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Stories vom Campus Seilersee

Absolventenball 2019 Seite 2

Kommentar zur Baustelle auf dem Campus Seilersee Seite 14

UASE, BiTS, Laureate und GUS, wer blickt da noch durch? Seite 30

AUSGABE 32/ März 2019


Unsere Themen Welcome back!! Die letzte Prüfung ist zwar gefühlt erst eine Woche her, doch schon geht das neue Semester wieder los. Welche Veränderungen uns in diesem Semester am Seilersee erwarten, erfahrt ihr auf Seite 32. Doch nicht nur unser geliebter Campus wandelt sich, sondern auch unsere Hochschule. Details dazu hat uns unser Hochschulvorsitzender Carl Lygo verraten (S.35). Was uns aber erhalten bleibt, ist die Baustelle und damit verbunden der Parkplatz-Horror. Unserem Ärger darüber machen wir auf Seite 14 Luft.

Wer sich nicht mit uns ärgern möchte, sondern stattdessen auf die schönen Momente im vergangenen Semester zurückblicken möchte, findet in dieser Ausgabe nicht nur Berichte über den Absolventenball und die Hallenmasters, sondern auch die coolsten B7-Fotos aus dem Bunker. Viel Spaß beim Lesen ! Eure BiTSLicht Redaktion!

EVENTS

Mindset

Absolventenball 2019 S.2 Südwestfalens erste FuckUp Night S.5 Iserlohner Hallenmasters 2019 S.6 #Whatsnext S.8 Sporttalk mit Marcell Jansen S.10

Kommentar zur Baustelle auf dem Campus Seilersee S.14 Der neue Studiengang „Psychologie“ S.16 Aus-'Land S.18

IMPRESSUM Herausgeber: BiTSLicht e.V. Reiterweg 26b 58636 Iserlohn Telefon: 02371-776 301 Fax: 02371-776 301 E-Mail: bitslicht@bits-iserlohn.de Webseite: https://issuu.com/bitslicht

Vorstand: Sebastian May und Manon Meinert Finanzvorstand: Stefanie Gosling Verantwortlich für Anzeigen: Manon Meinert und Stefanie Gosling Chefredaktion: Manon Meinert und Stefanie Gosling

Redaktion: Stefanie Gosling, Anne Kampmeier, Lukas Hentschel, Manon Meinert, Sebastian May, Kyra Molinari, Maite Hegemann, Amber-Louise Esser Lektorat: Stefanie Gosling, Anne Kampmeier, Lukas Hentschel, Manon Meinert Layout: Dominik Schinke


S.18 Aus-'Land

S.5 FuckUp Night

S.40 Visionen, die allen helfen

Nachgefragt

UEberblick

b.ressorts

Das große BiTSLicht Dozentenranking S.20 Marcell Jansen „Gerüchte sind Gerüchte“ S.21 Plauderstunde mit Bärbel S.23 Lucas Maserski „Der Alumni-Verein ist ein großartiges berufliches Netzwerk“ S.25 Gabriele Krone-Schmalz „Kritische Fairness ist eine gute Grundlage und das Wissen, dass Realität keine Momentaufnahme ist“ S.26

UASE, BiTS, Laureate und GUS, wer blickt da noch durch ? S.30

Endlich das Abi in der Tasche, doch was nun ? S.38 Visionen, die allen helfen S.40 Die besten Fotos aus dem B7 S.42

Lars van der Leeuw-Holtvoeth

„Neue Studiengänge sind geplant“ S.32 Philipp Storch „Wir haben uns stark verbessert“ S.33 Carl Lygo „Das schwierigste Thema ist das Tempo der Veränderung“ S.35 Silke Bromann „Der JobTeaser und das Career Center müssen in Iserlohn bekannter werden“ S.37

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Absolventenball 2019

Für sie wird es wohl für immer die BiTS bleiben, auch wenn sie ihren Abschluss nun offiziell an der UE gemacht haben: die diesjährigen Absolventen. Mit circa 400 Leuten, Freunden, Verwandten, Kommilitonen und Dozenten haben sie am 9. Februar ihren Abschluss in der Stadthalle Hagen gefeiert.

Die glücklichen Bachelor- und Masterabsolventen. Foto: Fotoservice von NEW-SCHOOL-PHOTS.de

Mit Sektempfang und Fotos fängt der Abend für die meisten Absolventen im Foyer an, bevor es auf die Suche nach dem richtigen Platz geht. Stilvoll ist die Stadthalle hergerichtet, im Halbdunklen liegen die Tische, dekoriert mit Kerzen und Blumen. Pünktlich um sieben Uhr haben fast alle den ihnen zugewiesenen Platz gefunden und die beiden Moderatoren des Abends, Sina Schulze und Lucas Maserski, betreten die Bühne. Nachdem die beiden die Gäste herzlich willkommen heißen, dürfen auch schon die wichtigsten Gäste des Abends auf die Bühne: „Es ist endlich soweit, wir haben lange darauf gewartet, lange darauf hingearbeitet, wir dürfen sie recht herzlich begrüßen zum Absolventenball der UE!“, heißt Lucas Maserski die Masteranden und Bacheloranden herzlich willkommen. Zur Titelmusik der Serie „Game of Thrones“ betreten die Absolventen stolz die Bühne, dürfen danach aber erstmal wieder Platz nehmen. „Bevor das nächste Kapitel für euch beginnen wird, freut es uns, dass wir diesen Erfolg gemeinsam feiern und ehren können,“ stimmt Sina Schulze auf den Abend ein. „Die Veranstaltung ist immer gut durchgetaktet, erfahrungsgemäß ändert sich der Zeitplan aber immer etwas, wenn der Abend erst

begonnen hat. Daher dürfen wir jetzt schon jemanden auf der Bühne begrüßen, der seinen Auftritt eigentlich erst in fünf Minuten erwartet hat“, begrüßt Lucas Maserski unseren Studentenvertreter, Alexander Tengler. Er geht auf viele legendäre Momente während des Studiums ein, freut sich zusammen mit den Absolventen, dass all das Lernen endlich ein Ende hat, und erhebt sein Glas auf die Studierenden, die sich nun Bachelor- bzw. Master-Absolventen nennen dürfen. Bevor es aber mit der offiziellen Zeugnisvergabe losgeht, eröffnen Sina und Lucas das Buffet. Und so stärken sich die Gäste zunächst, bevor der wichtigste Teil des Abends beginnt. Den Anfang bei der Zeugnisvergabe macht Professor Burgartz mit seinen Absolventen vom BMS-Studiengang und fasst drei Jahre Studium nochmal kurz in einer Präsentation, ganz nach Vorlesungs-Art, zusammen. „Betriebswirtschaftslehre klingt uns zu langweilig, wir nennen das lieber Business- and Management Studies“, erläutert er den Studiengang kurz für die Gäste. Und was bewegt einen zu dieser Studienrichtung? „‘Ich denke, ich wäre ein guter Chef‘, ‘Meine Eltern meinten, BWL wäre doch ganz vernünftig‘, das waren einige Antworten meiner Studierenden bei ihrem


Events

Aufnahmegespräch“, sagt Burgartz – mit einem Augenzwinkern. Für ein Lächeln sorgt auch Professor Rieger mit seiner Rede zum Studiengang SEM. Er hat das Studium seiner Absolventen in Zahlen aufgeschlüsselt, beginnend mit der Zahl 180. „Und, wofür steht die 180?“, fragt er einen Absolventen. „Ich bin mir nicht sicher, ihr Bizepsumfang?“, antwortet dieser. Rieger ist amüsiert; „Nah dran, aber das war nicht die gesuchte Antwort“, gibt er dem Absolventen noch eine Chance. Gesucht ist die Anzahl an Credits, die seine Studenten während ihres Studiums angestrebt haben. Die größte Überraschung an diesem Abend dürfte wahrscheinlich Professor Meuser sein, der seinen GBM-,BTM- und BL-Absolventen sogar ein Ständchen singt: „Time of your Life“ von Green Day, begleitet von Robin Daniel an der Gitarre, im Hintergrund eine Collage mit Fotos seiner Absolventen. Viel Mühe im Vorfeld hat sich auch Professor Graf-Szczuka gemacht, die aus den Fotos aus drei Jahren BP-Studium sogar einen kleinen Film, sozusagen ein Best-Of, zusammengeschnitten hat und nun traurig, aber auch stolz ist, ihre Absolventen ziehen zu lassen. Professor Boven erzählt lieber vom Vorlesungsalltag, der vor allem von einem großen Schokoladen-Vorrat des einzigen männlichen IMSI-Studierenden – „er hat sich immer gut um seine Kommilitoninnen gekümmert, ich weiß gar nicht, wie viele Tonnen Schokolade der in die Uni geschleppt hat“ – und der Handcreme der besagten Kommilitoninnen bestimmt war. Darauf bezugnehmend, macht Boven ihren Absolventinnen ein letztes Geschenk, bestehend aus einem lange versprochenen Buch, Schokolade und eben einer Handcreme. Den vielleicht größten Teil der Absolventen stellen heute Abend die CMM’ler, die zusammen mit den JBC-Absolventen gemeinsam auf die Bühne gerufen werden. Eine letzte Aufgabe trennt die Absolventen von ihren Zeugnismappen: „Sind wir wirklich bereit, in der Medienwelt durchzustarten?“, fragt Professor Schulten-Jaspers. „Sie sehen, wir haben noch

eine kleine Aufgabe für Sie vorbreitet […]: Die CMM’ler werden als Abteilungen interviewt, die JBC’ler werden die Abteilungen interviewen.“ Und dann halten auch endlich die Medien-Absolventen ihre Zeugnisse in den Händen. Alle Bachelor-Absolventen sind nun geehrt, es folgen die Master-Studiengänge MM&PR von Professor Schwenke, der natürlich auch besonders stolz auf seine Absolventen ist und auf zwei schöne Jahre mit ihnen zurückblickt. Professor Burgartz lässt es sich nicht nehmen, auch seinen Master-Absolventen noch eine letzte Präsentation zugutekommen zu lassen, und zu guter Letzt darf auch die Absolventin in F&M von Professor Kaltofen nicht fehlen, die in Kooperation mit der im Märkischen Kreis verwurzelten Firma Vossloh sogar einen Preis gewonnen hat. Das war er also, der offizielle Teil des Absolventen-Balls. Für einige Absolventen ist es vielleicht der letzte Abend im Rahmen der BiTS, andere setzen ihr Studium vielleicht hier fort. Eines steht aber wohl fest: Für sie wird es immer die BiTS bleiben, denn es hängen einfach zu viele Erinnerungen an diesem Namen, an dieser Hochschule, als dass man die sie „mal eben“ in UE umbenennen könnte. Angenehme und weniger schöne Erinnerungen hängen an diesem Namen. Unzählige Nächte haben die Absolventen sich in den letzten Jahren mit Lernen, Hausarbeiten sowie mit der Bachelor- und Masterarbeit um die Ohren geschlagen. Aber mindestens genauso oft haben sie diese Nächte mit Partys ausgeglichen, viele von ihnen erst in der Mensa, dann im alten B7 und schließlich im neuen Bunker. Sie haben sich in den hochschuleigenen Ressorts engagiert, mit Freunden gefeiert und gelernt, sich gegenseitig unterstützt, ob im Studium oder bei persönlichen Fragen. Freundschaften sind entstanden und die Zeit an der BiTS wird ihnen allen unvergesslich bleiben. Denn das war sie, die so oft zitierte „schönste Zeit des Lebens“. Und so feiern die Absolventen alle noch ein letztes Mal im Rahmen der BiTS eine Party, mit der sie ihr Bachelor- bzw. Masterstudium beenden und die für sie hoffentlich unvergesslich bleibt. Kyra Molinari


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Fotos: Fotoservice von NEW-SCHOOL-PHOTS.de


Events

Südwestfalens erste Fuckup Night Mut zum Scheitern! Hinfallen, Aufstehen, Krone richten, Weitermachen – Das war die eindeutige Message an die rund 100 Gäste der ersten Fuckup Night Südwestfalens. Drei Unternehmer haben im B7 von ihren großen Business-Pleiten erzählt. Statt einer rauschenden Party fand am 29. November im B7 die erste Fuckup Night Südwestfalens statt. DJ Florian Tresp versorgte das bunt gemischte Publikum mit stimmungsvollen Techno-Beats, die Studenten schenkten Glühwein aus und die Moderatoren Torben Feil und Frank Höhne führten mit viel Witz durch den spannenden Abend. Im Mittelpunkt standen drei Unternehmer, die beruflich alle schon mindestens einmal gescheitert sind. So unterschiedliche Persönlichkeiten auch auf der kleinen Bühne im schummrigen Bunker standen, eines haben sie alle gemeinsam: Sie sind zwar tief gefallen, doch sie sind die Karriereleiter anschließend wieder hochgeklettert. In je fünfzehn lebhaften Minuten gaben sie ihre größten Business-Fails zum Besten. Der eine mit viel Witz, der andere voller Emotionen und der letzte schließlich mit einer riesigen Portion Selbstbewusstsein. Witzige und emotionale Business-Fails in fünfzehn Minuten Den Start macht ein ehemaliger CMM-Student. Unbekümmert und unterhaltsam erzählt er seine Geschichte mit all ihren Höhen und Tiefen, oft hört man ein lautes Lachen im Publikum. Ganz anders ist der emotionale Vortrag seines

Nachfolgers, es herrscht Stille im Publikum. Der über 60-jährige Mittelständler aus Werdohl hat alles verloren und sich trotzdem wieder aufgerappelt. Mit seinen Worten, dass er als Christ allen Menschen verzeihe, rührt er die Gäste und erntet von allen Seiten Respekt und warme Worte. Selbstbewusst kommt der letzte Redner auf die Bühne. Er weiß, wie man sich gut verkauft. Der heutige Amazon-Coach berichtet von dem großen Aufstieg und tiefen Fall seines Unternehmens. Doch der ehemalige Unternehmer hat sein Krönchen nicht nur gerichtet, sondern ist gewissermaßen zum Kaiser aufgestiegen: Er verdient mittlerweile doppelt so viel wie früher. Networking und spannende Gespräche zu später Stunde Nach den Vorträgen wartet ein leckeres Buffet auf die Gäste, sodass alle gut gestärkt in viele informative und unterhaltsame Gespräche starten. Hier ein bisschen Networking, da ein Selfie und dort noch ein kühles Getränk. Die Musik wird lauter gedreht. Erst spät klingt die gelungene Fuckup Night am Campus Seilersee aus. Text und Foto: Manon Meinert

Der Werdohler Unternehmer (m.) mit den Moderatoren Torben Feil (l.) und Frank Höhne (r.)


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Iserlohner Hallenmasters 2019 Vom 18. bis zum 20. Januar 2019 fanden die 5. Iserlohner Hallenmasters in der Matthias-Grothe-Halle statt. Das U-Hallenfußballturnier konnte durch bekannte Profimannschaften, größtenteils aus der Bundesliga, bei der Iserlohner Bevölkerung punkten, denn es war alle Tage gut besucht.

