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BILDUNGaktuell

Das eMagazin für Management, Personalwesen und Weiterbildung

#12 13.12.2016

2017 wird mein Jahr!

Warum es für die Verwirklichung persönlicher Ziele eine Lebensvision braucht. Ab Seite 7

■ PLUS: LERNTRENDS 2017 © iStock.com / izusek

Das Special zur LEARNTEC

Ein Medienprodukt der karp | communication company


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„Es liegt ganz erheblich an uns selbst, Vertrauen in das Knowhow der Mitarbeiter aufzubringen und damit Rückdelegation zu vermeiden“, schreibt Michaela Grüsser, Managementtrainerin und seit Oktober BILDUNGaktuell-Kolumnistin. Lesen Sie jeden Monat eine neue Coaching-Kolumne der Expertin zu den Themen Management und Persönlichkeit auf BILDUNGaktuell.at. Und in dieser Ausgabe ab Seite 3

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» Themen. Autoren. Inhalte.

„Was in unserem Leben wirklich wichtig ist, ist nie dringend. Es ist zum Beispiel nie dringend, joggen zu gehen. Es wäre aber gut für die Gesundheit. Und es ist nie dringend, sich Zeit für ein Gespräch mit dem Partner zu nehmen. Es wäre aber wichtig für die Beziehung“, schreibt Michael Schwartz, Institutsleiter für integrale Lebens- und Arbeitspraxis. Erfahren Sie in seinem Artikel, was es braucht, damit Sie Vorsätze in Ihr Leben integrieren können. Ab Seite 7

BILDUNGaktuell Das eMagazin für Management, Personalwesen und Weiterbildung

Spe zial powe re MES d by SE RLSR UH E

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■ BITTE NICHT STÖREN! Besser konzentrieren: Wie Sie aktiv für Ihre Ruhezonen beim Arbeiten sorgen können

■ LERNEN MIT HILFE Die meisten Mitarbeiter wollen dazu lernen. Damit das gelingt, brauchen sie Unterstützung

■ DIGITALE BILDUNG Aktuelle Studienergebnisse zeigen: Digitale Lerntrends sind die Zukunft der Bildung

LEARNTEC 2017 Internationale Fachmesse und Kongress 24. bis 26. Januar 2017 / Messe Karlsruhe

Ein Medienprodukt der karp | communication company

Frohe Festtage und ein erfolgreiches neues Jahr wünscht Ihnen das BILDUNGaktuell-Team!

Die LEARNTEC – die Nr. 1 in digitaler Bildung für Schule, Hochschule und Beruf – findet vom 24. bis 26. Januar 2017 in Karlsruhe statt. Ob digitale Bildung, Schule, Hochschule und Beruf — unsere BILDUNGaktuell-Sonderausgabe bietet schon jetzt einen Einblick in die Themen der Fachmesse. Von Autoren, die anerkannte Experten auf ihrem Gebiet sind. Mehr dazu ab Seite 10

Impressum Medieninhaber &Herausgeber: Alexander Karp karp | communication company Siegfriedgasse 52/19, 1210 Wien Redaktion & Anzeigenverwaltung: E-Mail: redaktion@bildungaktuell.at Web: www.bildungaktuell.at

Grundlegende Richtung: Journalistisch unabhängige Berichterstattung und Hintergrundberichte zu den Themen Aus- und Weiterbildung, Karriere, Selbstorganisation, Personalmanagement, Pädagogik, Schule, Universität, Bildungspolitik.

BILDUNGaktuell 12/2016

Hinweis: Bei allen personenbezogenen Bezeichnungen gilt die gewählte Form für beide Geschlechter. Alle angeführten Preis- und Terminangaben sind vorbehaltlich Fehler und Änderungen. Bezahlte Texte sind als „Werbung“ gekennzeichnet.

COPYRIGHT: Alle Rechte vorbehalten. Übernahme und Nutzung der Daten bedarf der schriftlichen Zustimmung des Herausgebers.

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Delegieren, aber richtig Neu auf BILDUNGaktuell: Die Management-Beraterin Michaela Grüsser beantwortet Leserfragen zu den Themen Führung und Management. In dieser Folge geht die Expertin dem Thema nach, wie man richtig delegiert, damit die Arbeit nicht wieder auf dem eigenen Tisch landet.

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eter H., 37, Abteilungsleiter bei einem Automobilzulieferer fragt: „Ich habe in vielen Zeitmanagement-Seminaren gelernt, wie wichtig Delegieren ist. Ich gebe viele Arbeiten an meine Mitarbeiter ab, aber am Ende landet alles erst wieder auf meinem Schreibtisch und ich muss unter Zeitdruck noch mehr arbeiten. Hätte ich es doch gleich selbst gemacht! Wie kann ich bloß besser delegieren?”

