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» Mit WEITBLICK Jahresbericht 2010 / 11

Herausgeber » BILDUNG & BEGABUNG GEMEINNÜTZIGE GMBH

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PD Dr. Elke Völmicke Heinz Rüdiger Grunewald » REDAKTION

Bildung & Begabung, Abteilung Kommunikation: Andreas Block, Moritz Kralemann, Nina Linnebach, Birgit Lüke » KREATIVKONZEPT UND GESTALTUNG

Ketchum Pleon GmbH, Bonn » BILDNACHWEIS

David Ausserhofer, Andreas Block, Lars Frohmüller, Kay Herschelmann, Michael Herdlein, Dirk Lässig, iStockphoto, Philipp Hertling, Photocase Addicts GmbH, plainpicture GmbH, Standout.de (Akademie Hilden)

» VERÖFFENTLICHUNG

Oktober 2011


» Im NETZ

Bildung & Begabung online

» JahresBERICHT 2010/11

Auf www.bildung-und-begabung.de finden Sie Nachrichten aus unseren Projekten, Informationen aus der Begabungsforschung sowie Veranstaltungstipps, Adressen und Kontakte. Mit unserem Newsletter erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten auch per E-Mail.

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Bildung & Begabung fördert mit seinen Akademien und Wettbewerben jedes Jahr eine viertel Million junge Talente. Jetzt kommen neue Projekte hinzu: Informationsangebote für Eltern und Lehrer oder Förderformate für begabte Jugendliche mit Migrationshintergrund. Bildung & Begabung wird zum Zentrum für Begabungsförderung. Dieser Bericht dokumentiert den Weg dahin.

MIT WEITBLICK.


INHALT

2010 / 11

AUFBRECHEN

FOKUSSIEREN

06 „AUGEN ÖFFNEN“

18 EIN FEST FÜR DIE MATHEMATIK

Bildung & Begabung im Gespräch 08 TALENTE FÜR DEUTSCHLAND

Das Zentrum für Begabungsförderung 10 NEUER ANSTRICH IN NEUEN FARBEN

Aufgefrischtes Corporate Design 12 WENN DIE UNSICHERHEIT VERFLIEGT

Die erste VorbilderAkademie 14 FÜR TALENTE SENSIBILISIEREN

Bildungskongress in Berlin

40 Jahre Bundeswettbewerb – Empfang im Bellevue 20 FÜNF WOCHEN CHINA

Fremdsprachen-Talent berichtet aus Peking 22 VON OVID ZU SHAKESPEARE

Sprachenfest in Magdeburg mit 41 Teams 24 WELTWEIT IM BLICKPUNKT

Rekord für deutsche Mathe-Olympionikin 26 SCHRITTE ZU MEHR MITEINANDER

Fachtagung: Kommunikationsprobleme lösen 28 IM GEPÄCK VIEL ENERGIE

Premiere: Als Kursleiter auf der DSA

FESTIGEN

FORMIEREN

32 BUNDESWEITE MATHEMATIKWETTBEWERBE

54 KURATORIUM

Beratung in Strategie- und Programmfragen

Tätigkeitsbericht 2010 55 GREMIEN 40 BUNDESWETTBEWERB FREMDSPRACHEN

Tätigkeitsbericht 2010

Engagement für die Förderprojekte 62 FINANZBERICHT

Aufwendungen und Erträge 46 DEUTSCHE SCHÜLERAKADEMIE

Tätigkeitsbericht 2010

64 KONTAKTE

Ansprechpartner bei Bildung & Begabung


INHALT 1

» A UFBRECHEN DER AUSBAU ZUM ZENTRUM FÜR BEGABUNGSFÖRDERUNG – UND MEILENSTEINE AUF DEM WEG DAHIN.

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» FESTIGEN AUF BEWÄHRTEM AUFBAUEN: DIE PROJEKTBERICHTE DER WETTBEWERBE UND AKADEMIEN 2010.

2

» FOKUSSIEREN JUBILÄEN UND REKORDE: EINBLICKE IN DEN ARBEITSALLTAG VON BILDUNG & BEGABUNG.

4

» FORMIEREN BILDUNG & BEGABUNG LEBT VOM ENGAGEMENT SEINER EHRENAMTLICHEN. EIN ÜBERBLICK.


AUFBRECHEN FOKUSSIEREN FESTIGEN FORMIEREN

Bildung & Begabung wird seit 2010 zum Zentrum für Begabungsförderung ausgebaut.

EINIGE MEILENSTEINE UNSERER ENTWICKLUNG.


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AUFBRECHEN » Das Zentrum für BEGABUNGSFÖRDERUNG


AUFBRECHEN FOKUSSIEREN FESTIGEN FORMIEREN

„AUGEN ÖFFNEN“

Interview

----- Birgit Lüke

Als Geschäftsführer gestalten Elke Völmicke und Heinz Rüdiger Grunewald den Ausbau von Bildung & Begabung zum Zentrum für Begabungsförderung in Deutschland. Die bewährten Projekte werden weiterentwickelt – neue kommen hinzu. Im Interview sprechen sie über die ersten Etappen auf diesem Weg.

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ELKE VÖLMICKE HEINZ RÜDIGER GRUNEWALD

Frau Völmicke, Bildung & Begabung hat sich neu aufgestellt. Welche Ziele haben Sie?

Was bedeutet Begabung für Sie? ELKE VÖLMICKE: Begabung ist ein schillernder und facetten-

ELKE VÖLMICKE: Mit unseren Aktivitäten möchten wir Ju-

gendliche dazu befähigen, ihre Begabungen auszubilden und entsprechend ihrer individuellen Lern- und Leistungsbereitschaft weiterzuentwickeln. Neben den Hochbegabten schauen wir auf alle Schüler und Schülerinnen, die sich durch eine große Portion Neugier und Motivation auszeichnen. Wir möchten ihnen die Anregungen und Freiräume geben, die sie benötigen, um ihre Talente zu entfalten. Ein weiteres zentrales Ziel von Bildung & Begabung besteht darin, im Bereich der Begabtenförderung für mehr Vernetzung und Transparenz zu sorgen. Der Förderbereich ist sehr dynamisch, es gibt viele Projekte, Angebote und Meinungen. Indem wir alle relevanten Akteure und Informa­ tionen zusammenführen, können wir dazu beitragen, dass sich die Qualität der Begabtenförderung in Deutschland flächendeckend und nachhaltig verbessert. Hierbei ist uns der Austausch mit Praktikern der Begabungsförderung wie auch mit der Begabungsforschung gleichermaßen wichtig. ----Herr Grunewald, welche Themen sind für Sie wichtig? HEINZ RÜDIGER GRUNEWALD: Wir möchten sicherstellen,

dass keine Talente übersehen werden. Deshalb suchen wir sie auch dort, wo viele sie nicht vermuten. So haben es etwa Jugendliche mit einer Zuwanderungsgeschichte oft schwer, sich im deutschen Bildungssystem zurechtzufinden. Für diese Zielgruppe haben wir 2011 die VorbilderAkademie zum ersten Mal angeboten. Bereits zum dritten Mal haben außerdem in Rangsdorf Schülerinnen und Schüler aller Schulformen gemeinsam eine 14-tägige Akademie durchlebt und hierbei nicht nur erste Erfahrungen mit dem forschenden Lernen gesammelt.

reicher Begriff. Im Gebrauch sind diverse Definitionen. Konsens scheint nur insoweit zu bestehen, dass Begabung nicht unmittelbar mit Leistung gleichzusetzen ist. Uns kommt es darauf an, den Einzelnen in die Lage zu versetzen, sein Talent zu ent­ falten und ein besonderes Können aufzubauen. Wir möchten Jugendliche dazu ermuntern, an ihre Fähigkeiten zu glauben und hohe Erwartungen an sich zu stellen. Wir arbeiten also mit einem relativ breit gefassten, offenen Konzept von Begabung, das Fest­legungen vermeidet. Das ist die Grundlage, um sowohl Begabungen zu fördern, die bereits entfaltet und in außerordent­ lichen Leistungen messbar geworden sind, als auch dort aktiv zu werden, wo es zunächst den Mut zum Talent zu fördern gilt. Wir wollen nicht riskieren, dass in unserer Gesellschaft Poten­ ziale brachliegen und verkümmern. ----Wie sehen Sie die Begabungsförderung in Deutschland? Was ist gut, was müsste verbessert werden? HEINZ RÜDIGER GRUNEWALD: Die Begabungsförderung in

Deutschland ist in vielen Bereichen sehr erfolgreich. Zu viele Talente bleiben jedoch nach wie vor unerkannt. Eine Schlüsselrolle haben Eltern, Erzieher und Lehrer. Oft fehlt es ihnen jedoch an Informationen und Erfahrungswerten, um die Entwicklung von Potenzialen frühzeitig anstoßen und fördern zu können. Deshalb brauchen wir eine zentrale Anlaufstelle, die Eltern, Pädagogen und Praktiker bei allen Fragen rund um die Begabtenförderung unterstützt. Genau das will Bildung & Begabung zukünftig leisten. Wir möchten gemeinsam mit allen Beteiligten in Theorie und Praxis die Augen offen halten – und dort, wo es nötig ist, auch Augen öffnen. ----- 07


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TALENTE für Deutschland Globalisierung, demografischer Wandel, Fachkräftemangel: Deutschland braucht viele Talente. Bildung & Begabung findet und fördert sie: eine viertel Million begabte Jugendliche, jedes Jahr. Und das soll erst der Anfang sein.

Text

----- Moritz Kralemann

BILDUNG & BEGABUNG wird zum Zentrum für Begabungs-

VIELFALT ZU FÖRDERN, bedeutet für Bildung & Begabung

förderung. Mit neuen Förderformaten für neue Zielgruppen und vor allem: umfassenden Informationsangeboten, die Eltern, Lehrern und Erziehern helfen, das Potenzial ihrer Schützlinge zu erkennen und gezielt zu entwickeln.

vor allem auch dafür zu sorgen, dass Talente zukünftig über alle sozialen Herkunftsgruppen erkannt und gefördert werden. Daher wird das bisherige Angebot um neue Aktivitäten und Programme erweitert, etwa um spezielle Förderformate für begabte Jugendliche mit Migrationshintergrund.

Bildung & Begabung ist eine Initiative des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft, maßgeblich gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, unterstützt von der Kultusministerkonferenz und einem starken Netzwerk aus Sponsoren, Partnern und Ehrenamtlichen.

Ein zentrales Ziel von Bildung & Begabung ist es, im Bereich der Begabungsförderung für mehr Vernetzung und Transparenz zu sorgen. Bildung & Begabung bereitet Informationen systematisch auf, bündelt Wissen und stellt es allen Interessierten auf ihre Bedürfnisse zugeschnitten zur Verfügung. Im Mittelpunkt „Bildung & Begabung bietet Förderprogramme an, in denen aller Aktivitäten steht ein neues Online-Portal, das Eltern, ErzieSpitzenleistungen gezeigt werden“, sagt Bundespräsident Chris- herinnen und Lehrer über die wichtigsten Fördermöglichkeiten tian Wulff, der Schirmherr von Bildung & Begabung ist. Dazu informiert und im November 2011 gestartet ist. gehören etwa der Bundeswettbewerb Fremdsprachen, die bundesweiten Mathematik-Wettbewerbe oder die Deutsche Schüler- WISSENSCHAFTLER UND PRAKTIKER bringt Bildung & BeAkademie, ganz unterschiedliche Formate für ganz unterschied- gabung zusammen. Neue Forschungsergebnisse werden für die liche Begabungen. Sie alle sind wichtig, denn gerade die Vielfalt Praxis nutzbar gemacht. Tagungen und Workshops geben der der Talente „macht Deutschland zu einem interessanten, lebens- Begabungsförderung neue Impulse. werten und wirtschaftlich erfolgreichen Land“, sagt der Bundespräsident, der im März 2011 die besten Nachwuchsmathema- „Kluge Projekte schaffen es, Lust am Lernen zu vermitteln, und tiker persönlich getroffen hat, darunter auch Lisa Sauermann, zeigen, dass sich Motivation und Engagement auszahlen“, sagt die wenige Monate später bei der Internationalen Mathematik- der Bundespräsident – und lobt gleichzeitig die „Begeisterung“ Olympiade in Amsterdam zur erfolgreichsten Teilnehmerin aller und „Leidenschaft“ der von Bildung & Begabung geförderten Zeiten gekürt wurde. Talente. Das dürfte als Erfolg zu werten sein. 08 -----


WETTBEWERBE -----

LUST AN DER LEISTUNG WECKEN

» D  ie bundesweiten Mathematik-Wettbewerbe und der Bundeswettbewerb Fremdsprachen haben im Förderangebot von Bildung & Begabung die längste Tradition. Ihr Ziel: junge Menschen dazu zu ermuntern, sich neuen Herausforderungen zu stellen, ihre Talente zu erproben und sich untereinander aus­ zu­tauschen. Im Sinne einer effektiven Talentförderung sind als Preise häufig Stipendien, Sprachreisen oder Praktika ausgeschrieben.

AKADEMIEN -----

DEN HORIZONT ERWEITERN

» D  ie Deutsche SchülerAkademie ist ein Projekt mit Vorbildcharakter: Neben ihr sind zum Beispiel die Deutschen JuniorAkademien als Marke in der Begabtenförderung entstanden. Mit der Schulformübergreifenden Akademie und der VorbilderAkademie bietet Bildung & Begabung weitere AkademieProjekte an, die breitere Zielgruppen ansprechen.

INFORMATIONSANGEBOTE -----

WISSEN WIRKSAM WEITERGEBEN

» D  ie Informationsangebote, online und gedruckt, werden als neue Säule der Arbeit von Bildung & Begabung aufgebaut. Eltern, Lehrer und Schüler können sich seit November 2011 in einem neu eingerichteten Informationsportal umfassend über Fördermöglichkeiten, Beratungsstellen und spezielle Angebote für Begabte informieren – wissenschaftlich fundiert und auf dem neuesten Stand der Forschung.

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SEIT MAI 2011 PRÄSENTIERT sich Bildung & Begabung mit in Amsterdam, den Start der Deutschen SchülerAkademie oder

einem neuen Corporate Design und einer neuen Website. Das neue Logo visualisiert den Impuls, den Bildung & Begabung der Talentförderung in Deutschland geben will. Es stärkt die Dachmarke und verbindet Bildung & Begabung mit seinen Projekten, die ebenfalls in das neue Design eingegliedert werden. Die neue Internetseite www.bildung-und-begabung.de stellt Bildung & Begabung als Zentrum für Begabungsförderung vor und informiert über aktuelle Ereignisse – ob über Lisa Sauermanns Rekord bei der Internationalen Mathematik-Olympiade 10 -----

die Fachtagung „Perspektive Begabung“. Weitere Inhalte wie Interviews mit Experten der Begabungsforschung, Fotoalben der Preisverleihungen oder Stipendiaten-Blogs machen die neue Website zu einem Ort, an dem es vieles zu entdecken gibt. Hinzu kommt ein umfangreiches Online-Informationsangebot, das die wichtigsten Informationen zur Begabtenförderung bündelt. Eltern, Lehrerinnen und Schüler gelangen mit wenigen Klicks zu Ansprechpartnern, Literatur, Förderformaten oder Informationen über Stipendien. Auch die Projekte – wie zum


Neuer Anstrich in

NEUEN FARBEN

Text

----- Birgit Lüke

Aufgefrischtes Erscheinungsbild, mehr Sichtbarkeit: Bildung & Begabung hat sein Corporate Design runderneuert und die Öffentlichkeitsarbeit verstärkt.

Beispiel der Bundeswettbewerb Fremdsprachen – haben inzwischen einen neuen Anstrich bekommen. Die Seite www.bundes wettbewerb-fremdsprachen.de gehört optisch zur Markenfamilie Bildung & Begabung, spricht jedoch durch ihr Design insbesondere auch Schüler an.

nachrichten bei n-tv geschafft. Hinzu kommen Radiobeiträge, die die einzelnen Projekte von Bildung & Begabung auch tiefergehend beleuchten. So ist etwa zum Sprachenfest in Magdeburg beim MDR eine Radioreportage entstanden, die Teilnehmer, Lehrer und Organisatoren von ihrer Motivation erzählen lässt; der Deutschlandfunk hat in einer Sendung über „Sommer-ProNEBEN DER ONLINE-KOMMUNIKATION ist auch die Pres- gramme an Universitäten“ unter dem Titel „Sommerakademie searbeit professionalisiert worden. In der ersten Jahreshälfte für Hochbegabte“ ausführlich über die Multinationale Akademie 2011 konnte Bildung & Begabung 698 Millionen Leserkontakte Torgelow berichtet. in Printmedien (ohne Fachmagzine und Online-Medien) generieren. Überregionale Zeitungen und Magazine wie ZEIT, Focus, SOCIAL-MEDIA-ANGEBOTE wie Facebook und Twitter erSüddeutsche oder FAZ berichteten über Bildung & Begabung, möglichen es Bildung & Begabung, Nachrichten schnell zu seine Projekte oder herausragende Teilnehmer. verbreiten, sich mit anderen Institutionen zu vernetzen und in einen Dialog mit den Zielgruppen zu treten. Eine steigende Zahl Deutlich erhöht hat sich auch die Zahl der Hörfunk- und Fern- von Internetnutzern interessiert sich für diese Angebote – inssehbeiträge. 2011 waren allein bei der Deutschen SchülerAkade- gesamt erreichten die Social-Media-Angebote im Oktober 2011 mie Fernsehteams von NDR, RTL und SWR zu Gast. Tausende etwa 1.000 Freunde und Follower. Fernsehzuschauer konnten sehen, wie ein Tag an der Akademie abläuft – und wie groß die Kreativität bei den Teilnehmern ist. Social Media, Links zu Artikeln und Ansprechpartner: Lisa Sauermanns Weltrekord bei der IMO hat es in die Abend» www.bildung-und-begabung.de/presse ----- 11


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Wenn die Unsicherheit

VERFLIEGT Junge Menschen mit Zuwanderungsgeschichte können im deutschen Bildungssystem ihr Potenzial oft nicht voll entfalten. Mit der VorbilderAkademie will Bildung & Begabung sie gezielt fördern. Ein Besuch auf der ersten Akademie im September 2011.

JALINI HAT SCHON OFT daran gedacht, Medizin zu studieren.

