Page 1

In dieser Ausgabe Der dich o Jungfrau im Himmel gekrönt hat Wo der Glaube Hand und Fuss bekommt

117 . Lo urd F e Don reita g, 1 swa ner llfa 2 sta g, 1 . Apri hrt l bi 8. s Apr il 2 013

6 9

AVE – 5 – Oktober 2012


Zum Geleit

Impressum Organ des Vereins der Interdiözesanen Lourdeswallfahrt Deutsche und Rätoromanische Schweiz und der Regionalvereine AVE 60. Jahrgang Es erscheint 6-mal pro Jahr (Abonnement 1 Jahr Fr. 17.—, 2 Jahre Fr. 32.—, 3 Jahre Fr. 48.—): je Ende Januar, März, Mai, Juli, September, November Pilgerbüro, St.Otmarsberg Administration, 8730 Uznach Tel. 055 285 81 15 (Mo—Fr, 14—17 Uhr) Fax 055 285 81 00, PK 90-8242-9 Wallfahrt: www.lourdes.ch Abonnement: www.abo.otmarsberg.ch E-Mail: pilgerbuero@lourdes.ch Redaktion, Vereinsmitteilungen P. Emmanuel Rutz, 8730 Uznach Tel. 055 285 81 02 E-Mail: p.emmanuel@otmarsberg.ch Titelbild Zusammen mit der gekrönten Muttergottes dürfen wir auf die Rosenkranzbasilika blicken.

Zum Geleit Das Jahr des Glaubens Liebe Lourdesfreunde Am kommenden 11. Oktober feiert die Kirche den 50. Jahrestag der Eröffnung des 2. Vatikanischen Konzils. Dieses Ereignis, das in der Kirche für Aufbruch wie auch für kontroverse Diskussionen sorgt – damals wie heute – möchte Papst Benedikt XVI. mit einem Jahr des Glaubens begehen. Das Jahr soll mit dem Christkönigssonntag, 24. November 2013 abgeschlossen werden. In seinem apostolischen Schreiben «Porta fidei» lädt uns Papst Benedikt XVI. ein, einzutreten in die Kirche. Dabei meint er natürlich nicht bloss das Übertreten einer Schwelle, die mich einen Kirchenraum bestaunen lässt. Nein, Papst Benedikt

Fotos Hans Schorno: S. 1, 7, 8, 9, 10, 11, 12, 13, 24; Archiv Uznach: S. 2, 15, 21; Lourdes-Photo: S. 4, 5, 6; Edgar Koller: S. 16, 17; Willi Haas: S. 18; Renate Schmid: S. 20; Josef Allenspach: S. 22. Druck Druckerei Oberholzer AG, Uznach Das nächste AVE erscheint Ende November 2012 Redaktionsschluss: 24. Oktober 2012

2

spricht ganz zu Beginn seines Schreibens das Herz eines jeden Menschen an: «Es ist möglich, diese Schwelle zu überschreiten, wenn das Wort Gottes verkündet wird und das Herz sich durch die verwandelnde Gnade formen lässt.» Gerade die letzten 50 Jahre haben gezeigt, dass das Wort Gottes auf dem Fundament der Taufe eine enorme Bedeutung hat und uns über unsere Kirche hinaus mit allen Christen und Gläubigen anderer Religionen verbinden kann und so eine Tür

Papst Johannes XXIII. bei der Eröffnung des Konzils im Jahre 1962.


Zum Geleit

der Gemeinsamkeit, vielleicht sogar der Gemeinschaft geschaffen werden kann. Dabei dürfen wir immer tiefer verstehen, dass das Öffnen dieser Tür zu einer Weggemeinschaft mit Jesus Christus werden möch-

«Es ist möglich, diese Schwelle zu überschreiten, wenn das Wort Gottes verkündet wird und das Herz sich durch die verwandelnde Gnade formen lässt.» te, die uns das Wort Gottes inniger erfahren lässt. Papst Benedikt XVI. sagte dazu in der heiligen Messe zum Beginn seines Pontifikates: «Die Kirche als ganze und die Hirten in ihr müssen sich wie Christus auf den Weg machen, um die Menschen aus der Wüste herauszuführen zu den Orten des Lebens – zur Freundschaft mit dem Sohne Gottes, der uns Leben schenkt, Leben in Fülle.» Mit anderen Worten formuliert: Als Getaufte sind wir eingeladen, in den Fussstapfen Jesu Christi zu gehen. Das heisst nichts anderes, als dass uns die Lebensstationen von Jesus Christus ebenso in unserem Leben begegnen werden. Auch wir werden in die Wüste geführt werden und dort der Versuchung ausgesetzt sein; auch wir werden

um verstorbene Freunde trauern, wie Jesus um Lazarus getrauert hat; auch wir werden mit Menschen unterwegs sein dürfen und mit ihnen den Glauben teilen; auch wir werden uns im Garten Getsemani aufhalten und die Verlassenheit Gottes durchstehen müssen und auch wir dürfen mit Christus, dem Auferstandenen, nach Emmaus unterwegs sein. Exakt diese Erfahrungen – und viele mehr – sollen nach dem Wunsch des Papstes in diesem Jahr des Glaubens neu entdeckt oder vertieft werden. Denn die 50 Jahre seit der Eröffnung des Konzils am 11. Oktober 1962 haben auch gezeigt, dass eine Gefahr bestehen kann, diesen Blick zu verlieren. «Nun geschieht es nicht selten, dass die Christen sich mehr um die sozialen, kulturellen und politischen Auswirkungen ihres Einsatzes kümmern und dabei den Glauben immer noch als eine selbstverständliche Voraussetzung des allgemeinen Lebens betrachten. In Wirklichkeit besteht diese Voraussetzung nicht bloss nicht mehr in dieser Form, sondern wird häufig sogar geleugnet», so Papst Benedikt. Dass er mit dieser Aussage den Kern unserer Gesellschaft trifft, lässt sich an einigen Signalen unserer Zeit erkennen. An dieser Stelle sei nur an den Schutz der Familie, den Schutz des Lebens, des ungeborenen wie auch des alternden Lebens, wie auch an das aktive Mittragen der gesellschaftlichen Verantwortung erinnert. Gerade in diesen Bereichen und in vielen anderen wird leider oftmals das christliche Fundament 3

vergessen oder sogar bewusst ignoriert. Deshalb mag das Jahr des Glaubens ein guter Moment sein, «sich wie Christus auf den Weg zu machen». In Lourdes ist geplant, das kommende Wallfahrtsjahr unter das Motto «Lourdes – eine Tür für den Glauben» zu stellen. Wir als AVE-LeserInnen wollen uns mit sieben Themen den aktuellen Fragen unserer Gesellschaft, auf dem Hintergrund der Lehre des 2. Vatikanischen Konzils, annehmen und dabei hoffen, dass wir unsere «Beziehung zu Christus, dem Herrn, immer mehr festigen. Denn nur in ihm gibt es die Sicherheit für den Blick in die Zukunft und die Garantie einer echten und dauerhaften Liebe». Ihr P. Emmanuel Rutz osb

In diesem Heft finden Sie

Zum Geleit

2

Die Mosaiken

4

Rosenkranz

6

Wallfahrtsrückblick

9

Bucherscheinung

10

Pilgernde Kirche

11

Die Glocken von Lourdes

15

Lourdesgrotten

16

Vereinsnachrichten

19


Wallfahrtsmotto

M

it der letzten Betrachtung zum lichtreichen Rosenkranz dürfen wir auf das Heilswirken Jesu schauen. Im Vaterunser, das wir während des vergangenen Pilgerjahres meditieren durften, sprechen wir die Bitte aus «dein Reich komme». Der lichtreiche Rosenkranz nimmt diese Bitte des Vaterunsers wieder auf und die Fassade der Rosenkranzbasilika gibt uns zugleich in den zwei Bildern zum Geheimnis «Der uns das Reich Gottes verkündet hat» eine bildliche Illustration. Schon die Anordnung der beiden Mosaiken mag zum Programm gehören. Wir finden sie links und rechts bei den Treppenaufgängen zur Oberen Basilika.

