Issuu on Google+

In dieser Ausgabe Predigt von Bischof Vitus Huonder Sr. Cäcilia Allenspach Militärwallfahrt

4 9 11

AVE – 6 – Dezember 2013


Zum Geleit

Impressum Organ des Vereins der Interdiözesanen Lourdeswallfahrt Deutsche und Rätoromanische Schweiz und der Regionalvereine AVE 61. Jahrgang Es erscheint 6-mal pro Jahr (Abonnement 1 Jahr Fr. 17.—, 2 Jahre Fr. 32.—, 3 Jahre Fr. 48.—): je Ende Januar, März, Mai, Juli, September, November Pilgerbüro, St.Otmarsberg Administration, 8730 Uznach Tel. 055 285 81 15 (Mo—Fr, 14—17 Uhr) Fax 055 285 81 00, PK 90-8242-9 Wallfahrt: www.lourdes.ch Abonnement: www.abo.otmarsberg.ch E-Mail: pilgerbuero@lourdes.ch Redaktion, Vereinsmitteilungen Abt Emmanuel Rutz, 8730 Uznach Tel. 055 285 81 01 E-Mail: abt.emmanuel@otmarsberg.ch Titelbild Die Grotte von Massabielle möchte die 1. Station zum Motto «Lourdes – die Freude der Umkehr» sein. Fotos Hans Schorno: S. 1, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 24; Josef Bernadic: S. 11, 12, 13, 14; Archiv Uznach: S. 19; Abtei Le Bouveret S. 20; Annamaria Albrecht: S. 21; Sr. Elisabeth Stengele: S. 23. Druck Druckerei Oberholzer AG, Uznach Das nächste AVE erscheint Ende Januar 2014 Redaktionsschluss: 21. Dezember 2013

Zum Geleit Wallfahrtsmotto 2014

D

ie Verantwortlichen der Wallfahrt in Lourdes stellen das Pilgerjahr 2014 unter das Motto «Lourdes – die Freude der Umkehr» und wir dürfen in diesem Geleitwort ein erstes Mal einen Durchgang durch die verschiedenen Stationen im Wallfahrtsbezirk von Lourdes wagen. Dabei wollen wir unseren Alltag nicht in eine «heilige Zone» legen, sondern uns vielmehr mit Bernadette auf diesen Rundgang wagen. Für sie war der heutige Heilige Bezirk von Lourdes Alltag und erst durch die «Freude der Umkehr» ist er zum «Heiligen Bezirk» geworden. So dürfen wir wohl auf diesem Weg exakt das Motto des Wallfahrtsjahres 2014 erkennen. Lassen wir uns darauf ein. Unsere 1. Station möchte unweigerlich die Grotte sein. Ein Fels, eine Nische und ein Fluss waren die Elemente, die Bernadette am 11. Februar 1858 vorfand. Nichts Besonderes!, sind wir versucht zu sagen. Wohl gab es und gäbe es viele Plätze, die diese Anforderungen ebenso erfüllen könnten. Doch was macht Massabielle zur «Freude der Umkehr»? Der Stein, Maria und die Quelle! Als 2. Station dürfen wir hochsteigen zur Krypta als die Kirche der Mitte des ersten Kirchbaus 2

von Lourdes. Die Krypta, ein Ort – von Menschenhand gebaut, wie viele andere Orte – sind wir versucht zu sagen. Ein Ort, der uns durch einen eher dunklen Gang vor Christus führt; vor seinen Altar und vor seinen Ta-

Lourdes – die Freude der Umkehr! bernakel. Im Altar zeigt er sich uns und lässt sich auf dem Altar durch den Priester darbringen, im Tabernakel findet er – Christus – seine Wohnung. Christus selber ist in der 2. Station die «Freude der Umkehr» und zwar stellvertretend für alle Kirchen im Heiligen Bezirk. Die 3. Station verlangt von uns Bewegung. Wir starten an unterschiedlichen Orten zur Lichterprozession. Abend für Abend das gleiche Prozedere: Eine Statue ULF von Lourdes geht voran und tausende Lichtträger und betende Männer und Frauen, Kinder und ältere Menschen bilden eine sich bewegende Gebetskette. Und wer ist hier die «Freude der Umkehr»? Wir Menschen!


Zum Geleit

mit wir einander in unserem Alltag die «Freude der Umkehr» schenken dürfen. So möge das Wallfahrtsmotto 2014 uns auch in unserer Zeitschrift begleiten. Auf das Jahr verteilt wollen wir die sechs Stationen etwas näher betrachten.

Gesunde PilgerÌnnen bringen die kranken und älteren Pilger vom Accueil zu den Gottesdiensten.

Bei der 4. Station befinden wir uns am anderen Ufer des Gave – im Accueil. Und wir sind dabei immer noch mit Bernadette unterwegs – als Pflegende wie auch als Kranke. Das Accueil ist für Lourdes ein ganz spezieller Ort.

Die Kranken und Behinderten bilden in Lourdes das Zentrum der Wallfahrt. Wir wissen es. Denn die Kranken und Behinderten bilden in Lourdes, im Heiligen Bezirk, das Zentrum der Wallfahrt. Sie sind es in ganz besonderer Weise, die die «Freude der Umkehr» immer wieder empfangen dürfen. Aber

sie empfangen sie nicht nur, sondern sind auch Spender der «Freude der Umkehr». Die 5. Station möchte uns auf den Berg führen, den Kreuzweg von Lourdes. Dieser Weg mit den 15 Stationen begleitet unser Leben. Es ist der Weg, den Jesus selber gegangen ist und aus dem heraus in theologischer Tiefe und zugleich menschlicher Nähe und Anteilnahme Gott uns das Geschenk der Barmherzigkeit zukommen lässt. Erst durch den Tod und die Auferstehung Jesu Christi ist uns Menschen die «Freude der Umkehr» geschenkt. Und endlich die 6. Station. Sie möchte über den Heiligen Bezirk hinausgehen, hinein in den Alltag von uns Menschen. Vielleicht kann für diese Station der Hotelbereich von Lourdes ein Abbild sein, vielleicht aber auch unser ganz persönliches Zuhause, der Arbeits- und Lebensalltag. Denn die «Freude der Umkehr» möchte durch, mit und in Lourdes letztlich bei uns ankommen, da3

In der Heftmitte finden Sie wiederum das Anmeldeformular für die nächste Wallfahrt. Es würde die Verantwortlichen sicherlich freuen, wenn sie mit Ihnen die «Freude der Umkehr» in Lourdes teilen dürften. Ihr Abt Emmanuel Rutz osb

In diesem Heft finden Sie

Zum Geleit

2

Predigt Bischof Huonder

4

1. Station Grotte

6

Sr. Cäcilia Allenspach

9

Militärwallfahrt

11

Nachrichten von Lourdes

15

Lourdes 1952

16

Vereinsnachrichten

17


Wallfahrt 2013

B

rüder und Schwestern im Herrn, «Lourdes – eine Tür für den Glauben». Dieses Wort hat uns hierher geführt. Es hat uns durch diese Tage begleitet. Es gehört nun auch zum Rückreisegepäck. Im Glauben gestärkt und gefestigt gehen wir weg. Der Glaube stand im Mittelpunkt unserer Betrachtungen, der Glaube steht auch im Mittelpunkt der heutigen Lesungen, der Lesung aus der Apostelgeschichte, aber auch des Evangeliums, da Jesus uns sagt: «Denn es ist der Wille meines Vaters, dass alle, die den Sohn sehen und an ihn glauben, das ewige Leben haben und dass ich sie auferwecke am Letzten Tag» (Joh 6,40). Hier haben wir unseren Glauben an den Sohn vertiefen können. Mit Maria, der Mutter Jesu, sind wir dem Sohn wiederum näher gekommen, und durch den Sohn unserem Ziel, dem ewigen Leben, der Auferweckung am Letzten Tag. So wird das Wegfahren von Lourdes – oder das Wegfliegen – in Wirklichkeit zu einem Näherkommen: Wir nähern uns, in Lourdes im Glauben gestärkt und gefestigt, ein weiteres Stück dem letzten Ziel, dem Leben in Gottes ewiger und unbeschreiblich beglückender Gegenwart. Wir fahren oder fliegen weg mit der Gewissheit: «Lourdes schenkt mir jedes Mal so viel. Jede Erfah-

Predigt Abschlussgottesdienst rung an diesem Ort ist einzigartig und unvergesslich. Ich spüre, wie mein Glaube sich erneuert, meine Barmherzigkeit sich vertieft, mein Herz sich für die anderen und für Gott öffnet» (158). Das schreibt Alessandra Borghese im mehrmals zitierten Büchlein «Mit neuen Augen. Mein Weg zum Glauben». Ja, wir haben hier wirklich neue Augen erhalten, wie eben der Titel des Büchleins lautete, neue Augen, um unseren Glauben besser zu verstehen, neue Augen, um auch

