Issuu on Google+

In dieser Ausgabe Der uns die Eucharistie geschenkt hat Wo der Glaube singt Bischof Jacques Perrier

4 9 12

AVE – 4 – August 2012


Zum Geleit

Impressum Organ des Vereins der Interdiözesanen Lourdeswallfahrt Deutsche und Rätoromanische Schweiz und der Regionalvereine AVE 60. Jahrgang Es erscheint 6-mal pro Jahr (Abonnement 1 Jahr Fr. 17.—, 2 Jahre Fr. 32.—, 3 Jahre Fr. 48.—): je Ende Januar, März, Mai, Juli, September, November Pilgerbüro, St.Otmarsberg Administration, 8730 Uznach Tel. 055 285 81 15 (Mo—Fr, 14—17 Uhr) Fax 055 285 81 00, PK 90-8242-9 Wallfahrt: www.lourdes.ch Abonnement: www.abo.otmarsberg.ch E-Mail: pilgerbuero@lourdes.ch Redaktion, Vereinsmitteilungen P. Emmanuel Rutz, 8730 Uznach Tel. 055 285 81 02 E-Mail: p.emmanuel@otmarsberg.ch Titelbild Eine Statue der hl. Bernadette im Wallfahrtsbezirk von Lourdes wurde mit einem Rosenkranz beschenkt.

Zum Geleit Blick in die Zukunft Liebe Lourdesfreunde! In der letzten Ausgabe unserer Zeitschrift durften wir an dieser Stelle dankbar auf die 116. Lourdeswallfahrt zurückblicken. So mancher Gottesdienst sowie einige Begegnungen und viele persönliche Eindrücke wollten nochmals betrachtet und vertieft werden. Da die Zeit auch auf dem Gebiet der Wallfahrten nicht stehen bleibt, hat sich der Vorstand der Interdiözesanen Lourdeswallfahrt der Deutschen und Rätoromanischen Schweiz in der Juni-Sitzung bereits mit der kommenden Wallfahrt vom 12.–18. April 2013 befasst und einige wichtige Entscheidungen getroffen, die an dieser Stelle der

Fotos Hans Schorno: S. 1, 2, 3, 5, 6, 9, 16, 21, 24; Lourdes-Photo: S. 4, 12, 13, 14; Bernhard Bislin: S. 7; Edgar Koller: S. 17; Archiv Uznach: S. 19; Helen Good: S. 20; Oswald Renner: S. 22; Hans Lang: S. 23. Druck Druckerei Oberholzer AG, Uznach Das nächste AVE erscheint Ende September 2012 Redaktionsschluss: 27. August 2012

2

breiten Pilgerschar bereits mitgeteilt sein möchten. Auf dem Hintergrund der stagnierenden Pilgerzahlen – an den letzten zwei Wallfahrten durften wir mit gut 1800 PilgerInnen nach Lourdes pilgern – und der schlecht ausgebuchten Pilgerzüge einerseits und der sehr grossen Nachfrage auf das Flugangebot, das bereits Mitte Dezember 2011 ausgebucht war andererseits, war Handlungsbedarf eingefordert. Zudem stiegen die Reisekosten in den Nachtzügen gegenüber dem Tageszug durch die schlechte Ausnützungsziffer um Fr. 160.–/Person an, was hochgerechnet auf die Reisenden der Nachtzüge keine unbedeutende Summe darstellt. Dass dabei die veränderten Reisegewohnheiten unserer Gesell-


Zum Geleit

schaft eine wesentliche Rolle spielen, soll an dieser Stelle ebenso Erwähnung finden. Auf diesen Hintergründen wird es auf der nächsten Wallfahrt folgendes Reiseangebot geben: Die Flugwallfahrt wird auf zwei Angebote ausgebaut. Der erste Flug ist für den Freitagnachmittag vorgesehen und kann keine kranken PilgerInnen mitnehmen, die im Accueil NotreDame untergebracht sein möchten. Der zweite Flug wird Zürich-Kloten am Samstagmorgen verlassen. Auf diesem ist eine kleine Anzahl «kranker» PilgerInnen möglich. Des Weiteren wird das Carangebot ausgebaut. Die genaue Anzahl der Reisecars ist noch nicht festgelegt und wird sich letztlich nach den eingegangenen Anmeldungen selbst regulieren. Für die Zugswallfahrt sind für das Jahr 2013 ein Kranken- und ein Tageszug vorgesehen. Der Tageszug wird wohl die gewohnten Haltestationen anfahren und kann bei einer optimalen Belegung 840 PilgerInnen fassen. Der Krankenzug wird sowohl von Rorschach wie auch von Chur aus als sogenannter «Flügelzug» die Kranken und das begleitende Personal aufnehmen. In Genf werden die beiden Linien zusammengeführt und als eine Zugskomposition zur Wallfahrt nach Lourdes geführt. Da dieser Krankenzug von der Kapazität nur noch wenige zusätzliche PilgerInnen aufnehmen kann, ist schon jetzt darauf hinzuweisen, dass sich die gesunden Pilger grossmehrheitlich für die

anderen Angebote entscheiden möchten. Speziell sei ein Hinweis für das freiwillige Personal vermerkt. Jenes Personal, das nicht auf dem Krankenzug zur Pflege gebraucht wird, ist gebeten, sich auf den Tageszug oder für den zweiten Flug anzumelden. Die Verantwortlichen der Wallfahrt hoffen, mit diesem Angebot den vielfältigen Anforderungen einer Wallfahrt im Jahre 2013 entsprechen zu können. Dass dabei nicht alle Wünsche berücksichtigt werden können, gilt jedoch auch für die 117. Lourdeswallfahrt. Möge «Unsere Liebe Frau von Lourdes» die Vorbereitungen wie auch die Tage in Lourdes mit ihrer Fürbitte begleiten. Ihr P. Emmanuel Rutz osb 3

In diesem Heft finden Sie

Zum Geleit

2

Die Mosaiken

4

Rosenkranz

6

Wallfahrtsrückblick

9

Wallfahrtsopfer

11

Bischof Perrier

12

Nachrichten aus Lourdes

15

Lourdesgrotten

17

Vereinsmitteilungen

19


Wallfahrtsmotto

I

n einem Gebet zur heiligen Bernadette heisst es: «Du hast dich so sehr nach der Eucharistie gesehnt. Du hast alles dafür getan, den Leib Christi, das Brot des Lebens zu empfangen. Du hast gerne das Allerheiligste Sakrament angebetet, um dein Leben mit dem Opfer Jesu, dem Retter, zu vereinen.» In unseren Betrachtungen über die Lichtreichen Geheimnisse kommen wir zum Geheimnis: «Jesus, der uns die Eucharistie geschenkt hat.» Schauen wir wieder auf die Fassade der Rosenkranzbasilika. Über der Szene der Hochzeit von Nazareth ist links und rechts die Einsetzung der Eucharistie dargestellt. Somit wird angedeutet, dass die Hochzeit von Kana und

Lichtreicher Rosenkranz Der uns die Eucharistie geschenkt hat die Einsetzung der Eucharistie in Zusammenhang stehen. Kana war das erste Zeichen, das Jesus tat, die Eucharistie das letzte Zeichen, sein Testament. Jesus fasst in den Worten über Brot und Wein: «Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird; Das ist mein Blut, das für euch vergossen wird, zur Vergebung der Sünden» sein ganzes Leben zusammen. Sein Leben wird zu einem einzigen heiligen Zeichen – zum Sakrament. Seine Liebe nimmt in der Eucharistie Gestalt

4

an. Nicht in der menschlichen Gestalt eines konkreten Leibes aus Fleisch und Blut, sondern in der Gestalt der schlichten und doch so grundlegend wichtigen Lebensmitteln von Brot und Wein. Eine ganz neue Gestalt seiner Gegenwart bei den Seinen wie auch durch die Worte Jesu über Brot und Wein diese eine ganz neue Bedeutung und einen neuen, tiefen Sinn erhalten. Im Brot der Eucharistie wird er zur Lebensgrundlage für uns. «Es gibt keine grössere Liebe, als wenn ei-


Wallfahrtsmotto

ner sein Leben hingibt für seine Freunde. Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch auftrage…» (Joh 15,13f ) Und was trägt Jesus an diesem Abend den Aposteln und Jüngern auf? «Tut dies zu meinem Gedächtnis!» Dieses Wort entspricht dem Wort seiner Mutter bei der Hochzeit zu Kana: «Was er euch sagt, das tut!» (Joh 2,5b) Die beiden Darstellungen

