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Voller Einsatz f端r das Beste.

1 Einfach Bio reicht uns nicht. Artgerechte Tierhaltung bei Bioland-Erzeugern.


Inhalt 6 8 Bioland-Mastrinder – nehmen das Maul gerne richtig voll … 12 Bioland-Schweine – Von wegen Schweinerei! 14 Infografik – Globaler Fleischwahn 16 Bioland-Hühner – Picken und picken lassen 20 Infografik – Legehennen 22 Bioland-Enten, -Gänse und -Puten – Stress lass nach 24 Bioland-Ziegen und -Schafe – Viel zu mähen, nix zu meckern 26 Bioland-Rot- und Damwild – Importiertes Wild? Nein, danke 28 Bioland-Kaninchen – Hakenschlagen in Bio 29 Bioland-Bienen – Das wichtigste Nutztier der Bauern 32 Bioland-Nützlinge – Fressen für das Gleichgewicht 34 Bioland – Voller Einsatz für die Zukunft 36 Impressum 40 Wir fordern Art-Gerechtigkeit!

Bioland-Milchkühe – Wir lassen die Kuh raus

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Gesunde Tiere

Tierische Lebensmittel

Pflanzliche Lebensmittel

Feldfrüchte und Futterpflanzen Fruchtbarer Boden und CO 2 -Speicher

Komposte


Liebe Leserinnen, liebe Leser, seit Jahrtausenden betreiben Ackerbauern und Viehzüchter Landwirtschaft. Immer mit dabei waren die Haus- und Nutztiere, denn ökologische Landwirtschaft ohne Tierwirtschaft ist nur schwer möglich: Insbesondere Rinder, Schafe und Ziegen verwerten Pflanzen, die Menschen nicht essen können und liefern zusätzlich wertvollen Dünger.

Voller Einsatz für bestes Tierwohl Seit über 40 Jahren setzen wir uns bei Bioland für das beste und möglichst artgerechte Leben der Tiere ein. Wir übernehmen Verantwortung für unsere Nutztiere, vom Regenwurm bis zur Milchkuh und vom Marienkäfer bis zum Stier. Denn Tiere sind keine Maschinen und auch keine leblosen Rohstofflieferanten!

Ständige wissenschaftliche Forschung und Entwicklung

> In

dieser Broschüre können wir die Themen nur im Ansatz und verkürzt darstellen, das Ganze ist oft viel komplexer. Auf den folgenden Seiten verweisen wir deshalb auf Hintergrundinformationen zum Nachlesen. Wir laden Sie herzlich ein, auf unserer Website tiefer einzusteigen.

Bei Bioland gibt es darum strenge Richtlinien. Daran halten sich mehr als 5.800 Bioland-Erzeuger. In ihrer Tierhaltung verpflichten sie sich dem Wohl der Tiere. Unsere Richtlinien gehen deutlich über die EU-Biorichtlinien hinaus, dennoch ist uns bewusst, dass es immer noch Schwachstellen gibt, genauso wie Themen, für die wir bisher noch nicht die besten Lösungen gefunden haben. Darum entwickeln wir unsere Richtlinien ständig nach den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen weiter.

Ein praktisches Beispiel, wie wir Nachhaltigkeit leben? Die Kreislaufwirtschaft auf unseren Höfen Forschung ist Therorie, der bäuerliche Alltag ist die Praxis und muss auch betriebswirtschaftlich funktionieren. Futtererzeugung auf den Höfen und in der nahen Region ist einer der Grundsätze bei BiolandBauern. Wir wollen lange Transportwege vermeiden, die bäuerliche Landwirtschaft erhalten, unabhängig bleiben von Agrarkonzernen und die Kulturlandschaft pflegen. Vor allem aber geben die Tiere den Feldern und Weiden wertvollen Dünger zurück – und dort wachsen dann wieder Futter und Lebensmittel. So entsteht ein zukunftsfähiger, ökologischer und wirtschaftlicher Kreislauf. Für genau diese sinnvollen und nachhaltigen Lösungen engagieren wir uns täglich mit vollem Einsatz! Bioland-Bauern, Bioland-Lebensmittelverarbeiter, Bioland-Mitarbeiter im Haupt- und Ehrenamt – für beste Lebensbedingungen, für beste Lebensmittel und für die beste Zukunft. Regional in den Bundesländern, national in ganz Deutschland und politisch auch auf europäischer und internationaler Ebene.

Organische Dünger

Wir bei Bioland entwickeln Lösungsansätze für heutige und zukünftige Herausforderungen wie die ausreichende Versorgung mit gesunden, gentechnikfreien Lebensmitteln, artgerechte Tierhaltung und Klimaschutz. Bioland steht für die Landwirtschaft der Zukunft. Damit unsere Kinder und Enkel auch noch gesunde Tiere, Lebensmittel und Lebensgrundlagen haben. Fragt uns! Fordert uns!

Herzlichst, Jan Plagge, Bioland-Präsident Stephanie Strotdrees, Bioland-Vizepräsidentin

Sie möchten genau wissen, worin sich konventionelle, EUBio- und die strengen Bioland-Richtlinien unterscheiden? Hier finden Sie die ausführlichen Richtlinien und den Richtlinienvergleich:

www.bioland.de/ ueber-uns/ richtlinien.html


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Voller Einsatz f端r das Beste.

Stephanie Strotdrees Bioland Hof Strotdrees, Harsewinkel Bioland-Mitglied seit 1991


Man ist, was man isst, heißt es ja immer. Das Problem ist nur, dass wir Konsumenten das heute gar nicht mehr so genau wissen – denn: Woher kommt das Steak auf meinem Teller? Und woher die Milch in meinem Kaffee? Wie hat das Tier gelebt, welche Medikamente hat es bekommen und auf welchem Weg ist es auf meinem Tisch gelandet? Bei Bioland haben wir hohe Ansprüche an die Tierhaltung – denn wir wollen das Beste: Für die Tiere, für die Natur und Landschaft, für die Bauern und nicht zuletzt auch für die Konsumenten – mit guten Lebensmitteln auf dem Teller. Deshalb fordern wir nicht nur Artgerechtheit, sondern fördern sie auch durch intensive Forschung und Weiterentwicklung. Zufrieden, gesund und erfolgreich Tierwohl ist die optimale Situation der Tiere am Hof und im Feld: Angefangen bei den Nutztieren wie Rind, Legehenne, Ziege und Schaf bis hin zu den Honigbienen, den Wildbienen und allen anderen Nützlingen. Geht es all diesen Tieren gut, dann ist auch der Bauer zufrieden – denn die Tiergesundheit ist ein wesentlicher Faktor für den wirtschaftlichen Erfolg seines Bioland-Hofes. Dabei muss uns klar sein: Bioland-Höfe sind keine landromantischen Streichelzoos, sondern Wirtschaftsunternehmen mit hohen ethischen Ansprüchen.

Natürlich ist die beste Medizin Leider kann man Krankheiten nie ganz verhindern. Bioland-Bauern behandeln ihre Tiere zunächst mit Naturheilverfahren und homöopathischen Mitteln, vorausgesetzt, deren Wirkung ist belegt. Und sind im Notfall doch einmal herkömmliche Medikamente notwendig, dann warten wir mit dem Verkauf der Tierprodukte doppelt so lange wie gesetzlich vorgeschrieben, damit keine Arzneimittelrückstände ins Essen kommen.

Gut für die Tiere – gut für die Umwelt … und gut für mich! Unsere Bauern achten bei der Tierhaltung aber auch auf Boden, Umwelt und Grundwasser. Denn Mist ist zwar ein guter Dünger, der Boden kann aber nur eine bestimmte Menge davon aufnehmen. Gibt es zu viele Tiere auf zu wenig Platz, verschmutzen ihre Fäkalien Wasser und Umwelt – was dann alle Bürger zum Beispiel über die Kosten der Trinkwasseraufbereitung bezahlen. Bei Bioland wird nur nur so viel organischer Dünger aufgebracht, wie Bodenleben und Pflanzen aufnehmen und nutzen können.

