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BIX2013 Der Bibliotheksindex ein Sonderheft von b.i.t.online

Lesen lernen leicht gemacht Bibliotheksangebote für Erwachsene mit Lese­schwäche in den N ­ iederlanden  Seite 20

Vorfahrt für ­die elektronischen Medien Die Erwerbungsstrategie der RWTH Aachen

Seite 37

Bibliothek trifft Kunst Das Projekt “The End(s) of the Library” des Goethe-Instituts New York  Seite 56

„In Bibliotheken finde ich Inspiration“ Ralph Caspers im Interview | Seite 6 Ein Sonderheft von

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Grußwort

Ein Wort vorab

Bibliotheken heute Liebe Leserin, lieber Leser, der Prozess der Digitalisierung fast aller Lebensbereiche hat längst auch die Bibliotheken erreicht. Und die Bibliotheken beanspruchen ihren Platz in der im Entstehen begriffenen digitalen Welt. Dabei lassen sie sich wenig davon irritieren, dass gerade mal wieder der „Untergang des Abendlandes“ – insbesondere der Untergang der Welt der gedruckten Bücher und damit der Bibliotheken – beklagt wird. Blickt man auf den aktuellen Alltag der Bibliotheken in den Kommunen und in den Hochschulen – dies sind nach wie vor die Haupttypen von Bibliotheken – hat man den Eindruck, dass diese Diskussion über das Verschwinden der Bibliotheken im digitalen Orkus ohnehin eher theoretischen Charakter hat. So hat der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Staatsminister Bernd Neumann, bei einem kulturpolitischen Kongress im Jahr 2011 einigermaßen überrascht festgestellt, dass es gegenwärtig nicht so aussieht, als ob die neuen digitalen Formate „die gute alte analoge Bibliothek verdrängen würden“. Eher treffe das Gegenteil zu: Es gebe „geradezu einen Bibliotheksboom“. Tatsächlich: In seinem seit 2010 jährlich vorgestellten „Bericht zur Lage der Bibliotheken“ kann der Deutsche Bibliotheksverband (dbv) seither von steigenden Besucherzahlen berichten. Trotzdem werden gerade die Universitäts- und Hochschulbibliotheken besonders stark vom Trend zur Digitalisierung ihrer Angebote erfasst. Mittlerweile geben sie fast 40% ihres Medienetats für elektronische Medien aus. In den Hochschulbibliotheken wird zudem diskutiert, dass gerade die immer größere Ausmaße einnehmende Bereitstellung digitaler Inhalte unabhängig vom Ort – also vom Gebäude – der Bibliothek und von ihren Öffnungszeiten die ­Funktion der Bibliothek als zentraler Lern- und Arbeitsort auf dem Campus stark verändert. Diese Entwicklung thematisiert auch Stefan Bastian von der Hochschulbibliothek der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen in seinem Beitrag in diesem Heft.

BIX für wissenschaftliche Bibliotheken und seitdem gibt es auch die Kennzahl, die den Anteil der Ausgaben für elektronische Bestände an den Erwerbungsausgaben beschreibt. Dies gibt die Ausgabenseite der Bibliothek wieder. Zugleich wird – neben der Anzahl der physischen Bibliotheksbesuche – auch die Anzahl der virtuellen Besuche erfasst. Zu diesem Zweck wurde ab 2008 ein Zählpixel in die entsprechenden Internetseiten der BIX-Teilnehmerbibliotheken implementiert, das die Besuche auf bestimmten Internetseiten dokumentiert und das seit 2011 allen Bibliotheken, die an der Deutschen Bibliotheksstatistik teilnehmen, zur Verfügung steht. Die Ergebnisse zeigen, dass sich die physischen und virtuellen Bibliotheksbesuche derzeit ungefähr die Waage halten. Hier wird deutlich, was Bibliotheken heute sind: sowohl in der analogen als auch in der digitalen Welt verankerte Orte des Wissens. Dr. Frank Simon-Ritz Direktor der Universitätsbibliothek der Bauhaus-Universität Weimar und Vorsitzender des Deutschen Bibliotheksverbands

Der BIX bietet seit vielen Jahren präzise Einblicke in die konkreten Entwicklungen in den Universitätsund Hochschulbibliotheken. Seit 2004 gibt es den

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Inhalt 01 Bibliotheken heute Grußwort des Deutschen ­Bibliotheksverbands e.V. (dbv) 05 Editorial 06 „In Bibliotheken finde ich Inspiration“ Der Fernsehmoderator Ralph Caspers im Interview BIX-Bibliotheksindex – der Leistungsvergleich 2013 09 BIX 2013: Ergebnisse und Entwicklungen Kulturelle Bildung 14 Fünf Fragen an… Rolf Hapel 16 Wenn Autoren aus dem Nähkästchen plaudern Das Stadtschreiber-Stipendium der Stadt Mannheim 20 Lesen lernen leicht gemacht Bibliotheksangebote für Erwachsene mit Leseschwäche in den Niederlanden Impressum b.i.t.online Sonderheft 2013: BIX. Der Bibliotheksindex In Zusammenarbeit mit dem ­Deutschen Bibliotheksverband Herausgeber Dinges & Frick GmbH Redaktion Kathrin Hartmann Shirley Mc Leod Unter Mitarbeit von Dr. Frank Simon-Ritz Barbara Schleihagen Hella Klauser Maiken Hagemeister Martina Rauch Roland Koch Objektleitung Erwin König koenig@b-i-t-online.de Gestaltungskonzept Franziska Loh Satz Ursula Cicconi Dinges & Frick GmbH Titelbild Ralph Caspers / Johannes Haas Verlag und Druck Dinges & Frick GmbH b.i.t.online, Greifstraße 4 65199 Wiesbaden

23 Best Practice – hervorragende BIX-Teilnehmer stellen sich vor E-Medien 32 Fünf Fragen an… Robert Darnton 34 Die Kunst des Klicks Digital Literacy 2.0 in der Bibliothek 37 Vorfahrt für die elektronischen Medien Die Erwerbungsstrategie der RWTH Aachen 41 Wie die Bibliothek laufen lernt Die Deutsche Digitale Bibliothek aus der Sicht des Films Zukunft der Bibliotheken 45 Architektur ist Kulturgut Appell des Deutschen Kulturrates 48 Zwischen Tradition und Moderne Der neue Allgemeine Lesesaal Unter den Linden der Staatsbibliothek zu Berlin 51 Öffentliche Bibliotheken 2020 Schaffung stärkerer Gemeinschaften in der EU 56 Bibliothek trifft Kunst Das Projekt “The End(s) of the Library” des Goethe-Instituts New York 60 Vorausschauen bedeutet Vorsorgen Ausblick der Bertelsmann Stiftung

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Welt des Wissens. Für Ihre erfolgreich geführte Bibliothek. Kunden erwarten von Bibliotheken, dass Fachinformationen schnell und bequem verfügbar sind. Gedruckt und digital: Bücher, Zeitschriften, E-Books, Datenbanken aus dem In- und Ausland. Als einer der führenden Anbieter verbinden wir fachliche Beratung mit klassischen Bibliotheksservices und innovativen Lösungen. Ob Schweitzer Approval Plan, Ebook Library (EBL), nutzergesteuerter Erwerb (PDA) oder Lieferantendatenimport – Ihre Anforderungen an die Wissensbeschaffung werden exakt erfüllt. In nur einem Einkaufsprozess, abrufbar über ein einziges System und mit zuverlässigem Support. In 24 Städten sind wir mit unseren Fachbuchhandlungen sogar direkt vor Ort. Zudem haben Sie über unseren Webshop ständigen Zugriff auf über 18 Millionen Titel aus sämtlichen Fachgebieten und in allen Medienformen.

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Editorial

Greif nach dem Mond – verfehlst du ihn, landest du immer noch zwischen den Sternen. (Amerikanisches Sprichwort)

Das Team von BIX und Deutscher Bibliotheksstatistik: Ira Foltin, Gerhard Schamberg, ­Susanne Stirnagel, Kathrin Hartmann und Shirley Mc Leod.

Liebe Leserin, lieber Leser, frei nach diesem Sprichwort greifen im BIX 2013 280 Bibliotheken zwar nicht unbedingt nach dem Mond, aber zwischen Sternen landen sie trotzdem. Sterne als Symbol für herausragende Leistungen kennt man bei Hotel- oder Restaurantbewertungen, als Auszeichnung für herausragende Bibliotheksarbeit sind sie ein Novum, das im BIX 2012 zum ersten Mal eingeführt wurde. Im Rückblick auf das Jahr 2012 hat dieses augenfällige Zeichen ein beachtliches Medienecho hervorgerufen. Schlagzeilen wie „Mit vier Sternen im Lese-Olymp“ oder „Sterne am Bibliotheks­himmel“ lenkten die Aufmerksamkeit auf die Arbeit der jeweiligen Bibliothek vor Ort. Wissenschaftliche und öffentliche Bibliotheken nutzten die Medienwirksamkeit der goldenen BIX-Sterne für Artikel in der lokalen Presse, die überregionale Presse wandte sich an die BIX- Redaktion in Berlin oder an die Redaktion der Deutschen Bibliotheksstatistik in Köln. Auch die Reaktionen der Bibliotheken auf den neuen BIX bestätigen den eingeschlagenen Kurs. In einer Online-Befragung bewerteten die BIX-Teilnehmer den Wechsel von Ranglisten zu Leistungsgrup-

pen mit gut bis sehr gut. Sehr positiv wird vermerkt, dass die gesamten Daten der Deutschen Bibliotheksstatistik nun als Grundlage der Berechnung dienen und somit eine Erweiterung des Referenzrahmens stattgefunden hat. Eine spannende Frage des vorliegenden Heftes ist jedoch, wie sich das BIX-Rating nun im Zweijahresvergleich präsentiert. Daher laden wir Sie ein, sich auf den folgenden Seiten über die Vergabe der diesjährigen BIX-Sterne zu informieren, nicht ohne unseren Projektpartnern zu danken: Irina Plischuk und Rainer Vogt für ihre Plausibilitätskontrollen, Folkert Aust und Robert Follmer von infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft für die Berechnung des Ratings, Prof. Sebastian Mundt und Prof. Markus Hennies von der Hochschule für Medien in Stuttgart für ihre Unterstützung bei der Ermittlung der virtuellen Besuche in Bibliotheken, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Verlages Dinges & Frick und den Mitgliedern der BIX-Steuerungsgruppe. Auch sie haben in unseren Augen vier Sterne verdient. Ihre BIX- und DBS-Redaktion in Berlin und Köln

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Interv iew

„In Bibliotheken finde ich Inspiration“ Fragen Roland Koch Foto WDR/Herby Sachs

Die verständliche Vermittlung von Wissen ist das Geschäft des Fernsehmoderators Ralph Caspers. Ideen für seine Sendungen findet und entwickelt er unter anderem in Bibliotheken. Er schätzt die ruhige, konzentrierte Arbeitsatmosphäre und erlebt in ihnen mitunter Überraschungen – schöne und nicht ganz so schöne.

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Herr Caspers, Ihre Fernsehsendung „Wissen macht Ah!“ trägt den Untertitel „von Klugscheißern für Klugscheißer“. Waren Sie schon immer einer? Oh, da muss ich einen Moment überlegen, das weiß ich gar nicht so genau. Ich glaube aber eher nicht. Das kam erst so nach meiner Schulzeit. Sie waren also ein pflegeleichter Schüler? Naja. Ich mochte vor allem die Fächer Deutsch und Englisch. Da konnte man ordentlich labern, solange man gute Begründungen für die eigenen Thesen hatte. Anständige Begründungen braucht ein guter Klugscheißer ja auch. Haben Bibliotheken Ihnen da weitergeholfen? Ja, das haben sie auf jeden Fall. Ich finde, Bibliotheken sind einfach tolle Orte des Wissens. Außerdem kann man in ihnen so schön rumschlendern, ohne dass einem irgendjemand was verkaufen will. Andererseits haben sie auch pädagogische Effekte: Wenn man sich mit ihnen einlässt, muss man drauf achten, dass man seinen Kram beisammen hält. Sonst geht es einem wie mir. Ich musste neulich ordentlich Gebühren nachzahlen, weil ich vergessen hatte, meine ausgeliehenen Bücher wieder zurückzugeben. Aber Bibliotheken sind doch für die Nutzer gar nicht teuer? Nein, normalerweise nicht. Aber ich muss zugeben, ich hab ein Buch erst nach zwei Jahren wieder zurückgegeben. Das war dann doch teuer. Das passiert mir künftig aber nicht mehr. Ich habe meine Lektion gelernt. Es gibt keine genauen Angaben darüber, wann und wo Sie geboren wurden. Wissen Sie das tatsächlich nicht? Das stimmt zum Teil. Ich rede da aber nicht mehr drüber, weil meine Mutter immer darauf angesprochen wird und das möchte sie nicht mehr. Können wir aber davon ausgehen, dass Sie 1972 auf der südostasiatischen Insel Borneo geboren wurden? Ich hoffe. Wann haben Sie dann das erste Mal eine deutsche Bibliothek besucht? Das war Anfang der 80er Jahre in meiner letzten Grundschulklasse. Sie haben Bibliotheken also schon als Schüler genutzt? Ja. Ich habe sie stark genutzt, allerdings weniger, um Schulstoff nachzuholen. Ich habe mir meist Spiele oder Hörspiele ausgeliehen. Manchmal auch Bücher. Damals ging es mir aber fast aus-

schließlich ums Vergnügen. Erst später, als ich berufstätig war, habe ich entdeckt, wie nützlich sie zur zielgerichteten Recherche sein können. Das mache ich bis heute und bereite mich so zum Beispiel auf meine Sendungen vor. Was bieten Ihnen Bibliotheken denn für Ihre Arbeit als Fernseh-Moderator? Neben der unglaublichen Wissens-Fülle finde ich in Bibliotheken vor allem Inspiration. Ich gehe unheimlich gern dahin und sehe mir einfach an, was es alles gibt. Hier in Köln bin ich oft in der Stadtbibliothek zum Schmökern und Schlendern. Da kommt man ja vom Hölzchen aufs Stöckchen. Wenn ich in einem Buch blättere, dann sehe ich, was zu einem Thema noch alles in den Regalen steht. Da komme ich auf viele Ideen, die ich vorher nicht hatte. Gerade das kann ich für meine Arbeit prima gebrauchen. Je mehr Ideen ich habe, desto mehr kann ich wegstreichen und sehen, wo sich die wirklich guten Ideen verstecken. Und so kann man in Bibliotheken getrost ein bisschen Zeit verstreichen lassen, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben. Kann man also sagen, dass Sie in Bibliotheken besondere Kreativitätsphasen haben? Nö, das kann man so nicht sagen. Kreativ bin ich eigentlich an allen möglichen Orten. In Bibliotheken natürlich auch, aber nicht nur. Hier fange ich mit meinen Recherchen meist an einem bestimmten Punkt an, weil ich etwas herausfinden möchte und wenn ich dann so suche, sehe ich rechts und links natürlich noch viele andere Medien. Und so komme ich dann auf viele andere Ideen und Umsetzungen von Themen. Das bringt mich immer wieder weiter. Na ja, gut, wenn man so will, sind es auch besondere Kreativitätsphasen. Nun werden Medien ja immer öfter digital. Glauben Sie, dass Bibliotheken in diesem Umfeld noch eine Zukunft haben? Auf jeden Fall. Zum einen ist es ja so, dass je mehr digitalisiert wird, desto größer ist das Rauschen... … das was bitte? Das Rauschen, also das ungefilterte Angebot an Informationen, wird immer größer, und um da ein wichtiges Signal herauszuhören, braucht man einfach Hilfe. Ach so. In Bibliotheken wird einem jedenfalls in dieser Hinsicht viel besser geholfen, als wenn man allein zu Hause vor dem Computer sitzt. Deshalb brauchen wir heute und künftig Bibliotheken und die Experten in ihnen. Schließlich haben sie gelernt, aus der Fülle an Informationen die-

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jenigen herauszufischen, die man tatsächlich sucht. Zum anderen ist es einfach immer noch toll, wenn man ein Buch in die Hand nehmen kann. Das ist ein haptisches Vergnügen, dass digitale Medien nicht ersetzen können. Außerdem erlebt man dann mitunter Überraschungen. Manchmal finde ich Zettel, die gar nicht für mich gedacht waren. Und ich gebe zu: Ich liebe es, in Büchern zu blättern. Ich mag den Geruch, das Geräusch der Seiten beim Umblättern. Was halten Sie von der Aufenthaltsqualität in Bibliotheken? Wenn ich in Bibliotheken gehe, dann zum Arbeiten. Und dafür bieten sie sehr gute Bedingungen. Ich finde in ihnen eine ruhige, konzentrierte Atmosphäre, ich kann mich umfassend informieren, ich entdecke Neues. Das alles schätze ich sehr. Sie haben aber doch bestimmt auch Verbesserungsvorschläge? Na klar. Ich würde mir wünschen, dass der Ausleihprozess verbessert wird. Ich fänd es klasse, wenn ich mir ein Buch einfach nehmen könnte und es automatisch als ausgeliehen registriert würde, wenn ich die Bibliothek verlasse. Dazu müsste man vielleicht einfach nur einen entsprechenden Chip in die Medien integrieren. Technisch wäre das bestimmt machbar und man könnte Wartezeiten reduzieren. Hätten Sie noch andere Wünsche für die Biblio­thek der Zukunft? Ich würde mir wünschen, dass die Artikel oder Bücher, die ich mir herausgesucht habe, einfach mit einem Klick als PDF auf meinem Computer wären. Aber das bieten viele Bibliotheken doch heute schon mit ihren elektronischen AusleihAngeboten. Die Nutzer können Zeitschriften herunterladen oder DVDs oder CDs. Ja, sicher. Aber das müsste man noch viel stärker ausbauen. Dieses Angebot können sich viele Bibliotheken ja nicht leisten. Für die Nutzer wäre es aber richtig prima, wenn sie das überall hätten. Außerdem würde ich mir wünschen, dass künftig die ganze Bibliothek mit zu mir nach Hause käme, nicht nur einzelne Medien. Ich würde gern virtuell in ihnen schlendern, in Büchern blättern, mich mit Kollegen treffen. Für solche Angebote bräuchten die Bibliotheken eine deutlich bessere finanzielle Ausstattung. Schon heute reichen ihre Mittel aber oft nicht für basale Aufgaben. Woher nehmen? Ich finde, jeder Euro, der in Bibliotheken investiert wird, ist gut angelegt. Das Geld kommt uns

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Zur Person Ralph Caspers wurde geboren – so viel steht fest. Seine Grundschulzeit verbrachte Caspers in Deutschland. Nach dem Abitur, Zivildienst und diversen Praktika kam er in die Fernsehwelt. So arbeitete er zunächst als Redakteur für die Sat.1Sendung „Geh aufs Ganze!“. 1995 wurde er Moderator bei SuperRTL in der Sendung „Muuh - Das Tiermagazin“. Anschließend wechselte Caspers zum WDR. Von 1998 an moderierte er zusammen mit Shary Reeves und Tina Halverscheid den „Maus-Club“. In dieser Zeit studierte er auch an der Kunsthochschule für Medien Köln (KHM). Mit vielen Kinderformaten hatte der dreifache Vater Erfolg: „Die Sendung mit der Maus“ (ARD), „Du bist kein Werwolf“ (KI.KA) oder „Wissen macht Ah!“ (WDR) sind einige davon. Zudem ist er Autor. Einige Titel: „Scheiße sagt man nicht!: Die 100 (un)beliebtesten Elternregeln“, „Wissen macht Ah!: Klugscheißen leicht gemacht“. Für seine Arbeit wurde er vielfach ausgezeichnet: Er erhielt unter anderem den „Prix Jeunesse International“, den Kinderpreis „Emil“, den „ErichKästner-Fernsehpreis“. Im Jahr 2009 erhielt er den „Goldenen Spatzen“, 2011 den „Robert-Geisendörfer-Preis“ und 2012 den „Grimme-Preis“. Wie seine drei Kinder auch ist Ralph Caspers Mitglied in der Stadtbibliothek. Anfang März 2013 war er „Schirmherr der Nacht der Bibliotheken“ in Nordrhein-Westfalen.

ja zugute. Die öffentliche Hand könnte sich hier also ruhig stärker engagieren. Wie sah denn Ihr letzter realer Bibliotheksbesuch aus? Das war in der WDR-Bibliothek. Der Sender hat ja auch eine riesige Bibliothek. In der haben wir eine Sendung gedreht. Ich war da also gar nicht zum Lesen oder Recherchieren. Und trotzdem habe ich das ausführlich getan. Denn immer, wenn ich eine Drehpause hatte, bin ich automatisch an die Regale gegangen und habe die spannendsten Bücher entdeckt. Und wie sah ihr letzter echter Bibliotheksbesuch aus? Da habe ich mir ein sehr interessantes Buch über Haut- und Geschlechtskrankheiten ausgeliehen. Hatten Sie da ein persönliches Interesse? Nein. Das war eine Recherche.

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BIX-Bibliotheksindex – der Leistungsvergleich 2013

BIX 2013: Ergebnisse und Entwicklungen 280 Bibliotheken beteiligen sich in diesem Jahr am BIX. Nach der Umstellung der Methodik im letzten Jahr vom Ranking zum Rating unter Einbeziehung aller Bibliotheksdaten in Deutschland haben sich rund 40 Bibliotheken neu zum BIX angemeldet. Dies und die Ergebnisse der Evaluation unter den BIX-Teilnehmern zeigt: das neue Konzept Ăźberzeugt. Text Sebastian Mundt, Shirley Mc Leod Foto Gerd Altmann / pixelio.de

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BIX-Bibliotheksindex – der Leistungsvergleich 2013

Verteilung der Bibliotheken im BIX-WB 2013 Teilnehmer­ bibliotheken Baden-Württemberg 17 Bayern 7 Berlin 3 Brandenburg 3 Bremen 1 Hamburg 3 Hessen 2 Mecklenburg-Vorpommern 2 Niedersachsen 11 Nordrhein-Westfalen 6 Rheinland-Pfalz 1 Sachsen 3 Sachsen-Anhalt 2 Thüringen 4 Italien Österreich Slowakische Republik Slowenien Tschechische Republik

1 12 2 2 2

gesamt

84

BIX-Teilnahme wissenschaftliche Bibliotheken UB zweischichtig 20 UB einschichtig 34 Hochschulbibliotheken 30 gesamt 84

S

o bewerteten rund 70% der BIX-Bibliotheken, die sich im Herbst 2012 an einer Umfrage des Deutschen Bibliotheksverbandes zur neuen Methodik beteiligten, die Hinzuziehung der statistischen Daten aus der Deutschen Bibliotheksstatistik mit „sehr gut“. Durch die größere Datenbasis zur Berechnung des BIX sind die Ergebnisse noch repräsentativer, unabhängig von der Zahl der Bibliotheken, die sich zur Teilnahme entscheidet. Auch die Darstellung der Ergebnisse in Leistungsgruppen und Sternen bewerteten die antwortenden Bibliotheken zu 80% mit „sehr gut“ und „gut“. Dem überwiegenden Teil der Bibliotheken kommt also die Publikation der Resultate als Rating der Kommunikation nach außen entgegen. BIX-Teilnehmer und Ergebnisse 2013 2013 nehmen 196 Öffentliche und 84 wissenschaftliche Bibliotheken am BIX teil. Am stärksten vertreten sind dabei die Bundesländer Baden-Württemberg, Bayern und Nordrhein-Westfalen. Wie in den letzten Jahren sind die österreichischen Universitäts- und Hochschulbibliotheken mit zwölf Teilnehmern stark vertreten. Im BIX vergleichen sie ihre Leistungsdaten mit den Daten der Universitätsund Hochschulbibliotheken in Deutschland. Der Grund ist die geringe Menge der verfügbaren Daten aus Österreich. Die vorhandenen Daten reichen für die Bildung eines eigenen Referenzrahmens nicht aus. Im Fokus: elektronische Medien Katalogrecherche am Smartphone, E-Book-Bibliothek auf dem Laptop oder Kontoverlängerung vom heimischen Rechner aus – ein beträchtlicher Teil der Bibliotheksnutzung findet inzwischen virtuell statt. Das spiegelt sich auch im Angebot wider: So geben wissenschaftliche Bibliotheken im Schnitt fast 40% ihres Etats für elektronische Medien aus. Auch die Zahl Öffentlicher Bibliotheken, die in E-Medien investieren, ist in den vergangenen Jahren rasant gestiegen. Bibliotheken vollziehen damit einen kontinuierlichen Wandel hin zu stark frequentierten Lernorten, die ihren Nutzern gleichzeitig Zugang zu einem rund um die Uhr erreichbaren, stetig wachsenden Angebot hochwertiger und aktueller Medien bieten. Um diese tiefgreifenden Veränderungen sichtbar zu machen, wird im BIX die Kennzahl „virtuelle Besuche pro Nutzer“ erhoben. An dem standardisierten Messverfahren, das im Jahr 2008 für wissenschaftliche Bibliotheken im BIX eingeführt wurde, können seit 2011 alle Bibliotheken bundesweit teilnehmen. Im Jahr 2013 wird das Verfahren um zusätzliche Auswertungen und eine neue Administrationsoberfläche erweitert. Viele wissenschaftliche Bibliotheken äußern darüber hinaus den Wunsch, auch die unmittelbare Nutzung

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BIX-Bibliotheksindex – der Leistungsvergleich 2013

Verteilung der Bibliotheken im BIX-ÖB 2013

Baden-Württemberg Bayern Berlin Brandenburg

Teilnehmer­ bibliotheken 40 38 10 7

Bremen Hessen Niedersachsen Nordrhein-Westfalen Rheinland-Pfalz Saarland Sachsen Sachsen-Anhalt Schleswig-Holstein Thüringen

2 20 16 37 3 2 4 2 8 4

Österreich Schweiz

1 2

gesamt

196

Verteilung der Öffentlichen Bibliotheken auf Größenklassen über 100.000 Einwohner 50.000-100.000 Einwohner 30.000-50.000 Einwohner

49 40 41

15.000-30.000 Einwohner weniger als 15.000 Einwohner gesamt

46 20 196

der digitalen Texte in einer einheitlichen Kennzahl zu zählen – also „Downloads“ von E-Books, elektronischen Zeitschriftenartikeln und anderen Online-Medien. Bisher gibt es dafür weltweit keine zufriedenstellende Lösung. Damit diese Art der Nutzung im BIX berücksichtigt werden kann, muss eine Methode zur Erfassung vergleichbarer Daten entwickelt werden. Die Möglichkeiten und Grenzen eines solchen Verfahrens wurden im Frühjahr mit Experten aus der Bibliothekspraxis erörtert. Die bisherigen Erkenntnisse sollen in einem Testlauf mit realen Nutzungsstatistiken überprüft und ergänzt werden. Damit festigt der BIX auch seinen Ruf als inzwischen weltweit anerkannte Test- und Entwicklungsumgebung für innovative Messmethoden in der Leistungsmessung und im Ranking von Bibliotheken. Wie geht es weiter? Standardisierte Kundenbefragung Seit Herbst vergangenen Jahres laufen die Vorbereitungen für eine weitere Ergänzung des BIX, die von vielen Bibliotheken gefordert wird: einer kurzen, standardisierten Online-Kundenbefragung, mit der wesentliche Aspekte der Kundenzufriedenheit, des Lese- und Mediennutzungsverhaltens und der Wirkung von Bibliotheken ermittelt werden können. Fragebogen und Erhebungsmethode werden zurzeit in einer Version für wissenschaftliche Bibliotheken erprobt. Dabei werden Fragebögen mit unterschiedlichem Umfang und verschiedene Wege der Teilnehmeransprache an mehreren Hochschulen getestet. Vorbehaltlich der Entscheidung der BIX-Steuerungsgruppe wird die Befragung für Teilnehmer am BIX-WB ab Herbst 2013 zur Verfügung stehen, für Öffentliche Bibliotheken ein Jahr später. Weitere Informationen: www.bix-bibliotheksindex.de

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Einem Aspekt der zunehmenden Digitalisierung der Bibliotheksbestände und der Virtualisierung von bibliothekarischen Angeboten widmet sich die ausgezeichnete Masterarbeit von Janin Taubert „Absentia in praesentia? Zur Präsentation und Vermittlung digitaler Medien im physischen Raum” (Humboldt-Universität Berlin). Bei der Betrachtung von Bibliotheken als physischen Räumen wird derzeit häufig deren Rolle als Lernort, kulturellem oder sozialem Treffpunkt betont. Angebotene digitale Medien werden noch eher als Ergänzung des primär physischen Bestandes aufgefasst bei offener Fragestellung, wie diese in den Räumlichkeiten der Bibliothek präsentiert und vermittelt werden können und noch weitergehend, ob überhaupt die Notwendigkeit einer solchen Präsentation im Raum der Bibliothek besteht. In der Masterarbeit wird nun erstmalig im deutsche Raum untersucht, welche Ideen, Trends zur E-Medien-Präsentation in Bibliotheken genutzt werden. Resümierend wird festgehalten, dass beispielsweise die Präsentation mittels QR-Codes als notwendige, langfristige und zukünftig an Bedeutung gewinnende Aufgabe der Bibliothek gesehen wird. Weniger wird die Visualisierung von per definitionem nicht Wahrnehmbaren als Anachronismus eingeschätzt. Für die Darbietung in den Räumen der Bibliothek spricht deren damit verbundene Positionierung als innovative, moderne Einrichtung, die Sichtbarmachung der Bibliotheksarbeit im digitalen Informationsraum. Zukunftsmusik stellen darüber hinausgehende bislang nicht realisierte Möglichkeiten des Vor-Ort-Zugriffs auf den digitalen Content beispielsweise mittels Downloadstationen dar.