Somit wird angedeutet, dass die Hochzeit von Kana und die Einsetzung der Eucharistie in Zusammenhang stehen. übereinander an der Fassade vermitteln die Verbindung von Eucharistie und Lebenswelt, Transzendenz und Alltäglichkeit. Auf dem linken Bild sind die drei Apostel bei Jesus, die er sonst bei wichtigen Stationen seines Lebens bei sich hat: Petrus, Jakobus und Johannes. Der Kelch Jesu ist gut hervorgehoben. Ein versteckter Hinweis auf Jakobus und Johannes: «Meinen Kelch werdet ihr trinken, aber die Plätze zu meiner Rechten und Linken habe nicht ich zu vergeben…» Bei der Feier der Eucharistie geht es nicht um bevorzugte oder weniger gute Plätze. Sondern wichtig ist einzig die Tischgemeinschaft mit dem Herrn. Diese wird angedeutet auf dem rechten Bild. Die Apostel halten das Tischtuch fest. Ein Ausdruck, wir wollen an der Ge-

meinschaft mit Christus festhalten, auch wenn wir den Kelch des Leidens mit ihm trinken müssen. Lebens- und Tischgemeinschaft mit Jesus bedeutet auch Schicksalsgemeinschaft. Nur einer, er schaut weg, ins Dunkel und er ist ohne Heiligenschein dargestellt, er hat weniger Interesse an dieser Tischgemeinschaft, er hält sich am Geldbeutel fest. Das wird letztlich für ihn zum Verderben werden. Die Portaltüren mit der Hochzeit zu Kana sind Türen der Liebe, die sich öffnen und einladen. Sie erinnern an das Wort aus dem Gleichnis Jesu: «Geht hinaus auf die Strassen und Plätze und ladet alle ein die ihr findet. Das Mahl ist bereitet.» Die geöffnete Seite Jesu am Kreuz ist ebenfalls eine Tür zur Liebe, zur Liebe seines 5

Herzens. Ein Herz, das sich hingibt, verwunden lässt, damit andere leben können. Für Bernadette war die Eucharistie die wahre Nahrung ihres geistlichen Lebens. Im Dienst an den kranken Menschen und in ihrem eigenen Leid verband sie sich mit dem Herrn und seiner Hingabe aus Liebe. Denn das eucharistische Leben beschränkt sich nicht nur auf die Eucharistiefeier allein. Der Alltag mit allem, was er mit sich bringt für uns, ist das Betätigungsfeld für unsere Liebe. Zum Schluss noch ein Wort aus dem Gebet zur hl. Bernadette: «Möge die Eucharistie mein Leben verwandeln in eine immerwährende Danksagung.» P. Emmeram Stacheder OFM Ingenbohl


Wallfahrtsmotto

M

it der fünften Betrachtung zum Wallfahrtsthema «Mit Bernadette den Rosenkranz beten» wechseln wir zum glorreichen Rosenkranz. Das Geheimnis «Der von den Toten auferstanden ist» öffnet uns die Tür für die letzten beiden Betrachtungen und zugleich auch die Tür des Glaubens an das ewige Leben. Ja, wir stehen mit dieser Betrachtung sozusagen in der Mitte der Kar- und Ostertage. Nachdem wir uns im letzten Heft vom Kreuzweg hinunter an

Sogleich schaut sie mich an, lächelt mir zu und gibt mir ein Zeichen zum Vortreten, wie wenn sie meine Mutter wäre.

Wallfahrtsmotto Der von den Toten auferstanden ist Wenn schon die ganze Hoffnung zerschlagen ist, dann klammern sie und wir uns zu recht daran, diesen Gang machen zu dürfen. Doch was erfahren diese Frauen? Der Engel lässt ihnen die Botschaft zukommen, näher zu treten und die leere Stelle zu betrachten, wo Jesus lag. Doch im Grunde haben sie keine Zeit, die Sache auch nur ansatzweise anzuschauen. Denn schon verkündet der Engel den Frauen die nächste unglaubliche Botschaft: «Er ist auferstanden, wie er gesagt hat.» Sozusagen Schlag auf Schlag – ohne Atempause – werden sie geführt: Näher treten, die leere Stelle betrachten, an die Auferstehung glauben. Als ob das nicht schon längst genug wäre, folgt auf diese Dreierliste die nächste absolute Aufforderung:

die Grotte bewegen liessen, sind wir nun eingeladen, an der Grotte von Lourdes exakt dieses Geheimnis zu bedenken. Und wir tun vielleicht gut daran, dafür eines der Osterevangelien nochmals zur Hilfe zu nehmen. Da ist die Botschaft vom leeren Grab verbunden mit der Botschaft des Engels. Maria von Magdala und die andere Maria wollten nichts anderes, als dieses Grab sehen. Ein ganz natürliches Verlangen von uns Menschen. 6

Geht schnell zu seinen Jüngern nach Galiläa. Dort werden sie mich – den Auferstandenen – sehen. Ist das nicht auch die Botschaft an Bernadette vom 11. Februar und den folgenden Tagen der Erscheinungen? Bernadette macht sich zwar nicht auf dem Hintergrund eines Todesfalles auf den Weg nach Massabielle. Aber die Hoffnungslosigkeit und die Armut begleiten sie. Dabei gilt es zu bedenken, dass diese beiden Lebenswahrheiten immer äusser-

Jedes Jahr dürfen wir als grosse Pilgergemeinschaft an der Grotte Christus, den Auferstandenen miteinander feiern und in der hl. Kommunion empfangen.


Wallfahrtsmotto

lichen wie auch innerlichen Charakter haben. Und auf diesem Hintergrund tritt das Mädchen immer näher an die Grotte. Bernadette lässt uns mit folgenden Aufzeichnungen Anteil haben: «Kaum bin ich dabei, meinen ersten Strumpf auszuziehen, höre ich plötzlich ein grosses Rauschen wie das eines Gewitters. Ich schaue nach rechts, nach links, auf die Bäume am Flusse; nichts rührt sich; ich glaube, mich getäuscht zu haben. Ich fahre weiter, meine Strümpfe

auszuziehen, als sich ein neues Rauschen wie das erste hören lässt. Oh! Da wird mir bange und ich richte mich ganz auf. Ich bin sprachlos und weiss nicht, was ich denken soll, als ich, mich der Grotte zuwendend, an einer der Öffnungen des Felsens einen Busch, einen einzigen, hin und her wehen sehe, wie wenn ein grosser Wind geblasen hätte. Fast zugleich kommt aus dem Innern der Grotte eine goldfarbene Wolke; kaum danach erscheint eine junge und schöne Dame, beson7

ders schön ist sie, wie ich nie eine solche gesehen habe, am Eingang der Nische über dem Busch. Sogleich schaut sie mich an, lächelt mir zu und gibt mir ein Zeichen zum Vortreten, wie wenn sie meine Mutter wäre. Die Angst hat mich verlassen; aber mir scheint, als ob ich nicht wüsste, wo ich bin. Ohne recht gewahr zu werden, was ich tue, nehme ich den Rosenkranz aus meiner Tasche und knie nieder.» Vielleicht ist diese Überlieferung ebenso «unglaublich». Doch


Wallfahrtsmotto

wenn wir gut wollen, können wir in dem, was bei der 1. Erscheinung geschehen ist, das Osterevangelium erkennen. Bernadette wird eingeladen, näher zu treten. Sie soll diese leere Grotte (Grab) betrachten und zugleich an die Auferstehung glauben, denn sie sieht die schöne Dame als ein Abbild der Auferstehung Christi. Und Bernadette wird anschliessend ebenso weggeschickt werden – nach Galiläa, wo sie den Auferstandenen sehen kann. Dabei meint Galiläa nichts anderes als in den Alltag hinein zu gehen. Hans Urs von Balthasar schreibt: «Dort, wo alles begonnen hat, im Alltag eines weltlichen Berufes, soll das neue Leben beginnen: im Unscheinbaren das Unfasslich-Einmalige.» Und dieses Unscheinbare sind für Bernadette die Gaffer, der Polizeikommissar, die eigene Familie und nicht zuletzt auch Abbé Peyramale, der Pfarrer von Lourdes. Und für sie alle – für Millionen von Menschen – wird Bernadette zur Zeugin des Auferstandenen. Doch nicht nur Bernadette ist an die Grotte berufen. Auch wir sind ebenso an die Grotte berufen, indem wir dieses Rosenkranzgeheimnis betrachten und uns ebenso bildlich vor die Grotte stellen. «Der von den Toten auferstanden ist!» – im unscheinbaren Wort das Unfasslich-Einmalige. Und wenn wir es irgendwie zu erfassen versuchen, dann geht es uns genauso. Wir kommen vor die Grotte. Irgendetwas führt uns dorthin. Es kann die Hoffnungslosigkeit, die Trauer, das Leid oder auch die Freude

sein. Auf alle Fälle gehen wir alle mit einem menschlichen Gefühl dorthin. Und dann kann es ebenso Schlag auf Schlag gehen. Wir zögern etwas, weil wir nicht wissen, was… Doch schon ereilt uns die Stimme: Komm etwas näher! Eigentlich wollen wir das nicht, aber etwas treibt uns an, obwohl wir nur den leeren Felsen sehen, die leere Nische. Und dennoch betrachten wir diesen Felsen. Er fasziniert uns mehr und mehr. Ja, er wird zum Fundament für unseren Glau-

ben, für den Auferstehungsglauben. Doch kaum sind wir fasziniert und haben uns zum Gebet niedergelassen, vielleicht sogar zum Rosenkranzgebet «Der von den Toten auferstanden ist», heisst es: Gehen! Geh nach Galiläa, dort wirst du dem Auferstandenen begegnen. Dort wirst du ihn sehen. Und mit Bernadette und den Frauen am Ostermorgen gehen wir. Und wem sind wir seitdem begegnet? Und wem begegnen wir heute? Ja, es ist der Herr!

