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In dieser Ausgabe Barriere brechen Danke! Infos zur Wallfahrt 2017

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AVE – 5 – Oktober 2016


Zum Geleit

Impressum Organ des Vereins der Interdiözesanen Lourdeswallfahrt DRS und der Regionalvereine

Zum Geleit «Grosses hat der Herr an mir getan»

AVE 64. Jahrgang Es erscheint 6-mal pro Jahr (Abonnement 1 Jahr Fr. 17.—, 2 Jahre Fr. 32.—, 3 Jahre Fr. 48.—): je Ende Januar, März, Mai, Juli, September, November Pilgerbüro, St.Otmarsberg 1 Postfach 349, 8730 Uznach Telefon 055 290 20 22 Postkonto 90-8242-9 Wallfahrt: www.lourdes.ch E-Mail: pilgerbuero@lourdes.ch Redaktion, Vereinsmitteilungen Abt Emmanuel Rutz, 8730 Uznach Telefon 055 285 81 01 E-Mail: abt.emmanuel@otmarsberg.ch Adressänderung und -verwaltung: AVE–Versand, St.Otmarsberg 1 8730 Uznach Telefon 055 285 81 40 E-Mail: abo@otmarsberg.ch Titelbild Freiwillige Helfer im Dienst der Kranken. Fotos Bernhard Bislin: S. 1, 5, 6, 13, 14, 19, 24; Hans Schorno: S. 2, 4; Lourdes-Photo: S. 3; Gemeinde Ennetmoos: S. 7; Edgar Koller: S. 8, 9; Theres Landolt: S. 10; Pilgerbüro: S. 12, 16; Marianne Mächler: S. 20; Archiv Uznach: S. 22. Druck Druckerei Oberholzer AG, Uznach Das nächste AVE erscheint anfangs Dezember 2016 Redaktionsschluss: 24. Oktober 2016

A

m Christkönigssonntag, 20. November wird die Heilige Pforte in Rom wieder geschlossen und damit ist auch das Heilige Jahr der Barmherzigkeit beendet. Beinahe ein Jahr lang pilgerten Männer und Frauen, Gesunde und Kranke durch die Pforten der Barmherzigkeit auf der ganzen Welt, unter anderem auch in Lourdes und wurden vom Bibelwort «Barmherzig wie der Vater» empfangen und begleitet. Und was bleibt? In und für Lourdes möchten die Menschen aus aller Welt, die zur Grotte von Massabielle pilgern im Jahre 2017 mit dem Motto «Le Seigneur fit pour moi des merveilles – Grosses hat der Herr an mir getan» aus dem Lobpreis Mariens, dem Magnifikat angesprochen werden. 2

«Grosses hat der Herr an mir getan» – für die Wallfahrt vom 28. April bis 4. Mai 2017 dürfen wir einmal mehr Bischof Felix begrüssen.

Ja, was bleibt? Diese Frage wird von Maria unter anderem mit den Worten «Grosses hat der Herr an mir getan» beantwortet. Nun, wir sind nicht Maria und müssen es auch nicht sein. Aber wir dürfen in den Tagen des Jahres 2017 darüber nachdenken und beten, was der Herr an uns Grosses getan hat – auch und gerade bezüglich des Heiligen Jahres der Barmherzigkeit. Wenn wir auf diesem Hintergrund das Leben der hl. Berna-


Zum Geleit

Soubirou mit dem Wort «persévérante – ausdauernd». Wenn wir im kommenden Jahr mit dem Motto «Le Seigneur fit pour moi des merveilles – Grosses hat der Herr an mir getan» auf Pilgerschaft sein dürfen, dann sind wir daran erinnert, dass wir wahrlich auf dem Weg sind und auch sein dürfen. Und diese von Bernadette hervorgehobene Ausdauer lässt uns wissen, dass uns die Erfahrung der Grösse Gottes exakt dafür geschenkt ist. Das geistliche Kämpfen gehört auch zu unserem Weg. Möge uns dazu die Gnade geschenkt sein. Ihr Abt Emmanuel Rutz osb

dette in den Fokus nehmen, dann entdecken wir wahrlich dieses Grosse, dass der Herr an ihr ebenso getan hat. In einem kleinen Büchlein mit dem Titel «Notitzbuch mit den ganz persönlichen Aufzeichnungen der heiligen Bernadette» lässt sie uns teilhaben an ihrem Werk. So lesen wir als erste Aufzeichnung aus dem Jahre 1873: «Meine eigenen Anliegen gehen mich nichts mehr an, von diesem Augenblick an muss ich ganz Gott gehören und Gott ganz allein, niemals mir selbst. Maria hat alles geopfert und Gott allein alles überlassen. Nach ihrem Beispiel wird von nun an der Herr allein mein Anteil sein.» Erkennen wir in diesen Worten nicht die Haltung der Muttergottes, die sich Bernadette ganz zu Eigen ge-

macht hat. Ja, Grosses hat der Herr an ihr getan. So hinterlässt sie uns als letzten Eintrag Worte, die uns dann nicht mehr überraschen müssen, wenn sie schreibt: «Unfehlbare Mittel zur Heiligkeit und zur vollkommenen Heiligkeit: 1. Mittel, die Gott uns zur Verfügung stellt: das Licht, das heisst unsere Ordensregeln, 2. von unserer Seite guter Wille, das heisst energisch, beständig, ausdauernd.» Und eine Anmerkung des Übersetzers lässt uns wissen, dass die vier Eigenschaftswörter in der weiblichen Form geschrieben sind, also von der Heiligen auf sie selbst bezogen. Erstaunlicherweise enden die Aufzeichnungen der Bernadette 3

In diesem Heft finden Sie

Zum Geleit

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Barriere brechen

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Grotte Ennetmoos

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Danke!

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Gebets-/Kerzenanliegen

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Infos zur Wallfahrt 2017

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Neues aus Lourdes

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Misericordiae vultus

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Vereinsnachrichten

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Wallfahrtsmotto

«Die Barriere brechen, die Gleichgültigkeit, Heuchelei und Selbstsucht hervorbringt.» Mit diesen Worten umschreiben die Verantwortlichen der Wallfahrt von Lourdes das fünfte praktische Werkzeug im Heiligen Jahr der Barmherzigkeit. Auf den ersten Augenblick könnten diese drei Haltungen als Kritik an der Gesellschaft verstanden werden, doch ich denke vielmehr, dass es eine Einladung ist, die Fülle des Menschseins und des Christseins immer wieder neu und tiefer zu entdecken. Und genau diese Linie möchte mit diesen Zeilen verfolgt sein und zwar auf dem Hintergrund von Lourdes mit Maria. Papst Franziskus schreibt über sie in Evangelii Gaudium folgende

Wallfahrtsmotto «Barriere brechen» vorbricht. Sie ist die Missionarin, die uns nahe kommt, um uns im Leben zu begleiten, und dabei in mütterlicher Liebe die Herzen dem Glauben öffnet. Als wahre Mutter geht sie mit uns, streitet mit uns und verbreitet unermüd-

begeistern mich. Nicht weil sie von Papst Franziskus sind, sondern weil sie das aufzeigen, wozu wir Menschen berufen und auch fähig sind. Und zugleich ist unser Handeln nicht bloss vernünftig, sondern mit einem Mysterium

lich die Nähe der Liebe Gottes» (Ziffer 286). Wenn wir diese Aussagen etwas bedenken, dann dürfen wir wohl erfahren, wieso uns Lourdes und die Verantwortlichen der Wallfahrt einladen, die Barrieren zu durchbrechen. Beginnen wir mit der ersten Aussage. Maria verwandelt den Stall in ein Haus Jesu und erfüllt ihn mit Zärtlichkeit. Inzwischen, nach mehr als drei Jahren Pontifikat Papst Franziskus, können wir sagen: Das sind typische Worte von ihm! Und sie

Maria versteht es mit einer Fülle zärtlicher Liebe einen … in das Haus Jesu zu verwandeln!