Bischof Vitus Huonder während der Abschlusspredigt in der St.Bernadettekirche. 4

unser Leben neu zu sehen. Ja, es stimmt, und wir können den Worten beipflichten: «Das Zeugnis des Glaubens, das sich an diesem Ort beständig wiederholt, zu jeder Tages- und Nachtzeit, lässt niemanden kalt. Ich fühle, dass man im Heiligtum ausrufen kann: ‹Ich glaube, weil ich gesehen habe! Ich habe Jesus mitten unter uns gesehen und ich habe gesehen, wie seine Mutter Maria unablässig für uns bittet›» (157). Wir gehen in den Alltag zurück. Es soll, nach Lourdes, geradezu


Wallfahrt 2013

unser Wunsch sein, in den Alltag zurückzukehren. Denn wir gehen mit einem Auftrag weg, mit dem Auftrag Zeugnis zu geben. In der Apostelgeschichte hörten wir heute: «Die Gläubigen, die zerstreut worden waren, zogen

Ich glaube, weil ich gesehen habe. umher und verkündeten das Wort. Philippus aber kam in die Hauptstadt Samarias hinab und verkündete dort Christus. Und die Menge achtete einmütig auf die Worte des Philippus: sie hörten zu und sahen die Wunder,

die er tat. Denn aus vielen Besessenen fuhren unter lautem Geschrei die unreinen Geister aus; auch viele Lahme und Krüppel wurden geheilt. So herrschte grosse Freude in jener Stadt» (Apg 8,4–8). Auch wir wollen durch unser Glaubenszeugnis dort grosse Freude hervorrufen, wo wir arbeiten, uns aufhalten, unser Leben gestalten. Wenn es aber nicht immer so kommt, wie wir es wünschen und sich einiges hinderlich in den Weg legt, dann denken wir zurück, zurück an diesen Ort, zurück auch an die Worte von Alessandra Borghese: «Im alltäglichen Leben, in dieser Gesellschaft, die den Wert des Habens höher ansiedelt als den des Seins, ist es nicht immer leicht, den Versuchungen zu widerstehen. 5

Nach intensiven Tagen der Wallfahrt kehren die PilgerInnen wieder gestärkt in den Alltag zurück.

… Wenn ich in Schwierigkeiten bin, denke ich an Lourdes, an all das, was dieser Ort mir geschenkt und was er mich gelehrt hat und so finde ich wieder Frieden. Ich gebe ehrlich zu, dass ich nicht weiss, ob ich das ohne Lourdes schaffen würde. Deshalb kehre ich so oft wie möglich dorthin zurück» (154–155). Amen.


Wallfahrtsmotto

W

ie im Geleitwort bereits angekündigt, möchte diese erste Betrachtung uns an die Grotte von Lourdes führen. Dabei ist dieser Felsen bzw. diese Nische ein Ort der Vergangenheit, der Gegenwart und der Zukunft und damit ein zentraler Ort für «die Freude der Umkehr». Denn die Umkehr vereint in sich ganz wesentlich alle drei Zeiten. Ich möchte zu etwas oder in etwas umkehren und zwar aus dem Jetzt heraus, damit sich die Zukunft der Freude öffnet. Diese Grundstruktur von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft scheint mir ganz wesentlich zu sein, um das uns geschenkte Jahresmotto in der ganzen Tiefe zu verstehen. Und dabei erkennen wir zugleich, dass wir als Menschen selber in diesem Dreischritt zutiefst verankert sind. So möchte diese Betrachtung unser Leben sozusagen in die Grotte von Lourdes legen, so dass wir die Kraft der Umkehr in Freude erfahren dürfen. Als wir zum ersten Mal zur Grotte hintraten, trugen wir wohl gemischte Gefühle mit uns, denn Massabielle ist ein Ort, an dem sich Gott offenbart, mitunter durch Maria und bis heute durch die Menschen. Allein dieser Gedanke kann Sehnsucht, aber auch Zögern auslösen. Doch die Grotte zeigt sich rein äusserlich zuerst einmal als ganz normaler «Bau». Da ist der Felsen, der im Laufe der Jahrhunderte durch den Gave zu einer Art «Höhle» ausgeschwemmt wurde. Der Stein liess sich in all den Jahren bearbeiten, letztlich dürfen wir dafür wohl das Wort «formen» verwen-

Wallfahrtsmotto 2014 1. Station: Grotte den. Ganz besonders mag dieses Formen für die Nische über der Grotte zutreffen, die sich die Muttergottes selbst auswählte und in der bis heute eine Statue der Muttergottes von Lourdes Platz findet. Und diese Nische lässt sich auch auf alten Bildern erkennen. Dennoch dürfen wir ohne weiteres davon ausgehen, dass dieser Felsen von Massabielle im Laufe der 150 Jahre der Wallfahrt von Lourdes zudem von Menschenhand ganz bewusst für den Dienst an den Pil-

Für mich geradezu ein greifbares Faktum, das uns lebendig und äusserst authentisch das Wallfahrtsmotto ein erstes Mal auslegt. Wenn wir «die Freude der Umkehr» erleben, erfahren wollen, dann spielen diese beiden Komponenten mit. Als Menschen sind wir «Felsen». Petrus selber ist der Fels und auf diesen Felsen wollte Christus seine Kirche bauen. Alle Getauften sind Glieder dieser Kirche, bilden Steine der einen Kirche. Doch jeder Fels und jeder Stein wird zu-

gerInnen «geschliffen» wurde. Nicht zuletzt trägt er auf Armhöhe deutliche Spuren der vielen Millionen von Pilgern, die seitdem ihren Schweiss und die Spuren des menschlichen Lebens dem Felsen anvertraut haben.

Wenn der Felsen zur Hoffnung wird, dann…!

6


Wallfahrtsmotto

An der Grotte hat Gott durch Maria unter uns Wohnung genommen und wir mit ihm.

Peymarale oder dem Polizeikommissar Jacomet, um nur zwei zu nennen. Und hier durfte die Rückkehr zur Grotte mehr und mehr zur Umkehr zu Gott, zur Freude der Umkehr werden. Das zeigt uns die ganze Heilige Schrift. Zusammen mit der Tradition der Kirche lehrt sie uns: Umkehr ist Gnade, ist Geschenk Gottes, das durch die Anwesenheit Gottes unter den Menschen, letztlich in den Menschen geschenkt wird. Ein erstes Mal erhalten wir Menschen diese Umdem von Menschenhand geschliffen und zwar solange, bis er ganz und gar in das Gesamtwerk hineinpasst. Und die Grotte von Lourdes zeigt uns, dass der Prozess keineswegs mit dem Einfügen des Steins abgeschlossen ist, sondern gerade im alltäglichen Betrieb feiner, schöner, letztlich vielleicht auch dienlicher gestaltet wird. Lassen sich mit diesen Worten nicht auch die Früchte der Umkehr von uns Menschen beschreiben? Unser Herz bzw. unsere Seele kann durch die Umkehr in der Tat feiner, schöner und dienlicher werden. Die Grotte von Lourdes besteht jedoch nicht bloss aus Stein. Diesem Platz wurde durch die 18 Erscheinungen eine besondere Gnade geschenkt. Massabielle ist auserwählt – von Gott und

den Menschen. Bekanntlich war dieser Ort vorher kein begehrter Platz. Erst durch die Anwesenheit Gottes, sozusagen durch das Wohnen Gottes unter den Menschen, konnte die Felsennische zur «Freude der Umkehr» werden. Maria war Gesandte Gottes und löste nicht nur bei Bernadette die Umkehrbewegung aus. Was mit einem nochmaligen Hinschauen durch das Rauschen der Blätter anfing, führte im Laufe der Wochen und Monate durch die Rückkehr an den Platz zur Umkehr. Wenn auch dem Kind Bernadette der Glaube durch die Erscheinungen mehr oder weniger «unmittelbar» geschenkt war, so hatte sie mit vielen Skeptikern und Gegnern fertig zu werden. Wir erinnern uns an die Geschichten mit Pfarrer 7

Und dabei erkennen wir zugleich, dass wir als Menschen selber in diesem Dreischritt zutiefst verankert sind.

kehr in der Taufe geschenkt. Gott nimmt durch Jesus Christus in uns Wohnung. Und diese Wohnung bleiben wir ein Leben lang, ob wir es wahrhaben wollen oder nicht, ob wir es glauben können oder nicht, ob wir es er-