Dreifache Kontrolle Natürlich geht es uns bei Bioland nicht nur um Qualitätskontrolle. Sondern auch um aktive inhaltliche Unterstützung unserer Mitglieder über Weiterbildung und aktuelle Informationen zu Problemlösungen.

Wir alle achten bei Bioland darauf, Schwachstellen zu verhindern, aufzudecken und schnellstmöglich zu beheben, dafür haben wir Fachberater und spezielle Handbücher zur Hilfestellung. Unabhängige Kontrollstellen prüfen dazu jedes Jahr mindestens einmal, oft mehrmals, ob unsere Betriebe die Vorschriften der allgemeinen EG-ÖkoVerordnung und die strengen Bioland-Richtlinien einhalten.

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Milchk端he

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Joh ann Elle nrie der, Bio lan

dho f Elle nrie der, Ust ers bac

h, Bio lan d-M itgl ied seit 198

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Wir lassen die Kuh raus … Wenn es um Milcherzeugung geht, haben wir Bioland-Bauern eine klare Regel: Unsere Kühe sollen auf die Weide wann immer es geht. Denn der Auslauf sorgt nicht nur für gesündere Tiere und eine artgerechte Haltung, sondern auch für bessere Milch. Kühe tun den Wiesen gut Nicht jedes Feld ist für Feldfrüchte geeignet. Wo man keine Nahrung für Menschen anbauen kann, grasen bei Bioland die Milchkühe, zum Beispiel auf steilen Almwiesen. Ganz nebenbei sorgen sie dafür, dass die Wiesen nicht mit Büschen und Bäumen zuwachsen. Gleichzeitig verbessern die Bioland-Bauern auch den Boden. Denn neben Kräutern und Gräsern auf den Wiesen, werden auf den Äckern gezielt Klee und Luzerne ausgesät. Diese sogenannten Leguminosen sind wertvolle Eiweißlieferanten als Futter, die gleichzeitig Stickstoff aus der Luft in den Boden bringen und ihn so auf natürliche Weise fruchtbarer machen.

Dazu kommt dann noch der Mist: Er ist ein besonders guter Dünger für die Bodenlebewesen, die den Pflanzen wieder Nährstoffe zur Verfügung stellen und die Humusbildung fördern.

Gut für die Kuh – gut für die Menschen Nicht immer sind die Kühe auf der Weide. Im Stall der Bioland-Bauern dominiert nicht leistungsorientierte Fütterung mit viel Mais und Kraftfutter, sondern Weide- und Grünfutter. Das ist nicht nur artgerechter, es erhöht auch den Anteil an gesunden Omega-3-Fettsäuren im Milchfett. Was gut für die Kuh ist, ist ganz direkt also auch gut für uns Menschen.

Tierische Wohlfühlatmosphäre Beim Weidegang können die Tiere ihren Bewegungsdrang und ihre Instinkte ausleben. Das stärkt auch ihr Immunsystem. Auch im Stall achten Bioland-Bauern auf artgerechte Haltung: Jede Kuh hat einen eigenen Fress- und Liegeplatz. Die Kühe können sich im Laufstall frei bewegen und tun das auch mit sichtbarer Freude. Außerdem sind die Liegeflächen der Tiere mit Spelzen, Stroh oder Sägemehl ausgestreut – genau so fühlen Kühe sich wohl.

1l = 2,5m² Öko Bioland-Kühe sind gut für den Boden – mit dem Kauf eines Liters Bioland-Milch können pro Jahr 2,5 Quadratmeter Wiesen und Weiden ökologisch bewirtschaftet werden.

Konventionelle Milchkuhhaltung

Bioland-Milchkuhhaltung

Weidegang oder Auslauf nicht

Weide wann immer möglich,

vorgeschrieben.

sonst im Laufhof.

Liegeflächen

Oft nur Gummimatten.

Einstreu ist Pflicht.

Fütterung

Oft gibt es Futter nur aus dem Silo.

Ausschließlich konserviertes

Häufig mit viel Kraftfutter und

Futter ist verboten. Im Sommer

importierten Futtermitteln wie

gibt es frisches Gras, im Winter

Gentechnik-Sojaschrot.

Heu und Silagen. Dazu nach

Auslauf

Bedarf auch Kraftfutter.

Züchtung

Ziel ist hohe Leistung und große, frühreife Kühe.

Langes Leben und konstante Leistung.

Was zählt:

Auch eine Bioland-Kuh gibt heute zwischen 6.000 und 9.000 Liter Milch pro Jahr. Das ist

Viel Auslauf sorgt für gesunde und glückliche Kühe! Platz und weiche Liegeflächen statt Stress und Rangkämpfe. Gesundes und natürliches Futter, zum Großteil vom eigenen Betrieb, ist gut für die Kühe -- und gut für dieMilch. Gesundheit ist genauso wichtig wie die Leistung.

dreimal so viel wie noch vor 100 Jahren. Eine gesunde Kuh kann durch den züchterischen Fortschritt und eine gesunde, ausgewogene Fütterung und artgerechte Haltung Großes leisten. Deshalb ist uns die Tiergesundheit besonders wichtig. Die Kuh wird von den Bioland-Bauern aber nicht überfordert, sondern führt ein ausgewogenes Leben mit der arteigenen Diät, frischer Luft und Sonnenlicht.

Die Haltung von Hochleistungskühen als Fleich-/Milchmaschinen in einseitiger und nicht artgerechter Haltung lehnen wir ab!

Zum Vertiefen: www.bioland-tiere.de/Milchkuehe


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Voller Einsatz f端r das Beste.

Guido Simon, Sundern Bioland-Mitglied seit 2007


Mastrinder

Zilla Fröhlich, „Das Fröhliche Alb-Rind ”, Bingen-Hochberg Bioland-Mitglied seit 1996

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Bioland-Mastrinder nehmen das Maul gerne richtig voll … Bioland-Bauern entwickeln immer wieder besondere Lösungen in der Praxis. Zum Beispiel Hermann Maier aus Balingen: Er entwickelte das Verfahren „Kugelschuss auf der Weide“. Hier werden die freilaufenden Rinder ohne jeglichen Stress mit einem gezielten

… und das dürfen sie auch! Denn im Gegensatz zu Milchkühen halten wir sie wegen ihres Fleisches. Damit es der Bioland-Qualität entspricht, bekommen unsere Tiere ausschließlich Bio-Futter – frei von Gentechnik und und zum Großteil vom eigenen Hof.

Als Kälber verbringen die Mastrinder die ersten Lebensmonate zusammen mit ihrer Mutter. Im Sommer leben die Kälber mit ihren Müttern auf der Weide, im Winter in einem großen Laufstall. Von der Mutterkuh bekommen sie Milch, von unseren Bauern dazu noch Heu, Silage und Kraftfutter.

Natürlich gute Ernährung

Platz da! Große Ställe und Auslauf auf der Weide

Unsere Bauern schicken ihre Mastrinder so oft es geht nach draußen. Denn auf der Weide gibt es Gräser und Kräuter – und so von Natur aus das beste Futter. Im Winter bekommen Bioland-Mastrinder Heu und konserviertes Grünfutter zu fressen, die sogenannte Silage. Daneben füttern manche Bauern etwas Kraftfutter zu. Es besteht aus heimischen Zutaten wie Weizen- und Ackerbohnenschrot.

