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G Ä R T N E R N

G E S T A L T E N

BEWEGTE ¨ GARTEN JAHRESTHEMA BIOTERRA 2014

G E N I E S S E N

KRAUTSTIEL UND CO.

GEMÜSE IM TOPF: WIR ZEIGEN, WIE ES GELINGT

ANGEBOT

SAMENMISCHUNGEN FÜR WILDBIENEN

GARTEN MOBIL

PRODUKTE FÜRS GÄRTNERN AUF KLEINSTEM RAUM

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Edi Ed i tori a l

Liebe Leserin, lieber Leser

Doris Guarisco Chefredaktorin «Bioterra»

Es begann mit einer Wurzel, die zufällig auf dem Trottoir lag. Ich hob sie auf, trug sie nach Hause und pflanzte sie bald, mithilfe meiner Mutter, in unseren Garten. Wie ein Wunder erwuchs daraus eine Geranie. Immer wieder bestaunte ich sie und sie blühte in einem leuchtenden Rot einen ganzen Sommer lang. Ich war achtjährig und überglücklich. Jahre später säte ich meinen ersten Salat und pflanzte Tomaten. Danach wurde der Gemüsegarten immer grösser, reichhaltiger, Stachys und Haferwurzeln wurden ausprobiert, es blühten Ringelblumen und Kosmeen. Niemand würde heute mehr diesen Garten erkennen. Denn seit über zehn Jahren blühen darin viele Historische Rosen und Päonien zusammen mit einem Mix von Wild- und Kulturstauden. – Gärten bewegen, entwickeln, verändern sich und altern zusammen mit der Gärtnerin oder dem Gärtner. Wie schön, dass man in jungen Jahren, wie zurzeit die «Urban Gardeners», unbeschwert und mit einer guten Portion Experimentierlust das erste eigene Gemüse pflanzen und ernten kann. Wie wunderbar ist es aber auch im fortgeschrittenen Alter, sich über sein Lebenswerk Garten zu freuen und es zu geniessen. Begleiten Sie uns durch unser Jahresthema «Bewegte Gärten». Wir gehen den Fragen nach, weshalb heute in vielen Städten junge Menschen zu Samen und Spaten greifen, ob diese Gartenlust mit einem gesellschaftlichen Wandel einhergeht und weshalb das Gestalten von einem Stück Land, einem Dachgarten oder Balkon zum eigenen Wohlbefinden beitragen kann. Dazu vermitteln wir Ihnen in allen sieben Ausgaben von «Bioterra» vielfältiges Gartenwissen und saisonale Tipps rund um den Bio- und Naturgarten. Ich wünsche Ihnen einen erfreulichen Start ins neue Jahr mit erlebnisreichen Gartentagen.

IM T e a m

doro fürer

Nicole uhrig

deborah millett

Die Architektin ist Mitbegründerin des temporären Gartens in Adliswil ZH. Letztes Jahr gedieh Gemüse und blühten Blumen aus 46 Palett-Hochbeeten auf der Stadthausbrache. Im Garten auf Zeit entstand ein geselliges Gartenleben. Seite 26.

Anlässlich des Bioterra-Naturgartentages 2013 führten wir ein Interview mit Nicole Uhrig, Landschaftsarchitektin in Berlin, zum spannenden Thema «Der Garten als Projektionsfläche und Identifikationsraum». Seite 30.

Ihr Herz schlägt für die Wildbienen. Deborah Millett ist Präsidentin des Vereins wildBee.ch und hat mit Jürg Hädrich, Artha Samen, zwei Samenmischungen in Bioqualität für Töpfe zum Bestellen zusammengestellt. Seite 38.

Titelbild: Krautstiel ‘Feurio’, Foto: Benedikt Dittli

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in h a l t

Jahresthema 2014

Bewegte Gärten: Der einleitende Beitrag zum Jahresthema von Markus Neubauer, Co-Präsident Bioterra ........................................................ 2

Krautstiel, Tomaten, Zucchetti und anderes Gemüse kann man auch in Töpfen kultivieren, wie Claudia Sifrig zeigt. SEite 18

Gartensaison

Acht Seiten Gartentipps für Bio-, Naturgarten und Balkon ........................................................ 8 Titelgeschichte

Ein Gemüsegarten in Töpfen Claudia Sifrig weiss, wie, und gibt ihre Erfahrungen weiter ...................................................... 1 8 Bio- und Naturgarten

Temporärer Garten Gemeinschaftliches Gärtnern mit 46 PalettHochbeeten in Adliswil ZH ...................................................... 2 6 Gärtnern ohne Garten: Praktische Produkte fürs Gärtnern auf Balkonen, Terrassen und Vorplätzen ...................................................... 3 4 Wildbienen: Samenmischungen für Töpfe und fürs Stadtgärtnern auf kleinstem Raum ...................................................... 3 8

Auf kleinstem Raum Praktische Produkte fürs Gärtnern ohne SEite 34 Garten

Der «Bären» in Hundwil: «Wir tischen auf, was auf unseren Feldern wächst.» SEite 46

