der Gegner an und schlug mir seitlich auf den Ellbogen. Wann stand fest, dass der Kampf ausfällt? Ich bin nach dem Training zu einem Handspezialisten gegangen und dachte wir

spritzen sie bis zum Wettkampf wieder gesund. Auf der Hand war ein riesiges Hämatom, aber trotz der Schmerzen hatte ich keine ernsthaften Verletzungen. Dafür entdeckte er einen Haarriss an meinem linken Ellbogen. Damit wollte ich boxen, doch der Arzt befürchtete einen Bruch während des Kampfes. Darauf hatte ich natürlich keine Lust. Wie geht es weiter? „Jetzt darf ich nicht einmal Liegestütze machen, leichte Schläge sind auch tabu. Im Dezember müsste ich wieder ins Training einsteigen, um im Januar über 12 Runden gehen zu können. Sicher ist aber noch nichts. Das letzte Wort hat der Arzt.“ ¡

Weltmeister mit den meisten Titelverteidigungen in Folge PLATZ

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#1 #2 #3 #4 #5 #6 #7 #8 #9 #10

Joe Louis Dariusz Michalczeswki Abe Attell Joe Calzaghe Ricardo Lopez Sven Ottke Bernhard Hopkins Eusebio Pedroza Henry Armstrong Khaosai Galaxy

TITEL 25 23 21 21 21 21 20 19 19 19

German Eagles bleiben German Eagles Die besten deutschen Amateurboxer treten auch in der kommenden WSBSaison (ab 16. November) unter dem Namen „German Eagles“ an. Spekulationen, das Team werde zukünftig als Deutsche Nationalmannschaft antreten, erteilte DBV-Cheftrainer Dr. Michael Bastians eine Absage. „Wir starten weiter als German Eagles, und die besten deutschen Boxer werden in den Ring steigen. Als Nationalmannschaft ginge es auch nicht, weil Ausländer im Team startberechtigt sind.“ ¡

Ansturm auf Karten für Stieglitz´ WM-Kampf Nach nur sieben Tagen Vorverkauf sind ein Drittel der Karten für die SESBox-Gala am 19. Oktober in Leipzig an die Box-Sport-Fans gebracht worden. Es hat ein regelrechter „Run“ auf die Tickets eingesetzt. Schon über 2.000 der 6.000 Eintrittskarten wurden in diesen Tagen abgesetzt. Mit dazu beigetragen hat wohl auch der neuartige Tribünenbau in der Halle „Eins“ der Leipziger Messe. Die Box-Fans sitzen dort erstmalig in einer Art „Collosseum“, das heißt die Tribünen sind im Rund um den Box-Ring herum angeordnet. ¡

Hanau startet mit zwei Liga-Mannschaften Der Boxring Hanau wird mit zwei Mannschaften an der Box-Bundesliga teilnehmen und hat dafür seinen Kader mächtig aufgerüstet. In der 1. Bundesliga will die Hanauer Staffel dem Velberter Box Club Paroli bieten und den nächsten Titel streitig machen, dass bestätigte Hanaus Box-Boss Ulrich Bittner BOXEN HEUTE. In der zweiten Bundesliga wird eine weitere Hanauer Staffel an den Start gehen. „Zunächst haben wir eine Kampfgemeinschaft mit Heidelberg geplant. Das lässt sich aber nicht realisieren und der Boxring Hanau wird diese Aufgabe, bei der vor allem Talente eingesetzt werden, alleine meistern,“ so Ulrich Bittner. ¡

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Grafik: freevector.com

Foto: Daniel Hiller

Marco Huck


neWs

BOXENINTERNATIONAL SCHWEDEN Der unbesiegte Badou Jack kam in seinem jüngsten Kampf gegen den Mexikaner Marco Antonio Periban nur mit einem hauchdünnen Unentschieden davon. Jack hatte in diesem spannenden Supermittelgewichts-Kampf zwar die härteren Treffer gesetzt, machte über weite Strecken aber so wenig, dass Periban über Aktivität immer wieder Runden „klauen“ konnte. Am Ende hatten die Punktrichter ein Unentschieden auf den Zetteln und Schwedens Talent den ersten Makel in seinem Kampfrekord. ¡

KaNaDa David Lemieux wird demnächst wieder in den Ring steigen und es mit dem zähen Marcus Upshaw aufnehmen. Dabei möchte der K.o.-König unter Beweis stellen, dass er aus seinen Fehlern lernen und sich taktisch besser einstellen konnte. Kritiker bezweifeln, dass Lemieux dazu in der Lage ist. Bisher zeigte sich der Puncher stets zu verliebt in seine K.o.-Siege. Dass er sich von seinem langjährigen Trainer Russ Anber, der ihn hierfür kritisierte, trennte, schürt die Zweifel zusätzlich. ¡

SÜDaFRIKa Eine halbleere Geldbörse nennt IBF Fliegengewichts-Weltmeister Moruti Mthalane sein Eigen. Er darf nämlich für Peanuts in Deutschland boxen. Mthalanes WM Kampf wurde nämlich von SES für schlappe 11.000 Euro ersteigert, von denen am Ende kaum genug übrig bleiben dürfte, um die Kosten der Vorbereitung zu decken. Für die Deutschen Fans ist diese Entwicklung toll, da sie auf diese Weise einen echten WeltklasseBoxer live erleben können. ¡

TÜRKEI Selcuk Aydin wird demnächst in seine Heimat zurückkehren und vor seinen Fans auf DeMarcus Corley treffen. Dabei will der Puncher beweisen, dass seine Niederlagen in den USA lediglich Ausrutscher waren. Vor allem im Duell mit Jesus Soto Karass hatte der Türke viele enttäuscht. Da Soto Karass anschließend Andre Berto ausknockte, könnte dieser Makel im Nachhinein aber noch aufgewertet werden. ¡

NEUSEElaND Der Inselstaat wartet sehnsüchtig auf das Comeback des Schwergewichtlers David Tua, der im Herbst auf den favorisierten Weißrussen Alexander Ustinov treffen wird. Eine Niederlage würde sämtliche Titelträume des Punchers beenden. Indessen hört man immer mehr vom talentierten Joseph Parker, der ebenfalls im Schwergewicht boxt. Mit seinem K.o. über Frans Botha stellte er eindrucksvoll unter Beweis, dass man mit ihm rechnen muss. Parker boxt demnächst gegen Afa Tatupu um den Neuseeland-Titel. ¡

MEXIKO Jhonny Gonzalez schockte die Box-Welt, als er Federgewichts-Star Abner Mares, der zuvor im Bantam- und Superbantamgewicht aufgeräumt hatte, in der 1. Runde schwer ausknockte. Jetzt soll ein direktes Rematch zwischen den beiden Mexikanern zustande kommen. Mares, der bereits als kommender Star galt, möchte unbedingt von der Rückkampfklausel des Kampfvertrages Gebrauch machen und sich rehabilitieren. ¡

MaCaO Der Stadtstaat nennt keinen einzigen aktiven Profiboxer sein eigen, schafft es aber dennoch, eine Menge Top-Events anzuziehen. Am 23. November werden Manny Pacquiao und Brandon Rios dort die Handschuhe kreuzen. Die Fans können sich zusätzlich auf eine spannende Undercard freuen. Insgesamt wird die Veranstaltung das größte Boxevent in der Geschichte Chinas, dem Macao angegliedert ist. BOXEN HEUTE wird durch den österreichischen Redakteur Christian Küchl live dabei sein und umfassend berichten.

bElGIEN Erstmals wurden die „Belgien Golden Gloves“, eine Ehrung für Boxer und Funktionäre, vergeben. Unter den ausgezeichneten ist Ringrichter Daniel Van De Wiele, Boxer Alex Miskirtchian sowie die starke Amateurboxerin Calliope Slagmulder. Letztere beeindruckte bereits bei mehreren Turnieren in Deutschland (Girls Cup und Queens Cup) und dürfte mit ihrer starken Technik bald auch bei internationalen Titelkämpfen für Aufmerksamkeit sorgen. ¡

Mehr Informationen unter: www.boxen-heute.de

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boxen HeUTe | 09/2013

_Text Morten König


proFiboxen

it’s all about the „Money“ Floyd Mayweather jr. ist nicht zu stoppen. Der zurzeit beste Pound-for-Pound-boxer auf diesem Planeten feierte in las Vegas seinen 45. Sieg im 45. Profi-Kampf.

Floyd Mayweather Jr., der WBA Superchampion und WBC-Weltmeister im Halbmittelgewicht, nach seinem Punktsieg über Saul Alvarez.

N

ach der wieder mal absolut dominanten Vorstellung des Amerikaners gegen den zuvor ebenfalls ungeschlagenen mexikanischen Weltmeister Saul „Canelo“ Alvarez zweifeln wenige Experten daran, dass Mayweather die alte Bestmarke des legendären Schwergewichts-Champions Rocky Marciano, der 1955 mit 49 Siegen als ungeschlagener Weltmeister zurücktrat, übertreffen wird. Nur noch vier Kämpfe trennen den „Pretty Boy“ vom Rekord.

seinem selbst verliehenen Spitznamen „Money“ Mayweather unter anderem mit der Garantiebörse in Höhe von 41,5 Millionen Dollar mal wieder alle Ehre machte. Da er zusätzlich eine vertraglich vereinbarte Umsatzbeteiligung hat, scheint es sehr wahrscheinlich, dass sein Gesamteinkommen für diesen einen Kampf die 100-Millionen-Dollar-Marke übersteigen könnte. Schließlich spielte Mayweather vs. Alvarez allein an der Ticketkasse über 20 Millionen Dollar ein und stellte damit (na klar) den nächsten neuen Rekord auf.

41,5 Millionen Dollar für 12 Runden Es wäre ein weiterer Meilenstein in der Rekordsammlung des 36-Jährigen, der

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boxen HeUTe | 09/2013

Bis die Pay-Per-View-Verkäufe endgültig berechnet und ausgewertet sind, wird es noch ein paar Wochen dauern, doch Ri-

chard Schaefer – seines Zeichens CEO der „Golden Boy Promotion“, die den Mega-Kampf gemeinsam mit Mayweather und Alvarez ausrichtete – war sich schon vor dem Duell sicher, dass auch in puncto TV-Einnahmen eine neue Bestmarke aufgestellt wird. „Ich würde nicht meine Hand dafür ins Feuer legen, dass wir 2,5 Millionen Einheiten verkaufen, aber ich bin mir absolut sicher, dass wir den Rekord bei den Gesamteinnahmen von 136 Millionen Dollar brechen werden“, sagte Schaefer auf der Pressekonferenz vor dem Event. Der erwähnte bisherige Rekord wurde im Kampf zwischen Mayweather und Oscar de la Hoya im Mai 2005 aufgestellt,


Foto: eric Jamison | dpa

proFiboxen

fekt geölte Marketing-Maschinerie der amerikanischen PR-Experten schaffte es, die Erwartungshaltung vor diesem Kampf so weit in die Höhe zu schrauben, dass sich mit DMAX sogar ein deutscher TV-Sender „erbarmte“ und den Kampf live in deutsche Wohnzimmer brachte. Der geneigte Hardcore-Box-Fan musste hierzulande also nicht mehr oder weniger mühsam nach illegalen InternetStreams suchen und sich dabei mit mäßiger Qualität begnügen, sondern wurde mit perfektem Bild und dazu noch deutschsprachigem Kommentar von Harry Weber und Graciano Rocchigiani „verwöhnt“. Das Duo offenbarte zwar die eine oder andere Schwäche, angesichts der unchristlichen Uhr- und mit viereinhalb Stunden sehr langen Sendezeit seien diese aber verziehen. Und unterhaltsam war „Rocky“ mit seiner ehrlichen Berliner Schnauze sowieso allemal. „THE ONE” Angekündigt und vermarktet wurde der Kampf schlicht als „THE ONE“. Die Aussage dahinter ist so einfach wie vielschichtig: Diese epische Ringschlacht war die EINE, die man sich angucken sollte. „Canelo“ Alvarez könnte der EINE sein, dem es gelingt, Mayweather zu besiegen. Und der Sieger ist der EINE Boxer, zu dem die ganze Welt vollkommen zu Recht aufschauen müsste. Zudem hatten beide Kontrahenten vor dem Duell ja eine formschöne „0“ in ihrem Kampfrekord in der Niederlagen-Spalte stehen. Insofern

stand „THE ONE“ auch stellvertretend dafür, dass bei einem der beiden im Nachhinein eine „1“ die ansonsten blitzsaubere Bilanz schmälern würde. Tatsächlich funktionierten die eigentlich leicht zu entlarvenden Tricks der amerikanischen Vermarkter so gut, dass wirklich manche Fans dem tapferen Alvarez eine realistische Chance einräumten. Seine Jugend – schließlich ist „Canelo“ 13 Jahre jünger als Mayweather – und seine überlegene Physis – schließlich ist er als „gewachsener“ Halbmittelgewichtler mit deutlichen Kraftvorteilen ausgestattet – wurden immer wieder als Argumente für einen möglichen Sieg des rothaarigen Mexikaners ins Feld geführt. Und auch wenn die Ratio – ebenso wie eine Vielzahl von Experten – immer wieder sagte, dass Mayweather zu schnell, zu erfahren, zu clever und einfach zu gut für „Canelo“ sein müsste, wollte die Welt den Kampf eben doch sehen. Las Vegas platzte schon in der Woche vor dem Mega-Event aus allen Nähten und war am Kampfwochenende ausgebucht – was bei über 120.000 Hotelzimmern überaus bemerkenswert ist. Die MGM Grand Garden Arena war ohnehin seit Monaten restlos ausverkauft. Selbst zum offiziellen Wiegen kamen mehr Fans als zu vielen anderen Großveranstaltungen. Und am Ring drängte sich die echte USA-Prominenz von Rap-Superstars wie P.Diddy und Jay-Z über Sportstars wie Kobe Bryant und Michael Phelbs bis hin zu Hollywood-Ikonen wie Jack Nicholson und Denzel Washington. »

der damals im Pay-Per-View für 55,- Dollar angeboten und insgesamt 2,4 Millionen mal verkauft wurde. Da der Einzelpreis für Mayweather vs. Alvarez bei 74,95 Dollar pro verkaufter Pay-Per-View-Einheit lag, würden es schon reichen, wenn „nur“ zwei Millionen Pay-Per-Views verkauft worden wären, um Einnahmen in Höhe von fast 150 Millionen Dollar zu erzielen.

Nicht nur Axel Schulz bekannte schon im Vorfeld des Kampfes, dass einem anhand dieser Summen „schon schwindlig wird“. Doch das System funktioniert. Die per-

Foto: eric Jamison | dpa

DMaX zeigte den Kampf live

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proFiboxen

Der Nächste bitte

Foto: cory olsen | dpa

Sie alle waren in erster Linie gekommen, um Mayweather zu sehen – aber sicher auch, weil sie den Hype um „THE ONE“ soweit geglaubt hatten, dass sie dem jungen Alvarez zumindest die Überraschung zutrauten. Am Ende wurde aus „THE ONE“ so was wie „The next one, please“ („Der Nächste bitte“). Denn der Kampf konnte den enormen Erwartungen, die im Vorfeld aufgebaut worden waren, eigentlich zu keinem Zeitpunkt gerecht werden. Statt großen Dramas und einer spektakulären Ringschlacht wurden die Zuschauer Zeuge einer weiteren Machtdemonstration von Floyd Mayweather jr., der Alvarez so souverän und problemlos ausboxte wie alle seine Gegner der letzten Jahre. Nach zwei sehr ruhigen Runden, in denen sich die beiden Kontrahenten größtenteils belauerten und kaum große Aktionen zeigten, übernahm Mayweather sehr früh das Kommando im Ring. Mit seiner immer ein bisschen arrogant wirkenden aber schlicht perfekten „shoulder roll defense“, unglaublich schnellen Bewegungen der Beine, des Oberkörpers und natürlich auch der Fäuste brachte der Amerikaner seinen Gegner zur Verzweiflung. „Egal, was ich probiert habe, ich konnte ihn einfach nicht treffen“, fasst Alvarez noch im Ring das Schicksal zusammen, das er mit allen MayweatherGegnern der letzten Jahre teilt. „Er ist so schnell und so intelligent, dass man ihn einfach nicht fassen kann.“ Wann immer man das Gefühl hatte, dass Alvarez den „Pretty Boy“ an den Seilen

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stellen und mit seinen gefährlichen harten Hakenserien bearbeiten könnte, war der schon wieder weg. Und auf jeden – meist missglückten – Schlagversuch des Mexikaners antwortete Mayweather mit zwei oder drei präzisen Kontern, die ihr Ziel trafen. Dabei bewegt sich der 36-jährige so schnell, dass man seinen Aktionen in Realgeschwindigkeit kaum folgen kann und erst durch Zeitlupen-Wiederholungen in den Ringpausen wahrnimmt, wie viel Schaden er in einer Runde angerichtet hat. Die lichtgestalt des Profiboxens Auch wenn der Kampf die Hoffnung vieler Fans auf ein ausgeglichenes Duell und eine mögliche Überraschung also zu keinem Zeitpunkt erfüllen konnte, war „THE ONE“ trotzdem keine Zeitverschwendung und bietet kaum Anlass zu ernsthafter Kritik. Im Gegenteil: Die Fans in der MGM Grand Garden Arena schienen begeistert von der boxerischen Klasse, die Mayweather mal wieder nachgewiesen hatte. Und sie erwiesen Alvarez ihren Respekt dafür, dass dieser sich trotz der frustrierenden Tatsache, dass er einfach keine Mittel fand, bis zum Schlussgong nicht entmutigen ließ und es immer weiter versuchte. Und auch das ist – spätestens seit seinem Comeback 2011 – typisch für „Money“ Mayweather: Es gelingt ihm trotz aller Überlegenheit und Dominanz den Gegner gut aussehen zu lassen und die Fans mit seinem schulbuchmäßigen Stil zu begeistern. Insofern hat „THE ONE“ dann vielleicht doch alles gehalten, was man sich davon realistischerweise versprechen durfte: Floyd Mayweather jr. hat ein weiteres Mal eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass er der EINE ist, die Lichtgestalt des Profiboxens, der es immer wieder gelingt, den Sport in den Fokus der Weltöffentlichkeit zu rücken und dann auf der größten aller möglichen Bühnen die bestmögliche Leistung abzurufen. Das allein verdient so viel Respekt, dass man Mayweather seine aberwitzigen Millionen-Börse schwer verübeln kann.

Kopfschütteln über die Entscheidung Für den einzigen Wermutstropfen einer ansonsten gelungenen Box-Party sorgte – mal wieder – eine Punktrichterentscheidung, die weltweit Stirnrunzeln, Kopfschütteln und Empörung hervorrief. Cynthia J. Ross, ihres Zeichens erfahrene Punktrichterin aus Las Vegas und schon bei vielen großen Kämpfen im Einsatz, wertete den einseitigen und haushohen Mayweather-Sieg mit 114:114 als Unentschieden. Nicht nur der deutsche RTLKommentator Tobias Drews verlangte daraufhin via Facebook und Twitter eine lebenslange Sperre für Ross, die auch schon im Kampf zwischen Manny Pacquiao und Timothy Bradley im Juni 2012 mit ihrer Wertung zu Gunsten Bradleys deutlich daneben lag und für einen Aufschrei gesorgt hatte. Ex-Schwergewichts-Weltmeister Lennox Lewis stieß in dasselbe Horn und legte der Punktrichterin öffentlich nahe, ihre Karriere aus freien Stücken sofort zu beenden. Da die beiden anderen Judges Mayweather vorne sahen – wenn auch gemessen am Kampfverlauf mit recht knappem Vorsprung von 116:112 bzw. 117:111 – verkam das Fehlurteil von Ross zur ärgerlichen Randerscheinung. Mayweather selbst gab sich im Interview recht entspannt, konnte sich eine Empfehlung in Richtung der zuständigen Kommission in Nevada aber nicht verkneifen: „Ich habe keine Ahnung, was die Punktrichter sehen und wie sie werten. Aber es liegt ja auch nicht in meinen Händen zu entscheiden, ob diese Dame weiterhin bei großen Kämpfen im Einsatz sein sollte oder nicht. Darüber werden sich jetzt wohl andere Leute Gedanken machen.“ Zumindest sorgte das Urteil so nach dem letzten Gong noch für einen Moment der Spannung, den der Kampf selber nicht bieten konnte. Und er bescherte dem aufmerksamen Zuschauer ein Bild, das – passend zu „Money“ Mayweather und den wirtschaftlichen Dimensionen des Mega-Events – Erinnerungen an eine bekannte Kreditkartenwerbung wachruft: Preis für den Pay-Per-View „THE ONE“: 75,- Dollar; Eine Eintrittskarte im MGM Grand: 2.000, Dollar; Floyd Mayweathers Blick bei der Urteilsverkündung: unbezahlbar! ¡ _Text Dieter Sporn

FlOYD MaYWEaTHER JR.


HiTbox

Feinanalyse Mayweather – Jeder 2. Schlag trifft hart Gegen Alvarez lag „money” mit 115 Treffern in Führung

links Saul 'Canelo' Alvarez/rechts Floyd Maywether Jr.

«

Schläge in 12 Runden: 515 (M) – 530 (A) „Money“ schlug in 12 Runden 515 Mal, 238 davon waren Treffer. Damit erreicht er eine Effizienz von 46,2 %. Alvarez schlug öfter, insgesamt kommt er auf 530 Schläge, bei nur 123 Treffern. Seine Effizienz liegt nur bei 23,2 %.

Foto: dpa

Der Kampf zwischen Floyd mayweather Jr. und dem mexikaner Saul „Canelo“ Alvarez wurde im Vorfeld als gleichwertiges Duell gepuscht. man hatte den eindruck, als hätte maywaether, immerhin schon 36 Jahre alt, seinen meister gefunden. Doch im ring war es Alvarez, der seine Lehrstunde bekam. „mayweather macht nicht mehr, als er muss“, lobte Stefan Härtel, Deutscher meister im mittelgewicht den Amerikaner. Sieht man sich die Statistik des Kampfes an, versteht man, was Härtel meint.

Führhand Alvarez

Führhand Mayweather

Schlaghand Alvarez

Schlaghand Mayweather

Treffer mit der Führhand: 142 (M) – 47 (A) Mayweather schlug in 12 Runden 333 Mal mit der Führhand und brachte 142 Treffer ins Ziel. Das ergibt einen Wirkungsgrad von 42,6%. Saul Alvarez lag mit 297 Schlägen der Führhand etwas zurück und konnte nur magere 47 Treffer landen, was 15 % ergibt. Treffer mit der Schlaghand: 96 (M) – 76 (A) Die Schlaghand setzte Mayweather 182 Mal ein und traf damit 96 Mal. Damit kommt der Amerikaner auf einen stolzen Schnitt von 52,75 %. Mehr als jede zweite Schlaghand hat gesessen. Alvarez feuerte öfter und kam insgesamt auf 233 Schläge mit der Rechten. Davon kamen aber nur 76 bei Mayweather an. Damit kommt er auf 33 %, was bedeutet, dass nur jeder dritte Schlag punkten konnte. ¡

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Titelstory

A XEL S CHULZ

Markenzeichen: Mütze Image: ehrliche Haut

Wenn man auf die Schnauze fällt, muss man wieder aufstehen. E

s gibt viele Champions, die ihr Leben nach der Profikarriere nicht im Griff haben. Gescheitert an den Herausforderungen des Alltags, versunken im ver­ heerenden Dreieck zwischen Geld, Ghetto und Gosse. Axel Schulz hat es im Ring nicht zum Champion gebracht, aber er hat das Beste daraus gemacht. Beliebt, begehrt, besonnen – der Mann mit der Mütze ist mittlerweile 44 Jahre alt, ein glücklicher Familienvater und erfolg­ reicher Unternehmer in eigener Sache. Wenn Zufriedenheit einen Namen hätte, sie könnte „Axel Schulz“ heißen. Auf die Höhen und Tiefen seiner Ringkarriere blickt er mit ungespielter Gelassenheit zurück. „Unser Axel“, der Kumpeltyp, ist nicht etwa um Authentizität bemüht, er ist einfach authentisch. Wahrscheinlich der Hauptgrund für seine ungebrochene Beliebtheit. Wenn er sagt, dass die Triebfeder für ihn nicht das Geld war, sondern die Liebe zum Sport, dann glaubt man ihm. So klingt seine Lebensgeschichte wie ein modernes Märchen.

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Titelstory

Axel Schulz in Fort Myers Beach (Florida), wo er mit seiner Familie mehrere Monate im Jahr verbringt. Seine Heimat bleibt aber Brandenburg.

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TiTelsTory Der Kaderathlet Es war einmal ein talentierter Nachwuchsboxer. Als Elfjähriger startete er für die BSG Fürstenwalde. In der Jugendklasse räumte er alle Gegner aus dem Weg, wurde durch die engmaschige Talentsichtung in der DDR und das System der Kinder- und Jugendsportschulen 1982 zum ASK Frankfurt/Oder delegiert. Eine der angesehensten Kaderschmieden. In den folgenden fünf Jahren gewann er den Meistertitel seines Jahrgangs. Mit dem Gewinn der DDR-Meisterschaft im Seniorenbereich löste Schulz das Eintrittsticket in die Elitegruppe von Meistertrainer Manfred Wolke. Es folgte der Sieg im renommierten Chemie-Pokal. Bei der Europameisterschaft in Athen 1989 verlor er im Finale gegen den Holländer Vanderlyde. Vize-Europameister mit 20, die große Laufbahn vor Augen. Im selben Jahr glänzte er bei der Amateur-WM in Moskau. Eine Bänderverletzung, die er sich im Viertelfinale zuzog, verhinderte den Kampf in der Vorschlussrunde gegen den damals übermächtigen Kubaner Felix Savon. „Vielleicht war es ja auch Glück. Der Savon war so stark, der hätte mir den Spaß am Boxen möglicherweise schmerzhaft ausgetrieben“, erinnert sich Axel augenzwinkernd.

ich mit Manfred Wolke, Henry Maske und Andreas Otto bei einem Turnier auf den Philippinen. Klar waren uns Muhammad Ali, Joe Frazier oder Mike Tyson ein Begriff, aber irgendwie unerreichbar weit

Als Amateur konnte Schulz Ende der 80er Jahre auch mit den kubanischen Schwergewichtlern mithalten. Wenig später, im Oktober 1990, gewann er seinen ersten Profikampf für den Promoter Wilfried Sauerland.

Die ASK-Elitegruppe war fest entschlossen, die große Boxwelt zu erobern. Schulz debütierte am 5. Oktober 1990 in Düsseldorf, exakt zwei Tage nach der formellen Wiedervereinigung. Er schlug im Schwergewicht George Ajio aus Uganda nach Punkten. Es folgten drei weitere Siege in Aufbaukämpfen. Schulz wurde zum Nachwuchsboxer des Jahres 1990 gekürt. Schwergewicht ist nun einmal die Königsklasse – und Deutschland träumte von einem neuen Max Schmeling. Dabei war Schulz kein typischer Schwergewichtler. „Meine Stärken waren eine gute Technik, große Beweglichkeit und Kampfgeist. Ein K.o.-Schläger war ich nie. Trotzdem lief erstmal alles wie geschmiert. Aber was dann noch kommen sollte, konnte ich mir beim besten Willen nicht vorstellen.“ Der gigantische Hype sollte noch kommen. Während Henry Maske zielstrebig zum König im Halbschwergewicht aufstieg und einen nie gekannten Boxboom in Deutschland auslöste, verlief Axels Weg nicht ohne Rückschläge. Zweimal kämpfte er 1992 und '93 gegen Henry Akinwande um die Europameisterschaft. Im ersten Fight trotzte er dem hochfavorisierten Briten ein Unentschieden ab. „Das war einer meiner besten Kämpfe. Der zweite war dann nicht so toll.“ Schulz verlor klar nach Punkten. Aber sein Promoter Wilfried Sauerland hielt an ihm fest.

TAlentierter NACHWUCHSBOXER wird Meister

Der Berufsboxer Glanz und Glamour des Profiboxens waren für Axel Schulz in dieser Zeit noch ein exotisches Spektakel wie von einem anderen Planeten. „Als die Mauer fiel, war

weg. Im Hotel liefen pausenlos Profikämpfe im Fernsehen, und wir sahen begeistert zu. Schnell stand für uns fest, das können wir auch. Besonders Wolke war Feuer und Flamme“, sagt Axel.

SCHULZ //FOREMAN Das erste Jahr als Profiboxer. „Ganz ruhig Junge!“ Die Ansagen von Trainer Wolke waren legendär.

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Titelstory

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TiTelsTory

SCHULZ //FOREMAN

Foreman, Las Vegas und der Weg zum Ruhm Als Axel 1994 in Leverkusen gegen James „Bonecrusher“ Smith eindrucksvoll nach Punkten gewann, war er wieder im Geschäft. Aus den USA kam das Angebot, gegen George Foreman um die WM zu boxen. Foreman war zwar schon 46, galt aber immer noch als einer der härtesten Puncher aller Zeiten. Mit einem Luckypunch hatte Big George gegen Michael Moorer den Titel geholt. Für die Amerikaner erschien Axel Schulz als idealer Gegner für Foreman. Ein junger, blonder Deutscher mit großem Kämpferherz, aber eher schlapper Schlagkraft. „Das war schon überwältigend. Foreman, Weltmeisterschaft, Las Vegas. Ich kam mir vor wie in einem Film. Bei der Vorstellung im Ring hat mich Foreman ziemlich brüsk weggeschubst und mir schwante Schlimmes. Im Kampf merkte ich, dass Foreman zwar schlimm hauen konnte, aber doch ziemlich unbeweglich war. Da war die Angst schnell verflogen. Vielleicht habe ich den Kampf auch nach Punkten gewonnen, doch die Punktrichter sahen es anders“, erinnert sich Axel. Trotz der unverdienten Niederlage war plötzlich ein neuer Star geboren. Sogar die US-Medien feierten Schulz als „Enkel von Max Schmeling“. Ein Ritterschlag in der Branche. Der öffentliche Druck, dem Deutschen einen Rückkampf zu gewähren, wuchs ins Unermessliche. Aber der alte Foreman wollte nicht und so wurde ihm der IBF-Titel aberkannt. Und Axel bekam eine neue Chance.

SCHULZ //Botha 26

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Las Vegas, 1995: Axel Schulz ist gegen George Foreman der bessere Mann, der IBF-Titel im Schwergewicht bliebt aber in den USA.

Der Skandalkampf gegen Botha Der Hype um Schulz in Deutschland war gigantisch. Eine bestens geölte PR-Maschine, angetrieben vom TV-Sender RTL, feierte Axel schon als legitimen Nachfolger Schmelings. Der Sieg gegen den ungeschlagenen Francois Botha schien nur Formsache zu sein. Wer war schon Botha? „Unser Axel“ hat Las Vegas nach dem Foreman-Kampf als Weltmeister der Herzen verlassen. Jetzt sollte er am 9. Dezember 1995 in Stuttgart endlich gekrönt werden. Alle waren in Feierlaune – nur Axel war mulmig zumute. Die Unbekümmertheit, die ihn beim Fore-

man-Abenteuer in Las Vegas auszeichnete, war verflogen. Der Erwartungsdruck war riesig und ließ ihn verkrampfen. Axel: „Das ganze Theater im Vorfeld war

Flaschen, Gläser und Stühle flogen nichts für mich. Und als mir Wolke im Kampf nach der vierten Runde sagte, du liegst nach Punkten hinten, war es eigentlich schon vorbei.“ Nach der Urteilsverkündung, die Botha zum Sieger erklärte, flogen in der Schleyer-Halle die Fetzen. Die aufgeputschte Masse wollte es nicht wahrhaben, das Urteil nicht akzeptieren. Flaschen, Gläser und Stühle flogen, um den Ring spielten sich dramatische Szenen ab. Axel: „Das war die Hölle. Ich selbst hatte die Niederlage akzeptiert, wusste, dass meine Leistung nicht ausgereicht hatte. Aber die Leute liefen Amok.“ Der Kampf erreichte im TV 17,89 Millionen Zuschauer, die höchste Quote, die jemals ein Boxkampf im deutschen Fernsehen erzielte.

Frankfurt (Oder), 09.12.1996: Axel Schulz im Kampf gegen Francois Botha. Der WM-Kampf wurde nicht gewertet, da Botha positiv auf Testosteron getestet wurde.


TiTelsTory

Frankfurt (Oder), 2012 – Begegnung nach 17 Jahren vor dem Haus von Axel Schulz. Francois Botha schenkt Schulz den IBFWM-Guertel, den er vor 17 Jahren im Kampf gegen ihn (1995) umstritten gewann.

SCHULZ //Botha A. Schulz: „Eine ganz schlimme Zeit” Fast noch schlimmer als die Niederlage im Ring war für Axel die Zeit danach. „Zurück im Trainingscamp in Frankfurt wurde ich behandelt wie ein Aussätziger. Keiner hat mit mir gesprochen, alle ließen mich links liegen. Die Klettverschlüsse an den Trainingshandschuhen musste ich mir mit den Zähnen selbst schließen, weil mir keiner half. Auch Manfred Wolke nicht. Das war eine ganz schlimme Zeit, in der ich ernsthaft über einen Rücktritt nachdachte. Plötzlich meldete sich niemand mehr. Von den vielen sogenannten Freunden war keiner übrig. Ich war der einsamste Mensch auf diesem Planeten. Insgeheim hatte ich da mit dem Profiboxen abgeschlossen, wollte lieber wieder als Fernsehtechniker, meinem erlernten Beruf, arbeiten.“ Trotz der offenen Ignoranz trainierte Schulz unverdrossen weiter. „Eines Tages kam Wolke auf mich zu, als ich mir die Handschuhe auszog, und fragte mich, was ich anders machen würde, wenn ich noch mal gegen Botha boxen könnte. Da war ich ehrlich erschrocken. Wieso spricht der Trainer wieder mit mir? Aber die Enttäuschung über die fiese Behandlung saß tief.“

Der 22. Juni 1996 war ein verregneter Tag. Im Westfalen-Stadion lieferte Schulz einen ordentlichen Kampf, verlor aber verdient nach Punkten. Der Abend ging ohne Tumulte zu Ende. Axel: „Ich habe alles gegeben, doch es reichte nicht. Moorer war einfach zu clever und an diesem Tag der bessere Mann.“ Der Traum vom Champion war ausgeträumt, die Zeit der großen Kämpfe zunächst vorbei. Axel Schulz boxte aber weiter. In zahlreichen Aufbaukämpfen gegen höchstens mittelmäßige Gegner verließ er den Ring als Sieger. Er quälte sich mit vielen Verletzungen herum, die ihn zu längeren Pausen zwangen. „Da hat mein Körper eindeutige Signale gesendet, aber irgendwie war der Ehrgeiz da, doch noch was Großes im Boxen zu schaffen.“

Prügel von Wladimir Klitschko Nach einer schweren Bandscheiben-Operation im März 1999 gab Axel Schulz in Riesa eine Pressekonferenz, in der er erklärte, nur noch für große Kämpfe um Titel zur Verfügung zu stehen. Er forderte von Promoter Sauerland einen Titelkampf oder ein Duell gegen einen der Klitschkos, deren Stern damals aufging. Aufbaukämpfe lehnte er ab. „Ich wollte es wissen. Entweder ich schaffe es oder ich höre auf.“ Alle rieten ihm von diesem Vorhaben ab. Auch sein Trainer Wolke und Promoter Sauerland. Doch die Öffentlichkeit war scharf auf den Kampf. Axel blieb stur und musste dafür fürchterlich büßen. „Wladimir hat mir eine Lektion erteilt. Es waren die härtesten Schläge, die ich jemals kassiert habe. Da hatte ich genug.“ RTL machte wieder große Quote (11,87 Millionen Zuschauer). Selbst diese vernichtende Niederlage im Ring machte Schulz nicht zum Looser im Leben. Und er blieb in der Öffentlichkeit präsent. Axel Schulz, Markenzeichen: Mütze, Image: ehrliche Haut.

Neue Chance gegen Michael Moorer Axel Schulz blieb das Glück treu. Botha war nach dem WM-Kampf positiv auf unerlaubte Substanzen gestetet worden. Der IBF-Titel war wieder vakant. Und Axel bekam unverhofft eine nächste Chance. Diesmal gegen Michael Moorer in Dortmund.

SCHULZ //Klitschko

Köln 1999: Den EM-Kampf gegen den damaligen Newcomer Wladimir Klitschko verlor Schulz durch technischen Knockout in der 8. Runde.

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TiTelsTory Das peinliche Comeback gegen Minto Entsprechend groß war das Interesse bei seinem Comebackversuch 2006 gegen Brian Minto. „Der Entschluss kam spontan. Rückblickend war es sicherlich ein Fehler, aber bereuen tue ich es nicht.“ Axel verlor durch technischen K.o. in Runde sechs. Ein peinlicher Auftritt vor großem Publikum. Im selben Jahr nur wenige Wochen nach dem Kampf in Halle/Westfalen erlitt er einen leichten Schlaganfall. Ein Seuchenjahr? „Nein bestimmt nicht. Denn in diesem Jahr ist meine erste Tochter zur Welt gekommen. Deshalb werde ich es immer in guter Erinnerung behalten.“ So ist er eben, der Axel, positiv denkend bis auf die Knochen. Sein Lebensmotto heißt: Wenn man auf die Schnauze fällt, muss man wieder aufstehen.

WOLKE

Der Frankfurter Trainer Manfred Wolke wechselte mit Axel Schulz ins Profilager und blieb dort neun Jahre an seiner Seite.

Charityprojekte Stark im Fokus Axel Schulz steht wie ein Fels im Leben Im normalen Leben beweist Axel Schulz, dass Mann und Multitasking kein unüberwindlicher Gegensatz sein muss. Er betreibt gemeinsam mit seiner Frau eine eigene PR-Agentur – „iSchulz”. Slogan: „Authentisch erfolgreich!“ Er ist gerngesehener Gast in allen möglichen TV-

Shows, mal schauspielernd, mal einfach nur als Axel Schulz persönlich. Darüberhinaus hält er Vorträge bei Verbänden und anderen Organisationen. Die Honorare reicht er oft als CharitySpende weiter. Axel ist auch LaureusBotschafter, kümmert sich mit großem

Schulz

Einsatz um die Hilfsprojekte. Besonders am Herzen liegt ihm ein junger Boxer: Dario Bredicean (19) aus den USA. Vor über zehn Jahren traf Axel den Jungen in Florida. Es ist der Sohn eines alten Trainingsgefährten. Als Axel damals häufig in Florida im Trainingscamp war, wurde er zum Helden für den kleinen Jungen. Dario wollte so werden wie Axel. Und der Große versprach dem Kleinen, ihm dabei zu helfen. Jetzt hat Dario vier Kämpfe im Supermittelgewicht absolviert, die er allesamt gewonnen hat. Für Axel war es wichtig, sein Versprechen zu halten. „Das ist mir eine Ehrensache”, sagt er. Typisch Axel Schulz. ¡ _Text Jule Mason _Fotos Winfried Mausolf

Frankfurt (Oder), 16.05.2012 – Axel Schulz und seine Frau Patricia

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JUNGS Die stärksten Herausforderer der Königsklasse Das Schwergewicht befindet sich im sportlichen Vakuum: Was kommt nach den Klitschkos? Die ukrai­ nischen Riesen haben den Markt fast leer geboxt. Für das Management der Champions wird es immer schwieriger, überhaupt noch Gegner zu finden. Peinliche Missgriffe – wie Francesco Pianeta – sorgen für langweilige Missmatches. Dabei gibt es noch große, starke Jungs mit Potenzial, doch man muss schon genauer hinschauen. Im Rahmen unserer neuen Serie „Top-10 Schwergewichtler” stellen wir euch Sportler vor, die das Zeug haben, in der Ära nach Wladimir und Vitali Klitschko nach der Krone in der Königsklasse zu greifen.

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Da ist Magomed Abdusalamov. Er ist mit 32 Jahren zwar nur fünf Jahre jünger als Wladimir, stand bisher aber nur 18 Mal als Profi im Ring. Zuvor holte er bei den Amateuren zwei Russische Meistertitel. Olympia sah er 2008 nicht einmal von weitem. In der Qualifikationsrunde scheiterte er am Briten David Price. Der Durchbruch im Amateurlager kam 2005, als Abdusalamov durch die russischen Meisterschaften marschierte, alle Gegner ausknockte und sich den Titel sicherte. Auch 2006, als er seinen Erfolg wiederholen konnte, landete eine Vielzahl seiner Gegner im Ringstaub. Technische Defizite machte der Puncher aus Dagestan mit ungewöhnlicher Power wett. Da Abdusalamov, wenn es im die Qualifikation für internationale Turniere ging, gegenüber besseren Technikern wie sei-

nem Team-Kollegen Islam Timurziev zurückstecken musste, entschied er sich 2008 für einen Wechsel ins Profilager. Seine ersten vier Kämpfe absolvierte er für die amerikanische Promotion Warriors Boxing. Nach vier K.o.-Siegen in der ersten Runde folgte ein Promoter-Wechsel und der endgültige Sprung über den großen Teich. Abdusalamov zog nach Kalifornien wo er mit erfahrenen Trainern wie Robert Garcia und John David Jackson zusammen arbeitete. Abdusalamovs Stil ist pure Unterhaltung! Der Rechtsausleger operiert mit der Brechstange, marschiert unermüdlich und erzwingt den K.o.-Sieg. Seine Deckung wird dabei vernachlässigt, was bisher aber kaum Auswirkungen hatte. Durch sein starkes Kinn geschützt, konnte Abdusalamov bereits Olympiateilneh-


profiboxen

Serie | Teil 1

Magomed Abdusalamov

mer Victor Bispal, den ehemaligen WMHerausforderer Jameel McCline und mehrere unbesiegte Talente in die Schranken weisen. Keiner kam über die fünfte Runde hinaus. Wo „Mago“ hinschlägt, da wächst kein Gras mehr! In einer Zeit, in der Fans und Experten verzweifelt auf der Suche nach einem neuen Star im Schwergewicht sind, muss man Magomed Abdusalamov zweifellos auf der Rechnung haben. Denn auch, wenn es bessere Techniker unter der Sonne gibt, so hat der offensiv boxende Russe mit seinem knallharten Stil, den spektakulären Knockouts und seiner hünenhaften Gestalt das Potential, die Massen für sich einzunehmen.

Seinen nächsten Kampf wird Abdusalamov am 2. November in New York bestreiten. Dann trifft er auf der Undercard bei Gennady Golovkins Titelverteidigung auf den wahrscheinlich bislang härtesten Gegner seiner Karriere: Der Kubaner Mike Perez kann auf einen blütenweißen Rekord verweisen (19 Fights, 19 Siege, 12 K.o.). Und Perez gehört ebenfalls zu den aufstrebenden Talenten, die für Klitschkos Erbe in Frage kommen. Wenn sie nicht schon vorher die Chance bekommen, mit einem Klitschko in den Ring zu steigen. ¡ _Text Morten König & Daniel Hiller _Fotos dpa

18 K.o.-Siege nach 18 Profi­ kämpfen können sich sehen lassen. Doch der erste richtige Test erwartet den Puncher am 2. November in New York mit dem ebenfalls ungeschlagenen Kubaner Mike Perez.

2012: Der Sieg über den früheren WM-Herausforderer Jameel McCline (USA) war der bisher größte sportliche Erfolg.

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proFiboxen KATeGorie

Das Warten auf Klitschko

ofia, die Heimat des Schwergewichtlers Kubrat Pulev, liegt 1300 Kilometer von seinem Arbeitsort Berlin-Hellerdorf entfernt. Ähnlich weit entfernt war für den 32-Jährigen bisher auch die glitzernde Welt der Schwergewichts-Champions. Nach der gewonnenen Amateureuropameisterschaft 2008 stand dem Bulgaren die Welt offen, entschieden hat er sich für den Berliner Promoter Sauerland Event, der den Schwergwichtler in einer ehemaligen DDR-Turnhalle am Rande der Stadt unterbrachte – und beinahe vergaß. In den Räumen, die für seine Profikarriere prägend waren, erinnert auch fünf Jahre später nichts daran, dass hier der möglicherweise nächste Gegner von Wladimir Klitschko für seinen größten Kampf und für eine Millionen-Börse trainiert.

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Schon beim Schattenboxen fällt auf, dass Pulev jede Hand weit über seine eigene Kopfhöhe schlägt. Immer wieder stoppen seine Fäuste in zwei Metern Höhe. An einer alten Sprossenwand, an der ehemals schlappe Grundschüler hingen, steckt ein zerschundenes Schlagpolster, ebenfalls weit über Normalhöhe. Die Mission ist klar, hier will jemand Wladimir Klitschko treffen, wo er am empfindlichsten ist, am Kinn. Der 1,98 Meter große Weltmeister scheint im Ring unschlagbar zu sein. Pulev benötigt einen verdammt guten Plan. Die körperlichen Voraussetzungen hat der Bulgare: Er ist 1,94 Meter groß und über 110 Kilogramm schwer. Wenn er sich bewegt, bebt der Parkettboden. Für einen Schwergewichtler bewegt er sich ziemlich schnell. Als Amateur hat er den kubanischen Olympiasieger Odlanier Solis geschlagen. Seit einem Jahr gilt Kubrat Pulev als ein potenzieller Herausforderer der Klitschkos, die den Markt im Schwergewicht fast restlos leergeboxt haben. Pulevs letzter Sieg über den Amerikaner Tony Thompson machte ihn sogar zum Pflichtherausforderer im Verband IBF. Damit ist der 32-Jährige nur einen Steinwurf vom größten Kampf, von der größten Kampfbörse seines Lebens entfernt. Sollte der jüngere Klitschko auch Alexander Povetkin am 5. Oktober in Moskau bezwingen, woran ja niemand

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Pflichtherausforderer des Weltmeisters ernsthaft zweifelt, wäre Pulev dran. Allerdings ist Super-Champion Wladimir Klitschko vierfacher Gürtelträger und könnte auch einem Herausforderer der drei weiteren Verbände die Chance geben. Für RTL, den übertragenden Sender, ist Pulev die beste Wahl. Durch die Übertragungen seiner Kämpfe live in der ARD ist er in Deutschland kein Unbekannter mehr. Außerdem könnte mit ihm mal wieder ein Kämpfer gegen die K.o.Maschine aus Kiew über die volle Distanz kommen und somit Platz für ausreichend Werbepausen lassen.

ein Jahr Wettkampfpause vor dem wichtigsten Kampf seines lebens Die Bilder vom Training entbehren nicht einer unfreiwilligen Komik (siehe S. 31 oben) . Pulevs Trainer Otto Ramin misst vom Scheitel bis zur Sohle gerade mal 1,70 Meter, ist ein sehr erfahrener Coach der Schweriner Boxschule. Bei Pulev muss sich Ramin im wahrsten Sinne des Wortes strecken, um seinem WMHerausforderer im Ring die Pratzen auf Klitschko-Niveau zu halten. Der Bulgare lässt seine Fäuste schwer einschlagen, nach Treffern ist er blitzschnell auf dem Rückzug. Im Training hat Pulev längst das Niveau eines WM-Herausforderers erreicht, doch im Wettkampf fehlt es ihm an Lockerheit. Auch weil er den sogenannten Ringrost angesetzt hat. Fast ein Jahr stand er vor dem Kampf gegen Thompson nicht mehr im Ring. Im Sparring konnte er in den letzten Monaten mit Robert Helenius und Denis Boytsov spielen, doch Dominanz »

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Kubrat Pulev


proFiboxen KATeGorie

Ich wei , dass ich eine Chance habe. Aber man muss sie mir auch geben.

Trainer Otto Rahmin fehlt in der persönlichen Titelsammlung noch ein Weltmeister im Schwergewicht.

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» im Training bringt keine Wettkampferfahrung. Als Europameister hätte er seinen Titel alle sechs Monate verteidigen müssen, doch der Europäischen Boxunion wurden von seinem Arbeitgeber diverse Krankmeldungen geschickt. Es heißt, dem Promoter ging es lediglich darum, die Kampfbörse zu sparen. Denn Pulev war weder krank noch verletzt. Im Berliner Gym wartete er auf seinen nächsten Einsatz. Und elf Monate können für einen Leistungsportler zur Ewigkeit werden.

Foto: Daniel Hill

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Drei Kämpfe oder drei ferraris? Pulev steht jetzt an der Spitze der Rangliste. Kämpfe gegen gleichwertige Gegner kosten schnell soviel wie ein neuer Ferrari. In einem Jahr hätte Pulev bis zu drei Kämpfe absolvieren können. Sein Promoter Kalle Sauerland hätte sich stattdessen auch drei italienische Sportwagen in die Garage stellen können. In Pulev wurde jedenfalls wenig investiert. Für den Thompson-Kampf betrug die Gage 150.000 Euro. Aber nur 100.000 Euro flossen sofort, auf die restlichen 50.000 Euro muss Pulev warten. „Bis Februar soll das Geld bei mir auf dem Konto sein“, sagt er. »

Beim Training muss sich der Trainer strecken, um die Pratzen in die notwendige Klitschko-Höhe zu bringen.