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Was verbinden Sie mit dem Begriff „Delegation“? Bedeutet Delegieren für Sie einfach Arbeit zu verteilen? Verstehen Sie Delegation als Möglichkeit, unangenehme und unliebsame Tätigkeiten an „Untergebene“ abzuschieben? Welche Emotionen steigen auf, wenn Sie über Delegation nachdenken? Druck? Ärger? Ohnmacht? Aussichtslosigkeit? Nervt Sie der Gedanke, Mitarbeitern Arbeit delegieren zu müssen und sich davor in stundenlangen Erklärungen zu verlieren? Oder geht es gar um ein Gefühl des Kontrollverlustes? Vielleicht kann Delegation für Sie ja auch zum Werkzeug werden, mit dessen Hilfe Sie Ihre Mitarbeiter kontinuierlich weiterentwickeln können – durch Fordern und Fördern. Wichtig ist also, sich darüber im Klaren zu sein, was „richtiger Delegation“ persönlich im Weg steht. Im seltensten Fall sind es inkompetente Mitarbeiter, die nicht in der Lage sind, die ihnen gestellten Aufgaben professionell zu erledigen. Es liegt ganz erheblich an uns selbst, Vertrauen in das Know-how der Mitarbeiter aufzubringen und damit Rückdelegation zu vermeiden. Lassen Sie mich das an einem konkreten Beispiel festmachen:

Variante 1 Durch eine Veränderung im Gesamtprojektplan mussten Arbeitspakete, für die A. drei Monate BILDUNGaktuell 12/2016

Es liegt ganz erheblich an uns selbst, Vertrauen in das Know-how der Mitarbeiter aufzubringen und damit Rückdelegation zu vermeiden. Michaela Grüsser eingeplant hatte, in sechs Wochen abgeliefert werden. Selbst wenn er die nächsten Wochen 18-Stunden-Tage einlegen würde – es wurde rasch klar, dass nur durch Aufteilung der Tasks die neue Frist eingehalten werden konnte. A. war unter Druck. Er zweifelte an den fachlichen Fähigkeiten seiner Mitarbeiter, vor allem aber war er überzeugt, dass diese mit dem Stress nicht umgehen konnten. Fehler würden passieren und das Gesamtergebnis wäre ein Desaster. Er überlegte krampfhaft anhand der Projektvorgaben, welche Mitarbeiter überhaupt die Kompetenzen und Kapazitäten haben könnten und begann, komplexe Übersichten zu erstellen. Eines war ihm schnell klar: Es würde nur mit massiver Kontrolle funktionieren. Er fing an strikte Zeitpläne zu erarbeiten und die Projekt-Agenden und -Rollen in einer Matrix darzustellen. In einem einstündigen Meeting wurde allen Beteiligten diese Übersicht mittels einer umfangreichen Folienpräsentation erklärt und auch gleich die Aufgaben inklusive Fristen verteilt. Daran gab es nichts mehr zu rütteln. Das Gesamtkonzept, das auf dem Server lag, enthielt alle Informationen im Detail. Download und Durchlesen war die Devise. Es schien allen klar zu sein, was nun zu tun ist. Denn auf die Frage: „Gibt es noch offene Fragen?“ herrschte Schwei- »

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Hier antwortet Führungskräfte-Coach Michaela Grüsser: Leider lässt sich „Zeit“ nicht managen. Was sich jedoch managen lässt, ist unser eigenes Handeln – dazu braucht es auch Klarheit über die Einstellungen und Vorstellungen, die wir mit diesen Handlungen verknüpfen.

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Nur wenn alle an einem Strang ziehen und davon überzeugt sind, dass das machbar ist, wird es eine erfolgreiche Umsetzung geben können. Michaela Grüsser

Die erste Projektbesprechung verlief stockend, es gab kaum handfeste Ergebnisse. Die Mitarbeiter hatten sich in Grundsatzdiskussionen über Inhalte und Zuständigkeiten verzettelt, manche hatten noch nicht mal mit ihren Aufgaben begonnen. Die Stimmung war schlecht, die Motivation im Keller. A. war verzweifelt. Er verstand nicht, warum trotz top aufbereiteter Planung und Bereitstellung aller Unterlagen offenbar niemand in der Lage war, die Arbeit zu erledigen. Er hatte eine ganze Woche verloren. Er war überzeugt, er musste ab sofort noch detailliertere Umsetzungsschritte vorgeben, reklamierte sich ab sofort persönlich in jedes Meeting hinein und gab konkrete Anweisungen. Alle mussten „an der Hand“ genommen werden, wie er es bezeichnete. Seine eigenen Aufgaben erledigte er bis spät in die Nacht hinein und arbeitete an den Wochenden.

Variante 2 Durch eine Veränderung im Gesamtprojektplan mussten Arbeitspakete, für die A. drei Monate eingeplant hatte, in 6 Wochen abgeliefert werden. Es war rasch klar, dass das eine extreme Belastung für sich und seine Mitarbeiter bedeutete. Nur, wenn alle an einem Strang ziehen und davon überzeugt sind, dass das machbar ist, wird es eine erfolgreiche Umsetzung geben können. A. organisierte ein Meeting mit allen Beteiligten und stellte die geänderten RahmenbedinBILDUNGaktuell 12/2016

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gen. Das nächste Meeting sollte in einer Woche stattfinden.

