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DialoG kompakt

Magazin zum Dialogprozess des Bistums Essen Januar 2013

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„Wir müssen die Lebenswirklichkeiten der Menschen stärker in den Blick nehmen.“


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Ausgabe 4 | Januar 2013

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Magazin zum Dialogprozess des Bistums Essen

Mit Leidenschaft und Krea H i r t e n w o r t v o n B i s c h o f D r. F r a n z - J o s e f Liebe Schwestern und Brüder,

hinter uns liegt ein Jahr, in dem wir in unserem Bistum auf unterschiedlichen Ebenen viel miteinander diskutiert haben. Der Dialogprozess hat inzwischen viele Menschen erreicht, sicher auch manche von Ihnen. Bei den drei großen Bistumsforen, den themenbezogenen Gesprächen mit mir in unserer Akademie „Die Wolfsburg“, bei den Veranstaltungen des Diözesanrates und vor allem bei den kleineren und größeren Veranstaltungen in unseren Pfarreien und an anderen Orten wurde um wichtige Zukunftsfragen unserer Kirche gerungen und oft auch gestritten. Darüber bin ich sehr froh; denn das offene Gespräch hilft, Sorgen und Ängste, aber auch Enttäuschungen und Verärgerungen, die angesichts der schwierigen Situation unserer Kirche viele Katholiken erfasst haben, aufzugreifen und gemeinsam nach Antworten und Perspektiven zu suchen.

„Wir brauchen ein geistliches Leben, das in unseren Alltag eingebettet ist.“

Es hilft nicht, die Augen davor zu verschließen, dass sich unsere Kirche in einem Veränderungsprozess befindet, den viele als eine Krise wahrnehmen. Wir stellen fest, dass es uns immer weniger gelingt, die Menschen mit unserer christlichen Botschaft zu erreichen. Die Spannung innerhalb unserer Kirche und die damit verbundenen, oft sehr heftigen Auseinandersetzungen über die Frage nach dem richtigen Weg in die Zukunft sind für mich ein Zeichen, dass vielen unter uns klar ist: Es geht nicht mehr so weiter, wie wir es aus den vergangenen Zeiten gewohnt sind. Denn, so hat es Bischof Dr. Felix Genn einmal formuliert, unsere Kirche ist längst keine Volkskirche mehr. Wir haben uns an eine Kirche gewöhnt, die wir Warum gibt es überhaupt die Kirche und was moaus der Vergangenheit kennen und in der wir groß tiviert uns, Christ zu sein? Es ist die Erfahrung, geworden sind. Und eine andere können wir uns von Gott berührt zu sein. Sie ist die Grundlage gar nicht wirklich vorstellen. Aber es hilft nichts: allen christlichen und kirchlichen Lebens. Das Wir erreichen nur noch eine Minderheit der Men- klingt so einfach und hat doch eine tiefe existentischen in unserem Land. elle Bedeutung. Zu WeihViele verstehen unsere nachten haben wir dies Sprache nicht, sie tun gerade gefeiert: Der gro„Unsere Kirche sich schwer mit unseren ße Gott wendet sich uns Formen und erleben unMenschen zu, wird selbst befindet sich in einem sere Kirche als schwer ein Mensch, um uns nahe Veränderungsprozess.“ zugänglich und sperrig. zu sein und zu bleiben. Er Wenn wir aber nicht nur zeigt uns in Jesus Christus, für uns selbst Kirche sein, dass unser Weg auf dieser sondern unserer Sendung gerecht werden wollen, Erde zwar herausfordernd und oft leidvoll ist dann brauchen wir den Kontakt zu diesen vielen aber wir gehen ihn nicht alleine, sondern mit Gott. oft suchenden und interessierten Menschen um Er lässt uns nicht über Schwierigkeiten und Hinuns herum. dernisse hinwegschweben; vielmehr mutet er uns zu und befähigt uns, sie zu bewältigen. Im Gehen Ich weiß aus den Gesprächen des vergangenen unseres Lebensweges mit Gott finden wir zu eiJahres, dass viele von Ihnen, liebe Schwestern nem erfüllten Leben. und Brüder, die Frage umtreibt, wie wir denn in Zukunft Kirche sein wollen. Oft bin ich gefragt Unsere Kirche gibt es nur deshalb, damit dieser worden, welche Bilder und Vorstellungen mich Glaube nicht verloren geht und möglichst viele persönlich leiten, wenn ich an die Zukunft unseres Menschen die Erfahrung machen können, durch Bistums und unserer Kirche denke. Beim letzten den Gott Jesu Christi berührt und gestärkt zu wergroßen Bistumsforum am 24. November in Ober- den. Darum müssen unsere Kirchenstrukturen dahausen habe ich gemeinsam mit meinem neuen ran gemessen werden, ob sie tatsächlich helfen, Generalvikar, Msgr. Klaus Pfeffer, ein solches Zu- Glaubenserfahrungen zu machen, die eine Berühkunftsbild für unser Bistum skizziert. rung mit dem Gott Jesu Christi ermöglichen. Ich

