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AUSGABE 4/2014

BiK Newsletter F

BiK F Biodiversität und Klima Forschungszentrum

THEMEN

UNSICHTBARE ARTEN Bedrohte Amphibien fallen in Verbreitungsmodellen durchs Raster Seite 1

SAFARI IM ERBGUT

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Giraffenverbreitung untersucht Seite 2

WALDSTERBEN UND KLIMAWANDEL Trockene Regionen besonders betroffen Seite 2 1

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1 Grüner Kobold Waldsteiger (Leptopelis barbouri) 2 Parkers Waldsteigerfrosch (Leptopelis parkeri) 3 Nyungwe National Park, Ruanda – ein potentielles Refugium für bedrohte Arten © Michele Menegon

FORSCHUNG: BEDROHTE ARTEN SIND IN VERBREITUNGSMODELLEN UNTERREPRÄSENTIERT

modernen Methoden, die die künftige Ver-

bedrohte Arten in den Modellen nicht

breitung von Arten beispielsweise unter

berücksichtigt

Klimawandelbedingungen

modellieren,

Frage stellt sich insbesondere im Hinblick

nicht berücksichtigt. Dies zeigt ein Studie

auf den Naturschutz, wo aufgrund be-

von Wissenschaftlern der Universitäten

grenzter

von York und Kopenhagen, des United Na-

Schwerpunktgebiete ausgewählt werden

tions Environment Programme World Con-

müssen, was mit Hilfe von Verbreitungs-

servation Monitoring Centre, des BiK-F

modellen geschieht. Wenn hier Arten mit

(hier: Dr. Christian Hof) sowie weiteren

kleinem Verbreitungsgebiet fehlen, wird

Partnern.

die Schutzwürdigkeit wichtiger Regionen

Die Forschenden stützen ihre Schlussfol-

unterschätzt. Dabei ist der Fortbestand

gerung auf die exemplarische Analyse 733

sowohl kleinräumig als auch weit verbrei-

afrikanischer Amphibienarten. Das Vor-

teter Arten auch unter Klimawandelaspek-

kommen solcher Arten in tropischen Bio-

ten in denjenigen Gebieten am wahr-

diversitäts-Hotspots ist oft nur wenig

scheinlichsten, die bereits als besonders

dokumentiert, sie haben im Vergleich zu

schutzwürdige

Arten aus gemäßigten Breiten häufig

wurden.

kleinere Verbreitungsgebiete. Doch ihr

Hintergrund ist die Tatsache, dass die

seltenes Vorkommen, das ihren Bedro-

‚unsichtbaren‘ Arten vornehmlich in tropi-

hungsstatus erhöht, lässt sie gleichzeitig

schen Bergregionen leben. Diese Gebiete

in den Verbreitungsmodellen ‚unsichtbar‘

zeichnen sich durch eine hohe klimatische

werden. So ergab die Untersuchung, dass

Stabilität aus und werden, auch durch ihre

für 400 der Amphibienarten, also mehr als

Vielfalt kleinräumig strukturierter Lebens-

der

geringen

räume, aller Voraussicht nach auch in Zu-

Verbreitung so wenige Daten vorliegen,

kunft für viele Arten ein Refugium bleiben.

ihrer

problematisch,

werden

finanzieller

können?

Ressourcen

Gebiete

wenn Diese

oft

identifiziert

dass sie aus statistischen Gründen in Verbreitungsmodellen nicht berücksichtigt

>> Studie in Diversity and Distributions

werden können. 92 % dieser Arten stehen

Seite 3

Abholzung bedroht Artenvielfalt in

Warum

aufgrund

es

Warmwasserkrebse halten Einzug

WALD WEG, WASSERTIERE WEG?

Ein Großteil der bedrohten Arten wird bei

Hälfte,

ist

(KLIMA)WANDEL IN DER NORDSEE

Fließgewässern Seite 3

QUALITÄT SICHERN IN DER TRANSDISZIPLINÄREN FORSCHUNG Richtlinien für Akteure Seite 4

DIALOG ÜBER WALD DER ZUKUNFT Stakeholder-Gespräche fortgeführt Seite 4

PROJEKTE/ KOOPERATION Auswirkungen des Klimawandels auf Populationstrends, Samenausbreitung in den Alpen, Algenmelder entwickelt Seite 4-5

AUSZEICHNUNG/ PERSONALIEN Bestnote vom Wissenschaftsrat, Berufung in Nomenclature Committee for Fungi, Neuer Humboldt-Stipendiat Seite 6

RÜCKBLICK/ IN EIGENER SACHE/ VERANSTALTUNGEN 25 Jahre ISOE, BiK-F wird Teil des Senckenberg, Neue Vortragsreihe zu Biodiversität und Landnutzung Seite 6-7

auf der Roten Liste. –1–

BiK-F Newsletter 4/2014  

Newsletter des Senckenberg Biodiversität und Klima Forschungszentrums