Herausgegeben von

Verlag Dinges & Frick GmbH, Wiesbaden

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ISBN 978-3-934997-49-3

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Tiefenschaerfe Absentia in Praesentia? gehen // sehen verstehen Zur Präsentation und //Vermittlung digitaler Medien im physischen Raum.

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Bestandsaufnahme und Entwicklungsmöglichkeiten

© Hochschule Aalen

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In einer Bestandsaufnahme werden exemplarisch bestehende Programme und Aktionen gesammelt und kategorisiert. Im Anschluss werden Entwicklungsmöglichkeiten sowie mögliche neue Ansatzpunkte untersucht. Grundlage hierfür sind überwiegend Anregungen aus dem musealen Bereich.

Jennifer Lucas

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Kulturvermittlung an Wissenschaftlichen Bibliotheken –

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und erfahrbar zu machen. Im konkreten Zusammenhang sind das alle Möglichkeiten, die Bibliotheken anwenden, um ihren historischen

Bachelorarbeit an der HAW Hamburg Bestand der Öffentlichkeit vorzustellen und zu veranschaulichen.

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Kulturvermittlung an Wissenschaftlichen Bibliotheken in Deutschland Die Bibliothek als Ort stattfindet bzw. welches Potenzial sich daraus ergibt. Der Begriff Kulturvermittlung ist als Mittel zu verstehen, Kulturgut zugänglich der interkulturellen Begegnung

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insbesondere die externe Kommunikation des en zu einer geeigneten Ansprache der Zielgruppe nikationskanäle und Multiplikatoren entwickelt f eine abschließende Untersuchung der Finanfolgt eine Schlussbetrachtung.

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ISBN 978-3-934997-47-9, 2013, Brosch., 202 Seiten, teilweise farbig, € 29,50

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Bereich 1 – Informieren und Lernen

Der Besucher wird im Eingangsbereich von der ersten Multitouchwand begrüßt und mit den Funktionen und den Möglichkeiten der Bibliothek vertraut gemacht. Tipps und Tricks zum richtigen Recherchieren können spielerisch und leicht verständlich in Text- und Videobeiträgen, durch das Berühren der Oberfläche aufgerufen werden. Ein von Bibliothekaren besetzter Infopoint, bietet dem Besucher zusätzlich die Möglichkeit einer persönlichen Beratung.

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Bereich 3

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Bereich 2 - Recherchieren und Auswählen

Bereich 3 – Arbeiten und Vertiefen

Die zweite Multitouchwand bietet dem Besucher eine Rechercheoberfläche und einen Medien übergreifenden Überblick über die verschiedenen Quellen zu seiner Suche. Hier ist es möglich im Audio-, Video- und Textbereich zu stöbern, um dann seine ausgewählten Suchresultate im Bereich 3 zum Abrufen bereit zulegen. Ebenfalls ist dieser Bereich ein Ort der Kommunikation. Hier kann man sich mit Freunden und anderen Besuchern austauschen.

Im letzten Bereich werden den Besuchern die Rechercheergebnisse aus Bereich 2 zur Verfügung gestellt. Im Mittelpunkt steht dabei die Bücherwand. An Sitzmodulen mit ausziehbaren Multitouch Tablets können digitale Informationen abgerufen werden. Des Weiteren dienen die Sitzmodule als Rückzusgsort und bieten den Besuchern die Möglichkeit sich in ihre Recherche zu vertiefen.

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ISBN 978-3-934997-48-6, 2013, Brosch., 120 Seiten, teilweise farbig, € 24,50

ISBN 978-3-934997-49-3, 2013, Brosch., 180 Seiten, teilweise farbig, € 29,50

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Ausleihe ruckzuck!

Einem Aspekt der zunehmenden Digitalisierung der Bibliotheksbestände und der Virtualisierung von bibliothekarischen Angeboten widmet sich die ausgezeichnete Masterarbeit von Janin Taubert „Absentia in praesentia? Zur Präsentation und Vermittlung digitaler Medien im physischen Raum“ (HumboldtUniversität Berlin). Bei der Betrachtung von Bibliotheken als physischen Räumen wird derzeit häufig deren Rolle als Lernort, kulturellem oder sozialem Treffpunkt betont. Angebotene digitale Medien werden noch eher als Ergänzung des primär physischen Bestandes aufgefasst bei offener Fragestellung, wie diese in den Räumlichkeiten der Bibliothek präsentiert und vermittelt werden können und noch weitergehend, ob überhaupt die Notwendigkeit einer solchen Präsentation im Raum der Bibliothek besteht. Einfach, schnell und reibungslos – so läuft Medienverbuchung mit den In der Masterarbeit RFID-Lösungen wird nun erstmalig im deutsche Raum untersucht, welche Ideen, Trends zur E-Medienvon EasyCheck. Und bequem: Der Selbstverbucher Präsentation in Bibliotheken genutzt werden. EasyTerminal-P50 ist auf Knopfdruck höhenverstellbar. Video ansehen unter www.bit.ly/16vzqkE. Oder QR-Code mit Smartphone nutzen.

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Band 41: Jennifer Lucas – Die Bibliothek als Ort der interkulturellen Begegnung ISBN 978-3-934997-47-9, 2013, Brosch., ca. 202 Seiten, teilweise farbig, € 29,50*

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5 Fragen an … Rolf Hapel Auf der ganzen Welt arbeiten engagierte Menschen mit Leidenschaft für Bibliotheken. Wir möchten wissen, was sie bewegt. Fragen Hella Klauser, Shirley Mc Leod Foto Simon Jeppesen

So klein die dänische Stadt Aarhus auch sein mag, in der Bibliothekswelt ist sie längst zu einem Synonym innovativer Angebote und Einbeziehung der Nutzerinteressen und Meinungen in Bibliotheksentwicklungen geworden. Ende 2014 soll der spektakuläre Neubau der öffentlichen Bibliothek in Aarhus eröffnet werden, aber bereits seit Jahren erreichen uns regelmäßig Informationen über kreative Bibliotheksarbeit aus Aarhus. Hinter diesem Konzept der ‘community-based decisions’ steht Bibliotheksdirektor Rolf Hapel. Der 1954 in Deutschland geborene Hapel arbeitete in vier Bibliotheken in Dänemark, bevor er 1994 die Leitung der Aarhus Bibliothek übernahm. Seit 2006 ist er der Direktor von “Citizens' Services and Libraries” (CSL). Sein Motto: “think relational rather than transactional.”

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Welche drei Dinge muss die Bibliothek der Zu­ kunft können? Erstens, muss sie ein breites und vielfältiges Medienangebot bereitstellen, vor allem digitale Inhalte wie eBooks, eZeitschriften und Filme. Zweitens, muss sie ein abwechslungsreiches Veranstaltungsprogramm in verschiedenen Formaten anbieten. Ich denke hier an Lern- und Bildungsprogramme, Kultur- und Literaturprogramme und „Demokratie“-Programme. Drittens, muss sie lange Öffnungszeiten anbieten und attraktive Räumlichkeiten für Workshops, Austausch und Gespräche sowie zum Lernen und Nachdenken bereitstellen.   Welche Eigenschaften muss ein Bibliothekar/ eine Bibliothekarin heute mitbringen? Er sollte Zusammenhänge erkennen können und über soziale Kompetenz verfügen. Darüber hinaus sollte er Wissen im Umgang mit digitalen Inhalten und ein Gespür für Nutzerbedürfnisse haben. Außerdem sollte er Talent für Veranstaltungsplanung haben und pädagogische Fähigkeiten mitbringen.   Was können Bibliotheken in der Informations­ gesellschaft besser als alle anderen Einrich­ tungen? Bibliotheken gehören zu den wenigen gesellschaftlichen Einrichtungen, die wirklich jedem offen stehen, unabhängig von Glaubenszugehörigkeit, politischer Überzeugung, moralischem Habitus oder finanzieller Situation. Die grundlegenden Werte des freien und gleichen Zugangs zu Information und Wissen sind in den Herzen von Bibliothekarinnen und Bibliothekaren tief verankert und haben einen festen Platz in den traditionellen Serviceangeboten.  

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4.

Die Stadt Aarhus bekommt im Jahr 2014 eine ultramoderne neue Hauptbibliothek, das „Urban Mediaspace“. Welche Idee steckt hinter die­ sem anspruchsvollen Projekt? Das Urban Mediaspace befindet sich im Hafenviertel in der Nähe des Stadtzentrums. Mit der Errichtung des Urban Mediaspace verspricht man sich eine Belebung des Stadtteils durch die Bibliotheksbesucher. Das Urban Mediaspace verfolgt folgende Philosophie: „Das Urban Mediaspace ist ein Ort, der die persönliche Entwicklung und das menschliche Miteinander ermöglicht. Erlebnisse, Lernen, Innovation, Kontemplation und Inspiration werden durch ein flexibles und planungsfähiges Gebäude gefördert, vor allem für Kinder und Familien.“ Die Bibliothek ist multifunktional: unter Berücksichtigung der Wünsche der Benutzer ist sie da für das lebenslange Lernen, die Förderung der kulturellen Vielfalt und den Austausch von Wissen. Sie bringt die Menschen zusammen – also ein echtes Gemeinschaftszentrum, eine moderne Bibliothek!

5.

Was wird Menschen im digitalen Zeitalter in Bibliotheken ziehen? Was macht Bibliotheken attraktiv? Es gibt einen großen Bedarf nach offenem, frei zugänglichem Raum zum Zusammenkommen, Lernen, Arbeiten und Nachdenken. Ein Treffpunkt, ein Ort zum Dasein, zur Inspiration! Der norwegische Bibliothekswissenschaftler Ragnar Audunson hat Bibliotheken treffend als „low intensive meeting-places“ bezeichnet. In der Bibliothek kann man sich unter Menschen aufhalten, ohne direkten Kontakt aufnehmen zu müssen. Und doch entsteht ein Gemeinschaftsgefühl. Mit der Teilnahme an Programmen und Aktivitäten z.B. in so genannten Fab Labs, Maker Spaces, Hack Labs, entsteht ein Zugehörigkeitsgefühl bei den Menschen und das erhöht die Anziehungskraft der Bibliothek. Bibliotheken müssen auf die Nutzerbedürfnisse eingehen und passende Angebote entwickeln. Wenn sie den Finger am Puls der Zeit haben und sich bewusst machen, dass beispielsweise viele Menschen sich mit dem Digitalen Wandel schwertun und mit geeigneten Programmen gegen die Probleme angehen, werden Bibliotheken relevant bleiben und neue Benutzergruppen gewinnen.

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Wenn Autoren aus dem Nähkästchen plaudern Die kleine Turmwohnung der Alten Feuerwache in Mannheim ist in diesem Jahr wieder ein Ort des Schreibens. Der junge Schriftsteller Saša Staniši´c ist hier im April eingezogen. Er ist der vierte Preisträger des Stadtschreiberstipendiums Feuergriffel. Während seines drei­ monatigen Aufenthalts hat er aber weit mehr getan, als seine neue Romanidee zu Papier zu bringen. Text Bettina Harling und Bernd Schmid-Ruhe Foto Stadtbibliothek Mannheim

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Der Autor Saša Staniši´c bei seiner Antrittslesung im April 2013. Foto Günter Buhl

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ie Aussicht hatte es dem jungen Mann vom ersten Moment an angetan. „Bei dem Panoramablick aus der Turmwohnung werde ich so was von schreiben“, sagte Saša Staniši´c im Januar. Damals wurde bekannt gegeben, dass er der diesjährige Preisträger des Feuergriffels ist, des Stadtschreiber-Stipendiums der Stadt Mannheim. Im April durfte er den Raum im Kulturzentrum Alte Feuerwache der Stadt beziehen. Drei Monate lang sollte der Autor Zeit bekommen, um an seinem neuen Roman zu arbeiten. Die Jury hatte er zuvor mit seiner Buch-Idee „Wir unterstützen mehrheitlich merkwürdige Ereignisse“ überzeugt. Doch der 1978 in Bosnien geborene Staniši´c freute sich nicht allein auf das zurückgezogene Schreiben im stillen Kämmerlein. Ein elementares Anliegen des Feuergriffel-Stipendiums ist nämlich überdies der Austausch des Preisträgers mit den jungen Menschen der Stadt. Das Projekt soll Kontakte provozieren, Autoren und Leser zusammenbringen, Dialoge starten. Für den frisch gebackenen Stadtschreiber heißt das: nicht bereits entstandene literarische Texte stehen im Vordergrund seiner Arbeit, sondern entstehende: Der Prozess ist wichtiger als das Ergebnis.

Der Feuergriffelkalender April Ausschreibung September Bewerbungsschluss November Juryentscheid Januar Pressekonferenz April Antrittslesung Juli Abschlussveranstaltung mit Preisverleihung

Deshalb fanden in den vergangenen Wochen zahlreiche Lesungen, Workshops und Schreibwerkstätten statt, bei denen der 35-Jährige in engem Kontakt zu jungen Literatur-Interessierten stand. Erstmals in der sechsjährigen Geschichte des Stipendiums gab es auch eine Fahrradtour mit Lesung. Schreiben und Lesen sollen sich in der dreimonatigen Stadtschreiberzeit einander annähern, um so den Entstehungsprozess von Literatur erfahrbar zu machen. Seit dem Jahr 2007 wird der Preis von der Stadtbibliothek Mannheim mit diesem Ziel verliehen. Die Verantwortlichen suchten damals nach Projektideen, die geeignet waren, das kulturelle Profil der Stadt zu schärfen. Bereits der erste Durchgang mit der Autorin Tamara Bach war auf Anhieb ein Erfolg, weshalb die beteiligten Einrichtungen, Personen und Sponsoren schnell übereinkamen, die Vergabe des Feuergriffels zu verstetigen. Seither wird das StadtschreiberStipendium als einziges bundesweit alle zwei Jahre an einen Kinder- oder Jugendbuchautoren vergeben. In erster Linie Kinder und Jugendliche sollen so die Möglichkeit erhalten, einen Autoren und sein Werk intensiver zu erleben als nur im Rahmen eigener Lektüre. Über den direkten kontinuierlichen Kontakt zum Schreibenden sollen sie unmittelbar und nachhaltig an Literatur herangeführt werden. Bibliotheken und Buchhandlungen sollen sie als eigene Lebenswelt erfahren. Davon wiederum erhoffen sich die Verantwortlichen ein Erlebnis mit Mehrwert: „Schülerinnen und Schüler, die selbstbestimmt und selbstbewusst ihr Lektüreprogramm auswählen und sich in Bibliotheken und Buchhandlungen bewegen als seien das ihre Wohn- und Spielzimmer, verzeichnen besondere Bildungserfolge“, meint etwa Mannheims Bildungsbürgermeisterin Dr. Ulrike Freundlieb. online

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Enge Zusammenarbeit mit Schulen Kooperationspartner der Stadtbibliothek Mannheim sind beim Feuergriffel-Projekt nicht nur Regelschulen, sondern auch sonderpädagogische Einrichtungen und Kindertagesstätten. Ein Schwerpunkt liegt auf der Zusammenarbeit mit Haupt-, Förder- und Berufsschulen. Auch die Vernetzung mit anderen Jugendprojekten ist den Initiatoren wichtig. Eine große Herausforderung stellt der Kontakt von Kindern und Jugendlichen aus Förderschulen zur Welt der Literatur dar. Im Falle einer Blindenschule beispielsweise ist ein solcher Kontakt dank des Engagements eines der Sponsoren gelungen. In anderen Fällen sollen die Kontakte noch intensiviert werden, um Kinder mit erhöhtem Förderbedarf für Literatur und den Feuergriffel zu begeistern. Aber nicht nur die jungen Leser Mannheims profitieren vom Feuergriffel-Projekt. Auch die Autoren loben den engen Kontakt mit den Lesern. Er führe zu wichtigen Impulsen fürs Schreiben. Die Autoren berichten immer wieder, wie wichtig diese Kontakte waren, um für die eigenen Themen zu recherchieren, zu lernen, wie „Mannheim tickt“ und welche Themen die Jugendlichen umtreiben. Umgekehrt trauen sich die jungen Zuhörer nach Vorlesestunden oftmals, Fragen zu stellen, die sie ohne diese Möglichkeit vielleicht nie geäußert hätten: „Warum hat ein Autor angefangen zu schreiben?“, „Was verdient man eigentlich mit dem Schreiben?“, „Ist es schwierig, Geschichten zu erfinden?“ Überdies profitiert die Stadt Mannheim auch jenseits ihrer Funktion als Ort des Stadtschreiber-Aufenthalts. Mitunter findet sie als Handlungsort Eingang in die Texte - und wird damit zum literarischen Gegenstand. Das ist freilich nicht das Hauptanliegen des Feuergriffel-Stipendiums. Die Stadt am Rhein versteht es in erster Linie als ein Projekt zur Schaffung von Bildungsgerechtigkeit. Die Stadtbibliothek spielt dabei eine zentrale Rolle und hat sich in den letzten Jahren als kommunaler Bildungspartner für die Schulen etabliert. Gerade in der Lese- und Sprachförderung ist sie aktiv, aber auch auf den Feldern der Talentförderung und im Bereich der Integration von nicht muttersprachlich deutschsprechenden Bürgern. Aus Sicht der Bibliothek ist es unerlässlich, Aktivitäten wie den Feuergriffel in die aktive Bildungsarbeit zu integrieren. Dass Mannheim damit auf einzigartige Weise seinem Auftrag kultureller Bildung nachkommt, zeigt sich auch in einer Nominierung des Feuergriffels. Im Jahr 2012 wurde das Projekt für den Preis „Kulturelle Bildung“ vom Bundesbeauftragten für Kultur und Medien vorgeschlagen. Das Stadtschreiber-Stipendium konnte den Preis zwar nicht gewinnen, doch immerhin kam es unter die zehn Finalisten.

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Die bisherigen Preisträger 2007 2009 2011 2013

Tamara Bach Antje Wagner Rike Reiniger Saša Staniši´c

Neben dem Preisgeld in Höhe von 6000 Euro erhält der Feuergriffel-Stipendiat 3000 Euro für den ­Lebensunterhalt in dieser Zeit.

In der Jury sitzen auch Jugendliche Für die Auswahl des Feuergriffel-Preisträgers ist eine achtköpfige Jury verantwortlich. Ihr gehören neben namhaften Personen der deutschen Buchszene auch lokale Akteure aus der Lese- und Sprachförderung an. Wichtig ist es dem Projektteam insbesondere, dass Jugendliche in der Jury vertreten sind. Schließlich sollen sie sich von Beginn an mit dem Projekt identifizieren und die Anliegen ihrer Generation einbringen. Das Auswahlverfahren unter den Bewerbern um das Stipendium beginnt traditionell mit der Ausschreibung. Der Rücklaufzeitraum beträgt sechs Monate. Sobald die Bewerbungen eingegangen sind, werden sie durch Mitarbeiter der Stadtbibliothek gesichtet und zu einem Paket zusammengestellt. Alle Texte werden anonymisiert, um der Jury eine möglichst unvoreingenommene Begutachtung zu ermöglichen. Neben einer Projektskizze und einem Textentwurf liegt den Bewerbungen auch ein Motivationsschreiben bei. Darauf legt das Projektteam in seiner Begutachtung großen Wert. Denn es soll Auskunft darüber geben, wie die möglichen Stipendiaten ihre Zeit in Mannheim gestalten wollen, welche Maßnahmen sie vorschlagen, um mit dem lesenden Publikum in Kontakt zu treten. Der Auswahlprozess beginnt für jede Jurorin und jeden Juror im stillen Kämmerlein mit der Lektüre. Bei den anschließenden gemeinsamen Treffen benennen sie einzelne Favoriten, unter denen schließlich der Sieger ausgewählt wird. Die bisherigen Preisträger des Feuergriffels wissen das besondere Anliegen für die Kinder- und Jugendliteratur zu schätzen. „Mit dem Feuergriffel wird in meinen Augen ein wichtiges Zeichen gesetzt: In einem Land, wo allein durch die Höhe der Dotierung von Preisen schon klargemacht wird, wo Jugendliteratur im Vergleich zur Erwachsenenliteratur steht, wird hier etwas anders und neu gemacht“, sagt Antje Wagner, die Feuergriffel-Preisträgerin des Jahres 2009. „Die InitiatorInnen des Feuergriffels beweisen nämlich, dass hier Jugendliteratur als genauso wertvoll erachtet wird wie Erwachsenenliteratur. Und das ist wirklich etwas Außergewöhnliches.“

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Der Feuergriffel ist für die Autorin eine der besten Förderungen, die man als Jugendbuchautorin bekommen kann: eine Auszeichnung, die zugleich Preis und Amt ist. Motivierender könne eine Ehrung nicht sein. „Ich selbst hatte jedenfalls, sobald ich in Mannheim angekommen war, unglaubliche Lust loszulegen. Nicht nur mit dem Schreiben, sondern eben auch mit der Arbeit als Literaturvermittlerin“, sagt Antje Wagner.

Dr. Bernd Schmid-Ruhe hat Geschichte und Germanistik studiert und an der Universität Konstanz zum ­Thema Wissensberichterstattung promoviert. Seit 2010 ist er Leiter der Stadtbibliothek Mannheim. E-Mail: bernd.schmid-ruhe@mannheim.de Bettina Harling hat Bibliothekswesen in Stuttgart studiert und arbeitet im Bereich Bibliotheks­ pädagogik der Stadtbibliothek Mannheim. E-Mail: bettina.harling@mannheim.de

Weitere Informationen: www.feuergriffel.de www.stadtbibliothek.mannheim.de

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Lesen lernen leicht gemacht Wie in anderen Ländern auch haben zahlreiche Erwachsene in den Niederlanden eine Leseschwäche. Die Öffentlichen Bibliotheken arbeiten deshalb mit Partnern vor Ort zusammen, um die Lesekompetenz dieser Bevölkerungsgruppe zu verbessern. Doch sowohl bei der Verfügbarkeit leseleichter Bücher als auch bei geeigneten Serviceangeboten bleibt noch viel zu tun. Text Lourina K. de Voogd Foto Stadtbibliothek Haarlem

4You! space der Stadtbibliothek Haarlem

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ie Buchstaben sind nur schwer zu entziffern, die Worte und Sätze, die aus ihnen gebildet werden, bleiben oft ein Rätsel. Für Menschen mit einer Leseschwäche sind schon einfache Texte eine große Herausforderung. Wie in den meisten europäischen Ländern hat auch in den Niederlanden ein erheblicher Teil der Bevölkerung dieses Problem. Den neuesten Zahlen zufolge trifft dies bei den deutschen Nachbarn auf 1,1 Millionen Einwohner im Alter zwischen 16 und 65 Jahren zu. Das entspricht etwa zehn Prozent der Bevölkerung in dieser Altersgruppe. Rechnet man die Menschen bis 74 Jahre hinzu, sind schätzungsweise sogar 1,5 Millionen Menschen betroffen. Im Vergleich mit anderen Ländern schneiden die Niederlande mit diesen Werten noch recht gut ab: Laut dem „Adult Literacy and Life Skills Survey“ belegen sie hinsichtlich Lesekompetenz und Textverständnis den vierten Platz. Dennoch gibt diese Situation einer ambitionierten Wissensgesellschaft Anlass zur Sorge. Völlige Analphabeten stellen in der niederländischen Gesellschaft mit rund 250.000 Personen zwar eine Minderheit dar. Experten erwarten jedoch, dass sich bis zum Jahr 2020 der Anteil der Bevölkerung mit schwacher Lesekompetenz auf Level 1, also dem niedrigsten Niveau, kaum verändern wird. Die meisten Personen in dieser Zielgruppe haben einen Job und Familie. Sie arbeiten in erster Linie in der Industrie, der Baubranche und der Freizeitwirtschaft. Auch Frauen ohne regelmäßige Erfahrung auf dem Arbeitsmarkt sind betroffen. In der Vergangenheit war es schwierig, diese Menschen zu erreichen, ihnen ein adäquates Weiterbildungsprogramm anzubieten. Mehrere Bildungsprogramme wurden in den Niederlanden erprobt, blieben jedoch ohne zufriedenstellende Ergebnisse. Das will das Niederländische Institut für Öffentliche Bibliotheken (SIOB) nun ändern. Es hat eine Richtlinie entwickelt, auf deren Grundlage in den kommenden Jahren geeignetes Sprach- und Informationsmaterial angeboten werden soll. Zudem will es eine verbesserte lokale und regionale Zusammenarbeit mit Partnerorganisationen sowie Unternehmen anregen. Bibliotheken sind für viele Menschen geeignete Bildungsorte Öffentliche Bibliotheken sind aus mehreren Gründen gute Partner und geeignete Orte für diese Bildungsaktivitäten: Sie sind unter anderem im ganzen Land

verbreitet und für viele Menschen in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft zugänglich. Die Besucher kommen mit ihren Kindern oder um in ihrer Freizeit Zeitschriften zu lesen oder im Internet zu surfen. Andere nutzen lokale Serviceangebote oder suchen nach einem Arbeitsplatz. Öffentliche Bibliotheken bieten auch ein anregendes Lernumfeld mit Computerarbeitsplätzen und einem umfassenden Buchbestand. Für Erwachsene mit einer Leseschwäche ist zunächst ein geeignetes Literaturangebot wichtig. Bücher für diese Zielgruppe - vor allem Belletristik und Sachbücher zu populären Themen - müssen „leseleicht“ und gleichzeitig für Erwachsene interessant sein. In den letzten Jahren wurden solche Werke zwar in zunehmendem, bisher jedoch nicht ausreichendem Maß publiziert. Darüber hinaus benötigen leseschwache Erwachsene digitales Lernmaterial, etwa zum Sprachenlernen. Auch in einem weiteren Bereich haben sich in den Niederlanden einige Verlage engagiert, die Schulbücher für die Primar- und Sekundarstufe sowie Fachbücher für den Universitätsbereich publizieren: Sie subventionieren Sprachkurse für Erwachsene im Rahmen von Integrationsmaßnahmen für Einwanderer und Flüchtlinge. Die Nachfrage nach „leseleichten“ Angeboten für Erwachsene wird in den Niederlanden in den kommenden Jahren aller Voraussicht nach weiter ansteigen. Denn das Bildungs-, Kultur- und Wissenschaftsministerium hat im Jahr 2011 eine Reihe nationaler Programme gestartet. So wurde am 8. September 2011, dem internationalen „Literacy Day“, der nationale Aktionsplan „Lesekompetenz in den Niederlanden“ vorgestellt. Er läuft von 2012 bis 2015. Ein weiteres nationales Programm ist eines der „Stiftung Lesen und Schreiben“. Es bereitet Sprachlehrer auf die Betreuung von Freiwilligen vor, die wiederum Niederländisch lernende Erwachsene in verschiedenen Situationen begleiten. Gemeinsam mit der Nationalen Unterstützungsagentur für die Erwachsenenbildung entwickelt die Stiftung auch Bücher, die den Kriterien für die unterschiedlichen Niveaus der Lesekompetenz gerecht werden. In zunehmendem Maße sind sie auch als E-Books erhältlich. Damit will man dem Trend begegnen, dass viele Nutzer Öffentlicher Bibliotheken das Lernen im Internet bevorzugen. Ein nationales Bibliothekskomitee hat zudem die Aufgabe, die Öffentlichen Bibliotheken mit ausgewählten urheberrechtlich geschützten E-Learning-Produkten für leseschwache Erwachsene zu versorgen.