glaube, dass nicht wenige Menschen in unserem Land unsere Kirche mit ihren Strukturen eher als ein Hindernis auf dem Weg zu Gott erfahren. Was aber kann uns helfen, zu einer Kirche werden, die die Menschen mit Gott in Berührung bringt? Ich bin überzeugt: Es ist an erster Stelle der geistliche Reichtum, der uns geschenkt ist. Das Evangelium, die Tradition unserer Kirche und der gelebte Glaube bieten uns einen großen Schatz: eine Fülle an Werten, Orientierung und Lebenshilfen, mit denen die Menschen die Herausforderungen des Lebens gut bewältigen können. Der Glaube ist eine Lebenskraft, die es ermöglicht, sich dem Leben und der Welt zu stellen – anstatt Illusionen nachzujagen oder in Resignation zu verfallen. Deshalb hat das geistliche Leben absoluten Vorrang, weil es uns alle existentiell betrifft. Wir brauchen ein geistliches Leben, das in unseren Alltag eingebettet ist. Gott will ja mitten in unseren Leben erfahrbar sein – und darum müssen unsere konkreten Sorgen und Ängste, unsere Konflikte, unsere alltägliche Ohnmacht, aber auch unsere vielen Anlässe zur Dankbarkeit einen Platz haben in unserer Liturgie und in unseren Gebeten. Die Heilige Schrift kann uns zu einer echten geistlichen Quelle werden, wenn wir sie sehr konkret mit unserem Lebensalltag in Verbindung bringen, wenn wir darin Antworten und Orientierungen für uns heute


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tivität den Glauben leben Overbeck zum 1. Januar 2013

der Suche nach Sinn und Orientierung sind und die sich offen zeigen für religiöse Antworten. Es ist bereichernd, mit ihnen die Begegnung zu suchen. Ich wünsche mir eine Kirche, in der die Vielfalt und Unterschiedlichkeit der Menschen als Bereicherung verstanden wird. Kirche ist kein starres Gebilde von Menschen. Ihre innere Vielfalt und der Wandel der Zeiten hält sie in Bewegung. Das steht keineswegs im Gegensatz zur Einheit und Beständigkeit der Kirche. Vielfalt schließt die Verbundenheit in der Einheit nicht aus. Christlicher Glaube braucht unterschiedliche Ausdrucksformen, weil die Menschen und deren Wirklichkeiten unterschiedlich sind. Deshalb haben in unserem Bistum verschiedene Weisen, den Glauben zu leben, ihren legitimen Platz – ohne dass sich einzelne Überzeugungen und Ausdrucksweisen über andere erheben dürfen.

Liebe Schwestern und Brüder,

zu finden suchen. Dann kann es auch nicht mehr passieren, dass Menschen unsere geistliche Praxis als ritualisiert, lebensfern und veräußerlicht empfinden. Sie wird vielmehr zum Lebenselixier.

Liebe Schwestern und Brüder,

bei vielen noch eines Mentalitäts- und Bewußtseinswandels: In allen Gläubigen muss eine Haltung der Mitverantwortung und eine entschiedene Leidenschaft für den Glauben, für die Kirche und für den Dienst an den Menschen wachsen. Nur so kann die Kirche ihre volle Lebenskraft entfalten.

ich bin davon überzeugt, dass ein lebendiges Christentum für viele Menschen große Aktualität und Liebe Schwestern und Brüder, Attraktivität besitzt und dass es für das Zusammen- ich wünsche mir für unser Bistum eine Kirche leben und die Zukunft unserer Gesellschaft hohe der überzeugten und überzeugenden Christen, die Bedeutung hat. Ohne Christen fehlt in unserem nicht nur auf sich selbst schauen, sondern die in Land ein hohes Maß an Menschlichkeit, fehlt die wacher Zeitgenossenschaft im Blick haben, was Ahnung, dass es immer noch mehr gibt, als alles, die Menschen und die Gesellschaft bewegt. Unsere was wir sehen und greifen können. Deshalb muss Kirche braucht Offenheit und Weite, um möglichst unsere Kirche geistlicher werden. Unser Christsein viele mit ihrer Botschaft zu erreichen. Es reicht muss sozusagen neu und nicht, wenn wir uns nur frisch gegründet werden um uns selbst kümmern – damit wir es durch und und uns auf eine Kirche „Eine Kirche der durch in uns spüren, fühlen, der engagierten getauften leben – und weitertragen. und glaubenden Christen überzeugten und überbeschränken wollen. Auch zeugenden Christen“ die unzähligen Getauften, Ich spreche sehr bewusst die distanziert, aber in vorvom „Wir“. Denn die Kirsichtiger Sympathie mit che der Zukunft lebt durch alle Gläubigen – und nicht nur durch die, die einen uns verbunden sind, gehören zu uns. Sie zahlen besonderen Auftrag haben. Entscheidende Träger nicht nur Kirchensteuern, sondern suchen auch des kirchlichen Lebens sind eben nicht nur die Bi- in großer Ernsthaftigkeit zu bestimmten Anlässen schöfe, Priester, Diakone und die anderen Haupt- den Kontakt mit uns. Sie haben unsere Wertschätberuflichen – sondern alle Getauften und Gefirm- zung und unser Engagement verdient. Und nicht ten. Um das zu entdecken und zu leben, bedarf es zuletzt sind wir auch da für alle Menschen, die auf

