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57  Abbildung 6.8: Mittelhessischer Partybericht aus Frontpage Nr. 10 (1993).

Gerichtetheit – wenn man Sibylle Krämer glauben will, eine notwendige Bedingung des Diagrammatischen58– setzt allerdings nicht erst in der Zeile an: Die Zeile, die ja durchaus nicht gradlinig geformt sein muss, ist selbst schon das Produkt mikrotypografischer Gerichtetheiten, die bis in die kleinsten Teile der Schrift zurückzuverfolgen sind: Buchstaben tragen zumindest in vielen Fällen noch die dynamische Bewegungslogik der Schreibfeder in sich oder realisieren ihre Gerichtetheit beispielsweise durch subtile Neigung,59 extreme Betonung der Horizontalen in der Formgestaltung – wie etwa in der Helvetica – oder durch Serifen.60 Letztendlich ist die Gerichtetheit der Zeile aber auch immer ein Produkt der Leserichtung als diagrammatischer Konvention.

Ikonizität und Diagrammatik  —  73

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Aus: Rüdiger K.: »Marburg Gießen Burgsolms«, in: Frontpage 10 (1993), S. 23.

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Widerspenstige Drucksachen  

Störung und Diagrammatik in der digitalen Typografie 1985-1995

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