Der VFB Stuttgart konnte bei den diesjährigen Hallenmasters den Pokal mit nach Hause nehmen. Foto: Pauline Ihme

Die Iserlohner Hallenmasters fanden in diesem Jahr zum fünften Mal in der Matthias-Grothe-Halle statt und wurden vom SSV Kalthof zusammen mit über 70 Sponsoren und über 100 ehrenamtlichen Helfern veranstaltet. Unter den vielen Helfern befanden sich erneut dutzende Studenten unserer Hochschule, die sich durch das Wochenende bei den Hallenmasters vier Wochen Praktikum anrechnen lassen können. Wieder einmal nahmen rund 15 nationale und internationale Profimannschaften an dem Turnier teil, wie beispielsweise Borussia Dortmund, der FC Schalke 04 und Sparta Prag. Erneut fand das Fußballturnier auf Kunstrasen statt und am ersten Turniertag, dem 18. Januar, wurde das Qualifikationsturnier ausgerichtet. Bei diesem konnten drei weitere Mannschaften, neben den FC Iserlohn und dem SSV Kalthof, die schon von Beginn an für das Hauptturnier der Hallenmasters qualifiziert sind, in die nächste Runde kommen. Der SSV Kalthof nahm trotz dessen, dass sie bereits weiter waren, am Qualifikationsturnier teil und konnte sich bis ins Halbfinale durchkämpfen. Ebenfalls ins Halbfinale schafften es Borussia Dröschede, SF Sümmern und der FC Iserlohn II. Damit waren diese drei Mannschaften alle sicher in der Vorrunde am Samstag

dabei. Jedoch konnte sich Borussia Dröschede im Halbfinale mit 6:1 gegen den SF Sümmern durchsetzen und auch der FC Iserlohn II gewann hoch mit 8:0 gegen den SSV Kalthof. Im Finale siegte Borussia Dröschede gegen den FC Iserlohn II mit 4:2 und der SF Sümmern belegte den dritten Platz des Qualifikationsturniers mit einem klaren 7:2 gegen den SSV Kalthof. Aufgrund der Ergebnisse am Freitag setzten sich die Gruppen für die Vorrunde am Samstag zusammen. Borussia Dröschede und der von Beginn an qualifizierte FC Iserlohn trafen auf die Grasshopper Zürich, den VfB Stuttgart und den VfL Bochum. Der FC Iserlohn II hatte mit Rapid Wien, dem Hamburger SV, Bayer 04 Leverkusen und Hertha BSC Berlin zu kämpfen. In der Gruppe C befanden sich der SF Sümmern mit Sparta Prag, dem FC Schalke 04, Borussia Mönchengladbach und Eintracht Frankfurt. Die letzte Gruppe setzte sich aus dem SSV Kalthof, Dinamo Zagreb, Borussia Dortmund, Hannover 96 und dem 1. FC Köln zusammen. Leider konnte sich an dem Samstag keiner der drei Qualifikanten gegen einen Profiverein durchsetzen und auch der SSV Kalthof schaffte die Sensation nicht. Lediglich der FC Iserlohn konnte sich einen Sieg gegen Borussia


Events Dröschede erkämpfen und damit für die Zwischenrunde der Hallenmasters am Sonntagmorgen qualifizieren. In der Zwischenrunde wurden dann alle Gruppen noch einmal neu gemischt. In der neuen Gruppe A befand sich Sparta Prag, Rapid Wien, der VfB Stuttgart und Hannover 96. Der qualifizierte FC Iserlohn traf in der Gruppe B auf den 1. FC Köln, den FC Schalke 04 und Bayer 04 Leverkusen. Die Gruppe C bestand aus dem Hamburger SV, Dinamo Zagreb, Eintracht Frankfurt und den Grasshoppern Zürich. Der VfL Bochum, Borussia Dortmund, Borussia Mönchengladbach und Hertha BSC Berlin bildeten damit die Gruppe D des Turniers. Der FC Iserlohn schaffte dabei in der Zwischenrunde des Turniers fast die Sensation gegen Bayer 04 Leverkusen. Die Iserlohner führten neun der zehn Minuten Spielzeit mit 1:0 gegen die Bayer. Allerdings schafften diese in der letzten Minute noch den Ausgleich und wenige Sekunden vor Schluss den Siegtreffer. Für das Viertelfinale des Turniers konnten sich jeweils die ersten beiden Plätze der einzelnen Gruppen qualifizieren und darunter waren Sparta Prag, Bayer 04 Leverkusen, Eintracht Frankfurt und Borussia Dortmund als die Gruppensieger und der FC Schalke 04, der VfB Stuttgart, Hertha BSC Berlin und Dinamo Zagreb als die Zweitplatzierten. Im ersten Viertelfinale konnte sich Schalke 04 mit 2:0 gegen Sparta Prag durchsetzen, der VfB Stuttgart schaffte ein 4:0 gegen Bayer 04 Leverkusen und Eintracht Frankfurt gewann 2:1 gegen Hertha BSC Berlin. Das spektakulärste Spiel im Viertelfinale war dann das Spiel Borussia Dortmund gegen Dinamo Zagreb, welches

geprägt war von Elfmetern. Zum Schluss siegte Dortmund mit 3:2 gegen die Kroaten. Im Halbfinale traf zunächst der FC Schalke 04 auf Eintracht Frankfurt und gewann mit 4:2. Der VfB Stuttgart schaffte gegen Borussia Dortmund ein 6:1 und damit den Einzug ins Finale des Turniers. Beim Spiel um Platz drei setzte sich Borussia Dortmund mit einem 4:3 gegen Eintracht Frankfurt durch und der Sieger des Turniers hieß am Ende VfB Stuttgart, da dieser ein 2:0 gegen den FC Schalke 04 erreichte. Neben den Spielen der U15-Mannschaften fand an dem Wochenende ein Workshop mit dem Fußball-Freestyler Patrick Breuzer statt, welcher am Samstag und Sonntag in der Pause des Turniers sein Können zu laufender Musik unter Beweis stellen konnte. Darüber hinaus fand für die Besucher der fünften Iserlohner Hallenmasters ein eigenes Turnier statt. Die Zuschauer konnten sich bei einem Fifa-Turnier in zwei Klassen beweisen und zu gewinnen gab es verschiedene Sachpreise. Damit ging am Sonntagabend ein spannendes Turnier zu Ende, mit vielen Attraktionen für die Besucher und auch für die ehrenamtlichen Helfer. Im nächsten Jahr werden vom 17. bis zum 19. Januar 2020 die sechsten Iserlohner Hallenmasters stattfinden und auch dafür werden wieder viele Helfer benötigt. Wer sich also vier Wochen Praktikum anrechnen lassen möchte und ein spannendes Wochenende voller interessanter Fußballspiele mit zukünftigen Fußballprofis sehen möchte, kann im Wintersemester 2019/2020 zum Infotreffen mit den Verantwortlichen kommen. Stefanie Gosling

Auch in diesem Jahr wurden die auf Kunstrasen stattfindenden Hallenmasters gut besucht. Foto: Pauline Ihme


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#Whatsnext – Gesund arbeiten in der digitalen Arbeitswelt Beim Sport Talk 2018 hat Prof. Dr. Filip Mess die Ergebnisse der #Whatsnext-Studie vorgestellt. Dabei hat er den interessierten Zuhörern wertvolle Tipps für ein gesundes Leben in der digitalen Arbeitswelt mit auf den Weg gegeben. Prof. Dr. Filip Mess, Professor für Sport- und Gesundheitsdidaktik der TU München und wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Betriebliche Gesundheitsberatung (IFBG), hat in seinem Vortrag mit Ergebnissen der Studie versucht auf die zu Beginn gestellten Fragen zu antworten bzw. zur Diskussion anzuregen. Der Vortrag hat die zentralen Studienergebnisse zusammengefasst und bietet Unternehmen und Hochschulen zudem erste Hinweise, wie Unternehmen den neuen Herausforderungen begegnen können. „Die digitale Transformation schreitet unaufhörlich voran. Welchen Einfluss dieser umfasProf. Dr. Filip Mess, Professor für Sport sende Veränderungsprozess tatsächlich auf die und Gesundheitsdidaktik. Foto: privat Arbeitswelt haben wird, ist schwer zu greifen“, Wie arbeiten wir in der digitalen Arbeitswelt? so Dr. Fabian Krapf vom Institut für Betriebliche Welchen Themen müssen sich Unternehmen Gesundheitsberatung im Vorwort der Studie. und Hochschulen in Zukunft stellen, wenn Dr. Jens Baas, Vorstandsvorsitzender der Techsie weiterhin mit gesunden und leistungsfäniker Krankenkasse, meint, dass der Erfolg von higen Beschäftigten und Studenten erfolgUnternehmen vor allem auf dem Know-how und reich bestehen wollen? Diese Fragen werden der Leistungsfähigkeit der Beschäftigten basiert in der #Whatsnext-Studie behandelt. und dass dies in Deutschland bereits bekannt ist, weshalb schon viel in die Gesundheit der BelegDie #Whatsnext-Studie ist eine Zusammenschaft investiert würde. Allerdings würden sich arbeit zwischen dem Institut für Betriebliche mit der Digitalisierung der Arbeitswelt auch die Gesundheitsberatung (IFBG), der Techniker Anforderungen an die Betriebliche GesundheitsKrankenkasse (TKK) und der Haufe Gruppe. förderung (BGF) ändern. Auch Katharina Schmitt Für die Studie wurden über 800 Personen von der Redaktion Personalmagazin der Haufe nach den größten Herausforderungen heute Gruppe ist der Meinung, dass es kaum noch und in der Zukunft befragt, darunter GeUnternehmen gäbe, die „gesunde Arbeitsbedinschäftsführende, Personaler und Verantwortgungen für die Beschäftigten nicht als essentiliche für betriebliches Gesundheitsmanageellen Wettbewerbsfaktor anerkennt“. Aus diesen ment (BGM). Gründen wurde die Studie durchgeführt, damit die heutigen Fragen für gesündere ArbeitsbedinAufgrund der digitalen Arbeitswelt gibt es gungen geklärt werden können. neue Herausforderungen für das betriebliche Gesundheitsmanagement, wie andere (un-) Im Folgenden werden einige zentrale Ergebnisse regelmäßige Arbeitszeiten, stärkeren Terder Studie erläutert, welche auch Herr Prof. Dr. mindruck, neue Arbeitsorganisationen, eine Mess in seinem Vortrag bei dem Sport Talk vorzunehmende Wichtigkeit des Betriebsklimas gestellt hat und welche die Grundlage für die im und dem Verschwimmen der Grenzen zwiAnschluss stattgefundene Diskussion waren. schen Arbeit und Freizeit.


Events Die #Whatsnext-Studie ist eine der größten Studien, die es in Deutschland je zur Betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF) gegeben hat. Insgesamt beteiligten sich im sechswöchigen Befragungszeitraum (01.02.201715.03.2017) 825 Organisationen an der Online-Befragung, darunter Wirtschaftsunternehmen und Einrichtungen des Öffentlichen Dienstes. Durch die Befragung der Unternehmen wurde deutlich, dass immer noch 8,6% überhaupt keine Gesundheitsföderungsangebote haben, 28,3% bieten vereinzelte BGF-Maßnahmen an und 36,8% der Unternehmen haben angegeben, dass betriebliche Gesundheitsförderungsmaßnahmen umgesetzt werden und ein betriebliches Gesundheitsmanagement im Aufbau ist. Außerdem hat die Studie gezeigt, dass es umso mehr BGF-Maßnahmen gibt, desto größer das Unternehmen ist und dass keine regionalen Unterschiede existieren. Allerdings konnten Unterschiede zwischen Unternehmen und Einrichtungen des Öffentlichen Dienstes erkannt werden. Bei Unternehmen wird ein wesentlich höherer Einfluss der Digitalisierung auf die Arbeitswelt erwartet, da bei Öffentlichen Diensten Themen wie Inklusion von Menschen mit Behinderung oder Maßnahmen zur Beeinflussung des Geschlechterverhältnisses eine wichtigere Rolle spielen. Auch eine Aufstockung des BGF-Budgets ist in den deutschen Unternehmen insgesamt zu erwarten, auch wenn es noch immer einige Organisationen gibt (14,4%), in denen kein jährliches Budget bereitgestellt wird. Darüber hinaus zeigte die #Whatsnext-Studie, dass über ein Drittel der befragten Unternehmen kein Personal für die betriebliche Gesundheitsförderung hat, jedoch ist die Prognose in Bezug auf die Entwicklung der personellen Ressourcen auch hier optimistisch. Ein weiteres Ergebnis der Studie ist, dass 88,3% der Befragten das Engagement der Führungskräfte als wichtigsten Faktor für die Förderung der Beschäftigtengesundheit ansehen. Zusätzlich wird lebenslanges Lernen über alle Organisationen hinweg sowohl aktuell als auch in fünf Jahren als wichtiges BGF-Thema angesehen. Des Weiteren sind die heutigen

üblicherweise diskutierten Themen, wie BurnOut oder permanente Erreichbarkeit, in Zukunft nicht weniger relevant. Außerdem ist es wichtig, dass sich die Unternehmen mit Gesundheitskommunikation, vor allem über moderne Wege, beschäftigen. Weniger beachtete Personengruppen, wie Auszubildende und junge Beschäftigte, aber auch Flüchtlinge und Beschäftigte mit Migrationshintergrund, werden in den nächsten Jahren stärker bezüglich der betrieblichen Gesundheitsförderung in den Fokus rücken. Weitere Ergebnisse der #Whatsnext-Studie waren, dass die Flexibilität der Beschäftigten immer wichtiger wird, dass neue Kompetenzen gefordert werden und dass neue Tätigkeitsanforderungen auch neue BGF-Angebote fordern. Außerdem nimmt die Bedeutung von BGF-Maßnahmen immer mehr zu, da das durchschnittliche Alter der Beschäftigten wächst und das Umfeld an dies und die Gesundheit angepasst werden muss, um Ausfälle der Arbeitskräfte zu verringern. Insgesamt hat die Studie gezeigt, das betriebliche Gesundheitsförderungsmaßnahmen viele Vorteile für Unternehmen bieten und diese die Kosten in ihrer Effizienz übersteigen. Zusätzlich zeigte sich, dass sich die Handlungsfelder für die Gesundheitsförderung in den nächsten Jahren weiter verändern werden. Abschließend zeigte die Studie zudem, dass Themen wie „Gesundes Führen“ (Platz 1 bei der Frage, welches Thema der Führungskultur in fünf Jahren als Wichtigstes erachtet wird), eine gesunde Unternehmensstruktur, Wissenssicherung, Feedbackkultur, Change- und Konfliktmanagement und digital Leadership in fünf Jahren von besonderer Bedeutung sein werden. Im Anschluss an den Vortrag von Prof. Dr. Filip Mess fand eine Diskussionsrunde mit weiteren Teilnehmern statt, darunter Ex-Fußballprofi Marcell Jansen, Prof. Dr. Katharina Lochner, Fachdozentin für Wirtschaftspsychologie an der UE, und Clara Seif el Dahan, Master Studierende der Wirtschaftspsychologie an der UE.

