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Ein Qigong der neuen Zeit

dieser Grundlage können wir dem Wesen, das uns gegenübersteht, achtungsvoll begegnen. Dies ist natürlich nicht etwas, was nach einem Kurs und ein wenig Üben erlangt werden kann. Es bedeutet vielmehr, lebenslang zu lernen aus allen Situationen, die uns das Leben bietet. Im Grunde genommen basiert jede spirituelle Entwicklung des Menschen darauf, dass er sein Herz öffnet und die unermessliche Liebe hereinlässt, die der Kosmos für ihn bereithält. Traditionen in aller Welt wissen darum, wie auch um die Wirkung menschlicher Gefühle auf die Gesundheit und das Immunsystem des Körpers, ja auf das ganze Leben. Für die Hopi/Navajo-Indianer zum Beispiel ist es eine grundlegende Angelegenheit, aus dem Herzen zu leben, was für sie auch bedeutet, einfach zu sein. Das tief greifende indianische Medizinrad gibt den Schlüssel hierzu für alle Lebenslagen. In den Lehren der Hopi/Navajo wird Herz mit »süßer Medizin« gleichgesetzt. »Medizin« beinhaltet nach indianischem Verständnis alles, was unsere Beziehung zum »Großen Geheimnis« und zu allem Lebendigen verbessert. Im Herzzentrum sind hier die Qualitäten Fühlen und Teilnahme angesiedelt, es kontrolliert die Emotionen unseres »Herzensgleichgewichts«, führt unseren Sinn für Wissen und vermittelt den Fluss von Energie. In ihrer Beschreibung des feinstofflichen Körpers wird von einem »Herzohr« und einem »Herzauge« gesprochen. Das Herzohr hört die ungesprochenen oder unaussprechlichen Worte anderer. Das Herzauge sieht unsere Ausstrahlung und Vibration sowie die der anderen Wesen. Das erinnert an den französischen Autor Antoine de Saint Exupery, von dem die Worte stammen: »Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.« Die Indianer gehen noch einen Schritt weiter: Um in vollkommener Harmonie mit sich selber zu sein, hat ein bestimmter Punkt im »Lichtkokon« (Energiefeld) des Menschen in größtmöglicher Übereinstimmung mit dem adäquaten Punkt von Großmutter Erde zu sein. Das bestätigt die heutige Wissenschaft mit folgenden Worten: Das Magnetfeld des Herzens hat in der Frequenz in Übereinstimmung zu sein mit dem Magnetfeld der Erde. Neue Forschungsergebnisse weisen auf eine direkte Verbindung zwischen den magnetischen Feldern des menschlichen Herzens und jenen der Erde hin. Gemeinsam mit ihrem verstorbenen Mann Dr. William Van Bise erforschte und entwickelte die Astrophysikerin und Atom-

Taijiquan & Qigong Journal 4-2009

QIGONG wissenschaftlerin Dr. Elizabeth Rauscher ein Messgerät, das feinste Fluktuationen in den Magnetfeldern der Erdatmosphäre misst. Satellitendaten aus dem Jahr 2001 zeigten, dass diese Felder von massenhaft empfundenen menschlichen Emotionen beeinflusst werden. Diese Entdeckungen haben zu der Hypothese geführt, dass die Kommunikation zwischen dem menschlichen Herzen und bestimmten Schichten der Ionosphäre in beide Richtungen verläuft: Das Feld beeinflusst uns und wir beeinflussen das Feld. Das HeartMath-Institut (eine 1991 gegründete gemeinnützige Organisation) hat ein weltweites Projekt ins Leben gerufen, um diese Beziehung zu erforschen: die Initiative Globale Kohärenz. Weitere Infos unter http://www. glcoherence.org« (Gregg Braden, Fractal Time, Koha-Verlag 2009, S. 264)

Energiefeld des Herzens HeartMath hat das Ziel, die Macht menschlicher Gefühle über den Körper und die Rolle dieser Gefühle in unserer Welt zu erforschen. HeartMath konzentrierte sich dabei vor allem auf den Bereich unseres Körpers, wo die Gefühle zu entstehen scheinen: das Herz. Zu den bedeutendsten Erkenntnissen gehört die Dokumentation eines Energiefeldes, das das Herz umgibt und – nach den heutigen Messmöglichkeiten – etwa zwei Meter Durchmesser hat. Dieses Herzfeld ist nicht mit der Aura oder dem Prana zu verwechseln, doch es könnte ein Ausdruck der dem Herzen entspringenden Energie sein. (www.heartmath.org und

»Der Mensch verkörpert die Wahrheit« – mit Shengzhen ist als höchste Wahrheit die bedingungslose Liebe gemeint.

Gregg Braden, Im Einklang mit der göttlichen Matrix, KohaVerlag 2009)

»... die elektrische Kraft des Herz-Signals (EKG) ist bis zu 60-mal stärker als das elektrische Signal des Gehirns (EEG). Das magnetische Feld des Herzens ist sogar 5000-mal stärker als das des Gehirns. Jedes dieser Felder hat die Macht, die Energie von Atomen zu verändern.« (Gregg Braden, Der Realitäts-Code, Koha-Verlag 2009)

Das Herz spielt eine entscheidende Rolle in der Funktion des menschlichen Organismus, der Gesundheit und für das Gefühl von Wohlbefinden. Der Herzrhythmus ist Ausgangspunkt der Informationsströme, die zum menschlichen Gehirn und zum Körper fließen. Positive Gefühle, die zu einem kohärenten (harmonischen) Herzrhythmus führen, haben einen direkten Einfluss auf die Erhöhung der Leistungsfähigkeit. Im kohärenten Zustand arbeiten die Körpersysteme mit einem hohen Maß an Effizienz und Harmonie, wodurch natürliche regenerative Prozesse erleichtert

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Gabriela Moosbauer über Shengzhen Qigong  
Gabriela Moosbauer über Shengzhen Qigong  

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