Temporärer Garten Wie ein Garten auf Zeit zum gesellschaftlichen Event wird

Das Gespräch

«Der Garten als Projektionsfläche und Identifikationsraum» Interview mit Nicole Uhrig, Gartenarchitektin, Berlin ...................................................... 3 0

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PORT r ä T

Der «Bären» in Hundwil: «Wir tischen auf, was auf unseren Feldern wächst.» ...................................................... 4 6 RU B RI K EN Bioterra an der «Giardina»....................... 17 Beratung: Urs Streuli weiss Rat............... 2 9 Notizen: Ute Studers Seite....................... 41 Im Focus.................................................. 42 Kurse....................................................... 44 Vorschau/Impressum.............................. 48 Leserservice/Bestelltalon..................... 49

Leserangebot Samenmischungen für Wildbienen

F o t o s : B e n e di kt di t t l i , St e fa n Wa lt e r , D o ro F ü r e r , De b o r a h M i ll e t t

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saison —

Keimfähigkeit saatgut – S EITE 11 ertragreiches Gemüse – S EITE 12 Fruchtwechsel berücksichtigen – S EITE 13 huflattichtee bei husten – S EITE 14 Dunkle erdhummel – S EITE 15 Duftheckenkirsche – S EITE 16 obstbäume düngen – S EITE 16 Kleingehölze für insekten – S EITE 17 Von Ute Studer

GrÄser

Frühjahrsputz

Die halme von Pampasgras, rutenhirse, Lampenputzergras, Chinaschilf und silberährengras haben das empfindliche herz der Pflanzen über den Winter vor Nässe und Kälte geschützt. Jetzt sind sie von Wind und Wetter zerzaust und geknickt. Man schneidet die trockenen halme ende Februar etwa eine handbreit über dem Boden ab. Die so stehen bleibenden stummel schützen den jungen austrieb vor späten Frösten.

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s sa a i s on GArdenKids

ein ast-Xylophon bauen Das ast-Xylophon kann man im Garten an einen Baum hängen. Benötigt werden dafür sechs 3 bis 6 cm starke, gerade Äste, die jeweils auf 50, 60, 70, 80, 90, 100 cm Länge gesägt werden. etwa 2 cm unterhalb des astendes bohrt man mit der handbohrmaschine ein Loch quer durch den ast. Dann steckt man eine schnur durch das Loch und verknotet sie so, dass eine schlinge zum aufhängen des astes entsteht. ein etwas dickeres holzstück von 60 cm Länge wird genau wie die anderen, aber auf beiden seiten, quer durchbohrt. Nun schiebt man die schlinge der anderen hölzer über dieses Querholz, beginnend mit dem längsten und endend mit dem kürzesten holz. Dann steckt man die enden der schnur durch die Löcher im Querholz und macht unten einen Knoten, damit sie hält. Das holzstück mit den daran hängenden hölzern befestigt man mit der schnur an einem Baumast. Beim anschlagen mit einem holzstück erklingen verschieden dumpfe töne.

sAAtGut

Keimfähigkeit überprüfen Vor den ersten aussaaten sollte man die saatgutvorräte auf ihre Keimfähigkeit überprüfen. Wenn die samen zu feucht gelagert worden sind, neigen sie dazu, vorzeitig zu keimen oder zu schimmeln. Zu warm gelagerte samen hingegen verlieren ihre Keimfähigkeit. Viele samen können über das auf den samentütchen angegebene Datum hinaus verwendet werden. Um zu prüfen, ob die samen noch keimfähig sind, empfiehlt sich eine Keimprobe: Küchenkrepp oder Watte auf einen teller geben, einige samen darauf streuen und das Ganze feucht halten. Wenn nach der für die jeweilige Pflanze angegebenen Keimzeit weniger als die hälfte der samen aufgeht, ist es ratsam, neues saatgut zu kaufen. Haltbarkeit von Samen: 1 bis 2 Jahre – Kräuter: Bohnenkraut, Kümmel, Majoran, schnittlauch | Gemüse: Fenchel, rüebli, Lauch, Pastinaken, schwarzwurzeln, Zwiebeln – 2 bis 4 Jahre – Kräuter: Dill, Kresse | Gemüse: Bohnen, erbsen, Kohl, radieschen, rettich, Kopfsalat, spinat – 4 bis 6 Jahre – Kräuter: Basilikum | Gemüse: Gurken, Kürbis, Melone, Zucchetti, sellerie, endivien, tomaten, Peperoni

botAnische entdecKunGen

Von humboldt, Darwin und anderen Naturforschern in diesem Buch offenbart sich die Kulturgeschichte der erforschung der Pflanzenwelt. angefangen bei hatschepsut, dem ersten weiblichen Pharao, bis zu Darwins Forschungen auf Galapagos und humboldts reisen in den Dschungel des orinoco-Beckens. Die abbildungen zeigen herbarienbögen aus aller Welt. Das Buch vermittelt Wissen und schönheit, erzählt faszinierende Geschichten und spricht sowohl Naturliebhaber, historisch interessierte als auch reisefreudige an und ist ein schönes Geschenk für Pflanzenbegeisterte. Das Herbarium der Entdecker, humboldt, Darwin & Co. – botanische Forscher und ihre reisen, Florence thinard, haupt-Verlag, Bern, 2013, ca. Fr. 62.90.