«Das sind typische Worte von ihm – von Papst Franziskus!» Worte: «Maria versteht es, mit ein paar ärmlichen Windeln und einer Fülle zärtlicher Liebe einen Tierstall in das Haus Jesu zu verwandeln. Sie ist die Magd des Vaters, die in Lobpreis ausbricht. Sie ist die Freundin, die stets aufmerksam ist, dass der Wein in unserem Leben nicht fehlt. Sie, deren Herz von einem Schwert durchdrungen wurde, versteht die Nöte. Als Mutter von allen ist sie Zeichen der Hoffnung für alle Völker, die Geburtswehen leiden, bis die Gerechtigkeit her-

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erfüllt. Maria hat im wahrsten Sinne des Wortes ihr Schicksal durchbrochen. Sie hat aus der Not die Tugend gemacht und Verwandlung hervorgebracht. Es war ihr nicht gleichgültig, was ihr Sohn im Stall von Betlehem


Wallfahrtsmotto

Offen, ja weit offen sind die Tore für den Wallfahrtsbezirk für alle Menschen guten Willens! Und Maria, als die betende Frau, begleitet uns.

antrifft. Sie wollte das Beste aus der Not herausholen, das Schicksal wenden. Heute sind wir nicht selten der Gefahr einer gewissen Resignation ausgesetzt. Ich kann diese oder jene Situation nicht ändern! Maria konnte ihre Situation auch nicht ändern, aber sie konnte sie verwandeln und mit Zärtlichkeit erfüllen. Das hat sie übrigens in Massabielle eins zu eins wiederholt. Aus der Höhle für Schweine – wurde ein Haus Jesu! Dann, im zweiten Punkt, die betende, Gott preisende Maria. Wir sind dabei an den Besuch bei Elisabeth erinnert, wo sie in den Lobpreis des Magnificat einstimmt. «Meine Seele preist die Grösse des Herrn, und mein Geist jubelt über Gott meinen Heiland …» Aus tiefstem Herzen

kommt dieses Gebet. Es ist keine Heuchelei, sondern Herzensregung. Die Grotte von Lourdes ist ebenso ein Ort des reinen Herzens und des reinen Gebetes. Maria mischte sich damals – bei den Erscheinungen – unter das Volk und sie tut es auch heute. Und sie lehrt uns beten, indem sie mit Bernadette und uns das Kreuzzeichen macht und indem sie mit uns den Rosenkranz betet. Es mag wohl als Zeichen des Gebetes verstanden werden, wenn heute an vielen Rückspiegeln in den Autos ein Rosenkranz hängt. Möge auch da Herzensregung über der Heuchelei oder gar dem modischen Accessoire stehen. Dass es Maria nicht nur im frommen Dasein um ein Durchbrechen geht, zeigt uns der dritte Gedanke. Sie sorgt dafür, dass der Wein in unserem Leben nicht fehlt. Unverkennbar ist in ihrem Handeln das «DU» im Blick. Keine Spur von Selbstsucht, sondern um des Hochzeitpaares und deren Gästen willen erbittet sie bei ihrem Sohn den 5

Wein für unser Leben. Und mit ihrem Handeln verweist uns Maria auf eine wichtige Station unseres Lebens – unsere Freizeit, die in unserer westlichen Gesellschaft geradezu zelebriert wird. Ja, sie scheint sogar so etwas wie

«Aus tiefstem Herzen kommt dieses Gebet. Es ist keine Heuchelei, sondern Herzensregung.» eine «Heilige Kuh» zu sein. Wohl nirgends mehr leuchtet die Selbstsucht mehr auf als wenn es darum geht, die Freizeit zu gestalten und zu verteidigen. Auch wenn die Mutter oder der Vater schwerkrank darnieder liegen, ziehe ich mein Ferienprogramm durch! Maria lehrt uns hier einen anderen Blick. Sie reicht uns den Wein des Lebens und durchbricht damit die Barrieren einer ideologischen Gesellschaft. An dieser Stelle darf sicherlich darauf verwiesen sein, dass Papst


Wallfahrtsmotto

Franziskus den diesjährigen Tag der Kranken unter das Wort der Perikope der Hochzeit von Kanaa gestellt hat (vgl. Heft Nr. 2). Doch damit teilt Maria nicht nur das Fest und die Freizeit mit uns, sondern auch das Leid. Im vierten Punkt verweist uns Papst Franzikus auf das Leiden von uns und Maria. Sie teilt das Schwert mit uns. Aus eigener Erfahrung, von den eigenen Verwundungen weiss sie, was sie tut. Dabei begegnet uns gerade diesbezüglich eine grosse Ohnmacht. Was können wir gegen die Verwundungen so vieler in unserer Zeit schon tun? Wahrlich ohnmächtig stehen wir da, wenn wir an die Flüchtlingsfrage denken, an die Menschenrechtsverletzungen trotz UNO, an die moderne Sklaverei unserer Tage, verursacht mitunter durch die modernen Medien, an Mobbing und die Sucht nach mehr und mehr Gewinn! In ihrem Verstehen der Nöte öffnet sie die Barriere, nicht etwa im Verhindern oder im Lösen. Nein, im Verstehen, weil sie die Nöte selber durchlebt hat. Ein nicht zu unterschätzender Ansatz auf dem Hintergrund so vieler, die mit schönen Worten immer alles gelöst haben wollen. Gerade Lourdes lässt uns das erkennen. Auch da erleben wir so einige Nöte. Maria lädt uns ein, sie mit ihr zu durchleben. Im fünften und zugleich letzten Schritt führt uns das Zitat von Papst Franziskus in den globalen Blick hinein. Als Mutter von allen blickt sie auf alle Völker, die unter Geburtswehen leiden. Aktuell darf dazu sicherlich die Situation in der Türkei Erwäh-

nung finden. Wahrlich ein Volk, das in Geburtswehen liegt, bis die Gerechtigkeit hervorbricht. Und diese Situation ist nicht etwa neu. Sondern seit Jahren werden die Menschenrechte getreten. Maria ist mit diesen Menschen. Sie steht sozusagen in ihrer Mitte und schenkt Hoffnung. Sie war in der Mitte der Jünger im Abendmahlssaal am Pfingstfest und ist damit immer in der Mitte, wo die Botschaft der Kirche, der Auferstehung Christi und das Wirken des Heiligen Geistes wirkt und sich entfaltet, auch wenn viele noch unter Geburtswehen leiden. Der Botschaft von Lourdes ging es nicht anders. Auch dort brauchte es Zeit – und sie wird immer wieder neu benötigt – damit das Zeichen der Hoffnung durchbrochen werden kann. Und wenn Papst Franzikus diese fünf Punkte im sechsten sozusagen zusammenfasst und Maria als Missionarin bezeichnet, die uns nahe ist, uns begleitet und uns dabei das Herz des Glaubens öffnet, dann erkennen wir nach

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diesem Durchgang das Durchbrechen der Barrieren von Gleichgültigkeit, Heuchelei und Selbstsucht. Die Haltung Marias ist nicht bloss Vergangenheit, sondern Gegenwart in Anbetracht unseres Alltags und des Alltags der Menschen auf dem ganzen Erdkreis. Bitten wir sie im Heiligen Jahr der Barmherzigkeit um diese Gnade – für uns ganz persönlich, aber auch für die ganze Schöpfung. Dann leuchtet mit diesem praktischen Werkzeug der Barmherzigkeit wahrlich das Leben in Fülle durch.

Zeichen, die nicht nur Barrieren abbauen, sondern sogar Verbindung erfahren lassen.