Ihre Eltern sind einst aus Sri Lanka nach Deutschland gekommen. Sie gehört zu Beginn der Akademie zu den zurückhaltenden Jugendlichen, beeindruckt die Kursleiter aber schnell mit ihren präzisen Wortmeldungen. Am Ende, nach sieben Tagen Akademie im Schullandheim Steinbach am Wald, sagt sie: „Ich habe immer gedacht, dass ein Medizinstudium für Ausländer oder Menschen mit Migrationshintergrund unmöglich wäre. Jetzt weiß ich: Das stimmt überhaupt nicht.“ Wie kann ich Bildungschancen in Deutschland nutzen, mein Potenzial entfalten, Hindernisse überwinden? An welchen Vorbildern kann ich mich orientieren? Und kann ich selbst Vorbild werden? Mit der ersten 12 -----

Text

----- Andreas Block

VorbilderAkademie in Steinbach am Wald (Bayern) hat Bildung & Begabung diese Fragen in den Fokus gerückt – und gezielt talentierte Jugendliche mit Zuwanderungsgeschichte angesprochen. Die Schulform war bei der Auswahl der 30 Schülerinnen und Schüler der neunten und zehnten Klasse nicht maßgeblich. Dafür aber Neugier, Motivation. Und die Idee, Jugendlichen, deren Familien noch nicht seit Generationen in Deutschland leben, den entscheidenden Anschub für eine erfolgreiche Bildungslaufbahn zu geben. EINER DIESER JUNGEN Leute heißt Bischan, seine Eltern

kommen aus Afghanistan. Nach dem Abi­tur will auch er Medizin studieren. Daran habe er vorher schon gedacht, sagt er am letzten Tag der VorbilderAkademie. Jetzt sei die letzte Unsicherheit verflogen. Seine Chemie-Lehrerin hatte ihn auf die Akademie aufmerksam gemacht. Mit zwei Schulfreunden hat sich Bischan dann beworben. „Es war auch ein bisschen eine Trotzreaktion auf die Sarrazin-Debatte“, sagt er und muss schmunzeln. „Wir wollten zeigen, dass wir auch etwas können.“ Junge Menschen mit Zuwanderungsgeschichte tun sich im deutschen Bildungssystem immer noch schwer. Sie beginnen zum Beispiel unterdurchschnittlich oft ein Studium. Dabei ist die Einstellung der Jugendlichen zu Schule und Lernen eigentlich sehr positiv. Der Bildungsforscher Carsten Rohlfs hat 1.700 Schüler in Bremen befragt. Das Resultat: Jugendliche, deren Eltern oder die selbst aus einem anderen Land nach Deutschland gekommen sind, zeigen oft mehr Freude am Lernen als ihre Klassenkameraden. „Wir sind uns sicher, dass hier ein riesiges Potenzial schlummert – bislang aber wenig beachtet von der Begabungsförderung“, sagt Ulrike Leikhof, die die Akademie bei Bildung & Begabung entwickelt hat. In die Konzeptionsphase ist sie mit einem Workshop gestartet, der Experten aus der Bildungsarbeit zusammengebracht hat. Das Netzwerk soll die Akademie weiter beratend unterstützen.


Foto ----- Michael Herdlein Jakob, der 1999 aus Kasachstan nach Deutschland gekommen ist, übt im Rhetorik-Workshop das Präsentieren vor der Gruppe

JURA, WIRTSCHAFT und Medizin/Chemie: Studenten oder Absolventen dieser Fächer haben die drei Kurse

auf der VorbilderAkademie geleitet. Dazu hat das Team Workshops angeboten, aus denen die Teilnehmer zum Beispiel rhetorisches Know-how mitnehmen konnten. Besuch bekam die Akademie von Schriftsteller Deniz Utlu, der in Berlin das Gesellschaftsmagazin „Freitext“ herausgibt. In Steinbach sind einige der Jugendlichen überrascht, dass ein Schriftsteller ein Studium der Volkswirtschaftslehre absolviert hat. „Ihr solltet euren Weg mit Leidenschaft gehen. Dann ist zum Beispiel das Studienfach gar nicht so entscheidend“, sagt Utlu. Was hat eine Woche VorbilderAkademie mit den Teilnehmern gemacht? Bischan überlegt eine Weile. „Ich glaube, dass ich Selbstbewusstsein gewonnen habe. Weil ich weiß, dass ich mit so vielen talentierten Leuten mit unterschiedlichen Geschichten zusammen war. Und wir uns etwas erarbeitet haben.“ Dann erzählt er noch, dass er in der neuen Saison Kapitän seiner Fußballmannschaft werden möchte. Das sei schließlich auch eine kleine Vorbildfunktion. ----- 13


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Für Talente

SENSI-­ BILISIEREN Text

----- Angela von Wietersheim

Wie können wir Bildungserfolg von sozialer Herkunft entkop­ peln? Diese Frage stand beim Bildungskongress in Berlin im Fokus, bei dem sich Bildung & Begabung zum ersten Mal rund­ um erneuert präsentierte.

2011 hatten Bildung & Begabung und die Bundeszentrale für politische Bildung eingeladen. In Vorträgen, Podiumsdiskussionen und Foren beleuchteten Experten die Gestaltung des Bildungssystems und zentrale Aspekte der Begabungsförderung. „DIE HEUTIGE GENERATION ist die formal bestgebildete“,

sagte PISA-Experte Jürgen Baumert in seinem Eröffnungsvortrag über die Situation des deutschen Bildungssystems. „Trotzdem verlassen rund 20 Prozent einer Alterskohorte das Bildungssys­ tem ohne abgeschlossene Berufsausbildung.“ Anschließend diskutierte er mit Bildungssenator Jürgen Zöllner, der Expertin für frühkindliche Bildung Raingard Knauer und der Schulleiterin der Bielefelder Laborschule Susanne Thurn über Gründe und mögliche Perspektiven für eine chancengerechtere Bildung in Deutschland. So sehr die Meinungen über das Schulsystem oder längeres gemeinsames Lernen auseinandergingen, in einem war man sich „BEFÄHIGEN, NICHT BEMUTTERN“: So knapp und präzise einig: Eine frühe und nachhaltige Förderung ist entscheidend. brachte es Margrit Stamm auf den Punkt. 300 Bildungspraktiker, Pädagogen, Eltern, Wissenschaftler und Politiker hatten sich in IN VERSCHIEDENEN FOREN ging es anschließend um praxis­ Berlin getroffen, um zu erörtern, wie Jugendliche aller gesell- nahe Themen wie die Ganztagsschule, die Rolle der Kitas als schaftlichen Schichten künftig einen erfolgreichen Bildungsweg mögliche Weichensteller für die Bildungsgerechtigkeit oder die absolvieren können. Zum Kongress „Chancen eröffnen – Bega- Übergänge von der Schule in den Beruf. Im Fokus aller an der bungen fördern: Bildung gerecht gestalten“ am 19. und 20. Mai Begabungsförderung besonders Interessierten stand das von Jan-

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Fotos ----- Kay Herschelmann Diskussionen beim Kongress: Im Podium im Berliner Umweltforum (l.) und beim „Speed Dating“ (r.), das den Teilnehmern die Chance bot, neue Kollegen und Institutionen kennenzulernen

Martin Wiarda („DIE ZEIT“) moderierte Forum „Die unentdeckten Talente: Was uns die Bildungsforschung lehrt“. Studien haben gezeigt, dass Schülerinnen und Schüler in Deutschland, die einen Schultyp unterhalb ihrer kognitiven Fähigkeiten besuchen, überdurchschnittlich häufig aus den sogenannten bildungsfernen Schichten kommen. Das Forum ging der Frage nach, wie begabte Jugendliche über alle sozialen Schichten hinweg besser erkannt, für ihr Talent sensibilisiert und in ihrer Lernmotivation gefördert werden könnten.

motivation jedoch auch erhalten bleibe, müsse Schule sinnstiftendes Lernen und Partizipationsmöglichkeiten eröffnen. AUCH MARGRIT STAMM (Universität Fribourg in der Schweiz)

setzte sich für einen Perspektivwechsel im Bildungssystem ein: „Nur jeder zehnte Stipendiat kommt aus einer niedrigen sozialen Schicht.“ Ein ethnozentrischer Blick auf Begabung, die gängigen Praktiken der Identifikation sowie unbewusste Einstellungen und Werthaltungen von Lehrern und Schulen führten dazu, dass Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund immer noch „LEHRER LERNEN zu wenig über das Entdecken und För- zu selten in Begabtenförderprogrammen vertreten seien. In die dern von Talenten“, sagte Franzis Preckel (Universität Trier) in Pflicht nahm sie dabei aber auch das familiäre Umfeld. ihrem Vortrag. „Sie unterscheiden nicht zwischen Leistung und Potenzial. Hochbegabte, die keine Leistung zeigen, werden von Franzis Preckel wies darauf hin: „Studienförderung ist LeistungsLehrern nicht erkannt“, so Preckel. „Sie neigen dazu, Kinder aus förderung, keine Begabtenförderung.“ Einigkeit bestand auf dem ­höheren Schichten zu überschätzen – und umgekehrt.“ Auch Podium darin, dass Begabungsförderung und Förderung von Carsten Rohlfs (Universität Jena) forderte: „Schule muss ver­ leistungsschwächeren Schülern nicht gegeneinander ausgespielt deckte Mechanismen der individuellen Diskriminierung reflek- werden dürften. Jedes Kind habe das Recht auf individuelle Förtieren und aufdecken.“ In dem Bericht über seine Studie „Brenn- derung. Und Franzis Preckel schloss mit dem nachdrücklichen – punktschulen im Fokus: Lernmotivation und Lernerfolge“ wies und mit allgemeiner Erleichterung aufgenommenen – Hinweis, er darauf hin, dass Schüler mit Migrationshintergrund häufig dass Begabte schließlich ganz normale Kinder seien: „Die meissogar günstigere Bildungseinstellungen hätten als Jugendliche ten Hochbegabten sind gesund, fröhlich, erfolgreich, integriert ohne Migrationshintergrund. Damit eine zunächst hohe Lern- und leben länger!“ ----- 15


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Ob ein Erfolg auf internationalem Niveau oder ein Besuch im Schloss Bellevue:

AUF DIE PROJEKTE VON BILDUNG & BEGABUNG LOHNT EIN ZWEITER BLICK.


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FOKUSSIEREN » Das waren 2010 UND 2011


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Ein Fest für die

Text

----- Andreas Block

MATHEMATIK 40 Jahre Bundeswettbewerb Mathematik: Viele prominente Mathematiker und Förderer haben im März 2011 in Berlin zum Geburtstag gratuliert. Bundespräsident Christian Wulff, Schirmherr von Bildung & Begabung, empfing die Sieger des Jubiläumsjahres im Schloss Bellevue. 18 -----

DAS SCHLOSS BELLEVUE hat schon viele wichtige Gäste

gesehen. Eher selten sind Tiere mit orangefarbenem Fell, weißer Nase und schwarzen Streifen zu Gast. Deshalb musste sich Bundespräsident Christian Wulff direkt erkundigen, was es mit dem Plüschtier auf sich hat, das die jungen Mathematiker mitgebracht hatten. Die Schülerinnen und Schüler klärten ihn auf: Die „Mathematigerin“ sei das Maskottchen des deutschen Teams der Internationalen Mathematik-Olympiade. Und ein Maskottchen kommt natürlich überall mit hin – auch ins Schloss Bellevue. Als Schirmherr von Bildung & Begabung hatte der Bundesprä­ sident die 17 besten deutschen Nachwuchs-Mathematiker am 29. März 2011 empfangen. Sie hatten den Bundeswettbewerb Mathematik 2010 gewonnen – und waren damit Bundessieger im 40. Wettbewerbsjahr. Da einige der jungen Leute kurz vor ihren letzten Abiturprüfungen standen, waren die Zukunftspläne ein großes Thema im Gespräch mit Christian Wulff. Auslandserfahrung sei heute sehr wichtig, sagte der Bundespräsident. Er hoffe aber, dass auf lange Sicht viele Bundessieger ihre Talente in Wissenschaft oder Industrie in Deutschland einbringen würden.


Fotos ----- Dirk Lässig Im Bellevue: Bundespräsident Christian Wulff nahm sich fast eine Stunde Zeit für die Mathe-Talente, die anschließend noch das Schloss besichtigen durften

Die Aussichten für begabte Mathematiker seien gut. „Mathema- EINER DIESER EXZELLENTEN Mathematiker ist ganz sicher tik ist in unserem Alltag kaum sichtbar, aber sie ist allgegen­ Gerd Faltings, der einzige deutsche Träger der renommierten wärtig. Ohne Mathematik geht es nicht“, sagte Christian Wulff. Fields-Medaille, des „Nobelpreises für Mathematiker“. Faltings gehörte 1970 zu den ersten Preisträgern des Bundeswettbewerbs DER BESUCH im Schloss Bellevue war Höhepunkt und Ab- Mathematik. Heute ist er Direktor des Max-Planck-Instituts für schluss der 40. Wettbewerbsrunde – und ein Teil der Geburts- Mathematik in Bonn. In Berlin beschrieb Faltings, wie er schon tagsfeier des Bundeswettbewerbs Mathematik in Berlin. Unter damals an mathematischen Problemen gearbeitet hat: „Mathedem Slogan „Zahlen bitte! – Warum wir mehr Mathematik brau- matik findet nicht nur am Schreibtisch statt. Gute Ideen komchen“ hatte der Bundeswettbewerb außerdem zum Jubiläums- men auch in der Straßenbahn oder beim Spazierengehen.“ Symposium ins Deutsche Bank Forum geladen. 150 Gäste feierten mit, darunter Klaus Kinkel, Vorsitzender der Deutsche Nach seinem mathematischen Lieblingsgebiet gefragt, verriet er: Telekom Stiftung. „Der Bundeswettbewerb hat immer wieder 40 Jahre nach seinem Sieg beim Bundeswettbewerb gelte seine ­exzellente Mathematiker hervorgebracht und gefördert“, sagte Liebe vor allem der theoretischen Mathematik, weniger aber der der frühere Außenminister der Bundesrepublik Deutschland, Geometrie. Faltings gratulierte den 17 aktuellen Bundessiegern der heute besonders die Nachwuchsförderung in den MINT- genauso wie der Berliner Mathematik-Professor Günter M. ZiegFächern zu seinem Thema macht. ler – ebenfalls früherer Sieger des Bundeswettbewerbs.

GÄSTELISTE ----- GRATULANTEN BEIM JUBILÄUMS-SYMPOSIUM » Klaus  Kinkel (Deutsche Telekom Stiftung, Bundesminister a. D.), Andreas Schlüter (Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft), Susanna Schmidt (Bundesministerium für Bildung und Forschung), Günter M. Ziegler (FU Berlin), Gerd Faltings (Max-Planck-Institut für Mathematik), Albrecht Beutels­ pacher (Universität Gießen), Laszlo Hrabovszki (Generali Deutschland Holding AG), Heinz-Elmar Tenorth (HU Berlin), Gernot Stroth (Universität Halle-Wittenberg), Johannes Friedemann (Stiftung Rechnen) und viele mehr.

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5

Text

----- Philipp Hertling

WOCHEN CHINA Ab in den Osten: Philipp Hertling aus Aarbergen in Hessen hat im November 2010 den Ostasienwettbewerb im Bundeswettbewerb Fremdsprachen gewonnen – und damit ein Stipendium für einen Sprachkurs in Peking. In der chinesischen Hauptstadt konnte er im Juni und Juli 2011 seine Chinesisch-Kenntnisse weiter verbessern. Für Bildung & Begabung und im „Wiesbadener Tageblatt“ hat er über das Uni-Leben in Peking geschrieben. Hier veröffentlichen wir Auszüge aus seinem Reisetagebuch.

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Tiananmen-Platz: Monumental erinnert die Kommunistische Partei Chinas an ihre Gründung vor 90 Jahren – Philipp Hertling war dabei

DIE ANKUNFT

DIE REGENSCHIRME

„Einen Tag nach meinem Abiball versende ich noch letzte SMS an meine Mitschüler: ‚Sitze schon im Flugzeug.‘ Gespannt auf die nächsten Wochen, mache ich es mir so gemütlich, wie es in einem Flugzeug geht. Nach neuneinhalb Stunden Flug komme ich in Peking an. Am Flughafen werde ich von Yuchen Li empfangen, die mit einem Zettel mit meinem Namen auf mich wartet. Sie ist Germanistikstudentin und hilft mir beim Einschreiben an der BLCU (Beijing Language and Culture University).“

„Gegen Ende meiner Zeit in Peking besuche ich die Verbotene Stadt. An diesem Morgen herrscht dort ein unglaubliches Gedränge – und das bei 35 Grad. Da die Sonne stark durch den Großstadt-Dunst scheint, haben alle Chinesen als Sonnenschutz ihren Regenschirm aufgespannt. Die meisten Schirme sind mit glitzernden Blumenmustern verziert. Weiße, nicht gebräunte Haut entspricht dem chinesischen Schönheitsideal, weshalb sich vor allem Frauen vor der Sonne schützen.