Wallfahrtsmotto

fahren dürfen oder nicht. Umkehr wird deshalb immer dann möglich, wenn wir dem Wohnen Gottes in uns Raum geben, wenn wir mit ihm sprechen – beten, wenn wir mit ihm anderen Menschen begegnen und ihnen helfen, wenn wir in Kontakt treten mit der gesamten Schöpfung und ihr jenen Raum lassen, der ihr zukommt und in sakramentaler Form beim Empfang der Sakramente. Dabei nehmen die Sakramente der hl. Eucharistie und der Beichte eine besondere Stellung ein. Diese besondere Stellung leuchtet in der Grotte von Massabielle vor allem auch durch die Quelle auf, die Bernadette zu öffnen hatte. Der Priester spricht nach der Gabenbereitung bei der Händewaschung: «Herr, wasche ab meine Schuld, von meinen Sünden mache mich frei.» Dieses Bild der Reinigung durch das Wasser ist seit alters her tief in unserem Menschsein verwurzelt. Was wir äusserlich in unserem Leben und ganz besonders in Lourdes tun und erfahren dürfen, darf sich innerlich im Sakrament der Beichte vollziehen, einer der grossen Schätze, die der Kirche für die Gegenwart, wie auch für die Zukunft anvertraut sind. Ich meine nicht zu hoch zu pokern, wenn ich sage: Wer das Jahresmotto von Lourdes im Jahre 2014 in seinem Menschsein erfahren möchte, der darf das Sakrament der Beichte, das Abwaschen von Schuld und Sünde durch den Tod und die Auferstehung Jesu Christi, immer wieder empfangen. «Lourdes – die Freude der Umkehr» findet den Ur-

sprung zwar in der Grotte von Massabielle. Aber «Lourdes – die Freude der Umkehr» möchte überall Wirklichkeit werden, ganz besonders in einem jeden von uns. Dennoch ereignet sich im Zusammenhang mit der Quelle

«Lourdes – die Freude der Umkehr» sagen möchte. So sind wir vielleicht mehr als andere Jahre in Lourdes eingeladen, die Bäder zu besuchen, um die Freude der Umkehr aus der Quelle von Massabielle zu erfahren.

Umkehr nicht bloss in der Beichte. Unmittelbar neben der Grotte befinden sich die Bäder. Sie lehren uns sozusagen wortlos ��� und manchen Badenden bleibt wortwörtlich das Wort im Hals stecken – was das Jahresmotto

Die Quelle weitet sich sowohl nach rechts wie auch nach links von der Grotte Massabielle aus – zur Freude der Umkehr.

8


Lourdes

A

us den Protokollaufzeichnungen der Vorstandssitzung der Wallfahrt DRS vom 17. September 1981 entnehmen wir folgende Zeilen: «Wie Präsident Ehrler ausführt, haben sich einige Leute so verdient gemacht um die Wallfahrt, dass sie in den Verein aufgenommen werden sollten. Denn es wäre gut, wenn diese näheren Kontakt mit uns hätten und auch besser informiert würden. Die Bischöfe seien mit folgenden Vorschlägen einverstanden: Jugendseelsorger Karl Widmer, Pfr. Emil Planzer von Wassen, Oberschwester Cäcilia Allenspach, Oberpfleger Br. Robert Zender.» Wenn es mir in diesen Zeilen ein Anliegen ist, Sr. Cäcilia Allenspach vom Kloster Ingenbohl für

Sr. Cäcilia Allenspach Herzlichen Dank! ihre Dienste im Zusammenhang mit unserer Lourdeswallfahrt ein herzliches Dankeschön im Rahmen unserer Zeitschrift AVE auszusprechen, dann mögen diese Zeilen lediglich in aller Kürze dem Sektor der historischen Genauigkeit zugewiesen sein. Wie die Aufzeichnungen des Protokolls zeigen, wurde Sr. Cäcilia 1981 Mitglied des Vereins der Interdiözesanen Lourdeswallfahrt DRS. Bereits im Jahre 1983 erfolgte die Wahl in den

Vorstand. Ebenso war sie lange Jahre Vorstandsmitglied der Krankenpflegevereinigung, ein Amt, das sie durch die Leitung des pflegerischen Krankendienstes laut Statuten zu bekleiden hatte. Mit der Demission als Leiterin des pflegerischen Krankendienstes auf die HV im August 2013 tritt Sr. Cäcilia nun wieder in die Reihen aller HelferInnen von Lourdes. Unzähliges durfte Sr. Cäcilia in diesen Jahren für die Kranken und Behinderten, für die PilgerInnen und für Lourdes in Lourdes und hier in der Schweiz tun. Vielleicht wäre es sogar angebracht gewesen, eine Sonderausgabe unserer Zeitschrift zu publizieren. Doch das würde nicht nur meiner Art widersprechen, sondern sicherlich auch jener von Sr. Cäcilia. So mögen vielmehr einige Zeilen, die ich in Versform anlässlich der HV der KPV vortragen durfte, zu ihrem Dank erklingen. Liebe Sr. Cäcilia, im Namen aller LeserInnen ein herzliches Dankeschön!

9


Lourdes

Liebe Sr. Cäcilia Auch ich will es versuchen und wagen, um dir einige Worte – so schnell zu sagen. Natürlich sollen es Worte des Dankes sein, und dennoch schenken ein – klaren Wein.

So manches konntest du in all den Jahren erleben, und so oft die Hand von neuem geben. Manchmal hat’s dich wohl bald umgehauen, und dennoch musste es im Frühling wieder hauen.

Was du nicht alles in den Jahren hast gemacht, Mann wie Frau fallen dazu meist in totale Ohnmacht. Dass du an den Sitzungen nie hast gefehlt, war jedoch nie von deiner Oberin befehlt.

Doch war auch immer viel Idealismus mit dabei, sicherlich auch Freude und sonst allerlei. Mit Freude konntest du sicherlich im Glauben reifen, und immer wieder nach der Muttergottes Hilfe greifen.

Auch das mit dem Kerzenhandel und anderen Dingen, geht einfach so klar über dein Können im Singen. Doch das Lesen kam so klar wie guter Wein, auch wenn es gab nur selten einen Reim.

Nicht immer war es mit diesen Helfern leicht, wenn sie am Morgen sind noch ganz erbleicht. So manche Missstimmung konnte es sicherlich geben, doch Lourdes lernt uns alle – zu vergeben.

Einmal musste auch ich in Lourdes Schmerzen beklagen, und dich um deine kostbare Zeit befragen. Doch bald schon war die Schublade ganz weit offen, und deine Finger haben das Schmerzpflaster getroffen.

Wie viele Pilger durch deine Hand sind gegangen, wird allein an Petrus seiner Wand im Himmel hangen. Möge er es dir vergelten mehr als ganz, vor allem mit des Himmels eignem Glanz.

So ging es jedes Jahr – tagein tagaus, so manche gingen bei dir ein und aus. Viele kamen dabei immer wieder, wenn sie sich sorgten um ihre Glieder.

So langsam muss ich nun schliessen schnell, denn vorwärts soll es gehen, gell! Doch nicht zu hastig und verfrüht, bevor der Abschied nicht so richtig glüht.

Bei den Interviews waren deine Worte meistens klar, sie alle kriegten es auf die Hand – mehr als bar. Die Tür des Wagens in der Sendung «Puls» ist bald zu, so dass der Zug kann fahren im Nu.

Ein liebes Dankeschön soll dich begleiten, und dich voll Freud für den Unruhestand bereiten. So möchte ich schliessen – nicht mit einem Stutz, sondern wie du: Lieb grüsst! Emmanuel Rutz!

10


Lourdes

M

an kennt die Bilder vom bekannten südwestfranzösischen Marienwallfahrtsort nahe der spanischen Grenze sehr gut. Millionen Menschen aus aller Welt fahren jährlich nach Lourdes, um am Erscheinungsort der Muttergottes zu beten, Eucharistie zu feiern, kranke Menschen in ihren Anliegen zu begleiten oder Stille und Ruhe für sich zu finden. Lourdes gilt als Ort des Gebetes, des Glaubens und der Wunder. Das Ortsbild wird geprägt von einer konträren Mi-

Wallfahrer, sich sorgende Krankenschwestern mit ihren anvertrauten Patienten, suchende und fragende Reisende und neugierige Tagestouristen. Im Marien-Monat Mai prägen aber ganz besondere Pilger das

hörigen des österreichischen Bundesheeres und der Schweizer Armee ausschliesslich Berufsmilitärleistende – was zieht Menschen, deren «Handwerk» eher wenig mit einer friedlichen Welt zu tun hat, gerade an einen sol-

schung von «Wallfahrtsrummel» der unzähligen Andenken- und Devotionalienläden und der Atmosphäre des Gebetes im Rahmen des Heiligen Bezirks. An der Quelle und in den Bädern begegnen sich betende und hoffende

Erscheinungsbild der Stadt. Über 15’000 Soldatinnen und Soldaten aus rund 35 Ländern der Welt sind auf allen Plätzen und Strassen anzutreffen. Was zieht Männer und Frauen in Uniform – mit Ausnahme der Milizange-

Das Schweizer Rekrutendetachement trifft sich zum Gruppenfoto vor der Rosenkranzbasilika.