eine offene und weite Kirche ist vielgestaltig, beweglich und bewegend. Sie ist in der Lage, ihre Strukturen zu verändern, wenn die Zeiten es erfordern. Sie weiß, dass es mehr darum geht, den Menschen die Berührung mit Gott zu ermöglichen – und nicht darum, die Kirche in ihrem überkommenen Zustand zu bewahren. Sie wird ganz neue Formen der Vergemeinschaftung und des kirchlichen Lebens entwickeln, um die Menschen zu erreichen, die in den gewohnten Formen keinen Platz finden. Sie wird Initiativen und Ideen entdecken, die dazu beitragen, die Lebensrelevanz des christlichen Glaubens in die Gesellschaft hinein zu vermitteln. Sie wird nicht an alten Orten festhalten, die keine Zukunft mehr haben, sondern nach neuen Orten suchen, die die Kirche auch außerhalb der bekannten und gewohnten Strukturen unserer Pfarreien und Gemeinden erfahrbar machen können. Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir in unserem Bistum eine solche offene und weite Kirche sein können. Denn seit ihren Ursprüngen erweist sich die Kirche vor allem dann als lebendig, wenn Menschen gemeinsam die Nähe zu Gott suchen, mit Leidenschaft und Kreativität ihren Glauben leben, für ihre Werte einstehen und gegen alle Hindernisse entschlossen Zeugnis ablegen von der Lebenskraft, die Gott ihnen schenkt. Dazu sind wir heute alle aufgerufen. Und ich lade Sie herzlich dazu ein, mit mir und vielen anderen diese Lebendigkeit in unserem Bistum zu entwickeln und zu fördern. Das neue Jahr 2013 hat soeben begonnen. Nutzen wir die vor uns liegende Zeit des Dialogprozesses für einen Neuaufbruch in eine gute gemeinsame Zukunft mit Gott. Dazu wünsche ich Ihnen, Ihren Familien und allen, die zu Ihnen gehören, Glück, Gesundheit und Gottes reichen Segen. Herzlich grüßt Sie Ihr

+ Dr. Franz-Josef Overbeck Bischof von Essen


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Einblick in die Arbeit der Dialogwerkstätten erhielten die Teilnehmer in Oberhausen.

„Offenes Ohr – klares Wort – konkrete Tat“

Erste Zwischenergebnisse beim dritten Bistumsforum in Oberhausen

„Nach dem letzten Bistumsforum ist deutlich geworden, dass für den weiteren Verlauf des Prozesses in unserem Bistum Schritte notwendig sind, die mehr Klarheit bringen und neue, sehr handfeste Perspektiven ermöglichen“, betonte Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck. Er rief dazu auf, gemeinsam eine erste Zwischenbilanz zu ziehen und die Zukunft in den Blick zu nehmen. Worum es bei dem zukünftigen Weg vor allem geht, das klang in dem Gebet zu Beginn des

So mancher war mit eher skeptischen Erwartungen angereist. Doch bei der großen Schlussrunde

des 3. Bistumsforums zum Dialogprozess „Zukunft auf katholisch“ des Bistums Essen am 24. No-

vember 2012 in der Luise-Albertz-Halle in Oberhausen war auch die letzte Skepsis verflogen. Von neuen, Mut machenden Impulsen war die Rede, großen „Schritten in die richtige Richtung“, von

Zukunftsfähigkeit, einem „Ende des Jammerns“, Geduld, Dankbarkeit, einem „wohltuenden Nach-

vorne-Schauen“ und auch von einem dialogoffenen Bischof. „Wir sind ein richtig gutes Bistum, wir haben viel Potenzial, aber wir müssen auch daran glauben“, brachte ein Teilnehmer die positive Stimmung auf den Punkt.

Doch für ungebremste Euphorie oder blinde Selbstüberschätzung war kein Platz, denn den rund 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmern war und ist bewusst, vor welch großen Herausforderungen die Kirche im Ruhrbistum steht und stehen wird. Die nach dem letzten Bistumsforum Anfang Mai in Gladbeck eher gedämpfte und skeptische Stimmung sowie der Wunsch nach einem intensiveren Dialog mit dem Bischof waren für die Verantwortlichen Anlass, den „Fahrplan“ des Dialogprozesses zu ändern und ein zusätz-

liches Forum einzubauen, das unter dem Motto „Offenes Ohr – klares Wort – konkrete Tat“ eine Zwischenbilanz zieht und Zeit und Raum für einen umfassenden Dialog mit dem Bischof und seinem Generalvikar gibt. Vor allem die bei dem letzten Forum an den Bischof gerichteten Fragen sollten dabei auf den Tisch kommen, aber auch die Themen der nächsten Foren („Sorge um den Nächsten“, „Wie feiern wir Gott?“, „Glaubensweitergabe in der Welt“) in den Blick genommen werden.

Engagiert diskutierten die Teilnehmer in den Arbeitsgruppen.