gungen vor. „Welche Ideen habt ihr dazu? Wie wollen wir vorgehen? Wie kann es gelingen? Was sind eure Vorschläge?“ – DAS waren die wichtigsten Fragen an die Gruppe, mit denen er seine kurze Präsentation beendete. Die Mitarbeiter hatten nun die Aufgabe, mögliche Szenarien zu erarbeiten und konnten jederzeit Verständnisfragen stellen. Sie überlegten, welche Kompetenzen vorhanden und gebündelt werden konnten. Sie erarbeiteten verschiedene Varianten neuer Projektpläne mit geänderten Milestones. Wie musste das Projektteam nun zusammengesetzt werden, wenn eine Parallelisierung von Aufgaben notwendig war? Welche Schnittstellen zu anderen Bereichen in der Projektorganisation müssen wir berücksichtigen? Wie sichern wir den Informationsfluss – und vieles mehr. Hier wurden Themen beleuchtet und mögliche Risken bedacht,

die A. trotz umfangreicher Erfahrung alleine nie hätte berücksichtigen können. Durch diesen Prozess gelang es, die Mitarbeiter zu überzeugen, dass trotz veränderter Rahmenbedingungen gemeinsamer Erfolg möglich war. Denn die Mitarbeiter erarbeiteten SELBST Wege und Lösungen. Damit gab es eine hohe Form der Eigenmotivation. IHRE eigenen Ideen sind es, mit denen sie sich am stärksten identifizieren konnten. Das Erleben, im Team zu schaffen, was ein Einzelner kaum erbringen kann, gibt Sicherheit, (Selbst)Vertrauen und Mut. A. konzentrierte sich ab nun verstärkt auf die Rolle des Begleiters; sobald Probleme auftauchten, ermutigte er durch Fragestellung (Was schlägst du vor?), nochmals zu analysieren und Ideen zur entwickeln. Manchmal gab

er Impulse – oder lieferte notwenige Ressourcen, damit ein Schritt nach dem anderen zur Zielerreichung gemacht werden konnte. Durch diese Art des Fordern und Fördern wird Delegation zu einem Akt des Vertrauens und der Wertschätzung. Mitarbeiter erleben, dass ihre Expertise wahr- und ernstgenommen wird. Dass Sie aufgrund ihrer Ausbildung, Erfahrung, etc. einen essenziellen Beitrag zum Erfolg leisten. Dass Fehlerkultur vorhanden ist. Das schafft hohe Bereitschaft zur eigenständigen Umsetzung der delegierten Aufgaben. Und für Sie heißt das: mehr Raum (und Zeit), um Ihr persönliches Arbeitsvolumen besser – und stressfreier – bewältigen zu können und gleichzeitig Ihrer Führungsfunktion gerecht zu werden. Michaela Grüsser ist Coach und Managementtrainerin. Haben auch Sie eine Frage zu den Themen Führung und Persönlichkeit? Dann schreiben Sie uns eine E-Mail an die Adresse coaching-minutes@bildungaktuell.at Klick! www.gruesser.at ÒÒ Seite 5


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Entscheiden Sie sich für Ihr Leben Zu Jahresbeginn fassen viele Menschen gute Vorsätze. Doch kurze Zeit später sind sie oft wieder vergessen. Denn die Vorsätze sind nicht in einer Lebensvision verankert. Von Michael Schwartz

Sich zu entscheiden, fällt vielen Menschen schwer. Denn: Wenn wir uns für etwas entscheiden, müssen wir andere Möglichkeiten verwerfen. Das können wir nur, wenn wir wissen, was uns wichtig ist. Sonst fassen wir zwar viele Vorsätze, doch ein, zwei Tage später sind BILDUNGaktuell 12/2016

sie vergessen. Der Grund dafür ist, dass unsere Vorsätze nicht in einer Lebensvision verankert sind. Hinzu kommt: Was in unserem Leben wirklich wichtig ist, ist nie dringend. Es ist zum Beispiel nie dringend, joggen zu gehen. Es wäre aber gut für die Gesundheit. Und es ist nie dringend, sich Zeit für ein Gespräch mit dem Partner zu nehmen. Es wäre aber wichtig für die Beziehung. Weil die wirklich wichtigen Dinge (fast) nie dringend sind, schieben wir sie oft vor uns her. Oder wir hegen die Illusion: Wenn ich alles schneller erledige, habe ich auch dafür Zeit. Die Konsequenz: Wir führen ein Leben im High- »

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iehe ich nach London, weil ich Karriere machen möchte, oder sind mir meine Freunde wichtiger? Spare ich 200 Euro pro Monat fürs Alter oder fliege ich auf die Malediven? Möchte ich mit meinem Partner Kinder kriegen oder ist mir meine Unabhängigkeit wichtiger? Solche Fragen stellen sich im Leben oft und sorgen dafür, dass wir uns entscheiden müssen. Denn es ist eine Illusion anzunehmen, alles wäre zugleich möglich.

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Speed-Tempo. Und irgendwann stellen wir resigniert fest: Nun führe ich zwar ein (noch) gefüllteres Leben, aber kein er-fülltes Leben.

Herausforderung: Die Balance im Leben wahren Eine solche Schieflage ist kein Einzelschicksal. Immer mehr Menschen plagt in der modernen, von rascher Veränderung geprägten Welt das Gefühl: Mein Leben ist nicht im Lot. Eine Ursache hierfür ist: Bezogen auf ihre berufliche Laufbahn haben die meisten Menschen eine klare Perspektive – zum Beispiel: „Ich will Vertriebsleiter werden.“ Anders sieht es in den Lebensbereichen „Sinn/Kultur“, „Körper/Gesundheit“ und „Familie/Beziehung“ aus. Hier fehlen uns häufig klare Ziele. In der Alltagshektik übersehen wir zudem oft, dass die vier Lebensbereiche in einer Wechselbeziehung stehen. Deshalb verliert, wer zum Beispiel den Bereich „Arbeit/Beruf“ längerfristig überbetont, auf Dauer neben seiner Lebensfreude, auch seine Leistungskraft. Denn: » Wer krank ist, kann weder sein Leben in vollen Zügen genießen, noch ist er voller Leistungskraft. » Wer einsam ist, ist weder „quietsch-vergnügt“, noch strotzt er im Job vor Energie. » Wer in einer Sinnkrise steckt, ist weder „lebensfroh“, noch sehr leistungsfähig. Denn hinter allem Tun steht die Frage: Was soll das Ganze? Wenn wir ein erfülltes Leben führen möchten, müssen wir also für die rechte Balance zwiBILDUNGaktuell 12/2016