Militärwallfahrt Soldaten beten in Lourdes für den Frieden in der Welt

11


Lourdes

chen Ort des Gebetes und der Einkehr? Alle diese Kameraden haben nur ein Ziel: Teilnahme an der alljährlichen Internationalen Militärwallfahrt nach Lourdes. Seit über 50 Jahren kommen Soldatinnen und Soldaten zusam-

Seit über 50 Jahren kommen Soldatinnen und Soldaten zusammen, um an diesem besonderen Ort für den Frieden in der Welt zu beten.

mensein auf den Plätzen und Strassen der Stadt stehen im Vordergrund. Begleitet werden diese «Pilger in Uniform» von über 3500 Armeeseelsorgern, welche für das jeweilige Wallfahrtsprogramm ihrer Delegationen mit Glaubensimpulsen, Kreuzweg, Gottesdiensten und eucharistischer Anbetung verantwortlich sind. Die Soldatinnen und Soldaten nützen diese Pilgerfahrt, um ihre ganz persönlichen Anliegen der Gottesmutter vorzubringen – ob es die Familie, ihre beruflichen Aufgaben oder persönliche Fragen betrifft. Im Zeltlager oberhalb der Stadt ergeben sich während der gemeinsamen Mahlzeiten vielfältige Gelegenheiten zu Begegnungen und Gesprächen.

men, um an diesem besonderen Ort für den Frieden in der Welt zu beten. Was zunächst 1945 als kleines Versöhnungstreffen zwischen französischen und deutschen Militärangehörigen begann, hat sich seit 1953 zu einem internationalen Grossanlass der Angehörigen verschiedener Streitkräfte entwickelt. Das gemeinsame Beten und Feiern an der Grotte von Lourdes und in der unterirdischen Basilika Pius XI. und das kameradschaftliche Zusam-

Fahnenwache der Schweizer Armee vor der St.Bernadettekirche. 12

In den Tagen vom 23.–27. Mai 2013 nahmen über 150 aktive und ehemalige Soldatinnen und Soldaten an der 55. Internationalen Militärwallfahrt teil. Der höchste anwesende Offizier war Brigadier Willy Siegenthaler, Kommandant Lehrverband Führungsunterstützung 30 der Luftwaffe, in Begleitung seiner Frau Doris. Die Teilnehmer der Schweizer Delegation nahmen erfreut zur Kenntnis, dass das Rekruten- und DurchdienerDetachement von verschiedenen Rekruten- und Offiziersschulen unseres Landes unter dem Kommando von Oberst Markus Dietrich die stattliche Anzahl von 63 Soldatinnen und Soldaten aufwies. Dieses Detachement stellt auch die Fahnenwache wie auch das begleitende Militärspiel


Lourdes

unter der Leitung von Wachtmeister Xavier Cherpillod zur Verfügung und repräsentiert würdig unsere Armee an dieser Wallfahrt. Neben dem Delegationsleiter Hauptmann Armeeseelsorger Pfarrer Christian Schaller be-

des Österreichischen Bundesheeres und der Päpstlichen Schweizergarde an der Grotte gefeierten Eucharistiefeier, der fröhlich einstimmenden Eröffnungsfeier der Militärwallfahrt oder an der eindrücklichen Lichterprozession,

sion aber auch der Eucharistischen Anbetung in Anwesenheit vieler kranker und verwundeter Soldaten konnte man beobachten, dass so manch «hartgesottener» Soldat in dieser Atmosphäre der Besinnung und Dankbar-

gleiteten die Armeeseelsorger Diakon Josef Bernadic, Diakon Urs Buser und Pfarrer Karl Ries die Teilnehmer der Wallfahrt. Am von ihnen vorbereiteten und gestalteten vielfältigen Programm der Bussfeiern, des Kreuzweges und der Gottesdienste in drei Landessprachen, Deutsch – Französisch – Italienisch, nahmen die Soldatinnen und Soldaten wie auch ihre Angehörigen aktiv teil. Ob an der gemeinsam mit den Angehörigen der Deutschen Bundeswehr,

überall sah man die Schweizerfahne wehen und es erfüllte so manchen Teilnehmer mit berechtigter Freude und auch ein wenig Stolz. Ein Chor von vielen Stimmen stimmte ein in ein weit hörbares «Ave Regina» und der Platz vor der Rosenkranz-Basilika wurde zu einem unübersehbaren Lichtermeer. Wer bisher skeptisch war, ob echte Soldaten auch beten könnten, wurde während dieser Tage stets von neuem vom Gegenteil überzeugt. Nicht nur während der Kerzenprozes-

Die allabendliche Lichterprozession von Lourdes. Für einmal trägt die Gendarmerie die Statue der Muttergottes.

13

keit seinen Emotionen freien Lauf liess. Bei manchem unerschütterlichen Offizier bis zum höchsten Generalsrang erblickte man Tränen in den Augen. Die Muttergottes von Lourdes, die Königin des Friedens, führt in


Lourdes

Die amerikanischen Streitkräfte begleiten ihre verwundeten Kameradinnen und Kameraden auf der Sakramentsprozession.

diesen intensiven Momenten alle Menschen egal welcher Hautfarbe, Lebensweise oder beruflicher Position bzw. militärischem Grad zusammen, um nur auf den unschätzbaren Wert des Friedens hinzuweisen. Frieden im gemeinsamen Gebet, Frieden im persönlichen Handeln, Frieden im eigenen Sein. Sie nimmt alle mit offenen Armen an und lässt fühlen, dass Gottes Nähe spürbar und greifbar ist in allen Menschen – ob Soldat oder Zivilperson. Ob in schweren Situationen

Es ist ein leises «Ave, Ave Maria» zu hören. eines Auslandeinsatzes oder im leichteren Umfeld des Alltags. Wer weiss nicht auch von der ungestümen Seite des einen oder anderen Soldaten? Der militärische Alltag mit seiner Disziplin, Ordnung und Uniformität lässt manchmal nur wenig Raum für geselliges Zusammensein – all jenes, was mit dem Begriff «Kameradschaft» verbunden ist. So war es herzerfrischend zu sehen wie spontan Angehörige der spanischen Streitkräfte bei der Abschlussfeier ihre Plätze verliessen,

um einen feurigen Flamenco ihres Heimatlandes zu tanzen. Wie die Militärmusik der Elfenbeinküste den Festsaal in einen afrikanischen «Hexenkessel» verwandelte oder die ukrainische Band zur grossen Freude unserer Schweizer Delegation die inoffizielle «Nationalhymne», den Sächselüüte-Marsch, spielte – zur grossen Freude von Offizieren wie Brigadier Willy Siegenthaler, Oberstleutnant Pierre Gogniat, Oberleutnant Dominik Kägi und Adjutant Unteroffizier Milo Ceric, welche ganz und gar «unordonanzmässig» von ihren Sitzplätzen aufsprangen und mit den mitgebrachten Schweizerfahnen wild zum Takt winkten. Was wiederum die Medien der französischen Streitkräfte mit ihren Kameras für ewige Zeiten festhielten. Wie natürlich auch die königliche Besucherin, Ihre Königliche Hoheit Prinzessin Caroline von Hannover, geb. Prinzessin von Monaco, welche die monegassische Palastgarde an dieser Wallfahrt begleitete. So mancher tief republikanisch den14

kende Eidgenosse liess es sich dennoch nicht nehmen den Fotoapparat zu zücken und sie im Bilde festzuhalten. Was bleibt von der 55. Internationalen Militärwallfahrt? Viele spirituelle Eindrücke von ganz vielen mitbetenden und mitfeiernden Menschen, so manche fröhliche Begegnung mit dem einen oder anderen Kameraden aus dem Ausland und unzählbare interessante Gespräche mit Teilnehmern unserer Pilgergruppe. Die mit militärischem Gruss des Detachementes aufgestellte grosse Kerze der Schweizer Armee bei der Grotte wird noch lange brennen und uns an diese schönen Wallfahrtstage erinnern – bis zur nächsten 56. Internationalen Militärwallfahrt 15.– 19. Mai 2014 nach Lourdes! Wo von weitem schon ein leises «Ave, Ave Maria» zu hören ist. Hauptmann Armeeseelsorger Josef Bernadic Diakon der Kath. Pfarrei St.Felix und Regula in Thalwil Oktober 2013