Fotos: GaP-Photos, iLLUstratioN: aNNa-Lea GUarisCo

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Ge m 端 s e g arte n

Claudia Sifrig und ihr Versuchsgarten: Auf jeder Stiege der Treppe des Bauernhauses steht ein Topf mit Gem端se wie Gew端rzgurken, Cherrytomaten, Mangold, Auberginen und Peperoncini.

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Gemüs e g a rte n

Ob Salate, Tomaten, Zucchini oder Peperoni: Wer eigenes Gemüse ernten will, braucht dafür nicht unbedingt einen Garten. Balkone oder Fensterbretter reichen auch, wie Claudia Sifrig beweist.

Mangold, Chili und Co. in Töpfen und Kanistern Von Sandra Web e r

Claudia Sifrigs Besucher werden von kunterbuntem Gemüse begrüsst: Roter Mangold leuchtet mit Chilischoten und Tomaten um die Wette, zitronengelb blühen die Gewürzgurken, die an der Hauswand in die Höhe ranken und in ihrer Farbintensität nur von den goldgelben Zucchetti und den knallorangen Kürbissen übertroffen werden. Etwas weniger auffällig, aber ebenso schön sind die violetten Mini-Auberginen. Die vorherrschende Farbe aber ist Grün: dunkelgrüne Peperoni, zartgrüner Kohlrabi, rotgrüner Blutampfer. All dies und noch viel mehr wächst auf der sonnigen Treppe vor Claudia Sifrigs Haustür – in Blumentöpfen, Weinkisten und alten Olivenölkanistern. Und wer genau hinschaut, entdeckt dazwischen kleine Fabelwesen, Zauberkugeln und Paradiesvögel. Eigentlich hat Claudia Sifrig einen grossen Gemüsegarten. Sie hat ihn passend zu ihrem Berner Chalet als Bauerngarten angelegt. Vier quadratische Beete, von Holzbrettern eingefasst, dazwischen ein Kiesweg, wo ihre Hühner besonders gern scharren, und in der Mitte ein kleiner Apfelbaum. Dort

Fotos: Benedikt Dittli

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wachsen Zucchini, Tomaten und Kräuter in Hülle und Fülle. Warum zieht die Gärtnerin dann noch Gemüse auf der Treppe? Liebt sie es so sehr, dass ihr der Platz im Garten nicht reicht? Claudia Sifrig lacht und erklärt: «Natürlich mag ich Gemüse, etwa Mangold. Er ist pflegeleicht und eignet sich ideal zum Einfrieren.» Daraus macht die leidenschaftliche Köchin den ganzen Winter lang delikate Gemüsekuchen. Der Grund für die Topfkultur aber sei ein anderer: «Auf der Treppe und dem Balkon befindet sich mein Versuchslabor.» Hier probiert sie, welche Gemüse, Kräuter und Salate auch ausserhalb des Gartenbodens gedeihen. Wachsen Kefen im Hanging Basket? Wie viel Wasser benötigt der Kürbis im Plastiksack? Überleben Zucchetti in der Weinkiste? Oder braucht die Pflanze ein grösseres Gefäss?

Fast alle Gemüse als Topfkultur möglich Claudia Sifrigs Erfahrung ist, dass sich fast alles für die Topfkultur eignet. «Kartoffeln zum Beispiel sind im Topf sehr praktisch», hat sie festgestellt. Zum Ernten kippe man ihn

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Ga r t e n au f Ze it

46 Paletten… . . . und ein geselliges Gartenleben

Wenn Gartenbegeisterte sich für ein Projekt zusammentun, Behörden ein offenes Ohr haben, Ämter Unterstützung bieten, Sponsoren sich grosszügig zeigen, kann ein Gartenprojekt entstehen, das vielen Menschen Freude macht und dem Gemeinwohl dient.

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Ga rten a uf Z e i t

Der temporäre Garten in Adliswil ZH startet ins zweite Jahr. Auf der Brachfläche, wo einst die alten Stadthäuser standen und wo in wenigen Jahren eine verdichtete Wohnüberbauung entstehen wird, hat sich ein blühendes und geselliges Leben entfaltet. Dahinter steht die IG temporäre Gartenkultur Adliswil.

