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In dieser Ausgabe Lourdespredigten Heilungen in Lourdes Bilder zur Wallfahrt Ophite

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AVE – 3 – Juni 2011


Zum Geleit

Impressum Organ des Vereins der Interdiözesanen Lourdeswallfahrt Deutsche und Rätoromanische Schweiz und der Regionalvereine AVE 59. Jahrgang Es erscheint 6-mal pro Jahr (Abonnement 1 Jahr Fr. 17.–, 2 Jahre Fr. 32.–, 3 Jahre Fr. 48.–): je Ende Januar, März, Mai, Juli, September, November Pilgerbüro, St.Otmarsberg Administration 8730 Uznach Tel. 055 285 81 15 (Mo–Fr, 14–17 Uhr) Fax 055 285 81 00, PK 90-8242-9 Wallfahrt: www.lourdes.ch Abonnement: www.abo.otmarsberg.ch E-Mail: pilgerbuero@lourdes.ch

115. Lourdeswallfahrt Mit Bernadette das Vaterunser beten

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it dem 13. Mai fand die 115. Interdiözesane Lourdeswallfahrt der Deutschen und Rätoromanischen Schweiz ihren Abschluss. Am 7. und 8. Mai machten sich insgesamt 1883 PilgerInnen auf den Weg nach Lourdes. Sicherlich gehen die Tage dieser Wallfahrt in ganz besonderer Weise in die Annalen ein, nicht zuletzt deswegen, weil zum ersten Mal zur obligaten Zugswallfahrt auch eine Flugwallfahrt angeboten wurde. Aber auch darü-

Redaktion, Vereinsmitteilungen P. Emmanuel Rutz, 8730 Uznach Tel. 055 285 81 02 E-Mail: p.emmanuel@otmarsberg.ch Titelbild Einzug zum Eröffnungsgottesdienst der 115. Lourdeswallfahrt der Deutschen und Rätoromanischen Schweiz. Fotos Hans Schorno: S. 1, 3, 4, 6, 8, 11, 12, 13, 14, 24; Lourdes-Photo: S. 7, 10; Peter Allenspach: S. 16; Archiv Uznach: S. 17, 19, 22; Marianne Mächler: S. 23. Druck Druckerei Oberholzer AG, Uznach Das nächste AVE erscheint Ende Juli 2011 Redaktionsschluss: 27. Juni 2011

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ber hinaus war diese 115. Lourdeswallfahrt einmal mehr eine Gnadenzeit für die ganze Pilgerfamilie. Dabei sollen die Herausforderungen menschlicher und organisatorischer Art nicht verschwiegen werden. Denn gerade sie wollen in Lourdes ebenfalls an der Grotte verwandelt sein. Als Pilgerbischof durften wir zum ersten Mal Bischof Felix Gmür von Basel begrüssen. Auf der Hinfahrt reiste er im Tageszug. Die Rückreise trat er mit dem Flugzeug an, da ihn schon


Zum Geleit

bald wieder andere Termine erwarteten. Doch die Tage dazwischen war Bischof Felix einerseits einer von vielen Pilgern und andererseits aber auch ein zugänglicher und freundlicher Bischof, der es verstand, den Gläubigen

Nirgends scheint das Gebet so «leicht» zu gehen wie in Lourdes. in klaren und dennoch tiefen Worten die Botschaft des Evangeliums, der Kirche und unseres Glaubens zu vermitteln. Seine Predigten waren durchdrungen von einer grossen Liebe zum Wort Gottes – zur Heiligen Schrift – und zu den Sakramenten. Diese innige Verbindung ist nicht nur eine theologische Frage, sondern vielleicht die entscheidende Botschaft unserer Zeit. Dass wir gerade in Lourdes diese Verbindung in menschlicher Liebe und Hingabe erfahren dürfen, zeigt die Aktualität seiner Predigten. Doch darüber hinaus leuchtet diese Einheit nicht nur in der Verbindung vom Wort Gottes und den Sakramenten auf. Gerade unsere Wallfahrtstage liessen die Gemeinschaftserfahrung in allen gefeierten Liturgien aufleuchten. Angefangen bei den Vorbereitungen vor der Wallfahrt bis hin zum Ministrantendienst zeigte sich eine grosse Einheit, die sehr wohl als befreiend erfahren werden konnte. Nicht zuletzt trug der Pilgerchor unter

der Leitung von Sr. Mirjam Oeschger wesentlich dazu bei. Und diese Einheit zog sich durch all die Wallfahrtstage durch. Sommerliche Temperaturen ersparten nicht nur dem Personal viele Arbeiten, sondern liessen die PilgerInnen zu einer grossen Familie verschmelzen. Sowohl im Heiligen Bezirk wie auch in den Strassencafés sah man immer wieder grössere und kleinere Pilgergruppen aus der Schweiz, die sich in sichtbarer Freude und Dankbarkeit miteinander austauschten. Dass dabei auch das Gebet ein wesentlicher Bestandteil unserer gemeinsamen Tage blieb, mag der Grund in der Botschaft von Lourdes haben. Nirgends scheint das Gebet so «leicht» zu gehen wie in Lourdes: Das persönliche Gebet an der Grotte, das gemeinsame Rosenkranzgebet an den Lichterprozessionen und um 18 Uhr in der St.Bernadettekirche, das Betrachten der Kreuzwegstationen, die gemeinsame Maiandacht kurz vor der Abfahrt der Nachtzüge und vieles mehr. In all diesen Begegnungen kam auch immer wieder das Vaterunser in besonderer Weise ins Blickfeld. Ja, es wurde zur Mitte unserer Wallfahrt. Nicht zuletzt mag auch erwähnt sein, dass sich bei aller äusseren Wahrnehmung die Geheimnisse Gottes in den einzelnen Gläubigen persönliche Gotteserfahrungen bleiben. Beides zusammen mag für uns alle diese 115. Lourdeswallfahrt zu einer echten Christusbegegnung verwandelt haben. So lässt sich das «Wunder von Lourdes» wohl mit folgen3

den Worten zusammenfassen: Die Erfahrung gelebter Gemeinschaft unter den PilgernInnen darf vom einzelnen Gläubigen als Christusbegegnung erfahren werden. Dafür und für alle Dienste sei an dieser Stelle allen ein herzliches Dankeschön ausgesprochen. Dank sei Gott für die gesegneten Tage von Lourdes. So bleibt mir lediglich noch ein Hinweis. Bis zum nächsten Jahr – 28. April bis 4. Mai – wenn es wiederum heisst: 116. Lourdeswallfahrt der Deutschen und Rätoromanischen Schweiz. Ihr P. Emmanuel Rutz osb

In diesem Heft finden Sie

Zum Geleit

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Lourdespredigten

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Wallfahrtsmotto

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Heilungen in Lourdes

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Einige Impressionen

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Vaterunser – im Alltag

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Ophite

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Antonius von Padua

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Vereinsmitteilungen

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Wallfahrt 2011

Lieber Bischof Felix, liebe kranke Pilger und Pilgerinnen, Brüder und Schwestern im Herrn Bischof Stephan Ackermann von Trier – mein ehemaliger Regens im Priesterseminar – sagte anlässlich der diesjährigen Chrisammesse zur versammelten Gottesdienstgemeinschaft: «Wo Menschen ihre Würde und ihr Selbstbewusstsein entdecken, wachsen ihnen Kräfte zu, die man ihnen vorher nicht zugetraut hätte. Ja, ungeahnte Veränderungen werden möglich.» Mit diesen Worten ignorierte er keineswegs die Situation der Kirche und unseres Glaubens, sondern sagte ebenso deutlich: Doch «ein recht verstandener Stolz auf die Kirche will sich kaum einstellen. Da

