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Page 141

Abbildung 7.37: In Ray Gun Nr. 21 entschließt sich David Carson, einen Artikel zu Bryan Ferry komplett in Zapf Dingbats zu setzen (links). Am Ende der Ausgabe erscheint der gleiche Text allerdings im Klartext (rechts). Die letzte Seite in Ray Gun bietet normalerwei159 se Raum für Illustrationen oder Fotografien, die im Heft keinen Platz gefunden haben.

Absatz kann deshalb nicht einfach als illustratives Element abgetan werden, dessen symbolisch-lexikalischer Gehalt völlig nebensächlich ist. Um den Text als Ganzes zu erfassen, ist es nötig, die Grenzen der Störung am oberen und unteren Ende des Absatzes zu erproben und den Überschneidungen Worte abzuringen. Der Anfang des Absatzes ist deshalb wichtig, weil hier der Titel des Artikels von der Überlagerung ergriffen wird. Der Artikel ist damit ein klares Beispiel für die Auflösung klassischer Informationshierarchien und gleichzeitig für einen Willen zum Experiment, der sich nicht nur auf Headlines bezieht, sondern in den Text hineinragt. Hier besteht laut Carson auch der wesentliche Unterschied zu vorangehenden Experimenten im Editorial Design:

With Beach Culture we experimented primarily with titles, and with Ray Gun it’s been more the body copy.160 Dieser Wille, auch im Fließtext die Grenzen der Störung zu erkunden, leitet sich auch von einer gewissen Geringschätzung Carsons gegenüber

Störungen in der digitalen Typografie  —  137

159 Aus: Anita Sarko: »Bryan

Ferry«, in: Ray Gun 21 (1994), S. 50–51, 78.

160 Emigre 27 – David

Carson (1993), S. 27.

Profile for Björn Ganslandt

Widerspenstige Drucksachen  

Störung und Diagrammatik in der digitalen Typografie 1985-1995

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Störung und Diagrammatik in der digitalen Typografie 1985-1995

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