» Aber Ratenzahlung bei der Gage und das Warten auf Kampfangebote könnten bald vorbei sein. Pulev hat sich durch seinen Sieg gegen Thompson aus dem Schatten seiner Stallgefährten Povetkin und Helenius rausgeboxt. Vieles deutet darauf hin, dass er bald die letzte Trumpfkarte von Sauerland Promotion im Schwergewicht sein könnte.

Foto: Christian Küc

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Foto: Christian Küchl

Der Amerikaner Tony Thompson (rechts) ging im August in Schwerin nicht zu Boden, hatte aber nicht den hauch einer Chance. Wladimir Klitschko knockte den Rechtsausleger nach sechs Runden aus.

Kubrat Pulev, internationaler Champion der IBF und Pflichtherausforderer von Wladimir Klitschko.

Ein Quervergleich mit Klitschko anhand des Sieges über Thompson ist eher schwierig. Wladimir Klitschko hat mit Thompson gespielt und in der sechsten Runde einfach umgehauen. Pulev hat sich gegen den Ami schwer getan, am Ende aber klar nach Punkten gewonnen. Im direkten Duell will Pulev mit seiner ausgezeichneten Technik und großem Kämpferherz dem Weltmeister Paroli bieten. Und vielleicht ist ja auch der alles entscheidende Schlag dabei? „Ich weiß, dass ich eine Chance habe. Aber man muss sie mir auch geben“, sagt Pulev. Bis es endlich soweit ist, will er mindestens noch einmal in den Ring steigen. Um nicht aus der Übung zu kommen … ¡ _Text Daniel Hiller

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SECHS KÖPFE

Foto: Daniel Hiller

Foto: Daniel Hiller

Wer schlägt die Klitschkos?

Hat die internationale Schwergewichtsszene ein Nachwuchsproblem oder sind die Brüder Vitali und Wladimir Klitschko zur Zeit nicht zu schlagen? Wir haben sechs kompetente Köpfe nach ihrer Einschätzung gefragt.

Foto: Daniel Hiller

6 KÖPFE

Bernd Bönte

Fritz Sdunek

Ulli Wegner

Klitschko-Manager

Trainer

Trainer

Ich sehe die Situation im Schwergewicht positiv. Ein Boxer kann im Ring nur so gut aussehen, wie es der Gegner zulässt, und die Klitschkos lassen eben nicht viel zu. Kubrat Pulev ist ein starker Pflichtherausforderer von Wladimir Klitschko. Zuvor muss Wladimir gegen Alexander Povetkin gewinnen, der als Olympiasieger ebenfalls zur Top-Elite gehört. Auch der Sieger des Kampfes zwischen Tyson Fury und David Haye könnte den Klitschkos gefährlich werden. Nach Pulev könnte Denis Boytsov an der Reihe sein, ein ebenfalls hart schlagender Russe. Ich denke auch an den Amerikaner Deontay Wilder, dem die Sportbild einen großen Bericht widmete. Es gibt also ausreichend starke Kämpfer, die sich in den nächsten Monaten einen der vier Gürtel holen könnten. ¡

Die Klitschkos stehen haushoch über allen anderen. Es ist niemand weit und breit zu erkennen, der ihnen auch nur im Ansatz gefährlich werden könnte. Kubrat Pulev hat im letzten Kampf gezeigt, dass er wohl nicht in der Lage dazu ist. Chris Arreola und Deontay Wilder, die beiden wohl zur Zeit besten Schwergewichtler aus den USA, sehe ich auch nicht als potenzielle Gefahr. Sie sind kampfstarke Jungs, doch das reicht nicht. Ihnen fehlt – wie allen anderen – das technischtaktische Rüstzeug und vor allem die Athletik, um gegen Klitschko gewinnen zu können. Und Solis? Hochtalentiert, aber leider fehlt ihm die Einstellung. So wie er sich in den letzten Kämpfen gequält hat, verbieten sich Gedanken an einen Kampf gegen einen der Klitschkos von ganz allein. ¡

Die Klitschkos sind nicht unschlagbar, weil niemand unschlagbar ist. Sie sind beide große Persönlichkeiten, die dem Profiboxen gut tun. Wladimir ist zwar auch schon 37, aber er kann mit seinem Erfolg umgehen, ist auf den Punkt topfit. Und vielleicht noch wichtiger: Er hat aus seinen Fehlern gelernt. Wer kann ihm gefährlich werden? Bei den nachrückenden Talenten sehe ich niemanden. Und David Haye will es ja noch mal wissen, aber ihm fehlt der Mut, um am Klitschko-Sperrfeuer vorbeizukommen. Hoffentlich ist Robert Helenius bald wieder fit. Ihm traue ich zu, auch einen Klitschko in Schwierigkeiten bringen zu können. ¡

Bernd Bönte wechselte mit den Klitschkos von Universum in die Selbständigkeit und leitet in Hamburg die Klitschko Management Group (KMG).

Fritz Sdunek ist als Trainer eine Institution. Ohne selber ein ausgezeichneter Boxer gewesen zu sein, brachte er die großen Champions der letzte Jahrzehnte heraus.

Ulli Wegner ist die Eigenmarke im Deutschen Boxen. Durch seine Mischung aus Erfolg und starken Sprüchen ist er der Liebling der Medien.

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BOXEN HEUTE | 09/2013


Foto: Daniel Hiller

Foto: Daniel Hiller

Foto: AsiaSport Berlin

SECHS KÖPFE

Wilfried Sauerland

Werner Kastor

Ahmet Öner

Promoter und Manager

TV-Kommentator

Promoter und Manager

Wladimir und Vitali Klitschko sind gute Sportler und tolle Menschen. Nur im Ring ist ihre effektive Kampfführung langweilig. Dadurch und durch ihre Dominanz ist das Interesse der Amerikaner an der Königsklasse zurückgegangen. Es gibt leider auch keinen Amerikaner, der nachkommt. Aber die Phase der Klitschkos nähert sich dem Ende. Vitali macht vielleicht noch einen Kampf. In den nächsten sechs Monaten muss er boxen, sonst verliert er seinen WM-Titel. Wladimir muss nach Alexander Povetkin gegen Kubrat Pulev ran. Wie das auch immer ausgeht, er nähert sich auch seinem Verfallsdatum. Entweder er tritt zurück oder er kann seine Leistung nicht mehr lange halten und verliert. Während Vitali eigentlich immer gute Kämpfe lieferte, war Wladimir ein Wackelkandidat. Erst sein früherer Trainer Emanuel Steward stellte ihn so ein, wie er immer noch boxt. Er vermeidet den Infight und klammert, wenn es gefährlich wird. Ihnen gebührt mein Respekt, aber ohne sie wäre die Schwergewichtsszene sehr interessant. Mit David Haye, Tyson Fury, Pulev, Denis Boytsov und bald auch wieder Robert Helenius gibt es gute Sportler, die gegeneinander sehr spannende Kämpfe liefern würden. ¡

Ich gebe Wilfried Sauerland recht. Wenn die Klitschkos nicht mehr aktiv sind, haben wir eine andere Situation und viele gleichwertige, spannende Kämpfe. Ob es einem passt oder nicht, die Klitschkos sind außergewöhnliche Menschen, die die Szene dominieren. Das finden einige langweilig, ich gehöre dazu, ist aber eine Tatsache. Die beiden Brüder haben eine enorme Willenskraft und trainieren mit den besten Trainern der Welt. In ihrer langen Karriere haben sie zu jedem Zeitpunkt die richtigen Entscheidungen getroffen und die richtigen Gegner gewählt. Aktuell sind sie so stark, dass sie alle anderen weghauen. Lennox Lewis war der letzte Nicht-Klitschko als Weltmeister (Der Brite trat 2003 nach seinem Sieg über Vitali zurück). In der zweiten Reihe gibt es gute Leute, die auch Zuschauer in die Hallen und vor die Fernseher ziehen würden. Dabei halte ich aber nichts von den englischen Talenten. Das sind Aufbauwunder, die auf hohem Niveau gepuscht wurden, genau wie der Norweger Leif Larsen. Der kann nicht boxen und wurde entsprechend vom ersten ordentlichen Gegner weggepusht. ¡

Die Klitschkos haben alles unter Kontrolle, sind quasi Monopolisten im Schwergewicht. Das liegt auch daran, dass nicht mehr viele Gegner in dieser Gewichtsklasse übrig sind. Wenn man sich ansieht, wer auf den Top-Positionen bei den Verbänden steht, muss man sich auch keine Sorgen machen im Hause Klitschko. Wenn Vitali nächstes Jahr seinen Rücktritt erklären sollte, müsste die WBC den Titel gleich an Wladimir weiterreichen, denn kein anderer hätte den Gürtel verdient. Wer kann den beiden Riesen überhaupt gefährlich werden? Kubrat Pulev nicht, er hat mich bei seinem Erfolg gegen Thompson schwer enttäuscht. Gegen Wladimir könnte er allerhöchstens einen tapferen Kampf machen, wäre aber chancenlos. In den USA träumt Chris Arreola, der schon gegen Vitali vorzeitig verloren hat, von einem Kampf gegen Wladimir. Mehr als das übliche Kanonenfutter ist in meinen Augen auch Arreola nicht. Als einzigen Boxer mit Potenzial sehe ich nur Odlanier Solis. Er sah gegen Vitali bis zur Knieverletzung ganz gut aus, und er würde auch Wladimir gefährlich werden können. Das Einzige, was in der Königsklasse Hoffnung auf interessantere Kämpfe macht: Auch bei den Klitschkos tickt die biologische Uhr. ¡

Der Promoter hat das Profiboxen mit Henry Maske in den 90er Jahren wieder salonfähig gemacht und ist der amtierende Deutsche Marktführer.

Seine Sprüche sind Kult. Als Kommentator beim Sportsender Eurosport nimmt der Brandenburger kein Blatt vor den Mund.

Ahmet Öner war lange als Promoter in Hamburg aktiv und lenkt zurzeit die Geschicke des Schwergewichtlers Odlanier Solis.

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insider

Sprüche berühmter boxer

Grafi

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Große Worte sind normalerweise nicht ihre Sache. Boxer lassen lieber die Fäuste sprechen. Trotzdem sind die Archive voll mit Sprüchen, die es oft zu „Geflügelten Worten” gebracht haben. Der Allergrößte auch in dieser Beziehung ist natürlich Muhammad Ali, der gleich dreimal in den Top 15 mit unnachahmlichen Sprüchen vertreten ist. Viel Spaß bei der Schmunzel-Parade!

1 2

„In 12 Runden lernen sich Boxer besser kennen, als so manche Menschen in 12 Jahren im Büro.“ Promoter Wilfried Sauerland

„Es gibt nichts, was Holyfield tun könnte, um mich zu schlagen – außer meine beiden Arme amputieren.“ Mike Tyson vor dem WMKampf gegen Evander Holyfield 1996 in Las Vegas.

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„Die Klitschkos haben so gute Bauchmuskeln, weil sie sich nachts über ihre Gegner kaputtlachen.“ Trainer-Legende Ulli Wegner

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„Fritz kennt meinen Körper besser als meine Frau.“ Vitali Klitschko über seinen langjährigen Trainer Fritz Sdunek.

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„Schach und Boxen haben viel Ähnlichkeit, denn bei beiden Sportarten kommt es auf die richtige Strategie an.“ Vitali Klitschko

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„Einmal war ich für zwei Wochen auf Diät. Alles was ich verloren habe, waren zwei Wochen.“ Ex-Champion George Foreman

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„Der einzige Weg für einen Sieg wäre gewesen, die Punktrichter K.o. zu schlagen.“ Halbfliegengewichtler Paddy Barnes bei den Olympischen Spielen 2008.

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„In Russland gibt es ein Sprichwort: Ein guter Boxer hat so viele Fähigkeiten, die kann er nicht mal versaufen. Und ich saufe noch nicht einmal.“ Vitali Klitschko vor seinem Comeback 2008

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„Ich sagte, ich bin der Größte. Ich sagte nicht, ich bin der Klügste.” Muhammad Ali

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„Torsten May ist nicht WM-würdig. Der trinkt und raucht nicht.” Ralf Rocchigiani

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„Der Mann ist so hässlich, der Schweiß läuft ihm rückwärts über die Stirn, dass er nicht über sein Gesicht muss.“ Cassius Clay alias Muhammad Ali vor dem WM-Kampf 1964 gegen Sonny Liston.

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„Ich bin so schnell, dass ich, als ich gestern Nacht im Hotelzimmer den Lichtschalter umlegte, im Bett lag bevor das Licht aus war.“ Muhammad Ali

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„Stellen Sie sich mal mit Ali, Frazier oder Holyfield in den Ring und halten Sie den Kopf hin. Dann sind sie froh, wenn sie sich später nicht so viele Namen merken müssen.“ George Foreman auf die Frage, warum alle seine fünf Söhne George heißen

„Plötzlich wachte ich auf, lag auf dem Boden und der Ringrichter starrte mir ins Gesicht und brüllte: sechs, drei, sieben, fünf!“ Lennox Lewis über seine K.o.-Niederlage gegen Oliver McCall

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„Das Ohr ist durch einen Schlag abgeflogen.“ Mike Tysons Erklärung, nachdem er Evander Holyfield 1997 ein Stück seines Ohrs abgebissen hatte

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proFiboxen

Gogi Kneževic´

Diese Worte gehören zum frisch gebackenen WBF-Intercontinental Champion im Mittelgewicht, Gogi „Lionheart“ Knežević. Das ist nur eine von vielen außergewöhnlichen Aussagen eines außergewöhnlichen Menschen, der eine außergewöhnliche Lebensgeschichte zu erzählen hat. Im Sommerplausch mit Boxen Heute Redakteur Christian Küchl sprach Gogi, am idyllisch gelegenen Wallersee im Salzburger Land, über seine Geschichte und die Leiden und Freuden im Leben eines Boxers. alS bOXER GEbOREN – DER KlEINE GOGI GaNZ GROSS Gogi Knežević, im Jahr 1979 in Wien geboren, wurde das Boxen in die Wiege gelegt. Vater Knežević, ein gebürtiger Serbe, war ein bekannter Amateurboxer und dessen bester Freund, Edip Sekowitsch, war ein erfolgreicher österreichischer Amateur und Profiboxer. So war es auch logisch, dass der kleine Gogi, bereits im zarten Alter von 5 Jahren, zum Boxer mutierte. „Für den Boxsport musst Du geboren sein. Du musst - den Hund -, wie ich es nenne, in Dir haben. Man muss einen Grund zum Boxen haben und ich habe einen! Ich wollte meinen Eltern immer beweisen, dass ich was durchziehen und schaffen kann. Das ist mein Antrieb warum ich boxe. Hätte ich eine Schulausbildung und eine super Arbeit bräuchte ich mich nicht 12 Runden lang rumprügeln.“ Bis zum Ende der Volksschule, mit 10 Jahren, trainierte Gogi fleißig und das nicht nur im Ring. Auch am Schulhof war

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Mein Leben ist wie ein Spielfilm Gogi „Lionheart“ nicht zu bremsen. Aufgrund diverser „Schlachten“ fand der junge Rabauke keine Hauptschule die ihn aufnahm. Kurzerhand wurde ihm das Boxen vom Vater verboten. So kam das sportliche Multitalent zum Basketball. Trotz seiner fehlenden körperlichen Statur war sein bedingungsloser Wille der Schlüssel zum Erfolg. Gogi erhielt einen Profivertrag, war Österreichischer Nationalspieler und blieb dem Basketballsport, bis er 19 Jahre alt war, treu. Dann kam alles anders! Gogi´s Mutter ist Kroatin, der Vater Serbe. „Ich bin in Österreich geboren und fühle mich auch als Österreicher. Mich interessiert die Nationalität der Menschen überhaupt nicht. „Ich kann kein Nationalist sein wenn ich Weltmeister bin“, lautet sein Leitspruch. „Ich trenne die Menschen in gute und schlechte Menschen.“ Auch in Österreich findet der Stadtmensch und gebürtige Wiener rund um „seinen See“ die perfekten Be-

dingungen um sich auf die anstehenden Kämpfe vorzubereiten. Auch die Schwiegermutter und Gogi´s Frau Vesna stammen aus dieser Gegend, so kann er das Nützliche mit dem Angenehmen perfekt verbinden. „Weißt Du was mir auf die Nerven geht? Wenn verschiedene Boxer auf Facebook posten wo sie gerade unterwegs sind, um sich auf einen Kampf vorzubereiten. Ich scheiß auf das! Ich brauche kein Big Bear in Kalifornien, ich brauche kein Hamburg, kein Köln, ich bereite mich immer zu Hause in Österreich vor.“ aM abGRUND – DER TIEFE Fall NaCH DEM SPORT Nachdem sein Vater nach Serbien abgeschoben wurde, musste Gogi für seine Mutter und seinen kleinen Bruder sorgen. Sein Vater war Lokalbesitzer, Boxer und kam mehrmals mit dem Gesetz in Konflikt. Nach der Abschiebung des Vaters wurde der Familie alles genommen. Foto: Barbara Loschan

„Jeder Boxer sollte eine Geschichte haben. meine Geschichte ist wie ein hollywood-film nur ich bin kein Schauspieler, das ist mein leben! ich bin zum Boxen aus dem Gefängnis gekommen, ich war nachtclub Besitzer, mein Trainer wurde ermordet. ich frage mich täglich was mich noch alles erwartet.“

Gogi´s Manager und Promoter Peter Pospichal.


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Das Lokal, die Wohnung, das angesparte Geld, all das war von einem auf den anderen Tag verloren. „Unser Vater konnte uns von Serbien aus nicht helfen. So musste ich mich um unsere Familie kümmern und mir überlegen, wie ich Geld zum Überleben ranschaffte. Dadurch bin ich auf die schiefe Bahn geraten. Ich war, wie schon mein Vater, Lokalbesitzer und als zusätzliche Einnahmequelle fungierte ich als Geldeintreiber bei einem Stadtbekannten „Rotlichtbaron“. Da ich nicht gerade zimperlich mit den säumigen Schuldnern umgegangen bin, brachte mich dieser „Job“ mit 23 Jahren in den Knast.“ Der Spruch: Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm, gilt bei Familie Knežević zu 100 Prozent.

DER POlITIKER IM RING – GOGI HEISS bEGEHRT Mit den Erfolgen kamen auch die ersten Sponsoren und sorgten für den Lebensunterhalt der Familie Knežević. Auch Wiens Politiker sonnten sich gerne in Gogi´s Gegenwart. Erstmals kam Gogi im Oktober 2009 in die politischen Schlagzeilen. Als er kurzfristig Werbung für die Freiheitliche Partei Österreichs (MitteRechts) und deren Chef Heinz-Christian Strache machte, wurde die Wiener Presse auf den Boxer aufmerksam. „In Wien gibt es 36.000 Serben und jeder Politiker wollte diese Stimmen für sich verbuchen. Da kam ich als Idol der Serbischen Immigranten gerade recht. Als ich damals den FPÖ Politiker unterstützt hatte, stand einen Tag, nachdem ich den Vertrag unterschrieben hatte, folgendes groß in einer Wiener Tageszeitung: FPÖ´s Strache sponsert zukünftigen BoxWeltmeister, auch ein cooles Bild von mir hat die Zeitung abgelichtet. Am nächsten Tag rief mich mein Freund an und fragte, ob ich schon die aktuelle Tageszeitung gelesen hatte. Er meinte, ich solle mir die Zeitung sofort kaufen und mich dann hinsetzen. Die Schlagzeile lautete: Rechter Haken, Strache´s Boxer vorbestraft! Das hatte mich sehr verletzt! Heute habe ich nichts mehr mit der FPÖ zu tun. Ich bekenne mich zur SPÖ und Wiens Bürgermeister Michael Häupl! FPÖ-Chef Strache ist für mich nur ein »Gschichtldrucker«!“ » Foto: Barbara Loschan

EIN lICHTblICK aM HORIZONT DaS bOXEN RETTETE MEIN lEbEN „Die Monate im Knast waren furchtbar. Ich war sehr verschlossen, keiner der Insassen durfte mich ansprechen. So verschaffte ich mir einen gehörigen Respekt von den Mithäftlingen. Ich trainierte hart und das blieb den Zellengenossen natürlich nicht verborgen. Kurios war auch meine Haftentlassung. Normalerweise pocht der Staatsanwalt auf das Absitzen der verhängten Haftstrafe. Nicht so bei mir, er sagte bei der zweiten Haftver-

postwendend an. Auf Anhieb wurde ich 2004 österreichischer Meister im Weltergewicht. Aufgrund dieser Leistung wurde ich sofort ins Nationalteam einberufen und so blieb ich für weitere 20 Monate bei den Amateuren (20 Kämpfe). Nach dieser Zeit wurde ich in Serbien wieder Profi und gewann 2007 gegen Ronny Mittag den internationalen Serbischen Meistertitel. Den internationalen österreichischen Profititel gewann ich 2008 gegen Janos Petrovic. Am 4. Mai 2013 hatte ich den bis dato größten Erfolg gefeiert. Gegen den Ungarn Jozsef Matolcsi gewann ich den WBF Intercontinental Titel im Mittelgewicht. Nun habe ich die Chance um den WBF-Weltmeistertitel zu boxen.

handlung: Gogi, geh raus und werde Champion! Also kam ich im April raus, am 8. Mai 2004 hatte ich bereits meinen 1. Profikampf und das ohne jegliche Amateurerfahrung. Die gebuchte Halle in Wien war proppevoll und tatsächlich habe ich den Kampf nach Punkten gewonnen. Daraufhin bekam ich das Angebot bei der Österr. Amateur-Staatsmeisterschaft als Ersatzmann einzuspringen. Ich wollte noch mehr Kampferfahrung sammeln und so nahm ich das Angebot

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» Ein Kampf gegen Marcos Nader, mit einer Rückkampfklausel, in der Wiener Stadthalle würde das Boxen in Österreich explodieren lassen. Gogi im O-Ton: „Alleine die beiden Filme über uns, wie es amerikanische Fernsehsender im Vorfeld Ihrer Kämpfe zeigen, wären auch bei uns Beiden sehenswert. Das würde ein Österreichischer Sender sicherlich auch machen. Marcos, der Brave strebsame Junge aus gutem Elternhaus und ich mit meiner krassen Lebensgeschichte wäre schon spannend. Er ist talentiert und in Boxrec gut gerankt. Ich will gegen Ihn boxen, weil er ein guter Boxer ist, das ist alles. Er wäre für mich eine Herausforderung, nicht mehr und nicht weniger. Für die Wiener wäre es ein cooler Kampf, ganz Wien wäre in der Halle und ich will die Nummer 1 in Wien sein.“ MEIN ERMORDETER TRaINER IST IMMER bEI MIR EDIP SEKOWITSCH war ein Österreichischer Berufsboxer mit einer Kampfstatistik von 40-9-1. Im Mittelgewicht und Halbmittelgewicht wurde Sekowitsch Österreichischer- und auch EBU-Meister. Er gründete während seiner Karriere die beiden Projekte „Stoppt Gewalt an Schulen“ und „Kinder gegen Drogen“. Nach seiner Boxkarriere eröffnete er in WienWieden das Lokal „Ring Frei und „Champ´s Pub“. Gemeinsam mit BoxManager Peter Pospichal war er es, der

Gogi vorzeitig aus dem Gefängnis holte und fortan, bis zu seiner Ermordung am 26. August 2008, auch in seiner eigenen Boxschule trainierte. „Ich bin mir ziemlich sicher, dass mein verstorbener Trainer, Edip Sekowitsch, vom Himmel aus zusieht und noch immer die Fäden zieht. Ich höre so oft seine Stimme, speziell beim Kampf wenn ich im Ringe stehe. Ich habe einen Menschen verloren, den ich wie meinen Vater liebte. Ich habe Edip mit seinem ersten gewonnenen Gürtel zu Grabe getragen und ich hätte mich am Liebsten zu ihm ins Grab gelegt. Ich wollte danach mit dem Boxen aufhören. Ich trage auch jetzt noch, jedes Mal wenn ich in den Ring steige, sein Bild mit in den Ring.“ bElIEbTESTER bOXER ÖSTERREICHS „Ein Amateurboxer, der mich ärgern wollte, hatte mich angerufen und verhöhnte mich: Schau mal wie wenige Fans du hast“. Marcos Nader hatte damals schon über 500 Stimmen bei der Boxen Heute Wahl und war auf dem Weg zum beliebtesten Boxer Österreichs. „So hatte ich durch Zufall von der Aktion erfahren. Ich postete die Boxen Heute Abstimmung an meine Facebook Freude. Dann ging es Schlag auf Schlag. Ich bin in Wien „Peoples Champion“. Ich habe keinen Promoter der für mich Anzeigen kauft. Mich haben die Fans gewählt und darauf bin ich wirklich stolz.“

DIE ZUKUNFT GEHÖRT MIR – ICH WIll GEGEN DIE bESTEN bOXEN Die künstlichen Kampfrekorde so mancher Boxathleten und Matchmaker die kein Risiko eingehen, sind Gift für den Boxsport. Erst nach einer Niederlage sieht man, ob der Boxer Rückgrat hat und weiter kämpft. Das Publikum will Fights auf Augenhöhe sehen, vorprogrammierte Sieger langweilen das Publikum. „Ich will gegen Leute boxen wo ich auch verlieren kann. Gegner die ich sicher schlage, sind für mich keine Herausforderung. Ich würde morgen gegen Golovkin boxen. Klar, ich hätte Angst, ich würde mich anscheißen, aber ich will wissen, wo ich stehe und sehen wie viele Runden ich durchhalte. Mein Ziel ist es, dass die Zuschauer zu meinen Kämpfen kommen, um Ihre Probleme und Sorgen zu vergessen. Es war ein geiler Kampf, sollen sie nachher sagen, egal ob ich verloren oder gewonnen habe. So sollen mich die Leute in Erinnerung behalten!“ Starke Worte von einem außergewöhnlichen Typen der seinen Traum vom Weltmeistertitel erfüllen kann. Der WBFTitelkampf um die Krone im Mittelgewicht wird am 7. Dezember 2013 in Wien stattfinden. Ob Marcos Nader seinem künftigen Gegner auf die Fäuste schaut? ¡ _Text & Fotos Christian Küchl

Gogi´s beste Sprüche „Jeder Boxer sollte eine Geschichte haben. Meine ist wie ein Spielfilm nur ich bin kein Schauspieler, das ist mein Leben!“

„Wenn Du beim Basketball verlierst, hast Du ein Spiel verloren. Beim Boxen verlierst Du deine Gesundheit. Das ist ein Riesenunterschied.“

„Wir sind nicht nur im Skifahren gut…es gibt auch gute Boxer aus Österreich, das lassen wir uns nicht schlecht reden.“

„Alle Boxer wollen nett sein, diese Entwicklung gefällt mir nicht. Boxen ist ein brutaler Sport. Man muss keinen Schulabschluss haben um ein guter Boxer zu sein. Welcher Weltklasseboxer hatte jemals einen guten Schulabschluss?“

„Ich würde morgen gegen Golovkin boxen. Klar, ich hätte Angst, ich würde mich anscheißen, aber ich will wissen, wo ich stehe und sehen, wie viele Runden ich durchhalte.“

„Ich habe im Gefängnis den Koran und die Bibel gelesen. Habe mich zwei Jahre lang mit Buddhismus beschäftigt. Für mich ist Religion nur eine Institution.“

„Meine Mutter ist Kroatin, mein Vater Serbe. Ich bin in Österreich geboren und fühle mich auch als Österreicher. Mich interessiert die Nationalität der Menschen überhaupt nicht. Ich trenne die Menschen in gute und schlechte Menschen.“

„Die künstlichen Rekorde machen das Boxen kaputt. Erst nach der Niederlage sieht man, ob man ein Kämpfer ist. Ich will gegen Leute boxen, wo ich auch verlieren kann. Gegner, die ich sicher schlage, sind für mich keine Herausforderung.“

„Boxen ist der geilste Sport der Welt, da brauchst Du keinen Papa, der dir die Trainingsstunden bezahlt. Du kannst von ganz unten nach ganz oben kommen und das fasziniert mich. “

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FoTo Top 10

Macht den Kasten dicht Jan Zaveck ist immer für ein verrücktes Fotomotiv zu haben.

Beruhigung am Fluß

Eine Backpfeife die saß

Drei Tage nach der Niederlage gegen Arthur Abraham angelten Robert Stieglitz und ich an der Elbe am Domfelsen. Angeln tut er gern und am Haken ist auch immer genug.

Yahaira Hernandez kann sich bestimmt noch erinnern, warum sie beim Wiegen Ärger mit Natascha Ragosina bekam.

Schwergewichtiger Salto Manuel Charr nach dem Sieg gegen Edgar Kalnars.

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Nikolai Walujew / Ich / Don King… „Fast“ jeder Boxer, bzw. Box-Fan hat ein Foto mit den „Größten”. Ich auch!


© eroll popovA

Albert Sosnowski am Boden Das Ende eines sehr spannenden Fights gegen Dimitrenko in Hamburg

Momentaufnahme Lely Luz Florez bei einem Pressetraining in Magdeburg. Eigentlich zeigte sie eine Übung zum Warmmachen…

Deutsche Eiche gefällt Timo Hoffmann wollte es 2009 noch einmal wissen, hatte gegen Frans Botha aber kein Glück.

Gesundheit geht vor Arthur Abraham: Auge zu – WM-Titel weg

Underdog Kreshnik Qato ohne Sieg. Gewonnen hat hier der Außenseiter Karama Nyilawila.

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porTrAiT

Eroll Popova

3 Fragen an den Fotografen

www.foto007.de

Seit wann stehst du am Ring? Meinen ersten Kampf fotografierte ich 2002 in Magdeburg: Rene Monse gegen Luan Krasniqi. Ich war total aufgeregt und am Anfang meiner Karriere zum Sport-Fotografen. Ich hatte damals eine sehr kleine Kamera und versuchte mein Glück. Es faszinierte mich, wie hart diese Sportart ist, und wieviel Disziplin dahinter steckt. Aktiviert haben mich der Hamburger Christof Hawerkamp und der Magdeburger Ulf Steinforth, beiden habe ich meine Fotografen-Box-Karriere zu verdanken. Was ist das Besondere am Boxsport? Boxen ist kein Fahrradfahren und ist nicht mit anderen Sportarten zu vergleichen. Zum Boxen braucht man Kondition und Kraft, Intelligenz und den Willen, um das geplante umzusetzen. Auch das Studieren der Gegner ist wichtig. Auch ich beobachte jeden Boxer(in), um seinen Stil zu verstehen und die besten Bilder zu bekommen. Der Kasache Gennady Golovkin macht es mir dabei besonders schwer. Er hat scheinbar vier Arme, die aus allen Richtungen geflogen kommen. Am liebsten sind mir Sportler, die spontan für Fotomotive bereitstehen und den Lesern somit exklusive Einblicke ermöglichen. Worauf muss man achten? Ich fotografiere Sportgeschehen aus meiner eigenen Perspektive, um dem Betrachter möglichst viel über die Situation zu erzählen. Ich konzentriere mich auf die Sportler und versuche die Unruhe in meinem Umfeld zu vergessen. Mein Kamera-Focus ist während des gesamten Wettkampfes in Lauerstellung. Nur einmal war ich unkonzentriert und sah einem Nummerngirl hinterher. Der Schwergewichtler Alexander Dimitrenko stolperte am Ringseil und trat auf meinen Unterarm. Die rote Schuhspur tat über eine Woche lang verdammt weh.

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insider

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enn das Auszählen der Punktzettel nach der letzten Runde eine gefühlte Ewigkeit dauert und das Tuscheln der Zuschauer lauter wird, könnte die Siegerehrung eine Überraschung mit sich bringen. Einer, der auf diese Art schon öfter überrascht wurde, ist der Serbe Geard Ajetovic. Wir trafen den 32-jährigen amtierenden Internationalen IBF-Champion in Düsseldorf, wo er sich mit seinem Team aus Manager Ivan Dijakovic und Trainer Sükrü Aksu im Agoge Gym auf einen TitelKampf in Afrika vorbereitet. Sein Gegner ist Harry Simon (42), in Namibia ein Volksheld. „Wir müssen dort durch die Hölle gehen um zu gewinnen“ weiß Geard Ajetovic. „Ich kenne Harry noch aus England. Damals wurde er vom einflussreichen Promoter Frank Warren unterstützt, heute sind seine besten Jahre vorbei. Wir kämpfen unter freiem Himmel, 100 000 Zuschauer werden erwartet. Es macht mir nichts aus, ich bin an so etwas gewöhnt. Wenn ich den ersten Gong höre, ist es nur noch ein Kampf wie jeder andere. Er ist zwar ungeschlagen, aber auch das macht mir nichts aus. Im Herzen bin ich auch ungeschlagen.“ Für den Kampf gegen Simon ist Supermittelgewichtler Ajetovic ins Halbschwergewicht aufgestiegen. Angebote in seiner Gewichtsklasse lagen nicht vor. „Es wird ein harter Kampf und ich hoffe auf ein faires Urteil“, so Ajetovics Trainer Sükrü Aksu. „Geard hat schon so viele Fehlurteile hinnehmen müssen. Ich wünsche mir für den Jungen, dass er endlich für seine harte Arbeit belohnt wird.“

_ Die Überraschung bei Olympia „Es geht um Geld und Politik“ Ausgerechnet bei den Olympischen Spielen in Sydney musste der damals 18-jährige Ajetovic zum ersten Mal erfahren, dass sein Sport für Andere ein großes Geschäft ist. „Kurz vor der Olympiade gewann ich das Qualifikationsturnier in Griechenland. In Athen besiegte ich alle Boxer meiner Gewichtsklasse, die später eine olympische Medaille holten. In Aus­tralien wollte ich das wiederholen, doch leider geht es bei diesem Sport auch um Politik und viel Geld. Es war das Jahr, in dem die NATO mit Serbien Probleme hatte. Somit ging ich ohne Lobby, ohne starken Partner für mein Land an den Start. Entsprechend einfach raubte man mir den Sieg. Ich gewann im

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Im Herzen unbesiegt Geard Ajetovic: Der Steh-auf-Boxer Boxen – das ist der Kampf Mann gegen Mann. Einer verliert, einer gewinnt, doch leider nicht immer der Bessere.


insider

Weltergewicht gegen einen Thailänder, doch sie verschoben die Punktewertung. Damit war ich raus. Man kann sich meine Frustration nicht vorstellen. Solche Urteile zerstören einen jungen Boxer.“ Zerstört wurde vor allem seine sportliche Zukunft. „Da ich ohne Medaille nach Hause kam, musste ich den harten Weg gehen. Vieles wäre mit dem Edelmetall im Gepäck leichter geworden. Dieser Gedanke verfolgt mich noch heute.“ Es sollte nicht die letzte ungerechtfertigte Niederlage in Sydney bleiben.

_ Neustart als Profi in England Nach der verpatzten Olympiade wurde ein englischer Promoter auf Ajetovic aufmerksam. Nach 310 Siegen in 325 Amateurkämpfen unterschrieb er in Liverpool, wo er insgesamt 12 Jahre blieb. Nach elf leichten Siegen verlor er in Monaco gegen den französischen EUChampion Christophe Canclaux. „Ich habe meine acht angeblichen Nieder­ lagen immer wieder auf Video angesehen, nur den Kampf gegen Canclaux habe ich tatsächlich verloren. Schaut euch meine Kämpfe im Internet an. Egal ob gegen Daniel Geale, Matthew Macklin, Piotr Wilczewski oder die anderen. Dann werdet ihr mich verstehen.“ Wenn Ajetovic über seine vertrackte Karriere spricht, klingt immer Galgenhumor mit. „Ob man als Profiboxer im Ring gewinnt oder verliert, ist nicht nur eine Sache von Kraft, Technik und Taktik. Viel wichtiger ist, dass man politisch richtig aufgestellt ist. Ein starker Manager oder Promoter an deiner Seite und deine Chance einen engen Kampf nach Punkten zu gewinnen, steigt beträchtlich. Leider hatte ich diese Unterstützung nie.“ Vor allem die Niederlage 2008 gegen Daniel Geale ärgert Ajetovic noch immer. „Jeder konnte in Australien sehen wie ich ihn fertig gemacht hatte.“ Das Kampfgericht hatte aber eine andere Meinung und entschied haushoch für den Landmann. „Ich konnte nicht verstehen was gerade geschah. Ich habe den Typen fertig gemacht und er gewinnt den Kampf. Fünf Jahre später sprach Trainer Sükrü Aksu den IBF-Weltmeister Daniel Geale in Köln auf seinen Boxer an. „Ich fragte ihn ob er sich noch an Geard erinnert. Er antwortete: Den Namen Ajetovic will ich nie wieder hören. So einen harten Hund habe ich noch nicht erlebt.“

Geard Ajetovic trainiert mit seinem Trainer Sükrü Aksu im Düsseldorfer Agoge Gym.

Steckbrief Geard Ajetovic wurde 1981 in Beocin, Serbien geboren. Im Alter von acht Jahren begann er mit dem Boxtraining, zwei Jahre später bestritt er seinen ersten Wettkampf. Als Amateur wurde Ajetovic JuniorenEuropa­meister, später Junioren-Vizeweltmeister, Höhepunkt war seine Qualifikation für die Olympiade in Sydney 2000. ¡

_ Macklin, Wilczewski, Pirog Auch Matthew Macklin kam gegen Ajetovic an seine Grenzen. „Wie kann er den Kampf gewinnen, in dem er nur klammert und meine Schläge mit dem Kopf geblockt hat? Er stand kurz vor dem Knockout und hielt sich andauernd an meinen Beinen fest. Er war kaputt, wurde aber am Ende zum Sieger ernannt. Dieses Urteil ist ein Witz“, erinnert sich Ajetovic. Bei seiner Niederlage in Polen ging es ebenfalls nicht mit rechten Dingen zu. „Wilczewski durfte um keinen Preis gegen mich verlieren, da er schon einen Kampfvertrag gegen Arthur Abraham in der Tasche hatte. Ein Punktrichter sah mich als Sieger, die anderen beiden gaben mir nicht eine einzige Runde. Warum boxt Abraham nicht gegen mich? Er ging mir schon immer aus dem Weg.“ „Die meisten Boxer an der Spitze gehen Geard aus dem Weg“, so Trainer Sükrü Aksu. „Warum sollen sich gegen eine so starken und unbekannten Mann quälen,

é A  usbeute der letzten 12 Monate: Europa-Gürtel der WBO und der internationaler IBF-Gürtel

wenn man sich doch auch einen schwachen Gegner aussuchen kann, den man locker kaputt schlägt? Es sind gute Fighter, doch gegen Geard würden sie schlecht aussehen. Auch Abraham weiß das ganz genau. Die Boxer an der Spitze haben ein gutes Management und gute Trainer. Die wissen genau, wem sie aus dem Weg gehen sollten und wem nicht. Geard ist für sie ein rotes Tuch.“ In Namibia unternimmt Ajetovic einen neuen Anlauf an die großen Fleischtöpfe im Profiboxen zu kommen. „Wahrscheinlich muss ich Simon K.o. schlagen, auf Punktrichter ist kein Verlass. Aber wenn ich gewinne, will ich in den USA boxen. Am liebsten gegen Bernhard Hopkins.“ Was wäre der Mensch ohne Träume? Vermutlich wird sich an der Situation von Geard Ajetovic auch nach dem Kampf in Afrika wenig ändern. Er bleibt ein Reisender in Sachen Boxen, ein Journeyman. Als bezahlter Verlierer steigt er jedoch nicht in den Ring. „Ich bin ein Kämpfer und will mich weiter nach oben boxen. Ich weiß, dass ich jeden Boxer im Supermittelgewicht schlagen kann, egal ob einen Arthur Abraham oder Robert Stieglitz.“ ¡ _Text & Fotos Jan Christoph Jaszczuk

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boxen ist nicht hart, boxen ist brutal. arthur abraham bekommt seine letzte Wm-chance Ein Pfeifkonzert für Arthur Abraham. Ausgerechnet bei seiner WM-Qualifikation konnte der frühere K.o.-König nicht überzeugen. Als in der Nacht zum 25. August nach 12 Runden Abrahams Hand gehoben wird, hat die Mehrzahl der Schweriner Zuschauer den afrikanischen Boxer Willbeforce Shihepo vorn gesehen.

Wieder zu alter Form auflaufen Arthur Abraham erklärt seinen schwachen Auftritt in Schwerin mit der Schlagstärke seines Gegners. Bis zum WMKampf gegen Robert Stieglitz will der

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Berliner wieder zu alter Form auflaufen. „Du musst im Super-Mittelgewicht mehr arbeiten, kannst nicht mehr druckvoll den Knockout suchen. Die Gegner sind auch viel größer. Ich muss erst einmal an den Gegner rankommen und viel riskieren. Nach den Niederlagen des Super-SixTurniers und meiner unnötigen Augenverletzung im Kampf gegen Robert Stieglitz versuche ich, Treffer zu vermeiden. Warum sollte ich mich gegen Shihepo auf eine gefährliche Schlägerei einlassen? Der Kampf war ein Schritt in Richtung Weltmeisterschaft. Es war wichtig für mich, im Wettkampf über 12 Runden zu gehen. Ich habe viel dazugelernt und mich weiterentwickelt. Früher habe ich im Kampf vieles mit Kraft und Explosivität versucht. Im Mittelgewicht hat das ausgereicht. Shihepo, mein letzter Gegner, konnte sehr hart schlagen und war damit äußerst gefährlich. Ich kann viel Härte vertragen, deshalb fällt dem Publikum die Stärke meiner Gegner selten auf. Vor sieben Jahren habe ich gegen einen gewissen Kofi Jantuah geboxt, den härtesten Puncher meiner Laufbahn. Gemerkt hat das keiner. Ich habe mir seine Treffer im Ring nicht anmerken lassen und klar gewonnen.

Wenn es darauf ankommt, wenn ich im Ring das Blatt wenden muss, kann ich fighten wie früher. Das kann ich meinen Fans versprechen.“ Dass ihn der Reichtum bequem gemacht hat, streitet er ab: „Im Ring bist du nackt, da hast du nichts außer den Handschuhen, der Boxhose und einem Paar Boxstiefel.

Foto: daniel Hiller Foto: ???

U

m den Sieg zeitnah auszuschlachten, flog Abrahams einflussreicher Manager Wilfried Sauerland gleich am nächsten Morgen nach Budapest zur Jahresversammlung der World Boxing Organization (WBO). Fünf Tage später melden die Presse-Agenturen, was Sauerland auf der nächtlichen Pressekonferenz nach Abrahams Sieg vorsichtig angedeutet hatte: Der 3. Kampf gegen den amtierenden Weltmeister Robert Stieglitz steht fest. Abraham ist jetzt Pflichtherausforderer des Champions. Die WBO begründete die Ernennung mit Shihepos hoher Einstufung. Anders als die Konkurrenz hatte Abraham mit dem Afrikaner immerhin einen Sportler der Top15Rangliste geschlagen. Um Abraham aus dem Weg zu gehen, könnte Robert Stieglitz in den nächsten Monaten gegen einen anderen Weltmeister boxen. Aber warum sollte er? In der Form der letzten Monate ist Abraham nicht unschlagbar.


Foto: Christian Küchl

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Und du hast deine Erfahrung. Was du außerhalb des Ringes an materiellen Dingen angehäuft hast, interessiert dort keinen. Wenn du oben bist, musst du deine Motivation halten. Du darfst nicht an Autos und Geld denken. Ich will nur den Erfolg und meinen Titel, alles andere ist egal, denn es kommt von allein.“ Anders als vermutet hat Abraham nach eigenen Angaben seine K.o.-Gefährlichkeit niemals verloren: „Schlagkraft ist von der Natur gegeben.“ Sein Geheimnis im Ring ist der Wechsel zwischen harten und lockeren Schlägen. „Für einen Knockout muss man nicht hart schlagen, sondern genau und schnell. Der Gegner darf den Schlag nicht sehen.“

Seine wichtigsten Kämpfe Mittlerweile stand Arthur Abraham in 10 Jahren ganze 41 Mal im Ring. Das Ritual seiner Kämpfe hat sich aber niemals verändert. „Ich bin beim Kampf ein anderer Mensch. Ich gehe in einen Tunnel, in dem das Leben für eine Stunde nur aus Boxen besteht. Das ist Adrenalin pur. Erst wenn ich wieder in der Kabine bin, kommt die Entspannung. Ich kann mich später noch an jede einzelne Aktion des Kampfes erinnern. Das gilt für alle meine wichtigen Kämpfe: Meine Nummer Eins ist der erste WM-Sieg 2005, die Nummer Zwei der erste WM-Titel im Supermittelgewicht 2012 und natürlich 2008 der Kieferbruch.“ ¡

Gegen Willbeforce Shihepo konnte Abraham nur selten glänzen. Bei seinem nächsten Einsatz am 26. Oktober in Oldenburg soll es besser laufen.

Seinen beiden Bezwingern spricht er die nötige Power ab: „Carl Froch und Andre Ward schlagen nicht hart. Edison Miranda und natürlich Jantuah konnten hart zuschlagen.“ Wenn er seinen Gegner erwischt hat, merkt es der Ringfuchs sofort: „Sie werden weicher! Die Atmung geht hoch und die Schlaghärte nimmt ab. Trotzdem muss man vorsichtig sein und den richtigen Zeitpunkt abwarten. An der Weltspitze bleiben die Gegner bis zum Schluss gefährlich.“

Deutschlandweit für Sie im Einsatz Videoüberwachung Containerinstallationen Elektroinstallationen Großprojekte Schrankensysteme

Es geht um die Ehre Für die Zukunft hat sich der Boxer sportlich viel vorgenommen: „Ich möchte gern noch einmal gegen Andre Dirrell, Carl Froch und Andre Ward boxen. Doch zuerst kommt Robert Stieglitz. Ich will meinen Gürtel zurück. Es geht um die Ehre.“ Nach einer Niederlage hätte es sich für Abraham ausgeboxt, aber auch nach einem Sieg ist bald Schluss. Ein Boxopa wie zum Beispiel der Amerikaner Bernhard Hopkins will der 33-Jährige nicht werden. „Er ist für mich ein Verrückter. Er boxt noch mit 48 Jahren. Aber ich kann ihn verstehen. Außerdem, wer will ihn kritisieren? Er tut nur Gutes. Ich werde aber früher aussteigen als er.“ Abrahams eigene Kinder sollen später allerdings nicht in die Fußstapfen des Vaters steigen. „Die Erwartungen wären zu groß. Ich würde mir wünschen, dass sie Fußballer werden. Golf geht auch. Boxen ist nicht nur hart, Boxen ist brutal. Für mich selber war es aber immer eine coole Sportart.“ ¡ _Text Daniel Hiller

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NaCHT DER CHaMPIONS – NOMEN EST OMEN DOG Event präsentiert glanzvollen abend in Saarbrücken

„Im Großen und Ganzen können wir mit diesem Abend zufrieden sein.“ Vollständig ist die Anspannung von Promoter Oliver Heib noch nicht abgefallen, als er gegen 2:30 Uhr am Morgen des 8. September im VIP-Bereich der Saarlandhalle mit einem Glas Wein auf die von ihm veranstaltete „Nacht der Champions“ anstößt. Anders ist die Untertreibung in seiner Aussage nicht zu erklären. Im „richtigen Leben“ führt der Stuckateurmeister schon in vierter Generation ein traditionsreiches Handwerksunternehmen. Wie er mit Gründung der DOG Event & Boxing Company gemeinsam mit Bernhard Notar zusätzlich auch Box-Promoter wurde, kann er eigentlich selber nicht so richtig erklären. Das muss er aber auch nicht. Denn die Erfolge sprechen für sich. Schon vier Events richteten Heib und sein kleines Team in den vergangenen 16 Monaten im Saarland aus. Nach zwei kleineren Veranstaltungen 2012 in seiner Heimatstadt St. Ingbert zog DOG Event im Jahr 2013 in die altehrwürdige Saarlandhalle um und lockte bei der „Nacht der Champions“ rund 3.500 Zuschauer an. „Das Allermeiste machen wir selbst bzw. mit einem Team ehrenamtlicher Helfer“, erklärt Heib. „Trotzdem kommen wir aus solchen Veranstaltungen nicht mit einer roten Null heraus, sondern müssen noch zubuttern. Aber das machen wir gerne, weil wir an unsere Boxer glauben. Nach

ptember e am 7. Se n verteidigt en ei in st se er ob lle Jürgen D Saarlandha illiam erkauften F gegen W B W r de in der ausv l te Ti en s al al nt on ne ti interkonti seine Posi stigt damit Gare und fe t. ne ag Publikumsm

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der ersten Veranstaltung haben wir gedacht: ‚Wer A sagt, muss auch B sagen.’ Dann sind wir bei C angekommen, und heute war halt D dran. Aber das Alphabet hat ja noch ein paar Buchstaben, und wir haben einen langen Atem!“

„Der will doch nur spielen...“ Die Hauptattraktion von DOG Event – das zeigt auch schon die Namensgebung – ist der „Dobermann“ Jürgen Doberstein. Bei seinem einstimmigen Punktsieg über William Gare zeigte der 24-Jährige eine überzeugende Leistung, glänzte vor allem mit schnellen Händen und noch schnelleren Beinen. Trotzdem wirft die Art und Weise, wie der Schützling von Trainer Sergej Ostrovski seinen Sieg herausboxte, die Frage auf, ob der Kampfname „Dobermann“ wirklich angebracht ist. Wenn man sich einen „Dobermann“ im Boxring vorstellt, erwartet man eine aggressive Kampfmaschine, die ihr Opfer erbarmungslos und ohne Rücksicht auf Verluste in eine Schlacht verwickelt. Stattdes-

sen bekommen Fans von Jürgen Doberstein einen Techniker und Stilisten mit Shoulder Roll Defense zu sehen. Um im Hunde-Bild zu bleiben: Gegen William Gare hätte man über weite Strecken kein Schild mit der Aufschrift „Vorsicht, bissig!“ in den Ring stellen müssen. Auf der anderen Seite gibt der Erfolg Jürgen Doberstein Recht. Warum soll er mehr riskieren als nötig, wenn er wie gegen Gare, der in der unabhängigen Weltrangliste immerhin vor ihm platziert war, scheinbar spielerisch zum Erfolg kommt. Außerdem gibt es für den lässi-


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gen Stil des Saarländers große Vorbilder. Von den Bewegungen her erinnert Doberstein eher an den Defensivkünstler Floyd Mayweather jr. als an einen offensiven „Kampfhund“ Marke Mike Tyson. Insofern wird es den 24-Jährigen auch besonders freuen, dass er mit seinem Sieg über Gare nicht nur seinen WBF Intercontinental Champion-Titel im Supermittelgewicht erfolgreich verteidigen konnte. Seine starke Leistung überzeugte einen der Ehrengäste auch, ihm ein ganz besonderes Geschenk zu machen. „Dieter Wiesner, der ehemalige Manager von Michael Jackson, hat Jürgen und sein Team in die USA eingeladen“, erzählt Oliver Heib nicht ohne Stolz. „Er wird nach Las Vegas fliegen, Mike Tyson und Floyd Mayweather jr. kennenlernen und in Mayweathers Gym trainieren. Das ist natürlich eine Riesensache für ihn und für uns alle.“ Was Heib in dem für ihn typischen Understatement höflich verschweigt, ist, dass er diesen Deal natürlich eingefädelt und auf den Weg gebracht hat. „Das ist alles wie ein Traum“, freut sich Jürgen Doberstein. „Ich kann das noch gar nicht alles realisieren. Die Vorbereitung war hervorragend, die Veranstaltung war exzellent organisiert, die Stimmung war super. Ich möchte einfach nur allen danken, die das möglich gemacht haben.“ Er weiß, dass er sich in erster Linie bei Oliver Heib bedanken darf, der seinen Wein austrinkt und die Saarlandhalle gegen 3:30 Uhr verlässt. Der Promoter verabschiedet sich so sympathisch, wie er sich am ganzen Abend gegeben hat. „Es gibt noch viel zu tun. Morgen frühstücke ich mit unseren Gästen, bevor die wieder in alle Welt abreisen. Und am Montag geht’s dann wieder ins Büro. Die Arbeit macht sich ja nicht von alleine.“

Der Berliner Ben Donfack wurde in seiner Karriere oft um den verdienten Sieg gebracht. In Saarbrücken hat es mit dem ersehnten Titel endlich geklappt.