Lourdespredigten Eucharistiefeier mit Krankensalbung

sind zu viele kritische Anfragen. Da ist die spürbare Ausdünnung der Gemeinden. Da sind so viele strukturelle und personelle Veränderungen in den Pfarreigemeinschaften, von denen man noch nicht weiss, ob sie wirklich funktionieren und auf Dauer tragfähig sind.» Meine Lieben, wenn wir uns heute zum Gottesdienst mit Krankensalbung versammelt haben, dann mag es uns in vielerlei Hinsicht genauso gehen. Einerseits dürfen wir in dieser Stunde

einmal mehr erfahren, wie gut es tut – und das im wahrsten Sinne des Wortes – als Gemeinschaft von Gesunden und Kranken, von jungen und älteren Menschen um den Altar Christi versammelt zu sein. Ja, wir dürfen erfahren oder erahnen, wie tragfähig Christsein in Gemeinschaft sein kann; was es heisst, mit Christus als Pilger oder Pilgerin unterwegs zu sein. Und irgendwie scheinen sich jene Worte zu bewahrheiten, die Bischof Stephan in der Chrisammesse aussprach: «Wo Menschen ihre Würde und ihr Selbstbewusstsein entdecken, wachsen ihnen Kräfte zu, die man ihnen vorher nicht zugetraut hätte. Ja, ungeahnte Veränderungen werden möglich.» Doch bei all diesen berechtigten Gedanken mag sich ein rechtverstandener Stolz dennoch nur zögerlich einstellen, denn wir wissen allzu sehr um unsere Unzulänglichkeiten. Zu oft werden wir gerade auch in der Kirche und durch die Glaubensgemeinschaft von unserem eigenen Menschsein eingeholt, so Prediger: P. Emmanuel Rutz Texte: Jak 5,13–16 Joh 3, 30–35

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Wallfahrt 2011

dass wir – ob gesund oder krank – immer wieder wie eine Schraube hinuntergezogen werden, sei es durch strukturelle oder personelle Herausforderungen in unseren Familien, an unserem Arbeitsplatz, in der Kirche oder gar auf unserer Interdiözesanen Lourdeswallfahrt der Deutschen und Rätoromanischen Schweiz. Liebe Brüder und Schwestern im Herrn, dieses Wechselbad von ungeahnten Veränderungen einerseits und kritischen Anfragen andererseits scheint irgendwie zu unserem Leben, zu unserem Menschsein, auch zu unserem Menschsein in Christus zu gehören. Ich bin versucht zu sagen: Es hilft uns sogar, in der Liebe zu Christus und zu uns selber ganz wesentlich zu wachsen. Ja, dieses Wechselbad von Christuserkenntnis und menschlicher Selbsterkenntnis ist ganz wesentlich Weg unserer Heiligkeit. Und damit diese Aussage nicht in Spekulationen ausufert, sind wir – so denke ich – mehr als eingeladen, auf das Leben der hl. Bernadette zu schauen, das sich im Jahre 1858 in den 18 Erscheinungen exakt in diesen Spannungsbogen von ungeahnten Veränderungen und kritischen Anfragen begab. Wir alle wissen, dass sie sich am 11. Februar aufmachte, um Holz zu sammeln und so etwas zum Broterwerb der Familie beizutragen. Ein erstes Mal wurde der Weg zur Grotte ein Weg der ungeahnten Veränderungen und zwar durch Maria in Jesus. Doch dieser erste Tag war nur ein Anfang dieses Spannungsbogens. Bald kamen weit grössere Herausforderungen hinzu. Da war

der wohl berechtigte Zweifel ihrer Familie, da war der Druck der öffentlichen Behörde, der Widerstand der Kirche und die Gafferei der Schaulustigen an der Grotte. Und ich brauche Ihnen nicht zu sagen, dass dieses dumme Mädchen vom Cachot niemals mit ihren eigenen Kräften all dem zu widerstehen vermochte, das ihr auf den Wegen zur Grotte an Missgunst und Neid begegnete. Allein schon der Gang nach Massabielle muss für Bernadette eine ungeahnte Veränderung gewesen sein. Doch das eigentlich Göttliche spielte sich dann in noch wunderbarerer Form an der Grotte ab, wo sie in der Tat über sich hinauswuchs, ja ganz in, mit und durch Christus eins wurde. Und mir scheint, dass in diesen wenigen Wochen der Erscheinungen mit Bernadette exakt das heutige Evangelium aufleuchtet. Das, was sie in den bis dahin geschenkten 17 Erscheinungen an der Grotte erleben durfte – ganz im Spannungsbereich von ungeahnten Veränderungen und kritischen Anfragen – mündete ein in den Empfang der 1. Hl. Kommunion im Hospiz, der sie und uns nicht mehr hungern und dürsten lässt. Aber Bernadette hatte diesen Weg von der äusseren Brotsuche an der Grotte exakt so zu gehen, wie die Israeliten auf der Wüstenwanderung und wie wir ihn in unserem Alltag zu gehen haben, ob in gesunden oder in kranken Tagen. Liebe Brüder und Schwestern im Herrn, wenn in dieser Eucharistiefeier auch das Sakrament der Krankensalbung gespendet wird, 5

dann zeigt uns der Blick auf Bernadette und auch auf unser Leben, dass wir uns alle unweigerlich in diesem Spannungsbogen bewegen. Ganz besonders trifft das auf unsere Kranken und Behinderten zu. So oft fühlt ihr euch wahrscheinlich kritischen Anfragen ausgesetzt und Zweifel, Ängste, Schuldgefühle, ja vielleicht sogar Verzweiflung holen euch ein. Kann ich meine Krankheit überhaupt tragen? Finde ich Kraft dazu? Werde ich nicht zur Belastung für unsere postmoder-

«Ja, ungeahnte Veränderungen werden möglich.»

ne Gesellschaft, für die Pflegenden, für die Angehörigen etc? Diese oder andere Fragen mögen euch in Beschlag nehmen, so dass ein recht verstandener Stolz in der Tat nur schwer aufkommen mag. Aber ich glaube, wir würden, wenn wir in dieser Perspektive verharren, die Gnade dieser Stunde, die Gnade dieses hl. Ortes und die Gnade unseres Christseins verkennen, wenn wir in diesem Blick und in diesen Fragen nicht über uns hinaussteigen. Ich meine auch – und das trifft in ganz besonderer Weise auf Lourdes, auf diese Stunde und auch auf das Sakrament der Krankensalbung zu, dass wir hier erfahren dürfen, dass Christus uns unsere Würde und unser Selbstvertrauen über die Massen


Wallfahrt 2011

hinaus zukommen lässt bzw. uns schenkt. Wie dürfen wir das doch als Priester erfahren, die wir dieses Sakrament spenden. Ich frage euch: Erfahren wir in der Spendung, in der Feier der Sakramente nicht

stärkt. Erkennt ihr in dieser Stunde nicht in ganz besonderer Weise die Würde und das Selbstvertrauen eures Menschseins in Christus. Und nun zu euch, liebe Kranke und Behinderte: Dürft ihr in

Gesunde und Kranke vereinen sich zur Gottesdienstgemeinschaft.