Lourdes

Chappelwald und Unterhostatt Zwei der sechs bekannten Lourdesgrotten im Kanton Nidwalden sind jene von Ennetmoos. Die Standortgemeinde der beiden Heiligtümer ist einerseits geprägt durch ihre Lage, dann aber sicherlich auch durch die Geschichte. Wohl nicht ganz ohne Grund finden wir auf der Homepage der Politischen Gemeinde unter dem Link «Geschichte» folgende Worte über den Fran-

Lourdesgrotten Ennetmoos kert. Nidwalden trug während Jahrzehnten schwer an den Folgen dieses Tages und Ennetmoos war jene Nidwaldner Gemeinde, die am stärksten in Mitleidenschaft gezogen worden war.» Doch nicht nur die Schlacht auf

den in der Zeit des Zweiten Weltkriegs trockengelegt (Torf als Brennstoff an Stelle der Kohle). Vom gesamten Gemeindegebiet sind nur 5,7% Siedlungsfläche. Einen grossen Teil des Gemeindeareals bedecken mit 43,9% Anteil Gehölz und Wald. Eine noch grössere Fläche von 47,9% wird landwirtschaftlich genutzt. Bloss 2,4% sind unproduktive Flächen.» Damit hätten wir die Standortgemeinde der Lourdesgrotten im Chappelwald und auf der Lie-

«Die Botschaft von Lourdes ist in Ennetmoos in den Stein gemeisselt!» In Stein gemeisselt – Pestkreuze auf dem Gemeindegebiet von Ennetmoos.

zoseneinfall ganz am Anfang: «Die Auseinandersetzung zwischen Nidwalden und der französischen Besatzungsarmee am 9. September 1798 ist heute noch im Bewusstsein der Bevölkerung von Nidwalden veran-

der Allweghöhe scheint in Stein gemeisselt zu sein, sondern auch einige Gegebenheiten, die Ennetmoos bis heute prägen. So erfahren wir über die Gemeinde: Zu Ennetmoos «gehören das Neubaugebiet Gotthardli Richtung Stans, die Weiler St.Jakob, Rohren, Allweg/Grueb, Rotzloch, Rütli und Vorsäss, der Mueterschwanderberg, ein Teil der Nord- und Westflanke des Stanserhorns und Anteile am Vierwaldstättersee. Die früher umfangreichen Feuchtgebiete wur7

genschaft Unterhostatt für einmal ausführlich vorgestellt. Und mir scheint das wichtig zu sein, denn wenn wir auf die Lourdesheiligtümmer in Ennetmoos etwas detaillierter blicken wollen, dann fällt uns eine Gemeinsamkeit auf. Edgar Koller schreibt in den Kurzumschreibungen vom Felsen bzw. vom Stein, in den die Lourdesgrotten «gesprengt» oder «gehauen» wurden und mit «Grubersteinen» umgeben sind. Spontan kam mir der Gedanke: Die Botschaft von Lourdes ist in


Lourdes

Ennetmoos in den Stein gemeisselt! Zur Geschichte Im Jahre 1984 ergriff Pfarrer Walter Mathis die Initiative zum Bau einer Lourdesgrotte. Zusammen mit dem Vorstand der Jungmannschaft ging er an die Arbeit, so dass die Einweihung bald erfolgen konnte. Der Stanser Bildhauer Robi Odermatt schuf die Statue, die in der neu entstandenen Nische ihren Platz fand. Und tatsächlich: Wenn wir heute vor der Grotte im Chappelwald stehen, dann können wir den Gedanken, dass die Botschaft von Lourdes in Ennetmoos in den Felsen gehauen ist, wohl nicht ganz entbehren. Es ist der

Fels und die Natur herum, die die Muttergottes von Lourdes aufgenommen haben. Kein Schnickschnack ziert diesen Ort des Gebetes und Vertrauens in Gottes Schutz. Und umso stärker sticht die Pilger und Pilgerinnen die Inschrifttafel mit den Worten: «1984, Heilige Maria, verschone uns vor Ungewitter und Naturkatastrophen. Junge Ennetmoos.» Auch diese Bitte scheint diesem Lourdesheiligtum eigen zu sein. Eine Bitte der Ennetmooser Gläubigen – aus ihrem Alltag und für ihren Alltag Gott anvertraut! Und dasselbe nochmals auf dem Grundstück der Liegenschaft Unterhostatt. Walter Barmettler hat in harter Arbeit eine Grotte in einen Felsblock in der Mitte einer Wiese gehauen und eine 8

Die Lourdesgrotte «Chappelwald» ist von der Bushaltestelle St.Jakob zu Fuss in zehn Minuten erreichbar.

Muttergottesstaue hineingestellt. Auch hier keine Ablenkung, sondern schlicht und einfach in die Umgebung die Botschaft von Lourdes eingemeisselt. Wahrlich ein Ausdruck eines lebendigen, natürlichen Glaubens. Eingemeisselt! Wenn wir auf die Botschaft von Lourdes und den Umgang der Gläubigen mit derselben beobachten, dann stellen wir sehr


Lourdes

schnell sozusagen ein Phänomen fest. Diejenigen, die sie zulassen, sind davon überzeugt, tragen sie im Alltag in ihren Herzen und sie wird für sie mehr und mehr zum Felsen in der Brandung ihres Alltags. Ja, sie ist im Alltag fest verankert bzw. in den Alltag eingemeisselt. Das mag einerseits etwas erstaunen, doch andererseits auch nicht. Denn wenn wir auf Lourdes schauen, erleben wir eigentlich dasselbe Bild. Die Grotte von Massabielle war in ihren Ursprüngen durch die Mächte

der Natur vorbereitet worden für ihren Dienst. Und dann hat sich die Schöne Dame einfach in die Öffnung über der Grotte hineingestellt und sich damit in den Stein gemeisselt – bis heute! Doch damit nicht genug. Der Mensch hat im Auftrag des Sohnes Gottes dieses «In den Stein gemeisselt» fortgesetzt. Er erbaute zuerst die Krypta, von der wir wissen, dass nicht wenig Stein abgetragen werden musste. Im Heft Nr. 1/2014 lesen wir: «Für den Bau der Krypta musste ein

«1984, Heilige Maria, verschone uns vor Ungewitter und Naturkatastrophen. Junge Ennetmoos.»

darunter auch der Vater von Bernadette, in den Felsen gehauen. Dazu arbeiteten sie während drei Monaten abwechslungsweise Tag und Nacht. Die erste Messfeier wurde von Bischof Laurence am 19. Mai 1866 gefeiert.» So ist und bleibt die Botschaft von Lourdes in den Stein eingemeisselt, auch in das Herz der Menschen, dessen Herz nicht aus Stein, sondern aus Fleisch geschaffen ist. Möge diese Erfahrung vielen BeterInnen zu teil werden, die die Lourdesheiligtümer im Chappelwald und auf der Liegenschaft Unterhostatt aufsuchen.

Mitten auf dem Feld in den Fels gehauen – Lourdesgrotte auf der Liegenschaft «Unterhostatt».

wesentliches Stück Felsen abgetragen werden. Der dem hl. Johannes geweihte Altar liegt ca. 20 Meter über der Erscheinungsnische der Grotte. Der zur Kapelle führende 25 Meter lange Gang wurde von 25 Männern, 9


Lourdes

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eit ein paar Jahren konnte ein Bewohner vom Mauritiusheim die Wallfahrt nach Lourdes mitmachen. Vor einem Jahr waren auch drei Angestellte dabei. «Das wäre doch auch mal etwas für Heinz», meinten sie. Sein Beistand fragte mich, ob ich mich getraue? Heinz, Jahrgang 1949, kam nach seiner Geburt gleich ins Kinderheim Bremgarten. Er war schwer hör- und sprachbehindert. Die Schwestern förderten Heinz und

Danke! Vor dem Abschied die Wallfahrt nach Lourdes als die Oberin und die Küchenschwester nach Schötz versetzt wurden, nahmen sie den 15-jährigen Heinz einfach mit. Nach einiger Zeit konnte Heinz mit dem Bus ins Arbeitszentrum Strengelbach. Später fand er eine

«Und als er einmal im Gang kurz warten musste, sah er in der Ecke eine Marien-Statue, Heinz begann zu singen, zum grossen Erstaunen des Personals.»

