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BILDUNGaktuell

Das eMagazin für Management, Personalwesen und Weiterbildung

#12 12.12.2017

Jetzt spreche ich! Vom gelungenen Einstieg bis zum feurigen Ende: 12 Tipps für Redner, die ihr Publikum begeistern wollen. Ab Seite 5

Das Special zur LEARNTEC Ab Seite 7

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Von wem wollen sich Menschen führen lassen und warum haben dabei viele immer noch längst überholte Vorstellungen? Dr. Thomas J. Nagy nimmt den Begriff Führer unter die Lupe und analysiert, was große Persönlichkeiten ausmacht, wer sich als Vorbild eignet und worauf es im Leben wirklich ankommt. Ab Seite 3

Frohe Festtage und ein erfolgreiches neues Jahr wünscht Ihnen das BILDUNGaktuell-Team!

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„Ein Redner gleicht einem Reiseführer“, schreibt Dr. Georg Kraus. Also führt er seine Zuhörer klug durch seine Gedankenreise. Wie das geht? Redner, die wissen, wohin die Reise ihres Vortrages geht und ihr Publikum kennen, haben schon die beste Voraussetzung für eine gelungene Routenplanung. Was Sie sonst noch beachten sollten, wenn Sie vor Menschen sprechen, erfahren Sie ab Seite 5

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■ Denken & Lernen

Was Unternehmen wissen sollten, wenn sie Lerninhalte und -methoden einkaufen

■ Arbeiten & Lernen Wie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sich am besten Wissen aneignen

■ Vernetzen & Lernen Warum Unternehmen auf E-Learning nicht verzichten können

LeArnTEC 2018 Leitmesse für digitale Bildung 30. Jänner bis 01. Februar 2018 Messe Karlsruhe

Die LEARNTEC ist die Leitmesse für digitale Bildung, vom 30. Januar bis 01. Februar 2018 in Karlsruhe. Ob digitale Bildung, Schule, Hochschule und Beruf – das BILDUNGaktuell-Special bietet schon jetzt einen Einblick in die Themen der Fachmesse. Mehr dazu ab Seite 7

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Impressum Medieninhaber &Herausgeber: Alexander Karp karp | communication company Siegfriedgasse 52/19, 1210 Wien Redaktion & Anzeigenverwaltung: E-Mail: redaktion@bildungaktuell.at Web: www.bildungaktuell.at

Grundlegende Richtung: Journalistisch unabhängige Berichterstattung und Hintergrundberichte zu den Themen Aus- und Weiterbildung, Karriere, Selbstorganisation, Personalmanagement, Pädagogik, Schule, Universität, Bildungspolitik.

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Worauf es beim Führen ankommt Was Leader zu Leitfiguren macht, wie sie sich von Populisten unterscheiden und was wirklich weiterbringt. Eine Analyse von Dr. Thomas J. Nagy

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m Jänner 2014 wurde eine Studie vom Institut für Zeitgeschichte veröffentlicht, die ergab, dass sich 29 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher einen Führer wünschen. Damit waren kein Entscheidungsträger, Macher oder Vorbild gemeint, sondern jemand, der sich über Parlament und Demokratie hinwegsetzt, um sein Ding zu machen. Das Umfrageergebnis wird durch eine Studie aus Deutschland bestätigt, wo die FührerSehnsucht bei 30 Prozent liegt. Wer sich vor diesem Szenario fürchtet, dem sei in Erinnerung gerufen, dass es den Menschen immanent zu sein scheint, an „Erlösung“ durch einen starken Führer zu glauben. C.G. Jung nannte das die „Mana-Persönlichkeit“ und beschrieb damit eine charismatische Persönlichkeit, der jene Menschen folgen, die nicht über eine entsprechend hoch entwickelte narzisstische Per-

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sönlichkeitsstruktur verfügen. Die schlechten Erfahrungen aus dem Dritten Reich hindern Menschen offenbar wenig, an den „Messias“ zu glauben.

Was macht Populisten aus? Populisten sind deshalb hoch im Kurs, weil sie zum einen verhaltensflexibel zu sein scheinen, moralische Einschränkungen kaum bestehen, das Maul des Volkes die Aktion bestimmt und weil sie sich in den Augen ihrer Anhänger „nichts scheißen“. Dem gegenüber stehen die lähmende Political Correctness, der Glaube an Meinungsumfragen (bei der jede Innovation scheitern muss, weil allem Neuen automatisch Widerstand entgegengebracht wird), das zögerliche Agieren oder peinliche Anbiedern so mancher Politiker sowie die komplizierte, inhaltsleere oder auch Widerstand provozierende Seite 3


Argumentation so mancher Volksvertreter. Das Volk will in zunehmendem Maße „Klartext“ hören. Der transportiert keine Erklärungen, sondern nur einfache Parolen.