----DER SPRACHKURS

„Im Sprachkurs haben wir nach einer Woche vier von zehn Lektionen hinter uns. Unser Lehrbuch hat den verlockenden Namen ‚Chinese in 10 days‘, was wohl voraussetzt, dass man auch zehn Stunden am Tag lernen muss ... Da wir jeden Tag von acht bis zwölf Uhr Unterricht haben, dauert der Sprachkurs dementsprechend zwanzig Tage. Der Kurs ist anspruchsvoll, macht aber viel Spaß. Im Kurs sind Studenten aus vielen verschiedenen Ländern, in den Pausen unterhalten wir uns daher oft auf Englisch.“

Beim Verlassen der Verbotenen Stadt wollen einige Chinesen ein Foto mit mir machen. Daran gewöhnt man sich als Ausländer recht schnell. Viele Eltern wollen ihre Kinder gerne zusammen mit ‚Langnasen‘ auf einem Foto sehen.“ ----DER ABSCHIED

„Am Montagmorgen haben wir zwei Stunden Zeit, um zu zeigen, was wir im Sprachkurs gelernt haben. In der Prüfung müssen wir Lückentexte ausfüllen und Sätze vervollständigen. Die eigentlich nicht so anspruchsvollen Aufgaben werden durch den Umstand erschwert, dass wir ohne Pinyin auskommen müssen. ----Pinyin ist die phonetische Umschrift der chinesischen SchriftzeiDAS MENSA-ESSEN chen, die man für jedes Zeichen auswendig lernen muss, damit man es lesen und aussprechen kann. ‚Kaoshi‘ ist zum Beispiel die „Obwohl es in Peking nur so von westlichen Fast-Food-Restau- Pinyin-Umschrift für ‚Prüfung‘. Man braucht Pinyin, da die chirants wimmelt, habe ich mir vorgenommen, in den viereinhalb nesische Sprache kein Alphabet besitzt und man deshalb nicht Wochen so oft Chinesisch zu essen wie möglich. An der Uni gibt vom Zeichen auf seine Aussprache schließen kann. es sieben unterschiedliche kleine Kantinen: Man kann zwischen allen Sorten von Nudelsuppen, Reisgerichten mit verschiedenen Der Test läuft gut – und anschließend bleibt mir noch Zeit, mich Beilagen, gebratenen Nudeln und Fleisch auswählen. Manch- von den vielen neuen Freunden zu verabschieden und letzte mal geht mein Griff aber auch daneben. So zum Beispiel als ich Souvenirs zu kaufen. Wieder zu Hause angekommen, weiß ich, mir Shousiya bestellt habe, was so viel heißt wie ‚handgerupfte was ich in Peking am meisten vermisst habe: die frische Luft!“ Ente‘. Wahrscheinlich hätte dieses Gericht sogar gut geschmeckt – wenn man etwas hätte schmecken können. Denn die Ente war so scharf, dass mein ganzer Mundraum gebrannt hat. Seitdem gehe ich nicht mehr ohne Taschentücher in die Mensa.“ » www.bildung-und-begabung.de/peking-blog ----- 21


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Von Ovid zu

SHAKESPEARE Text

Auch 2011 war das Sprachenfest wieder einer der Höhepunkte des Bundeswettbewerbs Fremdsprachen – 41 Schülergruppen überzeugten in Magdeburg mit Fremdsprachenkenntnissen und Kreativität.

----- Birgit Lüke

In Eigenregie haben die Zehntklässler die Geschichte entworfen, ein Drehbuch geschrieben und Texte und Popsongs übersetzt – vom Englischen ins Lateinische und vom Deutschen ins Lateinische, Englische und Niederländische. Für ihr dreisprachiges Bühnenstück sind sie mit einer Einladung zum Sprachenfest belohnt worden. DAS BUNDESWEITE Sprachenfest ist einer der Höhepunkte

im Bundeswettbewerb Fremdsprachen. Seit 1979 fördert der Wettbewerb junge Menschen, die sich mit fremden Sprachen und Kulturen beschäftigen möchten. Die erfolgreichsten Teams des Gruppenwettbewerbs „Team Schule“, an dem jährlich etwa 1.000 Klassen und AGs teilnehmen, werden eingeladen. Sie haben zuvor aufwendige Medienprodukte in fremden Sprachen gestaltet – und aufgrund der hohen Qualität dieser Beiträge das Qualifikationsticket zur Bundesrunde des Wettbewerbs erhalten. 2011 fand das Sprachenfest vom 6. bis 8. Juni in Magdeburg statt. 41 Teams wetteiferten auf vier Bühnen um die ersten Preise. Gezeigt wurden Filme, Hörspiele, Musicals und Theater­ stücke in Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch, Russisch, Niederländisch, Latein und Altgriechisch.

DUNKLER NEBEL steigt auf. Ovid fällt auf die Knie und fasst

sich an die Stirn. Vor ihm liegen Schriftrollen, hinter ihm prangen die Buchstaben „In Exilio“. Da tritt seine Geliebte Rosa aus dem Dunst hervor. Sie berührt seine Schulter und beide beginnen zu singen: „Quam te amo. That I love you.“

DIE SCHÜLER AUS VOERDE sind nach ihrem Auftritt zu-

frieden. Prognosen wollen sie allerdings nicht wagen. „Das ist schwer einzuschätzen, weil wir die Konkurrenz nicht kennen“, sagt Charlotte alias Rosa. „Wir lassen uns überraschen.“ Bisher haben die Voerder beim Bundeswettbewerb Fremdsprachen nur Ovid und Rosa heißen eigentlich Jan-Moritz und Charlotte. Erfolge eingefahren: Sie stehen bereits zum vierten Mal im FiZusammen mit 13 Mitschülern präsentieren sie beim bundes- nale, dreimal haben sie einen Preis an den Niederrhein geholt. weiten Sprachenfest in Magdeburg das Musical „Morphosis“. In dem Stück lassen die Schüler des Gymnasiums Voerde den römi- Der Weg zum Sieg ist nicht leicht. Die Aufführungen werden schen Dichter Ovid und die Figuren aus seinen Metamorphosen von einer Sprachexperten-Jury und einer Schülerjury bewertet. wiederauferstehen – und zwar nicht im alten Rom, sondern im Um einen Preis zu ergattern, müssen die Gruppen nicht nur sprachlich, sondern auch schauspielerisch und konzeptionell ­Metropolitan Museum in New York. 22 -----


Foto ----- Lars Frohmüller Buntes Bühnenbild: Beim Sprachenfest zählen Kreativität und Sprachfertigkeiten

überzeugen. „Für die Schüler ist die Teilnahme an diesem Wettbewerb eine Herausforderung, bei der sie an ihre Grenzen stoßen. Genau diese Herausforderung suchen sie“, sagt Silke Schepp. Die Lehrerin leitet die AG, in der sich die Voerder Schüler in ihrer Freizeit treffen, um Beiträge für den Bundeswettbewerb Fremdsprachen zu erarbeiten. „Es ist so toll, hier auf der Bühne zu stehen. Das motiviert uns jedes Jahr aufs Neue“, erklärt Charlotte. Im nächsten Jahr sind die meisten von ihnen zu alt für eine Teilnahme. Aber die Seriensieger wissen schon, wie es für sie weitergeht: Sie wollen eine AG gründen, in der sie jüngere Schüler auf den Wettbewerb vorbereiten. Mittwochmorgen, 10.15 Uhr, Hörsaal 5 der Otto-von-Guericke-Universität: 300 Schüler schauen gebannt zum Rednerpult. Der Vorsitzende der Bundesjury beginnt mit der Bekanntgabe der Preisträger. „Der Preis der S-E-T- Studienreisen GmbH geht an ... Voerde!“ Riesenjubel. Charlotte, Jan-Moritz und die anderen haben eine dreitägige Sprachreise nach London gewonnen. Der Ausflug wird sie auf die Spur eines berühmten Dichters führen. Diesmal heißt er allerdings nicht Ovid, sondern William Shakespeare. ----- 23


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WELTWEIT

Text

----- Andreas Block

im Blickpunkt Sie ist jetzt die beste Nachwuchs-Mathematikerin aller Zeiten. Lisa Sauermann aus Dresden hat bei der Internationalen Mathe­ matik-Olympiade (IMO) in Amsterdam ihre fünfte Medaille im fünften Jahr hintereinander gewonnen. Fast genauso anstrengend wie ihre mathematische Höchstleistung: der Medienrummel nach dem Erfolg.

SIE WAR 2007 IN HANOI erfolgreich, 2008 in Madrid, später

in Bremen und in Astana, Kasachstan. Aber Amsterdam, Medaille Nummer fünf, war nun doch etwas Besonderes. Direkt nach der Siegerehrung im RAI-Theater gab Lisa Sauermann die ersten Interviews auf Englisch – natürlich konzentriert und auf den Punkt.

dieser Olympiade größer als sonst, das hat man gemerkt“, sagte Lisa Sauermann in Amsterdam. Aber schon am ersten Klausurtag hatte sie festgestellt: Es läuft gut. Ich bin richtig vorbereitet. Das gesamte deutsche Team war vor der IMO bei ihr in Dresden zu Gast gewesen und hatte sich in den Räumen des MartinAndersen-Nexö-Gymnasiums auf eigene Initiative intensiv auf die Olympiade vorbereitet. Die sechs Mathe-Talente hatten das von Bildung & Begabung organisierte Auswahlverfahren zum deutschen IMO-Team durchlaufen, inklusive Trainings, Klausuren und eines Abschlusskolloquiums im Mathematischen Forschungsinstitut Oberwolfach im Schwarzwald.

Sie gab Antworten auf die Fragen, die ihr oft gestellt wurden in den Wochen vor und nach der Internationalen Mathematik-Olympiade: Woher die große Freude an der Mathematik kommt. Ob sie überhaupt noch trainieren muss – und was sie mit ihrem außergewöhnlichen Talent jetzt anfangen möchte. Am Tag nach der IMO-Preisverleihung waren Artikel auf Englisch, Niederländisch, Spanisch, Hebräisch, Chinesisch und na- NICHT NUR FÜR Lisa Sauermann, auch für die übrigen Olymtürlich auf Deutsch über den Erfolg der Dresdner Abiturientin pioniken hat sich die monatelange Vorbereitung gelohnt. Maim Internet abrufbar. rius Graeber, Achim Krause und Bernhard Reinke gewannen Silber, Michael Schubert und Florian Schweiger erreichten ­ FÜNF IMO-TEILNAHMEN, einmal Silber, viermal Gold, das hat Bronzemedaillen. Das deutsche Team schaffte es damit auf vor ihr noch niemand geschafft. „Der Erwartungsdruck war vor Platz elf der Nationenwertung „Mit ein bisschen Glück, hätte es 24 -----


Foto ----- Andreas Block Goldmedaillen-Gewinnerin Lisa Sauermann beim Interview-Marathon nach der Preisverleihung

für die Top Ten gereicht“, sagte Delegationsleiter Hans-Dietrich Gronau, Mathe-Professor an der Universität Rostock. Ganz an die Spitze schaffte es mit sechs Goldmedaillen China, knapp vor den USA und Singapur.

ausgezeichneten Teilnehmer auf die Bühne. Die Organisatoren hatten einen Lorbeerkranz bereitgelegt. Auch Christian Reiher, Mathematiker und Mitarbeiter an der Uni Rostock, kam auf die Bühne, um zu gratulieren.

DIE IMO GING IM JULI 2011 in Amsterdam in die 52. Auflage.

Reiher hatte Lisa Sauermann und die deutschen Teams in den vergangenen Jahren häufig trainiert – und war vor der Dresdnerin Rekordhalter des weltweiten Schülerwettbewerbs. „Ich freue mich, dass Lisa es geschafft hat. Rekorde sind schließlich dazu da, gebrochen zu werden“, sagte Christian Reiher.

Gronau hat mehr als die Hälfte davon als Teilnehmer, Delega­ tionsleiter und Organisator erlebt. „2011 ist mit Lisas Rekorderfolg der Höhepunkt meiner Karriere“, sagte er. Zweifel, dass sie ihre vierte Goldmedaille erreichen konnte, hatte er nicht. „Dass Lisa dann aber als einzige Teilnehmerin sogar die volle Punktzahl geschafft hat, das ist außergewöhnlich.“ Er würde sich freuen, wenn seine beste Olympionikin auch in Zukunft als Trainerin zur Verfügung stünde. Selbst teilnehmen darf Lisa Sauermann nicht mehr, wenn sie zum Wintersemester 2011/2012 ihr Mathematik-Studium in Bonn aufnimmt. Anderthalb Stunden musste die 18-Jährige auf ihre Ehrung im RAI-Theater warten. Dann durfte Lisa Sauermann als letzte aller

BEVOR LISA SAUERMANN in Amsterdam von der Bühne ge-

hen durfte, musste sie natürlich noch ans Mikrofon. Sie erzählte von ihrem Spaß an der Mathematik und von ihren Studienplänen. Dann erklärte sie, ganz nebenbei, wie sie die schwierigste Aufgabe der IMO 2011 gelöst hatte.

» www.bildung-und-begabung.de/imo2011

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AUSBLICK ----- DIE TAGUNG 2012 DER NAME Paul Watzlawick fehlt in keinem Lehrbuch der » D  en eigenen Lernprozess planen, sich Ziele setzen und sie mit geeigneten Strategien erreichen, Moti­vationstiefs überwinden: Sind das pädagogische Idealvorstellungen oder realitätsnahe Modelle? Das Konzept des selbstregulierten Lernens nimmt die Stärken und Schwächen, die Potenziale und das Tempo der Lernenden in den Blick und berücksichtigt die Vielfalt der Zugänge zum Wissenserwerb. Auf der Studienkonferenz von Bildung & Begabung und Thomas-Morus-Akademie soll ein Austausch darüber angeregt werden, welche Lernstrategien für Schüler und welche Rahmenbedingungen in Schule und Elternhaus eine Rolle spielen, um selbstreguliertes Lernen umsetzen zu können. Die Studienkonferenz „Selbstreguliertes Lernen – Rahmenbedingun­ gen, Chancen und Hindernisse“ findet am 24. und 25. März 2012 in der Thomas-Morus-Akademie Bensberg (bei Köln) statt.

Kommunikationswissenschaft. Seine Theorien hat er in fünf Axiomen gebündelt, eines davon ist auch außerhalb der „Scientific Community“ bekannt geworden: „Man kann nicht nicht kommunizieren.“ Kommunikation ist überall – was die Auseinandersetzung mit ihr so komplex, aber auch so spannend macht. Wenn Lehrer, Eltern und begabte Schüler miteinander sprechen, gelingen diese Gespräche nicht immer. Zu hohe Erwartungshaltungen der Eltern, die große Arbeitsbelastung der Lehrer – das sind nur zwei Gründe für scheiternde Kommunikation. „Barrieren in der Verständigung? Warum sich Eltern, Lehrer und begabte Schüler so oft missverstehen“: Unter diesem Titel haben Experten und 75 Tagungsteilnehmer in Bensberg (Nordrhein-Westfalen) Kommunikationsprobleme analysiert und Lösungsideen erarbeitet. DIE TAGUNG war die zehnte Gemeinschaftsveranstaltung von

Thomas-Morus-Akademie und Bildung & Begabung in den 26 -----


Text ----- Andreas

Block

Schritte zu mehr

MITEINANDER Auf der Tagung von Bildung & Begabung und Thomas-MorusAkademie im Februar 2011 haben Experten gefragt: Wie kann die Kommunikation zwischen Lehrern, Eltern und Schülern verbessert werden?

vergangenen Jahren. Mit den jährlichen Konferenzen vernetzen beide Organisationen Experten, Berater, Lehrer und Eltern, um eine bessere Förderung begabter junger Menschen zu erreichen. Beide Institutionen haben auf diesem Gebiet viel Erfahrung gesammelt: Bildung & Begabung fördert seit 1985 begabte und talentierte Schüler – zum Beispiel mit der Deutschen SchülerAkademie oder den Bundeswettbewerben Fremdsprachen und Mathematik. Seit 2010 wird Bildung & Begabung zum Zentrum für Begabungsförderung ausgebaut und will unter anderem die wissenschaftliche Arbeit zur Begabungs- und Talentförderung verstärken. Die Thomas-Morus-Akademie beschäftigt sich seit mehr als 15 Jahren mit dem Thema Hochbegabung – nur ein Schwerpunkt der Akademiearbeit im pädagogischen Bereich. In den vergangenen Jahren ging es auf den Tagungen um Fragen und Probleme von Underachievement und Akzeleration. MISSVERSTÄNDNISSE zwischen Lehrern, Eltern und begab-

ten Schülern – ein wissenschaftlich noch kaum erforschtes Problem, wie Ernst Hany in seinem Eröffnungsvortrag sagte. Der Psychologe von der Uni Erfurt wies vor allem auf Vorurteile hin, die die Verständigung zwischen diesen Gruppen massiv erschweren können: So zeige eine Studie der amerikanischen Wissenschaftler John Geake und Miraca Gross, dass bei zahlreichen Lehrern das Vorurteil bestehe, begabte Schüler seien sozial nicht integriert. Konkurrenzsituationen in der Klasse könnten problematische Lehrer-Schüler-Verhältnisse noch verschärfen. Auf der anderen Seite könne auch die gut gemeinte Zuschreibung „Du bist hochbegabt“ durch den Lehrer Stress beim Schüler auslösen.