Forums an: „Zeige einem jeden von uns seinen Platz in deiner Kirche und in der Welt. Hilf uns zu erkennen, wo ein jeder gebraucht wird und führe uns alle im Heiligen Geist, damit wir den Menschen dienen können.“

Abschied von reiner Binnenorientierung Dass der Dialog im Bistum Essen ein Prozess sei und mit diesem eben auch unvorhersehbare Veränderungen und Entwicklungen einhergehen


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können, darauf wies der Bischof im Interview mit dem NRZ-Redakteur Thomas Rünker zu Beginn des Forums hin. „Ich will einen weiten, offenen Prozess, um inhaltlich voran zu kommen“, betonte der Bischof. Dabei gelte es, einen Schritt nach dem anderen zu tun. Dass es kein einfacher Weg werden wird, darauf wies der neue Generalvikar, Domkapitular Klaus Pfeffer, hin. „Wir müssen die Lebenswirk-

DIALOG im Ruhrbistum, die ihren ehrenamtlichen Dienst in der Kirche tun. „Ehrenamtliche nehmen ihr Christsein ernst“, sagte er, wies zu gleich aber darauf hin, dass sich die klassischen Rahmenbedingungen für das Ehrenamt verändern werden. Dass die Kirche sich in ihrer Öffentlichkeitsarbeit in der Mediengesellschaft neu aufstellen müsse, machte der Bischof deutlich. Kommunikation sei heute eine „neue Weise zu leben“. Das im Bistum Essen begonnene Projekt der „Integrierten Kommunikation“ sei eine Antwort auf die neuen medialen Herausforderungen. Zukünftig solle es außerdem einen „Tag der Öffentlichkeitsarbeit“ geben. Ein wichtiges Thema sei auch die Entwicklung von Pfarrzeitungen und -zeitschriften.

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Die jeweiligen Projektgruppen werden beauftragt, bis zum Ende des Dialogprozesses im Sommer 2013 Konzepte und konkrete Umsetzungsvor-schläge zu erarbeiten. „Beim abschließenden Bistumsforum am 13. Juli 2013 möchte ich Ihnen dann Perspektiven für die Umsetzung präsentieren“, betonte der Bischof. In einem weiteren auf drei bis fünf Jahre angelegten Prozess werde sich zeigen, „was sich bewährt und was nicht“. (do) • Termine der Bistumsforen Samstag, 26. Januar 2013 „Sorge um den Nächsten“ MSV Arena , Duisburg Samstag, 13. April 2013 „Wie feiern wir Gott?“ Henrichshütte, Hattingen Samstag, 1. Juni 2013 „Glaubensweitergabe in der Welt“ Schützenhalle, Lüdenscheid jeweils von 10.00 bis ca. 18.00 Uhr Samstag, 13. Juli 2013 Abschluss Dialogprozess „Zukunft auf katholisch“ Präsentation und Fest in Essen

Auch die pastoralen Berufsgruppen stellten ihre Zwischenergebnisse vor.

lichkeit der Menschen viel stärker in den Blick nehmen und uns von einer alleinigen Binnenorientierung verabschieden“, so Pfeffer, der von seinen jahrzehntelangen Erfahrungen in der Jugendseelsorge berichtete. Er habe jungen Menschen kennengelernt, die „Lichtjahre von unseren Gemeinden entfernt“ seien. Andere hätten bei der Kirche eine Heimat gefunden. „Nicht wenige Menschen haben eine große Sehnsucht nach Werten und Orientierung“, so Pfeffer. Dies sei eine große Chance für die Kirche und diese habe doch etwas zu bieten.

TERMINE Veranstaltungen in der Katholischen Akademie „Die Wolfsburg“

„Ich will einen weiten und offenen Prozess“, so der Bischof.