Lichtreicher Rosenkranz Der uns das Reich Gottes verkündet hat dann will er uns wohl sagen: Ja, die Beichte ist ein wesentlicher Bestandteil, um das Reich Gottes zu erkennen. Und in der Tat, auch Lourdes zeigt uns diese Dimension nochmals in aller Deutlichkeit. Wo das Beichtsakra-

Bei der linken Treppe erscheint Jesus den Aposteln am Osterabend und übermittelt ihnen durch die Gabe des Heiligen Geistes die Macht, Sünden zu vergeben. Mit dem Ostertag ist in der Tat das Reich Gottes geöffnet worden und alles, was bis zu diesem Tag seit der Erschaffung der Welt der ganzen Schöpfung zu Teil wurde, erhält nun Anteil am angebrochenen Reich Gottes. Mit Christus ist der Bund Gottes mit Mose am Sinai nicht überflüssig geworden, sondern vielmehr in eine neue Dimension eingeführt worden, auch und gerade in der Sündenvergebung, wozu Jesus seine Jünger in dieser Szene nochmals ganz explizit beauftragt. Wenn wir das Bild, das uns der Künstler, P. Marko Rubnik SJ, an die Hand gibt, in der Betrachtung zu diesem Rosenkranzgeheimnis ernst nehmen, 4

ment sowohl empfangen wie auch gespendet wird, da leben Frauen und Männer aus verschiedenen Ländern und Kulturen in gutem Miteinander zusammen. Was nicht zwingend durch unsere menschlichen Cha-


Wallfahrtsmotto

raktereigenschaften logisch sein muss, darf in Lourdes als das Anbrechen des Reiches Gottes erkannt werden – auch und gerade auf dem Hintergrund dieser Osterszene. Nicht weniger deutlich spricht das zweite Mosaik beim Aufgang der rechten Treppe zu uns. Menschen lassen einen Gelähmten auf einer Bahre vor Jesus hinab. Sie erinnern an die Hospitaliers von Lourdes. Die Szene spielt sich in Kafarnaum ab. «Als er ih-

ren Glauben sah», sagte Jesus zu dem Gelähmten: «Deine Sünden sind dir vergeben.» Die Anwesenden sind empört, weil Jesus sich auf diese Weise eine göttliche Vollmacht anmasst. Um zu beweisen, dass er kein Betrüger ist, stellt Jesus den Kranken daraufhin auf die Beine. Gott will das ganze Heil der Menschen. Diese Dimension der Heilung in Kafarnaum greift nicht weniger die Bitte um das Reich Gottes auf. Jesus Christus ist für uns und die ganze Schöpfung das

5

Heil. Und ganz offensichtich spielt dabei die Sündenvergebung eine entscheidende Rolle. Ja, sie ist in der Betrachtung der Mosaiken sozusagen der erste Schritt. Und wer damit nichts anfangen kann, wer daran zweifelt, und das im wahrsten Sinne des Wortes, der wird in Lourdes noch zwei Stationen weiter geführt, «damit wir glauben können». Die Heilung des Gelähmten findet in Lourdes ihre Fortsetzung in den sichtbaren und unsichtbaren Wundern, die auf die Fürsprache der Lieben Frau von Lourdes geschehen dürfen. Doch, wir kennen es, auch dieses Wirken Gottes macht uns das Glauben nicht einfacher. Wenn wir zwar immer nach Wundern lechzen, so wissen wir ebenso, dass diese Wunder unseren Glauben nicht weniger einfordern – damals wie heute. Und so möchte ich meinen, darf in dieser Betrachtung der dritte Schritt nicht fehlen, nämlich der Hinweis auf die zwei Männer am oberen Bildrand, die mit den Hospitaliers gleichgesetzt werden können. Denn wenn wir auf den Dienst dieser Männer und Frauen blicken, der in vielen Familien seine Fortsetzung findet, dann erkennen wir doch, dass da ein Gott ist, der die Menschen liebt, der sich ihrer annimmt und sie im Alltag begleitet. Vielleicht liegt in diesem Blick eines der «Nonstop-Wunder» von Lourdes, das uns ebenso den Atem nimmt. Ja, «der uns das Reich Gottes verkündet hat», ist mit uns auf dem Weg und öffnet uns die Augen, damit wir sehen und glauben.


Wallfahrtsmotto

W

enn wir in dieser sechsten Betrachtung zum Wallfahrtsmotto «Mit Bernadette den Rosenkranz beten» auf das fünfte Geheimnis des glorreichen Rosenkranzes blicken, dann schweifen unsere Augen unweigerlich auf jene Statue, die in Lourdes wie zu einem zweiten Mittelpunkt – neben der Grotte – geworden ist, nämlich auf die gekrönte Madonna. Seit 1876 schliesst sie sozusagen die Esplanade von Lourdes ab und blickt auf die Rosenkranzbasilika. Auf der Homepage des Wallfahrtsheiligtums wird die Esplanade mit folgenden Worten beschrieben: «Sie ist der ‹Königsweg›, und sie ist es vor allem, wenn abends Tausende von Pilgern ihre Kerze tragen und dabei ‹Ave, Ave, Ave Maria› singen. Die Esplanade wurde seit

Wallfahrtsmotto Der dich o Jungfrau im Himmel gekrönt hat 1875 immer weiter ausgebaut und verschönert. Sie ist zwischen der Rosenkranzbasilika und der Gekrönten Madonna 130 m lang, 85 m breit und kann 40’000 Menschen fassen. Auf den Seiten der Esplanade stehen sich zwischen dem Eingang St. Michel und der gekrönten Madonna zwei sehr populäre Heilige unserer Zeit gegenüber: Theresia vom Kinde Jesu (von Lisieux) und Bernadette. Bernadette ist als Hirtenmädchen dargestellt, den Rosenkranz betend. Zu ihren Füssen ruht sich ihr Lieb-

6

lingsschaf, das Kleinste, aus. Geschaffen von einem Ehepaar Hartmann, wurde die Skulptur 1936 eingeweiht. Inzwischen haben sich weitere Schafe dazugesellt. Die Fassade der Rosenkranzbasilika dient als Kulisse für grosse Feierlichkei-

Mit der gekrönten Madonna blicken wir auf Christus, auf die Kirche, das Volk Gottes und auf alle Menschen.


Wallfahrtsmotto

ten, die sich unter dem schützenden Blick der Gekrönten Madonna abspielen. Vor der Fassade stehen die Statuen des heiligen Petrus, des Oberhauptes der Kirche, und des heiligen Paulus, des Apostels der Völker. Die beiden Rampen sind mit Statuen gesäumt, die sich gegenüberstehen. Unten stehen die Heiligen Frankreichs: der heilige Remigius und der heilige Martin. Auf dem Weg nach oben stehen die Heiligen der Nächstenliebe: der heilige Vinzenz von Paul und der heilige Ludwig – Maria Grignon de Monfort. Weiter oben stehen die Eltern Mariens: der heilige Joachim und die heilige Anna. Noch weiter oben stehen zwei Heilige, die die eucharistische Verehrung besonders gefördert haben: der heilige Bernhard und der heilige Hyazinth. Ganz oben auf den Rampen finden wir Johannes den Täufer und Johannes den Evangelisten.» Ja, das Rosenkranzgebet und ganz besonders die Betrachtung des Geheimnisses «Der dich o Jungfrau im Himmel gekrönt hat» führt uns nochmals ganz tief in diesen «Königsweg» ein. Maria

ist die gekrönte Mutter des Herrn und sie ist es in Gemeinschaft mit den Aposteln und dem ganzen Volk Gottes, zu dem auch wir durch die Taufe und den Glauben sowie der Gnade Gottes gehören. Dieses Bild leuchtet so wunderbar in der Gestaltung der Esplanade von Lourdes auf. Die gekrönte Madonna blickt sozusagen auf das versammelte Volk Gottes, in dessen Mitte Christus, der Auferstandene, ist. Ein schöneres Bild lässt sich kaum malen, wie es im Laufe der 150 Jahre in Lourdes nicht nur gemalt und gebaut, sondern auch gelebt wird. Im Tabernakel der Rosenkranzbasilika wohnt Christus, der gekreuzigte und auferstandene Herr. Und auf diesem Fundament stehen die Apostelfürsten Petrus und Paulus. Doch damit nicht genug. Die beiden Arme der Esplanade führen uns durch die Zeiten der Kirche hinunter zum Volk Gottes von heute. 40’000 Gläubige können diese Arme aufnehmen und diese 40’000 Leute beten und bewegen sich unter dem Schutz der ge7

krönten Madonna hin zu Jesus Christus. Es scheint in der Tat so zu sein, dass Maria uns alle zu Christus führen will und zwar auf dem Fundament der ganzen Kirchengeschichte. Bewusst oder unbewusst sind wir durch die Gesamtgestaltung der Esplanade von Lourdes an das letzte Buch der Heiligen Schrift erinnert, wo uns im Kapitel 12 die Frau am Himmel, die der Welt den Messias geschenkt hat, vorgestellt wird und die uns vor den Angriffen des Satans beschützt, so dass wir für ewig bei Gott glücklich sein dürfen. Wir sind an dieser Stelle ebenso an das Wort Gottes an Abraham erinnert: «In dir sollen alle Geschlechter der Erde Segen erlangen.» Dieses Wort stand am «Anfang» der Heilsgeschichte Gottes mit uns Menschen. Und