Stefanie Gosling


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Sport Talk 2018 mit Marcell Jansen auf dem Podium

Die einstündige Podiumsdiskussion stand in diesem Jahr ganz im Zeichen der Gesundheit in der digitalen Arbeitswelt

Zum Abschluss gab es sowohl für die Redner als auch für die Moderatorin Geschenke. Foto: Laura Goess

Beim dritten Sport Talk am Campus Iserlohn am 15.11.2018 ging es, aufbauend auf die zuvor vorgestellte Studie #Whatsnext – Gesund arbeiten in der digitalen Arbeitswelt, um die Gesundheitsförderung in Unternehmen und welche Maßnahmen für eine gesündere Arbeitswelt ergriffen werden können. Im vergangenen Semester waren vier Redner aus verschiedenen Bereichen auf dem Podium zu finden. Der prominenteste Redner war dabei ganz klar Marcell Jansen, ehemaliger Profifußballer der deutschen Nationalmannschaft und beispielsweise bei Bayern München und heutiger Unternehmer. Ebenfalls dabei war Prof. Dr. Filip Mess, Professor für Sport- und Gesundheitsdidaktik der TU München, welcher zuvor die #Whatsnext-Studie vorgestellt hat und Prof. Dr. Katharina Lochner, Fachdozentin für Wirtschaftspsychologie an der UE. Außerdem hat Clara Seif el Dahan, Master Studierende der Wirtschaftspsychologie an der UE, an der Podiumsdiskussion teilgenommen. „Leistungssport ist ungesund“, so Marcell Jansen zu Beginn der Diskussion im Anschluss an den Vortrag von Herrn Prof. Dr. Filip Mess. Allerdings hätten Leistungssportler positive Charaktereigenschaften, um Ziele zu erreichen. Als er vor einigen Jahren den Vertrag vor dem Wechsel zum FC Bayern München unterschrieben hat, so hätte er sich die Frage

gestellt: „Was mache ich, denn wenn der Fußball irgendwann nicht mehr da ist, egal ob ich schlecht bin oder ihn nicht mehr ausführen kann?“ Dies sei laut ihm ein rein pragmatisches Vorgehen gewesen und keine Frage aus Angst, jedoch hätte er zu dem Zeitpunkt keine Antwort auf die Frage gehabt. Sein Antrieb damals wären die Fragen gewesen: „Wer bin ich eigentlich? Was möchte ich eigentlich?“ Seine Angst zu dem Zeitpunkt wäre gewesen, dass er nach dem Ende seiner Karriere viel Geld habe, jedoch keinen Grund mehr morgens aufzustehen. Aus diesem Grund habe er sehr früh angefangen, über sein Leben nach der Profikarriere nachzudenken, so wie jeder andere Profifußballer auch, allerdings nicht immer so früh. Nun sei er seit drei Jahren Unternehmer und würde abends als Hobby auf Kunstrasen und in der Landesliga Fußball spielen. Zu Beginn seiner Karriere als Unternehmer habe er dann auch erstmal versucht zu verstehen, was Digitalisierung aus seiner Sicht eigentlich sei und wo sie Grenzen habe. Für ihn war die Digitalisierung ein riesen Tool, um zu helfen, zu vereinfachen und zu unterstützen. Auf die Frage, welche Herausforderungen eine Änderung der Arbeitsweise wie ein Wechsel zum Home-Office haben könnte, sagte Marcell Jansen, dass sich Unternehmen auf den Wandel der Arbeitsplätze und des Führungsstils vorbereiten müssten. Außerdem gibt es eine Veränderung im Denken und dadurch werden auch neue Möglichkeiten


Events

geschaffen, jedoch wird es schwer Disziplin und vor allem Selbstdisziplin aufzubauen. Prof. Dr. Katharina Lochner sollte sich im Anschluss dazu äußern, was sie glaubt, welche neuen Konzepte sich das betriebliche Gesundheitswesen überlegen muss, um den neuen Belastungen der digitalen Arbeitswelt gerecht zu werden, da rückenschonende Stühle und eine vegetarische Kantine in Zukunft nicht mehr ausreichen werden. Als Antwort hat sie sich auf den Vortrag von Herrn Prof. Dr. Mess bezogen und daher noch einmal wiederholt, dass Menschen verschieden sind und deswegen auch individuelle Lösungen entwickelt werden müssten. Ihrer Meinung nach wäre auch das Selbst-Management in Zukunft ein großes Thema, da sich die Mitarbeiter selbst Grenzen setzen sollten. Darüber hinaus müssten die Führungskräfte einer großen Belastung standhalten können, da die eingeführten Maßnahmen überprüft und hinterfragt werden müssten. Des Weiteren sollte sich Lochner zu den Inhalten des Wirtschaftspsychologiestudiums äußern, in welchen Veranstaltungen zum Gesundheitsmanagements und Veränderungen der Digitalisierung und Arbeitswelt bearbeitet werden. Außerdem werden in dem Studiengang auch die Themen zur künstlichen Intelligenz behandelt. Clara Seif el Dahan, die Wirtschaftspsychologiestudentin im Master, sollte dann erläutern, inwieweit das Thema Gesundheitsförderung Relevanz für sie habe und ob das Thema sie bei ihren Bewerbungen bei Unternehmen beeinflussen würde. Ihre Antwort dazu ist ein klares Ja, da sie als Studentin der Wirtschaftspsychologie bereits wissen würde, welche Anforderungen durch die Digitalisierung in Zukunft auf uns zukommen werden. Dies wird in ihrem Studiengang in den Veranstaltungen durchgenommen, wie bereits Lochner erklärt hat. Clara prüfe vor ihren Bewerbungen daher auf der Homepage der Unternehmen, wo der Mensch stehe und wie er eingebunden werden würde. Für sie persönlich sei es wichtig, dass das Unternehmen für diese Anforderungen sensibilisiert sei, allerdings ist das, was der Einzelne daraus macht, die Eigenverantwortung. Zusätzlich sei Flexibilität ein großes Thema,

vor allem für die Generation Y und allen Generationen später. Sie selbst würde im späteren Berufsleben sicher auf Home-Office zurückgreifen, auch wenn Studien zeigen, dass Mitarbeiter beim Home-Office länger zuhause als im Büro arbeiten. Mess glaubt unter anderem aus diesem Grund auch an eine weitere Zunahme an psychischen Erkrankungen. Er findet es deshalb sinnvoll, dass sich Unternehmen für das betriebliche Gesundheitsmanagement einsetzen und sie sich für den Anfang externe Hilfen holen könnten. Nichts destotrotz sei es nachhaltiger, wenn die Kompetenz innerhalb des Unternehmens verankert wird, somit sollten Inhouse-Lösungen entwickelt werden. Deswegen sollte die geholte Hilfe relativ schnell wieder abgeschafft werden. Auch Jansen fand bei der Podiumsdiskussion, dass sich die Unternehmen mehr für die Gesundheitsförderung im Unternehmen einsetzen sollten. Während seiner aktiven Zeit habe er gemerkt, dass Leistungssportler alles hinterhergeschmissen werden würden, wie Physiotherapeuten für Behandlungen nach dem Spiel oder Training und auch Einlagen und vieles weiteres. Die Unternehmen sollten laut Jansen diese Maßnahmen auch einführen, allerdings fehle es bei diesen meist an der Aufklärung über Ernährungs- und Gesundheitsmaßnahmen. Laut Jansen sei es nicht gerechtfertigt, dass die Leistungssportler alles bekämen, was sie wollen, die arbeitenden Menschen im Mittelstand, die die Wirtschaft in Deutschland tragen, jedoch nichts bekämen. Für ihn sind die Mitarbeiter eines Unternehmens die Leistungssportler dieses Unternehmens und würden aus diesem Grund auch die entsprechende Behandlung verdienen. Eine Orientierung am Leistungssport sei bei Gesundheitsförderungsmaßnahmen daher sinnvoll, schließlich würde ein Hausmeister jeden Tag mehr laufen als ein Profifußballer an einem Samstag. Er sieht die Digitalisierung darüber hinaus als Hilfe und Tool externer Leistungen und interner Lösungen. Zudem ist er der Meinung, dass lange Ausfallzeiten viel Geld kosten und Unternehmen daher ausrechnen sollten, was es kosten würde, den Ausfallzeiten aufgrund von


12 Rücken- und Knieproblemen durch Gesundheitsförderungsmaßnahmen vorzubeugen. Bei den Maßnahmen bräuchten die Mitarbeiter nicht das Gesamtpaket, was Bundesligisten erhalten, sondern es müssten individuelle Maßnahmen entwickelt werden, die auf den Mitarbeiter abgestimmt wurden. Insgesamt müssten die Unternehmen sich den Maßnahmen gegenüber öffnen, auch Kritik im Laufe des Einführungsprozesses einstecken können und ihre Mitarbeiter aufklären, da diese sich nicht mehr alles erzählen lassen, sondern nachfragen würden. Wie auch Jansen, war Mess der Meinung, dass Gesundheitsförderung bzw. Gesundheitsmanagement nicht teuer sein müsste, da die Aufklärung für Mitarbeiter dabei sehr wichtig sei. Des Weiteren ist Mess aufgefallen, dass bei der Aufklärung die Förderungsmaßnahmen vor allem bei Männern attraktiver gemacht werden müssten, da die meisten Teilnehmer der Studie weiblich waren. Auch Lochner ist der Meinung gewesen, dass es ein großer Schritt sei, die Unternehmen dazu zu bekommen, bei Gesundheitsförderungsmaßnahmen mitzumachen. Im Laufe der Podiumsdiskussion wurde auch über Gesundheitsapps gesprochen, die die Mitarbeiter im Alltag unterstützen sollen. Clara findet diese Idee grundsätzlich gut, da dies eine gute Art sei, um die Leute bewusst auf das Thema anzusprechen. Für sie selbst müsste diese App konkrete Vorschläge machen, die ortsunabhängig und direkt durch-

setzbar sind und an den Job angepasst sein würden. Dabei sollte die App beispielsweise Themen wie Ernährung, Wasserhaushalt und den Vitaminhaushalt der Nutzer ansprechen. Mess allerdings ist nicht der Meinung, dass nur Apps in Zukunft ausreichen würden, da eine nachhaltige Verhaltensveränderung notwendig sei. Auch Jansen fand, dass die Apps interaktiv und passend zum Berufsfeld mit berufsspezifischen Maßnahmen ausgestattet seien sollten. Seiner Meinung nach würden viele anfangen Sport zu machen, jedoch direkt leistungsbezogenen Sport. Dabei würden sich viele Ziele setzen, wie zum Beispiel einen bestimmten Marathon zu schaffen. Dies sei laut Jansen allerdings falsch, da Sport Spaß machen sollte und der Mensch sich auf der Arbeit schon zu viele Ziele setze. Zum Schluss der Diskussion hat die Moderatorin die wichtigsten Punkte noch einmal zusammengefasst. Unternehmen benötigten ein modernes, betriebliches Gesundheitsmanagement, welches sogleich als Führungsstil gelte und durch externe Unterstützung gefördert würde. Dabei sei es wichtig, dass beachtet würde, dass jeder anders sei und andere Ziele hätte und somit auch individuelle Maßnahmen benötige. Bei dieser Aufgabe könne die Digitalisierung die Unternehmensführung und die moderne Arbeitswelt in Zukunft unterstützen.

Viele interessierte Studenten besuchten den diesjährigen Sport Talk. Foto: Laura Goess

Stefanie Gosling


Events

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Kommentar zur Baustelle auf dem Gelände des Campus Seilersee Seit nun über einem Jahr existiert die Baustelle auf unserem Campus und wir Studenten müssen uns dem anpassen, aber wie lange eigentlich noch?

Dieses Bild begrüßt uns nun schon seit Monaten, wenn wir das Gelände der Hochschule betreten: ein Berg voll Bauschutt.

Baubeginn der Gesamtschule Seilersee war am 8. Januar 2018. Laut vor Baubeginn gemachten Plan soll die Bauzeit ca. eineinhalb Jahre betragen, sodass das Gebäude der Gesamtschule Seilersee zum Schuljahresbeginn 2019/2020 bezugsfertig sein soll. Aber ist dieser Plan noch aktuell? Wird die Baustelle in einem halben Jahr Geschichte sein und damit auch die Parksituation für uns Studenten wieder angenehmer? Wir Studenten wissen es nicht, da uns keiner darüber aufklärt, wie weit die Baustelle ist und wann das voraussichtliche Ende zu sein scheint. Ist es denn so schwer, uns per E-Mail über sowas aufzuklären? Schließlich bekommen wir auf unserer Hochschul-E-Mailadresse genügend Mails, die uns nicht interessieren. Die Parkplatzsituation jedoch ist ein Thema, welches uns auf die Nerven geht und über welches wir informiert werden wollen. Die wenigen Parkplätze auf unserem Campus sorgen dafür, dass wir auf dem Parkdeck parken sollten und trotzdem haben die Dozenten kein Verständnis dafür, wenn wir aufgrund der aktuellen Situation fünf Minuten zu spät kommen. Die Situation „sei ja schließlich bekannt und

nichts Neues“, so viele Dozenten, wenn man den Grund für die Verspätung nennt. „Dann müsst ihr euch der Situation halt anpassen und früher von zuhause losfahren“ ist alles, was wir hören. Aber warum müssen wir uns Situationen anpassen, wofür wir nichts können? Außerdem wird bemängelt, dass wir Studenten immer zunächst auf den eigentlichen Parkplatz fahren, bevor wir aufs Parkdeck fahren. Aber warum? Nach jeder Vorlesung fahren Studenten nach Hause und somit werden Parkplätze wieder frei. Außerdem stehen uns je nach Tag mehr oder weniger Parkplätz zur Verfügung, je nachdem wie die Baustelle aufgebaut ist an dem Tag. Zusätzlich sind die Parkplätze auf der linken Seite manchmal durch ein Straßenschild gesperrt und manchmal nicht. Wenn sie nicht gesperrt sind, dann kann es jedoch sein, dass drei Stunden später das Schild erneut dort steht und wir es wegräumen müssen, damit wir wieder nach Hause kommen. Insgesamt ist es also durchaus berechtigt, dass wir morgens zunächst schauen, ob wir einen Parkplatz finden, der näher an der Hochschule ist. Das ist schließlich das Verhalten, welches jeder im alltäglichen Leben an den Tag legt. Oder schauen die Dozenten etwa nicht, wenn


Mindset

sie Einkaufen fahren, dass sie einen Parkplatz möglichst nah am Geschäft finden? Dass die Hochschule uns per Mail Informationen darüber weiterleitet, welche Autos im Weg stehen und notfalls abgeschleppt werden, ist ja eigentlich gut. Allerdings ist der Weg über eine Mail in dem Fall nicht der Optimale. Besser wäre es vermutlich, wenn es eine Durchsage in der Hochschule mit den betroffenen Kennzeichen geben würde. Somit könnten sich die Arbeiter auch direkt im Sekretariat melden, wenn etwas nicht in Ordnung ist. Jedoch ist das Vertrauen der Studenten, was solche Informationen betrifft, eher geringer geworden. In der Vergangenheit sollte es schließlich Straßensperrungen geben, über die man informiert wurde, welche sich jedoch im Anschluss als falsch herausstellten. Darüber hinaus ist es schwer zu verstehen, warum es auf dem Parkplatz Bürocontainer gibt, die einige Parkplätze versperren. Die Baustelle befindet sich schließlich auf einem Gelände zusammen mit einer Hochschule und einem Aufbaugymnasium. Gibt es in den Gebäuden der beiden Einrichtungen nicht genügend Räume, welche als Büros genutzt werden könnten? Somit wären auf jeden Fall wieder sehr viele Parkplätze befahrbar, allerdings wurde an sowas vermutlich nicht gedacht oder die Leitungen wollten die Plätze nicht zur Verfügung stellen. So leidet ja schließlich nur der Student,

Gibt es wirklich keinen anderen Platz für die Büros des Bauunternehmens?

der mit dem Auto kommt oder die Dozenten. Für die Leitung gibt es schließlich markierte Parkplätze auf dem Campus. Auf dem Campus Seilersee herrscht zudem ein Chaos, wenn man vom Parkplatz fahren möchte, vor allem nach der 13 Uhr Vorlesung. Es wäre daher sinnvoll, wenn Richtungen auf dem Parkplatz durch Einbahnstraßen vorgegeben sein würden, um das Chaos zu verringern. Insgesamt kann gesagt werden, dass uns Studenten die Baustelle sehr auf die Nerven geht und es noch unklar scheint, ob sie im Sommer fertig ist. Allerdings wäre es schön, wenn von Seiten der Hochschule mehr Verständnis gegenüber den Studenten erbracht werden würde und vielleicht einmal zusammen mit den Studenten nach weiteren Lösungen gesucht werden würde, welche die Situation für alle erträglicher und besser machten. Das Sommersemester fängt schließlich nun wieder an und die Parksituation wird erneut ausgereizt werden. Text und Fotos:

Stefanie Gosling

Diese Parkplatzübersicht ist schon lange hinfällig.