Vorbilder sind nicht unbedingt prominent, oft sind es die einfachen Helden des Alltags, die Sekretärin, die Supermarkt-Kassiererin, der Bus-Chauffeur oder auch der Augustinverkäufer.

Warum braucht man Leithirsche? Geführt zu werden ist aus Sicht der Evolution durchaus sinnvoll, der Leithirsch hat durchaus seine Berechtigung. Zum einen sorgt er für ein klares hierarchisches Ordnungssystem, zum andern entlastet er sein Gefolge, das keine Entscheidungskonflikte führen muss. Solange an die Potenz (physische und intellektuelle Kraft) geglaubt wird, vertraut das Volk und folgt treu ergeben. Sobald erste Schwächen, Unsicherheiten oder Zweifel auftreten, gerät der Führer ins Wanken. Ein Junghirsch kann zur Gefahr werden, es kommt zum Kampf, bei dem sich der Alte durchsetzt oder als Geschlagener das Feld räumen muss. Ein Führer geht seinen Leuten als Erster im dichten Dschungel voran. Mit der Machete schlägt er eine Schneise, sodass die anderen nachkommen können. Solange der starke Arm über genügend Kraft verfügt, können die anderen bequem hinterher trotten. Aus der Komfortzone (am Abend vor dem Fernsehapparat) wird die Leistung des Führers kritisch betrachtet und kommentiert. Vom Sofa aus wird der Daumen nach oben oder nach unten gedreht: „Es ist alles Schimere, aber mich unterhalt´s.“  

rer zunächst neutral. Erst bei der Ausübung zeigt sich, ob es gut oder schlecht konnotiert ist. Sind es nicht oft die schlechten Vorbilder, von denen wir am meisten lernen? Womit können gute Beispiele überzeugen? Durch Werte, Haltungen, Tugenden - alles antiquiert anmutende Begriffe, die nur schwer zu „Images“, „Fake News“ und „Likes“ passen. Worauf kommt es im Leben an, wurden 80 große Persönlichkeiten von Helmut Schmid bis Heinz Fischer, von Erna Mangold bis Peter Turrini, von Clemens Hellsberg bis Toni Innauer, von Hannes Androsch bis Norbert Zimmermann im Rahmen einer Vorbilder-Studie (www.vorbildwikung.at) gefragt. Sechs Werte haben sich herauskristallisiert: Verantwortungsbewusstsein für sich und andere; Kommunikation, zu der auch das aufmerksame Zuhören und die Neugier gehören; Gemeinschaftssinn, der einzelne Teams und Gruppen von anderen abgrenzt, aber niemanden ausgrenzt; Mut und Courage, um die eigene Meinung und die persönliche Haltung zum Ausdruck zu bringen; Einsatzbereitschaft, um sich proaktiv in den Leistungsprozess einzubringen; Authentizität, bei der nichts aufgesetzt und konstruiert, sondern alles echt und wahrhaftig ist.

Worauf kommt es im Leben an?

Was sagen große Persönlichkeiten?

So wie das Wort Vorbild ist auch das Wort Füh-

Hannes Androsch meint zur Eigenverantwor-

Mit der Machete voran!

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tung, man solle nicht nach dem Prinzip leben, „der Papa wird´s schon richten“, denn „man kann das Pferd zur Tränke führen, saufen muss es selbst.“ Für Carla Amina Baghajati ist die Kommunikation gerade auch wegen der großen Flüchtlingszahlen und der damit verbundenen Ängste so wichtig. Die verstorbene Nationalratspräsidentin Barbara Prammer riet jungen Frauen, Chancen zu ergreifen, „die sind ohnehin viel weniger geworden“, und der Kabarettist Roland Düringer meinte: „Wenn man Klassenstärkster ist, ist es nicht mutig, andere zu hauen. Wenn man der mit der dicken Brille ist, zurückzuhauen, das ist mutig.“ Einsatzbereitschaft zeigt der Chocolatier Josef Zotter, dessen Vorbild sein Vater geworden ist, „aber nicht, weil ich alles so mache wie er, sondern das genaue Gegenteil“. Was Vorbilder generell auszeichnet, bringt der Obmann des Pensionisten-Verbandes, Karl Blecha, auf den Punkt: „Die sind alle authentisch, da ist nichts gekünstelt, die sind alle echt.“