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Kommunale Bibliotheksangebote Bereits vor ungefähr fünf Jahren begannen Öffentliche Bibliotheken in den Niederlanden, in ihren Räumlichkeiten spezielle Sprachservicestellen anzubieten. In den Anfangsjahren richtete sich dieses Angebot in erster Linie an Einwanderer und konzentrierte sich auf den Aufbau mehrsprachiger Bestände. Die Programme haben häufig zwei Ziele: Einwanderer sollen einerseits die Möglichkeit haben, die niederländische Sprache zu lernen. Andererseits sollen sie sich mit den Charakteristika der niederländischen Gesellschaft vertraut machen. Seit den 1990er Jahren gibt es in vielen öffentlichen Kinderbibliotheken bereits eigene Lesebereiche für die jüngsten Nutzer. Für Jugendliche werden zudem professionell gestaltete Bereiche, so genannte ‘4You!’-Bereiche, angeboten. Sie sind beispielsweise mit neuen Medien, Spielkonsolen und Multi-Touch-Tischen ausgestattet. Während Buchservices für leseschwache Erwachsene in Skandinavien und vor allem in Großbritannien weit verbreitet sind, bedurfte es in den Niederlanden intensiver Kampagnen für deren Durchsetzung in Öffentlichen Bibliotheken. Man sah die Zuständigkeit dafür eher in anderen Bildungseinrichtungen. In den vergangenen drei Jahren wurden jedoch viele Programme umgesetzt. Sie kombinieren die Bestände und digitale Angebote mit Bildungsprogrammen für diese spezielle Zielgruppe. Gleichzeitig intensivieren sie die Zusammenarbeit mit Bildungseinrichtungen und Freiwilligengruppen. Die Sprachservices für Erwachsene tragen Namen wie NL-Punkt, Reading&Writing und Language&Work Square. In diesen besonderen Servicebereichen finden sich heute Materialsammlungen für niederländische Staatsbürger mit Migrationshintergrund ebenso wie spezielles Material für Lernende, deren Muttersprache Niederländisch ist. Ein Beispiel ist „Slimme Nieuwslezer“ unter www.edia.nl. Dabei handelt es sich um einen Newsreader, der automatisch leicht lesbare Artikel zu ausgewählten Themen erstellt. Zusätzlich zu diesen Sprachservices – und mit Unterstützung des Programms „Lesekompetenz in den Niederlanden“ – organisieren die Bibliotheken spezielle Aktivitäten. Sie veranstalten Einführungen

für Erwachsenen-Lerngruppen, Vorlese- und Erzählworkshops, Kurse zur Lese- und Informationskompetenz und vieles mehr. Die Zielgruppen sind vielfältig: die allgemeine Öffentlichkeit, mehrsprachige Bevölkerungsgruppen, Einwanderer, ältere Menschen und Eltern kleiner Kinder gehören dazu. Budgetkürzungen auf regionaler Ebene sind derzeit jedoch zu einem ernsthaften Problem geworden. Die Öffentlichen Bibliotheken arbeiten deshalb wieder verstärkt mit Ehrenamtlichen zusammen und kooperieren mit Sprachinstituten und Erwachsenenbildungszentren. Fazit Als das positivste Ergebnis des Alphabetisierungsprogramms „Lesekompetenz in den Niederlanden“ wertet das SIOB die Kooperation mit Bildungs- und Wohlfahrtseinrichtungen. Gerade diese Zusammenarbeit scheint ein Schlüssel zum Erfolg in der Förderung von Lesekompetenz zu sein. Ebenso wichtig ist die Arbeit, die auf kommerzieller Basis mit privaten Sprachschulen und interessierten Unternehmen stattfindet. Ein weiteres positives Resultat des Programms ist die Kooperation im Bereich der sozialen Projektarbeit. Bibliotheken kooperieren mit Einrichtungen der Sozialen Arbeit und bieten Weiterbildungsmöglichkeiten direkt am Arbeitsplatz oder in der Öffentlichen Bibliothek an. In diesem Jahr wird das SIOB die Betreuung der Aktivitäten in Öffentlichen Bibliotheken, die im Zusammenhang mit der Förderung des lebenslangen Lernens und der Lese- und Informationskompetenz stehen, fortsetzen. Hierzu gehört auch die Weiterbildung von Bibliothekaren in verschiedenen Regionen. So soll es künftig möglich werden, noch mehr Menschen dabei zu helfen, Buchstaben, Wörter und ganze Texte ohne Schwierigkeiten zu entziffern. (Übersetzung aus dem Englischen: Maria Reinhard)

Zwei Beispiele für „leseleichte“ E-Books: De voorlezer: www.gewonetaal.nl Wir Kinder vom Bahnhof Zoo: www.gewonetaal.nl

Dr. Lourina K. de Voogd ist Referentin am Niederländischen Institut für Öffentliche Bibliotheken (SIOB). E-Mail: voogd@siob.nl

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Best Practice

BIX 2013 – Best Practice Auf den folgenden Seiten finden Sie aus jeder der acht BIX-Vergleichskategorien ein Beispiel für hervorragende Bibliotheksarbeit – von der kleinen Gemeindebibliothek bis zur Universitäts- und Landesbibliothek. Ausgewählt wurden die Portraits unter den Bibliotheken mit drei oder vier Top-Platzierungen. Alle exzellenten BIX-Teilnehmer zeigt die Deutschlandkarte.

Kartografie: Lutum+Tappert

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Best Practice Gemeindebibliothek Grünwald

Ansprechpartnerin: Gabriele Oswald Südliche Münchnerstraße 7 82031 Grünwald www.bibliothek-gruenwald.de Einwohner:  Personal in VZÄ:  Gesamtausgaben:  Medienbestand:  Medienetat:  Jahresentleihungen: Besuche:  Wochenöffnungsstunden: Anzahl der Einrichtungen:

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etzt hat der BIX bestätigt, was Kunden und Mitarbeiter schon lange wissen: Die Gemeindebibliothek Grünwald ist eine der besten des Landes Bayern und darüber hinaus. Warum das so ist, zeigt sich mit jedem spannenden Arbeitstag: •D  iese Bibliothek ist ein quirliges, buntes und lebendiges Epizentrum.

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•E  in internationales Publikum bildet die Leserschaft. •D  ank der engagierten Gemeinde kann der Medienbestand stets aktuell gehalten werden. •S  eit 18 Jahren hat die Gemeindebibliothek eine kontinuierliche und kompetente Leitung. •E  ngagement, Respekt und Authentizität zeichnen das Bibliotheks-Team aus. • J ung lernt von Alt: Die Bibliothek südlich von München war in Bayern eine der ersten Ausbildungsbibliotheken für FAMIs. •A  lt lernt von Jung: Facebook, iTunes, E-Books … Durch interne Fortbildungen aktualisieren die jungen Mitarbeiter die Medienkompetenz der älteren Kollegen – und auch die der Leser. • In den modernen Räumen der Bibliothek wird gelesen, gearbeitet, gespielt, im Internet gesurft, Kaffee getrunken, miteinander „geratscht“. Gemeinsam wurden die Bewerbungsunterlagen eines Bibliotheksnutzers ansprechend gestaltet. Jetzt arbeitet er für ein Unternehmen in der Schweiz und schickt noch immer Schokolade … •A  uch von Zuhause aus lässt sich der Service der Bibliothek nutzen – über den Online-Katalog und das Ausleihen von eBooks. •A  ußerhalb der Öffnungszeiten können die Medien über eine Blaue Box zurückgegeben werden. •E  in FSJ-ler versorgt mit dem BUCHMOBIL alle Leser, die nicht mehr selbst in die Bibliothek kommen können. •W  interspielplatz, Lesungen, Filmworkshop und vieles mehr – die hiesigen Kinder und Jugendlichen nehmen die Angebote der Bibliothek gern an ... •…  und bringen selbst etwas auf den Weg! Als Kompetenzteams bereiten die jungen Leseprofis Veranstaltungen wie ein „Star Wars“- Event vor. • L eser sponsern besondere Aktionen. Zuletzt war das die Prämie beim SommerLeseClub 2012: Eine Führung durch die Bavaria Filmstadt. •M  it monatlich wechselnden Kinovorführungen sowie zwei Kabarett-Abenden pro Jahr bietet die Bibliothek ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm.

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Bibliothek Waldmühle Soltau

Ansprechpartnerinnen: Ulrike Hennings und Anika Lüdemann Mühlenweg 4 29614 Soltau www.bibliothek-waldmuehle.de Einwohner:  Personal in VZÄ: Gesamtausgaben:  Medienbestand:  Medienetat:  Jahresentleihungen: Besuche: Wochenöffnungsstunden: Anzahl der Einrichtungen:

  

21.786 5,45 376.146 € 38.634 41.523 € 197.839 94.622 35 1

ücher und Wasser vertragen sich meistens nicht besonders gut. In der Stadt Soltau in der Lüneburger Heide sind sie sich dennoch nahe gekommen. Die alte Wassermühle, zentral am Böhmepark gelegen, wurde 1977 durch einen Um- und Neubau zur Bibliothek Waldmühle. Seitdem hat sie sich zu einem attraktiven Kultur- und Kommunikationszentrum der 22.000-Einwohner-Stadt entwickelt – und wurde 2010 als „Bibliothek mit Qualität und Siegel“ ausgezeichnet. Die Bücherei ist im modernen, mit viel Holz und Glas erstellten Neubau untergebracht. Veranstalter und Besucher zeigen sich von diesem Ambiente immer wieder angetan, etwa wenn sie den Blick aus den Fenstern in den Park genießen. In der Mitte der Bücherei befindet sich das Forum, das im Alltag 80 Sitzplätze bietet. Für größere Veranstaltungen kann deren Zahl bis auf 150 aufgestockt werden. Dort finden zahlreiche Lesungen, Konzerte oder Vorträge statt. Auf der Terrasse trinken viele Bibliotheksnutzer in der warmen Jahreszeit einen Kaffee, lesen und genießen dabei den Blick auf die Böhme. Die Soltauer Bürger schätzen auch die Lage der Bibliothek zwischen dem Schulzentrum und der Innenstadt. Als Ort der Bildung und als Informationszentrum ist sie mit ihren ca. 39.000 Medien zudem Schulbibliothek für das örtliche Gymnasium sowie Anbieter eines umfangreichen Regionalbestandes. Kooperationen mit anderen Kultur- und Bildungseinrichtungen gehören für das Team der Bibliothek zum Tagesgeschäft. Ein Arbeitsschwerpunkt ist die „Leseförderung“. So führt das Bibliotheksteam unter anderem den Juniorund Sommerleseclub durch. Mit diesen Veranstaltungen in den Sommerferien werden rund 500 Schüler von den Grund- bis zu den weiterführenden Schulen zum Lesen animiert. Im vergangenen Jahr hat sich die Bibliothek gemeinsam mit dem Verein „Mentor, die Leselernhelfer Soltau e.V.“ am bundesweiten Vorlesetag beteiligt. Am Morgen dieses Tages kamen über 800 Schüler zu Lesungen an 24 besonderen Orten. Im vergangenen Jahr haben 79 Prozent der 9- bis 11-jährigen Kinder mit Bibliotheksausweis aktiv das Angebot der Waldmühle genutzt – ein Erfolg, der die zahlreichen Aktivitäten in diesem Bereich belohnt.

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Brigitte-Reimann-Stadt­ bibliothek Hoyerswerda

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ehrere betreute Kindergruppen, die zeitgleich das Haus entdecken – das ist keine Seltenheit in der Brigitte-Reimann-Stadtbibliothek in Hoyerswerda. Neben ihnen machen Familien, Tagesmütter mit ihren Schützlingen oder unangemeldete Schulklassen die Bibliothek im Zentrum der Stadt zu einem lebendigen Ort. Statistisch spiegelt sich das wider: Mehr als 100.000 physische und virtuelle Besuche gab es im vergangenen Jahr, 300.000 Entleihungen und durchschnittlich zwei Veranstaltungen pro Öffnungstag. Obwohl die Hauptzielgruppe der Bibliothek die Familie ist, sind mit den Angeboten alle Altersgruppen angesprochen. Die 70.000 Medien bieten vom Bilderbuch über Zeitschriften bis zum Konsolenspiel einen aktuellen Bestand. Ebenso ist bei den Veranstaltungen für jede Generation etwas dabei – vom Harry-Potter-Kostümwettbewerb über den orientalischen Bauchtanz bis zum Senioren-Treff. So ist die Bibliothek eine leistungsstarke kulturelle Einrichtung sowie ein Informationsdienstleister für Hoyerswerda und die Region. All jene, deren Mobilität altersbedingt eingeschränkt ist, versorgt übrigens der Seniorenhausdienst. Zum Konzept der Bibliothek gehört es zudem, Wünsche von Pädagogen, Vereinen und Einrichtungen umzusetzen. So entsteht ein stetig wachsendes Themenangebot, das vielfältig umgesetzt wird: beim Recherchetraining, bei Elternabenden oder mit einer Spaß-und-Action-Rallye durchs ganze Haus. Das macht die Bibliothek überdies zum attraktiven Wandertagsziel für die Schulen der Stadt und des Umlandes. Einen ruhigen Platz zum Lesen finden Bibliotheksbesucher aber auch: im Fachbuchbereich der zweiten Etage. Sieben Mitarbeiter bewältigen die Herausforderungen des mitunter turbulenten Alltags. Sie geben bibliothekarische Auskünfte, organisieren Fernleihen und Schulungen, betreuen die Internetarbeitsplätze und vieles mehr. Praktikanten, FSJ-ler und Auszubil-

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Ansprechpartnerin: Heike Lehmann Dietrich-Bonhoeffer-Str. 6/7 02977 Hoyerswerda www.bibliothek-hy.de Einwohner:  Personal in VZÄ:  Gesamtausgaben:  Medienbestand:  Medienetat:  Jahresentleihungen: Besuche:  Wochenöffnungsstunden: Anzahl der Einrichtungen:

 

35.298 7,89 500.973 € 71.881 73.648 € 306.773 96.971 34 1

dende widmen sich insbesondere den neuen ­Medien. Sie betreuen die Präsentation der Stadtbibliothek im Internet und die Social-Network-Aktivitäten. Die Möglichkeiten des Internets nutzt die Bibliothek Hoyerswerda auch gemeinsam mit anderen Partnern: Zusammen mit elf weiteren Städten erfolgte gerade erst die Gründung des Onleihe-Verbundes Oberlausitz.

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Stadtbücherei Waiblingen

Ansprechpartnerin: Ute Bräuninger-Thaler Kurze Straße 24 71332 Waiblingen www.stadtbuecherei.waiblingen.de Einwohner:  Personal in VZÄ:  Gesamtausgaben:  Medienbestand: Medienetat:  Jahresentleihungen:  Besuche: Wochenöffnungsstunden:  Anzahl der Einrichtungen:

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ei es mit philosophischen Gesprächen, Fotoausstellungen oder den Treffen der jungen Schriftsteller – die Waiblinger Stadtbücherei bietet ihren Besuchern ein lebendiges, bürgernahes Forum. Inmitten der Innenstadt gelegen hat sie die besten Voraussetzungen dafür – rund 1800 Quadratmeter Fläche, die sich auf drei Etagen verteilen. So finden nicht nur die Medien einen Platz, sondern auch zahlreiche weitere Angebote. Die großzügigen Räumlichkeiten sind das Ergebnis eines dreijährigen Umbaus. Seit ihrer Wiedereröffnung am 10. April 2011 ist die barrierefreie, in frühlingshaftes Grün gekleidete Stadtbücherei ein wichtiger kultureller Treffpunkt in der Innenstadt, der rege genutzt wird. So gab es im Jahr 2012 über 600.000 Entleihungen. Die Ausleihe und Rückgabe sind für die Nutzer sehr komfortabel. Sie erfolgen über drei Selbstverbucher, einen internen und einen externen Rückgabeautomaten sowie eine Rücksortieranlage mit sieben Stationen. Durch diese Automatisierung haben die Bibliotheksmitarbeiter mehr Zeit, um sich der Information und Beratung ihrer Besucher zu widmen. Durch den Umbau konnte neben zahlreichen Computer- und Internetarbeitsplätzen auch ein Arbeitsraum für Gruppen eingerichtet werden. Ein separater Raum für circa 70 Personen und ein Zeitschriftencafé ermöglichen viele Veranstaltungen. Nach dem Motto „Kurze Beine – kurze Wege“ wird die Leseförderung sowohl im zentralen Gebäude im Marktdreieck als auch in den fünf Ortsbüchereien besonders gepflegt: mit der Aktion Lesestart in Arztpraxen, mit Krabbelgruppen, der Ausgabe von Bücherei-Führerscheinen für Vorschulkinder, mit Bilderbuchkinos, Sommerleseclubs sowie Klassenführungen und -lesungen. Alle zwei Jahre wird der „Waiblinger Kiebitz“ vergeben, ein Kindermedienpreis zum Thema Natur- und Umweltschutz. Über die „eBibliothek Rems-Murr“ stehen den Nutzern rund um die Uhr virtuelle Medien zur Verfügung. Ergänzt durch den externen Rückgabeautomaten und den Web-OPAC bietet die Bücherei damit zentrale Dienstleistungen als 24-Stunden-Service an.

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Stadtbibliothek Berlin-Lichtenberg

Ansprechpartnerin: Evelin Müller Anton-Saefkow-Platz 14 10369 Berlin www.berlin.de/ba-lichtenberg/buerger­ service/bildung/bibliothek01.html www.stadtbibliothek-berlin-lichtenberg.de Einwohner:  Personal in VZÄ:  Gesamtausgaben:  Medienbestand:  Medienetat:  Jahresentleihungen: Besuche:  Wochenöffnungsstunden: Anzahl der Einrichtungen:

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266.703 50,83 4.243.184 € 308.767 269.716 € 1.699.873 596.416 58 4

as war schon eine besondere Anerkennung, als die Anton-Saefkow-Bibliothek im Jahr 2011 die Auszeichnung erhielt. Der Titel „Bibliothek des Jahres“ zeichnete das Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Berlin-Lichtenberg aufs Treffendste aus. Zugleich war er ein Ansporn für sie, neue Ziele zu verwirklichen: In der auf zwei Etagen eingerichteten Bibliothek gibt es nun modernisierte kostenfreie Internetarbeitsplätze, einen E-BookReader-Verleih, gemütliche Lesesessel in der Zeitschriftenabteilung oder bunte Sitzkissen in der Kinderabteilung. Nicht zuletzt das Preisgeld hat dabei geholfen, diese Ideen zu verwirklichen. Attraktiv sind die insgesamt vier Stadtteilbibliotheken in Lichtenberg aber auch dank ihrer Öffnungszeiten. Werktags beispielsweise sind sie bis 19 Uhr geöffnet, die Anna-Seghers-Bibliothek sogar bis 20 Uhr. Und selbst zu späterer Stunde stehen die Häuser ihren Besuchern oft offen – bei Lesungen, Konzerten oder Informationsabenden. Moderne Bibliotheken leisten eben viel mehr als den Verleih von Medien. Sie sind Informationsdienstleister, Kultureinrichtungen, lebendige Bürgertreffpunkte. Das zeigen auch der Literaturdialog, die Leseförderung für Kindergarten- und Schulkinder, die Beratungen des Bürgeramtes oder Mietervereins. Seit einigen Monaten sind Selbstverbuchungsautomaten in den Bibliotheken in Betrieb. Sie eröffnen den Mitarbeitern Freiräume, ihre Arbeitswelt neu zu denken. So vernetzen sich die Bibliotheken mit Partnern im nachbarschaftlichen Umfeld und kooperieren mit freien Trägern. Das alles ist jedoch nicht ohne ehrenamtliche Helfer zu schaffen. Der Förderkreis der Lichtenberger Bibliotheken e.V trägt viel zum Gelingen der Projekte bei. In den neuen Medien sind die Lichtenberger Bibliotheken natürlich längst präsent. Sie bieten aktuelle Infos auf ihrer Website und können bei Facebook „gelikt“ werden. Für die Zukunft ist eine App geplant. Eine Bibliothek hat heute schließlich auch auf einem Smartphone einen besonderen Platz verdient.

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Die Bibliotheken der Hochschule Furtwangen

en, wie Tradition auf Zukunft Ansprechpartner: Peter Daub h-Studiengänge in zehn Robert-Gerwig-Platz 1 ons- und Medienzentrum (IMZ)78120 Furtwangen bibliothek.hs-furtwangen.de ngen-Schwenningen ein medienmix.hs-furtwangen.de am Campus Furtwangen schock-deine-freun.de schulcampus in Tuttlingen ihre

Mitglieder der primären NutzerInnengruppe:  5.992 Personal in VZÄ:  10,40 957.319 € Ausgaben der Bibliothek:  hschule im Schwarzwald erlebt Ausgaben Medienerwerb:  444.251 € Aus- und Fernleihen insgesamt:  44.223 ienbestand der Bibliotheken Bibliotheksbesuche:  197.149 nformation, während die Wochenöffnungsstunden:  71

ien stagnieren. Deshalb ist es d Lotse für die Natives machen nutzbar.

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m baden-württembergischen Furtwangen ist täglich zu erleben, wie Tradition auf Zukunft trifft. Die 1850 gegründete Hochschule bietet heute HighTech-Studiengänge in zehn Fakultäten und an drei Standorten. Dazu gehört ein Informations- und Medienzentrum (IMZ) mit drei attraktiven Bibliotheken: 2011 wurde am Campus Villingen-Schwenningen ein Neubau in zentraler Lage eröffnet. 2010 wurde die Bibliothek am Campus Furtwangen renoviert. Im Jahr 2009 öffnete die Bibliothek am neuen Hochschulcampus in Tuttlingen ihre Türen. Der praxisbezogene und industrienahe Fächerkanon der Hochschule im Schwarzwald erlebt einen kontinuierlichen Wandel. Das schlägt sich auch im Medienbestand der Bibliotheken nieder. So steigt beispielsweise die Nachfrage nach digitaler Information, während die Ausleih- und Nutzungszahlen im Bereich der physischen Medien stagnieren. Deshalb ist es die Strategie der Bibliotheken, ein ubiquitärer Lernberater und Lotse für die digitalen Informationen zu sein. Für die Generation der Digital Natives machen sie diese auf allen Kommunikationskanälen und Endgeräten nutzbar. Neben rund 70.000 traditionellen Medien bieten die Bibliotheken bereits mehr als 50.000 deutsch- und englischsprachige E-Books. Die Kunden finden zudem über ein umfassendes Datenbankportfolio Zugang zu wissenschaftlichen Informationen in elektronischen Medien. Die Bibliotheken präsentieren dieses Angebot offensiv. Sie bieten den knapp 6.000 Studierenden und den rund 800 Mitarbeitern der Hochschule beispielsweise Beratungen und Schulungen oder Social-Media-Aktivitäten an. Sie betreiben aber auch Marketing mit innovativen Werbemitteln und Projekten. Nicht zuletzt bieten sie eine attraktive Arbeitsatmosphäre, in der ebenso gelernt und geforscht wie diskutiert werden kann. Um dem Wandel im bibliothekarischen Aufgabenbereich gerecht zu werden, besitzt die intensive und kontinuierliche Weiterbildung des Personals oberste Priorität. Mitarbeiter wie Bibliotheken sind zudem mit innovativstem Equipment ausgestattet. So sind sie auch technisch stets auf Augenhöhe mit ihren Kunden.

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cht zu werden, besitzt die erste Priorität. Mitarbeiter wie BIX_Magazin2013.indd 29

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Universitätsbibliothek „Georgius Agricola“ der TU Bergakademie Freiberg

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iele Jahrhunderte lang lagen die Schätze Freibergs im Verborgenen. Die sächsische Stadt war bis vor einigen Jahrzehnten durch den Bergbau geprägt. Mittlerweile ist sie ein Hochtechnologie-Standort und wird zum so genannten Silicon Saxony gezählt. Diese Entwicklung spiegelt sich in der dortigen Universität, der TU Bergakademie Freiberg, und ihrer Universitätsbibliothek „Georgius Agricola“ wider. Die Bibliothek bietet ihren rund 10.000 aktiven Nutzern heute einen ebenso modernen wie umfangreichen Medienbestand: 779.000 Medieneinheiten sowie Zugriff auf 1.427 gedruckte sowie 41.317 elektronische Zeitschriften. Als Teil des Sondersammelgebietssystems der Deutschen Forschungsgemeinschaft sammelt die Bibliothek forschungsrelevante Literatur zu den Fachgebieten Geologie, Mineralogie, Petrologie und Bodenkunde sowie Bergbau, Markscheidekunde und Hüttenwesen und bietet der Wissenschaft mit der virtuellen Fachbibliothek GEO-LEO (www.geo-leo.org) ein zentrales Informationsportal zum System Erde und Weltall an. „Wenn unsere Nutzer zufrieden sind, sind wir es auch!“ So lautet das Motto des Bibliotheksteams, dem Feedback immens wichtig ist. So wollen die Mitarbeiter sicherstellen, dass ihre Angebote den tatsächlichen Anforderungen entsprechen. Ein besonderer Service sind umfangreiche Öffnungszeiten: wochentags ist die Bibliothek von 7 bis 24 Uhr und am Wochenende von 10 bis 18 Uhr bzw. während der Prüfungszeiten sogar bis 22 Uhr geöffnet. Personalentwicklung genießt einen hohen Stellenwert in der Bibliothek: 2012 gab es 7,9 Weiterbildungstage pro Vollzeitäquivalent-Stelle. Daneben werden interne Geschäftsprozesse effizient gestaltet. So nutzte die UB Freiberg bundesweit als erste das von der SLUB Dresden aufgebaute so genannte Dresdner Erwerbungsmodell. Ein herausragendes

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Ansprechpartnerin: Katrin Stump M.A. Agricolastraße 10 09599 Freiberg www.ub.tu-freiberg.de Mitglieder der primären NutzerInnengruppe:  6.038 Personal in VZÄ:  34,01 3.394.459 € Ausgaben der Bibliothek:  Ausgaben Medienerwerb:  1.514.505 € Aus- und Fernleihen insgesamt:  89.339 Bibliotheksbesuche:  323.839 Wochenöffnungsstunden:  101

Projekt 2012 war auch die Einführung des Discovery Systems finc. Dieses Gemeinschaftsprojekt sächsischer Hochschulbibliotheken basiert auf der Open Source Software Vufind. Sie nutzt unter anderem einen kommerziellen Index, um elektronische Aufsätze im Volltext recherchierbar zu machen. Besonderes Aufsehen erhielt im vergangenen Jahr ein Kunstprojekt des Leipziger Künstlers Michael Fischer-Art. Er bemalte die Eingangsfassade der Bibliothek großfigurig und thematisierte damit die Notwendigkeit eines Bibliotheksneubaus – das würde den Nutzern auch in baulicher Hinsicht optimale Arbeitsbedingungen bieten.

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Bibliotheksindex 2013

Die Ergebnisse Folgende Hinweise helfen Ihnen, die BIX-Ergebnisse richtig zu nutzen.