Jürgen Doberstein (rechts) kämpfte über 12 Runden sehr variabel und ließ seinem Herausforderer keine Aussicht auf den Sieg.

Foto: norbert ramelli

Raja Amasheh gewann den packenden WM-Kampf im Super Fliegengewicht gegen die Österreicherin Eva Voraberger.

Der Promot er Oliver H ei (mitte) un d die Weltm b (2. v.l.), Trainer Dom eisterin Ra inik Junge Team. Die ja Sportlerin aus Karlsruh Amasheh mit ihrem ohne Niede e ist seit 17 rlage. Kämpfen

Die Katze fährt die Krallen aus Die „Nacht der Champions“ war zwar eigentlich auf Jürgen Doberstein als Hauptkämpfer ausgerichtet. Doch bevor der „Dobermann“ von der Leine gelassen wurde, stahl ihm eine „Katze“ die Schau. Raja Amasheh begeisterte das Publikum mit ihrer großartigen Leistung beim Punktsieg gegen die Österreicherin Eva Voraberger. „Ich habe immer nur gedacht: ‚Ich lasse mir das hier nicht nehmen. Ich muss dagegen halten. Ich darf und kann nicht verlieren.’ Dieser Kampf hat mir so viel bedeutet, und ich hatte mich so hart darauf vorbereitet, dass ich an meine Grenzen und darüber hinaus gegangen bin“, sagte Amasheh, und fügte hinzu: „ich wusste, dass sie sehr stark ist und mir alles abverlangen würde. Aber ich wusste auch, was ich kann und dass ich auf keinen Fall klein beigeben wollte.“

Auch Eva Voraberger zeigte eine tolle Leistung und wehrte sich bis zum Schluss nach Kräften. „In den letzten Runden hat sie mich ein paar Mal hart getroffen. Die Schläge habe ich schon gespürt“, erinnert sich Amasheh. „Da wusste ich: Sie bleibt bis zum Schluss gefährlich, und ich muss mich durchbeißen, um das Ding wirklich zu gewinnen.“ Am Ende durfte sich die 31-Jährige in ihrem 17. Profi-Kampf über den 16. Sieg (bei einem Unentschieden in ihrem allerersten Kampf gegen die starke Özlem Sahin) und ihren ersten WM-Titel freuen. Promoter Oliver Heib war von dem Duell begeistert: „Genau das sind doch die Kämpfe, die wir zeigen und als Fans auch sehen wollen. Die beiden haben großartiges Boxen gezeigt und damit bewiesen, dass wir mit unserem Titel ‚Nacht der Champions’ richtig lagen. Das war echte Champions League!“ ¡ _Text Dieter Sporn _Fotos J. Haltern

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König Artur WIE ER Seinen Millionen-Schatz an „gute Freunde“ verlor.

„E

steckbrief

igentlich könnte ich heute Millionär sein“! Artur Grigorjan ist bei diesen Worten ganz ernst. Es fällt dem 45-Jährigen offensichtlich schwer, bei diesem Thema noch lustig zu sein, wie er es eigentlich von seinem Temperament her ist. „Nein, nicht könnte, ich müsste heute immer noch Millionär sein“, verbessert er sich. Stimmt! Ist er aber nicht, denn der frühere Universum-Weltmeister hat leider zu stark auf seine Freunde gehört. Und diese „Freunde“ haben dafür gesorgt, dass aus „König Artur“, so sein Kampfname, fast ein Bettelmann geworden wäre…

Name: Artur Grigorjan Kampfname: König Artur geboren: 1967 in Usbekistan

Foto: marianne müller

Kämpfe: 384 als Amateur Titel: Vize-Amateurweltmeister, WBO-Champion im Leichtgewicht Heute: Box-Trainer in Hamburg

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Er ist nicht verbittert, wenn er über diese Zeit redet, über die Zeit als Leichtgewichts-Weltmeister (1996 – 2004), wo er für gute Leistungen, er bestritt allein 19 WM-Kämpfe, auch gutes Geld kassierte – Millionen eben. Doch dann waren sie plötzlich in Hamburg, die Geier aus seiner Heimat Armenien, die dem gutgläubigen Boxer geschickt das Geld aus der


Foto: privat

Foto: Uwe Köhn

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é Lange vor Arthur Abraham war Grigorian DER „König Artur“ im Deutschen Boxsport.

Tasche und damit gleichzeitig das Fell über die Ohren zogen. Tolle Geschäfte in der Heimat wurden ihm versprochen, Riesengewinne, leicht verdientes Geld. Offensichtlich hatte Artur in seiner neuen Heimatstadt Hamburg nicht die richtigen Berater, die ihn hätten bremsen können, oder er wollte einfach nicht auf sie hören. Also gab er seinen „Freunden“ das Geld und weg waren sie, die im Ring hart erkämpften Millionen. Die Betrüger mussten später zwar in den Knast, aber das Geld kam nicht zurück, war einfach weg. Andere „Freunde“ boten Artur an, das Problem auf ihre Art zu lösen. Aber das war überhaupt kein Thema für den Familienvater.

Vom Pech verfolgt Frage: Welches war der schönste Moment in ihrem Leben, King Artur? Der Boxer zögert keinen Moment: „Das war der 13. April 1996, als ich in Hamburg durch einen K.o.-Sieg in der 12. und letzten Runde gegen Antonio Rivera Weltmeister wurde. Ein Glücksgefühl, einfach nicht zu beschreiben.“ Kurze Pause, dann legt er nach: „Die Geburt meiner Kinder waren natürlich auch große Glücksmomente, wie meine Familie überhaupt“. Heute arbeitet der verhinderte Millionär als Trainer. Aber auch da ist er vom Pech verfolgt. Sein Arbeitgeber, der neue Universum-Boxstall unter der Regie von Waldemar Kluch, meldete Insolvenz an,

é Z  wischen 1994 und 2004 hielt der disziplinierte Sportler das Limit von 61,25 kg.

Cheftrainer Grigorjan musste die letzten zweieinhalb Monate ohne Gehalt arbeiten. „Das kriege ich jetzt auch nicht mehr“. Seit dem 15. Juli steht er ohne festes Einkommen da. „Ich suche Arbeit. Vielleicht braucht mich ja jemand.“

„Naddel“ in der Box-Show, bringen lediglich ein kleines Zubrot. Seinem schweren Freund Ruslan Chagajev, den er seit einigen Wochen trainiert, mag er auch kein Geld abknöpfen: „Ruslan ist doch wie ein Bruder für mich!“

Fritz Sdunek hörte den Hilferuf. Trainer Fritz, der ihn zum Weltmeister gemacht hat, unter dessen Regie er nach Ende seiner Karriere acht Jahre lang als Assistenz-Trainer arbeitete, nimmt ihn wieder ein wenig unter die Fittiche. Zusammen machen sie Jack Culcay fit. Artur: „Fritz ist zu mir wie ein Vater, ich respektiere ihn wie meinen Papa“. Das reicht aber nicht zum Leben, höchstens zum Überleben für die Familie Grigorjan. Ehefrau Olga, die drei Töchter (23, 21, 15) und der Sohnemann (10) leben alle noch zusammen in Arturs Haus in Jenfeld. TV-Auftritte, wie zum Beispiel als Coach von

Es dreht sich fast alles ums geld

„Das Abenteuer Leipzig hat mich bis heute glatt eine Million gekostet.“

Und da gibt es noch ein Problem: Ehefrau Olga, eine gelernte Krankenpflegerin, würde gern in Hamburg arbeiten. Der Ehemann: „Aber ihre armenischen Zeugnisse werden in der Hansestadt nicht anerkannt, also muss sie erneut die Schulbank drücken, damit sie bald wieder ihrem Beruf nachgehen kann. Ende des Jahres hat sie es aber geschafft“. Verständlich, dass sich in der sportlichen Familie Grigorjan (fast) alles um das Geld dreht. Denn da war ja auch noch der „seriöse“ Makler, der dem amtierenden Weltmeister eine Immobilie in Leipzig schön redete. Gute Geldanlage. Es ging dabei um 7 Wohnungen. Artur „schlug zu“, legte 500 000 in bar auf den Tisch. Als aber immer nur Bescheide von den Behörden kamen, speziell vom Finanzamt, dafür keine Überweisungen von Mietern aus Leipzig, wollte Artur ein Vier-Augen-Gespräch mit seinem Vermittler. Wurde nichts draus, der Immobilien-Hai hatte sich bereits nach Südafrika abgesetzt. Artur: „Das Abenteuer Leipzig hat mich bis heute glatt eine Million gekostet“.

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Revanche für Sydney Als Geschäftsmann ist/war der Rechtsausleger, der für die Bundesliga-Staffel in Halle/Saale kämpfte, bevor er bei Universum Profi wurde, offensichtlich Klassen schlechter denn als Boxer: 187 Amateurkämpfe. Silber bei der WM in Sydney, als er im Finale Marco Rudolph aus Cottbus sehr umstritten nach Punkten unterlag. „Wäre ich Deutscher gewesen, wäre ich der neue Weltmeister“. Wie denn das? „Ist doch klar, Karl-Heinz Wehr hieß damals der Generalsekretär der AIBA – und der war nun mal Deutscher“. Ein Jahr später schlug Grigorjan bei den Olympischen Spielen in Barcelona zu, allerdings flog er schon vorzeitig aus dem Turnier. Dafür eilte das Leichtgewicht als Profi von Sieg zu Sieg. 39 mal kletterte er mit blanker Brust in den Ring, 38 mal als strahlender Sieger heraus. Mein größter Erfolg? Arturs Antwort kommt blitzschnell wie seine gefürchtete Linke: „Das war der Titelkampf gegen Marco Rudolph 1998 in Hamburg. Die Revanche für Sydney“. Eine brutale Abrechnung. Lokalmatador Grigorjan beendete den Bruderkampf in der 6. Runde, Herausforderer Rudolph, der ja auch zum UniversumStall gehörte, wurde mit der Trage aus dem Ring abtransportiert… Obwohl es für „König Artur“ im richtigen

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Leben nicht wirklich rund läuft, ist er (fast) immer gut drauf. So wie damals im Hamburger Gym, als er zusammen mit Oktay Urkal und „Tiger“ Michalczewski den ganzen Laden unterhielt, immer für beste Stimmung sorgte. „Leider ist die Verbindung zu den meisten Kollegen inzwischen abgebrochen, mit Oktay stehe ich allerdings immer noch in engem Kontakt“. Und dann wird auch immer wieder gern die „Schote“ aus Budapest erzählt, als Weltmeister Grigorjan seinen Titel bei der Freiluftveranstaltung im FTC-Stadion gegen den Lokalmatadoren Zoltan Kalocsai verteidigte. Am 23. Juni 2000 war’s. Weil Artur seine Socken in Hamburg vergessen hatte, kaufte er sich am Morgen vor dem Kampf schnell noch ein neues Paar. Woran er nicht gedacht hatte bzw. was er nicht wusste: Neue Socken sollten vor Gebrauch erst einmal gewaschen werden! Was passierte also im Kampf? Die Socken scheu-

13 Jahre später sieht die Situation anders aus, seinen letzten Niederschlag kassierte Grigorjan als Trainer des Olympiasiegers Rakhim Chakhkiev im Juni 2013. Nachdem sein Boxer dem polnischen Weltmeister Krzysztof Wlodarczyk in Moskau durch Knockout unterlag, stand er am nächsten Morgen alleine im Hotel. Auf den versprochenen Lohn für die wochenlange Vorbereitung wartet er noch immer. ¡ _Text Wolfgang Weggen

Foto: privat

é v.r.: Promoter Klaus-Peter Kohl, Vitali Klitschko mit Grigorian auf den Schultern und der Universum-CEO Peter Hanraths.

„Wäre ich Deutscher gewesen, wäre ich der neue Weltmeister“

erten so stark, dass die Haut an den Füßen schon nach zwei Runden aufriss, die Wunden immer größer wurden, das Blut regelrecht in die Boxstiefel lief. Aber der Champion hielt trotz der höllischen Schmerzen 12 Runden lang durch. Und wenige Sekunden vor dem Schlussgong beendete er den Titelfight noch mit einem klassischen Knockout.

Mit seinem Trainer Fritz Sdunek verbindet Grigorian é seit den 90ern eine innige Freundschaft. ê Familie Grigorian bei einem Besuch des Poptitans Dieter Bohlen. Foto: privat

Foto: Wilfried Witters

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mutiger lukas wurde Opfer Jetzt steigt der „Hamburger des Jahres“ in den ring.

Oktober 2012. hamburg. S-Bahnhof holstenstraße. freitag, 23.30 Uhr: Schüler lukas Küster will mit freunden nebenan im Stage club ins Wochenende feiern. Daraus wird nichts. Statt „Party machen“ geht’s für den Schüler der irenaSendler-Schule in Wellingsbüttel im Krankenwagen mit Blaulicht und Sirene ab in die notaufnahme der asklepiosKlinik altona.

Was war da nur passiert? Der Fast-ZweiMeter-Mann (93 Kilo) erinnert sich noch genau an alle Einzelheiten: „Gleich als wir aus der S-Bahn stiegen, sah ich am Ausgang der Haltestelle eine Frau, die von mehreren Männern bedrängt und heftig beleidigt wurde. Plötzlich wurden sie sogar handgreiflich. Da konnte ich nicht länger zusehen, ich musste einfach helfen.“

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Lukas nahm die Frau in den Arm und zog sie aus dem Männerkreis. Ein Freund wollte ihm helfen, doch der bekam gleich einen Tritt. „Als ich mich zu dem Schläger umdrehte, sagte er: Und du willst ihm jetzt helfen? Dann schlug er auch schon zu.“ Das linke Auge wurde schnell dick, das Lid war direkt unter der Augenbraue geplatzt, das Blut lief in Strömen. Die Schläger flüchteten. Lukas: „Diese Brutalität, diese hemmungslose Gewalt, das war richtig krass. Wenn fünf junge Männer eine Frau so in die Enge treiben, dann läuft was falsch. Ich musste einfach helfen.“ Wie denkt der 18-Jährige heute, ein Jahr später, über diese Nacht? Würde er wieder so handeln? Lukas überlegt, man spürt, dass die schrecklichen Szenen noch einmal wie ein Kurzfilm vor seinen Augen ablaufen. „Ich weiß es nicht wirklich. Instinktiv würde ich sicher wieder so handeln, aber wenn ich länger nachdenke …“ Tatsächlich hat er viel nachgedacht über diesen Abend am S-Bahnhof Holstenstraße. Er wurde für sein schnelles Einschreiten von Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz im feinen Ballsaal des Hotels Atlantic an der Alster als „Hamburger des

Jahres 2012“ mit dem Sonderpreis „Fairness und Courage“ ausgezeichnet. 250 Gäste aus Wirtschaft, Kultur, Politik und Medien feierten den Preisträger. Und seine Mitschüler fanden ihn einfach „cool“. Lukas: „Es wird immer so viel über Zivilcourage gesprochen, aber was ist das wirklich?“ Die Polizei rät in einem solchen Falle, sich nicht selbst in Gefahr zu bringen, nicht aktiv in den Konflikt einzugreifen. Aber man soll hingucken, in der Nähe bleiben, die Polizei unter Notruf 110 verständigen. Umstehende sollen einbezogen werden. Das Aussehen der Täter soll man sich genau einprägen, um eine genaue Personenbeschreibung abgeben zu können. Lukas: „Aber helfe ich damit dem Opfer, das gerade verprügelt wird? Ist das dann Zivilcourage?“ „Täter genau einprägen“: Die von Lukas beschützte Frau hat es getan, sie konnte die Täter gut beschreiben. Die Schläger wurden auch gleich im Stage-Club von der Polizei identifiziert. Und was ist daraus geworden? Kam es zu einer Verhandlung, wurden die Kerle verurteilt? Die ernüchternde Antwort: „Nichts ist passiert, zwei Monate später wurde die Anzeige fallengelassen.“


insider links Das Hockey-Ass vom RHTC Rahlstedt (im Sommer Regionalliga, im Winter 2. Bundesliga) hat eine Einladung vom Club BOX-OUT Hamburg bekommen

Etwas Gutes hat die Schlägerei am Holstenbahnhof dem mutigen Lukas trotzdem gebracht. Das Hockey-Ass vom RHTC Rahlstedt (im Sommer Regionalliga, im Winter 2. Bundesliga) hat eine Einladung vom Club BOX-OUT Hamburg bekommen – zu ein paar Schnupperstunden im Boxring. Wenn es etwas ruhiger wird mit dem Hockeyspielen, will Lukas auch ins Gym in die Frankenstraße gehen. „Ich werde ein paar Kumpel mit zum Boxtraining nehmen. Es soll aber niemand denken, dass ich zum Boxen gehe, weil ich jetzt andere Menschen verprügeln will.

Das Gegenteil ist der Fall. Zum einen stellt das Boxen für mich eine neue sportliche Herausforderung dar, zum anderen lerne ich doch dabei, mich zu wehren. Und das ist dann doch wieder gut für mein Selbstbewusstsein.“

„instinktiv würde ich sicher wieder so handeln, aber wenn ich länger nachdenke …“

PS: In der Notaufnahme der Klinik in Altona hatte eine Krankenschwester Lukas spontan zum „Helden der Nacht“ erklärt. Sie malte ihm sogar eine Urkunde, die er aufbewahrt. Zu der Frau, die er beschützt hat („Sie hat sich 1000 Mal bedankt.“), hat er keinen Kontakt mehr. Lukas: „Leider habe ich ihre Adresse verloren.“ ¡ _Text Wolfgang Weggen _Fotos Küster privat

links Dezember 2012: Der 17-jährige Lukas Küster wurde bei der Gala „Hamburger des Jahres“ mit dem Sonderpreis für Fairness und Courage geehrt.

rechts Lukas Küster erhielt den Preis vom Hamburger Bürgermeister Olaf Scholz.

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insider

Gamescom 2013

Gamer sind keine „Sofa-Fighter“ mehr Auch wenn die neuesten Boxspiele erst 2014 auf den Markt kommen, gab es auf der Gamescom in Köln jede Menge Kampfsportspiele zu bestaunen.

Neues Kampfspiel „Fighter Within“ für die Xbox Kinect vorgestellt Die Gamescom, Deutschlands größte Messe für Videospiele, lockte vom 21. bis 25. September 340.000 Besucher in die Kölner Messehallen, darunter auch 6000 Medienvertreter. Unter den Neuvorstellungen befanden sich Ego-Shooter, Rollenspiele, Strategiespiele und eben auch Kampfsportspiele. Ein Grund für uns, das Ganze genauer unter die Lupe zu nehmen.

Massenandrang in den Hallen. Wartezeiten bis zu 1,5 Stunden waren keine Seltenheit.

In 10 Hallen konnten die Fans vor allem eines: ausprobieren. An den Ständen sorgten hübsche Promoterinnen oder tolle Preise für schnelle Rekorde und gute Stimmung. Cosplayer, Fans, die sich wie ihre Lieblingscharaktere aus Videospielen, Filmen oder Mangaserien verkleiden, sorgten für eine authentische Stimmung unter den Gamern. Mit den skurrilen Gestalten, die bei einer Hitze von 30 Grad, 8 Stunden lang im Kostüm Pose standen, wollte jeder Fotos machen.

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Die Zeiten, als Computerspieler noch vom Sofa aus agierten sind seit „Fighters Uncaged“ vorbei. Allerdings war 2010 die Enttäuschung noch groß. Die Bewegungsübertragung des controllerlosen Spielerlebnisses war damals noch zu ungenau und keine Konkurrenz zu den üblichen Kampfspielen. Nun startet der Hersteller Ubisoft auf der Xbox One den zweiten Versuch. Nach unserem Spielversuch an der Beta-Version war schnell klar: Die Kamera ahmt jede Bewegung des Spielers in Echtzeit nach. Nur wenn es zu schnell wird, steigt der Sensor aus. Echte Fighter unter den Messebesuchern brachten selbst den neuen Kinect-Sensors an den Rand seiner Möglichkeiten. Den Überschlag eines MMA-Kämpfers übersetzte der Computer als Tritt, von drei Schlägen eines Boxers wurden nur zwei erkannt. Schweißtreibender Spielspaß Trotz kleiner Mängel erwartet den Benutzer ein schweißtreibender Spielspaß, der auch Kampfsportlern gefallen dürfte. Laut offizieller Pressemeldung ist die CD unmittelbar zum Start der Xbox One ab dem 22. November erhältlich. Die langerwartete Neuauflage des beliebten Boxspiels „Fightnight” wird leider erst 2014 erscheinen, eine Vorabversion war auf

der Gamescom nicht spielbar. Das Wrestlingspiel „WWE 2k14“ wurde von den Fans mit Begeisterung aufgenommen und verspricht ein voller Erfolg zu werden. 2014 können sich Kampfsportbegeisterte also auf einige Neuerscheinungen freuen. Unser Fazit: Wer sich für Videospiele und Kampfsport begeistert, sollte nächstes Jahr unbedingt nach Köln kommen. ¡ _Text & Fotos Peter Gründel

Die Cosplayer waren mit ihren fantasievollen Kostümen ein beliebtes Fotomotiv.


proFiboxen KATeGorie

Mit dem Italiener Stefano Abatangelo tat sich Jürgen Brähmer in Schwerin schwer. Nach 12 Runden siegte er aber klar nach Punkten.

Jürgen Brähmer

Trotz augen-OP will er wieder nach einem WM-Gürtel greifen D

er Mann ist hart im Nehmen. Bei seinem glanzlosen Punktsieg im Europameisterschafts-Fight gegen den Italiener Stefano Abatangelo zog sich Jürgen Brähmer einen schlimmen Cut am Auge zu. Aber der Schweriner hielt tapfer durch, boxte den Punktsieg sicher nach Hause. Eine große Leistung, denn nur drei Tage nach dem Kampf musste sich Brähmer wegen der Verletzung in seiner Heimatstadt Schwerin einer Operation unterziehen. „An der Augenbraue und am Augenlid klaffte jeweils eine tiefe Wunde. Cut-Man Giulio Spangnioli riet Jürgen, kein Risiko mehr einzugehen“, erklärte sein Berater Peter Hanraths. Es bestand nämlich die Gefahr der Netzhautablösung, was sogar die weitere Karriere hätte gefährden können. Doch Brähmer biss auf die Zähne. Eine Woche musste Brähmer eine Augenklappe tragen, durfte nicht Autofahren. Doch vom Training ließ sich der Halbschwer-

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gewichtler nicht abhalten. „Jürgen absolviert schon wieder Lauf- und Krafttraining. Bewunderswert, wie viel Energie er hat. Ginge es nach ihm, würde er am liebsten schon im Oktober wieder kämpfen“, sagte sein Trainer Karsten Röver.

noch in diesem Jahr wieder im ring Nach der Augenoperation verläuft die Heilung sehr gut, betont Röver. „Jürgen wird mit Sicherheit in diesem Jahr noch einmal in den Ring steigen. Gegen wen, steht aber noch nicht fest“, so Röver. Der angestrebte Kampf gegen den neuen WBO-Champion Sergej Kowaljow wird in diesem Jahr wohl nicht mehr zu realisieren sein. Der Russe, der dem Waliser Nathan Cleverly durch TKO den Weltmeister-Gürtel abnahm, plant noch eine freiwillige Titelverteidigung ehe er sich der Pflichtaufgabe gegen WBO-Interconti-Champion Brähmer stellt. „Wir gehen da-


KATeGorie

Es bestand die Gefahr der Netzhautablösung, was die weitere Karriere hätte gefährden können.

von aus, dass Kowaljew nicht sofort gegen Jürgen antreten wird. Aber es gibt noch andere Optionen“, sagt Röver. Im Gespräch ist ein WM-Kampf gegen Beibut Shumenov, dem Titelhalter bei der WBA. Röver: „Ein interessanter Gegner.“ Auch Sauerland-Geschäftsführer Chris Meyer bestätigt, dass Shumenov als Gegner in Frage kommt. Allerdings steht für den Kasachen Shumenov nach Meyers Angaben eine Pflichtverteidung an – gegen den Don-King-Boxer Marcus Oliveira aus den USA, der einen Ausscheidungskampf gegen seinen Landsmann Coyne durch TKO gewonnen hat. Chris Meyer, Geschäftsführer bei Sauerland-Promotion: „Wir haben gehört, dass Shumenov vor der Pflicht seinen Titel noch einmal freiwillig verteidigen will und einen entsprechenden Antrag gestellt haben soll. Da müssen wir erst mal abwarten.“ Bei Boxrec wird schon der Slowake Tamas Kovacs als Gegner am 23. November im Cotei Casino im südchinesischen Macau aufgeführt. Es soll Shumenovs Comeback-Kampf nach verletzungsbedingter Inaktivität seit Juni 2012 sein. Sicher ist, dass Brähmer auf jeden Fall in diesem Jahr noch einen Kampf bestreiten wird. Meyer: „Jürgen Brähmer wird 2013 garantiert noch mal kämpfen. Ob um seinen Europameistergürtel oder sogar um eine WM kann man noch nicht sagen.“ Ob Shumenov, Kowaljew oder ein Mister X aus Europa – sicher ist, dass hinter den Kulissen heftig verhandelt wird. ¡ _Text Jule Masson _Fotos Christian Küchl

EM-Gürtel verteidigt! Trainer Karsten Röwer und Boxer Jürgen Brähmer waren schon in der DDR ein erfolgreiches Team am Stützpunkt in Schwerin.

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insider KATeGorie

Foto: Andreas Grunwald

Foto: Andreas Grunwald

alexander Dimitrenko

WbC-World-Cup startet am 18. Oktober US-Sender FOX überträgt live 44 Kämpfe in acht Monaten Seit über zwei Jahren arbeitet der Weltverband WBC an Konzept und Durchführung des World Cups, der nach mehreren Aufschüben am 18. Oktober endlich beginnen soll. Seit Sulaiman Ende 2010 zum ersten Mal vom World Cup sprach, gab es so viele Planänderungen und Neukonzipierungen des Formats, dass das Turnier zu einer Art Running Gag unter Promotern und Managern wurde. Niemand glaubte wirklich, dass aus dem Spaß irgendwann mal Ernst werden könnte. Niemand außer José Sulaiman, der ein schlagkräftiges Komitee um sich versammelt hat, um seine Vision in die Realität umzusetzen. Das Konzept des World Cups klingt nach wie vor so ehrgeizig und umfassend, dass nur schwer vorstellbar ist, dass das Turnier reibungslos über die Bühne geht. Der WBC-World-Cup wird in seiner ersten Auflage in insgesamt vier Gewichtsklassen ausgeboxt: Feder-, Leicht-, Welter- und Schwergewicht. Für jede Gewichtsklasse wurden 12 Boxer nominiert. Acht davon bestreiten von Oktober bis Dezember 2013 eine Qualifikationsrunde. Die vier Sieger der Qualifikationskämpfe treten dann im Januar und Februar 2014 gegen schon gesetzte Gegner zum Viertelfinale an. Danach geht es – wie es sich für ein Box-Turnier gehört – im K.o.-System weiter ins Halbfinale und Finale. Die Endkämpfe finden dann im Mai und Juni 2014 statt.

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boxen HeUTe | 09/2013

Wer mitgerechnet hat, weiß, dass der World Cup damit insgesamt 44 Kämpfe umfassen wird, die in einem Zeitraum von gerade mal acht Monaten über die Bühne gehen sollen. Dementsprechend eng ist die Planung. Vom 18. Oktober bis zum 13. Dezember finden jeden Freitag zwei Qualifikations-Kämpfe statt – die einzige Ausnahme bildet der 29. November, an dem in den USA Thanksgiving gefeiert wird, so dass der übertragende US-Sender FOX auf eine kampffreie Woche bestand. Zwischen dem letzten Vorrunden- und dem ersten Viertelfinalkampf liegen die vier Wochen rund um Weihnachten und Silvester. Auch zwischen Viertel- und Halbfinale sowie vor den Finalkämpfen sind jeweils vier Wochen Pause eingeplant. Wenn man bedenkt, welche Probleme es beim im Vergleich zum World Cup relativ überschaubaren Super-Six-Turnier mit Terminverschiebungen und Verletzungen gab, dann muss Sulaimans Planung überehrgeizig erscheinen. Die entscheidende Frage ist: Wer soll die Einzel-Veranstaltungen ausrichten? Der WBC wird mit Sicherheit nicht selber als Promoter auftreten. In diesem Punkt vertraut Sulaiman auf seine Partner auf der ganzen Welt – und nimmt die Veranstalter mit einem einfachen Trick mit ins Boot. Der Verband zahlt die Börsen – in diesem Fall als Preisgelder – so dass die Promoter von einem wesentlichen Kostenfaktor entbunden werden. Dafür verbleiben die Einnahmen aus der TV-Vermarktung und großen Teilen des Sponsorings beim WBC, dass die Ausgaben gedeckt werden können.


KATeGorie insider

Odlanier Solis

Foto: daniel Hiller

Juan Carlos Gomez

Der lokale Promoter kann trotzdem Gewinn erwirtschaften. Er muss zwar die Kosten vor Ort decken (Hallenmiete, Ringaufbau, Undercard, Sicherheit, Unterkunft und Verpflegung etc.), darf dafür aber eine begrenzte Anzahl von Werbeflächen selber vermarkten und hat Anspruch auf die gesamten Einnahmen aus dem Ticket-Verkauf. Das mag für „große“ Promoter wie Sauerland Event, die ihre Haupteinnahmen aus dem nationalen TV-Deal mit der ARD generieren, nicht besonders reizvoll klingen. Für kleinere Veranstalter, deren wichtigste Umsatzquelle die Eintrittskarten sind, bietet das Modell aber gute Möglichkeiten. Die Konstellation, dass die großen Promoter kaum Interesse daran haben dürften, sich vor den Karren des WBC spannen zu lassen, führt natürlich auch dazu, dass sich Boxer, die bei diesen Promotern unter Vertrag stehen, nicht für den World Cup melden. So bietet sich aber für all die anderen, die sich ohne Unterstützung eines renommierten Veranstalters durchboxen müssen, die Möglichkeit, gutes Geld zu verdienen und dabei auch noch an die Spitze der Weltrangliste vorzustoßen. Denn eins garantiert Präsident Sulaiman persönlich: „Der Sieger des World Cup wird automatisch die Nr. 1 der Weltrangliste in seiner jeweiligen Gewichtsklasse und Pflichtherausforderer auf den Weltmeister-Titel!“ Amtierender Champion ist Vitali Klitschko. Gomez, Dimitrenko und Solis in der Qualifikationsrunde Dank dieser Perspektive gelang es Sulaiman und seinem Team, ein namhaftes Teilnehmerfeld zusammenzustellen, das auch aus deutscher Perspektive überaus interessant ist. Der eigentlich eingeplante Manuel Charr hat seine Teilnahme zwar aufgrund anderer Verpflichtungen absagen müssen, in der Qualifi-

kationsrunde treten mit Juan Carlos Gomez, Alexander Dimitrenko und Odlanier Solis aber trotzdem gleich drei Kämpfer an, die hierzulande jedem Box-Fan ein Begriff sind. Solis wird dabei am 18. Oktober den Auftakt machen. In Mexico City bekommt es der Kubaner mit dem Amerikaner Franklin Lawrence zu tun. Sollte Solis sich – erwartungsgemäß – durchsetzen, wartet im Viertelfinale mit dem Russen Vyacheslav Glazkov ein härteres Kaliber auf „La Sombra“. Eine Woche nach Solis greift Juan Carlos Gomez ins Turnier ein. Der „schwarze Panther“ trifft im Mohegan Sun Casino in den USA auf Eric Molina. Im Viertelfinale würde auch auf den ehemaligen Cruisergewichts-Weltmeister ein starker Russe warten. Gomez bekäme es Anfang 2014 mit dem ungeschlagenen Magomed Adbusalamov zu tun. Der deutsche Kandidat Alexander Dimitrenko greift in der letzten Vorrunden-Woche am 13. Dezember ins Geschehen ein. Er wird es mit dem britischen Vertreter Sam Sexton zu tun bekommen. Sexton war einer der letzten Teilnehmer, der sich für den World Cup gemeldet hat. Er wurde vom britischen Verband nachnominiert, nachdem die eigentlich vorgesehenen David Haye, Tyson Fury, David Price und Dereck Chisora abgesagt hatten. Eine lösbare Aufgabe also für Dimitrenko, der bei einem Sieg in der ersten Runde im Viertelfinale auf Klitschko-Trainer Jonathon Banks treffen würde. José Sulaiman hat angekündigt, dass der gesamte World Cup live auf der Online-Plattform wbcboxing.tv gestreamt wird. Da die meisten Veranstaltungen in Mexiko und den USA stattfinden werden, müssen Interessierte dann aber immer früh aufstehen oder lange wach bleiben. Doch das kennen eingefleischte Fans ja ohnehin von den großen Kämpfen aus Las Vegas. ¡ _Text Dieter Sporn

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inTervieW

Herbert Büttner im Interview

„boxen in Deutschland? Da blutet mir das Herz.“ Der neue Starke an der Seite von Ahmet Öner

D

BOXEN HEUTE: Herr Büttner, woher kommt Ihre Leidenschaft fürs Boxen? Herbert Büttner: „Ich musste mich im Leben grundsätzlich durchboxen. Ich komme aus einfachen Verhältnissen, bin in Nürnberg aufgewachsen. In der Jugend hatte ich einen schweren Unfall. Nachdem mich ein Hund zerfleischt hat, hatte ich wenig Überlebenschancen. Mit 13 bis 18 Jahren lag ich im Krankenhaus, musste viele Operationen über mich ergehen lassen, bei denen ich immer wieder damit rechnen musste, dass die Beine amputiert werden müssen. Zum Glück ist es nicht dazu gekommen, trotzdem konnte ich kein Abitur machen, sondern nur den Hauptschulabschluss, habe eine Ausbildung bei der Bundesanstalt für Arbeit gemacht, bin dann aber – weil mir die sozialen Kontakte gefehlt haben, da ich so lange im Krankenhaus lag – in andere Kreise gekommen, als die Eltern sich das vorgestellt hatten. Dann habe ich gelernt, mich als kleiner Mann auf der Straße durchzuboxen. Parallel zu dieser Zeit – das war in den 70ern, in der Ära von Ali – habe ich mit meinem boxbegeisterten Vater die großen Kämpfe geguckt. Da entwickelte sich die Leidenschaft.“

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Promoterteam und gute Freunde: Herbert Büttner (l.) mit Ahmet Öner (r.)

Gab es etwas wie ein Aha-Erlebnis, das Sie endgültig zum Box-Fan gemacht hat? „Ja, gibt es, und die Geschichte ist fast unglaublich. Wie fast alle Menschen war auch ich ein Ali-Fan. 1999 in Las Vegas sieht meine damalige Partnerin beim Hotel Check-in irgendwo hinter mir auf einmal eine Menschentraube und sagt: »Du, da ist Ali!« Ich wühl mich also durch die Leute durch, gehe zu Ali hin, gebe ihm die Hand und sage mit meinem schlechten Englisch, dass ich einer seiner größten Fans bin. Ali schiebt seine Bodyguards weg, guckt mich an, nimmt mich in den Arm und sagt: »I think you are a good guy!« Vier Stunden später finde ich auf dem Zimmer eine Einladung von Ali, der an dem Tag im MGM Geburtstag gefeiert hat. Ich war eigentlich zum Kampf zwischen Mike Tyson und Francois Botha da. Da war Ali Ehrengast und hat danach im MGM eine große Geburtstagsparty gegeben – und ich hatte auf einmal eine Einladung.“

Foto: daniel Hiller

er Hamburger Werbeunternehmer Herbert Büttner wurde vom Fan und Freund zum Sponsor und schließlich zum Co-Promoter des türkischen Enfant Terribles Ahmet Öner. Die Veranstaltung am 27. Juli in Cuxhaven wurde bereits von Büttners Firma FFW durchgeführt. Im exklusiven Interview mit BOXEN HEUTE erklärt er, warum er in den Sport investiert.

Was hat Sie dann bewogen, auch geschäftlich ins Boxbusiness einzusteigen? „Ich habe Ahmet Öner in Hamburg im Tarantella kennengelernt. Wir haben Backgammon gespielt, da habe ich den großen Box-Promoter besiegt. Daraus hat sich eine Sympathie entwickelt, weil Herr Öner sich als guter Verlierer gezeigt hat. Dann hat er mich im Rahmen unserer Freundschaft immer mal wieder zu BoxVeranstaltungen eingeladen – unter anderem auch zum Kampf zwischen Vitali »

v.l.n.r.: mike Tyson, Herbert Büttner und muhammad Ali


KATeGorie inTervieW

gelernt, wie schwierig das Box-Geschäft ist. Deswegen vertraue ich im sportlichen Bereich Ahmet Öner. Ich vertraue ihm blind, weil ich ihn für den Besten halte, den es überhaupt gibt – zum Beispiel im Matchmaking und in der Arbeit mit den Verbänden. Wir sind uns auch einig, dass wir nur mit den zwei fertigen Boxern Odlanier Solis und Selcuk Aydin arbeiten. Ich bin davon überzeugt, dass diese beiden Jungs es schaffen können. Wenn ihre Zeit dann irgendwann vorbei ist, werde ich mich aus dem Box-Geschäft voraussichtlich auch wieder zurückziehen.“

Foto: daniel Hiller

» Klitschko und Odlanier Solis. Da habe ich dieses Schmierentheater hautnah mitbekommen, das Verhalten der Klitschkos, die sich nach außen immer als Saubermänner darstellen und gleichzeitig einen derartigen Psychodruck aufbauen. Was da an Schikanen gelaufen ist gegen Ahmet Öner – das ging soweit, dass die uns nicht mal in die Halle lassen wollten. Das alles verbunden mit dem Kampf und dem Skandal mit dieser Pressekonferenz im Anschluss, das hat zum nächsten Schritt geführt, da ich den Promoter Ahmet Öner als Mensch kennengelernt hatte und für meinen Teil nie was Negatives feststellen konnte. Natürlich weiß ich auch, dass er sich durch seine Art und seine Unbeherrschtheit das eine oder andere Eigentor geschossen hat. Deswegen habe ich irgendwann gesagt: Jetzt werde ich Spaß, Hobby, Freundschaft und alles verbinden und auch geschäftlich einsteigen.“

Ahmet Öners Champion Selcuk Aydin

„Überall, wo es TVExklusiv-Verträge gibt, werden die Leute verarscht.“

Was machen Sie, wenn Sie nicht am Boxring sitzen? „Ich habe seit zwanzig Jahren eine große Werbefirma, bin Subunternehmer eines der größten Werbeunternehmen Europas. Wir machen Krankenhaus-Fernsehen, konkurrenzlos in Europa. Ich bin Vertriebsdirektor und kümmere mich um den Gesamtvertrieb. Zum anderen verschenken wir Fahrzeuge an karitative Einrichtungen, Gemeinden, Kommunen und Vereine, die wir durch Werbung refinanzieren, das ist mein Hauptgeschäft. Aber seit geraumer Zeit habe ich durch meine Leidenschaft zum Sport auch mein Geschäftsfeld erweitert, handle mit Sportrechten, mache Sportmarketing, bin jetzt auch Promoter. Dabei beschränkt sich mein Interesse nicht nur auf den Boxsport. Ich arbeite zum Beispiel auch mit einem der aussichtsreichsten Formel-1 Talente in Deutschland, Christopher Zanella, der zwei Jahre Spitzenreiter in der Formel 3 war und jetzt in die direkte Einsteigerklasse zur Formel 1 gewechselt ist.“

Also haben Sie keine Ambitionen, den deutschen Boxmarkt langfristig umzukrempeln – warum nicht? „Das Boxen in Deutschland ist mehr oder weniger am Ende. Das ist eine jahrelange Farce. Es schockiert mich, wie dieser großartige Sport, der ein Riesen-Potenzial hat, in den letzten Jahren so kaputtgemacht worden ist. Sei es durch den einen oder anderen Promoter, den ich hier nicht nennen will oder durch linke Verträge. Sei es durch Egoismus oder sei es dadurch, dass man Boxen zu einer Kindergarten-Veranstaltung macht wie die Klitschkos. Wenn es ums Marketing geht – und ich komme ja aus der Werbung – muss man sagen: Das, was die Klitschkos machen, ist perfekt. Aber mit Boxen hat das nichts zu tun. Die Zukunft des Boxens liegt in Amerika. Da war es immer groß und da wird es auch immer groß bleiben.“

Nehmen Sie denn auch Einfluss auf die sportlichen Entscheidungen oder überlassen Sie das weiterhin den „Fachleuten“ – im Fall des Boxens also Ahmet Öner? „Mein Hauptgeschäft bleibt die Werbung. Da bleibt kaum Zeit, mich fachlich so tief einzuarbeiten, wie ich es müsste. Außerdem habe ich in der kurzen Zeit

Wo liegen denn die großen Unterschiede zwischen Deutschland und Amerika? „In Deutschland wurde das schon vor vielen Jahren falsch angefangen. Es gab so eine gewisse Euphorie durch die Wiedervereinigung und Henry Maske. Da gab es auch geile Kämpfe von Dariusz Michalczewski und Graciano Rocchigiani. Aber auch den hat man immer betrogen.

Da ging es schon los mit den Schiebereien und so weiter. Da hatte man eine Riesen-Chance. Doch alle haben nur auf das schnelle Geld geschaut, keiner hat vorausgeguckt. Da sind die Fehler passiert. Man hätte das Boxen so aufbauen können wie in Amerika. Dort gibt es verschiedene große Promoter und TV-Sender, die am Sport interessiert sind und sich nicht blind an einen Promoter binden. Die Exklusiv-Verträge in Deutschland haben viel kaputt gemacht und verhindert. Konkurrenz belebt das Geschäft. Deshalb ist der große Markt nach wie vor in Amerika. Und das ist natürlich gut für uns, weil Solis und Aydin die Chance haben, sich in Amerika zu etablieren. Die Ära der Klitschkos wird bald zu Ende gehen, und dann wird das amerikanische Schwergewichts-Boxen wieder auferstehen. Deswegen sind auch die Aussichten für Solis in den USA sehr gut.“ Glauben Sie nicht, dass der Boxsport in Deutschland das Potenzial hat, sich nach einer Schwächephase wieder zu erholen? „Als Werbeunternehmer blutet mir das Herz, weil in Deutschland so viele Chancen verpasst wurden. Hier findet man keine vernünftigen Sponsoren mehr, denen es ums Boxen geht. Hier geht es nur noch um die Klitschkos und ihre Show. Wenn das vorbei ist, werden sich auch die letzten Sponsoren zurückziehen. Man könnte viel mehr aus dem Boxen machen, aber es ist alles nur auf den Moment aufgebaut und keiner blickt auf die Zukunft.“ ¡ _Text Dieter Sporn

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Alle Ergebnisse der Deutschen Meisterschaft in Oldenburg.

Seite 74

Foto: Andreas Grunwald

Seite 82

Der Schwergewichtler Christian Hammer klettert auf #3 der Rangliste.