Von Charlotte Spi nd le r

Vom Bahnhof Adliswil sind es wenige Minuten zu Fuss. Die bunten SBB-Paletten auf dem Kiesplatz an der Sihl sind schon von der Brücke aus zu erkennen. Sonnenblumen wiegen sich im Wind. Krautstiel, Kohl, Salate und Küchenkräuter spriessen üppig. Ein paar Gartentischchen sind zwischen den Holzkisten verteilt. Vor allem an warmen Sommerabenden ist im temporären Garten viel Betrieb. Manche Gärtnerinnen und Gärtner wohnen in der Nähe und kommen zwischendurch rasch vorbei, um nach ihren Blumen zu schauen, Salat fürs Nachtessen zu schneiden – ein wenig Petersilie dazu – und einen kleinen Schwatz mit den Nachbarn zu halten. «Im Sommer bin ich jeden Tag einmal hier», sagt Christine Huber, Mitglied der IG temporäre Gartenkultur Adliswil. «Ich wohne gleich nebenan und bin die Platzwartin der IG.» In ihrer Pflanzkiste gedeiht eine bunte Mischkultur von Blumen, Kräutern und Gemüsen – und klar, auch nächstes Jahr wird sie wieder dabei sein. Mit drei Kisten ins erste Gartenjahr eingestiegen ist Romy Josty. Sie hat in einer Kiste eine Blumenmischung für Bienen und andere Insekten angesät, in den anderen beiden wachsen Kartoffeln, Fenchel und Peperoni. Die junge Frau hat hier die Liebe zum Gärtnern entdeckt. Das wirkte so ansteckend, dass sich auch Ursula Erne, die Inhaberin des Imbissstands auf dem Areal, für ein Beet interessiert. Sie möchte im nächsten Jahr Rucola, Basilikum und andere Kräuter ziehen und dann frisch für ihre hausgemachten Piadine-Brote verwenden. Die Architektin Doro Fürer, die selbst einen grossen Naturgarten besitzt, 
hat sich von Anfang an fürs Gartenprojekt auf dem Stadthausareal 
engagiert und ist Mitbegründerin der IG temporäre Gartenkultur Adliswil. «Die Idee eines

Fotos: Doro Fürer

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temporären Gartens auf der StadthausBrache ist vor knapp zwei Jahren entstanden», erzählt sie. «Wir nahmen mit der Stadt Adliswil Kontakt auf und präsentierten unsere Idee eines temporären Pflanzgartens.» Zuerst habe die Stadt zurückhaltend reagiert. «Erst mit konkreten Projektplänen und einem Beschrieb mit Kostenvoranschlag, basierend auf 20 bis 24 Palett-Hochbeeten, war das Interesse geweckt.» An einem Informationsabend der IG Anfang Februar 2013 kamen über 30 Interessierte, 30 Paletten waren im Nu vergeben, und inzwischen stehen 46 Palett-Hochbeete von 80 × 120 cm auf dem Areal. Die IG habe viel Unterstützung erhalten, sagt Doro Fürer. «Neben einer finanziellen Starthilfe für die Anschaffung der SBB-Paletten hat uns die Stadt zwei Lastwagenladungen voll Erde aufs Areal gebracht – ein monströser Haufen! – und uns Schaufeln, Schubkarren und andere Gerätschaften zur Verfügung gestellt, auch den Wasseranschluss können wir gratis benutzen.» Vom Forstamt erhielt die IG Holzbänke, die ihr den Sommer über gute Dienste leisten. Zu den Sponsoren gehört auch die Zürcher Kantonalbank ZKB, deren Filiale gegenüber dem Stadthausareal liegt. Ihr wurde in einer Kiste ein wunderschönes Herbar mit alten Heil- und Gewürzpflanzen gewidmet, ein Dankeschön mit Blumen.

Garteninfos für Neulinge Für unerfahrenere Gärtnerinnen und Gärtner hat die IG Unterlagen zusammengestellt, wie sie ein Palett-Hochbeet naturnah bepflanzen können und wo es Saatgut und Setzlinge in Bioqualität zu kaufen gibt. Das «Gartengespräch», während der Saison jeden ersten Donnerstag im Monat, ist ebenfalls eine gute Gelegenheit, sich Tipps von Fach-

mann Theo Geiser zu holen und sich mit anderen Gärtnernden auszutauschen. Theo Geiser, Berufsgärtner, der viele Jahre bei Grün Stadt Zürich tätig war und viele temporäre Gartenprojekte aus eigener Anschauung kennt, ist ein aktives Mitglied bei der IG und pflegt zusammen mit seiner Frau Claire selbst ein Hochbeet auf dem Stadthausareal.

Bitte giessen! Die Paletten werden individuell bepflanzt – je nach Vorliebe mit Gemüse oder Blumen. Auf dem Areal haben sich gute nachbarschaftliche Beziehungen entwickelt; gemeinsam werden Feste gefeiert. «Während der Ferien haben wir ein gut funktionierendes System fürs Giessen entwickelt», erzählen Claire und Theo Geiser. «Falls jemand abwesend ist, steckt er einfach ein Fähnchen in sein Beet, und die anderen wissen dann gleich, dass es hier Wasser braucht.» Über Vandalismus kann sich die IG nicht beklagen – «einmal verschwand ein Eisbergsalat», erinnert sich Doro Fürer. Die Kids aus dem Jugendtreff wurden von Anfang an einbezogen und haben sogar ein Palett für das nah gelegene Altersheim angelegt. Diesen Winter bleiben die Hochbeete auf dem Areal. Die einen IG-ler räumen alles Verwelkte ab, die anderen sorgen mit Stiefmütterchen und Winterzwiebeln nochmals für etwas Farbe. Im Frühling startet die IG ins neue Gartenjahr. «Mehr als 46 Paletten möchten wir nicht aufstellen», meint Theo Geiser. «Wenn wir unseren Garten räumen müssen, bezahlen wir als IG das Entsorgen selbst.» Doch vorerst schaut die IG dem kommenden Sommer entgegen, freut sich über das Gedeihen des Gartens, über die vielen guten Begegnungen und aufs nächste Fest auf dem Areal.

