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sein symbolischer Gehalt unabdingbar, um die vollständige Transkription durchzuführen und an der Buchstabenfolge »Variex« spezifische, im Text explizierte, Aspekte sichtbar zu machen. Wie sich gezeigt hat, verbindet die beiden Formen von Störung gerade zeichentheoretisch sehr viel, auch wenn sie in gewisser Weise ihre Gerichtetheit unterscheidet. Auch ihr Bezug zu Materialität scheint unterschiedlich. Während die zweite Form von Störung tendenziell zeigt, wie Materialität durch inferentielle Einflussnahme neu konstituiert wird, wird an der ersten Form von Störung eher die Widerständigkeit des Materiellen selbst deutlich. Diesem Eindruck zum Trotz sind aber stets beide Aspekte am Werk: Auch der inferentiellen Einschreibung – die in sich nicht immateriell operiert – steht keine wehrlose Substanz gegenüber, und die Widerständigkeit der Materialität in der Performanz findet nicht durch essentialistische Kanäle zum Beobachter, sondern ist genauso abduktionsgeleiteter Verarbeitung unterzogen wie jede andere Wahrnehmung. Das Gegenteil zu behaupten, hieße, wieder eine cartesianische Dichotomie einzuziehen. Im folgenden Kapitel soll nun aber eine andere Dichotomie beleuchtet werden, die zwischen Bild und Wort.

Indexikalität und Störung  —  51

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Widerspenstige Drucksachen  

Störung und Diagrammatik in der digitalen Typografie 1985-1995

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