Gibt es Auswege aus diesen Kommunikationsfallen? Ja, sagte Hany und empfahl vor allem Lehrern, „Win-win-Situationen anzustreben“: Von einer gezielten Förderung begabter Schüler profitiere nicht nur der Schüler selbst, sondern der gesamte Unterricht. Schließlich seien die talentierten Schüler oft sehr bereit, Mitschülern zu helfen und den Unterricht voranzubringen. Begabte Jugendliche legten sehr starken Wert auf klare Sprache und nachvollziehbare Argumentationen. „Sie wollen vor allem nicht, dass über ihre Köpfe hinweg diskutiert wird“, sagte Hany. DIESEN EINDRUCK bestätigten viele Tagungsteilnehmer. „Schü-

ler haben oft realistischere Wünsche an die Schule als Eltern“, sagte Beate Sauereisen. Die Lehrerin am Gymnasium Mainz-Gonsenheim, das spezielle Förderklassen für hochbegabte Schüler anbietet, hat deshalb für jeden Schüler mehrmals pro Jahr Einzelgespräche eingerichtet, in denen Erwartungen zur Sprache kommen sollen. Am wenigsten geholfen ist Kindern wohl mit einem Kompetenzgerangel zwischen Eltern und Lehrern: Das war ein Konsens unter den Teilnehmern. „Ein Streit darüber, wer mehr Ahnung hat, führt selten zum Ziel“, sagte Helmut Quitmann, Gründungsleiter der Beratungsstelle besondere Begabung. Förderarbeit am Gymnasium, Beratungsangebote für Eltern, Begabungsförderung im Migrationsumfeld: Die weiteren Themen der Bensberger Tagung waren so vielfältig wie die Fragen aus dem Plenum. Redebedarf besteht also weiterhin. „Das wichtigste ist: Schüler, Eltern und Lehrer reden miteinander, nicht übereinander“, sagte Helmut Quitmann. Einen großen Schritt in diese Richtung sind die T ­ agungsteilnehmer und Experten in Bensberg gegangen. ----- 27


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Im Gepäck

VIEL ENERGIE

Text ----- Jakob

Bierwagen

Vor acht Jahren hat er die Deutsche SchülerAkademie als Teilnehmer erlebt, 2011 hat Jakob Bierwagen zum ersten Mal einen Kurs geleitet. Hier berichtet er über seine Premiere in Braunschweig. 2003 WAR EIN „Supersommer“: Die Temperaturen waren auf

Rekordwerten, die Trockenheit führte zu Tiefstständen am Rhein und die Gletscher in den Alpen schmolzen wie Eis in der Sauna. Zur gleichen Zeit war ich in Braunschweig als Teilnehmer der Deutschen SchülerAkademie im Kurs über Musik und Theologie. Die Kursleiter Frauke und Thomas haben uns durch das Thema dirigiert. Diese zweieinhalb Wochen haben mein Leben 28 -----

verändert. Die Akademieerfahrung hat eine große Energie in mir erzeugt, von der ich noch viele Jahre gezehrt habe, die mich über das letzte Schuljahr gebracht und die ersten Studienjahre beflügelt hat. Auch der Ehemaligenverein CdE hat mir mit den vielen Angeboten und dem „Akademiefeeling“ Kraft und Kreativität gegeben. Die Teilnahme der SchülerAkademie hat mir viele lebenslange Freundschaften und neue Blickwinkel gebracht. ICH HABE MEHR Selbstsicherheit bekommen, was zur Gelas-

senheit bei vielen Dingen im Alltag beigetragen hat. Die Bewunderung für (andere) hervorragende Talente sowie die Toleranz des „Andersseins“ und „Andersdenkens“ – ohne die Diskussionskultur zu untergraben – waren für mich Erfahrungen, die ich nicht missen will. Es waren herausragende Momente, wenn wir fröhlich und geradezu lustvoll miteinander gestritten und diskutiert haben. Der Respekt voreinander ging dabei nie verloren, andere Ansichten wurden akzeptiert. Für mich war es deshalb schon lange ein Anliegen, den nachfolgenden Teilnehmern diese Energie als Kursleiter weiterzugeben. Die Deutsche SchülerAkademie also aus einem zweiten Blickwinkel zu er­ leben, ein bisschen distanzierter und deutlich erwachsener. Die Freude am Lernen und die Möglichkeiten in einem Kurs auf einer Akademie sind einmalig. Dabei war es mir wichtig, den Jugendlichen zu vermitteln, was neben der Schule möglich ist


Fotos ----- DSA; David Ausserhofer Kursleiter Jakob Bierwagen (l.) auf der Deutschen SchülerAkademie im Sommer 2011 in Braunschweig

und was nach der Schule auf sie wartet. Mit dem Abschluss VON DIESER AKADEMIE werde ich viel Lehrerfahrung mit­ meines Chemiestudiums 2009 gab es für mich die Möglichkeit, nehmen, aber auch das Wissen, dass ich mit meiner Co-Leiteaktiv zu werden. rin genau die richtige Person für den Kurs gefunden habe. Wir ­haben uns herrlich ergänzt und blind verstanden. Diese KonstelDoch erst 2011 konnte es konkret werden, da ich einige Vorbe- lation war für mich in dieser Harmonie einmalig. reitungszeit investieren musste. Zum einen musste ich ein passendes Thema finden, das einerseits jenseits des Schulwissens Teamwork funktioniert auch basisdemokratisch, wenn alle an liegt und andererseits für Schüler zugänglich ist. Hier bot sich das Ziel glauben und sich mit gleicher Kraft beteiligen – das ist das Thema der Fluoreszenzmikroskopie an, zumal ich in diesem mein persönliches Fazit der Akademie in Braunschweig. Auch Bereich auch meine Diplomarbeit durchgeführt habe. Zur Vor- würde ich es wieder tun – besonders wegen des Kurs- und Akabereitung gehörte es auch, eine passende Co-Kursleiterin für die demieleiterteams. Hier haben sich sehr unterschiedliche PersönAkademie zu gewinnen – in Corinna Morys-Wortmann habe ich lichkeiten getroffen, die gut zusammengearbeitet haben. letztendlich eine Idealbesetzung gefunden. NACH GENAU ACHT JAHREN war ich wieder in Braunschweig

im CJD. Die Atmosphäre, die man als Teilnehmer wahrnimmt, ist anders als die, die man als Kursleiter registriert – was sicherlich an der reichlich vorhandenen Arbeit liegt, die durch die Kursleitung auf einen wartet. Trotzdem war es eine sehr intensive Zeit, in der sich alles um eine Sache drehte: die Akademie, und genau diese Fixierung macht die Atmosphäre aus. Durch die permanente Auseinandersetzung mit den Teilnehmern und dem komplexen Thema erreicht man in dieser Zeit viel mehr als unter anderen Voraussetzungen.

Jakob Bierwagen ----- 1984 geboren, ist Chemiker und Doktorand am Max-Planck-Institut für biophysika­lische Chemie in Göttingen.

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Erneut hat 2010 eine viertel Million junge Menschen an den Programmen von Bildung & Begabung teilge足nommen.

DIE DETAIL足LIERTEN BERICHTE.


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FESTIGEN » TätigkeitsBERICHTE 2010


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» Bundesweite  MATHEMATIK-WETTBEWERBE

Sie sind die traditionsreichsten mathematischen Schülerwettbewerbe: der Bundeswettbewerb Mathematik und die Mathematik-Olympiaden. Das Förderangebot reicht von der Grundschule bis zum internationalen Spitzenniveau, auf das unter anderem „Jugend trainiert Mathematik“ vorbereitet, gefördert von der Deutsche Telekom Stiftung. Hauptförderer des Bundeswettbewerbs Mathematik ist die Generali Deutschland Holding AG.

BUNDESWETTBEWERB MATHEMATIK

40 Jahre Bundeswettbewerb Mathematik: Vor allem der Abschluss des Wettbewerbslaufs 2010 stand im Zeichen des Jubiläums. Am 29. März 2011 empfing Bundespräsident Christian Wulff die 17 B ­ undessieger im Schloss Bellevue, am Tag zuvor blickten mehr als 150 Gäste im Deutsche Bank ­Forum auf 40 Jahre Bundeswettbewerb Mathematik zurück. Jubiläumsgäste beim Symposium „Zahlen bitte! – Warum wir mehr Mathematik brauchen“ waren unter anderem Klaus Kinkel, V ­ orsitzender der Deutsche Telekom Stiftung, Gerd Faltings, Träger der Fields-Medaille, sowie ­weitere Unterstützer des Bundeswettbewerbs und Mathematiker aus ganz Deutschland.

DER WEG ZUR ENDRUNDE

Der Bundeswettbewerb Mathematik 2010 wurde im Dezember 2009 ausgeschrieben: Insgesamt 3.802 Schulen innerhalb der Bundesrepublik Deutschland erhielten ein Paket mit Ausschreibungsunterlagen, das ein Anschreiben des Vorsitzenden des Beirats des Wettbewerbs, zehn Prospekte, 50 Aufgabenblätter für die erste Runde 2010 und ein Wettbewerbsplakat enthielt. Darüber hinaus wurden die Ausschreibungsunterlagen an 52 deutsche Schulen im Ausland versandt. Einsendeschluss für die erste Runde war der 1. März 2010. Bis zum möglichen Bundessieg standen für die Teilnehmer drei Wettbewerbsrunden an – die ersten beiden Runden waren Hausaufgabenrunden, die Endrunde ein mathematisches Kolloquium. 32 -----


In der ersten Runde waren sowohl Gruppen- als auch Einzelarbeiten möglich. Bei erfolgreichen Gruppenarbeiten qualifizierten sich alle Gruppenmitglieder für die zweite Runde, in der nur noch Einzelarbeiten zugelassen waren (Einsendeschluss: 1. September). Die Endrunde des Bundeswettbewerbs, das Kolloquium, fand am 31. Januar und 1. Februar 2011 im Martin-Niemöller-Haus in Schmitten im Taunus statt.

UNTER DIE LUPE GENOMMEN: DAS KORREKTURVERFAHREN

Ohne ehrenamtliche Mathematiker aus ganz Deutschland könnte der Bundeswettbewerb nicht durchgeführt werden: Allein in der ersten Runde 2010 haben 103 Lehrkräfte als Erstkorrektoren und 22 als Zweitkorrektoren die Lösungsvorschläge unter die Lupe genommen. Jede eingesandte Arbeit durchlief zwei unabhängige Korrekturrunden. Stimmten Erst- und Zweitkorrektor in ihrem Urteil nicht überein, wurde im Rahmen einer Drittkorrektursitzung endgültig über die Bewertung entschieden. Alle Teilnehmer, die es in die Endrunde geschafft haben, haben gezeigt: Sie können komplexe Probleme der Mathematik in schriftlicher Form lösen. Zu einer mathematischen Höchstleistung gehört beim Bundeswettbewerb aber auch die Vermittlungskompetenz – und die Fähigkeit, sich in einem Fachgespräch in kurzer Zeit in ein Problem einzuarbeiten. Eben dieses Fachgespräch war auch 2010 zentraler Programmpunkt der dritten und abschließenden Runde. 32 Schüler und drei Schülerinnen sind beim Kolloquium an den Start gegangen. 17 von ihnen durften sich am Ende Bundessieger nennen. Die Fachgespräche wurden von den 19 Mitgliedern des Auswahlausschusses geleitet, dem Mathematiker aus Schule und Universität angehörten.

TEILNEHMERZAHLEN » 1 .019 Teilnehmer haben 2010 Aufgaben zum Bundeswettbewerb Mathematik eingereicht, davon 223 Schülerinnen. Teilnehmerstärkstes Land war Bayern mit 339 eingereichten Arbeiten. 2011 sind die Zahlen im Vergleich zum Vorjahr angestiegen. Im aktuellen Wettbewerbslauf haben 1.651 Schülerinnen und Schüler Lösungen für die erste Runde eingereicht.

SIEGER DES BUNDESWETTBEWERBS MATHEMATIK 2010 » E  rstmalige Sieger: Dominik Duda (Wiesbaden), Paul Görlach (Schleusingen), Fabian Henneke (Bremen), Kevin Höllring (Nürnberg), Achim Krause (Horb), Malte Leip (Varese/Italien), Markus Penner (Berlin), Danial Sanusi (Bremen). Zweifache Bundessieger: Simon Buchholz (Unna), Jürgen Kanzler (Kempten), Khai Van Tran (Berlin), Mirko Wilde (Münnerstadt). Dreifache Bundessieger: Jens Reinhold (Bielefeld), Stephan Schmid (Böblingen). Vierfache Bundessieger: Fabian Gundlach (Neubiberg), Lisa Li (Münster). Fünffache Bundessiegerin: Lisa Sauermann (Dresden).

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TEILNEHMEN LOHNT SICH: DIE PREISE DES BUNDESWETTBEWERBS

Die Hauptpreisträger des Bundeswettbewerbs standen nach der Endrunde fest. Die erstmaligen Sieger werden, sobald sie ein Studium aufnehmen, in die Studienstiftung des deutschen Volkes auf­genommen – diese Vereinbarung besteht seit 1996. Daneben belohnt der Wettbewerb mathematisches Können auf vielfältige Weise: Die Preisträger der ersten Runde erhielten eine Urkunde, einen Aufkleber und einen USB-Stick mit dem Logo des Bundeswettbewerbs Mathematik. Dieser Sachpreis wurde aus Sponsorenmitteln finanziert. In der zweiten Runde erhielten die Preisträger neben Urkunden Geldpreise von 200 Euro (erster Preis) bis 75 Euro (dritter Preis). Einige besonders junge Preisträger dieser Runde hat Bildung & Begabung eingeladen, am „Pre-College Program“ der Johns Hopkins University in Baltimore (USA) teilzunehmen. Zuwendungen von Stiftungen im Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft haben diesen Preis ermöglicht. Gastgeber der fünf Preisverleihungen im Anschluss an die zweite Runde waren die Boerse Stuttgart Holding GmbH, die SKF GmbH in Schweinfurt, die Landesbank Berlin AG, die Salzgitter AG und die REWE Group in Köln. Die acht erstmaligen Bundessieger 2010 wurden für den Sommer 2011 ins Max-Planck-Institut für Mathematik in Bonn eingeladen. Gerd Faltings, Direktor am Max-Planck-Institut für Mathematik (MPIM), hatte die Einladung bei der Preisverleihung des Bundeswettbewerbs im März persönlich ausgesprochen. Etwa 500 Spitzen-Mathematiker kommen jedes Jahr zum Forschen an das MPIM nach Bonn – im Sommer 2011 waren auch die Bundessieger darunter. Bei ihrem Gastaufenthalt konnten sie eigene Forschungsprojekte verfolgen und mit den Mathematikern aus der ganzen Welt ins Gespräch kommen, über mathematische Probleme, aber auch über Karrierepläne sprechen. Eine große Ehre für die Schüler, denn eigentlich ist ein Doktortitel die Mindestvoraussetzung für einen Aufenthalt am Max-Planck-Institut für Mathematik. Die Kooperation von Bildung & Begabung und dem MPIM soll auch 2012 fortgesetzt werden. Die mehrmaligen Bundessieger wurden mit einem Sonderpreis des Bundesministeriums für Bildung und Forschung ausgezeichnet. Dieser Preis ist gestaffelt – von 200 Euro (zweimaliger Bundessieg) bis zu 2.000 Euro (fünfmaliger Bundessieg oder mehr). Die Deutsche Mathematiker-Vereinigung und Bildung & Begabung stellten für drei Teilnehmer der Endrunde je einen Büchergutschein über 100 Euro als Anerkennungspreis zur Verfügung. Drei ­weitere Teilnehmer durften an der Deutschen SchülerAkademie teilnehmen.

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MATHEMATIK-OLYMPIADEN IN DEUTSCHLAND

Einer der größten Schülerwettbewerbe Deutschlands ist 2010 in die 49. Runde gegangen: die Mathematik-Olympiade. Die Landesbeauftragten der Bundesländer organisieren die ersten drei Stufen der Olympiade. Die vierte Stufe, die Bundesrunde, findet für Schülerinnen und Schüler ab Klasse 8 jährlich zentral in einem anderen Bundesland statt. Träger der Mathematik-Olympiaden in Deutschland ist der Verein Mathematik-Olympiaden e. V. mit Sitz in Rostock (Vorsitzender: Prof. Dr. Jürgen Prestin, Universität zu Lübeck). Die Geschäftsstelle wird von Bildung & Begabung als Kooperationsprojekt mit dem Mathematik-Olympiaden e. V. im Verbund der bundesweiten Mathematik-Wettbewerbe geführt. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert die Geschäftsstelle, die Bundesrunde und die Arbeit des Aufgabenausschusses. Von der Grundschule bis zur Oberstufe: Etwa 213.000 Schüler haben an der 49. MathematikOlympiade teilgenommen. Der Wettbewerb startete im September 2009 mit dem Versand der Aufgaben für die erste Stufe an die Landesbeauftragten. Zielgruppen waren Schülerinnen und Schüler der Klassen 3 bis 13. Das Besondere an der Olympiade: Die Aufgaben sind im Schwierigkeitsgrad an die jeweilige Klassenstufe angepasst. Niedersachsen war Gastgeber der Bundesrunde der Mathematik-Olympiade 2010 – der Höhepunkt des Wettbewerbslaufs fand vom 6. bis 9. Mai in Göttingen statt. Eine echte Großveranstaltung mit 192 Schülern aus allen 16 Bundesländern sowie Dutzenden Betreuern und Korrektoren. Der Wettbewerbsteil der Bundesrunde bestand aus zwei viereinhalbstündigen Klausuren, die am 7. und 8. Mai vormittags stattfanden. In diesen Klausuren waren je drei anspruchsvolle Aufgaben zu lösen. Während ihre Lösungen korrigiert und bewertet wurden, hatten die Teilnehmer bei Ausflügen und Sportveranstaltungen die Möglichkeit, neue Kontakte zu knüpfen.

SIEGER DER BUNDESRUNDE DER MATHEMATIK-OLYMPIADE 2010 » C  hristian Bernert (Bückeburg, Klasse 7), Jonas Wolter (Glückstadt, Klasse 8), Mirko Speth (Bonn, Klasse 8), Robin Fritsch (Lehrte, Klasse 9), Paul Pfeiffer (Mönchengladbach, Klasse 9), Franz Besold (Dresden, Klasse 9), Marius Graeber (Baden-Baden, Klasse 10), Max Phillip Langhof (Magdeburg, Klasse 10), Michael Schubert (Karlsruhe, Klasse 11), Lisa Sauermann (Dresden, Klasse 12), Achim Krause (Horb, Klasse 12).

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JUGEND TRAINIERT MATHEMATIK

Deutschland nimmt seit Jahrzehnten erfolgreich an der Internationalen Mathematik-Olympiade (IMO) teil. Bildung & Begabung als Träger und die Deutsche Telekom Stiftung als Förderer wollen mit „Jugend trainiert Mathematik“ (JuMa) das Auswahlverfahren für die deutsche Mannschaft ergänzen. Talentierte junge Schülerinnen und Schüler sollen mit JuMa an das IMO-Niveau herangeführt werden. Das Programm schließt eine Lücke, denn Fördermöglichkeiten für junge Mathe-Talente sind rar. Mathematische Experten haben das JuMa-Konzept 2007 erarbeitet – 2010 hat Bildung & Begabung „Jugend trainiert Mathematik“ zum vierten Mal angeboten. „Jugend trainiert Mathematik“ wendet sich an Schüler der Klassen 7 bis 10 und besteht aus zwei Bausteinen: Korrespondenzzirkel, „Mathematik per Post“ also, und Seminare – Letztere sind für Teil­nehmer ab Klasse 8 konzipiert. 250 Schüler können bundesweit in einem Jahr mitmachen, jedes Bundesland kann auf der Grundlage der Mathematik-Olympiaden-Ergebnisse Schüler vorschlagen. Das JuMa-Jahr sieht so aus: Im April, Mai und Juni sowie im September, Oktober und November erhalten die Schüler die Korrespondenzbriefe. Jeder Brief befasst sich mit einem speziellen mathematischen Thema. Die ersten Seminare, die von erfahrenen Mathematikern geleitet werden, finden im Juni statt, weitere folgen im Januar. Jahrgangskoordinatoren erstellen die einzelnen Korrespondenzbriefe und koordinieren die Inhalte der Seminare mit den Seminarleitern. Ein Mentor betreut eine Gruppe von je zehn JuMa-Teilnehmern. An ihn senden die Teilnehmer ihre Ausarbeitungen. Zurück kommt ein hoffentlich lehrreiches Paket mit Korrekturbemerkungen und weiterführenden Lösungsvorschlägen. Etwa 85 Prozent der „Jugend trainiert Mathematik“-Teilnehmer arbeiten durchgängig bei Korrespondenzbriefen und Seminaren mit – dieses breite Interesse der Zielgruppe ist auch im vierten Jahr des Förderprogramms wieder deutlich geworden. Damit wurden die Erwartungen der Initiatoren deutlich übertroffen. Mentoren und Dozenten hoben auch 2010 die hohe Konzentration und Ausdauer der Schüler besonders hervor. Offenbar trifft die Mischung aus Korrespondenzbriefen und Seminaren, also aus Hausarbeits- und Präsenzphasen, die Bedürfnisse der Teilnehmenden sehr gut. Die sechs besten Teilnehmerinnen und Teilnehmer von JuMa 2009 aus den Jahrgangsstufen 10 und 11 reisten im September 2010 als Belohnung für ihre ausgezeichneten Leistungen zur 4. Mitteleuropäischen Mathematik-Olympiade (MeMO) nach Strecno in der Slowakei. Im Einzelwettbewerb gewannen die Schüler drei Silber- und drei Bronzemedaillen, im Teamwettbewerb belegten sie den dritten Platz.