Maria erinnert dich an die Aufgabe der christlichen Kirche auf dieser Erde für alle Menschen. die Krönung der Gottesgebärerin im Himmel sozusagen am «Ende». Dieser heilsgeschichtliche Bogen ist das tiefe Bekenntnis, dass nicht Gericht oder Fluch, sondern Segen und Heil über die Menschheit ausgespannt ist. Alle Völker, die einander so fremd und feindlich geworden sind, werden den Frieden erlangen. Nicht bloss die 40’000 von Lourdes aus allen Nationen und Schichten, sondern wirklich alle. Was uns demnach in Lourdes in den Massen der Wallfahrt begeg-


Wallfahrtsmotto

Die vielen Rosenkränze am «Rosenkranzbaum» in unmittelbarer Nähe der gekrönten Madonna sind ein Zeichen der Hoffnung aller im Gebete miteinander Verbundenen. net, ist nur ein Abbild des Heils, das über die ganze Welt hinaus ausgespannt ist, auch dann, wenn wir die Zahlen über das Jahr hinaus hochrechnen, wenn sechs oder sieben Millionen Menschen den Rosenkranzplatz bei der gekrönten Madonna überqueren und so beinahe unbemerkt zum Volk Gottes gezählt werden dürfen, indem sie sich aufgemacht haben, sich mehr und mehr zu Christus hin zu bewegen. Wenn wir die Betrachtungen über sechs ausgewählte Rosen-

kranzgeheimnisse an dieser Stelle beschliessen, dann führt uns das Geheimnis «Den du o Jungfrau im Himmel gekrönt hast» direkt zur grossen Verheissung: Maria vertritt die christliche Kirche, die ihre Aufgabe treu erfüllt hat: Segen zu bringen allen Menschen und Völkern. Wilhelm Pesch schliesst seine Betrachtungen mit den Worten: «Denke daran, wenn du den Rosenkranz betest: Maria erinnert dich an den Glauben des Abraham und an die Verheissungen Gottes – auch für deine Welt. Sie erinnert dich an die Aufgabe der christlichen Kirche auf dieser Erde für alle Menschen. Wo Gott sein Werk tut, in Wort und Sakrament, in unserem Leben und in jeder Not, da sind die Güter der Ewigkeit gegenwärtig. Freude: das Lachen der Seli8

gen, die für immer glücklich sind. Frieden: die ewige Vollendung, die keine Unvollkommenheiten mehr kennt. Der Heilige Geist, der in uns Wohnung nimmt und uns in allem antreibt und bei allem hilft. Die Hoffnung wird unsere Grundhaltung; daher richten wir unser Gebet an den Gott der Hoffnung. Wir haben eine Zukunft, die schönste, die es geben kann. Christen stehen da, alle in eine Richtung schauend, denn sie wissen: Der uns krönen wird, er kommt; mit ihm kommt unser Glück.» Ja, schauen wir oft in diese eine Richtung – hin zu Christus. Und tun wir das hin und wieder auch mit dem Bild der Esplanade von Lourdes, zusammen mit der gekrönten Madonna, die immer auf Christus blickt.


Wallfahrt

I

nwiefern ist Lourdes ein Gnadenort? Manche sagen, sie könnten dort leichter beten. Ehrlich gesagt, das könnte ich von mir nicht behaupten. Für mich zeigt sich Lourdes auf eine andere Weise als Gnadenort, indem dort der Glaube auf besondere Weise Hand und Fuss bekommt! Und das soll er doch! In seiner Menschwerdung hat Gott es uns auf jeden Fall vorgemacht: «Das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt» (Joh 1,14). Seither ist der Glaube definitiv keine private Herzenssache mehr, die unter Verschluss gehalten werden kann wie ein Schmuckstück im Tresor. Die christliche Glaubensfrage verlangt nach Antworten mit Hand und Fuss. Folgerichtig steht in Lourdes vis à vis der Erscheinungsgrotte nicht allein eine moderne St.Bernadettekirche, sondern gleich anschliessend ein grosszügig gebautes Accueil für die kranken PilgerInnen aus aller Welt. Dort erfahren sie gelebten Glauben in Form von liebevollen Händen, die sie am Morgen aufnehmen und waschen, salben und trösten, ihnen Essen eingeben und streicheln… Alles so, wie es in einem Lied heisst: «Hände, die schenken, erzählen von Gott.» Doch was ist mit jenen Händen, die leer und verkrümmt, die zittrig und alt geworden, kraftlos herunterhängen? Erzählen allein schenkende und zupackende Hände von Gott? Mit seinen am Holz des Kreuzes festgenagelten Händen gibt uns der menschgewordene Gott nochmals eine herausfordernde Antwort. Selbst grösst-

Wallfahrtsrückblick Wo der Glaube Hand und Fuss bekommt mögliche Passivität und Ohnmacht beenden das Werk der Liebe nicht. Selbst der handlungsunfähigste Mensch ist immer noch liebesfähig und deshalb befähigt, vom Gott der Liebe Zeugnis zu geben. Nicht allein schenkende, auch empfangende oder total kraftlose Hände erzählen von Gott! Und so spielen sich zwischen kranken und helfenden PilgerInnen in Lourdes berührende Geschichten gegenseitigen Gebens und Nehmens ab!

gen. Du bist und bleibst in Gottes Hand, selbst und gerade dort, wo Dir alles aus der Hand genommen wird. Lass alles fahren, nur den Mut nicht, auch Dein Leben erzählt von Gott! Schliesslich begegnen alle LourdespilgerInnen an der Grotte einem Marienbild, das die Mutter Jesu ohne ihr Kind zeigt. Die Hände der Lourdesmadonna sind zum Gebet gefaltet. Wieviele kranke und betagte Menschen erleben im Gebet eine letzte Sinnerfüllung und ein Betäti-

Nicht umsonst werden beim Sakrament der Krankensalbung Stirn und Hände gesalbt, womit dem Kranken deutlich gemacht wird: Deine zwar des Schaffens müden, vielleicht sogar sterbensmüden Hände, bleiben ein Se-

gungsfeld, praktisch bis zum letzten Atemzug?! Ja, der Glaube will Hand und Fuss bekommen: von betenden bis hin zu helfenden Händen.