Anstellung in der Textilfabrik. Aber die Ferienlager durfte er jedes Jahr mit dem Arbeitszentrum geniessen. Heinz ist seit 52 Jahren im Mauritiusheim. Die letzten Jahre ging

Die Wallfahrt nach Lourdes – für Heinz ein Geschenk vom Himmel. 10


Lourdes

er nicht mehr in die Fabrik. Im Heim übernahm er kleine Aufgaben, z.B. den Abreisskalender, die grosse Pendeluhr aufziehen, Zeitungen bündeln usw. Er zeichnete sehr gern und Besucher, die es ihm angetan hatten, beschenkte er mit seinen Kunstwerken. Er hatte auch «seine» Leute im Dorf, denen er mit Feldblumen einen Besuch machte. Ja, Heinz nach Lourdes einladen?! Mit Fotos versuchte man ihm das zu erklären. Doch wieviel hat er verstanden? Er kannte mich und ich hatte einfach das Vertrauen zur Gottesmutter, dass sie Heinz ganz fest begleiten werde. Seine erste Flugreise genoss Heinz. Im Accueil fand er sich

sehr rasch zurecht. Im blauen Wägeli war er bei den Gottesdiensten und Prozessionen dabei. «Schön, senge, bätte», sagte er jeweils. Als er an einem Abend sogar zum Tanzen kam, war er total glücklich. Und als er einmal im Gang kurz warten musste, sah er in der Ecke eine Marien-Statue, Heinz begann zu singen, zum grossen Erstaunen des Personals. «Er hat es gut gemacht, er darf nächstes Jahr wieder kommen», sagte seine Betreuerin zum Abschied. Was für Heinz die Lourdeswallfahrt bedeutete, wurde zu Hause allen bewusst, wenn sie Heinz begegneten. «Ech flüge, bätte, senge, schön!» Wie oft hat er das wohl erzählt, mit seinen strahlenden Augen und seinem charmanten Lachen?

Am 12. Juni 2016 ist Heinz einfach «hinüber geschlafen», zur grossen Überraschung vieler Weggefährten. Ist das nicht ein grosses Geschenk von Gottes Barmherzigkeit? Theres Landolt, Schötz Ganz herzlichen Dank für diesen ganz persönlichen Beitrag für unsere Zeitschrift AVE! Ich möchte die Chance packen, und Sie, liebe LeserInnen, ermuntern, Ihre ganz persönlichen Erinnerungen, Erfahrungen und berührenden Momente mit der Leserschaft zu teilen. Danke!

Abt Emmanuel osb

Helfen Sie uns mit, Ihre Adresse aktuell zu halten!

Folgende Möglichkeiten stehen Ihnen zur Verfügung: – AVE-Versandstelle, St.Otmarsberg 1, 8730 Uznach – E-Mail: abo@otmarsberg.ch – Telefon: 055 285 81 40 Durch Ihre Mithilfe ermöglichen Sie uns weiterhin eine tadellose Zustellung der Zeitschrift AVE und darüber hinaus eine aktuelle Adressverwaltung. Herzlichen Dank!

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Lourdes

Es ist wohl nicht übertrieben, wenn wir nach der Wallfahrt mit Genugtuung feststellen dürfen, dass dieses neue Angebot, bei Ihnen verehrte Gläubige, auf sehr grosses Interesse stösst, ja ein echtes Bedürfnis ist.

Gebets-/Kerzenanliegen «Danke für Ihr Vertrauen»

Die Gebetsgruppe besteht aus erfahrenen langjährigen LourdesPilgerInnen und Mitgliedern unserer Krankenpflegevereinigung. Sie wurden durch Pfarrer Andreas Schönenberger in ihre verantwortungsvolle und überaus

Gebete mit der entsprechenden Intensität und an den dafür vorgesehenen Orten gebetet und die Kerzenopfer entfacht waren, wurden die Gebetszettel bei der Grotte in die dafür vorgesehenen Behältnisse gelegt. Die Verant-

wertvolle Aufgabe eingeführt. Nach einer kurzen Besinnung machte sich die Gebetsgruppe auf den Weg. Sie war in ihrer Tagesgestaltung völlig frei und nutzte diverse Glaubensorte im Heiligtum von Lourdes für diese grosse Aufgabe. Selbstverständlich waren die hl. Eucharistie und die Prozessionen, wo immer möglich, auch in den Tagesablauf eingebunden. Nachdem die

wortlichen von Lourdes leeren diese Behältnisse und beten nochmals für alle Anliegen, die darin enthalten sind. Erst danach werden diese vernichtet. Jeden Abend traf sich die Gruppe mit mir zum Austausch und wenn nötig stand uns ein Seelsorger zur Verfügung. Gesamthaft hat unsere Gebetsgruppe in Lourdes über 300 Kerzenopfer und gegen 250 Gebets12

anliegen zur Lourdesgrotte getragen. Über 500 Messstipendien haben wir an die Benediktinermissionare Uznach OSB übergeben.Der gesamte Betrag kommt vollumfänglich der Mission zugute. Vereinzelte Messstipendien hatten den Vermerk, dass diese in Lourdes abgegeben werden sollen, was wir selbstverständlich erfüllten. Für die Gebetsgruppe war dieser Dienst eine äusserst grosse, gnadenreiche und schöne Aufgabe, welche sie mit dem nötigen Respekt und Verschwiegenheit ausführte. Sie freuen sich bereits wieder auf die kommende Wallfahrt, wo sie Ihre Anliegen nach Lourdes tragen dürfen. Auch nach der Wallfahrt treffen immer wieder Gebetsanliegen, Kerzenopfer und Messstipendien bei uns im Pilgerbüro ein. Diese werden durch mich persönlich bei meinem nächsten Aufenthalt in Lourdes gebetet und die Kerzen entfacht. Ich habe das Glück mehrmals in Lourdes zu sein. Ihre Anliegen können Sie uns jederzeit per Post zustellen oder auf unserer Homepage www.lourdes.ch eingeben. Ab November werden wir in unserer Zeitschrift AVE wieder darauf hinweisen. Ihr Paul Metzger, Präsident KPV


Lourdes

Nach der Wallfahrt ist bekanntlich vor der Wallfahrt. Das Pilgerbüro hat bereits vor der letzten Wallfahrt mit den Planungsarbeiten für die Frühlingswallfahrt vom 28. April bis 4. Mai 2017 begonnen. Wir freuen uns, Ihnen verehrte Pilger und Pilgerinnen, in groben Zügen die Frühlingswallfahrt 2017 vorstellen zu dürfen. Das bestens bewährte Reiseangebot per Flugzeug, Extrazug über Nacht und Reisecars nach Lourdes bleibt unverändert. Die beiden Flugzeuge, mit neu je 212 Sitzplätzen, fliegen parallel ab Zürich Kloten bis Lourdes, wobei vier Flüge am 28. April und einer am 29. April hinfliegen. Am 3. Mai fliegen vier und einer am 4. Mai 2017 wieder zu-

Pilgern ist immer auch mit der Erfahrung lebendiger Gemeinschaft verbunden.

Lourdes-Pilgerbüro «Infos zur Wallfahrt 2017» rück. Der Nachtzug startet am 28. April um die Mittagszeit in Chur und das Frühstück geniessen Sie bereits am anderen Morgen im gebuchten Hotel. Die Rückreise erfolgt am 3. Mai abends ab Lourdes. Bei den Reisecars planen wir neu auf der Hinreise und auf der Rückreise einen Zusatz-Stop in Ars und Nevers. Das genaue Car-Reiseprogramm entnehmen Sie bitte unseren Reiseunterlagen, welche ab November zur Verfügung stehen.