Wie das Milchvieh dürfen auch die Bioland-Mastrinder nach Lust und Laune toben oder ruhen. Sie kommen so oft es geht auf die Weide und im Stall haben die sie genügend Platz für ein artgemäßes Verhalten. Licht, Luft und Sauberkeit erhöhen dazu den Wohlfühl-Faktor. Viele Bioland-Bauern halten ihre Rinder auch fast ganzjährig im Freien, zum Beispiel in Naturschutzgebieten.

Schuss getötet:

www.uria.de

Familienbande: Aufwachsen bei der Mutter

5 statt 3 m² 5 Quadratmeter Stallfläche pro Bioland-Mastrind (mindestens!),

im Vergleich zu konventioneller Rindermast mit 3 Quadratmetern pro Rind.

Liegeflächen Stallfläche

Transportbeschränkung

Konventionelle Rindermast

Bioland-Rindermast

Boden aus Beton, Einstreu gibt

Stroh oder Sägemehl auf dem

es oft nicht.

Stallboden sind Pflicht.

Pro Mastrind (ab 600 kg) 3 Quadrat-

Pro Mastrind (ab 350 kg)

meter Stallfläche als Richtwert.

mindestens 5 Quadratmeter.

Vollspalten1 sind erlaubt.

Vollspalten¹ sind verboten.

Tiere müssen bis zu 8 Stunden in

Nur kurze Transportwege erlaubt

Transport-Wägen stehen.

– maximal 4 Stunden und 200 Kilometer pro Tier.

Tierbesatz

Begrenzung nur durch die Menge an

Höchstens ca. 2 Rinder pro Hektar

Mist, die ausgebracht werden darf.

landwirtschaftlicher Nutzfläche.

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Vollspaltenhaltung bedeutet, dass der Stallboden aus Betonplatten mit

Weiche Liegeflächen schonen Gelenke und Klauen der Tiere. Mehr Platz für artgemäßes Verhalten! Weniger Stress durch kurze Transportwege. Genug Gras und Kräuter für jedes Rind -- gleichzeitig wird der Boden nicht überdüngt.

Spalten besteht. Durch sie kann der Urin und Kot nach unten fallen. Doch die Tiere haben so keine Flächen mehr, auf denen sie sich bequem (und artgerecht) hinlegen können.

Zum Vertiefen: www.bioland-tiere.de/Mastrinder


Von wegen Schweinerei! Hausschweine sind sehr reinliche Tiere und dazu auch noch neugierig, verspielt und voller Bewegungsdrang. Bei Bioland nehmen wir Rücksicht auf die Bedürfnisse unserer sau-schlauen Tiere. Wühlen, schnuppern, spielen Wer einmal eine Horde Schweine live erlebt hat, weiß, wie agil diese Tiere sind. Bioland-Schweine haben deshalb immer genug Stroh zum Spielen und Wühlen im Stall. Dazu gibt es getrennte Liege- und Kotplätze und einen Auslauf - denn wann immer es geht, dürfen die Schweine ins Freie: Dort können sie schnuppern und spielen, Sonne tanken oder im Schlamm wühlen. Manche Bioland-Bauern halten ihre Tiere auch das ganze Jahr über im Freien. Als Schutz vor Regen und Kälte oder für die Geburt der Ferkel gibt es extra Hütten auf den Weiden.

Sau-lecker: Gras, Heu, Bohnen und Erbsen Schweine sind Allesfresser. Unsere Bauern geben ihren Tieren möglichst vielfältiges Futter: frisches Gras, Heu oder Stroh zum Beispiel. Dieses „Raufutter“ hat viele Ballaststoffe und sorgt dafür, dass die Tiere sich satt fühlen. Zusätzlich gibt es aber auch noch wertvolles Schrot aus Getreide und eiweißreichen Pflanzen wie Erbsen, Bohnen und Lupinen. Das schmeckt den Schweinen und das schmecken wir auf dem Teller.

Rückkehr zu den alten Rassen Während der letzten Jahrzehnte wurden alte Schweinerassen durch neue Züchtungen ersetzt, die schneller wachsen und deren Fleisch mager ist. Da viele Verbraucher fettarmes Schweinefleisch bevorzugen, suchen unsere Bauern nach besseren Lösungen: Sie wählen für ihre Zucht Rassen und Kreuzungen, die auf der einen Seite einen geringen Fettanteil haben, auf der anderen Seite aber robuster und weniger krankheitsanfällig sind. So kommen Bioland-Bauern mit geringstem Einsatz von Medikamenten aus. Gleichzeitig setzen einige Bioland-Betriebe auf alte Rassen, weil sie widerstandsfähig sind und besonders hohe Qualität mit aromatischem, fein marmoriertem Fleisch liefern.

Ab nach draußen

Diese Möglichkeit haben Bioland-Schweine – im Gegensatz zu den meisten Schweinen in konventioneller Haltung.

Konventionelle Schweinehaltung

Bioland-Schweinehaltung

Auslauf

Ausschließliche Stallhaltung üblich.

Auslauf ins Freie ist Pflicht.

Stallboden

Vollspalten (siehe Fußnote S. 13)

Vollspaltenböden sind verboten.

erlaubt (im Liegebereich bis

Stroh als Einstreu.

höchstens 10 %).

Raufutter

Raufutter wie Gras, Stroh und Heu

Raufutter ist Pflicht für

ist nicht vorgeschrieben.

Mast- und Zuchtschweine.

Bei Bioland wird darauf geachtet, dass das Futter der Schweine frei von Gentechnik ist und so weit wie möglich aus dem eigenen Anbau kommt. Einzige Ausnahme: Die Ernährung von Muttersauen und Ferkeln. Sie benötigen zum Wachsen und Säugen so viel Eiweiß, dass herkömmliche ökologische Futtermittel nicht immer reichen. Einige Bioland-Betriebe füttern daher mit Biosojaprodukten oder Ökomilchpulver zu, doch diese Futtermittel sind teuer und nicht immer verfügbar. Daher dürfen bis Ende 2014 einige Eiweißfuttermittel aus der konventionellen Landwirtschaft eingesetzt werden, allerdings nur in sehr geringem Umfang (weniger als 5 Prozent) und nur wenn sie aus Kartoffeleiweiß gemacht sind. Denn Fischmehl ist bei Bioland im Gegensatz zu vielen anderen Bio-Betrieben mit weniger strengen Richtlinien verboten.

Zum Vertiefen: www.bioland-tiere.de/Schweine

Auslauf ist wichtig für ein gesundes Immunsystem und artgemäßes Verhalten. Strohbedeckte Stallflächen sorgen für gesunde Füße und Zufriedenheit. Raufutter stillt nicht nur den Hunger der Tiere, sondern auch ihre Neugier!


Schweine

Herbert Mayer, Moirhof, Gersthofen Bioland-Mitglied seit 1984

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DER GLOBALE FLEISCHWAHN – ZUSAMMENHÄNGE UND ÜBERBLICK

USA > Hier werden INDUSTRIE

INTERESSEN groß geschrieben.

> Hormonfleisch, Gentechnik

produkte und Chlorhähnchen sind

in den USA schon Standard. Diese

Produkte könnten bald auch auf

europäischen Tellern landen, sollte

USA: GENTECHNIK, MONOKULTUREN, HORMONFLEISCH, CHLORHÄHNCHEN

dass TTIP entsprechend der

Industrieinteressen umgesetzt werden. den Globus, Patente auf Pflanzen und

Tiere durchzusetzen – auch in Europa.

und Pestiziden nach Deutschland, Europa und (fast) in die ganze Welt

Massen-Export von z.B.

> Agrarmultis bemühen sich rund um

Export von Gentechnologie

(Gen-)Soja als Futtermittel nach Europa und Asien

In Europa unverkäufliche Fleischreste werden zu Dumpingpreisen in Afrika vermarktet.