9

Pfr. Stefan Staubli, Winterthur


Wallfahrt

J

ust auf die Sommerferien hin erschien auf dem Büchermarkt eine neue Publikation, die uns Lourdes reichhaltig als Quelle der Hoffnung vorstellt. Dabei liess sich der Autor, Herr Dr. med. Roland W. Moser,

Dieses «Buch ist kein Reiseführer. Es ist ein Versuch einer biographischen Annäherung an die hl. Bernadette Soubirou und an die Heilungswunder von Lourdes». bei der Abfassung dieses Buches von den Worten aus dem 1. Petrusbrief inspirieren, wo es heisst: «Seid stets bereit, jedem Rede und Antwort zu stehen, der nach der Hoffnung fragt, die euch erfüllt.» Und in der Tat, wer immer dieses Buch durchfächert und liest, begegnet einerseits einer zum Teil detaillierten Beschreibung der wichtigsten Stationen der Wallfahrt von Lourdes, andererseits aber auch der persönlichen Auseinandersetzung eines Arztes mit der Botschaft vom Leben des Menschen mit dem Evangelium Christi. Gekonnt holt der Verfasser die Leser in den ersten Seiten in ihrem Menschsein ab und nimmt dabei einen realen Blick des Menschen mit auf die Reise

Bucherscheinung Lourdes – Quelle der Hoffnung von und durch die Botschaft von Lourdes. Auf dieser Reise begegnen die LeserInnen weiter der Person von Bernadette Soubirou. Zudem führt der Autor sie an die Quelle der Hoffnung und wirft einen ausführlichen Blick auf die Marienerscheinungen in ihrer ganzen Vielfalt. In einem «zweiten» Teil, der zugleich die Mitte des Buches bildet, erhält der Leser detailliert Anteil an den heiligen Stätten inner- und ausserhalb des Wallfahrtsbezirks. So findet auch die Cité Saint-Pierre ausführlich Erwähnung. Doch nicht weniger Gewicht fällt dem «meditativen Rundgang» vom Fels bis zum im Jahre 2001 erstellten Wasserweg auf der rechten Seite der Gave zu. In diesen Rundgang ist neben den historischen Gegebenheiten auch immer der biblische und spirituelle Aspekt eingebaut, worin die tiefe Einheit unseres menschlichen Lebens mit der Botschaft von Lourdes aufleuchten kann. Den Abschluss dieser Publikation bildet der Blick auf das Wunderwirken Jesu Christi an und mit uns Menschen. Dass der Verfasser hier seinen beruflichen Hintergrund einbaut, und somit auch dem medizinischen Aspekten Raum gibt, zeigt klar auf, dass Glaube und Wissenschaft miteinander nicht im Widerspruch stehen müssen. 10

Dieses «Buch ist kein Reiseführer. Es ist ein Versuch einer biographischen Annäherung an die hl. Bernadette Soubirou und an die Heilungswunder von Lourdes». Ja, es trägt die Handschrift eines Arztes, der Lourdes selber erlebt hat und der seine Erlebnisse mit andern teilen möchte und zugleich den «Blick über die naturwissenschaftlichen Fakten hinaus öffnet und zum Dialog von Glaube und Medizin einlädt». Deshalb kann ich dieses Buch einem breiten Leserkreis sehr empfehlen. Möge es einen Beitrag zur Verkündigung der Botschaft von Lourdes leisten können und so die tiefe Verbundenheit von Mensch- und Christsein festigen.

Das Buch «Lourdes – Quelle der Hoffnung» ist im Verlag «Pro Business» erschienen und kann im Buchhandel unter der ISBN 978-3-86368-244-2 gekauft werden. Ebenso liegt es im Pilgerbüro zum Preis von Fr. 22.– (exkl. Versandkosten) auf. Mit dem Kauf dieses Buches unterstützen Sie die MÉDECINS SANS FRONTIÈRES.


Jahr des Glaubens

N

och bevor wir das Jahr «Mit Bernadette den Rosenkranz beten» abschliessen, darf ich mit dieser Betrachtung das «Jahr des Glaubens» eröffnen. Dass dabei der Focus auf die «pilgernde Kirche» gerichtet ist, mag auf dem Hintergrund unseres Kontexts nicht überraschen, ist doch die Kirche von Lourdes geradezu ein Abbild dessen, was das II. Vaticanum unter diesem Terminus versteht. Wenn in der dogmatischen Konstitution über die Kirche in diesem Zusammenhang vor al-

«Nach für mich persönlich sehr schwierigen Wochen oder Monaten habe ich eine Wallfahrt gemacht und dabei Ruhe gefunden, die nun schon Wochen andauert.»

Jahr des Glaubens Pilgernde Kirche Worte schrieb kein Mystiker des Mittelalters oder unserer Zeit, sondern Hape Kerkeling in seinem Bestseller «Ich bin dann mal weg». Kerkeling legt in seinen Aufzeichnungen Wert darauf, dass sein Fussmarsch auf dem Jakobsweg keine Wallfahrt ist und dass er zwar seine Erfahrung klar benennt, aber nicht näher beschreibt, denn «was dort passiert ist, betrifft nur mich und ihn». Exakt diese Erfahrung teilen viele mit ihm. Die Tiefe des geistlichen Erlebnisses einer Wallfahrt

lem der «endzeitliche Charakter» und ihre «Einheit mit der himmlischen Kirche» betont wird, dann mag unter diesem näheren Blick Lourdes nicht weniger dafür prädestiniert sein, auch wenn damit die Sache sozusagen von hinten aufgerollt wird. Nichtsdestotrotz ist auch Lourdes nicht das eigentliche Ziel, sondern dieses ist und bleibt der dreieinige Gott selber. «Ja, und dann ist es passiert! Ich habe meine ganz persönliche Begegnung mit Gott erlebt.» Diese 11

wird von Pilgern oftmals mit den Worten, die auch Mystiker gebrauchen, benannt und die – wenn wir genau hinschauen, auch pilgernde Kirche umschreiben. «Ich habe erfahren, dass Gott mir nahe ist. Die Wallfahrt hat mir geholfen, neu aus dem Vertrauen auf Gott zu leben. Jetzt weiss ich wieder: Mein Leben ist in Gottes Händen geborgen. Nach für mich persönlich sehr schwierigen Wochen oder Monaten habe ich eine Wallfahrt gemacht und dabei Ruhe gefun-


Jahr des Glaubens

den, die nun schon Wochen andauert.» Diese oder ähnliche Worte dürfen wir nach Wallfahrten immer wieder hören oder mit anderen teilen. Somit führt das Pilgersein oft in eine persönliche geistliche Tiefe und verändert die Beziehung zu unserem Leben. Während einer Wallfahrt erleben wir Gott, den Nächsten und uns selber oftmals intensiver. Ja, «ich habe meine ganz persönliche Begegnung mit Gott erlebt». Doch bei all dem Positiven, das hier aufleuchtet und grundgelegt wird, kann der Weg dennoch nicht das Ziel sein. Und diese Aussage ist nicht bloss ein theologisches Muss, sondern spiegelt sich in der Wahrheit, dass das Unterwegssein geradezu ein Abbild für das Leben ist. Da gibt es Wegstrecken, die mich ermüden,

die mich traurig machen. Andere wiederum mögen Freude und Hoffnung hervorbringen und hierin kommt dann auch das endzeitliche Moment, dass das II. Vaticanum mit «pilgender Kirche» in Verbindung bringt, zum Tragen. Das 7. Kapitel der Konstitution eröffnen die Konzilsväter mit der klaren Aussage: «Die Kirche, zu der wir alle in Christus berufen werden und in der wir mit der Gnade Gottes die Heiligkeit erlangen, wird erst in der himmlischen Herrlichkeit vollendet werden, wenn die Zeit der allgemeinen Wiederherstellung kommt» (Apg 3,21). Später wird diese Aussage näher erläutert mit den Worten: «Die Wiederherstellung also, die uns verheissen ist und die wir erwarten, hat in Christus schon begonnen, 12

nimmt ihren Fortgang in der Sendung des Heiligen Geistes und geht durch ihn weiter in der Kirche, in der wir durch den Glauben auch über den Sinn des zeitlichen Lebens belehrt werden.» Wenn wir diese Aussage etwas betrachten, dann dürfen wir erkennen, dass der Weg zwar niemals das Ziel sein kann, aber dass auf diesem Weg die Verheissung «in Christus schon begonnen» hat. Und exakt darin liegt der Schatz des Pilgerns, sowohl für die Kirche als Gemeinschaft wie auch als einzelne Gläubige. Wir dürfen uns aufmachen, ja wir dürfen sogar immer auf dem Weg sein, ohne gleich den Druck zu spüren, schon beim ersten Versuch perfekt am Ziel ankommen zu müssen. Und genau darin nimmt das Konzil ein erstes


Jahr des Glaubens

Mal im Rahmen dieser Betrachtung unser Menschsein auf. Kein Mensch, auch kein getaufter Mensch, bricht lediglich einmal auf und bewegt sich unentwegt dem Ziel entgegen. Nein, das schaffen wir nicht! Als Menschen können wir zwar mit viel Idealismus starten und uns die besten Vorsätze nehmen und sagen: «Ich verfüge über eine hohe Ausdauer – auch im geistlichen Leben; ich gebe nicht leichtfertig auf!» Auch der «Heiligste» unter uns Menschen wird darin scheitern. Doch dieses Scheitern ist und muss keineswegs negativ sein. Denn wenn wir uns auf den Weg machen, dann dürfen wir uns einerseits in die Gebetsgemeinschaft mit allen Pilgernden einschwingen und dabei die Weggemeinschaft schon jetzt erfahren. Aber