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Der neue Studiengang Psychologie Ein Kommentar Die UE-Germany bietet Psychologie im Bachelor an. Und schlägt sich bisher ganz gut. Seit dem Wintersemester 2017/18 kann der neue Studiengang gewählt werden. Neben dem bereits lange vorhandenen Fach Wirtschaftspsychologie soll es nun möglich sein, bei den teils selben Dozenten die Grundlagen der Psychologie ohne Wirtschaftsbezug zu erlernen. Dies ist für eine Hochschule, die besonders durch ihre wirtschaftliche Ausrichtung bekannt wurde, erstmal ein Schritt in eine andere Richtung, den man skeptisch betrachten könnte. Allerdings geht das Konzept auf. Die Dozenten und Professoren bemühen sich seit Beginn, ihre Beispiele den Interessen und Berufswünschen der Studenten anzupassen. Dadurch fällt zumeist der in der Wirtschaftspsychologie übliche intensive Bezug auf die Psychologie in Unternehmen weg. Das unterstützt die Differenzierung der beiden Fächer. Jedoch gibt es auch Kurse, die mit den Wirtschaftspsychologiestudenten gemeinsam besucht werden. Dort werden die Inhalte vermittelt, die für beide Fächer relevant sind. Die Psychologiestudenten erhalten daneben Vertiefungen in zusätzlichen Veranstaltungen. Das sorgte zwar zwischenzeitlich für Verwirrung unter den Studenten, wenn es um Prüfungen und prüfungsrelevante Inhalte ging, spätestens beim genaueren Nachfragen lösten sich diese jedoch immer auf.

Auch war besonders im ersten Semester zu spüren, dass man als erster Jahrgang dieses Studiengangs eine Art Testposition innehatte. In mehreren Kursen überschnitten sich die Lerninhalte beispielsweise deutlich und einige Dozenten mussten sich erst in das neue Curriculum einfinden. Das muss aber nicht zwangsläufig als negativ aufgefasst werden. Zum einen helfen anfängliche Schwierigkeiten, zu erkennen, was für die folgenden Semester geändert werden muss. Zum anderen fand sich bisher für jedes Problem irgendwann eine Lösung. Die Vorlesungen liegen meist dicht beieinander, sodass man keine zu großen Pausen hat und nicht nur für eine Veranstaltung zur Hochschule fahren muss. Ebenso bietet das Konzept des Studierens ohne Numerus Clausus vielen Menschen die Chance, Psychologie unabhängig von ihrer Abschlussnote zu studieren. Insgesamt kann man den neuen Studiengang als gelungen bewerten. Mit anfänglichen Schwierigkeiten sollte man immer rechnen, aber sie wurden gut gelöst und überwunden. Wenn es so weiter geht, hat unsere Hochschule mit ihrem neuen Angebot eine sich lohnende Alternative zu den Psychologiestudiengängen an staatlichen Universitäten geschaffen. Anne Kampmeier

Der neue Studiengang eröffnet neue Wege, auf die sich sowohl Studenten als auch Dozenten einstimmen müssen. Foto: Laura Goess


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Mindset

Heilen mit Herz und Verstand MEDICE ist ein mittelständisches, inhabergeführtes und international agierendes Pharma-Unternehmen auf Wachstumskurs. Wir zählen zu den erfolgreichsten Familienunternehmen unter den Arzneimittelherstellern in Deutschland und bieten unseren rund 550 Mitarbeitern beste Entwicklungs- und Aufstiegsmöglichkeiten. MEDICE vertreibt freiverkäufliche Arzneimittel und verschreibungspflichtige Medikamente, die jährlich millionenfach in deutschen Apotheken abgegeben werden. Unsere Expertise umfasst neben der Nierenheilkunde auch bekannte Top-Marken für die Selbstmedikation sowie die Marktführerschaft bei Aufbaukuren und im Bereich der ADHS. Unseren Umsatz generieren wir international in etwa 50 Ländern. Dabei produzieren und entwickeln wir seit 1949 am Standort Iserlohn in Deutschland – aus Tradition und Überzeugung. ADHS Bei der Behandlung von Kindern und Jugendlichen sind wir Marktführer. Eine Spitzenposition, die wir zum Wohle der Patienten weiter konsequent ausbauen. Etwa mit dem ersten in Deutschland zugelassenen Medikament zur Behandlung erwachsener ADHS-Patienten oder dem ersten und einzigen Dexamfetamin-Fertigarzneimittel für Kinder und Jugendliche ab 6 Jahren. Nephrologie Als Experten auf diesem Gebiet haben wir ein breites PräparateSortiment entwickelt, um Nierenerkrankungen zu behandeln oder ihr Fortschreiten zu verzögern – Nephrologie mit System. Mit dem ersten EPO Biosimilar in Europa oder der ersten generischen Eisensucrose aus unserem Produkt-Portfolio ist die Anämietherapie von Dialysepatienten optimal und kosteneffizient möglich.

Inhaberfamilie: Dr. med. Sigurd Pütter, Dr. med. Katja Pütter-Ammer, Dr. med. Dr. oec. Richard Ammer

OTC / OTX In der Apotheke bewähren sich unsere Top-Marken für die Selbstmedikation tagtäglich. Weil sie durch Qualität überzeugen und nachweislich wirken. Auch bei unseren Präparaten für Patienten unter ärztlicher Obhut stehen Wirksamkeit und Nutzen im Vordergrund – medizinisch sinnvoll und gesundheitsfördernd. In unserem Sortiment haben wir das einzige auf dem deutschen Markt zugelassene Melatonin-Präparat und sind außerdem Marktführer für Aufbaukuren. International Division Die International Division steht wegen des großen Wachstumspotentials im strategischen Fokus von MEDICE und wird in 2017 ihren Umsatz aus 50 Märkten generieren.

MEDICE Arzneimittel Pütter GmbH & Co. KG Kuhloweg 37 • 58638 Iserlohn Tel.: +49 2371 937-0 • Fax: +49 2371 937-106 E-Mail: info@medice.de

www.medice.de


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Aus-'Land

Es soll das Highlight des Studiums werden: das Auslandssemester. Viele haben es schon absolviert, viele haben es noch vor sich. Ein Erfahrungsbericht.

Es ist 6 Uhr morgens als sich in meinem linken Ohr plötzlich ein schrilles Geräusch festbeißt. Wie nach einer Explosion verweile ich erstmal einige Millisekunden in einer Schockstarre. Schlaftrunken taste ich mit meinen Fingern vorsichtig über das große Bett. Während sich der seichte Nebel des Schlafes langsam verabschiedet, wird aus dem feixenden Geräusch eine Melodie. Ich höre einen Dudelsack, der den Titelsong zu Mel Gibsons Oscar-prämierten Blockbuster „Braveheart“ anspielt. So wie die Schotten in dem Film um ihre Freiheit aus der Unterdrückung Englands kämpfen, so kämpfe ich für meine persönliche Erlösung aus den Fängen meines unangenehmen Handyweckers. Endlich, da ist er. Nach einer kurzen, zielbewussten Berührung des Touchscreens, verfällt mein Raum in eine harmlose Stille und meine Gedanken gleiten in ferne Welten. Fahrende Aufzüge, einfache Micro- Macroklausuren, rechtzeitig eintreffende Klausurergebnisse, genug Parkplätze für Alle!, schreit mein innerer William Wallace, meine innere Angela Merkel hält vehement dagegen: „aggressives Parkverhalten ist unnötig, es gibt doch immer noch das Parkdeck.“ Das ist aber so weit weg, denke ich. „Sie schaffen das!“, fällt mir Frau Merkel abrupt ins Wort. Aus dem nichts kommt dann die Erkenntnis: Für ein Semester sind all das nicht mehr meine Sorgen! Ich befinde mich mitten im schottischen Edinburgh. Heute ist ein wichtiger Tag. Die letzte Klau-

sur steht an. Aufstehen, Frühstück machen. Selbstverständlich gibt es nicht die gleichen Lebensmittel wie in Deutschland, aber dass es so schwer sein würde, ein ordentliches Frühstück zu finden, hätte ich nicht gedacht. Meine Wahl fällt auf das Schokomüsli mit Schokofüllung. Ungesund, aber besser als das abstoßende schottische Nuss-Frucht-Gemisch, das bereits seit zwei, drei Wochen auf dem Küchentisch schmort. Zähne putzen, duschen, ab zum Bus. Mit einem gekonnten „Howareya?“ begrüße ich den Busfahrer. Das ist dort so gang und gebe. Der Busfahrer reagiert wie immer mit einem kurzen kühlen „Hey“. Worauf einen keiner in den Business English Vorlesungen unserer Hochschule vorbereitet, ist der brutale Akzent, mit dem man im englischsprachigen Ausland teilweise konfrontiert wird. Um mich herum verstehe ich nur Spanisch. Das liegt neben dem schottischen, nicht zuletzt auch an der spanischen Reisegruppe, die sich auf den Sitzen hinter mir lautlachend amüsiert. Nach acht Stationen stößt Duncan hinzu. Er ist durchschnittlich groß, hat blonde Haare. Um seinen Arm befindet sich ein Gips. Duncan geht einer schottischen Sportart nach, die für Deutschland wohl eindeutig zu brutal wäre: Shinty. Ein Vorläufer des modernen Hockeys und Eishockeys. Im Grunde ist es Eishockey ohne Eis und Körperschutz. Nur ein Helm ist erlaubt. „Shit happens...“, sagt er, nachdem ich ihn frage, was denn passiert sei. Sein Versuch, mir die Situation zu erklären, bleibt erfolglos.


Mindset Im Eifer des Gefechts vermischt sich sein Akzent mit einem schnellen Nuscheln. Das einzige, was ich verstehe: „This Idiot (...), I had the ball (...) he punched me and I fell.“ Nach fünf Minuten antworte ich souverän „ok.“ Auf dem restlichen Weg zur Universität unterhalten wir uns über die Premier League, den Brexit und das Essen in der Kantine. Der Bus stoppt. Wir begeben uns zum Klausurraum. Unsere Kommilitonen Erin, Ian und Josh laufen aufgeregt an uns vorbei. Alle sind unter Spannung. Es ist die einzige Klausur, die sie während ihres gesamten Studiums schreiben. Und ich Glückspilz wähle ausgerechnet dieses Modul. Läuft. Ääh Runs. Ich will ja an meinem Englisch arbeiten. I put this class test into sand, denke ich mir in feinstem Denglisch, als ich den Klausurraum nach zwei Stunden wieder verlasse. Aber egal: Ich muss nur bestehen, die Note ist erstmal egal, versuche ich mir resignierend das Debakel zu erklären. Nach der Klausur habe ich mich

mit meinen Kommilitonen im Pub verabredet, das geht jetzt vor. Meine Kommilitonen sind fast ausschließlich Schotten, nur zwei andere Amerikaner absolvieren ebenfalls ein Auslandssemester. Das ist kein Standard. Je nach Standort-, Studien- und Kurswahl gibt es sogar mehr Auslandsstudenten als „regulär“ Studierende in den Kursen. „So, since you are leaving in two days: What have you seen from our beautiful Scotland and what do you think of it?“, fragt mich Heather, direkt nachdem wir den Pub betreten. Nach einer kurzen Bedenkzeit erzähle ich ihr von den ersten Sightseeing-Tagen im wunderschön altertümlichen Edinburgh, dem „interessanten“ Pub-Crawl durch die Pubs der schottischen Hauptstadt, der unglaublichen Landschaft in den Highlands mit den atemberaubenden Aussichten und dem Elch, dessen Silhouette wir beim Abstieg eines Berges nach einem lauten Röhren am Gipfel erkannten. Doch im Endeffekt sind es nicht nur die Berge, die Stadt oder der Alkoholkonsum, die das Auslandssemester zu etwas Besonderem machen. Es sind die Leute, die man damit verbindet. Meine beiden Mitbewohnerinnen, die, nachdem ich am ersten Tag für alle gekocht habe und es – zugegeben - nicht wirklich ein Genuss war, mich mit köstlichen Essen versorgten. Der verrückte Professor, der mitten in der Vorlesung gerne gegen Tische trat und laut „FREEDOM“ propagierte. Die Kommilitonen, die sich gerne um den etwas verpeilten deutschen Auslandsstudenten kümmerten und ihm zeigten, worum es eigentlich geht. Nicht die besten Noten, den besten Abschluss, die meiste Arbeitserfahrung, sondern um jeden Moment, den man genießt. Als ich mich verabschiede, den Pub verlasse, mich in den Bus schleppe und verloren aus dem Fenster gucke, denke ich noch einmal darüber nach, was mein persönliches Fazit für das Auslandssemester ist. „F*CKING CUNT. Mate, move out of the way!“, unterbricht der Busfahrer meinen internen pseudo-philosophischen Exkurs, als ein kleiner Fiat 500 ungekonnt ausparkt. Meistens ist die Antwort simpel und man macht es sich selbst kompliziert. Mein Fazit: Es ist einfach f*cking geil! Text und Fotos: Sebastian May


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Das große BiTSLicht Dozenten Ranking 10 Fragen, 14 Platzierungen – Wer ist der Partykönig im B7 und wer würde von Heidi ein Foto bekommen? Wer regiert den Raucherhof, wer ist schon ewig an unserer Hochschule und wer ist immer wieder für ein nettes Gespräch offen? Prof. Dr. Frielinghausen kann sich über die meisten Platzierungen freuen, er wurde fünfmal in die Top 3 gewählt. Zweimal schafft er es sogar bis nach ganz oben aufs Siegertreppchen: Glückwunsch zum Urgestein und strengsten Dozenten unserer Hochschule. Nicht ganz so streng geht es in den Vorlesungen bei Prof. Dr. Müller zu. 22% der Teilnehmer haben ihn zum Klassenclown gewählt. Prof. Dr. Müller erhält noch zwei weitere Goldmedaillen: Er gilt nicht nur als sehr redefreudig, sondern ist auch der Digital Native. Prof. Dr. Hahn und Prof. Dr. Schwenke hingegen benutzen gerne 1. Partykönig im B7 ist...?

2

Tücking Frielinghausen Carrick

6. Iserlohns next Topmodel ist...?

1

3

Storch

Rieger

2. Das Urgestein unserer Hochschule ist...?

2

Friske

1

3

Frielinghausen

Helms Burgartz Wullenkord

3.Wer ist die größte Papierschleuder...?

2 Kühn

1

Hahn Schwenke

Meuser Tücking Schwenke

1

Müller

2

1

2

Frielinghausen Lennardt Schmuck

Meuser

Frielinghausen

Frielinghausen

Rieger

3

Bultink

1

Müller

3

8.Der Preis für die größte Labertasche geht an...?