16 LATEINAMERIKA > Großflächiger und intensiver Futter

mittelanbau für den Export z.B. nach

Europa führt zu Monokulturen, Erosion und

massivem Pestizid- und Düngemittel-

Einsatz. Die Folgen: Abholzung von Regen-

wald, Umweltschäden und Verringerung

der Artenvielfalt. (Fleischatlas 2014, S. 26)

LATEINAMERIKA: INTENSIVER FUTTERMITTELANBAU UND MONOKULTUREN, REGENWALDSTERBEN

> Die bäuerliche Landwirtschaft vor Ort

wird dadurch teilweise gewaltsam an den

Rand gedrängt. (Fleischatlas 2014, S. 30)

> In Lateinamerika sind noch einige Spritzmittel

zugelassen, die in Europa längst verboten sind.

Auch die Arbeitsschutzgesetze sind weniger streng.

Die Folge sind auch Erkrankungen und Erbgut-

schädigungen bei der örtlichen Bevölkerung.

(Fleischatlas 2014, S. 29)

Um den globalen Fleischhunger zu stillen, werden auch Regenwaldflächen gerodet, um (Gen-)Soja anzubauen, das z.B. nach Europa exportiert wird, damit dort Tiere gemästet werden, die dann zu einem stark wachsenden Anteil wieder ins Ausland, z.B. nach Asien, exportiert werden. Was für eine Reise! Und was für krasse Folgen für Mensch und Umwelt!

AFRIKA: SUBVENT FLEISCHMACHEN MÄRKTE


%

0,99

EUROPA > Der Verbraucher wird zu immer mehr und immer billigerem Fleisch Stark steigender Fleischexport aus Deutschland und Europa, z.B. nach Asien

erzogen. Gleichzeitig sinkt das Verbrauchervertrauen, weil es immer

mehr Skandale gibt. BSE, Dioxinfutter, Pferdefleischlasagne (Fortsetzung

folgt...): Billig und gut gehen oft einfach nicht zusammen.

> Orientierungslosigkeit im „Siegeldschungel“ und durch Greenwashing

der Agrar- und Fleischindustrie (Fleischatlas 2014, S. 34)

INDUSTRIELLE FLEISCHPRODUKTION, Z.B. IN DEUTSCHLAND

EUROPA: VERBRAUCHERVERTRAUEN SINKT

> Import gentechnisch veränderter Futtermittel für Rinder,

Schweine und Geflügel, schon jetzt!

> Trinkwasserverschmutzung durch Gülleüberschüsse > Hoher Antibiotikaeinsatz: Bei Massentierhaltung steigt der Krankheitsdruck

der Tiere. Unnatürliche, ungesunde Haltungsbedingungen fördern den

systematischen Antibiotika-Einsatz und damit für die Menschen lebensgefährliche

Resistenzen. (Fleischatlas 2013, S. 32)

> Drastisches Tierleid (Fleischatlas 2014, S. 19) > Subventionierte Exporte, auch Restfleisch, z.B. nach Afrika > Staatliche Förderung industrieller Mast- und Schlachtfabriken. Deutschland ist

TIONIERTE -IMPORTE HEIMISCHE KAPUTT

aufgrund lascher Vorschriften ein Investorenparadies! In den Fabriken herrschen oft

Lohndumping und Ausbeutung ausländischer Arbeitskräfte. (Fleischatlas 2014, S. 20)

AFRIKA > In Europa subventionierte Fleischexporte machen

dieses Fleisch in Afrika so billig, dass sich

Viehhaltung für die Bauern vor Ort teils nicht

mehr lohnt. (Fleischatlas 2013, S. 34/36)

> Erst finanziert der Steuerzahler die Export

subventionen in Deutschland und dann die

Entwicklungshilfe, die versucht, zerstörte

bäuerliche Strukturen in Afrika wieder

aufzubauen.

Zum Vertiefen: www.boell.de/fleischatlas ein Kooperationsprojekt von Heinrich-Böll-Stiftung, Bund für

MS RESTFLEISCH

Umwelt- und Naturschutz und Le Monde diplomatique http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/legalcode.de

Regionalfleisch statt Globalfleisch Wir Bioland-Bauern in Deutschland und Südtirol arbeiten in regionalen Kreisläufen: Das Futter kommt möglichst vom eigenen Hof oder von Kollegen aus der Gegend. Wenn zugefüttert wird, dann KEIN Genfutter! Bioland-Bauern liefern ihre pflanzlichen und Fleisch-Erzeugnisse überwiegend in die Region, an BiolandPartner in Verarbeitung und Handel und damit an die Verbraucher.


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Voller Einsatz f端r das Beste.

Gita Sandrock, Bioland-Hof Sandrock, Wehretal Bioland-Mitglied seit 1975


Legehennen & Masth端hner

Joachim Schneider, Hofgut Martinsberg, Rottenburg Bioland-Mitglied seit1972

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Picken und picken lassen. Im Sand scharren, nach Körnern picken und In sogenannten „Hühnermobilen“ leben Hühner und dann ein ausgiebiges Staubbad: So sieht Hähne in einer Art Wohnwagen, der regelmäßig das Leben eines Bioland-Huhns aus. weiter fährt, damit die Tiere immer frisches Gras haWir versuchen, unsere Tiere so artgerecht ben. Mit solchen technischen Entwicklungen werden wie möglich zu halten, das heißt in kleinen wir den Bedürfnissen der Tiere sehr viel gerechter. Herden und mit viel Platz. Denn artgerecht schmeckt man: Ei oder Fleisch? Das Beste fürs Huhn bringt auch das Beste Ein weiteres Thema sind die Hühnerrassen: Sie für den Menschen. wurden so gezüchtet, dass sie viele Eier legen oder Viel Platz – wenig Stress … und alle profitieren Hühner sind Vögel. Und Vögel brauchen Platz und Schutz. Einer der wichtigsten Aspekte bei einer gesunden Hühnerhaltung ist deshalb, dass auf den Außenflächen genug Bäume und Büsche stehen. Das macht die Hühner zufrieden: Die Versteckmöglichkeiten beruhigen sie, weil sie von Natur aus ständig auf der Hut sind. Bäume und Büsche sorgen aber auch dafür, dass sich die Hennen und Hähnchen überall verteilen – das ist gut für den Boden, weil so kein Fleck überdüngt wird. Und der Auslauf ist sehr gut für das Wohlbefinden der Tiere. Die frische Luft, die Sonne, die Bewegung und das grüne Gras stärken die Abwehrkräfte und fördern die Gesundheit – darum kann in der Regel auf Antibiotika verzichtet werden. Das ist schließlich auch gut für die Menschen. Regen und Schnee mögen Hühner gar nicht, deshalb gibt es für Bioland-Hühner auch noch einen Wintergarten mit viel Auslauf und einen Stall mit genügend Platz.

Einige Bauern engagieren sich auch in der Haltung alter, sogenannter Zweinutzungsrassen oder der Entwicklung neuer Rassen, die unseren ethischen Vorstellungen in den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen entsprechen. Diese legen zwar weniger Eier, setzen aber mehr Fleisch an. Schon jetzt leben Bioland-Masthühner doppelt so lang wie ihre konventionellen Kollegen – und das in einer artgerechten Umgebung, mit Auslauf, Grün und bestem Biofutter.

Die Tiere zählen – und nicht nur der Profit

In der ökologischen Hühnerhaltung sehen wir noch viele Aufgaben vor uns, um zu besten Lösungen zu kommen. Denn unsere Höfe müssen wirtschaftlich existenzfähig arbeiten und gleichzeitig den Bedürfnissen der Tiere gerecht werden. Intensiv arbeiten wir in Fachgruppen mit den Bioland-Fachberatern für Geflügel und mit der Forschung an neuen Lösungen.