Das gemeinsame Fürbittgebet ist ein starker Ausdruck der «pilgernden Kirche».

andererseits zeigt uns das «Scheitern» eben auch, dass wir auf unserem Weg auch eine Gemeinschaft der Verwundeten sein dürfen. Auch auf der Lourdeswallfahrt erfahren wir, dass das gemeinsame Unterwegssein anstrengend sein kann. Einige ermüden in der Tat, auch und gerade nochmals in der Gemeinschaftserfahrung, wo es immer wieder menschliche, ja allzu menschliche Züge geben kann. Aber dennoch mag gerade diese Erfahrung eben auch positiv sein. Denn als Pilgernde können wir solche Situationen nicht nur besser aushalten, weil die geistliche Erfahrung uns gerade darin stärkt, sondern wer einmal gesehen hat, wie Pilger sich am Abend gegenseitig die wunden Füsse «pflegen», der versteht das

Wort von der «Gemeinschaft der Verwundeten» des emeritierten Bischofs von Münster, Reinhard Lettmann, in der ganzen Fülle. Eigentlich ist ja menschliches Zusammenleben und damit Pilgern immer eine «Gemeinschaft 13

von Verwundeten». Diese Tatsache mag uns im Alltag nicht immer bewusst sein, als Pilgernde – auch als pilgernde Kirche – führt sie uns aber in der Tat tiefer in unser Menschsein und unser Christsein hinein.

Nicht bloss das äusserlich feststellbare und erfahrbare gehört dazu, sondern ebenso das, was wir als «geöffneten Himmel» stammelnd in Worte fassen können. Lourdes spricht dazu ganze Bände. Und auch in Lourdes gilt, was der frühere Wallfahrtsrektor von Kevelar und jetzige Weihbischof Stefan Zekorn sagt: «Auch hier spiegelt eine Wallfahrt die grössere Dimension. Denn Kirche wird umso mehr als der mystische Leib Christi aufgebaut und erfahrbar, je mehr sie sich als eine ‹Gemeinschaft von Verwundeten› realisiert, die gegenseitig darum wissen, dies respektieren und entsprechend vorsichtig und barmherzig miteinander umgehen. Genau hier erfahren wir, dass die ‹Wiederherstellung› in Christus in der Tat schon begonnen hat, als pilgernde Kirche so richtig durchbrechen kann und erfahrbar wird, aber dennoch der Erfüllung zu harren hat.»


Jahr des Glaubens

können uns zwar wohltuende Gefühle umgeben, aber diese hinterlassen nicht zwingend einen endzeitlichen Charakter. Das Gebet, das Singen und die Liturgie öffnen uns hingegen die Dimension der himmlischen Kirche mit den Engeln und Heiligen. Gerade darin verwirklicht sich die pilgernde Kirche. Nicht bloss das äusserlich Feststellbare und Erfahrbare gehört dazu, sondern ebenso das, was wir als «geöffneten Himmel» stammelnd in Worte fassen können. Ja, die pilgernde Kirche vereinigt in sich das «Volk Gotts unterwegs». Und so bleiben die Worte des Konzilsdokumentes über die Kirche aktuell: «Bis also der Herr kommt in seiner Majestät und alle Engel mit ihm und nach der Vernichtung des Todes ihm alles unterDas Konzil verweist weiter auch auf die Bedeutung des Heiligen Geistes. Karl Rahner, einer der bedeutendsten Theologen des 20. Jahrhunderts, sieht in solchen oder ähnlichen Erfahrungen wie oben beschrieben, die wir als Pilger und als pilgernde Kirche machen müssen, ein klares Zeichen des Wirkens des Heiligen Geistes. Dass sich Aussagen wie «Jetzt weiss ich wieder: Mein Leben ist in Gottes Händen geborgen» nicht objektiv nachweisen lassen, scheint klar zu sein. Sie entziehen sich dem systematisch-rationalen Zugriff und sind dennoch fassbar. Immer wieder dürfen wir das auf unseren Wallfahrten erleben, besonders dann, wenn uns Fernsehteams von Journalisten begleiten. Oftmals kriegen wir dann dir Rückmel-

dung: Die Fröhlichkeit, die gelebte Gemeinschaft – auch nochmals als verwundete Gemeinschaft – ist nach rationalen Begriffen nicht zu verstehen. Ja, in einer säkularen Gesellschaft und einer Glaubenserfahrung gegenüber einer eher skeptischen Theologie, Liturgie und Pastoral sind Wallfahrten und Wallfahrtsorte wie Lourdes für viele Menschen eine der wenigen Möglichkeiten, das zu erleben, was die Perikope der Jüngerberufung im Johannesevangelium mit den Worten zusammenfasst: «Kommt und ihr werdet sehen.» Gerade im gemeinsamen Gebet, im Singen und Liturgie feiern, ist dieser Geist, der Heilige Geist, spürbar. Und gerade darin unterscheidet sich das Pilgern vom normalen Wandern. Auch beim Wandern 14

…je mehr sie sich, die Kirche, als eine «Gemeinschaft von Verwundeten» realisiert, die gegenseitig darum wissen, dies respektieren und entsprechend vorsichtig und barmherzig miteinander umgehen… worfen sein wird, pilgern die einen von seinen Jüngern auf Erden, die andern sind aus diesem Leben geschieden und werden gereinigt, wieder andere sind verherrlicht und schauen klar den dreieinen Gott selbst, wie er ist.»


Lourdes

J

eder in Lourdes kennt die ehernen Stimmen von JeanneAlphonsine (2000 kg) und ihren starken Schwestern GenevièveFélicie (1800 kg), Hermine-Benoîte (1100 kg) und Cécile-Gastine (800 kg). Seit 1874 läuten sie jubelnd hoch im Glockenturm der Basilika der Unbefleckten Empfängnis und bilden vom Himmel her ein prachtvolles Echo zum Gesang der Pilger. Doch diese Kinder des Glockengiessers Hildebrand aus Paris, die ein Fürst von Béarn und seine Gattin im Jahre 1870 grosszügig der Wallfahrtsstätte schenken wollten, ertönten zunächst einmal im Kriegslärm: Die vier Glocken standen kurz vor der Auslieferung, als die französische Regierung die schöne Bronze beschlagnahmte, um daraus Kanonen zu giessen, die es mit den furchterregenden Geschützen der preussischen Artillerie aufnehmen sollten. Aber der edle Wohltäter, der sich davon nicht beirren liess, zeigte erneut sein grosses Entgegenkommen und schenkte nach dem Untergang des Zweiten Kaiserreiches neue Glocken. Diese Ersatzglocken, eine Kopie der ursprünglichen, wurden aber erst am 16. August 1874, ein Jahr später als geplant, von Kardinal Donnet, Erzbischof von Bordeaux, in Anwesenheit von Bischof Langénieux von Tarbes und vielen Vertretern der Kirche und der Gesellschaft feierlich gesegnet. Allerdings sind die grossen Glocken und ihre Schwestern nicht die einzigen im Glockenturm der Basilika der Unbefleckten Emp-

Die Glocken der Wallfahrtsstätte fängnis. Für die Turmuhr gibt es noch drei deutlich kleinere Glocken, die in der gleichen Werkstätte gegossen wurden. Diese waren schon einige Monate vorher, am 8. April 1874, vom Bischof von Tarbes gesegnet wor-

Herrn, eingeweiht. Die von der Firma Paccard gegossene Glocke wurde auf den Namen MarieJeanne getauft und war ein Geschenk der Ligue Féminine d’Action Catholique anlässlich des 50. Jahrestages ihrer Gründung.

den. Junge Firmlinge, begleitet von Abbé Peyramale, hatten an diesem Tag die Ehre, das Patronat für die Glocken übernehmen zu dürfen. Dieses schöne Glockenspiel wurde erst 1883 vervollständigt, als der Turmuhr zwei weitere Glocken hinzugefügt wurden, über die das örtliche Archiv jedoch nicht viel vermeldet. Schliesslich wurde eine letzte, 760 kg schwere Glocke am 24. März 1954, am Vorabend des Hochfestes Verkündigung des

Sie trägt den fünften Ton des Glockenspiels bei, das jetzt die Noten c, g, f, e, und d umfasst, sodass der Refrain des Ave-Maria von Lourdes gespielt werden kann.