Kusterer Tücking Denninghof

3

1

7. Wer ist Digital Native...?

2

5.Wer ist der strengste Dozent...? Helms

2

Tücking

3

4.Der Klassenclown unter den Dozenten...?

2

noch traditionell sehr viel Papier in ihren Vorlesungen. Kommen wir nun zu den Königen und Topmodels. Während Philipp Storch der Partykönig im B7 ist, regiert Prof. Dr. Friske den Raucherhof. Da er aber mittlerweile wohlverdient in Rente lebt, wird er würdig von unserer lieben Bärbel vertreten. Würde Heidi Klum Iserlohns Next Topmodel küren, würde Prof. Dr. Rieger das Cover der Cosmopolitan zieren. Und dabei würde er stolz die Goldmedaille für die Sportskanone am Campus Seilersee tragen.

1

Müller

3 Schulten-Jaspers

9.Welcher Dozent regiert den Raucherhof...?

2

Bärbel

1

Friske

3

10.Wer ist die größte Sportskanone...? 3

2

Müller

1

Rieger

3


Nachgefragt

„Gerüchte sind Gerüchte“ BiTSLicht hat nach dem Sport Talk 2018 die Gelegenheit genutzt und dem Ex-Nationalspieler Marcell Jansen ein paar Fragen über seine Karriere, seine Ex-Kollegen und Fußball in seinem Leben nach seiner Karriere gestellt.

BiTSLicht im Exklusiv-Interview mit Marcell Jansen. Foto: Laura Goess

BiTSLicht: Wusstest du schon zu deiner Zeit als Profi was du nach deiner Karriere machen möchtest? Zu meiner Zeit als Profi? Nein. In den ersten Jahren überhaupt nicht. Als junger Mensch, wie soll man das wissen? Man hat vom Leben noch nichts gesehen. Nur weil man gut Fußball spielen kann, heißt das nicht, dass man weiß, wer man ist, was man will. Das ist einfach altersbedingt. Aber so nach zwei bis drei Jahren Profi sein habe ich mich sehr viel damit auseinandergesetzt und dann war es doch deutlich einfacher zu wissen, in welche Richtung zumindest mein Leben nach dem Fußball gehen kann. Ist das Gerücht korrekt, dass du als Präsident des HSVs kandidieren möchtest? Gerüchte sind Gerüchte. Der Verein hat mich schon immer interessiert. Auch vor meiner Zeit als aktives und mittlerweile lebenslanges Mitglied habe ich für den HSV gebrannt. Aber spruchreif ist noch nichts. Hast du noch Kontakt zu einigen Ex-Fußballkollegen? Definitiv! Auch zu vielen Kollegen, die eine Neugierde haben für das Leben danach, die bereit

sind auch bei gewissen Themen bei Null anzufangen, die sich für nichts zu schade sind und die nicht auf ihren Status „Ich bin Ex-Fußballer und deswegen muss mir die Welt zu Füßen liegen“ pochen. Ein paar Beispiele: René Adler, Simon Rolfes, Stefan Reinert, Marcel Schäfer, der glaube ich sogar noch aktiv ist, Per Mertesacker und so weiter und sofort. Da ist man auf jeden Fall in einem sehr engen Austausch. Verfolgst du im Allgemeinen noch die Entwicklung der Nationalmannschaft? Zum Beispiel das Spiel heute Abend? Heute wird es ein bisschen schwierig, weil ich noch mit dem Zug fahre. Ich verfolge es aber soweit es geht. Das Internet in Deutschland ist ja jetzt nicht so gut, aber wenn die Verbindung zulässt es auf jeden Fall. Einfach schon aus emotionalen Gründen. Ich durfte fast 50 Länderspiele für Deutschland machen und ich habe viele Erlebnisse mit dem jetzigen Trainer zusammen gehabt und mit meinen Mannschaften und verschiedenen Mitspielern der Nationalmannschaft von einer tollen Zeit von Ende 2005 bis fast 2014. Ich hänge daran, in schlechten wie in guten Zeiten.


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Wie hast du die vergangene WM in Russland miterlebt? So wie der normale Fan. Ich habe mit Kumpeln und Freunden die Spiele geschaut und habe das als Fan miterlebt und ich war sehr traurig für die Jungs. Das geht an ihnen ja auch nicht spurlos vorbei, aber das ist auch normal wenn du zehn Jahre lang so eine Top-Leistung und so ein Top-Niveau bringst, dann gibt es Umbruchphasen, dass ist wie im Unternehmen, es muss ein Wandel her. Das im Fußball eigentlich noch viel schneller. Es ist sowieso schon beeindruckend, was Jogi Löw mit seinem Trainerteam da geleistet hat. Ich glaube, dass es gut ist und dass es zum richtigen Zeitpunkt passiert ist, dass man einen Rückschlag erlebt hat. Das setzt neue Reize, um in Zukunft, und da bin ich fest von überzeugt, weiterhin zu den Top Nationen zu gehören. Guckst du in deiner Freizeit noch Bundesliga? Im Moment viel 2. Liga, logischerweise, weil der HSV in der zweiten Liga ist, wobei ich früher auch schon zweite Liga geguckt habe. Ich versuche aber tatsächlich, aufgrund von Lebensqualität, weil man ja heutzutage gefühlt sechs Spiele gucken kann, mehr Konferenzen und Zusammenfassungen zu schauen. Man möchte auch mal etwas anderes sehen und es gibt ja noch viele andere spannende Themen neben dem Fußball. Speziell jetzt zum HSV: Glaubst du, sie schaffen den direkten Wiederaufstieg? Wir sind auf einem guten Weg. Es liegt aber an der im Moment sehr selbstreflektierten Arbeit und auch Entscheidungen, die getroffen wurden, sowie der Einstellung. Es ist möglich, sonst wäre man nicht aktuell da, wo man ist, aber wir sind, glaube ich, genug sensibilisiert, aufgrund der letzten Jahre, das Thema Zufriedenheit, Selbstzufriedenheit und viele andere Dinge nicht mehr aufleben zu lassen. Was glaubst du: Wer wird Deutscher Meister der Saison 18/19? Wenn ich jetzt hier Schalke sagen würde, dann würden sich viele freuen [lacht]. Ich glaube, dass Dortmund im Moment tatsächlich eine richtig gute Chance hat, aber es ist eine gefährliche Situation, wegen dem 3-Punkte-Rhythmus

und der Qualität der Bayern. Allerdings ist das für mich am Ende auch egal, ich bin gerade in der zweiten Liga orientiert und hoffe, dass man da Erfolge hat. Das Schöne in der Bundesliga ist, dass es endlich wieder Spannung gibt. Und ganz ehrlich, welchem Fußballfan ist das Herz nicht aufgegangen bei dem Spiel, und da gehört der Respekt auch Bayern München gegen Dortmund. Ich habe selten oder Ewigkeiten nicht mehr so ein geiles Fußballspiel gesehen, was sogar mich emotionalisiert hat, der wie gesagt einen gewissen gesunden Abstand zum Fußball hier und da jetzt hat. Spielst du selbst noch Fußball? Ja. In der Landesliga. Beim HSV3. Was sagst du zum Videobeweis? Prinzipiell ein richtiger Ansatz, aber so wie viele Gesetze in Deutschland sind viel zu schwammig. Da muss eine klare Sprache, eine klare Linie her und mit der Überschrift, da gibt es für mich viele Möglichkeiten, nicht nur eine, da es ein Prozess ist, dass ist für mich auch klar und auch, dass es keine perfekte Lösung gibt, wenn man damit gerade angefangen hat, aber einen großen Fehler hat für mich dieses System. Der Chef und der wichtigste Mann auf dem Platz ist der Schiedsrichter und ohne den wird es in Zukunft nicht funktionieren und wenn man den enteiert, dann wird der Videobeweis so nicht funktionieren. Allerdings haben wir ja auch schon viele gute Fortschritte, auch jetzt in der Bundesliga, verbessert und auch bei dem Turnier gesehen, wo es wirklich, in Extremsituationen, helfen soll und nicht bei jeder kleinen Situation, denn kleine Fehler und alles das entscheiden Spiele und das macht den Fußball nun mal auch aus. Und ich habe mein ganzes Leben lang Fußball gespielt, egal ob im Amateurbereich oder im Profibereich, eins kann ich sagen: Auf Sicht einer Saison hat sich das immer ausgeglichen und das will man oft natürlich nicht wahrhaben, wenn die Enttäuschung groß ist, aber das ist dann so. Anmerkung: Das Interview wurde im November 2018 geführt.

Stefanie Gosling


Nachgefragt

Plauderstunde mit Bärbel

Betritt man die Hochschule, wirft man zuerst einen Blick in die Mensa. Hier erwarten einen leckere Brötchen, goldbraune Pommes und vieles mehr. Und natürlich unsere Bärbel, die sich seit dem letzten Semester ganz allein um unser leibliches Wohl kümmert. BiTSLicht hat sie zu dieser Veränderung interviewt.

Bärbel versorgt die Studenten beinahe jeden Tag mit Köstlichkeiten. Foto: Laura Goess

BiTSLicht: Du und die BiTS, ihr gehört einfach zusammen. Seit wann arbeitest du schon hier? Ich bin im 17. Jahr. Da waren aber zwei Jahre Unterbrechung drin, als ein Pächter aufgehört hat und der nächste Pächter mich nicht übernommen hat. Da war ich im Fuchs und Hase und dann hat der alte Pächter wieder angefangen und hat mich gleich zurückgeholt. Und jetzt betreibst du den Kiosk ganz allein. Hattest du dir das vor einem Jahr schon vorgestellt, dass das so kommen könnte? Eigentlich nicht, denn ich habe schon viermal versucht, den Kiosk selbstständig zu kriegen, aber da wurde dann immer gesagt „Der Kiosk ist das Sahnestückchen der Mensa. Den kann man nicht abkoppeln.“ Aber jetzt, da es ja keine Mensa in dem Sinne mehr gibt, war ich die einzige Option. Sind dir bisher Schwierigkeiten begegnet und wenn ja, welche? Oh ja. Man kann hier einfach nicht planen.

Gerade die Brötchen. Ich kaufe ungefähr 50 Brötchen, oft verkaufe ich zehn und der Rest ist dann übrig. Belegte Brötchen schmeiße ich dann auch ohne Ende weg. Das ist verdammt schwierig hier. Ich bekomme zwar Stundenpläne, denke: „Oh, heute ist viel los“ und dann ist keiner hier. Das sind so die schlimmsten Schwierigkeiten. Man schmeißt viel weg. Oder wenn immer gesagt wurde: „Oh, Bärbel, Joghurt, Joghurt, Joghurt.“ Jetzt hatte ich vier Wochen lang Joghurt und musste fast fünf Liter wegkippen. Das kann sich keiner leisten. Da musste ich den Joghurt wieder aus dem Programm nehmen. Es ist schlecht zu kalkulieren. Was würdest du in der Zukunft hier ändern wollen? Ich möchte gerne eine Spezialitätenmaschine für Kaffee und so haben. Gerade Latte Macchiato und Kakao. Das ist natürlich teuer in der Anschaffung und die Umsatzzahlen sind eben

nicht so, dass ich sage „Ich habe mal locker 5.000€ übrig.“ Das ist so das, was mir noch vorschwebt.


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Was würdest du auf jeden Fall beibehalten wollen? Eigentlich alles, so wie es jetzt ist. Du triffst ja tagtäglich auf viele der hier lernenden Studenten und man könnte dich schon als „Fels in der Brandung“ bezeichnen, da du immer hier bist und so viel Freundlichkeit ausstrahlst. Was ist das Besondere daran, jeden Tag Kontakt mit unterschiedlichen Menschen zu haben? Ich liebe das. Mit jungen Leuten finde ich es einfach nur schön. Vielleicht hält es ja auch jung, das weiß ich nicht. Es macht mir einfach verdammt viel Spaß und ich sage immer, dass der Kiosk mein „Baby“ ist, weil ich den vor 17 Jahren ins Leben gerufen habe. Damals war er noch ganz, ganz klein. Mit einem kleinen Verkaufswagen im Flur haben wir angefangen und seitdem ist er immer gewachsen. Es tat auch weh, wenn andere Pächter das heruntergewirtschaftet haben. „Gibt’s nicht, gibt’s nicht, gibt’s nicht. Keine Sonderwünsche.“ Das hat mir dann immer so wehgetan. Bist du für manche Leute auch ab und zu der Kummerkasten? Oder eine Freundin? Oh ja. Mehrere kommen und sprechen mich an, manchmal auch über Privates. Zum Beispiel „Mein Freund. Der macht das und das. Was soll ich machen? Was meinst du?“ Das ist irgendwie süß. Ich finde es schön, dass die dann das Vertrauen haben, mir so private Sachen zu erzählen. Ich weiß nicht, ob ich dann sozusagen „die Mutti“ bin. Es ist ein schönes Gefühl.

In all der Zeit hast du sicherlich schon einige lustige Gespräche oder Geschichten erlebt. Was war so das Witzigste und Kurioseste, das hier bisher geschehen ist? Es waren so viele Sachen. Witzig war zum Beispiel die eine Geschichte, wo ein Mädchen ankam mit „Mein Freund“ und „Fernbeziehung“. Ich habe ihr dann etwas geraten und als sie schon gar keine Studentin mehr hier war, kam sie her und bedankte sich. Ich wusste das gar nicht mehr. „Hat alles geklappt, der hat sich voll geändert und jetzt sind wir verheiratet!“ Das fand ich sehr schön. Oder die Freude, die zurückgegeben wird. Die ist auch schön. Zum Schluss bleibt natürlich noch die Frage, wie sich die Mensa im Laufe des nächsten Jahres entwickeln wird. Bleibst du uns in der jetzigen Form erhalten? So bleibe ich auf jeden Fall erhalten. Ich habe erstmal einen Vertrag bis August 2019, um zu sehen, ob ich überhaupt überleben kann. Wenn es nach mir geht, bleibe ich hier. Zumindest, wenn es nicht so tief geht, dass ich sage „Ich habe keine Butter mehr auf dem Brot“. Und irgendwann vielleicht auch so ein kleines, warmes Angebot. So ein Mittagessen. Das kann ich aber erst machen, wenn der Umsatz stimmt, denn da muss ich jemanden einstellen. Ich mache hier ja alles frisch. Die Salate, die Wraps, eben alles. Von daher muss ich das alles alleine bewerkstelligen können. Ich kann nicht Essen ausgeben, kassieren und nebenbei noch jemandem ein Sonderwunsch-Brötchen machen. Das schaffe ich nicht. Aber wenn es mal laufen würde, würde es auch wieder ein kleineres Mittagessenangebot geben. Ein Gericht und ein vegetarisches oder irgendwie so. Anne Kampmeier

Die Brötchen bereiten zwar Schwierigkeiten in der Planung, aber wie sollen wir ohne den Tag überleben. Foto: Laura Goess


Nachgefragt

„Der Alumni-Verein ist ein großartiges berufliches Netzwerk“ Der Alumni-Verein der UE bietet BiTSlern und BTKlern aller Standorte die Möglichkeit, auch nach dem Studium in Kontakt zu bleiben. Welche Vorteile der Alumni-Verein Dozenten, Absolventen und auch Studierenden bietet, erzählt Vorstandsmitglied Lucas Maserski im Interview mit BiTSLicht.