dieser Stunde nicht erkennen und zwar zutiefst, wie ihr in eurer Krankheit von der Liebe und Gnade Gottes umarmt werdet durch die Handauflegung und die Salbung mit hl. Chrisam? Und dürft ihr nicht auch wahrnehmen, wie eure Krankheit oder eure Behinderung uns als versammelte Pilgergemeinschaft bereichert und uns als Pilgergemeinschaft über unsere Würde und unser Selbstvertrauen hinaus stärkt?

unsere Würde und unser Selbstvertrauen unseres Priesterseins in ganz besonderer Weise? Dann: Wie dürft ihr, die Pflegenden und alle versammelten Gläubigen, hier das erfahren, was eure Berufung in ihren Fundamenten

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Meine Lieben, Bernadette hat auf die Frage: «Was hat dich denn glücklicher gemacht, die Erstkommunion oder die Erscheinungen?», klar und unmissverständlich geantwortet: «Diese beiden Dinge gehören zusammen, ohne dass man sie vergleichen kann. Ich war bei beiden glücklich.» Und diese Lektion scheint auch auf uns zuzutreffen. «Da sind vielleicht zu viele kritische Anfragen. Da ist die spürbare Ausdünnung der Gemeinden» – auch auf unserer Wallfahrt. «Da sind so viele strukturelle und personelle Veränderungen in den Pfarreigemeinschaften» – auch in unserer Wallfahrt, «von denen man noch nicht weiss, ob sie wirklich funktionieren und auf Dauer tragfähig sind.» Und dennoch werden wir nicht müde zu bekennen: «Wo Menschen ihre Würde und ihr Selbstbewusstsein entdecken» – auch in Lourdes – «wachsen ihnen Kräfte zu, die man ihnen vorher nicht zugetraut hätte. Ja, ungeahnte Veränderungen werden möglich.» Das ist die Freude von Lourdes, die Freude dieser Stunde und die Freude unseres Glaubens an Jesus Christus. Amen.


Wallfahrtsmotto

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ie Bitte um das tägliche Brot im Gebet des Herrn, die uns durch diese dritte Betrachtung begleiten möchte, greift mindestens zwei Linien auf, denen wir in den kommenden Zeilen etwas Raum geben möchten. Einerseits geht es Jesus hier ganz klar um die menschliche Existenz, um unser Grundbedürfnis der täglichen Nahrungsaufnahme. Andererseits führt er uns durch diese Bitte des Vaterunsers auch in die Aktualität des «heute» ein. Damit hat das Vaterunser nicht bloss für Generationen Aktualität, sondern zeigt uns auch den Blick auf das «Heute». Unzählige Bibelstellen lassen uns dieses «Heute» und seine Bedeutung aufleuchten. So bin ich z.B. ganz persönlich in Lourdes immer wieder neu ergriffen von den

Vaterunser Unser tägliches Brot gib uns heute

Worten Jesu zum Schächer: «Amen, ich sage dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein», wenn ich oben auf dem Kreuzweg stehe und die 12. Station betrachte. An jenem 11. Februar 1858 – am ersten Erscheinungstag in Lourdes – war Bernadette nichts anderes aufgetragen, als eben diese Bitte des Vaterunsers umzusetzen. Wir alle wissen, sie war vom Cachot aufgebrochen, um an der Gave Holz zu sammeln, aus dessen Erlös die Familie Soubirous

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die nötigen Nahrungsmittel für die Familie kaufen wollte. Doch Bernadette brachte wohl an jenem Tag kein Holz mit nach Hause. Vielmehr begann für sie mit diesem «Heute» – dem 11. Februar – der Schlussspurt

Betende Gottesdienstgemeinschaft von heute in Lourdes.


Wallfahrtsmotto

zum Empfang der Erstkommunion. Denn sie war ja einige Wochen zuvor wegen der Vorbereitung auf den Empfang der Hl. Kommunion nach Lourdes zu ihrer Familie zurückgekehrt. Und damals wie heute verbindet sich in allen Getauften, die den Weg zur Erstkommunion gehen, das doppelte Verlangen nach dem täglichen Brot wie auch nach dem Brot des ewigen Lebens. Bernadette bringt diese Verbindung in einem Gebet so wunderschön zum Ausdruck, an dem sie uns bis heute teilhaben lässt: «Gib mir, ich bitte dich, das Brot der Demut, das Brot des Gehorsams, das Brot der Liebe, das Brot der Kraft, um meinen Willen zu brechen und ihn mit deinem Willen gleichförmig werden zu lassen, das Brot der inne-

ren Abtötung, das Brot der Geduld, um die Leiden meines Herzens zu ertragen. O Jesus, du willst für mich das Kreuz! Dein Wille geschehe! Gib mir das Brot der Kraft, um die Leiden zu ertragen, das Brot, nur dich immer und überall zu sehen.» Wenn wir einmal mehr den Weg vom Cachot zur Grotte von jenem 11. Februar gehen und ihn weitergehen bis zum 3. Juni, an dem Bernadette die Erstkommunion empfing, dann erfahren wir, dass in der Zeit dieser vier Monate wiederum das «Tägliche» wie auch das «Heute» aufleuchten. Da sind einmal die 17 Erscheinungen, in denen Bernadette immer an der Unmittelbarkeit des «Heute» teilhaben darf. Für sie wird in jeder Erscheinung von neuem klar, was schon der Psal-

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mist betete: «Heute, wenn ihr seine Stimme hört, verhärtet eure Herzen nicht.» So viele Herzen verhärteten sich um Bernadette herum. Ja, sie musste viel Leid, viele Kreuzeserfahrungen über sich ergehen

«Heute, wenn ihr seine Stimme hört, verhärtet eure Herzen nicht.» lassen, bis sie das Brot der Kraft empfangen durfte. Doch ihr Herz durfte in all den Begegnungen mit der Schönen Dame an der Grotte in der Tat jene Herzensweite erfahren und ausstrahlen, die mehr und mehr auch die Leute, die Gaffer, wie auch die Betenden, an der Grotte ergriff, und zwar so innig, dass auch sie das Heute, die Unmittelbarkeit Gottes erfahren und glauben durften. Doch Bernadette besucht in diesen Wochen vor ihrer Erstkommunion auch den Schulunterricht und erlebt in dieser täglichen Verpflichtung die Dimension des Alltäglichen. Wir sind gut beraten, diesen Blickwinkel nicht aus unserem Leben zu verlieren. Und Bernadette bestätigt uns diese Wahrheit, indem sie auf die Frage von Emmanuelite Estrade: «Was hat dich denn glücklicher gemacht, die Erstkommunion oder die Erscheinungen?», klar und unmissverständlich antwortet: «Diese beiden Dinge gehören zusammen, ohne dass man sie vergleichen