Das Pilgerprogramm hat sich in den vergangenen Jahren bewährt und bleibt mehrheitlich unverändert. Das gemeinsame Feiern der hl. Eucharistie, Andachten und Prozessionen, sowie die gemeinsamen Begegnungen im Ac13

cueil und ausserhalb sind die Pfeiler unseres Pilgerlebens in Lourdes. Was uns ganz wichtig ist, ist dass Sie genügend Raum für persönliche Anliegen haben. Unsere Seelsorger stehen Ihnen auch

«Es stehen wieder 1er-, 2er-, 3er- und eine gewisse Anzahl Familienzimmer zur Verfügung.» ausserhalb des offiziellen Pilgerprogrammes für seelsorgerische Belange zur Verfügung. Mitglieder der Krankenpflegevereinigung werden sich täglich in der Gnadenkapelle zur stillen Anbetung einfinden, um für uns alle zu beten. Gerne nehmen wir Gebets-, Licht- und Spendenanliegen von Ihnen mit. Wir werden in den kommenden AVE-Ausgaben wieder unsere Gebetsformulare, welche Sie uns dann zustellen können, einheften. In Lourdes sind Sie, verehrte Pilger, wieder in den uns seit vielen Jahren bekannten Hotels nahe am Heiligtum untergebracht. Es stehen wieder 1er-, 2er-, 3erund eine gewisse Anzahl Familienzimmer zur Verfügung. In einer begrenzten Anzahl Hotels werden wir für Neupilger eine


Lourdes

Pilgerbetreuung anbieten. Personen aus unserer Helferschar werden dort zu bestimmten Zeiten anwesend sein. So können Sie Fragen und Anliegen ganz bequem vor Ort klären. Alle Pilger, die im Accueil logieren, reisen per Flugzeug am 28. April an und am 3. Mai 2017 wieder zurück. Der Flugplan ist so gewählt, dass genügend Zeit für das Ein- und Aussteigen zur Verfügung steht. Auch die Anreise zum Flughafen ist idealer, da die Flugzeuge nicht allzu früh

Nicht wenige Gruppen verschiedenster Art melden sich gemeinsam zur Lourdeswallfahrt DRS an – alle sind Teil der grossen Pilgerfamilie.

starten und abends sind alle zum Abendessen in Lourdes. Dieser Flugplan reduziert die Wartezeiten auf ein Minimum und wir müssen uns alle etwas später auf den Weg machen. Auch bieten wir wieder unseren bewährten Hol- und Bring-Service an, welcher Sie von zu Hause abholt und auch wieder zurückbringt. Dieser Service darf von allen Pilgern in Anspruch genommen werden. Die Kantone Schwyz, Uri und Teile von Graubünden haben während unserer Wallfahrt Schulferien. Das macht unsere Pilgerfahrt auch für Jugendliche und Familien mit Kindern im Schulalter einfach möglich. Für Familien/Erwachsene mit Kindern bieten wir wieder spezielle Preisarrangements an. Kin-

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der unter 2 Jahren und die ersten beiden Kinder unter 13 Jahren pilgern gratis. Jedes weitere Kind unter 13 Jahren zahlt nur einen Drittel. Dies gilt für Pilgerarrangements der 3. Preisstufe mit dem Nachtzug. Nach dem grossen Erfolg unserer KITA in Lourdes ist das nun fester Bestandteil unserer Wallfahrt. Auch dieses Jahr bieten wir für Jugendliche und Jugendgruppen zeitgleich wieder eine Jugendwallfahrt an. Begleitet und geleitet werden die Jugendlichen durch SeelsorgerInnen aus unseren eigenen Reihen. Firmlinge, Ministranten aus diversen Pfarreien sind seit Jahren treue Teilnehmer unseres Jugendangebotes. Die Details zur Wallfahrt 2017 finden Sie in der neuen Werbe-


Lourdes

broschüre und auf dem neuen Anmeldeformular. Diese werden wir Ende Oktober per Post versenden und ab 1. November sind diese auch auf unserer Homepage aufgeschaltet. Das Anmeldeformular wird, wie gewohnt, in den nächsten Ausgaben des AVE beigeheftet sein. Wir vom Pilgerbüro freuen uns, die Lourdeswallfahrt 2017 für

Sie organisieren zu dürfen und freuen uns auf Ihre zahlreichen Anmeldungen. Zögern Sie nicht, uns bei Fragen und Anregungen zu kontaktieren. Öffnungszeiten Lourdes-Pilgerbüro Ab dem 1. November sind wir dienstags bis freitags von 9.00 bis 12.00 Uhr und von 14.00 bis

17.00 sowie jeden 1. und 3. Samstag im Monat von 9.00 bis 12.00 Uhr telefonisch erreichbar. Unsere Türen stehen jeweils vom Dienstag- bis Freitagmorgen sowie auch jeden 1. und 3. Samstagmorgen im Monat von 9.00 bis 12.00 Uhr offen. Für ihr Lourdes-Pilgerbüro, Paul Metzger

Freunden eine Freude bereiten!

Geschenkgutschein für die Lourdeswallfahrt! Bitte melden Sie sich beim Pilgerbüro: St. Otmarsberg 1 Postfach 349 8730 Uznach 055 290 20 22 www.lourdes.ch

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Lourdes

Kerzenständer Vor knapp zwei Jahren durfte ich in unserer Zeitschrift die partielle Neugestaltung des Heiligen Bezirks vorstellen. Das Hauptstück, der Grottenbereich, war pünktlich auf die Wallfahrt 2015 fertiggestellt. In diesen Sommermonaten konnten nun auch die neuen «Kerzenständer» auf der rechten Seite der Gave der Nutzung übergeben werden. Dabei handelt es sich, wie wir auf dem Foto sehen, um «Kerzenhäuschen» oder wohl besser um Gebetsstätten für die Opferlichter. Denn beim Entbrennen von Kerzen sind wir bekanntlich eingeladen, uns nicht bloss an Christus, den Auferstandenen zu erinnern, sondern auch an die Szene des Kerzenwunders mit Bernadette. Auch sie hielt eine Kerze in der Hand, die jedoch während der Erscheinung, die ja immer vom Gebet begleitet war, nach unten rutschte, sodass die Flamme durch ihre Finger züngelte. So ist jede Kerze, die Gott dargebracht wird, ein Zeichen für Christus,

Neues aus Lourdes den Auferstandenen, aber auch dafür, dass, begleitet durch unser Gebet, die Wunder Christi auch in unserem Alltag geschehen möchten. Bereits am 6. Januar hat Bischof Nicolas Brouwet von Tarbes und Lourdes die neue «Grottenbrücke» eingeweiht. Sie verbindet die Prärie mit den Bädern und erlaubt damit einen optimalen Pilgerweg von der Grotte über die Bäder hin zu den Gebetsstätten für die Opferlichter. Die Liebe des Vaters David Ludtke von Strassburg pilgerte mit seinem celebral gelähmten Sohn Hugo nach Lourdes. Auf dem Weg von Villelongue-de-la-Salanque nach Lourdes – insgesamt 334 km, stiess er

Eine der neu erstellten Gebetsstätten für Opferlichter. 16

den Rollstuhl seines Sohnes, nicht zuletzt auch darum, um die Menschen an den Strassen und Wegen ihres Alltags für die Behinderten zu sensibilisieren. David Ludtke fasst seine Erfahrung mit folgenden Worten zusammen: «What we have experienced is much stronger than I ever dreamt. I would like to say a huge thank you to the people who gave us lodgings and food. One day, I told myself that I would share with Hugo things he could not experience by himself. So I planned an adventure that he would remember throughout his life. What better image than to be the legs of my son! I realised that one should never despair and that life can be wonderful despite the trials that we sometimes.»


Kirche

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ieses Jubiläumsjahr, das wir im Geist der Barmherzigkeit leben, mag die Begegnung mit diesen Religionen und mit anderen ehrwürdigen religiösen Traditionen fördern. Es mache uns offener für den Dialog, damit wir uns besser kennen und verstehen lernen. Es überwinde jede Form der Verschlossenheit und Verachtung und vertreibe alle Form von Gewalt und Diskriminierung. Unser Gedanke richtet sich nun auf die Mutter der Barmherzigkeit. Ihr liebevoller Blick begleite uns durch dieses Heilige Jahr, damit wir alle die Freude der Zärtlichkeit Gottes wiederentdecken können. Kein anderer hat so wie Maria die Tiefe des Geheimnisses der Menschwerdung Gottes kennengelernt. Ihr ganzes Leben war geprägt von der Gegenwart der fleischgewordenen Barmherzigkeit. Die Mutter des Gekreuzigten und Auferstandenen ist eingetreten in das Heiligtum der göttlichen Barmherzigkeit, denn sie hatte zutiefst Anteil am Geheimnis seiner Liebe. Dazu erwählt, die Mutter des Sohnes Gottes zu sein, war Maria von Anbeginn an von der Liebe des Vaters vorbereitet worden, um die Lade des Bundes zu sein, des Bundes zwischen Gott und den Menschen. In ihrem Herzen hat sie die Barmherzigkeit Gottes bewahrt, in völligem Einklang mit ihrem Sohn Jesus. Ihr Lobgesang auf der Schwelle des Hauses der Elisabeth war der Barmherzigkeit gewidmet, die sich erstreckt «von Geschlecht zu Ge-

Misericordiae vultus 6. Teil und Schluss schlecht» (Lk 1,50). Auch wir waren schon in diesen prophetischen Worten der Jungfrau Maria anwesend. Das wird uns Trost und Stärke sein, wenn wir die Heilige Pforte durchschreiten, um die Frucht der göttlichen Barmherzigkeit zu erfahren.

in die Tiefe der göttlichen Barmherzigkeit einzutreten, sei uns Fürsprecherin und erwirke uns die Gnade, stets in der Vergebung Gottes und in dem unverbrüchlichen Vertrauen auf seine Liebe zu leben und zu wandeln.