INTERNATIONALE MATHEMATIK-OLYMPIADE 2010 (IMO)

Die IMO ist der größte und älteste internationale Schülerwettbewerb – und sicher einer der anspruchsvollsten. Die jeweils sechs besten Nachwuchs-Mathematiker aus 97 Ländern sind vom 2. bis 14. Juli 2010 in Astana, Kasachstan, gegeneinander angetreten. Ein Jahr nachdem die Olympioniken in Bremen zu Gast waren, hat Deutschland in Kasachstan als bestes westeuropäisches Land wieder den Sprung in die Top Ten der inoffiziellen Nationenwertung geschafft. Bildung & Begabung organisiert das Auswahlverfahren für das deutsche IMO-Team. 136 MatheTalente kamen 2010 in die engere Auswahl – sie hatten ihre Fähigkeiten zuvor schon bewiesen und

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in der zweiten Runde des Bundeswettbewerbs Mathematik oder der Bundesrunde der MathematikOlympiaden überzeugt. Am 4. und 11. Dezember 2009 schrieben 107 der 136 potenziellen IMOTeilnehmer zwei Klausuren. Die 16 erfolgreichsten Schüler wurden zu mehreren Seminaren in ganz Deutschland eingeladen – Höhepunkt: das IMO-Auswahlseminar am Mathematischen Forschungsinstitut Oberwolfach. Nach insgesamt sieben Klausuren stand das deutsche Team für die IMO 2010 fest. Alle deutschen Teilnehmer sicherten sich in Astana eine Medaille, für Lisa Sauermann war es bereits die dritte goldene. Eine Besonderheit: Mit Ausnahme von Lisa Sauermann haben alle fünf deutschen Olympioniken an „Jugend trainiert Mathematik“ teilgenommen, dem Vorbereitungsprogramm von Bildung & Begabung und Deutsche Telekom Stiftung. „Jugend trainiert Mathematik“ soll junge, talentierte Schüler an das internationale Spitzenniveau heranführen. 97 Länder waren auf der IMO 2010 in Kasachstan mit ihren Teams vertreten. Im Vergleich zur IMO 2009 in Deutschland fehlten Algerien, Benin, Chile, Liechtenstein, Macao, Mauretanien, Simbabwe, Uruguay und die Vereinigten Arabischen Emirate. Die Elfenbeinküste nahm erstmalig an einer IMO teil und Saudi-Arabien nach einer einjährigen Pause erneut. Kosovo war in Astana mit einem Beobachter vertreten. Zum zweiten Mal in der IMO-Geschichte wurde ein Land disqualifiziert – wie schon 1991 war es das Team aus Nordkorea, bei dem ein Betrugsfall ans Licht kam. Insgesamt erreichten die mehr als 500 Olympioniken 36,1 Prozent aller möglichen Punkte. Die IMO 2010 war damit in etwa so schwer wie in den Jahren zuvor. Die volle Punktzahl (40) erreichte nur ein Schüler aus China. Lisa Sauermann aus Dresden schaffte 36 Punkte – und trug mit ihrer Goldmedaille auch dazu bei, dass es Deutschland wie schon im Vorjahr unter die Top Ten der ­Nationenwertung schaffte.

IMO 2010: MEDAILLENSPIEGEL » China führte 2010 die inoffizielle Nationenwertung – die IMO ist ein Einzelwettbewerb – schon traditionell mit sechs Goldmedaillen an. Es folgten Russland (viermal Gold, zweimal Silber) und die Vereinigten Staaten (dreimal Gold, dreimal Silber). Deutschland lag hinter der Türkei und vor Serbien auf Platz neun von insgesamt 97 Teilnehmerländern.

ERGEBNISSE DES DEUTSCHEN TEAMS » » » » » »

L isa Sauermann aus Dresden: 36 Punkte, Goldmedaille Florian Schweiger aus Marktoberdorf: 23 Punkte, Silbermedaille Fabian Gundlach aus München: 22 Punkte, Silbermedaille Jens Reinhold aus Bielefeld: 21 Punkte, Silbermedaille Michael Schubert aus Stutensee: 19 Punkte, Bronzemedaille Simon Buchholz aus Unna: 17 Punkte, Bronzemedaille

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PLATZ NEUN VON

97

Ländern: die erfolgreiche Bilanz des deutschen Teams bei der Interna­ tionalen Mathematik-Olympiade 2010 in Astana (Kasachstan). Damit war Deutschland vor Italien das bestplatzierte west­ europäische Land.

LISA LI AUS MÜNSTER WURDE 2010 schon

zum vierten Mal Bundessiegerin – und das mit

16

Jahren. Christian Bernert aus Bückeburg war als Siebtklässler der jüngste Gewinner der Bundesrunde der MathematikOlympiaden in Deutschland 2010.

1.019 38 -----

JUNGE LEUTE haben 2010

an der ersten Runde des Bundes­wettbewerbs Mathematik teil­genommen, da­ runter 223 Schülerinnen.


103

MATHEMATIK-LEHRKRÄFTE aus ganz Deutschland

­ aben in der ersten Runde des Bundeswettbewerbs h 2010 als Erstkorrektoren Aufgaben begutachtet.

3

NICHT NUR DIE Bundes­sieger wer­den

belohnt – gute Leis­tungen in der Endrunde honoriert der Bundes­wettbe­werb Mathematik mit Aner­ken­nungs­preisen. So durften drei Teil­neh­mer der End­ runde an der Deutschen SchülerAkademie teilnehmen.

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» Bundeswettbewerb  FREMDSPRACHEN

Der Bundeswettbewerb Fremdsprachen fördert junge Leute, die gerne und gut mit Sprachen umgehen: Schüler aus mehreren Jahrgangsstufen, aber auch Auszubildende können an den Wettbewerben teilnehmen. Mit seinen Preisen, zum Beispiel Stipendien und Sprachreisen, setzt der Bundeswettbewerb auf eine Förderung über das Wettbewerbsfinale hinaus. In ganz Deutschland engagieren sich Lehrer ehrenamtlich für den Wettbewerb, korrigieren Aufgaben und unterstützen Schüler. Hauptförderer des Bundeswettbewerbs Fremdsprachen ist der Cornelsen Verlag.

Der Bundeswettbewerb Fremdsprachen will Teilnehmer zu Höchstleistungen motivieren. Das hohe Niveau der im Wettbewerb tatsächlich erbrachten Leistungen zeigen nicht zuletzt die Preise, die durch Dritte zusätzlich zu den „regulären“ Wettbewerbspreisen gespendet werden: In vielen Bundesländern schreiben zum Beispiel die Kultusminister und Landtagspräsidenten Preise für die besten Teilnehmer in den Wettbewerben der Sekundarstufe I aus. Der Deutsche Altphilologenverband ehrt die besten Schüler in Latein und Altgriechisch. Die wohl begehrtesten Preise des Wettbewerbs führten sehr gute Teilnehmer 2010 nach Baltimore, USA, nach Peking, Italien oder auf die Ruta Quetzal durch Südamerika. Mit diesen Preisen schafft es der Bundeswettbewerb, motivierte und exzellente Teilnehmer über die Endrunde eines Wett­ bewerbs hinaus zu fördern.

WETTBEWERBSKARRIEREN

Von Klasse 5 bis zum Abitur: Die einzelnen Kategorien im Bundeswettbewerb Fremdsprachen bauen aufeinander auf – das Portfolio möchte sprachbegabten jungen Menschen ein durchgängiges Förderangebot machen. Aus einigen Teilnehmerbiografien gehen echte Wettbewerbskarrieren hervor: Schüler, die früh an einem niedrigschwelligen Programm im Bundeswettbewerb Fremdsprachen teilgenommen haben und sich später an den besonders anspruchsvollen Oberstufenwettbewerb wagten. 40 -----


KOOPERATIONEN UND AUSSCHREIBUNGEN

Hauptförderer des Bundeswettbewerbs Fremdsprachen sind das Bundesministerium für Bildung und Forschung und der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft. Das umfassende Angebot des Wettbewerbs kann zudem aber nur aufgrund des erheblichen Engagements der Länder organisiert werden. Die Länder helfen bei der Ausschreibung, werben für die Teilnahme und benennen Landes- und Regionalbeauftragte für die Wettbewerbe der Sekundarstufe I. Die Beauftragten benennen Jurys und richten Landespreisverleihungen aus. Im Herbst 2009 hat die Geschäftsstelle des Bundes­wettbewerbs den einschlägigen Schulen in Deutschland und deutschen Schulen im Ausland Informa­tionen über den Wettbewerb 2010 gesendet. Über www.bundeswettbewerb-fremdsprachen.de waren auch Eigenbewerbungen von Schülern möglich.

MITTELSTUFENWETTBEWERB (EW 1 / EW 2) UND SPRACHENTURNIER

7.996 Schüler der Klassen 8 bis 10 haben sich 2010 für den Mittelstufenwettbewerb angemeldet (2009 waren es 7.605). Tatsächlich teilgenommen haben 6.378 junge Leute – davon 1.706 mit zwei Sprachen. Nach der Online-Anmeldung erhielten alle Teilnehmer Aufgaben zur Vorbereitung auf den zentralen Klausurtermin. Das Aufgabenpaket umfasste auch 2010 einen mündlichen Teil, in dem vor allem Lese- und Präsentationsfähigkeiten gefragt waren. Die Teilnehmer waren darin aufgefordert, ihre Lösungen auf­ zunehmen und den Datenträger zum Klausurtag mitzunehmen. Durch diese Aufgabenstellung möchte der Bundeswettbewerb Fremdsprachen erreichen, dass die Schüler vorbereitet in die schriftlichen Prüfungen gehen – und dass sie den Wettbewerb nicht als singuläres Ereignis erfahren. Am Wettbewerbstag selbst haben die Schüler fünf weitere Aufgaben bearbeitet – zum Beispiel kreative Schreibaufgaben oder eher klassische Tests in Landeskunde und Hörverstehen. Erarbeitet wurden diese von Aufgabenteams, in denen mehr als 50 erfahrene Lehrer mitwirkten, die ihre Expertise und ihre Zeit dem Wettbewerb kostenlos zur Verfügung stellen. Um den Teilnehmern attraktive und aktuelle Aufgaben vorzulegen, ziehen die Teams Materialien aus Zeitungen, Büchern oder Radio­ sendungen aus den Zielsprachenländern heran. Die besten Teilnehmer des Jahres 2010 wurden, meist zusammen mit den Preisträgern des Wettbewerbs „Team Schule“, bei Landespreisverleihungen mit Siegerurkunden und kleinen Geld­ preisen ausgezeichnet. Besonders gute Sieger erhielten einen Bonus für die Teilnahme am Oberstufenwettbewerb. Aus dem Kreis der Landespreisträger wurden auch die Kandidaten für das Sprachenturnier ermittelt: 71 Schüler haben vom 16. bis 19. September in Meißen an der Finalrunde des Mittelstufenwettbewerbs teilgenommen. Beim 12. Sprachenturnier mussten die Teilnehmer anspruchsvolle Aufgaben einzeln und im Team bearbeiten: Sie recherchierten in Meißener Unternehmen und hielten danach eine fremdsprachliche Präsentation, konzipierten ein Theaterstück und führten Fachgespräche mit der Sprachenturnier-Jury.

OBERSTUFENWETTBEWERB (EW 3)

Beim Oberstufenwettbewerb 2010 hatten die Schüler ab Klasse 10 viele Optionen: Aus allen lebenden Staats- und Verkehrssprachen sowie Latein konnten sie zwei Wettbewerbssprachen wählen. Nur Kunst- und Plansprachen waren nicht vorgesehen. Der Oberstufenwettbewerb ist der herausforderndste Wettbewerb im Portfolio: Bis zum Finale warteten vier anstrengende Runden auf die Teilnehmer. Der Wettbewerb begann 2010 mit einer mündlichen Runde, in der die Teilnehmer in beiden Wettbewerbssprachen einen Text zu einem Bild schreiben und diesen dann auf einem ­Datenträger aufnehmen mussten. 2010 bearbeiteten 490 Schüler die Aufgaben der ersten Runde. 2009 waren es 446 Einsendungen. ----- 41


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Nach zwei weiteren Runden mit Kommentar-, Analyse- und Übersetzungsaufgaben sowie Haus­ arbeiten mit wissenschaftspropädeutischem Anspruch haben sich 39 Teilnehmer zur Abschlussrunde vom 13. bis 14. November 2010 in Münster qualifiziert. Diese Endrunde war zweigeteilt: Zum einen mussten jeweils vier Finalisten in einem etwa 40-minütigen Gruppengespräch mit anderen Teilnehmern und Gutachtern über eine These oder ein Bild diskutieren. Dabei spielten gesellschaftliche, politische oder kulturelle Aspekte der Zielsprachenländer eine entscheidende Rolle. Zum ­anderen testeten die ehrenamtlichen Gutachter in Einzelgesprächen das Können der Finalisten. ­Dabei durften die Schüler sich auf bis zu vier Wettbewerbssprachen testen lassen – eine Ausnahme in der vierten, finalen Runde des Oberstufenwettbewerbs. Die Motivation der Finalisten endet selten bereits nach den Einzelgesprächen mit der Jury. So hatten die Schüler auch in Münster die Gelegenheit, an der TOEFL-Zertifikatsprüfung (Test of English as a Foreign Language) teilzunehmen. Außerdem nutzten sie die Chance, in einer Zusatzaufgabe Geldpreise zu gewinnen – und erkundeten die Stadt mit der Filmkamera, indem sie fremdsprachliche Interviews mit Touristen produzierten. Die Finalrunde endete mit dem besten Ergebnis der Wettbewerbsgeschichte: In Anwesenheit von Sylvia Löhrmann, Ministerin für Schule und Weiterbildung in Nordrhein-Westfalen, wurden elf erste Preisträger des Oberstufenwettbewerbs ausgezeichnet. Mit Beginn eines Studiums werden sie in die Studienstiftung des deutschen Volkes aufgenommen. Besonders gute Teilnehmer, die zum Beispiel auch in einzelnen Sprachen glänzten, wurden mit Sonderpreisen ausgezeichnet, die sie unter anderem auf Sprachreisen nach Südamerika, Italien, China oder in die USA führten.

PREISTRÄGER OBERSTUFENWETTBEWERB 2010 » C  ordelia Margaret Burton (Sulingen), Stevan Cirkovic (Weingarten), Sandra Esser (Bad Dürkheim), Anna Goldblat (Erkrath), Nathalie Guevara González (Hanau), Sandra Jedrzejewski (Hamburg), Robin Repnow (Leimen), Jakub Szypulka (Hilden), Katharin Tai (Bramsche), Sophie Terker (Wiesbaden) und Alexander Wentker (Schwielowsee) wurden in November 2010 in Münster für ihre herausragenden Leistungen im Ober­ stufenwettbewerb ausgezeichnet.

OSTASIENWETTBEWERB

Der Ostasienwettbewerb ist als Motivationswettbewerb einzigartig im Portfolio des Bundeswettbewerbs Fremdsprachen. Er will junge Menschen der Jahrgangsstufen 8 bis 13 motivieren, erstes Wissen in den Sprachen Chinesisch und Japanisch zu erlernen. 2010 hatten sich 201 Schülerinnen und Schüler für den Ostasienwettbewerb angemeldet. Tatsächlich schickten davon 28 Schüler für Chinesisch und 38 Schüler für Japanisch ihre Hausarbeit der ersten Runde ein. Die 20 Teilnehmer mit den besten Hausarbeiten wurden zur zweiten Runde eingeladen, bei der sie in Gesprächen mit der Jury die in der Zwischenzeit erworbenen Sprachkenntnisse nachweisen konnten. Die zweite Runde fand 2010 parallel zur Endrunde des Oberstufenwettbewerbs am 13. und 14. November in Münster statt. Die Sieger wurden am 15. November ausgezeichnet. Die Japanisch-Preisträger erhielten Geldpreise bis zu 1.000 Euro, die zwei größten Chinesisch-Talente konnten im Sommer 2011 einen Sprachkurs in Peking besuchen.

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WETTBEWERB „TEAM SCHULE“ UND SPRACHENFEST

Sprachliches Können, aber auch Kreativität und Teamfähigkeit: Das sind Kriterien für eine er­ folgreiche Teilnahme am Wettbewerb „Team Schule“, dem Gruppenwettbewerb für die Sekun­ darstufe I. Gemessen an den Teilnehmerzahlen war „Team Schule“ 2010 erneut der größte Wett­ bewerb im gesamten Portfolio: 1.065 Gruppen hatten sich online angemeldet, 727 Gruppen nahmen schließlich teil. Bei einer angenommenen durchschnittlichen Gruppengröße von 15 Schülern ergibt dies eine Zahl von etwa 10.900 Teilnehmern. Jede Gruppe wird von einem Lehrer betreut – die Zusammensetzung der Gruppen war auch 2010 gemischt: Teilgenommen haben ganze Klassen, Arbeitsgemeinschaften oder jahrgangsübergreifende Gruppen. Zugelassen sind alle in der Sekundarstufe I angebotenen Fremdsprachen, besonders häufig werden Englisch, Latein und Französisch gewählt. Einige Gruppen wählen gleich mehrere Fremdsprachen für ihre Beiträge. Mit den Beiträgen müssen die Teilnehmer ihre sprachlichen Fertigkeiten beweisen – die meisten erstellen dazu ein Video. Das Thema ist frei, darf aber nicht auf einer literarischen oder filmischen Vorlage basieren. Die besten Gruppen werden bei Landespreisverleihungen mit Siegerurkunden und zum Teil mit kleinen Geldpreisen ausgezeichnet. Aus dem Kreis der Preisträger wurden 2010 erneut Gruppen für die Teilnahme am Sprachenfest nominiert. Das 19. Sprachenfest des Bundeswettbewerbs Fremdsprachen mit mehr als 300 Teilnehmern fand in Zusammenarbeit mit dem Land Bremen vom 17. bis 19. Juni am Alten Gymnasium in Bremen statt. Die Schirmherrschaft hatte die Bremer Bildungssenatorin Renate Jürgens-Pieper übernommen.