Lourdes

Seltenes Jubiläum Im August durfte Frau Maria Kretz ein seltenes Jubiläum feiern. Sie leistete das 30. Mal StageDienst in Lourdes. Seit 1983 war es Maria Kretz möglich, jährlich eine Woche zusätzlich zur Wallfahrt im Frühjahr den freiwilligen Dienst in den Bädern zu leisten. Wie es ihren Charaktereigenschaften entspricht, ist sie immer zur Stelle, wo Rat und Tat gebraucht wird. Im Hintergrund leistet Maria mit absoluter Selbstverständlichkeit ihren stillen Dienst für die Wallfahrt und das Pilgerbüro. Doch wer Maria kennt, weiss auch, dass sie für diesen Dienst selber grosse Dankbarkeit empfindet. «In all den Jahren war es mir immer möglich, nach Lourdes zu gehen. Dafür danke ich meiner Familie und Gott, der mich immer mit seinem Segen begleitete.» Ich wünsche Maria weiterhin viel Freude und Gottes Segen für diesen wertvollen Dienst. Christiane Alke, Verantwortliche für den Stage-Dienst Unwetter in Lourdes Seit dem verheerenden Unwetter im Juni sind nun bereits fünf Monate vergangen. In diesen vergangenen Wochen und Monaten durfte der Wallfahrtsort Lourdes eine unerwartete Solida-

Nachrichten von und über Lourdes rität erfahren. Freiwillige Helfer packten vor Ort an, um den Pilgerbetrieb möglichst schnell wieder zu gewährleisten. Darüber hinaus sammelten Männer und Frauen auf der ganzen Welt für die immensen Schäden im Wallfahrtsbezirk. Laut eines Zeitungsberichtes belaufen sich diese auf insgesamt 9 Millionen Euro. Bis anfangs Oktober konnten entsprechend dieser Pressemitteilung 5 Millionen Euro gesammelt werden, so dass die Instandstellung der Anlagen weiter voranschreiten darf.

Weiterhin können Sie diese Zeitschrift zum Preis von Fr. 17.–/ Jahr abonnieren. Durch die Erneuerung des Abos für zwei (Fr. 32.–) oder drei (Fr. 48.–) Jahre sparen Sie nicht nur Kosten, sondern erleichtern uns auch die Administration.

Wir, die PilgerInnen der Deutschen und Rätoromanischen Schweiz, durften der Wallfahrtsleitung Fr. 124’113.55 (Stand Ende Oktober) überweisen. Für diese absolut grosszügige Solidarität ein herzliches Vergelt’s Gott. Die Spendenkonten sind weiterhin offen. Bereits durften wir Anfragen für allfällige Spendenaktionen für das Weihnachtsfest entgegennehmen. Gerne sind wir bereit, Auskunft zu geben.

Suchen Sie ein Geschenk – möchten Sie jemandem eine Freude bereiten?

Erneuerung des Abonnements der Zeitschrift AVE

Wir senden Ihnen in wenigen Tagen den Gutschein zu. Gutscheine sind drei Jahre gültig!

In den vergangenen Tagen erhielten Sie – sofern eine Fälligkeit bestand – die Rechnung zur Erneuerung der Zeitschrift AVE. 15

Herzlichen Dank

Ein Geschenkgutschein für die nächste Lourdeswallfahrt wäre eine Idee! Bezahlen Sie den gewünschten Betrag auf unser Postkonto 90-8242-9, Pilgerbüro, 8730 Uznach, mit dem Vermerk «Gutschein» und geben Sie Ihre genaue Postadresse an.


Lourdes

A

ls ich in meiner Jugend zum ersten Mal mit dem Deutschschweizerischen Pilgerzug nach Lourdes fuhr, hatte ich keinen Rollstuhl, den ich mitnehmen konnte, denn es gab noch keine IV, die mir einen Rollstuhl finanzierte und um einen zu kaufen, fehlte meinen Eltern das Geld. Es war für mich eine grosse Freude, dass mir meine Patin die Reise nach Lourdes bezahlte. Wir waren mehrere junge, behinderte Menschen, viele von ihnen waren durch Kinderlähmung im Rollstuhl, andere litten an den Folgen der TB oder waren seit ihrer Geburt im Rollstuhl. Aber eines hatten wir alle gemeinsam. Wir alle pilgerten voller Freude und mit einem grossen Gottvertrauen nach Lourdes, verbunden mit der grossen Hoffnung im Herzen geheilt zu werden. Wir waren sechs junge Mädchen in einem Abteil, alle schwer behindert. Drei schliefen nachts im Abteil, zwei auf den Bänken und die dritte Person zwischen den beiden Sitzflächen am Boden. Die drei Mädchen, die zum Teil noch etwas mit Stöcken oder Krücken laufen konnten, kamen im Gepäckwagen ins Massenlager. Hier hatten die HelferInnen für uns dünne Matratzen auf dem Boden ausgebreitet, wir bekamen ein Kissen und eine Wolldecke und nun «schlaft recht gut»! Alles ging gut, bis jemand aus der hintersten Reihe aufs WC musste. Da war es um unseren Schlaf geschehen für diese Nacht. Heute frage ich mich, würde es noch eine Person geben, ob kör-

Lourdes im Jahre 1952 perlich behindert oder nicht, die unter diesen Umständen nach Lourdes pilgern würde? Im Frühling 2013 hatte ich das grosse Glück und auch den Mut, mit meinem persönlichen Elektrorollstuhl nach Lourdes zu fliegen. Sehr vorsichtig und auch liebevoll wurde ich im Flughafen Kloten von der Flughafensanität an meinen Platz ins Flugzeug gebracht. Mein Rollstuhl kam in den Frachtraum. Wir flogen bei wunderschönem Wetter über die Alpen nach Genf und weiter über Marseille bis Tarbes. Nach einem kurzen Flug von ca. 80 Minuten landeten wir in Tarbes. Hier fehlte uns leider das nötige Hilfspersonal, um uns so fachgerecht wie dies in Kloten geschah, aus dem Flugzeug zu helfen. Aus diesem Fehler hat unser Personal wohl gelernt und im nächsten Frühling wird uns bestimmt auch die Flughafensanität von Tarbes empfangen und uns helfen. Morgens um sechs Uhr bin ich von zu Hause weggefahren, nach dem Mittagessen um ca. 13.30 Uhr war ich im Asyl in Lourdes. Ich war weder müde noch schmutzig vom Zug, ich fühlte mich sehr glücklich und ausgeruht. Am gleichen Nachmittag konnte ich an der Sakramentsprozession teilnehmen. Wer in Zukunft als Behinderter oder Kranker nach Lourdes pil16

gern will, sollte fliegen. Aber es braucht im Flugzeug unbedingt mehr Hilfspersonal, denn dies fehlte uns wirklich. Wenn wir keine Eisenbahnwagons mehr erhalten oder die Eisenbahnfahrten immer län-

Wir alle pilgerten voller Freude und mit einem grossen Gottvertrauen nach Lourdes …

ger werden, dann müssen die schwerstbehinderten und schwerkranken Menschen mit einem Bus nach Lourdes fahren können. Denn kein Mensch sollte deswegen nicht nach Lourdes gehen können. Maria Hensler-Auf der Maur, Einsiedeln


Vereinsmitteilungen

LPV Nidwalden: Vereinswallfahrt Der Lourdespilgerverein Nidwalden geht auf Reisen! Aber was ist nur mit dem Petrus los? Der Morgen des 18. September ist ganz und gar nicht reiseverlockend. Trotzdem bestiegen um 7 Uhr 74 Vereinsmitglieder die zwei Cars der Firma Gössi aus Horw. Zum Glück war die Innentemperatur der Cars angenehm und die Atmosphäre aufstellend. Es freute uns sehr, einen routinierten, freundlichen und zuvorkommenden Chauffeur am Steuer zu haben. So konnten wir das graue Morgenwetter verschmerzen und denken: «Es kann ja nur besser werden!» Voller Zuversicht und mit Humor fuhren wir pünktlich in Stans los, über die Autobahn, direkt nach Pratteln zum Kaffeehalt. Wir wurden in ein reserviertes Restaurantabteil geführt und von freundlichem Servicepersonal speditiv bedient. Nach gut 30 Minuten fuhren wir weiter nach Basel, über die Schweizergrenze Richtung Karlsruhe, Freiburg im Breisgau, durch das Glottertal nach St.Peter im Schwarzwald. Anstelle von Sonne begrüssten uns Regentropfen und starke Windböen. Schnellen Schrittes begaben wir uns in die repräsentative, barocke Wallfahrtskirche St.Peter. Unser Vereinspräses, Pfarrer David Blunschi, feierte mit uns gemeinsam den Gottesdienst. Am Anfang der Messe erklärte er uns die Geschichte des Heiligtums. Ursprünglich stand hier das Hauskloster und die sogenannte Grablege der Zähringer. Sie haben sich in der Schweiz auch als Städtegründer hervorgetan. Darum heissen Bern, Fribourg, Thun, Murten und Burgdorf Zähringerstädte. Herzog Bertold II. von Zähringen