Unter dem Kreuz ist Maria, gemeinsam mit Johannes, dem Jünger, den Er liebte, Zeugin der Worte der Vergebung, die über die Lippen Jesu kamen. Diese höchste Form der Vergebung für die, die ihn gekreuzigt haben, zeigt uns, wie weit die Barmherzigkeit Gottes geht. Maria bezeugt, dass die Barmherzigkeit des Sohnes Gottes grenzenlos ist und alle erreicht, ohne jemanden auszuschliessen. Richten wir an sie das uralte und doch stets neue Gebet des Salve Regina, dass sie nie müde werde, uns ihre barmherzigen Augen zuzuwenden, und uns würdig mache, das Antlitz der Barmherzigkeit zu betrachten, ihren Sohn Jesus Christus.

Die Mutter des Gekreuzigten und Auferstandenen ist eingetreten in das Heiligtum der göttlichen Barmherzigkeit, denn sie hatte zutiefst Anteil am Geheimnis seiner Liebe.

Unser Gebet richtet sich auch an die Heiligen und Seligen, die die Barmherzigkeit zur Mission ihres Lebens gemacht haben. In besonderer Weise denken wir an die grosse Apostelin der Barmherzigkeit, die heilige Faustyna Kowalska. Sie, die berufen war, 17

Ein ausserordentliches Heiliges Jahr also, um im Alltag die Barmherzigkeit zu leben, die der Vater uns von Anbeginn entgegenbringt. Lassen wir uns in diesem Jubiläum von Gott überraschen. Er wird nicht müde, die Tür seines Herzens offen zu halten und zu wiederholen, dass er uns liebt und sein Leben mit uns teilen will. Die Kirche spürt die dringende Notwendigkeit, Gottes Barmherzigkeit zu verkünden. Ihr Leben ist authentisch und glaubwürdig, wenn sie die


Kirche

Barmherzigkeit überzeugend verkündet. Sie weiss, dass besonders in einer Zeit wie der unsrigen, die voller grosser Hoffnungen ist, aber auch voller starker Widersprüche, ihr vorrangiger Auftrag darin besteht, alle durch die Betrachtung des Antlitzes Christi in das grosse Geheimnis der Barmherzigkeit Gottes einzuführen. Die Kirche ist berufen, als Erste glaubhafte Zeugin der Barmherzigkeit zu sein, indem sie diese als die Mitte der Offenbarung Jesu Christi bekennt und lebt.

Die Barmherzigkeit Gottes ist ohne Ende.

stützung, der Hilfe und der Liebe. Die Kirche werde nie müde, Barmherzigkeit anzubieten, und sie sei stets geduldig im Trösten und Vergeben. Sie mache sich zur Stimme eines jeden Mannes und einer jeden Frau und wiederhole voll Vertrauen und ohne Unterlass: «Denk an dein Erbarmen, Herr, und an die Taten deiner Huld; denn sie bestehen seit Ewigkeit» (Ps 25,6).

Gegeben zu Rom, bei Sankt Peter, am 11. April, Vigil des zweiten Sonntags der Osterzeit oder Sonntags der Göttlichen Barmherzigkeit, im Jahr des Herrn 2015, im dritten Jahr meines Pontifikats. Franziskus

Aus dem Herzen der Dreifaltigkeit, aus dem tiefsten Inneren des göttlichen Geheimnisses entspringt und quillt ununterbrochen der grosse Strom der Barmherzigkeit. Diese Quelle kann niemals versiegen, seien es auch noch so viele, die zu ihr kommen. Wann immer jemand das Bedürfnis verspürt, kann er sich ihr nähern, denn die Barmherzigkeit Gottes ist ohne Ende. So gross und so unergründlich ist die Tiefe des Geheimnisses, das sie umfängt, so gross und so unergründlich der Reichtum, der aus ihr hervorquillt. In diesem Jubiläumsjahr finde in der Kirche das Wort Gottes Echo, das stark und überzeugend erklingt als ein Wort und eine Geste der Vergebung, der Unter18

Unsere Verstorbenen Alvaneu Dorf: Maria Sonder Arnegg: Hedi Allenspach-Erni Einsiedeln: Anna Nauer-Kälin Nottwil: Franz Isenegger-Keller Oberurnen: Agnes Steiner-Jud Sisikon: Maria Bricker-Walker St.Urban: Anton Arnet Untervaz: Maria Lipp Wohlen AG: Trudy Dubler-Hoffmann

Wir empfehlen unsere Heimgegangenen der Fürbitte Mariens und dem Gebet der AVE-Leser.


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Krankenpflegevereinigung: Wallfahrt nach Ziteil Am Wochenende vom 20./21. August fand wiederum die Ziteil-Wallfahrt der KPV statt, für einmal im Heiligen Jahr

angepasst werden. So stand am Morgen die Besichtigung der romanischen Kirche Mistail auf dem Programm und zum

Von Pfarrer Paul Schlienger wurden die zahlreichen KPV-Mitglieder einmal mehr mit grosser Freude und Freundlichkeit empfangen.

Mittagessen wurde an der «Schweizer Familie Grillstelle» eine Wurst gebraten. Bald setzten auch die vorausgesagten Niederschläge ein. Für nicht wenige waren sie dann die Begleiter auf dem Aufstieg nach Ziteil. Nach und nach trafen auch die weiteren PilgerInnen ein und pilgerten dem höchstgelegenen Marienwallfahrtsort entgegen.

der Barmherzigkeit. Mit dabei war auch das Lourdespersonalchörli unter der Leitung von Marietta Arnold. Wetterfrage! Auf dem Hintergrund einer differenzierten Gesellschaft wurden von unserem Pilgerleiter Bernhard Bislin auch dieses Jahr zwei verschiedene Varianten zum Aufstieg nach Ziteil angeboten. Etwa die Hälfte der total 44 Teilnehmenden wollte von der Kapelle in Obermutten ausgehend der Krete entlang nach Ziteil wandern. Doch leider war der Wetterbericht schlecht und so musste das Programm

Pilgern – Erfahrung der Zärtlichkeit Gottes Im gemeinsamen Pilgern begegnen wir nicht nur dem Nächsten, der mit uns auf dem Weg ist, sondern immer auch uns selber. Und dabei kann ich nicht nur meine persönlichen körperlichen Grenzen erfahren, sondern ebenso meinem Ich, der Seele, der Wohnung Gottes. In diesem Wissen teilten wir nicht nur die Stunden des Aufstiegs, sondern ebenso des gemeinsame Feiern der Gottesdienste und dem gemeinschaftlichen Zusam19

mensein in der Pilgerstube. Einmal mehr freuten wir uns, und waren von Herzen dankbar, für den absolut freundlichen Empfang durch Pfarrer Paul Schlienger und seinen Helfern. Ganz herzlichen Dank! Abt Emmanuel griff im Pilgergottesdienst um 8 Uhr das Heilige Jahr der Barmherzigkeit auf und zitierte die Worte von Papst Franziskus, welche er im Zusammenhang der Öffnung der Heiligen Pforte sagte: «Unsere Gedanken wenden sich jetzt der Mutter der Barmherzigkeit zu. Die Zärtlichkeit ihres Blickes begleite uns in diesem Heiligen Jahr, damit wir die Freude über die Zärtlichkeit Gottes wiederentdecken können.» Dass Glaube und Glaubensleben etwas mit der Zärtlichkeit Gottes zu tun haben, war Inhalt und Ziel dieser Wallfahrtsstunden, auch

«Die Zärtlichkeit ihres Blickes begleite uns in diesem Heiligen Jahr, damit wir die Freude über die Zärtlichkeit Gottes wiederentdecken können.» beim gemeinsamen Abstieg und dem darauf folgenden Mittagessen bei Seppi Waldegg. Allen Mitwallfahrenden und ganz besonders dem Organisator Bernhard Bislin ein herzliches Dankeschön. Zur Information Die nächste Wallfahrt nach Ziteil findet am 19. und 20. August 2017 statt.