Foto: Daniel Hiller

Felix Sturm unter Druck

Foto: Andreas Grunwald

#09 | Oktober 2013

Der Kölner Mittelgewichtler will wieder Weltmeister werden. Als Pflichtherausforderer des Briten Darren Baker sind die Weichen gestellt. Allerdings will der IBF-Weltmeister in London boxen. Das Problem: Wie Sturms Manager Roland Bebak berichtet, gilt der Vertrag mit Sat.1 nur in Deutschland. Die heimischen Fans könnten vor ihren Fernsehgeräten ins Schwarze gucken und auch Sturm müsste wahrscheinlich auf die lukrativen TV-Zahlungen verzichten. ¡

Der Hammer schlägt wieder zu Christian Hammer wird am 20 Dezember in seiner rumänischen Heimat wieder zuschlagen, dass berichtet sein Promoter Erol Ceylan. Nachdem es der Schwergewichtler 8 Jahre in Deutschland versuchte, startet er zusammen mit Ceylan am Schwarzen Meer durch. Nach seinem K.o.-Sieg über den Norweger Leif Larsen ist es der dritte Kampf in Galati. ¡

Immer dabei! boxen-heute.de/epaper

Aus der BOXEN HEUTE Redaktion: é aufsteiger

Arayk "Löwe" Marutyan (li.) startet in der Weltserie für die German Eagles und in der Liga für den Velberter BC. (Foto: BOXEN HEUTE)

boxring Hanau rüstet mit viel Geld auf – Velbert hält dagegen In der 1. Bundesliga werden ab dem 16. November fünf Vereine um die Deutsche Meisterschaft kämpfen: Velberter BC, SV Motor Babelsberg, Nordhäuser SV, Boxring Hanau und BC Straubing. Der BSK Hannover-Seelze kämpft nach Absprung eines Großsponsors in der zweiten Liga. Interessant wird des Duell zwischen dem Rekordmeister Velberter BC und dem Boxring Hanau, von dem angeblich alle Bundesliga-Kämpfer der letzten Saison lukrative Angebote er-

halten haben sollen. Velbert-Boss Hans-Gerd Rosik: „Konkurrenz belebt das Geschäft. Im Ring wird abgerechnet. Wir in Velbert machen seit Jahrzehnten unsere Hausaufgaben, die Erfolge sprechen eine deutliche Sprache. Wo waren die anderen Spitzenvereine, die jetzt mit dem Säbel rasseln? Auch Velbert bindet bereits Neuzugänge. Für die neue Saison konnte der Vize-Europameister Arayk Löwe" Marutyan verpflichtet werden. ¡

INHalT Offizielle Seite des BDB .................. 68 Kontakt zum DBV ............................. 80 Eventplaner........................................ 76

Ranglisten World Pro Boxing ......... 70 Ranglisten Profi DE, AT und CH ..... 74 Ergebnisse Amateure ...................... 82

Floyd Mayweather ist mit 36 Jahren einer der spektakulärsten Boxer unserer Zeit. Mit seinem klaren Sieg über den 13 Jahre jüngeren Saul Alvarez steht der Stern des Amerikaners so hoch wie nie. Im Gegensatz zu seinen Kollegen scheint Maywaether gegen die Regeln der Biologie noch gute Jahre vor sich zu haben. ¡ ê absteiger Manuel Charr hatte eigentlich eine gute Idee. Erst bei Sat.1 im Big Brother Container bekannt werden, dann neben Robert Stieglitz im TV kämpfen. Doch mit den unmöglichen Vermutungen um Wladimir Klitschkos sexuelle Vorlieben, schoss sich der Kölner aus dem Rennen. Mal sehen wie sich Sat.1 positioniert. ¡

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BUND

CHER BERU TS F EU

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Profiboxen

Der Verein Name

Bund Deutscher Berufsboxer Präsident

Thomas Pütz

BDB-Präsident Thomas Pütz

Kontakt

Carl-Zeiss-Str. 38 – 40 24568 Kaltenkirchen Web: www.boxen-bdb.de E-mail: info@boxen-bdb.de Tel.: 04 191 / 99 66 50

bDb-Kampfrichter Jürgen langos punktete beim Megafight in Vegas Am 14. September schaute die gesamte Box-Welt nach Las Vegas. Der MegaKampf zwischen Floyd Mayweather jr. und Saul „Canelo“ Alvarez brach alle Rekorde. Die MGM Grand Garden Arena war in kürzester Zeit restlos ausverkauft, auf dem Schwarzmarkt zahlten manche Fans über 10.000,- Dollar für die begehrten Tickets. Ein Deutscher, der ganz nah am Geschehen war, dafür keinen Cent bezahlen musste, war Jürgen Langos. Als Punktrichter eines Rahmenkampfes kassierte der BDB-Kampfrichter Jürgen Langos sogar noch ein Referee-Honorar. „Dass ein deutscher Punktrichter bei einem so großen Event zum Einsatz kommt, ist natürlich eine tolle Auszeichnung für Jürgen persönlich, aber auch für den gesamten BDB“, freut sich Präsident Thomas Pütz. „Und da er dazu noch einen sehr guten Job gemacht hat, bin ich mir sicher, dass es nicht sein letzter Einsatz in den USA gewesen ist.“ 1996 bestritt der Mann aus Bad Soden drei Kämpfe und beendet seine kurze Karriere mit einer durchwachsenen Bilanz von einem Unentschieden, einem Sieg und

einer Niederlage. Der Ex-Profi berichtet BOXEN HEUTE im Interview exklusiv von seinem Einsatz in Las Vegas. BOXEN HEUTE: Wie kommt man als BDBRing- und Punktrichter nach Las Vegas? Jürgen Langos: Ich habe neben der BDBLizenz auch eine Lizenz der Nevada State Athletic Commission. In den USA entscheiden staatliche Kommissionen darüber, wer im jeweiligen Bundesstaat zum Einsatz kommt. Die Weltverbände haben dort bei Weitem nicht so viel Einfluss wie zum Beispiel in Deutschland. Trotzdem habe ich mein Engagement auch dem WBC Vizepräsidenten Rex Walker zu verdanken. Wir kennen und schätzen uns seit vielen Jahren. Wer wie ich eine Lizenz bei der WBC hat, bindet sich exklusiv und verzichtet damit auf Einsätze bei anderen Weltverbänden. Diese Loyalität wird eben irgendwann auch mal belohnt. Rex hat in Nevada ein gutes Wort für mich eingelegt, und der zuständige Chairman Keith Kizer hat mich daraufhin angefordert. BOXEN HEUTE: Sie waren zwar nicht beim Main Event zwischen Mayweather und Alvarez im Einsatz, dafür aber beim zweiten Hauptkampf des Abends zwischen Lucas Matthysse und Danny Garcia, auf den viele Fans weltweit hingefiebert haben. Wie bereitet man sich auf so eine besondere Aufgabe vor? Jürgen Langos: Grundsätzlich weiß ich aus langjähriger Erfahrung natürlich genau, was ich als Punktrichter zu tun habe. Trotzdem schaut man sich die Boxer im Vorfeld noch mal genau an. Matthysse und Garcia sind absolute Top-Stars, die man kennt. Aber das Wichtigste ist natürlich, dass man unvoreingenommen an so einen Kampf herangeht und hochkonzentriert ist. Ich war vorher wegen des Jetlags noch sehr müde, aber sobald der Kampf begonnen hatte, war ich voll da und absolut fokussiert.

ç Der Deutsche Punktrichter Jürgen Langos am Ring in Las Vegas.


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BOXEN HEUTE: Sie haben schon bei vielen großen Kämpfen in großen Hallen im Ring gestanden oder am Ring gepunktet. War die Atmosphäre im MGM Grand trotzdem etwas Besonderes? Und waren Sie nervös, weil Sie wussten, dass die ganze Welt zuguckt? Jürgen Langos: Die Stimmung war hervorragend und die Spannung mit Händen zu greifen. Aber davon darf man sich als Punktrichter nicht ablenken lassen. Wenn ich als Ringrichter mitten drin gewesen wäre, wäre ich vielleicht ein bisschen angespannt gewesen. Als Punktrichter bin ich aber nicht nervös. Während des Kampfes habe ich nur die Action im Ring gesehen und meinen Job gemacht. Aber natürlich saugt man vor und nach dem Kampf die Atmosphäre auf. Das war schon eine tolle Erfahrung. BOXEN HEUTE: Mit 114:112 für Garcia hatten Sie dieselbe Wertung wie Ihr Kollege Robert Hoyle. Auch der dritte Judge Glenn Trobridge lag mit 115:111 für Garcia nur einen Punkt von Ihnen entfernt. Ist das ein gutes Gefühl, wenn man merkt, dass man den Kampf genauso bewertet hat wie die anderen Punktrichter? Jürgen Langos: Grundsätzlich muss man hinter seiner eigenen Entscheidung stehen und sich sicher sein, dass man das Geschehen richtig eingeschätzt hat. Ich fand den Kampf auch nicht besonders schwer zu werten. Es war sehr ausgeglichen bis zu der schweren Schwellung am Auge von Matthysse. Dadurch konnte Garcia sich den entscheidenden Vorteil sichern und ja auch noch einen Niederschlag verbuchen. Der Punktabzug für Garcia konnte am Sieg nichts mehr ändern. Der war aber voll gerechtfertigt und hätte auch schon früher kommen können. Garcia hat sehr oft tief geschlagen. Was ich aber sehr hilfreich und professionell fand: Nach dem Ende der Veranstaltung hatten wir noch mal ein Meeting mit Keith Kizer und allen Offiziellen, bei dem Meinungen ausgetauscht wurden. Wir haben auch die Masterscorecard vom Kampf in Kopie bekommen, so

é Die Sicherheitsvorkehrungen in der Halle waren extrem. Als Offizieller hatte Jürgen Langos bis zum Ring frei Bahn.

dass man daran noch mal gut sehen kann, in welchen Runden man genauso gewertet hat, wie die Kollegen. Das hilft schon sehr.

Wer wie ich eine lizenz bei der WBc hat, bindet sich exklusiv und verzichtet damit auf einsätze bei anderen Weltverbänden. Diese loyalität wird eben irgendwann auch mal belohnt.

BOXEN HEUTE: Sie haben natürlich auch den Skandal beim Hauptkampf zwischen Mayweather und Alvarez mitbekommen, als die Punktrichterin C.J. Ross ein Unentschieden gesehen hat und diese Meinung ziemlich exklusiv hatte. Wie bewerten Sie diese Fehlentscheidung? Jürgen Langos: Das ist natürlich eine schwierige Frage, weil ich mit Sicherheit keine Kollegin in die Pfanne hauen will – zumal ich genau weiß, wie es sich anfühlt, wenn man im Kreuzfeuer der Kritik steht. Ich mag und schätze C.J. Ross sehr und sehe auch die menschliche Seite. Für sie selber ist das natürlich sehr unangenehm. Aber es ist auch ganz klar, dass sie deutlich daneben lag. Ich habe selber nicht mitgepunktet, weiß aber nicht, wie man mehr als eine oder zwei Runden bei Alvarez sehen kann. Mayweather hat den Kampf klar dominiert und haushoch gewonnen. ¡ _Text Daniel Hiller _Fotos Jürgen Langos

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World pro boxing P4P Männer rang Trend 1 O 2 – 3 – Ø 4 Ø 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15

O – O – – Ø Ø – Ø –

P4P Frauen rang Trend 1 O 2 O 3 – 4 – Ø 5

name Floyd Mayweather Jr Juan Manuel Marquez Wladimir Klitschko Saul Alvarez Sergio Martinez Carl Froch Timothy Bradley Danny Garcia Bernard Hopkins Gennady Golovkin Kubrat Pulev Devon Alexander Manny Pacquiao Lucas Martin Matthysse Mikey Garcia

rekord 45(26)-0-0 55(40)-6-1 60(51)-3(3)-0 42(30)-1-1 51(28)-2(1)-2 31(22)-2-0 30(12)-0-0 27(16)-0-0 53(32)-6-2 27(24)-0-0 18(9)-0-0 25(14)-1-0 54(38)-5(3)-2 34(32)-3-0 32(27)-0-0

Land USA MEX UKR MEX ARG GBR USA USA USA KAZ BGR USA PHL ARG USA

Schwergewicht Männer rang Trend name 1 – Wladimir Klitschko Ø 2 Kubrat Pulev Ø 3 Tomasz Adamek 4 – Tyson Fury 5 – Alexander Povetkin Ø 6 Robert Helenius Ø 7 Odlanier Solis 8 Chris Arreola O 9 Bermane Stiverne O Ø 10 Tony Thompson 11 – Dereck Chisora 12 Deontay Wilder O 13 – Vyacheslav Glazkov Ø 14 Johnathon Banks 15 Carlos Takam O

rekord 60(51)-3(3)-0 18(9)-0-0 49(29)-2(1)-0 21(15)-0-0 26(18)-0-0 19(11)-0-0 20(13)-1(1)-0 36(31)-3(1)-0 23(20)-1(1)-1 38(26)-4(2)-0 17(11)-4(1)-0 29(29)-0-0 15(11)-0-1 29(19)-2(1)-1 28(22)-1-0

Land UKR BGR POL GBR RUS FIN CUB USA CAN USA GBR USA UKR USA CMR

Schwergewicht Frauen rang Trend name 1 – Martha Salazar 2 – Berenice Cubillas 3 Sonya Lamonakis O 4 – Lisa Marie Vizaniari 5 – Silvia Zuniga

rekord 12(3)-4-0 5(4)-0-0 7(1)-1-2 7(3)-0-0 5(1)-12(4)-0

Land USA MEX USA AUS MEX

name Cecilia Braekhus Diana Prazak Jessica Chavez Marcela Eliana Acuna Jelena Mrdjenovich

rekord 23(7)-0-0 12(8)-2-0 19(4)-3-2 39(17)-6(1)-1 30(15)-9-1

Land NOR AUS MEX ARG CAN

Cruisergewicht Männer rang Trend name 1 – Marco Huck Ø 2 Guillermo Jones 3 – Thabiso Mchunu 4 – Krzysztof Wlodarczyk Ø 5 Danny Green Ø 6 Ola Afolabi 7 – Mateusz Masternak 8 – Alexander Alekseev Ø 9 Eddie Chambers 10 – Denis Lebedev Ø 11 BJ Flores Ø 12 Shane Cameron 13 – Ilunga Makabu 14 – Pawel Kolodziej Ø 15 Firat Arslan

rekord 36(25)-2(1)-1 39(31)-3(1)-2 14(10)-1(1)-0 48(34)-2-1 33(28)-5(2)-0 19(9)-3-4 30(22)-0-0 24(20)-2(2)-1 36(18)-4(1)-0 25(19)-2(1)-0 28(18)-1-1 29(22)-3(2)-0 15(14)-1(1)-0 32(17)-0-0 33(21)-6(2)-2

Land DEU PAN ZAF POL AUS GBR POL RUS USA RUS USA NZL COD POL DEU

Cruisergewicht Frauen Keine Boxerin in den Wertungen.

Cruisergewicht Marco Huck ist nach wie vor der Dominator dieser Klasse. Denis Lebedev wird allgemein zwar als stärker angesehen, muss sich aber erst einmal von seinem brutalen Fight mit dem gedopten Guillermo Jones erholen. IBF-Weltmeister Yoan Pablo Hernandez bereitet sich auf eine schwere Titelverteidigung gegen Alexander Alekseev vor, während Rakhim Chakhkiev ein Comeback gegen Giulian Ilie bestreiten wird. ¡

Schwergewicht In der Königsklasse herrscht lediglich an der Spitze Stillstand. Die potentiellen Herausforderer bringen wieder Leben in die Gewichtsklasse, indem sie untereinander spannende Kämpfe austragen. Kubrat Pulev, Chris Arreola, Bermine Stiverne und Magomed Abdusalamov stechen besonders hervor. Auch der stets risikofreudige Dereck Chisora hat was für sich. Am meisten warten die Fans momentan aber auf das britische Duell zwischen David Haye und Tyson Fury. ¡

Halbschwergewicht Männer rang Trend name 1 – Bernard Hopkins 2 Adonis Stevenson O Ø 3 Lucian Bute 4 Sergey Kovalev O 5 – Tony Bellew Ø 6 Tavoris Cloud Ø 7 Chad Dawson 8 – Jean Pascal 9 Andrzej Fonfara O Ø 10 Juergen Braehmer 11 – Eleider Alvarez 12 Enzo Maccarinelli O Ø 13 Isaac Chilemba 14 – Cedric Agnew Ø 15 Nadjib Mohammedi

rekord 53(32)-6-2 21(18)-1(1)-0 31(24)-1(1)-0 22(20)-0-1 20(12)-1-1 24(19)-1-0 31(17)-3(2)-0 27(16)-2-1 24(14)-2(1)-0 41(31)-2-0 12(8)-0-0 37(29)-6(6)-0 20(9)-2-2 26(13)-0-0 32(19)-3(2)-0

Land USA CAN ROU RUS GBR USA USA CAN POL DEU COL GBR MWI USA FRA

Halbschwergewicht Frauen Keine Boxerin in den Wertungen.

„Rekord“ stellt die Kampfbilanz der Sportler dar.

Halbschwergewicht

18 (7) -7 (3) -1 bedeutet z. B.: 18 Siege (7 davon vorzeitig) - 7 Niederlagen (3 davon vorzeitig) -1 Unentschiedener Kampf

Segrey Kovalev kam mit einem Knall an die Spitze, als er Nathan Cleverly entthronte. Bernard Hopkins hält sich

Supermittelgewicht Männer rang Trend name 1 Carl Froch O 2 – Robert Stieglitz 3 Edwin Rodriguez O Ø 4 Mikkel Kessler 5 George Groves O Ø 6 Thomas Oosthuizen 7 Sakio Bika O 8 – James DeGale Ø 9 Arthur Abraham 10 Brandon Gonzales O Ø Ezequiel Osvaldo Maderna 11 12 Ryota Murata O 13 – Maxim Vlasov 14 Marco Antonio Periban O 15 Dmitry Sukhotsky O Supermittelgewicht Frauen rang Trend name 1 – Zita Zatyko 2 Nikki Adler O 3 – Marija Pejakovic 4 – Sydney LeBlanc Ø 5 Sharon Warde

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boxen HeUTe | 09/2013

rekord 31(22)-2-0 45(26)-3(2)-0 24(16)-0-0 46(35)-3-0 19(15)-0-0 21(13)-0-2 32(21)-5-2 16(11)-1-0 37(28)-4(1)-0 17(10)-0-1 20(13)-1-0 1(1)-0-0 26(12)-1-0 20(13)-1-1 20(15)-2-0

Land GBR DEU DOM DNK GBR ZAF AUS GBR DEU USA ARG JPN RUS MEX RUS

rekord 15(11)-1-1 10(6)-0-0 5(1)-3(2)-0 3-0-1 8-5-1

Land HUN DEU SRB USA GUY

Supermittelgewicht Klassenprimus Andre Ward wird vermutlich als nächstes auf den aufstrebenden Edwin Rodriguez treffen. Inzwischen hat ihm IBF- und WBAWeltmeister Carl Froch durch starke Kämpfe den Rang abgelaufen. Froch duelliert sich bald mit seinem Landsmann George Groves. In Deutschland hält Robert Stieglitz den WBO Titel und boxt ab und an gegen unbekannte, aber beherzte Herausforderer. Hoffnung der Gewichtsklasse ist sicherlich der Japaner Ryota Murata, seines Zeichens Olympiasieger von 2012. ¡

indessen mit einem vermutlich recht leichten Kampf gegen Karo Murat warm, während Adonis Stevenson an seinen K.O.-Erfolg über Chad Dawson anknüpfen will, wenn er auf Tavoris Cloud trifft. Beibut Shumenov, der noch immer den WBA Titel hält, möchte seinen Titel in China verteidigen. ¡

Die szene im

Weltbox

ter

me BoxBaro chau, ck, Vors Rückbli nd u n e s o Progn n e s ly a An


World pro boxing Mittelgewicht Männer rang Trend name Ø 1 Sergio Martinez 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15

O – O Ø Ø – – – – O Ø Ø

rekord 51(28)-2(1)-2 Gennady Golovkin 27(24)-0-0 Peter Quillin 29(21)-0-0 Darren Barker 26(16)-1(1)-0 Felix Sturm 38(17)-3(1)-2 Daniel Geale 29(15)-2-0 Martin Murray 25(11)-1-1 Sam Soliman 42(17)-11(1)-0 Marco Antonio Rubio 58(50)-6(3)-1 Andy Lee 30(21)-2(2)-0 Brian Vera 23(14)-6(2)-0 Matthew Macklin 29(20)-5(3)-0 Hassan N'Dam N'Jikam 27(17)-1-0 Max Bursak 27(12)-1-1 Curtis Stevens 25(18)-3(1)-0

O O Mittelgewicht Frauen rang Trend 1 – Ø 2 3 – 4 – 5 –

name Christina Hammer Mikaela Lauren Teresa Perozzi Happiness Nkhoma Jamhuri Said

rekord 15(7)-0-0 19(7)-3(1)-0 9(1)-4-3 1-1-0 1-3(1)-0

Land ARG KAZ USA GBR DEU AUS GBR AUS MEX IRL USA GBR FRA UKR USA Land DEU SWE BMU MWI TZA

Halb-Mittelgewicht Canelo Alvarez muss sich nach seiner deutlichen Niederlage gegen Floyd Mayweather erst einmal wieder aufrappeln. Abseits des rothaarigen Mexikaners sieht es momentan etwas mau aus. Publikumsliebling Alfredo Angulo kuriert eine Augenverletzung aus, während eher taktische Boxer wie Carlos Molina, Austin Trout, Erislandy Lara und Ishe Smith an der Spitze der Rangliste unterwegs sind. Ein Hoffnungsschimmer könnte der offensiv boxende Weißrusse Sergey Rabchenko sein, der aktuell den EBU Titel hält. ¡

Weltergewicht Männer rang Trend name 1 – Juan Manuel Marquez 2 – Timothy Bradley 3 – Devon Alexander 4 – Manny Pacquiao 5 Adrien Broner O 6 Kell Brook O Ø 7 Robert Guerrero 8 – Marcos Rene Maidana 9 Keith Thurman O Ø 10 Chris van Heerden 11 Jesus Soto Karass O 12 – Luis Carlos Abregu Ø 13 Amir Khan Ø 14 Leonard Bundu 15 – Shane Mosley

rekord 55(40)-6-1 30(12)-0-0 25(14)-1-0 54(38)-5(3)-2 27(22)-0-0 30(20)-0-0 31(18)-2-1 34(31)-3-0 21(19)-0-0 19(10)-1-1 28(18)-8(2)-3 35(28)-1-0 28(19)-3(2)-0 29(10)-0-2 47(39)-8-1

Land MEX USA USA PHL USA GBR USA ARG USA ZAF MEX ARG GBR ITA USA

Weltergewicht Frauen rang Trend name 1 Cecilia Braekhus O 2 – Layla McCarter Ø 3 Oxandia Castillo 4 Tori Nelson O 5 – Noni Tenge

rekord 23(7)-0-0 35(8)-13-5 12(9)-1(1)-2 7-0-3 12(10)-1(1)-1

Land NOR USA DOM USA ZAF

!

Mittelgewicht Sergio Martinez ist Dauerverletzt, sodass Gennady Golovkin mittlerweile die Nr.1 der Gewichtsklasse sein dürfte. Als nächstes wird der Kasache auf den harten Puncher Curtis Stevens treffen. Die anderen Weltmeister sind Peter Quillin und Darren Barker. Während Quillin sich bald mit Gabriel Rosado misst, bekommt es Barker mit Felix Sturm zu tun, der verzweifelt versucht, wieder an einen Titel zu kommen. Die 2. Reihe um Brian Vera und Marco Antonio Rubio lauerte bereits auf eigene Titelkämpfe. ¡ Halb-Mittelgewicht Männer rang Trend name 1 Floyd Mayweather Jr O Ø 2 Saul Alvarez 3 Carlos Molina O 4 – Austin Trout Ø 5 Erislandy Lara Ø 6 Zaurbek Baysangurov Ø 7 Ishe Smith Ø 8 Cornelius Bundrage 9 – Vanes Martirosyan Ø 10 Miguel Cotto 11 – Delvin Rodriguez Ø 12 Brian Rose 13 – Demetrius Andrade 14 Sergey Rabchenko O 15 – Jermell Charlo

rekord 45(26)-0-0 42(30)-1-1 22(6)-5-2 26(14)-1-0 18(12)-1-2 28(20)-1(1)-0 25(11)-6-0 32(19)-5(2)-0 33(21)-0-1 37(30)-4(2)-0 28(16)-6(1)-3 24(7)-1(1)-1 19(13)-0-0 24(18)-0-0 21(10)-0-0

Land USA MEX MEX USA CUB RUS USA USA USA PRI DOM GBR USA BLR USA

Halb-Mittelgewicht Frauen rang Trend name 1 – Anne Sophie Mathis 2 Maria Lindberg O 3 – Tiffany Junot 4 Hanna Gabriel O 5 – Floarea Lihet

rekord 27(23)-3(1)-0 8(2)-1-2 11(6)-3-1 13(9)-1(1)-1 10(3)-14(1)-4

Land FRA SWE USA CRI ROU

Weltergewicht In dieser Gewichtsklasse stehen mehrere interessante Kämpfe an. Mit Juan Manuel Marquez und Timothy Bradley treffen zwei der besten Vertreter der Gewichtsklasse aufeinander. Auch das Duell zwischen Manny Pacquiao und Brandon Rios verspricht Unterhaltung. Adrien Broner möchte mit einem Sieg über Marcos Maidana überzeugen, während mit Keith Thurman und Kell Brook zwei Talente vor dem Durchbruch stehen. Ausserdem stellt sich die Frage, ob Amir Khan wieder im Weltergewicht antritt. Momentan ist er im schwereren Halbmittel unterwegs. ¡

erklärung zum BOXEN HEUTE „Trend“: O verbessert

Ø verschlechtert

– unverändert

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World pro boxing Superfedergewicht Männer rang Trend name 1 – Mikey Garcia 2 – Argenis Mendez 3 Takashi Miura O 4 – Daiki Kaneko 5 Ø Will Tomlinson 6 Ø Edner Cherry 7 Devis Boschiero O 8 Jomthong Chuwatana O 9 Ø Juan Carlos Salgado 10 – Roman Martinez 11 Ø Gary Buckland 12 Rances Barthelemy O 13 – Diego Magdaleno 14 Dante Jardon O 15 Ø Sergio Thompson

rekord 32(27)-0-0 21(11)-2-0 25(19)-2(1)-2 18(11)-2(1)-3 21(12)-0-1 31(17)-6-2 33(16)-1-1 7(4)-0-0 26(16)-2(2)-1 27(16)-1-2 27(9)-2(1)-0 19(12)-0-0 23(9)-1-0 23(19)-3(2)-0 27(25)-2-0

Land USA DOM JPN JPN AUS USA ITA THA MEX PRI GBR CUB USA MEX MEX

Superfedergewicht Frauen rang Trend name 1 Diana Prazak O 2 Ø Frida Wallberg 3 – Amanda Serrano 4 – Kina Malpartida 5 Hyun-Mi Choi O

rekord 12(8)-2-0 11(2)-1(1)-0 18(13)-1-1 15(4)-3(1)-0 8(2)-0-1

Land AUS SWE PRI PER KOR

Federgewicht Abner Mares Vorstoß in diese Gewichtsklasse endete hart. Jhonny Gonzalez knockte den Newcomer aus und krönte sich erneut zum Weltmeister. Auf den weiteren Plätzen folgen Chris John, der leider nie aus Indonesien heraus kommt und der starke Mexikaner Robinson Castellanos. Besonders letzterer könnte noch einige überraschen, so wie zuletzt, als er Celestino Caballero nach Punkten bezwang. Auch der Jamaikaner Nicholas Walters könnte ein Mann der Zukunft sein. ¡

Superfedergewicht Takashi Uchiyama bleibt der beste Mann dieser Gewichtsklasse. Seinen Landsmann Takashi Miura hat Uchiyama schon besiegt. Ein Rematch wäre nach Miuras Sieg über Sergio Thompson trotzdem interessant. Auch Mikey Garcia könnte ein reizvoller Gegner sein. Aber die Chancen, dass er die japanische Konkurrenz ebenso ignoriert wie zuvor Adrien Broner und Yuriokis Gamboa, stehen leider exzellent. Momentan hat Garcia immerhin ein Duell mit WBO Weltmeister Roman Martinez angesetzt. ¡

Federgewicht Männer rang Trend name 1 Ø Abner Mares 2 – Mikey Garcia 3 Ø Orlando Salido 4 Ø Chris John 5 Robinson Castellanos O 6 Ø Celestino Caballero 7 Jhonny Gonzalez O 8 – Evgeny Gradovich 9 – Javier Fortuna 10 Ø Daniel Ponce De Leon 11 – Billy Dib 12 Ø Juan Manuel Lopez 13 – Satoshi Hosono 14 – Simpiwe Vetyeka 15 – Oscar Gonzalez

rekord 26(14)-0-1 32(27)-0-0 39(27)-12(5)-2 48(22)-0-3 18(11)-9(4)-0 36(23)-5(1)-0 54(46)-8(3)-0 17(8)-0-0 22(16)-0-0 44(35)-5(2)-0 36(21)-2-0 33(30)-3(3)-0 23(17)-2-1 25(15)-2-0 22(14)-2-0

Land MEX USA MEX IDN MEX PAN MEX RUS DOM MEX AUS PRI JPN ZAF MEX

Federgewicht Frauen rang Trend name 1 Marcela Eliana Acuna O 2 – Jelena Mrdjenovich 3 – Melissa Hernandez 4 Ø Ronica Jeffrey 5 Dahiana Santana O

rekord 39(17)-6(1)-1 30(15)-9-1 18(6)-5(1)-3 13(1)-0-0 32(14)-6(1)-0

Land ARG CAN PRI USA DOM

Leichtgewicht Männer rang Trend name 1 Ø Miguel Vazquez 2 Ø Yuriorkis Gamboa 3 Ricky Burns O 4 Raymundo Beltran O 5 – Denis Shafikov 6 Ø Richar Abril 7 Terence Crawford O 8 Omar Figueroa O 9 – Daniel Estrada 10 – Yoshitaka Kato 11 Ø Paulus Moses 12 Ø Ammeth Diaz 13 Ø Kevin Mitchell 14 John Molina O 15 Dejan Zlaticanin O

rekord 33(13)-3-0 23(16)-0-0 36(11)-2-1 28(17)-6(2)-1 33(18)-0-1 18(8)-3-1 21(16)-0-0 22(17)-0-1 31(23)-2-1 25(7)-4(1)-1 31(20)-2(1)-0 32(23)-11(7)-0 34(24)-2(2)-0 26(21)-3(1)-0 18(13)-0-0

Land MEX CUB GBR MEX RUS CUB USA USA MEX JPN NAM PAN GBR USA MNE

Leichtgewicht Frauen rang Trend name 1 – Delfine Persoon 2 – Erica Anabella Farias 3 – Chris Namus 4 – Ana Laura Esteche 5 Maria Elena Maderna O

rekord 25(11)-1(1)-0 17(9)-0-0 18(7)-3(1)-0 9(2)-2-1 10-8-3

Land BEL ARG URY ARG ARG

leichtgewicht Zur Zeit ist Ricky Burns die Nr.1 in diesem Limit. Allerdings bekleckerte er sich mit seinem Unentschieden gegen Raymundo Beltran nicht unbedingt mit Ruhm. Durch eine Vereinigung mit dem Mexikaner Miguel Vasquez könnte er seine Ehre wiederherstellen. Ansonsten muss man wohl den Brawler Omar Figueroa sowie Fidel Maldonado Jr. im Auge behalten. Beide könnten in naher Zukunft durchaus was reißen. ¡

Immer aktuell: www.boxen-heute.de/ranglisten Super-Bantamgewicht Männer rang Trend name 1 – Guillermo Rigondeaux 2 Ø Nonito Donaire 3 Leo Santa Cruz O 4 Carl Frampton O 5 – Cristian Mijares 6 – Shingo Wake 7 – Thabo Sonjica 8 Kiko Martinez O 9 Scott Quigg O 10 Ø Jeffrey Mathebula 11 Ø Jorge Arce 12 Vic Darchinyan O 13 – Fernando Montiel 14 – Alejandro Lopez 15 Ø Hidenori Otake

rekord 12(8)-0-0 31(20)-2-0 25(15)-0-1 16(11)-0-0 48(23)-7(1)-2 14(7)-4-2 18(13)-2(2)-0 29(21)-4(1)-0 26(19)-0-1 27(14)-4(1)-2 61(46)-7(4)-2 39(28)-5(1)-1 50(38)-4(1)-2 24(7)-3-0 21(9)-1-3

Land CUB PHL MEX GBR MEX JPN ZAF ESP GBR ZAF MEX ARM MEX MEX JPN

Superbantamgewicht Frauen rang Trend name 1 Alicia Ashley O 2 – Yesica Patricia Marcos 3 Katy Wilson Castillo O 4 – Chanttall Martinez 5 – Jessica Rakoczy

rekord 19(1)-9-1 21(7)-0-2 18(11)-1-0 18(7)-6(1)-0 33(12)-3(1)-0

Land JAM ARG DOM PAN CAN

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boxen HeUTe | 09/2013

Super-bantamgewicht Leo Santa Cruz konnte sich durch einen Sieg über Victor Terrazas für die Spitzenposition empfehlen. Auch Kiko Martinez feierte einen wichtigen Sieg, als er überraschend gegen Jonathan Romero gewann. Mit dem aufstrebenden Carl Frampton steht auch schon der nächste Herausforderer bereit. Dies wäre ein Rematch, da Frampton Martinez schon zu Beginn des Jahres in einem harten Gefecht ausknockte. Der Spanier sinnt auf Rache, sodass man hoffen kann, dass dieser Kampf auf die Beine gestellt wird. ¡

Superfliegengewicht Männer rang Trend name 1 Ø Omar Andres Narvaez 2 – Juan Carlos Sanchez Jr 3 – Srisaket Sor Rungvisai 4 Daiki Kameda O 5 Ø Liborio Solis 6 – Tepparith Kokietgym 7 – Carlos Cuadras 8 Ø Kohei Kono 9 – Felipe Orucuta 10 Ø Rey Megrino 11 Arthur Villanueva O 12 – Oleydong Sithsamerchai 13 – Denkaosan Kaovichit 14 – Nobuo Nashiro 15 Ø Johnny Garcia

rekord 40(21)-1-2 16(8)-1(1)-1 21(19)-3(2)-1 29(18)-3-0 15(7)-3-1 23(13)-3(1)-0 28(23)-0-0 28(11)-8-0 27(23)-2-0 20(17)-20(5)-3 23(13)-0-0 49(17)-1(1)-1 62(26)-3(2)-1 19(13)-6-1 18(9)-4(3)-1

Land ARG MEX THA JPN VEN THA MEX JPN MEX PHL PHL THA THA JPN MEX

Superfliegengewicht Frauen rang Trend name rekord Land 1 – Mariana Juarez 37(16)-7(3)-3 MEX 2 Ø Naoko Yamaguchi 22(18)-3(2)-3 JPN 3 Zulina Munoz 39(26)-1-2 MEX O 4 Riyo Togo 10(9)-5(1)-1 JPN O 5 – Daniela Romina Bermudez 15(4)-2-2 ARG


World pro boxing Bantamgewicht Männer rang Trend name 1 – Shinsuke Yamanaka 2 Ø Anselmo Moreno 3 Tomoki Kameda O 4 Suriyan Sor Rungvisai O 5 – Rolly Lunas 6 Ryosuke Iwasa O 7 Ø Hugo Ruiz 8 Ø Jamie McDonnell 9 Koki Kameda O 10 – Tomas Rojas 11 Stephane Jamoye O 12 Ø Pungluang Sor Singyu 13 Ø Joseph Agbeko 14 – Hiroki Shiino 15 – Kohei Oba

rekord 19(14)-0-2 34(12)-2-1 28(18)-0-0 29(12)-5-1 32(19)-8(2)-1 15(9)-1(1)-0 33(29)-2(1)-0 21(9)-2-1 31(17)-1-0 41(27)-14(3)-1 25(15)-3(1)-0 44(29)-2-0 29(22)-4-0 10(9)-2(1)-0 34(13)-2(1)-1

Land JPN PAN JPN THA PHL JPN MEX GBR JPN MEX BEL THA GHA JPN JPN

Bantamgewicht Frauen rang Trend name 1 Yazmin Rivas O 2 Ø Janeth Perez 3 – Carolina Raquel Duer 4 Carolina Rodriguez O 5 Jessica Gonzalez O

rekord 28(9)-7-0 18(4)-2-2 15(5)-3-1 9-0-0 3-1-0

Land MEX MEX ARG CHL MEX

Fliegengewicht Die stärkste Gewichtsklasse des Boxens liegt direkt unter der schwächsten. Alleine Die anstehende Schlacht zwischen Giovanni Segura und Hernan „Tyson“ Marquez lässt Boxfans vor lauter Freude zittern. Die Kämpfe Luis Concepcion vs. Ruben Ruiz und Juan Carlos Reveco gegen Ricardo Nunez sind absolut hochklassig. Deutsche Fans können sich auf den Kampf von IBF Weltmeister Moruti Mthalane freuen, der bald in Leipzig stattfinden wird. International wartet man auf ein Rematch zwischen Juan Francisco Estrada und Brian Viloria. ¡

!

bantamgewicht Noch immer ist Shinsuke Yamanaka die Nr.1 der Gewichtsklasse. Die Fans hoffen auf ein Rematch mit Ryosuke Iwasa, mit dem sich Yamanaka 2011 ein tolles Gefecht lieferte. Guillermo Rigondeaux sitzt Yamanaka nach seinem Sieg über Nonito Donaire auch im Nacken. Man darf auf ein direktes Aufeinandertreffen hoffen, da Rigondeaux mangels Interesse der USSender nach Alternativen suchen muss. Warum also nicht ein Ausflug nach Japan, wo abseits der KamedaBrüder normalerweise fair gepunktet wird? ¡

Fliegengewicht Männer rang Trend name 1 – Juan Francisco Estrada 2 Akira Yaegashi O 3 Ø Brian Viloria 4 Edgar Sosa O 5 Juan Carlos Reveco O 6 Ø Rocky Fuentes 7 Giovani Segura O 8 Hernan Marquez O 9 Luis Concepcion O 10 – Takuya Kogawa 11 Ø Wilbert Uicab 12 Ø Milan Melindo 13 Koki Eto O 14 – Lwandile Sityatha 15 Ø Oscar Blanquet

rekord 25(18)-2-0 18(9)-3-0 32(19)-4(1)-0 49(29)-7(2)-0 31(17)-1-0 35(20)-6(2)-2 30(26)-3(1)-1 36(26)-3(2)-0 29(21)-3(2)-0 22(13)-2-0 36(18)-7(2)-1 29(12)-1-0 14(10)-2-1 15(7)-2(1)-0 32(23)-6(2)-1

Land MEX JPN USA MEX ARG PHL MEX MEX PAN JPN MEX PHL JPN ZAF MEX

Fliegengewicht Frauen rang Trend name 1 Ava Knight O 2 – Shindo Go 3 Melissa McMorrow O 4 Ø Susi Kentikian 5 Ø Arely Mucino

rekord 12(5)-1-3 12(8)-2-0 9(1)-3-3 31(16)-2-0 18(10)-2(1)-1

Land USA JPN USA DEU MEX

erklärung zum BOXEN HEUTE „Trend“: O verbessert

Ø verschlechtert

– unverändert

Halbfliegengewicht Männer rang Trend name 1 – Roman Gonzalez 2 Adrian Hernandez O 3 – Pedro Guevara 4 Kazuto Ioka O 5 John Riel Casimero O 6 Ø Ryoichi Taguchi 7 Ø Odilon Zaleta 8 Ø Donnie Nietes 9 Moises Fuentes O 10 – Raul Garcia 11 Ø Ramon Garcia Hirales 12 Mario Rodriguez O 13 Ø Paipharob Kokietgym 14 – Oswaldo Novoa 15 Ganigan Lopez O

rekord 35(29)-0-0 27(16)-2(2)-1 20(13)-1-1 12(8)-0-0 18(10)-2(1)-0 18(8)-1-1 15(8)-2(1)-0 31(17)-1-4 17(8)-1-1 33(21)-3-1 18(11)-4(1)-1 15(11)-8(1)-4 21(16)-0-0 11(6)-4-1 22(15)-5(1)-0

Land NIC MEX MEX JPN PHL JPN MEX PHL MEX MEX MEX MEX THA MEX MEX

Minimumgewicht Männer rang Trend name 1 – Katsunari Takayama 2 Hekkie Budler O 3 – Ryo Miyazaki 4 – Jesus Silvestre 5 Xiong Zhao Zhong O 6 Ø Ganigan Lopez 7 Denver Cuello O 8 Wanheng Menayothin O 9 Merlito Sabillo O 10 – Ivan Soriano 11 – Simphiwe Khonco 12 Carlos Buitrago O 13 Ryuji Hara O 14 Ø Takuya Mitamura 15 – Mateo Handig

rekord 25(10)-6(1)-0 23(6)-1-0 20(11)-0-3 27(20)-4(1)-0 21(11)-4-1 23(15)-5(1)-0 33(21)-5(2)-6 30(10)-0-0 23(12)-0-0 14(6)-1-1 12(6)-4(3)-0 27(16)-0-0 15(10)-0-0 12(2)-1(1)-0 13(7)-6-0

Land JPN ZAF JPN MEX CHN MEX PHL THA PHL PHL ZAF NIC JPN JPN PHL

Halbfliegengewicht Frauen rang Trend name 1 – Jessica Chavez 2 Yesica Yolanda Bopp O 3 Ø Esmeralda Moreno 4 Jessica Nery Plata O 5 – Ibeth Zamora Silva

rekord 19(4)-3-2 25(11)-1-0 25(9)-6-0 11(2)-0-0 18(8)-5-0

Land MEX ARG MEX MEX MEX

Minimumgewicht Frauen rang Trend name 1 Naoko Fujioka O 2 – Ji-Hyun Park 3 Ø Su-Yun Hong 4 – Anabel Ortiz 5 Etsuko Tada O

rekord 10(6)-0-0 18(5)-2-0 9(5)-0-0 12(2)-3(1)-0 12(2)-1-2

Land JPN KOR KOR MEX JPN

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Profiboxer de | AT | cH P4P Männer rang Trend name 1 – Robert Stieglitz 2 – Felix Sturm 3 – Marco Huck 4 – Juergen Braehmer 5 – Arthur Abraham 6 – Alexander Dimitrenko 7 – Manuel Charr 8 – Marcos Nader 9 – Christian Hammer 10 – Erkan Teper 11 – Firat Arslan 12 – Edmund Gerber 13 – Jack Culcay 14 – Eduard Gutknecht 15 – Robert Woge 16 – Dimitri Sartison 17 – Arnold Gjergjaj 18 – Sofiane Sebihi 19 – Timy Shala 20 – Gogi Knezevic 21 – Agron Dzila 22 – Marko Zupkovic 23 – Riad Menasria 24 – Ergun Mersin 25 – David Roethlisberger

rekord 45(26)-3(2)-0 38(17)-3(1)-2 36(25)-2(1)-1 41(31)-2-0 37(28)-4(1)-0 34(21)-2(1)-0 24(14)-1(1)-0 17(2)-0-1 14(10)-3(2)-0 11(7)-0-0 33(21)-6(2)-2 23(14)-1-0 14(10)-1-0 25(9)-2-0 12(10)-0-0 31(19)-2(2)-0 22(16)-0-0 20(14)-4(1)-0 16(6)-0-0 25(12)-4(4)-1 19(15)-1-0 4(2)-0-0 34(9)-2(1)-1 10(8)-0-0 3(3)-0-0

Land DEU DEU DEU DEU DEU DEU DEU AUT DEU DEU DEU DEU DEU DEU DEU DEU CHE CHE AUT AUT CHE AUT CHE CHE CHE

P4P Frauen rang Trend name rekord Land 1 – Susi Kentikian 31(16)-2-0 DEU 2 – Christina Hammer 15(7)-0-0 DEU 3 – Ina Menzer 31(11)-1-0 DEU 4 – Elina Tissen 16(6)-2-0 DEU 5 – Nadia Raoui 15(3)-2-1 DEU 6 – Nicole Boss 10(6)-4-2 CHE 7 – Eva Voraberger 16(8)-3(1)-0 AUT 8 – Doris Koehler 11(5)-13(2)-2 AUT 9 – Elke Beinwachs 3(1)-6(2)-2 AUT 10 – Marina Sakharov 1-6-2 AUT 11 – Ornella Domini 5(2)-0-0 CHE 12 – Vivian Fontana 1-0-0 CHE 13 – Denise Schuschko-Linke 3-0-0 AUT

Halb-Schwergewicht Männer rang Trend name 1 – Juergen Braehmer 2 – Eduard Gutknecht 3 – Robert Woge 4 – Robin Krasniqi 5 – Mounir Toumi 6 – Enrico Koelling 7 – Dominic Boesel 8 – Serdar Sahin 9 – Dustin Dirks 10 – Sofiane Sebihi 11 – Timy Shala 12 – Bernard Donfack 13 – Marko Zupkovic 14 – Patrick Dobroschi 15 – Haris Causevic 16 – Aziz Simsek 17 – Freddy Lemmerer 18 – Alexander Runde 19 – Lee-Anthony Spitzka 20 – Mohammed Rasuli 21 – Petrit Mazrekaj 22 – Emir Metovic 23 – Stephane Roethlisberger 24 – David Roethlisberger 25 – Astrit Klimenta

rekord 41(31)-2-0 25(9)-2-0 12(10)-0-0 40(15)-3-0 15(5)-11(6)-0 9(2)-0-0 12(4)-0-0 21(14)-1(1)-0 27(20)-1(1)-1 20(14)-4(1)-0 16(6)-0-0 17(9)-11(1)-3 4(2)-0-0 13(4)-2(1)-3 8(5)-1(1)-0 8(6)-0-0 8(6)-11(5)-0 4(3)-0-0 1(1)-0-0 15(5)-4(2)-3 11(8)-0-0 1(1)-0-0 4(3)-0-0 3(3)-0-0 7(2)-1(1)-0

Land DEU DEU DEU DEU DEU DEU DEU DEU DEU CHE AUT DEU AUT DEU AUT DEU AUT DEU DEU DEU AUT AUT CHE CHE AUT

Schwergewicht Männer rang Trend name 1 – Alexander Dimitrenko 2 – Manuel Charr 3 – Christian Hammer 4 – Erkan Teper 5 – Edmund Gerber 6 – Konstantin Airich 7 – Arnold Gjergjaj 8 – Michael Wallisch 9 – Timur Musafarov 10 – Timo Hoffmann 11 – Markus Tomala 12 – Yakup Saglam 13 – Jurij Frank 14 – Robert Teuber 15 – Andreas Sidon 16 – Werner Kreiskott 17 – Ergun Mersin 18 – Durmus Keklik 19 – Andreas Kapp 20 – Florian Gutmann 21 – Christian Thanner 22 – Mario Ivkic

rekord 34(21)-2(1)-0 24(14)-1(1)-0 14(10)-3(2)-0 11(7)-0-0 23(14)-1-0 19(15)-7(4)-2 20(14)-0-0 10(7)-0-0 6(5)-1-0 40(23)-9(2)-2 9(4)-2-0 29(26)-3(2)-0 10(10)-4(2)-0 8(7)-0-0 41(34)-11(6)-0 13(8)-19(8)-2 8(6)-0-0 8(4)-0-0 3(2)-2(1)-1 0-2(2)-0 0-1(1)-0 1(1)-1(1)-0

Land DEU DEU DEU DEU DEU DEU CHE DEU DEU DEU DEU DEU DEU DEU DEU DEU CHE AUT AUT AUT AUT AUT

Land DEU DEU DEU DEU DEU DEU DEU DEU DEU DEU CHE DEU CHE DEU DEU DEU CHE AUT DEU CHE CHE CHE AUT AUT

Alle ranglisten – immer aktuell auf unserer Homepage!

www.boxen-heute.de/ranglisten

Super-Mittelgewicht Männer rang Trend name rekord Land 1 – Robert Stieglitz 45(26)-3(2)-0 DEU 2 – Arthur Abraham 37(28)-4(1)-0 DEU 3 – Dimitri Sartison 31(19)-2(2)-0 DEU 4 – Juergen Doberstein 15(4)-1-1 DEU 5 – Dominik Britsch 27(9)-1(1)-1 DEU 6 – Henry Weber 17(3)-1-1 DEU 7 – Tyron Zeuge 9(5)-0-0 DEU 8 – Benjamin Simon 24(23)-1-0 DEU 9 – Moritz Stahl 5(4)-0-0 DEU 10 – Christian Pawlak 20(11)-5-1 DEU 11 – Domenic von Chrzanowski 12(6)-0-1 DEU 12 – Fabian Raab 7(6)-0-0 DEU 13 – Chris Mafuta 12(6)-4(1)-0 DEU 14 – Vincent Feigenbutz 7(6)-1(1)-0 DEU 15 – Phillip Kolodzej 3(2)-1(1)-0 DEU 16 – Chussein Dombaev 15(3)-6-1 AUT 17 – Mischa Nigg 2(2)-1-0 CHE 18 – Butrint Rama 7(5)-0-0 CHE 19 – Angelo Thanner 0-1(1)-0 AUT Super-Mittelgewicht Frauen rang Trend name 1 – Nikki Adler 2 – Lisa Cielas 3 – Sarah Louise Peters 4 – Juliane Kluthmann

rekord 10(6)-0-0 1-0-1 3(2)-0-0 0-1(1)-0

Land DEU DEU DEU DEU

18 (7) -7 (3) -1 bedeutet z. B.: 18 Siege (7 davon vorzeitig) - 7 Niederlagen (3 davon vorzeitig) -1 Unentschiedener Kampf

boxen HeUTe | 09/2013

rekord 36(25)-2(1)-1 33(21)-6(2)-2 18(13)-0-0 11(11)-4(2)-0 8(5)-0-0 10(7)-1-0 12(10)-1(1)-0 20(12)-5(2)-1 29(21)-4(1)-0 8(3)-12(2)-0 19(15)-1-0 24(17)-6(1)-0 3(3)-0-0 3(1)-4(2)-1 15(8)-9(2)-2 11(5)-10(5)-2 7(4)-1(1)-0 8(5)-0-0 13(9)-14(4)-3 4(3)-0-0 10(7)-0-0 1(1)-0-0 0-5(2)-0 0-1(1)-0

ein neuer Tag. ein neuer rang.

„Rekord“ stellt die Kampfbilanz der Sportler dar.

74

Cruisergewicht Männer rang Trend name 1 – Marco Huck 2 – Firat Arslan 3 – Dennis Ronert 4 – Maik Kurzweil 5 – Noel Gevor 6 – David Graf 7 – Roman Golovashchenko 8 – Varol Vekiloglu 9 – Kai Kurzawa 10 – Adam Gadajew 11 – Agron Dzila 12 – Lars Buchholz 13 – David Roethlisberger 14 – Patrick Linkert 15 – Ben Nsafoah 16 – Marcel Erler 17 – Tefik Bajrami 18 – Gzim Tahiri 19 – Andreas Guenther 20 – Stephane Roethlisberger 21 – Loris Emiliani 22 – Flamur Elezaj 23 – Dominik Schroecker 24 – Hubert Lemmerer

Mittelgewicht Männer rang Trend name 1 – Felix Sturm 2 – Marcos Nader 3 – Yves Studer 4 – Cagri Ermis 5 – Ronny Mittag 6 – Hamid Rahimi 7 – Nuhu Lawal 8 – Florian Wildenhof 9 – Tommy Altmann 10 – Ronny Gabel 11 – Jama Saidi 12 – Rodolfo Magno 13 – Dustin Kasprzak 14 – Youssef Hassan 15 – Stefan Schroeder 16 – Kouami Folly Kuegah 17 – Cristoph Woditschka 18 – Artur Gaserjan 19 – Andreas Koelldorfer 20 – Viktor Semlitsch 21 – Omar Jatta

rekord 38(17)-3(1)-2 17(2)-0-1 27(6)-0-2 14(4)-10(1)-2 19(9)-1-1 22(10)-1-0 14(10)-0-0 17(7)-3(2)-0 17(5)-2(1)-1 15(12)-5(2)-1 4(4)-0-0 14(6)-2(2)-0 7(1)-1-0 2(2)-0-0 7(6)-0-0 9(5)-3-0 5(2)-1-0 3(2)-0-0 1-0-0 0-1-0 9(6)-9(1)-1

Land DEU AUT CHE DEU DEU DEU DEU DEU DEU DEU DEU CHE DEU DEU DEU DEU DEU DEU AUT AUT AUT

rekord 15(7)-0-0

Land DEU

Mittelgewicht Frauen rang Trend 1 –

name Christina Hammer

erklärung zum BOXEN HEUTE „Trend“: O verbessert

Ø verschlechtert

– unverändert

Quelle: www.boxrec.com [Alle Angaben ohne Gewähr auf Richtig- oder Vollständigkeit!]