Authentizität ist gefragt Authentizität ist ein Begriff, der individuell gedeutet werden muss, gibt es doch jede Menge Menschen mit der „Mia-san-mia, i-bin-i, undwas-dann-kommt-kommt-nie-Mentalität“. Vorbilder werden überwiegend mit positiven Werten konnotiert, mit besonderen Leistungen, ex-

zellenten Fähigkeiten oder unverwechselbaren Haltungen. Sie stehen sinnbildlich für eine gute Sache, vertreten positive Meinungen und setzen sich auch gegen Widerstände durch. „Wer von sich behauptet, ein Vorbild zu sein, das ist ein Promi“, sagte der verstorbene Science-Buster Heinz Oberhummer launig. Vorbilder sind nicht unbedingt prominent, oft sind es die einfachen Helden des Alltags, die Sekretärin, die Supermarkt-Kassiererin, der Bus-Chauffeur oder auch der Augustinverkäufer. „Ich bin der Meinung, dass jeder Mensch auf einem bestimmten Teilgebiet Vorbild ist“, ist Ali Mahlodji, Chef der Internet-Plattform „whatchado“ überzeugt. Drum ist es wichtig, die besonderen Facetten eines Menschen zu erkennen und sich daran zu orientieren, wie der deutsche Psychologe Jürgen Hargens rät: „Klau, was du kannst, und mach´ es zu deinem Eigenen.“ So kann man seinem Erfolg ein Stück näherkommen. Dr. Thomas J. Nagy ist Unternehmensberater, systemischer Coach und Autor. Aus 80 persönlichen Gesprächen mit erfolgreichen Menschen filterte er exklusives Führungs-Knowhow raus. Seminartipp: Erfolgreicher führen durch Vorbildwirkung Termin: 15.03.2018 Ort: WIFI Management Forum am wkocampuswien Klick! www.nagys.at ÒÒ Klick! www.wifi.at/managementforum ÒÒ Seite 4


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Wer Reden halten muss, steht immer wieder vor einer neuen Herausforderung. Denn ob Weihnachtsfeier, Klausur oder Tagung: Es gilt immer, das Publikum aufs Neue zu begeistern. In BILDUNGaktuell erfahren Sie, wie Ihnen das gelingt – vom knackigen Einstieg bis zum feurigen Ende. Von Dr. Georg Kraus

B 12 Tipps, die Applaus für Ihre Rede bringen BILDUNGaktuell 12/2017

ei vielen Reden erlahmt das Interesse der Zuhörer nach wenigen Minuten. Dabei blicken sie der Rede beispielsweise ihres Chefs oft durchaus gespannt entgegen – sofern sie dessen langatmige „Ansprachen“ nicht schon kennen. Entsprechend leicht könnten Redner ihr Publikum begeistern. Zwölf Tipps, wie Ihnen dies gelingt.

Tipp 1: Authentisch sein. Der Erfolg einer Rede hängt stark davon ab, ob der Redner die Sympathie seiner Zuhörer gewinnt. Doch wie gewinnt ein Redner die Sympathie der Zuhörer? Vor allem dadurch, dass er authentisch wirkt. Die Rede sollte ihm also auf den Leib geschneidert sein. Unglaubwürdig wirkt es, wenn ein Erbsenzähler sich als Witzbold präsentiert. Oder wenn sich ein Einzelkämpfer verbal mit den Anwesenden verbrü-

dert. Das wirkt „gekünstelt“. Also gehen die Zuhörer auf Distanz.

Tipp 2: Die Zuhörer auf eine „Gedankenreise“ mitnehmen. Ein Redner gleicht einem Reiseführer. Er nimmt seine Zuhörer mit auf eine Gedankenreise – zum Beispiel durch das kommende Geschäftsjahr. Also sollte er sich im Vorfeld überlegen: Was ist der Anlass der Reise? Wohin soll sie gehen? Und: Wer nimmt an der Reise teil? Erst danach sollte er das Reiseprogramm, also den Inhalt und Ablauf der Rede, planen.

Tipp 3: Vorab überlegen: Wer ist mein Gegenüber? Beim Planen Ihrer Rede sollten Sie wissen: Wer sitzt mir gegenüber? Und: Welche BezieSeite 5


hung besteht zwischen den Zuhörern? Kennen sie sich gut oder sehen sie sich nur einmal jährlich? Gehören sie derselben Organisation an oder nicht? Denn wenn Ihre Zuhörer Tag für Tag zusammenarbeiten, haben sie gemeinsame Erfahrungen: Auf diese können Sie sich als Redner beziehen. Sehen sich hingegen nur einmal pro Jahr, müssen sie auf andere Elemente zurückgreifen, um ihr Ohr zu finden. Zum Beispiel die Entwicklung in der Branche. Oder solche branchenübergreifenden Themen wie das Thema „Digitalisierung“.