Bereiten Sie Ihre Lourdeswallfahrt nach Bücher

 Die 18 Erscheinungen von Lourdes und ihre Bedeutung für den inneren Weg, von Franz-Toni Schallberger

200 Seiten / Fr. 25.—

 Das Licht der Wahrheit. Weg einer Familie in die katholische Kirche, von Jürg F. Berchtold

95 Seiten / Fr. 23.—

 Das Geheimnis von Lourdes, von Odilo Lechner  Lourdes — Stätte des Lichts, von Andreas Drouve

Fr. 16.— Fr 23.—

DVD/CD DVD / Fr. 40.—  Bernadette Soubirous (ca. 2 Std.)  Ich wurde in Lourdes geheilt. Interview mit Br. Leo Schwager DVD / Fr. 20.—  Prozessionen in Lourdes: Es singt der Süddeutsche-Pilger-Chor Leitung: Leander Prinz

 Marienlieder in Lourdes: Es singt der Süddeutsche-Pilger-Chor Leitung: Leander Prinz

CD / Fr. 20.—

CD / Fr. 20.—

Die Preise verstehen sich exkl. Porto und Verpackung. Bei Bestellung bitte das Gewünschte ankreuzen. Pilgerbüro, 8730 Uznach, Tel. 055 285 81 15, Telefax 055 285 81 00 E-Mail: pilgerbuero@lourdes.ch 8


Wallfahrt 2012

Z

war sagt der Philosoph Ludwig Wittgenstein in seinem berühmt gewordenen Satz: «Wovon man nicht sprechen kann, darüber muss man schweigen…». Trotzdem wird in Lourdes ein anderer Weg gewählt. Dort wird gefeiert, was man nicht erklären kann und besungen, was man nicht beschreiben kann; das Geheimnis Gottes und seine Wege zu und mit uns Menschen! Und so strecken Abend für Abend tausende von Menschen ihre Kerzen dem dunklen Himmel entgegen. Bereits am Nachmittag sind es lange Rollstuhlreihen, zu denen die Monstranz getragen wird mit dem Versprechen, von Gottes Zuneigung begleitet zu sein. Hier wird nicht über das Leid diskutiert, sondern Gott ganz unverschämt beim Wort genommen, dass Er sich für jede(n) interessiert.

Wallfahrtsrückblick Wo der Glaube singt Es ist eine grössere Gnade, auf dem guten Weg zu bleiben und den Rhythmus nicht zu verlieren. Aber die Gnade der Gnaden ist es, sich nicht zu beugen, und, ob auch zerbrochen und erschöpft, vorwärts zu gehen bis zum Ziel.» So gestand mir ein Mann, der seit Jahrzehnten im Rollstuhl sitzt, dass er nicht nach Lourdes kommt, um ein Wunder zu erleben. Es genüge ihm und das sei seine Hoffnung, immer mehr in ein volles Ja zu seinem Weg hi-

versprechen gemacht werden. Und Himmel auf Erden ist auch hier nur beschränkt erfahrbar und noch weniger mitteilbar. Deswegen wird aber keineswegs geschwiegen, wie es das oben zitierte Philosophenwort nahe legen will. Etwas anderes wird gemacht: es wird unaufhörlich gegen alles Leid angesungen und es werden Abend für Abend Lichter der Hoffnung wider alles Dunkel entzündet. Und der Lourdeschor singt im Abschlussgottesdienst einmal mehr das

neinzufinden – inklusive der Erfahrung einer tiefen Schicksalsgemeinschaft mit vielen anderen an diesem Ort. Dabei strahlt er und ist doch den Tränen nahe… Das macht mir Lourdes glaubwürdig, dass keine billigen Heils-

Halleluja aus Händels Messias, damit dem Letzten klar wird, dass Wittgenstein ergänzt werden muss: Wovon man nicht sprechen kann, darüber kann, ja muss man singen! Stefan Staubli, Winterthur

Ob in Lourdes deshalb keine Fragen offen und keine Wünsche unerfüllt bleiben? Natürlich schon, jede Menge! Eine Wallfahrt ist ja keine spirituelle Einkaufstour, die auf die Schnelle sämtliche Wünsche befriedigt. Doch auch hier gilt: Wer dranbleibt und nicht aufgibt, kommt weiter – und irgendwann sogar ans Ziel. Der grosse brasilianische Bischof Dom Helder Camara hat einmal gesagt: «Nein, bleibe nicht stehen. Es ist göttliche Gnade, gut zu beginnen.

9


Wallfahrt 2012

O

b gesund oder krank, ob jugendlich oder betagt, egal aus welcher Nation die Leute stammen – in Lourdes trifft sich Tag für Tag eine grosse christliche Familie. Es gibt keine Berührungsängste, keine Vorbehalte. Man spürt unter den Menschen ein besonderes Zusammengehörigkeitsgefühl, wie es sonst weltweit wohl nur selten in dieser Art anzutreffen ist. Diese Feststellungen können jedes Jahr, vom frühen Frühjahr bis in den späten Herbst hinein, gemacht werden, wenn es durchschnittlich gegen sechs Millionen Pilgerinnen und Pilger aus aller Welt nach Lourdes zieht. Zu einem weiteren eindrucksvollen Erlebnis dieser Art wurde für rund 1800 Menschen aus der deutschsprachigen Schweiz, darunter 200 Kranke, sowie gegen 430 Helferinnen und Helfer, die 116. Interdiözesane Lourdeswallfahrt, welche vom 28. April 2012 – 4. Mai 2012 stattfand. Besonders beeindruckend ist bei jeder Lourdeswallfahrt, wie kranke, leidende und schwache Menschen im Mittelpunkt stehen – wie sie von freiwilligen, gesunden Helferinnen und Helfern, seien diese Ärzte, medizinisches Fachpersonal oder Leute aus allen möglichen anderen Berufen und sozialen Schichten, liebevoll betreut und umsorgt werden, was schon auf der Hinfahrt in den Sanitätswagen der Nachtzüge beginnt. Es ist ein gegenseitiges sich beschenken. Was die Gesunden den Kranken an Nächstenliebe erweisen, beantworten diese auf besondere, ja einzigarti-

Wallfahrtsrückblick Wo Gesunde und Kranke sich begegnen ge und herzliche Weise. Unzählige begeben sich so wieder gestärkt mit neuen Hoffnungen, aber auch mit neuer Lebenskraft, auf den Heimweg. Bei den meisten Gläubigen, Gesunden wie Kranken, ist dabei der Wunsch zu vernehmen, im kommenden Jahr doch wieder an diese Quelle der Hoffnung, der Nächstenliebe und des Friedens zurückzukehren. Die Gemeinsamkeit im Glauben, sowie besonders die spezielle Segenskraft, die Gott spendet durch diesen kirchlich anerkannten Ort, wo die Gottesmutter im Jahre 1858 dem einfachen und frommen Mädchen Bernadette Soubirous erschienen ist, führen zu solch aussergewöhnlichen und erstaunlichen Vorkommnissen. Nicht unerwähnt bleiben dürfen dabei die Botschaften von weltweiter Tragweite, die Maria an Bernadette damals übergeben hat, und welche auch heute noch volle Beachtung finden. – Am 30. April 2012 gedachten die Schweizer Lourdes-Pilger übrigens der Spontanheilung des todkranken Schweizer Mönchs Leo Schwager, welcher genau 60 Jahre zuvor bei einer Segnung in Lourdes vollständig von seinem körperlichen Leiden geheilt wurde – ein Wunder, das ärztlich und kirchlich anerkannt ist! 10

Das Heiligtum von Lourdes hat sich in den über 150 Jahren seines Bestehens für Millionen von Menschen in oft schwierigsten Lebenssituationen als Ort neuer Hoffnung erwiesen. Auch wenn die Kirche mit der Anerken-

Was die Gesunden den Kranken an Nächstenliebe erweisen, beantworten diese auf besondere, ja einzigartige und herzliche Weise.

nung von Heilungen verständlicherweise zurückhaltend sein muss, melden sich Jahr für Jahr doch Menschen, die durch ihre Besuche in Lourdes von seelischen oder körperlichen Heilungserlebnissen berichten können. Stefan Treier, Effingen


Wallfahrt 2012

Heimgegangene aus der Familie der AVE-Abonnenten Dottikon: Margrit von Arx-Giger Emmenbrücke: Josef Haas-Bernhard Eschenbach SG: Arnold Morger-Ruppanner Gossau SG: Eduard Blattmann-Bühler Möriken AG: Anna-Marie Würth-Keller Mühlrüti: Hermann Brändle-Pfiffner Nunningen: Christine Bracher-Rast Rebstein: Cordula Schönauer-Kobler Rueun: Gion Schnoz-Duff Schänis: Trudy Schwizer-Meier Steinen: Anna Reichlin-Horat Wallisellen: Erika Näf-Schneider Weinfelden: Alice Meierhöfer-Krapf

Krankenpflegevereinigung Ehrenmitglied Rosa Fricker-Liechti Wittnau AG 5. Juli 1933 — 11. Juni 2012 23 Dienstjahre

Wir empfehlen unsere Heimgegangenen der Fürbitte Mariens und dem Gebet der AVE-Leser.