Für den Profit ist das zwar schlechter, dafür aber gut für Tiere, die Umwelt und auch uns Verbraucher – denn was ist am Ende mehr wert als Qualität und ein gutes Gefühl? Im Übrigen sind wir überzeugt davon, dass auf Dauer eine solche Veränderung des landwirtschaftlichen Wirtschaftens nicht nur fairer und gesünder ist, sondern auch betriebswirtschaftlich die bäuerliche Zukunft nachhaltig sichert.

Bioland-Legehennenhaltung

Nicht vorgeschrieben. Bei Freiland-

Freilandhaltung ist Pflicht!

haltung gibt es 4 Quadratmeter

Mind. 4 m²/Tier inklusive

pro Tier – jedoch häufig ohne Ver-

Möglichkeiten zum Verstecken.

stecke.

Platz im Stall

Eine andere Lösung ist die Aufzucht der männlichen Legehennenküken. Dies gelingt bereits gut durch wirtschaftliche Unterstützung seitens der Verbraucher – denn dieses ethische Engagement der Bioland-Bauern bringt bedeutende Kosten mit sich.

Wirtschaftlich und tiergerecht

Konventionelle Legehennenhaltung Grünauslauf

schnell Fleisch ansetzen. Das führt in der Geflügelwirtschaft dazu, dass bei Legehennen die männlichen Küken nach dem Schlüpfen getötet werden. Bioland-Legenhennenhalter setzen daher generell auf eine längere Lebenszeit der Hennen. Kann diese zum Beispiel um 50 % verlängert werden, müssen auch 50 % weniger männliche Küken sterben.

Hühner pro Quadratmeter – ohne

Höchstens 6 Tiere pro nutzbarer Stallfläche. Dazu gibt es einen

Auslauf.

überdachten Schlecht-

In der Bodenhaltung leben bis zu 9

Bei Bioland haben die Tiere ganzjährigen Auslauf! Das fördert das Immunsystem. Pflanzen bieten den Hennen Schatten und Sichtschutz vor Greifvögeln. Die Tiere haben mehr Platz und weniger Stress. Es gibt Ruhebereiche und die Rangordnung kann eingehalten werden.

wetterauslauf.

Schnäbel

Beschnittene oder touchierte Schnä-

Weder Schnäbel noch Krallen

bel sind die Regel.

werden gestutzt.

Zum Vertiefen: www.bioland-tiere.de/Legehennen

Gesunde Schnäbel sind wichtig für die Pflege des Gefieders und zum Picken von Körnern. Bei artgerechter Haltung brauchen die Schnäbel nicht beschnitten zu werden.


65%

Ein klein wenig Stroh im Stall.

der in Deutschland konsumierten Eier stammen immer noch aus

1m

Bodenhaltung!

9

22

Oft werden die Schnäbel kupiert (beschnitten), damit die Hennen sich nicht gegenseitig picken. Das würden sie aber nicht tun, wenn sie einfach mehr Platz und

1m

Beschäftigungsmöglich-

Außenauslauf muss es bei konventioneller Freilandhaltung zwar geben, er ist jedoch meistens wenig grün und mit wenig Büschen zum Verstecken ausgestattet. Ohne Schutzmöglichkeit gehen die Hennen aber nicht ins Freie.

Wenig Freiraum Konventionelle Legehennen-Bodenhaltung: Bis zu neun Legehennen auf einem Quadratmeter. Enge, kaum Bewegung und Abwechslung, kaum natürliche Frischluft.

keiten hätten.


Außenbereich mit Überdachung:

1m

Viel frisches Stroh im Stall.

Hennen wollen an die frische Luft, bei Regen aber trocken bleiben.

6 Freilauf mit Büschen und anderen Orten zum Verstecken.

1m

Viel Platz und Luft Eine Bioland-Legehenne teilt sich einen Quadratmeter Stall mit 5 anderen Hennen – PLUS Grünauslauf.

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??? Stress lass nach. Die Moral kommt vor dem Essen – darum achten wir auch bei Enten, Gänsen und Puten auf naturnahe und artgerechte Haltung. Grausamkeiten wie das Kupieren von Schnäbeln sind bei Bioland verboten, die Tiere bekommen viel Auslauf und für Enten und Gänse gibt es Tümpel und Seen. Fleischleistung ist nicht alles, was zählt Bioland-Bauern geht es nicht darum, dass ihre Tiere möglichst schnell ihr Schlachtgewicht erreichen! Darum haben Enten und Gänse je nach Rasse fast doppelt so viel Zeit bis zur Schlachtung wie bei konventioneller Mast. In der Putenzucht versuchen Bioland-Bauern mittlerweile eigene Zuchtlinien zu entwickeln – denn die herkömmlichen Rassen sind so sehr auf Fleischleistung gezüchtet worden, dass die Tiere unter ihrem Körpergewicht leiden.

Die Wiese ist der beste Koch! Unser Geflügel ernährt sich hauptsächlich von Pflanzen, die Tiere sind aber keine Vegetarier. Insekten, kleine Amphibien oder Schnecken bereichern ihren Speiseplan im Freien enorm.

Sitzstangen und Beschäftigung gegen Stress, Tümpel zum Tauchen Platz im Stall ist bei Bioland-Bauern für alle Tiere Standard – bei den Puten ist er aber besonders wichtig. Denn die Tiere regen sich schnell auf und leiden dann unter Stress. Bei Bioland gibt es darum große Ställe mit verschiedenen Strukturelementen, einem angeschlossenen Wintergarten oder einem befestigten Laufhof. Zusätzlich dienen erhöhte Ebenen im Stall als Rückzugsmöglichkeit für die Tiere: Sie geben den Puten Sicherheit. Im Freien gibt es dazu viel Auslauf für die Tiere.

15 Quakmeter Grün Grünauslauf: Mindestens 15 m² pro Gans, 10 m² pro Pute und 4,5 m² pro Ente. Enten und Gänse müssen die Möglichkeit haben, im Wasser schwimmen zu können. Ihre natürlichen Verhaltensweisen können die Wasservögel so ausleben.

Grünauslauf

Konventionelle Putenhaltung¹

Bioland-Putenhaltung

Nicht vorgeschrieben.

Grünauslauf ist Pflicht: Mindestens 10 m² pro Pute, 4,5 m² pro Ente und 15 m² pro Gans.

Tieranzahl

Für Enten und Gänse nur indirekt

Höchstens 12 Hähne oder 15 Hennen auf 10 Quadratmetern

über Mistmenge geregelt.

im Stall, max 210 Enten bzw.

Keine Herdenobergrenze für Puten.

Im Freien können die Tiere sich eigenes Futter suchen und gleichzeitig ihr Immunsystem stärken. Mehr Platz = Gesunde und zufriedene Tiere. Gut für Tier, Umwelt und Mensch.

280 Gänse pro Hektar.

Artgerechte Haltung

Zugang zu Wasserstelle bei Enten

Verbot von Schnabelbeschneidung bei Puten oder Krallenschneiden bei Wassergeflügel .

oder Gänsen nicht vorgeschrieben.

Zugang zu Wasserstelle für Enten

Schnäbel von Puten dürfen beschnitten oder touchiert werden.

1

und Gänse ist Pflicht.

Orientierung an der „Freiwillige(n) Vereinbarung zur Haltung von Mastputen“ der Landwirtschaftsministerien, Geflügelwirt-

Zum Vertiefen:

schaftsverbände und Tierschutzverbände

www.bioland-tiere.de/Gaense

Ziel: Artgerechte Haltung statt purem Fokus auf Fleischleistung.