Tipp 4: Mit den Zuhörern kommunizieren. Ein guter Redner kommuniziert mit seinen Zuhörern – selbst wenn nur er spricht. Zum Beispiel mit den Augen. Tragen Sie deshalb Ihre Rede so frei wie möglich vor. Sprechen Sie das Publikum auch immer wieder persönlich an – jedoch nicht, indem Sie alle zwei, drei Minuten die Floskel „Meine sehr verehrten Damen und Herren“ verwenden. Stellen Sie den Zuhörern vielmehr zum Beispiel rhetorische Fragen wie „Kennen Sie folgende Situation, ...?“ oder „Geht es auch Ihnen so, dass ...?“. Integrieren Sie zudem Beispiele aus der Erfahrungswelt der Zuhörer in Ihre Rede. Auch ein Schuss Humor und Selbstironie tut jeder Rede gut.

Tipp 5: Sich kurz fassen. Je kürzer eine Rede ist, umso besser ist sie meist. Eine Festrede zur Weihnachtsfeier sollte nicht länger als zehn, maximal fünfzehn MiBILDUNGaktuell 12/2017

Planen Sie den Beginn und den Schluss Ihrer Rede besonders sorgfältig. Wie aufmerksam das Publikum Ihnen zuhört, hängt weitgehend vom Einstieg ab. nuten dauern. Denn bei einer Weihnachtsfeier steht das gemeinsame Feiern zentral. Anders ist dies bei einer Rede zum Beispiel bei einem Vertriebs-Kick-off zu Jahresbeginn. Sie soll die Zuhörer auf die Herausforderungen im neuen Jahr einstimmen. Also kann die Rede mehr Information enthalten und einen appellativeren Charakter haben.

Tipp 6: Auf Kernbotschaften fokussieren. Eine Rede sollte höchstens drei Kernbotschaften enthalten. Zum Beispiel: Die Arbeitsplätze sind sicher. Unser Unternehmen sieht einer rosigen Zukunft entgegen. Und: Dass es unserem Betrieb so gut geht, verdanken wir dem Einsatz aller Mitarbeiter.

Tipp 7: Die „Gedankenreise“ planen. Für das inhaltliche Planen Ihrer Rede können Sie die Mindmapping-Methode benutzen. Sie funktioniert wie folgt: Schreiben Sie in die Mitte eines Blatt Papiers das Thema oder den Anlass der Rede. Zum Beispiel: „Unternehmensstrategie 2018“. Notieren Sie dann entlang von Linien,

die von diesem Zentrum ausgehen, alles, was Ihnen zum Thema einfällt. Zum Beispiel: „Innovation“, „Digitalisierung““, „Vertrieb“. So bekommen Sie schnell einen Überblick über die möglichen Inhalte der Rede. Und wenn Sie merken, es wird zu viel? Dann streichen Sie einfach einige (Seiten-)Arme.

sieht vor ...“ Durchforsten Sie Ihr Manuskript nach substantivierten Verben wie „Durchführung“ und „Neuorientierung“. Wenn ein solches Wort auftaucht, können Sie davon ausgehen: Diese Aussage kann man einfacher und verständlicher formulieren.

Tipp 11: Die Rede üben. Tipp 8: Knackig einsteigen, feurig enden. Planen Sie den Beginn und den Schluss Ihrer Rede besonders sorgfältig. Wie aufmerksam das Publikum Ihnen zuhört, hängt weitgehend vom Einstieg ab. Gute Einstiege sind Anekdoten. Bauen Sie Ihre Rede dramaturgisch auf. Alles sollte auf ein großes Finale hinstreben, das dafür sorgt, dass Ihre Rede dem Publikum im Gedächtnis bleibt – ähnlich wie bei einem Feuerwerk.

Tipp 9: Kurze, knackige Sätze. Eine Rede sollte aus möglichst kurzen Sätzen bestehen. Schachtelsätze sind schnell unverständlich. Sie beinhalten zudem die Gefahr, dass der Redner sich verheddert. Dann ist bei ungeübten Rednern oft der Rest der Rede gelaufen. Denn sie werden nervös und verhaspeln sich immer häufiger. Und irgendwann wartet das Publikum nur noch auf Versprecher.

Tipp 10: Eine bildhafte Sprache. Wichtig ist eine aktive Sprache. Also zum Beispiel „Wir planen ...“ statt „Unsere Planung

Sicherheit gewinnen Sie vor allem durch Routine und eine gute Vorbereitung. Hierzu zählt das laute Üben der Rede. Insbesondere den Einstieg, das Ende und die Übergänge zwischen den Redepassagen sollten Sie so lange üben, bis Sie diese sozusagen auswendig kennen. Stoppen Sie beim Üben auch die Dauer der Rede, damit Sie die hierfür vorgesehene Zeit nicht überschreiten.