schen den vier Lebensbereichen sorgen. Das gelingt uns nur, wenn wir eine Vision von unserem künftigen Leben haben. Diese benötigen wir auch, weil heute viele Anforderungen an uns gestellt werden, die sich nur bedingt miteinander vereinbaren lassen. Das werden fast alle berufstätigen Mütter sofort bestätigen. In den meisten höher qualifizierten Jobs sind unregelmäßige Arbeitszeiten normal. Für berufstätige Mütter bedeutet dies: Sie können nicht mehr täglich beispielsweise Punkt 16 Uhr das Büro verlassen. Was sollen sie also tun, wenn der Kindergarten um 16 Uhr schließt? Noch ein Beispiel: Vielen Vertriebsmitarbeitern von Unternehmen fällt es zunehmend schwer, regelmäßige private Termine wahrzunehmen. Denn immer mal wieder dauert ein Kundentermin länger als geplant. Also sind (Interessen-) Konflikte vorprogrammiert.

Herausforderung: Das eigene Leben managen Für solche Konflikte bietet uns das klassische Zeit- und Selbstmanagement keine Lösung – denn es berücksichtigt nicht, dass unsere größten Konflikte meist daraus resultieren, dass wir in ein soziales Beziehungsnetz eingebunden sind. Hierfür zwei Beispiele: Ein Angestellter kann sich zwar vornehmen „Heute Abend, Punkt 18 Uhr, verlasse ich das Büro.“ Wenn sein Chef aber kurz vor 18 Uhr sagt „Dieses Angebot muss heute noch raus“, dann hat er ein Problem. Ebenso verhält es sich, wenn er sich vornimmt „Ich gehe abends regelmäßig joggen“, sein Lebenspartner aber sagt: „Wenn du schon

so spät von der Arbeit kommst, dann könntest du wenigstens bei mir und den Kindern bleiben“. Auch dann hat er ein Problem.

» Worin zeigt sich für mich ein erfülltes Leben? » Was muss ich heute tun, damit ich auch morgen ein glückliches Leben führe?

Das klassische Zeitmanagement tut so, als würden wir als „lonely heroes“ durchs Leben gehen. Das können wir zwar, doch ein erfülltes Leben führen wir so nicht, denn: Menschliches Leben ist Leben in Gemeinschaft. Hinzu kommt: Viele Anforderungen, die das Leben an uns stellt, können wir nur mit Hilfe anderer Menschen meistern. Zum Beispiel, indem wir mit Bekannten vereinbaren: „Montags holst du meine Kinder ab, damit ich länger arbeiten kann. Dafür nehme ich deine Kinder am Dienstag mit.“ Hieraus resultiert eine weitere Herausforderung: Wir müssen sozusagen „Manager“ unseres eigenen Lebens werden – also Personen, die durch ihr heutiges Handeln dafür sorgen, dass sie auch künftig ein glückliches und erfülltes Leben führen.

Pro-aktiv handeln statt re-agieren

Eine Voraussetzung hierfür ist: Wir müssen heute dafür sorgen, dass wir auch künftig nicht unsere Lebensbalance verlieren. Zum Beispiel, weil wir unseren Arbeitsplatz verlieren, uns unser Lebenspartner verlässt, wir einen Herzinfarkt erleiden oder uns das Burn-out-Syndrom und damit die Sinnkrise packt. Der erste Schritt hierzu besteht darin, dass wir eine Vision von unserem künftigen Leben entwickeln. Setzen Sie sich deshalb zum Beispiel in der Zeit zwischen den Jahren hin und fragen Sie sich bezogen auf die vier Lebensbereiche: » Was ist mir wirklich wichtig?

Fragen Sie sich zudem (regelmäßig): Gibt es in meinem Lebensumfeld Anzeichen dafür, dass künftig die Balance in meinem Leben bedroht sein könnte? Solche Warnsignale können sein: » Zwischen Ihnen und Ihrem Lebenspartner herrscht zunehmend Schweigen. Auch wichtige Freunde melden sich nicht mehr. » In Ihrem Betrieb lautet die oberste Maxime plötzlich „Sparen“. » Sie fragen sich immer häufiger: Was soll das Ganze? » Sie spüren ab und zu ein Stechen in Ihrer Herzgegend. Haben Sie diese Fragen für sich beantwortet, dann können Sie konkrete Vorsätze fassen und einen Maßnahmenplan für sich entwerfen, wie Sie diese realisieren. Und zwar ohne dass die Gefahr besteht, dass Sie Ihre Vorsätze schon wieder vergessen haben, kaum sind die Silvesterraketen verglüht. Denn Ihre Vorsätze sind nun in einer Vision von Ihrem künftigen Leben verankert. Michael Schwartz leitet das Institut für integrale Lebens- und Arbeitspraxis (ilea). Der Diplom-Physiker arbeitete vor seiner Beratertätigkeit fast zwei Jahrzehnte als Führungskraft sowie Projektmanager in der (Software-)Industrie. Klick! www.ilea-institut.de ÒÒ Seite 8


Geschäftsreisen. Travel Management. Airlines. Hotels.