Vorgestellt wurden erste konkrete Schritte, die Ehrenamt, Beerdigungsdienst, nach dem zweiten Bistumsforum getan wurden. Erwachsenenkatechese So haben zwei Dialogwerkstätten zu den Themen „Ehrenamt und Qualifikation“ sowie „Kir- Bischof Overbeck sprach sich auch für die che in der Öffentlichkeit“ ihre Arbeit aufgenom- Ausbildung von Leiterinnen und Leitern von men. Die Konferenz der Pfarrer befasst sich mit „Wort-Gottes-Feiern“ aus. Diese seien keine LüFragen nach der Profilierung und Zentrierung der ckenbüßer, sondern würden zu einer „betenden bestehenden pastoralen Orte, nach dem Umgang Kirche“ beitragen. „Wort-Gottes-Feiern“ – das mit denjenigen, die nur sporadisch mit der Kir- unterstrich der Bischof – seien kein Ersatz für che in Kontakt kommen, und nach der Beauf- die Messfeier am Sonntag. „Ausnahmen bestätragung Hauptamtlicher in der Seelsorge. Das tigen die Regel, aber Ausnahmen werden nicht Leben und den Dienst der Priester diskutiert der die Regel“, so Overbeck. Dass in Zukunft auch Priesterrat. Dort geht es um Schwerpunkte wie Laien Trauerbegleitung und Beerdigungsdienste „Gemeinschaft und Lebenskultur“, „Vertrauen“ wahrnehmen, auch das unterstützt der Bischof. und „Gemeinsames Priestertum“. Mit der Frage Ihm ist die Katechese, die Unterweisung und nach einer „prophetischen Kirche“ und den Or- Wissensvermittlung im Glauben, von Erwachsedensgemeinschaften als nen ebenfalls ein großes Orte für suchende MenAnliegen. „Viele Erwachschen befasste sich der sene haben Fragen zum „Es gibt einen Willen, Ordensrat. Darüber hinGlauben, darauf müssen aus haben sich auch der wir antworten“, betonte konkrete Schritte nach Diözesanrat der katholider Bischof. vorne zu tun.“ schen Männer und Frauen im Bistum Essen, VerbänDass dies alles aber de und Pfarreien vor Ort nicht nur der Wunsch schon längst in den Dialogprozess „eingeklinkt“. des Bischofs ist, sondern aller, unterstrich die einhellige Zustimmung des Plenums, die Erfreut zeigte sich Bischof Overbeck über die- Fort- und Weiterbildung von Ehrenamtlise Zwischenergebnisse: „Dies zeigt deutlich, chen, die Wahrnehmung von Trauerbegleidass es den Willen gibt, konkrete Schritte nach tung und den Beerdigungsdiensten durch Laivorne zu tun.“ Er dankte den vielen Menschen en sowie die Erwachsenenkatechese umzusetzen.

Donnerstag, 21. März 2013, 18.30 Uhr WIE GEHEN KIRCHE UND GESELLSCHAFT MIT MACHT UM? Dialoge mit dem Bischof 6 mit Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck, Bischof von Essen; Prof. Dr. Michael N. Ebertz, Religionssoziologe; Bodo Hombach, Staatsminister a. D., Dr. Michael Schlagheck, Akademiedirektor Veranstaltungen der Katholischen Erwachsenen- und Familienbildung im Bistum Essen gGmbH Montag, 25. Februar 2013, 19.30 Uhr SELBSTABSCHAFFUNG ODER PROFILIERUNG: WOHIN STEUERT DIE RÖMISCH-KATHOLISCHE KIRCHE? Streitgespräch mit Dr. Thomas von Mitschke-Collande, Direktor em. von McKinsey, und Prof. Dr. Norbert Lüdecke, Professor für Kirchenrecht, Universität Bonn Moderation: Prof. Dr. Franz-Josef Nocke Karmel-Begegnungszentrum, Karmelplatz 3, Duisburg-Mitte Teilnehmergebühr: 5,00 € Weitere Veranstaltungen aus den Arbeitskreisen Donnerstag, 31. Januar 2013 EXPERTENHEARING ZUM THEMA „LITURGIE“ als Vorbereitung für das 5. Bistumsforum Bischöfliches Generalvikariat Essen

Dienstag, 5. März 2013 IMPULSWORKSHOP ZUM THEMENFELD „BERUFLICHE FÖRDERUNG VON FRAUEN IM BISTUMSDIENST“ Katholischen Akademie „Die Wolfsburg“ in Mülheim an der Ruhr

Weitere Informationen unter www.zukunft-auf-katholisch.de

lebendige Kirche im Dialog

Anprechpartner Dr. Michael Dörnemann, Beauftragter für den Dialogprozess Dr. Thilo Esser, Geschäftsführer für den Dialogprozess Postanschrift: Bischöfliches Generalvikariat, 45116 Essen Telefon: (02 01) 22 04-633 Sekretariat: (02 01) 22 04-559/-634 Fax: (02 01) 22 04-582 E-Mail: dialog@bistum-essen.de Internet: www.zukunft-auf-katholisch.de


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FORUM

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Ehrenamt, Gemeindeleitung, wiederverheiratete Geschiedene … Viele Fragen an Bischof und Generalvikar Ganze eineinhalb Stunden stellten sich Bischof Overbeck und Generalvikar Pfeffer auf dem

3. Bistumsforum in Oberhausen den zuvor in vielen Kleingruppen erarbeiteten Fragen zum bishe-

rigen Dialogprozess. Da wurde beispielsweise nach der Akzeptanz und Würdigung ehrenamtlichen Engagements in der Gemeinde gefragt. „Das hängt mit Vertrauen zusammen. Misstrauen und

Machtdenken erschweren das Ehrenamt“, war die Antwort des Bischofs. Die Beauftragung von Ehrenamtlichen dürfe nicht von der Unterschrift des Bischofs abhängen. „Es geht hier doch vielmehr um die Wertschätzung eines Menschen als Christ“, unterstrich Overbeck. „Können wir nicht aus dem gemeinsamen Priestertum der Glaubenden neue Formen der Gemeindeleitung denken?“, fragte ein anderer. „Die Leitung aufgrund des Amtes und das gemeinsame Priestertum bleiben ein spannendes Gefüge“, antwortete der Bischof. Der Pfarrer sei Leiter der Pfar-

