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Gesundheit der Menschen | 9

Ausweitung der umweltfreundlichen Malariaprävention

Die Mückenkontrolle rettet Menschenleben In der kenianischen Küstenstadt Malindi am Indischen Ozean haben die Malariaerkrankungen in den letzten Jahren um mehr als die Hälfte abgenommen. Der deutliche Rückgang dieser oft tödlich verlaufenden Infektionskrankheit ist einem erfolgreichen Pilotprojekt zu verdanken, das Biovision seit 2005 unterstützt. Beim integrierten Projekt steht die umweltschonende Kontrolle des Moskitovorkommens im Zentrum, weil sie die Krankheitserreger durch ihre Stiche übertragen. Gemeinsam mit den Leuten vor Ort werden in den Siedlungsgebieten die möglichen Brutstätten der Malariamücke kontrolliert und zum Beispiel Wasserlachen sowie kleinere Tümpel trockengelegt. Zudem überwachen speziell ausgebildete Moskito-Späher stehende Gewässer und behandeln sie bei Bedarf mit einem umweltverträglichen Bakterium, das die gefährlichen Insekten schon im Larvenstadium gezielt dezimiert. Dank der breiten Aufklärung sind inzwischen viele Menschen über die Ursachen der Krankheit informiert und nutzen die verteilten Moskitonetze, welche einen effektiven Schutz vor den gefährlichen Mückenstichen bieten.

Wie die Erfahrungen in Malindi zeigen, lässt sich die Malaria mit diesen kombinierten Massnahmen auch in städtischen Gebieten auf eine ökologische, kostengünstige und effiziente Art eindämmen. Mit der Unterstützung der Glückskette, will Biovision dieses Konzept gemeinsam mit den Partnerorganisationen in Kenia von der lokalen auf die regionale Ebene und später auch auf das ganze Land ausweiten. Ziel ist, die umweltfreundliche Malariabekämpfung zum politischen Thema für alle zu machen, damit die Prävention als Aufgabe der öffentlichen Hand anerkannt, von der Bevölkerung eingefordert und staatlich gefördert wird. Für diese Form der Sensibilisierung und Mobilisierung braucht es Information wie Kurzfilme, Radiosendungen, Newsletters und ein gut verständliches Handbuch mit Checklisten für die Einführung der integrierten Mückenkontrolle. Zudem müssen Verantwortliche von Distriktbehörden, Gesundheitsdiensten und Schulungszentren zu Fachleuten ausgebildet werden, damit sie das Programm zum Schutz der Volksgesundheit effizient ausweiten können.

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Projektnummer: BV HH-05 Projektstart: 03/2010

Stopp Malaria – Sensibilisierungsprogramm

«Durch das Malaria Outreach-Projekt konnten wir Menschen mit Ideen erreichen, welche die Art und Weise der Malaria-Kontrolle verändern werden. Die lokale Bevölkerung kann nun selbstständig Brutstätten von Mücken identifizieren und diese beseitigen.» Dr. Charles Mbogo Projektkoordinator Malaria Outreach, icipe/KEMRI

Begünstigte: 125 GesundheitsmitarbeiterInnen und EntscheidungsträgerInnen im Gesundheitsbereich profitieren von der Ausbildung in der umweltfreundlichen Malariakontrolle und -prävention, über 1 Million Menschen werden dank der Sensibilisierungskampagne über Fernsehen und Medien besser über Malaria informiert sein. Entwicklungsziel: Verbesserung der Gesundheit der Menschen durch die Förderung von integrierten Malaria-Präventionsmassnahmen.

«Biovision fördert gezielt einen Mehrebenen-Ansatz. Die Information der lokalen Bevölkerung ist dabei zentral, damit die Menschen ihr Recht auf eine umweltfreundliche Malaria-Kontrolle auch einfordern können.»

Resultate: 240 GesundheitsmitarbeiterInnen der Gemeinden in Malindi wurden in Methoden der Malariakon­trolle und –prävention ausgebildet. Über 3000 Personen konnten an der jährlichen MoskitoWoche erreicht und für Präventionsmethoden sensibilisiert werden. Das Skript für einen Dokumentarfilm zu Malariakontrolle wurde vorbereitet, der Dok-Film soll durch Massenmedien verbreitet werden und so eine Vielzahl an Menschen erreichen.

Flurina Wartmann Programmmitarbeiterin, Stiftung Biovision

Ausführende Partnerorganisationen: icipe – African Insect Science for Food and Health, Kenya Medical Research Institute KEMRI

Jahresbericht 2010  

Die Stiftung Biovision bekämpft Armut und Hunger und setzt sich für die Verbreitung und Anwendung ökologischer Methoden ein, die zur nachhal...

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