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und muss dementsprechend auch in seinem Objektbezug bestimmt sein. Im Gegensatz zum Rhema, das durch seine Unterbestimmtheit kaum Informationen zu einem Objekt liefert,24 wird hier klar die Farbigkeit des Hundes herausgearbeitet. Das Dicent bildet durch seine Wahrheitsfähigkeit die Grundlage für den rationalen Aufbau von logischen Argumenten. Hier wird gemäß der kategorialen Logik nicht die Existenz des Objekts, sondern seine Gesetzmäßigkeit und damit sein Zeichencharakter herausgearbeitet.25 Das Argument bildet somit den Ausgangspunkt für inferentielle Logik, die wiederum den Motor bildet, der die Interpretanten-Kette weiterdreht. Als Grundformen des logischen Schließens unterscheidet Peirce hierbei drei Formen: Deduktion, Induktion und Abduktion. Diese Formen des Schließens sind sehr eng mit der Frage nach Diagrammatik verknüpft, deshalb sollen sie hier kurz eingeführt werden. Deduktion beschreibt notwendige Schlüsse in der Form, dass sie bereits in einer Proposition angelegte Informationen herausarbeiten. Hier ist der Zusammenhang zum Diagramm beinahe unumgänglich, da Peirce mit den »Existential Graphs« ein grafisches Kalkül eingeführt hat, um Formen der Deduktion zu veranschaulichen.26 Logisch gefasst beschreibt Deduktion die Anwendung einer Regel auf einen Fall, die dann zu einem Ergebnis führt. Induktion dreht diesen Zusammenhang um und generiert eine Regel aus dem Zusammenhang von Fall und Ergebnis. Damit verallgemeinert die Induktion auf Fälle, die nicht direkt beobachtet werden, und ist somit keine Form des notwendigen Schließens.27 Die Verallgemeinerung durch Beobachtung, die in der Induktion geleistet wird, bedingt, dass diese eng mit der Verifikation von Hypothesen verbunden ist28 – Hypothesen, die allerdings selbst nicht der Induktion entstammen, sondern Resultat von Abduktion sind. Dort, wo Induktion auf Phänomene trifft, die bestehenden Hypothesen widersprechen, braucht es neue oder zumindest revidierte Hypothesen. Diese Hypothesenschöpfung aus der Irritation der gescheiterten

20  —  Zur peirceschen Semiotik

24 Vgl. Peirce: CP, 2.250.

25 Vgl. ebd., 2.252.

26 Für mehr Informationen zu

den Existential Graphs siehe: Sun-Joo Shin: The Iconic Logic of Peirce’s Graphs, Cambridge, MA: MIT Press, 2002.

27 Vgl. Peirce: CP, 2.636. 28 Vgl. Liszka: A General

Introduction to the Semeiotic of Charles Sanders Peirce, S. 64.

Profile for Björn Ganslandt

Widerspenstige Drucksachen  

Störung und Diagrammatik in der digitalen Typografie 1985-1995

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