rei. Gemeinde-/Pastoralreferentinnen und -referenten nähmen „Leitung in einem anderen Sinn – nämlich hinsichtlich ihres Charismas“ wahr. Doch Leitung auf vielen Ebenen zu teilen und Verantwortung zu übertragen, das darf nach Ansicht des Bischofs „kein Gnadenakt“ sein. „Mit

dem Leitungsbegriff, der die Übernahme von Verantwortung beinhaltet, habe ich kein Problem“, betonte Overbeck. In einer weiteren Frage ging es um die Verbindlichkeit und Kontinuität von gefassten Beschlüssen bei einem Priesterwechsel in der Pfarrei. „Dabei darf es nicht um Machtfragen gehen“, stellte der Bischof klar. Es dürfe nicht darum gehen, sich „immer wieder nur zu bekämpfen“. Hinsichtlich einer „richtigen Streitkultur“ habe die Kirche noch erheblichen Nachholbedarf. Doch Overbeck gab auch zu bedenken, dass die Wahrnehmung der Leitung durch den Pfarrer nicht einfach sei. „Hier konzentrieren sich in einer Person die Erwartungen vieler“, so der

Eine weite, offene, missionarische und bewegliche Kirche Bischof und Generalvikar skizzierten ihr Zukunftsbild für das Bistum Essen Wie nach ihrer Ansicht das Ruhrbistums als ein „Bistum überzeugter und überzeugender Christen“ aussieht, das skizzierten Bischof Overbeck und Generalvikar Pfeffer in ihrem „Zukunftsbild“. Beiden ist es wichtig, dass alle Gespräche, Auseinandersetzungen und das Ringen um den zukünftigen Weg auf einem „geistlichen Grund“ fußen müssen. „Es geht im Kern um die Berührung mit Gott und die Verkündigung des Evangeliums“, unterstrich der Bischof mit Nachdruck. Authentische spirituelle Praxis, lebendige Auseinandersetzung mit der „Heiligen Schrift“, der Reichtum an Werten, Orientierung und Lebenshilfe wie auch die Tradition der Kirche

seien das, worauf man bauen könne. „Es geht darum, etwas Geistliches zu leben, das wirklich mit meinem Leben zu tun hat, das mich ganz persönlich betrifft“, so Generalvikar Pfeffer. Dass die Heilige Schrift für ihn zu den „tiefsten Quellen“ gehöre, das betonte Bischof Overbeck: „Da spricht Gott zu uns.“ Nur „das Schwierige in der Kirche“ zu sehen und als Christen einen defensiven Rückzug anzutreten, davor warnte der Generalvikar. Er erinnerte daran, dass die Kirche einen „riesigen Schatz“ habe, den sie den Menschen bei der Bewältigung ihres Lebens mitgeben könne. Darüber hinaus habe die Kirche eine Tradition, „auf die wir bauen können“. Diese Tradition sei ein „dickes Fundament“, das standfest mache.

Was braucht die Kirche im Bistum Essen auf ihrem zukünftigen Weg? „Zum einen brauchen wir eine wache Zeitgenossenschaft“, betonte der Generalvikar. Man dürfe nicht nur auf sich selber schauen, sich nicht nur mit sich selbst beschäftigen, sondern müsse Abschied nehmen von einer überwiegend binnenkirchlichen Blickrichtung. „Sonst bekommen wir doch gar nicht mehr mit, was um uns herum geschieht“, gab Pfeffer zu bedenken. Er und auch Bischof Overbeck haben eine Kirche vor Augen, in der Christinnen und Christen Eigen- und Mitverantwortung für den Glauben übernehmen und ihr Christsein überzeugt und überzeugend leben. Die Zeit der Volkskirche sei vorbei. Verantwortung dürfe nicht allein Hierarchien, hauptamtlichem Per-


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Bischof. Es gehe immer um die Frage, wie man „die plurale Wirklichkeit vor Ort“ zusammenhalten kann. Es wurde auch gefragt, wie verhindert werden könne, dass sich Menschen von der Kirche ausgegrenzt fühlten, zum Beispiel wiederverheiratete Geschiedene oder Jugendliche, deren Lebenswirklichkeit anders aussehe als das von der Kirche Gewünschte. „Es gilt, sich der Wirklichkeit zu stellen, aber auch die als sperrig angesehene Position der Kirche darzustellen und zu sagen, was möglich ist und was nicht“, so Overbeck. In dieser Spannung bleibe die Kirche und müsse sie aushalten. „Wie werden Sie mit drängenden Fragen wie dem Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen oder der Beteiligung von Frauen in der Kirche umgehen und in der Bischofskonferenz oder in Rom vertreten?“, das war eine weitere Frage. Bischof Overbeck wies darauf hin, dass er beim letzten bundesweiten Gesprächsprozess in Hannover die Beteiligung von Frauen in der Kirche ausführlich thematisiert habe. Die Problematik wiederverheirate-