Wallfahrtsopfer 2012 Danke!

E

inmal mehr darf ich mich im Namen der Interdiözesanen Lourdeswallfahrt der Deutschen und Rätoromanischen Schweiz für das Wallfahrtsopfer ganz herzlich bedanken. Der Betrag von Fr. 21’148.01 wurde dem Dialysezentrum Ste Jean de la Baptiste in Lourdes überwiesen. Möge dieses Opfer, dass durch die Grosszügigkeit der WallfahrtsteilnehmerInnen eine beträchtliche Summe erreicht hat, den Betroffenen, dem Personal wie auch der Leitung des Dialysezentrums ein Lichtblick in ihrem Alltag sein. Vielleicht dürfen an dieser Stelle noch einige interessante, wenn auch «harte» Fakten über Nierenerkrankungen Erwähnung finden. In den letzten Jahren sind chronische Nierenleiden stark angestiegen. Weltweit leiden über 500 Millionen Menschen an einer Nierenkrankheit, wovon 1,5 Millionen von der Dialyse abhängig sind oder von einer Spenderniere leben. Laut wissenschaftlichen Berichten wird sich die Zahl der Erkrankungen in den nächsten 10 Jahren verdoppeln. Dabei sind nicht nur die sogenannten «westlichen» Länder betroffen. Auch in den Entwicklungsländern steigen Nierenkrankheiten kontinuierlich an. Während sie im 11

Westen vor allem durch Bewegungsmangel und Fehlernährungen verursacht werden, sind in den südlichen Staaten Diabetes und Bluthochdruck dafür verantwortlich. Selbstverständlich spielen auch entsprechende Erbanlagen eine nicht unbedeutende Rolle. Mit einem nochmaligen Dankeschön grüsse ich Sie! Für die Wallfahrtsleitung! Br. Bernhard Bisquolm


Lourdes

W

ährend 15 Jahren stand Bischof Jacques Perrier der Diözese Tarbes und Lourdes vor. Mit der Einsetzung seines Nachfolgers, Msgr. Nicolas Brouwet, am 25. März dieses Jahres, durfte Bischof Jacques die Verantwortung für diese «besondere» Diözese abgeben. Wer diese 15 Jahre jedoch aufmerksam betrachtet, wird sofort hinzufügen müssen: Bischof Jacques war, ist und bleibt ein Seelsorger und wird immer in enger Verbindung mit Gott und den Menschen sei-

Jacques Perrier Bischof von Tarbes und Lourdes 1997– 2012 nen Alltag leben. So ist dieser kurze Rückblick keine abschliessende Zusammenfassung seines Lebens, sondern lediglich ein Versuch, die Jahre seines Wirkens für Lourdes zu bündeln und zwar so, dass die LeserInnen

12

noch Raum finden, die eigenen Erinnerungen und Eindrücke zwischen die Zeilen einzufügen. Bischof Jacques war ein Macher, der Überheblichkeit und Trägheit über alles verabscheute. Aus diesen Charaktereigenschaften heraus prägte er Lourdes äusserst nachhaltig: Er empfing zwei Päpste und hatte unablässig versucht, das Glaubensangebot für die Pilger zu vertiefen. Darüber hinaus versuchte der Bischof – getreu seinem Leitgedanken – «anfangs widersprüchlich erscheinende Wirklichkeiten in Übereinstimmung zu bringen und dabei soweit wie möglich das ‹oder› des Widerspruchs zu ersetzen durch das ‹und›, das zusammenfügt… und zwar mit dem Willen zu Synthese und Einigkeit». Dieser Leitgedanke leuchtet unter anderem ganz klar im für das Jubiläumsjahr 2008 lancierten Jubiläumsweg auf. Er führte nämlich zu einer historischen Annäherung zwischen dem oberen «und» dem unteren Teil der Stadt. Diesen Spannungsbogen hin zum «und» lässt sich auch in der Förderung zum Empfang von Familien mit Kindern erkennen, die er zu den Kranken und Behinderten in Lourdes dazu nahm und so das Bild der Kirche von Lourdes nachhaltig prägte. Nicht zu ver-


Lourdes

gessen ist seine Seelsorge an den Menschen, die er oftmals und sehr gerne mit Riten verband. Dieser starke Akzent, der seine gesamte Amtszeit prägt, leuchtet nochmals in aller Fülle im Projekt «Schiloach» auf, das er gegen verschiedene Widerstände noch in gute Wege leiten konnte. Bischof Jacques sagt: «Die Wurzeln von Lourdes befinden sich in der sprudelnden Quelle, die in Massabielle entspringt, die immer dieselbe und doch immer neu ist.» Auch in diesem Satz dürfen wir das verbindende «und» erkennen, das demnach nicht nur Leitgedanke, sondern zum aktiven Geschehen in und für Lourdes werden durfte. Doch neben diesem allgemeinen Blick auf das Wirken von Bischof

...anfangs widersprüchlich erscheinende Wirklichkeiten in Übereinstimmung zu bringen und dabei soweit wie möglich das «oder» des Widerspruchs zu ersetzen durch das «und», das zusammenfügt...

Jaques wollen wir auch noch einige Höhepunkte seines Wirkens streifen. Und ich tue das im Wissen, dass die Auswahl keineswegs absoluten Anspruch hat, sondern vielmehr eine ganz persönliche Komponente haben kann. Als erster Markstein seiner bischöflichen Tätigkeit gilt sicherlich die Einweihung der beiden Krankenherbergen «Accueil Notre Dame» im Jahre 1997 und «Accueil St-Frai» im August 1998. Dazu hinterlässt uns der Bischof folgende Worte: «In Lourdes verwalten wir ein geistliches Gut, das uns nicht gehört – ein Gut für die ganze Menschheit.» Ebenfalls im Jahre 1998 begann Bischof Perrier die neuen Medien zu nutzen. Am 7. September 1998 erfolgte die erste Übertragung des Rosenkranzes im Ra13

dio und zwar auf den Wellen von Radio Lourdes Pyrénées und auf der Webseite der Wallfahrtsstätte. Im Jahre 2000 konnten via Webcam die ersten Bilder von der Grotte die ganze Welt erreichen. Dies erlaubte zudem, den Rosenkranz um 15.30 Uhr live im Fernsehen mitzubeten. Eine zweite Webcam folgte im Jahre 2001. Diese Präsenz fand seinen Höhepunkt im Februar 2009 in der Schaffung des Multimediaund des Verlagszentrums. Es gehört mitunter zu den Früchten des Jubiläums und erlaubt auch in die «Zukunft zu blicken». Für Bischof Jacuqes war es wichtig, «damit die Botschaft von Lourdes sich nicht auf Lourdes beschränkt», wie er schrieb. Dieses Zentrum umfasst unter der Verantwortung von Mathias Ter-


Lourdes

Während der Lichterprozession beim Papstbesuch im Jahre 2008. V.l.n.r.: Bischof Jacques Perrier, Zeremonienmeister, Papst Benedikt XVI.

rier Radio Présence Lourdes, TV Lourdes mit 13 Kameras im heiligen Bezirk und die Webseite der Wallfahrtsstätte. In demselben Sinn ist auch das Verlagshaus entstanden, das unter der Leitung von François Vayne Lourdes Magazin, den Verlag NDL Editions, den Buchladen der Wallfahrtsstätte und eine Webseite für den Versand, den Fotodienst, die Druckerei der Wallfahrtsstätte und seit Ende 2010 den Kommunikationsund Pressedienst einschliesst. Einen klaren Schwerpunkt setzte Bischof Jacques zudem mit der Einweihung der Flughafenkapelle im Jahre 1999 auf dem Flughafen Tarbes-Lourdes-Pyrénées. Sie wurde von den Kardinälen Camillo Ruine und Jean-Marie