Wallfahrtsmotto

kann. Ich war bei beiden glücklich.» Wenn wir uns in dieser Betrachtung über die Vaterunser-Bitte «unser tägliches Brot gib uns heute» einmal mehr mit Bernadette auf den Weg gemacht haben, dann erfahren wir, dass diese Bitte auch unseren Alltag, unser Leben erfüllen möchte. Auch wir brechen jeden Tag neu auf, um unserer Arbeit nachzugehen, damit wir das nötige Kleingeld für das tägliche Brot zusammenbringen. Und dieser Weg mag uns an Quellen lebendigen Wassers führen, an denen wir in der Tat reichlich beschenkt werden wie Bernadette an der Grotte. Aber dieser Weg, unser Alltag, bringt uns auch immer wieder schwere Gänge, schwere Stunden und Probleme mit. Manchmal,

oder sogar öfters geraten wir in Zweifel, ob sich dieser tägliche Gang wirklich lohnt, letztlich wirklich im Plan Gottes ist? Vielleicht sind wir in diesen Stunden sogar an die herben Worte Bernadettes im oben erwähnten Gebet erinnert: «Gib mir, ich bitte dich, das Brot der Demut, das Brot des Gehorsams, das Brot der Liebe, das Brot der Kraft, um meinen Willen zu brechen und ihn mit deinem Willen gleichförmig werden zu lassen…» Doch unser Alltag wäre unvollkommen, wenn wir nur jeden Tag neu aufbrechen, um unseren Hunger nach dem täglichen Brot zu stillen. Denn gerade unsere aktuelle Gesellschaft in unseren Breitengraden lehrt uns, dass nicht allein ein reich gedeckter Tisch die Bedürfnisse der Men-

schen zu stillen vermag. Mehr und mehr erkennt die heutige Gesellschaft, dass unser Alltag ebenso vom göttlichen «Heute» erfüllt werden muss; von der Begegnung Jesu mit den Menschen im Sakrament der Eucharistie, von der Begegnung Jesu mit uns Menschen im Sakrament der Beichte und nicht zuletzt auch von der Begegnung Jesu mit den Menschen im Gebet. So möchte ich Sie einladen, am Ende dieser Betrachtung von der Grotte den Blick auf den Kreuzweg in Lourdes zu richten, um betend und meditierend mit den Worten «unser tägliches Brot gib uns heute» den Weg zur 12. Station zu gehen, wo Jesus dem Schächer zuspricht: «Amen, ich sage dir: Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein.»

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Prozessionen in Lourdes: Es singt der Süddeutsche-Pilger-Chor Fr. 20.– Leitung: Leander Prinz Marienlieder in Lourdes: Es singt der Süddeutsche-Pilger-Chor Leitung: Leander Prinz Fr. 20.–

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Wallfahrtsmotto

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n den vergangenen Wochen konnten in den Medien – vor allem im Internet – immer wieder Berichte über ein allfälliges 68. Wunder von Lourdes gelesen werden. Wir alle wissen, dass jedes kirchlich anerkannte Wunder einem strengen Prüfverfahren unterliegt, bis es zur offiziellen Anerkennung durch den Bischof kommt. Es gilt zu betonen, dass im aktuellen Fall noch nicht alle Vorgaben für eine offizielle Anerkennung erfüllt sind. Dennoch dürfen wir uns an den «good news» freuen und Gott danken, dass er uns und vielen Pilgern in Lourdes immer wieder «Wunder» schenkt, die unsere Liebe zu Gott und zueinander vertiefen. Ganz aus dieser Blickrichtung soll nachfolgend in aller Kürze

Heilungen in Lourdes das Zeugnis von Serge François abgedruckt sein. Der Fernsehmechaniker Serge François aus La Salle-et-Chapelle-Aubry in Maine litt unter einem Bandscheibenvorfall. Zwei Operationen blieben ohne Erfolg. Sein linkes Bein war gelähmt und er litt zudem unter starken Schmerzen. Um diese zu lindern, musste er täglich starke Schmerzmittel einnehmen. In diesem Zustand kam er im Jahre 2002 zur Grotte von Massabielle. Betend harrte er vor der

Grotte aus, in der im Jahre 1858 die Schöne Dame dem Kind Bernadette Soubirous erschienen war. Plötzlich verspürte er im linken Bein ein warmes Gefühl. Darauf hin seien plötzlich all seine Leiden und Beschwerden verschwunden gewesen. Nachdem Serge François seine komplette Gesundheit wiedererlangt hatte, machte er sich auf den Jakobsweg und brachte 1000 km hinter sich – zu Fuss! Bischof Emmanuel Delmas von Angers berichtete nun, dass das medizinische Büro von Lourdes die Heilung als «plötzlich, vollständig, ohne Therapie, sowie dauerhaft» eingestuft habe. Die Heilung, so der Bischof weiter, könne «als persönliche Gabe von Gott für diesen Menschen» verstanden werden, als einen Gnadenerweis, als ein Zeichen von Christus, dem Heiland. Dann schliesst der Bischof seine Stellungnahme mit den Worten: «Im Namen der Kirche erkenne ich den ‹aussergewöhnlichen› Charakter der Heilung an.»

Als grösstes Wunder von Lourdes dürfen wir jedes Jahr neu die betende Pilgergemeinschaft erleben. 10


Wallfahrt 2011

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Wallfahrtsmotto

In diesen Zeilen lässt uns Sr. Cäcilia Allenspach, die nun schon seit Jahren als Verantwortliche der Krankenpflege auf unserer Wallfahrt wirkt, an ihren ganz persönlichen «Vaterunser-Erlebnissen» teilhaben. VATER UNSER Wenn ich zurückschaue und dieses Wort langsam ausspreche, wende und drehe, so denke ich an meinen Vater. Bei ihm erlebte ich als ganz kleines Kind diese Geborgenheit und Sicherheit. Vater unser – unser Vater; Sicherheit im Kreis der Familie. Eigentlich konnte mich nichts schrecken, wenn der Vater da war. Ich kann mich erinnern – wohl meine erste bewusste Erinnerung – wie wir mit dem Vater im Frühjahr 1945 auf einer Anhöhe in unserem Land standen und von dort das Bombardement über Friedrichshafen sahen. Dabei durfte ich auf dem Arm des Vaters sitzen. Ich habe mich nicht gefürchtet, denn mein Vater war ja da. Vater unser, der du bist im Himmel! Für mich war und ist dieses Glaubensgeheimnis befreiend und beglückend. GEHEILIGT WERDE DEIN NAME Wir erlebten zu Hause diese Gegenwart immer, ohne Angst oder Einengung. Das Kirchenjahr prägte unser Leben. An Advent und Weihnachten war unser Warten spürbar und das nicht nur auf kleine Geschenke. Nein, wir wussten, das Christkind kommt auf die Welt: Sei es beim morgendlichen Gang zur Rora-

Vaterunser Im Alltag

temesse oder beim Anzünden der Adventskerzen. Und nicht zu vergessen ist für mich das Geheimnisvolle um das Guetzli-Backen. Ebenso zur Fasnacht und Fastenzeit, die uns auf Ostern bereit machten. Sicher half beim Warten auch die Freude mit, dass es nach Ostern wieder Confi zum Frühstück gab und dass wir wieder Jassen durften (dies war das grösste Fastenopfer). Von Christi Himmelfahrt bis Pfingsten hielten wir jeweils am Abend Pfingstnovene. Eines der Kinder durfte immer gehen, auch dann, als zu Hause viel Arbeit anstand. Die Maiandachten am Sonntagabend waren spezielle Anlässe. Der Heimweg war sowieso immer ganz speziell. Weiter waren Fronleichnam, Allerheiligen und das Patrozinium der Pfarrei Höhepunkte in unserem Jahr. So schloss sich unser Kirchenjahr und darin erlebte ich die Heiligung des Namen Gottes. Beim Tod eines lieben Nachbarn erlebte ich zum ersten Mal bewusst das Beten der «fünf Wunden». Dabei wird jeweils das «Vaterunser» vorangestellt mit der jeweiligen Anrufung einer Wunde Jesu. Ich empfand bei dieser Gelegenheit das «Vaterunser» anders, wie mit Leid beladen, um dann beim folgenden Glaubens15