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ter Geschiedener sei nicht einfach. „Das ist ein Zusammenspiel von Tradition und dynamischer großes Thema mit klaren lehramtlichen Ent- Erneuerung hin. „Auch die Orte mit Tradition scheidungen des Papstes“, so Overbeck, der müssen sich erneuern“, betonte Overbeck. Auf an die Sakramentalität der Ehe und die aus ihr der anderen Seite müssten außerhalb von Gemeinden neue Orte der folgende UnauflöslichSeelsorge entstehen. Das keit erinnerte. Doch unbrauche vor allem Menter arbeits- und dienst„Der Mensch als schen, die diese Orte mitrechtlichen Aspekten Individuum entscheidet gestalten. sieht Bischof Overbeck im Umgang mit wiedersich in Freiheit für Auch das Thema „Öfverheirateten Geschiededen Glauben.“ fentlichkeitsarbeit“ kam nen Veränderungsbedarf. zur Sprache. Dass Kirche „rhetorisch gut“ sein müsKritisiert wurde in einer Frage die Ausdünnung der Jugendpastoral, was se, dass die Vielschichtigkeit der Welt zu ihr geauch Generalvikar Klaus Pfeffer, der jahrzehn- höre und die Öffentlichkeitsarbeit sich nicht nur telang in der Jugendarbeit tätig war, bedauert. nach innen orientieren dürfe, darauf wies Bischof „Dass das nicht ausreicht, ist mir klar, aber das Overbeck hin. „Der Maßstab ist, dass wir als Kirist das Optimum, was zurzeit möglich ist“, so che gehört werden“, betonte er. Beziehungen wePfeffer. Das Bistum habe einfach nicht mehr niger nach innen, sondern mehr nach außen zu Möglichkeiten. Das mache die Brisanz deut- pflegen, dazu riet der Bischof. Er warnte aber davor, zu glauben, dass durch Öffentlichkeitsarbeit lich. eine „kollektive Bekehrung“ der Menschen mögGefragt wurde auch nach dem Verhältnis von ei- lich sei. „Der Mensch als Individuum entscheidet ner „Seelsorge in der Fläche“ und „neuen Orten sich in Freiheit für den Glauben“, gab Overbeck der Seelsorge“. Hier wies der Bischof auf das zu bedenken. (do) •

Groß war die Bandbreite der Fragen, die die Teilnehmer an Bischof und Generalvikar richteten.

sonal oder Institutionen zugeschoben werden. „Die Kirche wird in Zukunft davon leben, dass es Menschen gibt, die in ihrem tiefsten Inneren vom Glauben überzeugt und aus dieser Kraft heraus überzeugend sind“, so der Generalvikar. Dieses als Christ überzeugend zu leben, verlangt nach Ansicht von Bischof Overbeck eine „Offenheit und Weite, in der eine missionarische Kirche sichtbar“ werde. „Wir müssen die Welt und die Menschen in ihrer ganzen Pluralität in den Blick nehmen“, so Overbeck. Dies zu tun, sei „katholisch, also allumfassend“ im wahrsten Sinne des Wortes. Dass sich dieses „allumfassend“ auch in der Zuwendung der Kirche zu den Menschen niederschlagen müsse, auch das gehört für Bischof und Generalvikar zum Zukunftsbild des Ruhrbistums. „Wir wollen zum einen da sein für getaufte und glaubende Christen, die das Leben der Kirche mitgestalten, zum anderen aber auch für getaufte

Christen, die in vorsichtiger Sympathie mit der Kirche distanziert verbunden sind“, betonte der Bischof. Die Zuwendung gelte ebenfalls allen Menschen, die „auf der Suche nach Sinn und Orientierung und offen für religiöse Antworten seien. Die Zahl dieser Menschen nehme zu. Unterschiedliche Ausdrucksformen des Glaubens entsprechen nach Ansicht von Bischof und Generalvikar der Vielfalt der Menschen und ihrer Lebenswirklichkeiten. „Wir wünschen uns eine vielgestaltige, bewegliche und bewegende Kirche, die ihre Strukturen dem Ziel der Berührung mit Gott anpasst“, betonte Generalvikar Pfeffer. Er denke dabei zum Beispiel an Orte und Projekte, die Kirche außerhalb von Pfarreien erfahrbar machten, wie etwa eine City-Pastoral auf der Kettwiger Straße in Essen. Neue Formen von Gemeinschaft und kirchlichen Lebens könnten dazu beitragen, diejenigen zu erreichen, die dem Christentum aufgeschlossen gegenüberstehen.

Auch gelte es, Partnerschaft mit allen zu suchen, „die nach Sinn und Orientierung suchen oder soziale und ethische Anliegen mit uns teilen“, so Pfeffer. Dass die Kirche seit ihren Ursprüngen nicht von institutionalisierter Betreuung oder Versorgung lebe, das machte Bischof Overbeck deutlich. Wirklich lebendig sei Kirche überall dort, „wo Menschen gemeinsam die Nähe zu Gott suchen, mit Leidenschaft und Kreativität ihren Glauben leben, für ihre Werte einstehen, ein gutes Miteinander fordern und fördern und gegen alle Hindernisse entschlossen Zeugnis ablegen von der Lebenskraft, die Gott ihnen schenkt“. Das ist für Bischof Overbeck und Generalvikar der Kern einer „Zukunft auf katholisch“, einer Zukunft, die von dem gemeinsamen Bemühen gekennzeichnet ist, den Glauben in der Gesellschaft an vielen Orten in vielfältiger Weise erfahrbar zu machen. (do) •


Informationen zum Dialogprozess auch auf: facebook.com/bistumessen

Wandel, Offenheit, Licht Pater Abraham Fischer schuf ein Kreuz zum Dialogprozess

Im Zentrum des Kreuzes steht die große Kerze, die bei jedem Bistumsforum entzündet wird. „Jesus Christus ist das Licht, er ist der Grund der Kirche“, betonte Bischof Overbeck in der Eucharistiefeier am Abend. Jesus sei die alles bestimmende Wirklichkeit. „Ohne ihn fehlen Orientierung, Richtung und Maß“, so der Bischof. Das ruft die brennende Kerze im Zentrum des Kreuzes in Erinnerung.