Tipp 12: Gelassenheit bewahren. Und geraten Sie nicht in Panik, wenn Sie bei Ihrer Rede – trotz Ihrer guten Vorbereitung – sich mal versprechen oder den roten Faden verlieren. Denn das Redenhalten nicht Ihr Haupt-Job. Deshalb tragen solche kleinen Patzer eher dazu bei, dass Sie authentisch wirken. Dr. Georg Kraus ist Geschäftsführer der Unternehmensberatung Dr. Kraus & Partner. Er promovierte zum Thema Projektmanagement und ist Lehrbeauftragter an der Universität Karlsruhe, der IAE in Aix-en-provence und an der technischen Universität Clausthal. Klick! www.kraus-und-partner.de ÒÒ Seite 6


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LEARNTEC 2018 Leitmesse für digitale Bildung 30. Januar bis 01. Februar 2018 Messe Karlsruhe


Fotos: KMK / Behrendt & Rausch

learntec 2018

Britta Wirtz, Geschäftsführerin der Karlsruher Messe- und Kongress GmbH

Liebe Leserinnen und Leser, vom 30. Januar bis 1. Februar 2018 steht die Messe Karlsruhe ganz im Zeichen des digitalen Lernens. Bereits zum 26. Mal ist die LEARNTEC – Leitmesse für digitale Bildung in Schule, Hochschule und der beruflichen Bildung – Bühne für aktuelle Trends und zukünftige Entwicklungen. Auf der LEARNTEC 2018 können die Besucher sich bei über 280 Ausstellern über die neuesten Anwendungen, Programme und Lösungen für das Lernen mit digitalen Medien informieren und sich mit Experten über aktuelle Fragen des lebenslangen Lernens austauschen. Erstmals belegt die LEARNTEC zwei Hallen und stellt damit mehr Ausstellungsfläche an der Messe zur Verfügung. Neben der Messe bietet der Kongress der LEARNTEC jedes Jahr einen Blick in die ZuBILDUNGaktuell Spezial

kunft der Bildung. Er stellt erfolgreich umgesetzte Konzepte vor und vermittelt den Teilnehmern geballtes, praxisnahes Wissen. Für die kommende LEARNTEC konnten wieder hochkarätige und international bekannte Referenten aus Wirtschaft und Wissenschaft für den Kongress gewonnen werden, der sich dem Thema „Bildung als Motor der Digitalisierung“ widmet. Behandelt werden Themen wie selbstorganisiertes und informelles Lernen, VR- und 3DLernwelten, Digital Leadership, Modern Learning, Big Data, Learning Analytics und Adaptive Learning sowie Performance Support. Ein besonderes Highlight des Kongresses bildet die Keynote von Charles Jennings, Co-Founder, 70:20:10 Institute (UK), zum Thema „Exploiting Learning in the Workplace: informal learning and the 70:20:10 model“.

Darüber hinaus werden auf der LEARNTEC wichtige E-Learning-Preise für IT-gestütztes Lernen vergeben: der Nachwuchs-Award delina und das Kundenvotum „E-Learning Check“. Ich lade Sie herzlich ein, die kommende LEARNTEC zu besuchen und hier Antworten auf Ihre Fragen rund um IT-basiertes Lernen und Wissensmanagement zu finden. Ihre Britta Wirtz Geschäftsführerin der Karlsruher Messe- und Kongress GmbH Mehr Informationen sowie Tickets erhalten Sie hier: Klick! www.learntec.de ÒÒ

Impressum Diese BILDUNGaktuell-Spezialausgabe ist eine entgeltliche Sonderproduktion im Auftrag der Karlsruher Messe- und Kongress GmbH (KMK). BILDUNGaktuell-Herausgeber und Medieninhaber: Alexander Karp karp | communication company Siegfriedgasse 52/19, 1210 Wien E-Mail: hallo@karp.at COPYRIGHT: Alle Rechte sind vorbehalten. Abdruck und Weiterverwendung der Inhalte, auch nur auszugsweise, nur mit schriftlicher Genehmigung des Herausgebers.

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Lernen und Arbeiten gehen Hand in Hand. Immer mehr Unternehmen setzen deshalb verstärkt auf E-Learing. Zu Recht. Denn digital ist überall. Von Sünne Eichler

D Vernetzte Lernwelten BILDUNGaktuell Spezial

ie Digitalisierung nimmt unaufhaltsam Fahrt auf. Sie sorgt für einen tiefgreifenden Wandel in allen Lebensbereichen und ändert die Art, wie wir heute und in Zukunft leben, lehren und arbeiten. Auch in der Bildung spielt die Digitalisierung eine immer wichtigere Rolle – Bildung wird zum Treiber der digitalen Transformation. Neben Web Based Trainings (WBT), interaktiven Selbstlernprogrammen, die dem Lerner zeit- und ortsunabhängig Wissen vermitteln, wird sich der Trend in Richtung Mobile Lear-