(1078–1111) gilt als Gründer dieses Klosters St.Peter im Schwarzwald. Unter Abt Ulrich Bürgi entstand in den 1720er Jahren die heute noch gut erhaltene, barocke Klosterkirche mit den zwei Zwiebeltürmen. Eine Besonderheit der Kirche ist der Hochaltar aus dem Jahr 1727, dessen Hauptbild über dem Altartisch als Wechselbild ausgelegt ist. Es gibt acht verschiedene Bilder, die im Laufe des Jahres passend zum Kirchenjahr gewechselt werden. Früher geschah dies aufwendig von Hand. Heute befinden sich die Bilder auf Rollen in einer Schiebeeinrichtung. Das passende Bild wird von hinten in die goldene Barockfassung des Altars geschoben und arretiert. Die acht Motive der Bilder sind: • Maria Krönung durch die heilige Dreifaltigkeit • Das Weihnachtsbild • Mariä Verkündigung • Abendmahl • Kreuzigung Christi • Auferstehung Christi • Himmelfahrt • Pfingsten Wir Menschen brauchen Bilder. Es gibt wohl kaum eine Wohnung ohne Bilder. Sie zeigen uns, wie das Leben ist oder wie es sein könnte. Vor allem aber brauchen wir Vorbilder. Sie zeigen uns, wie ein gelungenes Leben aussehen kann. Für uns Christen sind die Heiligen solche Vorbilder. An ihnen können wir uns orientieren. Ein ganz wichtiges Vorbild ist unsere Gottesmutter Maria. Sie dürfen wir verehren als Mutter und Urbild der Kirche. Gerade bei ihr können wir Halt und Hilfe finden für die Gestaltung 17

des Lebensweges. Beten wir zu Gott, dass er uns immer wieder dazu bewegt, auf Maria zu schauen. Die Predigt fing Pfarrer Blunschi mit folgender Geschichte an: Einmal sass ein kleiner Junge in der Schule und weinte. Der Lehrer fragte ihn: «Was hast du?» «Ich habe vergessen, wie meine Mutter aussieht», und schluchzte. Als die anderen Kinder das hörten, lachten sie. Der Lehrer sagte: «Du hast vergessen, wie deine Mutter aussieht? Das ist aber schlimm! Geh schnell nach Hause. Schau dir deine Mutter an und komme wieder zurück.» Der Junge ging und kam später ganz fröhlich zurück. Ein Vergleich zu uns. Wir verehren Maria als unsere Mutter und Urbild der Kirche. Sie ist schon zur Vollkommenheit gelangt, während wir noch unterwegs sind. Wir dürfen auf unserem Lebensweg versuchen, zu wachsen an Güte, Liebe und Heiligkeit. Wir dürfen uns an Maria orientieren und dabei wachsen im Glauben, in der Hoffnung und in der Liebe. So können wir unseren Weg als Christen fröhlich gehen, wenn wir Maria vor Augen haben. Vielen Dank an Pfarrer Blunschi, der uns so aufbauende und besinnliche Worte mit auf den Lebensweg gab. Anschliessend gedachten wir mit Namen der verstorbenen Vereinsmitglieder der Jahre 2012 und 2013. Antoinette Longhi hat auch jene Mitglieder eingeschlossen, welche uns von den Aussengemeinden nicht gemeldet wurden. Wir alle beteten für sie das Muttergottesgebet «Jungfrau Mutter Gottes mein …»


Vereinsmitteilungen

Den Gottesdienst umrahmte Susanne Odermatt mit wunderschönen Orgelklängen. Sie begleitete uns bei den kirchlichen Liedern. Vielen herzlichen Dank! Anschliessend besichtigten wir bei einem Rundgang die prachtvolle Wallfahrtskirche mit dem hervorgehobenen Hochaltar, dem grossen Deckenbild des hl. Petrus, die sechs Seitenaltäre, welche verschiedenen Heiligen geweiht sind, den Taufstein, die Strahlenmadonna. Es hätte noch mehr zu sehen gegeben, aber die Zeit war fortgeschritten. Die Menschen sind verschieden. So waren sicher auch die Eindrücke der barocken Ausstattung der Kirche verschieden. Wir wechselten von der Kirche zum Hotel Hirschen, machten es uns im rustikalen Speisesaal des Schwarzwald-Gasthofes gemütlich und liessen uns mit dem vorzüglichen Mittagessen verwöhnen. Nach dem Dessert und Kaffee so-

wie einem gemütlichen Schwatz, hiess es, sich wieder bereit zu machen für die Heimfahrt. Auf dem Weg zum Car schauten wir uns das heimelige Dörfchen St.Peter noch ein wenig näher an. Es liegt auf dem Hochplateau auf 700 Meter über Meer. Auch warfen wir nochmals einen Blick zurück zur Kirche mit der Rotsandsteinfassade und den hochstrebenden Türmen mit Doppelkuppel. Um 14.30 Uhr drehte der Chauffeur den Autoschlüssel, liess den Motor an und setzte den Car für die Heimfahrt in Bewegung. Die Fahrgäste machten es sich bequem. Nach diesem reichhaltigen und sehr feinen Essen gönnten sich die meisten eine Siesta. Auf der Heimfahrt war das Wetterspiel spannend. Einmal stockten sich die Wolken auf wie ein Bergmassiv oder sie rissen sich auseinander und der blaue Himmel zeigte sich dazwischen. Dann

strahlte für kurze Zeit die Sonne ziemlich bleich oder es regnete wieder. Bei uns in Nidwalden war es dann föhnig. Eine vielfältige Abwechslung. Der Verkehr auf den Strassen war normal, so dass unser Chauffeur mehr oder weniger zügig fahren konnte. Dadurch waren wir bereits um 17.05 Uhr in Stans. Das war für alle sehr erfreulich. Wir erlebten eine schöne Reise mit vielen Eindrücken und kamen dennoch «tags» heim. Ein grosses Lob und Dank schicken wir unserem Chauffeur. Er brachte uns glücklich ans Ziel und am Abend wieder heil nach Nidwalden. Im Namen aller Mitglieder danke ich dem Vorstand für die Organisation dieser Herbstwallfahrt. Es hat allen wohl getan und der Segen des Wallfahrtsortes St.Peter möge uns alle weiterhin begleiten. Emma Christen, Obbürgen

Helfen Sie uns mit, Ihre Adresse aktuell zu halten! Folgende Möglichkeiten stehen Ihnen zur Verfügung: – AVE-Versandstelle, Pilgerbüro, 8730 Uznach – Internet: www.abo.otmarsberg.ch – E-Mail: pilgerbuero@lourdes.ch Durch Ihre Mithilfe ermöglichen Sie uns weiterhin eine tadellose Zustellung der Zeitschrift AVE und darüber hinaus eine aktuelle Adressverwaltung. Herzlichen Dank! 18


Vereinsmitteilungen

LPV Wil und Umgebung: Wallfahrt zu Vater Wolf Der Lourdespilgerverein Wil und Umgebung begab sich am Dienstag, 15. Oktober 2013 auf die Vereinswallfahrt nach Neu-