Lustiger eröffnet und eingeweiht. In diesem Zusammenhang darf auch die Einweihung des Bahnhoforatoriums im Jahre 2001 erwähnt sein. Des Weiteren mögen sicherlich die beiden Wallfahrten von Papst Johannes Paul II. im Jahre 2004 und Papst Benedikt XVI. zum Jubiläumsjahr 2008 nicht unerwähnt bleiben. Am Besuch des inzwischen seliggesprochenen Papstes Johannes Paul’s II. zum 150. Jubiläum der Verkündigung des Dogmas der Unbefleckten Empfängnis erinnert sich Bischof Jacques mit folgenden Worten: «Die Teilnehmer waren ergriffen von seinem Mut und seiner Einfachheit in seiner ausserordentlichen Schwäche: In ihm fühlten alle kranken Menschen, dass ihnen ihre Würde wiedergegeben wurde. Der ergreifendste Augenblick war das stille Gebet an der Grotte direkt vor seiner Abreise.» Im Gegensatz dazu begrüsste er nur vier Jahre später Papst Benedikt XVI. mit folgenden humorvollen Worten: «Wir haben nicht damit 14

gerechnet, dass wir alle vier Jahre den Papst hier empfangen würden.» Zum Abschluss dieses unvollständigen Rückblickes seien auch noch die unzähligen Sanierungsarbeiten erwähnt, die in die Amtszeit von Bischof Jacques fielen. Wer sie genau beobachtet, stellt jedoch fest, dass nicht nur saniert und damit erhalten wurde, sondern ebenso gezielt und wagemutig erweitert. Dabei sei nur ein Projekt erwähnt. Eines der nachhaltigsten und prägendsten ist sicherlich die Neugestaltung der Fassade der Rosenkranzbasilika. Am Abend der offiziellen Eröffnungsfeierlichkeiten zum 150-Jahr-Jubiäum am 8. Dezember 2007 enthüllte er diese neuen Mosaike. Sie sind das Werk von P. Marko Ivan Rupnik und stellen bekanntlich die fünf lichtreichen Rosenkranzgeheimnisse dar. Dazu meinte der Bischof: «Immerhin wissen wir heute genau, dass die Kathedralen im Mittelalter bemalt wurden. Das ist bei weitem nichts Neues. Wir legen nunmehr eine gewisse Originalität an den Tag, indem wir die Mosaike an der Fassade anbringen lassen.» Damit sei diesen Zeilen ein Ende gesetzt. Von ganzem Herzen wünsche ich im Namen aller LeserInnen unserer Zeitschrift Bischof Jacques Perrier Gottes Segen und den Schutz der Gottesmutter Maria. Damit verbunden sei ein herzliches Dankeschön für sein Wirken, Beten und Leiden für die Botschaft von Lourdes.


Lourdes

Eine originelle, innovative Initiative Dank der Grosszügigkeit des Malteserordens werden die 1000 blauen Krankenwägelchen nun... mit Bremsen ausgestattet! Die Krankenwägelchen von Lourdes sind eine Nachbildung der Transportmittel, die insbesondere von Kaiserin Eugenie in den Thermalbädern der Pyrenäen im 19. Jahrhundert verwendet wurden. Als man sie entwarf, schienen Bremsen unnötig. Denn in Lourdes werden die kranken Pilger immer begleitet, wenn sie sich fortbewegen. Nur ist in der Wallfahrtsstätte nichts wirklich eben… Weder die Grotte noch die Esplanade und noch weniger die Basilika St.Pius X. Dennoch muss man die Wagen unbedingt blockieren können, um die kranken Pilger bei den Liturgiefeiern wie der internationalen Messe oder den Prozessionen nacheinander in Reihen aufzustellen. Und jeder Tag hat genug Mühe… In der Vergangenheit verwendeten die Hospitaliers Holzkeile. Später kreuzten sie gekonnt die Deichsel (oder das Steuer) der Wagen, um sie festzustellen. Heute ziehen sie endlich ganz einfach die Bremsen an… um stehen zu bleiben! Auf die Bitte von P. Régis-Marie de La Teyssonnière, einem Seelsorger in Lourdes, hat ein Hospitalier, der im Ruhestand ist und früher Lehrer an einem technischen Gymnasium war, mit viel Einfallsreichtum eine Erstausführung geschaffen. Der Malteserorden, ein grosser Mäzen von Lourdes, hat sich um

Nachrichten aus Lourdes die Finanzierung dieses Projektes gekümmert und mit seiner Grosszügigkeit die Produktionskette in die Wege geleitet. Würdigung des Schutzpatrons der Hospitaliers Eine Statue des heiligen Benedikt-Joseph Labre, dem Schutzpatron der Hospitaliers, ein Geschenk der Diözese Arras, wurde am 10. Juni in der Nähe der Kantine Saint-Michel aufgestellt, wo die Ehrenamtlichen ihre Mahlzeiten einnehmen. Dieser grosse Heilige aus dem Norden Frankreichs hat die Pyrenäen bei einer seiner zahlreichen Wallfahrten durch ganz Europa kennen gelernt, insbesondere den Ort Saint-Bertrand-de-Comminges, wo er seine Zeit damit verbrachte, schwer kranke Menschen zu pflegen und sie voller Liebe zu trösten. In Begleitung seines Teams wollte Jean- Michel Bourdrel, der Vorsitzender der Diözesanhospitalité Arras und Vorsitzender des Verbandes der Vorsitzenden der französischsprachigen Hospitalités ist, diese Einweihung mit einer Wallfahrt auf den Wegen des heiligen Benedikt Labre verbinden. Bevor die riesige Skulptur aus Stein von Soignies fertig gestellt war, hat der Künstler Frédéric Cassarano 15

ein Miniaturmodell angefertigt. So reiste diese kleinere «Pilgerstatue» über die Strassen Frankreichs und bot in den von ihr besuchten Kirchen an, die Novene zum heiligen Benedikt Labre zu beten. Im November dieses Jahres beendet sie ihre Wallfahrt dann in Rom und wird bei dieser Gelegenheit Papst Benedikt XVI. geschenkt. Zwei Wunder von Lourdes kirchlich anerkannt In der Aprilausgabe unserer Zeitschrift durfte ich Ihnen die medizinische Anerkennung von zwei Heilungen mitteilen. Nun erfolgte auch die kirchliche Bestätigung durch die beiden Heimatbischöfe. Es handelt sich dabei um die Wunder an Frau Danila Castelli aus der Diözese Pavia und Schwester Luigina Traverso aus der Diözese Casale Monferrato. Schwester Luigina Traverso wurde am 22. August 1934 im italienischen Novi Ligure geboren. Sie war noch keine 30 Jahre als, als sie die ersten Symptome einer Lähmung im linken Bein spürte. Nach mehreren Operationen an der Wirbelsäule Anfang der 1960er Jahre bat die Or-


Lourdes

densschwester, die die meiste Zeit das Bett hüten musste, die Mutter Oberin ihrer Gemeinschaft um die Erlaubnis, eine Wallfahrt nach Lourdes machen zu dürfen. Ende Juli 1965 war es soweit. Am 23. Juli, als sie auf einer fahrbare Liege an der Eucharistie teilnahm, verspürte sie beim Vorbeitragen des Allerheiligsten ein starkes Gefühl von Wärme und Wohlbefinden, das sie drängte aufzustehen. Die Schmerzen waren verschwunden und sie konnte ihr Bein wieder bewegen. Nach einem ersten Besuch im Ärztebüro kehrte Schwester Luigina im Jahr darauf zurück. Es wurde beschlossen, eine Akte zu eröffnen. Drei Sitzungen des Ärztebüros (1966, 1984 und 2010) und weitere ärztliche Untersuchungen waren

erforderlich, bevor dieses die Heilung der Ordensschwester bestätigte. Am 19. November 2011 bestätigte das CMIL in Paris den unerklärlichen Status nach dem aktuellen Stand der wissenschaftlichen Erkenntnis. Danila Castelli wurde am 16. Januar 1946 geboren. Sie ist verheiratet, hat vier Kinder und lebt in Bereguardo (Pavia) in Norditalien. Im Jahre 1981, im Alter von 35 Jahren, litt sie unter schweren Bluthochdruckkrisen, als deren Ursache eine komlexe und seltene Form von Krebs festgestellt wurde, bei dem Katecholamine gebildet werden. Während acht Jahren wurden bei Danila eine Reihe von schweren chirurgischen Eingriffen durchgeführt und einige Organe ope16

rativ entfernt. Angesichts der Machtlosigkeit der Ärzte beschloss sie im Mai 1989, eine letzte Wallfahrt nach Lourdes zu unternehmen. Dort angekommen, durchströmte sie ein ausserordentliches Wohlbefinden. Ihre Heilung wurde drei Monate später, im August 1989, offiziell erfasst. Nach einer ersten Sitzung des Ärztebüros am 12. Oktober 1989 wurde eine Akte eröffnet. Dreimal wurden ergänzende Informationen angefordert: am 13. April 1992, am 12. Oktober 1994 und am 4. August 1997. Bei einer weiteren Sitzung des Ärztebüros am 29. September 2010 wurde die Heilung endgültig bestätigt. Im Herbst 2011 erklärte das CMIL diese für nach derzeitigem wissenschaftlichen Erkenntnisstand unerklärlich.