Passen Puten und Bio zusammen? Die Putenhaltung ist aktuell eines der schwierigsten Themen in der ökologischen Tierhaltung. Mit den vorhandenen Rassen, die auf eine schnelle Zunahme an Gewicht gezüchtet sind, ist eine artgerechte Haltung eine große Herausforderung für die Bioland-Bauern. Immer wieder diskutieren wir, wie man Puten artgerechter halten kann. Die Standards der EG-Öko-Verordnung reichen uns hier nicht aus. Hier sind auch der Handel und die Kunden in der Verantwortung. Wachsen die Tiere langsamer auf, bekommen mehr Platz und leben in kleineren Herden, dann erhöht das für den Bauern die Kosten. Geflügelfleisch würde noch teurer im Vergleich zu konventionellem Fleisch. Wir wissen, dass die Kunden es schätzen und honorieren, wenn ihr Geflügel und die Eier aus überschaubaren Strukturen kommen. Aber es ist ein großes finanzielles Risiko und eine erhebliche Vor-

Enten, Gänse & Puten

leistung, die die Bauern dafür eingehen müssen. Was können wir tun? Als Gemeinschaft der Bioland-Bauern können wir einiges erreichen. Wir engagieren uns vor allem in der Forschung, um in der Züchtung und Haltung immer besser zu werden. Auf EU- und nationaler Ebene arbeiten wir politisch, um Fördergelder für Forschungsprojekte zu erkämpfen. Auf Verbandsebene durch intensive Fachgruppenarbeit und den kritischen Dialog mit der Öffentlichkeit. Das leisten unsere Bauern mit vollem Einsatz, um Lösungen für Art-Gerechtigkeit bei Haltung und Tierrassen zu finden und hoffähig zu machen. Und das tun wir jeder einzelne durch den bewussten Konsum – oder Nichtkonsum – als kritische Konsumenten.

Holger Weller, Biolan dhof Weller Bergki rchen, Biolan

d-Mitg lied seit 1996

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Ziegen & Schafe

K채sehof Eberhard Prunzel-Ulrich und Heide Ulrich, Landolfshausen Bioland-Mitglied seit 1987

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Viel zu mähen, nix zu meckern. Bock auf Käse oder Joghurt? Produkte aus Ziegen- und Schafsmilch schmecken lecker und werden immer beliebter. Unsere Schafe und Ziegen hatten aber sowieso noch nie etwas zu meckern: Von Frühling bis Herbst dürfen sie durchgehend auf die Weide – das freut die Tiere und unterstützt gleichzeitig den Naturschutz.

Genügsam und leistungsstark

Tierisch guter Landschaftsschutz

Egal ob Ziege oder Schaf: Kaum wird es im April draußen grüner, dürfen die Tiere nach draußen auf die Weiden. Sind diese zu weit weg oder nicht vorhanden, gibt es bei bei Milchziegen oder -schafen befestigte Laufhöfe, in denen die Tiere toben können. Die Ställe von Ziegen und Schafen sind ausnahmslos Laufställe, das heißt: Die Tiere sind nicht angebunden, es gibt ausreichend Platz, üppig mit Stroh eingestreute Liegeflächen und einen eigenen Fressplatz für jedes Tier.

Schafe und Ziegen geben nicht nur gute Milch, sie sind auch tolle Fleischlieferanten – und dazu noch echte Landschaftsschützer. In Trockenwiesen, Magerrasen, Mooren und Heiden fressen sie die jungen Triebe von Bäumen und Sträuchern – und verhindern dadurch die Verbuschung und Verwaldung unserer schönen Kulturlandschaften. Sie sind also die idealen Biotoppfleger – und das schon seit Jahrhunderten. Gleichzeitig transportieren Schafe und Ziegen in ihrem Fell Samen und Insekten. So tragen sie zur Arterhaltung und zur Artenvielfalt bei. Auch aus der Deichpflege sind die kleinen Wiederkäuer nicht wegzudenken. Sie halten das Gras kurz, und durch ihren „Goldenen Tritt“ stabilisieren sie die Deiche.

Vor allem Ziegen wollen für diese ökologisch wichtige Hilfe kaum eine Gegenleistung: Sie sind extrem genügsam und fressen sogar Blätter, Rinden oder Zweige. Milchschafe und -ziegen brauchen allerdings energiereicheres Futter, denn bezogen auf ihre Körpergröße vollbringen sie enorme Leistungen.

Auslauf ist Pflicht

Zukunft für die Bauern Schafe und Ziegen sind für die ökologische Landwirtschaft besonders geeignet. Ihr Anteil am Gesamtbestand in Deutschland liegt mit 10 Prozent weit über dem anderer Öko-Tierarten. Die ÖkoSchaf- und Ziegenhaltung ist eine kleine, aber stetig wachsende Nische, vor allem zur Milchgewinnung. Für Grünlandbetriebe im Umfeld von Molkereien bieten Schafe und Ziegen eine existenzfähige Alternative, aber auch viele bäuerliche Familienbetriebe in Mittelgebirgslagen beschreiten mit Hofkäserei und regionaler Vermarktung neue Wege.

Gourmet-Biotop-Pflege Futterherkunft Fütterung

Konventionelle Ziegenund Schafhaltung

Bioland-Ziegenund Bioland-Schafhaltung

Keine Vorgaben zur

Bei Bioland

Herkunft des Futters.

und nur Biofutter zulässig.

60-70 % Kraftfutter möglich.

Mindestens 60 % Raufutter (Heu oder Silage).

Ganzjährig nur mit Gras-

Frisches Gras im Sommer ist Pflicht, im Winter Heu oder Silage.

silage zulässig. Grünfutter

mind. 50 % vom eigenen Betrieb

ist nicht vorgeschrieben.

Weidegang

Ganzjährige Stallhaltung ist üblich.

Schafe und Ziegen müssen in der Vegetationsperiode

Zugang zu Weideland erhalten.

Steht nicht genug Weidefläche zur Verfügung, muss ganzjährig nutzbarer

Auslauf im Freien

vorhanden sein.

Zum Vertiefen: www.bioland-tiere.de/Schafe

Erst Futter, dannMist: Ziel der Biolandwirtschaft ist der hofeigene und regionale Nährstoffkreislauf! Frisches Gras ist gesund -- und das natürlichste Futter. Das fördert den Anteil ungesättigter Omega-3-Fettsäuren in Milch und Fleisch. Abwechslungsreiche Bewegung an der frischen Luft bei gleichzeitiger Landschaftspflege.


Importiertes Wild? Nein, danke. Wild schmeckt gut – leider ist es nur selten Bio, denn in freier Wildbahn fressen die Tiere auch auf konventionell bewirtschafteten Äckern und Wiesen. Oft wird Wild energieaufwändig importiert, zum Beispiel aus Neuseeland. In der EG-Öko-Verordnung gibt es bisher keine Regelung für die Bio-Wildhaltung. Bioland bietet deshalb eine Alternative: Wild & Bio – mit bester Fleischqualität. Bioland-Wild: Eine Frage der Haltung

Von April bis November finden die Tiere ihr Futter direkt auf der artenreich gestalteten Weide. Im Winter kommen dazu noch Heu oder Silagen – natürlich aus ökologischer Erzeugung. Außerdem werden noch Eicheln und Kastanien zugefüttert, die bei Wildtieren in freier Wildbahn auch ganz oben auf dem Speiseplan stehen.

Stressfrei für gute Qualität Die natürliche Ernährung und die Freilandhaltung sorgen für den typischen Wildgeschmack. BiolandDam- und Rotwild wird mit einem gezielten Schuss direkt im Gehege, dem für das Tier gewohnten Lebensraum, getötet. Das erspart den Tieren Stress – und sorgt so am Ende auch für bessere Fleischqualität.