BiTSLicht: Dich verbindet eine lange Geschichte mit dem Alumni-Verein. Schon als Studentenvertreter standst du oft im Austausch mit dem damaligen Vorstand. Was ist deine persönliche Erfolgsgeschichte mit dem Alumni-Verein? Ich selbst habe meinen aktuellen Job über einen Kontakt aus dem Alumni-Verein erhalten. Auch meine Master Thesis hätte ich ohne Unterstützung eines anderen Alumnus so nicht fertigstellen können. Dadurch hat sich mir ein weiteres Mal gezeigt, wie wichtig ein gutes berufliches Netzwerk ist und was es bringt, dieses auch zu pflegen. Nur mit möglichst vielen Leuten auf Xing oder LinkedIn verbunden zu sein, reicht noch lange nicht aus. Also profitieren bereits die Studierenden der UE vom Alumni-Verein? Ja, auf jeden Fall! Gerade für aktuelle Studierende ist es wichtig, schon frühzeitig ein gutes Netzwerk aufzubauen und dies auch zu pflegen. Für die Suche nach Praktika oder MT-Stellen oder auch für den Einstieg ins Berufsleben können im Alumniverein geknüpfte Kontakte oft hilfreich sein. Wer Interesse hat, bekommt von uns auch einen erfahrenen Alumnus als Paten zur Seite gestellt. Und inwiefern profitieren Alumnis vom Verein? Ziel der Vereinsarbeit ist die Aufrechterhaltung einer „lebendigen Verbindung“ zwischen Absolventen und ihrer Alma Mater. „Lebendige Verbindung“ bedeutet, dass wir Absolventen verschiedene Möglichkeiten geben, auch nach unserem Abschluss an der BiTS noch miteinander, aber auch mit der Hochschule in Kontakt zu bleiben.

Was sind die größten Vorteile des Vereins für ehemalige Studierende? Für die meisten ehemaligen Absolventen war das Studium einer der schönsten Abschnitte ihres Lebens. Während Beruf und Privatleben dann jeden auf einen individuellen Weg schicken, bietet der Alumni-Verein die Möglichkeit, sich nicht aus den Augen zu verlieren und regelmäßig mit alten Weggefährten zusammen zu kommen. Der Alumni-Verein ist nicht zuletzt ein großartiges berufliches Netzwerk. Persönliche freundschaftliche Kontakte können in verschiedensten Branchen immer hilfreich sein. Wer gehört neben Studierenden und Absolventen noch zum Alumniverein? Bei uns im Verein sind sowohl einige aktuelle als auch ehemalige Dozenten Mitglieder. Es besteht daher oft die Möglichkeit, den Kontakt zu den ehemaligen Profs bei unseren Veranstaltungen wieder aufleben zu lassen. Welche Veranstaltungen sind denn in nächster Zeit geplant? Seit diesem Jahr bieten wir monatliche Stammtische in Dortmund und Iserlohn an. Zu diesen offenen Angeboten sind alle interessierten Studierenden auch immer herzlich eingeladen. Außerdem wird es auch im Jahr 2019 wieder einige besondere Veranstaltungen am Campus Iserlohn geben.

Lukas Hentschel


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„Kritische Fairness ist eine gute Grundlage und das Wissen, dass Realität keine Momentaufnahme ist“ Die Journalismus-Dozentin Prof. Dr. Gabriele Krone-Schmalz erzählt im Interview mit BiTSLicht von ihren Anfängen im männerdominierten Journalismus der 70er-Jahre und gibt Nachwuchsjournalisten Tipps für einen erfolgreichen Start in die Karriere.

Ab 1982 hat Gabriele Krone-Schmal (3. v. r.) beim Politikmagazin „Monitor“ als Redakteurin gearbeitet. Foto: WDR

BiTSLicht: Sie haben das geschafft, wovon viele junge Journalisten träumen! Aber auch Sie haben ja mal „klein“ angefangen. Wie hat sich Ihr Sprung in die Welt des Journalismus vor rund 50 Jahren gestaltet? Mir war bereits früh klar, dass ich journalistisch arbeiten möchte. Ich war ein Radio-Fan. Deshalb habe ich mich zwischen Abitur und geplantem Studium beim WDR in Köln beworben. Ich bin nicht sicher, ob das heute auch noch so funktionieren würde: Ich habe um einen Termin beim Chef der Aktuellen Abteilung gebeten und tatsächlich einen bekommen. Ihm habe ich dann meine Vorstellungen geschildert, er hat mich um Arbeitsproben gebeten, die ich, bis auf Beiträge zu einer nie erschienenen Schülerzeitung, natürlich noch nicht hatte. Aber ich habe immer schon viel geschrieben, Beobachtungen und Essays zu selbstgestellten Themen. Diese Texte habe ich ihm vorbeigebracht. Es hat funktioniert. Mit 17 Jahren habe ich beim damals neuen Morgenmagazin im WDR 2 angefangen. Meine Arbeit bezog sich auf Brötchenholen und Fotokopieren, aber ich durfte auch recherchieren und war zum Beispiel während der Sendung dafür zuständig, die telefonischen Verbindungen mit den Gesprächspartnern herzustellen. Kurz und gut eben alles,

was so anfällt. Ich habe in der Zeit eine Menge gelernt und war erstaunlich gut integriert. Ich hätte im WDR bleiben und weiterarbeiten können, aber ein sehr viel älterer Kollege hat mir geraten, unbedingt zu studieren und schon gar als Frau mit Doktortitel wiederzukommen. Das traf sich mit meinen ursprünglichen Plänen, auch wenn es, nicht zuletzt finanziell, sehr verlockend war, zu bleiben und voll einzusteigen. Viele Jahre später, 1976 habe ich mich auf ein 18-monatiges Volontariat beim WDR beworben und war eine der vier Glücklichen, die genommen wurden. Und dann ging es Schlag auf Schlag. Schon während des Volontariats konnte ich Radio- und Fernsehsendungen moderieren und nach Abschluss des Volontariats hatte ich die Wahl zwischen drei Planstellen. Ich habe mich für die in der Tagesschau entschieden, weil ich dort nicht nur redaktionell arbeiten konnte, sondern auch als Reporterin und Moderatorin für andere Sendungen im WDR. Was ist gerade am Anfang wichtig? Neugier und eine gehörige Portion realistischer Selbsteinschätzung. Man kann nicht alles von Anfang an können. Ich bin sehr gut damit gefahren, die Kameramänner – damals waren es nur Männer – und die Cutterinnen – bis auf


Nachgefragt

zwei, glaube ich, waren das alles Frauen – mit Fragen zu löchern und von ihren Erfahrungen zu profitieren. Auch daraus habe ich viel gelernt und es war sehr teamfördernd. Fernseharbeit ist Teamarbeit. Heute weniger als damals, aber die totalen Einzelkämpfer, die alles machen, drehen und schneiden, sind – Gott sei Dank – nicht die Regel. Denn da bleibt viel auf der Strecke, was beim besten Willen alleine nicht zu stemmen ist. Da sollte man sich nicht in die Tasche lügen. Natürlich gibt es Einsätze, wo man weiterkommt, wenn man nicht mit einem

Team auftaucht, sondern allein ist, aber das ist nicht die Regel. Und was muss man immer im Auge behalten, wenn man journalistisch arbeitet? Wenn ich jetzt sage „die Wahrheit“, dann muss ich selber lachen. Denn „die“ Wahrheit gibt es nicht. Es gibt fast immer viele Wahrheiten und als Journalist muss man versuchen, sich dem, was man landläufig Wahrheit nennt, so weit wie möglich zu nähern. Das funktioniert am besten, wenn man Perspektivwechsel vor-

Russlandexpertin Gabriele Krone-Schmalz (1. v. r.) als ARD-Korrespondentin in Moskau. Foto:WDR

nimmt. Wie sehen die unterschiedlich Beteiligten denselben Vorgang? Welche unterschiedlichen historischen Hintergründe spielen eine Rolle? Und – ganz wichtig – wer hat welche Interessen? Welche Rolle spielt das Timing einer Nachricht? Sie müssen sich eine gewisse Skepsis bewahren und sich davor hüten, aus Gut und Böse eine Frage der Geografie zu machen. Auch wenn es sich wie ein Widerspruch anhört: Kritische Fairness ist eine gute Grundlage und das Wissen, dass Realität keine Momentaufnahme ist, sondern ein Prozess, bei dem Chronologie eine Rolle spielt und die Frage, wer ist derjenige, der handelt und wer ist derjenige, der reagiert.

Sie haben bewiesen, dass das auf jeden Fall zum Erfolg führt. Sie waren lange Zeit für populäre Sendungen im WDR zuständig und haben sich zur Russlandexpertin etabliert. Aber sind sie durch diese Ansicht auch auf Probleme gestoßen? Es ist unbequem, wenn man sich mit seiner Arbeit abseits des Mainstreams bewegen. Aber wenn Recherchen und das Erkennen von Zusammenhängen zu anderen Ergebnissen führen als zu denen, die man immer wieder hört und liest, dann darf das nicht darauf hinauslaufen, dass man davon Abstand nimmt. Im Gegenteil. Demokratie braucht Debatte, sonst hat Demokratie keinen Sinn. Demokratie


28 braucht informierte Bürger, sonst funktioniert die Demokratie nicht. Und um Bürger möglichst umfassend zu informieren – dazu sind Journalisten da. Sie sind jedenfalls nicht dazu da, selbst Politik machen zu wollen oder ihre eigenen Überzeugungen anderen aufzudrängen. Gab es auch Probleme als erste Frau in diesem damals doch sehr männerdominierten Beruf? Wie sind sie mit der Situation umgegangen? Erstaunlich entspannt, finde ich im Nachhinein. Ich war in der Tat in vielen Redaktionen nicht nur die erste, sondern über weite Strecken auch die einzige Frau. Als ich Korrespondentin in Moskau wurde, war das der Programmzeitschrift „Hör zu“ eine Titelgeschichte wert. Außer einer Kollegin in Rom und einer in Genf

gab es in der ARD meines Wissens bis dahin nirgendwo Frauen in diesem Fernsehjob, schon gar nicht an politisch so wichtigen Orten wie Moskau. Ich habe kämpfen gelernt, ja, aber ich habe nie eine geschlechtsspezifische Nummer draus gemacht, sondern inhaltlich argumentiert. Offensichtlich hat das gut funktioniert. Inwiefern haben Frauen im Journalismus immer noch Probleme sich durchzusetzen? Oder herrscht in Redaktionen mittlerweile Gleichberechtigung? Wenn ich mir anschaue, wie viele weibliche Auslandskorrespondenten es gibt, wie viele politische Magazine von Frauen moderiert werden, dann hat sich eine Menge geändert. Ob in Redaktionen mittlerweile Gleichberechtigung herrscht, kann ich schwer beurteilen, da ich ja


Nachgefragt schon lange in keiner Redaktion mehr gearbeitet habe. Ich sehe natürlich auch, dass es nach wie vor in unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen sehr gut funktionierende Männernetzwerke gibt, aber ich warne davor, jedes Mal, wenn sich eine Frau nicht durchsetzen konnte, eine Frage der Gleichberechtigung daraus zu machen. Wenn es schon so weit ist, dass Männer eine Stelle nur deshalb nicht bekommen, weil man sich Ärger mit der resoluten Gleichstellungsbeauftragten ersparen will, dann läuft was falsch. Ich empfehle mehr Gelassenheit im Grundsatz und Kampfgeist im Einzelfall. Wenn wir schon beim Thema Wandel sind – Was unterscheidet den Journalismus von damals zum Journalismus in der heutigen Zeit?

Gabriele Krone-Schmalz (3. v. r.) mit JBC-Studenten beim WDR in Köln. Foto: privat

Oh je, wo fange ich da an! Der Zeitdruck ist viel größer geworden. Es ist nicht so, als ob wir den damals nicht auch gehabt hätten. Ich habe sogar noch die Jahre erlebt, in denen mit Film gearbeitet wurde, der ja erstmal entwickelt werden musste, bevor man sich an den Schnitt begeben konnte. Das hat wertvolle Zeit gekostet. Aber der Zeitdruck heute hat eine ganz andere Qualität, nicht zuletzt aufgrund der veränderten Technik. Sie können quasi von jeder Stelle der Welt aus direkt auf Sendung gehen, das ging damals nicht. Das heißt, wir hatten mehr Zeit für Recherche und zum Nachdenken. Auch die Internet Konkurrenz gab es so nicht. Schnelligkeit war zwar immer schon ein journalistisches Qualitätskriterium, aber die Rahmenbedingungen sind heute brutaler und gehen fast zwangsläufig zu Lasten von Gründlichkeit. Nach meinem Eindruck hat sich auch das journalistische Selbstverständnis verändert. Heute klingt Berichterstattung vielfach so, als wollten die Kollegen die Menschen auf den „richtigen“ Weg führen und ihnen sagen, was gut und böse ist. Das können Menschen selber entscheiden, wenn wir ihnen alles an Fakten liefern, was wir kriegen können, natürlich ohne Dinge wegzulassen, die nicht in unser Bild passen, und wenn wir auf der Basis von Informationen, unserer Bildung und unserer Erfahrung Vorgänge professionell einordnen. Im Blick auf die heutigen Gegebenheiten, welche Tipps würden Sie jungen Menschen, die ihre Karriere gerade starten, mit auf den Weg geben? So hilfreich das Internet sein kann, reden Sie mit Menschen. Besuchen Sie sie an den Orten, an denen sie sich aufhalten. Es macht einen Unterschied, ob sie nur mailen und telefonieren oder mit jemandem in einem Raum sind und ihn als Ganzes wahrnehmen. Lesen Sie viel. Auch und gerade das, von dem Sie glauben, dass es nicht Ihren Vorstellungen oder Überzeugungen entspricht. Werden Sie sich klar über Ihre eigenen Vorurteile, Feindbilder und Raster, die sie im Kopf und im Herzen haben. Bleiben Sie authentisch und versuchen Sie, sich nicht zu verbiegen oder verbiegen zu lassen. Und werden Sie extrem misstrauisch, wenn jemand nur moralisch argumentiert. Moral ist wichtig, keine Frage, aber Moral ersetzt niemals politische Analyse. Manon Meinert


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UASE, BiTS, Laureate und GUS, wer blickt da noch durch? Die Namen, die sich herumtreiben, sind vielfältig. Aber was steckt eigentlich hinter den einzelnen Begriffen? BiTSLicht hat für euch im „Dschungel der Namen“ recherchiert.