BIX2013 Der Bibliotheksindex ein Sonderheft von b.i.t.online

Lesen lernen leicht gemacht Bibliotheksangebote für Erwachsene mit Leseschwäche in den Niederlanden Seite 20

Vorfahrt für die elektronischen Medien Die Erwerbungsstrategie der RWTH Aachen

Seite 37

Bibliothek trifft Kunst Das Projekt “The End(s) of the Library” des Goethe-Instituts New York Seite 56

„In Bibliotheken finde ich Inspiration“ Ralph Caspers im Interview | Seite 6 Ein Sonderheft von

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Der Bibliotheksindex BIX ist ein freiwilliger Kennzahlenvergleich für Öffentliche und wissenschaftliche Bibliotheken. Er zeigt die Position jeder einzelnen Teilnehmerbibliothek im Verhältnis zu allen anderen Bibliotheken ihrer Vergleichsgruppe in Deutschland. Der BIX leistet einen wichtigen Beitrag zur Qualitätssteigerung bibliothekarischer Arbeit, indem er auf Stärken und Schwächen hinweist und so Hilfe für das Bibliotheksmanagement bietet. Im zweiten Jahr nach der Umstellung vom Ranking zum Rating und der konsequenten Erweiterung der Datenbasis durch das Einbeziehen der Bibliotheksdaten aus der Deutschen Bibliotheksstatistik (DBS) beteiligen sich insgesamt 280 Bibliotheken, davon 196 Öffentliche und 84 wissenschaftliche Bibliotheken, am BIX. Mit der Teilnahme am BIX zeigen die Bibliotheken jedes Jahr ein hohes Maß an Transparenz. Die Bibliotheken weisen mit der Darlegung ihrer Betriebszahlen ihre Leistungen offen nach und steigern so die positive Wahrnehmung von Bibliothe-

ken in der Öffentlichkeit. Dies beweist der umfangreiche Pressespiegel, der auf Wunsch in der Bundesgeschäftsstelle des Deutschen Bibliotheksverbandes eingesehen werden kann. Viele Bibliotheken nutzen zudem die Ergebnisse des BIX als objektive Grundlage für Verhandlungen mit den Trägern. Der BIX bildet vier Zieldimensionen ab: „Angebote“, „Nutzung“, „Effizienz“ und „Entwicklung“. Jeder Dimension sind drei bis sechs Indikatoren zugeordnet. Der BIX für Universitäts- und Hochschulbibliotheken (BIX-WB) besteht aus 17 Indikatoren, der BIX für Stadt- und Gemeindebibliotheken (BIX-ÖB) besteht aus 18 Indikatoren. Zur Ergebnisberechnung wurden für jede der vier Zieldimensionen die Indikatorenwerte zusammengefasst und drei Leistungsgruppen zugeordnet: Gold symbolisiert die Spitzengruppe, Hellblau kennzeichnet die Mittelgruppe und Dunkelblau steht für die Schlussgruppe. Sterne, sogenannte „BIX-Tops“, fassen die Ergebnisse zusammen: eine Platzierung in der Spitzengruppe ergibt einen ganzen Stern, die Platzierung in der Mittelgruppe einen halben Stern. Insgesamt kann jede Bibliothek maximal vier Sterne erhalten. Zusätzlich finden sich in den Tabellen Informationen zu Durchschnittswerten sowie Angaben zu Minima und Maxima. Diese Angaben beziehen sich auf alle vergleichbaren Bibliotheken in Deutschland, die Daten an die Deutsche Bibliotheksstatistik (DBS) gemeldet haben. Auf den nächsten Seiten präsentieren wir Ihnen die Ergebnisse des BIX 2013. Dabei sind die Bibliotheken in Größenklassen bzw. Bibliothekstypen unterteilt. Ein Vergleich von Bibliotheken unterschiedlicher Kategorien ist nicht sinnvoll und sollte vermieden werden. Die Tabellen 1 bis 5 zeigen die Ergebnisse der Öffentlichen Bibliotheken (BIX-ÖB) und die Tabellen 6 bis 8 die Resultate der wissenschaftlichen Bibliotheken (BIX-WB). Weitere Informationen und Auswertungsmöglichkeiten: www.bix-bibliotheksindex.de

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Öffentliche Bibliotheken 2013

Bibliotheken in Städten

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Öffentliche Bibliotheken 2013

Bibliotheken in Städten mit

Durchschnitt (deutschlandweit) Minimum (deutschlandweit) Maximum (deutschlandweit) Alfter, ÖB Alzenau, StB Auerbach, StB Bad Mergentheim, StB Bad Neustadt, StB Bad Oldesloe, StB Blankenfelde-Mahlow, GemB Bruchköbel, StB Bruckmühl, GemB Burghausen, StB Calw, StB Dillingen/Saar, StB Ditzingen, StB Eislingen, StB Freiberg/Neckar, StB Friedberg/Hessen, BibZentrum Friedrichsdorf, StB Geesthacht, StB Genthin, St. u. KreisB Hiddenhausen, GemB Ingelheim, StB Kirchlengern, GemB Kitzingen, StB Kleinmachnow, StB Kronberg im Taunus, StB Landsberg/Lech, StB Lauf, StB Melle, StB Mühldorf, StB Neckarsulm, Mediathek Öhringen, StB Rottweil, StB Schopfheim, StB Schwandorf, StB Schwarzenbek, StB Sigmaringen, StB Soltau, StB St. Wendel, St.-und KreisB Vaterstetten, GemB Verden/Aller, StB Verl, Bibl. Waldkraiburg, StB Werder/Havel, StB Wertheim, StB Wittlich, StB Zossen, StB

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Durchschnitt (deutschlandweit)

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Minimum (deutschlandweit) Maximum (deutschlandweit) Aurich, StB Backnang, StB Bad Nauheim, StB Bad Vilbel, StB Bensheim, StB Biberach/Riß, MIZ Böblingen, StB Brühl, StB Bünde, StB Cuxhaven, StB Deggendorf, StB Dreieich, StB Emsdetten, StB Forchheim, StB Freising, StB Fürstenfeldbruck, StB Greven, StB Hemer, StB Herrenberg, StB Hoyerswerda, StB Itzehoe, StB Kirchheim Teck, StB Kornwestheim, StB Lahr, StB Lampertheim, StB Langen, StB Leer/Ostfriesland, StB Lörrach, StB Maintal, StB Neu-Isenburg, StB Neustadt am Rübenberge, StB Nürtingen, StB Oberursel, StB Pirna, StB Schwabach, StB Schwerte, StB Soest, StB Straubing, StB Wedel/Holstein, StB Weiden/Oberpfalz, RegBib Weinheim/Bergstraße, StB

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Mittelgruppe

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Hochschulbibliotheken

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Minimum (deutschlandweit)

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Albstadt-Sigmaringen, HSB

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2

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Amberg-Weiden, HSB

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Biberach, HAW

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Braunschweig/Wolfenbüttel

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Dresden, FHB

5.451

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Düsseldorf, HSB

8.777

21

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Emden/Leer, HSB

4.526

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Erfurt, HSB

4.702

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Esslingen/Neckar, FHB

5.964

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Freiburg, PH

5.362

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Furtwangen, FHB

5.992

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Hamburg, HB HAW

15.694

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Hannover, HSB

8.891

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4

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Heilbronn, HSB

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Hildesheim, HAWK FH

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Ingolstadt, HSB

4.562

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1

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Konstanz, HTWG

4.610

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Mannheim, FHB

5.088

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57,9

47

1

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Merseburg, FHB

2.846

36

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106

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1

14

Neubrandenburg, HSB

2.167

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26,1

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Offenburg, HSB

4.292

9

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Osnabrück, FHB

8.146

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Regensburg, HSB

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Reutlingen, HB FH/PH

6.266

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Senftenberg, FHB

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St. Pölten, HSB

1.970

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Stuttgart, HSB

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Wildau, FHB

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Wilhelmshaven/Oldenbg./Elsfleth, HSB

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Zwickau, HSB

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Einschichtige Universitätsbibliotheken

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Berlin, UBHU

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Bielefeld, UB 22.555

91

6,54

137

49,5

111

1

72

Bozen, UB

3.785

205

7,36

296

56,8

91

3

129

Bremen, SuUB

32.712

43

4,57

222

37,2

78

10

43

Cottbus, UBTU

7.183

83

6,26

118

59,3

74

1

58

Düsseldorf, ULB

24.803

93

5,33

196

60,9

110

5

65

Erfurt, UB

5.882

61

10,64

180

19,9

83

1

54

Freiberg, UBTU

6.038

61

5,63

251

36,5

101

3

54

Graz, KUG

2.637

35

3,83

122

45,0

54

16

23

Graz, UB

12.949

32

3,19

236

45,2

65

4

24

Graz, UBMedUni

4.308

58

3,82

331

65,9

96

1

38

Hamburg, HSUB

2.864

102

12,74

565

35,7

81

3

85

Hildesheim, UB

6.642

44

4,13

80

14,5

59

1

43

Ilmenau, UB

7.434

81

5,77

128

53,1

68

2

42

Kaiserslautern, UB

14.215

67

4,07

99

41,8

89

8

60

Klagenfurt, UB

11.296

33

3,54

89

43,8

168

4

19

Konstanz, UB

11.864

57

8,21

304

51,8

168

1

95

Košice, UB

9.483

47

3,93

18

6,6

42

6

5

Košice UBTU

13.265

49

2,49

3

4,1

57

1

18

Leoben, UB

3.608

27

4,19

271

41,4

48

6

34

Ljubljana, CTK

51.491

4

0,82

27

8,3

98

1

3

Lüneburg, UB

8.578

72

5,22

136

40,4

88

2

57

Magdeburg, UB

15.114

66

5,89

236

71,5

85

2

58

Mannheim, UB

12.340

152

8,38

245

44,1

108

5

187

Oldenburg, BIS

12.501

79

6,98

170

57,3

96

2

94

Paderborn, UB

19.265

27

3,66

128

69,4

107

1

60

Rostock, UB

16.355

68

6,04

222

72,6

101

12

41

Tirol, ULBT 32.232

41

3,99

175

70,0

99

7

57

Vechta, UB

3.719

63

5,46

106

27,0

63

1

50

Weimar, UB

4.694

74

8,27

140

35,6

66

2

41

Wien, UBVUW

2.911

55

5,66

299

40,3

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1

32

Wien, UBMedUni

11.765

29

2,72

241

33,3

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3

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Zlín, UB

12.923

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★★★★

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2.565 111.359

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12,0

4,4

★★★

77

377

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482

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2.617

23.814

2,9

5,9

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15,0

★★★

897

84,7

991

81

5.703 26.443

8,1

7,0

7,6

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★★★

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258

86,8

452

107

33.768

2,6

7,3

4,3

6,2

38

505

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38

2.554 43.440

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5,9

4,1

10,5

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4.933 75.828

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5,7

★★★★

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91,3

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38

1.748 36.044

2,3

11,6

12,6

5,1

★★

43

619

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461

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4.040

21.322

7,9

5,8

12,7

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24

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54

2.943

27.544

2,6

2,3

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9,9

33

4.585

★★ ★★★

★★★★

119

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926

148

3.292

15.120

3,1

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769

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6.040

9.642

6,2

1,9

10,7

16,7

★★★★ ★★★

87

634

76,0

852

102

3.062

16.879

5,7

6,6

0,9

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286

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45

1.716

33.821

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4,1

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3,6

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266

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529

43

2.393

14.659

6,6

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2,3

11,1

64

88,2

492

55

2.220

9.360

2,3

3,8

1,3

10,8

77

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85,6

499

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2.340

14.789

3,0

5,6

1,3

8,9

112

424

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4.025 28.734

7,2

10,1

1,8

12,2

★★★

65

95,8

106

61

1.360

7.930

0,1

1,1

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12,1

137

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83

17

2.459

14.053

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1017

127

16.316

0,9

4,5

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★★

11

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130

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297 26.828 2.449

27.557

35

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3.122

20.164

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0,6

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★★

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350

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3.253 32.788

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3,1

9,3

★★★

47

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80,7

637

56

2.493 29.569

4,3

6,6

5,2

11,0

★★★

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149

83,1

360

86

4.997 32.298

3,0

4,8

9,1

11,5

★★★

45

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88,3

580

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4.172

27.733

3,1

9,9

1,5

8,1

★★★

218

83,5

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89

2.125

23.374

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4,0

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★★

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382

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44

4.228 38.783

5,6

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4,1

6,2

★★

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13.776

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★★

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134

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2.159

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Wissenschaftliche Bibliotheken 2013

Bib lio pri thek m. s Nu besu tze ch ep r ro

Arb e pri itsplä m. t Nu ze pr tze o 1 r .00 Bib 0 liot pro hek s 1.0 pe 00 rs. pri (VZ m. Ä) Au Nu sg. tze f pro . Li r p.N tera . in tur/ € Inf orm An tei ati on ele l Aus ktr ga b on e n .B est für än d Län e in gst pro e Ö % Wo ffnu che ngs stu nd en Z ah l de re nth alt ene nS Nu tan tzu do ng rte

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Pri

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Nu tze r

Zweischichtige Universitätsbibliotheken

Durchschnitt (deutschlandweit)

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4,6

116

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97

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Minimum (deutschlandweit)

12

1,7

17

27,8

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268

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168

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3,62

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Maximum (deutschlandweit) Aachen, BTH

40.437

126 2

18

Berlin, UBTU 33.086

43

4,27

79

37,0

73

4

29

Berlin, FUSystem 35.543

78

7,34

106

49,5

55

12

34

Brno, UB

9.467

59

1,81

38

36,7

51

1

27

Darmstadt, ULB

26.182

32

4,23

75

58,7

128

2

24

Erlangen-Nürnberg, UB 38.988

37

4,23

102

52,9

108

4

47

46.079

82

5,95

155

35,1

84

9

44

Freiburg, UB 25.098

37

5,31

122

67,1

168

3

47

Frankfurt/Main, UB

Göttingen, SUB 28.600

64

11,10

268

53,8

116

9

101

35

3,69

123

55,8

87

11

22

Hamburg, SUB 42.063

19

4,93

85

36,5

82

1

24

Heidelberg, UB

32

4,81

160

56,9

115

2

63

Karlsruhe, UB 33.985

41

3,22

131

78,9

168

5

55

Maribor, UB 20.468

17

3,76

17

36,4

69

1

15

Graz, UB

32.517 33.701

München, UB 50.989

53

3,46

109

31,7

106

15

57

Münster, ULB 45.635

36

3,67

54

45,9

96

3

34

Tübingen, UB

31.004

50

4,32

96

50,8

104

5

Wien, UBWU

22.676

30

2,40

74

79,0

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1

80

Wien, UBTU

30.573

22

1,72

112

83,0

72

5

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Würzburg, UB 25.952

30

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pro akt Ve .N rhä utz Pe ltnis er rso nal Erwe aus rbu g. i ngs Pro n % au zes sg. s (Fä / e f lle fizie / V nz ZÄ Me ) die Pro nb zes ear Fer sef b. nle fizie ihe nz (Fä Aus lle En / V und tw ZÄ ick ) lun g Fo r tb pro ildun Mit gsta arb ge eit An er tei l Mit Bibl io tel n d thek s .H och mittl An tei sch . a.d l . ule a.d Drit in % t .B ibli -/Son oth d eks erm An tei mit ittel l tel Die Pers n in o nst % e in nal f. e % lek tro n.

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★★★★ ★★★

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4.536 37.849

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★★★

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★★

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3.660 29.049

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★★★

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Erläuterungen zum BIX 2013

Hintergrundinformationen zum Bibliotheksindex BIX 1. Die vier Zieldimensionen des BIX

Der BIX betrachtet vier Zieldimensionen, die für Öffentliche und wissenschaftliche Bibliotheken identisch sind: Angebote, Nutzung, Effizienz und Entwicklungspotential.

1.1 Zieldimension Angebote In der Zieldimension Angebote wird die Ausstattung der Bibliothek abgebildet: Welche Ressourcen stellt der Träger, d.h. die Hochschule oder Kommune, für die Versorgung der Nutzerinnen und Nutzer zur Verfügung? Welche Infrastruktur bietet die Bibliothek auf dieser Basis an? Die Ressourcen umfassen – neben dem Medienbestand als grundlegender Ressource – vor allem das Bibliothekspersonal, ohne das keine Dienstleistung möglich ist sowie das Raumangebot der Bibliothek. Der Raumaspekt ist besonders relevant, da die Nutzung der Bibliotheken als nichtkommerzielle, öffentliche Kommunikations- und Lernorte trotz oder gerade wegen der Digitalisierung der Informationswelt kontinuierlich steigt. Gleichzeitig ist die Bereitstellung von Informationen in elektronischer Form zukunftsentscheidend für Bibliotheken – sie wird bei den Hochschulbibliotheken gemessen über den Anteil des Medienetats für elektronische Bestände, bei Öffentlichen Bibliotheken über die Bereitstellung von öffentlichen Computerarbeitsplätzen und Internetdienstleistungen.

1.2 Zieldimension Nutzung In der Zieldimension Nutzung wird danach gefragt, wie die Ressourcen genutzt und die angebotenen Dienstleistungen angenommen werden. Trifft das Angebot von Medien und Services die Wünsche der Kunden? Eine hohe Nutzung lässt darauf schließen, dass Kundenbedürfnisse richtig eingeschätzt wurden. Der wichtigste Indikator für die Akzeptanz der Bibliothek ist die Zahl der Bibliotheksbesuche. Hierbei spielen nicht nur physische, sondern auch virtuelle Besuche eine Rolle, d.h. Zugriffe auf das elektronische Angebot. Bei Öffentlichen Bibliotheken ist darüber hinaus das Ausleihverhalten (Entleihungen und Bestandsumschlag) ein wichtiger Indikator für kundenorientierte Services. In wissenschaftlichen Bibliotheken, häufig mit einem erheblichen Präsenzbestand, wird die Kundenorientierung über die sofortige Medi-

enverfügbarkeit und die Teilnahme an Nutzerschulungen abgebildet. Eine vergleichbare Nutzerbefragung im Rahmen des BIX ist ein langjähriges Desiderat. Vorhandene Befragungsinstrumente sind entweder sehr kostenintensiv oder nur wenig standardisiert. Derzeit wird von der Hochschule der Medien ein standardisiertes Instrument erarbeitet, das zukünftig im Rahmen des BIX eingesetzt werden kann.

1.3 Zieldimension Effizienz Die Zieldimension Effizienz stellt die Verknüpfung von Angebot und Nutzung dar: Wie verhalten sich Ausgaben und Leistungen zueinander? Bibliotheken sind Non-Profit-Einrichtungen und arbeiten nicht kostendeckend. Sie sind aber sehr wohl verpflichtet, die zur Verfügung gestellten Ressourcen ihrem Auftrag gemäß so effizient wie möglich einzusetzen. Ziel ist es, dass Ausstattung, Ressourcenverwendung und Nutzung durch die Kunden in einem optimalen Verhältnis zueinander stehen. Dabei zeigt gerade der BIX immer wieder: hervorragende Bibliotheksangebote und -nutzung haben ihren Preis - eine „billige“ Bibliothek ist nicht unbedingt eine „gute“ Bibliothek. Eine besondere Problematik liegt hier in der schwierigen Vergleichbarkeit von Finanzdaten. Die unterschiedlichen Entwicklungen bezogen auf Haushaltsführung nach Kameralistik oder Doppik, Budgetierung, Globalhaushalt etc. erschweren Finanzvergleiche zwischen öffentlichen Trägern generell, nicht nur in Bibliotheken. Die unterschiedlichen Regelungen in Bezug auf innere Verrechnungen, Investitionen oder kalkulatorische Kosten sind bei der Interpretation der BIX-Ergebnisse stets zu berücksichtigen. Die Indikatoren zur Prozesseffizienz im BIX-WB werden in hohem Maß von der technologischen Infrastruktur beeinflusst. Dies ist beabsichtigt: der Effizienzsprung durch Einführung z.B. der RFID-Technologie muss sich selbstverständlich im BIX niederschlagen. Ein weiterer Effizienzindikator ist das Verhältnis von Personalaufwand zu den Dienstleistungen: Bei wissenschaftlichen Bibliotheken wird das Verhältnis durch die Relation von Personalkosten zu Erwerbungsetat ausgedrückt, bei Öffentlichen Bibliotheken durch die Relation der insgesamt verfügbaren Arbeitskapazität zur Anzahl der Öffnungsstunden für die Nutzerinnen und Nutzer.

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1.4 Zieldimension Entwicklung Bibliotheken müssen in der Lage sein, sich Veränderungen anzupassen und aktuelle Entwicklungen ihrer Umwelt aufzugreifen. In der Zieldimension Entwicklung wird abgefragt, ob in der Bibliothek ausreichende Potenziale für die notwendigen Veränderungen vorhanden sind, sowohl beim Personal, als auch in der Bestandsentwicklung und der finanziellen Ausstattung. Spartenübergreifend ist hier die ständige Qualifizierung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, gemessen in der Fortbildungsquote, von Bedeutung. Finanzielle Kennzahlen weisen bei den Universitäts- und Hochschulbibliotheken darauf hin, wie gut die Bibliothek politisch aufgestellt ist („Anteil Bibliotheksmittel an den Mitteln der Hochschule“) und für Entwicklungsprojekte gerüstet ist („Drittmittelanteil am Bibliotheksetat“). Bei Öffentlichen Bibliotheken ergibt sich die Zukunftsfähigkeit daraus, welcher Prozentsatz des Bestandes jährlich erneuert werden kann („Erneuerungsquote“) und ob genügend Investitionen die Attraktivität der Bibliothek und ihrer Infrastruktur erhalten.

2. Der BIX-Index und seine Berechnung

Indexbildung und Methodik des BIX wurden von infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft in Kooperation mit dem Deutschen Bibliotheksverband neu entwickelt. Bis 2011 bildeten die Bibliotheken, die sich am BIX beteiligten, den Vergleichsrahmen für die Berechnung des Indexes. Seit 2012 dienen alle Bibliotheken als Vergleichsrahmen für die Indexberechnung, die Daten an die Deutsche Bibliotheksstatistik (DBS) gemeldet haben. Die am BIX teilnehmenden Bibliotheken erfahren, welche Position sie im Leistungsvergleich mit allen vergleichbaren Bibliotheken in Deutschland einnehmen. Die Aussagekraft der Ergebnisse ist somit repräsentativ, unabhängig von der Zahl der aktiven BIX-Teilnehmer. Die Daten aus der Deutschen Bibliotheksstatistik, die als Hintergrundinformation genutzt werden, fließen in die Berechnung des Index ein, werden aber nicht publiziert. Die Erstellung der BIX-Indizes für Öffentliche und wissenschaftliche Bibliotheken erfolgt nach folgenden Regeln: Aus allen bereinigten und korrigierten Daten aus der DBS werden die BIX-Indikatoren berechnet.

Der Vergleichsrahmen für jeden Indikator ist immer so groß wie möglich, d.h. es werden alle in Deutschland verfügbaren plausiblen Daten für die Berechnung des Indikators herangezogen. Nach Berechnung der Indikatoren werden die Bibliotheken in Vergleichsgruppen („BIX-Kategorien“) eingeteilt und auf Ebene dieser Vergleichsgruppe weiter verfahren. Für jeden Indikator wird der sogenannte Quantilsrang jeder Bibliothek innerhalb ihrer Vergleichsgruppe ermittelt. Der Quantilsrang beschreibt, wo der Wert der einzelnen Bibliothek im Spektrum aller vorliegenden Werte der Vergleichsgruppe (vom geringsten bis zum höchsten Wert) liegt. Die Bibliothek mit dem kleinsten aller Werte liegt beim Quantilsrang „0“, die Bibliothek mit dem größten Wert bei Quantilsrang „1“. Die Quantilsränge der BIX-Bibliotheken werden pro Dimension standardisiert und zu einem Gesamtwert zusammengefasst, d.h. die Summe wird durch die Zahl der verfügbaren Indikatoren in dieser Dimension geteilt. Eine Gewichtung der Indikatoren gibt es nicht. Es ergibt sich damit für jede Dimension ein Ergebniswert. Für diese Ergebniswerte wird erneut der Quantilsrang innerhalb der Vergleichsgruppe ermittelt. Er bestimmt die Ergebnisgruppe der Bibliothek in dieser Dimension: Topgruppe für einen Wert über 0,66, Mittelgruppe für einen Wert von 0,33 und 0,66, Schlussgruppe für einen Wert bis 0,32. Dabei gelten einige Besonderheiten: Vier Indikatoren des BIX-WB (vgl. Dimensionen und Indikatoren) lassen sich nicht aus DBS-Daten berechnen. Die maximale mögliche Zahl der Vergleichsbibliotheken ist in diesen Fällen die Zahl der BIX-Teilnehmer, denn nur diese erheben die notwendigen Daten. Grundsätzlich gilt bei der Berechnung der BIX-Ergebnisse die Regel „je höher der Wert, desto besser“. Es gibt jedoch einige Indikatoren, die umgekehrt gewichtet werden, d.h. hier ist der kleinste Wert der Spitzenwert. Es handelt sich um folgende Indikatoren: —— BIX-ÖB: Dimension Effizienz, Indikatoren „Medienetat je Entleihung in Euro“, „Mitarbeiterstunden je Öffnungsstunde“ und „laufende Ausgaben je Besuch in Euro“ —— BIX-WB: Dimension Effizienz, Indikator „laufende Ausgaben pro aktiven Entleiher“

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3. Die Vergleichsgruppen („BIX-Kategorien“)

Die Indikatoren des BIX sind so angelegt, dass sie grundsätzlich unabhängig von der Größe der Bibliothek und ihres Versorgungsbereichs aussagekräftig sind. Trotzdem ist es notwendig, für einen fachlich fundierten Vergleich die Bibliotheken in mehrere Gruppen zu differenzieren.

3.1 Öffentliche Bibliotheken Bei Öffentlichen Bibliotheken erfolgt die Differenzierung in fünf Gruppen nach der Größe der Trägerkommune. Das Versorgungsgebiet beeinflusst das Aufgabenspektrum der Bibliothek: Stadtbibliotheken von Großstädten müssen z.B. Bestände auch für besondere Fragestellungen bereithalten. Auch sind bestimmte Ausstattungswerte nicht beliebig nach unten veränderbar, so dass eine Bibliothek in einer Gemeinde oder Kleinstadt häufig in Bezug auf die Einwohnerzahl höhere Ausstattungswerte erreicht als Bibliotheken in Mittel- und Großstädten.

ne Gruppen, da es erhebliche Unterschiede zwischen der Situation und Ausstattung von Universitäts- und Hochschulbibliotheken gibt. Die Universitätsbibliotheken werden noch einmal differenziert nach einschichtigen und zweischichtigen Bibliothekssystemen. In einschichtigen Systemen bilden die Zentralbibliothek und die Zweig- und Institutsbibliotheken eine organisatorische Einheit. Es werden also Daten für das gesamte Bibliothekssystem erhoben. In zweischichtigen Systemen gibt es neben der Zentralbibliothek (ggf. mit Zweigstellen) noch selbständige Instituts- oder Fachbereichsbibliotheken, deren Daten nicht in den Vergleich einfließen. Die Unterteilung der Universitäts- und Hochschulbibliotheken ist allerdings in einzelnen Fällen nicht ganz trennscharf möglich. So gibt es auch in manchen einschichtigen Bibliothekssystemen noch vereinzelt kleine selbstständige Institutsbibliotheken. Eine weitere Besonderheit betrifft die am BIX teilnehmenden Pädagogischen Hochschulen: Sie sind neben der Versorgung der eigenen Hochschule auch für weitere Hochschulen oder Fakultäten zuständig.

3.2 Universitäts- und ­Hochschulbibliotheken Bei den Universitäts- und Hochschulbibliotheken erfolgt die Differenzierung nach dem Bibliothekstyp. Universitäts- und Hochschulbibliotheken bilden eige-

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4. Die Indikatoren

Jeder der vier Zieldimensionen sind drei bis sechs Indikatoren zugeordnet. Sie werden im Folgenden beschrieben.

4.1 Indikatoren des BIX für Öffentliche Bibliotheken (BIX-ÖB) Zentrale Bezugsgröße ist bei den Öffentlichen ­Bibliotheken die Einwohnerzahl der Kommune. Bibliotheken zielen mit ihren Angeboten und Dienstleistungen grundsätzlich auf die Bürgerinnen und Bürger einer Stadt als potenzielle Kunden. Auf sie bezieht sich in der Regel auch der Versorgungsauftrag der

Kommune. In vielen Städten und Gemeinden nutzen aber natürlich auch Menschen aus dem Umland die Bibliothek – sei es aufgrund attraktiver Angebote, sei es aufgrund persönlicher Lebens- und Arbeitsbedingungen. Das Einzugsgebiet einer Bibliothek ist demnach nicht zwangsläufig mit der Einwohnerzahl der Kommune identisch. Trotzdem wird im BIX die Einwohnerzahl als Bezugsgröße genutzt, da die politische Zuständigkeit Basis der Betrachtung bildet. Für die Einwohnerzahl werden alle Personen mit erstem Wohnsitz laut amtlicher Statistik zum 31.12. des Jahres berücksichtigt (in Ausnahmefällen zum 30. Juni).

Übersicht: Indikatoren des BIX für Öffentliche Bibliotheken (BIX-ÖB) Angebote

Nutzung / Kundenorientierung

- - - - - -

- - - - -

Medien je Einwohner Publikumsfläche in qm je 1.000 Einwohner Mitarbeiter je 1.000 Einwohner Computerarbeitsplätze je 10.000 Einwohner Internet-Services Veranstaltungen und Programme je 1.000 Einwohner

Besuche je Einwohner Virtuelle Besuche je Einwohner Entleihungen je Einwohner Umschlag Jahresöffnungsstunden je 1.000 Einwohner

Wirtschaftlichkeit / Effizienz

Entwicklung

- - - -

- Erneuerungsquote - Fortbildungsquote - Investitionen je Einwohner in Euro

Medienetat je Entleihung in Euro* Mitarbeiterstunden je Öffnungsstunde* Besuche je Öffnungsstunde Laufende Ausgaben je Besuch in Euro*

* umgekehrte Bewertung (kleinster Wert = Spitzenwert)

4.1.1 Zieldimension Angebote Medien je Einwohner Einbezogen werden alle Medien einer Bibliothek einschließlich Zeitschriften und Präsenzbestände. Nicht berücksichtigt werden Magazinbestände sowie Sondersammlungen. Der Medienbestand ist das wichtigste Kapital der Bibliothek. Neben der absoluten Zahl der Medien ist jedoch vor allem auch ihre Aktualität ausschlaggebend. Diese wird vom Indikator „Erneuerungsquote“ in der Dimension Entwicklung abgebildet. Die Zusammensetzung der Medienbestände sowie alle Dienstleistungsangebote sind abhängig vom Auf-

trag, den die Bibliothek in ihrer Kommune zu erfüllen hat. Eine Profilbildung der Bibliotheken, beispielsweise die Ausrichtung der Angebote auf bestimmte Zielgruppen, wird von dem Indikator nicht abgebildet und ist individuell beim Vergleich mit anderen Bibliotheken und bei der Interpretation der BIX-Ergebnisse zu berücksichtigen. Publikumsfläche in qm je 1.000 Einwohner Bei dieser Berechnung wird die gesamte öffentlich zugängliche Fläche der Bibliothek einschließlich Treppenhäuser, Veranstaltungsräume etc. einbezogen. Eine ausreichende Fläche ist nicht nur notwendig, um die Bibliotheksbestände gut zu präsentieren. Sie

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bestimmt auch die Qualität der Bibliothek als öffentlichem Lernraum und Treffpunkt sowie die Möglichkeiten für Veranstaltungen. Mitarbeiter je 1.000 Einwohner Neben dem fest angestellten Bibliothekspersonal werden auch Aushilfen, Projektkräfte, Langzeitpraktikanten, 1-Euro-Jobber und ehrenamtliche Kräfte mit einbezogen. MitarbeiterInnen in Mutterschutz oder Altersteilzeit sowie Auszubildende zählen nicht mit. Computerarbeitsplätze je 10.000 Einwohner Hier wird die Zahl der verfügbaren Computerarbeitsplätze gezählt. Dazu gehören sowohl OPACs als auch öffentlich zugängliche Internet-, Multimedia- oder sonstige Arbeits-PCs. Bibliotheken bieten Zugang zu Information in konventioneller und elektronischer Form. Sie tragen bei zur Überwindung der digitalen Kluft und stärken mit ihren Angeboten die Informationskompetenz der Nutzerinnen und Nutzer. Der Indikator bildet ab, wie gut sie diese Aufgabe erfüllen können. Internet-Services Angebote der Bibliothek, die extern über Internet nutzbar sind, werden in Form dieses Summenindexes abgebildet. Abgefragt wird das Vorhandensein einer Homepage, eines Web-OPAC, von interaktiven Funktionen (z.B. Kontoeinsicht und Verlängerungen per Internet), virtuellem Auskunftsdienst (z.B. per E-Mail), virtuellen Beständen (Onleihe, Datenbanken) und proaktiven Informationsdiensten (z.B. Newsletter) sowie Web 2.0-Angeboten. Veranstaltungen und Programme Es zählen alle von der Bibliothek angebotenen einmaligen und regelmäßigen Veranstaltungen. Dazu gehören auch Ausstellungen, Einführungen in die Bibliotheksbenutzung, Hausaufgabenbetreuung und Kooperationsveranstaltungen, z.B. die Koordination von Vorlesepaten. Mit der Erhebung dieses Indikators bildet der BIX ab, wie leistungsfähig die Bibliothek in ihrer Funktion als Vermittlerin von Lese- und Medienkompetenz sowie als kulturelles Zentrum und Treffpunkt für die Bürger ist.