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Da s G e s präch

«Der Garten ist eine Projektion für unsere Sehnsucht nach Geborgenheit.» Von Beatri x M ühle thale r

Menschen haben ein tiefes Bedürfnis, im Häuser- und Strassenmeer Inseln zu finden, wo sich Natur manifestiert. Deshalb erachtet es Landschaftsarchitektin Nicole Uhrig als dankbare Aufgabe der Landschaftsgestaltung, Naturprozesse erlebbar zu machen. Die Gestaltung von Gärten unterliegt kurzlebigen Modeströmungen und langfristigeren Trends. Sie spiegelt die Bedürfnisse der Menschen eines Kulturraums im jeweiligen Zeitraum. Dieser psychologische Gehalt von Gartenentwicklungen fasziniert Landschaftsarchitektin Nicole Uhrig. In ihrer Dissertation untersuchte sie, wie Firmen mit der Gestaltung ihrer Umgebung ein passendes Bild von sich vermitteln. Als Lehrbeauftragte und Gastprofessorin widmet sie sich der Art und Weise, wie moderne Formen der Gestaltung tief verankerten Sehnsüchten gerecht werden. Nicole Uhrig wohnt in Berlin. Bioterra: Ist Urban Gardening mehr als eine Mode? Nicole Uhrig: Es ist ein länger andauernder Trend. Denn darin manifestiert sich die Natursehnsucht von Menschen, die in der Stadt leben. Die Gartenarbeit gibt den Menschen viel:

Sie können in der Erde wühlen, den Prozess des Wachsens sehen, ihr Werk begutachten, mit allen Sinnen Teil der Natur sein. Der Garten bedeutet also «Natur»? Der Garten ist eine Projektionsfläche für unsere Sehnsucht nach Geborgenheit und einem idyllischen Zustand an einem Ort, an dem sich der Mensch als Einheit mit der Natur erfährt. Sowohl die christliche wie die muslimische Welt stellt sich das Paradies als Garten vor. Unsere heutige Zivilisation hingegen hat sich weit von der Natur entfremdet. Diese Ablösung hat der Mensch nicht verdaut. Das äussert sich in der Sehnsucht nach einer grösseren Nähe, nach einer Harmonie zwischen Mensch, Kultur und Natur. Warum manifestiert sich diese Sehnsucht gerade jetzt? Ich glaube, es ist eine Reaktion auf den herrschenden Konsumhype. Wir haben materiell alles, aber nur wenig Zeit für die Erholung und die Natur. Die Leute überlegen, was sie mit ihrer Zeit machen wollen, was ihnen wichtig ist im Leben.

Sowohl die christliche als auch die muslimische Welt stellt sich das Paradies als Garten vor.

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Fotos: Benedikt Dittli

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Nicole Uhrig ist Landschaftsarchitektin und wohnt in Berlin. Bioterra

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Ga r t e n mo b il

Wer seinen grünen Daumen entdeckt, aber keinen Garten besitzt, braucht sich nicht zu grämen. Praktische Produkte für Balkone, Sitzplätze und Hinterhöfe machen es leicht, auch auf wenig Fläche zu gärtnern.

Auf kleinstem Raum Von Brigitte Stuc ki

pflanzwürfel Baclong

Chic und ideal für draussen ist die BaclongLinie aus 100% rezyklierbaren Geotextilien. Die Produkte sind luft- und wasserdurchlässig, UV- und kälteresistent. Der 3er-Pflanzwürfel hat ein Fassungsvermögen von 110 Litern. Höhe 42 cm, Breite 30 cm, Länge 90 cm. Fr. 126.–, von Veg and the City, www.vegandthecity.ch. Bioterra führt übrigens von der innovativen Firma Bacsacs aus dem gleichen Material in verschiedenen Ausführungen, siehe Seite 50.

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Auf dem Balkon hoch hinauf Eine einfache Konstruktion ist das Balkonhochbeet aus finnischer Kiefer. Die schräg gestellten Beine aus lackiertem Stahl halten den Pflanzkasten ohne weitere Befestigung. Das Rankgitter, an dem Kletterpflanzen emporwachsen können, wird direkt in die Erde gestellt. Unter dem Pflanzkasten gibt es zusätzlich ein Ablagebrett. Höhe mit Rankgitter 1,6 m, Breite 1,17 m, Tiefe 38,5 cm. Fr. 429.–, www.manufactum.ch

F o t o s : B a c l o n g : Kar o l i n O n g a n i a / B a l k o n h o c h b e e t : Ma n u f a c t u m

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Passendes Gartengerät DeWit-Produkte aus Holland gehören zu den qualitativ hochstehendsten Gartengeräten. Sie sind aus besonders starkem Stahl gefertigt und haben Griffe aus Eschenholz. Auch im Minigarten nützlich sind die beiden Handschaufeln, eine breiter, eine schmaler, je nachdem, was einem besser in der Hand liegt, zu Fr. 20.80, der Kultivator kostet Fr. 25.– und die Handgabel Fr. 28.50. Alles erhältlich über die Wyss-Garten-Häuser, die es an verschiedenen Standorten in der Schweiz gibt, zu finden über www.wyssgarten.ch

