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GESUNDHEIT DER PFLANZEN | 13

Vergleich von konventioneller und biologischer Landwirtschaft

Biolandbau in den Tropen auf dem Prüfstand Die Versuchsfelder an den kenianischen Forschungsstandorten Chuka und Thika haben Pioniercharakter. Erstmals in den Tropen läuft hier eine langjährige wissenschaftliche Studie, die den biologischen Landbau unter gleichen natürlichen Bedingungen systematisch mit konventionellen Anbaumethoden vergleicht. Das von Biovision mitinitiierte und mitfinanzierte Projekt in Kenia ist Teil einer grösseren Versuchsreihe des Forschungsinstituts für biologischen Landbau (FiBL), die gleichzeitig auch in Indien und Bolivien durchgeführt wird. Fachleute untersuchen dabei die Einflüsse unterschiedlicher Bewirtschaftungsmethoden – so zum Beispiel auf das Pflanzenwachstum, den Ernteertrag, die Qualität und Haltbarkeit von Feldfrüchten sowie auf die Bodenfruchtbarkeit. In Chuka am Fusse des Mount Kenya geschieht dies auf wenig ausgelaugten und fruchtbaren Böden, während die intensiver genutzten Felder in Thika häufiger längeren Trockenperioden ausgesetzt sind. Erste Ergebnisse mit in Ostafrika verbreiteten Kulturen wie Mais in Kombination mit Stangenbohnen zeigen, dass die Erträge nach einer Umstellung auf biologischen Landbau bei guter Bodenfruchtbarkeit und ausreichenden Niederschlägen stabil bleiben. Auf ausgelaugten Böden können die Ernten zu Beginn jedoch deutlich geringer ausfallen. Solche Re-

sultate unterstreichen die Notwendigkeit einer nachhaltigen Aufwertung der Bodenqualität mit biologischen Massnahmen. Künftig sollen die Bauernfamilien in Kenia unmittelbar von den Vorzügen eines den tropischen Verhältnissen optimal angepassten, modernen ökologischen Landbaus profitieren. Sie werden deshalb eng in die landwirtschaftliche Forschung einbezogen, bringen ihre eigenen Erkenntnisse ein und erhalten im Austausch Zugang zu anderen lokal adaptierten Technologien und Innovationen. Gemeinsam mit der Landbevölkerung erarbeiten Forschende auch auf den Bauernhöfen neue Lösungen für gängige Herausforderungen im Biolandbau. In diesem Rahmen ist es etwa gelungen, aus Ernterückständen in nur zwei Wochen einen nährstoffreichen Kompost herzustellen, der auch die Erholung degradierter Böden beschleunigen kann.

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Projektnummer: BV PH-03 Projektstart: 08/2005

Langzeit-Systemvergleich: Beitrag des Biolandbaus zur nachhaltigen Entwicklung in den Tropen Begünstigte: Interessierte Bäuerinnen und Bauern, Bauernorganisationen, NGOs, wissenschaftliche Institute und Forschungsgemeinde.

«Früher musste ich wegen der Chemierückstände im Gemüse jede Woche auf die Gesundheitsstation zur Kontrolle. Seit ich Biogemüse esse, war ich nie mehr dort, und ich habe erst noch höhere Erträge.» Mary Wanyiru Bäuerin in Kangari, Kenia

«Die Bäuerinnen bringen ihre praktischen Erfahrungen ein und wir den wissenschaftlichen Hintergrund. Diese Kombination und der gegenseitige Austausch bringen gute Resultate und fördern die Innovationskraft auf beiden Seiten.» Peter Owuor Projektkoordinator für das Participatory Technology Development PTD des icipe, Nairobi, Kenia

Entwicklungsziel: Vergleich von konventionellem und biologischem Landbau. Wissenschaftliche und praxisbezogene Abklärung der Bedeutung des Biolandbaus für eine nachhaltige Entwicklung in den Tropen. Resultate in Kenia: Teilnahme von 150 Bäuerinnen und Bauern an Bauerninformationstagen; über 1300 Besuche der Versuchsfelder, Forschungsgärten und Versuchshöfen durch BäuerInnen, VertreterInnen von Ministerien, NGOs und der Forschungsgemeinde. Entwicklung einer verbesserten Kompostiermethode infolge einer fruchtbaren Zusammenarbeit von 47 Bäuerinnen und Bauern mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern. Implementierende Partnerorganisationen in Kenia: Forschungsinstitut für Biolandbau FiBL in Zusammenarbeit mit icipe – African Insect Science for Food and Health, Tropical Soil Biology and Fertility Institute of CIAT, Kenyan Agricultural Research Institute KARI, Kenyatta University KU

Jahresbericht 2010  

Die Stiftung Biovision bekämpft Armut und Hunger und setzt sich für die Verbreitung und Anwendung ökologischer Methoden ein, die zur nachhal...

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