4.1.2 Zieldimension Nutzung Besuche je Einwohner Wie viele Besuche zählt die Bibliothek? Dieser Indikator bildet den Stellenwert der Bibliothek als öffentlichen Lern- und Kulturort ab. In vielen Bibliotheken steigt die Vorortnutzung deutlich an. Eine sichere, ansprechende Umgebung, Computerarbeitsplätze, aktuelle Tageszeitungen und Fachzeitschriften ziehen viele Menschen in die Bibliothek. Veranstaltungen, Klassenführungen oder Internetschulungen runden das Angebot vor Ort ab und spiegeln sich in der Zahl der Besuche wider. Einigen wenigen BIX-Bibliotheken ist es nicht möglich, Besucherzahlen für das Berichtsjahr über eine Zählanlage oder manuelle Zählung zu ermitteln. In diesen Fällen besteht die Möglichkeit, auf Grundlage der aktiven Entleiher die Besucherzahl hochzurechnen. Dabei handelt es sich jedoch um einen statistischen Wert. Dieses Verfahren wird daher nur im Ausnahmefall eingesetzt. Virtuelle Besuche je Einwohner Serviceleistungen über das Internet (z.B. Medienverlängerung) und elektronische Medienbestände führen dazu, dass die Bedeutung der virtuellen Nutzung für Bibliotheken stetig steigt. Die virtuellen Besuche (Sessions) der Bibliothekskunden, d.h. die Besuche auf der Bibliothekshomepage und dem OPAC, werden über ein zentral durchgeführtes Zählpixelverfahren der Hochschule der Medien Stuttgart (HdM) erhoben. Im Jahr 2011 wurde das Zählverfahren auf einem neuen Server eingerichtet. Dies diente vor allem dazu, die mit dem angewachsenen Teilnehmerkreis deutlich gestiegenen Zugriffszahlen bewältigen zu können. Die Software wurde außerdem an Entwicklungen in der Browsertechnologie angepasst. Sie ist unter anderem in der Lage, virtuelle Besuche identisch konfigurierter Internet-Rechner genauer als bisher zu unterscheiden. Für einzelne Bibliotheken äußert sich die Anpassung einmalig in einem Absinken der Jahressumme von

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2011 nach 2012. Bitte berücksichtigen Sie diesen Umstand auch bei Vergleichen zwischen Bibliotheken. Entleihungen je Einwohner Hier werden alle Entleihungen von Medien einschließlich der Verlängerungen gezählt. Nicht berücksichtigt werden unterschiedliche Leihfristen in den einzelnen Bibliotheken und Entleihungen von Magazinbeständen. Neben der Vor-Ort-Nutzung der Bibliothek sind die Entleihungen der wichtigste Indikator dafür, wie der Bibliotheksbestand angenommen wird. Umschlag Gibt an, wie oft jedes ausleihbare Medium durchschnittlich pro Jahr entliehen wurde. (Entleihungen pro Medium). Der Umschlag gibt Auskunft über das Verhältnis von Medienausstattung zu Mediennutzung. Die Anzahl der verfügbaren Medien spielt dafür ebenso eine Rolle, wie ihre Aktualität und die Ausrichtung auf die Nutzerbedürfnisse vor Ort. Jahresöffnungsstunden je 1.000 Einwohner Hier wird die Gesamtzahl der Öffnungsstunden aller zum Bibliothekssystem zugehörigen Einrichtungen an allen Öffnungstagen im Berichtsjahr berücksichtigt. Die Öffnungsstunden sind ein zentraler Indikator für die Zugänglichkeit der Bibliothek für alle Bevölkerungsgruppen. Neben der absoluten Zahl ist hierfür auch die Lage der Öffnungsstunden am Abend und am Wochenende relevant. Einrichtungen / Anzahl im System Die Zahl der Einrichtungen im Bibliothekssystem wird nur als Zusatzinformation aufgeführt und fließt nicht in den Index ein. Sie beeinflusst z.B. die Anzahl der möglichen Öffnungsstunden und der möglichen Veranstaltungen. Gleichzeitig gibt sie Auskunft darüber, wie dezentral – und damit bürgernah – die Bibliotheksversorgung organisiert ist.

4.1.3 Zieldimension Effizienz Medienetat je Entleihung in Euro Hier werden die Ausgaben für den Erwerb von Medien einbezogen, einschließlich Einbandkosten und Lizenzen. Der Indikator wird umgekehrt bewertet (kleinster Wert = Spitzenwert) Der Indikator sagt aus, wie gut die Ausgaben für den Medienbestand durch die Ausleihen „genutzt“ werden. Ein sehr geringer Wert kann dabei u.U. auch auf ein Defizit im Medienetat hinweisen, d.h. dass nicht genug Mittel vorhanden sind, um den Bedarf an neuen Medien zu decken. Mitarbeiterstunden je Öffnungsstunde Nennt die zur Verfügung stehenden Arbeitsstunden von Bibliotheksmitarbeitern im Verhältnis zu den Jahresöffnungsstunden auf Basis der Bruttoarbeitszeit (d.h. einschließlich Urlaub und Krankheit). Der Indikator wird umgekehrt bewertet (kleinster Wert = Spitzenwert). Je kleiner der Wert ist, umso weniger Arbeitszeit wird für interne Tätigkeiten verwendet und umso höher ist der Anteil der Mitarbeiterkapazität, der in den direkten Kundenservice während der Öffnungsstunden investiert wird. Kleine Bibliotheken sind hier aufgrund ihrer Struktur grundsätzlich im Vorteil. Besuche je Öffnungsstunde Zeigt auf, wie viele Kunden durchschnittlich pro Öffnungsstunde die Bibliothek besuchen und ihre Angebote nutzen. Laufende Ausgaben je Besuch in Euro Einbezogen wird die Gesamtsumme der getätigten laufenden Ausgaben nach den Rechnungsergebnissen des Berichtsjahres – unabhängig davon, ob die aufgewendeten Mittel vom Unterhaltsträger oder aus anderen Quellen stammen. Nicht berücksichtigt werden einmalige Investitionen. Diese fließen in die Dimension Entwicklung ein. Der Indikator wird umgekehrt bewertet (kleinster Wert = Spitzenwert).

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4.1.4 Zieldimension Entwicklung Erneuerungsquote Gibt den Prozentsatz des Bestandes an, der im laufenden Jahr durch neue Medien ersetzt wurde. Beeinflusst wird die Quote davon, wie viele neue Medien die Bibliothek erwirbt und wie viele alte Medien sie aussondert. Die Erneuerungsquote ist einer der wichtigsten Indikatoren im BIX. Die Erneuerungsquote zeigt, inwieweit die Bibliothek in der Lage ist, ihre Informationen kontinuierlich zu aktualisieren und mit den Nutzerbedürfnissen Schritt zu halten. Besteht der Medienzugang jedoch vorwiegend aus Geschenken, die die Bibliothek inhaltlich und qualitativ nicht steuern kann, wirkt sich dies langfristig negativ auf die Ausgewogenheit des Bestandes und ein nutzerorientiertes Bestandsprofil aus. Fortbildungsquote Einbezogen wird der Zeitaufwand für interne und externe Fortbildungen sowie Dienstreisen mit Fortbildungscharakter. An der Fortbildungsquote lässt sich ablesen, ob das Personal für neue Entwicklungen gerüstet ist und welchen Stellenwert die ständige Weiterqualifizierung in der Bibliothek einnimmt. Investitionen je Einwohner in Euro Hier wird die Summe aller tatsächlich verausgabten einmaligen Investitionen berücksichtigt, das sind einmalige Ausgaben für den Erwerb von Grundstücken und Gebäuden, für Baumaßnahmen, Möbel oder technische Ausstattung aus Mitteln des Vermögenshaushaltes. Kommen einer Bibliothek nicht regelmäßig Investitionen zugute, sinkt mittelfristig ihre Attraktivität und Leistungsfähigkeit.

4.2 Indikatoren des BIX für Universitätsund Hochschulbibliotheken (BIX-WB) Vor der Erstellung des BIX-Indexes für wissenschaftliche Bibliotheken stand die Klärung des Auftrages von Universitäts- und Hochschulbibliotheken. Auf der Grundlage dieses Verständnisses wurde das Indikatorenraster des BIX-WB abgeleitet. Auftrag der Universitäts- und Hochschulbibliotheken Die Bibliothek versorgt Forschung, Lehre und Studium an ihrer Hochschule mit Literatur und Information. Zu diesem Zweck baut sie lokale Informationsbestände auf, bietet Zugriff auf weltweit vorhandene für die Hochschule relevante Informationen, sorgt für rasche Zugänglichkeit und Lieferung benötigter Dokumente und fördert durch Beratung und Schulung die Kompetenz zur Informationsnutzung und zum elektronischen Publizieren. Sie orientiert ihr Dienstleistungsangebot konsequent an den Bedürfnissen ihrer Benutzer und den strategischen Zielen der Hochschule und trägt ihre Dienste aktiv an die Nutzer heran. Informationsvermittlung Die Bibliothek beschafft, erschließt und vermittelt Fachinformation in gedruckter und elektronischer Form. So unterstützt sie Forschung und Lehre an der Hochschule und darüber hinaus. Sie bietet durch Fachportale und Nachweisinstrumente den Zugriff auf weltweit vorhandene Informationen an und bedient die Nutzer mit Informationsservices, die auf ihre Interessen zugeschnitten sind. Sie sorgt für rasche Lieferung lokal nicht vorhandener Informationen, vorrangig unter Nutzung der Informationsnetze. Informationsproduktion Die Bibliothek bietet die Infrastruktur für wissenschaftliches Publizieren, einschließlich der elektronischen Veröffentlichungen der Hochschule. Sie leistet Archivierung und Bestandserhaltung für den gedruckten wie den elektronischen Literatur- und Informationsbestand der Hochschule, soweit der Auftrag besteht.

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Sie trägt durch Erschließen, Digitalisieren und Bereitstellen ihrer Literaturbestände zum internationalen Wissensnetzwerk sowie zur Wettbewerbsfähigkeit und kulturellen Darstellung der Hochschule bei.

wie zum kritischen Umgang mit ihr, durch Beratung und studiengangintegrierte Lernmodule. Management Die Bibliothek nutzt und entwickelt innovative Technologien zur Erfüllung ihrer Aufgaben. Durch moderne Managementmethoden sorgt sie für hohe Qualität der Dienstleistungen und Kosteneffizienz. Sie fördert die Kompetenz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter durch Fortbildung und strategische Personalentwicklung. Sie kooperiert lokal, national und international zum Zweck effektiver und wirtschaftlicher Informationsversorgung.

Unterstützung wissenschaftlichen Lehrens und Lernens Die Bibliothek bietet angemessene Möglichkeiten für individuelles Arbeiten und Gruppenarbeit unter Nutzung der jeweils aktuellen technischen Voraussetzungen. Sie fördert multimediales Lehren und Lernen sowie Fernlehre und Fernstudium. Sie fördert die Informationskompetenz, d. h. die Fähigkeit zur Nutzung von Literatur und Information so-

Indikatoren des BIX für Universitäts- und Hochschulbibliotheken (BIX-WB) Angebote

Nutzung / Kundenorientierung

- - - -

Arbeitsplätze pro 1.000 p.N. Bibliotheksmitarbeiter (VZÄ) pro 1.000 p.N. Ausgaben für Literatur und Information pro p.N. Anteil der Ausgaben für elektronische Bestände an den gesamten Ausgaben für Informationsversorgung in % - Öffnungsstunden pro Woche

- - - -

Wirtschaftlichkeit / Effizienz

Entwicklung

- laufende Bibliotheksausgaben pro aktiven p.N.* - Verhältnis der Erwerbungsausgaben zu den Personalausgaben in % - Prozesseffizienz Medienbearbeitung ** - Prozesseffizienz Aus- und Fernleihe **

- Fortbildungstage pro Mitarbeiter - Anteil der Bibliotheksmittel an den Mitteln der Hochschule in % ** - Anteil der Dritt- und Sondermittel an den Bibliotheksmitteln in % - Anteil Personal für elektronische Dienste in % **

physische Besuche pro p.N. virtuelle Besuche pro p.N. Schulungsteilnahmen pro 1.000 p.N. sofortige Medienverfügbarkeit in %

* umgekehrte Bewertung (kleinster Wert = Spitzenwert) ** Vergleichsgruppe sind ausschließlich BIX-Teilnehmer Zentrale Bezugsgröße bei den Universitäts- und Hochschulbibliotheken ist die „primäre Nutzergruppe“. Sie setzt sich zusammen aus allen im Erstfach eingeschriebenen Studierenden und dem wissenschaftlichen Personal (inkl. Lehrbeauftragte) der Universität bzw. Hochschule ohne die studentischen Hilfskräfte.

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Erläuterungen zum BIX 2013

4.2.1 Zieldimension Angebote

4.2.2 Zieldimension Nutzung

Zahl der Arbeitsplätze pro 1.000 primäre Nutzer Der Indikator beschreibt, wie gut die Bibliothek ihre Funktion als Lern- und Arbeitsort für die Hochschule erfüllen kann. Einbezogen werden alle Arbeitsplätze in der Bibliothek zur Einzel- und Gruppenarbeit, mit und ohne Computerausstattung.

Bibliotheksbesuche pro primären Nutzer Gezählt werden die Besuche aller Benutzer im Jahr. Dies geschieht in der Regel über Zählgeräte, im Ausnahmefall auch über Stichprobenzählung.

Bibliotheksmitarbeiter (VZÄ) pro 1.000 primäre Nutzer Die Personalausstattung bestimmt die Dienstleistungsintensität und -qualität. Berücksichtigt wird das gesamte Personal innerhalb und außerhalb des Stellenplans. Ausgaben für Literatur und Information pro primären Nutzer Von der Höhe der Erwerbungsausgaben hängt ab, wie gut die Bibliothek ihren Informationsauftrag erfüllen kann. Die Ausgaben für Literatur setzen sich zusammen aus den tatsächlich geleisteten Ausgaben für die Erwerbung aller Bibliotheksmaterialien einschließlich elektronischer Medien und Einbandkosten. Anteil Ausgaben für elektronische Bestände an den Gesamtausgaben für Informationsversorgung Gibt an, wie groß der Anteil der Ausgaben für den elektronischen Bestand an den Gesamtausgaben ist (hier ohne Einbandkosten). Der Anteil der elektronischen Medien an den Neuerwerbungen bestimmt nicht nur Inhalte, sondern auch Verfügbarkeit und weitergehende Dienstleistungen. Der optimale Wert für diesen Indikator schwankt jedoch je nach fachlicher Ausrichtung der Bibliothek. Bei einem naturwissenschaftlichen Schwerpunkt kann er derzeit höher sein als bei einem geistes- oder gesellschaftswissenschaftlichen Profil. Öffnungsstunden pro Woche Die Öffnungszeiten sind ausschlaggebend für die Nutzung der Bibliothek als Lern- und Arbeitsort. Es werden die theoretischen Öffnungsstunden der Hauptbibliothek/Zentrale angegeben, unabhängig von möglichen Zeiten reduzierten Bibliotheksbetriebs im Berichtsjahr.

Virtuelle Besuche pro primären Nutzer Serviceleistungen über das Internet (z.B. Recherche und Bestellungen) sowie ein hoher Anteil elektronischer Medien führen dazu, dass die Bedeutung der virtuellen Nutzung für Bibliotheken stetig steigt. Die virtuellen Besuche (Sessions) der Bibliothekskunden, d.h. die Besuche auf der Bibliothekshomepage und dem OPAC, werden über ein zentral durchgeführtes Zählpixelverfahren der Hochschule der Medien Stuttgart (HdM) erhoben. Im Jahr 2011 wurde das Zählverfahren auf einem neuen Server eingerichtet. Dies diente vor allem dazu, die mit dem angewachsenen Teilnehmerkreis deutlich gestiegenen Zugriffszahlen bewältigen zu können. Die Software wurde außerdem an Entwicklungen in der Browsertechnologie angepasst. Sie ist unter anderem in der Lage, virtuelle Besuche identisch konfigurierter Internet-Rechner genauer als bisher zu unterscheiden. Für einzelne Bibliotheken äußert sich die Anpassung einmalig in einem Absinken der Jahressumme von 2011 nach 2012. Bitte berücksichtigen Sie diesen Umstand auch bei Vergleichen zwischen Bibliotheken. Schulungsteilnahmen pro 1.000 primäre Nutzer Gezählt werden alle Teilnahmen an Bibliotheksschulungen und -führungen. Aufgrund des Medienwandels besteht eine wichtige Aufgaben der Bibliotheken in der Vermittlung von Medien- und Informationskompetenz. In der Zahl der Schulungsteilnahmen spiegelt sich sowohl das Angebot als auch die Wirkung dieser Tätigkeit wider. Sofortige Medienverfügbarkeit Der Indikator gibt an, welcher Prozentsatz aller Entleihungen rechnerisch sofort, d.h. ohne vorherige Vor-

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merkung oder Leihverkehrsbestellung, möglich war. Hier wird die Zahl der Ausleihen und Fernleihbestellungen zu den Ausleihen abzüglich Vormerkungen ins Verhältnis gesetzt. 4.2.3 Zieldimension Effizienz Bibliotheksausgaben pro primären Nutzer Hier wird die Summe der Ausgaben für Erwerbung, sonstige sächliche Ausgaben und Personalausgaben ins Verhältnis zur Zahl der aktiven Entleiher aus der primären Nutzergruppe gesetzt. Der Indikator wird umgekehrt gewertet (kleinster Wert = Spitzenwert), geht also davon aus, dass die Arbeit umso kosteneffizienter erbracht worden ist, je geringer die Ausgaben pro Nutzer sind. Die Zahl kann jedoch umgekehrt auch als Hinweis darauf gelesen werden, wie viele Mittel der Bibliothek zur Versorgung ihrer Klientel zur Verfügung stehen. Verhältnis der Erwerbungsausgaben zu den Personalausgaben Berücksichtigt wird das gesamte Bibliothekspersonal innerhalb und außerhalb des Stellenplans (ggf. über Richtwerte ermittelt). Prozesseffizienz Medienbearbeitung Ins Verhältnis gesetzt werden die in der Bibliothek im Jahresverlauf beschafften und bearbeiteten Medien zum Personalaufwand für die Medienbearbeitung (in VZÄ). Prozesseffizienz Aus- und Fernleihe Ins Verhältnis gesetzt werden die Ausleihen der Bibliothek sowie die gebenden und nehmenden Fernleihbestellungen zum Personalaufwand für die Ortsund Fernleihe (in VZÄ).

4.2.4 Zieldimension Entwicklung Fortbildungstage pro Mitarbeiter Alle angekündigten Fortbildungen und Schulungen in Form von Gruppenveranstaltungen innerhalb und außerhalb der Bibliothek werden gezählt. Anteil Bibliotheksmittel an den Mitteln der Hochschule Angegeben wird der gesamte Hochschuletat, um diesen ins Verhältnis zu den Mitteln zu setzen, die die Bibliothek von der Hochschule erhält. Der Indikator ist ein Hinweis darauf, welchen Stellenwert die Bibliothek im Hochschulkontext einnimmt. Anteil der Dritt- und Sondermittel an den Bibliotheksmitteln Berücksichtigt werden alle erwirtschafteten Mittel sowie Dritt- und Sondermittel inklusive investive Ausgaben, die nicht vom Unterhaltsträger oder dem zuständigen Ministerium stammen. Der Indikator zeigt, wie viele Ressourcen die Bibliothek für fachliche, technologische oder räumliche Entwicklungen einwerben konnte. Er belegt aber auch den Beitrag, den die Bibliothek zur Finanzierung leistet. Anteil Personal für elektronische Angebote Summe der Stellenanteile des Bibliothekspersonals, das mit Planung, Wartung, Bereitstellung und Entwicklung von IT-Dienstleistungen betraut ist. Die Anzahl des Personals in elektronischen Dienstleistungen macht deutlich, wie die Bibliothek sich auf den Umgang mit elektronischen Medien und Dienstleistungen eingestellt hat.

Beide Indikatoren zur Prozesseffizienz hängen wesentlich von der Technologieunterstützung, aber auch von der Art der beschafften Medien und der Prozessorganisation in der Bibliothek ab.

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Erläuterungen zum BIX 2013

BIX – der Bibliotheksindex ist eine Dienstleistung im Rahmen des Kompetenznetzwerks für Bibliotheken (KNB)

Kompetenznetzwerk für Bibliotheken

Deutscher Bibliotheksverband e.V. Kompetenznetzwerk für Bibliotheken Fritschestr. 27-28 10585 Berlin Tel.: (030) 644 98 99 10 Fax: (030) 644 98 99 29 E-Mail: dbv@bibliotheksverband.de www.bix-bibliotheksindex.de www.bibliotheksverband.de

Hochschulbibliothekszentrum des Landes Nordrhein-Westfalen (hbz), Deutsche Bibliotheksstatistik Jülicher Str. 6 50674 Köln Tel.: (0221) 400 75 213 Fax: (0221) 40075-180 E-Mail: dbs@hbz-nrw.de www.bibliotheksstatistik.de www.hbz-nrw.de

infas GmbH Institut für angewandte Sozialwissenschaft Friedrich-Wilhelm-Str. 18 53113 Bonn Tel.: (0228) 38 22 0 E-Mail: info@infas.de www.infas.de

Hochschule der Medien Stuttgart Fakultät Information und Kommunikation Wolframstr. 32 70191 Stuttgart Tel.: (0711) 89 23 10 E-Mail: dbspixel@hdm-stuttgart.de www.hdm-stuttgart.de/bi

Verlag Dinges & Frick GmbH Greifstraße 4 65199 Wiesbaden Tel.: (06 11) 931 09 41 Fax: (06 11) 931 09 43 E-Mail: info@b-i-t-online.de www.b-i-t-online.de

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KIT-Bibliothek des ­Karlsruher Instituts für Technologie (KIT)

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rfolgreiche Wissenschaft braucht moderne Informationsdienstleister. Die Studierenden und Mitarbeiter des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) genießen dieses Privileg. Die KIT-Bibliothek ist eine der modernsten Bibliotheken in Deutschland. Schon Zahlen belegen das: Mit rund 68.000 elektronischen Zeitschriften, zwei Millionen gedruckten Büchern, mehr als 71.000 digitalen Medien sowie 410 Fachdatenbanken sichert sie campusübergreifend die Informationsversorgung für Forschung und Lehre. Die voll automatisierte 24-Stunden-Bibliothek am Campus Süd hat rund um die Uhr geöffnet. Ein System der Buchsicherung in Kombination mit der automatisierten Ausleihe und Rückgabe von Büchern ermöglicht die Nutzung der 1.000 Arbeitsplätze bei Tag und Nacht. Wöchentlich bis zu 35.000 Besucher kommen in Spitzenzeiten. Um die insgesamt drei Standorte optimal auszulasten, weist seit 2013 ein Online-Wegweiser den Nutzern den Weg – mit stundenaktuellen Belegzahlen. Mit vielen Projekten optimiert die KIT-Bibliothek den Forschungs- und Informationsprozess derzeit: Die Weiterentwicklung des KIT-Katalogs zu einer umfassenden Ressource Discovery Lösung verbessert seit 2012 die medienübergreifende Suche im gesamten von der Bibliothek lizensierten Informationsraum. Die Bibliothek betreut maßgeblich den Aufbau eines integrierten Forschungsinformationssystems. Es vermittelt eine Übersicht über alle Forschungsaktivitäten am KIT. Die Bibliothek hat den Open-Access-Verlag „KIT Scientific Publishing“ begründet. Er ist eine zentrale Säule der Open-Access-Policy des KIT. Open-AccessVeröffentlichungen unterstützt das Institut auch mit dem DFG-geförderten Publikationsfonds. Im nationalen Rahmen bilden zwei Projekte die Schwerpunkte des Bibliotheks-Engagements: Re3data (Nachweis und Analyse europäischer Forschungsdaten-

Ansprechpartner: Frank Scholze Am Forum 2 76131 Karlsruhe www.bibliothek.kit.edu Mitglieder der primären NutzerInnengruppe:  33.985 Personal in VZÄ:  109,32 Ausgaben der Bibliothek:  10.580.535 € Ausgaben Medienerwerb:  4.458.703 € Aus- und Fernleihen insgesamt:  352.517 Bibliotheksbesuche:  1.859.676 Wochenöffnungsstunden:  168

Repositorien) und openTA (Aufbau eines webbasierten Fachportals im Bereich „Technikfolgenabschätzung“). Ihren hohen informationstechnischen Standard gibt die KIT-Bibliothek seit vielen Jahren auch an die Region weiter: Das von ihr betriebene ‚Bibliotheksportal Karlsruhe‘ vereinfacht die virtuelle Suche nach Medien in der Technologieregion. Jüngstes Projekt ist die Bibliotheksausweis-Kooperation mit anderen Karlsruher Bibliotheken.

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5 Fragen an… Robert Darnton Auf der ganzen Welt arbeiten engagierte Menschen mit Leidenschaft für Bibliotheken. Wir möchten wissen, was sie bewegt. Fragen Frank Simon-Ritz, Shirley Mc Leod

Robert Darnton ist Historiker und seit 2007 Carl H. Pforzheimer Professor in Harvard. Er ist Direktor der Harvard University Library, die mit ihren rund 80 Einzelbibliotheken das größte Universitätsbibliothekssystem der Welt darstellt. Der freie Zugang zu Information liegt ihm am Herzen: Als einer der führenden Köpfe hat er sich für den Aufbau der „Digital Public Library of America“ (DPLA) eingesetzt, die im April dieses Jahres in die Testphase ging.

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Welche drei Dinge muss die Bibliothek der Zu­ kunft können? Bibliotheken unterscheiden sich voneinander genauso wie ihre Nutzer. So ist es schwierig, eine allgemeingültige Aussage zu treffen. Ich glaube aber, dass wissenschaftliche Bibliotheken sich weiterhin um den Aufbau und die Pflege ihres Bestands sorgen sollten, ohne sich dabei von Aussagen wie „Der Zugang zu Information ist wichtiger als der Erwerb von Medien.“ irritieren zu lassen. Sie dürfen das gedruckte Material nicht vernachlässigen in der Annahme, die Zukunft sei digital. Natürlich wird sie das sein; aber sie wird ebenso analog sein. Die Geschichte der Kommunikation hat gezeigt, dass ein Medium ein anderes nicht ersetzt. Ihr Expertenwissen sollten die Bibliothekare einsetzen, um ihren Nutzern zu helfen, sich in der komplexen Zukunft zurechtzufinden. Dies betrifft den Umgang sowohl mit gedruckten Büchern und Artikeln als auch mit Datenbanken und Suchmaschinen.

Welche Rolle wird zukünftig dem gedruckten INNOVATIV Buch zukommen? Im Gegensatz zur weit verbreiteten Meinung ist das gedruckte Buch nicht tot. Es werden jedes Jahr mehr gedruckte Bücher produziert als im Vorjahr. Aber e en und neu erfnd komplett InternetMan diese sind sehr unterschiedlich. kann dem ger Inhalte im ige ht üc f te und Dokumen druckten Buch deshalb keine bestimmte Funktion Die Tradition des Sammelns und Aufewahrens zuordnen. Nicht jedes gedruckte Buchder keignet sich beispielsweise für das sogenannte „Deep Reading“. ne.de| b.i.

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Was wird Menschen im digitalen ­Zeitalter in Bibliotheken ziehen? Was macht sie unWas von Bibliotheken wirklich bleibt verzichtbar? Heute sind Öffentliche Bibliotheken in kleinen Kommunen mehr denn je lebendige Treffpunkte. Hier finden die Menschen Unterstützung bei der Orientierung im Informationsdschungel. Große wissenschaftliche Bibliotheken stellen Knotenpunkte in der Welt des Lernens dar. Sie werden immer mehr zusammenarbeiten, bis wir ein integriertes, weltweites Netzwerk haben. Rafael Ball

Rafael Ball · Das Ende eines Monopols · Was von Bibliotheken wirklich bleibt

„Die Tradition des Sammelns und Aufbewahrens der klassischen Bibliothek hat mit der Medien- und Technikrevolution eine Sinnkrise erfahren, die noch lange nicht überwunden ist. Die Zeit der Bibliotheken ist vielleicht nicht vorüber, aber Bibliotheken müssen sich im Zeitalter dynamischer Dokumente und flüchtiger Inhalte im Internet komplett neu erfinden und es braucht ein radikal neues Grundverständnis dessen, was bewahrenswert ist und was es nicht ist.“

Dr. Rafael Ball ist promovierter Biologe und Wissenschaftshistoriker. Er studierte Biologie, Slawistik und Philosophie an den Universitäten Mainz, Warschau und Moskau und ist seit 1994 im Bibliothekswesen tätig. 1998 wurde er Leiter der Zentralbibliothek des Forschungszentrums Jülich, seit 2008 leitet der die Universitätsbibliothek Regensburg. Er ist Autor und Herausgeber zahlreicher Publikationen, engagierter Redner und Lehrbeauftragter an einschlägigen Hochschulen. Seine Arbeits- und Forschungsschwerpunkte sind die Bibliothek der Zukunft, Wissenschaftskommunikation im digitalen Zeitalter und das Schicksal des gedruckten Buches.