15

Aus: Lourdes-Magazin Juli–August 2012


Lourdes

V

om Voralpengebiet und den Grotten von Amden und Berg Sion führt unser Pilgerweg entlang der Grotten der Schweiz an den Bodensee, näherhin auf die Anhöhe von Klingenzell. Dieser schmucke Weiler über dem Untersee lädt uns nämlich ein, ein ganz besonderes Bijou einer Lourdesgrotte zu betrachten. Denn wenn wir auf den Klassiker einer Lourdesgrotte blicken, dann erkennen wir mehr oder weniger immer Abbilder von Massabielle. Eine Nische, in einen Felsen gehauen oder gebaut, in der die Muttergottesstatue thront, mit einem Altar versehen und aus der hin und wieder sogar eine Quelle hervorgeht. Ganz anders in Klingenzell. Die Grotte ist aus einem dreiteiligen Triumphbogen gebaut, der uns ein wenig an die Be-

Lourdesgrotten Klingenzell schreibungen des himmlischen Jerusalems in der Geheimen Offenbarung der Heiligen Schrift erinnert. Und dennoch strahlt sie jene natürliche Schlichtheit aus, die allen Lourdesgrotten eigen ist. Darüber hinaus besitzt Klingenzell nicht eine Quelle, sondern vor der Grotte ist ein kleiner «Teich» angelegt, der die beiden Tore links und rechts hervorzuheben vermag und sehr pointiert auf das Zentrum mit der Muttergottesstatue und der hl. Bernadette hinweist. Ja, wir PilgerInnen kön-

nen wie in einer grossen Wallfahrtsbasilika ins Heiligtum eintreten, in Gebet und Gesang der Muttergottes unsere Ehre erweisen, um dann auf der anderen Seite das Heiligtum wieder zu verlassen. Dabei vermag nochmals der alte Sinn des Pilgerns aufzuleuchten, der ganz wesentlich auf das Unterwegssein, auf das Gehen und nicht Stehenbleiben, fusst. Dazu lädt uns die Grotte von Klingenzell besonders ein. Darüber hinaus lässt uns das Spiegelbild im Wasser aber ebenso deutlich erkennen, dass wir im Gehen durch das Heiligtum in der Tat ins Geschehen der Grotte miteinbezogen werden, zusammen mit Bernadette, die sich vom Felsen an Massabielle nicht bloss angezogen fühlte, sondern geradezu aufgenommen wurde, um andere anschliessend, nach dem Verlassen der Grotte, ebenso daran teilhaben zu lassen. Aus der Geschichte Das, was wir einleitend über die Lourdesgrotte von Klingenzell bedacht haben, scheint die

Wohl eine der jüngsten Lourdesgrotten der Schweiz dürfen wir in Klingenzell besuchen. 16


Lourdes

Geschichtsschreibung über die Grotte zu bestätigen. Bis zu Beginn des 18. Jahrhunderts stand am Ort der heutigen Grotte die Kirche von Klingenzell. Diese wurde abgebrochen und 1704 etwas weiter oben auf der Anhöhe wieder neu aufgebaut. So entstand an diesem geheiligten Ort alsbald eine «normale» Mariengrotte, die bis zum Jahre 2008 als solche den zahlreichen PilgerInnen zur Schmerzensmutter von Klingenzell diente. Im Zusammenhang mit den Feierlichkeiten «150 Jahre Marienerscheinungen in Lourdes» entstand die Idee, dieses Marienheiligtum in eine Lourdesgrotte umzugestalten. Und der Zufall wollte es, dass just zu diesem Jubiläum eine Familie den Wunsch hatte, einer Lourdesmuttergottesstatue im Raum von Mammern/Klingenzell einen gebührenden Platz zu schenken. Diese Statue ist nicht etwa eine Neuanschaffung, sondern ist datiert mit dem Jahr «1906» und stammt aus dem Nachlass einer Familie von Homburg. Ursprünglich war sie ein Primizgeschenk an Pfarrer Ruppert Keller, der später als Pfarrer und Dekan in Mammern wirkte. So vermag die Lourdesstatue von Klingenzell einerseits ein Abbild der Vorsehung Gottes zu sein und zugleich ein Hinweis, dass nicht einfach alles nur purer Zufall ist. Anderseits mag in ihrer Geschichte auch unser Pilgerweg abgebildet sein, der uns genauso immer wieder an die Quellen des Lebens führen kann – manchmal auch auf Umwegen. Das Lourdesheiligtum wurde im Jahre 2009 neu eingesegnet.

Im Laufe der Jahre kam ein Kreuzweg dazu. Dieser führt von Mammern durch den Wald, vorbei an der Lourdesgrotte, hinauf zur Wallfahrtskirche, von wo sich eine wunderbare Aussicht auf das Schloss Hohenklingen, die be-

Einkehr in die Lourdesgrotte verbinden.

rühmte Insel Reichenau und auf die reizvolle Landschaft des Untersees eröffnet. In der Wallfahrtskirche von Klingenzell finden am Sonntag (ausser dem 1. Sonntag im Monat) regelmässig Messfeiern statt. Im Monat Mai wird um 15 Uhr eine Maiandacht gehalten und jeweils mittwochs ist um 19 Uhr Rosenkranz und um 19.30 Uhr Messfeier. Da die Grotte lediglich fünf Gehminuten von der Kirche entfernt ist, lässt sich der Besuch der Gottesdienste sehr gut mit einer

bar. Von Eschenz oder Mammern (mit dem Auto auch von Herdern) lässt sich das Pilgerheiligtum einfach finden. Wer mit den öffentlichen Verkehrsmitteln reist, kann die Heiligtümer zu Fuss von Mammern oder Eschenz aus in 50 Minuten erreichen. Neben der Wallfahrtskirche befindet sich das Gasthaus «Klingenzellerhof», der für das leibliche Wohl dienen kann. Möge dieses schmucke und noch junge Lourdesheiligtum viele BeterInnen versammeln.

17

Anreise Klingenzell ist sowohl mit dem öffentlichen Verkehr wie auch mit dem Privatauto gut erreich-


Lourdes

I

m Frühling dieses Jahres wurde die Lourdesgrotte Marbach restauriert. Der Platz und der Überbau mit der Glocke wurden gereinigt, die beiden Statuen von Kurt Studer fachmännisch restauriert.

Lourdesgrotten Marbach – eine lohnende Sanierung kniende Bernadette. An der Wand der überdachten Gebetshalle finden sich von Pilgern angebrachte Dankesbezeugungen. Die Urkunde der Stifterfamilie Studer-Koch beginnt mit den Worten: «In Erkennung einer unermesslichen Dankschuldigkeit an den ewigen, allmächtigen Gott und an seine liebe Muttergottes, die unbefleckte Empfängnis von Lourdes.»

Nachdem die Arbeiten am Ort abgeschlossen sind, zieht die Grotte wieder Besucherinnen und Besucher an. Die Lourdesgrotte am Steiglenbach liegt 15 Gehminuten oberhalb des Dorfes Marbach. Sie ist ein vielbesuchter und beliebter Ort des Gebetes und der Meditation. Von der Pfarrkirche St.Nikolaus führt der leicht begehbare Kreuzweg in 14 Stationen zur Lourdesgrotte. Zum gleichen Ort führt auch der neu erstellte Gebetsweg entlang des Steiglenbaches. Ge-

nügend Parkplätze bieten sich im Dorf Marbach an. Zwei Gehminuten von der Grotte entfernt befinden sich ebenfalls Plätze zum Parkieren. Entstehung des Wallfahrtsorts Die von der Natur gestaltete Grotte wurde 1917 zum Wallfahrtsort ausgebaut, in Erinnerung an die Marienerscheinungen von 1858 im südfranzösischen Lourdes. Vom Felsvorsprung herab blickt die Muttergottes segnend auf die 18

Ort der Ruhe und Besinnung Die Lourdesgrotte ist in erster Linie ein Ort der Ruhe und der Besinnung, wo stille Beter Erholung finden. Regelmässig finden hier auch Andachten und Gottesdienste statt. Die Marienfeste im Verlauf des Kirchenjahres sind ein spezieller Grund, den Gebetsort aufzusuchen. Sehr oft wählen Hochzeitspaare diesen speziellen Kraftort für ihr Ja zur Ehe. Information: Infotafel beim Dorfparkplatz oder Telefon bei Marbach Tourismus 034 493 38 04; rollstuhlgängige Toiletten im Haus zum Sigristen, Dorfplatz 3. Willi Haas, Marbach


Vereinsmitteilungen

LPV Nidwalden: Generalversammlung Am 3. Juni 2012 fand im Pfarreizentrum in Stans die Generalversammlung des LPV Nidwalden statt. Als Präsident durfte Andreas Furger neben dem Präses, Pfarrer David Blunschi, 29 weitere Vereinsmitgleider begrüssen. Die Versammlung eröffnete mit einem Fotorückblick auf die 116. Lourdeswallfahrt, die Josef Dossenbach vorbereitet hatte. Dabei bediente er sich auch weiterer Statistiken, die die rückläufige Beteiligung der letzten Jahre klar aufzeigten.