Profiboxer de | AT | cH

Halb-Mittelgewicht Frauen rang Trend name 1 – Nathalie John 2 – Sara Schnell

rekord 14(10)-1-0 9(7)-0-1 15(13)-0-0 18(6)-1-1 25(12)-4(4)-1 9(7)-0-0 33(20)-7(1)-1 16(10)-1-0 9(8)-12-2 34(9)-2(1)-1 14(12)-3(2)-0 13(6)-8-0 50(24)-4(1)-1 10(10)-0-0 13(7)-0-0 13(8)-3(2)-1 15(3)-7-3 18(9)-4(4)-1 10(1)-6(1)-2 20(7)-15(9)-3 2-0-0 3(1)-1-0 1(1)-4(1)-0 0-1(1)-0

Land DEU DEU DEU DEU AUT DEU DEU DEU DEU CHE DEU DEU DEU DEU AUT CHE DEU DEU CHE DEU AUT CHE AUT AUT

rekord 1-1-0 0-1-0

Land DEU DEU

Halb-Mittelgewicht

Weltergewicht Männer rang Trend name 1 – Rico Mueller 2 – Matthias Pelk 3 – Stefan Worth 4 – Antonio Hoffmann 5 – Ricardo Silva 6 – Artur Umarov 7 – Ali Sayed 8 – Alexander Mengis 9 – Marco Cattikas 10 – Tom Reiche 11 – Oliver Dremel 12 – Patrick Doering 13 – Ahmed Hammoodi 14 – Nico Elischberger 15 – Dennis Kurd 16 – Rustem Trott 17 – Sandro Reinhardt 18 – Rich Ayranci 19 – Helmut Brandstaetter Weltergewicht Frauen rang Trend name 1 – Jennifer Retzke 2 – Tanja Viehweg

Leichtgewicht Männer rang Trend name 1 – Vitali Tajbert 2 – Rene Mahling 3 – Alain Chervet 4 – Nico Schroeder 5 – Cankan Guenyuezlue 6 – Marco Sattlegger 7 – Mehmet Ece 8 – Siwan Hasan 9 – Kastriot Sopa 10 – Kevin Wassermann 11 – Peter Pirkner

rekord 15(10)-1-1 20(11)-0-0 15(5)-2(1)-1 5(3)-0-0 2(1)-0-0 5(3)-3(1)-0 1-0-1 4(1)-1(1)-0 13(4)-1-0 12(6)-8(6)-0 3(3)-1-0 3(2)-1-1 2(1)-1(1)-0 2(1)-0-0 2(1)-1-0 2(1)-1(1)-0 2(1)-0-0 1(1)-0-0 3(2)-5-0

Land DEU DEU DEU DEU CHE AUT AUT DEU DEU DEU DEU DEU DEU DEU DEU DEU DEU DEU AUT

rekord 12(9)-1-1 0-6(3)-0

Land DEU DEU

rekord 24(6)-2-0 17(13)-2(1)-1 5(4)-0-1 6(4)-11(8)-1 2(1)-6(5)-0 0-3(3)-0 1(1)-0-1 3-0-0 1-0-0 8(6)-0-0 0-4(1)-0

Land DEU DEU CHE DEU DEU AUT DEU DEU DEU AUT AUT

rekord 10(6)-4-2 3(1)-0-0 1-1-0 0-1-0 4(2)-0-0 0-1(1)-0 0-1-0 3-0-0

Land CHE DEU DEU AUT DEU DEU DEU AUT

Leichtgewicht Frauen

Foto: daniel Hiller

rang Trend name 1 – Nicole Boss 2 – Nicole Wesner 3 – Irene Gambrah 4 – Kathrin Mandl 5 – Derya Saki 6 – Lea Althoff 7 – Chrisoula Mirtsou 8 – Denise Schuschko-Linke

Michel Trabant

rekord 13(9)-0-0 5(3)-1-0 21(15)-1-1 19(16)-1-1 4(3)-2(1)-0 2(1)-0-0 10-11(10)-0 4(4)-1(1)-0 1(1)-8(4)-0 0-1(1)-0 0-1-0 0-1(1)-0 0-0-1 0-0-1 0-1(1)-0

Land DEU DEU DEU DEU DEU DEU DEU DEU DEU DEU DEU DEU DEU CHE AUT

Halbweltergewicht Frauen rang Trend 1 – 2 – 3 – 4 – 5 –

name Rola El Halabi Marie Riederer Vivian Fontana Sara Ludwig Ornella Domini

rekord 13(7)-1-0 14(9)-1(1)-1 1-0-0 1(1)-0-0 5(2)-0-0

Land DEU DEU CHE DEU CHE

rekord 0-1(1)-0

Land AUT

Fliegengewicht Frauen rang Trend name 1 – Susi Kentikian 2 – Nadia Raoui 3 – Eva Voraberger 4 – Anika Kurzer 5 – Steffi Schuenke

rekord 31(16)-2-0 15(3)-2-1 16(8)-3(1)-0 1-3(1)-1 2-1-0

Land DEU DEU AUT DEU DEU

Super-Fliegengewicht Frauen rang Trend name 1 – Raja Amasheh 2 – Eva Voraberger

rekord 16(4)-0-1 14(7)-2(1)-0

Land DEU AUT

Halb-Fliegengewicht Frauen rang Trend name 1 – Oezlem Sahin 2 – Elke Beinwachs

rekord 14(5)-0-1 3(1)-6(2)-2

Land DEU AUT

Super-Bantamgewicht Frauen rang Trend name 1 – Franziska Faller

rekord 1(1)-3(3)-0

Land DEU

leichtgewicht

Nicole Wesner

Bantamgewicht Männer rang Trend name 1 – Veacespav Gojan

rekord 15(5)-0-1

Federgewicht

rekord 0-1-0

Land DEU

rekord 13(1)-5(1)-1 3(2)-0-0

Land DEU DEU

rekord 12(5)-1-4 0-1(1)-0 0-8(5)-0

Land AUT AUT DEU

rekord 20(6)-1(1)-0 8(2)-0-0 3-0-1 0-5(3)-0

Land DEU DEU DEU DEU

rekord 22(5)-0-0

Land DEU

rekord 31(11)-1-0 16(6)-2-0 8(2)-1-0 11(5)-13(2)-2 3(2)-0-0 3(1)-0-0

Land DEU DEU DEU AUT AUT DEU

Bantamgewicht Frauen rang Trend 1 – 2 –

name Pia Mazelanik Caroline Schroeder

Land DEU Super-Federgewicht Männer rang Trend name 1 – Magomed Chusseinov 2 – Hassan Achmedev 3 – Bulut Ozcan Super-Federgewicht Frauen rang Trend name 1 – Ramona Kuehne 2 – Goda Dailydaite 3 – Leonie Giebel 4 – Sarah Huebner

Federgewicht Männer rang Trend name 1 – Marcel Meyerdiercks Federgewicht Frauen Foto: daniel Hiller

Halbweltergewicht Männer rang Trend name 1 – Robert Tlatlik 2 – Felix Lamm 3 – Philipp Schuster 4 – Bihes Barakat 5 – Said Rahimi 6 – Kasim Gashi 7 – Sabri Ulas Goecmen 8 – Andre Kurz 9 – Patryk Wolke 10 – Daniel Nairouz 11 – Mario Irrgang 12 – Nerdim Fejzovic 13 – Tunahan Keser 14 – Alain Chervet 15 – Florin Lupu

Minimumgewicht Frauen rang Trend name 1 – Oezlem Sahin

Fliegengewicht Männer rang Trend name 1 – Adrian Rata

Foto: Peter Gehrke/SeS

Halb-Mittelgewicht Männer rang Trend name 1 – Jack Culcay 2 – Arman Torosyan 3 – Besar Nimani 4 – Maurice Weber 5 – Gogi Knezevic 6 – Ferdinand Pilz 7 – Marco Schulze 8 – Nick Klappert 9 – Andreas Reimer 10 – Riad Menasria 11 – Mike Keta 12 – Michael Schubov 13 – Michel Trabant 14 – Robert Maess 15 – Chicho Amaev 16 – Disarjot Gashi 17 – Nico Salzmann 18 – Chris Herrmann 19 – Flavio Turelli 20 – Omar Siala 21 – Carlos Egger 22 – Jamal Dlala 23 – Misim Rexhaj 24 – Stefan Grutschnig

Marcel Meyerdiercks

rang Trend 1 – 2 – 3 – 4 – 5 – 6 –

name Ina Menzer Elina Tissen Goda Dailydaite Doris Koehler Ines Eichwalder Melanie Zwecker

www.boxen-heute.de

75


DATUM

KATEGORIE

LIVE / TV

EVENT

IN KÜRZE

ORT

4.10.

Olympisches Boxen

Live

VII. Zittauer Boxnacht

in Zittau fliegen die Fäuste. Das Westpark Center lädt bereits zum siebenten Mal zur boxnacht.

02763 Zittau WestparkCenter

Live

Int. Oberliga: KG DüsseldorfHilden ./. Team Wanne-Eickel Marl Hüls

Die Düsseldorfer empfangen das starke Box-Team mars Hüls. Zuletzt mussten die Hildener eine niederlage einstecken.

Freizeitstätte Garath, Fritz Erler Str. 21 40595 Düsseldorf

ein Klassiker in der internationalen oberliga. deutschland gegen die niederlande – spannung pur.

Friedensschule, Marker Allee 20, 59063 Hamm

5.10.

Olympisches Boxen

5.10.

Olympisches Boxen

Live

Int. Oberliga: MBR Hamm ./. Windmill Team (NL)

5.10.

Olympisches Boxen

Live

BWCup

Der Cup in Baden-Würtemberg begeistert immer mehr Zuschauer. Für echte Boxfans ein muss.

5.10.

Profiboxen

Live

„Eiserne Fäuste“

Azad Azizov gibt sein Promoter-Debüt in magdeburg. Den Hauptkampf bestreitet Halbweltergewichtler Bakhtiyar iskenderzade.

Sporthalle, Bodestr. 9, 39118 Magdeburg

Live / RTL

Weltmeisterschaft im Schwergewicht Wladimir Klitschko vs. Alexander Povetkin

Für 23,3 millionen Dollar ersteigerte der russische oligarsch Andrey ryabinsky die schwergewichts-WM. Jetzt schaut die Welt nach moskau.

Olympyisky, Moskau

Trainer-Weiterbildungs-Seminar in WORMS

Trainer aufgepasst. in Worms werdet ihr ausgebildet. infos auf www.boxverband.de

Worms

Live

Boxen im Proboxing Gym Freudenreich

Leichtgewichtler robert Tlatlik bestreitet im Pro Boxing Gym seinen 14. Profikampf. Bislang konnte er alle 13 Kämpfe gewinnen.

Freudenreich Gym, Duisburger Str. 15, 40477 Düsseldorf

Live

Internationale BW-Landesmeisterschaften der Jugendklassen

ravensburg lädt zu den Landesmeisterschaften der Jugend. Hier kann man neue Talente sichten.

Champ BoxAkademie Ravensburg

Live

Int. Oberliga: Team Nordrhein ./. MBR Hamm

spannung in der oberliga verspricht das duell nordrhein gegen Hamm. beide Teams setzen auf Sieg.

Glückauf-Halle, Moerser Str. 167, 47475 KampLintfort

Wanne-eickel will zu Hause den Sieg gegen die starken Boxer aus Bonn. ob das gelingt ?

TBA

elias Venetis präsentiert seine erste Profibox-Veranstaltung in der Uwe Seeler-Halle im Süden Hamburgs.

Uwe Seeler Halle, Hamburg

BOXEN HEUTE TIPP:

Profiboxen

5.10.

6.10.

Workshop

11.10.

Profiboxen

Olympisches 11. – 13.10. Boxen

76

12.10.

Olympisches Boxen

12.10.

Olympisches Boxen

Live

Int. Oberliga: Team Wanne-Eickel – Marl Hüls ./. Bonner BC

12.10.

Profiboxen

Live

Venetis Promotion mit Marc Haupt

boxen HeUTe | 09/2013


DATUM

KATEGORIE

12.10.

BOXEN HEUTE TIPP:

LIVE / TV

EVENT

IN KÜRZE

ORT

Olympisches Boxen

Live

Int. Oberliga: Team Nordrhein ./. MBR Hamm

nordrhein empfängt zu Hause den mBr Hamm. Harte Kämpfe sind garantiert.

Glückauf-Halle, Moerser Str. 167, 47475 KampLintfort

Profiboxen

Live / Sat.1

WBO-WM im Supermittelgewicht Robert Stieglitz vs. Isaac Ekpo

Wbo-champion robert stieglitz steigt zu seiner nächsten Titelverteidigung in den ring. im Vorkampf gibt sich Schwergewichtler manuel Charr die ehre.

Messehalle Leipzig

Live

MannschaftsTurnier um den DOMPokal

in Köln kämpfen verschiedene Teams um den begehrten Dom Pokal.

SporthalleSüd Köln An der Vorgebirgstr.

in Bonn empfängt der BC die Kämpfer von marl-Hüls. Boxen auf Augenhöhe ist angesagt.

Josef-StrunckHalle, Röckumstr. 58A, 53121 Bonn

19.10.

19.10.

Olympisches Boxen

19.10.

Olympisches Boxen

Live

Int. Oberliga: Bonner BC ./. KG „Unser Fritz / Marl-Hüls“

19.10.

Olympisches Boxen

Live

Int. Oberliga: Windmill Team ./. MBR Hamm

Die Holländer wollen die Jungs aud Hamm zu Hause bezwingen. vor heimischer Kulisse könnte das gelingen.

Thijmstraat 40 6531 CS Smilde

19.10.

Olympisches Boxen

Live

Boxen in Wedel

Die Stadt Wedel lädt zum Boxen. in der Sporthalle in der Schulauer Strasse fliegen die Fäuste.

Sporthalle Wedel Schulauer Strasse Wedel

19.–20.10.

Olympisches Boxen

Live

Südwestmeisterschaften

Der Landesverband Südwest trägt mitte oktober seine meisterschafte aus. Hier sieht man die Talente der Zukunft.

Minfeld

Live

Boxveranstaltung

duisburg ist zwei Tage Gastgeber des hochkarätigen Boxturniers. im Pott wird seit je her hart gekämpft.

Dreifachturnhalle Driesenbusch, Beckersloh 79, 47179 DuisburgWalsum

Der Landesverband Baden-Würtemberg lädt zur internationalen meisterschaft der Jugend.

Germania Stuttgart

19.–20.10.

Olympisches Boxen

19.10.

Olympisches Boxen

Live

Internationale BW-Landesmeisterschaften der Jugendklassen

19.10.

Profiboxen

Live

Fight Club Promotion, mit Werner Kreiskott

Schwergewichtler Werner Kreiskott steigt im heimischen Fightclub in den ring.

Fightclub, Wuppertal

BOXEN HEUTE TIPP:

Profiboxen

Live / Maxdome

Rückkehr der „Schweren Jungs“

Ulf Steinforth (SeS) schickt seine „schweren Jungs“ Francesco pianeta und robin Krasniqi in Frankfurt (oder) in den ring.

Brandenburg Halle, Frankfurt (Oder)

Live

RNBP „Strike Back“ mit Benjamin Simon

rolf neumann gibt sein Promoter-Debüt in Lübeck u.a. mit Benjamin Simon, Chris mafuta, roman Golovashchenko und den Lopez-Brüdern.

Hansehalle, Lübeck

25.10.

26.10.

Profiboxen

www.boxen-heute.de

77


DATUM

KATEGORIE

LIVE / TV

EVENT

IN KÜRZE

ORT

26.10.

Profiboxen

Live / ARD

Sauerland Event präsentiert Arthur Abraham

die „lange nacht des boxens“ beginnt bei der Ard mit Arthur Abrahams „Generalprobe“ vor einem möglichen dritten Kampf gegen robert Stieglitz, der 2014 stattfinden soll.

EWE Arena, Oldenburg

26.–27.10.

Olympisches Boxen

Live

NRW Qualifikation für IDJM

Die Qualifikationen für die internationalen deutschen meisterschaften in Düsseldorf. Hier boxt der nächste nrW meister.

Boxhalle Heyestraße 61 40625 Düsseldorf

26.–27.10.

Profiboxen

ARD

Bernard Hopkins vs. Karo Murat

im rahmen der „langen nacht des boxens“ zeigt die ArD live den Wm-Kampf zwischen Altmeister Bernard Hopkins und Sauerlandboxer Karo Murat.

Boardwalk Hall, Atlantic City, USA

Live

MIBO Boxpromotion , Elina Tissen (GBC World Womens Superbantamgewicht Titel)

die Weltmeisterin elina Tissen tritt gegen eine starke Herausforderin an. Tissen ist seit 10. Kämpfen ungeschlagen und will diese Serie fortsetzen.

Warendorf

Live

ISTMO Promotion , Zapir Rasulov (IBO Intercontinental Superfedergewicht Titel)

in Panama verteidigt der iBo interconti-Champ, Zapir rasulov, seinen Titel. Auswärts kann es schwer für den gebürtigen russen werden.

Panama City

Live

Rasuli Boxpromotion, mit Abdul Ghafour Esmaili

Der Cruisergewichtler Abdul Ghafour esmaili bestreitet seinen zweiten Profikamp.

Autohaus Glinicke Hessenkassel in Kassel

26.10.

2.11.

2.11

Profiboxen

Profiboxen

Profiboxen

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zzgl. Foto/Logo: 39,– € Preise zzgl. gesetzl. MwSt.

Anschrift:

Bemerkungen:

78

boxen HeUTe | 09/2013


olympisches boxen

Der Verband Name

Deutscher Boxsport-Verband e. V. Präsident

Jürgen Kyas

Aufgabe

Kontakt

Der Deutsche Boxsport-Verband e. V. (DBV) organisiert und fördert das Olympische Boxen in Deutschland.

DEUTSCHER BOXSPORT-VERBAND e.V. Korbacher Str. 93 · 34132 Kassel Deutschland

Er unterteilt sich in Bundes- und Landesorganisationen und ist Mitglied im europäischen Verband European Boxing Confederation (EABA) und dem Weltverband Association Internationale de Boxe Amateure (AIBA).

Web: www.boxverband.de E-mail: info@boxverband.de Tel.: 05 61 / 50 62 92 32

Der DBV organisiert die Bundesligen und richtet die deutschen Meisterschaften aus. Geschichte

Vorgänger des DBV war bis 2003 der Deutscher Amateur-Box-Verband e. V. (DABV). DBV-Präsident Jürgen Kyas

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boxen HeUTe | 09/2013

Umfangreicher Downloadbereich auf unserer Website unter: www.box-sport-verband.de /links-downloads


Amateure Internationale Deutsche Meisterschaft : : U21 Internationale Deutsche Meisterschaft | 14. – 17.8.2013 Vorrunde Limit Boxer 1 Team 1 Urteil Boxer 2 64 kg Malke Buyukaya Nordrhein-Westfalen siegt durch KO/TKO Konstantin Ravitch 64 kg Kushtrim Mahmuti Baden-Württemberg siegt nach Punkten Sahan Aybay 64 kg Christian Bleecker Hamburg siegt nach Punkten Murat Ertas 64 kg Chris Förster Sachsen siegt nach Punkten Siridon Klinaku 69 kg Anzor Magomedov Baden-Württemberg siegt nach Punkten Vincenco Gualtieri 69 kg Malek Ezzeldine Nordrhein-Westfalen siegt nach Punkten Johannes Simsch 69 kg MAgomed Schachidov Bayern siegt nach Punkten Bilal Sayed 69 kg Abbas Baraou Nordrhein-Westfalen siegt nach Punkten Jeremy Bens 69 kg Jan Ualikhanov Sachsen siegt nach Punkten Marcel Orsinger 69 kg Anzor Magomedov Baden-Württemberg siegt nach Punkten Margar Waschamjan 69 kg Malek Ezzeldine Nordrhein-Westfalen siegt nach Punkten MAgomed Schachidov 75 kg Abud Abu Lubdeh Berlin siegt nach Punkten Patric Hill 75 kg Muhammed Bangaev Hamburg siegt nach Punkten Meriton Rexhepi 75 kg Michael Seitz Südwest siegt nach Punkten Gerzen, Artur 75 kg Safet Avdimetaj Bayern siegt nach Punkten Anil Saglam 81 kg Igor Teziew Baden-Württemberg siegt durch KO/TKO Mirwais Maudodi 81 kg Kevin Debrah Berlin siegt nach Punkten Jason Quansah 81 kg Ibrahim Bazuev Hamburg siegt nach Punkten Walerij Wins 81 kg Cem Kilic Südwest siegt nach Punkten Simon Grahl 81 kg Alex Jasinczuk Nordrhein-Westfalen siegt nach Punkten Amar Abduljabar Halbfinale 60 kg Omar El Hag Berlin siegt nach Punkten Dimitri Greibel 60 kg Cihan Ince Hamburg siegt durch KO/TKO Hakan Torsun 64 kg Malke Buyukaya Nordrhein-Westfalen siegt nach Punkten Kushtrim Mahmuti 64 kg Chris Förster Sachsen Anhalt siegt nach Punkten Christian Bleecker 69 kg Abass Baraou Nordrhein-Westfalen siegt nach Punkten Jan Ualikhanov 69 kg Malek Ezzeldine Nordrhein-Westfalen siegt nach Punkten Anzor Magomedov 75 kg Abud Abu Lubdeh Berlin siegt durch walk over Safet Avdimetaj 75 kg Muhammed Bangaev Hamburg siegt nach Punkten Michael Seitz 81 kg Ibrahim Bazuev Hamburg siegt nach Punkten Cem Kilic 81 kg Igor Teziew Baden-Württemberg siegt nach Punkten Alex Jasinczuk 91 kg Mike Fanselow Berlin siegt nach Punkten Alexander Hoffmann 91 kg Roman Fress Nordrhein-Westfalen siegt nach Punkten Max Pilz Finale 46 - 49 kg Sergej Neumann Niedersachsen siegt nach Punkten Isaev Movar 48 - 51 kg Christina Slobodyanikova Bayern siegt nach Punkten Franziska Lyss 57 - 60 kg Nina Meinke Berlin siegt nach Punkten Regina Slobodjanikowa 60 kg Omar El Hag Berlin siegt durch KO/TKO Cihan Ince 64 kg Malke Buyukaya Nordrhein-Westfalen siegt nach Punkten Chris Förster 69 kg Abass Baraou Nordrhein-Westfalen siegt nach Punkten Malek Ezzeldine 75 kg Abud Abu Lubdeh Berlin siegt nach Punkten Muhammed Bangaev 81+ kg Igor Teziew Baden-Württemberg siegt nach Punkten Ibrahim Bazuev 91 kg Roman Fress Nordrhein-Westfalen siegt nach Punkten Mike Fanselow

Vergleichskampf : : Boxveranstaltung beim BR Düsseldorf | 13.7.2013 Vergleichskampf Limit Boxer 1 Team 1 Urteil 46 kg Leon Kehl ESC Rellinghausen siegt nach Punkten 60 kg Christian Eckert BR Hilden siegt nach Punkten 60 kg Steward Nasrat BR Essen siegt nach Punkten 60 kg Sarhad Nouzad BR Essen siegt durch KO/TKO 63 kg Ertugrul Cibooglu BuS Dinslaken siegt durch KO/TKO 64 kg Temur, Jamal BR Hilden unentschieden 64 kg Mario Beniesch Pulheimer BC siegt nach Punkten 64 kg Sahan Aybay RF Oberhausen siegt nach Punkten 66 kg F. Höber Westende Hamborn siegt durch RSC 69 kg Abdussamed Erdogmus ESC Rellinghausen siegt nach Punkten 69 kg Maurice Daniel BR Hilden siegt durch KO/TKO 75 kg S. Umsaev Westende Hamborn siegt nach Punkten 75 kg Viktor Bruch SV Menden siegt nach Punkten 75 kg Hamza Aktas Westende Hamborn siegt nach Punkten 75 kg A. Yunosov BR Essen siegt nach Punkten 81 kg Akim Nshogoza BR Neuss siegt nach Punkten 91 kg Hendrik Steinert TUSEM Essen siegt nach Punkten

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Boxer 2 Noel Ismailov Willi Matern Maik Reifschneider B. Riaz T. Schmidtke Murat Ertas H. Uzun Karner, Maurice Simon Detlefs E. Ayranci Julian Henze Artur Patt Agim Muslija M. Schwidden Marco Oelze Frederik Krause C. Böttcher

Team 2 Punkte Hamburg 3:00 Nordrhein-Westfalen 2:01 Nordrhein-Westfalen 3:00 Nordrhein-Westfalen 3:00 Nordrhein-Westfalen 3:00 Mecklenburg-Vorpommern 2:01 Hamburg 3:00 Bayern 3:00 Baden-Württemberg 2:01 Niedersachsen 3:00 Bayern 2:01 Baden-Württemberg 3:00 Hamburg 3:00 Nordrhein-Westfalen 3:00 Bayern 3:00 Bayern 0:00 Niedersachsen 3:00 Baden-Württemberg 3:00 Brandenburg 3:00 Hamburg 3:00 Rheinland Baden-Württemberg Baden-Württemberg Hamburg Sachsen Baden-Württemberg Bayern Südwest Südwest Nordrhein-Westfalen Baden-Württemberg Nordrhein-Westfalen

3:00 0:00 2:01 3:00 3:00 3:00 0:00 3:00 3:00 3:00 3:00 3:00

Berlin Niedersachsen Bayern Hamburg Sachsen Anhalt Nordrhein-Westfalen Hamburg Hamburg Berlin

3:00 2:01 3:00 0:00 3:00 3:00 2:01 3:00 2:01

Team 2 Bayer Leverkusen BC Hückelhoven BC Hückelhoven BC Ratingen Velberter BC 22 Bayer Leverkusen Boxteam Duisburg Velberter BC 22 BR Düsseldorf Boxteam Duisburg TUSEM Essen Bayer Leverkusen Bayer Leverkusen Pulheimer BC BR Hilden BR Düsseldorf BR Neuss

Punkte 0:00 0:00 0:00 0:00 0:00 0:00 0:00 0:00 0:00 0:00 0:00 0:00 0:00 0:00 0:00 0:00 0:00


Amateure Deutsche Meisterschaft : : 91. DM ELITE – MÄNNER | 4. – 7.9.2013 Vorrunde Limit Boxer 1 Team 1 52 kg Hamza Touba Nordrhein-Westfalen 56 kg Dennis Makarow Nordrhein-Westfalen 56 kg Dias Kuzembaev Baden-Württemberg 56 kg Edgar Walth Bayern 56 kg Omar El Hag Berlin 56 kg Edgar Walth Bayern 56 kg Omar El Hag Berlin 56 kg Sako Mamedov Sachsen Anhalt 60 kg Tobias Tatai Nordrhein-Westfalen 60 kg Arbian Zefai Niedersachsen 60 kg Ahmet Eminovic Thüringen 60 kg Hagen Worofka Sachsen 60 kg Sergej Dudinski Niedersachsen 60 kg Tobias Tatai Nordrhein-Westfalen 60 kg Ahmet Eminovic Thüringen 64 kg Artem Harutyunyan Hamburg 64 kg Eugen Dahinten Bayern 64 kg Eugen Burhard Niedersachsen 64 kg David Müller Thüringen 64 kg Eugen Burhard Niedersachsen 64 kg Thulasi Thuramaligam Niedersachsen 64 kg Angelo Welp Niedersachsen 64 kg David Müller Thüringen 69 kg Oleg Schäfer Bayern 69 kg Abbas Baraou Nordrhein-Westfalen 69 kg Arayk Marutyan Mecklenburg-Vorpommern 69 kg Oleg Schäfer Bayern 69 kg Slawa Kerber Niedersachsen 75 kg Dennis Radovan Nordrhein-Westfalen 75 kg Abu Lubdeh Abdulraman Berlin 75 kg Stefan Hartel Berlin 75 kg Xhek Paskali Baden-Württemberg 75 kg Andreas Herrmann Norwegen 75 kg Abu-Lubdeh Abdulrahmanov Berlin 75 kg Jacob Deines Niedersachsen 75 kg Konstantin Buga Norwegen 75 kg Marten Arsumanjan Bayern 75 kg Xhek Paskali Baden-Württemberg 75 kg Marten Arsumanjan Bayern 81 kg Josef Attanjaoui Berlin 81 kg Tony Witzke Mecklenburg-Vorpommern 81 kg Artur Manschos Niedersachsen 81 kg Artur Reis Niedersachsen 81 kg Constantin Fischer Niedersachsen 81 kg Igor Teziew Baden-Württemberg 81 kg Tony Witzke Mecklenburg-Vorpommern 81 kg Josef Attanjaoui Berlin 81 kg Artur Reis Niedersachsen 91 kg Ehsan Maudodi Bayern 91 kg Artur Mann Niedersachsen 91 kg Slatko Strauch Hamburg 91+ kg Philipp Gruner Sachsen 91+ kg Ali Kiydin Hessen 91+ kg Ibra Debatik Baden-Württemberg 91+ kg Erik Pfeifer Niedersachsen 91+ kg Erik Pfeifer Niedersachsen Halbfinale 52 kg Ronny Beblik Sachsen 56 kg Dennis Makarow Nordrhein-Westfalen 56 kg Edgar Walth Bayern 60 kg Atdhe Gashi Brandenburg 60 kg Ahmet Eminovic Thüringen 64 kg Artem Harutyunyan Hamburg 64 kg Eugen Burhard Niedersachsen 69 kg Arayk Marutyan Mecklenburg-Vorpommern 69 kg Slawa Kerber Niedersachsen 75 kg Dennis Radovan Nordrhein-Westfalen 75 kg Stefan Hartel Berlin 81 kg Igor Teziew Baden-Württemberg 81 kg Josef Attanjaoui Berlin 91 kg Johann Witt Baden-Württemberg 91 kg Artur Mann Niedersachsen 91+ kg Ali Kiydin Hessen 91+ kg Erik Pfeifer Niedersachsen

Urteil siegt nach Punkten siegt nach Punkten siegt nach Punkten siegt nach Punkten siegt nach Punkten siegt nach Punkten siegt nach Punkten siegt nach Punkten siegt nach Punkten siegt nach Punkten siegt nach Punkten verliert nach Punkten siegt nach Punkten siegt nach Punkten siegt nach Punkten siegt durch KO/TKO siegt nach Punkten siegt nach Punkten siegt nach Punkten siegt nach Punkten siegt nach Punkten siegt nach Punkten siegt nach Punkten siegt nach Punkten siegt nach Punkten siegt nach Punkten siegt nach Punkten siegt nach Punkten siegt durch walk over siegt durch walk over siegt durch walk over siegt nach Punkten siegt nach Punkten siegt nach Punkten siegt nach Punkten siegt nach Punkten siegt nach Punkten siegt nach Punkten verliert durch Walk Over siegt nach Punkten siegt nach Punkten verliert nach Punkten siegt nach Punkten siegt nach Punkten siegt nach Punkten siegt nach Punkten siegt nach Punkten siegt nach Punkten siegt nach Punkten siegt nach Punkten siegt nach Punkten siegt nach Punkten siegt durch KO/TKO siegt nach Punkten siegt nach Punkten siegt nach Punkten

Boxer 2 Tom Tran Erik Sokolov Hakan ERSERKER Marcel Schneider Sako Mamedov Koray Bedir Dieter Geier Andrej Stoika Howik Barsegian David Gork Robert Harutyunyan Atdhe Gashi Vitali Gafurov Eduard Schmidt Arbian Zefai Clemens Busse Kastriot Sopa Thulasi Thuramaligam Angelo Welp Aytekin Yöreci Feim Lutoli Artjom Dashyan Jörg Alles Sebastian Knigge Besir Ay Serkan Oral Vincenco Gualtieri Raimund Klose Andreas Herrmann Jacob Deines Konstantin Buga Marten Arsumanjan Michael Seitz Simon Stromeyer Ahmet Ali Cuhan Calik Sadula Abdulai Sebastian Formella Edison Demay Kevin Künzel Sascha Arsumanjan Elvis Hetemi Hüseyn Cinkara Roy Baumann Leonn Bunn Alex Jasinczuk Elvis Hetemi Constantin Fischer Alexander Mann Marco Deckmann Issa Karimi Konstantin Biegler Eric Brechlin Mohamad Nasser Roman Gorst Ali Kiydin

Team 2 Punkte Brandenburg 3:00 Bayern 2:01 Niedersachsen 3:00 Brandenburg 3:00 Sachsen Anhalt 3:00 Nordrhein-Westfalen 3:00 Baden-Württemberg 3:00 Hessen 3:00 Bayern 2:01 Sachsen 3:00 Hamburg 1:02 Brandenburg 3:00 Nordrhein-Westfalen 3:00 Baden-Württemberg 2:01 Niedersachsen 3:00 Mecklenburg-Vorpommern 0:00 Baden-Württemberg 3:00 Niedersachsen 3:00 Niedersachsen 3:00 Baden-Württemberg 3:00 Schweden 3:00 Brandenburg 3:00 Schleswig-Holstein 3:00 Sachsen 3:00 Niedersachsen 3:00 Hamburg 3:00 Nordrhein-Westfalen 3:00 Hamburg 3:00 Nordrhein-Westfalen 0:00 Niedersachsen 3:00 Nordrhein-Westfalen 0:00 Bayern 3:00 Schwerin 3:00 Baden-Württemberg 2:01 Schleswig-Holstein 3:00 Norwegen 3:00 Brandenburg 2:01 Hamburg 2:01 Niedersachsen 0:00 Sachsen 3:00 Bayern 2:01 Nordrhein-Westfalen 1:02 Südwest 3:00 Brandenburg 0:00 Hessen 3:00 Nordrhein-Westfalen 2:01 Nordrhein-Westfalen 3:00 Niedersachsen 2:01 Nordrhein-Westfalen 3:00 Sachsen Anhalt 3:00 Hessen 3:00 Baden-Württemberg 3:00 Brandenburg 0:00 Niedersachsen 3:00 Bayern 3:00 Hessen 3:00

siegt nach Punkten siegt durch KO/TKO siegt nach Punkten siegt nach Punkten siegt nach Punkten siegt nach Punkten siegt nach Punkten siegt nach Punkten siegt nach Punkten siegt nach Punkten siegt nach Punkten siegt nach Punkten siegt nach Punkten siegt nach Punkten siegt nach Punkten siegt durch KO/TKO siegt nach Punkten

Tom Tran Dias Kuzembaev Omar El Hag Sergej Dudinski Tobias Tatai Eugen Dahinten David Müller Abbas Baraou Oleg Schäfer Abu Lubdeh Abdulraman Xhek Paskali Tony Witzke Artur Reis Ehsan Maudodi Slatko Strauch Philipp Gruner Ibra Debatik

Brandenburg Baden-Württemberg Berlin Niedersachsen Nordrhein-Westfalen Bayern Thüringen Nordrhein-Westfalen Bayern Berlin Baden-Württemberg Mecklenburg-Vorpommern Niedersachsen Bayern Hamburg Sachsen Baden-Württemberg

3:00 0:00 3:00 3:00 2:01 3:00 2:01 3:00 3:00 3:00 3:00 3:00 3:00 3:00 3:00 0:00 3:00

Fortsetzung Finale è

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Amateure … Fortsetzung Deutsche Meisterschaft : : 91. DM ELITE – MÄNNER | 4. – 7.9.2013 Finale Limit Boxer 1 Team 1 Urteil 46 - 49 kg Morsar ISAEV Berlin siegt nach Punkten 52 kg Hamza Touba Nordrhein-Westfalen siegt nach Punkten 56 kg Edgar Walth Bayern siegt nach Punkten 60 kg Ahmet Eminovic Thüringen siegt nach Punkten 64 kg Artem Harutyunyan Hamburg siegt nach Punkten 69 kg Arayk Marutyan Nordrhein-Westfalen siegt nach Punkten 75 kg Stefan Härtel Berlin siegt nach Punkten 81 kg Igor Teziew Baden-Württemberg siegt nach Punkten 91 kg Johann Witt Baden-Württemberg siegt nach Punkten

Boxer 2 Sergej Neumann Ronny Beblik Dennis Makarow Atdhe Gashi Eugen Burhard Slawa Kerber Dennis Radovan Josef Attanjaoui Artur Mann

Team 2 Niedersachsen Sachsen Nordrhein-Westfalen Brandenburg Niedersachsen Niedersachsen Nordrhein-Westfalen Berlin Niedersachsen

Punkte 2:01 2:01 3:00 2:01 3:00 3:00 3:00 3:00 3:00

Wir veröffentlichen die Ergebnisse Ihrer Veranstaltung! Nutzen Sie bitte unsere Tabelle als Vorlage und senden Sie uns eine Exceldatei mit folgenden Angaben: Name und Datum der Veranstaltung; Spalte 1: Gewichtsklasse Spalte 2: Vor- und Nachname Boxer1 Spalte 3: Teamname Boxer 1 Spalte 4: Urteil Spalte 5: Vor- und Nachname Boxer 2 Spalte 6: Teamname Boxer 2 Spalte 7: Punkte Die Datei senden Sie bitte an: info@boxen-heute.de BOXEN HEUTE ist ein Magazin für und von Boxsportfans – gestalten Sie es ein Stück mit. Wir freuen uns auf Sie!

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Kein „Rumble in the jungle” ... nur ein Ring mitten in Afrika. Dieses Trainingsgeviert steht in der ghanaischen Hauptstadt Accra. In dem Gym namens Akotoku Academy in James Town, dem ärmsten Viertel der Millionenstadt, trainierte auch schon IBF-Bantamgewichts-Champion Joseph „King Kong” Agbeko. Immerhin ist Boxen in dem westafrikanischen Staat nach Fußball die Sportart Nummer zwei. _Foto Tugela Ridley | dpa

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albon Pervizaj ist Hamburger und ein stolzer albaner, ein sehr stolzer sogar. F端r seine 17 Jahre macht der junge, h端nenhafte Schwergewichtsboxer einen ziemlich abgekl辰rten und reifen Eindruck. Seine Disziplin und sein Ehrgeiz, eine erfolgreiche amateurboxkarriere gestartet zu haben, beeindrucken.

albon Pervizaj

Ein Hamburger f端r Rio Das Talent zwischen Hamburg und Schwerin _Text & Fotos Beate Bodenhagen

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Turnerbund HamburgEilbeck e.V. – Hier hat alles begonnen.

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n Hamburg geboren, wächst er mit 3 Schwestern und seinen albanischen Eltern in Wandsbek auf. Als Jugendlicher wurde sein Talent beim Turnerbund Hamburg-Eilbeck e. V. erkannt. Zwei Jahre förderte und unterstützte ihn der Vereinsboxtrainer Andre-Nicolai Walther – bis ihn Michael Timm, der ehemalige Trainer vom Hamburger Profistall Universum-BoxPromotion, nach Schwerin holte. Der Coach hält große Stücke auf seinen Boxer: „Albon ist sehr variabel. Er kann kontern aber auch angreifen. Er hat ein großes Herz und einen starken Willen. Dass er in seiner Entwicklung so weit ist, liegt an seinem Vater, der den Jungen zur Selbständigkeit erzieht.“ Der junge Boxer ist sehr dankbar und glücklich, von Timm trainiert zu werden. „Er baut uns sehr behutsam auf und hat neben dem Training immer ein Ohr für Probleme.“

Erst die Schule – Dann das boxen Am Olympiastützpunkt wohnt Albon auf eigenem Wunsch mit einem Sportkumpel in einem Zimmer und bereitet sich neben dem Training auf das Abitur vor. Von Montag bis Freitag lebt der junge Boxer ohne seine Familie in MecklenburgVorpommern. Seine Eltern hatten dem Umzug und der Boxzukunft nur unter der Bedingung zugestimmt, dass Albon seine schulischen Pflichten nicht vernachlässigt. Vater Alajdin Pervizaj betont, dass sein Sohn, auch wenn er jetzt von allen Seiten hoch gelobt und ihm eine große Karriere prognostiziert wird, nicht auf den Schulabschluss verzichten soll. Es kann ganz plötzlich etwas dazwischen kommen, eine Verletzung oder zu hoher Erfolgsdruck... und dann? Auch wenn der Vater seinem Sohn viele Freiheiten lässt, ihn ganz bewusst seine eigenen Erfahrungen machen lässt – das Auge des Vaters bleibt wachsam. Eine Fahrt von Hamburg nach Schwerin dauert nur anderthalb Stunden, also keine Hürde für einen Kurzbesuch. Die Wochenenden verbringt Albon in Hamburg, trifft

Ein starkes Team: Albon und sein Vater Alajdin Pervizaj.

Deutscher Hoffnungsträger im Schwergewicht – mit 17 Jahren.

sich mit Freunden. Zum Fotoshooting kommt er alleine und organisiert den Zutritt zur ehemaligen Sportstätte TH-Eilbeck, sein Vater kommt erst zum Ende hinzu, für ein Foto, ein kurzes Gespräch. Albon weiß das Vertrauen zu schätzen, im Ring muss er auch alleine Entscheidungen treffen. Und seine Familie gibt ihm die Geborgenheit, die er so bei Freunden und Kollegen nicht erfahren würde. Die gesamte Familie ist sehr stolz und unterstützt ihn, wo sie nur kann. Das nimmt viel Zeit in Anspruch und die Gegenleistung ist das Gesamtpaket: Erfolg in der Schule und im Ring. Warum ist der junge Mann so fokussiert? „Ich sag mal so, ich will es einfach, es bringt mir Spaß, mein Ziel ist die Olympiade 2016. Ich will erfolgreich sein.“

Mayweather ist super – ali der beste Das Fotoshooting meistert Albon Pervizaj souverän, ohne jegliche Hektik oder Nervosität. Er boxt vorwiegend mit Älteren. Er weiß um sein Können und seine positive Sportausstrahlung – das wirkt alles schon sehr professionell und seine frühen Erfolge, wie die Deutschen Meisterschaften, Bronzemedaille bei der EM und Teilnahme an einer WM, sprechen für sich und lassen die Boxöffentlichkeit zunehmend aufhorchen. Hat er Vorbilder? „Floyd Maywaether ist super und sehr diszipliniert, aber am besten finde ich Muhammad Ali. Er hat nicht nur klasse geboxt, sondern auch immer eine eigene Meinung vertreten, war nie dumm. So möchte ich auch sein.“ Die Stunde ist schnell rum und zum Abschluss zeigt Albon noch mal seinen natürlichen Charme: auf die Frage nach einer Freundin, antwortet er mit einem schönen Lächeln. Vater und Sohn Pervizaj steigen ins Auto und fahren dann gemeinsam zum sonntäglichen Familientreffen, diesmal zur Tante. ¡

Olympiavorbereitung und Abitur – Für Albon kein Gegensatz.

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Deutsche Meisterschaft in Oldenburg #1

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#3

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eutsche

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schaft

Meister

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olyMpiscHes boxen #4

#5

bESTPICTURES Der Mittel#1 Cutverletzung: gewichtler Xhek Paskali nach

#6

seiner hauchd체nnen Niederlage im Finale gegen Stefan H채rtel. Makarov trifft Edgar #2 Denis Walth, verliert aber am Ende klar nach Punkten. Pfeifer k체sst nach drei #3 Erik packenden Runden im SuperSchwergewicht den gef채hrlichen Herausforderer Ali Kiydin.

#4 Harutyunyan vs Burhard #5 Eminovic vs Gashi #6 Witt vs Mann www.boxen-heute.de

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eg mit dem Kopfschutz, her mit dem neuen Bewertungssystem. Eine kleine Revolution begleitete die 91. Deutsche Meisterschaft. Sportlich waren die Titelkämpfe vom 3. bis 7. Oktober in Oldenburg ein voller Erfolg. Etwas enttäuschend dagegen war das bescheidene Publikumsinteresse: Bis zum Finale blieben die Sportler, Trainer und Offiziellen weitgehend unter sich. Dabei wurde in der EWE-Arena ab den Halbfinalkämpfen großer Sport geboten. Das sportliche Konzept ging auf. Die Kämpfe über drei Runden sind kurzweilig, die Gegner sportlich auf ähnlichem Niveau und eine komplette Veranstaltung dauert selten länger als 2 ½ Stunden – kaum länger als ein Kinofilm.

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Neue Wege gibt es beim Kampfgericht. Bei den Europameisterschaft in Minsk wurde im Juni, das aus dem Profiboxen bekannte Ten-Point-Must-System, erstmalig auch beim Olympischen Boxen eingeführt. Bei der DM wurde also jede Runde einzeln bewertet und anschließend von fünf Punktrichtern in die „Punktmaschine” eingegeben. Der Rechner wählte dann per Zufallsprinzip drei Eingaben für das Ergebnis aus. Wer zu weit vom Trend entfernt lag, qualifizierte sich für eine Nachschulung. „Ich habe zwei, drei Kämpfe anders gewertet, aber bei insgesamt 95 Kämpfen geht das in Ordnung”, so der DBV-Cheftrainer Dr. Michael Bastian. Bei den Ringrichtern sieht er noch Nachholbedarf. „Im Ring müssen sie auch durchsetzen was sie zu Beginn des Kampfes ansagen. Einige Offizielle waren noch zu zaghaft“.

Präsident bestätigt intensive TV-Verhandlungen: „Wir haben das bessere Produkt…“

linker Haken für den Ringrichter

Großes Kino plant auch Jürgen Kyas, der Präsident des Deutschen Boxsport-Verbandes. „Wir sind auf einem guten Weg. Schließlich konnten wir in unseren Gesprächen den Sendern das bessere Produkt anbieten!“ Und ein erstes Ergebnis hatte er auch parat: Die ARD war vor Ort (wenn auch „nur“ mit dem regionalen NDR), auch ein Lokalsender aus dem Oldenburger Land filmte am Ring. Außerdem gab es eine permanente Berichterstattung via Livestream im Internet. „Die Weichen sind gestellt, das Olympische Boxen ist gut aufgestellt…“ stellte Kyas fest. „Wir werden unseren eingeschlagenen Weg erfolgreich gehen!“

Wenig zaghaft ging es im 38. Kampf der DM zu. Am Donnerstag Morgen kämpfte Hakan Erserker, der Lokalmatador vom niedersächsischen Ausrichter VfB Oldenburg, gegen Dias Kuzumbaew aus BadenWürttemberg im Bantamgewicht um Alles oder Nichts. In der dritten Runde bekam der Referee die Boxer trotz lauter Zwischenrufe nicht auseinander. Da half nur das Trennkommando „Stopp“. Es dauerte noch ein paar Sekunden, bevor die Boxer voneinander abließen. Der Oldenburger hatte aber noch einen linken Haken unterwegs. Der Gegner war schon weg, der ganz nahe am Mann stehende Referee aber nicht. Wumms – dieser linke Haken saß. Voll am Kinnwinkel getroffen, »

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é Nach dem grandiosen Halfinale gegen Omar El Hag hatte Edgar Walth (rechts) einen Tag später auch keine Probleme mit dem früheren Europameister Denis Makarov (Bottrop). Foto: Hubert Wildschütz

Meist

Foto: Andreas Grunwald

he Deutesrscchaft

é Jürgen Kyas, der Präsident des DBV ê Der Ringrichter Wilzo Polski musste nach einem linken Haken zum Kinn auf die Knie, konnte das Duell im Bantamgewicht nach wenigen Sekunden fortsetzen. Foto: Hubert Wildschütz

olyMpiscHes boxen


Olympisches Boxen

Ganz großes Kino Die Meisterschaft bietet tolle Kämpfe mit maximaler Spannung dank fehlendem Kopfschutz und neuem Punktsystem » ging Wilzopolski zu Boden, blieb auf den Knien und wartete einige Sekunden. Als es kein Anzählen gab, rappelte er sich wieder auf und der Kampf ging weiter.