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Dr. Rafael Ball ist promovierter Biologe und Wissenschaftshistoriker. Er studierte Biologie, Slawistik und Philosophie an den Universitäten Mainz, Warschau und Moskau und ist seit 1994 im Bibliothekswesen tätig. 1998 wurde er Leiter der Zentralbibliothek des Forschungszentrums Jülich, seit 2008 leitet der die Universitätsbibliothek Regensburg. Er ist Autor und Herausgeber zahlreicher Publikationen, engagierter Redner und Lehrbeauftragter an einschlägigen Hochschulen. Seine Arbeits- und Forschungsschwerpunkte sind die Bibliothek der Zukunft, Wissenschaftskommunikation im digitalen Zeitalter und das Schicksal des gedruckten Buches.

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Die „Digital Public Library of America“ will das Wissen der großen Bibliotheken wie der Library of Congress frei zugänglich machen, so dass Menschen jederzeit über das Internet darauf zugrei­ fen können. Welche sind die größten Herausforde­ rungen bei diesem Projekt? Die DPLA wird das kulturelle Erbe Amerikas allen Amerikanern und jedem Menschen in der Welt frei zugänglich machen, der Zugang zum Internet hat. Das größte Problem dabei sind die den Sammlungen auferlegten Einschränkungen durch veraltete und inadäquate Urheberrechtsbestimmungen.

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Welche Eigenschaften muss ein Bibliothekar/ eine Bibliothekarin heute mitbringen? Ich glaube, dass moderne Bibliothekare sowohl eine Wertschätzung für die gedruckte Kultur als auch ein Verständnis für elektronische Kommunikationsme­ dien mitbringen sollten.

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Die Kunst des Klicks Im Rahmen des europäischen Projekts „Digital Literacy 2.0“ lernen Mitarbeitende von ­Bibliotheken, wie sie ihre Besucher im Umgang mit den neuen Medien fit machen. Damit kommen sie ihrer Aufgabe als Bildungsanbieter nach. Das Angebot nützt aber auch ihnen selbst – die Einrichtungen werden für neue Besuchergruppen attraktiv. Text Jutta Croll und Katrin Schuberth

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Foto Annette Meikis

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rlaubsgrüße an die Kollegen sind blitzschnell über Facebook verschickt, ein Chat mit Freunden findet online statt und ein E-Book leiht man sich heute über die Internetseite der Stadtbibliothek – im digitalen Zeitalter verändert sich die Kommunikation rasend schnell. Vor allem das Web 2.0 und Social Media eröffnen eine Fülle an neuen sozialen Möglichkeiten. Für viele Menschen ist ihre Nutzung aus dem Alltag kaum noch wegzudenken. Sie twittern, flickern oder erledigen Bankgeschäfte am PC. Der Umgang mit den elektronischen Helfern ist heute längst eine unabdingbare Voraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe. Doch das heißt nicht, dass jeder, der die neuen Medien gerne nutzen würde, dazu auch in der Lage ist. Die schöne neue Welt erfordert Kompetenzen, die erst einmal erlernt werden müssen. Gerade bildungsferne und sozial benachteiligte Erwachsene stehen bei der Internet-Nutzung vor besonderen Schwierigkeiten. Ihnen einen niedrigschwelligen Zugang zu Informationen und Wissen zu ermöglichen, ist derzeit Teil eines Projekts, das die Europäische Kommission fördert: Es trägt den Titel „Digital Literacy 2.0“ (DLit2.0). Seit Anfang 2012 erprobt die Stiftung Digitale Chancen darin gemeinsam mit Partnerorganisationen aus sieben europäischen Ländern im Rahmen einer zweistufigen Trainingskampagne „Trainer trainieren & Nutzer qualifizieren“, welche Rolle die Angebote von Web 2.0 und Social Media in der non-formalen Erwachsenenbildung spielen können. Auf deutscher Seite beteiligt sich die Stadtbibliothek Köln. Fünf Themen fürs Curriculum Zum Auftakt trafen sich die Projektpartner im November 2012 in Lissabon. Dort stimmten sie gemeinsam die Lehr- und Lerninhalte der Trainingskampagne ab. Einerseits brachten sie ihre Erfahrungen aus der Arbeit mit sozial- und bildungsbenachteiligten Personengruppen und andererseits Erfahrungen in der Bereitstellung von Zugangsmöglichkeiten zu Informationen ein. Sie berieten darüber, welche Web 2.0-Anwendungen für die Zielgruppe des Projekts interessant sein könnten und welche Strategien zur Umsetzung verfolgt werden sollten. Eine Grundlage dafür war die Analyse von Internet- und PC-Kursen, die alle beteiligten Partnerorganisationen bereits früher erfolgreich durchgeführt hatten sowie eine Analyse aktueller statistischer Daten aus den Partnerländern zur Internetnutzung und zu Angeboten in Bibliotheken. Ergebnis ist ein Lerner-orientiertes Curriculum, das sich in fünf thematische Blöcke gliedert: E-Citizenship, Online-Kollaboration, Soziale Netzwerke, Kommunikation sowie Grundkenntnisse im Umgang mit PC und Internet. Viele Bibliotheken, Gemeindezentren und andere soziale Einrichtungen aus den Teilnehmerländern sind nun in die zweistufige Trainingskampagne eingebunden. In einem ersten Schritt werden die Mitarbeiten-

den seit dem Frühjahr für die Nutzung von Social Media und Web 2.0 geschult. In einem zweiten Schritt sollen sie ihr Wissen an ihre Besucher weitergeben. Bibliotheken sind für diese Aufgabe prädestiniert, weil sie zum einen regelmäßig von Erwachsenen der bildungsbenachteiligten Zielgruppe aufgesucht werden. Zum anderen besitzen sie Erfahrungen in der Bereitstellung von Zugangsmöglichkeiten zu moderner Information. Die ersten Trainingsmaßnahmen für die Mitarbeitenden der Stadtbibliothek Köln fanden im Februar 2013 statt. „Durch DLit2.0 konnten wir 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schulen, die nun ab September in kurzen praxisorientierten Workshops ihr Wissen kompetent an Einsteiger weitergeben können – zum Beispiel zum Umgang mit Social Media, Web 2.0-Tools und Tablets,“ sagt Dr. Hannelore Vogt, die Leiterin der Stadtbibliothek Köln. Die teilnehmenden Kollegen hätten durch das Training das Potenzial von Web 2.0-Anwendungen für die Arbeit mit den Zielgruppen der Stadtbibliothek Köln schnell erkannt. Sie werden das neu erworbene Wissen im Rahmen von zweistündigen Kursen oder im Rahmen der täglichen Bibliotheksarbeit an Kursteilnehmer und Bibliotheksbesucher weitergeben. Hannelore Vogt freut es überdies, dass Mitarbeitende aus allen Hierarchieebenen sowie aus allen Generationen im Rahmen des Mitarbeitertrainings zusammengefunden haben. So interessierten sich Abteilungsleiter ebenso wie Auszubildende für die Inhalte der Trainings. Ältere Kollegen waren ebenso unter den Teilnehmenden wie Jüngere. Damit hat das Projekt auch den Teamgeist im eigenen Haus befördert. Parallel zur Schulung der eigenen Mitarbeitenden konnte die Bibliotheksleiterin lokale Einrichtungen wie die örtliche Sprachschule, die Volkshochschule und das Jobcenter für eine Zusammenarbeit gewinnen. So wurden in Ergänzung zu den Angeboten der Volkshochschule Möglichkeiten für die Umsetzung von Kursangeboten in der Stadtbibliothek ermittelt. Über die Sprachschule und das Jobcenter können neue Personengruppen angesprochen werden, an die sich die künftigen Kursangebote richten werden. Dazu gehören beispielsweise Frauen mit Migrationshintergrund, die an Kursen zum Erwerb der deutschen Sprache teilnehmen. Über die direkte Ansprache sollen sie dazu motiviert werden, auch die Angebote der Bibliothek zu Web 2.0 und Social Media wahrzunehmen. Digital neue Nutzer gewinnen Für die Bibliotheken bedeutet das zunächst, dass sie ihrer Rolle als Bildungsakteure nachkommen. Die im Rahmen der Trainingskampagne geschulten Mitarbeitenden der so genannten informellen Lernorte unterstützen ihre Zielgruppe bei vielen Alltagsaufgaben: Die teilnehmenden Erwachsenen lernen, wie sie

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online mit ihren Familien und Bekannten in Kontakt bleiben oder einkaufen, wie sie kostenfreie Angebote im Internet nutzen oder an öffentlichen Debatten teilnehmen. So leisten die Bibliotheksmitarbeitenden einen Beitrag dazu, die Chancen ihrer Zielgruppe auf Teilhabe am sozialen und gesellschaftlichen Leben zu erhöhen. Gleichzeitig erweitern die Bibliotheken aber auch ihr Leistungsspektrum und erreichen neue Nutzergruppen. Dass der Ausbau der digitalen Kompetenzen dazu der richtige Weg ist, geht aus der so genannten Nichtnutzerstudie des Deutschen Bibliotheksverbands e.V. (dbv) aus dem Jahr 2012 hervor: Sie zeigt, dass sich Nichtnutzer und ehemalige Nutzer interessantere Angebote wünschen, etwa mehr Veranstaltungen und moderne Medien. Durch zusätzliche digitalisierte Angebote lassen sich also neue Bibliotheksbesucher gewinnen. Neben den Schulungen wären deshalb gezielte Investitionen in diesem Bereich praktische Maßnahmen, um die Attraktivität von Bibliotheken zu steigern – also Investitionen in aktuellere Medien, eine größere Auswahl an DVDs, CDs und digitale Medien sowie eine größere Anzahl an Internetarbeitsplätzen. Zum Abschluss des Projekts wird im Januar 2014 eine internationale Konferenz in Berlin stattfinden. Dort werden die Ergebnisse und Erfahrungen aus den unterschiedlichen Partnerländern vorgestellt. Auch die Materialien werden einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. So haben nicht nur viele weitere Bibliotheken die Möglichkeit, von Digital Literacy 2.0 zu profitieren, sondern auch noch mehr Internet-interessierte Bibliotheksnutzer.

Die Projektteilnehmer an Digital Literacy 2.0 Belgien (bibnet – öffentliche Bibliotheken in Belgien) Bulgarien (Regionalna biblioteka „Pencho Slaveykov“) Frankreich (Bibliothèque publique d‘information) Deutschland (Stadtbibliothek Köln) Polen (Biblioteka Publiczna im. W.J. Grabskiego w Dzielnicy Ursus) Netzwerkorganisationen aus Deutschland (Stiftung Digitale Chancen), Vereinigtes Königreich (Na­ tional Institute of Adult Continuing) und Portugal (Aga Khan Foundation) Die Stiftung Digitale Chancen ist eine gemeinnützige Organisation unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Wirtschaft (BMWi) und des Bundesfamilienministeriums (BMFSFJ). Sie arbeitet an dem Ziel der Digitalen Integration von Bevölkerungsgruppen, die bei der Internetnutzung bisher unterrepräsentiert sind. Dazu entwickelt die Stiftung Projekte und innovative Strategien zur Förderung der Medienkompetenz. Weitere Informationen: www.digital-literacy2020.eu.

Jutta Croll ist Geschäftsführerin und Mitglied des Vorstands der Stiftung Digitale Chancen. Sie ist als Wissenschaftlerin in verschiedenen Projekten zur Nutzung von Medien und zur Förderung der Medienkompetenz tätig. Zudem ist sie Mitglied verschiedener Projektbeiräte und Steuerungsgruppen auf deutscher und europäischer Ebene. E-Mail: jcroll@digitale-chancen.de Katrin Schuberth arbeitet seit 2009 bei der Stiftung Digitale Chancen als Projektkoordinatorin im Bereich Wettbewerbsevaluation und Erwachsenenbildung. Im Projekt „Digital Literacy 2.0“ ist sie an der Ausarbeitung der Trainingsmaterialien beteiligt und koordiniert die Aufgaben innerhalb des europäischen Projektteams. E-Mail: kschuberth@digitale-chancen.de

} Nutzungsfreundlichkeit von virtuellen Bibliotheken } Die Kontingente Bewertungsmethode zur Messung des ROI } Wissenschaftliche Bibliotheken und die Cloud } Gibt es immer weniger wissenschaftliche Top-Zeitschriften?

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ISSN 2194-0126 | 82269 | Ausgabe 4_2013

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Vorfahrt für die elektronischen Medien Die RWTH Aachen ist eine moderne, technisch geprägte Hochschule. Das stellt ihre Bibliothek vor besondere Aufgaben. Die Nutzer fragen immer häufiger nach elektronischen ­Medien. Für die Erwerbspolitik heißt das aber nicht E-only, sondern E-first. Text Stefan Bastian Foto Peter Winandy

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ei es in der Informatik, der Architektur oder der Medizin – exzellente Lehre und Forschung zu leisten, ist der Anspruch der RWTH Aachen. Das wird der Hochschule auch von staatlicher Seite bescheinigt: Sie zählt zu den ausgesuchten Standorten der Exzellenz-Initiative der Bundesregierung. So lockt sie Studierende wie Wissenschaftler. Knapp 38.000 Studiosi haben sich mittlerweile für die technisch-naturwissenschaftlich und medizinisch ausgerichtete Universität entschieden. 496 Professoren, 4.492 wissenschaftliche und 2.346 nichtwissenschaftliche Mitarbeiter sind hier tätig. An eine Bibliothek stellt das besondere Herausforderungen. Der hohe wissenschaftliche Anspruch und die große Zahl der potenziellen Nutzer sind aber nicht die einzigen Aufgaben, vor denen die Hochschulbibliothek steht. Wissenschaft, Forschung und Lehre arbeiten heutzutage überwiegend in digitalen Umgebungen. Wissenschaftler wollen medienbruchfrei arbeiten. Studierende lernen in virtuellen Umgebungen und kommunizieren über elektronische Medien. Bei Lehrbüchern besteht ein deutlicher Bedarf an parallelen Zugriffsmöglichkeiten. Die elektronischen Versionen dienen der raschen und komfortablen Orientierung. Das Buch wird nach wie vor zum Lernen und zur intensiven Prüfungsvorbereitung genutzt. Eine solch komplexe Gesamt-Konstellation heißt für eine Hochschulbibliothek: Sie muss auf eine Erwerbungspolitik setzen, die elektronische Medien in besonderer Weise berücksichtigt. Drei Viertel der Ausgaben für elektronische Medien Im Bibliothekssystem der RWTH Aachen wird eine solche Strategie bereits seit dem Jahr 2002 verfolgt. Der Siegeszug der elektronischen Medien begann hier bei den bibliographischen Nachschlagewerken.

Sie wurden zuerst durch Datenbanken ersetzt. Bald folgten elektronische Zeitschriften. Mit deutlicher Verzögerung setzte sich diese Tendenz mit Büchern fort. Einen hohen Stellenwert nehmen heute auch fachorientierte und fachspezifische Portale ein. Für die Erwerbungs-Grundsätze der Hochschulbibliothek heißt das jedoch nicht E-only, sondern die strikte Bedarfsorientierung. Folgerichtig hat sich die Hochschulbibliothek für eine E-first-Strategie entschieden. In der Bestandsentwicklung ergänzen sich damit Printund E-Ausgaben. Wie sich die Ausgaben in den letzten Jahren entwickelt haben, zeigt Abbildung 1. Das Bibliothekssystem an der RWTH ist zweischichtig organisiert. Als zentraler Dienstleister bietet die Hochschulbibliothek neben ihrem Bestand von knapp 1,2 Millionen Einheiten auch Medien in elektronischer Form. Die Fachbereichs-, Instituts- und Lehrstuhlbibliotheken ergänzen dieses Angebot mit ihrer gedruckten Literatur. Gerade im Bereich der Periodika erfordert E-first in diesem zweischichtigen System einen hohen Koordinierungsaufwand. So sollen Doppelbezüge und somit doppelte Kosten vermieden werden. Absprachen sind auch nötig, um hochschulweite Lizenzen abzuschließen. Den Periodikabedarf erhebt die Hochschulbibliothek der RWTH regelmäßig in Form von Umfragen. In der Medizinischen Fakultät gibt es ein fest etabliertes Ranking-Verfahren, bei dem nach einem festgelegten Schlüssel die wichtigsten Zeitschriften ermittelt werden. Zusätzlich erfasst ein elektronisches System einzelne Anschaffungsvorschläge. Auch der Erwerbungsvorschlagsassistent des Hochschulbib-

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Abbildung 1: Ausgabenentwicklung der Hochschulbibliothek Abbildung 1: Ausgabenentwicklung der Hochschulbibliothek 38

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Das Bibliothekssystem an der RWTH ist zweischichtig organisiert. Als zentraler Dienstleister online bietet die Hochschulbibliothek neben ihrem Bestand von knapp 1,2 Millionen Einheiten auch Medien in elektronischer Form. Die Fachbereichs-, Instituts- und Lehrstuhlbibliotheken ergänzen dieses Angebot mit ihrer gedruckten Literatur. 38 Bibliothek. Information. Technologie.

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Abbildung 2: Nutzungsentwicklung bei E-Books Abbildung Abbildung2:2:Nutzungsentwicklung Nutzungsentwicklungbei beiE-Books E-Books 1.600.000 1.600.000 Vollanzeigen Vollanzeigenvon vonZeitschriftenartikeln Zeitschriftenartikeln 1.400.000 1.400.000 1.200.000 1.200.000 1.000.000 1.000.000 800.000 800.000 600.000 600.000 400.000 400.000 200.000 200.000 -2010 2010

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Die Hochschulbibliothek beschränkt den Erwerb von Medien nicht nur auf kostenpflichtige Angebote, sondern auch auf kostenlose. Auch diese Medien können erhebliche wissenschaftliche Bedeutung haben. Die Hochschulbibliothek beteiligt sich zudem an der Erstellung solcher Open-Access-Angebote. So unterstützt sie Autoren der Hochschule bei Veröffentlichungen in diesem Bereich, derzeit beispielsweise in entsprechenden Zeitschriften des Verlags BioMedCentral. Sie beteiligt sich zudem an Finanzierungskonsortien für Open-Access-Publikationen, wie der Stanford Encyclopedia of Philosophy. E-first-Politik bedeutet auch, dass die E-Medien in alle Prozesse der Bibliothek integriert werden müssen. Das beginnt bei der Budgetplanung und setzt sich über die Formal- und Inhaltserschließung fort. So werden elektronische Bücher und Zeitschriften konsequent inhaltlich mit der Regensburger Verbundsystematik (RVK) erschlossen. Die RVK kommt für alle Fächer der Fakultäten 1 bis 8 (s. Kasten) in den Freihandbereichen als einheitliches Erschließungsinstrument zum Einsatz. Nur so sind fachlich orientierte Übersichten auch zu elektronischen Medien und der medienübergreifende Zugang realisierbar. Zusätzlich werden elektronische Lehrbücher definiert und durch eine entsprechende Kategorie im OPAC recherchierbar gemacht. Daneben wird ein eigener Fachzeitschriftenkatalog gepflegt. Er weist auch Zeitschriften nach, die nicht einzeln abonniert werden, sondern beispielsweise Teil eines Datenbankangebotes sind (Aggregatoren).

Abbildung 3: Vollanzeigen von Zeitschriftenartikeln Abbildung Abbildung3:3:Vollanzeigen Vollanzeigenvon vonZeitschriftenartikeln Zeitschriftenartikeln

Die Literaturbestände der Medizinischen Bibliothek werden jedoch nach der Systematik der National Library of Medicine (NLM) aufgestellt. Für alle Medien liothekszentrums NRW wird genutzt, der auf FernFazit Fazit gilt, dass zusätzliche sachliche Erschließungen als leihbestellungen basiert. Fremdleistung übernommen werden, unter anderem Eine Einekonsequente konsequentebedarfsorientierte bedarfsorientierteErwerbungspolitik Erwerbungspolitikmit mitE-first-Ausrichtung E-first-Ausrichtungstellt stelltdie die Dewey-Notationen und RSWK-Schlagwörter. Informationssysteme einer Hochschulbibliothek vor neue Herausforderungen. Ein Katalog im Informationssysteme einer Hochschulbibliothek vor neue Herausforderungen. Ein Katalog im Neben diesen Systemen wird an der RWTH hochschulSinne eines Bestandsverzeichnisses reicht für diese Aufgabe längst nicht mehr aus. Nutzer Sinne eines Bestandsverzeichnisses reicht für diese Aufgabe längst nicht mehr aus. Nutzer weit ein so genanntes P(atron)D(riven)A(cquisition)- Um die E-Medien den verschiedenen Nutzergruppen müssen erweiterten Möglichkeiten, etwa müssen auchauf aufdie dieEr erweiterten Möglichkeiten, etwadas dasPDA-Portal, PDA-Portal,hingewiesen hingewiesenwerden. werden. Portal auch angeboten. ermöglicht neben dem Anlesen zugänglich zu machen,Katalogbietet die RWTH-Bibliothek Zudem finden sie elektronische Medien heute auch vielfach ohne vorangegangene Zudem finden sie elektronische Medien heute auch vielfach ohne vorangegangene Katalogauch den Kauf einzelner Buchtitel. Das Portal wurde neben dem Katalog auch QR-Codes. Sowohl in der Recherche. Daher neue werden, Recherche. Dahermüssen müssen neueWege Wegegesucht gesucht werden,die dieAngebote Angeboteder der unter verschiedenen Konkurrenzprodukten aufgrund Lehrbuchsammlung als auch in den ZeitschriftenausHochschulbibliothek zu vermitteln und insbesondere Studierende in deren Nutzung Hochschulbibliothek zu vermitteln und insbesondere Studierende in deren Nutzungzu zu seines inhaltlichen Angebotes im Bereich Technik lagen wird damit auf elektronische Parallelausgaben unterstützen. Als beherrschen sie unterstützen. Als„digital „digitalnatives“ natives“ beherrschen siezwar zwardie dieTechnik Technikund undauch auchdie die und Naturwissenschaften ausgewählt. Es entspricht verwiesen. fundamentalen benötigen fundamentalenRecherchestrategien. Recherchestrategien.Unterstützung benötigensie sieaber aberhäufig häufigbeim beimUmgang Umgang so den inhaltlichen Bedürfnissen derUnterstützung Hochschule und wurde zusätzlich auf diese Bedürfnisse hin skaliert. Trotz des starken Aufwuchses im elektronischen Jetzt dient es als Ergänzung zu den Verlagspaketen, die Bereich können jedoch nicht alle Services auf diese die Hochschulbibliothek für einzelne Fächer erwirbt. Weise angeboten werden. Die RWTH-interne BelieFachreferenten evaluieren die Verlagspakete weiter- ferung mit Zeitschriftenaufsätzen oder individuell hin vor einem Erwerb. Zu ihren Aufgaben zählt auch bestellten Normen beispielsweise muss weiterhin die Abschätzung des voraussichtlichen Bedarfs in physisch erfolgen. Die fehlenden Nutzungsrechte eranderen Bereichen, zum Beispiel in der Lehrbuch- lauben keine elektronischen Angebote. sammlung. Bestellwünsche von Nutzern werden auf elektronische Verfügbarkeit und die entstehenden Die Nachfrage nach elektronischen Medien nimmt Kosten geprüft. Erst danach entscheiden die Fachre- in den letzten Jahren konsequent zu. Das zeigen die Zahlen aus den Abbildungen 2 und 3 deutlich. Printferenten, ob sie ein Werk erwerben wollen. online

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Medien verlieren zunehmend an Bedeutung. Wissenschaftler wie Studierende setzen die Medien-Nutzung aber auch unabhängig von ihrem Aufenthaltsort und Öffnungszeiten der Bibliotheken als Teil der Infrastruktur voraus. Als primäre Nutzergruppe können die RWTH-Angehörigen die elektronischen Medien deshalb in der Regel auch außerhalb des RWTH-Netzes nutzen, insbesondere an anderen Hochschulen. Fazit Eine konsequente bedarfsorientierte Erwerbungspolitik mit E-first-Ausrichtung stellt die Informationssysteme einer Hochschulbibliothek vor neue Herausforderungen. Ein Katalog im Sinne eines Bestandsverzeichnisses reicht für diese Aufgabe längst nicht mehr aus. Nutzer müssen auch auf die erweiterten Möglichkeiten, etwa das PDA-Portal,

Stefan Bastian Leiter Integrierte Medienbearbeitung, Hochschulbibliothek der RWTH Aachen. Nach dem Studium des Maschinenbaus Laufbahnprüfung für den Höheren Dienst. Hochschulbibliothek der RWTH Aachen ab 1996, zunächst als Fachreferent, später Zeitschriftenerwerbung und Erwerbungsleiter. Fachreferent für Maschinenwesen und Werkstoffkunde. E-Mail: bastian@bth.rwth-aachen.de

Die RWTH besteht aus den folgenden Fakultäten: 1. Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften 2. Architektur 3. Bauingenieurwesen 4. Maschinenwesen 5. Georessourcen und Materialtechnik 6. Elektrotechnik und Informationstechnik 7. Philosophische Fakultät 8. Wirtschaftswissenschaften 9. Medizin

hingewiesen werden. Zudem finden sie elektronische Medien heute auch vielfach ohne vorangegangene Katalog-Recherche. Daher müssen neue Wege gesucht werden, die Angebote der Hochschulbibliothek zu vermitteln und insbesondere Studierende in deren Nutzung zu unterstützen. Als „digital natives“ beherrschen sie zwar die Technik und auch die fundamentalen Recherchestrategien. Unterstützung benötigen sie aber häufig beim Umgang mit der Informationsflut: der Bewältigung großer Treffermengen sowie der Analyse und Bewertung von Ergebnissen aus heterogenen Systemen und Ressourcen.

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Wie die Bibliothek laufen lernt Am 28. November 2012 ist die Deutsche Digitale Bibliothek öffentlich gestartet – ein Meilenstein in einer mehrjährigen Aufbauphase. Kultur und Wissenschaft haben dazu einen unerlässlichen Beitrag geleistet. Das Deutsche Filminstitut war von Beginn an dabei. Wie wird sich das digitale Projekt aus Sicht des Films jetzt weiterentwickeln? Text Claudia Dillmann

„Das Weib des Pharao“, Deutschland 1921, Dreharbeiten. Theodor Sparkuhl (Kameramann), Friedrich Kühne, Paul Biensfeldt, Emil Jannings, Paul Davidson (Produzent), ?, Ernst Lubitsch (Regisseur), Dagny Servaes (vorne, v.l.n.r.)