Was Business Traveller und Frequent Flyer wissen sollten.

www.travelbusiness.at


BILDUNGaktuell Das eMagazin für Management, Personalwesen und Weiterbildung

Spe zial pow er ME ed by S KA RLS SE RUH E

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LEARNTEC 2017 Internationale Fachmesse und Kongress 24. bis 26. Januar 2017 / Messe Karlsruhe


Fotos: KMK / Behrendt & Rausch

LEARNTEC 2017

Britta Wirtz, Geschäftsführerin der Karlsruher Messe- und Kongress-GmbH

Liebe Leserinnen und Leser, vom 24. bis 26. Januar 2017 steht die Messe Karlsruhe ganz im Zeichen des digitalen Lernens. Bereits zum 25. Mal ist die LEARNTEC – die Nr. 1 in digitaler Bildung für Schule, Hochschule und Beruf – Bühne für aktuelle Trends und zukünftige Entwicklungen. Auf der wichtigsten internationalen Veranstaltung für digitale Bildung werden mehr als 240 Aussteller aus 12 Nationen die neuesten Anwendungen und Programme für das Lernen mit IT präsentieren. Mehr als 7.500 IT-Verantwortliche und HR-Entscheider werden zur Jubiläumsausgabe erwartet. Bereits von Beginn an beschäftigt die LEARNTEC sich mit dem Einsatz von digitalen Medien in der beruflichen Bildung. Seit einigen Jahren widmet sie sich zudem der Schul- und Hochschulbildung, in der digitale Medien noch nicht so selbstverständlich genutzt werden, und BILDUNGaktuell Spezial

bietet hierfür die Themenbereiche school@ LEARNTEC und university@LEARNTEC an. Neben der Messe bietet der Kongress der LEARNTEC jedes Jahr einen Blick in die Zukunft der E-Learning- und Bildungsbranche. Er stellt erfolgreich umgesetzte Konzepte vor und vermittelt den Teilnehmern geballtes, praxisnahes Wissen. Für die kommende LEARNTEC konnten wieder hochkarätige und international bekannte Referenten aus Wirtschaft und Wissenschaft für den Kongress gewonnen werden, der sich dem Thema „Zukunft Lernen: Lernwelten neu denken“ widmet. Ein besonderes Highlight des Kongresses bildet die Keynote des weltweit anerkannten Futuristen, Analysten und Speakers Elliott Masie am ersten Messetag, der dem Publikum seine Vorstellung von „Learning Trends, Shifts and Disrupters“ präsentieren wird.

Darüber hinaus werden auf der LEARNTEC wichtige europäische Preise für IT-gestütztes Lernen vergeben: der Nachwuchs-Award d-elina, der Wolfgang-Heilmann-Preis, das Kundenvotum „E-Learning Check“ sowie der bsoco als internationaler Benchmark. Ich lade Sie herzlich ein, die kommende LEARNTEC zu besuchen und hier Antworten auf Ihre Fragen rund um IT-basiertes Lernen und Wissensmanagement zu finden. Ihre Britta Wirtz Geschäftsführerin der Karlsruher Messe- und Kongress-GmbH Mehr Informationen sowie Tickets erhalten Sie hier: Klick! www.learntec.de ÒÒ

Impressum Diese BILDUNGaktuell-Spezialausgabe ist eine entgeltliche Sonderproduktion im Auftrag der Karlsruher Messe- und Kongress-GmbH (KMK). BILDUNGaktuell-Herausgeber und Medieninhaber: Alexander Karp karp | communication company Siegfriedgasse 52/19, 1210 Wien E-Mail: hallo@karp.at COPYRIGHT: Alle Rechte sind vorbehalten. Abdruck und Weiterverwendung der Inhalte, auch nur auszugsweise, nur mit schriftlicher Genehmigung des Herausgebers.

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Konzentration! S

tellen Sie sich vor, Sie sitzen auf der Terrasse eines gediegenen Wellnesshotels und wollen in Ruhe ein paar lange hinausgeschobene Briefschulden begleichen. Doch alle paar Minuten kommt jemand, erst der Kellner, dann eine lange nicht gesehene Freundin, dann der Sohnemann. So langsam kommen Sie sich vor wie in dem bekannten Loriot-Sketch: Der Gast, der eine Kalbshaxe verspeisen will und nicht dazu kommt, weil er ständig gefragt wird: „Schmeckt´s?“ Wie der Gast nicht zum Essen kommt, so können auch Sie Ihre Briefe nicht schreiben … und nicht viel anders geht es vielen Menschen Tag für Tag: Sie können sich nicht mehr konzentrieren, weil sie ununterbrochen unterbrochen werden. Muss das auf Dauer so bleiben? Nicht unbedingt. Denn es ist nicht so, dass wir den Zustand der Konzentration nur in Phasen höherer Erleuchtung erlangen – wir können ihn aktiv herstellen. Und das ist gar nicht so schwer – letztlich braucht es dafür zwei wichtige Voraussetzungen:

Foto: iStock.com/PeopleImages

1. Schaffen Sie einen Magneten Eine Vielzahl von Dingen kämpft permanent um unsere Aufmerksamkeit. Dem muss aktiv etwas entgegengestellt werden – ein Ziel, das wie ein Magnet unsere Gedanken anzieht und sie gleichzeitig davon abhält, auf der Suche nach anderen Reizen zerstreut umherzuwanBILDUNGaktuell Spezial