WETTBEWERB „TEAM BERUF“

Der Wettbewerb „Team Beruf“ richtet sich an Auszubildende und Schüler beruflicher Schulen, die er fit machen möchte für einen Berufsalltag, in dem Fremdsprachenkenntnisse sehr wichtig sind. Er wird gesondert ausgeschrieben. 2010 haben sich 166 Gruppen mit maximal zehn Teilnehmern angemeldet. Sie mussten bis Juni 2010 einen mündlichen Beitrag einreichen, typischerweise ein Videofilm in englischer Sprache. Regelmäßig kommen aber auch andere Sprachen und Präsenta­ tionsformen vor, zum Beispiel Hörspiele. Mit ihren Beiträgen haben die Teilnehmer neben den fremdsprachlichen Qualitäten ihre Fähigkeiten in Projektarbeit, Teamfähigkeit und Zeitmanagement ­bewiesen. Das Thema der Beiträge war frei – einzige Bedingungen: die Orientierung am betrieb­ lichen oder schulischen Umfeld und der möglichst realistische Einsatz einer fremden Sprache. In Soest ermittelte die ehrenamtliche Jury aus 100 eingereichten Arbeiten von 688 Teilnehmern die 15 besten Gruppen, die zum Azubi-Turnier vom 9. bis 11. Dezember 2010 an der Jacobs University in Bremen eingeladen wurden. Dort wurden diese 15 Preisträger-Teams mit Geldpreisen ausgezeichnet, aber auch noch mal neu zusammengewürfelt, um an nur zwei Tagen eine fremdsprachliche Präsentation zu erarbeiten. In dieser sollten sie den fiktiven ersten Arbeitstag in der ausländischen Niederlassung ihres Unternehmens szenisch darstellen. Auch hier wurden die besten Beiträge prämiert.

DER EINSTIEG: KREATIVWETTBEWERB » „ Wir schaffen das!“ war das Thema des Kreativwettbewerbs 2010, der junge Leute von Klasse 7 bis 10 zur kreativen Beschäftigung mit Fremdsprachen und zur Teilnahme am Bundeswettbewerb motivieren sollte. Die besten sechs Autoren, die sich mit ihren Geschichten unter 364 Einsendungen durchsetzen konnten, durften als Schülerjury am Sprachenfest 2011 teilnehmen.

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JUNI 2010

SEPTEMBER 2010

Sprachenfest -----

Sprachenturnier -----

Silke Schepp, Lehrerin Gymnasium Voerde

Vincent Pena, Preisträger und Teilnehmer der „Ruta Quetzal“

1

„Ich bin mittlerweile viermal mit meinen Schülern beim Sprachenfest dabei gewesen. Was sie hier leisten, ist wirklich klasse. Es ist so toll zu sehen, wie motiviert und kreativ sie bei der Gestaltung der Beiträge sind. In diesem Jahr haben sie mich schon zu Beginn des Schuljahres mit einer Idee und einem Drehbuch überrascht.

2

„Nachdem ich beim Sprachenturnier 2010 einen der ersten Plätze im Mittelstufenwettbewerb belegt hatte, wurde ich als einziger deutscher Teilnehmer für die ‚Ruta Quetzal‘ nominiert. Die ‚Ruta Quetzal‘ ist eine Expeditionsreise, die mich und etwa 300 andere Jugendliche im Sommer 2011 durch Spanien und Peru geführt hat. Das Besondere: Man ist zu Fuß unterwegs. Die Wanderungen hatten einen für mich völlig ungeahnten Anspruch. Mein ‚Training‘ vor der ‚Ruta‘ war also nicht allzu hilfreich. Dafür gab es einige magische Momente: Wenn uns auf dem Weg die Moral Die Umsetzung ist natürlich für uns alle verließ, tauchten Wasserfälle oder lange Täler vor uns auf. Dann mit viel Arbeit verbunden. Aber es lohnt wurde einem klar, wie viel man schon erreicht hatte. sich immer wieder. Auch 2011 haben wir deshalb wieder mitgemacht. Und dass wir Zuerst war es so, dass die ‚Ausländer‘ sowie die Spanier unter dann in Magdeburg für unseren Auftritt sich blieben. Es war zunächst schwierig für mich, mich da zu auch noch mit einer Reise nach London integrieren, da ich die Lieder, die Witze, die Lebenseinstellung belohnt worden sind, ist der Höhepunkt. nicht kannte und teilweise etwas überfordert war. Doch dank der Das Sprachenfest ist das Schönste, was ich gut durchmischten Gruppen und der offenen Art der meisten bisher als Lehrerin erlebt habe.“ Teilnehmer habe ich schnell echte Freunde gefunden, mit denen ich die schönen wie die unangenehmeren Momente meiner Reise teilen konnte. Es war ein Vorteil, als einziger nicht spanischer Europäer auf der Reise ins kalte Wasser geworfen worden zu sein. Ich halte mit vielen Spaniern, Lateinamerikanern und Portugiesen immer noch Kontakt, was wirklich sehr schön ist.“

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» Der Bundeswettbe-

werb Fremdsprachen 2010: Was ist Teilnehmern und Lehrern in Erinnerung geblieben? NOVEMBER 2010

Finale Oberstufenwettbewerb ----Katharin Tai, erste Preisträgerin

3

4

„Sprache erschließt uns die Welt. Wenn ich mehrere Sprachen beherrsche, bekomme ich auch mehr von der Welt mit – man lernt mehr Menschen und auch mehr Sichtweisen kennen. Ich finde es zum Beispiel sehr spannend zu lesen, wie in der englischen Presse über Deutschland berichtet wird. Bei den Endrunden im Bundeswettbewerb Fremdsprachen habe ich Leute kennengelernt, die das genauso interessant finden. Da konnten wir uns gut austauschen. Im November 2010 konnte ich sowohl beim Oberstufenwettbewerb als auch beim Ostasienwettbewerb gewinnen. Mit dem Preisgeld, das ich beim Bundeswettbewerb Fremdsprachen gewonnen habe, konnte ich meine erste Japan-Reise finanzieren. Ich war mit der Niedersachsen-Delegation der Deutschen Sportjugend in Japan. Wir sind drei Wochen durchs Land gereist und haben vier verschiedene Städte besucht: Nara, Arida, Osaka und Tokio. Ich hab viel über die Menschen und die Kultur gelernt. Auch weil wir die meiste Zeit in Gastfamilien gewohnt haben. Nach meinem Abitur gehe ich für ein Jahr nach Schanghai, um dort einen Freiwilligendienst als Fremdsprachenassistentin zu DEZEMBER 2010 absolvieren. Ich werde die Deutschlehrer in einer Berufsschule bei ihrer Arbeit unterstützen.“ Azubi-Turnier ----Julia Göpfert, Teilnehmerin, ZF Sachs AG

„Für unseren Beitrag beim Wettbewerb ,Team Beruf‘ haben wir uns insgesamt zehnmal getroffen. Die Teamarbeit hat mir sehr gut gefallen, denn ich finde, dass ein besseres Ergebnis herauskommt, wenn mehrere Köpfe ihre Ideen einbringen. Zusätzlich konnte ich meine Sprachkenntnisse vertiefen.“ ----- 45


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» Deutsche  SCHÜLERAKADEMIE

Die Deutsche SchülerAkademie (DSA) bringt motivierte Schülerinnen und Schüler mit den unterschiedlichsten Talenten zusammen. Nach ihrem Vorbild sind weitere Projekte entstanden – etwa die Multinationalen Akademien, gefördert von der Haniel Stiftung, oder die Deutschen JuniorAkademien in Kooperation mit zahlreichen Bundesländern. Die Hauptförderer der DSA sind die Claussen-Simon-Stiftung, die Johs. Kölln Stiftung und die Reuter’sche Stiftung.

Von 1988 bis einschließlich zum Sommer 2010 haben insgesamt 12.127 Schülerinnen und Schüler an 137 Akademieprogrammen teilgenommen. In der Zwischenzeit haben sich manche AkademieStandorte geändert – die Idee hinter der Deutschen SchülerAkademie ist gleich geblieben: Besonders befähigte und motivierte Schüler der beiden Jahrgangsstufen vor dem Abschlussjahrgang leben und arbeiten zusammen mit ihren Kursleitern etwa zweieinhalb Wochen an einem Ort. Eine Schulempfehlung oder eine erfolgreiche Teilnahme an einem intellektuell herausfordernden Wettbewerb ermöglichen es interessierten Schülern, sich für die Deutsche SchülerAkademie zu bewerben. Auch Selbstempfehlungen sind möglich.

DIE DSA – EIN DISZIPLINEN-MIX

Die Teilnehmer werden durch Wissenschaftler, Lehrer oder andere Experten in ein bestimmtes ­Themengebiet eingeführt und lernen auch die Grundregeln wissenschaftlichen Arbeitens kennen. Jede DSA vereint Kursthemen aus verschiedenen Disziplinen der Natur-, Geistes- und Gesellschaftswissenschaften sowie des musischen Bereichs. Kein Kurs soll eine geschlossene Gesellschaft bleiben – verschiedene Programmelemente unterstützen den interdisziplinären Austausch. So schnuppern alle Teilnehmer bei der „Rotation“ auch in die Arbeit anderer Akademiekurse hinein. Die Kursarbeit wird ergänzt durch kulturelle, musikalische, sportliche und soziale Aktivitäten, gestaltet von den Teilnehmern selbst: Auf fast jeder Akademie finden spontan Sprachkurse zusammen. Am Ende jeder Akademie ist die Öffentlichkeit zu einem Konzert eingeladen – das Programm studieren die Schüler erst auf der Akademie ein. 46 -----


STANDORTE IN GANZ DEUTSCHLAND

Anfang 2010 wurden alle Schulen, die zur allgemeinen Hochschulreife führen, sowie die deutschen Schulen im Ausland um Empfehlungen für die Teilnahme an der DSA gebeten. Darüber hinaus wurden diese Schulen in den Amtsblättern über die Deutsche SchülerAkademie informiert. Zudem sind Schülerinnen und Schüler teilnahmeberechtigt, die durch eine Selbstempfehlung ihre besondere Leistungsfähigkeit und Motivation nachweisen können. Jede Akademie besteht aus sechs Kursen (vier Kurse bei den Multinationalen Akademien) mit 15 bis 16 Teilnehmern. Zwei Kursleiter betreuen jeden Kurs. Die Schüler leben während der Akademie in einer Gemeinschaft mit ähnlich interessierten und motivierten Jugendlichen und den Kursleitern. Das Erlebnis dieser Gemeinschaft, die gekennzeichnet ist von einem anregenden, offenen und toleranten Klima, ist für viele Teilnehmer rückblickend die wichtigste und wertvollste Erfahrung, wie die Akademie-Auswertungen regelmäßig ergeben. Über die Akademie hinaus entstehen Kontakte und Freundschaften, die auch über den „Club der Ehemaligen“ als Zusammenschluss von Alumni aufrechterhalten werden. Schüler aus Zuwandererfamilien sind im Nominierungsverfahren durch Schulen und Wettbewerbe stark unterrepräsentiert. Deshalb arbeitet die Deutsche SchülerAkademie bei der Benennung geeigneter Kandidaten mit dem START-Stipendienprogramm zusammen. Das Programm wurde 2002 von der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung ins Leben gerufen. Begabte und engagierte Jugendliche aus Migrantenfamilien im Alter von 14 bis 18 Jahren erhalten auf ihrem Weg zum Abitur neben finanzieller Förderung auch eine persönliche Betreuung. Träger ist seit 2007 die STARTStiftung gGmbH. 2010 nahmen 27 Schülerinnen und Schüler an der DSA teil, die auf diesem Weg empfohlen wurden. Im Sommer 2010 haben 781 Schüler an den sieben Akademien und den zwei Multinationalen Akademien teilgenommen. 1.835 von 2.147 Schülern, die zur Bewerbung aufgefordert worden sind, haben sich tatsächlich auf einen Platz beworben – ein Anteil von 86 Prozent. Akademie-Standorte 2010 waren die Jugenddorf-Christophorusschule Braunschweig (zwei Akademien), das DietrichBonhoeffer-Gymnasium in Hilden, das Landschulheim Grovesmühle in Veckenstedt, die Urspringschule in Schelklingen, die Jugenddorf-Christophorusschule Rostock, die Benediktinerabtei Metten und das Internat Schloss Torgelow (zwei Akademien). Von DSA-Teilnehmern wird eine Eigenbeteiligung in Höhe von 550 Euro erwartet. Im Einzelfall kann die Eigenbeteiligung reduziert oder auch ganz erlassen werden, wenn die Einkommens­ verhältnisse der Familie eine Beteiligung an den Kosten nicht zulassen. 2010 wurden 99 Teil­ nehmenden der regulären Akademien Reduktionen oder Erlasse im Umfang von insgesamt 39.845 Euro gewährt.

DIE WICHTIGSTEN ZIELE DER KURSARBEIT » » » » » »

Bereits vorhandene Kenntnisse und Forschungsinteressen erweitern und vertiefen. Gänzlich neue Gebiete kennenlernen und sich rasch in diese einarbeiten. Die Techniken der mündlichen und schriftlichen Darstellung verbessern. Kompetenzen im selbstständigen Wissenserwerb und in der Verknüpfung von Wissen verbessern. Kooperative Arbeitsformen erproben. Das Bewusstsein schärfen, dass aus besonderen Fähigkeiten die Verpflichtung erwächst, diese in den Dienst der Gesellschaft zu stellen und Verantwortung zu übernehmen. » Persönliche Neigungs- und Fähigkeitsschwerpunkte abklären, auch hinsichtlich der Studien- und Berufswahl.

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Die Teilnahme von besonders begabten Schülern aus anderen Ländern wird seit Jahren von den deutschen Teilnehmern als Bereicherung empfunden. Etwa fünf Prozent der Plätze sollen für diese verfügbar sein. Die Auswahl erfolgt über Schulen beziehungsweise Partnerorganisationen in den betreffenden Ländern sowie über die deutschen Schulen im Ausland. Sehr gute deutsche Sprachfertigkeiten sind Voraussetzung zur Teilnahme. Im Sommer 2010 konnten 52 Teilnehmer aus 27 Ländern an den regulären Akademien teilnehmen. Sie reisten zum Beispiel aus Ägypten, Belgien, Italien, Kolumbien, Polen, Spanien, Südafrika oder den Vereinigten Staaten an.

TEILNEHMER-STATISTIK DER DSA: EINE AUSWAHL » » » » »

2000 2004 2008 2009 2010

1.249 Bewerber 1.399 Bewerber 1.530 Bewerber 1.926 Bewerber 1.835 Bewerber

640 Teilnehmer 715 Teilnehmer 778 Teilnehmer 797 Teilnehmer 781 Teilnehmer

7 Akademien 8 Akademien 9 Akademien 9 Akademien 9 Akademien

42 Kurse 46 Kurse 50 Kurse 51 Kurse 50 Kurse

SCHULFORMÜBERGREIFENDE AKADEMIE

Jugendlichen aus unterschiedlichen Schulformen ein motivierendes Ferienerlebnis bieten: Das ist das Ziel der Schulformübergreifenden Akademie Rangsdorf (SFÜ) in Brandenburg, südlich von Berlin. In Rangsdorf sind die Schüler eingeladen, neue Interessen zu entdecken und gemeinsam ihre freie Zeit aktiv zu gestalten – bei der Projektarbeit, aber auch bei Sport, Musik oder Exkursionen. Sie erfah­ren, dass sich verschiedene Bildungswege, Talente und Lebenserfahrungen gut ergänzen können. Auf der Schulformübergreifenden Akademie 2010 wurden vier Projekte angeboten, die sich mit dem Thema des Wissenschaftsjahrs 2010 („Jahr der Energie – Forschung für eine sichere und umweltverträgliche Energieversorgung“) beschäftigten. Eine Projektgruppe bestand dabei aus jeweils sieben bis elf Teilnehmenden und zwei Projektleitern. Darüber hinaus wurde, wie bei den Akademien der Deutschen SchülerAkademie, die Freizeit mit zahlreichen projektübergreifenden Angeboten gestaltet. Die Teilnehmenden entschieden sich im Vorfeld, an welchem der vier Projekte sie teilnehmen wollten: „Welpen wärmen“, „Naturressourcen und Verteilungsgerechtigkeit“, „Kraftwerke – leicht (selbst) gemacht“ und „Radiomachen mit Energie!“. Alle Akademie-Projekte griffen die Themen nicht nur theoretisch auf, sondern ermöglichten es den Jugendlichen zum Beispiel auch, ihr prak­tisches oder handwerkliches Können einzubringen. 35 Jugendliche aus Berlin und zwei aus Brandenburg (2011: 56 Jugendliche) forschten vom 4. bis 18. August in der Seeschule Rangsdorf – damit dauerte die Akademie vier Tage länger als im Vorjahr.

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MULTINATIONALE AKADEMIEN

Auch im Sommer 2010 konnte Bildung & Begabung dank der Unterstützung der Haniel Stiftung zwei Multinationale Akademien veranstalten. Insgesamt nahmen an den Akademien 129 junge Leute im Alter von 16 bis 19 Jahren teil. Die Schülerinnen und Schüler kamen aus Deutschland (28), Estland (10), Lettland (15), Litauen (11), Polen (15), Rumänien (12), der Slowakei (11), Tschechien (13) und Ungarn (14). Die Akademien fanden zeitgleich vom 5. bis 21. August 2010 im St.-Michaels-Gymnasium in der Benediktinerabtei Metten bei Deggendorf in Bayern und im Internat Schloss Torgelow an der Müritz in Mecklenburg-Vorpommern statt. Ziel dieser Akademien war insbesondere die Förderung des gegenseitigen Verständnisses und der Zusammenarbeit zwischen den jungen Menschen der teilnehmenden Länder. Die Kurse, in der Arbeitssprache Deutsch, wurden von je zwei Experten aus Schule und Hochschule geleitet. Neben der Kursarbeit gab es ein vielfältiges Rahmenprogramm mit musischen und sportlichen Aktivitäten sowie Exkursionen, bei denen sich die Kurse durchmischten. Nach den vorliegenden Berichten der Akademie- und Kursleiter und nach den schriftlichen Äußerungen der Teilnehmer können die Akademien als voller Erfolg gewertet werden. In vielen Fällen wurden die Erwartungen der Teilnehmer weit übertroffen. Die Begegnung mit jungen Menschen aus mehreren Nationen wurde als außergewöhnliche und bereichernde Erfahrung gewertet, das Leistungs- und Anforderungsniveau als sehr hoch. Bei vielen ausländischen Teilnehmerinnen und Teilnehmern konnten im Verlauf der Akademie eine merkliche Verbesserung der deutschen Sprachkompetenz und eine persönliche Entwicklung hinsichtlich Kommunikationsfähigkeit, Selbstbewusstsein und Einsatzfreude beobachtet werden. Von den deutschen Teilnehmern wurde eine Eigenleistung in Höhe von 550 Euro erwartet, die im Falle von sozial schwachen Familien ermäßigt oder auch ganz erlassen wurde. Von den Teilnehmern aus den anderen Ländern wurde eine Beteiligung von 100 Euro erwartet, gleichfalls mit der Möglichkeit einer Ermäßigung oder eines Erlasses, gegebenenfalls auch mit der Übernahme der Reisekosten bis zur deutschen Grenze. Von den ausländischen Teilnehmenden wurde 2010 durchschnittlich ein Beitrag von 64 Euro geleistet.