Ohne Kopfschutz: Häufung von Cutverletzungen

WM-Kader des DBV 2013: Halbfliegen 46 – 49 Kg: Serge Neumann (Niedersachsen) Fliegen 52 Kg: Hamza Touba (Nordrhein-Westfalen) Ersatz: Ronny Beblik (Sachsen) Bantam 56 Kg: Edgar Walth (Bayern) Ersatz: Omar El Hag (Berlin) Leicht 60 Kg: Artur Bril (Nordrhein-Westfalen) Ersatz: Robert Harutyunyan (Hamburg) Halbwelter 64 Kg: Artem Harutyunyan (Hamburg) Ersatz: Kastriot Sopa (Baden-Württemberg) Welter 69 Kg: Arajik Marytjan (Mecklenb.-Vorpommern) Ersatz: Vjaceslav Kerber (Niedersachsen) Mittel 75 Kg: Stefan Härtel (Berlin) Ersatz: Denis Radovan (Nordrhein-Westfalen) Halbschwer 81 Kg: Serge Michel (Bayern) Ersatz: Igor Teziev (Baden-Württemberg) Schwer 91 Kg: Emir Ahmatovic (Hessen) Ersatz: Johann Witt (Baden-Württemberg) Superschwer 91+ Kg: Erik Pfeifer (Niedersachsen) Ersatz: Florian Schulz (Mecklenb.-Vorp.)

Aber auch die Sportler hatten Probleme mit den Neuerungen. Nach dem Wegfall des Kopfschutzes mussten einige Boxer wegen stark blutender Platzwunden behandelt werden. „Die ersten Wettkämpfe ohne Kopfschutz sind abgelaufen, wie ich es befürchtet hatte“, so die Berliner Ringärztin Gudrun Heinz. „Cut-Verletzungen haben stark zugenommen. Es gab auch Ohr- und Jochbeinverletzungen, die sonst so nicht aufgefallen sind. Der Kopfschutz kommt nicht zurück, also müssen sich die Sportler und Trainer umstellen. Viele Sportler gehen weiterhin mit dem Kopf in den Angriff und gefährden sich und ihren Gegner.“ Der erfahrenen Ärztin ist es aber auch gelungen, Sportler, die sich bereits in den Vorrunden an den Augenbrauen verletzt hatten, bis ins Finale zu begleiten.

10 Sportler holen WM-Ticket „Wir kennen alle deutschen Talente“, so Cheftrainer Dr. Bastian auf die Frage nach möglichen Olympiateilnehmern. „Da

„Cut-Verletzungen haben stark zugenommen. Es gab auch Ohr- und Jochbeinverletzungen, die sonst so nicht aufgefallen sind.“

kommt jetzt kein Phönix mehr aus der Asche. Der Zug ist aber auch für keinen abgefahren. Über die AIBA-Profiserie, die Weltserie und das Qualifikationsturnier könnten im Extremfall drei Leute in einer Gewichtsklasse 2016 nach Rio.“ Doch vor Olympia steht vom 9. bis 27. Oktober die WM in Almaty an. Die Siege in Oldenburg waren ein wichtiges Kriterium für das Ticket nach Kasachstan. ¡ _Text Daniel Hiller & Hubert Wildschütz

Alle Ergebnisse der Vorrunden und Finalkämpfe findet ihr im Boxkompass ab Seite 82.

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he Deutesrscchaft Meist

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Der vorgezogene Meister-Fight Omar El Hag und Edgar Walth begeisterten in Oldenburg die Fans

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nsgesamt 95 Kämpfe wurden dem Publikum bei der Deutschen Meisterschaft in Oldenburg geboten. Den besten gab es im Bantamgewicht, schon im Halbfinale: Der 22-jährige Bayer Edgar Walth (rotes Trikot) und der 19-jährige Berliner Omar El Hag (in blau) lieferten sich ein hochklassiges Gefecht, das Walth knapp für sich entscheiden konnte. „Von diesem Kampf will ich unbedingt ein Video haben. Den muss ich später meinen Kindern zeigen“, so Walth ein paar Minuten nach dem Sieg. Erinnerungen an die Triologie der Profistars Micky Ward und Arturo Gatti, die sich ab dem ersten Gong atemberaubende Schlachten Fuß an Fuß lieferten, wurden wach. Walth vs El-Hag war über drei Runden die Schlacht zweier unbarmherziger Fighter. Walth arbeitete mit etwas mehr Präzision und setzte damit die härteren Treffer. Die Zuschauer, allesamt Boxer, Offizielle oder Betreuer, hielt es nicht mehr auf den Stühlen, als

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gleich zu Beginn der ersten Runden auf beiden Seiten Volltreffer ihr Ziel fanden. Die Tumulte um den Ring lockten in der ersten Pause auch die erstaunten Sportlerkollegen aus den Katakomben der Oldenburger EWE-Arena.Trotz der enormen Härte agierten beide Kämpfer variabel und zeigten technisches Boxen auf höchstem Niveau. „Für mich muss so modernes Boxen aussehen“, fasste der DBV-Cheftrainer Michael Bastian das Duell später zusammen. El-Hag kam besser in den Kampf und setzte die besseren Treffer, erhöhte sogar die Schlagfrequenz. Walth beendete die zweite Runde mit einem harten linken Haken, den der Berliner wegsteckte.

Finalwürdiger harter Fight Der letzte Durchgang ging furios weiter. Beide Kämpfer feuerten weiterhin aus allen Rohren, mussten aber dem hohen


Olympisches Boxen

Bild oben links

Bild unten links

Bild oben rechts

Bild unten rechts

Runde 1: Der Straubinger Edgar Walth

Runde 2: Omar El Hag trifft mit einem

Runde 3: El Hag (rechts) und Walth

Der Endspurt: Edgar Walth kann in den

trifft den Berliner Omar El Hag mit

krachenden linken Aufwärtshaken,

steigern das Tempo und bringen beide

letzten Minuten der 3. Runde letzte

einem rechten Haken und gewinnt

der Edgar Walth durchschüttelt, aber

schwere Hände ins Ziel. Walth: „Ich

Kräfte aktivieren und sichert sich die

knapp die ersten drei Minuten.

nicht beindruckt. Die Runde endet mit

habe nicht vermutet, dass Omar so ge-

Deutsche Meisterschaft 2013.

Vorteilen für den Berliner.

fährlich ist.“

Tempo Tribut zollen. Letztendlich war es Walth, der Reserven aktivieren konnte und bis zum Schluss die höhere Schlagfrequenz hielt. „In der letzten Runde habe ich kurz an meine 4 Monate alte Tochter gedacht, das hat mir die nötige Kraft gegeben, um Omar zu bezwingen.“ Am Ende des Kampfes, der auch ein würdiges Finale gewesen wäre, siegte Walth knapp nach Punkten.

„Omar habe ich niemals so stark erwartet. Immerhin war es seine erste Meisterschaft bei den Männern. Der Kampf gegen ihn war schwieriger als das Finale.” Ralf Dickert, El Hags Berliner Trainer, war mit dem Urteil zufrieden: „Edgar ist erfahrener und boxte entsprechend stabiler und explosiver. Er konnte am Ende sogar noch etwas draufpacken, das hat die Kampfrichter wohl überzeugt.“ So sah es auch Walth-Coach Hans Buchmeier. „Wir haben direkt auf El-Hag hintrainiert. Er wollte uns das Leben schwer machen. Seit Mai haben

wir nationale und internationale Turniere als Vorbereitung auf ihn genutzt.“ Für den Boxer ging es nach einem schwachen Jahr um viel. „Ohne die Meisterschaft wäre er aus der Sportfördergruppe geflogen. Aber seit er Vater ist, weiss er wofür er kämpft. Jetzt geht es um etwas.“

Sollte es eine Wahl zum Kampf des Jahres geben, wird man bei der Nominierung an diesem Kampf nicht vorbei kommen.

Der Lohn für den Sieger Edgar Walth: Er wird für die Weltmeisterschaft in Almaty/Kasachstan (11. bis 27. Oktober) nominiert. Dort kann er die Fans mit der nächsten Leistungsexplosion begeistern. ¡ _Text & Fotos Daniel Hiller

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boxerin Nina Meinke träumt von olympia.

Dank Insel-Power nach Rio Nina Meinke hatte einen Traum: In England leben und boxen. Beides hat sie sich verwirklicht. Trotzdem lebt und trainiert die 20-Jährige seit anderthalb Jahren wieder in Berlin. Mit 16 Jahren zog die jetzt 20-Jährige auf die Insel, boxte dort für die Yorkshire Landesauswahl bei ihrem Boxclub Westway in Scarborough und machte dort ihr Abitur. Sie boxte sowohl die englischen als auch die deutschen Meisterschaften, was durch die Entfernung und das damit verbundene hin- und herreisen aber zum Problem wurde.

Audi und Leistungszentrum Wir treffen Nina Meinke im Audi Zentrum Berlin Spandau, wo sie aktuell ein Praktikum absolviert. Auch dabei hat sie an den Sport gedacht. „Einen Job bei Audi kann ich in jeder Stadt ausüben, außerdem haben sie Verständnis für meine Trainingszeiten.” Flexible Arbeitszeiten gibt es beim Praktikum im Lager aber dennoch nicht. Erst am Abend geht es mit der S-Bahn ins eine Stunde entfernte Leistungszentrum zu Trainer Ralf Dickert. Ihre Wohnung in Berlin Spandau will sie für einen Platz im Sportinternat nicht aufgeben. „Es muss zwischen Sport und privat ein Ausgleich da sein. Wenn ich keine Trennung habe, verliere ich den Spaß.”

« Im Berliner Leistungszentrum geht es beim Sparring zur Sache. „Beim Training mache ich nicht auf Mädchen, also steige ich selbstverständlich gegen Männer in den Ring.“

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Mein Trainer in England sagte: „Außerhalb des Gyms bist du ein Mädchen, im Gym bist du ein Boxer.“ »

Frustierrend waren vor allem die letzten sechs Monate. Nach Problemen mit den Bandscheiben der Lendenwirbelsäule war an Training oder Wettkämpfe nicht zu denken. Seit August steht sie wieder im Training, Ende August stand sie wieder im Ring. Der Rücken hielt, damit steht dem nächsten Höhepunkt im Oktober beim Stralsunder Queencup nichts im Weg.

Der Anfang Zum Boxen kam Nina Meinke durch keinen geringeren als Sven Ottke. „Er ist wie mein Patenonkel und der beste Freund meines Vaters. Als ich sieben Jahre alt war, durfte ich schon bei seinen WM-Kämpfen live dabei sein. Für mich stand gleich fest, dass ich auch boxen möchte.”


KATeGorie

Mit neun Jahren bekam sie ihren ersten Sandsack mit Boxhandschuhen. Drei Jahre später entschied sie sich endgültig fürs Boxen und meldete sich beim Spandauer Boxclub an, wo schon Ottke seine ersten Schritte im Ring machte. Während sich die Trainer freuten, machte sich die Familie Sorgen. „Mein Eltern wollten nicht, dass ich boxe. Mein Vater hat gehofft, dass ich nach drei Monaten wieder aufhöre, daraus wurden dann acht Jahre. Jetzt werde ich in jeglicher Hinsicht von meiner Familie unterstützt. Vor allem mein Dad steht immer hinter mir.“

Die Zeit in England „Der Boxclub in England war wie meine Familie. Generell war ich der Underdog. Keiner kannte die Deutsche. Doch nachdem ich meinen ersten Kampf in Manchester durch K.o. in der zweiten Runde gewann, war ich der kleine Tyson.“ Obwohl das Englische Nationalteam auf die Berlinerin aufmerksam wurde, entschied sie sich doch ihren boxerischen Weg in Deutschland zu gehen. In der Heimat blieb der große Angriff bisher aus. „Ich war so oft an Höhepunkten dran, doch im Finale hat es dann wegen eines Punktes nicht gereicht, das war frustrierend, aber Niederlagen sind ein Ansporn und jetzt ist mit dem Gewinn der U21 DM der erste kleine Erfolg da. Die Zeit im Ausland war prägend: „In England haben wir viel in Pub`s und bei Dinnershows geboxt. Die Räume waren

also voll als wir in den Ring stiegen. Das Publikum war teilweise auch ziemlich voll, aber immer fair. Die Leute waren fast im Ring drin. Ich musste mich mit Ellbogen bis zum Ring durchkämpfen. Alle Kämpfe waren hart. Mein Trainer hat mich gegen jede antreten lassen. Dafür bin ich ihm jetzt dankbar, dass hat mir auch den Wechsel von den Junioren zu den Frauen erleichtert.“, erinnert sich die Boxerin. „Auch beim Training mache ich nicht auf Mädchen. Ich bin Boxerin, also steige ich selbstverständlich auch gegen Männer in den Ring. Das ist dann physisch härter, hilft aber im Wettkampf. Mein Trainer in England sagte, außerhalb des Gyms bist du ein Mädchen, im Gym bist du ein Boxer!“ Ihr großes Ziel ist die Olympiateilnahme 2016 in Rio. Aktuell absolviert sie ein Vollzeitpraktikum bei Audi in Berlin Spandau. „Ich bin den ganzen Tag auf der Arbeit und erst abends beim Training. Das reicht nicht aus. Ich hoffe jetzt auf eine Einstufung als B-Kader. Dann kann ich im Limit bis 60 Kilogramm durchstarten.“ Ihre Konkurrentinnen in dieser Gewichtsklasse sind Tasheena Bugar, Dilara Kotschak, Maike Klüners. Nina selbstbewusst: „Wenn ich mein Ziel erreichen will, muss ich jede schlagen. Mein Stärke sind Ehrgeiz und Disziplin. Das, was ich mache, mache ich richtig.“ ¡ _Text & Fotos Daniel Hiller

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TAlenTe

Der BOXEN HEUTE-Redakteur Hubert Wildschütz auf den Spuren zweier ungleicher Geschwister. Alina ist acht. Derzeitig überlegt sie, ob aus ihr eine Boxerin wird oder sie beim Fernsehen Karriere macht. Ein sportliches Vorbild hat sie bereits: Es ist ihr Bruder Roman, elf Jahre älter als die blonde, junge Dame und erfolgreicher Amateurboxer beim Deutschen Mannschaftsmeister Velberter Box-Club. Roman Fress war eine der Visitenkarten der Internationalen Deutschen Meisterschaften U21 in Moers und siegte im Schwergewichtsfinale überraschend gegen den Berliner Titelverteidiger Mike Fanselow nach Punkten. Nebenbei: VBC-Boss Hans Gerd Rosik und Trainer Mike Hanke stellten klar: „Roman wird kontinuierlich aufgebaut, gehört erst mal zum Nachwuchsbereich und kämpft in der NRW-Liga für das Hildener Team!“

lehrjahre statt Herrenjahre Boxtalent Roman Fress lebt den Traum von Olympia

Starker Zusammenhalt Familienmensch Roman, dessen Papa und Schwesterchen Alina dem Boxtalent in Moers nicht von der Seite wichen, ist stolz auf die kleine Schwester. Er genießt es, von Alina als Beschützer akzeptiert zu werden. Ansonsten hat er andere, meist sportliche Sorgen. „Schaff ich es ins Finale?“ zum Beispiel. „Wenn ja, ist der starke Berliner Mike Fanselow ein möglicher Finalgegner?“ Gegen ihn hat Fress schon einmal nach Punkten gewonnen. Ein gutes Omen, aber das war vor dem Endkampf. Roman ist in Kasachstan geboren, am 20. März 1994. Mit dem Baby im kargen Gepäck gingen die Eltern auf Reisen. Sie kehrten Kasachstan den Rücken und landeten mit dem jungen Roman in Bremen, der ersten Station im gar nicht immer goldenen Westen. Nach einigen Jahren ging es weiter, der Köln-Siegburger Raum war das nächste Ziel. Familie Fress wurde im mittelrheinischen Troisdorf heimisch. Papa Wassiliew (Roman korrigiert auf Wasily und meint: „Die deutsche Kurzform ist Willi“) fand einen Job, die Familie eine neue Heimat. Der Junior ist zehn, elf. Sein sportliches Hobby ist längst das Boxen. Da kommt durch Alina ein neues

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boxen HeUTe | 09/2013

Der Velberter Schwergewichtler Roman Fress und seine Schwester Alina (8).


kostenlos

Familienmitglied auf die Welt, bringt Leben in den Familienalltag. Romans boxerisches Talent wird erkannt, der junge Sportler wechselt nach Köln zum Traditionsverein Colonia. 2007 darf er zum ersten Mal bei der Deutschen Meisterschaft mitboxen, für einen Kampf reicht das Können, Lehrjahre sind eben noch keine Herrenjahre. 2008 gibt es den ersten Titel für das Boxtalent. „Deutscher Meister Roman Fress, das hörte sich gut an, verlangte nach mehr“, meint er heute selbstbewusst. 2009 erkämpft er sich WM-Bronze in Armenien, Freunde und Gegner kennen seinen Namen, haben Respekt. Es folgt Rang drei bei den Europameisterschaften 2010 in der Ukraine. Die Auslosung ist bei internationalen Turnieren keine freie Auswahl. Bei den nächsten Weltmeisterschaften im Jahr 2011 in Dublin gibt es Rang fünf. Eine Enttäuschung? „Nein, eine Lehrzeit“ meint Roman. Und auch im folgenden Jahr muss er sich bei der WM mit Rang fünf begnügen.

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In nur 3 Schritten dabei:

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Sein Weg soll zu Olympia führen Mehr als 75 Fights hat er bis heute bereits ausgetragen, zahlreiche waren international. Fast entschuldigt sich Fress, weil er wegen starker internationaler Konkurrenz nur rund 55 Siege aufweist. Er hat aber auch Visionen. „Mein Ziel ist Olympia”, gibt er zu. Rio de Janeiro 2016 oder 2020 mit noch unbekanntem Ziel wird er angesichts seiner Jugend von BOXEN HEUTE gefragt. Fast bescheiden sagt er – ganz leise – „2016 und 2020“. Ein bescheidener junger Mann, der aber weiß, wohin ihn sein sportlicher Weg führen soll. Der Grundstein ist bereits gelegt. Er will lernen, Papa Willi gibt die Ratschläge. Zunächst wechselte Roman Fress zum Deutschen Abonnementmeister Velberter Box-Club ins benachbarte Bergische Land. Der erste Erstligaeinsatz ist aber noch in weiter Ferne. Die NRW-Liga – mit Oberliga-Niveau – dürfte die erste Station sein, dann gibt es auch noch die Turniere. Schulisch zieht es den jungen Leistungssportler aber erstmal nach Heidelberg. Auf dem Sportinternat wird das Fachabitur angestrebt.

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Schwester Alina genießt unterdessen bei den Boxmeisterschaften ihren ersten TVAuftritt. Recht selbstbewusst steht sie bei den Fernsehmachern vom WDR Rede und Antwort. Um was es ging? „Um Olympia, Mode und Boxen“, erklärt sie kess. So sind sie eben, die kleinen Prinzessinnen. ¡ _Text & Fotos Hubert Wildschütz

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VBC-Boss Hans Gerd Rosik und Trainer Mike Hanke stellten klar: „Roman Fress (rechts) wird kontinuierlich aufgebaut, gehört erst mal zum Nachwuchsbereich und kämpft in der NRW-Liga für das Hildener Team!“

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Kategorie Olympisches Boxen

Ein Holländer kämpft für Italien und Deutschland Peter Mullenberg will als AIBA-Profi zu Olympia Er ist Schwiegermutters Traum. Aber leider ist er schon vergeben, der Weltklasseboxer mit Herz: Peter Mullenberg (25) aus Apeldoorn in den Niederlanden, der direkt an der deutsch-niederländischen Grenze in Arnheim wohnt. Und Freundin Essga, die aus Marokko stammt, ist stolz auf ihren Peter. Im November kommt das erste Baby des Paares zur Welt. Mullenbergs planen alles akribisch: Es wird ein Junge, Peter Noa soll er heißen und Papa Peter senior will bei der Geburt dabei sein. Wenn er nicht gerade boxt … Zum ausgerechneten Geburtstermin stehen Weltliga (WSB) und 1. Bundesliga (beim Meisterteam Velberter BC) auf dem Sportkalender. „Ich habe mich entschieden“, bittet Peter Mullenberg um Verständnis. Er wird in der Weltliga für Milano und nicht für das Deutsche Team, bei dem er ebenfalls auf der Planungsliste stand, unterschreiben. Die Italiener kämpfen in der gleichen Gruppe wie das deutsche WSB-Team. „Die Deutschen haben mich nicht angesprochen“, bedauert Mullenberg. Der erste Einsatz für die „Italian Thunders“ könnte für den Halbschwergewichtler problematisch werden. „Zum möglichen Geburtstermin, dem 16. November 2013, muss das Team nach Argentinien“, erklärt Mullenberg. „Und das ist, falls die Wehen bei meiner Freundin einsetzen, doch ein wenig zu weit, um rechtzeitig bei der Geburt im Arnheimer Krankenhaus dabeizusein.“ Da ist ihm ein Start für den Velberter Box-Club lieber. Nicht nur, weil der Weg in die Gynäkologie an der Grenze Deutschland/Holland deutlich schneller zu schaffen ist. „Hoffentlich ist mein WSBTeamkollege, ein Algerier, fit und kann in Argentinien für Italian Thunder meinen Platz einnehmen.“

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Ich habe mich für Italien entschieden. Die Deutschen haben mich leider nicht angesprochen.


Mullenberg

olyMpiscHes KATeGorie boxen

Am 7. Dezember will der draufgängerische Peter wieder im Milano-Team kämpfen – dann geht es in Italien ausgerechnet gegen Deutschland. Mullenberg („Ich habe Herz und Luft …“), wurde von seinem Trainer und väterlichen Freund Hennie van Bemmel technisch hervorragend geschult. Die Ergebnisse können sich sehen lassen: amtierender Militär-Weltmeister (Brasilien) und in Europa Vizemeister der Elite (Minsk/Weißrussland), Chemiepokal-Turniersieger in Halle sowie Grandprix Silber beim Turnier in Usti, sieben Mal Holland-Meister, drei Mal Mannschaftsmeister mit dem VBC. Der boxende Holländer hat aber auch einen „ganz normalen“ Beruf. Er ging nach dem Abitur zum Militär und machte im Nachbarland seinen LKW-Führerschein, arbeitet jetzt als Chauffeur. „Ein guter Job“, stellt Mullenberg fest und vergisst nicht zu begründen, dass er morgens und abends reichlich Zeit zum Boxtraining hat.

Mullenberg wird in der Weltliga für Milano und nicht für das Deutsche Team kämpfen. „Die Deutschen haben mich nicht angesprochen.“

Medaillenjagd

Velbert: Mit nur einem Auge weitergekämpft! Wo die Weltmeister aufgeben, fängt Mullenberg erst an.

Peter

Am 30. Dezember 1987 wurde Mullenberg in Almelo geboren, zur Freude von Vater Freddie der erste Junge nach vier Schwestern. Mit Mama Ria war zuvor das Fünf-Mädel-Haus komplett. Als Nachzögling kam dann noch Brüderchen Brandon zehn Jahre später ins Familienrennen. Brandons großes Vorbild ist sein Bruder Peter. Er eifert ihm nach, boxt im Leichtgewicht und ist in der Altersklasse Kadetten bereits Meister der Niederlande. Er gehört zum Team des ABCC Apeldoorn und träumt wie sein großes Vorbild von Olympia. „Besonders stolz war er, dass er vor kurzem in Velbert als Einlagekämpfer in den Bundesligaring durfte“ erinnert sich Peter, der mit Trainer Hennie in der Sekundantenecke saß. „So begann auch meine Karriere, nach sechs, sieben Einlagekämpfen beim Velberter BC, bevor ich meinen Freund Dimitri Serdjoek im Team ablösen durfte.“ Am späteren Abend musste der Velberter Liebling der Fans in den Ring. Es ging für den VBC um Titel Nr. 11 in Folge und Mullenberg holte den Sieg. 190 Kämpfe hat er mittlerweile ausgetragen und 168 Mal als Sieger den Ring verlassen (bei drei Remis), eine traumhafte Bilanz. Im nächsten Jahr möchte er Profi werden, „natürlich bei der AIBA“. Peter Mullenberg bedauert, dass er dann nicht mehr für seine Velberter Freunde starten kann. „Nebenbei“ will er aber auch 2014/15 in der World Series of Boxing starten, ob weiterhin für Mailand oder für die deutsche Mannschaft, ist noch nicht entschieden. In seinem vorläufigen Terminkalender hat Mullenberg zunächst die WM im Oktober 2013 (in Almaty/ Kasachstan) vermerkt. Dann soll Olympia in Rio de Janeiro folgen. Der siebenfache Meister der Niederlande hat jeweils einen Platz auf dem Siegerpodest, also eine Medaille auf dem Plan. „In Brasilien durfte ich schon mal ran und stand ganz oben auf dem Treppchen“, erinnert er sich gerne. Das war 2011 und er holte die Goldmedaille bei den Militär-Weltmeisterschaften. ¡

Für den Velberter BC steigt Mullenberg in der 1. Bundesliga in den Ring.

_Text & Fotos Hubert Wildschütz

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Weltserie rtur Bril, Jugend-Weltmeister und A Jugend-Olympiasieger, beim Einmarsch. In der aktuellen Saison startet er im Limit bis 60 kg.

Foto: Andreas Grunwald

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Weltserie im Deutschen TV Start am 19. November in Kassel – Bernhard Brink & Jürgen Drews sind im Boot

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Weltserie

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Veranstaltung. Am Nachmittag boxt die erste und zweite Bundesliga mit den Teams Hanau II. und Hanau I. Als Haupt­ event steigt ab 20:00 Uhr das Deutsche WSB-Team in den Ring. Entgegen anders lautenden Meldungen bleibt der Deutsche Adler, das Logo, auf den Handschuhen. „Ich mag die Bezeichnung German Eagles aber nicht. In der Schweiz habe ich bei den Verhandlungen mit der AIBA geklärt, dass wir international als Germany starten. In der nächsten Saison werden wir den Namen und das Logo, beides kommt eher vom Eishockey oder Football, entfernen. Für eine breite Identifikation muss es ein patriotischer Name werden.”

as Beste zuerst: Die World Series of Boxing (WSB), mit Duellen der weltbesten Olympischen Boxer, ist ab 19. November deutschlandweit live im Fernsehen zu sehen. Nach zwei Jahren der Übertragung via Livestream, kommt das attraktive Kampfsystem nun endlich beim breiten Publikum an. Durchgesetzt hat die Neuerung Ulrich Bittner, der neue Deutsche WSB-Lizenznehmer. Auf welchem Kanal die ersten Kämpfe zu sehen sein werden, wollte der Hanauer Manager nicht verraten. „Ich lege noch nicht alle Karten auf den Tisch.” Zum Redaktionsschluss stecken im Faxgerät von BOXEN HEUTE plötzlich zwei Zusagen von TV-Sendern, der Absender: Bittners Büro – Anmerkung: Nicht zur Veröffentlichung. „In der Schweiz, im Hauptquartier der AIBA, habe ich den Sack zugemacht. Es gibt drei Pakete: Die Weltserie, die Profiserie (APB) ab 2014 und die Olympiaqualifikation in Deutschland”, fasst Bittner seinen Deal mit dem Weltverband zusammen.

Prominente Trainerverpflichtung Es gibt noch weitere Überraschungen beim ersten Auftritt: „In der Ringecke wird schon im November eine bekannte Boxgröße wie Fritz Sdunek, Luan Krasniqi oder Graciano „Rocky“ Rocchigiani stehen. Die Katze lasse ich aber noch nicht aus dem Sack.” Bisher war der Rumäne Valentin Silaghi als WSB-Coach eingesetzt. Auch der erfahrene Profitrainer Michael Timm wäre eine gute Wahl gewesen. „Hier steht noch nichts fest”, so Bittner. BOXEN HEUTE konnte aber erfahren, dass auch der DBV-Cheftrainer Dr. Michael Bastian wieder häufiger direkt am Ring arbeiten wird.

Las Vegas in Deutschland Schon beim Auftakt will Bittner „einen Hauch von Las Vegas nach Deutschland bringen”. Los geht es in Kassel, wo der Deutsche Boxverband seinen Sitz hat. Geboxt wird im „La Strada”. Das Hotel kann bis zu 2000 Übernachtungsgäste aufnehmen und der Palazzo fasst 3000 Zuschauer und einen Boxring. „Die Lokation ist geblockt”, so Bittner. „Mit dem ICE sind die Boxer aus Hanau in 1 ½ Stunden in Kassel.” Geplant ist eine Dreier-

Kader des WSB-Team für die Saison 2013/14 49 kg: Isaiev (RUS), Berseann (ROW), Neumann 52 kg: Beblik, Riscan (MDA), Touba 56 kg: Gojan, El Hag, Walth, Makarov 60 kg: Bril, Krechlok, Harutyunyan Robert 64 kg: Harutyunyan Artem, Sopa, Welp 69 kg: Marutyan, Kerber, Gualtieri, Baraou 75 kg: Härtel, Radovan, Pascali 81 kg: Michel, Künzel, Mullenberg (NL), Teziev 91 kg: Ahmatovic, Witt, Mann, Pervizaj +91 kg: Pfeifer, Gruner, Schulz, Brechlin

Mallorca hat mit dem National-Team, nach Vorbild der Fußballnationalmannschaft ( „Buenos Dias Argentina” mit Udo Jürgens, 1978) einen Song eingesungen. „Steh auf mein Freund und kämpfe weiter” ist der Name des Projekts. Ein entsprechendes Video wird gerade produziert. »

20 Boxer singen mit Jürgen Drews

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ie Weltserie wird in Deutschland seit D ihrem Start 2011 von TV-Teams begleitet. Allerdings kamen die Live-Übertragungen nie über das Internet hinaus. Ab November wird sich das ändern.

Fotos: Andreas Grunwald

Als Stargast wurde für Kassel der Schlagersänger Bernhard Brink gebucht, ebenfalls involviert ist Jürgen Drews („Ein Bett im Kornfeld”). Der König von

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WelTserie

Vorrunde: Die Termine des Deutschen WSB-Teams

Weltweit kämpfen Teams der Länder mit ihren besten Olympischen Boxern um die Meisterschaft der Serie. Nach den Vorrunden geht es in die K.o.-Runde. An einem Kampfabend finden fünf Kämpfe in unterschiedlichen Gewichtsklassen statt. Ein Kampf geht über fünf Runden, eine Runde ist 3 Minuten lang. Die Boxer kämpfen ohne Kopfschutz, mit freiem Oberkörper.

„Algerien ist ein schlagbarer Gegner” Neben der Show könnten die ersten Duelle auch sportlich erfolgreich sein. „Algerien ist eine machbare Aufgabe. In unserer Gruppe sind wir ansonsten die absoluten Außenseiter. Alles andere, als der letzte Platz, ist ein Erfolg. Wenn wir in die K.o.-Runde kommen, was einer Sensation gleichkommt, boxen wir anschließend im Colisseu Balear”, so Bittner. Die Stierkampfarena von Palma de Mallorca sollen Deutsche Touristen füllen. „Wir werden über Reisebüros Flüge mit Übernachtung anbieten.” Der zweite Kampfabend gegen die Ukraine, sollte nur eine Woche später steigen. „Das machte keinen Sinn. Logistisch ist

104 boxen HeUTe | 09/2013

Heim-Team

Gast-Team

16.11.2013

Germany

Algeria

verschoben

Germany

Ukraine

07.12.2013

Italy

Germany

14.12.2013

Germany

USA

11.01.2014

Germany

Argentina

18.01.2014

Algeria

Germany

01.02.2014

Ukraine

Germany

08.02.2014

Germany

Italy

01.03.2014

Argentina

Germany

es sehr schwer, zwei gute Veranstaltungen in so kurzer Zeit zu stemmen. Gegen die Ukraine, dem absoluten Top-Favoriten unserer Gruppe, geht es nun erst 2014.” Für den letzten Termin der Vorrunde hat Bittner einen besonderen Plan: „Wenn wir in Argentinien boxen, kann das Kreuzfahrtschiff Aida dort anlegen. Die Sportler würden an Bord übernachten und die Reisenden zum Kampf am nächsten Tag einladen. Die Verhandlungen mit der Reederei haben wir bereits aufgenommen.”

ich unsere Sportler nicht bevorteilen.” Hamza Touba und der Schwergewichtler Erik Pfeifer werden bei Hanau und der WSB kämpfen. „Ich werde mich auch nicht in die Aufstellung der Mannschaft einmischen. Trotzdem werde ich mit einigen Knaller-Verpflichtungen überraschen. Jemanden wie Felix Sturm, Steffen Kretschmann oder Jürgen Brähmer könnte ich mir gut im Team vorstellen. Konkrete Namen nenne ich aber noch nicht.” ¡ _Text Daniel Hiller

Spektakuläre Verpflichtungen bekannter Profis geplant „Trotz meiner Nähe zu Hanau (Bittner ist auch Boss beim Boxring Hanau) werde

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Stefan Härtel und Valentin Silaghi (56). Der Berliner Mittelgewichtler ist einer der Stars der Serie.

Fotos: Andreas Grunwald

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Datum

Der Ludwigsburger Xhek Paskali (rechts) ist, neben mit dem Kölner Mittelgewichtler Denis Radovan, einer von Härtels „Jägern“.

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Foto: Hubert Wildschütz

Das ist die WSB

Der Deutsche WSB-Boss Ulrich Bittner (rechts) im Gespräch mit Jürgen Kyas (DBV-Präsident/mitte) und Dr. Michael Bastian (DBV-Cheftrainer/links).


FiTness

N E F P K ÄM

S I F O R P E I D E WI

K C U H O C R A M D N U H C S T I R B K I N I M E O S D S I N M I E H E G E R H OLLTET I S N E N S E S I T W PFSPORT M VERRA A K M I E IWEISS R ÜBE H I S A W S E ALL

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S S E www.boxen-heute.de

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TrAininG KATeGorie

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Technikerklärung

Kombinationen am Mann Boxen Heute -Redakteur und Trainer Jan Christoph Jaszczuk: „Man kann einen Kampf allein mit der Führhand entscheiden. Doch schön ist das nicht. Ein variabler und attraktiver Kampfstil entwickelt sich durch das Repertoire an Kombinationen. Zusammen mit dem Supermittelgewichtler Tiran Mkrtschjan stelle ich hier zwei effektive Varianten vor.“ ¡ permittelofiboxer im Su chjan (27), Pr ts kr der Trainer M d un an l Tir ali Kh v.l.n.r: omoter Timor Pr n, se Es s gewicht au Jaszczuk. t Jan Christoph und Journalis

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Kombination 1

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Der Boxer schlägt eine gerade, lange Führhand in die rechte Pratze des Trainers, zieht seine Führhand wieder zurück und schlägt sie direkt als Seitwärtshaken in die linke Pratze hinterher. Wichtig ist dabei, dass er stabil steht und sein ganzer Körper mitarbeitet, von den Füßen über die Hüfte bis zur Schulter

08/2013 106 boxen HeUTe | 09/2013

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4 hin. Beim zweiten Schlag dreht er erneut die Hüfte mit rein. Nach diesem Schlag folgt direkt eine gerade Schlaghand in die rechte Pratze und zuletzt noch mal ein Seitwärtshaken mit der Führhand in die linke Pratze. Alle vier Schläge sind schnell und sauber auszuführen. ¡


TrAininG

ECHNIKERKlÄRUNG 1

Kombination 2

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3

Der Boxer dreht sich mit der Hüfte links zur Seite und bereitet sich in dem Moment für den ersten Schlag vor. Sein Kinn bleibt unten und seine Deckung am Kopf, so dass er gut geschützt ist. Seinen Gegner, in diesem Fall der Trainer, lässt der Boxer dabei nicht aus den Augen und schaut immer nach vorne. Auf den Beinen steht der Boxer stabil, so dass er den Schlag sauber ausführen kann. Mit Schwung aus der Hüfte schlägt er den Seitwärtshaken. Nach dem Schlag zieht er seine Deckung zurück zum Kopf und dreht sich wieder mit der Hüfte nach links, um den nächsten Schlag, einen Aufwärtshaken mit der Führhand, auszuführen. Wichtig ist, dass er aus der Hüfte und den Beinen arbeitet. Nachdem er den zweiten Schlag ausgeführt hat, zieht er die Führhand zurück Richtung Deckung, schlägt aber auch in dem Moment eine gerade Schlaghand. Nach dem dritten Schlag folgt eine lange, gerade Führhand und gleichzeitig ein Schritt nach hinten oder je nach dem auch zur rechten Seite, um die Aktion abzuschließen und sich ein bisschen Platz zu schaffen. Alle vier Schläge werden schnell nacheinander ausgeführt, wobei die letzten beiden mit mehr Kraft geschlagen werden. ¡

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boxer TIRAN MKRTSCHJAN Mit 14 Jahren fing Tiran Mkrtschjan mit dem Kickboxen an. Dort wurde er Europameister und später Deutscher Meister im Thaiboxen. Dann ging es weiter mit dem klassischen Boxen. Er bestritt 60 Amateurkämpfe und wechselte 2011 zu den Profis. Mkrtschjan steht bei dem Essener Boxpromotor Timor Khalil unter Vertrag. Von seinen elf Profikämpfen verlor Mkrtschjan nur einen. ¡ _Text Jan Christoph Jaszczuk _Fotos Fotometz

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TrAininG

lÜCKEN

SCHaFFEN

Dominik britsch zeigt seine beste Seite Dominik Britsch ist im Team von Ulli Wegner DER Techniker. Keiner von Wegners Weltmeistern besitzt eine ähnliche Eleganz im Ring. Doch nach einer Niederlage und einem Unentschieden beginnt der Stern des 25-jährigen Schaben beim erfolgsverwöhnten Promoter Sauerland Event zu sinken, so boxen HeUTe | nicht 09/2013 bei Wegner. Der Trainer hält weiterhin an seinem Schützling fest. „Jeder hat mal einen schlechten Tag. Dominic

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hat eine ausgezeichnete Boxschule und kann fighten. Was er braucht ist Zeit.” Für BOXEN HEUTE zeigt der Techniker eine seiner Spezialtechniken: „Es geht darum zwischen dem Kopf und dem Körper des Gegners zu variieren. Das mache ich im Kampf ganz automatisch. Es geht darum Fehler in der gegnerischen Deckung zu provozieren. Wir sagen dazu `Lücken schaffen`. Ich gehe mit einer Linken

und anschließend mit einer Rechten zum Kopf. Daraufhin deckt der Gegner seinen Kopf und gibt den Körper frei, was ich mit einem linken Haken zur Leber bestrafe. Wenn ich gut treffe, geht er runter und ich kann die Kombination mit einem Kopfhaken abschließen. Als Amateur habe ich die Kombination oft ausprobiert, aber erst bei Ulli Wegner habe ich den Feinschliff bekommen, um sie auch un-

ter Druck im Wettkampf einzusetzen. Auf diese Art bereite ich meine Spezialschläge vor. Dazu gehört auf jeden Fall der Leberhaken. Das wissen auch meine Gegner, deshalb nutze ich es auch als Finte und treffe dann hart am Kopf. Mit der linken Hand habe ich alle meine K.o.-Siege erboxt. Abhängig von der jeweiligen Situation im Ring, schlage ich zum Kopf oder zum Körper. ¡ _Text & Fotos Daniel Hiller


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3 Dominik Britsch mit dem Physiotherapeuten und fr체heren Eiskunstl채ufer Lewandowski.

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KATeGorie TrAininG

K-TaPING im boxen ®

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Fachbericht 2 – Rippenprellung

Tapestreifen 1 wird auf die Länge des schmerzhaften Areals zugeschnitten. Den K-Tape Streifen mit beiden Händen greifen und die Papierfolie kurz und kräftig von der Mitte aus durchreißen. Papierfolie zu beiden Seiten hin bis auf ein 3 cm langes Ende abziehen und umklappen. K-Tape Streifen so greifen, dass beide Daumen in voller Breite über dem Tape liegen und das Tape maximal dehnen. Der Boxer dehnt den verletzten Bereich vor, in dem er sich so weit wie möglich zur anderen Seite neigt. Den Tapestreifen nun im Verlauf der Rippen mit maximaler Dehnung mittig auf den Schmerzpunkt kleben. Die beiden 3 cm-Enden (Basis) abschließend ohne Dehnung ankleben. Dadurch erfährt der Boxer keinen unangenehmen Zug auf der Haut und die Anlage haftet länger.

2 Der Boxer dehnt erneut den verletzten Bereich wie unter Schritt 1 vor. Der zweite Streifen wird ebenfalls in Länge des Schmerzareals abgemessen und nun vertikal, mit gleicher Technik wie im Schritt 1 aufgeklebt. Diese Technik nennt sich Ligamenttechnik, da sie in gleicher Weise zur Unterstützung von Ligamenten eingesetzt wird (siehe folgende Ausgaben).

3 Fertige Anlage bei Rippenprellung. Die Anlage kann mehrere Tage getragen werden. Wie bei allen K-Tape Anlagen, sollte die Haut zuvor fett- und schweißfrei sein und mit ausreichender Zeit vor körperlichen Aktivitäten aufgeklebt werden. Sollte es keine Rippenprellung, sondern nur ein Bluterguss sein, kann eine HämatomAnlage ausgeführt werden. Diese werden wir in einer folgenden Ausgabe von BOXEN HEUTE vorstellen.

Birgit Kumbrink

In der letzten Ausgabe von BOXEN HEUTE haben wir über den Einsatz von K-Taping zur Entspannung des Musculus Trapezius berichtet. Im 2. Fachbericht stellen wir die Anlagetechnik bei Rippenprellungen vor. Ob im Kampf passiert oder beim Training, eine Rippenprellung ist eine schmerzhafte Angelegenheit, die einhergeht mit einer Schwellung und meistens mit einem sichtbaren Bluterguss. Die alternativen Behandlungsmöglichkeiten sind schnelle Kühlung, Ruhigstellung und die Vergabe von Schmerzmitteln. Die K-Taping Anlage ersetzt keine der vorangegangenen Elemente, sondern unterstützt diese wirkungsvoll. Dabei wird eine Ligamenttechnik (auch wenn hier kein Ligament behandelt wird) auf der Prellung im Verlauf der verletzten Rippen sowie um 90 Grad gedreht zur Rippe ausgeführt. Die K-Taping Anlage bewirkt über die Hautrezeptoren eine Schmerzdämpfung und über das Anheben des Gewebes eine bessere Lymph- und Blutzirkulation. Hierdurch wird das Hämatom schneller resorbiert und die Schwellung gemindert. Der quer zur Rippe aufgeklebte K-Tape Streifen fixiert den verletzten Bereich und bringt den Boxer in eine bessere Schonhaltung. Hier in der Anlage gezeigt mit jeweils einem K-Tape-Streifen, bei größeren Prellungen können auch zwei K-TapeStreifen übereinander bzw. nebeneinander ausgeführt werden. In der nächsten Ausgabe stellen wir Ihnen die K-Tape Anlage zur Unterstützung der Sprunggelenke vor. ¡

Fragen zu der K-Tape-Anlage? E-Mail: info@k-taping.de Tel.: +49 (0)231 9767300

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Ernährung

Der Eiweißbedarf eines Boxers Boxtraining ist ein ewiger Kampf, und im Kampf muss die Versorgung stimmen!

Grundsätzlich unterscheiden wir tierisches und pflanzliches Eiweiß. Tierisches Eiweiß ist in Fleisch, Fisch, Eiern und Milchprodukten enthalten. Während Bohnen, Linsen, Sojaprodukte, Hefe usw. auch viel pflanzliches Eiweiß enthalten. Tierisches Eiweiß ist in der Regel hochwertiger als pflanzliches, da die Struktur der Aminosäuren dem menschlichen Zell­aufbau mehr entspricht. Der Körper kann mit diesen Bausteinen einfach mehr anfangen und sie besser verwerten. Je höher die biologische Wertigkeit ist, umso mehr kann unser Körper profitieren. Eine optimale biologische Wertigkeit beginnt bei 100, wobei das Hühnerei diesem Wert entspricht und als Referenzwert festgelegt wurde. Wird ein Nahrungsprotein besser als Eiprotein vom Körper verwertet, hat es eine biologische Wertigkeit mit einem Wert über 100. Proteinkonzentrate enthalten häufig Milch- und Eiproteine und werden als hochwertig angesehen. Pflanzliche Proteine gelten fälschlicher Weise als wenig sinnvoll oder gar minderwertig. Betrachtet man das einzelne Protein eines Lebensmittels wie Reiseiweiß (81), Weizeneiweis (60), Sojaeiweiß (85) im Vergleich zu Milcheiweiß (88), so sieht man keine großen Unterschiede. Kombiniert man allerdings tierisches und pflanzliches Eiweiß, so werden dadurch sehr hohe biologische Wertigkeiten erreicht. Kombinationsbeispiele: » 36 % Vollei + 64 % Kartoffel: 136 (z. B. in einem Bauernfrühstück) » 75 % Milch + 25 % Weizenmehl: 125

Die historische Entwicklung von Proteinkonzentraten wurde allerdings nicht immer geleitet von dem Gedanken der optimalen Wertigkeit und des besten Nutzens. Als Ende der Siebzigerjahre die ersten Proteinkonzentrate in größerer Zahl auf den Markt kamen, wurden überwiegend noch Proteingemische aus tierischem und pflanzlichem Eiweiß verwendet. Die Industrie verwendete allerdings im Laufe der Jahre zunehmend ausschließlich Milchprotein, da dieses wohlschmeckender war und besser bei den Kunden ankam. Die Herstellungsverfahren und die Verarbeitung von Proteinkonzentraten haben sich in den letzten Jahren jedoch sehr verbessert, so dass ein Milch-Soja-Gemisch geschmacklich hervorragend schmecken kann. In den USA gibt es bereits ein Umdenken. Dort werden von den Topfirmen wieder Kombinationen aus pflanz­ lichem und tierischem Eiweiß angeboten (wie z. B. in Iso-Protic aus der Bodies Black Linie). Neben der biologischen Wertigkeit sind noch andere Punkte beachtenswert, z. B. der Zeitpunkt der Einnahme und Verwendungszweck. Molken- und Proteinisolate werden schneller verstoffwechselt und absorbiert. Molkeneiweiß (wie das „Prime Whey“ von Nutrition Rx) weisen eine hohe Löslichkeit auf sowie eine höhere Konzentration an BCAAs,

wenn ich einfach mehr erreichen will ...

Foto: sxc.hu

Brauche ich als aktiver Boxer mehr Protein wie Otto Normalverbraucher? Ich habe gehört, dass es verschiedene Formen und Sorten von Proteinen gibt. Ich trainiere hart und möchte Muskeln aufund nicht abbauen, aber mein Körpergewicht halten. Gibt es spezielle Proteine bzw. Proteinkonzentrate, die mir dabei helfen können?

Mineralstoffen und Vitaminen bei geringerem Fettanteil. Denken Sie daran, dass hartes intensives Training für Ihren Körper eine Art Kriegssituation bzw. einen Ausnahmezustand darstellt. Diesen Krieg können Sie nur gewinnen, wenn der Nachschub stimmt. Hydrolisiertes Molkeneiweiß ist durch Aufspaltung in kleine Bruchteile sehr rasch absorbierbar. Ein Wheykonzentrat hat ebenfalls die Eigenschaft nach dem Training schnell verdaut zu werden und wird durch eine schnelle Verstoffwechselung der Proteine die Regeneration und den Muskel- und Kraftaufbau begünstigen. Für den Proteinshake nach dem Training sollte Wasser verwendet werden, da Milch die Verdauung verlangsamt. Eine Proteinmenge von 30 g bis 40 g als Shake mit Wasser nach dem Training eingenommen, kann schon sehr gut einen Mehrbedarf eines Boxers an Proteinen abdecken. Wenn Sie 2 – 3 Mal in der Woche hart trainieren und evtl. auch noch an Wett- »

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ernÄHrUnG

» kämpfen teilnehmen, liegt der Eiweißbedarf nach Empfehlung der Sportuni Köln bei ca. 1,2 g bis zu 2 g Protein per kg Körperwicht. Wiegen Sie also 80 kg, so liegt der Bedarf bei 100 g bis 160 g Eiweiß am Tag. Wer es genau wissen möchte, sollte mit einer Nährwerttabelle seine täglich zugeführte Proteinmenge ermitteln, um sicher zu sein. Der Körper kann einiges kompensieren, allerdings nicht dauerhaft und so führt eine Eiweißunterversorgung auf Dauer zum Verlust der Leistungsfähigkeit und Abbau von Muskulatur.

einzunehmen. Daraus resultiert eine beschleunigte Regeneration, Förderung des Muskelaufbaus, Schutz vor Übertraining und die gezielte Förderung des Glykogenaufbaus, was sich leistungsoptimierend auswirkt und gerade für den Boxer wichtig ist.

Das Gute ist, das eine Extraportion konzentriertes Eiweiß nicht zur Gewichtszunahme führt. Proteine sind reine Bausteine und der Körper kann keine Energie über die Verstoffwechselung von Proteinen erzielen. Der Organismus benötigt Energie um Proteine zu verwerten und zwar mehr Energie als im Protein selbst enthalten ist. Mit anderen Worten heißt das, dass mehr Eiweiß zwar dem Aufbau z. B. von Muskeln, Organen wie Herz, Lunge, Haut und allen Körperzellen sowie Hormonen und Enzymen zu Gute kommt aber schlicht weg nicht dick macht oder zur Gewichtszunahme führt. Allerdings gilt dies für Eiweißkonzentrate und nur begrenzt für eiweißreiche Lebensmittel, die oft einen hohen Anteil an Fett und Zucker aufweisen.