Dr. Marco von Münchhausen analysiert, wie es gelingen kann, sich in der Arbeit störungsfreie Zonen zu schaffen. dern. Der Grund: Bilder haben auf unser Gehirn eine mindestens zehnfach stärkere Wirkung als Worte oder Begriffe. Dabei gilt: Je klarer definiert, je genauer das Bild von Ihrem Ziel ist, desto größer ist dessen Magnetkraft. Nehmen Sie sich zum Beispiel konkret vor: Montag, 9.00 – 10.30: zehn Kunden anrufen – und notieren Sie sich diese zehn Kunden auf einer Liste. Die Wahrscheinlichkeit, dass Sie gegen 10.30 dann tatsächlich mit Kunden telefoniert haben, ist hoch – wesentlich höher jedenfalls, als wenn in Ihrem Kalender nur ganz pauschal Montag – Kundenpflege stünde.

2. Störungen abblocken Bei der zweiten Voraussetzung geht es darum, sämtliche Störungen und ablenkenden Reize auszuschließen, und zwar die äußeren (Kommunikationsmittel und die lieben Mitmenschen, um nur mal die wichtigsten zu nennen) genauso wie die inneren (Sorgen, Ängste, Tagträume). Unterbrechungen schaden nicht? Irrtum! Vergleicht man den Einfluss von Unterbrechungen auf das Arbeitsergebnis mit der Wirkung von Drogen, dann würde wohl kaum einer darauf kommen, dass Unterbrechungen für die Arbeit schädlicher sind als Marihuana. Genau zu diesem Ergebnis führte ein Experiment am Londoner King´s College: Eine Gruppe, der man Marihuana verabreichte, schnitt bei mittelschweren Aufgaben besser ab als die

nüchterne Gruppe, die aber dauernd unterbrochen wurde. Ohne diese Unterbrechungen waren sie der „Drogengruppe“ klar überlegen. Konzentration erfordert also störungs- und unterbrechungsfreies Arbeiten. Das funktioniert nicht immer gleich gut, aber in beinahe allen Lebenssituationen gibt es die Möglichkeit, mal für ein oder zwei Stunden unerreichbar zu sein. Und dann gilt: » Handy aus! » Keine E-Mails und kein Social Media! » Keine Störungen durch Kollegen, Freunde oder Familie! Probieren Sie es einfach mal aus – Sie werden überrascht sein, wie viel Sie in einer Stunde konzentrierter Arbeit erledigen können. ■ Dr. Marco von Münchhausen studierte Jura, Psychologie und Kommunikationswissenschaften. Heute hält der gefragte Redner und Coach europaweit Vorträge und Seminare zu den Themen Work-Life-Balance, Selbstmotivation, Selbstmanagement im Alltag und die Aktivierung persönlicher Ressourcen. Klick! www.vonmuenchhausen.de ÒÒ LEARNTEC-Tipp Dr. Marco von Münchhausen hält den Vortrag „Die Kraft der Konzentration: Wie wir lernen, wieder ganz bei der Sache zu sein”, 26.01.2017, 13:15 bis 14:15 Uhr. Seite 12


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Mitarbeiter sollen bei ihrer Weiterbildung immer mehr Selbstverantwortung übernehmen. Damit das klappt, brauchen sie Starthilfe. Von Prof. Dr. Nele Graf BILDUNGaktuell Spezial

Foto: iStock.com/Yuri_Arcurs

Lernhilfe für Mitarbeiter

ernen und Weiterbildung im betrieblichen Kontext erfährt einen Wandel. Seminare und Schulungen sind out. eLearning, Blended Learning, Gamification, Workplace Learning, Social Learning und vieles mehr treiben die PE-Szene um. Immer mit dem Ziel, Weiterbildung arbeitsplatznäher, individueller und spezifischer für die Mitarbeiter zu gestalten und damit die Effizienz der Lernprozesse zu steigern. Doch statt die Lernformate immer weiter zu optimieren, wird das Wesentliche aus dem Blick verloren: der Mitarbeiter. All die neuen Formate und die dahinter steckenden Ziele erfordern nämlich eines: Die Mitarbeiter müssen deutlich mehr Verantwortung für ihr eigenes Lernen übernehmen als bisher. Das fängt bei der Motivation an, geht über das Management des Lernprozesses bis hin zur eigenen Erfolgsevaluation. Nicht umsonst wird inzwischen von Employee-Led Learning (Jane Hart 2016) oder Ownership of Learning (OEB 2016) gesprochen. Doch wurden die Mitarbeiter in die Entscheidung über den Wandel und seine Gestaltung mit einbezogen? In einer Studie der Hochschule für angewandtes Management mit der Vodafone Stiftung wurden in 2016 über 10.000 Mitarbeiter zu ihren Einstellungen und Kompetenzen in Bezug auf selbstgesteuertes Lernen befragt. Erfreulich: 98% wissen, dass lebenslanges Lernen wichtig ist und über zwei Drittel der Mitarbeiter möchten mehr Verantwortung für das eigene Lernen übernehmen. Allerdings setzen sich zum Beispiel nur etwa ein Drittel der Mitarbeiter konkrete Lernziele und rund 75% der Befragten geben an, ein niedriges oder kein