Fotos: ZVG

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Rankhilfen für Erdsackkultur Statt in den Boden lassen sich Setzlinge direkt in einen handelsüblichen Erdsack, der an einigen Stellen aufgeschlitzt wird, pflanzen. Der Sack selbst bleibt geschlossen, abgesehen von einigen Ablauflöchern, die man in die Unterseite sticht, um Staunässe zu vermeiden. Erdsäcke mit 60 oder 70 Liter Inhalt sind in jedem Gartencenter erhältlich. Achten Sie aus Umweltgründen darauf, dass die Erde torffrei und in Bioqualität ist. Um die Vertikale für Tomaten, Gurken oder Stangenbohnen zu nutzen, gibt es Rankhilfen, die auf diese Sackgrösse abgestimmt sind und am Sack befestigt werden. Sie sind aus Stahl, die Rankschnüre aus Polypropylen. Höhe 1,2 m, Breite 85,5 cm, Tiefe 28 cm. Bei Biber, Fr. 49.90, www.biber.ch

Um den bunten Erdsack zu kaschieren, liefert Biber auch eine schwarze Erdsackhülle aus imprägnierter Baumwolle. Höhe 26,5 cm, Breite 85,5 cm, Tiefe 27,5 cm, Fr. 42.90, www.biber.ch Rankhilfen für Töpfe oder kleinere Erdsäcke gibt es ebenfalls, zum Beispiel drei Topfspalierspiralen aus verzinktem Recyclingstahl. Die auseinandergezogene Spirale wird am mitgelieferten Aluminiumstab befestigt. Höhe 185 cm, Durchmesser max. 30 cm, Draht Durchmesser 3 mm. Bei Biber, Fr. 72.90, www.biber.ch

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Wil db ie n e n

Nahrung aus Balkontöpfen Wer sich für Wildbienen engagieren will, kann auch in städtischen Gebieten auf Balkon oder Terrasse den gefährdeten Insekten Futterquellen bereitstellen. In Zusammenarbeit mit «wildBee» und «Artha Samen» können wir unseren Leserinnen und Lesern zwei Samenmischungen für die Topfkultur anbieten.

Hummel an Edel-Gamander.

Von Ute Studer

Wussten Sie, dass es in der Schweiz neben der Honigbiene 620 Arten von Wildbienen gibt? Bienen sind bei uns die wichtigsten Pflanzenbestäuber und tragen wesentlich zur Biodiversität bei. Leider sind viele der Wildbienenarten durch den Rückgang geeigneter Lebensräume gefährdet. Um dem zunehmenden Nahrungsmangel etwas abzuhelfen, haben wir in Zusammenarbeit mit «wildBee» und «Artha Samen» zwei Samenmischungen aus biodynamischem Anbau für unsere Leserinnen und Leser zusammengestellt, die in besonderem Masse die Nahrungsbedürfnisse vieler Wildbienenarten berücksichtigen. Die Pflanzen sind so ausgewählt, dass sie auch in Töpfen auf Balkon oder Terrasse ausgesät werden können. Rechnet man alle Balkonpflanztöpfe der Schweiz zusammen, ist das eine enorm grosse Fläche, auf der man den wichtigen Bestäubern Wohnung und Nahrung bieten kann. Frei nach dem Motto: Kein Ort zu klein, um für Wildbienen nützlich zu sein oder Flower-Power mit Wildblumen statt mit Geranien und Petunien. Letztere sind für Wildbienen völlig uninteressant. Einige der Wildbienen können in unseren Städten durchaus geeigneten Lebensraum finden. Sie sind absolut schwindelfrei und siedeln sogar in den obersten Stockwerken und auf Dächern, wenn sie dort geeignete Bedingungen vorfinden. Leider gibt es in den vielen

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Langhornbiene an Mondviole.

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Wildb i e ne n

Maskenbiene auf Reseda.

versiegelten Stadtböden kaum Nistplätze für die mit 75 Prozent aller Arten grosse Mehrheit der erdnistenden Wildbienen. Überwiegend sind die Wildbienen einzeln lebende Tiere, die zum Glücklichsein ein ausreichendes Blütenangebot mit Nektar als Flugbenzin und Pollen für die Aufzucht der Larven brauchen, sowie Nistmöglichkeiten und Material zum Nestbau. Nur wenige sind wie die Hummeln staatenbildend. In der Wahl des Nistplatzes, seinem Baumaterial und der Nahrungspflanzen sind 30 Prozent der Wildbienenarten hochspezialisiert und reagieren sehr empfindlich auf Beeinträchtigungen ihres Lebensraumes. Sie sind hervorragende Anzeiger für intakte oder gestörte Verhältnisse in Ökosystemen. Wenn seltene Blütenpflanzen immer mehr zurückgehen oder aussterben, dann sterben auch die auf diese Blüten spezialisierten Bienenarten. Daher kann ein Wildbienenparadies auf dem Balkon nicht die dringend nötigen, weitreichenden Massnahmen im Landschaftsschutz ersetzen.