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amensgebungen können treffend und irreführend zugleich sein. So rekurriert der Name „Deutsche Digitale Bibliothek“ (DDB) zwar völlig zu Recht auf eine lange, literarisch geprägte Bildungstradition. Gleichwohl war von Beginn der mehrjährigen Konzeptionen an klar, dass diese Bibliothek viel mehr sein soll – und muss – als die bloße Überführung vormals gedruckter Informationen ins Internet. Der weiter gefasste, englische Begriff „library“ kommt daher vielleicht dem Ansatz der DDB näher. Denn das bislang umfassendste, von Bund, Ländern und Kommunen getragene Vorhaben zur Auffindbarmachung von Wissen und Kultur im Netz lebt vom grundsätzlichen Anspruch, alle Sparten und ihre Einrichtungen gleichermaßen zu repräsentieren. Dafür steht zuvorderst das Kompetenznetzwerk der Deutschen Digitalen Bibliothek. In ihm ist neben Museen, Archiven, Bibliotheken, Einrichtungen aus Wissenschaft und Denkmalschutz auch der Bereich Film und audiovisuelle Medien vertreten – durch das Deutsche Filminstitut (DIF) in Frankfurt am Main. Den Aufbau der DDB von den ersten Planungsschritten an mitzugestalten, war die logische Fortführung und Ergänzung der eigenen digitalen Aktivitäten des DIF: Mit filmportal.de betreibt es seit 2005 die zentrale, stetig erweiterte Internetplattform zum deutschen Film. Redaktionsleiter David Kleingers ist folglich der richtige Mann in den DDB-Gremien. Weiterhin koordiniert das Institut seit 2009 das mit über zwanzig europäischen Partnern initiierte European Film Gateway (EFG). Es ist das für Film und filmbezogene Materialien maßgebliche Aggregatorenprojekt für die europäische Internet-Plattform Europeana. Schnittstelle zur Europeana Perspektivisch soll die Deutsche Digitale Bibliothek eine entscheidende Schnittstellenfunktion zum übergreifenden Rechercheangebot der Europeana einnehmen. Den bestehenden sowie laufend hinzukommenden digitalen Angeboten in der deutschen Kultur- und Wissenschaftslandschaft kann die DDB durch ihren dezidierten Netzwerkcharakter künftig weitere Reichweiten erschließen. Ihren potenziellen Nutzern wird sie gleichzeitig einen neuen Zugang zu vielfältigen Inhalten, vor allem aber verlässliche und versierte Orientierung im Umgang mit digitalen Ressourcen bieten. Diese langfristigen Ziele zu erreichen, wird weiterhin großes Engagement aller Beteiligten erfordern. Mit dem Beta-Launch des Webauftritts am 28. November vergangenen Jahres ist jedoch ein wichtiger Schritt getan. Die Öffentlichkeit hat nun einen ersten Eindruck von den längst noch nicht ausgeschöpften Möglichkeiten der DDB und kann die laufende Weiterentwicklung in Echtzeit nachvollziehen. Eine der größten Leistungen des Projekts ist dabei alles

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andere als virtuell: Die intensive Zusammenarbeit von Fachleuten aus den verschiedenen Bereichen der Kultur und Wissenschaft. Neben ihren digitalen Sammlungsstücken lassen sie ihre ganz eigenen Kompetenzen, Methodologien und Standards in die DDB einfließen. So ist quasi nebenbei eine neue, interdisziplinäre Community in Deutschland entstanden. Diese in den kommenden Monaten kontinuierlich zu erweitern, ist neben dem technischen Ausbau eine der vorrangigen Aufgaben. Das Deutsche Filminstitut wird sich nun für eine stärkere Anbindung der deutschen Filmerbeinstitutionen und Mediatheken einsetzen, wohl wissend, dass das noch immer junge Kulturgut Film im Kontext der DDB eine besondere Rolle einnimmt. Denn im Gegensatz zu den Dokumenten und Abbildungen aus den historischen Sammlungen der Bibliotheken, Museen und Archive existieren im audio-visuellen Bereich derzeit nur wenige gemeinfreie Werke, die ohne aufwändige Rechteklärungen uneingeschränkt öffentlich zugänglich gemacht werden können. Zugleich bietet das Leitmedium des 20. Jahrhunderts – in seinen neuen Facetten und Spielarten auch des 21. Jahrhunderts – die populärsten und attraktivsten Inhalte im Internet. Die Auffindbarkeit und Verfügbarkeit von mehr audio-visuellem Inhalt wird daher auch mehr Zugriffe für die DDB bedeuten. Allerdings sind wir von einer angemessenen Präsentation von Filmen auf nichtkommerziellen Plattformen noch weit entfernt. Bewegte Bilder sind noch unterrepräsentiert Die DDB enthält bereits zehntausende von Filmfotos und filmbezogenen Dokumenten vornehmlich aus den DIF-Beständen. In Kombination mit Materialien beispielsweise von Theatermuseen, Landesarchiven und Bibliotheken bieten sie neue und erhellende Blicke auf die Arbeit von Autoren, Regisseuren, Schauspielern oder auf Inszenierungen. Sie zeigen etwa, in welchen Archiven Notenmaterial eines Filmkomponisten der 1920er Jahre bewahrt wird. Doch das Bewegtbild, der DDB-Medientypus „Video“, findet sich in der Beta-Version bislang nur 31 Mal. Diese Unterrepräsentation teilt die DDB mit der Europeana, die ihrerseits erhebliche Anstrengungen unternimmt, mehr bewegte Inhalte aggregieren zu lassen. Das dafür in Deutschland digitalisierte Material, beispielsweise über den Ersten Weltkrieg, wird im kommenden Jahr auch der DDB zugutekommen. Die europäischen Anstrengungen entheben Deutschland jedoch nicht der Aufgabe, auch auf deutscher Seite die Präsenz des Mediums Film in der DDB kräftig auszubauen. Dazu sind indes nicht nur Formatstandards, Bandbreite und ausreichende Serverkapazitäten nötig. Eine weitere Voraussetzung ist die konsequente Stär-

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kung der Filmerbeinstitutionen für die anstehenden digitalen Herausforderungen – etwa die Ausweitung der öffentlichen Digitalisierungsinitiativen im Bereich Film. Der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Staatsminister Bernd Neumann, hat in diesem Jahr durch die Vergabe von Sondermitteln für die retrospektive Digitalisierung von Archivfilmen ein erstes, positives Signal gesetzt. Dem müssen nun weitere Anstrengungen folgen. Ebenso drängend ist eine legislative Lösung für verschiedene urheberrechtliche Fragen und die Schaffung einer verbindlichen Rechtssicherheit für die deutschen Filmererbeinstitutionen, um so die nicht-kommerzielle Aufführung und Zugänglichmachung von verwaisten Werken zu ermöglichen – die größtenteils mit erheblichem Aufwand von eben diesen Einrichtungen erhalten und überliefert werden. Die EU-Richtlinie 2012/28 über bestimmte zulässige Formen der Nutzung verwaister Werke ist auch hier ein erster Schritt. Sie erlaubt die öffentliche Zugänglichmachung etwa von Filmwerken durch privilegierte Einrichtungen, wenn nach einer sorgfältigen Suche die Rechteinhaber nicht bekannt oder auffindbar sind. Die Mitglieder des Deutschen Kinematheksverbundes – Bundesarchiv/Filmarchiv, Stiftung Deutsche Kinemathek und Deutsches Filminstitut – schätzen den Anteil verwaister Filmwerke in ihren Beständen auf rund 25 Prozent, das entspräche etwa 42.000 Titeln inklusive Dubletten. Dabei handelt es sich vornehmlich um Material aus den ersten Jahrzehnten der Filmproduktion nach 1895. Deren Zugänglichmachung scheiterte bislang an der Rechtslage. Die Umsetzung der EU-Richtlinie in deutsches Recht wird deshalb von den Filmerbeeinrichtungen begrüßt, wenngleich ihnen bewusst ist, dass es für die sorgfältige Suche nach den Rechteinhabern zusätzlicher und erheblicher finanzieller Anstrengungen bedarf. Das DIF ist entschlossen, diese Arbeit im Interesse der öffentlichen Verfügbarkeit unseres Filmerbes und seiner digitalen Zugänglichmachung fortzuführen. In einem nächsten Schritt will es die anderen Mitglieder des Kinematheksverbundes für die Zuar-

beit zur DDB gewinnen, sobald neue, frei verfügbare digitale Inhalte vorliegen. Zudem ist es bestrebt, die seit jeher engen Kooperationen mit Rechteinhabern und Urhebern zu intensivieren. So können digitale, kulturell signifikante und fachlich kuratierte Filmangebote im nicht-kommerziellen Bereich geschaffen werden. Die DDB wird unmittelbar auch von diesen Anstrengungen profitieren, da jeder neue Inhalt über sie recherchier- und auffindbar gemacht werden kann. Neue Kontexte des Wissens und der Kultur Trotz der unvermeidlichen Hürden freut sich das DIF auf die kommenden Aufgaben, auch weil sich im ehrgeizigen – und daher folgerichtig auf mehrere Jahre angelegten – Großprojekt DDB eine einmalige Chance bietet: über institutionelle und disziplinäre Grenzen hinweg neue Kontexte des Wissens und der Kultur zu schaffen. Den politischen Willen und finanziellen Rückhalt des Bundes und der Länder vorausgesetzt, können die in der DDB mitwirkenden Einrichtungen wichtige Impulse für die virtuelle wie für die analoge Welt setzen. Dies soll ausdrücklich nicht in kurzsichtiger Nachahmung von bestehenden Angeboten oder in sinnloser Konkurrenz zu kommerziellen Dienstleistern geschehen. Die neuen Aufgaben werden im selbstbewussten Wissen um die ureigenen Kompetenzen und ihren öffentlichen Auftrag angegangen. Das Deutsche Filminstitut ist gewillt, seinen Teil zur Weiterentwicklung der DDB beizutragen, sie als feste Größe in den Verbänden und Netzwerken der Filmsparte zu etablieren. Die bisherige, hervorragende Zusammenarbeit mit den Partnern und technischen Betreibern der DDB stimmt die Verantwortlichen zuversichtlich, dass die mittel- und langfristigen Ziele erreicht werden können. Als ein wichtiger Motor und Multiplikator wird die DDB so hoffentlich die Digitalisierung von Kulturgut vorantreiben, und damit bislang kaum oder schwerlich verfügbare Inhalte für die Allgemeinheit erschließen. Film und seine Geschichte gehören in allen Varianten dazu, denn nur mit bewegten Bildern wird die Deutsche Digitale Bibliothek wirklich laufen lernen.

Claudia Dillmann ist Direktorin des Deutschen Filminstituts (DIF). E-Mail: dillmann@deutsches-filminstitut.de Foto Uwe Dettmar

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Architektur ist Kulturgut – Appell des Deutschen Kulturrates Samstagvormittag im finnischen Turku: Zur Lektüre der Zeitung und für einen nachbarschaftlichen Plausch treffen sich die Anwohner in der Stadtbibliothek. Sie schätzen ihre Bibliothek nicht nur wegen des Computerangebots und der vielfältigen Medienauswahl: Die sorgfältig gestalteten Räume mit ihren durchdachten Details bieten eine angenehme Atmosphäre sowohl für konzentriertes Lesen wie für zwischenmenschliche Kommunikation. Text Olaf Bahner Foto Michael Perlmutter

Die Stadtbibliothek Turku in Finnland

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Zukunft der Bibliotheken

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n Deutschland gibt es über 10.000 Bibliotheken. Nicht alle können ihre Leser in einem Gebäude empfangen, das der besonderen gesellschaftlichen Relevanz von Kultur und Bildung gerecht wird. Diese Situation ist auch auf andere Kultur- und Bildungseinrichtungen übertragbar: Schulen, Theater und Konzerthallen sind viel zu oft von einer schleichenden baulichen Vernachlässigung, von Sanierungsstau oder von Verwahrlosung betroffen. Angesichts dieser für eine Kulturnation enttäuschenden Situation appellierte der Deutsche Kulturrat jüngst an Städte und Kommunen, ihre Kultur- und Bildungsbauten stärker wertzuschätzen und entsprechend zu unterhalten. Im Fokus stehen nicht prestigeträchtige Leuchtturmprojekte oder prominente Welterbe-Stätten, sondern Kultur- und Bildungseinrichtungen, die alltäglich von Bürgern, Schülern und Kulturinteressierten genutzt werden. Die Gründe für den schlechten baulichen Zustand dieser Bauten sind bekannt: Die Kommunen stecken in einer Zwickmühle, weil nicht nur Gebäude dringend saniert, sondern auch die kommunalen Haushalte konsolidiert werden müssen. Daher belässt der Deutsche Kulturrat es nicht bei der üblichen, gleichwohl gerechtfertigten Forderung nach einer deutlich verbesserten Finanzausstattung der Träger von Bildungs- und Kultureinrichtungen. Die Initiatoren plädieren gleichfalls für die Suche nach neuen Formen und Wegen, um Kultur- und Bildungsbauten so zu erhalten, zu sanieren oder neu zu bauen, dass sie ihrer gesellschaftlichen Bedeutung gerecht werden. Neben dem Einbezug des Potenzials von Bürgerstiftungen und eines gesellschaftlichen Engagement sind nach Ansicht des Deutschen Kulturrates ein größeres Bewusstsein für die architektonische und städtebauliche Qualität bei den öffentlichen Bauherren und die Rettung leerstehender und bauhistorisch wertvoller Gebäude durch eine kulturelle Nutzung elementare Ansatzpunkte. Drei erfolgversprechende Wege seien stellvertretend genannt, die – wie die nachfolgenden Beispiele zeigen – gar nicht so neu sind, jedoch eine viel breitere Resonanz als bisher erfahren sollten. Lesezeichen Salbke – bürgerschaftliches Engagement Salbke, ein Stadtteil von Magdeburg, hat seit der Wende mit zurückgehenden Einwohnerzahlen sowie mit Leerstand und Verfall zu kämpfen. In einem Workshop der Anwohner ist die Idee entstanden, mit einer temporären Freiluftbibliothek ein kulturelles Symbol gegen diesen Abwärtstrend zu setzen. Schnell wurde die in Eigenregie der Bürger errichtete Bücherwand zu einem beliebten Ort, zu einer Bühne für gemeinschaftliches Lesen und öffentliches

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Leben. Für den ständig wachsenden Bestand an gespendeten Büchern realisierten karo architekten aus Leipzig 2009 ein dauerhaftes Freiluftbücherregal als nicht verschlossene Vitrine für die zugehörige Bürgerbibliothek. Mehrfach preisgekrönt wurde das Lesezeichen zu Recht, weil es mit einem Kulturangebot einen Zukunftsanspruch für einen schrumpfenden Stadtteil formuliert. Und dennoch ist die Freiluftbibliothek vom Vandalismus Jugendlicher bedroht: eingeschlagene Scheiben, Graffiti, leere Schnapsflaschen auf dem Boden sind die regelmäßigen Schäden. So zeigen sich an diesem Beispiel auch die Grenzen bürgerschaftlichen Engagements: Bürger können kulturelle Initiativen anstoßen und in einem bestimmten Umfang tragen. Jedoch ist für einen strukturellen Kulturwandel die Unterstützung der kommunalen Politik zwingend notwendig. Bibliothek Friedrichshain-Kreuzberg – Qualitätsanspruch des öffentlichen Bauherrn Zu einem wahren Publikumsmagneten hat sich die neue Bibliothek im Berliner Stadtbezirk Friedrichshain entwickelt. Ein wesentlicher Grund für ihren Erfolg liegt in dem Anspruch des Berliner Bezirksamts als Bauherr, mit dem Umbau einer Plattenbauschule aus den 1960er Jahren einen besonderen kulturellen Ort zu schaffen: 2008 wurde ein Wettbewerb der Ideen für die beste bauliche Lösung ausgelobt. Den Architektenwettbewerb gewann das Büro Peter W. Schmitt Architekt BDA mit dem Entwurf einer architektonisch anspruchsvollen und zugleich funktionellen Bibliothek. In die konkrete Konzeption des Raumprogramms waren die Mitarbeiter der Bibliothek mit ihren Vorschlägen und Ideen maßgeblich eingebunden. Ihre Vorstellungen haben sich erfüllt: Nach zweijähriger Bauzeit wurde eine moderne Zentralbibliothek mit einer Leselandschaft, einem Lesecafé und einem Multimedia-Lernzentrum eröffnet. Zudem hat sich der unscheinbare Bau in ein markantes Gebäude verwandelt, das mit der Holzlamellen-Fassade und den großen Fensteröffnungen einen hohen Wiedererkennungswert besitzt – was die kontinuierlich wachsenden Nutzerzahlen bestätigen. Die Räume im Inneren sind großzügig und licht gestaltetet und es eröffnen sich schöne Ausblicke auf den alten Platanenbestand. Repräsentativ und lebendig zeigt sich heute die Bibliothek und verdeutlicht damit eindrucksvoll, was durch den Anspruch des öffentlichen Bauherrn an qualifizierte Planung und gute Architektur erreichbar ist.

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Stadtbibliothek Mössingen – Wiederbelebung eines Baudenkmals Wie aus einem fast verloren geglaubten Industriedenkmal eine Bibliothek mit einem besonderen Raumerlebnis werden kann, beweist die umgebaute

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Zukunft der Bibliotheken

„Tonnenhalle“ im schwäbischen Mössingen. Entworfen 1950/51 von Manfred Lehmbruck gilt die Halle als ein herausragendes Beispiel für die Industriearchitektur der jungen Bundesrepublik. Zugunsten eines Fachmarkts sollte sie abgebrochen werden und die nunmehr denkmalgeschützte Halle fand mit dem Einzug einer Bibliothek und weiteren städtischen Einrichtung 2011 eine neue Zukunft. Zuvor erforderte der Umbau der riesigen und schlecht belichteten Halle zu einer hellen und lichten Bibliothek ein kluges Konzept, das von Baldauf Architekten BDA aus Stuttgart erstellt wurde: Die tragende Idee ist ein sich über die gesamte Gebäudelänge erstreckender Deckendurchbruch, der über Glasoberlichter im Dach das Tageslicht ins Erdgeschoss einfallen lässt. Für ein ungestörtes Arbeiten wurde der lange Hallenraum mit „Leseinseln“ gegliedert, die zudem die einzelnen Bücherbereiche kennzeichnen. Es entstanden überschaubare und individuell erlebbare

Raumzonen, die dennoch den imposanten Raumeindruck der Halle nicht verbauen. Eine besondere Attraktion ist der „Lesesalon“ mit einem Zugang zum „Leseerker“, der abends als beleuchtetes Zeichen die Bibliothek weithin sichtbar macht. Alle drei Beispiele zeigen, welch großartige Räume Architektur für eine Stadt, ihre Bürger und für den Einzelnen eröffnen kann. In diesem Sinne richtet der Deutsche Kulturrat seinen Appell an Städte und Gemeinden, den gestalterischen Raumqualitäten, der Ausstattung und dem Umfeld von Kultur- und Bildungsbauten eine größere Wertschätzung als bisher entgegenzubringen – und sich hierfür auch finanziell zu engagieren.

Zum Appell des Deutschen Kulturrates: http://www.kulturrat.de/detail.php?detail=2441&rubrik=4 Dr. Olaf Bahner ist Referent für Baukultur und Berufspolitik sowie Sprecher der Sektion „Rat für ­Baukultur“ im Deutschen Kulturrat. E-Mail: bahner@bda-bund.de

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Zwischen Tradition und Moderne Der neue Allgemeine Lesesaal Unter den Linden der Staatsbibliothek zu Berlin

Der 21. März 2013 war für die Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz ein historischer Tag. Mit der Öffnung des neuen Allgemeinen Lesesaals Unter den Linden für die Leserinnen und Leser erhielt das fast 100 Jahre alte Gebäude sein im Zweiten Weltkrieg zerstörtes Herzstück zurück. Text Katja Dühlmeyer Foto SBB-PK, Jörg F. Müller

Der neue Lesesaal der Staatsbibliothek zu Berlin

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914 hatte die damalige Königliche Bibliothek das Haus Unter den Linden neu eröffnet. Der Hofbaumeister des Kaisers Wilhelm II., Ernst von Ihne, hatte einen Bibliothekspalast monumentalen Ausmaßes entworfen, in dessen Mitte sich ein beeindruckender Kuppellesesaal befand. Im Zweiten Weltkrieg wurde der Lesesaal von einer Fliegerbombe getroffen und schließlich im Jahre 1977 abgerissen. Die verbleibenden Räume beherbergten in der DDR u.a. die Deutsche Staatsbibliothek mit den in der Sowjetischen Besatzungszone verbliebenen Beständen. In Westberlin wurde indessen eine neue Bibliothek gebaut: Am Kulturforum an der Potsdamer Straße entstand 1978 das beeindruckende „Bücherschiff“ von Hans Scharoun und Edgar Wisniewski, das die in die westlichen Besatzungszonen ausgelagerten Bestände aufnahm. Ein neuer Lesesaal für ein altes Gebäude Nach der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten wurden die Institutionen in diesen beiden Gebäuden 1992 unter dem Dach der Stiftung Preußischer Kulturbesitz zu einer Einrichtung, der heutigen Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz zusammengeführt. In der Folge dieser Entwicklung fiel die Entscheidung, das Haus Unter den Linden wieder in seinen ursprünglichen Zustand zurück zu versetzen und ihm einen zentralen Lesesaal zurück zu geben. Der Entwurf des Stuttgarter Architekten HG Merz hat den Grundgedanken der wilhelminischen Architektur aufgegriffen: Über eine Folge sich in ihrer Pracht und Repräsentativität steigernder Räume gelangt man schließlich in die „Kathedrale des Wissens“, wie der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Professor Hermann Parzinger, den Lesesaal anlässlich der feierlichen Eröffnung bezeichnete. Doch anstelle von wilhelminischer Strenge und neobarocker Pracht finden Forscherinnen und Forscher dort nun einen eleganten, von klaren Linien geprägten transluzenten Glaskubus vor. 35 m x 30 m in der Grundfläche, ragt dieser Lesesaal 36 m hoch hinauf und ist damit aus einiger Entfernung über die monumentale Altbaufassade hinweg sichtbar. Im Inneren prägen Orangetöne das Bild: Teppichböden, Tische und Stühle, selbst die Regale sind in der warmen Farbe gehalten. Das Mobiliar kontrastiert angenehm mit dem kühlen Licht, das in einer Mischung aus künstlicher und natürlicher Beleuchtung einfällt. Die thermisch verformten Glasscheiben bilden, von außen gesehen, das charakteristische Fassadenbild des Lesesaals und sorgen aus der Innensicht für interessante Lichtbre-

chungen. „Bücher brauchen Menschen!“ – So brachte es die Generaldirektorin der Staatsbibliothek, Barbara Schneider-Kempf, in ihrer Eröffnungsrede auf den Punkt. Für die Leserinnen und Leser bietet der Allgemeine Lesesaal insgesamt 250 Arbeitsplätze, darunter 19 Arbeitskabinen, die für längerfristige Forschungsarbeiten angemietet werden können. 130.000 Bände an Forschungsliteratur stehen den Lesenden im Freihandbereich zur Verfügung, hinzu kommen die weiteren Bestände (insgesamt etwa 11 Mio. Bände) der Staatsbibliothek, die aus den Magazinen beider Häuser zur Arbeit in den Lesesaal bestellt werden können. Eine moderne Buchförderanlage sorgt dafür, dass Bestände aus den Magazinen im Haus innerhalb von 30 Minuten zur Nutzung bereit stehen können. W-LAN, Internetanschlüsse und Rechercheplätze runden das Angebot ab. Und auch für die Kontemplation ist gesorgt: Das Kunstwerk von Olaf Metzel „Noch Fragen?!“ besteht aus dünnen Aluminiumplatten in der Anmutung zerknüllten Papiers, bedruckt mit Texten von Zeitungsseiten, deren Inhalte zu erfassen eine spannende Aufgabe ist. Wer weniger die geistige Anregung als vielmehr die Entspannung sucht, kann sich auf den bequemen Sesseln in der sogenannten Lounge ausruhen, die sich unterhalb des Lesesaals, gegenüber der Leihstelle, befindet. Ein Rara-Lesesaal für seltene Bestände Neben dem Allgemeinen Lesesaal im Glaskubus ist ein weiterer öffentlicher Bereich neu in Betrieb genommen worden: der Rara-Lesesaal für die seltenen und wertvollen Drucke. Hier gibt es 48 Arbeitsplätze mit besonders großzügig gestalteten Tischen, gerade auch für die Arbeit mit Folianten. Etwa 25.000 Bände Freihandbestand sind hier verfügbar. Momentan ist in diesem Raum auch der Musiklesesaal untergebracht, ein Provisorium, das voraussichtlich noch bis 2016 Bestand haben wird. Denn noch sind die Bauarbeiten am Haus Unter den Linden nicht abgeschlossen: Nach der Inbetriebnahme der Neubauten, zu denen neben den beiden Lesesälen auch 3.000 m² Tresormagazine mit Kompaktregalanlagen zählen, geht es weiter mit der Generalsanierung der Altbausubstanz im südlichen Gebäudeteil. Aus diesem Grund ist seit der Wiedereröffnung im März der Zugang von der Straße Unter den Linden geschlossen. Der Eingang befindet sich nun in der Dorotheenstraße an der gegenüberliegenden Seite des Gebäudes. Beim Eintreten von dieser Seite her gelangt man zunächst in die sogenannte Rotunde, über deren Stirnseite zum

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Zukunft der Bibliotheken

Gebäude hin der historische Schriftzug „Lesesaal“ den Weg weist – einst war hier der Zugang zum Lesesaal der Universitätsbibliothek der benachbarten Humboldt-Universität. Schärfung der Profile beider Häuser Wenn die Sanierungsarbeiten 2016 abgeschlossen sein werden und der Zugang vom Boulevard Unter den Linden wieder möglich ist, wird das Haus neben den nun eröffneten Neubauten auch ein ganz neues, insgesamt 1100 m² großes Bibliotheksmuseum beherbergen. Dieses wird die Geschichte der Staatsbibliothek vor dem kulturhistorischen Hintergrund der Zeitläufte darstellen. Eine 100 m² große Schatzkammer wird einige der herausragenden Kostbarkeiten der Staatsbibliothek präsentieren. Auf einer etwa 300 m² großen Fläche können wechselnde Ausstellungen gezeigt werden. Mit der künftig zur Verfügung stehenden Gesamtfläche des Hauses wird endlich auch die eindeutige Profilierung beider Gebäude dieser Bibliothek konsequent zu Ende geführt werden können: Das Haus Unter den Linden wird zur Historischen Forschungsbibliothek, das Haus Potsdamer Straße am Kulturforum zur Forschungsbibliothek der Moderne ausgebaut worden sein. Unter den Linden werden dann neben den Fachbeständen zu Forschungsfragen der Vormoderne auch die materialbezogenen Sondersammlungen der Staatsbibliothek angesiedelt sein, so unter anderem die Zeitungen, Kinder- und Jugendbücher sowie die Handschriften

neben den bereits im Haus Unter den Linden befindlichen Historischen Drucken, Inkunabeln und Musikalien. Die Kartensammlung, die bislang auf beide Häuser verteilt ist, wird dann einen einzigen Standort haben. Auch das Haus an der Potsdamer Straße wird sich zukünftig noch besser auf Forschungsthemen der Moderne bis in die Gegenwart konzentrieren können, unterstützt durch die Sondersammlungen zu den Regionen Osteuropa, Orient und Ostasien. Zwei bedeutende Lese-Orte für Berlin Die Staatsbibliothek besitzt nun zwei Häuser mit beeindruckenden Lesesälen, die sich mühelos in die Reihe der bedeutsamen Lese-Orte Berlins einreihen. Mit diesen beiden Orten – dem wilhelminischen Prunkbau mit dem neuen Lesesaal Unter den Linden wie auch dem goldenen Bücherschiff am Kulturforum an der Potsdamer Straße – gelingt es der Staatsbibliothek, den Ort Bibliothek ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken. Die zunehmende Zahl der Anfragen nach Fotos, Drehgenehmigungen oder Nutzung der Lesesäle als Kulisse für Projekte aller Art beweist dies nur zu deutlich. Mit dem neuen Allgemeinen Lesesaal Unter den Linden kann sich die Staatsbibliothek zu Berlin den Herausforderungen stellen, die das 21. Jahrhundert für Bibliotheken bereithält. Auch wenn die derzeitige Situation ein Provisorium ist: Die Zukunft hat mit der Inbetriebnahme der Neubauten für die Staatsbibliothek zu Berlin bereits begonnen.