Klöster. Im Alter von etwa 50 Jahren folgte er der Stimme seines Herzens und legte sein politisches Amt nieder. Nachdem

enkirch/LU. Gestärkt mit Kaffee und Gipfeli nutzten einige Pilger die Zeit bis zum Gottesdienstbeginn mit Betrachtung und Gebet in der Unterkirche. Nach dem festlichen Einzug mit unserer Vereinsfahne, Herrn Pfarrer Rieser und Pater Meinrad Manser wurde der Gottesdienst mit dem Lied: «Mein ganzes Herz erhebet Dich …» eröffnet. Herrn Pfarrer Rieser verstand es ausgezeichnet, uns das Leben und Wirken von Vater Niklaus Wolf, ein erleuchteter Laie, näher zu bringen. Niklaus Wolf, am 1. Mai 1756 in Neuenkirch geboren, war Ehemann, Vater, Bauer und Politiker. Er wurde mit der höchsten Stimmenzahl in den Luzerner Grossen Rat gewählt. Es war die Zeit nach der französischen Revolution, also eine bewegte Zeit auch für die Eidgenossenschaft. Es gab Umbrüche und Spannungen sowie stark kirchenfeindliche Kräfte in der Politik. Vater Wolf erkannte dies und kämpfte für den katholischen Glauben und den Erhalt der

er fast ein ganzes Jahr gesundheitlich litt und die Ärzte ihm nicht helfen konnten, rief er den Namen Jesu an und wurde plötzlich geheilt. Dadurch erkannte er seine neue Aufgabe: im Namen Jesu heilte er viele Kranke an Leib und Seele. Denn viele waren wankelmütig im Glauben, wenn sie nicht gleich sofort geheilt wurden. Er stärkte sie im Glauben und sagte: «Auf Gott darf man voll vertrauen.» Nach der Heiligen Messe beendeten wir den Gottesdienst mit dem Lourdeslied. Nun durften wir zum Mittagessen ins nahegelegene Restaurant, wo wir vor dem Essen auf Wunsch von Pater Meinrad «Lobet und preiset ihr Völker den Herrn» im Kanon sangen. Dazu sprach er vor und nach dem Essen ein Segens- bzw. Dankgebet. Um 14.00 Uhr durften wir einer interessanten Tonbildschau über Vater Wolf beiwohnen. Er war ein stets froher Mensch und wegen seiner väterlichen Güte wur19

de er bald als «Vater Wolf» angesprochen. Er liebte Gott, die Kirche und die Mitmenschen, gründete Gebetsgruppen, die in 25 Jahren zu einer eigentlichen Gebetsarmee anwuchs und auch in der Politik an Einfluss gewann. Jetzt durften wir vor dem ausgesetzten Allerheiligsten der Nachmittagsandacht beiwohnen. Nach dem Eröffnungslied betrachteten wir die verschiedenen Aussagen und Bitten des Vaterunser. Nun vertieften wir drei Grundsätze von Vater Wolf: Gebet: Ich ermahne die Leute, keinen Morgen ihr Schlafzimmer zu verlassen, ohne zuvor auf den Knien ein eifriges Gebet verrichtet zu haben. Erst dann, sage ich, könne man den Tag im Namen Jesu anfangen und Gottes Beistand in allen Geschäften erwarten. Glauben: Und hat nicht Christus gesagt: «Wenn ihr den Vater in meinem Namen um etwas bitten werdet, so wird Er es euch geben»? Was haben wir noch Zweifel? Alles werden wir erhalten, wenn wir genug Glauben haben. Vertrauen: Ich fasste ein Herz und ein allgewaltiges Vertrauen zum heiligsten Namen Jesu und rief Ihn wider mein Übel an, und dieses wich augenblicklich samt all seinen Begleiterscheinungen. Es tat uns gut, das Leben dieses tiefgläubigen Vater Wolf näher kennen zu lernen. Sein Seligsprechungsprozess ist auf besten Wegen. Nachdem wir viel von Vater Wolf gehört, gelernt und darüber nachgedacht hatten, empfingen wir den eucharistischen Segen. Sichtlich zufrieden bestiegen die Pilger die Cars, welche uns durchs wunderschöne Luzernerland wieder zurück in die Ostschweiz brachten.


Vereinsmitteilungen

LPV Luzern 1: Wallfahrt in den Jura Am 25. August, früh am Sonntagmorgen, bestiegen um die 150 Mitglieder des Luzerner Lourdespilgervereins 1, drei grosse Cars, um zu Ehren der Muttergottes nach Maria Vorbourg und nach Mariastein zu wallfahren. Nach einem kurzen gegenseitigen Grüezi war in den Cars die Zeit gegeben, die liebe Muttergottes mit dem englischen Gruss zu grüssen und mit dem Rosenkranzgebet zu ehren. In Balsthal steuerten uns die Chauffeure ins gleichnamige Hotel zu einem Kaffeehalt. Hier benutzte die neue Präsidentin Mariette Brunner die Gelegenheit und stellte sich jeder teilnehmenden Person mit einem Händedruck vor. Gestärkt ging die Fahrt dann weiter, dem Jura zu. Um 11.00 Uhr haben die Luzerner Pilger die Chapelle Notre Dame du Vorbourg bis auf den letzten Platz gefüllt. Unser Präses, Pfarrer Josef Stübi, führte uns zu Gottesdienstbeginn in die überlieferte Geschichte der Kapelle ein. Sie soll 1049 durch den hl. Papst Leo IX. eingeweiht worden sein. Ihr Schicksal waren Verwüstungen durch Brände und Erdbeben. Heute obliegt das Heiligtum der Obhut der Benediktinermönche von Le Bouveret (Wallis). Seine Predigt begann unser Präses mit dem Ausspruch von Novalis: Ich sehe dich in tausend Bildern, Maria, lieblich ausgedrückt. Doch keines von ihnen kann dich schildern. Wie meine Seele dich erblickt. Damit stellte er allen die Frage: Welches ist Ihr wichtigstes Bild, das Sie mit Maria verbindet? Alle konnten sich so ihre persönlichen Gedanken und Bilder machen, zu einer glücklichen Jesuskind-Mutter, einer be-

sorgten oder leidenden Mutter im Leben und Sterben ihres Sohnes. Nach diesem eindrücklichen Gottesdienst bestieg die Reiseschar kurz die Cars und wurde nach dem nahen Delémont, zum Mittagessen ins Centre Saint-François gefahren.

Eine der vielen Ex-Voto-Tafeln in der Chapelle Notre Dame du Vorbourg zeigt den hl. Bruder Klaus.

Um 15.00 Uhr war die Vesper in Mariastein angesagt. In diesem herrlichen Gotteshaus kam die Feierlichkeit des Mönchgesangs voll zum Blühen. Danach begaben sich viele über die mehr als 60 Treppenstufen hinab in die Gnadenkapelle, um dort der Muttergottes nahe zu sein.

Die eingeplante kurze freie Zeit gab Gelegenheit sich bei einem Trunk in der nahen Gaststätte von den Lieben in den anderen Cars zu verabschieden.

20

Hans Lang, Hitzkirch


Vereinsmitteilungen

LPV Surselva: Neue Präsidentin Per la dumengia dils 1 da settember ha l’uniun da pelegrins da Lourdes Surselva envidau alla radunonza generala.

na paradescha sil grep da Massabielle nua ch’ella ei cumparida a Bernadetta il fevrer 1858 e supplichescha la giuvna

Allas 13.30 ha in pulit pievel assistiu al survetsch divin che nies anteriur preses Sur Ignazi Pally ha festivau. Il preses actual Sur Peter Aregger ei quei di vegnius installaus sco plevon per las pleis da Degen, Vella e Vignogn ed aschia giu leu si’emprema funcziun. En siu priedi ha sur Ignazi delucidau l’impurtonza dil liug da pelegrinadi da Lourdes che ei in liug d’oraziun, cardientscha e speronza. El pareglia il liug cun treis cavazins.

da recitar stediamein il sogn Rusari e rugar pils paupers pucconts dil mund.

«Il grep». Jesus ha fundau sia baselgia sil grep ch’ei sogn Pieder. Era Nossadun-

«Aua». Ord il grep nescha ina fontauna miraculusa che ha duront tut ils onns medegau e confortau biars cartents e malsauns. Bernadetta scheva savens: L’aua senza cardientscha ha negina vertid. Els bogns descendan biars pelegrins e speran sin megliurament da lur mals. «La Glisch». Lourdes ei il triumf dalla glisch. Patertgein vid las nundumbreivlas glischs che sestendan viers il hori21

zont a caschun dallas processiuns cun candeilas ni che ardan avon la grotta. Cons quitaus, pitgiras ni era giavischs sezuppan en quellas. Segir ardan era biaras candeilas per engraziament per agid retschiert. Cun la canzun ed igl Ave Maria da Lourdes vegn il survetsch divin terminaus. Silsuenter essan seradunai el center parochial per l’usitada radunonza generala. Nossa presidenta Ruth Good ha saviu beneventar varga 70 commembras e commembers che han demussau interess vid il curriu e passau dall’uiun. Sco dumbravuschs vegana Pieder Wenzin e mia persuna elegi. El rapport annual ha la presidenta Ruth fatg in’extendida recapitulaziun dil decuors enteifer igl onn. Ella ha menziunau il pelegrinadi diocesan a Lourdes ch’ei sesplagaus senz’incaps. Lu ha ella menziunau ils gronds donns dallas malauras che han inundau divers loghens da Lourdes. Noss’uniun ha era segidau cun ina contribuziun vid ils cuosts da reparaziun. Ruth ha era priu part a divers inscunters en favur dall’uniun. Lu ha ella engraziau als biars fauturs e gidonters e gidontras dall’uniun per lur preziusa lavur. Cun in memento essan seregurdai dils commembers defuncts. Il protocol dalla davosa radunonza ei vegnius tarmess tier cun l’invitaziun ed aschia ei quel vegnius approbaus senz’objecziuns e cun in ferm applaus Uonn ein era elecziuns sin gliesta. Nossa presidenta Ruth ha demissiunau suenter 14 onns. Ella ha adina sespruau da luvrar pil beinstar dall’uniun. Ussa vul ella surdar il tgamun a forzas pli giuvnas.


