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24  Abbildung 7.3: Gedichte von Marc Susan in Emigre Nr. 1.

Eine Stelle, an der keine Kosten gespart werden, sind die oft wechselnden Papiersorten und das überdimensionale Format des Hefts25 – auch hier steht Hard Werken Pate. Im amerikanischen Einzelhandel, an den die 500 Exemplare der ersten Ausgabe ausgeliefert werden, kämpft Emigre vor allen Dingen mit Andy Warhols Magazin »Interview« um Aufmerksamkeit, das zu diesem Zeitpunkt die gleichen Maße besitzt.26 Das Format von Emigre ist keine Nebensache, nicht nur, weil es sich beim Lesen des Magazins materiellen Respekt verschafft und mit gängigen Magazinformaten bricht, sondern weil es schon in der ersten Ausgabe Raum schafft, Schrift enorm zu vergrößern und so in ihrer mikrotypografischen Beschaffenheit sichtbar zu machen (Abb. 7.3). Bei allen Abbildungen, die hier von frühen Emigre-Seiten dargestellt sind, muss immer klar sein, dass diese den Blick durch das typografische Mikroskop des Tabloid-ExtraFormats nur erahnen lassen.

Störungen in der digitalen Typografie  —  89

24 Aus: Marc Susan: »Poetry«,

in: Emigre 1 (1984), S. 26–30, hier S. 28f.

25 11,5 x 17 inch, also

etwa 29 x 43 cm.

A4

26 Vgl. Emigre 69 – The

End (2005), S. 15.

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Widerspenstige Drucksachen  

Störung und Diagrammatik in der digitalen Typografie 1985-1995

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