Durchhaltevermögen beim Lernen zu haben. Diese und weitere Erkenntnisse der Studie zeigen, dass der Wille da ist, es aber an den Kompetenzen zur Umsetzung mangelt. Auch wird die Unterstützung der Mitarbeiter durch die Personalabteilung und Führungskräfte als sehr ausbaufähig angesehen. Nur 9% der Befragten attestieren ihren Führungskräften eine gute Unterstützungsleistung und lediglich 8% schätzen die Lernkultur in ihrem Unternehmen als sehr gut oder gut ein. Hier sollte der Fokus der Personalentwicklung liegen: Mitarbeiter zu befähigen, selbstgesteuert zu lernen, eine Kultur der lernenden Organisation aufzubauen und Führungskräfte in der Rolle des Lerncoaches zu unterstützen. Erst dann macht es Sinn, die Formate weiter zu professionalisieren. ■ Prof. Dr. Nele Graf ist Professorin für Personal und Organisation an der Hochschule für angewandtes Management in Berlin und forscht dort als Leiterin des CompetenceCentre for Innovation & Quality in Leadership & Learning (CILL) zur Zukunft der Personalentwicklung, Führen von Teams und Lernkompetenzen. Zudem ist sie Geschäftsführerin der Mentus GmbH. Klick! www.fham.de ÒÒ LEARNTEC-Tipp Prof. Dr. Nele Graf hält den Vortrag „Immer auf den Mitarbeiter: Wie wir Mitarbeiter unterstützen können, modernes Lernen erfolgreich zu realisieren“, 25.01.2017, 12:00 bis 12:30 Uhr. Seite 13


Foto: pexels.com

TRENDS DER DIGITALEN

BILDUNG Herausforderungen und Chancen — der technologische Fortschritt beeinflusst auch das Lernen. Die von der LEARNTEC in Auftrag gegebene Studie „Digitale Bildung auf dem Weg ins Jahr 2025“ zeigt die Trends. Lesen Sie hier die wichtigsten Ergebnisse. BILDUNGaktuell Spezial

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ie rasant fortschreitende Digitalisierung in der Gesellschaft spiegelt sich auch in den Bildungssektoren Schule, Hochschule, Aus- und Weiterbildung wider. Der zentrale Schlüssel, um diese Entwicklung erfolgreich zu gestalten, ist die digitale Kompetenz der Lehrenden. Dies gehört zu den wesentlichen Ergebnissen einer Studie, die anlässlich des 25. Jubiläums der LEARNTEC (24. bis 26. Januar 2017, Messe Karlsruhe) durchgeführt wurde. Hierzu wurde ein Expertenpanel aus allen Bildungssektoren sowie aus der Bildungspolitik zum digitalen Lehren und Lernen in den Bereichen Schule, Hochschule und der beruflichen Aus- und Weiterbildung befragt. »

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Digitale Kompetenz der Lehrer im Fokus Als größte Herausforderung in allen Bildungsbereichen sehen die Experten die digitale Kompetenz der Lehrenden (siehe Abbildung 1). In der Schulbildung sind es die Lehrerinnen und Lehrer, auf die es bei der Umsetzung des digitalen Lernens in den nächsten Jahren ankommt. Ihre Kompetenz im Umgang mit den digitalen Medien und ihre didaktischen Ansätze entscheiden aus Sicht der befragten Experten ganz wesentlich über den Erfolg des digitalen schulischen Lehrens und Lernens. Erst wenn diese Herausforderung gemeistert ist, wird die technische Ausstattung in den Vordergrund rücken. Auch die finanziellen Mittel – etwa zur Anschaffung der erforderlichen Hard- und Software oder zur Ausstattung aller Schulen mit einem funktionierenden W-LAN – werden von den Befragten als eine große Herausforderung eingeschätzt (siehe Abbildung 2).

Rangliste der größten Herausforderungen für Akteure in den Bildungssektoren

Schule

Ausbildung

Abb. 1

Hochschule

Weiterbildung

Digitale Kompetenz der Lehrenden

LEARNTEC zeigt Zukunft der Bildung

Didaktische Ansätze Finanzielle Mittel Digitale Kompetenz der Entscheider Technische Ausstattung der Institution Digitale Kompetenz der Lernenden Technische Ausstattung der Lernenden

sehr große Herausforderung

sehr geringe Herausforderung

Frage: Vor dem Hintergrund der zunehmenden Digitalisierung der Bildung: Wo sehen Sie – für die kommenden zehn Jahre – die größten Herausforderungen für die Akteure in den jeweiligen Bildungssektoren? Bitte geben Sie Ihre Einschätzungen auf einer 5er-Skala an: Eine 1 bedeutet hier „sehr geringe Herausforderungen“, eine 5 bedeutet „sehr große Herausforderungen“, die Werte dazwischen dienen der Abstufung. (N=41-58) Quelle: mmb Institut GmbH 2016

Herausforderungen für Akteure im Bildungssektor „Schule“

Abb. 2 4,4

Digitale Kompetenz der Lehrenden Didaktische Ansätze

Bildungsministerin Johanna Wanka hat hierzu vor knapp zwei Monaten Unterstützung des Bundes angekündigt. Fünf Milliarden Euro will der Bund investieren, um bis 2021 alle 40.000 Schulen in Deutschland mit Computern und W-LAN auszustatten. Im Gegenzug für die finanzielle Unterstützung müssen die Länder sich jedoch verpflichten, „digitale Bildung zu realisieren“. Dies hieße, sie bilden die Lehrer dafür aus, entwickeln Konzepte für den Unterricht, einigen sich auf gemeinsame technische Standards und kümmern sich um Wartung und Betrieb der digitalen Infrastruktur. In der Zusammenarbeit BILDUNGaktuell Spezial

von Bund und Ländern, der Verbindlichkeit der Lehrkonzepte und der Steuerung und Qualifizierung der Lehrkräfte sehen auch die befragten Experten wichtige Maßnahmen.