Die statutarischen Geschäfte konnten zügig erledigt werden und der Präsident war sehr erfreut über die aktive Mitarbeit aller Vorstandsmitglieder, allem voran über die exakte Arbeit der Kassierin. Der LPV Nidwalden, mit seinen gut 1000 Mitgliedern, durfte im vergangenen Jahr auch an den beiden Jubiläen der Lourdespilgervereine Obwalden (50 Jahre) und Solothurn (40 Jahre) teilnehmen. Dieser Kontakt konnte auch an der Präsidentenkonferenz in Uznach gepflegt werden.

Nicht zu vergessen sind die Ortsvertreterinnen. Einmal jährlich findet das gutbesuchte Treffen der Austauschgruppen statt. Sie sind es ja vor allem, die neue Mitglieder anwerben und die Botschaft von Lourdes – Menschenleben in Freud und Leid für Gesunde und Kranke – in die Dörfer und Wohnungen hinaustragen. Die Versammlung klang mit einem Dankeswort des Präses und bei gemütlichem Beisammensein mit Speis und Trank aus. Emma Christen, Obbürgen

Bereiten Sie Ihre Lourdeswallfahrt vor  Lourdes – Stätte des Lichts,

Bücher

 Lourdes – Quelle der Hoffnung von Roland W. Moser 196 Seiten

Fr. 22.–

 Die 18 Erscheinungen

von Lourdes und ihre Bedeutung für den inneren Weg, von Franz-Toni Schallberger 200 Seiten Fr. 25.–

 Das Licht der Wahrheit. Weg

einer Familie in die katholische Kirche, von Jürg F. Berchtold 95 Seiten Fr. 23.–

 Das Geheimnis von Lourdes, von Odilo Lechner

Fr. 16.–

von Andreas Drouve

Fr. 23.–

DVD/CD

 Bernadette Soubirous (ca. 2 Std.)/DVD

Die Preise verstehen sich exkl. Porto und Verpackung. Bei Bestellung bitte das Gewünschte ankreuzen.

Fr. 40.–

 Ich wurde in Lourdes geheilt. Interview mit Br. Leo Schwager/DVD

Fr. 20.–

 Prozessionen in Lourdes: Es singt

der Süddeutsche-Pilger-Chor Leitung: Leander Prinz/CD Fr. 20.–

 Marienlieder in Lourdes: Es singt

der Süddeutsche-Pilger-Chor Leitung: Leander Prinz/CD Fr. 20.–

19

Pilgerbüro, 8730 Uznach Telefon 055 285 81 15 Telefax 055 285 81 00 E-Mail: pilgerbuero@lourdes.ch


Vereinsmitteilungen

LPV Fricktal: Vereinswallfahrt Mit dem Car starteten die erwartungsvollen Reiselustigen ab Frick über die Grenze in den benachbarten Schwarzwald. Eine Berg- und Talfahrt durch das Wehratal brachte uns nach Todtnau. Gemütlich, bei Kaffee und Gipfeli, konnten einander viele bekannte Gesichter begrüssen. Nach der Kaffeepause ging die Fahrt weiter durch das Wiesental mit Blick auf den Feldberg, den höchsten Punkt des Schwarzwaldes. Unterwegs wurde der

Rosenkranz gebetet. Unser Präses Fabian Schneider informierte über die geschichtlichen Ereignisse des heutigen Reiseziels, St.Peter im Schwarzwald. Von welcher Seite die Pilger auch immer anreisen, der erste Eindruck von St.Peter ist die prächtige, barocke Klosteranlage. Sie liegt auf einem Hochplateau von 700 Meter über Meer. Seit über 200 Jahren leben hier jedoch keine Benediktinermönche mehr. Die Gebäude wurden als

Militärlazarette und später als Priesterseminar verwendet. Heute ist St.Peter ein geistliches Zentrum, wo Exerzitien und Kurse zur Glaubensvertiefung angeboten werden. Da St.Peter am diesem Sonntag Patrozinium feierte, war die Wallfahrtskirche voll besetzt mit Pilgern aus dem In- und Ausland. So wohnten wir in der Wallfahrtskirche auf dem Lindenberg der Festmesse bei. Anschliessend wurde uns in der Pilgergaststätte ein feines Mittagessen serviert. Der Lindenberg bei St.Peter liegt fast einsam auf einer Anhöhe auf 814 Meter über Meer. Von hier öffnet sich ein wunderbarer Blick vom Feldberg nach St.Märgen bis zum Schauinsland und den Vogesen. In der Wallfahrtskirche finden rund um die Uhr Gebetswachen von Männergruppen statt. Ihr Patron ist unser Landesvater, der hl. Bruder Klaus. Am Nachmittag besuchten wir das Dorffest in St.Peter. Da gab es viele Marktstände, schöne Vorführungen von Trachtengruppen und Gelegenheit zum «Chrömle». Das Dorf St.Peter ist auch berühmt für seine Uhrmacherei. Der Heimweg führte uns nach Hinterzarten, wo wir einen Blick auf die Skisprungschanzen werfen konnten. Am Titisee vorbei, durch das Bärental, gelangten wir nach Grafenhausen. Beim Dessert- und Zobighalt im bekannten Gasthof Tannenmühle stärkten wir uns für die Fahrt ins heimatliche Fricktal. Erfüllt von vielen tollen Eindrücken aus dem Schwarzwald wird die Sommerreise in guter Erinnerung bleiben. Renate Schmid, Aktuarin

Die Wallfahrtskirche Lindenberg: Ein Ort des Gebetes und der Begegnung. 20


Vereinsmitteilungen

LPV Freiamt: Vereinswallfahrt Die diesjährige Jahreswallfahrt des Lourdespilgervereins Freiamt führte bei herrlich schönem Wetter ins malerische Toggenburg zur Wallfahrtskirche Iddaburg. Mit drei Cars der Firma Riechsteiner & Weber, in denen 132 Pilger und Pilgerinnen aus dem ganzen Freiamt Platz fanden, führte die Fahrt über den Hirzel nach Pfäffikon am Zürichsee, wo ein Kaffeehalt im Restaurant Sternen eingeplant war. Nach dieser Stärkung ging

Um 14.30 Uhr feierten wir in der schmucken Wallfahrtskirche mit unserem Präses, Pfr. Richard Strassmann, zu Ehren unserer Gottesmutter, einen feierlichen Gottesdienst. Da ausser den FreiämterPilgern auch Gläubige aus der Umgebung am Gottesdienst teilnahmen, war die Kirche zum Bersten voll. Im Anschluss an den Gottesdienst hatten wir Gelegenheit, die in der Nähe im

Gerne hätten wir diese barocke Klosteranlage für einmal mit eigenen Augen gesehen. Doch was noch nicht war, kann ja bekanntlich noch werden. So war es bald wieder Zeit, die Rückreise anzutreten. Die Weiterfahrt führte uns über Wil–Winterthur nach Bassersdorf, wo wir im Restaurant Geerlisburg mit einem feinen Aufschnitt-Teller unseren Hunger stillten. Gestärkt vom Zobighalt bestiegen wir wieder die Cars zur Heimreise. Trotz starkem Feierabendverkehr und Stau kamen wir gegen 19.30 Uhr wohlbehalten im Freiamt an. Ein wenig müde, aber glücklich! So ging ein froher und erlebnisreicher Tag zu Ende. Stephan Ritter, Muri

Eine alte Postkarte von St.Iddaburg öffnet uns einen neuen – alten Blick auf den Wallfahrtsort im Toggenburg.

die Fahrt weiter über den Seedamm– Rapperswil–Wald über die Hulftegg nach Gähwil. Eine schmale Strasse, die die besondere Aufmerksamkeit der Chauffeure verlangte, führte die Cars nach der 966 Meter über Meer gelegenen St.Iddaburg.