Lourdes

Amden Ein Kleindod jüngeren Datums im grossen Kranz der Lourdesgrotten ist jene von Amden, die wir hiermit näher vorstellen möchten. Und dabei handelt es sich nicht nur um ein – im Vergleich zur Kirchengeschichte – junges Glaubenszeugnis, sondern auch um ein Beispiel gelingender Zusammenarbeit kirchlicher und weltlicher Institutionen. Als im Jahre 1991 das Kurhaus Bergruh in Amden von Grund auf renoviert wurde, war das für die politische Gemeinde Grund genug, in unmittelbarer Nähe des Kurhauses eine Lourdesgrotte zu erstellen. Dieses Schmuckstück wurde nach der Fertigstellung an die Baldeggerschwestern übertragen, die seither auch für den Unterhalt verantwortlich sind. Wenn dem Schreiber dieses Artikels die genauen Beweggründe der Behörden dieser Berggemeinde nicht bekannt sind, so kann darin dennoch ein Zeichen der Dankbarkeit für die Arbeit der Schwestern im Dorf erkannt werden. Eine Ausrichtung, die in unseren Tagen auch in den katholischen Regionen unserer Schweiz wohl eher selten anzutreffen ist. Und dennoch darf im Zusammenhang mit der Lourdesgrotte Amden für einmal gerade auf das unfassbare Wirken der aktiven Schwesternkongregationen in unserer Schweiz geschaut werden. Was tausende von Schwestern sozusagen flächendeckend in den Gemeinden unserer Schweiz geleistet haben,

Lourdesgrotten Amden und Berg Sion lässt sich gerade in diesen unseren Tagen immer deutlicher erkennen. Denn viele soziale und caritative Einrichtungen wie Kindergärten, Schulen, Kinderheime, Spitäler, Alters- und Pflegeheime etc. konnten über Jahre hinweg von ihrem unermüdlichen Einsatz im wahrsten Sinne des Wortes profitieren. Dabei sei nicht nur an den finanziellen Aspekt gedacht, sondern auch an die menschliche Nähe und Liebe, die den Leuten sozusagen rund um die Uhr geschenkt wur-

17

de. Dass diese Arbeit an der Bevölkerung aller Schichten und Nationen ebenso mit dem Gebet begleitet war, leuchtet bei der Lourdesgrotte ebenso deutlich auf. Denn gerade darin mag die Hauptbotschaft der Grotte von Amden liegen, nämlich, dass Arbeit in der Vergangenheit, in der Gegenwart wie auch in der Zukunft immer vom Gebet begleitet sein möchte. Diese Tatsache leuchtet nochmals ganz deutlich in der Liste


Lourdes

der Anlässe auf, die mir zur Verfügung steht. Während andere Grotten hin und wieder auch dem Vergessen ausgeliefert sein können, verweist gerade jene von Amden auf die oben erwähnte Verbindung hin. So versammelt

Denn gerade darin mag die Hauptbotschaft der Grotte von Amden liegen, nämlich, dass Arbeit in der Vergangenheit, in der Gegenwart wie auch in der Zukunft immer vom Gebet begleitet sein möchte.

sich die Pfarrei Amden jedes Jahr vor Christi Himmelfahrt während der Bitttage zur Eucharistiefeier an der Grotte. Ferner findet am Ostermorgen früh ein Ostergang zur Grotte statt. Ja, am Ostermorgen kann die Lourdesgrotte jene Botschaft überbringen, die Maria von Magdala zur Zeugin der Auferstehung Jesu Christi werden liess: Bete an dieser heiligen Stätte den Rosenkranz und du wirst Christus immer tiefer erkennen und darüber hinaus ihn auch anderen zeigen

dürfen. Im Monat Mai finden des Weiteren bei gutem Wetter Maiandachten statt. Und nicht zuletzt Weihnachten will uns die oben aufgezeigte Verbindung nochmals vor Augen führen. Die Schwestern vom Kurhaus Bergruh und ihre Angestellten verbinden jedes Jahr die Weihnachtsfeier mit einem Gang zur Grotte und bringen damit die tiefe Wahrheit zum Ausdruck: An Gottes Segen ist alles gelegen. Möge die Lourdesgrotte von Amden, die mit dem öffentlichen Verkehr von Ziegelbrücke aus mit dem Postauto bestens erreichbar ist, auch in den kommenden Jahren ein Zeugnis aufrichtiger Verbindung von weltlichem und christlichem Leben sein können. Darin findet diese «junge» Grotte ihren Wurzeln und das möge auch den Baum weiterhin erblühen lassen. Berg Sion Dass es nicht nur «offizielle» Lourdesheiligtümer gibt, mag sehr wohl verständlich sein. Denn die Botschaft der Grotte von Massabielle möchte ja auch das Herz eines jeden Einzelnen ergreifen. Und so wären wohl über die ganze Schweiz verstreut etliche «private Lourdesgrotten» zu finden. Einen solchen «privaten» Status hatte ebenfalls die Lourdesgrotte des Prämonstratenserinnenklosters Berg Sion bei Uetliburg SG. Als um das Jahr 1952 herum die Grotte im Auftrag und in Zusammenarbeit mit den Schwestern von Herrn 18

Dominik Leuthard erstellt wurde, gehörte der Standort zur Klausur – also zum Wohnbereich der Schwestern. Weitere Gläubige hatten keinen Zugang. Und so kreisten sich die Aktivitäten ebenso um die Schwestern. Es darf sicherlich davon ausgegangen werden, dass die Lourdesgrotte auf dem Berg Sion ein ganz persönlicher Gebetsort für viele Schwestern war und ist. So manche Bitte und so mancher Dank wird an diesem Ort der Muttergottes übergeben worden sein. Was durch die einmal monatlich stattgefundene Bittprozession ganz offiziell gelebt wurde, mag in jeder Schwester ebenso in ihrem «Privatbereich» bis zum heutigen Tag stattfinden. Aber wie die Grotte von Massabielle von einer persönlichen Gebetsbegegnung der schönen Frau mit Bernadette sich geöffnet hat zum Ort des Gebetes in vielen Sprachen, so wollte es die Lourdesgrotte des Klosters Berg Sion ebenso erfahren. Denn seit einigen Jahren ist die Grotte, die sich gleich hinter der schmucken Klosterkirche befindet, öffentlich zugänglich, so dass wir alle eingeladen sind, in unserer je eigenen Sprache die Bitten und den Dank an die Muttergottes weiterzugeben. So gilt auch für das Lourdesheiligtum vom Berg Sion, was für jede andere Lourdesgrotte ebenso zutrifft: Jedes Heiligtum lebt vom Gebet, vom Vertrauen von uns Christen und kann jene Ehre ausstrahlen, die wir ihm zukommen lassen.


Vereinsmitteilungen

LPV Solothurn: Herbstwallfahrt nach Altötting Nachdem die letzten Pilgerinnen und Pilger zugestiegen waren, konnte unser Carchauffeur Lorenz Gerber (GerberReisen) mit uns die mehrtägige Pilgerfahrt unter die Räder nehmen. Unser Reiseleiter, Herr René Allemann, hatte alles bestens organisiert! Da unser Präses, Pfarrer Marc Ntetem, krank war, stellte sich Pater Paul Rotzetter vom Kapuzinerkloster Olten als geistlicher Begleiter zur Verfügung. In St.Margrethen gab es den ersehnten Kaffeehalt mit Gipfeli. Nach einem vorzüglichen Mittagessen um die Mittagszeit ging es weiter via Rosenheim — Traustein nach Altötting. Wir bezogen dort unsere Zimmer im Hotel «Zwölf Apostel», in welchem auch Papst Benedikt XVI. logiert hatte. Die frühe Anreise erlaubte uns die Teilnahme am Rosenkranzgebet um 18.00 Uhr in der Gnadenkapelle. Am Dienstagmorgen feierten wir mit Pater Paul Rotzetter die Hl. Messe in der St.Anna-Basilika. Am Nachmittag besuchten wir im Dom St.Stephan in Passau ein Orgelkonzert auf höchstem Niveau. Nach der Heimkehr konnten wir

wieder zum Rosenkranzgebet in die Gnadenkapelle. Am Mittwochmorgen feierten wir mit Pater Paul Rotzetter die Hl. Messe in der St.Konrad-Kirche. Die übrige Zeit durfte jedes nach seinen Bedürfnissen gestalten. Auch an diesem Abend beteten wir gemeinsam mit andern Pilgern den Rosenkranz in der Gnadenkapelle. Um 20.30 Uhr besammelten wir uns vor unserem Hotel zu unserer Lichterprozession. Pater Rotzetter stellte sie unter das Motto: «Ihr seid das Licht der Welt!» Er hatte diesen Textabschnitt aus der Papstrede an die Jugendlichen in der Gebetsvigilnacht in Deutschland herauskopiert. Wir begaben uns mit Kerzen in der Hand und dem grossen Kreuz, welches unser Organist Patrik Fluri trug, auf den Kapellplatz. Dann pilgerten wir um die Gnadenkapelle und Pater Paul las vor jedem Rosenkranzgesetzlein einen Ausschnitt aus den Texten von Papst Benedikt. Nach der Hl. Messe und dem Mittagessen am Donnerstag mussten wir von Altötting Abschied nehmen. Bei jeder Hl. Messe war unser Fähnrich Jakob Felder mit