ning weiter verstärken. Der Lerner kann unterwegs und on demand lernen. Dafür eignen sich Inhalte, die in kleinen Lernschritten angeboten werden können – die so genannten Microlearnings oder auch schnelle Wissens-Checks in Form von Quiz-Fragen. Kleine Lerneinheiten ermöglichen auch Augmented Reality-Anwendungen (erweiterte Realität). Diese helfen z.B. Service-Technikern, unterwegs beim Kunden nach Bedarf, Lernangebote maschinenbezogen anzubieten. Langfristig werden wir uns in dreidimensionalen Lernwelten bewegen, die es möglich machen, Lernen so dicht wie möglich Seite 9


an der Arbeitssituation zu schulen. Die Dreidimensionalität und das passende Lernszenario führen zu einer hohen Immersion und Emotionalisierung des Lerners, was das Lernerlebnis dadurch sehr nachhaltig macht. Das gilt auch für den Einsatz von Game Based Learning, das erwiesenermaßen neben kognitiven Lernzielen auch die affektiven bedient – also Verhalten und Werte beeinflusst. Zudem setzt sich in diesem Kontext auch mehr und mehr die Ansicht durch, dass Lernen wieder Spaß machen darf – und sollte! Der Austausch der Lerner in sozialen Netzwerken (unternehmensintern wie extern) wird ebenso eine wichtige Rolle spielen wie das Lernen in virtuellen Lernwelten, etwa den Virtuellen Klassenräumen (VC). Der direkte Austausch und das gemeinsame Lernen über Ländergrenzen, Zeitzonen und organisationale Grenzen hinweg hilft dabei, kollaborativ Wissen aufzubauen, zu lernen und sich jederzeit direkt auszutauschen – ohne dabei auch nur eine Fuß vor die Türe zu setzen. Daraus entstehen Expertengruppen, die selbstständig an Lösungen arbeiten und so ihr Wissen teilen und vertiefen. Mitarbeiter müssen aber im Kontext von Digitalisierung anders geführt werden. Die Lernkultur muss sich den neuen Gegebenheiten anpassen. Der Mitarbeiter kann nur selbstverantwortlich lernen, wenn er auch gelassen wird. Digital Leadership ist hier das Stichwort. Damit E-Learning seine ganze Kraft entfalten kann und nicht im „Projekt-Status“ verharrt, ist es wichtig, dass der Einsatz digitaler BildungsBILDUNGaktuell Spezial

angebote Teil der digitalen Unternehmensstrategie werden und in Geschäftsprozesse integriert wird. Die Personalentwicklung sollte hier zum Treiber des Geschehens werden – und nicht zum Getriebenen. In diesem Jahr führte die LEARNTEC eine Umfrage zur Bedeutung von E-Learning in Unternehmen durch, die sich bereits mit E-Learning beschäftigen. Folgende Aussagen lassen aufhorchen: 90 Prozent der befragten Unternehmen sagen, dass E-Learning eine steigende bzw. stark steigende Bedeutung im Unternehmen hat. 70 Prozent stellen fest, dass die Investitionen in E-Learning steigen werden. 50 Prozent werden ihre Teams ausbauen, bei den anderen 50 Prozent bleibt die Teamgröße unverändert. Und fast 50 Prozent der befragten Unternehmen haben bereits eine eigene E-Learning-Abteilung.

LEARNTEC | Internationale Fachmesse und Kongress

Leitmesse für digitale Bildung Schule | Hochschule | Beruf

Fazit: Am Einsatz digitaler Lernformate kommt kein Unternehmen mehr vorbei. Die vielen neuen digitalen Lernformate für Mitarbeiter und Unternehmen effizient nutzbar zu machen, wird darüber entscheiden, wie gut die Organisationen die Digitalisierung gestalten werden. ■ Sünne Eichler ist gemeinsam mit Prof. Dr. Peter A. Henning Mitglied im Kongresskomitee der LEARNTEC und für die inhaltliche Konzeption des Kongresses verantwortlich. Klick! www.eichler-beratung.de ÒÒ LEARNTEC-Tipp Sünne Eichler hält den Workshop „E-Learning – was ist das eigentlich?”, 31.01.2018, 11.00 bis 12.30 Uhr Seite 10


Hirn statt Humbug Warum ein gesunder Menschenverstand auf solide Lerninhalte angewiesen ist. Von Dr. Nikil Mukerji

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esunder Menschenverstand ist in jedem Bereich wichtig: im Privatleben genauso wie im Beruf, im Alltag genauso wie in den Wissenschaften. Das gleiche gilt für den Bereich des Lernens: Auch hier brauchen wir gesunden Menschenverstand! Aber was bedeutet das eigentlich konkret? Was heißt also, mit gesundem Menschenverstand zu lernen?