4,2

Finanzielle Mittel

4,0 5 = sehr große Herausforderungen 1 = sehr geringe Herausforderungen

Digitale Kompetenz der Entscheider

3,9

Technische Ausstattung der Institution

3,9

Digitale Kompetenz der Lernenden

3,2

Technische Ausstattung der Lernenden

3,2 1,0

1,5

2,0

2,5

3,0

3,5

4,0

Wichtige technologische Trends der Zukunft 4,5

5,0

Frage: Vor dem Hintergrund der zunehmenden Digitalisierung der Bildung: Wo sehen Sie – für die kommenden zehn Jahre – die größten Herausforderungen für die Akteure im Bildungssektor Schule? Bitte geben Sie Ihre Einschätzungen auf einer 5er-Skala an: Eine 1 bedeutet hier „sehr geringeHerausforderungen“, eine 5 bedeutet „sehr große Herausforderungen“, die Werte dazwischen dienen der Abstufung.

Quelle: mmb Institut GmbH 2016 | N=57-58 | Angaben in Mittelwerten

Die LEARNTEC ist vom 24. bis 26. Januar 2017 bereits zum 25. Mal Impulsgeber für die digitale Bildung. Auf der wichtigsten internationalen Plattform für IT-gestütztes Lernen präsentieren mehr als 240 Aussteller aus 12 Nationen die neuesten Anwendungen, Programme und Lösungen für das lebenslange Lernen mit IT. „Die LEARNTEC gibt konkrete Empfehlungen und bietet auch Lösungen, wie digitales Lernen in Schule, Hochschule und der beruflichen Weiterbildung Einzug halten kann“, so Britta Wirtz, Geschäftsführerin der Karlsruher Messe- und Kongress-GmbH. „Anhand von Best-PractiseBeispielen erfahren die Besucher auch, wie die Zukunft der Bildung aussehen kann.” Im Fokus der LEARNTEC 2017 stehen unter anderem die Themen Learning Analytics, Mobile Learning sowie Virtual und Augmented Reality.

Technologische Entwicklungen haben im vergangenen Jahrzehnt den Zugang zu und die Darstellung von Informationen grundlegend verändert. Aus Sicht der Experten wird auch in den kommenden zehn Jahren das Lernen mit mobilen Endgeräten der wichtigste Trend sein. » Seite 15


Technologische Trends in der digitalen Bildung

Abb. 3

Mobile Endgeräte

LEARNTEC | Internationale Fachmesse und Kongress

4,6

Learning Analytics

3,8

Adaptive und intelligente Systeme

3,8

Big Data

Die Nr. 1 in digitaler Bildung Schule | Hochschule | Beruf

3,7

Automatisches bzw. maschinelles Testen

3,6

Virtual Reality

3,5

Augmented Reality

3,4

3D-Visualisierungen

3,2

Wearables

3,1

völlig unwichtig

besonders wichtig

Frage: Technische Neuerungen werden in den kommenden zehn Jahren den Zugang zu Informationen weiter verändern. Wie wichtig schätzen Sie in diesem Zusammenhang die folgenden technologischen Trends in der digitalen Bildung ein? Bitte geben Sie Ihre Einschätzungen auf einer 5er-Skala an: Eine 1 bedeutet hier „völlig unwichtig“, eine 5 bedeutet „besonders wichtig“, die Werte dazwischen dienen der Abstufung.

Quelle: mmb Institut GmbH 2016 | N=57-66 | Angaben in Mittelwerten

Aber auch die Individualisierung des Lernens durch Learning Analytics und Big Data wird immer wichtiger. Hierbei werden die Daten jedes Lerners während des Lernens erhoben, analysiert und anschließend ausgewertet. So erhält der Lernende ein spezifisches Lernangebot, das individuell und gezielt auf seine inhaltlichen und didaktischen Bedarfe ausgerichtet ist. Lernen nach dem Gießkannenprinzip wird also durch intelligentes adaptives Lernen ersetzt (siehe Abbildung 3). Zudem wurden die Experten zur Digitalisierung des Lernstoffs, zur Digitalisierung als Chance für neue Zielgruppen und zu Zukunftsszenarien für die Digitalisierung des Lernens befragt. Die geBILDUNGaktuell Spezial

samte Studie ist auf der Website der LEARNTEC verfügbar. ■ Hinweis zur Methodik: Für die Studie „Digitale Bildung auf dem Weg ins Jahr 2025“ wurde ein Expertenpanel aus allen Bildungssektoren sowie aus der Bildungspolitik zum digitalen Lehren und Lernen in den Bereichen Schule, Hochschule und der beruflichen Weiterbildung befragt. Konzipiert wurde die Studie durch die LEARNTEC und Prof. Dr. Peter A. Henning, Mitglied des LEARNTEC-Kongresskomitees. Die inhaltliche Umsetzung sowie die Durchführung erfolgten durch das mmb Institut (Urheber). Klick! www.learntec.de ÒÒ Seite 16

So erreichen Sie Ihre persönlichen Ziele!  

Zu Jahresbeginn fassen viele Menschen gute Vorsätze. Doch kurze Zeit später sind sie oft wieder vergessen. Denn die Vorsätze sind nicht in e...

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