bekenntnis einzumünden in die Auferstehung und das ewige Leben. DEIN WILLE GESCHEHE Unser Vater war nach einem Schlaganfall gelähmt. Jede Woche brachte der Kaplan die hl. Kommunion. Dazu wurde jeweils ein kleiner Hausaltar hergerichtet. Nun war es wieder so weit. Doch ein heftiges Unwetter mit starkem Hagelschlag verwüstete am Vorabend alles. Ich fühlte mich berechtigt, zu murren und sagte zum Vater: «Ich werde keine Blumen richten.» Dann war es still in der Kammer. Doch plötzlich sagte der Vater in die Stille hinein: «Der Herr hat es gegeben, der Herr hat es genommen, sein Wille geschehe.» Jahre später habe ich diese Aussage einordnen können. UNSER TÄGLICHES BROT GIB UNS HEUTE Ich wusste aus eigener Erfahrung, wie viel Arbeit es braucht, bis Mehl und Brot vorhanden waren. Ich weiss auch, wie gerne wir Brot assen. Deshalb durften wir mit Brot und «Brotkrumen» nie spielen. Brot sei etwas Heiliges. Schon das irdische Brot, mehr noch das himmlische Brot. Bei uns zu Hause wurde jeder Brotlaib vor dem Anschneiden


Wallfahrtsmotto

mit 3 Kreuzen bezeichnet. Genug Brot zu haben war und ist ein Geschenk. Früh lernte ich bei Vater und Mutter das Brot in allen Formen mit den Armen zu teilen. Dies geschah so selbstverständlich, dass es einfach dazu gehörte. Teilen mit den Ärmeren, keinen Bedürftigen oder Landstreicher ohne etwas weiterziehen zu lassen, das war für uns Kinder oft interessant und lehrreich. VERGIB UNS UNSERE SCHULD… Ich kann mich an eine Predigt in meiner Kinderzeit erinnern, in der uns gesagt wurde: Vergib, so wird dir vergeben. Kleine Kindersünden, Krach mit dem Schulgspänli, zu Hause nicht gehorchen etc. Alles soll in Ordnung gebracht werden!? Da dachte ich mir, diese Bitte lasse ich lieber einmal aus, bis alles wieder gut ist. Ja, das mache ich heute noch so, wenn es noch nicht gelingen will. Vergib, so wird dir vergeben! FÜHRE UNS NICHT IN VERSUCHUNG Was verbirgt sich hinter diesem Wort für ein Kind? Schoggi, Guetzli, etc.? Als junger Mensch nicht mehr folgen wollen, eigene Wege gehen? Ja, die Versuchungen passen sich dem Lebensalter an. Wird dies wohl so bleiben bis zu unserem Ende? Ja, Herr, erlöse uns in deiner Barmherzigkeit. Denn dein ist die Herrlichkeit, in Ewigkeit. Amen. Sr. Cäcilia Allenspach

Sr. Cäcilia Allenspach als kleines Mädchen im Schutz ihres Vaters.

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Glaube

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eit 25 Jahren bewohnen drei Schwestern der Gemeinschaft von Nevers eine Sozialwohnung in der Siedlung «Ophite» am Stadtrand von Lourdes und teilen dort das Leben der Armen und Benachteiligten unserer Zeit. Freilich ist es nicht das Cachot der Familie Soubirous, aber dennoch kann «Ophite» vielleicht als Cachot unserer Zeit umschrieben werden. Der Name «Ophite» erinnert an den alten Steinbruch in Lourdes. Während Jahren wurde dort das

Ophite Das «moderne» Cachot

Ophit-Gestein gebrochen, ein Marmor, der für seine Härte bekannt ist. Entlang dieser Marmorwand entstand in den 1970er Jahren nach und nach eine Wohnsiedlung aus langgezogenen Wohnblöcken. «Ein

Dominospiel von über fünfhundert Wohnungen für etwa 1500 Seelen.» Die Schwestern von Nevers bewohnen dort im Schatten eines quadratischen Hochhauses eine Wohnung im 9. Stock. Eine Metalltreppe mit klebrigen Stufen führt zur Wohnungstür. Dort ist ein blaues Schild angebracht: «Schwestern von Nevers.» Die Graffiti, die die Mauern der ersten Treppen beflecken, gehen kaum über das 4. Stockwerk hinaus. Weiter hoch scheint sich niemand zu wagen. Dennoch teilen die Schwestern von Nevers seit dem 9. Januar 1986 den Alltag mit den Nachbarn und allen Bewohnern von «Ophite». Die Idee, eine kleine Kommunität in diesem sozialen Brennpunkt zu gründen, geht auf die damalige Generaloberin zurück. Anlässlich einer Versammlung bedauerte sie, dass die Kongregation in «Ophite» nicht vertreten ist. Sie war sich sicher, dass Bernadette mit ihrer ganzen Familie wohl dort gelebt hätte, wenn sie eine Zeitgenossin von uns wäre.

Die Schwestern von Nevers teilen den Alltag der Bewohner im «Ophite». 17


Glaube

Nach weiteren Besprechungen wagten drei Schwestern dieses Abenteuer. Schwester Odile, die seit dem Beginn im Jahre 1986 zur kleinen Kommunität gehört, erzählt von ihren ersten Eindrücken. Bei

«Die Aufgabe … ist der Dienst am Nächsten und das Teilen des Kummers und der alltäglichen Sorgen.»

einem ersten Besuch vor der Ankunft der Schwestern wunderten sich Jugendliche über die Anwesenheit von uns. Sie fragten: «Was machen Sie hier? Hier ist Chicago!», liessen sie uns wissen und wölbten dabei ihre Brüste. Die zukünftigen Mieterinnen liessen sich jedoch nicht von ihren Plänen abbringen, da sie darin mitunter auch dem Auftrag ihres Gründers Jean-Baptiste de Laveyne erkennen, der sie aufforderte, «auf einer Ebene mit den Menschen zu leben». Bernadette gehört zu uns Die Schwestern wurden von ihren Nachbarn gut aufgenommen. Den schlechten Ruf der Siedlung können die Schwestern nicht bestätigen. Schwester Odile knüpfte sofort verschie-

denste Kontakte. Bald engagierte sie sich in der Armenküche, setzte sich zusammen mit der Pfarrei Lourdes für die Katechese der Kinder ein und half eine Zeit lang in einem Kinderclub mit. «Die Solidarität und die gegenseitige Hilfe sind hier echte Werte.» Doch im Laufe der 25 Jahre hat sich der Aufgabenbereich auch verändert. Heute sehen sich die Schwestern von Nevers einer älter werdenden Bevölkerung ausgesetzt. Die jungen Menschen verlassen mehr und mehr die Siedlung oder bleiben nur für kurze Zeit hier. Unsere neue Priorität gilt deswegen dem Kampf gegen die Vereinsamung. Im Turm nebenan wohnt sogar eine 100-jährige Frau. Alle kennen sie und fragen regelmässig, wie es ihr geht. Die Aufgabe der kleinen Schwesternkommunität ist der Dienst am Nächsten und das Teilen des Kummers und der alltäglichen Sorgen. Und darin folgen sie ganz dem Beispiel der hl. Bernadette. Sie hilft ihnen durch ihre Einfachheit und Demut. «Wir sprechen mit den Menschen über Bernadette und sie interessieren sich für sie. Sie war ebenso eine Ausgeschlossene wie viele unter uns. Sie sagen deshalb immer wieder gern: Bernadette gehört zu uns, sie ist wie wir.» Schwester Odile meint: «Wichtig ist nicht so sehr, was wir sagen, sondern das tägliche Miteinander.»