Rot- & Damwild

Bei unseren Bauern ist Rot- und Damwild das ganze Jahr über draußen. Maximal sieben Muttertiere mit einem Hirsch und Nachwuchs dürfen auf einem Hektar gehalten werden. So können die Tiere artgerecht und wild leben, der Boden wird nicht zu stark abgefressen und gleichzeitig nicht überdüngt.

Bio fängt mit der Ernährung an

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Henrik Staar, Gut Hirschaue, Rietz-Neuendorf Bioland-Mitglied seit 1996

Konventionelle Damwildhaltung

Bioland-Damwildhaltung¹

Gehegegröße

In der Regel ab 1 Hektar.

Bei Bioland mindestens 3 Hektar.

Bestandsdichte

Je nach Bundesland pro Hektar bis

Pro Hektar max. 7 Muttertiere

zu 12 Muttertiere (jeweils mit Kalb

(jeweils mit Kalb und Jährling).

und Jährling) zulässig.

Futter

Keine eigene Futtererzeugung vorgeschrieben.

Stammt überwiegend aus dem eigenen Betrieb. Erlaubt ist nur Biofutter sowie bis zu 10% Eicheln

1

Platz ist für Wildtiere besonders wichtig: Sie brauchen Rückzugsmöglichkeiten! Weniger Tiere = mehr Freiheit, weniger Stress und intakter Boden!

und Kastanien.

Beispiel: Bioland-Richtlinien. EG-Öko-VO regelt die Damwildhaltung bisher nicht.

Zum Vertiefen: www.bioland-tiere.de/Damwild

Vom eigenen Futter bis zur Düngung: Bei Bioland ist ein intakter Nährstoffkreislauf das Ziel!


Hakenschlagen in Bio. Kaninchen sind von Natur aus echte Angst- Alles für die Gesundheit hasen: Taucht ein Feind auf, ergreifen Viel Auslauf und Platz sind wichtig für die Gesundsie die Flucht und verkriechen sich in ihrem heit, denn Kaninchen sind sensible Tiere und Bau. Käfighaltung ist darum bei uns tabu – anfällig für Krankheiten. Bei der Freilandhaltung dafür leben unsere Kaninchen in kleinen werden die Weiden öfter gewechselt, das verhindert Gruppen artgerechter. Erkrankungen. Auch im Stall wird deshalb besonders Platz zum Hoppeln und Verstecken

Kaninchen

Unsere Bauern halten ihre Kaninchen in großzügigen Ställen mit Auslauf oder in Weidegehegen. Hier gibt es Sträucher, Bäume und kleine Höhlen, sie spenden Schatten und Schutz. Werden die Kaninchen in Ställen gehalten, so gibt es genug Platz und Röhren zum Verstecken. Die Tiere können sich frei bewegen und haben viel Auslauf in einem überdachten Außenklimabereich.

auf Sauberkeit und Hygiene geachtet. Dazu gibt es gesunde und artgerechte Ernährung mit Gras, Heu oder Grünfuttersilage.

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Sonja Gehlen-Bremer, Arche-Hof Ibing, Wetter Bioland-Mitglied seit 2002

Kaninchen mit Jungtier in einem hölzernen Rückzugsbereich.

Fütterung

Konventionelle Kaninchenhaltung

Bioland-Kaninchenhaltung

Überwiegend Leistungsfutter.

Abwechslungsreiches Biofutter wie kräuterreiches Gras und Heu oder Grünfutter, zusätzlich frische Gehölze zum Nagen.

Bestandsdichte

Kaninchenhaltung üblicherweise in

Keine Käfige – und viel Platz.

Außenbereich

Kaninchen werden in der Regel nur

Vorgeschrieben. Bei Stallhaltung

im Stall gehalten.

max. 10 kg Lebendgewicht pro m²

engen Käfigen.

Wohlergehen ist wichtiger als schnelles Wachstum -- darum gibt es Holz zum Nagen und Heu für die Verdauung! Hoppeln und Hakenschlagen: Bei Bioland können Kaninchen sich artgerecht bewegen!

Weidefläche; bei Freilandhaltung max. 3,3 kg Lebendgewicht pro m²

Zum Vertiefen: www.bioland-tiere.de/Kaninchen

Weidefläche und bei Weidegang max. 10 kg Lebendgewicht pro m².

Außenflächen sorgen für natürliche Entwicklung -- und gesunde und robuste Tiere!


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Voller Einsatz f端r das Beste.

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Helga Pausch, Bienenhof Pausch, Scheyern Bioland-Mitglied seit 1996


Das wichtigste Nutztier der Bauern Auch wenn eine Honigbiene im DurchEin gesundes Zuhause für gesunden Honig schnitt nur 0,1 Gramm wiegt, würde unsere Die Bioland-Bienen wohnen in einem gesunden Landwirtschaft und Kulturlandschaft ohne Bienenstock aus natürlichem Holz. Für den WetterBienen so nicht möglich sein. Bienen schutz dürfen nur Naturfarben ohne Fungizide oder produzieren nicht nur leckeren Honig, Pestizide verwendet werden. Kunststoff ist nicht sondern sie bestäuben Blüten und machen erlaubt: Weil er Rückstände enthalten könnte und der so den Anbau von Obst und vielen FeldUmwelt schadet. früchten überhaupt erst möglich. Sauer auf die Varroa-Milbe Biene im Anflug! Auch unsere Imker müssen ihre Bienen vor der aus In der Regel ist das Gebiet, in dem ein Bienenvolk nach Nektar und Pollen sucht, 30 Quadratkilometer groß. Unsere Imker wählen den Standort ihrer Bienenstöcke darum sorgfältig aus.

Sauber bleiben Reines Bienenwachs ist der perfekte Honigspeicher und die gesunde Bienenkinderstube. Der Verzicht auf synthetische Medikamente und die Sorgfalt der Bioland-Imker stehen für die hohe Honigqualität und das Wohl unserer Bienen.

Asien eingeschleppten Varroa-Milbe schützen. Zu chemisch-synthetischen Medikamenten greifen Bioland-Imker aber trotzdem nicht. Erlaubt sind nur organische Säuren und diese auch nur in der Zeit, in der kein Honig gesammelt wird. Bioland ist gegen den Einsatz von chemischen Mitteln zur Beruhigung der Bienen und gegen das Beschneiden der Flügel von Bienenköniginnen. Die Einhaltung der Richtlinien werden zusammen mit staatlich zugelassenen Kontrollstellen vom Verband überwacht. Ein Kontrolleur überprüft jedes Jahr die Imkerei, Betriebsbücher und vor allem Bienen, Honig und Wachs.

0,1 g Schwergewicht Konventionelle Bienenhaltung

Bioland-Bienenhaltung

Keine Einschränkung.

Verbot des Anwanderns¹ von konventionellen Intensivobstkulturen, Bioflächen sind zu

Trachtgebiete

Rückstandsrisiko im Honig reduzieren.

bevorzugen.

Varroabekämpfung

Chemisch synthetische Mittel

Nur organische Säuren erlaubt.

Futter zur Überwinterung

Nicht geregelt, alle Zuckerarten

Nur Bioland-Honig oder Biozucker.

zugelassen.

Den Bienen muss ein Teil ihres

zugelassen.

Honigs belassen werden.

Wachs und Waben

Keine Vorgaben, endlose

Altes Wachs wird entfernt und

Wiederverwendung.

durch frisches ersetzt.