Konsumieren Sie statt 1,2 Gramm 2 Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht täglich in Kombination mit 3 – 4 Kapseln HydroCreat Sport (nur in Apotheken erhältlich), und Sie werden hervorragende Ergebnisse erzielen. Denken Sie daran, dass hartes intensives Training für Ihren Körper eine Art Kriegssituation bzw. einen Ausnahmezustand darstellt. Diesen Krieg können Sie nur gewinnen, wenn der Nachschub stimmt.

Milcheiweiß besteht aus Caseinat sowie aus Molkeneiweiß (Wheyprotein). Caseinat ist das typische Protein im Quark. Wenn Sie schon einmal Zitronensaft in Milch gegeben haben, so konnten Sie feststellen, dass das Gemisch gerinnt und zu einem klumpigen Ergebnis führt. Trinken Sie Milch oder ein Milchprotein, geschieht wegen der Magensäure etwas ähnliches in Ihrem Magen. Deswegen wird Milchprotein langsamer verdaut als Molkenprotein, das säurebeständig ist und einen anderen PH-Wert aufweist. Deshalb eignen sich Milchproteine besser und hervorragend für Diäten anstelle des Wheyproteins (Molkeneiweiß). Caseinat wird langsamer verdaut und wirkt sättigender. Proteinsupplementierungen sind kein Muss. Allerdings bieten sie aufgrund der schnellen Zubereitung und Verfügbarkeit den Vorteil, die benötigten erhöhten Proteinmengen regelmäßig und bequem

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zwei bis vier Wochen an. Die großen Creatinmengen führen schnell zu einer Übersättigung mit dem Abbauprodukt Creatinin. Bei neuem hochkonzentrierten Hydro-Creat Sport werden nur geringe Mengen aufgenommen, und ein stetiger Kraft- und Muskelaufbau kann über Monate stattfinden. Wenn Sie das Produkt absetzen, haben Sie außerdem nicht den Nachteil, dass sich der gewonnene Kraft- und Muskelzuwachs sofort wieder in Luft auflöst, wie es bei normalem Creatin häufig der Fall ist.

Tipp

FaZIT: » Man kann mit entsprechenden eiweißreichen Lebensmitteln seinen Proteinbedarf decken » Proteinkonzentrate enthalten weniger Kalorien und machen nicht dick » Milcheiweiß (Caseinat) sättigt und ist für Diäten gut geeignet » Wheyprotein (Molkeneiweiß) ist leicht verdaulich und nach dem Training optimal

Sollten Sie Creatin zur Leistungsoptimierung einsetzen, müssen Sie folgendes wissen: Die Einnahme von Creatin führt nicht nur zu einer Erhöhung des Creatinphosphats in der Muskelzelle, welches zur erwünschten Kraftsteigerung führt. Ein erhöhter Creatinphosphatspiegel nimmt auch positiven Einfluss auf den Muskelzuwachs durch eine Steigerung der Proteinsynthese in der Muskelzelle. Creatin bindet Wasser in der Muskelzelle und man nimmt an, dass so mehr Nährstoffe wie Proteine aufgenommen und im Muskel gehalten werden können. Der katabole – abbauende – Effekt des Trainings kann durch die Kombination von Creatin und einer erhöhten Proteinzufuhr in eine anabole, also aufbauende, Wirkung gelenkt werden. Zum Verständnis: Ein anaboler Stoffwechsel hat nichts mit Anabolika zu tun sondern beschreibt nur den Zustand des Muskels, wenn er sich in einer aufbauenden Phase befindet. Bei normalem Creatinmonohydrat hält eine anabole Phase leider in der Regel nur ca.

» Wheykonzentrat und -isolat sind „schnelle“ Proteine und gut verträglich » Gemische aus tierischem (z. B. Milcheiweiß) und pflanzlichem Eiweiß (z. B. Sojaisolat) sind hochwertiger als die Einzelkomponenten

aNMERKUNG DER REDaKTION! Mit diesem Artikel wollen wir informieren. Er ist keine Aufforderung zur missbräuchlichen Einnahme. Weitere Informationen können Sie direkt beim Autor Wolfgang Franke oder der Starcage Beratungs-Hotline unter T.: 04181 999630 bekommen. ¡


reZePT-TiPP

Putengeschnetzeltes mit sautierten Champignons & Zwiebeln aus der Pfanne mit gegartem Weizen

Carsten Holst & Giulian Ilie

Sporternährungskoch Carsten Holst | Folge 7

Essen ohne Reue Energie zuführen ohne Gewichtszunahme Besondere Aufgaben verlangen nach einer besonderen Ernährung. Wie im Fall von Giulian Illie, der im Oktober auf Rakhim Chakhkiev trifft, dem Olympiasieger von Beijing 2008. Als Cruisergewichtler hat Giulian nicht den Luxus der schweren Jungs, sondern muss im Limit von 89,7 Kilogramm bleiben. Damit er bei diesem Duell seine volle Leistungsfähigkeit ausschöpfen kann, braucht sein Körper Nährstoffe, die das Training fördern aber kein Gewicht ansetzen. Deshalb habe ich mit ihm Putengeschnetzeltes gekocht, was mit sautierten Champignons und Zwiebeln ein schmackhaftes Ragout ergibt. Abgerundet wird das Gericht mit dem KohlenhydratLieferanten Weizen, der wesentlich mehr Energie als ein Brötchen bringt.

Ü · 70 g Weizen (ganze Körner oder Sonnenweizen vorbehandelt) · 220 ml Wasser · 140 g Putenfleisch schon küchenfertig geschnitten · Salz und Pfeffer · 1 Knoblauchzehe · 1Tl Sojasauce · 1 – 2 el Weizenmehl

· 80 ml klassische Gemüsebrühe · 60 ml milch mit 1,5 % fett · 4 – 5 el. rapsöl · 4 – 5 champignons (ca. 150 g) · 1 Zwiebel (ca. 70 g) · 1 Tl Petersilie gehackt · 1 Spritzer Zitronensaft

Schwierigkeitsgrad: MITTEL


ernÄHrUnG

nährstofferklärung

Putengeschnetzeltes

Ü Alle Nährstoffe im Rezept enthalten!

mit sautierten Champignons & Zwiebeln aus der Pfanne mit gegartem Weizen

PUTE: Es sind die Inhaltsstoffe der Pute,

die für eine ausgewogene und gleichzeitig vollwertige Ernährung sorgen, hier besonders ihr hoher Eiweißanteil. Zum einen bremst das Eiweiß das Hungergefühl des Körpers. Die Aminosäuren im Eiweiß sind an der Produktion bestimmter Hormone beteiligt, die Einfluss auf das Hungerzentrum im Gehirn haben. Das Eiweiß der Pute wirkt wie ein natürlicher Appetitzügler. Daneben ist Eiweiß ein hervorragender Energielieferant. Was noch für die Pute spricht, ist ihr geringer Fettgehalt. Eine durchschnittliche Pute weist gerade mal acht bis zehn Prozent Fett auf. ZWIEBELN: Sie sind Fatburner – die zwie-

»

Ü 1. Ich nehme hier vorbearbeite-

ten Sonnenweizen. Das Wasser mit ein wenig Salz zum Kochen bringen und danach den Weizen hinzugeben und 10 Minuten bei mittlerer Hitze köcheln lassen. Zum Ende hin umrühren und dann ziehen lassen.

2. Zwiebel pellen und halbieren, dann eine Hälfte in feine Streifen schneiden.

3. Die Champignons waschen, ab-

tropfen lassen und mit einem Messer vierteln oder achteln.

4. 2

EL Öl in einer Pfanne erhitzen und die Putenbruststreifen scharf anbraten. Den Knoblauch zerdrücken und ca. 2 – 3 Minuten mit andünsten, mit Salz und Pfeffer und Sojasauce würzen. Mit 1 – 2 EL Mehl das Ganze bestäuben und verrühren (solange bis

Zubereitung: ca. 30 Min.* * bei unbearbeitetem Weizen: Einweichzeit 12h. + 60 min HeUTe | 09/2013 114 boxen

Servier-TIPP: Den gegarten Weizen in eine Tasse mit Wasser innen abgespült) geben ein wenig festpressen und dann vorsichtig auf den Teller stürzen und danach die Tasse hoch heben. Das Putengeschnetzelte auf eine Seite des Teller geben und auf der anderen Seite die sautierten Zwiebeln und Pilze.

sich das Mehl mit dem Öl verbunden hat) Brühe und Milch dazugeben und weitere 10 Minuten köcheln lassen. Zum Schluss nochmals mit Salz und Pfeffer abschmecken.

5. 2 EL Rapsöl in einer weiteren

Pfanne erhitzen, die Zwiebeln und die Champignons bei starker Hitze anbraten und sautieren (aus dem franz. sautier „springen"), d.h. dass die Pilze und die Zwiebeln in der Pfanne bei relativ hoher Hitze in Öl gewendet werden. Nachdem die Pfanne fast „voll" mit Flüssigkeit ist, lässt man die Pilze in einem Sieb gut abtropfen und beseitigt den Pilzsaft. Dann sautiert man die Pilze fertig. Anschließend kann man die Pilze mit einem Spritzer Zitronensaft und Petersilie servieren.

beleigenen Schwefelverbindungen haben sehr viele enorm positive Auswirkungen auf den menschlichen Organismus. So sind sie beispielsweise am Aufbau der schwefelhaltigen Aminosäure Cystein beteiligt. Aus Cystein wiederum kann der Körper gemeinsam mit Methionin (einer essentiellen Aminosäure) die Aminosäure Taurin aufbauen. Taurin nun aktiviert die Hirnanhangsdrüse dazu, bestimmte Hormone auszuschütten, die für den Fettabbau zuständig sind. Zwiebeln entgiften: Das aus den oben genannten Schwefelverbindungen entstehende Cystein wird außerdem für den Aufbau des körpereigenen Super-Entgifters namens Glutathion benötigt. Glutathion ist ein starkes Antioxidans, das Zellmembranen und körpereigene Proteine vor Angriffen durch freie Radikale schützt. Zwiebeln senken den Cholesterinspiegel: Die Schwefel-Gruppen in der Zwiebel senken außerdem den LDL-Cholesterinspiegel (also das „böse" Cholesterin) sowie die Blutfettwerte, während sie den Gehalt des „guten" Cholesterins erhöhen. WEIZEN: Er gehört mit zu den Sättigungsbeilagen, die reich an Ballaststoffen sind und zu den pflanzlichen Proteinquellen zählen, hervorzuheben sei der ca. 52,5 %ige Tagesbedarf an Niacin. Niacin spielt besonders bei der Energieversorgung des Körpers eine bedeutende Rolle, da es sowohl am Eiweißstoffwechsel, als auch am Fett- und Kohlenhydratstoffwechsel beteiligt ist. Darüber hinaus ist Niacin wichtig für die Erholung unseres Körpers. ¡ _Text & Fotos Carsten Holst


KATEGORIE Training

Kleiner Trick, große Wirkung Falsche Stellung

So macht Ulli Wegner aus Marco Huck einen Techniker

Der Trainingserfolg mit dem Gummiband ist sichtbar: Huck geht mit dem Ober­körper mehr nach vorn.

Richtige Stellung

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arco Huck war schon mit 17 Jahren unter den Kickboxern ein Star, ein echter Weltmeister im Vollkontakt. Doch die steifen Bewegungen seiner Bielefelder Kickboxzeit konnte der „Zerstörer“ als Boxer nicht mehr ablegen. Selbst nach 39 Profikämpfen ist es Trainer Ulli Wegner nicht gelungen seinem „Hucka“ den aufrechten Stand abzugewöhnen. Um seinen Boxer internatio­ nal konkurrenzfähig zu machen, muss der Weltmeister breiter stehen. „Marco und ich haben 2004 bei Null angefangen. Er hatte keine Boxschule und wir mussten sofort Leistung bringen. Deshalb konnten wir seine Grundausbildung niemals abschließen“, erklärt Ulli Wegner die Situation. Um Marco Huck umzustellen, hat sich der Trainerfuchs einen einfachen Trick einfallen lassen. Der Cruisergewichtler trainiert ständig mit einem Gummiband zwischen den Fußknöcheln. Hängt das Band durch, lässt die Spannung nach, steht der Boxer zu schmal, der Körper richtet sich auf. Also muss Huck während seiner Trainingseinheiten permanent auf eine straffe Spannung des Bandes achten. Der Erfolg ist sofort sichtbar. Sobald Huck aus einem breiteren Stand angreift, kommt auch sein Oberkörper in die gewünschte vordere Position. Zurzeit kann sich der WBO-Weltmeister nach seiner Ellbogenverletzung ganz auf sein Schritttraining konzentrieren. Erst im Dezember beginnt die verschärfte Vorbereitung für sein zweites Duell gegen Firat Arslan, dass aufgrund der Verletzung auf den 25. Januar 2014 verschoben wurde. ¡ _Text & Fotos Daniel Hiller

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insider

E

ine stark blutende Platzwunde kann zum Kampfabbruch führen und somit eine vorzeitige Entscheidung herbeiführen. Um das zu verhindern gehört in die Ringecke jedes Profiboxers ein erfahrener Cutman, der innerhalb von 60 Sekunden die sogenannten Cuts und Schwellungen der Boxer für die nächste Runde vorbereitet. Viele große Schlachten wurden schon dank eines guten Cutmans entschieden, jedoch auch viele, dank Unerfahrenheit oder falscher Entscheidungen verloren. Entsprechend groß ist der Druck auf das Team in der Ecke.

Einer dieser Cutmen ist Michael „Liberty“ Schmidt. Der 44 jährige Physiotherapeut aus Dorsten fing 2008 an, Sportler als Cutman zu betreuen. „Ich helfe Menschen sehr gerne, es gibt mir ein gutes Gefühl zu wissen, dass Sportler mir vertrauen und ich sie unterstützen kann.“ Als Jugendlicher hatte er bereits den ersten Kontakt mit dem Boxsport. „Als Boxer habe ich es zwei mal versucht, als ich zum zweiten Mal nach einigen Jahren im Gym aufgetaucht bin, fragte mich Trainer Michael Kopzog: ‚Micha, du hast es doch schon versucht, spiel lieber Fußball!’ Nach ein paar Trainingseinheiten wusste ich, dass er Recht hatte. Ich war schon immer ein großer Boxfan und wollte dem Sport treu bleiben, aber als Kämpfer fehlte mir leider das Talent.“ In der MMA Szene ist Cutman Liberty kein Unbekannter, er betreute bereits die Elitekämpfer der Deutschen MMA Szene. So lernte er auch den KlitschkoCutman Jacob „Stich“ Duran kennen. „Von Stich habe ich sehr viel gelernt, er ist ein super netter Typ und meiner Meinung

nach der beste Cutman der Welt.“ Die beiden sind mittlerweile gute Freunde geworden und gehören beide der ICA (International Cutman Association) an. „Wir haben sehr viele gute Cutman in der ICA, wir sind so gesehen eine Bruderschaft und die meisten davon kommen aus medizinischen Kreisen. Es ist ein ganz neues Level und eine neue Ära der Cutmen.“

Und worauf kommt es beim Job als Cutman am Ring an? „Erste Grundregel, wir versuchen möglichst viel Ruhe auszustrahlen, auch wenn es mal knifflig sein sollte! Ich gehe immer nach demselben Verhaltensmuster vor! Wo sitzt der Cut, wie tief ist er? Wie sieht das Blut aus? Liegt er an anatomisch gefährlichen Strukturen, wo die Gesundheit des Kämpfers gefährdet wäre? Kann ich noch zusätzlich Blutgefäße kühlen, um die umliegenden Blutgefäße durch die kältebedingte Verschlussreaktion der Gefäße positiv zu beeinflussen!? Jedenfalls sollte man dem Kämpfer stets klarmachen, dass der Cut nicht

N A M CUT

T D i M H C S Y“ T R e B i L „ MiCHAeL

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insider

so schlimm ist, so dass der Kampf beendet werden müsse.“ Auf die Zeit kommt es an. Immerhin bleibt zur Behandlung in den Ringpausen kaum eine Minute. Cutman Liberty: „Auch wenn die Zeit verdammt knapp ist bei 60 Sekunden Rundenpause, muss gerade der Cutman möglichst Nerven aus Drahtseilen haben, aber auch ich bin nur ein Mensch und habe bei der einen oder anderen Situation mal etwas gezittert, das ist schon jedem so ergangen, wer da gegenteilige Sprüche klopft, ist ein Lügner! Ich versuche dabei „nichts“ zu empfinden, sondern sturr meine Arbeit zu erledigen, zum Ärgern oder Feiern, ist nach einem Kampf noch genug Zeit!"

Cutman liberty hat schon vielen berühmten Kämpfern sekundiert „Ohne jetzt zu prahlen, beim MMA kann ich die Kämpfer nicht mehr alle beim Namen nennen. ich habe fast alle betreut oder wenigstens einmal bandagiert, was Rang und Namen hat! Wenn jemand

Extrawünsche hat oder besondere anatomische Auffälligkeiten vorhanden sind, passe ich mich natürlich dem Kämpfer an! Klare Sache.“ Seine Erfahrungen hat er in einem Buch zusammengefasst. „Mein Buch entstand durch Zufall, weil ich mal eine kleine Anleitung für den MMA Bereich schreiben sollte, daraus wurden leider über 150 Seiten! Es ist eben nicht zu verschweigen, wenn man genau hinsieht, auch im Fernsehen, wie selbst in den Profiecken mit Hygiene umgegangen wird. Da musste irgendwann mal jemand kommen, der das auch berechtigterweise anspricht! In so einem Kampf kann man keine Verhältnisse wie in einem OP Saal schaffen, aber man kann verdammt nochmal auf die Grundregeln der Hygiene achten. Das bedeutet für mich mindestens, dass alle Betreuer Latexschutzhandschuhe tragen, mit keinem gebrauchten oder dreckverschmierten Handtuch im Gesicht des Kämpfers rumfuchteln, oder die Wattestäbchen im Mund oder hinter dem Ohr haben!” ¡ _Text & Fotos Jan Christoph Jaszczuk

BUCH

T I PP

Wer noch mehr über Cutman Liberty oder seinen Job erfahren möchte, dem empfehlen wir Cutman Libertys Buch, Cutman, eine Runde länger!: „Ein beruf wird entmystifiziert!“ ISbN-978-3-848253593

Das sogenannte Tapen der Hände sorgt für den nötigen Halt im Handgelenk und schützt die Knöchel. Während früher nur bei den Profis getapt wurde, dürfen die Techniken nun auch beim Olympischen Boxen angewandt werden.

Michael Schmidt, Jan Christoph Jaszczuk und der Kampfrichter Thomas Hackenberg GBA/ IBF.

Termine für die nächsten Seminare oder Informationen findet ihr unter www.cutman-liberty.de

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Mein GyM

Gleason´s Gym: Über die Boxhalle schrieb die renommierte New York Times, dass sie „das Allerheiligste des Boxens“ sei. Gegründet wurde sie 1937 von Robert Gagliardi in der Bronx. Um das Geschäft anzukurbeln, änderte Gagliardi seinen Namen in Bobby Gleason, denn damals kamen in New York vor allem irische Einwanderer zum Boxen.

Wenn sich die Klitschkos auf ihre WMKämpfe vorbereiten, zieht es sie vorzugsweise in die Tiroler Berge. Beim „Stanglwirt“ am Wilden Kaiser fehlt es ihnen an nichts. Eine Nobelherberge mit einer Wellness-Landschaft, die ihresgleichen sucht. Die Küche ist hervorragend, die Hotelhandtücher sind goldbestickt und immer porentief sauber. Den beiden besten Schwergewichtlern der Jetztzeit sei der Luxus gegönnt. Schließlich soll doch jeder Boxer nach seiner Fasson glücklich und erfolgreich werden. Bei traditionsbewussten Boxfans erzeugt die feine Atmosphäre zwiespältige Gefühle. Die wahren Geburtsstätten der großen Champions sahen anders aus. Wir kennen das Ambiente zumeist aus

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totalen körperlichen Erschöpfung den echten Fight simulieren. Der Putz blättert von den Wänden, die Mauern atmen den Schweißgeruch großer Champions und unzähliger No-Names. Was wäre der Boxsport ohne seine Mythen und Legenden? Besser gefragt: Was wäre der Boxsport ohne die legendären Gyms?

Filmen: Hinter grauen Eisentüren eröffnen sich spartanisch eingerichtete Trainingshallen, in denen hungrige Kämpfer auf verschlissene Sandsäcke einprügeln (in Ringgevierten, die niemals eine TÜVZulassung bekommen würden – falls es das überhaupt gibt …), mit autoritären Coaches üben oder im Sparring bis zur

Einige der „Home of Champions“, deren Namen Box-Enthusiasten mit der Zunge schnalzen lassen, gibt es noch. Manche sind bis heute beinahe unverändert, geradeso wie sie in der Erinnerung an glorreiche Zeiten in den Köpfen verhaftet sind. Andere existieren wenigstens noch dem Namen nach. BOXEN HEUTE nimmt sie mit auf eine Reise in die Vergangenheit, die im Heute endet. »

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lEGENDÄRE bOX-GYMS


Mein GyM einige der „home of champions“, deren namen Box-enthusiasten mit der Zunge schnalzen lassen, gibt es noch. Foto: www.sxc.hu

New York Hier schlug bis in die siebziger Jahre des letzten Jahrhunderts das Herz des Profiboxens. Zwei Gyms stehen wie Markenzeichen für die gute, alte Zeit, von der der Volksmund behauptet, es sei damals alles besser gewesen. Aber der Volksmund liegt bekanntlich öfter daneben. Das „Gleason’s Gym“ befindet sich im Schatten der Brooklyn Brigde. Es bedient alle Klischees, die über Box-Gyms existieren. Es hat mehrmals die Adresse gewechselt, der Mythos ist geblieben. Über die Boxhalle schrieb die renommierte New York Times, dass sie „das Allerheiligste des Boxens“ sei. Gegründet wurde sie 1937 von Robert Gagliardi in der Bronx. Um das Geschäft anzukurbeln, änderte Gagliardi seinen Namen in Bobby Gleason, denn damals kamen in New York vor allem irische Einwanderer zum Boxen. Der erste Champion, den das Gym hervorbrachte, war aber ein Italo-Amerikaner: Jake LaMotta. Insgesamt haben 129 Weltmeister und zwei Olympiasieger im „Gleason’s“ trainiert. Die Liste der Namen kommt der „Hall of Fame“ nahe. Heute macht das „Gleason’s“ Geld mit Hobby-Boxern. Es hat 24 Stunden am Tag geöffnet und über 80 Trainer sind dort im Einsatz. Eine Übungsstunde kostet zwischen 30 und 100 Dollar. Zu den neuen Kunden gehören auch viele Touristen mit ausgeprägtem Nostalgie-Bewusstsein. Und seit einigen Jahren auch viele Frauen. Die Schauspielerin Hillary Swank hat im „Gleason’s“ vier Monate lang täglich fünf Stunden für den Film „Million Dollar Baby“ geschuftet. Für die Rolle bekam sie den Oscar und bedankte sich bei der Verleihung vor einem Millionen-Publikum bei „Gleason’s“-Chef Bruce Silverglade. Eine bessere Werbung ist kaum vorstellbar. Ein anderer Oscar-Gewinner bekam den boxerischen Schliff in einem Gym auf der gegenüberliegenden Seite des East River. Robert de Niro trainierte im „Gramercy Gym“ in der 14. Straße auf der Eastside von Manhattan für seine Rolle als Jake LaMotta im preisgekrönten Scorcese-Film „Raging Bull“ (siehe „Die zehn besten Boxerfilme“ Ausgabe 08/2013). Es trägt seit Jahren den Beinamen „Cus D’Amato Way“. Der legendäre Trainer Cus D’Amato († 1985) war Entdecker und Coach der großen Champions Floyd Patterson, Jose Torres und Mike Tyson, den er sogar adoptierte. Patterson wurde unter D’Amatos Fittichen 1952 Olympiasieger im Mittelgewicht, vier Jahre später Weltmeister im Schwergewicht. Als erster durchbrach er das Gesetz des „Never comeback“ und holte

sich den Titel vom Schweden Ingemar Johansson zurück. Den Triumph seines Ziehsohnes Mike Tyson, dem D’Amato den WM-Titel schon prognostizierte als Iron Mike mit 14 Jahren das Boxen begann, hat der große Trainer nicht mehr erlebt. Das Haus mit dem legendären Gym wurde Anfang der 90er Jahre abgerissen. Aber die Legende lebt weiter.

Detroit Gut anderthalb Flugstunden westlich von New York liegt Detroit – einst eine blühende Stadt, Zentrum der amerikanischen Autoindustrie, berühmt als Mekka der Soulmusik (Tamla Motown Records) und neben New York die Box-Hauptstadt der Vereinigten Staaten. Detroit ist die Heimatstadt von Joe Louis, dessen rechte Faust als riesiges Monument eine Hauptstraße schmückt. Das berühmteste Gym der Stadt, die mittlerweile so marode ist, dass sie sich als erste Metropole der USA offiziell für Bankrott erklärt hat, ist das „Kronk“. Ein Gütesiegel im Profiboxsport und untrennbar verbunden mit dem Namen Emmanuel Steward. Der große Coach starb im Oktober 2012. Und auch seinem Lebensweg, dem „Kronk“Gym, droht nun der Untergang. Das Ur-Kronk zu finden, war für Unkundige nicht einfach. Die Adresse 5555 McGraw Street gehört zu einem hässlichen Haus aus den frühen 20er Jahren. Es beherbergte das älteste Recreation-Zentrum in Detroit. Eine Begegnungsstätte für sozial benachteiligte Jugendliche aus der Umgebung. Im großen Foyer hingen übergewichtige, dunkelhäutige, junge Menschen herum, aßen Pizza und langweilten sich vor dem Fernseher. Um ins Gym zu kommen, musste man in den Keller. Öffnete man die schwere Tür, vermischte sich der abgestandene Mief mit strengem Schweißgeruch. Plötzlich schien man im Zentrum der Profiszene zu stehen. Ex-Champ Duane Thomas bearbeitete einen Sandsack, Hector Camacho machte Faxen im Ring und Thomas Hearns machte Smalltalk mit Emmanuel Steward. » Die berühmte Skyline von New York – der „Box-Hauptstadt der Welt“

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Mein gym

» So war’s im Jahre 2000, als Graciano Rocchigiani im Kronk für den zweiten Kampf gegen Dariusz Michalczewski dort trainierte. Der Verfall des Hauses war aber nicht aufzuhalten. Als 2006 die Kupferrohre von Dieben aus den Wänden gerissen wurden, hatte Steward genug. Das Kronk zog um. Zunächst ins Dearborn’s Gold Gym, dann in neue Räumlichkeiten in die West Warren Avenue. Jetzt droht auch hier die Schließung. Es ist zu befürchten, dass der Name Kronk bald nur noch Erinnerung ist. Nur ein Platz in den Büchern der Boxgeschichte ist ihm sicher.

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Auch wenn der Glanz weg ist – die großen Namen sind unsterblich!

Miami Vom tristen Detroit geht es weiter in die pastellbunte Welt von Miami Beach. An der Ecke Fifth Street und Washington befindet sich das „Fifthstreet Gym“. Die legendäre Boxhalle ist untrennbar mit dem Namen seines berümtesten Trainers verbunden: Angelo Dundee. Hier wurde Muhammad Ali zum „Größten“ geformt, als er noch Cassius Clay hieß. Hier begann der Aufstieg von Sugar Ray Leonhard, den Dundee als „neuen Ali, nur etwas leichter“ bezeichnete. Gegründet wurde das Gym Anfang der 50er Jahre von Chris Dundee, dem älteren Bruder von Angelo. Erster Champion der Brüder war Willie Pastrano. Ihm folgten unzählige weitere. Die Boxhalle war nicht nur Heimat großer Boxer, sie war ein Anziehungspunkt für viele kubanische Flüchtlinge, die dort dem Faustkampf nachgingen. Und das „Fifthstreet Gym“ war ein Magnet für Prominente aller Art. Von Sean Connery über Frank Sinatra bis zu Sylvester Stallone ließen sich viele Celebrities dort fotografieren. 1993 machte Angelo Dundee das alte Gym dicht. Zwar war er weiter als Coach tätig, wie bei George Formans Comeback-Triumph gegen Michael Moorer, das eigene Gym aber wollte er nicht mehr managen. Erst 17 Jahre später wurde an Ort und Stelle auf Initiative von Geschäftsleuten und unter Mithilfe der

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Dundee-Familie das „Fifth Street Gym“ neueröffnet. Von der ruhmreichen Vergangenheit zeugt die imposante Bildergalerie. Das alte Flair ist aber dahin. Das Gym mit der großen Tradition wirkt wie viele andere moderne Fitness-Paläste. Nur der Name „Fifth Street Gym“ ist unsterblich.

Havana Weiter geht es nach Kuba. Auf der Zuckerinsel hat Boxen einen anderen Stellenwert. Nicht der Kommerz stand hier im Vordergrund, sondern Eleganz, Perfektion – und Olympiasiege. Nicht minder legendär ist die Trainingsstätte von Teofilo Stevenson, Felix Savon, Angel Herrera und den vielen anderen kubanischen Weltklasseboxern, die bei Olympia und Weltmeisterschaften für Furore gesorgt haben: In der Calle Cuba 815, einen Steinwurf vom alten Hafen in Havanna entfernt, befindet sich die alte staatliche Boxschule Gimnasio de Boxeo Rafael Trejo, von den Einheimischen liebevoll „karibische Ananas“ genannt. Hier begann in den 60er Jahren unter Führung des legendären Trainers Alcides Sagarra das kubanische Boxwunder. Es flossen Blut, Schweiß und Tränen unzähliger Boxschüler, von denen nur die Besten nach harter Auslese im Ausland die Boxwelt erobern durften. Heute ist die Ananas auch ein beliebtes Touristenziel. Die kubanische Jugend zieht es immer noch in die heiligen Hallen, wo sich die Nachfolger Sagarras bemühen, die alten Traditionen hochzuhalten. Seit die sozialistische Regierung 2013 das Verbot von Profiboxen aufhob, haben die Talente neue Ziele. Nicht mehr ein Olympiasieg und die damit lange Zeit verbundenen Privilegien spornen sie an, sie träumen davon, Champion zu werden und viele Dollar zu verdienen. Die teilweise baufällige „Ananas“ könnte einen frischen Boom vertragen. Als Heimat großer Boxer könnte sie bald zum „Home of Champions“ werden. ¡ _Text Jost Samson 2013 wurde auf Kuba das Verbot für das Profiboxen aufgehoben. Viele Talente wollen jetzt nach ganz oben und Geld verdienen.


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Sorry, erst ab 18 Jahren!


Mein GyM

T

reffender könnte die Adresse des neuen „Apache Executive“ Gyms in Frankfurt nicht sein. In diesem Jahr zogen Namensgeber Ali Riza Yilmaz, den alle nur als „Apache“ kennen, und sein Team in die Gwinnerstraße 38a. Seit 20 Jahren ist Yilmaz in Frankfurt als Trainer aktiv. Seinen „Kampfnamen“ bekam er noch zu seinen aktiven Zeiten Anfang der 90er. „Ich war als Kick- und Thaiboxer bei den Weltmeisterschaften. Wegen der langen Haare sagten die Jungs aus dem amerikanischen Team immer: ‚Du siehst aus wie ein Apache, und du kämpfst wir ein Apache!’ Und das ist einfach hängen geblieben.“ Aus dem erfolgreichen Sportler ist ein noch erfolgreicherer Trainer, Manager, Veranstalter und Verbandsfunktionär geworden, der seine Wurzeln nicht vergessen hat. „Ich bin ausgebildeter Sozialarbeiter, habe mit Sozialprojekten in Jugendhäusern im sozialen Brennpunkt angefangen“, erinnert sich der „Apache“. „Als ich damals zum ersten Mal zur Arbeit kam, war ich schockiert. Die Jugendlichen haben geraucht, getrunken, gekifft und hatten keinerlei Respekt. Die haben mit Messern rumhantiert, und es kam regelmäßig zu Eskalationen. Ich bin gleich an meinem ersten Arbeitstag dazwischen gegangen und habe mir eine Reihe von Stichverletzungen eingefangen. Da wusste ich: So kann es nicht weitergehen. Wir müssen durch Sport Zugang zu den Kids finden, ihnen Respekt, Disziplin und Teamfähigkeit beibringen.“

Das neue apache-Gym in Frankfurt aus dem sozialen Brennpunkt auf die G(e)winnerstraße

Das Konzept geht auf Über das Kampfsporttraining gelingt die Resozialisierung gewalttätiger und straffälliger Jugendlicher. Doch nicht nur das: „Unsere Jungs haben sich sportlich richtig gut entwickelt, wir sind zu Turnieren und Meisterschaften gefahren und haben Erfolge gefeiert. So haben wir Idole und Identifikationsfiguren geschaffen.“ Aus den städtisch geförderten Sozialprojekten entwickelt sich das erste eigene Gym, später auch eine Firma, die mit großem Erfolg eigene Veranstaltungen durchführt. Zum 20-jährigen Jubiläum gab es am 28. September eine große „Apache Fight Night“ in der FraPort Arena. „Ich bin schon stolz auf das, was ich aufgebaut, aber vor allem auch auf die Werte, die ich weitergegeben

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Ali Riza Yilmaz kennt man in Deutschland nur als APACHE. „Wir müssen durch Sport den Zugang zu den Kinder finden, ihnen Respekt, Disziplin und Teamfähigkeit beibringen.“


Mein GyM

Der Kampfsportbereich bietet viel Platz und wurde mit Bodenmatten und einem Ring ausgestattet.

habe“, sagt „Apache“. „Alle meine Jungs haben ein hohes soziales Verantwortungsbewusstsein. Die Canaveral-Twins verzichten zum Beispiel regelmäßig auf ihre Gagen, um die sozial benachteiligten Jugendlichen zu unterstützen. Wir hatten ein paar Kids, die noch nie in ihrem Leben im Urlaub waren. Da haben die Twins gesagt: ‚Nimm unsere Börsen, und wir schicken die Jungs damit in Urlaub!’ Das macht mich stolz. Dass die Idee, mit der ich angefangen habe, so weitergeführt wird.“

Soziales Engagement Emmanuel und Joan Manuel Lique Canaveral gehören nicht nur sportlich zu den Aushängeschildern des „Apache“-Teams. Die gebürtigen Kolumbianer sind Europa- und Weltmeister im Kick- und Thaiboxen. Gleichzeitig leben sie das von Yilmaz angesprochene soziale Engagement. Selbstverständlich waren sie beim „Lauf für mehr Zeit“ dabei, einer Benefiz-

Im hellen Kurzraum stehen moderne Geräte für das Konditons- und Krafttraining bereits.

Veranstaltung am 8. September zu Gunsten der AIDS-Hilfe in Frankfurt. „Apache“ unterstützt seit Jahren verschiedenste Sozialprojekte und ist nicht nur in der Main-Motropole sowohl beliebt als auch bestens vernetzt. „Wir sehen uns als Rhein-Main-Team und werden auch überregional als solches wahrgenommen“, sagt Yilmaz wiederum nicht ohne Stolz und verweist auf die gute Zusammenarbeit unter anderem mit Mladen Steko und dessen bundesweit bekannter Championesse Dr. Christine Theiss. „Chrissie ist für das Kickboxen ungefähr das, was Henry Maske vor zwanzig Jahren für das Boxen und den gesamten Kampfsport war. Solche Idole brauchen wir. Sie helfen uns, unseren Sport gesellschaftsfähiger zu machen. Boxen und Kickboxen stehen dabei nicht in Konkurrenz – wir sind eine Kampfsportfamilie und müssen alle am selben Strang ziehen.“ Das tun die Mitglieder des „Apache“-Teams natürlich sowieso. Im großzügig und modern eingerichteten

Executive Gym in der Gwinnerstraße bereiten sich die Kämpfer auf ihre Wettkämpfe vor und fungieren gleichzeitig als Trainer und Vorbilder für sozial benachteiligte Jugendliche und „normale“ Mitglieder. „Wir haben eine große Bandbreite – von den Kids auf der Straße bis zum Vorstandsmitglied großer Unternehmen“, sagt „Apache“. „Den größten Anteil stellen aber Studenten und junge Leute. Wir wollen noch mehr Gyms gründen und aufbauen. Ich will den Jungs auch ermöglichen, finanziell unabhängig zu sein und für die Zeit nach ihrer aktiven Laufbahn etwas aufzubauen, so wie ich es vorgemacht habe.“ Und auch wenn natürlich nicht alle Gyms, die noch kommen, dieselbe treffende Adresse haben und in derselben Straße liegen können, bleiben die Mitglieder des „Apache“-Teams mit ihrer vorbildlichen Einstellung doch alle irgendwie Gewinner. ¡ _Text Dieter Spom _ Fotos Team Apache

Das Apache-Team nach dem Frankfurter Stadtlauf.

Kontakt APACHE EXCUTIVE Gwinnerstraße 38 60388 Frankfurt a. M. Tel.: 0152 – 33 75 54 30 www.acp-kickboxen.de

Frankfurt a. M.

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insider

Aus der Mitte der Gesellschaft an den Rand Vor 20 Jahren verschwand Boxen aus dem Schulsport

„Die Schulen sind auf Mädchen zugeschnitten. Was sucht ein Junge im Alter von 14, 15 Jahren? Action, Abenteuer, Kräftemessen, Wettstreit mit anderen Jungen. Er ist fas­ ziniert von Waffen, Krieg, Gewalt. Und dann soll er den ganzen Tag in der Schule sitzen, schreiben, lesen?”, so der Niederländische Autor Leon de Winter im Spiegel-­ Interview im August 2013.

Bis zur Wende wurde in der DDR im regulären Schulunterricht, neben Weitsprung oder Kugelstoßen, auch geboxt. In der Bundesrepublik ist der Faustkampf in der Schul-Turn­ halle seit der 68er-Bewegung tabu. Doch gibt es tatsächlich keinen Boxunterricht mehr an deutschen Schulen? Es mag ungewöhnlich erscheinen wenn ein erfolgreicher Trainer auch Kindern das Boxen beibringt. Doch für Hartmut Schröder ist es kein Gegensatz: „Die Kinder sind oft dank­ barer als die Profis.“ Hartmut Schröder, bekannt als Trainer des früheren IBF Weltmeisters Sebastian Sylvester, arbeitet seit drei Jahren mit Berliner Schülern im Box-Gym Köpenick. „Spaß und Bewegung stehen bei uns im Vordergrund. Boxprofi will hier keiner werden“, so Schröder. „Die Kinder die zu uns kommen, haben meist keine Boxerfahrung, wir fangen also bei Null an“. Das Niveau des normalen Sportunterrichts beurteilt Schröder kritisch. „Von der Dreiviertelstunde

Der Profiboxer Ronny Mittag unterstützt Trainer Hartmut Schröder beim Gruppentraining.

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Der erfahrene Boxtrainer Hartmut Schröder unter­­ richtet im Berliner Boxgym Köpenick zwei Mal pro Woche Schulklassen.

gehen allein 15 Minuten für Umziehen drauf. Dann wirft der Sportlehrer einen Ball in die Mitte und das wars.“ Im Gym wollen die wenigsten Schüler Sparing machen. „Die Angst ist am Anfang groß. Statt Schlägen gibt es bei uns Sandsack­ training und Partnerarbeit.“ Noch vor 20 Jahren sah es anders aus. „In der DDR wurde der Sport gefördert und war so angesehen wie andere Sport­ arten auch“, so Schröder. „Aber nach der Wende hat sich die Einstellung aus dem Westen durchgesetzt, dass Boxen nicht in die Schulen und nicht in die Gesellschaft gehört.“ Wo es der Boxsport doch an die Schule schafft, stellen engagierte Sportlehrer und Trainer Angebote in Projektwochen oder an den Nachmittagen fakultativ zur Verfügung. Empfohlen werden solche Einsätze in der Regel auffälligen Kindern und Jugendlichen, was für eine breite Akzeptanz des Sports nicht förderlich ist. Wie wichtig der Schulsport für eine Sportart ist, zeigt sich am Fußball. Das abschließende Fußballspiel krönt jede gelungene Sportstunde, entsprechend sind auch 6,8 Millionen Mitglieder beim Deutschen Fußballbund (DFB) organisiert. Der Deutsche Boxverband (DBV) hat aktuell nur 80.000 Mitglieder. In Niedersachen versucht man das Problem anzugehen. Allerdings auch hier nur Außerschulisch. „Boxe Éducative“ ist ein bundesweit einmaliges Projekt, das als Brückenschlag zwischen Pädagogik und Boxsport zu verstehen ist und auf einem dreijährigen Pilotprojekt basiert. Mit „Boxe Éducative“ können Schülerinnen und Schüler unter fachkundiger Anleitung von Trainern auf völlig gefahrlose und dennoch authentische Weise Grundtechniken des Boxsports erlernen. Die Vermittlung jeder Form des Boxsports im regulären Sportunterricht ist von Amts wegen nicht gestattet. Jürgen Wiedemann, der DBV-Vizepräsident Breitensport und Boxpräsident in Baden Würtemberg, unterrichtet seit


insider

mehreren Jahren als Boxtrainer an Schulen: „Es ist die dritte Sportstunde, die auch benotet wird.“ Die Inhalte werden regelmäßig zwischen der Schule und den Eltern abgestimmt. „Wir machen alles was zum Training gehört: Sandsack, Gymnastik, Pratzenarbeit, nur Sparring gibt es nicht.“ Die Nachfrage kam über die Ganztagsschulen: „Es ging um das Thema Gewaltprävention, zur Umsetzung suchte man unbedingt Fremdanbieter.“ Durch das Angebot hat sich der Blick auf den Sport verändert. „Das merke ich vor allem bei den Sportlehrern aber auch von den Schülern sind inzwischen sechs in einem Boxverein untergekommen. Das Konzept sollte bundesweit an die Schulen kommen. Boxen soll zum Volkssport werden.“ Der Sportlehrer Sebastian Senft (Berlin) hat ein gespaltenes Verhältnis zum Boxen: „In meiner Schulzeit hatten wir nach der ersten blutigen Nasen genug. Meine Sicht auf den Boxsport wurde dadurch lange negativ geprägt. Erst an der Universität habe ich Möglichkeiten kennengelernt, um den Boxsport vernünftig in den Unterricht zu integrieren. Leider werden Boxtechniken im Lehrerstudium nicht in der Breite gelehrt, um es später auch um zusetzen. Wir sind hier auf

Boxen in der Schule ¡ 1918 Kriegsgefangene bringen engl. Regeln nach Deutschland ¡ 30er Jahre Schmeling, Neusel und Heuser begeistern die Jugend ¡ 1920 In der Sowjetunion wird an allen Schulen geboxt ¡ 1936-45 Boxsport als wichtiger Teil des Sportunterrichts ¡ 1949 DDR integriert Boxen in den Schulsport ¡ 1949 BRD lässt Boxen in der Schule nicht zu ¡ 1990 enden alle Aktivitäten im regulären Unterricht

Spezialisten aus den Vereinen angewiesen.“ Olaf Leib, Trainer am Sportgymnasium Chemnitz und sächsischer Landestrainer, bestätigt den Eindruck: „Solange es in der Gesellschaft nicht mehr Akzeptanz für den Boxsport gibt, wird er auch weiterhin kein Teil des Schulsports sein“. In der Schweiz hingegen pflegt man einen anderen Umgang mit dem Boxsport. Dort bietet „SwissBoxing“, der nationale Boxverband, Leichtkontakt-Boxen in der Schule an. Das Leichtkontaktboxen unterscheidet sich in zwei Punkten maßgeblich vom Profiboxen: Erstens wird der Gegner nur touchiert, zweitens stehen Spaß und Freude am Boxsport sowie pädagogische Ziele deutlich im Vordergrund. „In der Schweiz ist die Situation ähnlich wie die in Westdeutschland“, sagt Gregor Stadelmann, Trainer des Vereins. „Viele Eltern fürchten um die Gesundheit Ihrer Kinder und wollen sie deshalb nicht zum Boxen schicken. Wir hoffen durch unsere Arbeit mit den Klischees aufräumen zu können, um Boxen als ganz normale Sportart neben Fußball und Tennis

etablieren zu können. Und um das zu erreichen, muss man schon in der Schule anfangen.“ Erin Gerlach, Professor für sportliche Didaktik an der Universität Potsdam erklärt: „Ziel des Schulsports ist vorallem die Schüler kritisch an die gegenwärtige Körper- und Bewegungskultur heranzuführen. Hierfür braucht man Sport­arten die sich leicht in einen didaktischen Kontext transformieren lassen, was bei Boxen nur bedingt der Fall ist.“ Dr. Arwed Marquardt, Projektkoordinator des „Boxe Educative“ in Niedersachsen war dabei als das Projekt 2008 ins Leben gerufen wurde. In Begleitung der Universität Hannover initiierte das Kultusministerium in Niedersachsen dieses einmalige Projekt, in dessen Rahmen Schülern das Leichtkontaktboxen nahe gebracht werden sollte. „Unser Projekt kommt sehr gut an, sowohl Schüler als auch Lehrer sind begeistert”, sagt Marquardt. Allerdings gab es auch einige Hürden zu überwinden: „Viele Eltern hatten bedenken, da Sie den Unterschied zwischen Leichtkontaktboxen und echtem Boxen im Fernsehen nicht kannten, und daher Ihre Kinder einer zu großen Gefahr ausgesetzt sahen.“ Doch der Erfolg des Projekts konnte schnell mit einigen Vorurteilen aufräumen. „Unser Ziel für die Zukunft ist, Boxe Educative auch in anderen Bundesländern zu verbreiten“, so Marquardt. Doch auch in anderen Ländern ist die Situation ähnlich, wie Craig Huggins, Lehrer an Internationalen Schulen, berichtet. Neuseeland verdeutlicht beispielhaft wie es dem Boxsport in der Gesellschaft geht. Rugby ist hier die beliebteste Sportart und bekanntermaßen geht es dabei nicht gerade gewaltfrei zur Sache. Trotzdem ist Boxen auch hier mit dem Vorurteil belegt, es handle sich um einen reinen „Prügelsport“. Eltern schicken ihre Kinder lieber aufs Rugbyfeld als ins Boxgym, obwohl beide Sportarten das gleiche Verletzungsrisiko haben. In der Schule findet der Boxsport nicht statt. Für Hartmut Schröder ist es eine verpasste Chance: „Das Boxtraining ist perfekt für Jugendliche, weil es so vielseitig ist. Eigentlich gibt es nichts was man damit nicht trainiert“, sagt Schröder. „Es wäre schön, wenn die Leute endlich anfangen sich richtig mit dem Sport auseinander zu setzen, dann würden sie merken, das es nicht ums prügeln geht sondern um viel mehr, und vielleicht versteht man das auch an den Schulen.“ ¡ _Text Konstantin Gott _Fotos Daniel Hiller

Hartmut Schröder: „Wir fangen ganz langsam an. Hier muss keiner Angst haben.“

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Foto: Christian Küchl

inTervieW

Robert „bob“ arum wurde am 8. Dezember 1931 in New York City geboren. Sein erster Boxer war 1966 Muhammad Ali, mit dem er 12 Jahre beruflich verbunden blieb. 1973 gründete Arum mit Jabir Herbert Muhammad die Boxpromotion Top Rank, die Legenden wie Oscar De La Hoya, Roberto Duran, Joe Frazier, George Foreman, Sugar Ray Leonard und Floyd Mayweather Jr. zu Weltmeistern machte. ¡

„Ich habe alles von Muhammad ali gelernt.“ US-Promoter Bob Arum im Interview Der Amerikaner Robert „Bob“ Arum ist seit 47 Jahren im Geschäft und hat dabei viele seiner Konkurrenten überlebt. Sein Beitrag zur Geschichte des Sports ist nicht unerheblich, immerhin verdanken wir seiner Firma „Top Rank“ Ringschlachten wie den Rückkampf zwischen Sugar Ray Leonard und Thomas Hearns, Marvin Hagler gegen

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Sugar Ray Leonard und Evander Holyfield gegen George Foreman. Für sein Lebenswerk wurde er 1999 in die International Boxing Hall of Fame aufgenommen. Aktuell stehen Juan Manuel Marquez, Manny Pacquiao und Guillermo Rigondeaux bei ihm unter Vertrag. Wir sprachen mit Bob Arum im New Yorker „B.B. King Blues Club“.

