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 Abbildung 6.6: Ausschnitt aus einer Rezension des Albums »20 Golden Showers« der 52 Band Bubonique in Ray Gun Nr. 10.

beteiligten Entitäten und damit auf bildlicher Ikonizität. Hier wiederholt sich das Grundprinzip der peirceschen Kategorien, in denen Zweitheit stets auf Erstheit aufbaut. Wie mikrotypografische Ähnlichkeit diagrammatische Relationen aufbaut, zeigt auch Abbildung 6.6, die ebenfalls aus Ray Gun stammt. Der Satz »Juvenile and unlistenable, obscene and hilarious« wird nicht von der Gerichtetheit einer konventionellen Zeile zusammengehalten: Die horizontale Leserichtung ist nicht klar definiert, nur die Abfolge von Oben und Unten bleibt erhalten. Was die Worte neben dieser Konvention westlicher Schrift zusammenhält, ist aber vor allen Dingen ihre mikrotypografische Verwandtschaft. Dass dieses Prinzip nicht nur auf der Ebene der Mikrotypografie greift, zeigt FUSE Nr. 2, in der zwei verschiedene Papiersorten (ein hochweißes gestrichenes und ein Packpapier) zwei unabhängige Kontinuitäten durch das Heft schaffen: Auf der Ebene des weißen Papiers wird in zwei Essays dem Thema der Rune nachgegangen, das Packpapier stellt die der Ausgabe beiliegenden Schriften vor.53 Bedingt durch die Bindung folgen dabei nicht alle Packpapierseiten aufeinander, sondern sind durch eine

Ikonizität und Diagrammatik  —  69

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Aus: Michael Krugman: »Bubonique. 20 Golden Showers«, in: Ray Gun 10 (1993), S. 78.

53 Vgl. Jon Wozencroft:

»Wind Blasted Trees: A Short History of Runes«, in: FUSE 2 (1991), S. 2–5.

Profile for Björn Ganslandt

Widerspenstige Drucksachen  

Störung und Diagrammatik in der digitalen Typografie 1985-1995

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