Die Namen der Hochschule waren in den letzten Jahren vielfältig. Foto: Laura Goess

Die BiTS war in der Region Südwestfalen ein Begriff. „BiTS stand für Business and Information Technology School. Dieser Name basiert auf den ersten zwei Studiengängen: Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftsinformatik. Letzteren gibt es aber schon seit einiger Zeit nicht mehr. Das war auch ein Grund für die Umbenennung. Den eigentlichen Ursprung des Namens gab es nicht mehr“, erklärt UE-Kanzler Lars van der Leeuw-Holtvoeth und nennt auch die Gründe für die Umbenennung zu University of Applied Sciences Europe, kurz UE: „Es gab mehrere Gründe. Es stimmt, die BiTS war sehr bekannt und das

war ein Grund, der dagegensprach. Auf der anderen Seite sprachen eine Menge Gründe dafür. Als ich noch am Campus Iserlohn war, riefen bei mir immer wieder Schüler an. Diese wollten sich über eine Berufsausbildung informieren. Da fällt auf, dass Berufsinformationszentrum – kurz BIZ – und BiTS sehr nahe bei einander liegen. Wenn wir an Suchmaschinen denken, gibt es ein ähnliches Problem. Die Speichereinheit Bits für Computer findet man natürlich auch eher über Google als die Hochschule. Die Namensänderung bringt zudem Vorteile für internationale Studenten und Unternehmen, die die Hochschule noch nicht kann-

ten. Für sie wird es in Zukunft leichter sein, die UASE zu finden.“ Laureate Education und Global University Systems Wir wissen jetzt, was es mit der BiTS und der Umbenennung zur UE auf sich hat. Aber welche Rolle spielen eigentlich Laureate und GUS? Laureate Education ist ein Unternehmen aus den USA, welches sich auf die Entwicklung von Privatuniversitäten spezialisiert hat. Global University Systems (GUS) mit Sitz in London ist ebenfalls ein Unternehmen mit Fokus auf Hochschulen. Nachdem zunächst Laureate Eigentümerin der Hochschule


UEberblick

war, tauchte plötzlich GUS auf – als neue Eigentümerin. Wir haben uns die Frage gestellt, warum über den Wechsel nur wenige Bescheid wussten und warum so wenig kommuniziert wurde. „Die GUS nimmt sich stärker zurück und versucht wieder die Hochschule selbst in den Fokus zu rücken. Das war auch der Grund, warum der Eindruck entstand, dass so wenig darüber kommuniziert wurde. Es soll nicht um die Dachorganisationen gehen, sondern um die Hochschule. Das ist auch ein Grund, warum zum Beispiel in Skripten nur noch das UE Logo zu finden ist. Wichtig ist, dass die UASE wieder als eigenes Unternehmen war genommen

wird. Steve Jobs sagte einmal: ´Es macht keinen Sinn, kluge Leute einzustellen und ihnen zu sagen, was zu tun ist. Wir stellen kluge Leute ein, damit sie uns sagen können, was zu tun ist`. Auf die Hochschule bezogen bedeutet das, GUS hilft uns bei dem Ausbau und der Weiterentwicklung. Dafür erklären wir der GUS, was wir benötigen“, so van der Leeuw-Holtvoeth. Auch betont er nochmal die Unterschiede zu Laureate: „Die einzelnen Fachbereiche haben ebenfalls mehr Freiheiten. Sie können jetzt ihre Besonderheiten herausarbeiten. Das heißt, es wird nicht mehr auf Vorgaben gesetzt, sondern auf eine Zusammenarbeit, wo

Themen gemeinsam definiert werden. Die Zusammenarbeit zwischen den Fachbereichen wurde ebenfalls gestärkt. Wir versuchen, jetzt mehr gemeinsame Lösungen zu finden. Ein Beispiel hierfür wäre, wie alle Standorte Zugriff auf ein bestimmtes Portal bekommen. Hier sieht man, wie die GUS uns hilft. So bekommen wir für ein Statistikportal bessere Kondition, wenn wir gemeinsam auftreten. Das hätte jeder Standort früher selber regeln müssen, so kann man Synergien nutzen.“

Lukas Hentschel

Foto: Laura Goess


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„Neue Studiengänge sind geplant“

UE-Kanzler Lars van der Leeuw-Holtvoeth erzählt im Interview mit BiTSlicht nicht nur von seiner Zeit als BiTSler, sondern geht dabei auf bereits vollzogene und zukünftige Veränderungen ein.

BiTSLicht: Sie waren selber Student am Campus Iserlohn. Was hat ihnen besonders gut gefallen? Ich werde oft gefragt, welcher mein Lieblingscampus ist. Das kann ich aber gar nicht sagen. Jeder hat seine Vorzüge und sein eigenes Profil. In Iserlohn konzentriert sich alles mehr auf das Leben und Arbeiten am Campus. Für mich hat das immer eine ganz besondere Atmosphäre geschaffen, denn viele Ideen und Initiativen sind dadurch entstanden und der Zusammenhalt in der Studierendenschaft war besonders hoch. Campus Symposium, Rubicon, Unternehmertag und viele weitere Ressorts und Veranstaltungen mehr. Diese Erfahrungen möchte ich aus meiner eigenen Studienzeit auf keinen Fall vermissen. Kann es nicht ziemlich langweilig werden, nicht in einer Großstadt wie Berlin oder Hamburg zu studieren? Nein. Weil ich innerhalb von 30 Minuten in Dortmund sein kann und innerhalb von einer Stunde in Köln. Auch in Berlin kann es passieren das man 45 Minuten unterwegs ist. Eine weitere Besonderheit ist, dass Studenten nach der Vorlesung noch dort bleiben, um an Ressorts zu arbeiten. Was also zunächst langweilig klingt, bietet genau die Voraussetzung, um wirklich spannende Projekte und Ideen ausarbeiten zu können. Ich kann jedem Studierenden nur raten, davon Gebrauch zu machen. Die Studienzeit ist nicht zuletzt das, was man aus dieser Zeit macht und „Langeweile“ hatten wir zu meiner Studienzeit auf jeden Fall nicht. Was hat sich seit Ihrer Studienzeit verändert? Das lässt sich am besten an den verschiedenen Reife-Phasen eines Unternehmens erklären. Am Anfang herrschte eine starke Start-Up Stimmung. Wir saßen bei Meetings mit 15 Mann in einem Raum. Hier haben alle noch direkt überall alles gesprochen. Irgendwann kommt der Punkt, dann braucht man auf einmal eine Personalabteilung, eine größere Buchhaltung, mehr Mitarbeiter in den verschiedenen Abteilungen. Alles wurde größer und musste standardisiert werden. Das war ungefähr 2008, dort kam auch Laureate ins Spiel.

In welcher Phase befindet sich die Hochschule heute? Wir sind jetzt in einer Phase, wo wir wieder mehr Flexibilität haben. Wir können uns jetzt überlegen, wie wir bestehende Prozesse optimieren und neu gestalten. Wir kommen weg von einer reinen Standardisierung aller Standorte und können wieder die individuelle Stärken an jedem Standort betonen. Das ist eine tolle Zeit, voll von neuen Ideen und Initiativen. Es macht Spaß, mit dem gesamten Team der Verwaltung, den Professoren und natürlich auch den Studierenden zu arbeiten. Welche Veränderung wird es in diesem Jahr in Iserlohn geben? Eine sehr schönes Ereignis fand bereits am 1. Februar auf dem Campus Iserlohn statt: Iselerlohn bekommt mit Graeme Guy einen neuen Campus-Verantwortlichen. Er war früher Soldat und wurde im Militärkrankenhaus behandelt. Neue Studiengänge sind geplant. Einer davon ist Digital Business & Data Science in einer dualen Variante. Hier ist die Hochschule direkt angesprochen worden, dass man mit uns an diesem Studiengang arbeiten möchte. Das Thema Digitalisierung betrifft uns also nicht nur in der Hochschule und ihren Prozessen, sondern auch in der Lehre und Forschung und wir werden als wichtiger Partner für die Region wahrgenommen. Die Landesregierung hat ebenfalls Förderprogramme für dieses Themengebiet vorgesehen und wir werden uns auch auf dieser Ebene aktiv engagieren. Wir wollen gemeinsam mit den Unternehmen neue Formate aufbauen. Außerdem überarbeiten wir zusammen mit den Unternehmen bestehende Studiengänge, um unsere Absolventen fit für den Berufseinstieg zu machen. Digitalisierung, virtuelle Teams, internationale Projekte und viele weitere Aspekte der Arbeitswelt kommen auf uns und unsere Absolventen zu und wir begleiten diese Veränderung aktiv mit. Dies wird auch die eine oder andere sichtbare Veränderung am Gebäude mit sich bringen, aber hier bitte ich noch um ein wenig Geduld. Lukas Hentschel


UEberblick

“Wir haben uns stark verbessert” In diesem Jahr feiert er Jubiläum an der UE: Philipp Storch ist bereits zehn Jahre an unserer Hochschule. Zunächst als Student, dann als wissenschaftlicher Mitarbeiter und seit September 2018 der erste Head of Examination Office aller Standorte. In diesen zehn Jahren hat das EO viele Höhen und Tiefen erlebt.

Seit September ist Philipp Storch Head of Examination Office. Foto: privat

BiTSLicht: Du hast deine Karriere an der UE – damals noch „BiTS“ – 2009 als BMSler begonnen. Wie hast du damals das EO wahrgenommen? Ehrlich gesagt habe ich mir nie wirklich Gedanken über das EO gemacht. Die einzigen Berührungspunkte waren die Anmeldungen für meine Bachelor-Thesis und für meine Master-Thesis. Vielen meiner Kommilitonen ging es ähnlich, kaum einer hatte Probleme. Das liegt glaube ich daran, dass damals noch das alte Computersystem genutzt wurde, die Noten wurden beispielsweise in Listen über das BiTSPortal veröffentlicht. Die Probleme haben erst später, circa 2013/2014, angefangen. Also zu der Zeit, als du der Assistent unseres Wirtschaftsdekans Herr Burgartz wurdest und auch angefangen hast zu lehren. Genau, um den Dreh rum begann die chaotische Zeit im EO. Wir Dozenten haben das vor allem daran gemerkt, dass viele Studenten mit

ihren Problemen zu uns gekommen sind, nicht zu den Mitarbeitern des EOs. Es gab viele Gründe für das Chaos, einer war die Umstellung des Computersystems auf das Campus Net. Eine gute, aber komplexe Software. Zeitgleich übernahm unser ehemaliger Eigentümer Laureate immer mehr das Sagen. Laureate hat viel gespart – Mitarbeiter wurden entlassen und die übrigen Mitarbeiter leisteten auf der einen Seite viel zu viele Überstunden, auf der anderen Seite feierten sie diese natürlich auch ab und fehlten dementsprechend – ein Teufelskreis. Laureate gehört nun der Vergangenheit an, mit GUS hat eine neue Zeit begonnen. Welche Veränderungen sind bereits spürbar? GUS hat direkt mit Optimierungen begonnen. Es wurden neue Stellen geschaffen, allein die Menpower bei uns im EO ist jetzt viel stärker. Wir sind jetzt zu fünft in Iserlohn. In Hamburg arbeiten vier Mitarbeiter für das EO, in Berlin drei.


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Und trotzdem steht das Examination Office immer wieder in der Kritik, es hagelt Vorwürfe. „Ihr veröffentlicht Prüfungsergebnisse zu spät“ oder „Ihr antwortet nicht auf E-Mails“. Manche drohen angeblich mit dem Anwalt, um an ihr Bachelorzeugnis zu kommen. Einige Kritik gab es in der Vergangenheit zu recht – Aber manchmal muss man auch vorsichtig sein, einige kritisieren uns zu schnell. Generell bin ich froh, wir haben uns stark verbessert. Vor anderthalb Jahren haben wir noch ein bis zwei Monate für die Erstellung eines Zeugnisses gebraucht, heute schaffen wir das in drei Wochen. Somit liegen wir unter den sechs Wochen, die die Prüfungsordnung als Rahmen vorgibt. Auch bearbeitet eine Kollegin von mir mittlerweile ausschließlich E-Mails – In der Prüfungspha-

se kommen am Tage mehrere hundert Mails zusammen. Die Veröffentlichung von Noten ist leider ein zweischneidiges Schwert: Die Dozenten geben die Noten in Campus Net ein und diese werden von uns nur noch freigegeben. Dabei geben aber ein paar Dozenten die Noten leider falsch in Campus Net ein. Dementsprechend können wir die Noten dann auch nicht direkt für die Studenten veröffentlichen. Du beklagst erneut das Campus Net. Gibt es da keine Lösung? Doch, sogar schon bald! Zum Jahresende wird eine neue Software – das Campus Net NT – auf die alte Software gelegt. Somit bleibt die Datenbank erhalten, aber viele Prozesse werden optimiert. Auch sind Schulungen für Mitarbeiter und Dozenten geplant. Apropos Optimierung – Wie möchtest du als Head of Examination Office das EO verbessern? Ich finde es vor allem wichtig, die Abläufe schlanker zu machen – damit haben wir auch bereits begonnen. Während man sich früher noch umständlich über E-Mails für Nachprüfungen anmelden musste, funktioniert das heute über das Campus Net. Insgesamt sollte viel mehr online geschehen, zum Beispiel auch Anträge für die BT. Das große Ziel ist es, ein papierärmeres Büro zu haben. Auch ist standortübergreifendes Arbeiten wichtig – An der Stelle sollten wir aufgabenkonzentrierter arbeiten. Aber zuletzt sollen auch die Studenten mehr in die Verantwortung gezogen werden: Wenn wir uns an Anmeldefristen halten, sollten die Studierenden das auch tun!

Manon Meinert

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UEberblick

„Das schwierigste Thema ist das Tempo der Veränderung“ GUS hat sich bei der Übernahme der UE ein großes Ziel gesetzt, die Umsetzung kann jedoch noch eine Weile dauern. Im Interview mit BiTSLicht spricht Carl Lygo, Vorsitzender der Hochschule, über die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der UE und erklärt die Rolle von GUS.

Carl Lygo hat unseren Campus im Juni besucht. Foto: privat

BiTSLicht: Auf dem Campus Iserlohn tauchte nach dem Verschwinden von Laureate Education auf einmal der Name GUS auf. Was ist GUS genau und wofür steht es? GUS ist die Abkürzung für Global University Systems, eine Eigentümergruppe mehrerer Hochschulen. Obwohl der Sitz in London ist, ist GUS in den Niederlanden registriert. GUS besitzt Hochschulen und Sprachschulen auf der ganzen Welt, vor allem aber in Kanada, Irland, Israel, Singapur, Großbritannien und den USA.

Nun gehört auch die UE zum Netzwerk der internationalen Bildungsgruppe. Sie haben den Campus Iserlohn im Juni auf dem Sommerfest besucht. Was war Ihr Eindruck von der Hochschule? Es war ein eindrucksvolles Sommerfest und ich fand die Atmosphäre in Iserlohn super. Auch das Wetter hat mitgespielt. Ich denke, die UE in Iserlohn hat großes Potential und ich freue mich darauf, der Hochschule dabei zu helfen, ihr ganzes Potential zu entfalten.

Und wer gehört zu GUS? Zu GUS gehört unter anderem die University of Law, Arden University, London School of Business & Finance, University of Canada West, Language Gallery, London College of Contemporary Arts, London College of Contemporary Music, IBAT College in Dublin, St. Patrick´s College und HighQ.

Potentialentfaltung ist ein Ziel. Was waren weitere Ziele bei der Übernahme im vergangenen April? Unser Ziel ist es, eine weltweit führende Hochschule zu kreieren, die global bedeutsam ist. Das bedeutet, neue Zentren auf der ganzen Welt zu bilden, sodass die Hochschule DIE Hochschule Europas wird. Wir möchten die Fakultät bei der Entwicklung neuer Programme und Fakultäten unterstützen.