Für das Bistum Essen wünschen sie sich eine weite, offene, missionarische, sich verändernde und erneuernde Kirche, deren Grund und Mitte Jesus Christus, das Licht, ist. So lässt sich das Zukunftsbild zusammenfassen, das Bischof Dr. Franz-Josef Overbeck und Generalvikar Klaus Pfeffer auf dem 3. Bistumsforum in Oberhausen skizzierten. Das große Kreuz, das in der Mitte des Saales in der Luise-Albertz-Halle stand, veranschaulichte dies alles sinnbildhaft. Das mit Sockel gut zwei Meter hohe Kreuz ist nicht flächig. Die Senkrechte und Horizontale haben Tiefe und zugleich Transparenz, denn die „Balken“ geben den Blick frei, einen Blick in die Weite. „Die Transparenz des Kreuzes ruft dazu auf, sich zu öffnen, als Kirche offen zu sein für die Menschen und die Welt, offen zu sein für die Veränderung und das Neuwer-

innert der Rost, der das Kreuz überzieht. So hat es nichts Statisches, und es ist nicht kompakt. Es gibt den Blick in alle Richtungen frei, nach oben und unten, nach rechts und links … und auch nach innen, in die Mitte.

den der Kirche“, so Domkapitular Dr. Michael Dörnemann. An Veränderung und Wandel er-

Geschaffen hat das Kreuz Pater Abraham Fischer von der Benediktinerabtei Königsmünster in Meschede. Der 46-Jährige, der auch eine Ausbildung zum Metallgestalter absolvierte, ist im Ruhrgebiet kein Unbekannter. Er schuf das Titan-Kreuz zum Jahr der Kulturhauptstadt RUHR.2010. Außerdem beriet Pater Abraham den ThyssenKrupp-Konzern beim Entwurf und der Einrichtung des „Raumes der Stille“ im neuen Quartier in Essen. (do) •

Kirchenmauern überwinden – den Glauben leben Das Bistum Essen im Jahr 2020 – Eine „Visionsreise“ Nicht nur Bischof Overbeck und Generalvikar Pfeffer skizzierten ihr Zukunftsbild vom Bistum Essen. Auch die Teilnehmer machten sich auf eine „Visionsreise“ in das Jahr 2020 und „zeichneten“ ihr Bild von einem Ruhrbistum, das als „das Bistum der überzeugten und überzeugenden Christinnen und Christen bekannt ist“. Es entstand ein Bild, aus dem Wünsche, Sehnsüchte, Hoffnungen und auch Zuversicht sprechen. Es ist ein Bistum, in dem kein Mensch mit seinen Sorgen und Nöten allein bleibt, man sich nicht hinter Kirchenmauern zurückzieht und das „Kirchturmdenken“ überwunden ist. Es ist eine Kirche, die offen ist für „Experimente“, in dem Männer und Frauen in gleichberechtigter Weise Christen sind, in dem Persönlichkeiten aber auch vermeintlich Gescheiterte arbeiten, in dem Frauen „mehr Chancen haben als anderswo“. In dem Ruhrbistum des Jahres 2020 arbeiten Haupt- und Ehrenamtliche perfekt zusammen, wird die

„Kraft der Jugend“ wertgeschätzt und Gemeindeleitung auch mit Laien verwirklicht. Es ist ein Bistum, in dem man „sich einmischt und aufmischt“, gastfreundlich zu anderen Religionen und offen gegenüber anderen Kulturen ist. Im Ruhrbistum des Jahres 2020 werden die Nöte und Bedürfnisse der Menschen

erkannt, steht das Engagement für die Armen im Vordergrund, werden die Potenziale gefördert. Es ist ein Bistum, dessen Mitte Jesus Christus ist, in dem Christinnen und Christen das Ziel ihres Christseins nicht aus den Augen verloren haben, den Glauben leben und dazu stehen. (do) •

Impressum Herausgeber Bistum Essen Dezernat Pastoral Zwölfling 16, 45127 Essen Telefon (0201) 2204 0 Telefax (0201) 2204 570 www.bistum-essen.de

Redaktion Bistum Essen Stabsabteilung Kommunikation V.i.S.d.P. Ulrich Lota

Gestaltung westerdick grafik design, Mülheim an der Ruhr

Fotos Volker Wiciok

Druck Gebr. Lensing GmbH & Co. KG


Dialog Kompakt - Ausgabe 4