Katja Dühlmeyer, M.A., M.A.-LIS (HU Berlin) leitet das Referat Öffentlichkeitsarbeit in der Generaldirektion der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz. E-Mail: katja.duehlmeyer@sbb.spk-berlin.de

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Band 39

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Wolfgang Ratzek – Social Media Die zunehmende Bedeutung der Social Media (Synonym: Soziale Medien) macht sich auch in den Bibliotheken bemerkbar, für die es nun gilt, diese Entwicklung aktiv mitzugestalten oder von ihr mitgestaltet zu werden. Informationseinrichtungen wie Bibliotheken und Studiengänge der bibliothekarischen und informationswissenschaftlichen Bereiche sind aufgefordert, sich den neuen Herausforderungen zu stellen und adäquate Lösungen zu liefern. Dabei rückt der informations- und kommunikationstechnologische sowie der betriebswirtschaftliche Anteil immer mehr in den Vordergrund. Aber auch die gesellschaftlichen, kulturellen, politischen und wirtschaftlichen Implikationen sind in die Lehre zu integrieren, um sich letztendlich in einer komplexen, krisengezeichneten Welt wie der unsrigen zurechtzufinden. Die Beiträge beschäftigen sich mit dem Potenzial Sozialer Medien und zeigen neben theoretischen Betrachtungen vor allem praktische Beispiele. ISBN 978-3-934997-44-8, 2012, Brosch., 158 Seiten, teilweise farbig > € 29,50

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Öffentliche Bibliotheken 2020: Schaffung stärkerer Gemeinschaften in der EU Bibliotheken leisten mehr als nur das Verleihen von Büchern – sie haben vielmehr die Möglichkeit, auf die sozialen und wirtschaftlichen Bedürfnisse in den Gemeinschaften in der EU einzugehen. Da die Europäische Kommission bemüht ist, die Bedürfnisse einer ständig wachsenden digitalen Gesellschaft trotz der gegenwärtigen Wirtschaftskrise zu erfüllen, stellen neue Nachweise für die positive Einflussnahme Öffentlicher Bibliotheken eine entscheidende Orientierungshilfe für Regierungschefs dar, deren Aufgabe es ist, bestehende Gemeinschaftsressourcen auszuschöpfen und diese in den Dienst von noch mehr Menschen zu stellen. Eine Gruppe von Unterstützern europäischer Öffentlicher Bibliotheken namens „Öffentliche Bibliotheken 2020“ hat es sich zum Ziel gemacht, die Rolle von Bibliotheken als treibende Kräfte der gesellschaftlichen Entwicklung zu stärken, indem sie die Einstellung politischer Entscheidungsträger gegenüber einer Einrichtung ändern, die so alt wie Europa selbst ist. Text Janet Sawaya Foto Stadtbibliothek Bergheim

Lerninsel mit Q-thek der Stadtbibliothek Bergheim

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Öffentliche Bibliotheken als eine sich ständig weiterentwickelnde Ressource für ein modernes Europa In der ganzen EU stellen Öffentliche Bibliotheken für Millionen von Menschen eine zuverlässige und im Interesse der Gesellschaft handelnde Ressource dar, die sich zusammen mit der Gesellschaft entwickelt hat, um die Bedürfnisse des Gemeinwesens zu erfüllen und um Bevölkerungsgruppen einzubinden, die andere Einrichtungen nur schwer erreichen. Die Funktion der modernen Öffentlichen Bibliothek und ihre Leistung für die Gesellschaft werden von politischen Entscheidungsträgern häufig jedoch nicht hinreichend verstanden. Öffentliche Bibliotheken haben beispielsweise eine wesentliche Bedeutung für die Ermöglichung von lebenslangem Lernen. Sie stellen unterversorgten Bevölkerungsgruppen Informationen und Dienstleistungen zur Verfügung und bieten Zugang zu Informationstechnologien und Weiterbildungsmöglichkeiten, die vielen sonst nicht zugänglich sind. Diese wesentlichen Dienstleistungsangebote sind jedoch mangels öffentlicher Finanzierung allzu häufig eingeschränkt oder werden ganz gestrichen. Öffentliche Bibliotheken werden in Richtlinien auf EU-Ebene oder auf nationaler Ebene nur selten erwähnt, wodurch ihnen die Vorteile dieser Richtlinien nur erschwert zugänglich sind. Wenn Öffentliche Bibliotheken ihr Potential als treibende Kräfte der Entwicklung des Gemeinwesens, der sozialen und digitalen Inklusion und des lebenslangen Lernens ausschöpfen wollen, sind sie auf nachhaltige finanzielle Förderung und für sie wirksame EU- und Landesrichtlinien angewiesen. Bibliotheken erfüllen die Bedürfnisse der Gemeinschaft und reagieren auf wichtige Ziele der EU-Richtlinien 2020 Die Wachstums-Strategie „Europa 2020“ (EU 2020) ist eine große Chance für Öffentliche Bibliotheken, in sozialen Richtlinien verstärkt präsent zu sein und ihre Erfolgsaussichten hinsichtlich des Erhalts öffentlicher Fördermittel zu verbessern. Im Rahmen von EU 2020 hat sich die Europäische Kommission (EK) ehrgeizige Ziele für viele entwicklungsbedürftige Bereiche im Zusammenhang mit dem Zugang zu Informationen für die Bevölkerung zur Förderung der Lebensqualität gesetzt. Zu den wesentlichen Bereichen, für die die EK Ziele hinsichtlich eines erweiterten Zugangs für die Bevölkerung entwickelt hat, gehören Beschäftigung, Innovation, lebenslanges Lernen und soziale Inklusion. Von den Mitgliederstaaten der EU wird erwartet, dass sie wichtige Zwischenziele in diesen und anderen Bereichen mit der Hilfe von Partnern vor Ort bis zum Jahr 2020 erreichen. Um diese Chance voll auszunutzen, müssen sich Öffentliche Bibliotheken als wichtige Gemeinschaftspartner für

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die Förderung von intelligentem, nachhaltigem und inklusivem Wachstum profilieren. Im Juli 2012 kam eine Gruppe von durch die Bill & Melinda Gates Foundation geförderten Öffentlichen Bibliotheken zusammen, um gemeinsam zu erarbeiten, wie Öffentliche Bibliotheken dazu beitragen können, konkrete Ziele der EU-2020-Richtlinie zu erreichen. Bibliotheken stellen zahlreiche für das Gemeinwesen wichtige Dienstleistungsangebote bereit. Drei Bereichen der Richtlinie wurden jedoch besondere Bedeutung für die Rolle moderner Bibliotheken in der EU zugeschrieben. •N  on-formales und informelles Lernen Die EU ist derzeit mit demographischen Herausforderungen hinsichtlich einer alternden Bevölkerung und Arbeitnehmerschaft und darüber hinaus mit einem Fachkräftemangel und einer wachsenden Jugendarbeitslosigkeit konfrontiert. Um dieser Herausforderung zu begegnen, müssen Möglichkeiten des non-formalen Lernens (etwa organisierte Gruppenweiterbildungsangebote) und des informellen Lernens (etwa persönliche Informationsgespräche mit Bibliothekaren) und die dadurch entstehenden wertvollen Fähigkeiten und Kenntnisse offiziell anerkannt und gefördert werden. •S  oziale Inklusion Online zugängliche Angebote wie etwa Ressourcen für die Bereiche Arbeitssuche, Weiterbildung, Wohnungssuche und Gesundheit werden ständig benutzerfreundlicher und sinnhaltiger. Diejenigen, die jedoch am meisten von diesen Angeboten profitieren würden – also die benachteiligten und sozial ausgeschlossene Mitglieder der Gesellschaft – sind auch diejenigen, die sie wohl am wenigsten nutzen, da sie selten Zugang zu digitalen Technologien haben oder nicht in der Lage sind, diese zu nutzen. •D  igitale Inklusion Öffentliche Ressourcen und Hilfsangebote sind in zunehmendem Maß in erster Linie über das Internet zugänglich. Dies hat zur der Folge, dass jeder einzelne technische Fortschritt, der ausschließlich für Bürger mit digitalem Zugang einen Vorteil darstellt, diejenigen, die vom digitalen Zugang ausgeschlossen sind, nur noch weiter zurückfallen lässt. Öffentliche Bibliotheken können direkten Einfluss auf die EU-2020-Richtlinien ausüben, die sich auf diese Bereiche beziehen, indem sie die politischen Entscheidungsträger über die Möglichkeiten aufklären, wie Bibliotheken dabei helfen, diese Ziele für die Gemeinschaft zu erreichen.

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Den Einfluss Öffentlicher Bibliotheken deutlich machen Öffentliche Bibliotheken spielen eine besondere Rolle bei der Erfüllung unbefriedigter Bedürfnisse der Gemeinschaft. Wenn es jedoch darum geht, politische Entscheidungsträger davon zu überzeugen, dass Bibliotheksservices EU-Prioritäten wie Wachstum, Beschäftigung, Bildung und sozialen Zusammenhalt unterstützen können, werden nur weitgehend inoffizielle und anekdotenhaft zu belegende Beispiele herangezogen. Bis vor nicht allzu langer Zeit war konkretes Datenmaterial, das den Nutzen belegt, den Öffentliche Bibliotheken für ihre Benutzer und die Gemeinschaft bieten, nur begrenzt verfügbar. Ende 2012 hat das Programm „Global Libraries“ der Bill & Melinda Gates Foundation eine Umfrage in 17 EU-Staaten in Auftrag gegeben, die diese Lücke füllen und die Rolle von Bibliotheken bei der Förderung sozialer und wirtschaftlicher Richtlinien im Rahmen von EU 2010 herausarbeiten sollte. Die Studie bietet als erste dieser Art neues und überzeugendes Datenmaterial über den Einfluss Öffentlicher Bibliotheken und den Zugang zu Computern in Bibliotheken. Zu den Schlüsselergebnissen der Studie zählt: • F ast 100 Millionen Erwachsene in der EU benutzten im Vorjahr eine Bibliothek, und 14 Millionen benutzten einen Computer in der Bibliothek, um sich Zugang zum Internet zu verschaffen. •D  ie Zahl der Erwachsenen in der EU ohne sonstigen kostenfreien Zugang zum Internet (meist Roma, Menschen mit Behinderungen, ältere und arbeitslose Menschen) entspricht der Gesamtbevölkerungszahl der vier kleinsten EU-Staaten (1,9 Millionen Menschen). •2  4 Millionen Erwachsene (1 von 4 Bibliotheksbenutzern) nahmen im Vorjahr an Lernaktivitäten in der Öffentlichen Bibliothek teil – vor allem Senioren, ethnische Minderheiten und Arbeitslose. Hier eingeschlossen sind 2,3 Millionen Erwachsene, die einen Computerkurs belegt haben. • Im vorigen Jahr haben 1,5 Millionen Erwachsene in der EU Computer in Öffentlichen Bibliotheken benutzt, um sich auf Arbeitsstellen zu bewerben, und eine Viertelmillion hat auf diese Art Arbeit gefunden. •6  ,6 Millionen Erwachsene in der EU verbesserten ihre Bildung und Ausbildung durch in der Öffentlichen Bibliothek angebotene Services, und 1,9 Millionen erhielten Unterstützung, die im Vorjahr zu einer Erhöhung ihres Einkommens führte.

•8  3 Prozent von denjenigen, die das Internet in Öffentlichen Bibliotheken benutzen, berichten, dass dies positiven Einfluss auf eine Reihe von Bereichen hat. Die Internetnutzung hilft ihnen etwa, Zeit und Geld zu sparen, ihre Fertigkeiten und Kenntnisse zu verbessern, sich Zugang zu staatlichen Angeboten zu verschaffen und ihren Zugang zu arbeits- und gesundheitsbezogenen Ressourcen zu verbessern. In Deutschland berichteten 81 Prozent der Nutzer Öffentlicher Bibliotheken, dass der Computerzugang in der Bibliothek ihr Leben auf positive Weise beeinflusst hat. Dazu gehören ungefähr 14.000 Erwachsene, die auf diese Weise einen Arbeitsplatz gefunden haben. Die Studie hebt außerdem einige Bereiche hervor, in denen Öffentliche Bibliotheken in Deutschland zusätzliche Unterstützung benötigen, um diesen Einfluss noch zu verstärken: •C  omputerzugang wird in lediglich 30 Prozent der Öffentlichen Bibliotheken in Deutschland angeboten, also sehr viel seltener als im europäischen Durchschnitt (82 Prozent).1 • Im Vergleich zu 23 Prozent der Erwachsenen in Europa haben nur 16 Prozent der Erwachsenen in Deutschland im Vorjahr eine Öffentliche Bibliothek benutzt. Darüber hinaus haben in Deutschland nur halb so viele Erwachsene wie in den übrigen EUStaaten das Internet über Computer in Öffentlichen Bibliotheken benutzt. Öffentliche Bibliotheken 2020: Schaffung ­stärkerer Gemeinschaften in der EU Öffentliche Bibliotheken haben viele Möglichkeiten, für ihre unterstützende Funktion bei der Erreichung von sozialen und wirtschaftlichen Zielen in der EU anerkannt zu werden. Der Rat der Europäischen Union hat beispielsweise im Dezember 2012 eine Empfehlung für Mitgliederstaaten veröffentlicht, in der es um die Förderung non-formaler und informeller Lernmöglichkeiten geht. Darüber hinaus werden in Leitinitiativen von EU 201 2 wie etwa „Digital Agenda“, „Youth on the Move“, „An Agenda für Skills and Jobs“ und im Rahmen der „Europäischen Plattform gegen Armut und Exklusion“ die Mitgliederstaaten dazu aufgerufen, die Arbeit mit gesellschaftlichen Randgruppen und ausgeschlossenen Bevölkerungsgruppen zu verbessern.

1 Anmerkung der Redaktion: Dieser geringe Prozentsatz ist in erster Linie auf die große Zahl an ehren- und nebenamtlich geführten Bibliotheken in Deutschland zurückzuführen (5949 Bibliotheken). Werden nur die hauptamtlichen Bibliotheken ausgewertet (2019 Bibliotheken), so liegt der Prozentsatz der Computerarbeitsplätze bei rund 85% (vorläufige Daten, Deutsche Bibliotheksstatistik, Berichtsjahr 2012).

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Die Initiative „Global Libraries“ der Bill & Melinda Gates Foundation hat sich das Ziel gesetzt, die Welt des Wissens, der Information und der Kommunikation einer Vielzahl von Menschen näher zu bringen, indem es die Veränderungen in Öffentlichen Bibliotheken unterstützt. Als ein Teil des Global Development Program kooperiert das Projekt „Global Libraries“ mit Regierungen sowie anderen staatlichen und privaten Geldgebern, um den Zugang zu neuen Technologien in Öffentlichen Bibliotheken zu erweitern, Innovationen in Bibliotheken zu fördern, Führungskräfte zu schulen und sich für Grundsatzveränderungen stark zu machen, die sich positiv auf Öffentliche Bibliotheken und Gemeinden auswirken. „Öffentliche Bibliotheken 2020“ ist eine gemein­ schaftliche Interessenvertretung in der Europäi­ schen Union, die sich dafür einsetzt, die Sicht­ barkeit, Mitwirkung und Anerkennung Öffentlicher Bibliotheken als Einflussfaktoren der kommunalen Entwicklung zu erhöhen. Dafür bringt die Initiative Öffentliche Bibliotheken und ihre Träger aus ganz Europa zusammen, darunter das Projekt „Glob@l Libraries“ in Bulgarien, die staatliche Agentur „Culture Information System” in Lettland, die litauische Nationalbibliothek, die Polish American Freedom Foundation und die polnische Information Society Development Foundation (Fundacja Rozwoju Społecze´nstwa Informacyjnego – FRSI), „Biblionet“ in Rumänien, die Civic Agenda EU sowie die Initiative „Global Libraries“ der Bill & Melinda Gates Foundation.

„Öffentliche Bibliotheken 2020“ vereint die Förderer von Öffentlichen Bibliotheken in der ganzen EU, um die politischen Entscheidungsträger von dem einzigartigen Einfluss Öffentlicher Bibliotheken zu überzeugen und darüber hinaus Möglichkeiten zu identifizieren, die die Ziele der EU-2020-Richtlinie voranbringen. Neben den bereits vorgestellten allgemeinen Prioritäten der Richtlinie hat die Gruppe drei Arten von bestimmten Zielen hinsichtlich der Veränderung der Richtlinien identifiziert:

•E  rweiterung bereits bestehender Richtlinienerklärungen (z. B. die „Überarbeitete Agenda für Erwachsenenbildung 2012-2014“), um sicherzustellen, dass Öffentliche Bibliotheken als wichtige Leistungsträger bei der Erzielung von Ergebnissen anerkannt werden. •B  eeinflussung einiger Aspekte des öffentlichen Finanzierungsprozesses im Rahmen von EU 2020 durch die Einbeziehung Öffentlicher Bibliotheken als berechtigte Gemeinschaftspartner für Ziele wie die Investierung in Bildung und Fertigkeiten, die Förderung sozialer Inklusion, der Kampf gegen die Armut, und die Verbesserung des Zugangs zu Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT). •B  eschäftigung mit der Schaffung zukünftiger Richtlinieninitiativen der Kommission, etwa der „Kommunikation hinsichtlich einer europäischen Initiative für die Öffnung des Bildungsbereichs“ (die sich auf Online-Bildungsressourcen konzentriert), um sicherzustellen, dass die Rolle Öffentlicher Bibliotheken bei der Erreichung sozialer und wirtschaftlicher Ziele anerkannt wird. „Öffentliche Bibliotheken 2020“ ruft die Unterstützer der Gemeinschaftsentwicklung dazu auf, bei der Förderung Öffentlicher Bibliotheken als Zentren der sozialen und digitalen Inklusion und des lebenslangen Lernens in der ganzen EU zu helfen. Im Rahmen von „Öffentliche Bibliotheken 2020“ wird geplant, in den kommenden sechs Monaten die neuen Forschungsergebnisse hinsichtlich des Einflusses Öffentlicher Bibliotheken wichtigen politischen und strategischen Zielgruppen zur Verfügung zu stellen. Darüber hinaus soll die Unterstützung der Rolle von Bibliotheken als Lebensader zu EU-Gemeinschaften durch Partnerorganisationen gefestigt werden. Durch den Kontakt zu europäischen nationalen Bibliotheksverbänden informiert die Gruppe die Gemeinschaft der Öffentlichen Bibliotheken regelmäßig über Fortschritte und bittet in kritischen Zeiten einflussreiche Persönlichkeiten im Bibliotheksbereich um Unterstützung.  (Übersetzung aus dem Englischen: Maria Reinhard)

Janet Sawaya ist Referentin für die Initiative „Öffentliche Bibliotheken 2020“ der Bill & Melinda Gates Foundation E-Mail: janet.sawaya@gatesfoundation.org

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Zukunft der Bibliotheken

Bibliothek trifft Kunst Das Goethe-Institut in New York hat in den vergangenen acht Monaten ein einmaliges Projekt unternommen: Künstler sollten sich Gedanken zur Frage machen, welche Rolle Bibliotheken in einer digitalisierten Zukunft spielen. In ihren Räumen in Stadtteil SoHo kam dabei schon in den Vorgesprächen Überraschendes zu Tage. Text Brigitte Döllgast Foto Goethe-Institut New York

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Zukunft der Bibliotheken

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ie Zukunft der Bibliotheken liegt gewissermaßen in den Händen der Prognosen, der Vorhersagen des Vorhersagbaren. Das sagt über die Zukunft eigentlich nicht viel. Die entsprechenden Szenarien sind quasi mit dem Lineal aus dem, was bisher geschah, ins Futur verlängert. Überraschungen sind dadurch - zumindest auf dem Papier - per definitionem ausgeschlossen. Für die Praxis jedoch kann das Folgen haben. Wäre etwa die einhellige Meinung, dass das gedruckte Buch, derzeit im Zuge der Digitalisierung das wohl umstrittenste Kulturobjekt, künftig durch digital gespeicherte Texte verdrängt wird, dann wäre das Schicksal des Buches im Grunde schon besiegelt. Denn wer wird sich bei solchen „Aussichten“ noch um Druck und Bereitstellung von Büchern kümmern? Derartige Prophezeiungen sind allerdings keineswegs, wie der bekannte englische Ausdruck nahelegt, „self-fulfilling“. Es sind stets Menschen, die solche Erwartungen umsetzen oder eben nicht. Prognosen genießen dabei eine starke Suggestionskraft und zwar umso stärker, je mehr sie als gesichert gelten, etwa durch wissenschaftliche Autorität oder den Anspruch, sich auf die aktuelle Wirklichkeit zu stützen. Die Dürftigkeit der Kulturprognosen, die linear aus Gegenwartsdiagnosen gezogen werden, ist das eine. Das andere ist die Frage, welche Alternativen wir dazu haben. Die Fragen nach der künftigen Rolle der Bibliotheken bestehen ja fort. Kulturinstitutionen wie sie könnten die geeigneten Orte sein, die „think tanks“, um alternative Wege für die Diskussion um die Zukunft des Buchs zu erproben. Freilich, während Bibliothekare gewohnt sind Antworten zu geben, geht es hier eher darum, die Fragen und Problemstellungen neu zu formulieren und womöglich auch besser zu verstehen als bisher. Vielleicht muss man sich durch die Fragen in gewisser Weise überraschen lassen, sie sehen, wie man sie bislang noch nicht gesehen hat. Jener satirische Bibliothekar in Robert Musils „Mann ohne Eigenschaften“ versetzt den General Stumm, den Militär auf Expedition in der exotischen Zivilwelt, in Erstaunen mit dem Bekenntnis, dass er als Bibliothekar den Überblick über die Myriaden von Büchern in seiner Bibliothek nur behalten kann, weil er keines von ihnen liest. Wäre es jedoch nicht womöglich darauf angekommen, dass der Bibliothekar sich von dem Außenstehenden über den Zweck des Buches und seiner Organisation in Bibliotheken in Erstaunen versetzen lässt? Dieser Zweck entgeht in unserer heutigen Wirklichkeit zumindest den Bibliothekaren ganz sicher nicht. Doch nie zuvor stand das Buch so sehr in Frage wie heute. Muss es noch zwischen Buchdeckeln in Regalen stehen? Was ist eigentlich „Buch“ am Buch und inwiefern sind E-Books Bücher? Was bedeutet virtuelle Präsenz? Und was ist an einer virtuellen Biblio-

thek Bibliothek? Diese Fragen zielen auf den Kern der Bibliotheken, ihre Legitimierung. Im elften Stockwerk eines Geschäftsgebäudes Die Bibliotheken des Goethe-Instituts (GI) sind Spe­ zialbibliotheken der anderen Art: nicht so sehr durch die Spezialität ihrer Bestände, sondern durch die Kombination der Aufgaben, die sie in ihren Auslandsaktivitäten auf sich vereinigen – neben den klassischen bibliothekarischen eben auch solche des Kulturaustausches. Die Ansprache von Zielgruppen geschieht unter den entsprechenden Dialogzielen. Da GI-Bibliotheken dabei oft unter untypischen Bedingungen arbeiten, bei denen man sich auf die gewohnten Formen der Zielgruppenansprache nicht verlassen kann, müssen sie andere Wege ausprobieren und sammeln Erfahrungen im unorthodoxen Vorgehen. Im Fall des Goethe-Instituts New York befindet sich die Bibliothek im elften Stock eines Geschäftsgebäudes in SoHo, das Außenwerbung nicht erlaubt. Auf ihrer Höhe ist die Bibliothek weit ab vom Leben vor der Tür des Gebäudes und hat damit nur sehr eingeschränkt Möglichkeiten, neue Nutzergruppen zu erschließen. Um neue Formen der Interaktion mit Nutzergruppen zu erproben, hat die Bibliothek des Goethe-Instituts New York ein Projekt entwickelt. Es trägt den Titel „The End(s) of the Library“ und fordert Künstler dazu auf, sich mit den Fragen zur Zukunft der Bibliothek kreativ auseinander zu setzen. Zu diesem Zweck stellt sie sich zum einen als „artist space“ zur Verfügung. Zum anderen versucht sie, Vertreter aus der Gruppe der Kreativen und Kunstschaffenden selbst in die Diskussion über ebenjene Fragen um die Zukunft der Bibliothek zwischen Digitalisierung und Unwirtschaftlichkeit zu ziehen. Der Titel „The End(s) of the Library“ spielt mit der Mehrdeutigkeit des englischen Wortes „end“, das sowohl das Ende der Bibliothek als ihre Ziele meinen kann. Im Rückblick kann man in ihm auch einen Hinweis auf die vielen Enden des Themas sehen, von denen her man es, wie sich während des Projektverlaufs zeigte, angehen kann. Vier Künstler sollten an dem Projekt teilnehmen. Entsprechend haben in vier Phasen zwischen dem 8. November 2012 und dem 21. Juni 2013 die Kunstinterventionen stattgefunden. Um die geeigneten Künstler ausfindig zu machen und für das Projekt zu gewinnen, wurde eine Kuratorin verpflichtet, Jenny Jaskey. Der Projektplan wurde gemeinsam mit ihr erarbeitet, und sie war dann für die Realisierung zuständig. Dazu gehörte die gesamte Vermittlungsarbeit zwischen den Gegebenheiten der Bibliothekswelt und des Auftrags einerseits sowie der Kunstwelt und ihrer Bedingungen, unter denen freie Kreativität möglich werden soll, andererseits. Ein solches Aufonline

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gabenbündel ist nicht weit entfernt von der Quadratur des Kreises, und man sollte es daher unbedingt in professionelle Hände legen. Den Künstlern wurde für ihre Konzepte freie Hand gelassen. Sie haben sie weidlich genutzt. Die Ideen der partizipierenden Künstler beziehungsweise Künstlergruppen kreisten um ganz unterschiedliche Aspekte des Bibliotheksbetriebs. Sie setzten sich vor allem mit der Digitalisierung, etwa dem organisationstechnischen Umgang mit E-Books, oder mit dem Verhältnis von Mensch und Maschine am Beispiel digitaler Katalogdaten auseinander. Ein anderes Thema war die Gegenüberstellung von Archivierung und Vergegenwärtigung und damit indirekt auch das inhärent Obsolete an „neuen Medien“. Die Bezüge zum ursprünglichen Auftrag sind nicht immer leicht herzustellen. Doch es sollte ja vor allem auch Raum für den „naiven“ Blick und das Staunen des Laien geben. Platz für neue Gedanken Im Hintergrund des Projekts stand auch die Hoffnung, dass es gelingen könnte, ein Stück weit die eingetretenen Pfade, die das Reden über die Bibliotheken und ihre Zukunft eingeschlagen hat, verlassen zu können und Platz für neue Gedanken zu machen. Lädt man Künstler dazu ein, sich einmal den bibliothekarischen Kopf zu zerbrechen über jene „digitalisierte“ Zukunft und die künftige Rolle von Kultureinrichtungen in ihr, sollten sich dann nicht Aspekte ergeben, die den Bibliothekaren bislang noch nicht aufgefallen sind, ja als Experten dieses Fachs gar nicht auffallen konnten? Das mag ein wenig danach klingen, als wollte man per Experiment überraschende Erfahrungen erzwingen, die geniale Lösung aus dem Nichts schnippen. Darum ging es natürlich nicht. Doch die kleinen ungewöhnlichen Erfahrungen stellten sich schon in den Vorgesprächen mit den Künstlern ein. Über manches Moment des Bibliothekarischen konnten diese sich gar nicht genug wundern: etwa den Aufbau einer Katalogdatenbank, die normierten Schlagwörter oder den bibliothekarischen Unterschied zwischen Büchern und E-Books. Während die Bücher ja physisch vorhanden sind und entliehen werden können, schafft die Bibliothek bei E-Books lediglich den Link zur Internetplattform des privaten Anbieters. Einer Brigitte Döllgast ist seit 2007 Leiterin des Arbeitsbereiches Information & Bibliothek am Goethe-Institut New York. Als Regionalbibliothekarin ist sie zuständig für die Koordination der Bibliotheksarbeit der Goethe-Institute in den USA, Kanada, Mexiko und Kuba. Zuvor war sie Regionalbibliothekarin an den Goethe-Instituten Athen, Mexiko-Stadt und Melbourne. Ab Herbst 2013 wird sie in gleicher Funktion am Goethe-Institut Johannesburg tätig sein. E-Mail: doellgast@newyork.goethe.org

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der Künstler entwickelte daraus die Frage, was denn mit E-Books geschieht, wenn man sie stiften will. Stiftet man sie, wie beabsichtigt, der Bibliothek oder nur dem privaten Anbieter? Der etwas andere Zugang zu einem Fach ergibt sich schier zwingend, wenn sich Fachleute mit aufgeschlossenen Laien über das Fachgebiet auseinandersetzen, in denen die Experten oft blind sind für ihre eigenen Merkwürdigkeiten. Dafür brachten die Künstler ihren „naiven Blick“ mit, ihre Neugierde und ihre berufsbedingte Gewohnheit, am Bekannten das Befremdliche hervorzuheben. Kunst und Bibliothek haben vieles gemeinsam. Sie gelten als Kulturgüter jenseits des Materiellen, betreiben dort den Austausch des Imaginativen, stehen in der mächtigen Tradition, Zwerge auf den Schultern des Riesen Kultur zu sein – und sie gelten vielen als zu teuer. Man könnte sie gemeinsam als Luxus­allianz auftreten lassen, als das, was man sich in Krisenzeiten nicht leisten kann, oder auch als Opfer der ­z yklisch wiederkehrenden Sparzwänge, Spielball zwischen Spekulationsblasen und Bankenrettung. Gemeinsam ist ihnen auch, dass beide in ihrer Erscheinungsform von den Veränderungen durch die digitale Entwicklung betroffen sind und in ihren wesentlichen Teilen hartnäckig auf der realen Präsenz beharren, auf Anfassbarkeit und Begehbarkeit. Aus der Sicht von Jenny Jaskey, der Kuratorin, war die Chance dieses Projekts, dass Künstler Werke realisieren konnten, die ohne die Initiative der Bibliothek nicht möglich gewesen wären. Sie meint damit vor allem die künstlerischen Aktionen abseits des globalen Kunstbetriebs und der großen Galerien mit ihrem Zwang zur Kommerzialisierung. Für die Bibliothek sieht sie den Gewinn im Perspektivwechsel auf sich selbst: Für wen steht die Institution? Und für was? Darüber hinaus sind solche Brückenprojekte besonders dazu geeignet, in den großen Zukunftsfragen die Grenzen des eigenen Fachs zu überschreiten. Der Dialog mit den Künstlern hat gezeigt, dass die Basis für die kreative Diskussion künftiger Rollen zwischen analog und digital breiter ist, als man denkt. Weitere Informationen zu den Kunstprojekten: In: BuB Forum Bibliothek und Information, Heft 6, 2013. Schwerpunkt Kunst und Bibliothek www.goethe.de/ins/us/ney/bib/end/deindex.htm

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Ausblick

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icht nur in Zeiten des demographischen Wandels beschäftigen sich die Menschen in vielfältiger Weise mit der Zukunft – sei es privat, sei es beruflich. Beim Bibliothekskongress in Leipzig wurde der Preis „Zukunftsgestalter in Bibliotheken 2013“ verliehen. Zukunftswerkstätten sind beliebte Veranstaltungsformate zur Gestaltung komplexer kommunaler Herausforderungen und zahlreiche Publikationen behandeln die Frage, wie wir in Zukunft leben wollen und werden. „Zukunftsforschung muss Vorausschauen als Vorsorgen begreifen. Vorausschauen heißt, Ereignisse planen und gestalten, bevor sie eintreten.“ – so der Zukunftswissenschaftler Horst W. Opaschowski. Das ist sicher leichter gesagt als getan. Erfahrungen aus zahlreichen Projekten der Bertelsmann Stiftung zeigen, wie schwer es oft fällt, neue Wege zu gehen. Sie zeigen aber auch, wo Veränderungsprozesse notwendig sind, wie sie gestaltet und welche Potenziale dabei genutzt werden können. Technische und gesellschaftliche Entwicklungen heute und zukünftig wirken sich auf alle Bereiche des Lebens und Arbeitens aus – Bibliotheken und andere Einrichtungen der kulturellen Bildung sind davon nicht ausgenommen. Im BIX-Magazin 2004 wurde unter dem Titel „Bildung der Zukunft – Zukunft der Bildung“ ein Interview mit Doris Ahnen veröffentlicht, der damaligen Präsidentin der Kultusministerkonferenz und heutigen Ministerin für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur in Rheinland-Pfalz. Die bereits dort angesprochenen Trends haben sich weiter verstärkt: Traditionelle Bildungswege werden zunehmend flexibler, die Verantwortung für die eigene Bildungsbiographie nimmt weiterhin zu. Und demographische Entwicklungen verstärken den Druck auf das traditionelle Bildungssystem.

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Die Aufgaben und Angebote von Bibliotheken entwickeln sich entsprechend weiter: Immer mehr Bibliotheksangebote sind online abrufbar, es entstehen neue Kooperationen, die Bedeutung der Bibliothek als Vermittlerin von Lese- und Informationskompetenz nimmt zu. Viele Bibliotheken haben bereits gesellschaftliche, technische oder demographische Entwicklungen im Blick und denken über Anpassungs- und Präventionsstrategien nach. Allen BIX-Bibliotheken wünschen wir weiterhin gutes Gelingen auf dem Weg des „vorausschauenden Vorsorgens“. Petra Klug Senior Project Manager, Bertelsmann Stiftung

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