WEITERE PROGRAMME

Da die Bewerberzahl die in der Deutschen SchülerAkademie verfügbaren Plätze regelmäßig erheblich übersteigt, vermittelt Bildung & Begabung Bewerber auch in ähnlich konzipierte Programme. Der Verein Jugendbildung in Gesellschaft und Wissenschaft e. V. (JGW), eine Gründung ehemaliger Teilnehmer der Deutschen SchülerAkademie, richtet seit 2004 eigene Schülerakademien aus. Seit 2005 werden die zwei Akademien im Programmheft der Deutschen SchülerAkademie ausgeschrieben und aus der Bewerberschar besetzt. Im Jahre 2010 wurden vom JGW in Papenburg zwei Akademien mit jeweils 6 Kursen und 90 Teilnehmenden ausgerichtet. Eine der Akademien in Papenburg, die von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt gefördert wurde, war dem Ober­ thema „Nachhaltigkeit“ gewidmet. Die Eigenbeteiligung für die NachhaltigkeitsAkademie betrug 350 Euro, für die zweite JGW-Akademie 390 Euro. Zusammen mit dem Programm der Deutschen SchülerAkademie für 2010 wurde die Ausschreibung für eine Naturwissenschaftliche Sommerakademie der BASF versandt, die in der Zeit vom 19. bis 30. Juli 2010 zum Thema „Innovation und Forschung für die Zukunft“ durchgeführt wurde. Aus den 111 Bewerbern für dieses Programm wurden 20 Teilnehmer ausgewählt. Die Sommerakademie wurde komplett am Standort Ludwigshafen durchgeführt. Die Eigenleistung der Teilnehmer betrug 550 Euro.

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Mit Partnerorganisationen in Österreich sind Austauschabkommen vereinbart, durch die deutsche Schüler an österreichischen Programmen und österreichische Schüler an der Deutschen SchülerAkademie teilnehmen können. Das Pädagogische Institut des Bundes in Salzburg veranstaltete eine Schülerakademie in Obertrum bei Salzburg (vier Tage, vier Workshops), an der fünf deutsche Jugendliche teilnahmen. Vom Verein zur Förderung begabter und hochbegabter Schülerinnen und Schüler in Niederösterreich und vom Landesschulrat für Niederösterreich wurde eine internationale Sommerakademie in Semmering veranstaltet (neun Tage, acht Kurse). 37 deutsche Schüler nahmen hier 2010 teil. Im Jahr 2010 organisierte die Deutsche SchülerAkademie zum dritten Mal einen Austausch mit der National Student Academy of Lithuania, die zusammen mit der Mstislav Rostropovich Charity and Support Foundation jedes Jahr eine Akademie für hochbegabte Schülerinnen und Schüler in Litauen ausrichtet. Vier deutsche Schüler, vermittelt durch die Deutsche SchülerAkademie, nahmen daran teil. Insgesamt konnten durch die Arbeit von Bildung & Begabung 1.064 Schülerinnen und Schüler an Akademieprogrammen teilnehmen. Das waren 56 Prozent der 1.837 Bewerber (ohne Schulformübergreifende Akademie). Die seit Gründung der Deutschen SchülerAkademie bestehende Zusammenarbeit mit der Studienstiftung des deutschen Volkes ist für beide Seiten sehr ertragreich und nützlich. Dank der Bemühungen der Studienstiftung erhält die DSA jährlich zahlreiche Hinweise auf ehemalige Stipendiaten, die an der Kursleitertätigkeit interessiert sind. Angesichts der Zahl von 150 Kurs- und Akademie­ leitern, die jedes Jahr für die Durchführung der Akademien angeworben werden müssen, ist diese Unterstützung eine unschätzbare Hilfe. Aus den Akademien wiederum können jährlich etwa sechs Teilnehmer je Akademie für die Auswahlseminare der Studienstiftung vorgeschlagen werden. Die Ergebnisse der letzten Jahre zeigen, dass die Erfolgsquote dieser Kandidaten mit 50 Prozent etwa doppelt so hoch ist wie die der üblichen Empfehlungen.

CLUB DER EHEMALIGEN

Um die Kontakte ehemaliger Akademieteilnehmer und -mitarbeiter untereinander und zu Bildung & Begabung aufrechtzuerhalten, hatte Bildung & Begabung 1992 die Einrichtung eines „Clubs der Ehemaligen“ angeregt. Diese Idee wurde von den Ehemaligen aufgenommen und umgesetzt. Der Club bietet zum Beispiel die Möglichkeit, die Organisation von Nachtreffen zu erleichtern, Kon­ takte zu anderen Ehemaligen am Hochschulort zu finden, Seminare durchzuführen, gemeinsame Freizeiten zu organisieren und mit einer Zeitschrift („exPuls“) und im Internet (www.cde-ev.de) Foren zur Kommunikation und zum Austausch von Ideen zur Verfügung zu stellen. Zunehmend werden Ehemalige als Kursleiter in der Deutschen SchülerAkademie tätig; inzwischen stellen sie bereits fast ein Viertel des Personals. Der Club der Ehemaligen (CdE) finanziert sich seit 1998 durch Mitgliedsbeiträge selbst. Zur Verbesserung der Zusammenarbeit und des Informationsaustausches wurde im Jahr 2008 beschlossen, den Beirat der Deutschen SchülerAkademie um einen Sitz zu erweitern, der durch ein Vorstandsmitglied des Clubs der Ehemaligen belegt wird. Die Deutsche SchülerAkademie steht im Gegenzug dem Vorstand des CdE mit einem „Besonderen Vertreter“ beratend zur Seite und kann in die Mitgliederversammlung drei Vertreter entsenden.

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DEUTSCHE JUNIORAKADEMIEN

Bildung & Begabung bietet in Kooperation mit Partnerorganisationen in verschiedenen Bundesländern unter dem Namen „Deutsche JuniorAkademien“ (DJA) ein Programm an, mit dem begabte und leistungsbereite Schülerinnen und Schüler auch in der Sekundarstufe I ab Klasse 7 eine über die Möglichkeiten der Schule hinausgehende Förderung erhalten sollen. Das Programm orientiert sich an der Struktur der Deutschen SchülerAkademie: In den Kursen arbeiten bis zu 16 Teilnehmer. Das Programm wird durch sportliche, musikalische und spielerische Aktivitäten ergänzt. Die Kursinhalte sollen keinen Schulstoff vorwegnehmen, gleichwohl aber die Teilnehmenden zur intensiven Beschäftigung mit Fachbereichen anleiten, die auch durch Schulfächer angesprochen werden. So ist es eines der vordringlichen Ziele, Jungen wie Mädchen für mathematische und naturwissenschaftliche Fragestellungen zu begeistern. Aus praktischen Erwägungen heraus werden die JuniorAkademien auf einen regionalen Einzugsbereich (z. B. Bundesland) ausgerichtet. Zugangskriterien zur DJA sind besondere Leistungen im schulischen oder außerschulischen Bereich. Nachgewiesen werden können solche besonderen Leistungen durch gutachtliche Empfehlungen von Schulen ebenso wie durch Erfolge in intellektuell anspruchsvollen Wettbewerben. Die beteiligten Organisationen haben sich im Oktober 2005 auf einen Katalog von „Qualitätsmerkmalen für JuniorAkademien“ geeinigt, der bei aller Unterschiedlichkeit der einzelnen Programme einen hohen Qualitätsstandard sicherstellen soll. Die Amtschefkonferenz der KMK hat in ihrer Sitzung am 2. Februar 2006 die Deutschen JuniorAkademien als Initiative zur Ausweitung der Begabtenförderung auf den Sekundarbereich I begrüßt und die „Qualitätsmerkmale“ zustimmend zur Kenntnis genommen. Die Finanzierung dieser Akademien wird durch Landes- und Stiftungsmittel, Spenden und Eigenbeteiligungen sichergestellt. Wie bei der Deutschen SchülerAkademie kann die Teilnahmegebühr ermäßigt oder auch gänzlich erlassen werden. 2010 fanden JuniorAkademien in Adelsheim (Baden-Württemberg), Berlin, Homburg (Saarland), Jülich, Königswinter und Ostbevern (Nordrhein-Westfalen), Pottenstein (Bayern), St. Peter-Ording (für Schleswig-Holstein und Hamburg) und Zella-Mehlis (Thüringen) statt. Außerdem kam erstmals Niedersachsen mit drei eigenen Akademien hinzu.

JUNIORAKADEMIE MEISENHEIM

Die Akademien werden von den Ländern in Eigenregie durchgeführt. Rheinland-Pfalz hat Bildung & Begabung mit der Durchführung seiner JuniorAkademie betraut. Vom 8. bis 24. Juli 2010 fand die achte von Bildung & Begabung organisierte JuniorAkademie in Rheinland-Pfalz statt. Standort war wieder das Paul-Schneider-Gymnasium in Meisenheim am Glan. Vor der Akademie wurden zwei Vorbereitungstreffen organisiert – eines mit den Akademie- und Kursleitern, das zweite zusätzlich mit allen Teilnehmenden. Diese Treffen machten insbesondere die Anfangsphase der Akademie merklich effektiver, da die Schüler bereits miteinander vertraut und die Erwartungshaltungen von Schülern und Kursleitern abgeklärt waren. Der Umfang der Akademie war mit 63 Schülerinnen und Schülern der 7. und 8. Jahrgangsstufen und vier Kursen der gleiche wie im Vorjahr. Neben der Arbeit in den Kursen gab es musische und sportliche Aktivitäten sowie Exkursionen mit kulturellen Inhalten. Die Ergebnisse der musikalischen Arbeit in der Akademie wurden in einem öffentlichen Konzert vorgestellt. Am Abschlusstag konnten sich die Eltern in den Kursen durch ihre Kinder über Ablauf und Inhalte der Arbeit informieren lassen. Die Ergebnisse der Kursarbeit haben die Teilnehmer in schriftlichen Beiträgen niedergelegt, die ebenso wie in den Deutschen SchülerAkademien in einer „Dokumentation“ veröffentlicht wurden. Finanziert wurde die JuniorAkademie Rheinland-Pfalz 2010 durch Zuwendungen des Landes Rheinland-Pfalz und durch Projektmittel von Bildung & Begabung.

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AUFBRECHEN FOKUSSIEREN FESTIGEN FORMIEREN

Sie beraten in Strategiefragen, korrigieren Aufgaben und betreuen Schüler:

GREMIEN IN DER ÜBERSICHT.


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FORMIEREN » ORGANISATION & GREMIEN


AUFBRECHEN FOKUSSIEREN FESTIGEN FORMIEREN

» Das KURATORIUM 2010

Bildung & Begabung wird in Strategie- und Programmfragen von einem Kuratorium beraten.

MITGLIEDER DES KURATORIUMS

» Prof. Dr. Annette Schavan, Bundesministerin für Bildung und Forschung » Dr. Luwdig Spaenle, Präsident der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland »  Prof. Dr. Andreas Schlüter, Generalsekretär des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft, Essen » Dr. Rupert Antes, Geschäftsführer der Haniel Stiftung, Duisburg » Wolf-Rüdiger Feldmann, Geschäftsführer der Cornelsen Verlag GmbH & Co. oHG, Berlin » Erika Edler, Johs. Kölln Stiftung (im Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft), Essen » Dietmar Meister, Vorstandssprecher der Generali Deutschland Holding AG, Köln » Walter Rasch, Senator a. D., Berlin » Dr. Ekkehard Winter, Geschäftsführer der Deutsche Telekom Stiftung, Bonn

BERATENDE MITGLIEDER DES KURATORIUMS

» P  rof. Dr. Hans-Joachim Kornadt, Professor emeritus für Pädagogische Psychologie und Erziehungswissenschaften, Vorsitzender des Beirats des Bundeswettbewerbs Fremdsprachen » P  rof. Dr. Franzis Preckel, Professorin an der Universität Trier und Leiterin der Abteilung Hochbegabtenforschung und -förderung, Vorsitzende des Beirats der Deutschen SchülerAka­demie » P  rof. Dr. Gernot Stroth, Professor am Institut für Mathematik der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Vorsitzender des Beirats des Bundeswettbewerbs Mathematik

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» Gremien der FÖRDERPROJEKTE 2010

Die Arbeit in den Projekten von Bildung & Begabung profitiert von vielen engagierten Personen, die sich für die Begabungsförderung einsetzen. BEIRAT DES BUNDESWETTBEWERBS MATHEMATIK

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Prof. Dr. Gernot Stroth, Vorsitzender des Beirats, Universität Halle-Wittenberg Rainer Arnold, Studienstiftung des deutschen Volkes, Bonn Prof. Dr. Gerd Faltings, Max-Planck-Institut für Mathematik, Bonn StD Karl Fegert, Lessing-Gymnasium, Neu-Ulm (Vorsitzender der Korrekturkommission) StD Dr. Hans-Joachim Feldhoff, Staatliches Studienkolleg, Universität Köln MinR Dieter Götzl, Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus, München Prof. Dr. Hans-Dietrich Gronau, Universität Rostock Prof. Dr. Günter Harder, Max-Planck-Institut für Mathematik, Bonn Bettina Jorzik, Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft, Essen Prof. Dr. Reinhold Meise, Universität Düsseldorf Prof. Dr. Erhard Quaisser, Werder (Vorsitzender des Aufgabenausschusses) Prof. Dr. Michael Röckner, Universität Bielefeld (Vorsitzender des Auswahlausschusses) Dr. Jenny Thauer, Bundesministerium für Bildung und Forschung, Berlin PD Dr. Elke Völmicke, Geschäftsführerin Bildung & Begabung, Bonn Prof. Dr. Elias Wegert, TU Bergakademie Freiberg

AUFGABENAUSSCHUSS DES BUNDESWETTBEWERBS MATHEMATIK

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Prof. Dr. Erhard Quaisser, Vorsitzender des Ausschusses, Werder Prof. Arthur Engel, Universität Frankfurt am Main StD Karl Fegert, Lessing-Gymnasium, Neu-Ulm (Vorsitzender der Korrekturkommission) Dipl.-Math. Stefan Kleitsch, Berufsbildungszentrum Landshut Dr. Eric Müller, Villingen-Schwenningen Dr. Eckard Specht, Universität Magdeburg Dr. Robert Strich, Johannes-Butzbach-Gymnasium, Miltenberg StD’ Dr. Cornelia Wissemann-Hartmann, Carl-Fuhlrott-Gymnasium, Wuppertal

AUSWAHLAUSSCHUSS DES BUNDESWETTBEWERBS MATHEMATIK

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Prof. Dr. Reinhold Meise, Vorsitzender des Ausschusses, Universität Düsseldorf Prof. Dr. Günter Harder, Stellv. Vorsitzender, Max-Planck-Institut für Mathematik, Bonn Prof. Dr. Michael Röckner, Stellv. Vorsitzender, Universität Bielefeld Prof. Dr. Hans-Dieter Alber, TU Darmstadt StD Klaus Albermann, Euregio-Gymnasium, Bocholt Prof. Dr. Horst Behncke, Universität Osnabrück StD Rolf Brennemann, Söderblom-Gymnasium, Espelkamp StD Dr. Hans-Joachim Feldhoff, Staatliches Studienkolleg, Universität Köln ----- 55


AUFBRECHEN FOKUSSIEREN FESTIGEN FORMIEREN

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StD Reinhardt Fulge, Ratsgymnasium, Osnabrück Prof. Dr. Wulf-Dieter Geyer, Universität Erlangen/Nürnberg Dr. Wolfgang Guba, Gymnasium am Tannenberg, Grevesmühlen Prof. Dr. Matthias Günther, Universität Leipzig Prof. Dr. Ursula Hamenstädt, Universität Bonn OStR Dr. Klaus Henning, Christianeum, Hamburg Prof. Dr. Annette Huber-Klawitter, Universität Freiburg Prof. Dr. Guido Kings, Universität Regensburg StD Karl-Heinz Krautkrämer, Kreisgymnasium Halle i.W. Prof. Dr. Bernhard Leeb, LMU München Prof. Dr. Wolfgang Metzler, Universität Frankfurt am Main Dr. Siegfried Momm, Ganerben-Gymnasium, Künzelsau StD Dr. Matthias Nicol, Heinrich-Hertz-Oberschule, Berlin StD’ Renate Ortlieb, Heilwig Gymnasium, Hamburg Prof. Dr. Detlev Poguntke, Universität Bielefeld Prof. Dr. Matthias Reitzner, Universität Osnabrück Prof. Dr. Steffen Roch, TU Darmstadt Prof. Dr. Tim Römer, Universität Osnabrück StD Josef Rung, Hans-Leinberger-Gymnasium, Landshut Prof. Dr. Michael Stoll, Universität Bayreuth OStD a. D. Heinz Klaus Strick, Leverkusen StD Dr. Horst Szambien, Kaiser-Wilhelm- und Ratsgymnasium, Hannover Prof. Dr. Dr. Katrin Tent, Universität Münster Dr. Mathias-Torsten Tok, Martin-Gerbert-Gymnasium, Horb Prof. Dr. Rainer Weissauer, Universität Heidelberg Prof. Dr. Katrin Wendland, Universität Augsburg StD a. D. Helmut Wunderling, Berlin Prof. Dr. Günter M. Ziegler, TU Berlin Prof. Dr. Martin Ziegler, Universität Freiburg