Wenn Sie zurückblicken, welchen Weg mussten Sie gehen, um einer der erfolgreichsten Promoter zu werden? Das ist ganz einfach, alles was ich über den Boxsport gelernt habe, habe ich Muhammad Ali zu verdanken. Von ihm habe ich sehr viel gelernt. Er hatte immer gute Ideen, er wusste, wie man mit den Fans und dem Fernsehen umgehen muss und er wusste, wie man sich am besten vermarkten kann und vor allem dabei noch gut aussah. Wenn er etwas im Kopf hatte, setzte er es durch. Das alles habe ich von ihm gelernt. Muhammad Ali war der Grund, warum ich in das Boxgeschäft eingestiegen bin. Zu dieser Zeit mochten ihn nicht viele Menschen, ihr wisst ja wegen der Politik und den ganzen Problemen damals. Aber ich sah etwas in ihm. Ich hatte ein gutes Gefühl mit dem Jungen. Ich kannte mich damals nicht mal mit den Gewichtsklassen aus, für mich gab es nur das Schwergewicht und Muhammad Ali. Vor dem Kampf 1966 gegen George Chuvalo hatte ich nicht mal einen Boxkampf gesehen. Kein Scherz, keinen einzigen. Was war Ihr größter Moment mit Muhammad Ali? Da gibt es zu viele. Aber da wir gerade von George Chuvalo gesprochen haben, fällt mir was Lustiges ein. Kurz vor dem


interview

Kampf wurde ich von Chuvalos Manager Irving Ungerman zum Essen eingeladen. Er sagte zu mir, ‚Bob, wir sind doch beide Juden, lass uns mal die Moslems vergessen und sag mir bitte, wie George Chuvalo Muhammad Ali schlagen kann.’ Alle schauten mich an, doch ich hatte überhaupt keine Ahnung vom Boxen, ehrlich. Ich wusste nichts außer dass Ali im Schwergewicht boxte und dass er mein Kämpfer war. Ich sagte, Chuvalo kann Muhammad Ali nur schlagen, wenn er ihn immer wieder mit Tiefschlägen bombardiert. Jemand fragte: ‚Wirklich?’ Ja, das ist der einzige Weg, sonst hat er keine Chance. Er muss ihm voll auf die Nüsse hauen. Ich wollte einfach nur damit sagen, dass Ali gewinnen würde und Chuvalo nichts dagegen tun könnte. Dieser Spruch wurde wortwörtlich verstanden. Ali wurde bei diesem Kampf regelrecht 15 Runden mit Tiefschlägen bombardiert. Tagelang hatte er große Schmerzen. Ein paar Jahre später erzählte ich ihm diese Geschichte, danach wollte Ali mich umbringen. Natürlich sind wir bis heute gute Freunde.

Kommen wir zum Thema „Pacman“. Stimmt es, dass Sie gesagt haben, dass Manny Pacquiao größer sei als Ali? Ja, das stimmt. Meiner Meinung nach ist er der beste Boxer aller Zeiten, wenn er boxt, dann schaut die ganze Welt zu. Er verzaubert die Menschen. Klar das konnte Muhammad Ali auch, aber Manny ist da noch etwas anders.

Welcher von Muhammad Ali´s Kämpfen war in Ihren Augen sein größter? Der Thriller in Manila 1975, der dritte Kampf gegen den großen Joe Frazier. Diese 14 Runden werde ich nie vergessen. Es war dramatisch, aber auch legendär. Ich bin sicher, dass es einer der besten Boxkämpfe der Geschichte war. Auch dort hatte Ali nicht jeden auf seiner Seite, es war nicht nur im Ring ein harter Kampf, sondern auch einer gegen seine Kritiker.

Sollten Pacquiao und Marquez ihre Kämpfe gewinnen, können wir uns anschließend auf den fünften Kampf freuen? Es gibt viele Optionen. Vor dem vierten Kampf haben mich alle gefragt, wozu die beiden zum vierten Mal gegeneinander kämpfen sollten. Jetzt werde ich jeden Tag wegen eines fünften Kampfes gefragt. Ich war mir sicher, dass der vierte ein Superkampf werden würde und dass beide Boxer den K.o. suchen würden. Es war wirklich einer der aufregendsten Kämpfe, die ich in den letzten Jahren gesehen habe. Der fünfte Kampf wäre zur Zeit mit Sicherheit der größte und interessanteste Kampf für alle Boxfans.

Wie kam es eigentlich dazu, dass Sie nie wirklich gut mit Don King ausgekommen sind. Ja, Don King ist nun mal Don King. Und übrigens: Wo ist er heute?

Wie geht es jetzt weiter mit Manny und was können Sie zu seiner K.o.-­­­­ Niederlage gegen Juan Manuel Marquez sagen? Marquez ist ein Konterboxer, der davon lebt, angegriffen zu werden. Manny hat sich auf den Schlagabtausch eingelassen und wurde eiskalt erwischt. Beide boxen für Top Rank und ich freue mich über jeden guten Boxkampf. Manny wollte entweder einen fünften Kampf gegen Marquez oder einen Rückkampf gegen Timothy Bradley, der auch bei Top Rank unter Vertrag steht. Doch die beiden boxen lieber erstmal gegeneinander, somit hat Manny sich Brandon Rios ausgesucht und wartet jetzt erstmal ab.

Wie wäre es mit einem Kampf zwischen Pacquiao und Floyd Mayweather Jr.? Wäre dieser Kampf nicht noch interessanter für die Fans? Wie immer ist es ein hin und her mit Floyd Mayweather. Nach jedem großen Kampf meiner Boxer versuche ich, einen Deal mit Floyd auszuhandeln. Vor allem für Manny. Doch wir drehen uns nur im Kreis. Mal sehen, was uns die Zukunft noch so bringt. Wie sehen Ihre Pläne mit Guillermo Rigondeaux aus? Er ist auf dem besten Weg, genauso wie bei den Amateuren auch bei den Profis Geschichte zu schreiben. Rigondeaux ist der neue Floyd Mayweather der leichten Gewichtsklassen. Er bekommt immer mehr Ansehen, da er sich den Respekt erst im Ring hart erkämpfen muss. Trotzdem bin ich mir sicher, dass man noch viel von dem Jungen hören wird. Das Interesse wächst ständig. Wie geht es mit Top Rank weiter, haben Sie wieder neue Ideen? Zurzeit konzentriere ich mich auf den asiatischen Markt. Ich will den Boxsport in Asien auf einer internationalen Ebene aufziehen und vermarkten. Das Team von BOXEN HEUTE bedankt sich für das Gespräch! ¡ _Text & Fotos Jan Christoph Jaszczuk

BOXEN HEUTE Redakteur Jan Christoph Jaszczuk mit Bob Arum im B.B. King Blues Club

Promoter, Manager, Boxer

Bei Pressekonferenzen trifft Arum den Nerv der Fans.

Ein Boxpromoter veranstaltet Boxkämpfe. Seit einem Bundesgesetz (Mohammad Ali Boxing Reform Act 1999) darf der Promoter eines Boxers nicht gleichzeitig als dessen Manager auftreten. Der Manager vertritt gegenüber dem Promoter die Interessen des Boxers und handelt auch dessen Kampfbörsen aus, die vom Promoter nach dem Kampf ausgezahlt werden. Nach großen Titelkämpfen gehen auch ca. 30% der ausgehandelten Kampfbörse des Boxers an den Promoter. Dem Manager stehen 20% zu und der Trainer bekommt 10%. Die verbleibenden 40% muss der Boxer noch versteuern. Die Einkünfte eines Promoters setzen sich außerdem auch aus Eintrittsgeldern, Werbeeinnahmen und TV-Geldern zusammen.

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Erol Ceylan über Ziele, Träume und Enttäuschungen der „kleinen“ Promoter:

Foto: daniel Hiller

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Wenn wir sie aufgebaut haben, dann hauen sie in den Sack! Vor vier Jahren startete Kaufmann Erol Ceylan in das Abenteuer Profiboxen. Zusammen mit seinem Freund Oktay Urkal aus Berlin gründete der 42-Jährige damals die EC-Boxpromotion in Hamburg. Beide gingen die Sache mit großen Zielen und großen Träumen an. Nach über 20 Veranstaltungen zieht Ceylan jetzt exklusiv für BOXEN HEUTE Bilanz. Ziele erreicht oder Träume geplatzt?

Um es gleich vorwegzunehmen: Es ist noch viel, viel schwerer, in diesem Geschäft als Promoter und Veranstalter zu bestehen, sich durchzusetzen, als selbst der ausgewiesene Finanzfachmann es sich vorstellen kann. Große Kämpfe in großen Stadien, Weltmeister „machen“ und dabei noch richtig Geld verdienen – dies bleibt meistens Wunschdenken, gehört eher in das Land der Träume. Wer in diesem Geschäft mit einem „blauen Auge“ davonkommt, der hat schon gut gefightet. Sicher, es gibt Ausnahmen. Ich denke da an den Sauerland-Stall. Aber mit rund 15 Millionen Euro Sponsoring

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pro Jahr seitens der ARD könnten sicher auch die sogenannten „Kleinen“ dieser Branche starke Veranstaltungen auf die Beine stellen. Oder wie es bei Universum unter der Regie von Klaus-Peter Kohl und Peter Hanraths lief. Da zahlte das ZDF ja noch weit höhere Beträge an den Veranstalter. Würde ich heute das Handtuch werfen, keiner würde mir das übel nehmen können, auch käme sicher keiner auf die Idee zu sagen: „Der Ceylan ist gescheitert!” Aber ich muss zugeben, der vernünftige wirtschaftliche Umkehrpunkt ist bei ECB schon lange überschritten. Es rechnet sich einfach nicht ohne die großen Gelder von den TV-Anstalten. Trotzdem mache ich weiter, weil ich glaube, da sind doch noch einige Boxer, die ehrgeizig, sauber, fleißig und korrekt den Profiboxsport betreiben wollen. Ich denke da an Alexander Alekseev, an Christian Hammer oder Gökalp Özekler zum Beispiel. Für sie lohnt es sich zu kämpfen, weiterzumachen. Ich kann einfach niemanden im Stich lassen. An dieser Stelle möchte ich die Hauptprobleme benennen, mit denen Veranstalter/Promoter am häufigsten kon-

frontiert werden: Boxer suchen überall nach einem Promoter, tingeln hierhin, tingeln dahin, werden aber meistens abgelehnt, nicht verpflichtet. Natürlich kommen die Boxer/innen dann auch zu uns, wohl wissend, dass wir nicht das Geld zahlen können wie die Großen (z.B. Sauerland). Aber sie gehen mit uns ganz konkrete Verträge ein. Wenn wir sie entsprechend aufgebaut haben, wenn sie plötzlich auch für die Großen interessant werden, dann „hauen sie in den Sack“. Motto: Ich muss an meine Karriere denken! Eine Karriere, deren Start wir doch überhaupt erst ermöglicht haben. Mir fallen da spontan Michael Wallisch, Klara Svensson und Noel Gevor ein. ECB ist eine Promotion, die natürlich wachsen muss, um an lukrative TV-Verträge zu kommen. Wenn aber die Kämpfer/innen, die durch ihre Leistungen im Ring zum Zustandekommen eines TVVertrages beitragen könnten, dann abhauen und zur Konkurrenz gehen, bleiben für uns, sportlich gesehen, häufig nur die Boxer, an der das Fernsehen überhaupt nicht interessiert ist.


insider Alptug (l.) und Muratcan Bugra Öner (r.) bekamen Heimweh. Foto: ec-boxing

denke da zum Beispiel an den Kollegen Waldemar Kluch und meine Außenstände. Die Universum-Insolvenz hat halt auch mich getroffen. Ich glaube sogar, dass Kluch mich nicht betrogen hätte, wenn er einen anderen Weg gefunden hätte, um auf legalem Wege weitermachen zu können. Aber ich habe ihm verziehen. Aber es gibt ja auch Erfreuliches

Sportsmann – ganz besonders. Ein Blick nach vorn. Ich hoffe, dass wir, die EC Boxpromotion, mit Alexander Alekseev bald einen großartigen Weltmeister im eigenen „Stall“ haben werden. Dann sollten auch die TV-Sender nicht mehr drum herumkommen, den deutschsprachigen Weltmeister zu zeigen, der mit seiner Familie in Hamburg lebt, hier gesell-

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Foto: ec-boxing

Foto: ec-boxing

Waldemar Kluch (l.) ließ Ceylan mit 100.000€ stehen.

Alexander Alexeev hält zu Ceylan.

Klara Svensson (r.) ging zu Sauerland.

zu berichten. Beispiel BDB. Es gibt ja nicht wenige unter uns, die auf unseren Verband bzw. auf den Boss schimpfen. Ich kann da nicht einstimmen, mir gegenüber hat man sich seitens des BDB immer korrekt verhalten, man war mir sogar sehr behilflich, ich wurde immer unterstützt. Noch eine Neuigkeit zum Schluss. Mein neues Gym wird jetzt von meinen Trainern Oktay Urkal und Bülent Baser geführt. Das Interesse an dieser Trainingsstätte ist riesengroß. Wir bekommen Anfragen aus aller Welt. Das zeigt, dass wir bisher doch so ziemlich alles richtig gemacht haben. Und das freut mich – als

Foto: eroll popova

Das Ziel, ein führender Veranstalter/Promoter zu werden, kann man also nur dann erreichen, wenn die guten Athleten auch noch über einen längeren Zeitraum an Bord bleiben. Ehre und Anstand sind für viele Boxer/innen ein Fremdwort. Beweis: Wenn sie uns ausgenutzt haben, „kriechen“ sie wieder zu den Veranstaltern/Promotern zurück, von denen sie zu Beginn ihrer Boxerlaufbahn nicht einmal mit „dem Arsch angeschaut“ wurden. Ich werde in letzter Zeit häufig gefragt: „Warum veranstaltest du im Ausland?” Die Antwort ist einfach. Da haben wir Helden, zum Beispiel in Rumänien, wo die Zuschauer die Hallen füllen. Ich habe es einfach satt, immer vor halbvollen bzw. halbleeren Hallen zu veranstalten. Die Menschen in Deutschland scheinen einfach nicht zu wissen, wie man Sport und Sportler unterstützt. Oder sie wollen es auch gar nicht. Dabei ist es doch so einfach: Sie müssen nur ein Ticket kaufen. Na ja, was die „Kollegen“ angeht, da ist der Umgang auch nicht gerade einfach. Klar, wir sind Konkurrenten, aber ein bisschen Fairplay muss schon sein. Ich

Foto: Andreas Grunwald

Noel Gevor ging zu Sauerland.

Michael Wallisch (r.) wechselte zu Ulf Steinforth und boxt bei Sat.1.

schaftlich bereits tief verankert ist. Schwergewichtler Christian Hammer ist auch auf dem besten Wege nach ganz oben. In zwei Jahren wird ihn kaum noch jemand schlagen können, da bin ich schon heute ganz sicher. Warum ich trotz der vielen Probleme immer noch Spaß am Boxen habe? Weil ich eine tolle Frau und Kinder habe, die voll hinter mir stehen, mich immer wieder ermuntern nicht aufzugeben. ¡ _Text Wolfgang Weggen

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» Nbeck startet am 26. Oktober mit sei-

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eu-Promoter Rolf Neumann aus Lü-

ner RNBP (Rolf Neumann Box-Promotion). „Ich bin selber Box-Fan, beobachte die Szene seit vielen Jahren. Es tut mit in der Seele weh, wenn ich sehe, wie unser Sport kaputtgemacht wird. Sogar eigentlich gute Jungs wie Artur Abraham – den ich früher sehr mochte und der mir bei seinem Sieg mit gebrochenem Kiefer sehr imponiert hat – scheint inzwischen satt zu sein und zeigt maximal Dienst nach Vorschrift. Wenn überhaupt. Kein Wunder, dass sich die Zuschauer abwenden und die TV-Quoten rückläufig sind. Deswegen habe ich irgendwann gedacht: Es muss sich was ändern.

„Wenn du willst, dass etwas richtig gemacht wird, dann mach es am besten selbst!“ Folgerichtig geht es Neumann, der als Freund von Klaus-Peter Kohl in den Glanzzeiten der Universum Box-Promotion Stammgast am Ring war und beim schleichenden Verfall des ehemals größten Box-Stalls Europas mitgelitten hat, in erste Linie um guten und fairen Sport. „Bei mir wird es keine Fallobst-Gegner geben, die sich nur ein bisschen Geld abholen und dann schnell hinlegen, und auch keine Gefälligkeitsurteile. Langfristig führt das doch sowieso zu nichts. Das bringt die Boxer nicht weiter und verscheucht das Publikum. Ich will nur Kämpfe zeigen, die ich auch selber gerne sehen will. Und das sind Kämpfe auf Augenhöhe. Es muss nicht immer gleich WM-Niveau sein. Natürlich ist es langfristig das Ziel, auch Jungs zu Weltmeistern


profiboxen

„Mich interessieren nur Kämpfe auf Augenhöhe“ Neuer Boxpromoter holt sich Lopez-Brüder und Ben Simon zu machen. Aber den Titel muss man sich verdienen und hart erarbeiten. Der Weg dahin ist weit. Ich bin bereit, den Weg mit meinen Sportlern zu gehen. Aber sie müssen sich in jedem Kampf beweisen.“ „Seine“ Boxer sind unter anderem die Hallenser Lopez-Brüder, die BOXEN HEUTE schon in der letzten Ausgabe vorstellte, der hart schlagende Cruisergewichtler Roman Golovashchenko, Christ Mafuta und als deutsches Aushängeschild der Berliner Supermittelgewichtler Benjamin Simon. „Das sind alles Jungs, die Ausstrahlung und Potenzial haben und die es absolut wissen wollen. Gerade Ben ist ein richtig guter Junge, der in seiner bisherigen Karriere auch viel Pech hatte. Obwohl er es ja trotzdem immerhin schon zum IBF Intercontinental Champion gebracht hat. Ich bin mir sicher, dass er noch viel erreichen kann. Außerdem ist er ein sympathischer Kerl, der gut aussieht. Ich denke, dass er auch eine gute Identifikationsfigur und ein Vorbild für den Nachwuchs werden kann. Und das ist ja wichtig. Wir brauchen deutsche Talente, damit das Boxen in

Deutschland nicht ausstirbt und von der Bildfläche verschwindet.“

„Ahmet Öner hat in Lübeck viel Schaden angerichtet.“ Als Veranstaltungsort für seine Promoter-Premiere hat sich „Rolle“ Neumann seine Heimatstadt Lübeck ausgesucht. „Bei uns in der Hansehalle gab es immer

staltung von Ahmet Öner in der Hansehalle 2007 wurde leider viel verbrannte Erde hinterlassen. Obwohl ich ein Einheimischer bin, gucken mich die Leute erstmal komisch an, wenn ich sage, dass ich Profi-Boxen in Lübeck machen will. Da müssen wir uns verlorenen Kredit zurückarbeiten. Aber ich habe einen langen Atem und ein starkes Team und bin davon überzeugt, dass wir das schon schaffen werden.“ Die Veranstaltung steht unter dem Motto „Strike Back“. Aber wer schlägt denn hier zurück? „Ich würde sagen, die BoxFans schlagen zurück“, erklärt Neumann. „Das deutsche Publikum hat besseren Sport verdient als es zuletzt zu sehen bekam. Jetzt starten wir so was wie eine ‚Revolution von unten’. Wir machen das Boxen, das wir selber sehen wollen – und hoffen, dass möglichst viele Zuschauer kommen und das Konzept annehmen.“ ¡ _Text Dieter Sporn

„Das deutsche Publikum hat besseren Sport verdient als es zuletzt zu sehen bekam.“ tolle Veranstaltungen, Lübeck hat eine lange Box-Tradition. Universum war unter Klaus-Peter Kohl oft hier zu Gast, aber bei der letzten Veran-

Fotos linke Seite (von oben nach unten): #1 Promoter Rolf Neumann im Gym – der weltbekannten Ritze. #2 Benjamin Simon (li.) war bereits ein möglicher Herausforderer des IBF-Weltmeisters. #3 Ronny Lopez Lopez (22) ist der Puncher unter den Brüdern. Nach dem Abschluss seiner Lehre will er als Profi durchstarten. #4 Lelito Lopez Lopez (19) ist ein ausgezeichneter Techniker mit Dynamit in den Fäusten. #5 Die Ritze auf der Hamburger Reeperbahn. Oben Kneipe, unten Boxgym.

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Furioser Abschied Ina Menzer schlägt die Litauerin Goda Dailydaite und hängt die Handschuhe an den Nagel sxc.hu

Triumph, Titel, Tränen: Ina Menzer wurde von ihren Gefühlen überwältigt. „Mir ist eine riesige Last genommen. Ich fühle mich 90 Kilogramm leichter“, sagte Menzer nach dem 32. und letzten Kampf als Profiboxerin. „Es ist wie ein Sommermärchen, das wahr geworden ist.“ Der deutliche Punktsieg gegen die zuvor ungeschlagene Goda Dailydaite, der Gewinn von zwei WM-Championaten im Federgewicht und die Abschiedsgala in der Heimat Mönchengladbach vor Familie und Freunden sorgten bei Menzer für einen Kloß im Hals. Der vor Monaten angekündigte Abschied nach zehn erfolgreichen Jahren war es nicht, wie sie sagte:

„Bei einer Niederlage wäre es schwerer gewesen. Aber selbst in diesem Fall: Um was hätte ich noch boxen sollen?“ Vielleicht war es der Weg hin zum unfreiwilligen Abschied, der sie überwältigt hatte. Menzer übernahm nach dem Rücktritt von Regina Halmich 2007 das Zepter im Frauenboxen. Sie brachte es zur Dreifach-Weltmeisterin, auch außerhalb des Rings machte sie eine gute Figur. Im März 2010 dann musste sie gegen Jeannine Garside ihre einzige Niederlage und den

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Verlust der WM-Gürtel hinnehmen. Es folgten die Insolvenz des Boxstalls Universum und falsche Versprechungen, die sie die besten Sportlerjahre kosteten. Sie sah keine Perspektive mehr. Menzer zog nun den Schlussstrich. Die Organisation der Gala im Hockeypark, die trotz Regens knapp 4000 Zuschauer besuchten, führte ihr schmerzhaft vor Augen, wie schwer es Frauen im Boxen haben. Aber weil es eben Ina Menzer ist, packten alle rührend mit an. Der Spartensender Eurosport übertrug live und überzog die Sendezeit, die ehemaligen Stallkollegen und Ex-Weltmeister Vitali Tajbert und Dimitri Sartison kämpften im Vorprogramm zum Selbstkostenpreis. RTL-Moderator Kai Ebel führte durch den Abend. Gegnerin Goda Dailydaite, die in acht Kämpfen zuvor ungeschlagen war, wusste noch nicht, ob sie weitermacht. „Verlieren ist schwer für mich“, sagte die gebürtige Litauerin, die zweimal zu Boden ging. Vielleicht kann Menzer sie überreden. „Das Frauenboxen liegt mir am Herzen. Ich möchte es weiter pushen“, sagte sie. Ina Menzer begann ihre Laufbahn als 14-Jährige in einem Kung-Fu-Gym in Mönchengladbach. Ihr Vater hat sie fürs Boxen interessiert. Unter Trainer Waldemar Altergott begann sie mit dem Training. Schnell kamen die ersten Erfolge. Ihr zweiter Trainer, Oleg Ginkel, führte sie

zur ersten Deutschen Meisterschaft 2003. Es folgte ein Vertragsangebot des Universum-Boxstalls in Hamburg und Ina überlegte nicht lange, wurde Profi. Ihr Debüt feierte sie am 30. März 2004 in Aachen. In ihrer Ecke stand damals Michael Timm, mit dem sie in der Folge große Erfolge hatte. Den ersten WMGürtel holte die gelernte Fremdsprachen-Sekretärin 2005. Danach zog sie nach Hamburg. Immer an ihrer Seite ihr Freund Denis, der sein Studium in der Hansestadt fortsetzte.

„Er stand immer an meiner Seite, hat mir Kraft und Unterstützung gegeben. 2006 haben wir schließlich geheiratet“, erzählt Ina Menzer.


Frauenboxen KATEGORIE

«

Nach neun Jahren

und 224 Runden im Ring übermannten Ina Menzer nach ihrem letzten Sieg die Gefühle.

«

Die    28-jährige

Goda Dailydaite aus Essen hatte über 10 Runden keine Chance gegen Ina Menzer

Ohne das unstete Leben als Box-Profi wird Ina in Zukunft mehr Zeit für ihren Denis

«

2004 jubelte Ina

über ihren ersten Sieg als Profi für den

haben.

Hamburger Promoter Klaus-Peter Kohl –

Never say never – eine kleine Hintertür für ein mögliches Comeback hält sich Ina Menzer offen. „Wenn ein Fernsehsender käme und mir ein Angebot machen würde, würde ich ins Überlegen kommen“, sagt Ina. Nach ihrem starken Abgang in Mönchengladbach ist das bestimmt nicht gänzlich auszuschließen. ¡

TKO-Sieg in Runde drei über Zsanett Erod

_Text Jules Masson _Fotos Marianne Müller

« « Ina Menzer und ihr Freund Denis Moos 2004 live am Ring.

Weniger Haare, aber

inzwischen verheiratet. Denis ist 2013 noch immer an der Seite seiner Ina. Für den letzten Kampf stand er beim Pressetraining auch als Trainer im Ring.

«

Live am Ring:

RTL-Gesicht Kai Ebel mit den Boxerinnen Nadia Raoui und Christina Hammer.

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insider

mpf iederlage im 1. Ka

➡ 2002: K.o.-N

(BDB) e Meisterschaft

2003: Int. Deutsch

e Meisterschaft 04: Nat. Deutsch

➡ 20

(BDB)

➡ 2005: Interconti.

Champion der IBF

m u z g e Der W

Wer als Kind oder Jugendlicher zum ersten mal in ein Gym kommt, sich handschuhe überzieht, am Sandsack schwitzt und vom Box-Virus infiziert wird, hat nur ein Ziel: irgendwann Weltmeister sein! Wie viele der über zehn millionen TV-Zuschauer, die im Schnitt die Wm-Kämpfe der KlitschkoBrüder bei rTl verfolgen, träumen wohl davon, selber einmal nach einer epischen Schlacht den arm vom ringrichter in die höhe gereckt und einen großen goldenen Gürtel um die hüften gebunden zu bekommen, um dann auf die ringseile zu steigen und sich von den tosenden fans in der halle feiern zu lassen? In der Praxis kann BOXEN HEUTE euch nicht dabei helfen, wirklich mal einen WM-Titel zu gewinnen und ein bejubelter Held zu werden. Dafür braucht ihr neben dem nötigen Talent und Willen vor allem viel Trainingsfleiß, das richtige Umfeld und natürlich auch eine ordentliche Porti-

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on Glück. Aber in der Theorie wollen wir in den kommenden Ausgaben in einer vierteiligen Serie erklären, wie der Weg zum Weltmeister verlaufen kann. Wir wissen natürlich, dass jeder große Champion seine ganz eigene Geschichte hat. Deswegen orientieren wir uns nicht an einem konkreten Beispiel, sondern wollen allgemein aufzeigen, was man bedenken und welche Fehler man vermeiden sollte, wenn es mit der Box-Karriere klappen soll. Wir starten mit Teil 1 und der grundlegenden Frage: Wie werde ich eigentlich Profi-Boxer?

1

Trainer und boxclub

Der erste und wichtigste Schritt für eine erfolgreiche Karriere führt deswegen in die Trainingshalle. Sucht euch einen BoxVerein in eurer Nähe – das Internet hilft dabei, die richtige Adresse und die richtigen Ansprechpartner zu finden. Ihr könnt euch auch darüber informieren, wo es gute Jugendabteilungen gibt, welche Vereine auf Landes- und Bundesebene am erfolgreichsten sind und welche Trainer einen besonders guten Ruf genießen. Klar ist: Eure ersten Trainingseinheiten werdet ihr nicht bei Ulli Wegner, Fritz Sdunek oder Karsten Röwer absolvieren. Aber es gibt viele sehr gute Coaches, die

euch die Grundlagen beibringen können und die euch wahrscheinlich auch sehr lange begleiten werden. Fast überall kann man kostenlos zum Probe-Training reinschnuppern. Wenn ihr einen Club gefunden habt, in dem ihr euch wohlfühlt, werdet Mitglied und tut das, was die Trainer euch sagen. Je besser der Coach ist, desto mehr wird er es verstehen, euer Talent und eure Leistungsstärke einzuschätzen, eure Fähigkeiten ständig zu verbessern. Euer Weg beginnt gerade erst und ist noch sehr weit.

2

Das Training

Nachdem ihr in ausgiebigen Trainingseinheiten sowohl die konditionellen als auch die technischen und taktischen Grundlagen – Stellung, Beinarbeit, Schlagtechnik, Verteidigung, Balance, Kraftübertragung usw. – erlernt habt, geht es ins Sparring. Die wettkampfnahe Vorbereitung wird euch euer ganzes Boxerleben über begleiten. Grundsätzlich besteht das BoxTraining aus vielen unterschiedlichen Elementen: im Kraft- und Ausdauertraining werden die körperlichen Grundlagen dafür gelegt, dass ihr fit genug seid, den Kampf durchzustehen; in technischen Einheiten an Sandsack, Maisbirne, Speedball oder den Pratzen studiert ihr die Be-


insider

ter

➡ 2009: IBF Weltmeis

r e t s i e Weltm

uptkämpfer (ARD)

ter (EBU), TV-Ha

➡ 2005: Europameis

lix Sturm)

rausforderung (Fe

2008: WBA WM-He

Der Greifswalder Sebastian Sylvester (33) konnte sich als durchschnittlicher Amateur („Ich war nie an einer Sportschule.“) in 11 Jahren bis zum Profiweltmeister der IBF hocharbeiten. Seine Karriere ist ein Beispiel für die langsame Entwicklung über nationale und internationale Titel bis zum Europameister oder Weltmeister.

Teil 1 - Wie werde ich Profi-Boxer?

wegungsabläufe ein, die ihr im Kampf braucht; das Sparring simuliert dann den Kampf selber, ihr steht einem Trainingspartner gegenüber und müsst zeigen, was ihr gelernt habt. Beim Sparring gibt es unterschiedliche Intensitätsstufen von der losen Partnerarbeit – einer Art Schattenboxen im Ring, bei der man bestimmte Bewegungsabläufe testet, ohne sich wirklich zu schlagen – über das bedingte Sparring, bei dem entweder bestimmte Aufgabenstellungen

erfüllt werden oder noch keine harten Treffer gesetzt werden sollen, bis hin zur tatsächlichen Wettkampfvorbereitung, die manchmal intensiver sein kann als der tatsächliche Kampf, obwohl man Kopfschützer und deutlich dickere und damit schwerere Handschuhe trägt, um Verletzungen zu vermeiden. Dabei gilt, dass der Lerneffekt im Vordergrund stehen sollte. Es geht nicht darum, den Gegner zu überrollen oder gar auszuknocken – obwohl das natürlich keine Seltenheit ist.

MIKE TYSON In seiner „Glanzzeit“ war Mike Tyson für seinen hohen „Verschleiß“ an Sparringspartnern bekannt. Vor seinem WM-Kampf gegen Frank Bruno im Februar 1989 soll Tysons Management insgesamt 13 Sparringspartner ins Trainingscamp geholt haben, neun von ihnen mussten das Camp vorzeitig abbrechen, nachdem sie zum Teil schwer K.o. gegangen waren. Alle Trainer des jüngsten SchwergewichtsChampions aller Zeiten berichten, wie schwer es war, überhaupt Leute zu finden, die im Training mit „Iron“ Mike in den Ring steigen wollten. „Wir mussten immer richtig gute, große

und starke Jungs für Mike suchen“, erinnert sich zum Beispiel Kevin Rooney, der Tyson von 1985 bis 1988 betreute. „Irgendwann hatten wir einen Typen gefunden, der etwa 1,95 Meter groß war. Er war schon Profi, ein erfahrener Mann. Erste Runde, Mike explodiert sofort und schlägt wie wild Kombinationen zu Kopf und Körper. Der Typ riss nur die Arme hoch, schrie HOOOOOOO!, stieg aus dem Ring, zog seine Handschuhe aus und verschwand aus dem Gym. Wir wollten ihm eigentlich noch 100,– Dollar zahlen, aber er kam nie wieder.“

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Der Wettkampf

Auch wenn Mike Tyson grundsätzlich ein gutes Vorbild ist, solltet ihr euch in diesem Punkt nicht unbedingt an ihm orientieren. Hört im Gym einfach auf das, was euer Trainer euch sagt, und setzt seine Anweisungen im Sparring um. Wenn ihr euch hier bewiesen habt, wird euer Trainer euch irgendwann zu Wettkämpfen schicken. Hier gilt das Prinzip: Erst mal solltet ihr euch auf lokaler Ebene durchsetzen. Tretet bei Stadt- und Regionalmeisterschaften an. Wenn ihr dort erste Erfolge feiert, werden wahrscheinlich sowieso größere Vereine auf euch aufmerksam. Dann geht es zu Landesmeisterschaften und vielleicht könnt ihr irgendwann bei den Deutschen Meisterschaften antreten und um Medaillen boxen.

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Olympia oder Kampfbörse?

Wenn ihr euch auf nationaler Ebene durchsetzt, ist mit Sicherheit auch der DBV schon auf euch aufmerksam geworden. Ihr werdet zu Lehrgängen eingeladen und boxt wahrscheinlich irgendwann in der Ersten oder Zweiten Bundesliga. Und dann kommt auch schon sehr schnell der erste Punkt, an dem ihr euch für einen Weg entscheiden müsst: Wollt ihr

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insider

großen Promoter ohnehin schon auf euch aufmerksam geworden sind. Sauerland fördert den Amateur-Boxsport, und der sportliche Direktor des Berliner Stalls, Hagen Döring, gilt als intimer Kenner der Ersten und Zweiten Bundesliga. Falls das nicht der Fall ist, könnt ihr natürlich einfach zu einem der Ställe fahren, zur Trainingszeit ins Gym marschieren und lgewicht meister im Mitte elt -W IBF ter ves euch freiwillig zum Syl ni Lorenzo wurde ➡ 2009: Gegen Giovan Sparring melden. Das ist mit Sicherheit der direkteste, aber nicht der einfachste Weg. Denn nach dem „klassischen“ Modell Profi werauch wenn die Profi-Karrieren von Arthur den, um irgendwann in die Fußstapfen Abraham, Marco Huck und Manuel Charr von Felix Sturm, Arthur Abraham, Marco so begonnen haben, könnt ihr euch vielHuck oder den Klitschko-Brüdern zu treleicht vorstellen, wie viele andere es geten? Oder geht ihr den „neuen“ Weg und nau so versucht haben, aber dabei geunterzeichnet einen Profi-Vertrag beim scheitert sind. Amateur-Weltverband AIBA, um in der WSB, in der neuen AIBA Pro Serie, bei Weltmeisterschaften und Olympischen berater und Manager Spielen boxen zu können? Da die AIBA nur der absoluten Elite unter Im Idealfall habt ihr aus euren Amateurden Amateur-Boxern Verträge anbietet Zeiten einen Förderer, Sponsor oder sound das System noch einige Fragezeichen gar Manager, der bereit und in der Lage birgt, gehen wir in unserer Serie vom ist, etwas Geld in euren Karriere-Aufbau „klassischen“ Weg aus. Ihr konntet bei zu investieren. Es gibt viele Box-Liebhaden Amateuren wichtige Erfahrungen ber in Deutschland, die etwas für die sammeln und erste Erfolge feiern. Doch Nachwuchs-Förderung tun, solange sie jetzt wollt ihr den nächsten Schritt maeinen persönlichen Draht zu einem Boxer chen und es im Profi-Lager versuchen. haben. Ein wichtiger Tipp von unserer Doch was nun? Seite: Vergesst nicht, wo ihr herkommt und wer euch auf eurem Weg geholfen hat! Viele Profis verlieren ihre Wurzeln Der erste Trainerwechsel leider aus den Augen, wenn sie den Durchbruch geschafft haben. Haltet KonEuer Heimtrainer, der euch bis in die Buntakt zu den Menschen, die euch am Bedesliga geführt hat, ist dem DBV verginn eurer Laufbahn unterstützt haben pflichtet und darf aufgrund der strikten und versucht, etwas von dem Vertrauen, Richtlinien keine Profis trainieren. Ihr verdas eure frühen Förderer in euch gefolgt die Profi-Szene zwar sehr aktiv, seht steckt haben, zurückzuzahlen. Es wird jede große Veranstaltung im Fernsehen, euch nicht viel kosten, aber mit Sicherwart auch schon bei etlichen Kampfabenheit zumindest ein gutes Gefühl geben. den live in der Halle, kennt einige Profis aus eurem Bekanntenkreis und lest regelmäßig BOXEN HEUTE, so dass ihr euch Die Profi-lizenz sehr gut auskennt. Aber das alleine reicht eben doch noch nicht. Doch zurück zum Anfang. Gehen wir von Die entscheidende Frage ist: Wie macht dem Fall aus, dass kein großer Stall euch ihr die großen Ställe wie Sauerland oder sofort zu Beginn eurer Karriere unter SES auf euch aufmerksam? Möglich wäre, Vertrag nehmen will. Das Erste, was ihr dass die Matchmaker oder Agenten der braucht, ist eine Lizenz. In Deutschland

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gibt es allein drei Profi-Box-Verbände, zwischen denen ihr euch entscheiden müsst: Der Bund Deutscher Berufsboxer (BDB) ist der älteste und renommierteste Verband, der zum Beispiel alle Veranstaltungen der Klitschkos, von Felix Sturm und von SES beaufsichtigt. Die German Boxing Associaton (GBA) richtet sich mit seiner liberalen Gebührenpolitik vor allem an kleinere und mittlere Veranstalter und hat dem BDB in diesem Segment den Rang abgelaufen. Inzwischen gibt es mit dem Bund Deutscher Faustkämpfer (BDF) noch einen dritten Verband, der sich langsam etablieren will. Für den Erwerb der Profi-Lizenz müsst ihr im Normalfall volljährig sein, dem Verband eurer Wahl beitreten, eure Eignung als Profi-Boxer nachweisen und eine Reihe medizinischer Tests durchlaufen. Neben einer allgemeinärztlichen Untersuchung, die entweder ein Verbandsarzt oder im Zweifel auch jeder Hausarzt vornehmen kann und für die ein Formular des Verbandes ausgefüllt werden muss, werden dafür üblicherweise ein großes Blutbild, ein neurologisches, ein augenärztliches und ein radiologisches Gutachten verlangt. Da die Lizenz grundsätzlich nur für ein Jahr gilt, müssen all diese Untersuchungen jährlich wiederholt und die entsprechenden Unterlagen beim Verband eingereicht werden. Dies ist sehr wichtig, da die Gesundheit natürlich an erster Stelle steht, und die Verbände keine Boxer antreten lassen dürfen, die aus medizinischen Gründen in irgendeiner Form gefährdet sind. Vor allem das MRT (Magnetresonanztomographie) des Schädels kann dabei teuer werden, da die Untersuchung für Profi-Boxer nur in Ausnahmefällen von der Krankenkasse übernommen wird. Wenn ihr diese Hürden aber alle nehmt und eure medizinischen Unterlagen in Ordnung sind, habt ihr den ersten großen Schritt gemacht: Herzlichen Glückwunsch, ihr seid jetzt Profi-Boxer! ¡ _Text Dieter Sporn _Fotos Daniel Hiller

Im zweiten Teil von „Der Weg zum Weltmeister” geht es in den Ring. Der erste Profikampf und alles was damit zusammenhängt. Welche Rolle Verbände und Matchmaker spielen, wie die Organisation im Profibusiness aufgebaut ist. Die neue BOXEN HEUTE erscheint am 7. November.


Promi-Boxen

» frank Kessler Schauspieler & ambitionierter Boxtrainer

Der Geruch des fleisches In einer ehemaligen Schlachterei fliegen jetzt die Fäuste

W

o früher der Schinken am Haken hing, baumelt heute eine Maisbirne. Im bis zur Decke gefließten Abschlachtraum hängen längst keine Schweinehälften mehr, die Blutrinnen verdeckt ein Mattenboden. Dafür steht eine Massagebank in der Mitte. Bizarr wird es, wenn man die Augen schließt, um vor dem geistigen Auge den früheren süßlich-verderbliche Geruch wahrzunehmen. Willkommen in der Fleischfabrik, Berlins neuem Hotspot für Boxen und Kampfsport. Nur einen Steinwurf vom Max-SchmelingGym in der Nähe des Olympiastadions entfernt haben Sicherheits-Unternehmer

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Gerald Meinel und der Schauspieler Frank Kessler ihren Traum verwirklicht. In einer ehemaligen Schlachterei richteten sie auf über 700 Quadratmetern ein

Das Gym mit dem wegweisenden Namen „Fleischfabrik“ hat in der Berliner Kampfsportszene schon Kult-Charakter hochmodernes Trainingscamp ein. Das Gym mit dem wegweisenden Namen „Fleischfabrik“ hat in der Berliner Kampfsportszene schon Kult-Charakter.

Die Benutzung der Anlagen ist kostenlos – aber nur für Freunde des Hauses. „Uns ging es darum, eine neutrale Stätte für Training und Sparringskämpfe zu schaffen. Unabhängig von irgendeinem Boxstall. Eine Art Schweiz in der Kampfsportszene“, umschreibt Meinel die Idee. Offenbar funktioniert es. „Natürlich müssen sich die Jungs bei uns Vorstellen, bevor sie einen Schlüssel bekommen“, sagt Frank Kessler, der demnächst auf Sat.1 in dem Film „Robin Hood und ich“ zu sehen ist, „wir wollten eine Begegnungsstätte schaffen, in der sich Kampfsport-Fans treffen und messen können.“ Die Idee kommt an. Viele Pro-


Promi-Boxen « „Uns ging es darum, eine neutrale Stätte für Training und Sparringskämpfe zu schaffen. Unabhängig von irgendeinem Boxstall. Eine Art Schweiz in der Kampfsportszene“, umschreibt Meinel die Idee.

« links Für das Training

nur das Beste. Hochring, Judomatten, sogar ein Käfig für das MMATraining steht im Gym.

« rechts Einen Schlagkraftmesser haben nur wenige Hochleistungszentren in Deutschland. In der Fleischfabrik ist das Gerät Standard.

« Nur einen Steinwurf vom Max-SchmelingGym in der Nähe des Olympiastadions entfernt haben Sicherheitsunternehmer Gerald Meinel und der Schauspieler Frank Kessler ihren Traum verwirklicht.

minente aus der Show- und Filmbranche bearbeiten hier die Geräte und sich gegenseitig. Doch es werden auch Kinderund Jugendkurse angeboten. „Wir sind eine echte Kampfsport-Comunity, aber ohne die alten Vorurteile. Alle, die in diesem Gym trainieren, haben den gleichen Status.“ Da spricht auch ein wenig der Robin Hood aus Kessler. Denn ein kommerzielles Interesse besteht nicht. „Dass das Training hier kostenfrei ist, gehört zur Grundidee.“ Der Schauspieler kam als junger Mann zum Kampfsport. „Mit 18 habe ich mit Taekwondo begonnen. Das machte großen Spaß und schnell stieg ich auf bis in

„Wenn ich morgens durch die Fleischfabrik gehe und alles ist ordentlich und sauber, dann bin ich wirklich glücklich.“ die Nationalmannschaft“, sagt Kessler nicht ohne Stolz. In den neunziger Jahren erlebte besonders das Kickboxen eine frühe Blüte in Deutschland, die alteingesessene Box-Gyms erfasste, und für eine Vielzahl an Neugründungen sorgte. Kessler: „Aber Gyms und Kampfsport überhaupt hatten immer den Makel durch die Nähe zu Milieu und Kriminalität. Das hat

mich damals schon unheimlich gestört. Als ob nur Türsteher und Ganoven dort trainieren würden.“ Sein Partner Gerald Meinel ist der Kampfsportszene seit vielen Jahren verbunden. Er veranstaltete mit großem Erfolg die Nacht der Acht, einen der absoluten Höhepunkte im MMA-Kalender. Hauptberuflich ist Meinel Chef einer Sicherheits-Firma. In Kessler hat der Berliner einen kongenialen Partner gefunden. Seit ihrer Jugend kennen sich die beiden, nun haben sie das erste Projekt verwirklicht. „Als wir die Räumlichkeiten hier sahen, stand unser Entschluss schnell fest.“ Unter kampfsportbegeisterten Promis, speziell denen aus der Film- und TVSzene, genießt die Fleischfabrik einen ähnlichen Status wie das Soho-Haus für die Kunstszene der Hauptstadt. „Das hat wahrscheinlich damit zu tun, weil hier alles privat ist. Wir machen keine Werbung, sind ja auch kein kommerzielles Unternehmen. Das sorgt für gute Atmosphäre“, erklärt Kessler. Das Interieur ist sorgfältig ausgewählt. Es gibt Sandsäcke in allen möglichen Variationen für alle möglichen Kampfsportzwecke. An den Wänden hängen Schlagplatten, sogar ein Schlagstärke-Messgerät. Es gibt Handschuhe und Kopfschützer, alles wirkt ausgesucht und sauber. Meinel: „Wie die Leute mit den Geräten umgehen, daran erkennt man, wie viel Respekt sie haben. Und Respekt ist wichtig, besonders im Kampfsport.“ Wer sich nicht ordentlich benimmt, hat in der Fleischfabrik keine Zukunft. „Nur so funktioniert es. Respekt ist die Grundlage einer funktionierenden Gruppe“, sagt Meinel. Dass seine Philosophie stark von den Werten der asiatischen Kampfsportarten geprägt ist, kann und will er nicht verhehlen. Kessler und Meinel sind sich bewusst, dass der Kult um die Fleischfabrik auch gut zu vermarkten wäre. Doch in dieser Beziehung wollen sie nicht weich werden. „Wir wollten einen Treffpunkt kreieren, wo sich Leute, die Kampfsport zu ihrem Hobby gemacht haben, sich wohlfühlen. Und das ist uns ganz gut gelungen“, sagt Kessler. Und Meinel fügt hinzu: „Wenn ich morgens durch die Fleischfabrik gehe und alles ist ordentlich und sauber, dann bin ich wirklich glücklich.“ ¡ _Text Jule Masson _Fotos Daniel Hiller

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leserbrieFe

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ZUR TITElSTORY „IRON MIKE“ aUS HEFT 08/2013 Jürgen Hauser, Boxing Ravensburg e. V.: Wer der beste Schwergewichtler aller Zeiten ist, ist keine Frage der quantitativen Abstimmung sondern einer objektiven Beurteilung – oder wollt ihr einen Eurovision Songcontest des Boxens? Wer um Alis Kämpfe erst gegen Sonny Liston, aber noch mehr gegen Joe Frazier und vor allem gegen den „unbesiegbaren“ George Foreman im „Rumble in the Jungle“ weiß, der kann zu keinem anderen Ergebnis kommen – oder? Was soll denn das mit Mike Tyson, okay er ist ‘ne Type, war zwar absolut bissig. Er hat sich das Bad-Boy-Image geschaffen, reicht aber weder bei der Persönlichkeit, dem Charisma noch von den boxerischen Fähigkeiten an Ali heran. Auch nicht an Lennox Lewis.

142 boxen HeUTe | 09/2013

Harry Hirsch (37), Zittau: Bedenkt man seine vielen K.o.-Siege gegen unterklassige Gegner innerhalb kürzester Zeit (15 K.o.-Siege in 1 Jahr), überhaupt seine kurze Regentschaft von 3 Jahren, in denen es keine wirklich ernstzunehmenden Gegner gab und in die auch z. T. die ruhmlosen Siege gegen Frank Bruno und Larry Holmes fallen, als auch seine schmachvollen Niederlagen gegen James Buster Douglas noch vor der Gefängniszeit und danach gegen Evander Holyfield – da vergleicht man Fiat mit Ferrari, Selters mit Champagner, den Pfänder mit dem Mont Blanc ...

Rene Lindner, Leipzig: Der von ihren Redakteuren so glorifizierte Mike Tyson soll der beste Boxer aller Zeiten sein. Wenn sie diese Aussage ernst meine, bin ich ein wenig enttäuscht von der Fachkompetenz des entsprechenden Redakteurs. Unabhängig davon, wen man als besten aller Zeiten bezeichnen will,

stelle ich ihnen folgende Frage: Welche Gegner von Rang und Namen gab es denn zu Tysons Zeiten, die er in Grund und Boden geboxt hat? Also aus meiner Sicht waren die damaligen Gegner nicht besser als die der Klitschkos heute. Okay, bis auf Holyfield und Lewis. Und ausgerechnet die beiden haben „Iron Mike“ gnadenlos entzaubert.

Martin Meyer (47), Hamburg: Ich glaube, es gibt nicht den, sondern nur die größten Boxer aller Zeiten. Da gehört Tyson zweifellos dazu. Was die Frage nach der Legende betrifft, liegen Sie leider falsch. Mike Tyson ist DIE lebende Legende im Boxen. Jeder kennt ihn, auch wenn viele ihn nur als Schläger sehen. Fragen Sie mal auf der Straße nach Floyd Mayweather...

Horst Caesar (52), Hoppegarten: Kein Zweifel, der junge Iron-Mike war ein mörderisch aggressiver Bursche, ein Killer

im Ring. Gegen Tyson wirken selbst Liston oder Foreman beinahe harmlos. Aber Muhammad Ali, Joe Louis, Rocky Marciano und vielleicht auch Joe Frazier stehen in der Hall of Fame über ihm.

Schreib uns Deine Meinung: WSMedien GmbH BOXEN HEUTE Leserbriefe Bertolt-Brecht-Allee 22 01309 Dresden per Fax: +49 (0)351 3153350 per E-Mail: info@boxen-heute.de


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