Vereinsmitteilungen

LPV Maria Bildstein: Vereinswallfahrt Am 19. Juni war es so weit. Mit vier Cars fuhren wir zum Kloster Leiden Christi in Jakobsbad. Im Kloster angekommen warteten Luzi und seine Helfer mit Kaffee und Gipfeli bereits auf uns. Zum Glück durften wir uns im grossen Saal einquartieren, da das Wetter leider nicht auf unserer Seite war. Frisch gestärkt ging es dann in die Kirche. Sie war bis auf den letzten Platz gefüllt, einige mussten sogar auf der Treppe sitzen. Mit unserm Präses durften wir eine Eucharistiefeier feiern. Anschliessend erzählte uns die Frau Mutter einiges über die Geschichte des Klosters. Im Grenzgebiet zwischen dem katholisch gebliebenen Gonten AI und dem reformierten Hundwil AR wurde schon bald darauf der Wunsch nach einer Andachtsstätte laut. Daher wurde auf dem heutigen Standort des Klosters, wo damals ein Bauernhof mit Sägerei und Mühle (das «Sägenweidli») stand, ein Bildstock errichtet: «Passionis Christi – Leiden Christi»; er enthielt eine barocke Plastik, ein Bild der schmerzhaften Mutter Gottes, das bald als Gnadenbild verehrt wurde. Der Name geht also weiter zurück als «nur» bis zur Gründung 1851. Während der Barockzeit wurde der Bildstock zu einer Kapelle erweitert – die älteste und grösste von insgesamt fünf auf dem Gebiet der Pfarrei Gonten. 1851 wurde die Liegenschaft von Schwester Maria Johanna Rosa Bättig aus dem Kloster Wonnenstein gekauft. Damit beginnt die eigentliche Geschichte des Klosters «Leiden Christi». Auch der Besuch des Klosterladens durfte nicht fehlen. Dort gab es viel zu kaufen: Salben, Tropfen, Sirupe, Liköre

usw. Es dauerte seine Zeit, bis alle das finden konnten, was sie begehrten. Deshalb ging es mit einiger Verspätung auf die Schwägalp. Das Wetter war immer noch nicht auf unserer Seite. Darum konnten wir die Aussicht zum Säntis nicht geniessen. Vielmehr zog es uns rasch ins neue Hotel Säntis. Es war nicht so einfach, bis 172 Personen im Saal Platz fanden. Doch bald merkten wir, dass das Personal sich gewohnt war,

chen der Kantone SG, AR und AI erbaut worden. Seit dieser Zeit sorgt der Kapellverein für die Durchführung katholischer Gottesdienste. Nach der Andacht durften wir noch unser Dessert, einen Nussgipfel geniessen, bevor es wieder galt, Abschied zu nehmen und uns in die Cars – entsprechend der Einsteigeorte See-Gasterland, Glarnerland und March-Höfe zu verteilen. Jeder war froh, wieder zu

für so viele Personen den Hunger zu stillen. Nach dem Essen erkundeten einige das neue Hotel oder sie genossen den Kaffee und das gemütliche Zusammensein. Rechtzeitig forderte uns Luzi zum Weitergehen auf. Der nächste Treffpunkt war die Schwägalpkapelle, wo wir uns zu einer Andacht versammelten und wiederum einen kurzen geschichtlichen Eindruck kriegten. Die BruderKlaus-Kapelle auf der Schwägalp am Fusse des Säntis ist 1971 als Gemeinschaftswerk des Kapellvereins Schwägalp und der evangelischen Landeskir-

Die 172 Teilnehmenden vermochten den Saal des neuen Hotels auf der Schwägalp gut zu füllen.

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Hause zu sein. Wir vom Vorstand bedanken uns für die zahlreiche Teilnahme. Marianne Mächler, Siebnen


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LPV Fricktal: Vereinswallfahrt Die eintägige Sommerwallfahrt des Lourdespilgervereins Fricktal gehört seit Jahren zur Tradition dieses aktiven Vereins. Die Pflege der gemeinsamen Pilgerfahrt mit den Pfarreien des Wegenstettertales hat mittlerweile ebenfalls traditionellen Charakter angenommen. Kürzlich stand die vereinigte Fricktaler Pilgerfahrt wieder auf dem Programm. In Begleitung von Vereinspräses Pfarrer Fabian Schneider und des Fricktaler Dekans Pfarrer Alexander Pasalidi führte der Weg dieses Jahr in die Ostschweiz. Gleich drei Klöster standen auf der Besuchsliste der frohen Pilgerschaft. Die gut 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmer erfreuten sich an interessanten Begegnungen und eindrücklichen Erlebnissen. Erste Station der Reise war Fischingen im Hinterthurgau. Im dortigen Benediktiner-Kloster wurde mit den beiden mitreisenden Priestern die heilige Messe gefeiert. Das Kloster Fischingen beinhaltet die Gedenkstätte der heiligen Idda vom Toggenburg, welcher in der Klosterkirche eine Seitenkapelle gewidmet ist. Durch einen Ordensmann der Klostergemeinschaft konnten die Fricktaler die bewegte Geschichte der Ostschweizer Heiligen erfahren. Von der Adeligen zur Volksheiligen und zur Nonne Nach der Legende lebte Idda im 12. Jahrhundert. Sie war mit einem Grafen von Toggenburg verheiratet. Gemäss Überlieferung habe ihr einst ein Rabe den Ehering gestohlen. Der Ring wurde von einem Jäger im Nest des Vogels gefunden. Als ihr Ehemann den Ring an der

Hand des Jägers bemerkte, bezichtigte er Idda der Untreue. Er liess den Jäger töten und stürzte Idda im Jähzorn aus dem Fenster seiner Burg. Wegen ihrer Unschuld sei sie von Gott auf wundersame Art und Weise gerettet worden. Sie lebte alsdann zurückgezogen und widmete ihr Leben bis an das Lebensende Gott als Einsiedlerin. – Sie wird übrigens bis heute in der Diözese Basel als Patronin des entlaufenen Viehs verehrt. Für die meisten der Pilgerschaft dürfte der Besuch in der schmucken Gaststätte im klostereigenen Restaurationsbetrieb erstmalig gewesen sein. Dieser Betrieb beansprucht für sich zurecht eine Neuinterpretation der Tradition klösterlicher Gastfreundschaft für die einkehrenden Gäste. So wird das «genussvolle Tafeln als Ausdruck barocker Lebensfreude» bezeichnet. Das durften die Fricktaler Pilger in Fischingen erfahren. Zisterzienserinnen-Kloster – älter als die Eidgenossenschaft Zum Erreichen der zweiten Station der bunten Pilgerreise führte der Weg über hügeliges Voralpengebiet zum Kloster Magdenau, im Ortsteil Wolfertswil der sanktgallischen Gemeinde Degersheim gelegen. Bereits 1244 wurde an diesem idyllisch gelegenen Ort durch einen Ritter ein Frauenkloster gegründet. Die Klostergründung bestand damals im starken Willen, hier eine Stätte der «Vermehrung der Verehrung des göttlichen Namens» zu schaffen. Der grosse Ordensvater, nicht aber ihr Gründer, ist der heilige Bernhard von Clairvaux (1090–1153). Heute noch leben in Magdenau 13 ältere wie jüngere Schwestern diesem so wichtigen christlichen Grundsatz nach. Nach herzlicher Auf21

nahme durch eine Vertreterin der Ordensleute erlebte die Pilgerschaft eine feierliche Andacht, bevor sie alsdann allmählich wieder die Heimreise antrat. Aargauer Enklave des Glaubens – unweit der Grossstadt So ganz nach dem Motto «aller guten Dinge sind deren drei», machte der Car schliesslich noch bei einer dritten Oase des Glaubens halt, dieses Mal gar auf Aargauer Boden. Das 1130 gegründete Kloster «Fahr» als Enklave, umgeben von Zürcher Kantonsgebiet, winkte als letzte Besuchsstätte. In der heimeligen Kloster-Gaststätte zu den «zwei Raben» wurden die Gäste zu einer feinen ZobigVerpflegung willkommen geheissen. Das Wetterglück bescherte ihnen zudem noch einen Rundgang durch die Klosteranlage mit dem bunten Garten. Einige erinnerten sich an die vor drei Jahren eingestellte Bäuerinnen-Schule des Klosters Fahr, welche sich weitherum in bäuerlichen Kreisen der Beliebtheit erfreute. Zum Abschluss des vielseitigen Pilgertages hielten die Gläubigen noch inne in der ganz im Rokokostil erbauten Klosterkirche, welche von 1743–1746 so umgestaltet wurde, ein Gotteshaus mit hohem kunsthistorischem Wert. Mit einer Abendandacht im Stile des Kloster-Komplets schloss die Fricktaler Wallfahrtsgemeinschaft einen freudvollen Pilgertag ab. Stefan Treier, Effingen