Das Zentrum der Wallfahrt von Altötting bilden die Gnadenkapelle und die in unmittelbarer Nähe erbaute Stiftskirche St.Anna. 19

der Fahne dabei, welche die Feier zusätzlich verschönerte. Im Namen aller PilgerInnen möchte ich Pater Paul Rot-

Hinweis des Redaktors! Der Reisebericht des LPV’s Solothurn nach Altötting ging in meinen Unterlagen vergessen. So erscheint er mit einiger Verspätung im Hochsommer 2012. Für diese Unterlassung möchte ich mich entschuldigen.

zetter, René, Patrik und Jakob ein ganz herzliches «Vergelt’s Gott» sagen für die schöne und unvergessliche Wallfahrt und Gottes Segen wünschen. Diese Wünsche und der Dank gelten auch unserem Carchauffeur Lorenz. Silvia Jeker


Vereinsmitteilungen

LPV Sarganserland: Unter neuem Präsidium Mit der traditionellen Generalversammlung wurde ein aktives und abwechslungsreiches Vereinsjahr abgeschlossen. Der langjährige bisherige Präsident Jürg Bernasconi trat als Präsident zurück und wird neu durch ein Zweierpräsidium ersetzt, welches ganz in Frauenhänden liegt. Zu Beginn der Versammlung stimmte unser Präses, Pfarrer Andrzej Kaczor, ein Lied zu Ehren der Gottesmutter Maria an. Die statutarischen Geschäfte konnten durch die Vizepräsidentin Margrit Neuhäusler, die durch die Versammlung führte, speditiv erledigt werden. Im ausführlichen Jahresbericht des Präsidenten wurde unter anderem noch einmal auf die Höhepunkte des Vereinsjah-

Herr Jürg Bernasconi trat nach langjähriger Tätigkeit im LPV Sarganserland als Präsident zurück und wurde mit seiner Frau Yvonne gebührend verabschiedet.

res, die alljährlich durchgeführte Lourdeswallfahrt mit Bischof Felix Gmür nach Lourdes im Frühling, die Maiandacht an der Grotte, den KrankentagGottesdienst im August und die Vereinswallfahrt zur Kirche Mariä Geburt in Tschagguns (Montafon) mit der Nachmittagsandacht in der Probstei St.Gerold im Walsertal hingewiesen. Unter dem Traktandum Wahlen musste ein neuer Präsident gewählt werden, da der jetzige Präsident Jürg Bernasconi auf die Generalversammlung hin aus gesundheitlichen Gründen seinen Rücktritt erklärt hatte. Er war zuerst 12 Jahre Rechnungsrevisor, dann 2 Jahre als Beisitzer im Vorstand und stand seit 14 Jahren als Präsident dem Lourdes Pilgerverein Sarganserland vor. Die

rund 100 anwesenden Vereinsmitglieder und der Vorstand dankten ihm und seiner Frau Yvonne für die grosse Arbeit, die sie in all den Jahren zugunsten des Lourdes Pilgervereins Sarganserland zu erledigen hatten und wählten den abtretenden Präsidenten zum Ehrenpräsi20

denten. Dazu überreichten sie ihm eine Ehrenurkunde und beiden ein Geschenk. Neu stellten sich für «ein Präsidium zu zweit» die bisherige Vizepräsidentin Margrit Neuhäusler, Pfäfers, und die bisherige Beisitzerin Mary Boss, Mauren (FL), zur Verfügung. So können in Zukunft die anfallenden Arbeiten des Präsidiums aufgeteilt werden. Beide wurden ehrenvoll gewählt. Der Kassier Josef Grun, Mels, sowie die Aktuarin Helene Good, Plons, kandidierten für eine weitere Amtsperiode und wurden von der Versammlung einstimmig wiedergewählt. Auch Pfarrer Andrzej Kaczor steht als Präses dem Verein weiterhin zur Verfügung. Nach seiner persönlichen Vorstellung konnte Michael Schlegel, Azmoos, neu im Vorstand des Lourdes Pilgervereins Sarganserland Einsitz nehmen. Die Rechnungsrevisoren Vreni Bartholet, Flums, und Enrico Albrecht, Chur, stellten sich wieder zur Wahl und wurden ebenfalls bestätigt. Für 10 Jahre Vorstandstätigkeit wurde Margrit Neuhäusler geehrt. Niklaus Zimmermann durfte dieselbe Ehrung als Fähnrich des Vereins entgegennehmen. Die Aktivitäten in diesem Vereinsjahr bilden wiederum verschiedene Anlässe. Speziell zu erwähnen ist der Krankengottesdienst mit Krankensegen vom 19. August 2012 und die diesjährige Vereinswallfahrt am 8. September 2012, welche nach Stans und zur Sarner Grotte führt. Helen Good, Plons


Vereinsmitteilungen

Schwyzer LPV: Generalversammlung 200 Mitglieder trafen sich kürzlich im Kloster Ingenbohl zur jährlichen Generalversammlung. Dabei wurde Rückblick auf das Jubiläum «80 Jahre Schwyzer Pilgerverein» genommen und einmal mehr auf das zentrale Anliegen des Vereins, kranken und hilfsbedürftigen Menschen die Reise nach Lourdes zu ermöglichen, hingewiesen. Nach der heiligen Messe in der Klosterkirche Ingenbohl begrüsste Präsident Kaspar Betschart die 200 anwesenden Mitglieder und dankte dabei für die Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft der Schwestern von Ingenbohl. Im Jahresbericht hielt der Präsident einleitend fest, das Heimat bekanntlich ein Ort sei, wo man sich wohl fühle. In diesem Sinne sei es dem Pilgerverein ein besonderes Anliegen, seinen Mitgliedern ein Stück Heimat zu geben. Was die verschiedenen Vereinsanlässe anbelangte, so war auch das Jubiläumsjahr geprägt von zahlreichen Wallfahrten zu Gnadenstätten der Gottesmutter Maria im In- und Ausland. Im Mai startete das Vereinsjahr mit dem Festgottesdienst unter Leitung des Präses Edgar Brunner in der Wallfahrtskriche Maria vom Gnadenbild in Seewen. Anschliessend wurde in der BSZ in Seewen die 80. Jubliäums-GV abgehalten. Im Juni besuchte der Verein seinen Präses Mattias Rey in seiner Pfarrgemeinde und feierte in der Pfarrkirche die heilige Messe. Im Juli erfolgte dann die zur Tradition gewordene Wallfahrt zur Gnadenkapelle in Au/Steinen. Im August machten sich 165 Pilger auf den Weg nach Luthern-Bad und anfangs Oktober pilgerten 65 Mitglieder mit Präses Mattias Rey nach Assisi.

Das Hauptanliegen des Vereins ist nach wie vor, den kranken und hilfsbedürftigen Mitmenschen die Wallfahrt nach

Zurzeit zählt der Verein 2051 Mitglieder. 48 verstorbenen Mitgliedern wurde im vorangegangenen Gottesdienst mit ei-

Lourdes zu ermöglichen. Die Wallfahrten werden mit der Bahn, dem Flugzeug und mit dem Bus organisiert. Trudy Ulrich (Vice-Präsidentin) und Jakob Ulrich (Fahnenträger) reisen dabei regelmässig mit, um den Schwyzer Lourdespilgerverein zusammen mit anderen Lourdespilgervereinen aus der ganzen Schweiz am Wallfahrtsort zu vertreten. Trudy Ulrich erzählte denn auch von den zahlreichen Begegnungen und Erfahrungen während dieser Reisen und ermutigte die anwesenden Mitglieder, sich nach Lourdes zu begeben. Tatsächlich bietet der Aufenthalt in Lourdes allen Pilgern, ob gesund oder krank, viel Mut, neue Kraft und Zuversicht. In diesem Zusammenhang bedankte sich Alois Bürgler, Verantwortlicher für die Krankenpflege, beim Verein für die Erhöhung des Pflegebeitrages zugunsten des Personals, das die Mitglieder auf der Wallfahrt nach Lourdes begleitet und betreut.

nem Kerzenlicht gedacht und vielen wurde während der Beerdigung mit der Vereinsfahne die letzte Ehre erwiesen. Keine Veränderungen gab es bei der Zusammensetzung des Vorstands, dessen Mitglieder für zwei weitere Jahre gewählt wurden. Das neue Jahresprogramm beinhaltet — neben der traditionellen interdiözesanen Wallfahrt nach Lourdes — die Wallfahrt zur Gnadenkapelle in Au/Steinen, die Vereinswallfahrt nach Engelberg, den Besuch der Lourdesgrotte in Oberiberg und die 4-Tages-Wallfahrt nach Schönstatt, Köln und Rüdesheim in Deutschland.