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Welche der Ziele wurden bereits erreicht? Wir haben viel Arbeit im Hintergrund geleistet: Technische Probleme behoben, die Mitarbeiterzahl ist angestiegen und in Immobilien investiert. Das Rektorat und der Senat haben angedeutet, in den nächsten Monaten den Service zu verbessern und ins Campus System zu investieren. Das Rektorat und der Senat können am besten entscheiden, wie sie die Investition von GUS am besten nutzen. Wir unterstützen sie dabei. Was ist hingegen schwer zu erreichen? Es gibt so viele gute Ideen, die Hochschule auszubauen, dass die Realisierungen Zeit kosten. Alle warten ungeduldig auf Veränderungen. Zurzeit müssen zukünftige Entwicklungen aufgrund von behördlichen Inspektionen zurückgestellt werden. Ich denke, das schwierigste Thema ist das Tempo der Veränderung. Zusammengefasst in drei Sätzen, wie sieht die Zukunft der UE aus? Unser Bestreben ist es, die UE zur besten Hochschule Europas zu machen, eine global bedeutsame Hochschule mit weltweiter Anerkennung. Studenten sollen stolz auf ihre Hochschule sein und Arbeitgeber sollten die UE kennen und ihr Vertrauen. Die besten Tage liegen voraus und wir sind froh über die Möglichkeit, der Hochschule beim Erreichen dieser Ziele zu helfen. Gibt es in dieser Zukunft auch noch die Marken BiTS und BTK? Der vorige Eigentümer hat sich entschieden, die BiTS und die BTK aufzugeben. Wir haben viel diskutiert, wie wir die Namen erhalten können. Die Behörde erlaubt es nicht, die Änderungen rückgängig zu machen. Es wäre aber möglich, Gebäude, Fakultäten oder Stipendien nach ihnen zu benennen. Noch ist es zu früh, um Entscheidungen zu treffen. Werfen wir einen Blick auf den Campus Iserlohn. Was wird sich konkret ändern? Idealerweise wären dort mehr Studenten und mehr Verbindungen zu lokalen Arbeitgebern. Die Stadt hat ein paar tolle Initiativen zur Bildung eines digitalisierten Zentrums entwickelt, da würden wir gerne mithelfen. Die Stadt hat

uns auch erlaubt, Gastgeber für internationale Studenten zu sein. Auf dem Campus wird es also in den nächsten Jahren viele Internationals geben. Wir planen auch ein Experten-Zentrum für Sport Wissenschaften in Iserlohn. Final entschieden ist aber noch nichts. Es kursiert das Gerücht, die BTK wird nicht mehr lange am Campus Iserlohn sein… GUS freut sich, die BTK in Iserlohn zu unterstützen, aber die Art & Design Fakultät hat Einwände. Wir werden weiterhin mit den Professoren im Gespräch sein. Die finale Entscheidung liegt immer beim Rektorat. Darauf aufbauend, was ist mit der BiTS am Campus Iserlohn? Die BiTS hat auf allen Gebieten ein großes Potential, wir erwarten ein großes Wachstum durch viele Kooperationen mit lokalen Arbeitgebern und internationale Studenten auf dem Campus. Die UE hat auch Standorte in Berlin und Hamburg. Was wird sich dort ändern? In Berlin haben wir die Immobilie vergrößert, um mehr Klassenräume und Büros zu schaffen. In Hamburg haben wir ein ganzes Gebäude akquiriert. In diesem Jahr wird alles in Betrieb gehen. Auch neue Kurse, die wir im vergangenen Jahr entwickelt haben, werden nun angeboten. Wird es weitere Standorte geben? Schließlich sind wir die Hochschule Europas… Es würde definitiv Sinn machen und wir würden diese Expansion gerne unterstützen. Genau genommen wollen wir den Studenten die Möglichkeit geben, den gleichen Abschluss vom UE Campus an verschiedenen Orten der Welt zu studieren. Finanzen könnte man zum Beispiel in Frankfurt, London, New York, Shanghai und Singapur studieren. Das ist auch im Sinne einer erfolgreichen Karriere. Es würde Zeit kosten, aber auch unglaublich Spaß machen, diese globale Hochschule zu kreieren. Aber auch hier liegt die Entscheidung bei der Fakultät, beim Senat und Rektorat. Die Hochschule hat Besitzer, die groß denken! Manon Meinert


UEberblick

„Der JobTeaser und das Career Center müssen in Iserlohn bekannter werden“ Frischer Wind zieht ins Career Center Iserlohn ein – Die neue Koordinatorin Dr. Silke Bromann möchte die Reichweite des Career Center in Iserlohn erhöhen. Dabei konzentriert sie sich vor allem auf die Plattform JobTeaser. Bisher zeigt der JobTeaser Studenten nur zu ihrem Profil passende Praktika, Jobausschreibungen und Events an. Um ihr Ziel zu erreichen, müssen neben den technischen Herausforderungen aber auch andere Hürden überwunden werden. Noch sei der JobTeaser zu unbekannt. „Das möchte ich ändern, indem ich Mails an die Studenten verschicke, Lehrveranstaltungen besuche und Informationen aushänge. Der JobTeaser und das Die neue Koordinatorin bietet Bewerbungschecks an. Career Center müssen in Iserlohn bekannter werden.“, so die ehemalige Japan-Expertin Auf der Webseite wirbt die UE mit einem Career entschlossen. Center, das „bestens vernetzt“ sei, die Schnittstelle zwischen der Hochschule und Wirtschaftsunternehmen. So begleite das Career Center Studenten auf ihrem Weg in die Praxis und mache Wirtschaftsunternehmen auf die Hochschule aufmerksam. Wie genau das funktioniert, hat sich BiTSLicht von der neuen Koordinatorin des Career Center am Standort Iserlohn erklären lassen. Der JobTeaser als zukünftige Bewerbungsplattform Dr. Silke Bromann ist seit dem 15. September an der UE. „Ich möchte die Bedienbarkeit des JobTeasers verbessern und die Reichweite erhöhen.“ Konkret sollen sich Studenten direkt über die exklusive Plattform bei Unternehmen bewerben können.

Silke Bromann möchte das Career Center in Iserlohn bekannter machen.

Das Career Center in Iserlohn ist seit September neu besetzt.

Bewerbungstipps und Karriereevents in Iserlohn Denn das Career Center kann noch mehr: „Wir bieten Tipps und Tricks zur Bewerbung an, Einzelberatungen und Bewerbungschecks. Das Career Center veranstaltet regelmäßig Events und Seminare. Themen sind beispielsweise Potentialanalysen, Gehaltsfragen oder Praxisbeispiele.“ Die drei goldenen Tipps für eine Bewerbung sind laut Bromann: Bezug zur Stellenausschreibung herstellen, Kenntnisse und Soft Skills belegen und deutlich machen, warum man für den Job am besten geeignet ist. „Gerade in Iserlohn haben unsere Studenten gute Chancen“, ist sich Bromann sicher, denn „die Hochschule hat in der Region einen sehr guten Ruf!“ Text :Manon Meinert Fotos: Laura Goess


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Endlich das Abi in der Tasche! Doch was nun? Das Marketing-Ressort der UE stellt sich vor

Diese Frage stellen sich viele Abiturienten. Die meisten denken dann über ein Studium nach, doch fühlen sich von dem vielfältigen Angebot regelrecht erschlagen. Also heißt es: Broschüren bestellen und über diverse Unis und Hochschulen recherchieren, um sich einen Überblick zu verschaffen. Viele angehende Abiturienten besuchen bereits während der Schulzeit Bildungsmessen oder nehmen an Probestudien teil, um Hochschulen besser kennenzulernen. Auch die UE ist auf vielen Bildungsmessen vertreten und bietet regelmäßig Probestudien, Infoabende

und Infotage für Interessierte an. Welche Aufgaben übernimmt unser Ressort? An dieser Stelle kommen wir, das Marketing-Ressort der UE, ins Spiel. Wir sind diejenigen, die Infotage, Infoabende und Probestudien organisieren und auf Messen vertreten sind, um orientierungslosen Interessenten weiterzuhelfen. Wir bieten Schülern und Eltern Führungen über unseren Campus an und beantworten alle Fragen, die aufkommen. An vielen Hochschulen und Universitäten sind die Professoren für die Beantwortung

der Fragen und die Präsentation der Studiengänge verantwortlich. Auch wir werden von vielen unserer Professorinnen und Professoren tatkräftig unterstützt, denn natürlich möchte man als Interessent auch seine zukünftigen Professoren mal ein wenig genauer kennenlernen. Doch Fragen wie „Habe ich neben den Vorlesungen überhaupt noch genug Zeit für mein Hobby?“ oder „Wie sieht der Alltag der UE-Studenten genau aus?“ stellt man einfach lieber direkt den Studenten.


b.ressorts

Das Marketing-Ressort, Dozenten und Mitarbeiter der Studienberatung präsentieren unsere Hochschule auf Messen. Foto: UE

Wer sind die Mitglieder? Die Mitglieder unseres Ressorts kommen aus allen Studiengängen, sodass wir bei den Veranstaltungen möglichst vielfältig vertreten sind. Wir kommunizieren gerne mit Menschen und geben ehrliche Antworten auf alle Fragen. Das Ressortleitungs-Team organisiert die Veranstaltungen, teilt Mitglieder des Ressorts fair auf die verschiedenen Veranstaltungen auf und erklärt neuen Mitgliedern ihre Aufgaben. Natürlich ist in der Regel auch jemand aus dem Ressortleitungs-Team bei den Veranstaltungen.

Unser Ressort wird außerdem tatkräftig von den Mitarbeitern der Studienberatung unserer Hochschule unterstützt. Was macht unser Ressort so besonders? Zunächst bietet unser Ressort die Möglichkeit, viele nette Studenten aus allen Semestern kennenzulernen, denn wir sind eine große gemischte Truppe. Unsere Ressortmitglieder lernen neue Menschen kennen, verbessern ihre Kommunikationsfähigkeit und erlangen ein sicheres Auftreten. Auf diese Weise haben sie außerdem die Chance am Hochschul-Geschehen aktiv

teilzunehmen! Ein großer Vorteil ist, dass wir uns nicht wöchentlich treffen. Wir sind also nur dann „im Dienst“, wenn es uns zeitlich passt. Um die Mitarbeit im Ressort anerkannt zu bekommen, sollte man mindestens zweimal pro Semester mitgeholfen haben. Außerdem besteht für uns die Möglichkeit, ein wenig Geld zu verdienen, wenn wir an einer Messe teilnehmen. Dies sollte allerdings nicht ausschlaggebend für die Mitgliedschaft in unserem Ressort sein, denn die Freude am Kontakt mit Interessierten steht immer im Vordergrund. Maite Hegemann


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Visionen, die allen helfen BiTS Vision ist ein Ressort, welches internationale Projekte unterstützt. Zusammen mit den Mitgliedern des aktuellen Semesters ziehen wir Ressortleiter Aktionen wie z.B „Weihnachten im Schuhkarton“ oder Verkäufe von Leckereien in den Pausen auf, um eingenommene Beträge zu spenden. Generell sind wir für alles offen und lassen uns gerne von Ideen unserer Mitglieder inspirieren, um anderen eine Freude zu bereiten. Sich sozial zu engagieren steht bei uns an erster Stelle.

„Die Gemeinschaft der kleinen Propheten“ Aus diesem Grund haben wir uns im vergangenen Semester für Straßenkinder in Brasilien eingesetzt. Zusammen mit unseren Mitgliedern sammelten wir Spenden für „die Gemeinschaft der kleinen Propheten“ sowie auch für das Projekt „Weihnachten im Schuhkarton“. Die Gemeinschaft der kleinen Propheten ist ein Hilfsprojekt, welches zur Resozialisierung von Straßenkindern in Recife (Großstadt Nordosten Brasiliens) entstanden ist. Das Ziel des Projekts ist es, auf den Straßen lebende Kinder und Jugendliche eine Basisversorgung anzubieten,

sowie auch Bildung und Resozialisierung zu ermöglichen. Eine (Re-) Integration steht hierbei im Vordergrund. In das Projekthaus, welches sich in der Innenstadt Recifes befindet, kommen täglich 50 bis 80 Straßenkinder zwischen zehn und 21 Jahren. Das Team des Hilfsprojekts besteht unter anderem aus einem Psychologen, einer Köchin, einer Ernährungsberaterin und einem Agrar-Ingenieur. Im Vordergrund des Projekts steht das Thema gesunde Ernährung, da die Kids sonst kaum bis gar keinen Zugang zu gesunden Lebensmitteln haben.

„Weihnachten im Schuhkarton“

In Deutschland und vielen anderen Ländern schreiben Kinder Wunschzettel zu Weihnachten und im besten Falle liegen die gewünschten Geschenke an Weihnachten unter’m Baum. Doch nicht alle Kinder haben das Glück, in einer wohlhabenden Familie oder einem wohlhabenden Land wie Deutschland aufzuwachsen. In Osteuropa sind viele Familien sehr arm und einige Kinder haben noch nie in ihrem Leben ein Geschenk zu Weihnachten bekommen. Der Verein Geschenke der Hoffnung e.V (ein christliches Hilfswerk) hat letztes Jahr aus diesem Grund zum 24. Mal


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unter anderem in Deutschland dazu aufgerufen, Geschenkkartons für bedürftige Kinder in Osteuropa zu packen. Allein in Deutschland werden jedes Jahr mehrere hunderttausend Schuhkartons gesammelt und anschließend verteilt. Man hat die Möglichkeit für uns „normale“ Schuhkartons mit Geschenkpapier zu bekleben, bestimmte Kleinigkeiten in Originalverpackung hinein-

zulegen und diese an Sam-

melstellen abzugeben. Abgabeschluss ist meist Mitte November. Genau dies haben wir auch gemacht. Gemeinsam mit allen Mitgliedern haben wir uns einen Abend in der Woche ausgesucht, an dem jeder tatkräftig eingepackt hat. Für uns war das Semester wie immer mit viel Spaß verbunden und das Allerwichtigste: Wir konnten Gutes tun und anderen eine Freude bereiten.

Text: Amber-Louise Esser Fotos: privat


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Die besten Fotos aus dem B7 Ob bei der Ersti Party, bei Dress To Impress oder dem Semester Closing - Auch in diesem Semester habt ihr den Bunker wieder auseinandergenommen!


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Fotos: Ahmet Kilitec


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Save the Dates März April 1.

Semesterbeginn

4.

13.

Ersti-Tag

18.

Vorlesungsbeginn

12. Consulting Bootcamp, in Kooperation mit perpetuo GmbH

18.-23. Wiederholungsprüfungen 20.-27. Career Week an der UE

Alumni-Stammtisch Dortmund

16.

IO: Webinar der ISO (Vertretung der Vancouver Island University)

20.&21. Workshops zu Karrierethemen, 17. IO: Webinar der University zB. Vorstellungsgespräch, Campus of Football Business Berufseinstieg in der Personal- London beratung, Gehaltsverhandlung 19.-22. Vorlesungsfrei Ostern 21. Alumni-Stammtisch „Wilde Ente“ Iserlohn 23. Webinar der Universidad Vina el Mar Chile 27. Jobmesse an allen drei Standor ten der UE 24. Webinar der IEC (Vertretung u.A. für Udayana, SDSU, Shanghai, University of Westminster) 25.

Juni 6.

Alumni-Stammtisch Dortmund

10.

Vorlesungsfrei Pfingstmontag

15.

Vorlesungsende

17.-1.7 Erstprüfungen 19.

Alumni-Stammtisch „Wilde Ente“

September 1.

Semesterbeginn

23.

Vorlesungsbeginn

Mai 1.

Vorlesungsfrei Tag der Arbeit

6.-11. Drittprüfungen 8.

Workshop Social Media & Bewerbungen, UASE Career Center Iserlohn

9.

Alumni-Stammtisch Dortmund

16. 23.

Alumni-Stammtisch „Wilde Ente“ Iserlohn Unternehmertag

30. Vorlesungsfrei Christi Himmelfahrt

Alumni-Stammtisch „Wilde Ente“ Iserlohn

Juli

1.-6. Mündliche Prüfungen

August 31.

Semesterende


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