1. Was ist gesunder Menschenverstand? Gesunder Menschenverstand ist schlicht die Fähigkeit, einfache Vernunftgrundsätze zu beachten, die jeder Mensch versteht. Wer gesunden Menschenverstand besitzt, denkt z.B. strukturiert und lückenlos, geht von glaubwürdigen Annahmen aus und glaubt nichts ohne guten Grund. Diese und weitere Prinzipien nenne ich „Die 10 Gebote des gesunden Menschenverstands“ (Springer 2017).

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2. Wie lernt man mit gesundem Menschenverstand?

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Was folgt aus diesen Geboten für das Lernen, z.B. im Hinblick auf die Lerninhalte und die Methoden? Lerninhalte müssen natürlich auf einem soliden Fundament stehen. Denn der Lernprozess beginnt mit der Annahme, dass das zu Lernende korrekt ist. Der gesunde Menschenverstand verlangt, dass wir diese Annahme auch glaubwürdig treffen können. Deswegen verletzen etwa Bildungsangebote der Esoterikbranche, die die Sphäre des Wissenschaft-

lichen verlassen, allesamt die Erfordernisse des gesunden Menschenverstands. Aber auch anderweitig unverdächtige Inhalte haben Anteile, die bei näherem Hinsehen haltlos sind. Die 7-38-55-Regel, die in vielen Kommunikationskursen vermittelt wird, ist ein gutes Beispiel dafür. Lernmethoden müssen außerdem auf gesicherten Erkenntnissen beruhen. Leider kursieren immer noch viele hartnäckige Mythen, zum Beispiel, dass es unterschiedliche Lerntypen gäbe oder wir normalerweise nur 10 Prozent unseres Gehirns nutzten. Doch für keine dieser Behauptungen sprechen glaubhafte Belege. Wer Lernmethoden verwendet, die solche Annahmen treffen, verschwendet also Zeit und Geld! Kurz gesagt: Unternehmen, Universitäten, Schulen und andere Bildungsanbieter sollten zumindest zwei Dinge beachten: Sie sollten keinen Humbug vermitteln, und sie sollten das, was sie vermitteln, nicht mithilfe von Humbug vermitteln. Das ist Lernen mit gesundem Menschenverstand! ■ Dr. Nikil Mukerji lehrt Philosophie an der LMU München und ist Autor des Buches „Die 10 Gebote des gesunden Menschenverstands“. Klick! www.uni-muenchen.de ÒÒ LEARNTEC-Tipp Dr. Nikil Mukerji hält die Keynote „Lernen mit gesundem Menschenverstand”, 01.02.2018, 13:15 bis 14:15 Uhr. Seite 11


Hier sieht man, wie die beste Wissensvermittlung wirkt: verzögert. Es beginnt mit einer Faszination für das Neue. Diese Begeisterung steckt an und ist so viel wichtiger als die besten PowerPoint-Folien oder durchdachtesten Tafelbilder. Informationen sind für uns meist weit uninteressanter als Emotionen. Warum sonst wissen wir noch, wo wir waren, als Deutschland vor vier Jahren Fußball-Weltmeister wurde? Doch was wir vor fünf Tagen zu Mittag gegessen hatten, haben wir vergessen. Wissensvermittlung ist außerdem mehr als bloße Informationsübertragung, die sich effizient und ökonomisch optimieren ließe. Denn Wissen kann man im Grunde gar nicht vermitteln. Man kann bloß ein Umfeld schaffen, in dem sich andere Informationen abholen und anschließend in ihrem Kopf zu Wissen weiterverarbeiten. Das ist immer ein bisschen ineffizient und meine besten Lehrer wussten, wie es geht: Sie haben mir nicht die besten Antworten gegeben, sondern die interessantesten Fragen gestellt. Eine geschickt gestellte Frage macht sich den stärksten Trieb des BILDUNGaktuell Spezial

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ch habe Biochemie studiert. Das ist kein Studium, in das man einfach so reinrutscht, um dann im sechsten Semester festzustellen: „Nanu, ich studiere Stoffwechselwege, wie konnte das nur passieren?“ Doch ich erinnere mich an meinen Chemielehrer und wie er selbst voller Begeisterung davon sprach, wie wundervoll der Citratcyclus sei. Da dachte ich mir als Zwölftklässler, wenn schon jemand anders das so spannend findet, wird schon was dahinterstecken. Und was genau, erfuhr ich erst fünf Jahre später.