Attraktive Blüten, nicht nur für Wildbienen Die angebotenen Samenmischungen, einmal für fetten und einmal für mageren Boden, sind speziell für Wildbienen zusammengestellt, ziehen aber auch andere Insekten an. Sie sind so abge-

F otos : W ildbee

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stimmt, dass ab dem zweiten Jahr von früh bis spät im Jahr Blumen blühen, und bestehen aus unterschiedlichen Pflanzenfamilien, damit viele Arten von Wildbienen Nahrung finden. Einige der Wildbienen sind auf nur eine Pflanzenart spezialisiert. So zum Beispiel die kleine, schwarze Glockenblumen-Scherenbiene, die ohne Glockenblumenbestände keine Nachkommen erzeugen kann. Andere Bienen sind weniger wählerisch und fliegen viele verschiedene Blüten an, wie die Rote Mauerbiene, die so ein Generalist ist, dass sie den Löwenzahn, die Taubnessel und viele andere Blütenpflanzen besucht. Als Ergänzung zu unseren Mischungen kann man zudem für die Bienen ein Spalier mit begehrten Kletterpflanzen wie Platterbsen, Zaunrübe oder Efeu anlegen oder Töpfe mit den gerne von Wildbienen besuchten Küchenkräutern Oregano, Salbei, Bohnenkraut, Rosmarin, Basilikum oder Thymian bepflanzen. Auch Frühlingsblüher wie Schneeglöckchen, Krokus, Blaustern, Winterling und Traubenhyazinthe werden von den früh fliegenden Insekten gerne besucht. Die Farben und Formen der Wildblumen unserer Samenmischungen erfreuen auch das menschliche Auge und ermöglichen uns viele interessante Beobachtungen der Insektenwelt. In der Nähe der Nahrungspflanzen angebotene Nisthilfen machen das Bienenglück perfekt.

Einige der häufigen Wildbienenarten nehmen gerne Hohlräume der unterschiedlichsten Typen an, wie Bohrungen ins Längsholz von Hartholzblöcken, Schilfhalmbündel, hohle Pflanzenstängel, Totholz. Mit etwas Glück werden auch Holzkisten mit Minitrockenmauern von Bienen besiedelt, die gerne in Spalten nisten, wie die Wollbiene oder die Harzbiene. Auch ein mindestens 20 cm tiefes Kistchen, nur mit feinem, leicht lehmhaltigem Sand gefüllt, das man an einem sonnigen, trockenen Ort aufstellt, kann Grabwespen oder Furchen- und Schmalbienen als Nisthilfe dienen.

Aussaat in Töpfen und Kästen Mit unseren Samenmischungen kann auch der Topfgarten ein Wildbienenparadies werden. Die Auswahl der Töpfe ist eine Frage des Platzes, der zur Verfügung steht. Grundsätzlich gilt, je grösser der Topf, desto besser, denn das garantiert Platz für die Wurzeln und den Wuchs der Pflanzen. Die Substrate für die Aussaat kann man sich selbst zusammenmischen. Die Samenmischung «Mager» Die Samenmischung «Mager» enthält 32 überwiegend einheimische ein- bis mehrjährige Wildblumen für magere Standorte. Die Pflanzen mögen sonnige, eher trockene Plätze und bezaubern

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porträ t Im «Bären», Hundwil, geniessen die Gäste Gaumenfreuden aus selbst produziertem Biogemüse und Weidefleisch. Zudem bietet der sozialpädagogisch geführte Betrieb gestrauchelten Jugendlichen eine Chance. Ein Besuch bei Christoph Reiser, Esther Schaufelberger, Adrian Höhener und Eric Dufeu, den Verantwortlichen des allseits beglückenden Gastroprojektes.