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Unsere Verstorbenen Altbüron: Adolf Bossert-Meier Altdorf UR: Josefina Zurfluh-Welti Altstätten SG: Marianne Seitz Basel: Margaritha Studer Disentis/Mustér: Barla Desax Eschenbach SG: Sebastian Steiner Jona: Agnes Huser-Isenring Lachen SZ: Elisabeth Zindel-Kessler Rossrüti: Berta Wiesli-Imhof Rothenburg: Agatha Ruckli Ruswil: Josef Stadelmann-Frey Sarnen: Rita Wallimann-Brunner Schwarzenberg LU: Josef CamenzindHusistein Sisseln AG: Maria Heiny Zeihen: Linus Meier; Pauline Suter Wir empfehlen unsere Heimgegangenen der Fürbitte Mariens und dem Gebet der AVE-Leser.

Helfen Sie uns mit, Ihre Adresse aktuell zu halten! Folgende Möglichkeiten stehen Ihnen zur Verfügung: – AVE-Versandstelle, Pilgerbüro, 8730 Uznach – Internet: www.abo.otmarsberg.ch – E-Mail: pilgerbuero@lourdes.ch Durch Ihre Mithilfe ermöglichen Sie uns weiterhin eine tadellose Zustellung der Zeitschrift AVE und darüber hinaus eine aktuelle Adressverwaltung. Herzlichen Dank!


Glaube

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er hl. Antonius ist ein Heiliger auch unserer Zeit. Nicht nur in seiner Heimatstadt Lissabon und in Padua knien unzählige Gläubige vor einer Statue des hl. Antonius nieder, auch bei uns nehmen viele Menschen Zuflucht bei ihm. So finden wir in vielen Kirchen eine Statue des hl. Antonius und nicht weit entfernt davon ein «Kässeli» für Spenden an die Armen unserer Welt. Doch vor allem verweist uns der hl. Antonius auf Christus. Seit dem 15. Jahrhundert wird der Jünger des hl. Franziskus deshalb zurecht mit Lilie und dem Jesuskind dargestellt.

Antonius und sein Leben Als Sohn adeliger Eltern wurde der hl. Antonius 1195 in Lissabon geboren und auf den Namen Fernando getauft. Bereits mit 15 Jahren trat er in das Augustiner-Chorherrenstift St. Vicente de Fora bei Lissabon ein, um sich zwei Jahre später in Coimbra den Bibelwissenschaften und der Väterlehre zu widmen. Nach 9-jährigem Studium wurde er 1219 zum Priester geweiht. Doch schon ein Jahr später kam es zu jenem prägenden Ereignis, das sein Leben fundamental verändert. Durch die Rückkehr der Leichen der fünf franziskanischen Protomärtyrer, deren Mission in Marokko tragisch missglückt war, erwachte in ihm der Wunsch, dem Franziskanerorden beizutreten. Dort erhielt er den Namen Antonius und brach bereits im Herbst des Jahres 1220 als Ersatz für die Märtyrer nach Marokko auf. Schon bald zwang ihn eine

Marianische Heilige Hl. Antonius von Padua (21)

Krankheit zur Rückkehr nach Portugal. Das Schiff geriet jedoch in einen schweren Sturm, so dass er im Frühjahr 1221 unverhofft in Sizilien strandete, von wo aus er nach Assisi kam. Da für ihn keine Aufgabe zu finden war, zog er sich als Einsiedler zurück. Erst durch eine Primizpredigt, die er einzig und allein wegen fehlender Alternativen halten durfte, erkannten die Gläubigen seine grossen Fähigkeiten. Der hl. Franziskus bat ihn nun persönlich, für seine Brüder theo-

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logische Vorlesungen zu halten. Dazu schrieb er ihm: «Meinem Bischof Antonius Heil! Es gefällt mir, dass du die Heilige Theologie dozierst und den Brüdern beibringst, dabei darf aber nicht der Geist der Frömmigkeit und des Gebetes fehlen, wie es unserer hl. Regel entspricht.» So war Antonius zunächst Lehrer im Konvent von Bologna. Zugleich wirkte er als Volksmissionar, der sich mit seinem geisterfüllten Wort den Irrlehren der Albigenser und Waldenser stellte.


Glaube

Nach 1227 predigte er in Padua. Vor allem seine Fastenpredigten im Jahre 1231 waren ein grosser Erfolg. Doch bald darauf erkrankte Antonius an Wassersucht und starb am 13. Juni desselben Jahres im Kloster von Arcella bei Padua. Infolge der grossen Verehrung fand sich Papst Gregor IX. bei seinem Aufenthalt in Spoleto im Jahre 1232 genötigt, Antonius heilig zu sprechen. Mit dem 16. Januar 1946 ernannte ihn Papst Pius XII. zum Kirchenleh-

«So selig ist kein Seliger, so glücklich ist kein Glücklicher, wie ein Mensch, der Gott im Herzen hat.»

rer und würdigte damit seine profunden Kenntnisse über die Lehre der Kirche. Antonius und Jesus Von Antonius sind eine ganze Reihe seiner Predigten erhalten. Kaum ein Thema hat er ausgelassen. Dennoch schenkte er der «Erlösung durch Christus» eine besondere Aufmerksamkeit. Vielleicht ist diese intensive Auseinandersetzung eine Antwort auf die Erscheinung des Jesuskindes vor Antonius. Jesus war ihm

höchstes Vorbild in den Tugenden der Demut und Liebe zur Armut. Als ein ganz in der franziskanischen Tradition stehender Prediger sah er diese Demut und Armut vor allem in der Menschwerdung von Jesus aufleuchten. In ihr erkannte Antonius eine dreifache Vermählung. Die erste umschrieb er als «Vermählung der Rechtfertigung». Um die grosse Kluft zwischen Gott und der Schöpfung zu überwinden, bediente sich Gott des Menschen. Viele Boten, Propheten und Mittler rief Gott in seinen Dienst, um sich endlich mit der allerseligsten Jungfrau zu vermählen. Ihr Leib vermochte jenen zu tragen, der grösser ist als alle Welt. Gott macht sich klein, demütig und arm, um uns Menschen als Mensch zu begegnen. Die zweite Vermählung wird nach dem hl. Antonius dann gefeiert, «wenn die Gnade des Heiligen Geistes auf eine Seele herabkommt und sie sich bekehrt». Umkehr, Neuaufbruch und Vereinigung mit dem liebenden und barmherzigen Gottessohn waren nicht nur Tugenden des hl. Antonius, sondern sollten jedes christliche Menschenherz erfüllen. Dabei dürfen wir in dieser Berufung auf den hl. Geist vertrauen. Er leitet und lehrt uns und führt uns – leise und sanft – zur Umkehr, zu Jesus Christus. In Christus allein kommt der Mensch zum Ziel. Doch dazu müssen wir sein offenes Herz annehmen. Und dies sollen wir nach dem hl. Antonius so oft tun, bis wir bereit sind zur dritten Vermählung und zwar «am Tage des Gerichts, wenn Jesus 20