Menschen zunutze: seine Neugier. Genau deswegen kann man Wissen nicht googeln. Denn Google gibt blitzschnell Antworten, doch Google stellt keine Fragen. Doch Fragen verändern die Welt, ein Rätsel schafft Interesse und die verblüffende Lösung bleibt anschließend umso besser im Gedächtnis. Drittens ist entscheidend für erfolgreiche Wissensaufnahme: die Pause. Nur durch eine Ruhephase können wir Informationen verdauen und daraus neues Wissen formen. Sportler werden schließlich auch nicht besser, wenn sie permanent trainieren, sondern wenn sie Pause vom Training machen. Genauso muss man auch unserem Denkprozess Ruhephasen gönnen, um ihm die Möglichkeit zu geben, sich an neue Eindrücke anzupassen und zu etwas Neuem zu formen. Nur wer die Dinge verändert, kann sie verstehen. Das ist mehr als Auswendiglernen. Denn wer etwas lernt, kann es anschließend auch ver-lernen. Doch wer etwas verstanden hat, kann es danach nicht mehr ent-verstehen. ■ Dr. Henning Beck ist promovierter Neurowissenschaftler. Zudem ist er als „Science Slammer” in ganz Deutschland unterwegs, um bei diesen wissenschaftlichen Vortragswettbewerben seine Forschung zu vermitteln. Klick! www.henning-beck.com ÒÒ LEARNTEC-Tipp Dr. Henning Beck hält die Keynote „Lernst du noch oder verstehst du schon – Der Weg des Wissens zu den Nervenzellen”, 01.02.2018, 10:00 bis 10:45 Uhr.

Die Biologie des Lernens Warum Wissen darauf basiert, die richtigen Fragen zu stellen und jedes Gehirntraining auch Pausen braucht. Von Dr. Henning Beck Seite 12


Intelligent arbeiten Warum Leistungsträger vor allem aus ihrer eigenen Arbeit und ihren Erfahrungen lernen. Charles Jennings, Co-founder des 70:20:10 Institute (UK), im Interview.

BILDUNGaktuell: Herr Jennings, was steckt hinter Ihrem 70:20:10-Konzept? Charles Jennings: Die Zahlen stehen für drei unterschiedliche Lernformen, die sich aber oft überlappen: Die ‚70‘ steht für Lernen durch Arbeit – das beinhaltet Erfahrungen, Praxis und Reflexion. Die ‚20‘ steht für Lernen von und mit anderen – etwa Kollegen, Vorgesetzten, Leistungsträgern, Mitgliedern von Communities oder dem Partner und Kindern. Die ‚10‘ ist das formelle Lernen, dazu gehören unter anderem Kurse, E-Learning und Bücher. Das Modell ist eine Struktur, innerhalb derer sich Lernen und Entwicklung, das ‚Learning & Development‘ (L&D) an den Geschäfts- und Organisationszielen ausrichtet.

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Warum glauben Sie, dass informelles Lernen wichtiger ist als formelles Lernen? Es ist erwiesen, dass wir mehr aus unserer eigenen Arbeit und von Arbeitskollegen lernen als von formellen Schulungen. Professor Andries de Grip beispielsweise veröffentlichte im Juni 2015 einen Report zur „Bedeutung von informellem Lernen am Arbeitsplatz“. Er geht davon aus, dass 98 Prozent der Zeit, die wir auf das Lernen verwenden, informell ist. Und je näher das Lernen am Einsatzort stattfindet, desto effektiver ist es.

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Welche Themen eignen sich für informelles beziehungsweise formelles Lernen? Ich habe bisher noch kein einziges Thema gefunden, das sich nicht dafür eignet. Da alles Lernen in einem Kontext erfolgt, liefert das 70:20:10-Modell die Möglichkeit, sich kon-

textbezogen auf die Performance zu fokussieren. Wenn man beispielsweise herausragende Musiker, Designer oder Architekten betrachtet, haben fast alle mit formellem Lernen begonnen. Aber Qualifikationen allein bringen weder Höchstleistung noch Kreativität hervor. In meiner Zeit als Chief Learning Officer bei der Nachrichtenagentur Reuters habe ich nicht einen einzigen Kandidaten nur aufgrund seiner Qualifikationen eingestellt. Lernen wir in einer ruhigen Umgebung nicht besser, wenn wir uns auf formelles Material konzentrieren und es Schritt für Schritt durcharbeiten können? Ja, manchmal schon. Wenn wir Zeit haben, uns ohne Ablenkung auf neue Ideen und Informationen zu konzentrieren, ist das hilfreich. Aber in der Medizin beispielsweise haben Studien gezeigt, dass längere Erfahrung und Praxis zu weniger Komplikationen führt. Lernen im täglichen Arbeitsablauf hat einen sehr großen Effekt. ■ Charles Jennings ist weltweit für seine Arbeit mit dem 70: 20: 10-Modell bekannt. Er hilft Unternehmen, ihre Strategien und Lernansätze für Menschen und Talente zu verändern und „intelligenter zu arbeiten“. Das gesamte Interview können Sie hier lesen: Klick! www.learntec.de ÒÒ LEARNTEC-Tipp Charles Jennings hält die Keynote „Exploiting Learning in the Workplace: informal learning and the 70:20:10 model“, 30.01.2018, 14.45 bis 15.45 Uhr Seite 13

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