21

Im Schlusswort dankte der Präsident Kaspar Betschart dem Vorstand und den Mitgliedern. Silvia Scherrer, Brunnen


Vereinsmitteilungen

LPV Uri: Vereinswallfahrt Der Vorstand vom Lourdespilgerverein hatte schon länger den Wunsch, einmal eine Vereinswallfahrt in den Süden zu organisieren. Nun war es soweit. Im schönen Verzascatal haben wir für unsere Wallfahrt ein wunderschönes Marienheiligtum «SANTA MARIA LAURETANA» in Sonogno gefunden. Die Kirche wurde zwischen 1852 und 1854 gebaut. Neben der Hauptfassade ragt der 1782 errichtete schmale Glockenturm empor. Der Chor ist mit Wandmalereien geschmückt, die 1854 der einheimische Cherubino Patà ausführte. Im Verlaufe der letzten 150 Jahre hat das Gebäude leider schwere Schäden erlitten, eine dringende Renovation wurde notwendig, welche 2007 abgeschlossen wurde.

Über dem Hochaltar thront die Lauretanische Jungfrau, eine «Schwarze Madonna». Zu dieser «Schwarzen Madonna» führte uns unsere diesjährige Vereinswallfahrt. Pünktlich waren die Pilger an den Einsteigeorten bereit. Da der Gotthardpass am Tag zuvor für den Verkehr frei gegeben wurde, hatten wir die Gelegenheit bei schönstem Wetter die gewaltigen Schneemauern zu bestaunen. Das Rosenkranzgebet, vorgebetet von unserem Präses, Pfarrer Jan Strancich, begleitete den ersten Teil unserer Reise bis Quartino. Frisch gestärkt durch einen Kaffee und Gipfeli führte die Fahrt über Gordola, entlang dem Lago di

Angeführt von unserer Vereinsfahne und unter dem gekonnten Spiel auf dem Keyboard von Herrn Karl Gisler, zogen die Urner Lourdespilger in das wunderschöne und heimelige Wallfahrtskirchlein ein. Der feierliche Gottesdienst wurde von unserem Präses, Pfarrer Jan Strancich, Spiringen, zelebriert. In seiner Predigt verstand er es sehr gut, auf die Geschichte von «Santa Maria Lauretana», aber dann vor allem von der heiligen Bernadette und den Erscheinungen und Botschaften der «schönen Dame» namens Maria einzugehen. Im Ristorante Alpino wartete die wohlverdiente Stärkung auf uns. Wir wurden mit einem sehr guten und schmackhaften Essen verwöhnt. Der speditive, schnelle Service und die herzliche Atmosphäre waren sicher mit ein Grund, dass es niemandem pressierte aufzubrechen. Dennoch wollten die meisten Teilnehmer das sehr schöne und gepflegte Dorf besichtigen. Pünktlich um 15.00 Uhr war die Pilgerschar zur Muttergottesandacht versammelt. Pfarrer Jan Strancich feierte mit uns eine schöne und besinnliche Andacht. In der Predigt war das Pfingstfest mit der Muttergottes der Mittelpunkt. Der Abschluss dieser eindrücklichen Feier bildete das Lourdeslied.

Echt schweizerisch — der Fähnrich und die Begleitung des LPV’s Uri mit dem Präses, Pfarrer Jan Strancich.

Vogorno, vorbei an der Steinbrücke bei Lavertezzo weiter durch das wild-romantische Verzascatal nach Sonogno. Dank dem schönen und angenehmen Wetter konnten wir die nicht alltägliche Gegend so richtig bestaunen und geniessen. 22

Unsere Chauffeure waren mit ihren Cars vor der Kirche bereit zur Heimfahrt. Eine recht kurzweilige Fahrt durch das Verzascatal, die Leventina über den St.Gotthard führte uns ins Urnerland zurück. Oswald Renner, Andermatt


Vereinsmitteilungen

LPV Luzern 1: Vereinswallfahrt Im Jubiläumsjahr hatte der Vorstand des Luzerner Lourdespilgervereins 1 für Sonntag, 10. Juni zu seiner Wallfahrtsreise rund um den Zürichsee eingeladen. Über 120 Personen warteten auf den Zusteigeplätzen auf die drei Reisecars. Es war kein besonders einladender Morgen, war doch der Himmel wolkenverhangen und alle Reiselustigen brachten den Schirm für einen möglichen Einsatz mit. Nach dem zu Ehren der Muttergottes gebeteten Rosenkranz, näherten sich die Chauffeure der Kaffeepausegaststätte Sternen in Pfäffikon. Diesen Halt benutzten die drei Mannschaften, um sich untereinander zu begrüssen. Bei der Weiterfahrt wechselten wir den Kanton und kamen bald über das St.Gallische Gommiswald an unser Wallfahrtsziel Berg Sion. Nebelschwaden liessen die Klosteranlage, welche auf einer wunderbaren Aussichtsterrasse über 700 m liegt, im Moment in ihrer Schönheit nur erahnen.

Eine herrliche Fernsicht hat sich aufgetan und uns den beglückenden Aufenthalt auf Berg Sion in Bildern vorgeführt. Als wieder alles «an Bord» war, ging die Fahrt ins benachbarte Uznach, wo die Klosterküchenmannschaft der Abtei St.Otmarsberg für uns ein herrliches Mittagessen bereit hielt. Danach war auch hier auf dem Klostervorplatz ein wenig Aus- und Umsicht angesagt, bis die ganze Pilgerschar sich zur Marienandachtsfeier in die Klosterkapelle begab. Hier begrüsste P. Emmanuel im Namen der Klostergemeinschaft alle herzlich und stellte dabei seinen Orden und dessen Tätigkeiten vor. Unser Präses hielt danach mit uns ein würdiges Marienlob — eine Muttergottesfeier.

In der wunderbaren Klosterkirche, in der wir gerade alle Plätze füllen konnten, feierten wir mit unserem Präses, Pfarrer Josef Stübi, einen eindrücklichen Wallfahrtsgottesdienst. Seine Anrede an uns: «Liebe Schwestern und Brüder» machte er zum Predigtthema. Die Jesusfrage: «Wer ist das, meine Mutter und meine Geschwister?» hat der Herr ja selbst beantwortet: «Das hier ist meine Familie. Wer den Willen Gottes erfüllt, ist für mich Mutter, Schwestern und Brüder.»

Nun war die Zeit der Trennung gekommen. Aus einer Gemeinschaft wurden wieder drei Cargruppen, welche nun die Heimreise antraten.

Nach diesem Seelenerlebnis war vor der Kirchentüre das kleine Wunder passiert.

Eine herrliche Fahrt der Goldküste entlang und mitten durch die Stadt Zürich 23

führte uns wieder nach Hause, ins Luzernische und lies so den Wallfahrtsausflug 2012 in das Buch der Erinnerungen gleiten. Die vielen guten Rückmeldungen haben die Organisatoren wissen lassen, dass diese Reise besonders geschätzt wurde. Wie müsste man eigentlich sagen: wenn «Engel» reisen dann… lacht bald der verhangene Himmel und das dürftige Herz frohlockt. Hans Lang, Hitzkirch

Schon die Anfahrt zum Kloster Berg Sion verspricht — trotz tiefen Wolken — die wunderschöne Lage.


AZB 8730 Uznach

LourdesStationen Geplant als «offene Arme» nach dem Vorbild der Rosenkranzesplanade, erinnert die Krankenherberge Accueil Notre-Dame daran, dass in Lourdes jede(r) willkommen ist. Das Accueil Notre-Dame ist weder ein Hotel noch ein Krankenhaus, sondern

Neben der Gave prägt ganz wesentlich das Accueil Notre-Dame den Alltag in Lourdes. Ja, die neue Krankenherberge ist zu einem Mittelpunkt des Lebens geworden.

eine Herberge für 900 kranke und behinderte Pilger und ihre Betreuer. Die Grundsteinlegung erfolgte im Februar 1996, die Fertigstellung 1997. Möge aus dem Innern der Krankenherberge Ströme lebendigen Wassers hervorgehen.


AVE 2012/4 Lourdes DRS