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Menschen haben, sich nicht immer an alle Namen erinnern können. Hilfreich ist dann, gleich zu Beginn und von sich aus offen die Situation anzusprechen, beispielsweise mit „Entschuldigung, ich stehe gerade auf dem Schlauch. Ich komme einfach nicht auf Ihren Namen“. Häufig führt diese Aussage zu zwei Ergebnissen: Das Gegenüber ist entweder erleichtert und erwidert, dass es ihm genauso geht. Oder aber der Gesprächspartner nennt seinen Namen und das Gespräch geht weiter. Hat also ein Gesprächspartner den Mut – oder die Natürlichkeit – von sich aus diesen Zustand anzusprechen, kann das Gespräch wesentlich angenehmer und aufmerksamer fortgesetzt werden.

Folgende drei Tipps helfen dabei, sich Namen grundsätzlich schneller, leichter und besser zu merken:

Von Beginn an mit offenen Karten spielen

1. Tipp: Positive Programmierung

Richtig peinlich wird es eigentlich erst dann, wenn wir nicht von Beginn an mit offenen Karten spielen und ehrlich zugeben, dass wir bei der Namensfrage gerade auf keinen grünen Zweig kommen. Fällt uns beispielweise im Gespräch mit dem neuen Arbeitskollegen dessen Name partout nicht ein und wir übergehen unsere Namenslücke scheinbar geschickt, holt uns das schnell im nächsten Schritt wieder ein: „Berufen Sie sich doch einfach auf mich“ oder „Geben Sie mir doch einfach kurz Bescheid, wenn Sie mehr dazu wissen“. Fragen wir jetzt erst nach dem Namen, ist die Situation um ein Vielfaches peinlicher als im Vorfeld. Darüber hinaus wird der hilfsbereite Kollege deutlich enttäuschter sein, wenn ihm sein Gegenüber die Unwissenheit erst am Ende des Gesprächs offenbart.

Wer sich besser Namen merken möchte, sollte schon vor der nächsten Begegnung mit einem unbekannten Menschen gezielt mit seinem Gehirn sprechen. Es gilt, das eigene Gehirn darauf zu programmieren, dass jetzt gleich ein Name gehört wird, der behalten werden soll. So wird der Hippocampus des Gehirns – sozusagen der „Torwächter“ für Informationen am Eingang Richtung Langzeitgedächtnis – darauf vorbereitet, Informationen durchzulassen. Dies könnte spielerisch und wertschätzend mit sich selbst beispielsweise so klingen: „Lieber Hippocampus, ich weiß, dass Du Großartiges leistet. Du bewertest die Gesamtsituation, Gestik und Mimik meines Gegenübers. Dass damit der Name für dich im Moment nicht überlebenswichtig ist, kann ich nachvollziehen. Er ist es aber für mich. Deshalb lass den Namen bit-

BILDUNGaktuell 09/2017

Fällt uns beispielsweise im Gespräch mit dem neuen Arbeitskollegen dessen Name partout nicht ein und wir übergehen unsere Namenslücke scheinbar geschickt, holt uns das im nächsten Schritt schnell wieder ein.

Sollte der Name des Gegenübers ungewöhnlich sein oder eine bestimmte Reaktion in uns auslösen („Der heißt ja so wie der Fußballtrainer vom 1. FCN!“), dann sollte das unbedingt ausgesprochen werden. Jeder hört gerne seinen eigenen Namen und wenn jemand von seinem Gesprächspartner auf den eigenen Namen angesprochen wird, dann löst das zum einen positive Emotionen in der angesprochenen Person aus. Zum anderen bleibt der Name auch länger im Gedächtnis, da damit jetzt eine Geschichte und somit Emotionen verbunden sind.

te durch!“ Auch wenn für Außenstehende diese Vorgehensweise zunächst ein wenig merkwürdig oder befremdlich klingen mag, so bringt diese persönliche Zielvereinbarung den Menschen doch einen großen Schritt weiter in Richtung Namen merken.

Mit diesen drei Schritten, bietet man seinem Gedächtnis genau die drei Komponenten, die es zum Langzeit-Erinnern braucht: Positive Einstimmung, Wiederholung und Emotionen. Einem weiteren Wiedersehen, egal ob beruflich oder privat, im gewohnten Umfeld oder auf fremdem Terrain, kann man jetzt ganz ruhig entgegensehen – der Name wird sitzen.

2. Tipp: Wiederholungen helfen Noch einen deutlichen Schritt weiter kommt man, wenn man den Namen nach dem ersten Hören sofort wiederholt „Ah, Herr Obermeier, schön, dass wir uns hier schon wieder treffen!“ Wer den Namen seines Gegenübers wohl dosiert immer wieder ausspricht, sammelt nicht nur Pluspunkte beim Gesprächspartner, sondern hilft dadurch auch seinem Gehirn, das Wiederholungen braucht. Durch das Aussprechen nehmen wir den Namen besser wahr. Selbst der unüberzeugteste Hippocampus ist bereit, eine Information Richtung Langzeitgedächtnis durchzulassen, wenn er sie oft hört.

3. Tipp: Emotionen nutzen

Ehrlichkeit verkauft. Das ist das Credo des fünffachen Autors, Verkaufstrainers und Redners Oliver Schumacher. Er ist Sprechwissenschaftler (M.A.) und Diplom-Betriebswirt (FH). Julia Kunz, Diplom-Kulturwirtin und angehender Master of cognitive neuroscience (aon), ist seit fünf Jahren als selbständige Gedächtnistrainerin tätig. Sie gibt in Unternehmen und Universitäten praxiserprobte Methoden weiter, die den Berufsalltag einfacher und effizienter machen. Klick! www.oliver-schumacher.de ÒÒ Klick! die-gedaechtnistrainerin.de ÒÒ Seite 4

Hilfe zur Selbstreflexion  

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