Vereinsmitteilungen

En la persuna da Laetizia Cavegn noss’actuara vein anflau ina nova presidenta che ei promta da manar vinavon la barca. Cun ferm applaus eis’ella vegnida confirmada. Vice-president resta Toni Allenspach. Per las finanzas ei Isidor Bundi vinavon responsabels. Sco nova actuara ei Anna Helena Cavelti vegnida elegida. Las revisuras: Erna Nay da Zignau ei nominada da niev ed Ursulina Cavelti ei confirmada. Assessurs ein Jannette Camenisch e Manuel Lombris. Ruth giavischa a tuts suprastonts ina buna collaboraziun. La contribuziun annuala resta tier frs. 15.– per singuls e frs. 25.– per partenaris. Secapescha ein era importos pli aults beinvegni e novs commembers ein era da beneventar. Ils 21 da settember ei il pelegrinadi intern dall’uniun a Schruns/Tschaguns ell’Austria sil program. La participaziun ei zun legreivla.

El meins october ein las messas ils 03 a Bugnei ed ils 30 ad Andiast mintgamai allas 19.30. La dumengia dils malsauns ei fixada sils 02 da mars 2014 a Glion. Il pelegrinadi a Lourdes ei dals 10–16 da matg 2014. Las messas el meins da matg vegnan aunc publicadas. La proxima radunonza generala ei a Glion ils 07 da settember 2014. Nies chef da finanzas Isidor dat oz negin rapport dil quen. Per simplificar la cudischaziun cun las bancas vegn il quen actual serraus giu cun la fin d’igl onn, aschia che quel vegn lu presentaus tier la proxima radunonza generala e quei per il cuoz da ca. in onn e miez. El spera sin quella capientscha. Sco regurdientscha ed engraziament per la lavur prestada ha il vicepresident surdau alla presidenta partenta ina significonta candeila cul bi maletg da Nossadunna che duei cumpignar ella vinavon.

Era in matg fluras duei embellir sia stiva. Ord il miez han ins gratulau alla nova presidenta ed ins spera che las radunonzas sespleighien egl avegnir en nies lungatg romontsch. Quei ha la Laetizia lu era attestau aschi lunsch sco quei seigi pusseivel. Sper tut ils suprastonts dalla Foppa ha Erna Nay dalla Cadi spindrau la disilusiun da biars presents. Ins giavischa che la radunonza generala vegni fixada allas 13.30. Lu duessan ils confamigliars avisar la suprastonza en cass da mortoris da commembers. Aunc inagada ha la presidenta partenta engraziau a tuttas e tuts per il sustegn dall’uniun e giavischa che quella hagi in ventireivel avegnir. Ussa suonda il film «En survetsch dils malsauns» e suenter quel han ils presents aunc passentau in’uriala tier caffe e petta. Annamaria Albrecht

LPV Freiamt: Sommerausflug Am 15. August, am Fest Maria Himmelfahrt, fand traditionsgemäss der Vereinsausflug des Lourdespilger-Vereins Freiamt statt. Die Reise führte in diesem Jahr nach Sachseln, Flüeli-Ranft, an die Wirkungsstätte des Heiligen Bruder Klaus. Aufgeteilt in drei Reise-Cars der Firma Riechsteiner & Weber AG, Muri, nahmen über 120 Vereinsmitglieder an diesem Ausflug teil. Bei herrlichstem Sommerwetter wurden diese Cars, ab 11.20 Uhr, an verschiedenen Orten im

Freiamt bestiegen und fast gleichzeitig trafen alle im Flüeli-Ranft ein. Kurz nach der Ankunft zelebrierte unserer Präses, Richard Strassmann, auf dem Festplatz den Gottesdienst unter freiem Himmel, begleitet an der Hammond-Orgel von unserem Präsidenten, Stephan Ritter. Danach nahmen viele Vereinsmitglieder die Gelegenheit wahr, die verschiedenen Kapellen aufzusuchen, um in Ruhe und Stille einen Augenblick inne zu halten, oder bei einem Spaziergang in den 22

Ranft das herrliche Sommerwetter zu geniessen. Um 16.00 Uhr wurde uns im Restaurant «Pax Montana» ein ausgiebiges «Zobig» in der Form einer reichhaltigen Fleischplatte serviert. Wohlgestärkt erfolgte danach die Rückreise ins Freiamt. An den einzelnen Zusteigeorten verabschiedeten sich die Reiseteilnehmer, im Bewusstsein einen wunderschönen Tag erlebt zu haben. Stephan Ritter, Muri


Vereinsmitteilungen

LPV Zürcher Oberland: Neuer Präsident Am 22. Oktober 2013 hat der Vorstand des Lourdespilgervereins als neuen Präsidenten, Herrn Martin Mohr aus Wetzikon bestimmt. Was lange währt wird endlich gut! Der scheidende Präsident Otmar Kocherhans, der dieses Amt seit 30 Jahren, seit der Gründung des Vereins, versah, kann nun endlich aufatmen. Die Suche nach einem fähigen Nachfolger gestaltete

ein zu danken, ein ewiges Vergelt’s Gott steht ihm zu – und den neuen Präsidenten Martin Mohr, Familienvater mit zwei schulpflichtigen Kindern, herzlich willkommen zu heissen! Er wird als 2. Präsident seit Gründung des Lourdespilgervereins Zürcher Oberland den Lourdesfreunden vorstehen. Auch ihm ein grosses Dankeschön für seine Bereitschaft, die verantwortliche Leitung des LPV’s zu übernehmen! Sich für ein sol-

Unsere Verstorbenen Heimgegangene aus der Familie der AVE-Abonnenten Berschis: Judith Bless-Gort Bivio: Josefina Grisch-Raguth Brunnen: Karl Schibig-Lüönd Brunnen: Stanislaus Gabriel-Sidler Goldau: Dominik Kennel-Holdener Goldau: Josef Blaser-Betschart Immensee: Margrit Hotz-Schmid Untervaz: Stephania Krättli-Balzer Wil SG: Josef Truniger Winterthur: Joseph Anton Meile Wohlen AG: Paul Meier-Stöckli Zug: August Ricklin-Speck Zürich: Elsy De Franceschi Zuzgen: Alfred Hürbin-Hiltmann Wir empfehlen unsere Heimgegangenen der Fürbitte Mariens und dem Gebet der AVE-Leser.

Verstorbene Abonnenten des AVE melde man der Redaktion AVE, St.Otmarsberg, 8730 Uznach. Der scheidende Präsident, Herr Otmar Kocherhans mit seinem Nachfolger, Herr Martin Mohr.

ches Amt in der heutigen Zeit zur Verfügung zu stellen, ist keine Selbstverständlichkeit!

Die neue Adresse des Vereins lautet ab sofort: sich sehr schwierig und deshalb dürfen sich die Mitglieder des LPV’s freuen, denn nun ist die Zukunft des Vereins fürs Erste wieder gesichert. Nun gilt es Otmar Kocherhans für seinen phänomenalen Einsatz für den Ver-

Lourdespilgerverein Zürcher-Oberland Herr Martin Mohr Turnhallenstrasse 11 8620 Wetzikon Telefon 043 495 23 43 E-Mail: mamohr@ethz.ch 23


AZB 8730 Uznach

LourdesStationen Das Wallfahrtsmotto «Lourdes – die Freude der Umkehr» möchte im Wallfahrtsjahr 2014 die Pilger auch zum Wasser führen. Das Wasser ist Symbol der Reinigung und des Lebens zugleich. Beide Komponenten möchten in der

Die Grotte von Lourdes schenkt uns das Wasser des Lebens, der Umkehr und der Freude. Aus dieser Quelle strömt Wasser des Lebens.

Begegnung mit dem Wasser des Lebens von Lourdes betrachtet und darüber hinaus erfahren werden. Ja, Christus möchte uns – wie in der Taufe – jeden Tag reinwaschen, jeden Tag neu die Freude schenken.


AVE 2013/6 Lourdes DRS