Christus als Bräutigam kommt und es heisst: ‹Siehe, der Bräutigam kommt! Geht ihm entgegen!›» (Mt 25,6). Dann ist der Tod nicht mehr bloss ein Sterben im menschlichen Sinn, sondern Übergang, Eintritt in das ewige Leben. Mit dem hl. Paulus dürfen wir ausrufen: «Verschlungen ist der Tod vom Sieg» (1 Kor 15,54). Und die hl. Bernadette lässt mit uns die Hoffnung teilen: «Der Gerechte braucht in keiner Weise die Auflösung seines Leibes zu fürchten, denn er muss eines Tages verklärt und ganz in Herrlichkeit erstrahlend auferstehen.» Antonius und Maria Diese Verklärung in die Herrlichkeit Gottes hinein wurde an Maria vollbracht und liess den hl. Antonius in einer Predigt zu Maria Himmelfahrt ausrufen: «Die allerseligste Jungfrau besitzt die Liebe der ganzen Welt, da sie uns den Erlöser geschenkt hat. Sie ist unsere glorreiche Ester, die […] aufgenommen ward in das himmlische Gemach, wo als König der Könige und Freude der Engel Jesus Christus auf dem Sternenthrone sitzt.» Diese Liebe der Gottesmutter zur ganzen Welt packte den jungen Antonius im wahrsten Sinne des Wortes. Ja, im Leben, im Eintauchen in den Willen des Vaters, konnte Gott an Maria das Wunder der Liebe vollbringen. Davon war der hl. Antonius nicht nur fasziniert, sondern liess sich ebenso zu einem wunderbaren Werkzeug Gottes formen, das sich im Gebet mit ihr vereinte und so zur Liebe und Demut in Christus fand.


Vereinsmitteilungen

LPV Basel: Jahresrückblick 2010 Nach der Begrüssung aller Anwesenden durch den Präsidenten, Herrn Stephan Ritter, wurden im Speziellen unser Präses, Vikar Richard Strassmann, sowie Pfarrer Lorenz Baur begrüsst. Ebenfalls dankte der Präsident Vreni und Hans Keusch für die schönen Blumen, die den Dachsaal im Pflegeheim Muri dekorierten. Mit dem Lied «Erhebt in vollen Chören» wurde die Generalversammlung eröffnet. Als Tagespräsident wurde Präses Richard Strassmann einstimmig gewählt und als Stimmenzähler stellten sich Theres Abt und Christa Geu zur Verfügung. Anschliessend wurden die traktandierten Geschäfte behandelt. Zuerst gedachten wir der 38 Verstorbenen unseres Vereins. Für sie wurde eine Kerze an-

gezündet und Präses Richard Strassmann gedachte ihrer mit besinnlichen Worten. Unter «Wahlen» wurde der gesamte Vorstand für weitere zwei Jahre wiedergewählt. Zusätzlich wurde Frau Patricia Simeoli als weiteres Vorstandsmitglied aufgenommen und übernahm das Ressort Medien und Öffentlichkeitsarbeit. Leider gab unser Fähnrich, Herr Hans Bütler, aus gesundheitlichen Gründen seinen Rücktritt bekannt. Da Herr Bütler nicht anwesend sein konnte, wurde ihm ein kleines Präsent persönlich überbracht. In Herrn Benedikt Geiger von Muri konnte sein Nachfolger bekanntgegeben werden. Herzlichen Dank für die Bereitschaft zu diesem Dienst an unserem Verein und zur Ehre der Mutter-

gottes. Ihm zur Seite stehen die bisherigen Fähnriche, Herr Jakob Küng und Herr Josef Meister. Das diesjährige Jahresprogramm wurde den Vereinsmitgliedern mit der Einladung versandt. Der Präsident erwähnte insbesondere nochmals die Maiandachten in Muri und an der Grotte in Boswil, sowie die Jahreswallfahrt am 15. August ins Kloster Ingenbohl. Zum Abschluss stimmten alle ins beliebte Lourdeslied «Die Glocken verkünden» ein. An der Versammlung trafen sich 126 Lourdesfreunde. Danach wurde vom Lourdespilgerverein noch Kaffee oder sonst ein Getränk als Dank an die Vereinsmitglieder offeriert. Patricia Simeoli Medien und Öffentlichkeitsarbeit

LPV ZH-TG-SH: Einkehrtag und Jahresprogramm Einkehrtag in Zürich-Seebach Zum Einkehrtag in der Maria-Lourdeskirche in Zürich-Seebach versammelten sich 1000 Gläubige. In den Vorträgen von Sr. Briege McKenna und P. Kevin Scallon erhielten wir eine echte Vertiefung des Glaubens. Ihre Charismen sind wahre Gnadengeschenke. Eine Anbetungsgruppe aus dem Walllis vertiefte durch ihre Beiträge die Begegnungen mit Jesus, der unter uns in der Hl. Eucharistie gegenwärtig war. Dabei durften wir Heilung auf verschiedene Arten erfahren: Vergebung der Sünden in der Beichte und Ja-sagen zum Willen Gottes. Von Herzen danken wir allen, die zum

Gelingen dieser Tagung beigetragen haben: der Übersetzerin, den beiden Musikgruppen, der Organisation im Hintergrund und der Pfarrei für die Benutzung der Kirche und des Pfarrsaals. Gott segne sie alle für ihren Einsatz. Eine Pilgerin

Pilgerleitung: P. Raphael und P. Gérard Kosten: Fr. 900.– alles inkl. 23. Oktober 2011 Treffen mit P. Gérard in Sachseln 19. November 2011 Einkehrtag mit Prof. Dr. Manfred Lütz

Weiteres Jahresprogramm 17. September 2011 Fusswallfahrt nach Sachseln-FlüeliMelchtal 17.–21. Oktober 2011 Flugwallfahrt von Zürich nach Lourdes. Vollpension im Hotel «Roc de Massabielle & Lisieux» 21

11. Dezember 2011 Adventfeier in Maria Lourdes, ZürichSeebach Alle Anmeldungen ans Sekretariat: 041 787 10 52


Vereinsmitteilungen

LPV Wil und Umgebung: Hauptversammlung Am 27. Februar begrüsste im Namen des Vorstandes unsere Präsidentin, Frau Doris Hayoz, die zahlreich anwesenden Muttergottesverehrer ganz herzlich. Sie stellte die Versammlung unter den Schutz der Muttergottes und rief den Hl. Geist um seinen Beistand an. Alle zusammen grüssten Maria mit dem Lourdeslied. Durch den Jahresbericht der Präsidentin wurden schöne Erinnerungen vom vergangenen Vereinsjahr aufgefrischt. Einige davon sind: Am 11. Februar besuchten wir den Festgottesdienst in der Maria-Lourdeskirche in Dussnang mit der Vereinsfahne und einer schönen Schar treuer Mitglieder. Mit der Vereinsfahne begleitet, durften wir unsere Votivkerze am

Bei strömendem Regen brach plötzlich die Sonne durch die Wolken hindurch, begann sich zu drehen und bewegte sich Richtung Erde. Gleichzeitig wurden viele Menschen geheilt und viele kamen zum Glauben. 2. März der Pfarrei Bütschwil schenken und von Herrn Pfarrer Josef Manser segnen lassen. 1814 Pilger nahmen an der 114. Lourdeswallfahrt vom 24.–30. April teil. Die Vereinswallfahrt führte uns am 6. Juli mit 147 Pilgern nach Stühlingen ins Loreto-Heiligtum. In Maria