«Wir tischen auf, was auf unseren Feldern wächst» Von Stephani e R i e d i

Wie es sich im Appenzellerland für einen Bären gebührt, der notabene auch das Kantonswappen ziert, residiert er im urchigen Hundwil AR keinen Steinwurf vom historischen Landsgemeindeplatz entfernt – als gastronomischer Dorfmittelpunkt. Das traditionsreiche Haus ist weit herum bekannt für Gaumenfreuden aus vorwiegend selbst produzierten Bioprodukten. «Wir verwerten Fleisch von hofeigenen Tieren und saisonal, was auf unseren Feldern wächst», sagt Christoph Reiser, Leiter der Institution Hölzli, die quasi als Übermutter des heutigen «Bären» fungiert. Als Mitglied der «Hölzli»-Familie ist der «Bären» naturgemäss mehr als nur Restaurant. Der sozialpädagogisch geführte Integrationsbetrieb bietet wie die anderen Objekte der Organisation – der Bauernhof in Wolfertswil, der Gartenbaubetrieb in Egg und die Schreinerei in Degersheim – gestrauchelten Jugendlichen Wohnräume, Lehr- und Arbeitsplätze. Reiser erwarb das Hundwiler Gasthaus 2005, als diesem nach etlichen Wirtewechseln trotz prominenter Lage, geschätztem Festsaal und einer der schönsten Gaststuben im Appenzellerland die Abrissbirne drohte. Heute ist der «Bären» sozusagen das Aushängeschild der Hölzli-Institution. Er gewährt Aussenstehenden Einblick in die Arbeit aller Betriebsbereiche. Referenzstücke der Schreinerei etwa gibt es im schmucken Ladenlokal neben dem Entree zu sehen, wo früher die Metzgerei domiziliert war. Eigendesign zeichnet auch die raffinierte Restaurantbeleuchtung aus, dank der die authentisch schlichten Holzmöbel ebenso zur Geltung kommen wie die selbst gemachten Gourmetgenüsse. Je nach Jahreszeit wird der «Bären» von der Hölzli-Gärtnerei mit Rüebli, Bohnen, Zucchetti, Tomaten, Zwiebeln, Kürbissen alimentiert, zum Teil aus Sorten von Pro Specie Rara. Im Frühling erfreuen sich die Gäste beispielsweise an Feinem aus Krautstiel oder Spinat. Aromatisiert werden die saisonalen Leckerbissen jeweils mit ausgewählten hofeigenen Kräutern wie Salbei, Minze, Liebstöckel. Im Sommer locken Desserts aus frisch gepflückten Erdbeeren, Himbeeren, Johannisbeeren und gegen den Winterblues gibt es hausgemachten süffigen Holder-Suser. Dass im «Bären» hauptsächlich Bioprodukte verwendet werden, versteht sich bei einem Projektleiter wie Christoph Reiser von selbst. Der Mann ist ein Urgestein der Schweizer Bioszene. Seit bald 40 Jahren pflegt er die biodynamische Landwirtschaft. Von Reisers Pionierzeit zeugt zum einen die tiefe Zertifikatsnummer von Bio Suisse, nämlich 270, und zum andern der Alt-68er-Geist, der das Hölzli-«Bären»Projekt bis dato prägt: Durch Selbstversorgung grösstmög-

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liche Unabhängigkeit zu erlangen. Bis zu einem gewissen Grad spielt der Hippie-Gedanke heute noch, auch wenn die Realität des Restaurantalltages etwas anders aussieht. «Das Holzofenbrot, die Eier und Milchprodukte, aber auch ein Teil des Gemüses und Fleisches werden bei Bedarf von lokalen Produzenten zugekauft», erklärt Reiser. Die zwei Sauen für die Metzgete vergangene Woche habe er indes selbst geschlachtet. «Früher stellte ich auch Käse und Würste her», erzählt er und fügt, auf den stattlichen Bauch trommelnd, an: «Ich koche und esse eben leidenschaftlich gerne.» In der «Bären»-Küche steht jedoch nicht Reiser am Herd, sondern Eric Dufeu. Der gebürtige Franzose ist ein Meister seines Metiers. Er arbeitete unter anderem bei der Gourmetköchin Vreni Giger im «Jägerhof», St. Gallen. Zusammen mit dem dipl. Hôtelier-Restaurateur Adrian Höhener ist Dufeu für das Wohl der Gäste verantwortlich. Mit Erfolg. Der «Bären» geniesst mittlerweile über die Kantonsgrenze hinaus exzellenten Ruf. «Die Gäste kommen aus nah und fern», sagt Höhener. Dazu trugen wohl nicht zuletzt die Schlagzeilen bei, als der Bundesrat in corpore auf seinem traditionellen Reisli 2009 im «Bären» tafelte. Der damalige Bundespräsident HansRudolf Merz bedankte sich persönlich beim «Bären»-Team für die «mit viel Liebe, Sorgfalt und Kreativität zubereiteten und präsentierten Köstlichkeiten aus eigener Produktion». Höhener und Dufeu kümmern sich jedoch nicht nur um die Gäste und Genüsse, sondern auch um die ihnen anvertrauten Jugendlichen. Als ein Junge an diesem Nachmittag verweint zur Arbeit erscheint, gibt ihm Dufeu nach Absprache mit Höhener kurzerhand frei. «Er hat Stress zu Hause», erklärt der Maître de Cuisine knapp, macht auf dem Absatz der blank geputzten Schuhe kehrt, um in die Küche zurückzueilen. Die Mise en Place für das Abendessen steht an.

Infos und Kontakt Restaurant «Bären», Dorf 34, 9064 Hundwil, Tel. 071 393 70 15, info@restaurantbaeren.ch, www.restaurantbaeren.ch Öffnungszeiten: Donnerstag und Freitag ab 17 Uhr, Samstag ab 14 Uhr, Sonntag ab 10 Uhr Weitere Restaurants mit Biogemüse aus Eigenanbau «Neuhof», Bachs, Tel. 044 858 11 80, www.neuhof-bachs.ch «Alpbad», Sissach, Tel. 061 971 10 65, www.alpbad.ch «Mausacker», Steinebrunn, Tel. 071 477 11 37, www.mausacker.ch «Arche Bistro», Zürich, Tel. 043 336 30 00, www.archezuerich.ch Stadtrestaurants mit eigenem Gartengemüse «Ziegelhütte», Zürich, Tel. 044 322 40 03, www.wirtschaft-ziegelhuette.ch «Frau Gerolds Garten», Zürich, www.fraugerold.ch

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