1 Anwandern = Transport von Bienenkästen an Standorte, an denen die Bienen Nektar und

Zum Vertiefen:

Pollen sammeln können.

www.bioland-tiere.de/Bienen

Wachs und Honig ohne Rückstände. Gesunde Nahrung -auch für die Bienen! Das unterbricht die Anreicherung von Umweltschadstoffen.


an

Bienen

j端 ng st er Bi ol

Ap ol da M ax Re sc hk e, 20 13 it se d lie M itg d- Im ke r un d

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N端tzlinge

Josef Braun, Biolandhof Braun, Freising Bioland-Mitglied seit 1988

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Fressen für das Gleichgewicht. Von Regenwurm bis Marienkäfer: Auf unseren Höfen leben Helfer, die unscheinbar sind, aber essentiell für das ökologische Gleichgewicht. Sie bestäuben Blumen, verbessern den Boden oder vertilgen Schädlinge – und das ganz natürlich und ohne Chemie. Schädlinge, Nützlinge – eine Frage des Gleichgewichts Bioland-Bauern verfolgen einen ganzheitlichen Ansatz, der Schädlinge als Teil der Natur akzeptiert. Darum versuchen sie nicht, sie mit Chemikalien vollständig von Pflanzen fernzuhalten. Stattdessen kontrollieren sie die Zahl der Schädlinge mit ihren natürlichen Feinden: den Nützlingen. So wird verhindert, dass die Schäden an Nutzpflanzen zu groß werden. Der Vorteil: Es bleiben keine Rückstände an den Pflanzen und die Umwelt wird nicht belastet.

Hand in Hand mit der Natur, egal ob drinnen oder draußen Beim biologischen Pflanzenschutz kann man zwischen Gewächshaus und Freiland unterscheiden. Im Freiland fördern unsere Bauern Nützlinge, indem sie auf Pestizide verzichten, Rückzugsräume für Insekten schaffen genauso wie Brutmöglichkeiten für Vögel. Im Gewächshaus setzen sie oft extra Nützlinge ein: Das sind Insekten, die von spezialisierten Nützlingsfirmen gezüchtet werden.

Der beliebteste Schädlingsregulierer ist der Marienkäfer. Er ernährt sich unter anderem von Blattläusen, einem weit verbreiteten Pflanzenschädling. Bis zu 600 Stück kann eine Marienkäferlarve verdrücken. Hilfe bekommt sie durch die Gallmücke, deren Larven auch Blattläuse fressen, und vor allem auch durch die Florfliege: Ihre Larven ernähren sich nicht nur von Blatt-, sondern auch von Schild- und Schmierläusen. Dazu gibt es eine Vielzahl weiterer Helfer: Schlupfwespen vertilgen die schädliche weiße Fliege, Raubvögel jagen Nager wie Mäuse und Singvögel wie die Meisen verspeisen unterschiedlichste Insekten, die als Schädlinge unterwegs sind.

Vielen Dank für die Blumen: Bestäuber und Bodennützlinge Neben den Schädlingsregulierern gibt es Nützlinge, die essentiell sind für das Wachstum der Pflanzen und das generelle ökologische Gleichgewicht. Auf der einen Seite die Regenwürmer: Sie graben Röhren in den Boden und lockern und durchlüften ihn so. Gleichzeitig reichern sie auch den Humus mit Pflanzennährstoffen an. Für die Landwirtschaft ist der Regenwurm darum unverzichtbar! Ebenso wichtig sind Bestäuber wie Bienen, Hummeln und manche Schmetterlinge: Bei ihrer Suche nach Nektar fliegen sie von Blüte zu Blüte und bestäuben dabei die Pflanzen. Und ohne Bestäubung – keine Frucht! Sie sind also wichtige Dienstleister, ohne die Landwirtschaft und Lebensmittelerzeugung kaum möglich ist.

Der frühe Wurm ... Bioland als Vorreiter: Unsere Bauern waren und sind Vorreiter in der Entwicklung von Nützlingskulturen zum Einsatz gegen Schädlinge.

Heute sind diese natürlichen Methoden so erfolgreich, dass sie auch im konventionellen Garten- und Landbau etabliert und im Einsatz sind.

Zum Vertiefen: www.bioland-tiere.de/Nuetzlinge


Der hohe Fleischkonsum in der westlichen Gesellschaft ist nicht zukunftsfähig – weder für das Klima und die Umwelt, noch für die Gesundheit oder die Zukunft des Planeten und der Menschheit. All dies ist wissenschaftlich unumstritten¹. Mit unserer Wirtschaftsweise möchten wir darum einen Beitrag leisten zum „Weniger ist mehr“: Mehr Wohlergehen für die Tiere! Mehr Qualität im Leben! Mehr Zukunftsfähigkeit für uns Alle! Deshalb sind billiges Fleisch, billige Milch oder billige Eier eine Milchmädchenrechnung, die wir uns nicht leisten können!

1

Wir Bioland-Bauern engagieren uns leidenschaftlich für eine bessere Tierhaltung auf unseren Höfen – Tag für Tag. Wir nutzen unsere Tiere, sie machen unsere Wirtschaftsweise aus und das bringt eine hohe Verantwortung mit sich: Von uns, für die Tiere. Dazu gehört, eine Beziehung zu den Tieren zu haben, um gut mit ihnen zusammen zu leben. Wir haben uns vorgenommen, auch in Zukunft jeden Tag dazuzulernen und unsere Erfahrungen mit Kolleginnen und Kollegen bereitwillig zu teilen. Nur so können wir der Verantwortung für unsere Mitgeschöpfe gerecht werden.

Zum Nachlesen:

www.bund.net/fleischatlas www.dge.de/modules.php?name=News&file=article&sid=413 www.dge.de/modules.php?name=News&file=article&sid=415

Biolandwirtschaft bedeutet zukunftsfähige Landwirtschaft, die nach den Prinzipien der Natur ausgerichtet ist: Mit der Natur und den Tieren – nicht gegen sie. So fördern wir Natur und Art(-Gerechtigkeit) der Tiere.

Bioland-Landbau und Bioland-Tierhaltung

Voller Einsatz für die Zukunft! Im Stall, auf Weide und Acker, in den Regionen, auf nationaler und internationaler Ebene!


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Ges ch채

Das Leitbild der Bioland-Erzeuger und die Bioland-Prinzipien verdeutlichen unseren Anspruch an die Landwirtschaft der Zukunft:

www.bioland-prinzipien.de

Dr. Ste pha nie Fisc hin ger wic klun g, Bio lan d e.V. ftsl eitu ng For sch ung & Ent


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Voller Einsatz f端r das Beste.

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Voller Einsatz für das Beste.

Biola nd Verb and für orga nisch biolo gisch en Land bau e.V.

Überreicht durch:

Kaiserstraße 18, 55116 Mainz Tel 0 61 31-239 79-0 Fax 0 61 31-239 79-27 info@ bioland.de

Herausgeber

Verantwortlich

Druck

Dr. Jan Niessen

www.roeslerdruck.de

Bioland Verband für organisch-biologischen Landbau e.V.

Text

Bilder

Jan Plagge, Jan Niessen,

Sonja Herpich, Melanie Grande,

Kaiserstraße 18, 55116 Mainz

Yvonne Jöhler-Ruhland,

Biohof Hachenburg (S. 12), Zilla

Tel 0 61 31-239 79-0

Christoph Gurk, Martina Merz

Fröhlich (S. 12), Holger Weller (S. 23), Gut Hirschaue (S. 26),

Fax 0 61 31-239 79-27

Konzept & Gestaltung

Sonja Gehlen-Bremer (S. 27),

info @ bioland.de

mërz punkt

Peter Hansen (S. 31), Bioland e.V.

www.bioland.de

umweltorientierte designagentur www.merzpunkt.de

© Bioland e.V.

Gedruckt auf 100 % Recyclingpapier (Blauer Umweltengel)

Stand: Mai 2014

www .biola nd-ti ere.d e www .biola nd.de

Bioland Broschüre - Tierwohl  

Voller Einsatz für bestes Tierwohl! Seit über 40 Jahren setzen wir uns bei Bioland für das beste und möglichst artgerechte Leben der Tiere e...

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