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33 In der Beschreibung von

Alphabet heißt es dazu in einer deutlich poststrukturalistisch motivierten Aussage: »Language is a system and as such lays itself open to be smashed«, Paul Elliman: »Alphabet [Poster]«, in: FUSE 5 (1992).

 Abbildung 6.2: Ausschnitt aus einer von Edward Fella angestoßenen Arbeit über ein fikti34 onales Alphabet, in dessen Zentrum Variationen des Buchstabens »A« stehen.

(2) Störung, die ihren Ursprung nicht in der Form selbst hat, sondern inter- oder intramedial von anderer Stelle ausgeht. Auch hier bietet sich Abbildung 6.2 als Beispiel an, denn in der Spalte neben den A-Collagen wird ein fiktionales Narrativ über die Geschichte des »A« entworfen. Die Grundannahme des Narrativs ist dabei, dass eine postapokalyptische Gesellschaft gezwungen ist, eine neue Sprache aus den Trümmern der westlichen Gesellschaft zu entwickeln. Der Stein von Rosette dieser Sprachgenese ist dabei ein fiktionales Fragment über die Formgeschichte des »A«.35 Das Narrativ des atmenden »A«, welches hier entworfen wird, wirkt wiederum transkriptiv in die Formen der abgebildeten »A« hinein und arbeitet ikonische Zusammenhänge wie die Gesichtsformen aus den Entwürfen heraus. Der springende Punkt ist hierbei, dass es nebensächlich ist, ob eine paläografische Behauptung zu Ikonizität wissenschaftlich fundiert oder frei erfunden ist, sie besitzt in jedem Fall die Macht, Schrift

Ikonizität und Diagrammatik  —  63

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Aus: Brian Schorn: »Breathing through the Body of A. A Typographical Approach for the Future«, in: Emigre 32 (1994), S. 15–20, hier S. 17. 35 Vgl. ebd., S. 20.

Profile for Björn Ganslandt

Widerspenstige Drucksachen  

Störung und Diagrammatik in der digitalen Typografie 1985-1995

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