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LPV Uri: Vereinswallfahrt Die Entwicklung von Sörenberg, das mit Ausnahme einiger Alphütten noch um 1580 kaum feste Bauten besass, begann mit der wunderbaren Auffindung einer Muttergottesstatue (Bild nebenan!). Die Legende berichtet, ein Glasträger von Sörenberg habe zur Zeit der Glaubensspaltung, nachdem er in den Dörfern des Berner Oberlandes seine Ware verkauft hatte, auf seinem Heimweg im Wasser des Brienzer Sees eine Madonnenstatue schwimmen gesehen. Er nahm sie an sich und brachte sie über das Rothorn nach Sörenberg. Hier machte der Träger Rast und stellte die Figur in die Öffnung eines hohlen Ahorns. Als er weiter gehen wollte, war das Bild plötzlich verschwunden, fand sich dann aber etwas weiter unten auf der Krete stehend. Im Jahre 1661 wurde an dieser Stelle eine kleine Kapelle gebaut. Zu diesem Ort und zu dem auf wundersame Weise aufgefundenen Gnadenbild war das Ziel der diesjährigen Vereinswallfahrt. Pünktlich waren die Teilnehmenden an den Einsteigeorten bereit, sodass die beiden Bolliger-Cars nach Fahrplan starten konnten. Aber kaum hatten wir den Seelisbergtunnel hinter uns, war schon der Kaffeehalt angesagt. Danach ging die Fahrt via Kriens weiter nach Sörenberg. Der Wettergott war uns schlecht gesinnt. Der Regen war unser Begleiter. Und wie es sich zu einer Wallfahrt gehört, wurde auch der Rosenkranz gebetet. Mit feierlichem Glockengeläut und Orgelspiel wurden die WallfahrerInnen zum Festgottesdienst in der Kirche Maria Himmelfahrt in Sörenberg begrüsst. Der Festgottesdienst wurde von Präses, Pfarrer Jan Strancich zelebriert. Die 22

Festpredigt von Pfarrer Toni Schmid von Sörenberg fand aufmerksame Zuhörer. Die Feier und die Gesänge wurden musikalisch mit dem Orgelspiel begleitet. Das gemeinsame Singen und Beten war ein eindrückliches Erlebnis für alle. Im schön geschmückten Saal vom Hotel Rischli war ein schmackhaftes Mittagessen für uns bereit. Der speditive Service und die herzliche Atmosphäre waren sicher mit ein Grund, dass sich alle wohl fühlten. Herr Gerold Kalbermatten von der Lourdeswallfahrt DRS mit Gattin beehrte uns mit seiner Anwesenheit beim Festgottesdienst und war unser Gast beim Mittagessen. Wir wurden von ihm über das aktuelle Geschehen im Vorstand und im Verein orientiert. Dabei konnten wir mit Freude erfahren, dass recht viel gearbeitet wird. Zugleich wurden wir aufgefordert, vermehrt an den Lourdeswallfahrten teilzunehmen. Um 15 Uhr versammelten sich die Urner PilgerInnen zur feierlichen Schlussandacht. Mit unserem Präses durften wir eine sehr schöne und besinnliche Muttergottesandacht feiern. In seinem Predigtwort hat er es einmal mehr verstanden, uns die Muttergottes als Helferin in allen Nöten in den Mittelpunkt zu stellen. Die Präsidentin des Lourdespilgervereins Uri, Frau Bernadette Wyrsch dankte allen, die mitgewirkt und mitgeholfen haben. Oswald Renner, Andermatt


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Interdiözesane Lourdeswallfahrt DRS Bischof Markus Büchel Klosterhof 6B 9001 St.Gallen

Frau Daniela Dumermuth Julierstrasse 44 7450 Tiefencastel

Bischof Felix Gmür Baselstrasse 58 4500 Solothurn

Pfarrer Stefan Essig Kirchplatz 7 5316 Leuggern

Bischof Vitus Huonder Hof 19, Postfach 133 7000 Chur

*Frau Flurina Gadient Schönenweg 13 8733 Eschenbach

Schwester Cäcilia Allenspach Kloster Ingenbohl 6440 Brunnen

Herr Gerold Kalbermatten Haus Myriam 3906 Saas-Fee

Frau Christiane Alke Heubachstrasse 59 8810 Horgen

Herr Otmar Kocherhans Ametsbergstrasse 11 8625 Gossau

Pfarrer Peter Aregger Sutvitg 28c 7144 Vella

Herr Edgar Koller Grütliwiese 1 9607 Mosnang

Herr Dr. Jürg Berchtold Ruchholzstrasse 35B 4103 Bottmingen

Frau Hedy Mäder Lindenstrasse 21 8730 Uznach

Bruder Bernhard Bisquolm St.Otmarsberg 1 8730 Uznach

*Herr Paul Metzger Zelgstrasse 37 8335 Hittnau

*Frau Dr. Chantal Breitenstein Rigistrasse 2 8330 Pfäffikon

*Frau Madlen Niederberger Im Dörfli 6 6056 Kägiswil

Herr Philipp Bumann Haltenstrasse 12 3906 Saas-Fee

Herr Dr. Emil Pfister Sulzweidstrasse 14 8737 Gommiswald

Domherr Christoph Casetti Hof 19 7000 Chur

Herr Marco Roos Dangelweg 14 6215 Beromünster

Herr Werner Ruch Unterortstrasse 5b, 8804 Au Abt Emmanuel Rutz St.Otmarsberg 1, 8730 Uznach Pfarrer Paul Schlienger Pfarrhaus 12, 459 Stierva Pfarrer Jürg Schmid Weihermattstrasse 51 5000 Aarau *Pfarrer Andreas Schönenberger Grüenauweg 6 9630 Wattwil Herr Hans Schorno Luzernerstrasse 26 6440 Brunnen Pfarrer Stefan Staubli Tellstrasse 7 8400 Winterthur Pater Emmeram Stacheder Klosterstrasse 10 6440 Brunnen Frau Lisbeth Suter Dättwilerstrasse 13a 5405 Dättwil Herr Dr. Albert Wick Pfaffenholzstrasse 28 8500 Frauenfeld Herr Helmut Zurbriggen Haus Mühle 3905 Saas-Almagell

*Vorstandsmitglieder 23


AZB 8730 Uznach

LourdesStationen Die Heilige Pforte von Lourdes ist zwar eine «vergängliche» Lourdes-Station. Dennoch wird ihr Dasein im Jahr der Barmherzigkeit Spuren hinterlassen und zwar Spuren der persönlichen Gottesbegegnung. Sie

Heilige Pforte von Lourdes – Ort der Barmherzigkeit Gottes für alle Menschen guten Willens.

möchten im Rahmen dieser letzten Seite nicht ausgeschrieben sein. Doch vielleicht kann diese Seite 24 jedes von uns nochmals einladen, die persönlichen Gottesbegegnungen in Erinnerung zu rufen.

AVE 2016/5 Lourdes DRS  

Interdiözesane Lourdeswallfahrt DRS

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