AUFGABENAUSSCHUSS DER MATHEMATIK-OLYMPIADEN IN DEUTSCHLAND

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Prof. Dr. Norbert Grünwald, Vorsitzender des Ausschusses, Hochschule Wismar Prof. Dr. Konrad Engel, Stellv. Vorsitzender, Universität Rostock Marion Bethge, Grundschule Bestensee Dr. Rainer Biallas, Magdeburg Sybille Bösel, Lichtendorfer Grundschule, Dortmund Dr. Claudia Böttinger, Universität Duisburg-Essen Katrin Boxberger, Mülheim-Kärlich Hans-Joachim Brenner, Albert-Schweitzer-Gymnasium, Erfurt Ute Czierpka, Bach-Grundschule, Dortmund Prof. Dr. Andreas Felgenhauer, Hochschule Magdeburg-Stendal Prof. Dr. Torsten Fritzlar, Lüneburg Dr. Hartwig Fuchs, Mainz Christiane Gans, GS Ringbergschule, Suhl Dr. Frank Göring, TU Chemnitz Prof. Dr. Hans-Gert Gräbe, Universität Leipzig OStR’ Béatrice Gronau, Graf-Friedrich-Schule, Diepholz OStR’ i. R. Inge Hachtel, Königswinter Dr. Klaus Henning, Christianeum, Hamburg Dr. Daniel Herden, Westfälische Wilhelms-Universität, Münster Petra Hesse, Werner-von-Siemens-Oberschule, Gransee StD Wilfried Heuser, Auguste-Viktoria-Gymnasium, Trier PD Dr. Jörg Jahnel, Universität Siegen


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OStR Paul Jainta, Adam-Kraft-Gymnasium, Schwabach Dr. habil. Helmut König, Chemnitz Dr. Norbert Koksch, TU Dresden Dr. Martin Langer, Universität Bonn Joachim Lippert, Marie-Curie-Gymnasium, Dresden Dr. Wolfgang Ludwicki, Winckelmann-Gymnasium, Stendal Dr. Wolfgang Moldenhauer, Erfurt Dörthe Moll, Goetheschule Ilmenau Dr. Martin Olbermann, Berkeley, USA Renate Otter, Peter-Petersen-Schule, Hamburg Lutz Pörnig, Clemens-Winkler-Gymnasium Aue Prof. Dr. Jürgen Prestin, Universität zu Lübeck Dr. Bernd Reichel, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg Dr. Christian Reiher, Universität Rostock Karsten Roeseler, Universität Göttingen StD Michael Rüsing, B.M.V.-Schule, Essen Stefan Schmack, Schule Chemnitzstraße, Hamburg StD’ i. R. Irmingard Schmithüsen, Baden-Baden Georg Schröter, Dresden Kristin Stroth, Universität Göttingen Sabine Szyska, Grundschule „Herbert Tschäpe“, Mahlow Stefanie Tille, Marie-Curie-Gymnasium, Dresden Dr. Bianca Truthe, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg Mykhaylo Tyomkyn, Cambridge, UK OStR i. R. Karl-Heinz Umlauft, Bannewitz Jun.-Prof. Dr. Janis Voigtländer, Dresden Silvia Wachenschwanz, Staatliche Grundschule Bedheim Prof. Dr. Elias Wegert, TU Bergakademie Freiberg Dr. Martin Welk, Universität des Saarlandes, Saarbrücken Marina Wißler, Friedrich-Ebert-GHS mit WRS, Eppelheim

AUSSCHUSS „JUGEND TRAINIERT MATHEMATIK“

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Prof. Dr. Hans-Dietrich Gronau, Vorsitzender des Ausschusses, Universität Rostock Dr. Rainer Biallas, Magdeburg StD Karl Fegert, Lessing-Gymnasium, Neu-Ulm Christiane Frense-Heck, Deutsche Telekom Stiftung, Bonn OStR Dr. Klaus Henning, Christianeum, Hamburg PD Dr. Karsten Keller, Universität zu Lübeck OStR Albrecht Kliem, Wirsberg-Gymnasium, Würzburg Hanns-Heinrich Langmann, Bildung & Begabung, Bonn Prof. Dr. Jürgen Prestin, Universität zu Lübeck Dr. Wolfgang Radenbach, Universität Göttingen Dr. Christian Reiher, Universität Rostock Prof. Dr. Gernot Stroth, Universität Halle-Wittenberg PD Dr. Elke Völmicke, Bildung & Begabung, Bonn Prof. Dr. Elias Wegert, TU Bergakademie Freiberg

LEITUNGSTEAM „JUGEND TRAINIERT MATHEMATIK“

» Prof. Dr. Hans-Dietrich Gronau, Universität Rostock » OStR Dr. Klaus Henning, Christianeum, Hamburg » Hanns-Heinrich Langmann, Bildung & Begabung, Bonn ----- 57


AUFBRECHEN FOKUSSIEREN FESTIGEN FORMIEREN

JAHRGANGSKOORDINATOREN „JUGEND TRAINIERT MATHEMATIK“

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OStR’ i. R. Inge Hachtel, Klasse 8/9 PD Dr. Jörg Jahnel, Klasse 9/10 PD Dr. Karsten Keller, Klasse 7/8 Dr. Norbert Koksch, Klasse 7/8 Stefan Mehner, Klasse 8/9 Dr. Bernd Mulansky, Klasse 10/11 Dr. Christian Reiher, Klasse 10/11 Dr. Robert Strich, Klasse 9/10

MENTOREN „JUGEND TRAINIERT MATHEMATIK“

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Bernd Dethloff, Klasse 9/10 Dr. Jürgen Doenhardt, Klasse 9/10 Prof. Dr. Michael Dreher, Klasse 10/11 Dr. Marlen Fritzsche, Klasse 8/9 Sabine Gack, Klasse 8/9 Dr. Frank Göring, Klasse 10/11 OStR’ i. R. Inge Hachtel, Klasse 8/9 OStR Bertram Hell, Klasse 7/8 Christian Hercher, Klasse 9/10 OStR Paul Jainta, Klasse 7/8 OStR i. R. Klaus Krüger, Klasse 8/9 OStR Wolfgang Kurz, Klasse 7/8 StD’ Christa Lahmer, Klasse 7/8 OStR i. R. Tasso-Hagen Markl, Klasse 8/9 StD Dr. Otto May, Klasse 7/8 Patrick Reichert, Klasse 9/10 StR’ Martina Schmidt-Kessel, Klasse 7/8 Dr. Axel Schüler, Klasse 8/9 Dr. Stefan Schwarz, Klasse 7/8 Dr. Mathias-Torsten Tok, Klasse 10/11 Uwe Toman, Klasse 9/10 Prof. Dr. Eberhard Triesch, Klasse 7/8 StD Erfried Weber, Klasse 7/8 OStR Peter Witthinrich, Klasse 7/8 Dr. Gerhard Wolf, Klasse 8/9

BEIRAT DES BUNDESWETTBEWERBS FREMDSPRACHEN

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Prof. Dr. Hans-Joachim Kornadt, Vorsitzender des Beirats, Forst an der Weinstraße RD’ Annelise Bernuth, Thüringer Kultusministerium, Erfurt Bettina Jorzik, Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft, Essen Frank Rogall, Groz-Beckert KG, Personalwesen, Albstadt Dr. Beatrice Schmitz, Rommerskirchen StD Friedrich Stephan, Mönchengladbach Wolfgang Stütz, Stuttgart Karla Szukalski, Wensickendorf Dr. Jenny Thauer, Bundesministerium für Bildung und Forschung, Berlin PD Dr. Elke Völmicke, Bildung & Begabung, Bonn


MITGLIEDER DER AUSSCHÜSSE DES BUNDESWETTBEWERBS FREMDSPRACHEN

Ausschuss I, Wettbewerbe Sekundarstufe I » » » » » » » »

RD’ Annelise Bernuth, Thüringer Kultusministerium, Erfurt OStR Thomas Boiselle, Friedberg StR’ Heike Piornak, Rodleben StR’ Andrea Riedel, Strande StR Hans-Herbert Römer, Wuppertal StD Andreas Schürmann, Staatliches Gutenberg-Gymnasium, Wiesbaden StD Friedrich Stephan, Mönchengladbach StD i.R. Rolf Zippel, Bremen

Ausschuss II, Wettbewerbe Sekundarstufe II » » » » » » » »

OStR Thomas Boiselle, Friedberg OStD Robert Just, Cuxhaven Dr. Florian Henke, Universität des Saarlandes, Fachrichtung Romanistik, Saarbrücken StD’ Ursula Hoffmann, Essen StD’ Silke Schepp, Hamminkeln OStD’ Dr. Beatrice Schmitz, Rommerskirchen OStD Richard Schürmann, Ahaus Prof. Dr. Burkhardt Voigt, Institut für Allg. und Angew. Sprachwissenschaft, Hamburg

Ausschuss III, Wettbewerb Team Beruf » » » » » » » »

Wilma Elsing, Hamburg Gerd Huhn, Deutsche Telekom AG, Ausbildung, Berlin Tanja Lederer, Nürnberg Gerd Reif, Neustadt Frank Rogall, Groz-Beckert KG, Personalwesen, Albstadt Anja Sohni, Schwabach Birgit Solf-Kellersohn, Monheim Karla Szukalski, Wensickendorf

LANDESBEAUFTRAGTE DES BUNDESWETTBEWERBS FREMDSPRACHEN

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Bärbel Bach, Sächsisches Bildungsinstitut (SBI), Referat 21, Radebeul StD’ Bärbel Bauer, Landesakad. für Fortbildung u. Personalentw. an Schulen, Bad Wildbad StD Dr. Richard Best, Harxheim OStR Thomas Boiselle, Friedberg StR Gisela Bullan, Cottbus OStR’ Franziska Carrouée, Schiffweiler LRSD’ Ellen Dulisch, Bezirksregierung Düsseldorf, Abteilung 4 Christiane Fraedrich, Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung, Hamburg Christine Kirchner, Lübeck OStR’ Sabine Lenz, Josef-Effner-Gymnasium, Dachau StR’ Heike Piornak, Rodleben StR’ Andrea Riedel, Strande StR’ Ines Schirlitz, Erfurt LRSD’ Roswitha Strickstrack-Garcia, Langenhagen OStR’ Beate Warszewik-König, Bremen

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AUFBRECHEN FOKUSSIEREN FESTIGEN FORMIEREN

REGIONALBEAUFTRAGTE DES BUNDESWETTBEWERBS FREMDSPRACHEN

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StD Gerd Bär, Ohlsbach StR’ Martina Beyer, Braunschweig StD Karl Bernd Bleiker, Warendorf StD’ Rotraut Cser, Schönau StR’ Sabine Döbelin, Eberswalde OStR Sascha Foraschick, Suderburg StR Guido Gunderloch, Münster StD’ Frauke Hanebeck, Köln StD’ Claudia Hohrath, Blomberg OStR Michael Horstmann, Paderborn StR’ Dagmar Körner, Drebkau StR’ Eva Küster, Krefeld Dr. Hans-Eckehard Landwehr, Minden StD H.-J. Müller, Heidesheim StD’ Gudrun Nickoleit, Ulm StD’ Silke Schepp, Hamminkeln OStR Harald Schmitz, Pulheim OStR Klaus-D. Schnierl, Bückeburg StR’ Kathrin Stolz, Dortmund StD Paolo Vetrano, Nürtingen-Reudern StD Michael Völpel, Lingen/Ems Dr. Christel Wagener, Caputh OStR Andreas Weschke, Neu-Isenburg

BEIRAT DER DEUTSCHEN SCHÜLERAKADEMIE

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Prof. Dr. Franzis Preckel, Vorsitzende des Beirats, Universität Trier Ines Albrecht, Schulleiterin Gerhart-Hauptmann-Gymnasium, Wismar Rainer Arnold, Studienstiftung des deutschen Volkes, Bonn Dr. Judith Günther, Kursleiterin, Berlin Bettina Jorzik, Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft, Essen Simon Kempny, „Club der Ehemaligen“, Münster Dr. Tobias Kläden, Kursleiter, Erfurt StD Gernot Tauchmann, Ministerium für Jugend, Kultus und Sport Baden-Württemb., Stuttgart Dr. Jenny Thauer, Bundesministerium für Bildung und Forschung, Berlin PD Dr. Elke Völmicke, Bildung & Begabung, Bonn


Finanzen.

BILDUNG & BEGABUNG IN ZAHLEN.


AUFBRECHEN FOKUSSIEREN FESTIGEN FORMIEREN

» FinanzBERICHT 2010

BILDUNG & BEGABUNG

31.12.2010

31.12.2009

IN TAUSEND EURO

IN TAUSEND EURO

Einnahmen aus Zuwendungen ----- Bundesministerium für Bildung und Forschung ----- Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft ----- Verschiedene Stiftungen und Sponsoren Sonstige betriebliche Erträge

2.101,7 713,5 472,0 469,1

2.630,1 360,9 810,7 867,6

SUMME ERTRÄGE

3.756,4

4.669,3*

AUFWENDUNGEN

Aufwendungen für Projekte Sonstige betriebliche Aufwendungen Einstellung in die Projektmittelrücklage

3.756,4 3.645,8 79,8 30,9

4.669,3 4.488,6 68,0 112,7

SUMME AUFWENDUNGEN

3.756,4

4.669,3

ERTRÄGE

* Einschließlich Sonderzuwendungen zur Durchführung der IMO 2009 in Deutschland.

AUFWANDS- UND ERTRAGSRECHNUNG

Für die Durchführung der Projekte ist Bildung & Begabung auf öffentliche und private Zuwendungen angewiesen. Hauptmittelgeber sind das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF, rund 2,1 Millionen Euro) und der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft e. V. (rund 700.000 Euro). 62 -----


» Mit WEITBLICK Jahresbericht 2010 / 11

Herausgeber » BILDUNG & BEGABUNG GEMEINNÜTZIGE GMBH

Kortrijker Straße 1, 53177 Bonn Tel.: (02 28) 9 59 15-0 Fax: (02 28) 9 59 15-19 E-Mail: info@bildung-und-begabung.de www.bildung-und-begabung.de » GESCHÄFTSFÜHRUNG

PD Dr. Elke Völmicke Heinz Rüdiger Grunewald » REDAKTION

Bildung & Begabung, Abteilung Kommunikation: Andreas Block, Moritz Kralemann, Nina Linnebach, Birgit Lüke » KREATIVKONZEPT UND GESTALTUNG

Ketchum Pleon GmbH, Bonn » BILDNACHWEIS

David Ausserhofer, Andreas Block, Lars Frohmüller, Kay Herschelmann, Michael Herdlein, Dirk Lässig, iStockphoto, Philipp Hertling, Photocase Addicts GmbH, plainpicture GmbH, Standout.de (Akademie Hilden)

» VERÖFFENTLICHUNG

Oktober 2011


PROJEKTE

31.12.2010

31.12.2009

IN TAUSEND EURO

IN TAUSEND EURO

396,4 105,0 130,9 26,0 658,3

1.152,7* 105,0 307,8 267,2 1.832,7

579,0 128,5 71,2 68,5 847,2

737,5 105,0 18,8 113,5 974,9

759,0 105,0 269,9 404,1 1.538,0

733,5 105,0 289,1 464,7 1.592,3

367,4 250,0 617,4

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BUNDESWEITE MATHEMATIK-WETTBEWERBE

Einnahmen aus Zuwendungen ----- BMBF ----- Stifterverband ----- Stiftungen und Sponsoren ----- Sonstige Einnahmen Projektaufwendungen

BUNDESWETTBEWERB FREMDSPRACHEN

Einnahmen aus Zuwendungen ----- BMBF ----- Stifterverband ----- Stiftungen und Sponsoren ----- Sonstige Einnahmen Projektaufwendungen

SCHÜLERAKADEMIEN

Einnahmen aus Zuwendungen ----- BMBF ----- Stifterverband ----- Stiftungen und Sponsoren ----- Sonstige Einnahmen Projektaufwendungen

AUSBAU ZUM ZENTRUM FÜR BEGABUNGSFÖRDERUNG (SEIT 2010)

Einnahmen aus Zuwendungen ----- BMBF ----- Stifterverband Projektaufwendungen

* Einschließlich Sonderzuwendungen zur Durchführung der IMO 2009 in Deutschland.

PROJEKTDARSTELLUNG

Die Initiative zu den Projekten ging sowohl vom Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft e. V. als auch vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) aus, die einzeln oder gemeinsam die Mittel zur Durchführung der Projekte zur Verfügung stellen. Einzelne Projekte wurden auch gänzlich oder teilweise durch Mittel privater Förderer finanziert. ----- 63


AUFBRECHEN FOKUSSIEREN FESTIGEN FORMIEREN

» Ihre ANSPRECHPARTNER

33 Mitarbeiter betreuen die Projekte von Bildung & Begabung. Ihre Kontakte zu den Abteilungen. Tel. (02 28) 959 15-0 info@bildung-und-begabung.de

GESCHÄFTSFÜHRUNG

1

Dr.  Elke Völmicke » elke.voelmicke@bildung-und-begabung.de » Durchwahl -10

2

Heinz Rüdiger Grunewald  » grunewald@bildung-und-begabung.de » Durchwahl -10

1

2

3

4

5

6

7

8

ABTEILUNGSLEITER UND KOORDINATOREN

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3

Moritz Kralemann ----- Kommunikation  » moritz.kralemann@bildung-und-begabung.de » Durchwahl -60

4

Dr.  Petra Flocke ----- Information und Beratung » petra.flocke@bildung-und-begabung.de » Durchwahl -66

5

Ulrike Leikhof ----- Neue Fördermaßnahmen  » ulrike.leikhof@bildung-und-begabung.de » Durchwahl -70

6

Angela von Wietersheim ----- Wissenschaftstransfer  » angela.vonwietersheim@bildung-und-begabung.de » Durchwahl -91

7

Volker Brandt ----- Deutsche SchülerAkademie/DJA  » volker.brandt@deutsche-schuelerakademie.de » Durchwahl -44

8

Bernhard Sicking ----- Bundeswettbewerb Fremdsprachen  » bernhard.sicking@bundeswettbewerb-fremdsprachen.de » Durchwahl -31

9

Hanns-Heinrich Langmann ----- Mathematik-Wettbewerbe  » langmann@bundeswettbewerb-mathematik.de » Durchwahl -21

9


» Im NETZ

Bildung & Begabung online

» JahresBERICHT 2010/11

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Mit Weitblick: Jahresbericht 2010/2011  

Reportagen, Interviews und Berichte aus den Projekten von Bildung & Begabung 2010 und 2011.

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