Wald gelegene Lourdesgrotte zu besuchen oder im Gartenrestaurant mit einem kühlen Getränk den Durst zu löschen. Das schmucke Lourdesheiligtum, etwas unterhalb der Wallfahrtskirche, ist eines der ältesten Zeitzeugnisse der Lourdeswallfahrt in unserer Schweiz. Auch heute vermag es viele Gläubige zum Gebet zu versammeln, die sich auf die Spuren der hl. Idda von Toggenburg wagen. Leider blieb uns keine Zeit, das im nahen Kloster Fischingen erhaltene Grab der hl. Idda zu besuchen. 21


Vereinsmitteilungen

LPV Wil: Vereinswallfahrt Der Lourdespilgerverein Wil und Umgebung begab sich am Dienstag, den 10. Juli 2012 auf die Vereinswallfahrt nach

sätze. Unser persönliches Beten und Opfern ist eine gute Grundlage, damit eine Glaubenserneuerung stattfinden kann.

Der LPV Wil mit P. Meinrad an der der Grotte von Mels.

Dabei sollen wir unsere Herzen in Liebe mit dem Heiland verbinden, mit der ganzen Katholischen Kirche und dem Papst. Die Muttergottes will uns in ihre Schule nehmen, wie die Apostel vor dem Pfingstfest. Sie unterrichtet uns: Was Jesus sagt, das tut. Nach dem feinen Mittagessen hatten wir mit P. Meinrad eine Andacht in der Lourdesgrotte in Mels. Zur Eröffnung sangen wir: «Jungfrau wir dich grüssen…» Nun überlegten wir uns, was Jesus aus Liebe zu uns auf seinem Kreuzweg auf sich genommen hatte, denn wir wären für ewig verloren gewesen. Unsere einzige Aufgabe in diesem Erdenleben ist – in den Himmel, zum liebenden Gott zu kommen. Mit viel geistlicher Nahrung und seelisch gestärkt durften wir auf dem Heimweg bei einem Zwischenhalt noch ein feines Dessert geniessen. Josef Allenspach, Niederwil

Mels. Dort besuchten wir den treuen Lourdespilger und Muttergottesverehrer P. Meinrad Manser, der im Kapuzinerkloster Mels neu beheimatet ist, nachdem in Appenzell das Kapuzinerkloster aufgelöst werden musste. P. Meinrad ist uns ans Herz gewachsen! Er feierte auch immer mit uns den Gottesdienst im Ahorn. In der Klosterkirche sangen wir das Eröffnungslied: «Ihr Freunde Gottes allzu gleich…» Genau am 51. Jahrestag seiner Priesterweihe ermunterte uns P. Meinrad in seiner tiefgehenden Predigt treu zum Glauben zu stehen. Weltweit stehen wir in einem Umbruch. Überall gibt es Gegen-

22

Unsere Verstorbenen Altstätten SG: Alfred Tanner Arbon: Margrit Schatt-Holdener Basel: Maria Notburga Zwicker Bütschwil: Hedy Gamber-Moser Eschenbach SG: Vreni Bachofen-Pfyl Goldach: Rosmarie Koller-Lehner Gossau SG: Hedwig Häfele Ibach: Margrit Gebhardt Kriens: Elisabeth Noser-Mühlebach Lostorf: Emil Roos-Leupi Lungern: Regina Furrer-Imfeld Luzern: Anna Stirnimann; Josef Huber-Burri Muotathal: Anton Schelbert Näfels: Monika Kummer-Landolt; Viktor Müller-Camenisch Oberriet SG: Leo Kühnis-Gächter Reichenburg: Elisabeth Brändli-Vogt Ricken SG: Lina Eichmann-Seliner Ried (Muotathal): Stefan Gwerder-Föhn Rothenthurm: Albertina Föhn-Reichmuth; Theres Inglin-Nussbaumer Saas-Fee: Aline Supersaxo Schneisingen: Franz Schwitter-Lehmann St.Gallen: Myrtha Eichmüller Uetliburg SG: Josef Hüppi-Wirth Vicosoprano: Heinz Jantsch-Pedroni Wangen SZ: Marie Waldvogel-Bachmann Willisau: Anna Heller-Hofstetter

Wir empfehlen unsere Heimgegangenen der Fürbitte Mariens und dem Gebet der AVE-Leser.


Vereinsmitteilungen

Interdiözesane Lourdeswallfahrt DRS Bischof Markus Büchel Klosterhof 6b 9001 St.Gallen

Herr Gerold Kalbermatten* Haus Myriam 3906 Saas-Fee

Pfarrer Andreas Schönenberger Grüenauweg 6 9630 Wattwil

Bischof Felix Gmür Baselstrasse 58 4500 Solothurn

Herr Otmar Kocherhans Ametsbergstrasse 11 8625 Gossau ZH

Herr Hans Schorno Luzernerstrasse 26 6440 Brunnen

Bischof Vitus Huonder Hof 19, Postfach 133 7000 Chur

Herr Edgar Koller Grütliwiese 1 9607 Mosnang

Pfarrer Stefan Staubli Tellstrasse 7 8400 Winterthur

Pfarrer Urs Steiner* Baarerstrasse 62 6300 Zug

Frau Maria Kretz Weierweg 2 8725 Ernetschwil

Frau Lisbeth Suter Dättwilerstrasse 13a 5405 Dättwil AG

Schwester Cäcilia Allenspach* Kloster Ingenbohl 6440 Brunnen

Frau Hedy Mäder Lindenstrasse 21 8730 Uznach

Herr Dr. Albert Wick Pfaffenholzstrasse 28 8500 Frauenfeld

Pfarrer Peter Aregger Via Principala 68 7031 Laax GR

Herr Paul Metzger* Zelgstrasse 37 8335 Hittnau

Herr Helmut Zurbriggen Haus Mühle 3905 Saas Almagell

Abt Ivo Auf der Maur St.Otmarsberg 1 8730 Uznach

Herr Willy Perren Zen Steckenstrasse 78 3920 Zermatt

* Vorstandsmitglieder

Herr Dr. Jürg Berchtold* Ruchholzstrasse 35B 4103 Bottmingen

Herr Dr. Emil Pfister Sulzweidstrasse 14 8737 Gommiswald

Bruder Bernhard Bisquolm* St.Otmarsberg 1 8730 Uznach

Pater Emmanuel Rutz St.Otmarsberg 1 8730 Uznach

Domherr Christoph Casetti Hof 19 7000 Chur

Pfarrer Paul Schlienger Pfarrhaus 12 7459 Stierva

Pfarrer Stefan Essig Kirchplatz 7 5316 Leuggern

Pfarrer Jürg Schmid Weihermattstrasse 51 5000 Aarau 23


AZB 8730 Uznach

LourdesStationen Ein unverkennbarer Ort für Lourdes bildet die «Kerzenanlage» zwischen der Grotte und den Bädern. Und allein diese Anordnung zeigt uns den tieferen Sinn jeder Kerze, die in Lourdes als Licht Christi angezündet wird. So ist es mehr als eine gestalterische Frage, wenn in

Das Licht jeder Kerze ist nicht nur Zeichen des Betens, sondern auch immer Zeichen der Auferstehung Jesu Christi. In der Taufe ist auch für uns dieses Licht entzündet worden.

jedem Häuschen die Worte zu lesen sind «Das Licht dieser Kerze ist ein Zeichen meines Betens». Diese Wahrheit ist selbstverständlich in den fünf offiziellen Sprachen von Lourdes abwechselnd wiedergegeben. Ja, jede Kerze ist ein Gebet zu Gott, unserem Vater.

AVE 2012/5 Lourdes DRS  

Interdiözesane Lourdeswallfahrt DRS

Read more
Read more
Similar to
Popular now
Just for you