Bühl hielten wir die eucharistische Nachmittagsandacht bei der Hl. Notburga. Mit Pater Meinrad Manser feierten wir am 8. August die Hl. Messe im Ahorn. Und das Jahresprogramm brachten wir mit dem Wallfahrtsnachmittag in Maria Dreibrunnen zum Abschluss. Nachdem die offiziellen Geschäfte abgewickelt waren, sowie nach einer Pause, zeigten wir unseren geschätzten Mitgliedern eine DVD über die Muttergotteserscheinungen in Fatima. Die Muttergottes erschien 1917 in Fatima den drei Seherkindern Francisco, Jacinta und Lucia. Durch ihre Erscheinung will sie die Menschen von ihrem gottlosen Leben wachrütteln und zu einem Gott wohlgefälligen Lebenswandel hinführen. Sie wünscht, dass die Menschen Gott nicht mehr länger beleidigen, sondern dass wir beten, uns bekehren und Busse tun. Zudem soll man am Erscheinungsort eine Kapelle bauen. Die damalige Regierung in Portugal war atheistisch und verfolgte sogar katholische Priester, welche sich dem Zeitgeist nicht anpassten. Auch die drei Seherkinder wurden von Regierungsbeamten bedroht. Sie würden bei lebendigem Leib verbrannt, falls sie die angeblichen Erscheinungen nicht widerrufen. Die Seherkinder litten sehr darunter, blieben der Muttergottes dennoch treu, beteten gemäss ihrem Wunsch täglich den Rosenkranz und widerstanden allen Anfeindungen. In all diesen Anfeindungen stand ihnen jedoch die Muttergottes treu zur Seite und kündigte auf den 13. Oktober ein Wunder an. Viele Menschen kamen an diesem Oktobertag nach Fatima, um das vorhergesagte Wunder zu erleben und das bei strömendem Regen. Natürlich gab es dazu ganz ver22

schiedene Beweggründe; die einen kamen aus purer Neugier, andere hielten ein Wunder für unmöglich und wieder andere wollten die Kinder verspotten. Dennoch versammelten sich auch Tiefgläubige, die an das prophezeite Wunder glaubten. Und was sahen sie: Bei strömendem Regen brach plötzlich die Sonne durch die Wolken hindurch, begann sich zu drehen und bewegte sich Richtung Erde. Gleichzeitig wurden viele Menschen geheilt und viele kamen zum Glauben. Zum Abschluss richtete die Präsidentin Dankesworte an alle Mitglieder, um dann den kurzweiligen Versammlungsnachmittag mit dem Muttergotteslied «Gott hat dich von Ewigkeit her, heilge Jungfrau auserwählt…» zu beenden. Josef Allenspach Niederwil


Vereinsmitteilungen

LPV Maria Bildstein: Hauptversammlung Am 27. März 2011 nachmittags hielten wir in der Turnhalle St.Gallenkappel unsere 53. Hauptversammlung. Zuvor feierten wir, zusammen mit Pfarrer Eugen Wehrli, in der Pfarrkirche miteinander die Hl. Eucharistie. Unser langjähriger Präsident Toni Marty begrüsste alle Marienverehrer, ehemaligen Vorstandsmitglieder, alle EinzügerInnen aus den Regionen MarchHöfe, See und Gaster und dem Glarnerland. Einen besonderen Willkommensgruss richtete er an die Delegationen der LPV Sarganserland und Surselva. Einstimmig wurden Rosalia Thoma und Hilde Schmucki als Stimmenzählerinnen gewählt. Danach verlas Marianne Mächler das Protokoll der letzten HV. Mit einem Applaus wurde es genehmigt und zugleich verdankt. In seinem Jahresbericht griff Toni Marty nochmals das vergangene Vereinsjahr auf. Insbesondere verwies er auf die HV in Benken, die Lourdeswallfahrt und die Vereinswallfahrt nach St.Gallen und Altstätten. Ebenso liess er uns in

Gedanken an den gemeinsam gefeierten Gottesdienst auf Maria Bildstein und an der Ortsvertreterversammlung in Schmerikon teilhaben. Am Festtag des jubilierenden Pilgervereins Sarganserland durften wir ebenso gratulieren. Nicht zu vergessen sind in all diesen offiziellen Anlässen der alltägliche Vereinsauftrag, die Verehrung der Muttergottes und den Dienst am Nächsten. Dafür allen ein besonders herzliches Dankeschön. Im Anschluss an den Bericht des Präsidenten präsentierte Elisabeth Landolt die Jahresrechung. Emil Romer bedankte sich als Revisor für die saubere und ordnungsgemässe Führung der Vereinsfinanzen. Einmal mehr galt es auch die Vorstandsmitglieder in ihrem Amt zu bestätigen. Die Befürchtungen des Präsidenten, dass sich Vorstandsmitglieder kurzfristig zurückziehen könnten, war unberechtigt. Alle wurden in ihren Ämtern bestätigt. Neu amtet Frau Marianne Mächler als Aktuarin und Herr Stefan Landolt nimmt als Beisitzer im Vorstand

Einsitz. Damit ist auch wieder das Glarnerland im Vorstand vertreten. Herzlich willkommen! Nicht zuletzt wurde auch unser Präsident Toni Marty in seinem Amt bestätigt. Auf diese Hauptversammlung trat auch unser Präses, Pfarrer Josef Kaiser, von seinem Amt zurück. Während 10 Jahren stellte er seinen Dienst unserem Verein zur Verfügung. Der Präsident bedankte sich ganz herzlich und wünschte ihm Gottes Segen für die Zukunft. Am Ende der Versammlung gab unser Präsident einen Einblick in das Jahresprogramm. Folgende Termine sind bekannt: 15. August 2011: 19.30 Uhr Festgottesdienst auf Maria Bildstein 18. September 2011: Einkehrtag mit Bischof Vitus Huonder in Buttikon 20. November 2011: Einzügerversammlung in Ernetschwil 11. Februar 2012: 19.30 Uhr Festgottesdienst auf Maria Bildstein Zum Abschluss richtete Toni an alle anwesenden Mitglieder, Ehrenmitglieder, EinzügerInnen und alle HelferInnen ein herzliches Dankeschön. Danach wurde eine feine Suppe serviert, wozu noch einige Fotos vom vergangenen Vereinsjahr gezeigt wurden. Marianne Mächler Siebnen

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AZB 8730 Uznach

LourdesStationen Der Kreuzweg auf dem Kalvarienberg in Lourdes schlängelt sich über 1500 m durch ein steiles Waldgebiet. 115 gusseiserne Figuren sind an den 15 Stationen aufgestellt. Er wurde zwischen 1898 und 1911 erstellt und somit vor genau 100 Jahren eingeweiht.

Schon seit vielen Jahrhunderten machen sich Menschen auf, um den Weg Jesu zum Kalvarienberg nachzugehen. In Jerusalem legen sie 15 Stationen zurück, die durch 15 behauene Steine gekennzeichnet sind. Sie führen bis zum Heiligen Grab und zu dem Ort, an dem Jesus gekreuzigt worden ist.

Da sich nicht jeder in die Heilige Stadt begeben kann, entstand im Mittelalter der Brauch, vor allem auf dem Hintergrund der franziskanischen Spiritualität die 15 Stationen des Kreuzwegs in den Kirchen oder im Freien, wie hier in Lourdes, darzustellen.


AVE 2011/3 Lourdes DRS  

Interdiözesane Lourdeswallfahrt DRS

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